Programm

wfg.mine.nu

Programm

Kulturlandschaftspark

Belgische Eifel

______________________________________________________________________

100 Dörfer - 1 Zukunft

Landschaftsstudie

Belgische Eifel

Etude paysagère

Eifel belge

Heft 5

______________________

Programm


Kulturlandschaftspark

Belgische Eifel

______________________________________________________________________

100 Dörfer - 1 Zukunft

Landschaftsstudie Belgische Eifel

Etude paysagère Eifel belge

Gemeinden - Communes

Bütgenbach

Büllingen

Amel

Sankt Vith

Burg - Reuland

Arbeitsgemeinschaft - Association momentanée WINTERS - BODARWÉ - VERBEEK

paysage WINTERS Landschaften, Heinz Winters

Nathalie Bodarwé, Architektin

bureau VERBEEK,

Jeroen Goudeseune, Martijn Jacobs, Rob Smeets

2011-2013

Dieses Projekt wird im Rahmen des LEADER Programms mit der finanziellen Unterstützung der Europäischen

Kommission und der Wallonischen Region verwirklicht. Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung

des ländlichen Raums: Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete.

Ce projet est réalisé dans le cadre du Programme LEADER avec le soutien financier de la Commission Européenne et de

la Région Wallonne. Fonds européen agricole pour le développement rural: l’Europe investit dans les zones rurales.


Inhaltsverzeichnis

Heft 1

1. Allgemeine Einführung

1.1 Kontext und Ziele der Landschaftsstudie

1.2 Was ist Landschaft?

1.3 Beschriebung der Vorgehensweise der Studie

9

9

9

11

Zusammenfassung

Beschreibende Analyse: Heft 2

Analyse der Entwicklung: Heft 3

Bewertende Analyse: Heft 4

Programm: Heft 5

Programm: Landschaftsschau 2020

13

13

15

17

21

23

Résumé

Analyse descriptive: “Heft 2”

Analyse évolutive: “Heft 3”

Analyse évaluative: “Heft 4”

Programme: “Heft 5”

Programme: “Landschaftsschau 2020” /

Exposition du paysage 2020

25

25

27

29

33

35

Bildverzeichnis

Alle nicht gekennzeichneten Bilder wurden durch die ARGE Winters - Bodarwé - Verbeek erstellt:

Jeroen Goudeseune, Heinz Winters, Nathalie Bodarwé.

Besonderer Dank geht an Frank Vassen.


Inhaltsverzeichnis

Heft 2

A. Beschreibende Analyse

3. Geomorphologie

65

2. Demographische und sozio-ökonomische Daten

47

4. Geologie

69

2.1 Kurze Übersicht über die jüngste historische und

institutionelle Entwicklung Ostbelgiens

2.2 Geographische Lage

2.3 Demographie

2.3.1 Bevölkerung

2.3.2 Bevölkerungsentwicklung

47

47

49

49

49

5. Bodenkunde

6. Hydrographie

7. Klima

8. Der natürliche Lebensraum

8.1 Die Beziehung zwischen Das Verhältnis von natürlichem

Lebensraum und ökologischem Netz(-werk)

71

73

75

77

77

2.3.3 Bevölkerungsstruktur

51

8.2 Natürliches Erbe oder Schutzgebiete

77

2.3.4 Haushaltsgroße für den Zeitraum 1991-2009

51

8.3 Pflanzliche Formationen

77

2.4 Sozioökonomische Angaben

53

8.3.1 Wiesen

77

2.4.1 Aktive Bevölkerung und Aktivitätsrate

53

8.3.2 Feuchte Talsohlen

77

2.4.2 Wirtschaftssektoren

53

8.3.3 Die Moore

79

2.4.3 Mobilität der Arbeitskraft

53

8.3.4 Die Torfmoore

79

2.5 Flächennutzung

55

8.3.5 Die Heide

79

2.5.1 Siedlungsstruktur

55

8.3.6 Die Wälder

79

2.5.2 Landwirtschaft

55

8.3.7 Besonderheiten

79

2.5.3 Forstwirtschaft

57

8.3.8 Baum- und Heckendenkmäler

79

2.5.4 Gewerbeflächen

57

8.4 Die Fauna

81

2.5.5 Transport

59

9. Die Charakteristiken der Bauweise und der Siedlungsformen

83

2.5.6 Erneuerbare Energien

59

9.1 Lokalisierung der Ortschaften

83

2.5.7 Tourismus und Freizeit

59

9.2 Die Niederlassung der Dörfer

83

2.5.8 Öffentliches Grün

61

9.3 Die Ortskerne

83

2.5.9 Steinbrüche

61

9.4 Der Baustil

83

2.5.10 Gesetzlicher Rahmen

61

9.5 Der Bauboom

85

2.5.11 Umwelt-Managements-Toos

63

9.6 Verwendete Materialien

85

10. Identifizierung der landschaftsbildenden Elemente

87

11. Identifizierung von Landschaftsräumen

89

12. Synthese der beschreibenden Analyse

101


Inhaltsverzeichnis

Heft 3

Heft 4

B. Analyse der Entwicklung

C. Bewertende Analyse

13. Allgemeine Entwicklung des Gebietes

113

17. Methodologie der Bewertenden Analyse

155

13.1 Allgemeine Entwicklung bis zum 18. Jahrhundert

113

17.1 Allgemeine Methodologie

155

13.1.1 Kurze Geschichte der Gemeinde Bütgenbach

113

17.2 Strukturelemente der Landschaft und deren Erfassung

155

13.1.2 Kurze Geschichte der Gemeinde Büllingen

113

17.3 Die SWOT-Analyse

155

13.1.3 Kurze Geschichte der Gemeinde Amel

115

17.4 Das Analyseinstrument

155

13.1.4 Kurze Geschichte der Gemeinde St.Vith

13.1.5 Kurze Geschichte der Gemeinde Burg-Reuland

13.2 Entwicklung vom 18. Jahrhundert bis heute

13.2.1 Landwirtschaftliche Strukturen

13.2.2 Waldstruktur

13.2.3 Spuren des Bauerbes

13.2.4 Die alten Eisenbahnstrecken

Anhang: Legenden

14. Die Entwicklungsgeschichte vom 18. Jahrhundert

bis heute und die voraussehbaren Tendenzen

15. Die Entwicklungsgeschichte der Bebauung

16. Synthese der entwicklungsgeschichtlichen Analyse

115

115

115

115

117

119

119

120

125

141

143

18. Erfassung und Bewertung des Kantons St.Vith

(SWOT-Analyse)

18.1 Geomorphologie

18.2 Hydrographie

18.3 Natur

18.4 Flächennutzung

18.5 Bebauung

18.6 Infrastruktur

19. Erfassung und Bewertung der Landschaftseinheiten

des Kantons St.Vith (SWOT-Analyse)

19.1 Wälder des Hohen Venns

19.2 Heide des Hohen Venns

19.3 Mulde des Rechterbachs

157

157

161

167

173

177

183

189

191

197

203

19.4 Warchetal bei Bütgenbach

211

19.5 Quelle der warche

207

19.6 Ameltal

215

19.7 Emmelstal

219

19.8 Plateau von St. Vith

223

19.9 Quelle der Braunlauf- und der Ulf

227

19.10 Quelle der Our

231

19.11 Wälder und Seitentäler der Our

235

19.12 Hügellandschaft der Braunlauf und der Ulf

239

19.13 Steilhänge des Ourtals

241

20. Synthese der bewertenden Analyse

247


Inhaltsverzeichnis

Heft 5

Programm

28. Konkrete Maßnahmen an ausgewählten Beispielstandorten

339

21. Einleitung

22. Tendenzen und Potentiale (Gefahren und Chancen)

23. Zielvorstellungen, Leitbild, Qualitätsziele

23.1 Zielvorstellungen

23.2 Leitbild

263

265

267

267

267

28.1 Aufwertung des Ortseinganges

Beispiel: St Vith, Luxemburgerstraße

28.2 Herausstellen von besonderen Landschaften

Beispiel: Elsenborn, Einstieg in das Hohe Venn

beim Ruhrbusch

28.3 Aufwertung von Ortskerne

Beispiel: Bütgenbach, Dorfzentrum

341

343

345

23.3 Qualitätsziele

23.3.1 Aktionsfeld 1:

Sensibilisierung - Beteiligung - Kooperation

23.3.2 Aktionsfeld 2: Gewässer

267

269

269

28.4 Aufwertung von bestehenden historischen Orten und

Gebäuden

Beispiel: Leykaul, Aufwertung Bahnhofskomplex

28.5 Aufwertung Heckenlandschaft

Beispiel: Rocherath, Heckenlandschaft

347

349

23.3.3 Aktionsfeld 3: Naturraum

23.3.4 Aktionsfeld 4: Besiedlung

23.3.5 Aktionsfeld 5: Erlebnisraum

271

271

273

28.6 Straßenbegleitgrün

Beispiel: Umgebung Möderscheid / Heppenbach / N658

28.7 Standortgerechter neubau

Beispiel: Born

353

355

24. Strategie

23.3.6 Aktionsfeld 6: Produktionsraum

25. Umsetzung

273

275

277

28.8 Touristische Aufwertung von Bauernhöfen

Beispiel: Merlscheid

28.9 Aufwertung von Bachtälern

Beispiel: Braunlauftal bei Braunlauf

357

359

25.1 Einleitung

25.2 Qualitätsziele für die Belgische Eifel (Gesamtgebiet)

25.3 Maßnahmen für besondere Bereiche

277

277

277

28.10 Die Vielfältigkeit des Wassers erleben können

Beispiel: Wassererlebnispark in Schönberg

28.11 Gestaltung halboffene Wiesenlandschaft

Beispiel: Eibertingen

363

365

25.4 Konkrete Maßnahmen an Beispielstandorten

26. Maßnahmen für das Gesamtgebiet

26.1 Aktionsfeld:

Sensibilisierung, Bevölkerungsbeteiligung und Kooperation

26.2 Aktionsfeld: Gewässer

277

279

279

283

28.12 Fahrradrundweg

Beispiel: Honsfeld

28.13 Aufwertung von historischen Baudenkmälern

Beispiel: Burgruine in Reuland

28.14 Ökologische Forstwirtschaft

Beispiel: Umgebung Rechterbach in Recht

367

369

373

26.3 Aktionsfeld: Naturraum

26.4 Aktionsfeld: Besiedlung

26.5 Aktionsfeld: Erlebnisraum

26.6 Aktionsfeld: Produktionsraum

287

291

295

299

28.15 Gestaltung offener Landschaften

Beispiel: Umgebung Bracht und Alster

29. Aktionsschlüssel

30. Synthese des Programms - Schlusswort

375

377

379

27. Maßnahmen für die besonderen Bereiche/Teilgebiete

303

27.1 Bachtäler und Fließgewässer

305

27.2 Waldlandschaft

309

27.3 Dorflandschaft

313

27.4 Vennlandschaft

317

27.5 Heckenlandschaft

321

27.6 Halboffene Wiesenlandschaft

327

27.7 Offene Wiesen- und Ackerlandschaft

333


Programm


262


21 Einleitung

Auf der Grundlage der beschreibenden, der

entwicklungsgeschichtlichen und der bewertenden

Analyse (DIAGNOSE) wurde das vorliegende

Programm erstellt.

Die beschreibende und entwicklungsgeschichtliche

Analyse verdeutlicht die natur- und kulturräumliche

Vielfalt der Belgischen Eifel.

Aus diesem Grund sind die Sensibilisierung und das

Informieren der Bevölkerung absolut notwendige

Maßnahmen, damit die Landschaft wieder

verstanden und ihr Schutz in einem Dialog mit den

Nutzern in Einklang gebracht werden kann. Denn

nur wer Landschaft versteht, kann zielgerecht und

verantwortungsvoll handeln.

Mit dem Hohen Venn, der Heckenwiesenlandschaft

und den Narzissenwiesen verfügt das Gebiet über

Landschaften von überregionaler und europaweiter

Bedeutung.

Aus der bewertenden Analyse geht hervor, dass

die Region sich aktuell noch durch eine hohe

landschaftliche Qualität auszeichnet, jedoch ist die

Existenz der unterschiedlichen Landschaftsräume/-

einheiten sowie deren Qualitäten in Gefahr.

Damit dieser Entwicklungstendenz Einhalt geboten

werden kann, gilt es die vielfältige Landschaft

der belgischen Eifel zu schützen und behutsam

weiterzuentwickeln.

Sie muss vor allem verstärkt in räumliche und

thematische Zusammenhänge gebracht werden.

Es gilt die landschaftliche Vielfalt herauszustellen

und sie mithilfe von qualitätsvollen Projekten zu

verbessern, allerdings unter Berücksichtigung der

gemeinsam entwickelten Zielvorstellungen.

Die einzelnen Landschaftseinheiten und Bereiche

weisen spezifische Besonderheiten und Qualitäten

auf, sei es z. B. das Hohe Venn bei Elsenborn, die

Heckenlandschaft bei Rocherath, der Küchelscheider

Wald, das Amel-, das Warche- und das Ourtal.

Aus der Vielfalt der Landschaften und den

verschiedenen Themen ist für die belgische Eifel

ein Geflecht/Netzwerk zu erstellen, damit eine

Qualitätssteigerung der Natur- und Kulturlandschaft

erreicht werden kann.

Konflikte müssen angesprochen und diskutiert

werden, um Hindernisse und Blockaden zu

beseitigen. Dabei ist die zukünftige Entwicklung

sowohl unter ästhetischen als auch unter planerischen

und funktionsräumlichen Gesichtspunkten zu

betrachten. Mit Landschaft sind auch Aspekte

wie Identität und Heimatverbundenheit zu

berücksichtigen, auch wenn die gefühlsmäßige

Bindung der Menschen an ihre Landschaft nicht

messbar und darstellbar ist.

Die vorgeschlagenen Projekte müssen sich an

den Zielsetzungen der nachhaltigen Entwicklung

orientieren und sie müssen am Leitbild und an den

Zielvorstellungen der zukünftigen Gesamtgestaltung

gemessen und ausgerichtet werden.

Dabei spielen die intensive Kommunikation und

der offene Dialog für die Zusammenarbeit und die

Vernetzung eine herausragende Rolle.

Die Beteiligung der Bevölkerung ist eine wichtige

Komponente, damit die Verbundenheit mit den Orten

hergestellt und die Identität gestärkt wird.

Alle Akteure müssen sich bewusst werden,

dass die künftige Entwicklung eine gemeinsame

gestalterische Herausforderung darstellt und eine

positive Entwicklung nur nach aktiver und durchaus

auch kontroverser Auseinandersetzung und guter

Zusammenarbeit möglich ist.

Das Potential ist vorhanden und die Region kann mit

zahlreichen Vorzügen auftrumpfen, die aber nicht

immer erkannt und wahrgenommen werden. Dies

trifft auch auf die Risiken zu.

263


264


22 Tendenzen und Potentiale (Gefahren und Chancen)

Aus der bewertenden Analyse geht hervor, dass

die Region über ein großes Entwicklungspotential

verfügt. Die aktuelle Situation weist eher auf eine

negative Entwicklung hin und auf den Verlust von

landschaftlichen Qualitäten.

Der Trend zur Beeinträchtigung und Belastung

scheint sich in Zukunft fortzusetzen.

Es gilt, diese Entwicklung zu erkennen, gegen diese

Entwicklung anzugehen und die Chance auf eine

positive Entwicklung zu nutzen.

Trends (Gefahren)

Sollte diese Chance nicht wahrgenommen werden

und ein zu passives Verhalten dominieren, werden

Landschaftsräume zerstört werden und die

Zersiedelung der Landschaft wird voranschreiten.

Auf lange Sicht werden die vorhanden Qualitäten

und Entwicklungspotentiale verloren gehen und

die Landschaft wird sich zu einem ausgeräumten,

banalisierten Gefüge entwickeln.

Eine ausgeräumte Landschaft bedeutet:

--

Verlust von ökologisch bedeutenden Standorten

zur Sicherung und Entwicklung der Biodiversität,

--

Verlust besonderer Biotope und einzigartiger

Landschaften,

--

Verlust von außergewöhnlichen Kulturlandschaft,

--

Niedergang der Landwirtschaft,

--

instabile Waldgesellschaften,

--

Schwächung des Tourismus,

--

Zersiedelung, Zerstückelung und

Flächenverbrauch der Landschaft,

--

Stilllegung und Abriss von Bauten mit

kulturerblicher Bedeutung;

--

geringere Wohnqualität,

--

leerstehende Gebäude in den Dorfkernen,

--

Schwächung des Wirtschaftsstandortes und

--

Bevölkerungsrückgang.

Kurzum eine Region ohne Zukunft!

Aussichten (Chancen)

Bei einer Wahrung der Chancen und bei entsprechend

qualitätsbewusster Entwicklung kann die Vielfalt

und Qualität der Landschaft auf ein höheres

Qualitätsniveau gehoben werden.

Dies bedeutet:

--

Erhalt und Schutz wertvoller Standorte,

--

ökologische Vernetzung und Steigerung der

Biodiversität,

--

Sicherung und Weiterentwicklung der

Kulturlandschaft,

--

Schutz und Weiterentwicklung besonderer

Biotope und einzigartiger Landschaften,

--

qualitative Landwirtschaft (eigene Marke, Bio-

Produktion),

--

stabile Waldgesellschaften,

--

sanfter Tourismus,

--

Integration der ländlichen Bebauung,

--

Innenentwicklung der Dörfer und organisch

integrierte Bebauung,

--

umfunktionierte und dauerhaft gepflegte

historische Bebauung,

--

hohe Lebensqualität;

--

Stärkung des Wirtschaftsstandortes;

--

behutsamer Bevölkerungszuwachs.

Eine aktive Umsetzung ermöglicht die Entwicklung

einer Region mit Zukunft.

265


Parc paysager culturel

Eifel belge

Kulturlandschaftspark

Belgische Eifel

266


23 Zielvorstellungen, Leitbild, Qualitätsziele

23.1 Zielvorstellungen

Auf Grundlage der, im Workshop erarbeiteten,

Wünsche und der geäußerten Vorstellungen wurden

folgende Zielvorstellungen zusammengefasst:

1.

Sensibilisierung - Bevölkerungsbeteiligung -

Kooperation

- Sensibilisierung und Information der Bevölkerung

zum Thema Landschaft;

2.

Landschaft als Träger von Identität und

Heimatverbundenheit

- den ortstypischen Charakter der Dörfer wahren;

- Kultur und Geschichte zur Wahrung der Identität

pflegen;

3.

Landschaftsentwicklung organisieren:

Kommunikation und Vernetzung

- Vernetzung und Darstellung als Gesamtgebiet;

- Tourismus fördern und regionale Besonderheiten

herausstellen;

- Landschaftsschutz im Einklang mit der Nutzung

und in Abstimmung mit den Akteuren;

4.

Landschaft als Produktionsraum (Wirtschaft und

Innovation)

- Nachhaltige Nutzung und Integration von

regenerativen Energien;

- Land- und Forstwirtschaft sind wichtig für die

Pflege und den Erhalt unserer Kulturlandschaft;

5.

Landschaft als Wohn- und Wohlfühlraum

- die Verbesserung des Lebensraumes und

der Naherholungsmöglichkeiten für die lokale

Bevölkerung und Touristen;

--

die Entwicklung der Landschaft als

Wohlfühlraum;

--

den ortstypischen Charakter der Dörfer

bewahren;

--

neue Bebauung an vorhandene Strukturen

anpassen und in die Landschaft

--

integrieren;

6.

Landschaft als Tourismus- und Erlebnisraum

--

Tourismus fördern und regionale Besonderheiten

herausstellen;

--

die Verbesserung des Lebensraumes und

der Naherholungsmöglichkeiten für die lokale

Bevölkerung und Touristen;

7.

Landschaft als Kulturerbe- und Naturraum

--

Besondere Elemente, die es zu erhalten und

herauszustellen gilt (z.B. das Hohe Venn);

--

Naturpark und geschützte Gebiete sind

einzigartig;

--

Landwirtschaft und Forstwirtschaft sind

wichtig für die Pflege und den Erhalt unserer

Kulturlandschaft;

--

Landschaft erhalten, schützen und aufwerten.

Die soeben genannten Zielvorstellungen verdeutlichen

die enge Interaktion von Mensch und Raum.

23.2 Leitbild

Das Leitbild hat die zentrale Funktion der Orientierung,

es:

--

stellt die Vision dar, für die man sich einsetzen

möchte;

--

zeigt die Ziele auf, die man gemeinsam erreichen

möchte;

--

weist die Werte und Prinzipien auf, die das

Handeln leiten sollen.

Die positive Beschreibung des Leitbildes für die

belgische Eifel bildet die Grundlage für eine aktive

und positive Weiterentwicklung der Landschaft.

Das Leitbild orientiert sich aber zu aller erst an den

Zielsetzungen der nachhaltigen Entwicklung:

Menschen, Tier- und Pflanzenarten in der

belgischen Eifel fühlen sich im gemeinsamen

Lebensraum heute und in Zukunft wohl und

können sich respektvoll weiterentwickeln.

Akteure und Themen sind in ein großes

Ganzes eingebunden, die vorhandenen

naturräumlichen Qualitäten werden gesichert

und aufgewertet, die Lebensqualitäten und die

Naherholungsmöglichkeiten verbessert.

Technische Errungenschaften, Kultur, Geschichte,

Ökonomie und Ökologie werden in die Prozesse

integriert.

Die zukünftige Weiterentwicklung ist in enger

Kooperation mit den Hauptnutzern (Land- und

Forstwirtschaft) umzusetzen.

Dialogbereitschaft, Informationsaustausch und

das Wissen über Zusammenhänge werden zu

wichtigen Voraussetzungen für eine positive

Weiterentwicklung der Landschaftsqualitäten.

23.3 Qualitätsziele

Das Leitbild wird anhand von Qualitätszielen (QZ)

konkretisiert und greifbar, es wird somit für alle

verständlicher.

Die Qualitätsziele dienen als Entscheidungshilfen

und Anhaltspunkte für landschaftswirksame

Entwicklungsprozesse sowie für konkrete Projekte,

Maßnahmen und Nutzungen. Sie sind mit Hilfe

von entsprechend ausgewählten und qualifizierten

Maßnahmen anzustreben. Als qualifizierte

Maßnahmen sind jene Maßnahmen zu verstehen,

die sich an den vorgenannten Zielvorstellungen

und Zielsetzungen ausrichten, die den örtlichen

Besonderheiten Rechnung tragen, die mit allen

Partnern abgestimmt werden und die eine

Qualitätssteigerung der Landschaft zur Folge haben.

Die Qualitätsziele und die daraus abgeleiteten

Maßnahmen, die für die zielgerichtete Entwicklung

der Landschaft zu ergreifen sind, können

schwerpunktmäßig in 6 Aktionsfelder unterteilt

werden.

Die Aktionsfelder (AF) sind:

AF 1: Sensibilisierung - Beteiligung - Kooperation

AF 2: Gewässer

AF 3: Naturraum

AF 4: Besiedelung

AF 5: Erlebnisraum

AF 6: Produktionsraum

Für die einzelnen Aktionsfelder können folgende

Qualitätsziele formuliert werden:

267


268

Bild: Frank Vassen


23 Zielvorstellungen, Leitbild, Qualitätsziele

23.3.1 Aktionsfeld 1: Sensibilisierung

- Beteiligung - Kooperation

Für eine kulturlandschaftsbezogene Entwicklung

ist eine stärkere Sensibilisierung der Bevölkerung,

der handelnden Land- und Forstwirte sowie der

Fachleute und Behörden notwendig.

Außerdem ist auch aktiv ein neues regionales

Bewusstsein für die naturräumlichen Qualitäten der

Region zu vermitteln.

Zugleich ist eine optimale Vernetzung aller Akteure

erforderlich. Immer wieder stellt sich heraus - auch in

der Belgischen Eifel - dass zwar viele gute Initiativen

und Überlegungen existieren, aber dass es an guter

Abstimmung und handlungskräftigen Partnerschaften

fehlt. Die Vernetzung zählt somit zu den wichtigsten

Aufgaben, um die Landschaft der Belgischen Eifel

aktiver und positiver zu gestalten.

Es muss ein breitgefächertes Informations- und

Bildungsangebot geschaffen werden, das die

regionale Identifikation fördert, heimatstiftend wirkt

und bereits Kinder einbezieht. Die Vermittlung

kulturlandschaftlicher Prozesse ist ein wichtiger

Bildungsauftrag, der wiederum mit der kulturellen

Wertschöpfung einhergehen muss.

Durch Musealisierung, Rekonstruktionen und

Erläuterungen vor Ort werden neben der

Erlebniswirkung auch neue Werte und touristische

Anziehungspunkte geschaffen. Für die Umsetzung

wird ein umfassendes Informationskonzept auf

verschiedenen Ebenen empfohlen.

Darin sind die Schulen ebenso wie regionale

Multiplikatoren und Initiativen, wie zum Beispiel

die Dorf-, Geschichts- und Naturschutzvereine, zu

integrieren, denn sie tragen erheblich zur regionalen

Identitätsfindung bei. 1

Die Möglichkeit, an räumlicher Zielfindung, Planung

und Umsetzung mitwirken zu können, fördert die

Verbundenheit mit dem Wohnort. Partizipation

gründet in einer umfassenden Wahrnehmung der

Landschaft und Information der Beteiligten und

Betroffenen. 2

Dabei kommt der Kommunikation für die

Sensibilisierung, Beteiligung und Kooperation eine

Schlüsselfunktion zu. Eine intensive Kommunikation

ist die Voraussetzung für eine funktionierende

Kooperation und Vernetzung der verschiedenen

Akteure und Interessen.

Insofern ist ein wichtiger Grundgedanke, den Raum

durch Kommunikation sichtbar zu machen und

anhand der Diskussion über die verschiedenen

Projekte im Kontext der Landschaftsstudie für die

Zukunft zu entwickeln. 3

Die Qualitätsziele (QZ) für das Aktionsfeld

„Sensibilisierung - Beteiligung - Kooperation“:

QZ 1.1:

Die Bevölkerung weiß über die Landschaft Bescheid,

sie erkennt Zusammenhänge und Auswirkungen von

Handlungen und Eingriffen in die Landschaft.

Sie hat Verständnis für die Anliegen der verschiedenen

Nutzungen.

QZ 1.2:

Die Bevölkerung schützt, pflegt und unterstützt

die Landschaft und nimmt aktiv an der Erhaltung

und Gestaltung der Landschaft teil. Sie handelt

verantwortungsvoll, sensibel, zielgerecht und mit

Sachverstand und trägt somit zu einer positiven

Entwicklung der Landschaft und des Lebensraumes

im Sinne des Leitbildes bei.

QZ 1.3:

Die Menschen fühlen sich mit ihrer Heimat verbunden

und identifizieren sich mit ihr.

QZ 1.4:

Der Naturpark, die Behörden und Verbände, sowie

die Organisationen und Naturschutzvereine animieren

die Bevölkerung und laden sie zu Aktivitäten ein.

Es finden regelmäßig Informations- und

Sensibilisierungsveranstaltungen zur Förderung der

Sensibilität statt.

QZ 1.5:

Die Gemeinden engagieren sich im Sinne der

Landschaft, sie kooperieren miteinander und

sprechen sich ab.

Ihr Handeln orientiert sich am Leitbild der belgischen

Eifel.

QZ 1.6:

Es findet ein grenzüberschreitende Zusammenarbeit

mit den Nachbarregionen statt.

QZ 1.7:

Die Nutzer und die Bevölkerung arbeiten eng

zusammen und legen Verständnis und Transparenz

an den Tag. Sie unterstützen sich und treffen in einem

Abwägungsprozess gemeinsam Entscheidungen

im Sinne des Leitbildes. Die Kompromisse sind ein

positives Signal für die weitere Zusammenarbeit.

QZ 1.8:

Die Landschaftsstudie wird fortlaufend aktualisiert,

die Zielsetzungen stehen dabei auf dem Prüfstand

und werden ggf. angepasst.

QZ 1.9:

Die verschiedenen Akteure haben die Möglichkeit,

eine Kontroll- und Koordinationsstelle in Sachen

Landschaft zu kontaktieren, Fragen zu stellen,

allgemeine Bemerkungen zu äußern, Missstände

mitzuteilen, auf Fehlentwicklungen oder sonstige

Beobachtungen hinzuweisen.

23.3.2 Aktionsfeld 2: Gewässer

Als eines der prägendsten Bestandteile der

Kulturlandschaft „Belgische Eifel“ haben die

Gewässer eine besondere Bedeutung für unsere

Umwelt.

Als eines der wichtigsten Elemente des Lebens sind

das Wasser und die Gewässer zu sichern und zu

schützen.

Dies muss mit den Zielen der Europäischen

Wasserrahmenrichtlinie in Einklang gebracht werden.

Die Gewässer sind wichtige Lebensadern und ein

verbindendes Element der Landschaft. Sie brauchen

Raum, um sich natürlich entwickeln zu können.

Eine regionale Infrastruktur – wie sie in der vorliegenden

Landschaftsstudie beschrieben ist – wird zu einem

wichtigen perspektivischen Standortfaktor. 1/2

Die Qualitätsziele für das Aktionsfeld „Gewässer“:

QZ 2.1:

Das Wasser als eines der wichtigsten Grundelemente

des Lebens ist als schützenwertes Gut anerkannt.

Die Trinkwasserversorgung und -neubildung ist

gesichert. Der Umgang ist schonend und sparsam.

Die Qualität der Gewässer ist gut.

QZ 2.2:

Die Gewässer werden nicht verschmutzt, die

Abwässer werden geklärt und stellen keine

Belastungen für den Wasserhaushalt dar.

QZ 2.3:

Die Fließgewässer haben ausreichend Platz für eine

dynamische Entwicklung; ihr Verlauf ist natürlich.

QZ 2.4:

Die Gewässer und Auenbereiche sind durchgehend

miteinander vernetzt.

QZ 2.5:

Die Uferbereiche der Gewässer sind naturnah

gestaltet, die Flächennutzung dementsprechend dort

angepasst.

Bachbegleitende Gehölze sichern die Ufer und

markieren den Bachverlauf, der somit auch von

Weitem erkennbar ist.

QZ 2.6:

Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie zum

Schutz der Gewässer und zur nachhaltigen

und umweltverträglichen Wassernutzung wird

eingehalten.

1 Zukunft gemeinsam gestalten – Das Kulturlandschaftsnetzwerk der

Region Köln/Bonn :kulturlandschaftsnetzwerk - masterplan :grün’

Version 2.0, Regionale 2010 Agentur Standortmarketing Region

Köln/Bonn GmbH, Köln

2 Landschaftsbild 2020 - Leitbild, Bundesamt für Umwelt, Wald und

Landschaft, Bern

3 Zukunft gemeinsam gestalten – Das Kulturlandschaftsnetzwerk der

Region Köln/Bonn :kulturlandschaftsnetzwerk - masterplan :grün’

Version 2.0, Regionale 2010 Agentur Standortmarketing Region

Köln/Bonn GmbH, Köln

269


270

Bild: Frank Vassen


23 Zielvorstellungen, Leitbild, Qualitätsziele

23.3.3 Aktionsfeld 3: Naturraum

Unter Naturraum sind Standorte und Räume zu

verstehen, die für den Naturhaushalt von großer

Bedeutung sind. Zumeist handelt es sich hierbei

um geschützte Bereiche und außergewöhnliche

Naturräume, die teilweise auch von überregionaler

Bedeutung sind. Aber auch die landwirtschaftlich

genutzten Flächen haben einen großen Naturwert

und den Landwirten kommt eine wichtige Rolle beim

Schutz und bei der Pflege dieser Flächen zu.

Ein wichtiges Ziel muss darin bestehen, die Ansprüche

der Landwirtschaft und der Natur in Einklang zu

bringen.

Der Erhalt, die Pflege und die Entwicklung der

Naturräume sind nicht als Wachstumshindernisse

anzusehen, sondern als Bausteine für eine Infrastruktur

der Zukunft in einem Europa der Regionen zu

begreifen. 6

Die Bewahrung, die Pflege und der verantwortungsvolle

Umgang mit den Naturräumen sind wichtige

Aufgaben zum Erhalt und zur Entwicklung des

ökologischen Netzes, der Flora und Fauna.

Angesichts der Bedrohung der Lebensräume und des

weltweiten Artenrückgangs muss das Vorhandene

geschützt werden und das Potenzial der biologischen

Vielfalt weiterentwickelt werden.

Aufgrund der naturräumlichen Gegebenheiten ist die

Belgische Eifel schon heute ein beliebtes Ausflugsziel

für Erholungssuchende aus den benachbarten

Ballungsräumen.

Die Qualitätsziele für das Aktionsfeld „Naturraum“:

QZ 3.1:

Die geschützten Gebiete sind großflächig und

untereinander vernetzt. Die Natur kann sich ungestört

entfalten. Es besteht eine Vielfalt von Arten und

Lebensräumen.

Das ökologische Netz wird immer dichter und

stabiler, sodass die verschiedenen Lebensräume

immer besser miteinander verbunden sind. Die landund

forstwirtschaftlich genutzten Flächen sind mit

einbezogen

QZ 3.2:

Die Intensität der Landnutzung ist auf die ökologischen

Belange abgestimmt.

Die Land- und Forstwirtschaft sowie die Natur

entwickeln sich gemeinsam, auf nachhaltige Weise

und die Entwicklungen sind aufeinander abgestimmt.

QZ 3.3:

Die nicht landwirtschaftlich genutzten Flächen

entwickeln sich natürlich und binden sich in das

ökologische Netz der Landschaft ein. Sie tragen dazu

bei, dass die biologische Vielfalt sich stabilisieren und

vergrößern kann.

QZ 3.4:

Die geschützten Waldgebiete tragen zur Sicherung

der Artenvielfalt und der Lebensräume bei.

23.3.4 Aktionsfeld 4: Besiedelung

Das Aktionsfeld „Besiedelung“ umfasst die bebauten

Flächen und die Infrastrukturen, die für die Ent- und

Versorgung sowie für den Transport von Menschen

und Gütern notwendig sind. Dazu zählen aber auch

die Industrie- und Gewerbegebiete, die hier unter

städtebaulichen Aspekten behandelt werden.

Darüber hinaus wird auch das historische Kulturerbe

mit einbezogen, das sich als umfangreich und

vielfältig herausstellt. Als wesentlicher Beitrag zur

Identität ist es zu erhalten und zu pflegen.

Das Programm der LAG „100 Dörfer - 1 Zukunft“, das

insbesondere die Dorfinnenentwicklung durch die

Stärkung des Dorfkerns und die Verbesserung des

Zusammenlebens im Dorf fördern und die sozialen

Strukturen festigen möchte, ist zu unterstützen und

die typischen Merkmale der ländlichen Besiedelung

müssen erhalten und gefördert werden.

Die Dörfer bilden in ihrer heutigen Form eine wertvolle

Ausgangssituation und der öffentliche Raum hat

oft ein nicht ausgenutztes Potential. Eine wichtige

Aufgabe wird darin bestehen, die Bebauung, die

Landschaft und die Dorfstruktur miteinander in

Einklang zu bringen.

Eine entsprechende Raumpolitik muss verfolgt

werden, damit die Vorzüge der landschaftlichen

Bebauung bzw. der Dorfbebauung weiterentwickelt

werden können und nicht verloren gehen.

Der Sektorenplan muss als eines der maßgeblich

bestimmenden Instrumente für die städtebauliche

Entwicklung der Dörfer unbedingt einer Revision

unterzogen und durch eine nachhaltige und

zeitgemäße Raumplanungspolitik ergänzt werden.

Dem aktuellen Trend der Dorfentwicklung ist durch

vielfältige Maßnahmen Einhalt zu gebieten, damit die

Dörfer eine Zukunft haben.

Die Qualitätsziele für das Aktionsfeld „Besiedelung“:

QZ 4.1:

Die Dörfer weisen einen ortstypischen Charakter auf.

Die Bebauung passt sich den örtlichen Gegebenheiten

an und integriert sich in die Landschaft.

QZ 4.2:

Zwischen den Häusern liegen noch stets unbebaute

Grünflächen. Die Ortseingänge bzw. die Übergänge

von Bebauung und Landschaft wahrnehmbar.

QZ 4.3:

Die Natur kann sich auch in den Dörfern entfalten.

Anpflanzungen von einheimischen Arten werden

gefördert. Die Dörfer verschmelzen mit der Landschaft

und stellen somit eine harmonische Verbindung von

Besiedlung und Naturlandschaft her.

QZ 4.4:

Die Menschen fühlen sich in ihrem Lebensumfeld wohl.

Die Dorfzentren haben eine gute Aufenthaltsqualität

und eine entsprechend dörfliche Grünstruktur. Dies

lädt zum Verweilen ein.

QZ 4.5:

Der Flächenverbrauch ist gering und die alten

Baustrukturen werden in die Dorfentwicklung

mit einbezogen. Gleichzeitig werden kompakte,

dorffremde Bebauungsarten vermieden.

Die vorhandene Bausubstanz wird aufgewertet und

der Natursteincharakter wird gewahrt.

QZ 4.6:

Die Kulturgüter sind geschützt und in Wert gesetzt,

sie sind wichtige Zeugen der Geschichte, des

menschlichen Handelns und des Lebens.

Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Identität und

Heimatverbundenheit.

QZ 4.7:

Die Industrie- und Gewerbegebiete integrieren sich

in die Landschaft. Landschaftlich sensible Standorte

werden geschützt und natürlichen Ressourcen

werden geschont. Die Gebiete entwickeln sich

entsprechend den Aspekten der Nachhaltigkeit:

Vermeidung bzw. Minimierung des Flächen- und

Energieverbrauchs.

Das Umfeld der Industrie- und Gewerbegebiete weist

gute Qualität auf, die Standorte sind attraktiv und

leisten einen wichtigen Beitrag zur Integration der

Bebauung in die Landschaft.

QZ 4.8:

Die Bodenversiegelung nimmt nicht zu. Unabdingbare

Eingriffe werden durch entsprechende Maßnahmen

und wasserdurchlässige Materialien ausgeglichen.

QZ 4.9:

Die Raumordnungspolitik nimmt Rücksicht auf

die Natur- und Dorflandschaft. Neue Planungen

und Maßnahmen werden auf Natur- und

Landschaftsverträglichkeit untersucht.

Der Sektorenplan wird überarbeitet. Die Anpassungen

berücksichtigen die natürlich gewachsenen

Strukturen und die örtlichen Gegebenheiten wie

Relief, Boden, Gewässer, Natur, etc.

6 Zukunft gemeinsam gestalten – Das Kulturlandschaftsnetzwerk der

Region Köln/Bonn :kulturlandschaftsnetzwerk - masterplan :grün’

Version 2.0, Regionale 2010 Agentur Standortmarketing Region

Köln/Bonn GmbH, Köln

271


272


23 Zielvorstellungen, Leitbild, Qualitätsziele

23.3.5 Aktionsfeld 5: Erlebnisraum

Die Belgische Eifel ist aufgrund der naturräumlichen

Gegebenheiten, der historischen Kulturlandschaft

und der malerischen Ortschaften ein idealer

Erlebnisraum.

Das Landschaftserlebnis ist für das seelische und

körperliche Wohlempfinden der Menschen wichtig.

Der Schutz und die schonende Entwicklung der

Natur tragen neben dem gepflegten Kulturerbe und

der guten Erschließung dazu bei, dass der Mensch

Ruhe und Erholung in anregenden Gegenden findet.

Schöne und abwechslungsreiche Landschaften

mit einer ausgewogenen, gut ausgebauten

Infrastruktur für die Naherholung haben einen nicht

zu unterschätzenden Nutzen für den Tourismussektor

und damit auch eine sehr wichtige wirtschaftliche

Bedeutung. 7

Es besteht großes Potential in der Belgischen Eifel,

die Landschaft spür-, erleb- und erfahrbar zu machen.

Bereits heute wird dieses Angebot von Schulen und

Touristen gerne genutzt.

Die Qualitätsziele für das Aktionsfeld „Erlebnisraum“:

QZ 5.1:

Das große Potential der umfangreichen, vielfältigen

und natürlichen Kulturlandschaft für die Erholung und

das Naturerlebnis wird schonend ausgeschöpft und

wahrgenommen.

QZ 5.2:

Eine umfangreiche Infrastruktur (z. B. Wanderund

Radwege) ermöglicht den freien Zugang zur

Landschaft und die damit verbundene Erholungsnutzung.

Die geschützten und sensiblen Bereiche sind

kontrolliert zugänglich.

QZ 5.3:

Die historische Kulturlandschaft ist in ihrer Vielfalt und

Eigenart wahrnehm- und erlebbar. Die besonderen

Bereiche der Kulturlandschaft sind herausgestellt

und verdeutlichen die Vielfalt und den typischen

Charakter der Region.

QZ 5.4:

Neue Erlebnisinfrastrukturen und Erholungsanlagen

verstärken den Charakter der Region, sie respektieren

die natürlichen Gegebenheiten und binden sich in die

Landschaft ein.

QZ 5.5:

Der Schutz und die schonende Entwicklung der

Kulturlandschaft fördern eine naturnahe und

abwechslungsreiche Landschaft, die für den

Erlebnis- und Erholungsuchenden an Attraktivität

und Aufenthaltsqualität gewinnt. Hieraus wird auch

die wirtschaftliche Bedeutung einer intakten und

gepflegten Landschaft deutlich.

7 Landschaftsbild 2020 - Leitbild, Bundesamt für Umwelt, Wald und

Landschaft, Bern

8 Zukunft gemeinsam gestalten – Das Kulturlandschaftsnetzwerk der

Region Köln/Bonn :kulturlandschaftsnetzwerk - masterplan :grün’

Version 2.0, Regionale 2010 Agentur Standortmarketing Region

Köln/Bonn GmbH, Köln

23.3.6 Aktionsfeld 6: Produktionsraum

Als Produktionsraum sind die Räume der

Belgischen Eifel gemeint, die einer extensiven

und intensiven landwirtschaftlichen Nutzungen

unterliegen. Hierzu zählen aber auch die Gewerbeund

Industriegebiete als wichtige Standorte für die

verschiedensten Handwerks-, Dienstleistungs- und

Produktionsbetriebe.

Das Spannungsfeld der verschiedenen Erwartungen

und Anforderungen an die Landwirtschaft ist

enorm. So ist das ökonomische Umfeld von

Produktionszuwachs und stagnierender Nachfrage

gekennzeichnet. Zugleich müssen die Landwirte die

gesellschaftliche Akzeptanz für ihr unternehmerisches

Handeln sichern. Dieser Aspekt wird zukünftig immer

wichtiger werden, da die Verbraucher und die

rechtlichen Vorgaben heute hohe Anforderungen an

eine tier- und umweltgerechte Landwirtschaft stellen.

Eine weitere wichtige Aufgabe der Landwirtschaft

liegt in der Kulturlandschaftspflege, die sich vor

allem in den Mittelgebirgsregionen als ökonomisches

Standbein etabliert hat und als gesellschaftliche

Aufgabe wahrgenommen und daher finanziert wird.

Neben der Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte

über traditionelle Absatzeinrichtungen, hat

in den letzten Jahren die direkte Vermarktung an

den Endverbraucher deutlich zugenommen. Die

gewachsene Nachfrage nach frischen und qualitativ

hochwertigen Nahrungsmitteln „aus der Region für

die Region“ sowie Produktpräsentationen, die das

Einkaufen zum Erlebnis machen, stellen ein Potenzial

für die zukünftige Entwicklung dar.

Die Erhaltung und Stabilisierung der Landwirtschaft

ist zugleich ein wichtiger Beitrag zum Erhalt und zur

Pflege der Kulturlandschaft.

Aus landwirtschaftlicher Sicht ist ein gesundes

Gleichgewicht zwischen Entwicklung und

Bewahrung zu schaffen. Leistungen wie die

„Entwicklung der Kulturlandschaft“, das

„Offenhalten von Landschaftsräumen“ und die

„Sicherung der ländlichen Strukturen“ sind

nur dann möglich wenn die Landwirtschaft

wirtschaftlich arbeiten und so die Herausforderungen

der Zukunft bewältigen kann.

Dabei spielen auch zukunftsweisende Themen,

wie zum Beispiel die Gewinnung regenerativer

Energien durch die Landwirtschaft, eine wichtige

Rolle. Zahlreiche Betriebe haben durch diese

oder ähnliche Leistungen ihr Aufgabenspektrum

erweitert. Mit großflächigen Sonnenkollektoren auf

Wirtschaftsgebäuden, der Produktion von Biogas

oder der Stromproduktion durch Windräder tragen sie

zum Energiemix bei, indem die von ihnen produzierte

Energie ins öffentliche Netz eingespeist wird.

Eine Erweiterung des Aufgabenspektrums und

der wirtschaftlichen Möglichkeiten könnte für die

Landwirtschaft im Bereich Agrotourismus liegen.

Ferien und Erlebnis auf dem Bauernhof sind gefragt

und bieten weitere Chancen für das Überleben der

Landwirtschaft.

Die allgemeinen Ziele zur Bewirtschaftung der Wälder

– ihre Rohstofffunktion sowie ihre Bedeutung für

den Klimaschutz und als Ort der Erholung – liefern

ebenfalls einen wesentlichen Beitrag zur künftigen

Entwicklung der Kulturlandschaft in der Belgischen

Eifel.

Zu einer nachhaltigen Forstwirtschaft zählt heute

vor allem die langfristige Erhaltung und Entwicklung

von ausreichend großen, zusammenhängenden

Waldflächen. Dabei geht es darum, naturnahe, in

Anlehnung an die Abläufe im Naturwald mehrschichtig

und ungleichartig aufgebaute Wälder (Mischwälder)

zu erhalten und zu entwickeln, die einen hohen

Anteil an alten Bäumen sowie einen angemessenen

Totholzanteil aufweisen. Hinzu kommt der Erhalt

seltener und gefährdeter Waldgesellschaften und ihrer

Untereinheiten sowie ein Verzicht auf Kahlschläge

aus ökonomischen Gründen.

Betrachtet man die Nutzfunktion des Waldes, so steht

die Verarbeitung von Holz zur stofflichen Verwendung

in der Säge- und Holzwerkstoffindustrie weiterhin

im Vordergrund. Sie wird jedoch zukünftig um neue

Nutzungsformen erweitert werden, die zur Stärkung

des Wirtschaftsfaktors Holz in der Region beitragen,

beispielsweise durch die Verwertung von Holz zur

Energieerzeugung.

Darüber hinaus wird es in Zukunft wichtig sein,

die Nutzung des Waldes für Freizeit und Erholung

weiterzuentwickeln und sinnvoll zu lenken.

Zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes und zur

Sicherung der Arbeitsplätze in der Region ist eine

regional abgestimmte Wirtschaftspolitik erforderlich.

Dabei spielt das nachhaltige Flächenmanagement

eine entscheidende Rolle.

Die Ausweisung von neuen Industrie- und

Gewerbegebieten ist nicht sinnvoll ohne Rücksicht

auf die Eignung der Flächen, die Transportwege,

die vorhandene Infrastruktur und die Landschaftsverträglichkeit

zu nehmen. Ohne einen konkreten

Bedarf zu begründen und ohne dass eine regional

abgestimmte Standortqualifizierung zugrunde liegt. 8

Die Qualitätsziele für das Aktionsfeld „Produktionsraum“:

QZ 6.1:

Die landwirtschaftlichen Betriebe haben eine

gesicherte Zukunft. Dank der qualitativen Produktionsweise

und der landschaftspflegerischen

Leistungen sind sie außerdem auskömmlich. Darüber

hinaus sind die landwirtschaftlichen Betriebe konkurrenzfähig

gegenüber dem Markt.

Die Betriebe bewirtschaften die Flächen im

Einklang mit der Natur, die ökologischen Belange

als auch die Belange der Kulturlandschaft finden

Berücksichtigung.

Die Betriebe wenden sich immer häufig dem

biologischen Anbau zu.

QZ 6.2:

Die landwirtschaftlichen Betriebe sind zertifiziert

und erbringen den Nachweis der nachhaltigen

Bewirtschaftung. Sie sind als wichtige Lebensmittelproduzenten

anerkannt und wertgeschätzt.

Die landwirtschaftlichen Produkte sind von hoher

Qualität. Die regionale Vermarktung gewinnt immer

mehr an Bedeutung und sie stärkt die Betriebe sowie

das Image der Belgischen Eifel.

QZ 6.3:

Die landwirtschaftlichen Betriebe leisten mit ihrer

landschaftspflegerischen Tätigkeit einen wichtigen

Beitrag zum Erhalt und Schutz der Kulturlandschaft.

Für diese Maßnahmen werden die Betriebe entlohnt.

QZ 6.4:

Die Bewirtschaftung der Wälder ist standortgerecht

und naturnah und erfolgt nach den Richtlinien der

Wallonischen Forstverwaltung. Die Waldränder sind

abgestuft.

Die für die Region typischen Wälder sind geschützt.

QZ 6.5:

Die nachhaltige Energieproduktion integriert sich

harmonisch in ein Energiekonzept, das auch der

Landschaft Rechnung trägt.

Die Produktionsstätten sind landschaftsverträglich

und haben kaum negative Auswirkungen auf die

Landschaft.

273


274


24 Strategie

Die Landschaft ist laut Kulturgeograph Denis

Cosgrove 9 die aktive Kraft, die Natur und Kultur als

räumliche Akteure zusammenführt.

Für das gemeinsame Verständnis und eine bessere

Zukunftsentwicklung müssen die Prozesse

von Wechselwirkungen und Zusammenhängen

offengelegt werden.

Integrale Landschaft

Die Landschaft ist die verbindende (integrale)

Plattform, auf der unterschiedlichste Aufgaben,

Realitäten und Abhängigkeiten diskutiert und in ihrer

Gestaltfindung verhandelt werden können. 10

Die Landschaft stellt mit ihrer Vielschichtigkeit

hohe Anforderungen an die interdisziplinäre

Zusammenarbeit und den Dialog. Der Zusammenhang

von raumbezogenen Absichten und

Überlegungen ist Voraussetzung für eine umfassende

Interessenabwägung, in der auch die

lebensräumlichen Auswirkungen für Menschen, Tierund

Pflanzenwelt berücksichtigt werden. 11

Ein sorgsames und feinfühliges Handeln sowie eine

integrale Betrachtung sind erforderlich. Das Leitbild

für die Belgische Eifel unterstützt dies.

Die aus den Qualitätszielen abgeleiteten Maßnahmen

sind vor der Umsetzung zu prüfen, zu koordinieren

und die Projekte müssen fachgerecht gelenkt werden.

Neue Maßnahmen müssen sich bewähren und

können erst nach Überprüfung durch eine neutrale,

fachkundige Instanz in die Liste der zu ergreifenden

Maßnahmen aufgenommen werden.

Diese Aufgabe könnte vom Naturpark Hohes Venn-

Eifel übernommen werden, der finanzielle Mittel

beschaffen und zur Verfügung stellen könnte.

9 Denis Cosgrove, 1948 in Liverpool geboren und 2008 in Los

Angles gestorben war ein englischer Kulturgeograph. Unter

Kulturgeographie (syn.: Sozialgeographie) ist der Einfluss

der menschlichen Kultur auf den geographischen Raum zu

verstehen.Nach einem Universitätsstudium in Geographie in

Oxford, begann er mit der Lehre und Forschung in Oxford und

London. Anschließend ging er als Professor der Geographie nach

Kalifornien an die Universität von Los Angeles. Im Laufe seiner

Karriere hat Denis Cosgrove eine bedeutende Literatur mit dem

Schwerpunkt Landschaftskonzepte und deren Darstellungen

geschaffen.

10 Integrale Landschaft - Inhalt der Vorlesung Sommersemester 2012

- Institut für Architektur und Landschaft TU Graz

11 Landschaftsbild 2020 - Leitbild, Bundesamt für Umwelt, Wald und

Landschaft, Bern

275


276


25 Umsetzung

25.1 Einleitung

Die Umsetzung erfolgt auf Basis von qualifizierten

Maßnahmen und Projekten, die sich am Leitbild für die

belgische Eifel und deren Qualitätsziele orientieren.

In der Nachkontrolle sind die umgesetzten Maßnahmen

an diesen Zielvorstellungen zu messen.

Die bewährten Maßnahmen, die schwerpunktmäßig

in 6 Aktionsfelder unterteilt sind, wurden aus den

Ergebnissen der SWOT (siehe bewertende Analyse)

und aus den Qualitätszielen des Leitbildes abgeleitet.

Die nachfolgend aufgeführten Maßnahmen kann

man grob als eine Betrachtung vom Allgemeinen hin

zum Konkreten betrachten. Dies geschieht in drei

Etappen:

25.2 Qualitätsziele für die Belgische

Eifel (Gesamtgebiet)

In einem ersten Schritt werden die Qualitätsziele für

das Gesamtgebiet der belgischen Eifel aufgeführt. Die

Qualitätsziele wurden auf Grund der Zielvorstellungen

und des daraus entwickelten Leitbildes ausgearbeitet.

Die Ausrichtung der Maßnahmen geschieht im

Sinne der Qualitätsziele. Diese sind aufgegliedert

entsprechend der 6 Aktionsfelder.

Parallel dazu sind die verschiedensten, sich hieraus

ergebenden, Maßnahmen übersichtlich dargestellt.

Sie stellen gleichzeitig den Maßnahmenkatalog dar,

der später auch Grundlage für die Umsetzung des

Aktionsschlüssels ist.

25.3 Maßnahmen für besondere

Bereiche

Anschließend werden die Maßnahmen für die

besonderen Bereiche der Kulturlandschaft aufgelistet.

Diese Bereiche (ganz bestimmter Teil des

Gesamtgebietes) sind von unterschiedlicher Größe,

Gestalt, Ausprägung und weisen eine spezifische

Ausstattung auf.

Sie verteilen sich einerseits auf das gesamte

Gebiet der Belgischen Eifel (z. B. Auen-, Wald- und

Dorflandschaften) und anderseits sind sie Teil der

Kulturlandschaft mit herausragenden Merkmalen an

ganz bestimmten Standorten (z. B. Vennlandschaft,

Heckenlandschaft, offene und halboffene Landschaften).

Die hierfür beschriebenen Maßnahmen sind

spezifisch für das jeweilige Teilgebiet anzuwenden.

Sie zielen auf die Besonderheit dieses Bereiches

ab, sie stärken den Charakter und Eigenart dieses

Bereiches und heben ihn hervor.

25.4 Konkrete Maßnahmen an

Beispielstandorten

Konkrete Maßnahmen für ganz gezielt ausgewählte

Beispielstandorte werden in der dritten Etappe

beschrieben und dargestellt.

Die verschiedenen Beispielstandorte wurden nach

folgenden Kriterien ausgewählt:

--

mindestens 3 Beispiele pro Gemeinde;

--

die Beispiele sollten alle Landschaftseinheiten

abdecken;

--

es sollten unterschiedliche Themen und

Maßnahmen dargestellt werden können.

Die konkreten Maßnahmen stehen beispielhaft für

andere gleichartige Standorte des Gesamtgebietes,

die auch an ähnlichen Stellen angepasst und

umgesetzt werden können.

Darüber hinaus wurde ein Aktionsschlüssel entworfen,

der von privaten und Einzelakteuren aber auch von

Vereinen, Schulen und anderen Organisationen

genutzt werden kann.

Durch einfaches Ausfüllen der verschiedenen

Felder des Aktionsschlüssels, kann sich jeder den

Erkenntnissen der Landschaftsstudie schrittweise

nähern und konkrete Maßnahmen für einen von

ihm ausgewählten Standort in seiner Gemeinde

formulieren, ohne dass dafür große Grundkenntnisse

erforderlich sind.

Die Umsetzung der Maßnahmen kann nach einer

positiven Begutachtung durch eine Koordinationsstelle

und nach Zustimmung dieser durchgeführt

werden.

277


278


26 Maßnahmen für das Gesamtgebiet

26.1

Aktionsfeld: Sensibilisierung - Beteiligung - Kooperation

Für eine kulturlandschaftsbezogene Entwicklung ist

eine stärkere Sensibilisierung sowohl der Bevölkerung

als auch der handelnden Land- und Forstwirte, der

Fachleute und Behörden notwendig.

Außerdem ist auch aktiv ein neues regionales

Bewusstsein für die naturräumlichen Qualitäten der

Region zu vermitteln.

Gleichzeitig ist eine optimale Vernetzung aller

Akteure erforderlich. Immer wieder stellt sich heraus

- auch in der Belgischen Eifel - dass zwar viele gute

Initiativen und Überlegungen existieren, aber das es

auch an guten Abstimmung und handlungskräftigen

Partnerschaften fehlt. Vernetzung ist somit eine

der wichtigsten Aufgaben um die Landschaft der

Belgischen Eifel aktiver und positiver zu Gestalten.

Es muss ein breit gefächertes Informations- und

Bildungsangebot geschaffen werden, das die

regionale Identifikation fördert, Heimat stiftend

wirkt und bereits Kinder einbezieht. Die Vermittlung

kulturlandschaftlicher Prozesse ist ein wichtiger

Bildungsauftrag, der wiederum mit der kulturellen

Wertschöpfung einhergehen kann.

Durch Musealisierung, Rekonstruktionen

und Erläuterungen vor Ort werden neben der

Erlebniswirkung auch neue Werte und touristische

Anziehungspunkte geschaffen. Für die Umsetzung

wird ein umfassendes Informationskonzept auf

verschiedenen Ebenen empfohlen.

Hierin sind die Schulen ebenso wie regionale

Multiplikatoren und Initiativen, wie zum Beispiel

die Dorf-, Geschichts- und Naturschutzvereine,

zu integrieren. Sie tragen erheblich zur regionalen

Identitätsfindung bei.

An räumlicher Zielfindung, Planung und Umsetzung

mitwirken zu können, fördert die Verbundenheit

mit dem Wohnort. Partizipation gründet in einer

umfassenden Wahrnehmung der Landschaft und

Information der Beteiligten und Betroffenen.

Dabei kommt der Kommunikation für die

Sensibilisierung, Beteiligung und Kooperation eine

Schlüsselfunktion zu. Eine intensive Kommunikation

ist die Voraussetzung für eine funktionierende

Kooperation und Vernetzung der verschiedenen

Akteure und Interessen.

Insofern ist ein wichtiger Grundgedanke, den Raum

durch Kommunikation sichtbar zu machen und über

die Diskussion der verschiedenen Projekte im Kontext

der Landschaftsstudie für die Zukunft zu entwickeln.

279


280

Bild: Archiv Bureau Verbeek


26 Maßnahmen für das Gesamtgebiet

26.1

Aktionsfeld: Sensibilisierung - Beteiligung - Kooperation

Maßnahmen

M-1

Landschaftsgerechte Integration von Aussichtspunkten

in Höhenlagen als wichtiges

didaktisches und pädagogisches Mittel, zur

Herausstellung der besonderen Lage, zur Attraktivitätssteigerung

und als touristischer Anreiz

M-2

Ausweisung von kulturhistorisch und naturräumlich

einmaligen Elementen, wie z. B. der Schieferstollen

in Recht, sowie Einbindung dieser Elemente, z. B. in

eine zusammenhängende Eventroute der Highlights

M-3

Ausweisung der Zugänglichkeit zu besonderen

kulturhistorischen und naturräumlichen Besonderheiten,

wie z. B. dem Hohen Venn

M-4

Kennzeichnung von besonderen Landschaftsbereichen

und -formen, von bedeutenden Standorten,

wie z. B. die Heckenlandschaft von Büllingen; Bau

eines halboffenen Heckenmuseums, bestehend

aus einem natürlichen Gebäude aus Pflanzen mit

Erläuterungstafel usw., einem Heckenlabyrinth mit

einheimischen Hecken, besonderen Heckenformen,

einem Gehölzpark mit freiwachsenden Sträuchern

und Bäumen; Nebenprodukte der Hecken zur

Gewinnung und Erzeugung von Nahrungsmitteln

(Marmelade, Tee, ...) und Arzneien

M-5

Installation einer Heckenfestung um ein Dorf oder

einen Weiler herum, ...

M-6

Herausstellen von besonderen Landschaftsbereichen

und -formen, oder von Gegebenheiten der natürlichen

Landschaft durch Landartinstallationen oder sonstige

Installationen wie z. B. ein übergroßes 3D-Modell

des Reliefs der Belgischen Eifel aus Holz/Metall in

Zusammenarbeit mit Berufsschulen o. ä., aufgestellt

an einer markanten Stelle des Reliefs

M-7

Hervorhebung und Vermarktung der Qualität der

Region und der regionalen Produkte, z. B. durch die

Produktion neuer Produkte unter dem Qualitätslabels

„Ostbelgien“, eigene spezifische Kennzeichnung

bzw. Namensgebung, wie z. B. „Heckenmilch“ (Milch

aus der Heckenlandschaft)

M-8

Besondere Veranstaltungen und Events zum

Thema Landschaft organisieren (z. B. Heckenoder

Wasserfest, Baum- und Heckenpflanztag,

Vogelbeobachtungen zu besonderen Zeiten, spezielle

Themenwanderungen, Flugtage zur Beobachtung

der Landschaft aus der Luft, Fahrradrallye, ...)

M-9

Förderung der Kommunikation und der Verständigung

zwischen den Akteuren der Landschaft, z. B.

durch gezielte Informationsveranstaltungen mit

Unterstützung eines Mediators und durch die

Einrichtung einer Dialogbox

M-10

Einrichtung von sogenannten Info-Tankstellen

an Schwerpunktstandorten / Knotenpunkten

zur Information über die Landschaft, über die

Besonderheiten und Schwerpunkte des Standortes,

über die touristische Infrastruktur, wie z. B.

Übernachtungsmöglichkeiten, Restaurants, Cafés,

Anbindung an weitere Schwerpunktstandorte, ...

M-11

Koordination und Qualitätsmanagement im

Rahmen der Umsetzungen der Maßnahmen durch

den Naturpark oder durch einen vom Naturpark

engagierten Mediator, Landschaftsplaner, reisenden

Berater in Sachen Landschaftspraxis o. ä.

M-12

Erstellen von Informationsmaterialien, Landschaftsführern,

Broschüren und Landschaftsboxen mit

Themenkarten und Informationen zur Landschaft, zu

den Landschaftseinheiten, zur Entwicklung, zu den

Qualitätszielen, usw. für Schulen, Naturschutzvereine,

interessierte Bürger, Gemeinden, usw. als wichtige

Grundlage für das Wissen über die Zusammenhänge

und Auswirkungen des menschlichen Handelns und

für die Umsetzung von eventuellen Maßnahmen. Den

Haushalten werden regelmäßig Informationen über

die regionale Landschaft und Natur zugeschickt.

M-13

Erstellen einer „interaktiven Webseite“ zum Thema

Landschaft

M-14

Anlegen und Ausweisen von interaktiven Lehrpfaden

zu bestimmten Themen und Schwerpunkten der

Belgischen Eifel

M-15

Anfertigung und Aufstellung von einheitlichen

Landschaftsinfotafeln und Landschaftsschaukästen

zu bestimmten Themen und Schwerpunkten der

Belgischen Eifel

M-16

Entwicklung eines Corporate Designs (eigenes

Design, abgestimmt auf alle Infomaterialien, usw.):

Logo, Visitenkarten, Infomaterialien, Onlineauftritte,

usw. zur Förderung der Wiedererkennung, der

Vermarktung, der Bedeutung und der Zuordnung der

Region”

M-17

Organisation von permanenten und temporären

Ausstellungen sowie von Wanderausstellungen zum

Thema “Belgische Eifel und Landschaft”

M-18

Einrichtung eines Waldinformationszentrums

M-19

Die Themen Landschaft, Dorf, Belgische Eifel,

nachhaltige Entwicklung, usw in all ihren Facetten

sollten in den Primarschulen behandelt werden

(früher Heimatkunde), damit die Kinder schon früh

für die Belange der Landschaft sensibilisiert werden

und auch Aktionen zur Qualitätssteigerung der

Landschaft ausführen können (praktischer Unterricht)

M-20

Sensibilisierung mittels unterschiedlicher Medien:

Das Thema Landschaft in Radio- und Fernsehprogrammen

thematisieren, Buch mit persönlichen

Geschichten aus der Landschaft der Belgischen Eifel

M-21

Veranstaltungen zur Präsentation der Ausführungsmaßnahmen

(besondere und spektakuläre

Maßnahmen beobachten und mitverfolgen können)

281


Talsperre

Stausee

Fließgewässer

Auenbereiche

Stillgewässer

0 5km

Gewässer

Eau

282


26 Maßnahmen für das Gesamtgebiet

26.2

Aktionsfeld: Gewässer

Als eines der prägendsten Bestandteile der

Kulturlandschaft „Belgische Eifel“ haben die

Gewässer eine besondere Bedeutung für unsere

Umwelt. Wasser, als eines der wichtigsten Elemente

des Lebens, ist zu sichern und zu schützen.

Dies muss mit den Zielen der Europäischen

Wasserrahmenrichtlinie im Einklang gebracht werden.

Die Gewässer sind wichtige Lebensadern und ein

verbindendes Element der Landschaft. Sie brauchen

Raum und Möglichkeiten um sich natürlich entwickeln

zu können. Eine regionale Infrastruktur“ – wie sie die

vorliegende Landschaftsstudie der Belgischen Eifel

beschreibt – wird zu einem wichtigen perspektivischen

Standortfaktor. 4,5

4 Zukunft gemeinsam gestalten – Das Kulturlandschaftsnetzwerk

der Region Köln/Bonn: kulturlandschaftsnetzwerk - masterplan

:grün’ Version 2.0 Herausgeber: Regionale 2010 Agentur

Standortmarketing Region Köln/Bonn GmbH, Köln

5 Landschaftsbild 2020 - Leitbild, Bundesamt für Umwelt, Wald und

Landschaft, Bern

283


284


26 Maßnahmen für das Gesamtgebiet

26.2

Aktionsfeld: Gewässer

Maßnahmen

M-22

Die Gewässer als eines der wichtigsten Elemente der

belgischen Eifel und die Bedeutung der Wasserläufe für

den Naturhaushalt und die Biodiversität herausstellen

durch besondere Gestaltungsmaßnahmen wie z.B.

durch die Anlage eines größeren Wasserlehrpfades

von überregionaler Bedeutung, der die typischen

Elemente der belgischen Eifel aufnimmt und in

Szene setzt, oder die Ausweisung und Entwicklung

eines Naturschutzgebietes besonders für Vögel

in Feuchtwiesengebieten mit Einrichtungen

zur Vogelbeobachtung (Bird-Watch) und einer

Vogelschutz- und Vogelpflegestation, usw. im Bereich

des Emmels- und des Ameltales (u. a. Förderung des

Tourismus, der Biodiversität, das Bewusstsein für die

Bedeutung des Wassers, ....)

M-23

Erhalt und Schutz der natürlichen Quellen und

Quellgebiete durch Beseitigung von nicht zwingend

erforderlichen Quellfassungen, Vermeidung von

Dünger und Gülle, keine Einleitung von Abwässern,

ungestörte Vegetationsentwicklung im Umfeld der

Quellen, gemischte Waldbestände statt Monokulturen

zur Reduzierung des Versauerungseffektes, Vermeidung

von Viehtritt und Bodenverdichtung, keine

Müllablagerungen

M-24

Anpflanzung von Ufersaumgehölzen zur Sicherung

und Entwicklung der unterschiedlichen

Gewässerstrukturen

M-25

Wiederherstellung der Gewässermorphologie und

Renaturierung der Wasserläufe durch Beseitigung

der Begradigungen und Schaffung von gewundenen

Gewässerverläufen, Prall- und Gleitufer

M-26

Wiederherstellung von Auenbereichen als wichtige

Lebensräume für spezielle Pflanzen und Tiere,

als wichtiger Teil der Flusslandschaften und

zum Hochwasserschutz für die flussabwärts

liegenden Gebiete durch Schaffung von

Überschwemmungsflächen im unmittelbaren Bereich

der Bäche und Flüsse

M-27

Beseitigung von Gewässerverrohrungen, Hindernissen

(Wehren), Einengungen (Dämmen), Verdichtungen

der Bachsohlen u. ä. zur Wiederherstellung

der natürlichen Gewässerstruktur und zur Förderung

der Gewässerfauna

M-28

Erhalt, Sicherung und Herausstellung des natürlichen

Charakters der Täler und deren unterschiedlicher

Ausprägungen, die für die Region typisch sind und

einen sehr wichtigen Beitrag zur Identität leisten

M-29

Herausstellen und Verbesserung der Erkennbarkeit

der Flüsse und Bäche im gesamten Verlauf durch die

Landschaft durch Anpflanzung von standortgerechten

und landschaftstypischen Ufergehölzen, Anpflanzung

von Laubgehölzen an den Hängen zur Hervorhebung

des Talverlaufes und der Talformen, Ermöglichung

von Ausblickpunkten auf Täler und besondere

Gewässerverlaufsabschnitte (z. B. Mäander, ...),

Freihalten der natürlichen Talsohlen von Bebauungen

jeglicher Art und von nicht standortgerechter

Bepflanzung (z. B. Fichtenkulturen), Vermeidung von

Reliefänderungen

M-30

Verbesserung der Wasserqualität durch Vermeidung

von Abwassereinleitungen aus Industrie und Haushalten,

Ausbau der Schmutzwasserkanalsystems

und Bau von Kläranlagen

M-31

Sichtbarkeit von besonderen Gegebenheiten des

Gewässersystems hervorheben und in Wert setzen,

wie z.B. die Wasserscheide Maas-Rhein durch die

Errichtung einer Landschaftsskulptur, Errichtung

eines Panoramaweges oder/und Anpflanzung einer

Baumreihe (z. B. aus . Weiden) auf oder entlang der

Wasserscheidelinie

M-32

Stillgewässer als seltenes und zusätzliches Element

der ausgeprägten Gewässerpräsenz sowie als

sehr bedeutendes Element (im Gegensatz zu

Fließgewässer nahezu geschlossener Kreislauf)

für die biologische Artenvielfalt erhalten, schützen,

entwickeln, in das ökologische Netz einbinden sowie

für pädagogische Zwecke verwenden (z. B. Bird-

Watch), Vermeidung von Abwässereinleitungen,

Nährstoff-, Dünger- und Pestizideinträgen

M-33

Erhalt offener Entwässerungsgräben als Kleinstrukturen

der Landschaft für die Entwicklung

der biologischen Vielfalt und zur Förderung des

Lebensraums für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten,

extensive Pflege der Vegetation im Sinne der späten

Mahd), Vermeidung von Versiegelungen der Sohle,

Entschlammung nur in besonderen Fällen und dann

nur abschnittsweise, einseitige Anpflanzung von

Gehölzen entlang der Gräben zur Beschattung und

zur Reduzierung einer schnellen Verkrautung

285


Brachen

Venn

Wiesen

Laubwald

Nadelwald

geschützte Gebiete

Mischwald

Acker

0 5km

Espace naturel

Naturraum

286


26 Maßnahmen für das Gesamtgebiet

26.3

Aktionsfeld: Naturraum

Unter Naturraum sind hier Standorte und Räume

zu verstehen, die eine große Bedeutung für

den Naturhaushalt besitzen. Zumeist handelt

es sich hierbei um geschützte Bereiche und

aussergewöhnliche Naturräume, die teilweise auch

von überregionaler Bedeutung sind. Aber auch die

landwirtschaftlich genutzte Flächen haben einen

großen Naturwert und Landwirte haben einen

bedeutenden Stellenwert in Bezug auf Schutz und

Pflege dieser Flächen. Ein großes Ziel muss sein,

die Ansprüche der Landwirtschaft und der Natur in

Einklang zu bringen

Der Erhalt, Pflege und Entwicklung der Naturräume

ist nicht als Wachstumshindernis anzusehen, sondern

ist als Baustein für eine Infrastruktur der Zukunft

und ihrer Identität in einem Europa der Regionen zu

begreifen. 4

Die Bewahrung, Pflege und der verantwortungsvolle

Umgang mit den Naturräumen, ist eine wichtige

Aufgabe zum Erhalt und zur Entwicklung des

ökologischen Netzes, der Flora und Fauna.

Angesichts der Bedrohung der Lebensräume und

des auch weltweiten Artenrückgangs, muss das

Vorhandene geschützt werden und das Potenzial der

Biodiversität weiter entwickelt werden.

Aufgrund der naturräumlichen Gegebenheiten ist die

Belgische Eifel heute bereits ein beliebtes Ausflugsziel

für Erholungssuchende aus den benachbarten

Ballungsräumen.

4 Zukunft gemeinsam gestalten – Das Kulturlandschaftsnetzwerk

der Region Köln/Bonn: kulturlandschaftsnetzwerk - masterplan

:grün’ Version 2.0 Herausgeber: Regionale 2010 Agentur

Standortmarketing Region Köln/Bonn GmbH, Köln

Bild: Frank Vassen

287


288

Bild: Frank Vassen


26 Maßnahmen für das Gesamtgebiet

26.3

Aktionsfeld: Naturraum

Maßnahmen

M-34

Erhalt und Schutz von besonderen Landschaften und

Vegetationen, wie z. B. Narzissenwiesen, durch eine

abgestimmte Pflege und Vermeidung von Dünger-,

Gülle- und Schadstoffeinträgen

M-35

Erhalt und Schutz von landschaftstypischen Vegetationsstrukturen

(z. B. Einzelbäume, Strauchgruppen,

Hecken, ...) zur Unterstützung des

ökologischen Netzwerkes

M-36

Erhalt und Schutz von Kleinstrukturen der Landschaft

zur Herausstellung örtlicher und kulturhistorischer

Besonderheiten, zum Erhalt kleiner Geländeformen

(Hohlwege, Stufenraine, Flüx-Gräben, ...) und zur

Unterstützung der Biodiversität

M-37

Erhalt und Schutz der Feuchtwiesen durch gezielte,

extensive Pflege (höchstens 1x pro Jahr mähen,

Zeitpunkt der Mahd auf die Wiesenbrüter abstimmen)

und Verzicht auf Dünger und Biozide

M-38

Entwicklung und Unterstützung des typischen

Feuchtwiesencharakters, z. B. durch Anpflanzung

einheimischer und standortgerechter Bäume und

Sträucher (Weiden, Erlen, ...)

M-39

Unterlassung von und Beseitigung von Eingriffen,

die eine Entwässerung der Feuchtwiesen zur Folge

haben (z. B Drainagen, Grabenräumungen, ...),

Schutz der Quellgebiete

M-40

Schaffung natürlicher Vernässungen der Feuchtwiesengebiete

in den Flussauen zur Anhebung

des Grundwasserspiegel durch Rückvernässung

flussnaher Wiesen, Entfernung bzw. Zerstörung von

Drainagen u. ä.

M-41

Vernetzung der Feuchtwiesenbereiche zur Steigerung

der Biodiversität durch Trittsteinbiotope und Verbindungskorridore

(ungenutzte Freiräume, usw.)

M-42

Erhalt, Stabilisierung und Verstärkung des grünen

Netzwerkes in Hängen, dies gilt insbesondere für

die kleineren Landschaftsstrukturelemente wie

kleinere Hänge, markante Einzelbaumstandorte,

Strauchgruppen und Heckenabschnitte

M-43

Erhalt und Entwicklung des natürlichen Netzwerkes

durch Zusammenarbeit und Abstimmung mit den

Nachbargemeinden, angrenzenden Regionen und

Ländern

M-44

Erhalt, Schutz und Pflege der Heckenlandschaft zur

Sicherung des kulturhistorischen Erbes und zur der

Förderung der Identität

M-45

Sicherung der Heckenlandschaft als herausragendes

und bedeutendes Element des ökologischen

Netzwerkes und der historischen Kulturlandschaft

durch eine Bestandserfassung und die Erstellung

eines regelmäßig aktualisierten Heckenkatasters

M-46

Pflege und Entwicklung der Heckenlandschaft durch

Erstellung eines mit den landwirtschaftlichen Akteuren

abgestimmten Pflege- und Entwicklungsprogramms,

das auf die heutigen Bedürfnisse und Anforderungen

abgestimmt ist und zum Erhalt und zum Ausbau

der typischen Heckenstrukturen betragen soll. Der

Landwirt ist ein wichtiger Partner der Landespflege; er

sollte unterstützt werden durch Umweltprämien, durch

freiwillige Helfer und durch Naturschutzvereine.

M-47

Anreicherung der natürlichen Vegetation zur

Verbesserung des ökologischen Netzes durch

gezielte punktuelle, linienförmige und flächige

landschaftstypische und standortgerechte Bepflanzung,

z. B. entlang der Wege und Straßen, entlang

der Grenzen und Bewirtschaftungsräume mittels

Anpflanzung von Alleen, Einzelbäumen, Sträuchern,

Hecken, usw.

M-48

Barrieren für das ökologische Netzwerk beseitigen,

z. B. Verrohrungen, Dämmen, Wehren, usw. und

Renaturierungsmaßnahmen durchführen

M-49

Öffnen der Bachtäler durch das Entfernen von

standortfremden und untypischen Vegetationen und

Anpflanzungen, wie z. B. Fichtenmonokulturen

M-50

Beseitigung und Bekämpfung von gebietsfremden

Arten (invasive Pflanzen: z. B. die Herkulusstaude;

Neozoen: z. B. der kanadische Biber) zur Sicherung

der einheimischen Flora und Fauna, Erhalt der

biologischen Vielfalt und ihrer Dynamik sowie zur

Vermeidung von Störungen der Funktionsabläufe

im Ökosystem, damit die ursprünglichen

Lebensgemeinschaften nicht beeinträchtigt werden

M-51

Krautsäume entlang der Straßen, Wege und

landwirtschaftlichen Flächen sorgfältig pflegen

(im Sinne der späten Mahd) zur Entwicklung und

Förderung von Leitlinien für die Ausbreitung von

Pflanzen- und Tierarten

289


Bebauung

potentiele Bebauung (Sektorenplan)

Autobahn

Hauptstraßen

0 5km

Urbanisation

Besiedlung

290


26 Maßnahmen für das Gesamtgebiet

26.4

Aktionsfeld: Besiedelung

Das Aktionsfeld „Besiedelung“ umfasst die bebauten

Bereiche und die Infrastrukturen, die für die Ent- und

Versorgung, sowie für den Transport von Menschen

und Gütern notwendig sind. Dazu zählen aber auch

die Industrie- und Gewerbegebiete, die hier unter

dem städtebaulichen Aspekt behandelt werden.

Darüber hinaus wird auch das historische Kulturerbe

mit einbezogen, dass sich als umfangreich und

vielfältig darstellt. Als wesentlicher Betrag zur

Identität ist es zu erhalten und zu pflegen.

Das Programm der LAG „100 Dörfer - 1 Zukunft“,

das insbesondere die Dorfinnenentwicklung durch

Stärkung des Dorfkerns, durch Verbesserung des

Zusammenlebens im Dorf fördern und die sozialen

Strukturen festigen möchte, ist zu unterstützen

und die typischen Charakteristiken der ländlichen

Besiedelung zu erhalten und zu fördern.

Die Dörfer bilden in ihrer heutigen Form eine wertvolle

Ausgangssituation und der öffentliche Raum besitzt

oft ein nicht ausgenutztes Potential. Eine wichtige

Aufgabe wird sein, die Bebauung in Einklang mit der

Landschaft und der Dorfstruktur zu bringen.

Eine entsprechende Raumpolitik muss verfolgt

werden, damit die Qualitäten der landschaftlichen

Bebauung bzw. der Dorfbebauung nicht verloren

gehen und weiter entwickelt werden können.

Der Sektorenplan als eines der maßgeblich

bestimmenden Instrumente für die städtebauliche

Entwicklung der Dörfer, muss unbedingt einer

Revision unterzogen und durch eine nachhaltige und

zeitgemässe Raumplanungspolitik ergänzt werden.

Dem aktuellen Trend der Dorfentwicklung ist durch

vielfältige Maßnahmen Einhalt zu gebieten, damit die

Dörfer eine Zukunft haben.

291


292


26 Maßnahmen für das Gesamtgebiet

26.4

Aktionsfeld: Besiedelung

Maßnahmen

M-52

Analyse und Erstellung einer Gestaltungssatzung für

die Bebauung in den Dörfern, abgestimmt auf die

jeweiligen Ortschaften zur besseren Integration der

Bebauung in die Landschaft, zur Wahrung des Dorfund

Landschaftscharakters und zur Stärkung der

Identität (siehe auch Ratgeber UmBauen im Dorf)

M-53

Stärkung der Identität, des ortstypischen und

ländlichen Charakters durch Verwendung von

regionalen Baumaterialien, durch eine dem Ort

angepasste Bebauung in Bezug auf Lage, Form, Größe

und Baustil entsprechend der Gestaltungssatzung

des Ortes/Gemeinde

M-54

Wahrung der Identität der Dorflandschaften durch

Erhaltung, Restaurierung und Inwertsetzung

der mit Naturstein erbauten Häuser und der

landwirtschaftlichen Gebäuden für die Nutzung als

Mehrfamilienwohnungen, als soziale Einrichtungen

oder als Dorfhaus

M-55

Wahrung der Identität der Dorflandschaften durch

Schutz, Pflege und Inwertsetzung der das Dorfbild

bestimmenden Bepflanzung (z. B. Dorfplatz, siehe

Linde in Weywertz)

M-56

Integration von Gewerbegebäuden in die Dorf- und

Naturlandschaft durch Verwendung von regionalen

Baumaterialien und einer in Bezug auf Lage, Form,

Größe und Baustil dem Ort angepassten Bebauung

entsprechend der Gestaltungssatzung des Ortes/

Gemeinde sowie die Bepflanzung mit einheimischen

und standortgerechten Bäumen, Sträuchern

und Hecken unter Bewahrung des natürlichen

Charakters

M-57

Keine Bebauung auf den Kuppen oder Höhenrücken

entsprechend den typischen Bebauungscharakteristika

der belgischen Eifel

M-58

Keine Bebauung in Tälern und Auenbereichen

M-59

Anpflanzung von typischen Grünstukturen der

Wiesen- und Heckenlandschaft, insbesondere im

Umfeld der Dörfer

M-60

Einbindung von Infrastrukturen, wie z. B. Wege und

Straßen, in die Landschaft durch Anpflanzung von

landschaftstypischen und standortgerechten Alleen,

Bäumen, Sträuchern, Hecken, ...

M-61

Verwendung von einheimischen, regionaltypischen

und standortgerechten Bäumen, Sträuchern und

Hecken für die Gestaltung/Begrünung privater und

öffentlicher Freiräume zur Förderung der Biodiversität

und zur besseren Einbindung der Bebauung in die

Landschaft

M-62

Anpflanzung von landschaftstypischen und

standortgerechten Hecken entlang der Grundstücksund

Parzellengrenzen

M-63

Pflanzung von großen, landschaftstypischen und

standortgerechten Solitärbäumen in den Dörfer zur

Markierung des Dorfzentrums (siehe Beispiel von

Weywertz: Dorflinde in der Mitte des Dorfes), an

besonderen Gebäuden wie Kirchen oder Dorfsälen,

nicht zur Kaschierung, sondern zur besseren

Integration und Verbindung mit der Landschaft sowie

zur Unterstützung des ländlichen Charakters

M-64

Freundliche und einladende Gestaltung der Ortsein-/

ausgänge als Visitenkarte des Dorfes zur besseren

Verbindung und Integration von Bebauung und

Landschaft, u. a. mit ortstypischen Elementen, wie

z. B. Narzissenwiesen im Ortsein - und Ortsausgang

von Bütgenbach

M-65

Gestaltung der Ortseingänge und der Straßeninfrastrukturen

innerhalb der Ortschaften

zur Verkehrsberuhigung durch Verringerung des

Straßenquerschnittes auf das Maß von Dorfstraßen,

Begrünung entlang der Straßen zur visuellen

Einschränkung des Straßenraumes, Verkehrsinseln

oder ähnliches als Fahrbahnteiler an den Ortseinund

-ausgängen

M-66

Gestaltung und Ausstattung der Autobahnrastplätze

unter Verwendung typischer Materialien der

Belgischen Eifel; Informationen über die Region und

deren Besonderheiten vermitteln

M-67

Anpflanzung von Obstbäumen in den Dörfern zur

Verstärkung des bäuerlichen und landschaftlichen

Charakters

M-68

Überarbeitung (Revision) und Anpassung des

Sektorenplanes unter Berücksichtigung der örtlichen,

natürlichen und strukturellen Gegebenheiten

M-69

Raumplanung durch Erarbeitung/Aufstellen eines

Gesetzbuches für die Raumordnung, den Städtebau,

das Kulturerbe und für den Bereich Energie unter

Berücksichtigung der Belange von Natur und

Landschaft

M-70

Qualitätsmanagement in der Raumordnung

M-71

Qualitätsmanagement der Umsetzungen

M-72

Wiederbelebung der Dörfer durch die Ansiedelung

von multifunktionalen Geschäften mit einem Angebot

an verschiedenen Dienstleistungen nach dem Modell

von Barmen/Deutschland

M-73

Gestaltung der Dorfzentren und der Freiräume in

den Dörfern als Begegnungsstätten, Spielplätze

oder als multifunktionale Plätze für verschiedene

Dorffeste wie Kirmes o. ä. (Oasen in den Dörfern

schaffen, insbesondere für ältere Personen, aber

auch für Kleinkinder und Eltern, Jugendliche,

Schüler, Touristen, Haltestationen für Wanderer und

Fahrradfahrer, Integration einer Bushaltestelle)

M-74

Ausstattung der Dörfer mit Mobiliar, Z.B. Sitzbänke

zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität innerhalb der

Dörfer

M-75

Bessere Integration von technischen Einrichtungen,

wie z. B. Photovoltaikanlagen, zur Vermeidung von

visuellen Beeinträchtigungen auf das Dorf- bzw.

Landschaftsbild

M-76

Beseitigung von visuellen Beeinträchtigungen im

Dorf- und Landschaftsbild, z. B. durch Verlegung

der Überlandleitungen unter die Erde, Entfernen

der Elektromasten, Integration von technischen

Installation wie Hochspannungskabinen in die

Dorf- und Naturlandschaft durch Eingrünung und

Verwendung ortstypischer Materialien

293


Freizeiteinrichtungen

Touristische

Anziehungspunkte

RaveL geplant

Dörfer

RaveL im Bau

Möglichkeit RaveL

0 5km

Espace

d’aventure

Erlebnisraum

294


26 Maßnahmen für das Gesamtgebiet

26.5

Aktionsfeld: Erlebnisraum

Die Belgische Eifel ist aufgrund der naturräumlichen

Gegebenheiten, der historischen Kulturlandschaft

und den oft malerisch wirkenden Ortschaftenals

Erlebnisraum sehr geeignet.

Das Landschaftserlebnis ist für das seelische und

körperliche Wohlempfinden der Menschen wichtig.

Schutz und eine schonende Entwicklung von Natur

tragen neben gepflegtes Kulturerbe und guter

Erschließung dazu bei, dass der Mensch Ruhe und

Erholung in anregenden Gegenden findet.

Schöne und abwechslungsreiche Landschaften

mit einer ausgewogenen, gut ausgebauten

Infrastruktur für Naherholung haben einen nicht zu

unterschätzenden Einfluss auf den Tourismussektor

und damit auch eine sehr wichtige wirtschaftliche

Bedeutung. 5

Es besteht ein großes Potential in der Belgischen

Eifel, die Landschaft spür-, erleb- und erfahrbar zu

machen. Bereits heute wird dieses Angebot von

Schulen und Touristen gerne genutzt.

5 Landschaftsbild 2020 - Leitbild, Bundesamt für Umwelt, Wald und

Landschaft, Bern

295


296


26 Maßnahmen für das Gesamtgebiet

26.5

Aktionsfeld: Erlebnisraum

Maßnahmen

M-77

Durchführung einer detaillierten Analyse der

aktuellen Situation im Bereich des Tourismus

und den damit verbundenen Berufszweigen,

Auswertung und Lösungen ansprechen, Ausarbeiten

eines Konzeptes, Kooperation und Austausch

mit Kollegen und anderen betroffenen Akteuren

anstreben, Kontrollmechanismen erstellen und

Qualitätsmanagement einführen, Qualitätslabel

aufstellen

M-78

Aussichtspunkte als didaktische und pädagogische

Mittel zur Herausstellung der besonderen Lage, zur

Betrachtung des Reliefs, zur Attraktivitätssteigerung

und als touristischer Anreiz in die Landschaft

integrieren

M-79

Vermeidung der Ansiedelung von Freizeiteinrichtungen,

Ferienhäusern, Campingplätzen, usw. in

land-schaftlich wertvollen Bereichen

M-80

Aufwertung und Gestaltung von markanten

historischen Gebäuden zur Wiederbelebung und

Inwertsetzung des kulturellen Erbes, aber auch

zur Attraktivitätssteigerung und als Anreiz für den

Tourismus, wie z. B. die Burg von Bütgenbach

und Ouren, Bahnhofsgelände einschl. Gebäude in

Leykaul-Küchelscheid

M-81

Verbesserung und klare Kennzeichnung von

vorhandenen Themenrouten und deren Infrastrukturen

(Mühlen, ...), Verbesserung der Zugänglichkeit,

Ausweisung von neuen Themenrouten (Wasser, Tal,

...)

M-82

Den Fahrradtourismus als ein wichtiger Motor des

Tourismus fördern durch den Ausbau von Radwegen

auf stillgelegten Eisenbahnstrecken (RAVeL-

Routen), durch die Ausweisung/Erschließung von

zusätzlichen Verbindungsstrecken zur Ermöglichung

von Rundradwegen, durch das Anlegen von

Informations- und Ladestellen (z. B. für Elektrobikes),

durch den Ausbau des Knotenpunktsystems, durch

die Verbesserung der Rückfahrtmöglichkeiten, z. B.

mit Bussen, Koffertransport von Hotel zu Hotel

M-83

Ausbau und Vermarktung von besonderen

Infrastrukturen und kulturhistorisch bedeutenden

Elementen (Schwergewichte der Belgischen Eifel)

zur Förderung und Attraktivitätssteigerung des

Tourismus, wie z. B. für die Burg in Reuland oder den

Bütgenbacher See, durch Schaffung von zusätzlichen

Attraktionen, Aktivitäten, Veranstaltungen, durch eine

hochwertige und überregionale Außendarstellung,

durch die Einbindung in übergeordnete Programme

und Themenrouten sowie durch eine einfache, aber

klare Erkennbarkeit der Lage und der Zugänge

M-84

Ausbau der touristischen Infrastrukturen, wie z. B.

Campingplätze, Ferien auf dem Bauernhof, Bed &

Breakfast, usw.

M-85

Ausbau und Vermarktung von Ferien und Erlebnis

auf dem Bauernhof zur Steigerung des touristischen

Angebotes und als zusätzliche Einnahmequelle für

die Landwirtschaft

M-86

Autobahn als wichtige Schaufenster in die Landschaft

mit in die Vermarktung einbeziehen, schnell

erreichbare Informationspunkte (Wissenstankstellen)

einrichten (z. B. an Rastplätzen, Ausfahrten,

Grenzübergängen)

M-87

Die Vermarktung des für die Belgische Eifel

typischen Wetters als ein Merkmal der Region

(besonderes Merkmal Belgiens), Aufzeigen der

verschiedenen Witterungssituationen und der

damit verbundenen Möglichkeiten, so sind z. B.

Langlaufski und Schneeschuhwanderungen bei

Schnee eine gelungene Abwechslung, außerdem

sind, Vennwanderungen durch die Moorlandschaft

bei Nebel besonders geheimnisvoll. Hervorhebung

der Standorte und Bereiche, die erst aufgrund der

speziellen Witterung entstanden sind bzw. überlebt

haben (Hohes Venn, die zahlreichen Bäche und

Flüsse)

M-88

Verbesserung und Aufwertung der Erholungsund

Aufenthaltsqualitäten in den Hotels, wie z.

B. durch abgestimmte Angebote im Umfeld der

Übernachtungsmöglichkeiten (Koffertransport im

Rahmen von Radrouten), durch zusätzliche Ausstattung

der Hotels und anderen Übernachtungsmöglichkeiten

mit Wellnessinfrastrukturen (Sauna, Infrarotkabinen,

usw.) oder mit Bereitstellung von eigens für die

Region hergestellten hochwertigen Regenmänteln

u. ä.

M-89

Verschiedene touristische Formen konzentriert

anbieten und vermarkten, wie z. B.

Natur-erlebnistourismus, Erholungs- und

Wellnesstourismus, Gastronomietourismus, Radund

Wandertourismus, ...

M-90

Neue Attraktionen, wie z. B. Wildfreigehege mit

einheimischen Tieren, Abenteuertouren, usw.

M-91

Touristische Highlights herausstellen und durch

Vermarktung als Attraktion für Besucher hervorheben

297


Stausee

Wälder

Wiesen

Windkraftanlagen

Acker

0 5km

Espace

de production

Produktionsraum

298


26 Maßnahmen für das Gesamtgebiet

26.6

Aktionsfeld: Produktionsraum

Als Produktionsraum sind die Räume der Belgische

Eifel gemeint, die einer extensiven wie intensiven

Landnutzungen unterliegen. Hierzu zählen aber auch

die Gewerbe- und Industriegebiete, als wichtige

Standorte für die verschiedensten Handwerks-,

Dienstleistungs- und Produktionsbetriebe.

Das Spannungsfeld der verschiedenen Erwartungen

und Anforderungen an die Landwirtschaft ist

jedoch enorm. So ist das ökonomische Umfeld

von Produktionszuwachs und stagnierender

Nachfrage gekennzeichnet. Um die Marktchancen

der Landwirtschaft in der Region auch in Zukunft

zu erhalten, ist daher der Einsatz modernster

Technologien notwendig. Zugleich müssen die

Landwirte die gesellschaftliche Akzeptanz für ihr

unternehmerisches Handeln sichern. Dieser Aspekt

wird zukünftig immer wichtiger werden, da die

Verbraucher und die rechtlichen Vorgaben heute hohe

Anforderungen an eine tier- und umweltgerechte

landwirtschaftliche Praxis stellen. Eine weitere

wichtige Aufgabe der Landwirtschaft stellt zunehmend

der Bereich Kulturlandschaftspflege dar, der sich vor

allem in den Mittelgebirgsregionen als ökonomisches

Standbein etabliert hat und als gesellschaftliche

Aufgabe wahrgenommen und daher finanziert wird.

Neben der Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte

über traditionelle Absatzeinrichtungen hat

dabei in den letzten Jahren die direkte Vermarktung

an den Endverbraucher deutlich zugenommen. Diese

gewachsene Nachfrage nach frischen und qualitativ

hochwertigen Nahrungsmitteln „aus der Region für

die Region“ sowie Produktpräsentationen, die das

Einkaufen zum Erlebnis machen, stellen ein Potenzial

für die zukünftige Entwicklung dar.

Die Erhaltung und Stabilisierung der Landwirtschaft

ist auch ein wichtiger Beitrag zum Erhalt und zur

Pflege der Kulturlandschaft.

und ungleichartig aufgebaute Wälder (Mischwälder)

zu erhalten und zu entwickeln, die einen hohen

Anteil an alten Bäumen sowie einen angemessenen

Totholzanteil aufweisen. Hinzu kommen die Erhaltung

seltener und gefährdeter Waldgesellschaften und ihrer

Untereinheiten sowie der Verzicht auf Kahlschläge

aus ökologischen und ökonomischen Gründen.

Betrachtet man die Nutzfunktion des Waldes, so steht

die Produktion von Holz zur stofflichen Verwendung

in der Säge- und Holzwerkstoffindustrie weiterhin

im Vordergrund. Sie wird jedoch zukünftig um neue

Nutzungsformen erweitert, die einer Stärkung des

Wirtschaftsfaktors Holz in der Region dienen werden,

beispielsweise durch die Verwertung von Holz zur

Energieerzeugung.

Darüber hinaus ist es ein wichtiges zukünftiges

Handlungsfeld, die Nutzung des Waldes für Freizeit

und Erholung weiterzuentwickeln und sinnvoll zu

lenken.

Zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes und zur

Sicherung der Arbeitsplätze in der Region, ist eine

regional abgestimmte Wirtschaftspolitik erforderlich.

Dabei spielt das nachhaltige Flächenmanagement

eine entscheidende Rolle.

Die Ausweisung von neuen Industrie- und

Gewerbegebieten macht keinen Sinn, ohne

Rücksicht auf die Eignung der regionalen Lage und

der Verträglichkeit mit dem Landschaftsraum zu

diskutieren, ohne einen konkreten Bedarf begründen

zu können und ohne dass eine regional abgestimmte

Standort- Qualifizierung zugrunde liegt. 4

Aus landwirtschaftlicher Sicht ist ein vernünftiges

Gleichgewicht zwischen Entwicklung und Bewahrung

zu schaffen. Leistungen wie die „Entwicklung

der Kulturlandschaft“, das „Offen-halten von

Landschaftsräumen“ und die „Sicherung der

ländlichen Strukturen“ ergeben sich von selbst,

wenn die Landwirtschaft wirtschaftlich arbeiten

und so die Herausforderungen der Zukunft

bewältigen kann.

Dabei spielen auch zukunftsweisende Themen

wie zum Beispiel die Gewinnung regenerativer

Energien durch die Landwirtschaft eine wichtige

Rolle. Zahlreiche Betriebe haben durch diese

oder ähnliche Leistungen ihr Aufgabenspektrum

erweitert. Mit großflächigen Sonnenkollektoren auf

den Wirtschaftsgebäuden, Produktion von Biogas

oder Windrädern an windexponierten Standorten

tragen sie zum Energiemix bei, indem die von ihnen

produzierte Energie ins öffentliche Netz eingespeist

wird.

Eine Erweiterung des Aufgabenspektrums und

der wirtschaftlichen Möglichkeiten könnte für die

Landwirtschaft im Bereich Agrotourismus liegen.

Ferien und Erlebnis auf dem Bauernhof sind gefragt

und bieten weitere Chancen für das Überleben der

notwendigen Landwirtschaft.

Die allgemeinen Ziele zur Bewirtschaftung der Wälder

– ihre Rohstofffunktion sowie ihre Bedeutung für

den Klimaschutz und als Ort der Erholung – stellen

ebenfalls einen wesentlichen Beitrag zur zukünftigen

Entwicklung der Kulturlandschaft in der „Belgischen

Eifel“ dar.

Zu einer nachhaltiger Forstwirtschaft zählt heute

vor allem die langfristige Erhaltung und Entwicklung

von ausreichend großen und zusammenhängenden

Waldflächen. Dabei geht es darum, naturnahe, in

Anlehnung an die Abläufe im Naturwald mehrschichtig

4 Zukunft gemeinsam gestalten – Das Kulturlandschaftsnetzwerk

der Region Köln/Bonn: kulturlandschaftsnetzwerk - masterplan

:grün’ Version 2.0 Herausgeber: Regionale 2010 Agentur

Standortmarketing Region Köln/Bonn GmbH, Köln

299


300


26 Maßnahmen für das Gesamtgebiet

26.6

Aktionsfeld: Produktionsraum

Maßnahmen

M-92

Sicherung und Ermöglichung einer auskömmlichen

und nachhaltigen landwirtschaftlichen Tätigkeit unter

Berücksichtigung des Erhalts und der Entwicklung

des ökologischen Netzes

M-93

Förderung und Unterstützung der Landwirtschaft

für die Landschaftspflege im Sinn der Natur und der

kulturhistorischen Grünlandwirtschaft

M-94

Regionale Produkte herstellen und vermarkten zur

Herausstellung der Qualität der Region und zur

Verstärkung einer nachhaltigen Entwicklung

M-95

Landwirtschaftliche Gebäude sind so zu integrieren,

dass sie sich natürlich in die Landschaft einbetten,

mit den vorherrschenden und bestimmenden Linien

des Profils der Landschaft übereinstimmen, in Bezug

auf Größe, Gestaltungsart und Materialverwendung

auf die landschaftlichen Gegebenheiten abgestimmt

und angepasst sind

M-96

Mittels orts- und landschaftstypischer Bepflanzung

sind landwirtschaftliche Gebäude in die Umgebung

zu integrieren

M-97

Erhalt und Förderung der natürlichen Entwicklung

der geschützten Waldbereiche als wichtiger

Ausgangspunkt (Keimzelle) für die weitere

Entwicklung von natürlichen Waldgebieten durch eine

nachhaltige Forstbewirtschaftung der angrenzenden

Waldgebiete: abgestufte Waldränder, gemischte

Waldkultur und Anpflanzung von einheimischen

Laubgehölzen im Sinne des neuen Forstgesetzes der

Wallonischen Region

M-98

Renaturierung von Abbaugebieten wie Steinbrüchen

im Sinne des Naturschutzes (Folgenutzung, Ausgleich

des Eingriffes) zur Förderung der Biodiversität durch

eine Standortbewertung, natürliche Sukzession und

eine an Artenschutzziele orientierte Gestaltung

M-99

Im Rahmen des Life Natur - Projektes wurden bereits

einige Maßnahmen zur Renaturierung von Heiden

und Mooren auf dem Hochplateau des Hohen

Venns ausgeführt. Weitere Renaturierungs- und

Pflegemaßnahmen müssen zur Erhaltung dieser

außergewöhnlichen Biotope für Flora und Fauna

(Birkhuhn, besonders gefährdete Art), aber auch zu

Regulierung des Wasserhaushaltes durchgeführt

werden. Dabei sind torfhaltige Böden, die von Fichten

und Pfeifengras bedeckt sind, wieder in vernässte

Moore, in denen sich erneut Torfbilden kann,

umzuwandeln. Heidenflächen könnten zur Pflege von

Schafen beweidet werden. In bestimmten Fällen sind

Flächen in standortgerechte Laub- bzw. Moorwälder

umzuwandeln.

M-100

M-100 Eine an den Standort angepasste Aufforstung

der forstwirtschaftlich genutzten Flächen durch

einheimische Laubbaumarten (z. B. professionelle

Begleitung durch ein Waldinformationszentrum

insbesondere für die privaten Waldbesitzer).

M-101

Abstandsflächen und ungenutzte oder aus der

Produktion ausgegliederte Flächen sind für den

Naturschutz als Ausgleichsflächen zu überlassen

und einer natürlichen Entwicklung und einer an

Artenschutzzielen orientierten Gestaltung zuzuführen.

M-102

Installation von kollektiven Photovoltaikanlagen auf

den Dächern von Industriekomplexen zur allgemeinen

Versorgung der Bevölkerung, kombiniert mit einer

Dachbegrünung zur Standortverbesserung und

einer Qualitätssteigerung der Photovoltaikanlagen

(die Kosten der Anlage einschl. Begrünung sowie

die Kosten für eine zusätzliche Verstärkung der

Dachkonstruktionen werden aus dem Gewinn der

Stromproduktion abgedeckt)

M-103

Nicht ausschließlich wirtschaftliche Interessen sind

zu verfolgen, sondern auch die landschaftlichen und

sozialverträglichen Aspekte sind im Produktionsraum

zu berücksichtigen, auch wenn auf den ersten Blick

hieraus keine direkten Vorteile erwirtschaftet und

abgeleitet werden können. Die Schönheit und Qualität

der Landschaft können aber einen positiven Einfluss

auf die Lebensqualität und andere Bereiche wie den

Tourismus haben und nachträglich eine positive

Wirkung auf die Wirtschaft nach sich ziehen.

M-104

Nachhaltiges Flächenmanagement für Industrie- und

Gewerbeflächen auf der Grundlage von konkreten

Analysen in Bezug auf Lage, Landschaftsverträglichkeit

und Bedarf betreiben

M-105

Ausarbeitung und Abstimmung eines

Energiekonzeptes, das nicht nur auf die gesamte

Region, sondern auch auf nationale Analysen und

Ziele abstimmt ist. Dabei ist die Verträglichkeit für die

Landschaft und die Umwelt zu berücksichtigen. Das

Ziel muss darin liegen, langfristig eine bezahlbare

Energieversorgung durch überwiegend erneuerbare

Energien zu sichern. Ein Mix aus verschiedenen

erneuerbaren Energien ist anzustreben, um eine

stabilere Energieversorgung mit regenerativer Energie

zu sichern (z. B. Wind-, Solar- und Bioenergie).

Angesichts der umfangreichen Wirtschaftswälder in

der Belgischen Eifel, ist Holz als nachwachsender

Rohstoff für die Verwendung und Produktion von

erneuerbarer Energien ein Zukunftsthema und muss

Gegenstand der nachhaltigen Waldbewirtschaftung

werden. Das Thema regenerative Energie muss auch

in der Landwirtschaft diskutiert werden (Gewinnung

von Energieholz, Reststoffverwertung wie Schnittgut

aus der Heckenpflege, Produktion von Biogas aus

Gülle, ...).

301


Bachtäler und Fließgewässer

Waldlandschaft

Vennlandschaft

Dorflandschaft

Heckenlandschaft

Halboffene Wiesenlandschaft

Offene Wiesen- und Ackerlandschaft

0 5km

Réseau des

périmètres

spécifiques

Netzwerk der

besonderen

Bereiche

302


27 Maßnahmen für die besonderen Bereiche

Die Vielfalt der Belgischen Eifel wird auch in der

Anzahl der „besonderen Bereiche“ deutlich, die im

Bearbeitungsgebiet festgestellt werden konnten.

Unter „besonderen Bereiche“ versteht man Bereiche

der Landschaft der Belgischen Eifel, die sich durch

ihre naturräumliche Ausstattung (also Relief, Boden

und Vegetationsdecke), durch ihre Bedeutung als

Lebensstätte für bestimmte wild lebende Pflanzenund

Tierarten sowie durch ihre Eigenart von anderen

Bereichen unterscheiden, und für das Landschaftsbild

der Belgischen Eifel bestimmend sind.

Die „besonderen Bereiche“ werden je nach Art in

verschiedene Karten aufgegliedert und in einer

Gesamtkarte zusammengefasst (Netzwerk der

Landschaftsbereiche).

Für jeden besonderen Bereich werden die

Qualitätsziele und die aktuelle Ist-Situation anhand

der SWOT-Analyse beschrieben. Außerdem werden

die entsprechenden Maßnahmen aufgelistet. Da

die Maßnahmen in Bezug auf das Aktionsfeld

„Sensibilisierung – Beteiligung – Kooperation“ allgemein

gültig und für das gesamte Gebiet zutreffend

sind, werden diese Maßnahmen hier nicht nochmals

aufgeführt behalten jedoch ihre Gültigkeit auch für

die Bereiche.

Folgende besondere Bereiche, von denen manche

einmalig sind und andere mehrmals vorkommen,

konnten bestimmt und kartographisch dargestellt

werden:

--

Bachtäler und Fließgewässer

--

Waldlandschaft

--

Dorflandschaft

--

Vennlandschaft

--

Heckenlandschaft

--

Halboffene Wiesenlandschaft

--

Offene Wiesen- und Ackerlandschaft

Bild: André Drèze

303


0 5km

Valées et

cours d’eaux

Bachtäler und

Fließgewässer

304


27 Maßnahmen für die besonderen Bereiche

27.1

Bachtäler und Fließgewässer

Funktion

Das Wasser ist mit seinem umfangreichen

Gewässernetz von über 2500 km in der Belgischen

Eifel omnipräsent. Die zahlreichen Bachtäler

mit ihren Fließgewässern tragen wesentlich zur

charakteristischen Gestalt der Belgischen Eifel bei. Die

strukturreichen Bachtäler gehören zu den wichtigsten

ökologischen Kernzonen. Die Fließgewässer mit

ihren Auen haben eine bedeutende ökologische,

landschaftsverbindende Funktion und sind wichtige

Korridore der Landschaft.

Sie dienen als Lebensraum für eine Vielzahl von

seltenen Pflanzen und Tieren.

Viele Natura 2000-Gebiete befinden sich in diesen

besonderen Bereichen, was nochmals deren

besondere Bedeutung hervorhebt.

Die Vielfalt an Bachtälern und Fließgewässern ist

zudem für die Region von touristischem Wert.

Das Ourtal ist sicherlich das markanteste und

bedeutendste Bachtal der Region.

Weitere bedeutende Hauptbachtäler sind:

--

das Ameltal

--

das Warchetal und das Holzwarchetal

--

das Ulfbachtal

--

das Braunlauftal

--

das Emmelsbachtal

--

das (Obere) Rurtal

--

das Schwalmbachtal

--

das Oleftal

Qualitätsziele

QZ 2.1:

Das Wasser als eines der wichtigsten Grundelemente

des Lebens ist als schützenwertes Gut anerkannt.

Die Trinkwasserversorgung und -neubildung ist

gesichert. Der Umgang ist schonend und sparsam.

Die Qualität der Gewässer ist gut.

QZ 2.2:

Die Gewässer werden nicht verschmutzt, die

Abwässer werden geklärt und stellen keine Belastungen

für den Wasserhaushalt dar.

QZ 2.3:

Die Fließgewässer haben ausreichend Raum für eine

dynamische Entwicklung; ihr Verlauf ist natürlich.

QZ 2.4:

Die Gewässer und Auenbereiche sind durchgehend

miteinander vernetzt.

QZ 2.5:

Die Uferbereiche der Gewässer sind naturnah

gestaltet. Bachbegleitende Gehölze sichern die

Ufer, markieren den Bachverlauf, der somit auch von

Weitem erkennbar ist.

QZ 2.6:

Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie zum

Schutz der Gewässer, zur nachhaltigen und umweltverträglichen

Wassernutzung wird eingehalten.

QZ 3.1:

Die geschützten Gebiete sind großflächig und

untereinander vernetzt. Die Natur kann sich ungestört

entfalten. Es besteht eine Vielfalt von Arten und

Lebensräumen.

Das ökologische Netz wird immer dichter und

stabiler, sodass die verschiedenen Lebensräume

immer besser miteinander verbunden sind. Die landund

forstwirtschaftlich genutzten Flächen sind mit

einbezogen

QZ 3.3:

Die nicht landwirtschaftlich genutzten Flächen

entwickeln sich natürlich und binden sich in das

ökologische Netz der Landschaft ein. Sie tragen dazu

bei, dass die biologische Vielfalt sich stabilisieren und

vergrößern kann.

QZ 4.8:

Die Bodenversiegelung nimmt nicht zu. Unabdingbare

Eingriffe werden durch entsprechende Maßnahmen

und wasserdurchlässige Materialien ausgeglichen.

QZ 4.9:

Die Raumordnungspolitik nimmt Rücksicht auf

die Natur- und Dorflandschaft. Neue Planungen

und Maßnahmen werden auf Natur- und

Landschaftsverträglichkeit untersucht. Der Sektorenplan

wird überarbeitet. Die Anpassungen

berücksichtigen die natürlich gewachsenen Strukturen

und die örtlichen Gegebenheiten wie Relief,

Boden, Gewässer, Natur, etc.

QZ 5.1:

Das große Potential der umfangreichen, vielfältigen

und natürlichen Kulturlandschaft für die Erholung

und das Naturerlebnis wird ausgeschöpft und

wahrgenommen.

QZ 5.2:

Eine umfangreiche Infrastruktur (z.B. Wanderund

Radwege) ermöglicht den freien Zugang

zur Landschaft und die damit verbundene Erholungsnutzung.

Die geschützten und sensiblen

Bereiche sind kontrolliert zugänglich.

Ist-Situation

Stärken

--

kontrastreiches Relief;

--

Wasser als wichtiges Verbindungselement;

--

dichtes Gewässernetz;

--

natürliche Bach- und Flussläufe;

--

Wasser prägend für das Landschaftsbild;

--

interessante und abwechslungsreiche Bachtäler;

--

viele bachbegleitende Gehölze;

--

laufende Verbesserungsmaßnahmen der

Entfichtung in den Bachtälern.

Schwächen

--

teilweise schlechter Boden;

--

feuchtes Klima in Tallage;

--

kleine, schlecht erkennbare Bachläufe;

--

teilweise keine bachbegleitenden Gehölze;

--

Wehranlagen sind ökologische Hindernisse;

--

Teilweise schlechte Wasserqualität;

--

Intensive Nutzung der Auenbereiche nicht

standortgerechte Fichtenkulturen in Auen;

--

Beeinträchtigung der Wasserqualität durch

Einleitung von Abwässern.

Chancen

--

Potentiale für Naturentwicklung;

--

großes Potential für ökologische Vernetzung;

--

Potential des Wasser als Gestaltungselement in

Dörfern;

--

feuchtes Klima als Alleinstellungsmerkmal.

Gefahren

--

Ansammlung von großen Wassermassen;

--

Sektorenplan: Bebauung an sensiblen Stellen in

der Nähe der Gewässer;

--

Zunehmende Überschwemmungsgefahr;

--

Netz von geschützten Gebieten stellenweise

unterbrochen.

Maßnahmen

M-14

Anlegen und Ausweisen von interaktiven Lehrpfaden

zum Thema Gewässer

M-15

Anfertigen und Aufstellen von einheitlichen

Landschaftsinfotafeln und Landschaftsschaukästen

zu bestimmten Themen und Schwerpunkten der

Belgischen Eifel, u. a. zum Thema Wasser

M-22

Die Gewässer als eines der wichtigsten Elemente der

belgischen Eifel und die Bedeutung der Wasserläufe für

den Naturhaushalt und die Biodiversität herausstellen

durch besondere Gestaltungsmaßnahmen wie z.B.

durch die Anlage eines größeren Wasserlehrpfades

von überregionaler Bedeutung, der die typischen

Elemente der belgischen Eifel aufnimmt und in

Szene setzt, oder die Ausweisung und Entwicklung

eines Naturschutzgebietes besonders für Vögel

in Feuchtwiesengebieten mit Einrichtungen

zur Vogelbeobachtung (Bird-Watch) und einer

Vogelschutz- und Vogelpflegestation, usw. im Bereich

des Emmels- und des Ameltales (u. a. Förderung des

Tourismus, der Biodiversität, das Bewusstsein für die

Bedeutung des Wassers, ....)

M-23

Erhalt und Schutz der natürlichen Quellen und

Quellgebiete durch Beseitigung von nicht zwingend

erforderlichen Quellfassungen, Vermeidung von

Dünger und Gülle, keine Einleitung von Abwässern,

ungestörte Vegetationsentwicklung im Umfeld der

Quellen, gemischte Waldbestände statt Monokulturen

zur Reduzierung des Versauerungseffektes, Vermeidung

von Viehtritt und Bodenverdichtung, keine

Müllablagerungen

M-24

Anpflanzung von Ufersaumgehölzen zur Siche-rung

und Entwicklung der unterschiedlichen Gewässerstrukturen

M-25

Wiederherstellung der Gewässermorphologie und

Renaturierung der Wasserläufe durch Beseitigung

der Begradigungen und Schaffung von gewundenen

Gewässerverläufen, Prall- und Gleitufer

M-26

Wiederherstellung von Auenbereichen als wichtige

Lebensräume für typische Pflanzen und Tiere,

als wichtiger Teil der Flusslandschaften und

zum Hochwasserschutz für die flussabwärts

gelegenen Gebiete durch Schaffung von Überschwemmungsflächen

in unmittelbarer Nähe der

Bäche und Flüsse

M-27

Beseitigung von Gewässerverrohrungen, Hindernissen

(Wehren), Einengungen (Dämmen), Verdichtung

der Bachsohlen u. ä. zur Wiederherstellung der

natürlichen Gewässerstruktur und zur Förderung der

Gewässerfauna

M-28

Erhalt, Sicherung und Herausstellung des natürlichen

Charakters der Täler und deren unterschiedlicher

Ausprägungen, die für die Region typisch sind und

einen sehr wichtigen Beitrag zur Identität leisten

305


306


27 Maßnahmen für die besonderen Bereiche

27.1

Bachtäler und Fließgewässer

M-29

Herausstellen und Verbesserung der Erkennbarkeit

der Flüsse und Bäche im gesamten Verlauf durch die

Landschaft durch Anpflanzung von standortgerechten

und landschaftstypischen Ufergehölzen, Anpflanzung

von Laubgehölzen an den Hängen zur Hervorhebung

des Talverlaufes und der Talformen, Ermöglichung

von Ausblickpunkten auf Täler und besondere

Gewässerverlaufsabschnitte (z. B. Mäander, ...),

Freihalten der natürlichen Talsohlen von Bebauungen

jeglicher Art und von nicht standortgerechter

Bepflanzung (z. B. Fichtenkulturen), Vermeidung von

Reliefänderungen

M-30

Beseitigung der Gewässerverschmutzung

zur Verbesserung der Wasserqualität durch

Vermeidung der Einleitung von Abwässern aus

Industrie und privaten Haushalten, Ausbau der

Schmutzwasserkanalsystems und Bau von

Kläranlagen

M-31

Sichtbarkeit von besonderen Gegebenheiten des

Gewässersystems hervorheben und in Wert setzen,

wie z.B. die Wasserscheide Maas-Rhein durch die

Errichtung einer Landschaftsskulptur, Errichtung

eines Panoramaweges oder/und Anpflanzung einer

Baumreihe (z. B. aus . Weiden) auf oder entlang der

Wasserscheidelinie

M-48

Barrieren für das ökologische Netzwerk beseitigen, z.

B. Verrohrungen, Dämmen, Wehren, usw. und Renaturierungsmaßnahmen

durchführen

M-49

Öffnen der Bachtäler durch das Entfernen von

standortfremden und untypischen Vegetationen und

Anpflanzungen, wie z. B. Fichtenmonokulturen

M-58

Vermeidung von Bebauung in den Tälern und

Auenbereichen

M-68

Überarbeitung (Revision) und Anpassung des

Sektorenplanes unter Berücksichtigung der örtlichen,

natürlichen und strukturellen Gegebenheiten

M-79

Vermeidung der Ansiedelung von Freizeiteinrichtungen,

Ferienhäusern, Campingplätzen, usw. in landschaftlich

wertvollen Bereichen

M-81

Verbesserung und klare Kennzeichnung von

vorhandenen Themenrouten und deren Infrastrukturen

(Mühlen, ...), Verbesserung der Zugänglichkeit,

Ausweisung von neuen Themenrouten (Wasser, Tal,

...)

M-32

Stillgewässer als seltenes und zusätzliches Element

der ausgeprägten Gewässerpräsenz sowie als

sehr bedeutendes Element (im Gegensatz zu

Fließgewässer nahezu geschlossener Kreislauf)

für die biologische Artenvielfalt erhalten, schützen,

entwickeln, in das ökologische Netz einbinden sowie

für pädagogische Zwecke verwenden (z. B. Bird-

Watch), Vermeidung von Abwässereinleitungen,

Nährstoff-, Dünger- und Pestizideinträgen

M-34

Erhalt und Schutz von besonderen Landschaften und

Vegetationen, wie z. B. Narzissenwiesen, durch eine

abgestimmte Pflege und Vermeidung von Dünger-,

Gülle- und Schadstoffeinträgen

M-37

Erhalt und Schutz der Feuchtwiesen durch gezielte,

extensive Pflege (höchstens 1x pro Jahr mähen,

Zeitpunkt der Mahd auf die Wiesenbrüter abstimmen)

und Verzicht auf Dünger und Biozide

M-38

Entwicklung und Unterstützung des typischen

Feuchtwiesencharakters, z. B. durch Anpflanzung

einheimischer und standortgerechter Bäume und

Sträucher (Weiden, Erlen, ...)

M-39

Unterlassung von und Beseitigung von Eingriffen,

die eine Entwässerung der Feuchtwiesen zur Folge

haben (z. B Drainagen, Grabenräumungen, ...),

Schutz der Quellgebiete

M-40

Schaffung natürlicher Vernässungen der Feuchtwiesengebiete

in den Flussauen zur Anhebung

des Grundwasserspiegel durch Rückvernässung

flussnaher Wiesen, Entfernung bzw. Zerstörung von

Drainagen u. ä.

M-41

Vernetzung der Feuchtwiesenbereiche zur Steigerung

der Biodiversität durch Trittsteinbiotope und

Verbindungskorridore (ungenutzte Freiräume, ...)

307


0 5km

Paysage forestier

Waldlandschaft

308


27 Maßnahmen für die besonderen Bereiche

27.2

Waldlandschaft

Funktion

Der Wald erfüllt eine Vielzahl wichtiger Funktionen

für den Menschen und den Naturhaushalt. Zu den

wichtigsten Aufgaben des Waldes gehört es, das

Niederschlagswasser zu filtern und zu speichern

sowie das Klima zu regulieren. Der Wald ist aber auch

ein bedeutender Rohstofflieferant. Ein gesundes

und stabiles Ökosystem Wald ist eine wichtige

Voraussetzung für die gute Lebensqualität der

Menschen.

In der Belgischen Eifel macht der Wald ca. 41 %

der Gesamtfläche aus. Die Region verfügt somit

über einen hohen Waldanteil und über große

zusammenhängende Waldgebiete, die hauptsächlich

innerhalb des Naturparks Hohes Venn Eifel liegen. Der

Ommerscheider Wald stellt das größte Waldmassiv

der Belgischen Eifel dar.

In der Belgischen Eifel bestehen heute 75 – 80 %

der Waldflächen aus Fichten. Sie sind ein wichtiger

Wirtschaftsfaktor. Die Anpflanzung erfolgte nicht

immer standortgerecht, sodass Fichtenkulturen auch

an ungeeigneten Standorten, wie z. B. auf nassen

Böden und Torfmooren anzutreffen sind.

Früher dominierte die Buche. Sie ist im Gegensatz

zur Fichte wirtschaftlich nicht so interessant, aber

ökologisch von hohem Wert und standortgerechter.

Herrliche Buchenbestände kann man heute noch im

Forstreservat Rurbusch, in der Nähe von Buchholz

und auf dem Rodter Buchenberg bewundern. Neben

der Buche kann heute auch noch die Stieleiche

als einer der wichtigsten Laubbaumvertreter

betrachtet werden. Meist wurden sie für die

Niederwaldbewirtschaftung angepflanzt. Die Rinde

der Eichen wurde für die Ledergerbung verwendet.

Landschaftsprägende Eichenbestände sind vor

allem an den Steilhängen im Ourtal zu sehen, ganz

markant sind sie in der Nähe des Rittersprungs

von Peterskirchen/Ouren. Ein ganz bedeutender

Eichenbaum steht im schönen Eichenwald zwischen

St. Vith und Schlierbach. Der Legende nach überstand

der Antoniusbaum den Zweiten Weltkrieg nur dank

der sich am Stamm befindenden Statue. 12

Mit ihren tiefgreifenden Wurzeln findet die Eiche einen

festen Standort an den zum Teil sehr steilen Hängen.

Die Eiche hat einen hohen ökologischen Wert und

vergesellschaftet sich mit einer ganzen Reihe von

anderen Gehölzarten.

Eine ökologische Waldnutzung sollte angestrebt

werden, damit das Ökosystem Wald erhalten und

entwickelt werden kann. Nur so lässt sich ein

gesundes Gleichgewicht zwischen nachhaltiger

Holzverarbeitung, Schutz der natürlichen Vielfalt von

Tieren und Pflanzen, Schutzfunktionen des Waldes

und Wohlfahrtswirkung für den Menschen herstellen.

Qualitätsziele

QZ 3.2:

Die Intensität der Landnutzung ist auf die ökologischen

Belange abgestimmt.

Die Land- und Forstwirtschaft sowie die Natur

entwickeln sich gemeinsam, auf nachhaltige Weise

und die Entwicklungen sind aufeinander abgestimmt.

QZ 3.4:

Die geschützten Waldgebiete tragen zur Sicherung

der Artenvielfalt und der Lebensräume bei.

QZ 5.1:

Das große Potential der umfangreichen, vielfältigen

und natürlichen Kulturlandschaft für die Erholung und

das Naturerlebnis wird schonend ausgeschöpft und

wahrgenommen.

QZ 5.2:

Eine umfangreiche Infrastruktur (z.B. Wanderund

Radwege) ermöglicht den freien Zugang

zur Landschaft und die damit verbundene

Erholungsnutzung.

Die geschützten und sensiblen Bereiche sind

kontrolliert zugänglich.

QZ 6.4:

Die Bewirtschaftung der Wälder ist standortgerecht

und naturnah und erfolgt nach den Richtlinien der

Wallonischen Forstverwaltung. Die Waldränder sind

abgestuft.

Die für die Region typischen Wälder sind geschützt.

QZ 6.5:

Die nachhaltige Energieproduktion integriert sich

harmonisch in ein Energiekonzept, das auch der

Landschaft Rechnung trägt.

Die Produktionsstätten sind landschaftsverträglich

und haben kaum negative Auswirkungen auf die

Landschaft.

Ist-Situation

Stärken

--

hoher Waldanteil;

--

großes Wildvorkommen;

--

hohe ökologische Werte;

--

gute Vernetzung der Waldgebiete;

--

rentable Forstwirtschaft;

--

gut entwickelter Holzsektor;

--

ausgedehnte Waldflächen, die insbesondere

für die Grundwasseranreicherung von großer

Bedeutung sind;

--

großes Forstschutzgebiet mit hohem

Laubwaldanteil.

Schwächen

--

intensive forstwirtschaftliche Nutzung;

--

dominanter Fichtenbestand;

--

Fichten in Auenbereichen;

--

geringe und träge Entwicklung von ökologischer

Waldbewirtschaftung;

--

mäßige Vernetzung der Natura-2000 Gebiete;

--

ökologisch wichtige Waldgebiete sind teilweise

nicht geschützt.

Chancen

--

Steigerung ökologischer Werte durch

Umsetzung des Waldes in offenere Vegetation;

--

Steigerung des Anteils an Mischwald;

--

neue Wäldchen als Trittsteinbiotope;

--

neue Forstrichtlinien.

Gefahren

--

intensive Waldnutzung gefährdet die Böden;

--

Schaden an Monokulturen (Windbruch,

Krankheiten);

--

instabile Waldgesellschaft;

--

ungeschützte, ökologisch wertvolle Wälder.

Maßnahmen

M-14

Anlegen und Ausweisen von interaktiven Lehrpfade

zu bestimmten Themen und Schwerpunkten der

Belgischen Eifel

M-15

Anfertigen und Aufstellen von einheitlichen

Landschaftsinfotafeln und Landschaftsschaukästen

zu bestimmten Themen und Schwerpunkten der

Belgischen Eifel

M-18

Einrichtung eines Waldinformationszentrum

M-49

Öffnen der Bachtäler durch das Entfernen von

standortfremden und untypischen Vegetationen und

Anpflanzungen, wie z. B. Fichtenmonokulturen

M-50

Beseitigung und Bekämpfung von gebietsfremden

Arten (invasive Pflanzen: z. B. die Herkulusstaude;

Neozoen: z. B. der kanadische Biber) zur Sicherung

der einheimischen Flora und Fauna, Erhalt der

biologischen Vielfalt und ihrer Dynamik sowie zur

Vermeidung von Störungen der Funktionsabläufe

im Ökosystem, damit die ursprünglichen

Lebensgemeinschaften nicht beeinträchtigt werden

M-77

Durchführung einer detaillierten Analyse der

aktuellen Situation im Bereich des Tourismus

und den damit verbundenen Berufszweigen,

Auswertung und Lösungen ansprechen, Ausarbeiten

eines Konzeptes, Kooperation und Austausch

mit Kollegen und anderen betroffenen Akteuren

anstreben, Kontrollmechanismen erstellen und

Qualitätsmanagement einführen, Qualitätslabel

aufstellen

M-79

Vermeidung der Ansiedelung von Freizeiteinrichtungen,

Ferienhäuser, Campingplätzen, usw. in landschaftlich

wertvollen Bereichen

M-81

Verbesserung und klare Kennzeichnung von

vorhandenen Themenrouten und deren Infrastrukturen

(Bahnhöfe, Mühlen, ...), Verbesserung

der Zugänglichkeit, Ausweisung von neuen

Themenrouten (Täler, Natur, ...)

M-90

Neue Attraktionen, wie z. B. Wildfreigehege mit

einheimischen Tieren, Abenteuertouren, ...

M-97

Erhalt und Förderung der natürlichen Entwicklung

der geschützten Waldbereiche als wichtiger Ausgangspunkt

(Keimzelle) für die weitere Entwicklung

von natürlichen Waldgebieten durch eine nachhaltige

Forstbewirtschaftung der angrenzenden Waldgebiete,

abgestufte Waldränder, gemischte Waldkultur und

Anpflanzung von einheimischen Laubgehölzen im

Sinne des neuen Forstgesetzes der Wallonischen

Region

M-98

Renaturierung von Abbaugebieten wie Steinbrüchen

im Sinne des Naturschutzes (Folgenutzung, Ausgleich

des Eingriffes) zur Förderung der Biodiversität durch

eine Standortbewertung, natürliche Sukzession und

eine an Artenschutzziele orientierte Gestaltung

12 Der Natur auf der Spur – Wege in die Landschaft, Verkehrsamt der

Ostkantone, 2007

309


310


27 Maßnahmen für die besonderen Bereiche

27.2

Waldlandschaft

M-99

Im Rahmen des Life Natur - Projektes wurden bereits

einige Maßnahmen zur Renaturierung von Heiden

und Mooren auf dem Hochplateau des Hohen

Venns ausgeführt. Weitere Renaturierungs- und

Pflegemaßnahmen müssen zur Erhaltung dieser

außergewöhnlichen Biotope für Flora und Fauna

(Birkhuhn, besonders gefährdete Art), aber auch zu

Regulierung des Wasserhaushaltes durchgeführt

werden. Dabei sind torfhaltige Böden, die von Fichten

und Pfeifengras bedeckt sind, wieder in vernässte

Moore, in denen sich erneut Torfbilden kann,

umzuwandeln. Heidenflächen könnten zur Pflege von

Schafen beweidet werden. In bestimmten Fällen sind

Flächen in standortgerechte Laub- bzw. Moorwälder

umzuwandeln.

M-100

Eine an den Standort angepasste Aufforstung

der forstwirtschaftlich genutzten Flächen durch

einheimische Laubbaumarten (z. B. professionelle

Begleitung durch ein Waldinformationszentrum

insbesondere für die privaten Waldbesitzer).

M-103

Nicht ausschließlich wirtschaftliche Interessen sind

zu verfolgen, sondern auch die landschaftlichen und

sozialverträglichen Aspekte sind im Produktionsraum

zu berücksichtigen, auch wenn auf den ersten

Blick hieraus keine direkten Vorteile erwirtschaftet

und abgeleitet werden können. Die Schönheit und

Qualität der Landschaft können aber einen positiven

Einfluss auf die Lebensqualität und andere Bereiche

wie den Tourismus haben und nachträglich eine

positive Wirkung auf die Wirtschaft nach sich ziehen.

M-105

Ausarbeitung und Abstimmung eines Energiekonzeptes,

das nicht nur auf die gesamte Region,

sondern auch auf nationale Analysen und Ziele

abstimmt ist. Dabei ist die Verträglichkeit für die

311


0 5km

Paysage villageois

Dorflandschaft

312


27 Maßnahmen für die besonderen Bereiche

27.3

Dorflandschaft

Funktion

Die rund 100 Dörfer weisen einen ausgeprägten

Charakter auf. Sie haben sich über die Jahrhunderte

in die Landschaft integriert. Sie sind prägend für das

Landschaftsbild und organisch mit der Landschaft

verbunden. Die Dörfer bieten ein attraktives und

naturnahes Wohnumfeld für die rund 30.000

Einwohner.

St. Vith ist mit ca. 3.300 Einwohnern die einzige Stadt

in der Belgischen Eifel.

Die Dörfer sind unterschiedlich groß und weisen

einen ländlichen Charakter auf.

Auf der Siedlungskarte kann man erkennen, dass die

Dörfer in den Gemeinden Büllingen und Bütgenbach

weniger zahlreich, dafür aber größer sind als im

Tal der Our und auf dem Plateau von St.Vith.

Die verschiedenen Dörfer haben dank ihrer alten

Bausubstanz jeweils ihre eigene Identität bzw. ihren

eigenen Charme und sind kulturgeschichtlich sehr

bedeutend.

Die neuen Baumaterialien und die Zunahme an

standortuntypischen Baustilen sind eine Gefahr

für die bestehenden Ortschaften. Ihnen droht ein

Verlust der charakteristischen Identität im Zuge

der Globalisierung und der nicht auf die Ortschaft

angepassten neuen Siedlungsentwicklungen durch

intensiven Neubau.

In den Dorfzentren macht sich ein Verlust an

Dienstleistungsangebot bemerkbar. Der Rückgang

an landwirtschaftlichen Betrieben bringt eine erhöhte

Anzahl an leerstehenden Gehöften mit sich. Diese

Entwicklung verlangt neue Nutzungszwecke für die

bauhistorischen Relikte, bei denen auf nachhaltige

respektvolle Weise mit der bestehenden Bausubstanz

umgegangen werden soll.

Die ca. 100 Dörfer sowie die Stadt St. Vith

bieten ein angenehmes Wohnumfeld, zahlreiche

Aufenthaltsmöglichkeiten und sind sehr wertvoll für

den Wander- und Erholungstourismus.

Qualitätsziele

QZ 1.1:

Die Bevölkerung weiß über die Landschaft Bescheid,

sie erkennt Zusammenhänge und Auswirkungen von

Handlungen und Eingriffen in die Landschaft.

Sie hat Verständnis für die Anliegen der verschiedenen

Nutzungen.

QZ 1.3:

Die Menschen fühlen sich mit ihrer Heimat verbunden

und identifizieren sich mit ihr.

QZ 1.7:

Die Nutzer und die Bevölkerung arbeiten eng

zusammen und legen Verständnis und Transparenz

an den Tag. Sie unterstützen sich und treffen in einem

Abwägungsprozess gemeinsam Entscheidungen

im Sinne des Leitbildes. Die Kompromisse sind ein

positives Signal für die weitere Zusammenarbeit.

QZ 4.1:

Die Dörfer weisen einen ortstypischen Charakter auf.

Die Bebauung passt sich den örtlichen Gegebenheiten

an und integriert sich in die Landschaft.

QZ 4.2:

Zwischen den Häusern liegen noch stets unbebaute

Grünflächen. Die Ortseingänge bzw. die Übergänge

von Bebauung und Landschaft wahrnehmbar.

QZ 4.3:

Die Natur kann sich auch in den Dörfern entfalten.

Anpflanzungen von einheimischen Arten werden

gefördert. Die Dörfer verschmelzen mit der Landschaft

und stellen somit eine harmonische Verbindung von

Besiedlung und Naturlandschaft her.

QZ 4.4:

Die Menschen fühlen sich in ihrem Lebensumfeld wohl.

Die Dorfzentren haben eine gute Aufenthaltsqualität

und eine entsprechend dörfliche Grünstruktur. Dies

lädt zum Verweilen ein.

QZ 4.5:

Der Flächenverbrauch ist gering und die alten

Baustrukturen werden in die Dorfentwicklung

mit einbezogen. Gleichzeitig werden kompakte,

dorffremde Bebauungsarten vermieden.

Die vorhandene Bausubstanz wird aufgewertet und

der Natursteincharakter wird gewahrt.

QZ 4.6:

Die Kulturgüter sind geschützt und in Wert gesetzt,

sie sind wichtige Zeugen der Geschichte, des

menschlichen Handelns und des Lebens.

Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Identität und

Heimatverbundenheit.

QZ 4.7:

Die Industrie- und Gewerbegebiete integrieren sich

in die Landschaft. Landschaftlich sensible Standorte

werden geschützt und natürlichen Ressourcen

werden geschont. Die Gebiete entwickeln sich

entsprechend den Aspekten der Nachhaltigkeit:

Vermeidung bzw. Minimierung des Flächen- und

Energieverbrauchs.

Das Umfeld der Industrie- und Gewerbegebiete weist

gute Qualität auf, die Standorte sind attraktiv und

leisten einen wichtigen Beitrag zur Integration der

Bebauung in die Landschaft.

QZ 4.8:

Die Bodenversiegelung nimmt nicht zu. Unabdingbare

Eingriffe werden durch entsprechende Maßnahmen

und wasserdurchlässige Materialien ausgeglichen.

QZ 4.9:

Die Raumordnungspolitik nimmt Rücksicht auf

die Natur- und Dorflandschaft. Neue Planungen

und Maßnahmen werden auf Natur- und Landschaftsverträglichkeit

untersucht.

Der Sektorenplan wird überarbeitet. Die Anpassungen

berücksichtigen die natürlich gewachsenen

Strukturen und die örtlichen Gegebenheiten wie

Relief, Boden, Gewässer, Natur, usw.

Ist-Situation

Stärken

--

das Relief prägt die Dörfer und bestimmt die

Anordnung der Häuser;

--

Wasser ist auch in den öffentlichen Räumen ein

wichtiges Element;

--

viele landschaftliche und landwirtschaftliche

Elemente, wie z. B. kleine Weideflächen, prägen

den grünen Charakter der Ortschaften;

--

Landwirtschaft prägt die Dörfer durch die

zahlreichen Bauernhöfe

--

ökologische Werte und Potentiale sind auch

innerhalb des Dorfes vorhanden (wegen lockere

Bebauung und Grünflächen);

--

Landschaft und Dorf gehen in einander über;

--

attraktives, gesundes Wohnumfeld;

--

hohe Wohnqualität;

--

Dörfer sind und werden auf organische Weise

erweitert;

--

grüne Garten- und Grundstücksbegrenzungen;

--

Kirchen prägen den Dorfcharakter;

--

reichhaltiges Kulturerbe;

--

qualitativ hochwertige Bauten (Qualität im

Handwerk);

--

natürliche Rohstoffe zum Bauen vorhanden;

--

herausragende und umfangreiche touristische

Infrastrukturen;

--

reiche Kulturgeschichte;

--

historische Relikte von großer Bedeutung;

--

sehr geringe, lockere und verstreute Bebauung;

--

Harmonie durch Einklang von natürlichen und

anthropogenen Elementen;

--

gut ausgebautes Straßennetz.

Schwächen

--

Schmutzwassereinleitungen;

--

kleine Bachläufe in Dörfern nicht erkennbar;

--

fehlende oder überalterte Raumordnungs-,

Bebauungs- und Grünordnungspläne;

--

kaum Straßenbepflanzung;

--

Bebauung auf Bachtalböden;

--

Mangel an Flächen für Gewerbeansiedlung;

--

unattraktive Gewerbegebiete in exponierter

Lage, schlechte Integration, mitten in

der Landschaft oder an den Ortsein- und

Ortsausgängen;

--

Infrastruktur zur Nahversorgung in Dörfern

häufig beschränkt;

--

Gewerbegebiete haben einen zu starken Einfluss

auf das Dorf- und Landschaftsbild;

--

Mangel an Grünstrukturen in den Dörfern;

--

schlechte Aufenthaltsqualität in Dorfzentren;

--

viele Ferienhausbesitzer;

--

geringe Bereitschaft für die Benutzung alter

Bausubstanzen;

--

wenig Verbindungen im öffentlichen Verkehr;

--

Verkehrsintensität auf große Straßen;

--

fehlende Ortsrandgestaltung;

--

mangelnde Straßenraumgestaltung innerhalb

der Ortschaften vermitteln keinen dörflichen

Charakter, teilweise sehr breite Straßen

(Schnellstraßencharakter);

--

Überlandleitungen;

--

nicht standortgerechte Bebauung und

mangelnde Einbindung der landwirtschaftlichen

Gebäude in die Landschaft;

--

Bau neuer Häuser, die sich weder an die Größe

noch an den ortstypischen Stil der Gebäude

anpassen.

--

häufig werden ortsuntypische Materialen

verwendet.

Chancen

--

Attraktive Wohnlagen;

--

Wasser als Gestaltungselement in Dörfern;

--

Konzertierte Aktionen zur Ausweisung von

Bauland;

--

Wohnraum für junge Familien;

--

Aufwertung des öffentlichen Raumes mit

einfachen Mitteln (Bäume, …);

--

grüner Ausgleich für Gewerbegebiete und

Ortseingänge;

--

Umfunktionierung von besonderen, prägenden,

alten Gebäuden (z. B. Kirchen);

--

Radwanderrouten auf den ehemaligen

Eisenbahnlinien;

--

überdimensionierte Verkehrseinrichtungen;

--

Poller, Masten, Überlandleitungen.

Gefahren

--

Sensible Reliefveränderungen durch Neubau;

--

neue Bebauung an empfindlichen Stellen wie z.

B. Bachtälern;

--

neue, nicht zum Dorfgewebe passende

Bebauung;

--

Bau von ortsuntypischen Häusern und

landwirtschaftlichen Gebäuden, die zudem nicht

in die Landschaft integriert werden;

--

nicht standortgerechte Bebauung und

mangelnde Einbindung in die Landschaft;

--

Kanalisierung und Verrohrung von Gewässern;

313


314


27 Maßnahmen für die besonderen Bereiche

27.3

Dorflandschaft

--

Flächenversiegelung und Landschaftsverbrauch;

--

Sektorenplan nicht auf die Ortschaften

--

abgestimmt;

--

unpassende Neubauten (Appartements,

Reihenhäuser);

--

Zersiedlung der Dörfer lässt auch soziale

Kontakte schwinden;

--

Aussterben der Dörfer;

--

überdimensionierte

Verkehrsberuhigungselemente.

Maßnahmen

M-5

Installation einer Heckenfestung um ein Dorf oder

einen Weiler herum, ...

M-8

Besondere Veranstaltungen und Events zum

Thema Landschaft organisieren (z. B. Heckenoder

Wasserfest, Baum- und Heckenpflanztag,

Vogelbeobachtungen zu besonderen Zeiten, spezielle

Themenwanderungen, Flugtage zur Beobachtung

der Landschaft aus der Luft, Fahrradrallye, ...)

M-10

Einrichtung von sogenannten Info-Tankstellen

an Schwerpunktstandorten / Knotenpunkten

zur Information über die Landschaft, über die

Besonderheiten und Schwerpunkte des Standortes,

über die touristische Infrastruktur, wie z. B.

Übernachtungsmöglichkeiten, Restaurants, Cafés,

Anbindung an weitere Schwerpunktstandorte, ...

M-52

Analyse und Erstellung einer Gestaltungssatzung für

die Bebauung in den Dörfern, abgestimmt auf die

jeweiligen Ortschaften zur besseren Integration der

Bebauung in die Landschaft, zur Wahrung des Dorfund

Landschaftscharakters und zur Stärkung der

Identität (siehe auch Ratgeber UmBauen im Dorf)

M-53

Stärkung der Identität, des ortstypischen und

ländlichen Charakters durch Verwendung von

regionalen Baumaterialien, durch eine dem Ort

angepasste Bebauung in Bezug auf Lage, Form, Größe

und Baustil entsprechend der Gestaltungssatzung

des Ortes/Gemeinde

M-54

Wahrung der Identität der Dorflandschaften durch

Erhaltung, Restaurierung und Inwertsetzung

der mit Naturstein erbauten Häuser und der

landwirtschaftlichen Gebäuden für die Nutzung als

Mehrfamilienwohnungen, als soziale Einrichtungen

oder als Dorfhaus

M-55

Wahrung der Identität der Dorflandschaften durch

Schutz, Pflege und Inwertsetzung der das Dorfbild

bestimmenden Bepflanzung (z. B. Dorfplatz, siehe

Linde in Weywertz)

M-56

Integration von Gewerbegebäuden in die Dorf- und

Naturlandschaft durch Verwendung von regionalen

Baumaterialien und einer in Bezug auf Lage, Form,

Größe und Baustil dem Ort angepassten Bebauung

entsprechend der Gestaltungssatzung des Ortes/

Gemeinde sowie die Bepflanzung mit einheimischen

und standortgerechten Bäumen, Sträuchern und

Hecken unter Bewahrung des natürlichen Charakters

M-57

Keine Bebauung auf den Kuppen oder Höhenrücken

entsprechend den typischen Bebauungscharakteristika

der belgischen Eifel

M-58

Keine Bebauung in Tälern und Auenbereichen

M-59

Anpflanzung von typischen Grünstrukturen der

Wiesen- und Heckenlandschaft, insbesondere im

Umfeld der Dörfer

M-60

Einbindung von Infrastrukturen, wie z. B. Wege und

Straßen, in die Landschaft durch Anpflanzung von

landschaftstypischen und standortgerechten Alleen,

Bäumen, Sträuchern, Hecken, ...

M-61

Verwendung von einheimischen, regionaltypischen

und standortgerechten Bäumen, Sträuchern und

Hecken für die Gestaltung/Begrünung privater und

öffentlicher Freiräume zur Förderung der Biodiversität

und zur besseren Einbindung der Bebauung in die

Landschaft

M-62

Anpflanzung von landschaftstypischen und standortgerechten

Hecken entlang der Grundstücks- und

Parzellengrenzen

M-63

Pflanzung von großen, landschaftstypischen und

standortgerechten Solitärbäumen in den Dörfer zur

Markierung des Dorfzentrums (siehe Beispiel von

Weywertz: Dorflinde in der Mitte des Dorfes), an

besonderen Gebäuden wie Kirchen oder Dorfsälen,

nicht zur Kaschierung, sondern zur besseren

Integration und Verbindung mit der Landschaft sowie

zur Unterstützung des ländlichen Charakters

M-64

Freundliche und einladende Gestaltung der Ortsein-/

ausgänge als Visitenkarte des Dorfes zur besseren

Verbindung und Integration von Bebauung und

Landschaft, u. a. mit ortstypischen Elementen, wie

z. B. Narzissenwiesen im Ortsein - und Ortsausgang

von Bütgenbach

M-65

Gestaltung der Ortseingänge und der Straßeninfrastrukturen

innerhalb der Ortschaften

zur Verkehrsberuhigung durch Verringerung des

Straßenquerschnittes auf das Maß von Dorfstraßen,

Begrünung entlang der Straßen zur visuellen

Einschränkung des Straßenraumes, Verkehrsinseln

oder ähnliches als Fahrbahnteiler an den Ortseinund

-ausgängen

M-67

Anpflanzung von Obstbäumen in den Dörfern zur

Verstärkung des bäuerlichen und landschaftlichen

Charakters

M-68

Überarbeitung (Revision) und Anpassung des

Sektorenplanes unter Berücksichtigung der örtlichen,

natürlichen und strukturellen Gegebenheiten

M-69

Raumplanung durch Erarbeitung/Aufstellen eines

Gesetzbuches für die Raumordnung, den Städtebau,

das Kulturerbe und für den Bereich Energie unter

Berücksichtigung der Belange von Natur und

Landschaft

M-70

Qualitätsmanagement in der Raumordnung

M-71

Qualitätsmanagement in der Umsetzungen

M-72

Wiederbelebung der Dörfer durch die Ansiedelung

von multifunktionalen Geschäften mit einem Angebot

an verschiedenen Dienstleistungen nach dem Modell

von Barmen/Deutschland

M-73

Gestaltung der Dorfzentren und der Freiräume in

den Dörfern als Begegnungsstätten, Spielplätze

oder als multifunktionale Plätze für verschiedene

Dorffeste wie Kirmes o. ä. (Oasen in den Dörfern

schaffen, insbesondere für ältere Personen, aber

auch für Kleinkinder und Eltern, Jugendliche,

Schüler, Touristen, Haltestationen für Wanderer und

Fahrradfahrer, Integration einer Bushaltestelle)

M-74

Ausstattung der Dörfer mit Mobiliar, Z.B. Sitzbänke

zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität innerhalb der

Dörfer

M-75

Bessere Integration von technischen Einrichtungen,

wie z. B. Photovoltaikanlagen, zur Vermeidung von

visuellen Beeinträchtigungen auf das Dorf- bzw.

Landschaftsbild

M-76

Beseitigung von visuellen Beeinträchtigungen im

Dorf- und Landschaftsbild, z. B. durch Verlegung

der Überlandleitungen unter die Erde, Entfernen

der Elektromasten, Integration von technischen

Installation wie Hochspannungskabinen in die

Dorf- und Naturlandschaft durch Eingrünung und

Verwendung ortstypischer Materialien

M-80

Aufwertung und Gestaltung von markanten

historischen Gebäuden zur Wiederbelebung und

Inwertsetzung des kulturellen Erbes, aber auch

315


0 5km

Paysage fagnard

Vennlandschaft

316


27 Maßnahmen für die besonderen Bereiche

27.4

Vennlandschaft

Funktion

Ein ganz besonderer Landschaftsbereich ist das

Hohe Venn, das einzigartig und europaweit bekannt

ist. Das Hohe Venn ist das größte Naturschutzgebiet

Belgiens. Nur ein Teil des Hohen Venns liegt im

Gebiet der Belgischen Eifel. Es ist geprägt von Moorund

Heidelandschaften, die seltene und ökologische

wertvolle Biotope darstellen. Aufgrund des rauen

Klimas kommen hier seltene Pflanzen- und Tierarten

vor.

In zahlreichen Beschreibungen werden die

beeindruckenden, weiten, unbesiedelten Flächen

der Hochebene als “unberührte Natur”, als “wild”,

“natürlich” und “intakt” bezeichnet. Doch der Schein

trügt. Auch das Hohe Venn ist eine Kulturlandschaft,

die stark vom Menschen beeinflusst wurde. Nach dem

Ende der letzten Eiszeit entstanden die Hochmoore.

Durch ständiges Wachstum und Teilverrottung der

Pflanzen, insbesondere der Torfmoose, bildeten sich

mächtige Torfschichten. Von den ursprünglichen

Moorgebieten ist heute nur noch etwa ein Zehntel

vom Menschen unbeeinflusst.

Doch auch diese ursprünglichen Bestände, die sich

auf drei Flächen verteilen, sind gefährdet. 13

Im Rahmen des LIFE-Projektes wurden erste

Maßnahmen zum Schutz und zur Entwicklung dieser

sensiblen Lebensräume umgesetzt. Es sind jedoch

noch weitere Anstrengungen und Pflegemaßnahmen

erforderlich.

Die Offenheit der Vennlandschaft bietet ein

außergewöhnliches Panorama und bildet eine Ikone

für die Landschaft der Belgischen Eifel. Das Hohe

Venn ist dank seiner unterschiedlichen Landschaften

ein herausragender Anziehungspunkt und verfügt

über großes touristisches Potential für Besucher und

Naturliebhaber.

Qualitätsziele

QZ 2.3:

Die Fließgewässer haben ausreichend Raum für eine

dynamische Entwicklung; ihr Verlauf ist natürlich.

QZ 3.2:

Die Intensität der Landnutzung ist auf die ökologischen

Belange abgestimmt. Land-, Forstwirtschaft und

Natur entwickeln gemeinsam und aufeinander

abgestimmt.

QZ 3.3:

Die Intensität der Landnutzung ist auf die ökologischen

Belange abgestimmt.

Die Land- und Forstwirtschaft sowie die Natur

entwickeln sich gemeinsam, auf nachhaltige Weise

und die Entwicklungen sind aufeinander abgestimmt.

QZ 5.1:

Das große Potential der umfangreichen, vielfältigen

und natürlichen Kulturlandschaft für die Erholung und

das Naturerlebnis wird schonend ausgeschöpft und

wahrgenommen.

QZ 5.2:

Eine umfangreiche Infrastruktur (z.B. Wanderund

Radwege) ermöglicht den freien Zugang

zur Landschaft und die damit verbundene

Erholungsnutzung.

Die geschützten und sensiblen Bereiche sind

kontrolliert zugänglich.

QZ 5.3:

Die historische Kulturlandschaft ist in ihrer Vielfalt und

Eigenart wahrnehm- und erlebbar. Die besonderen

Bereiche der Kulturlandschaft sind herausgestellt

und verdeutlichen die Vielfalt und den typischen

Charakter der Region.

QZ 5.4:

Neue Erlebnisinfrastrukturen und Erholungsanlagen

verstärken den Charakter der Region, sie respektieren

die natürlichen Gegebenheiten und binden sich in die

Landschaft ein.

QZ 6.3:

Die landwirtschaftlichen Betriebe leisten mit ihrer

landschaftspflegerischen Tätigkeit einen wichtigen

Beitrag zum Erhalt und Schutz der Kulturlandschaft.

Für diese Maßnahmen werden die Betriebe entlohnt.

Ist-Situation

Stärken

--

die Höhenlage ruft ein besonderes Klima hervor;

--

große Vielfalt (Flora und Fauna);

--

Vorkommen von seltenen und bedrohten Arten;

--

kaum besiedelter Raum

--

kulturgeschichtliche Bedeutung der

Torfstecherei;

--

einmalige/außergewöhnliche touristische

Infrastruktur steigert die Erlebnisqualität

(Draisinenfahrt);

--

hoher Seltenheitswert (ausschließlich Elemente

mit landschaftstypischem und prägendem

Charakter);

--

hohes Wasservorkommen;

--

einzigartige Landschaft (auch auf europäischer

Ebene);

--

hohes Naturerlebnis;

--

herrliche und weite Aussicht.

Schwächen

--

eingeschränkte Einsehbarkeit und

Zugänglichkeit;

--

schlechte Wahrnehmung der Fließgewässer;

--

keine klare Infrastruktur bzw.

Standortbeschreibung zum „Eingang/Zugang

ins Hohe Venn“ (z. B. Info-Punkt);

--

Fichtenkulturen;

--

nur ein kleiner Anteil des Hohen Venns liegt im

Gebiet der Belgischen Eifel;

Chancen

--

hohes touristisches Potential

--

sehr hohes ökologisches Potential

--

im Naturpark HVE;

--

Potential für grenzüberschreitende Projekte/

Zusammenarbeit mit den Nachbarländern und

-regionen;

--

Kulturgeschichte (Eisenbahnlinie, Torfabbau, ...);

--

Rurhof (einzigartiger Standort im

Torfmoorgebiet).

Gefahren

--

Offenheit der Landschaft ist gefährdet;

--

Aufenthalt/Wandern im Moorgebiet ist

gefährlich;

--

Eingriff in die Landschaft für das Anlegen eines

Radwanderweges;

--

Verlust der kulturgeschichtlichen Elemente

(Eisenbahn).

Maßnahmen

M-1

Landschaftsgerechte Integration von Aussichtspunkten

in Höhenlagen als wichtiges didaktisches

und pädagogisches Mittel, zur Herausstellung der

besonderen Lage, zur Attraktivitätssteigerung und als

touristischer Anreiz

M-2

Ausweisung von kulturhistorisch und naturräumlich

einmaligen Elementen, wie z. B. der Schieferstollen in

Recht, sowie Einbindung dieser Elemente, z. B. in eine

zusammenhängende Eventroute der Highlights

M-3

Ausweisung der Zugänglichkeit zu besonderen

kulturhistorischen und naturräumlichen Besonderheiten,

wie z. B. dem Hohen Venn

M-8

Besondere Veranstaltungen und Events zum

Thema Landschaft organisieren (z. B. Heckenoder

Wasserfest, Baum- und Heckenpflanztag,

Vogelbeobachtungen zu besonderen Zeiten, spezielle

Themenwanderungen, Flugtage zur Beobachtung

der Landschaft aus der Luft, Fahrradrallye, ...)

M-10

Einrichtung von sogenannten Info-Tankstellen

an Schwerpunktstandorten / Knotenpunkten

zur Information über die Landschaft, über die

Besonderheiten und Schwerpunkte des Standortes,

über die touristische Infrastruktur, wie z. B.

Übernachtungsmöglichkeiten, Restaurants, Cafés,

Anbindung an weitere Schwerpunktstandorte, ...

M-12

Erstellen von Informationsmaterialien, Landschaftsführern,

Broschüren und Landschaftsboxen mit

Themenkarten und Informationen zur Landschaft, zu

den Landschaftseinheiten, zur Entwicklung, zu den

Qualitätszielen, usw. für Schulen, Naturschutzvereine,

interessierte Bürger, Gemeinden, usw. als wichtige

Grundlage für das Wissen über die Zusammenhänge

und Auswirkungen des menschlichen Handelns und

für die Umsetzung von eventuellen Maßnahmen. Den

Haushalten werden regelmäßig Informationen über

die regionale Landschaft und Natur zugeschickt.

M-14

Anlegen und Ausweisen von interaktiven Lehrpfaden

zu bestimmten Themen und Schwerpunkten der

Belgischen Eifel

M-15

Anfertigung und Aufstellung von einheitlichen

Landschaftsinfotafeln und Landschaftsschaukästen

zu bestimmten Themen und Schwerpunkten der

Belgischen Eifel

M-21

Veranstaltungen zur Präsentation der Ausführungsmaßnahmen

(besondere und spektakuläre

Maßnahmen beobachten und mitverfolgen können)

M-23

Erhalt und Schutz der natürlichen Quellen und

Quellgebiete durch Beseitigung von nicht zwingend

erforderlichen Quellfassungen, Vermeidung von

Dünger und Gülle, keine Einleitung von Abwässern,

ungestörte Vegetationsentwicklung im Umfeld der

Quellen, gemischte Waldbestände statt Monokulturen

zur Reduzierung des Versauerungseffektes,

Vermeidung von Viehtritt und Bodenverdichtung,

keine Müllablagerungen

13 Moore und Heiden, Verein Naturpark Nordeifel e. V. im Deutsch-

Belgischen Naturpark, Hohes Venn- Eifel, 2013

317


318


27 Maßnahmen für die besonderen Bereiche

27.4

Vennlandschaft

M-28

Erhalt, Sicherung und Herausstellung des natürlichen

Charakters der Täler und deren unterschiedlicher

Ausprägungen, die für die Region typisch sind und

einen sehr wichtigen Beitrag zur Identität leisten

M-43

Erhalt und Entwicklung des natürlichen Netzwerkes

durch Zusammenarbeit und Abstimmung mit den

Nachbargemeinden, angrenzenden Regionen und

Ländern

M-78

Aussichtspunkte als didaktische und pädagogische

Mittel zur Herausstellung der besonderen Lage, zur

Betrachtung des Reliefs, zur Attraktivitätssteigerung

und als touristischer Anreiz in die Landschaft

integrieren

M-82

Den Fahrradtourismus als ein wichtiger Motor des

Tourismus fördern durch den Ausbau von Radwegen

auf stillgelegten Eisenbahnstrecken (RAVeL-Routen),

durch die Ausweisung/Erschließung von zusätzlichen

Verbindungsstrecken zur Ermöglichung von

Rundradwegen, durch das Anlegen von Informationsund

Ladestellen (z. B. für Elektrobikes), durch

den Ausbau des Knotenpunktsystems, durch die

Verbesserung der Rückfahrtmöglichkeiten, z. B. mit

Bussen, Koffertransport von Hotel zu Hotel

M-83

Ausbau und Vermarktung von besonderen

Infrastrukturen und kulturhistorisch bedeutenden

Elementen (Schwergewichte der Belgischen Eifel)

zur Förderung und Attraktivitätssteigerung des

Tourismus, wie z. B. für die Burg in Reuland oder den

Bütgenbacher See, durch Schaffung von zusätzlichen

Attraktionen, Aktivitäten, Veranstaltungen, durch eine

hochwertige und überregionale Außendarstellung,

durch die Einbindung in übergeordnete Programme

und Themenrouten sowie durch eine einfache, aber

klare Erkennbarkeit der Lage und der Zugänge

M-87

Die Vermarktung des für die Belgische Eifel

typischen Wetters als ein Merkmal der Region

(besonderes Merkmal Belgiens), Aufzeigen der

verschiedenen Witterungssituationen und der

damit verbundenen Möglichkeiten, so sind z. B.

Langlaufski und Schneeschuhwanderungen bei

Schnee eine gelungene Abwechslung, außerdem

sind, Vennwanderungen durch die Moorlandschaft

bei Nebel besonders geheimnisvoll. Hervorhebung

der Standorte und Bereiche, die erst aufgrund der

speziellen Witterung entstanden sind bzw. überlebt

haben (Hohes Venn, die zahlreichen Bäche und

Flüsse)

M-91

Touristische Highlights herausstellen und durch

Vermarktung als Attraktion für Besucher hervorheben

319


0 5km

Paysage bocager

Heckenlandschaft

320


27 Maßnahmen für die besonderen Bereiche

27.5

Heckenlandschaft

Funktion

Die Hecken, als historische Zeitzeugen der

ehemaligen bäuerlichen Kulturlandschaft, sind sehr

wertvolle Grünstrukturen in der Belgischen Eifel und

von europaweiter Bedeutung.

Sie wurden ursprünglich zur Abgrenzung der

Grundstücke gepflanzt und boten Schutz für das

weidende Vieh. Die Hecken verleihen der Landschaft

Intimität und erfüllen wichtige Funktionen im

Naturhaushalt.

Sie beeinflussen das Klima, sie haben eine

Windschutzfunktion, sie sind ein verbindendes und

strukturierendes Element in der Landschaft, sie bieten

vielen Tieren, insbesondere den Vögeln, Schutz und

reichlich Nahrung.

Die Hecken übernehmen auf Grund ihres verbindenden

Charakters darüberhinaus eine bedeutende Aufgabe

im ökologischen Netz.

Die Heckenkultur hat sich vorwiegend im nördlichen

Teil und im oberen mittleren Teil der Belgischen

Eifellandschaft, parallel mit der Entwicklung der

Grünlandwirtschaft entfalten können.

In Europa gibt es nur noch wenig historische Bocage-

Landschaften zu verzeichnen.

Die Einführung des Stacheldrahtes und die

zunehmende Modernisierung in der Landwirtschaft

haben zu erheblichen Verlusten der Hecken geführt.

Vergleicht man die Inventarkarte der FRW von 1993

mit den aktuellen Luftaufnahmen, so kann man einen

massiven Verlust der Hecken feststellen.

Berücksichtigt man dann noch die Tatsache, dass vor

der Inventarisierung von 1993 die Heckenlandschaft

noch dichter war, wird die Gefahr des schleichenden

Verschwindens dieser kulturhistorischen Landschaftselemente

sehr deutlich.

Obwohl die Hecken unter Schutz stehen, scheint

diese Entwicklung unaufhaltsam zu sein.

Qualitätsziele

QZ 1.4:

Der Naturpark, die Behörden und Verbände, sowie

die Organisationen und Naturschutzvereine animieren

die Bevölkerung und laden sie zu Aktivitäten ein.

Es finden regelmäßig Informations- und Sensibilisierungsveranstaltungen

zur Förderung der

Sensibilität statt.

QZ 3.2:

Die Intensität der Landnutzung ist auf die ökologischen

Belange abgestimmt.

Die Land- und Forstwirtschaft sowie die Natur

entwickeln sich gemeinsam, auf nachhaltige Weise

und die Entwicklungen sind aufeinander abgestimmt.

QZ 5.1:

Das große Potential der umfangreichen, vielfältigen

und natürlichen Kulturlandschaft für die Erholung und

das Naturerlebnis wird schonend ausgeschöpft und

wahrgenommen.

QZ 5.2:

Eine umfangreiche Infrastruktur (z. B. Wanderund

Radwege) ermöglicht den freien Zugang

zur Landschaft und die damit verbundene

Erholungsnutzung.

Die geschützten und sensiblen Bereiche sind

kontrolliert zugänglich.

QZ 5.3:

Die historische Kulturlandschaft ist in ihrer Vielfalt und

Eigenart wahrnehm- und erlebbar. Die besonderen

Bereiche der Kulturlandschaft sind herausgestellt

und verdeutlichen die Vielfalt und den typischen

Charakter der Region.

QZ 5.4:

Neue Erlebnisinfrastrukturen und Erholungsanlagen

verstärken den Charakter der Region, sie respektieren

die natürlichen Gegebenheiten und binden sich in die

Landschaft ein.

QZ 5.5:

Der Schutz und die schonende Entwicklung der

Kulturlandschaft fördern eine naturnahe und

abwechslungsreiche Landschaft, die für den

Erlebnis- und Erholungsuchenden an Attraktivität

und Aufenthaltsqualität gewinnt. Hieraus wird auch

die wirtschaftliche Bedeutung einer intakten und

gepflegten Landschaft deutlich.

QZ 6.1:

Die landwirtschaftlichen Betriebe haben eine

gesicherte Zukunft. Dank der qualitativen Produktionsweise

und der landschaftspflegerischen

Leistungen sind sie außerdem auskömmlich. Darüber

hinaus sind die landwirtschaftlichen Betriebe

konkurrenzfähig gegenüber dem Markt.

Die Betriebe bewirtschaften die Flächen im

Einklang mit der Natur, die ökologischen Belange

als auch die Belange der Kulturlandschaft finden

Berücksichtigung.

Die Betriebe wenden sich immer häufig dem

biologischen Anbau zu.

QZ 6.2:

Die landwirtschaftlichen Betriebe sind zertifiziert

und erbringen den Nachweis der nachhaltigen

Bewirtschaftung. Sie sind als wichtige Lebensmittelproduzenten

anerkannt und wertgeschätzt.

Die landwirtschaftlichen Produkte sind von hoher

Qualität. Die regionale Vermarktung gewinnt immer

mehr an Bedeutung und sie stärkt die Betriebe sowie

das Image der Belgischen Eifel.

QZ 6.3:

Die landwirtschaftlichen Betriebe leisten mit ihrer

landschaftspflegerischen Tätigkeit einen wichtigen

Beitrag zum Erhalt und Schutz der Kulturlandschaft.

Für diese Maßnahmen werden die Betriebe entlohnt.

QZ 6.5:

Die nachhaltige Energieproduktion integriert sich

harmonisch in ein Energiekonzept, das auch der

Landschaft Rechnung trägt.

Die Produktionsstätten sind landschaftsverträglich

und haben kaum negative Auswirkungen auf die

Landschaft.

Ist Situation

Stärken

--

abwechslungsreiches Relief;

--

schöne Aussichten;

--

große Vielfalt (Flora, Fauna);

--

hohe Eigenart;

--

natürlicher Charakter;

--

großes ökologisches Potential;

--

großes Freizeitangebot;

--

Heckennetz als seltene europäische

Grünstruktur.

Schwächen

--

Bachtäler schlecht erkennbar;

--

fehlende Grünstrukturen;

--

Heckenbestand sehr bedroht;

--

Trennung und Verinselung von Biotopen.

Chancen

--

Zugehörigkeit zum Naturpark;

--

touristische Möglichkeiten;

--

ökologisches Potential;

--

regionale Zusammenarbeit.

Gefahren

--

Heckenbestand sehr bedroht;

--

weitergehende Intensivierung der

Landwirtschaft;

--

Freizone in der Aue des Rechterbachs

Maßnahmen

M-1

Landschaftsgerechte Integration von Aussichtspunkten

in Höhenlagen als wichtiges

didaktisches und pädagogisches Mittel, zur

Herausstellung der besonderen Lage, zur

Attraktivitätssteigerung und als touristischer Anreiz

M-4

Kennzeichnung von besonderen Landschaftsbereichen

und -formen, von bedeutenden Standorten,

wie z. B. die Heckenlandschaft von Büllingen; Bau

eines halboffenen Heckenmuseums, bestehend

aus einem natürlichen Gebäude aus Pflanzen mit

Erläuterungstafel usw., einem Heckenlabyrinth mit

einheimischen Hecken, besonderen Heckenformen,

einem Gehölzpark mit freiwachsenden Sträuchern

und Bäumen; Nebenprodukte der Hecken zur

Gewinnung und Erzeugung von Nahrungsmitteln

(Marmelade, Tee, ...) und Arzneien

M-5

Installation einer Heckenfestung um ein Dorf oder

einen Weiler herum, ...

M-7

Hervorhebung und Vermarktung der Qualität der

Region und der regionalen Produkte, z. B. durch die

Produktion neuer Produkte unter dem Qualitätslabels

„Ostbelgien“, eigene spezifische Kennzeichnung

bzw. Namensgebung, wie z. B. „Heckenmilch“ (Milch

aus der Heckenlandschaft)”

M-8

Besondere Veranstaltungen und Events zum

Thema Landschaft organisieren (z. B. Heckenoder

Wasserfest, Baum- und Heckenpflanztag,

Vogelbeobachtungen zu besonderen Zeiten, spezielle

Themenwanderungen, Flugtage zur Beobachtung

der Landschaft aus der Luft, Fahrradrallye, ...)

M-9

Förderung der Kommunikation und der Verständigung

zwischen den Akteuren der Landschaft, z. B.

durch gezielte Informationsveranstaltungen mit

Unterstützung eines Mediators und durch die

Einrichtung einer Dialogbox

M-10

Einrichtung von sogenannten Info-Tankstellen

an Schwerpunktstandorten / Knotenpunkten

zur Information über die Landschaft, über die

Besonderheiten und Schwerpunkte des Standortes,

über die touristische Infrastruktur, wie z. B.

Übernachtungsmöglichkeiten, Restaurants, Cafés,

Anbindung an weitere Schwerpunktstandorte, ...

M-11

Koordination und Qualitätsmanagement im

Rahmen der Umsetzungen der Maßnahmen durch

den Naturpark oder durch einen vom Naturpark

engagierten Mediator, Landschaftsplaner, reisenden

Berater in Sachen Landschaftspraxis o. ä.

M-12

Erstellen von Informationsmaterialien, Landschaftsführern,

Broschüren und Landschaftsboxen mit

Themenkarten und Informationen zur Landschaft, zu

den Landschaftseinheiten, zur Entwicklung, zu den

Qualitätszielen, usw. für Schulen, Naturschutzvereine,

321


322


27 Maßnahmen für die besonderen Bereiche

27.5

Heckenlandschaft

interessierte Bürger, Gemeinden, usw. als wichtige

Grundlage für das Wissen über die Zusammenhänge

und Auswirkungen des menschlichen Handelns und

für die Umsetzung von eventuellen Maßnahmen. Den

Haushalten werden regelmäßig Informationen über

die regionale Landschaft und Natur zugeschickt.

M-13

Erstellen und Veröffentlichung einer „interaktiven

Webseite“ zum Thema Landschaft

M-14

Anlegen und Ausweisen von interaktiven Lehrpfaden

zu bestimmten Themen und Schwerpunkten der

Belgischen Eifel

M-15

Anfertigung und Aufstellung von einheitlichen

Landschaftsinfotafeln und Landschaftsschaukästen

zu bestimmten Themen und Schwerpunkten der

Belgischen Eifel

M-28

Erhalt, Sicherung und Herausstellung des natürlichen

Charakters der Täler und deren unterschiedlicher

Ausprägungen, die für die Region typisch sind und

einen sehr wichtigen Beitrag zur Identität leisten

M-29

Herausstellen und Verbesserung der Erkennbarkeit

der Flüsse und Bäche im gesamten Verlauf durch die

Landschaft durch Anpflanzung von standortgerechten

und landschaftstypischen Ufergehölzen, Anpflanzung

von Laubgehölzen an den Hängen zur Hervorhebung

des Talverlaufes und der Talformen, Ermöglichung

von Ausblickpunkten auf Täler und besondere

Gewässerverlaufsabschnitte (z. B. Mäander, ...),

Freihalten der natürlichen Talsohlen von Bebauungen

jeglicher Art und von nicht standortgerechter

Bepflanzung (z. B. Fichtenkulturen), Vermeidung von

Reliefänderungen

M-34

Erhalt und Schutz von besonderen Landschaften und

Vegetationen, wie z. B. Narzissenwiesen, durch eine

abgestimmte Pflege und Vermeidung von Dünger-,

Gülle- und Schadstoffeinträgen

M-35

Erhalt und Schutz von landschaftstypischen

Vegetationsstrukturen (z. B. Einzelbäume,

Strauchgruppen, Hecken, ...) zur Unterstützung des

ökologischen Netzwerkes

M-36

Erhalt und Schutz von Kleinstrukturen der Landschaft

zur Herausstellung örtlicher und kulturhistorischer

Besonderheiten, zum Erhalt kleiner Geländeformen

(Hohlwege, Stufenraine, Flüx-Gräben, ...) und zur

Unterstützung der Biodiversität

M-42

Erhalt, Stabilisierung und Verstärkung des grünen

Netzwerkes in Hängen, dies gilt insbesondere für

die kleineren Landschaftsstrukturelemente wie

kleinere Hänge, markante Einzelbaumstandorte,

Strauchgruppen und Heckenabschnitte

M-43

Erhalt und Entwicklung des natürlichen Netzwerkes

durch Zusammenarbeit und Abstimmung mit den

Nachbargemeinden, angrenzenden Regionen und

Ländern

M-44

Erhalt, Schutz und Pflege der Heckenlandschaft

zur Sicherung des kulturhistorischen Erbes und der

Förderung der Identität

M-45

Sicherung der Heckenlandschaft als herausragendes

und bedeutendes Element des ökologischen

Netzwerkes und der historischen Kulturlandschaft

durch eine Bestandserfassung und Erstellung eines

regelmäßig aktualisierten Heckenkataster

M-46

Pflege und Entwicklung der Heckenlandschaft durch

Erstellung eines mit den landwirtschaftlichen Akteuren

abgestimmten Pflege- und Entwicklungsprogramms,

das auf die heutigen Bedürfnisse und Anforderungen

abgestimmt ist und zum Erhalt und zum Ausbau

der typischen Heckenstrukturen betragen soll. Der

Landwirt ist ein wichtiger Partner der Landespflege;

er sollte unterstützt werden durch Umweltprämien,

durch freiwillige Helfer und durch Naturschutzvereine.

M-47

Anreicherung der natürlichen Vegetation zur

Verbesserung des ökologischen Netzes durch

gezielte punktuelle, linienförmige und flächige

landschaftstypische und standortgerechte Bepflanzung,

z. B. entlang der Wege und Straßen, entlang

der Grenzen und Bewirtschaftungsräume mittels

Anpflanzung von Alleen, Einzelbäumen, Sträuchern,

Hecken, usw.

M-51

Krautsäume entlang der Straßen, Wege und

landwirtschaftlichen Flächen sorgfältig pflegen

(im Sinne der späten Mahd) zur Entwicklung und

Förderung von Leitlinien für die Ausbreitung von

Pflanzen- und Tierarten

M-57

Keine Bebauung auf den Kuppen oder

Höhenrücken entsprechend den typischen

Bebauungscharakteristika der belgischen Eifel

M-59

Anpflanzung von typischen Grünstrukturen der

Wiesen- und Heckenlandschaft, insbesondere im

Umfeld der Dörfer

M-60

Einbindung von Infrastrukturen, wie z. B. Wege und

Straßen, in die Landschaft durch Anpflanzung von

landschaftstypischen und standortgerechten Alleen,

Bäumen, Sträuchern, Hecken, ...

M-61

Verwendung von einheimischen, regionaltypischen

und standortgerechten Bäumen, Sträuchern und

Hecken für die Gestaltung/Begrünung privater und

öffentlicher Freiräume zur Förderung der Biodiversität

und zur besseren Einbindung der Bebauung in die

Landschaft

M-62 Anpflanzung von landschaftstypischen und

standortgerechten Hecken entlang der Grundstücksund

Parzellengrenzen

M-64

Freundliche und einladende Gestaltung der Ortsein-/

ausgänge als Visitenkarte des Dorfes zur besseren

Verbindung und Integration von Bebauung und

Landschaft, u. a. mit ortstypischen Elementen, wie

z. B. Narzissenwiesen im Ortsein - und Ortsausgang

von Bütgenbach

M-67

Anpflanzung von Obstbäumen in den Dörfern zur

Verstärkung des bäuerlichen und landschaftlichen

Charakters

M-68

Überarbeitung (Revision) und Anpassung des

Sektorenplanes unter Berücksichtigung der örtlichen,

natürlichen und strukturellen Gegebenheiten

M-69

Raumplanung durch Erarbeitung/Aufstellen eines

Gesetzbuches für die Raumordnung, den Städtebau,

das Kulturerbe und für den Bereich Energie unter

Berücksichtigung der Belange von Natur und

Landschaft

M-70

Qualitätsmanagement in der Raumordnung

M-71

Qualitätsmanagement der Umsetzungen

M-75

Bessere Integration von technischen Einrichtungen,

wie z. B. Photovoltaikanlagen, zur Vermeidung von

visuellen Beeinträchtigungen auf das Dorf- bzw.

Landschaftsbild

M-76

Beseitigung von visuellen Beeinträchtigungen im

Dorf- und Landschaftsbild, z. B. durch Verlegung

der Überlandleitungen unter die Erde, Entfernen

der Elektromasten, Integration von technischen

Installation wie Hochspannungskabinen in die

Dorf- und Naturlandschaft durch Eingrünung und

Verwendung ortstypischer Materialien

M-77

Durchführung einer detaillierten Analyse der

aktuellen Situation im Bereich des Tourismus

und den damit verbundenen Berufszweigen,

Auswertung und Lösungen ansprechen, Ausarbeiten

eines Konzeptes, Kooperation und Austausch

mit Kollegen und anderen betroffenen Akteuren

anstreben, Kontrollmechanismen erstellen und

Qualitätsmanagement einführen, Qualitätslabel

aufstellen

M-78

Aussichtspunkte als didaktische und pädagogische

Mittel zur Herausstellung der besonderen Lage, zur

Betrachtung des Reliefs, zur Attraktivitätssteigerung

und als touristischer Anreiz in die Landschaft

integrieren

M-79

Vermeidung der Ansiedelung von Freizeiteinrichtungen,

Ferienhäusern, Campingplätzen, usw. in

landschaftlich wertvollen Bereichen

M-81

Verbesserung und klare Kennzeichnung von

vorhandenen Themenrouten und deren Infrastrukturen

(Mühlen, ...), Verbesserung der Zugänglichkeit,

Ausweisung von neuen Themenrouten (Wasser, Tal,

...)

M-82

Den Fahrradtourismus als ein wichtiger Motor des

Tourismus fördern durch den Ausbau von Radwegen

auf stillgelegten Eisenbahnstrecken (RAVeL-

Routen), durch die Ausweisung/Erschließung von

zusätzlichen Verbindungsstrecken zur Ermöglichung

von Rundradwegen, durch das Anlegen von

Informations- und Ladestellen (z. B. für Elektrobikes),

durch den Ausbau des Knotenpunktsystems, durch

die Verbesserung der Rückfahrtmöglichkeiten, z. B.

mit Bussen, Koffertransport von Hotel zu Hotel

M-83

Ausbau und Vermarktung von besonderen

Infrastrukturen und kulturhistorisch bedeutenden

Elementen (Schwergewichte der Belgischen Eifel)

zur Förderung und Attraktivitätssteigerung des

Tourismus, wie z. B. für die Burg in Reuland oder den

323


324


27 Maßnahmen für die besonderen Bereiche

27.5

Heckenlandschaft

Bütgenbacher See, durch Schaffung von zusätzlichen

Attraktionen, Aktivitäten, Veranstaltungen, durch eine

hochwertige und überregionale Außendarstellung,

durch die Einbindung in übergeordnete Programme

und Themenrouten sowie durch eine einfache, aber

klare Erkennbarkeit der Lage und der Zugänge

M-84

Ausbau der touristischen Infrastrukturen, wie z. B.

Campingplätze, Ferien auf dem Bauernhof, Bed &

Breakfast, usw.

M-85

Ausbau und Vermarktung von Ferien und Erlebnis

auf dem Bauernhof zur Steigerung des touristischen

Angebotes und als zusätzliche Einnahmequelle für

die Landwirtschaft

M-87

Die Vermarktung des für die Belgische Eifel

typischen Wetters als ein Merkmal der Region

(besonderes Merkmal Belgiens), Aufzeigen der

verschiedenen Witterungssituationen und der

damit verbundenen Möglichkeiten, so sind z. B.

Langlaufski und Schneeschuhwanderungen bei

Schnee eine gelungene Abwechslung, außerdem

sind, Vennwanderungen durch die Moorlandschaft

bei Nebel besonders geheimnisvoll. Hervorhebung

der Standorte und Bereiche, die erst aufgrund der

speziellen Witterung entstanden sind bzw. überlebt

haben (Hohes Venn, die zahlreichen Bäche und

Flüsse)

M-88

Verbesserung und Aufwertung der Erholungsund

Aufenthaltsqualitäten in den Hotels, wie z.

B. durch abgestimmte Angebote im Umfeld der

Übernachtungsmöglichkeiten (Koffertransport im

Rahmen von Radrouten), durch zusätzliche Ausstattung

der Hotels und anderen Übernachtungsmöglichkeiten

mit Wellnessinfrastrukturen (Sauna, Infrarotkabinen,

usw.) oder mit Bereitstellung von eigens für die

Region hergestellten hochwertigen Regenmänteln u.

ä.

M-89

Verschiedene touristische Formen konzentriert

anbieten und vermarkten, wie z. B.

Naturerlebnistourismus, Erholungs- und Wellnesstourismus,

Gastronomietourismus, Rad- und

Wandertourismus, ...

M-91

Touristische Highlights herausstellen und durch

Vermarktung als Attraktion für Besucher hervorheben

M-92

Sicherung und Ermöglichung einer auskömmlichen

und nachhaltigen landwirtschaftlichen Tätigkeit unter

Berücksichtigung des Erhalts und der Entwicklung

des ökologischen Netzes

M-101

Abstandsflächen und ungenutzte oder aus der

Produktion ausgegliederte Flächen sind für den

Naturschutz als Ausgleichsflächen zu überlassen

und einer natürlichen Entwicklung und einer an

Artenschutzzielen orientierten Gestaltung zuzuführen.

M-102

Installation von kollektiven Photovoltaikanlagen auf

den Dächern von Industriekomplexen zur allgemeinen

Versorgung der Bevölkerung, kombiniert mit einer

Dachbegrünung zur Standortverbesserung und

einer Qualitätssteigerung der Photovoltaikanlagen

(die Kosten der Anlage einschl. Begrünung sowie

die Kosten für eine zusätzliche Verstärkung der

Dachkonstruktionen werden aus dem Gewinn der

Stromproduktion abgedeckt)

M-103

Nicht ausschließlich wirtschaftliche Interessen sind

zu verfolgen, sondern auch die landschaftlichen und

sozialverträglichen Aspekte sind im Produktionsraum

zu berücksichtigen, auch wenn auf den ersten

Blick hieraus keine direkten Vorteile erwirtschaftet

und abgeleitet werden können. Die Schönheit und

Qualität der Landschaft können aber einen positiven

Einfluss auf die Lebensqualität und andere Bereiche

wie den Tourismus haben und nachträglich eine

positive Wirkung auf die Wirtschaft nach sich ziehen.

M-104

Nachhaltiges Flächenmanagement für Industrie- und

Gewerbeflächen auf der Grundlage von konkreten

Analysen in Bezug auf Lage, Landschaftsverträglichkeit

und Bedarf betreiben

M-105

Ausarbeitung und Abstimmung eines Energiekonzeptes,

das nicht nur auf die gesamte Region,

sondern auch auf nationale Analysen und Ziele

abstimmt ist. Dabei ist die Verträglichkeit für die

Landschaft und die Umwelt zu berücksichtigen. Das

Ziel muss darin liegen, langfristig eine bezahlbare

Energieversorgung durch überwiegend erneuerbare

Energien zu sichern. Ein Mix aus verschiedenen

erneuerbaren Energien ist anzustreben, um eine

stabilere Energieversorgung mit regenerativer Energie

zu sichern (z. B. Wind-, Solar- und Bioenergie).

Angesichts der umfangreichen Wirtschaftswälder in

der Belgischen Eifel, ist Holz als nachwachsender

Rohstoff für die Verwendung und Produktion von

erneuerbarer Energien ein Zukunftsthema und muss

Gegenstand der nachhaltigen Waldbewirtschaftung

werden. Das Thema regenerative Energie muss auch

in der Landwirtschaft diskutiert werden (Gewinnung

von Energieholz, Reststoffverwertung wie Schnittgut

aus der Heckenpflege, Produktion von Biogas aus

Gülle, ...).

M-93

Förderung und Unterstützung der Landwirtschaft

für die Landschaftspflege im Sinn der Natur und der

kulturhistorischen Grünlandwirtschaft

M-96

Mittels orts- und landschaftstypischer Bepflanzung

sind landwirtschaftliche Gebäude in die Umgebung

zu integrieren

M-98

Renaturierung von Abbaugebieten wie Steinbrüchen

im Sinne des Naturschutzes (Folgenutzung, Ausgleich

des Eingriffes) zur Förderung der Biodiversität durch

eine Standortbewertung, natürliche Sukzession und

eine an Artenschutzziele orientierte Gestaltung

325


0 5km

Paysage

semi-ouvert

de prairies

Halboffene

Wiesenlandschaft

326


27 Maßnahmen für die besonderen Bereiche

27.6

Halboffene Wiesenlandschaft

Funktion

Die halboffene Wiesenlandschaft ist deutlich weniger

strukturiert als die Heckenlandschaft und erstreckt

sich über die Bachtäler von Amel, Emmels und

Recht, von Iveldingen bis nach Crombach und Recht,

westlich der Wasserscheidlinie Rhein-Maas.

Die halboffene Wiesenlandschaft kann als

Übergangslandschaft von der Heckenlandschaft im

Norden in die offene Wiesen- und Ackerlandschaft

im Süden betrachtet werden. Aufgrund der

Stacheldrahtzäune und der im Süden länger

anhaltenden Ackerlandnutzung hat sich die

Heckenkultur in diesem Gebiet nicht so stark

entwickeln können.

Vereinzelt prägen Heckenabschnitte, Baumgruppen,

Baumreihen und Einzelbäume die vorwiegend als

Grünland genutzte Landschaft. Vereinzelt findet auch

noch Ackerlandbewirtschaftung statt. Die Täler sind

weit geöffnet und bieten somit sehr gute Aus- bzw.

Weitblicke auf das umliegende Land.

Im Gegensatz zu den idealtypischen Eigenschaften

der „halboffenen Landschaft“ besteht aufgrund

der aktuell intensiven Grünlandbewirtschaftung

keine Gefahr der Verbuschung. Es besteht eher

die Gefahr, dass weitere Grünstrukturen verloren

gehen und dass die Tendenz zu einer ausgeräumten

Landschaft sich weiterentwickeln könnte. Halboffene

Landschaften sind in einer intensiven Landnutzung

eher selten. In einer idealtypisch entwickelten

halboffenen Landschaft findet man verschiedene

miteinander vermischte Biotopstrukturen der

offenen und geschlossenen Landschaft vor, in denen

unterschiedliche Pflanzen und Tiere ausreichend

Lebensraum finden.

Qualitätsziele

QZ 3.2:

Die Intensität der Landnutzung ist auf die ökologischen

Belange abgestimmt.

Die Land- und Forstwirtschaft sowie die Natur

entwickeln sich gemeinsam, auf nachhaltige Weise

und die Entwicklungen sind aufeinander abgestimmt.

QZ 5.1:

Das große Potential der umfangreichen, vielfältigen

und natürlichen Kulturlandschaft für die Erholung und

das Naturerlebnis wird schonend ausgeschöpft und

wahrgenommen.

QZ 5.2:

Eine umfangreiche Infrastruktur (z. B. Wanderund

Radwege) ermöglicht den freien Zugang

zur Landschaft und die damit verbundene

Erholungsnutzung.

Die geschützten und sensiblen Bereiche sind

kontrolliert zugänglich.

QZ 5.3:

Die historische Kulturlandschaft ist in ihrer Vielfalt und

Eigenart wahrnehm- und erlebbar. Die besonderen

Bereiche der Kulturlandschaft sind herausgestellt

und verdeutlichen die Vielfalt und den typischen

Charakter der Region.

QZ 5.4:

Neue Erlebnisinfrastrukturen und Erholungsanlagen

verstärken den Charakter der Region, sie respektieren

die natürlichen Gegebenheiten und binden sich in die

Landschaft ein.

QZ 5.5:

Der Schutz und die schonende Entwicklung der

Kulturlandschaft fördern eine naturnahe und

abwechslungsreiche Landschaft, die für den Erlebnisund

Erholungsuchenden an Attraktivität

und Aufenthaltsqualität gewinnt. Hieraus wird auch

die wirtschaftliche Bedeutung einer intakten und

gepflegten Landschaft deutlich.

QZ 6.1:

Die landwirtschaftlichen Betriebe haben eine

gesicherte Zukunft. Dank der qualitativen

Produktionsweise und der landschaftspflegerischen

Leistungen sind sie außerdem auskömmlich. Darüber

hinaus sind die landwirtschaftlichen Betriebe

konkurrenzfähig gegenüber dem Markt.

Die Betriebe bewirtschaften die Flächen im

Einklang mit der Natur, die ökologischen Belange

als auch die Belange der Kulturlandschaft finden

Berücksichtigung.

Die Betriebe wenden sich immer häufig dem

biologischen Anbau zu.

QZ 6.2:

Die landwirtschaftlichen Betriebe sind zertifiziert

und erbringen den Nachweis der nachhaltigen

Bewirtschaftung. Sie sind als wichtige Lebensmittelproduzenten

anerkannt und wertgeschätzt.

Die landwirtschaftlichen Produkte sind von hoher

Qualität. Die regionale Vermarktung gewinnt immer

mehr an Bedeutung und sie stärkt die Betriebe sowie

das Image der Belgischen Eifel.

QZ 6.3:

Die landwirtschaftlichen Betriebe leisten mit ihrer

landschaftspflegerischen Tätigkeit einen wichtigen

Beitrag zum Erhalt und Schutz der Kulturlandschaft.

Für diese Maßnahmen werden die Betriebe entlohnt.

QZ 6.5:

Die nachhaltige Energieproduktion integriert sich

harmonisch in ein Energiekonzept, das auch der

Landschaft Rechnung trägt.

Die Produktionsstätten sind landschaftsverträglich

und haben kaum negative Auswirkungen auf die

Landschaft.

Ist Situation

Stärken

--

im Süden begrenzt von markanten Höhenrücken

(Wasserscheide);

--

hohe Vielfalt (Vegetation, Fauna);

--

abwechslungsreiches Relief;

--

sehr große Höhenunterschiede;

--

herrliche Aussichtspunkte;

--

gute Einsehbarkeit;

--

hügelige Bachtäler;

--

markante Kesselform bei Recht.

Schwächen

--

gering strukturierte Landschaft;

--

die Dörfer entwickeln sich entlang der

Hauptstraßen.

Chancen

--

touristisches Potential;

--

Ausbau des RAVeL-Netzes.

Gefahren

--

Heckenbestand ist sehr bedroht;

--

insbesondere außerhalb NHVE.

Maßnahmen

M-1

Landschaftsgerechte Integration von Aussichtspunkten

in Höhenlagen als wichtiges didaktisches

und pädagogisches Mittel, zur Herausstellung der

besonderen Lage, zur Attraktivitätssteigerung und als

touristischer Anreiz

M-4

Kennzeichnung von besonderen Landschaftsbereichen

und -formen, von bedeutenden Standorten,

wie z. B. die Heckenlandschaft von Büllingen; Bau

eines halboffenen Heckenmuseums, bestehend

aus einem natürlichen Gebäude aus Pflanzen mit

Erläuterungstafel usw., einem Heckenlabyrinth mit

einheimischen Hecken, besonderen Heckenformen,

einem Gehölzpark mit freiwachsenden Sträuchern

und Bäumen; Nebenprodukte der Hecken zur

Gewinnung und Erzeugung von Nahrungsmitteln

(Marmelade, Tee, ...) und Arzneien

M-5

Installation einer Heckenfestung um ein Dorf oder

einen Weiler herum, ...

M-7

Hervorhebung und Vermarktung der Qualität der

Region und der regionalen Produkte, z. B. durch die

Produktion neuer Produkte unter dem Qualitätslabels

„Ostbelgien“, eigene spezifische Kennzeichnung

bzw. Namensgebung, wie z. B. „Heckenmilch“ (Milch

aus der Heckenlandschaft)

M-8

Besondere Veranstaltungen und Events zum

Thema Landschaft organisieren (z. B. Heckenoder

Wasserfest, Baum- und Heckenpflanztag,

Vogelbeobachtungen zu besonderen Zeiten, spezielle

Themenwanderungen, Flugtage zur Beobachtung

der Landschaft aus der Luft, Fahrradrallye, ...)

M-9

Förderung der Kommunikation und der Verständigung

zwischen den Akteuren der Landschaft, z. B.

durch gezielte Informationsveranstaltungen mit

Unterstützung eines Mediators und durch die

Einrichtung einer Dialogbox

M-10

Einrichtung von sogenannten Info-Tankstellen

an Schwerpunktstandorten / Knotenpunkten

zur Information über die Landschaft, über die

Besonderheiten und Schwerpunkte des Standortes,

über die touristische Infrastruktur, wie z. B.

Übernachtungsmöglichkeiten, Restaurants, Cafés,

Anbindung an weitere Schwerpunktstandorte, ...

M-11

Koordination und Qualitätsmanagement im

Rahmen der Umsetzungen der Maßnahmen durch

den Naturpark oder durch einen vom Naturpark

engagierten Mediator, Landschaftsplaner, reisenden

Berater in Sachen Landschaftspraxis o. ä.

M-12

Erstellen von Informationsmaterialien, Landschaftsführern,

Broschüren und Landschaftsboxen mit

Themenkarten und Informationen zur Landschaft, zu

den Landschaftseinheiten, zur Entwicklung, zu den

Qualitätszielen, usw. für Schulen, Naturschutzvereine,

interessierte Bürger, Gemeinden, usw. als wichtige

Grundlage für das Wissen über die Zusammenhänge

und Auswirkungen des menschlichen Handelns und

für die Umsetzung von eventuellen Maßnahmen. Den

Haushalten werden regelmäßig Informationen über

die regionale Landschaft und Natur zugeschickt.

327


328


27 Maßnahmen für die besonderen Bereiche

27.6

Halboffene Wiesenlandschaft

M-13

Erstellen und Veröffentlichung einer „interaktiven

Webseite“ zum Thema Landschaft

M-14

Anlegen und Ausweisen von interaktiven Lehrpfaden

zu bestimmten Themen und Schwerpunkten der

Belgischen Eifel

M-15

Anfertigung und Aufstellung von einheitlichen

Landschaftsinfotafeln und Landschaftsschaukästen

zu bestimmten Themen und Schwerpunkten der

Belgischen Eifel

M-24

Anpflanzung von Ufersaumgehölzen zur

Sicherung und Entwicklung der unterschiedlichen

Gewässerstrukturen

M-26

Wiederherstellung von Auenbereichen als wichtige

Lebensräume für spezielle Pflanzen und Tiere,

als wichtiger Teil der Flusslandschaften und

zum Hochwasserschutz für die flussabwärts

liegenden Gebiete durch Schaffung von

Überschwemmungsflächen im unmittelbaren Bereich

der Bäche und Flüsse

M-28

Erhalt, Sicherung und Herausstellung des natürlichen

Charakters der Täler und deren unterschiedlicher

Ausprägungen, die für die Region typisch sind und

einen sehr wichtigen Beitrag zur Identität leisten

M-29

Herausstellen und Verbesserung der Erkennbarkeit

der Flüsse und Bäche im gesamten Verlauf durch die

Landschaft durch Anpflanzung von standortgerechten

und landschaftstypischen Ufergehölzen, Anpflanzung

von Laubgehölzen an den Hängen zur Hervorhebung

des Talverlaufes und der Talformen, Ermöglichung

von Ausblickpunkten auf Täler und besondere

Gewässerverlaufsabschnitte (z. B. Mäander, ...),

Freihalten der natürlichen Talsohlen von Bebauungen

jeglicher Art und von nicht standortgerechter

Bepflanzung (z. B. Fichtenkulturen), Vermeidung von

Reliefänderungen

M-34

Erhalt und Schutz von besonderen Landschaften und

Vegetationen, wie z. B. Narzissenwiesen, durch eine

abgestimmte Pflege und Vermeidung von Dünger-,

Gülle- und Schadstoffeinträgen

M-35 Erhalt und Schutz von landschaftstypischen

Vegetationsstrukturen (z. B. Einzelbäume,

Strauchgruppen, Hecken, ...) zur Unterstützung des

ökologischen Netzwerkes

M-36

Erhalt und Schutz von Kleinstrukturen der Landschaft

zur Herausstellung örtlicher und kulturhistorischer

Besonderheiten, zum Erhalt kleiner Geländeformen

(Hohlwege, Stufenraine, Flüx-Gräben, ...) und zur

Unterstützung der Biodiversität

M-42

Erhalt, Stabilisierung und Verstärkung des grünen

Netzwerkes in Hängen, dies gilt insbesondere für

die kleineren Landschaftsstrukturelemente wie

kleinere Hänge, markante Einzelbaumstandorte,

Strauchgruppen und Heckenabschnitte

M-43

Erhalt und Entwicklung des natürlichen Netzwerkes

durch Zusammenarbeit und Abstimmung mit den

Nachbargemeinden, angrenzenden Regionen und

Ländern

M-44

Erhalt, Schutz und Pflege der Heckenlandschaft

zur Sicherung des kulturhistorischen Erbes und der

Förderung der Identität

M-45

Sicherung der Heckenlandschaft als herausragendes

und bedeutendes Element des ökologischen

Netzwerkes und der historischen Kulturlandschaft

durch eine aktuelle Bestandserfassung und Erstellung

eines regelmäßig aktualisierten Heckenkataster

M-46

Pflege und Entwicklung der Heckenlandschaft durch

Erstellung eines mit den landwirtschaftlichen Akteuren

abgestimmten Pflege- und Entwicklungsprogramms,

das auf die heutigen Bedürfnisse und Anforderungen

abgestimmt ist und zum Erhalt und zum Ausbau

der typischen Heckenstrukturen betragen soll. Der

Landwirt ist ein wichtiger Partner der Landespflege;

er sollte unterstützt werden durch Umweltprämien,

durch freiwillige Helfer und durch Naturschutzvereine.

M-47

Anreicherung der natürlichen Vegetation zur

Verbesserung des ökologischen Netzes durch

gezielte punktuelle, linienförmige und flächige

landschaftstypische und standortgerechte Bepflanzung,

z. B. entlang der Wege und Straßen, entlang

der Grenzen und Bewirtschaftungsräume mittels

Anpflanzung von Alleen, Einzelbäumen, Sträuchern,

Hecken, usw.

M-51

Krautsäume entlang der Straßen, Wege und

landwirtschaftlichen Flächen sorgfältig pflegen

(im Sinne der späten Mahd) zur Entwicklung und

Förderung von Leitlinien für die Ausbreitung von

Pflanzen- und Tierarten

M-57

Keine Bebauung auf den Kuppen und

Höhenrücken entsprechend den typischen Bebauungscharakteristika

der belgischen Eifel

M-59

Anpflanzung von typischen Grünstrukturen der

Wiesen- und Heckenlandschaft, insbesondere im

Umfeld der Dörfer

M-60

Einbindung von Infrastrukturen, wie z. B. Wege und

Straßen, in die Landschaft durch Anpflanzung von

landschaftstypischen und standortgerechten Alleen,

Bäumen, Sträuchern, Hecken, ...

M-61

Verwendung von einheimischen, regionaltypischen

und standortgerechten Bäumen, Sträuchern und

Hecken für die Gestaltung/Begrünung privater und

öffentlicher Freiräume zur Förderung der Biodiversität

und zur besseren Einbindung der Bebauung in die

Landschaft

M-62

Anpflanzung von landschaftstypischen und

standortgerechten Hecken entlang der Grundstücksund

Parzellengrenzen

M-64

Freundliche und einladende Gestaltung der Ortsein-/

ausgänge als Visitenkarte des Dorfes zur besseren

Verbindung und Integration von Bebauung und

Landschaft, u. a. mit ortstypischen Elementen, wie

z. B. Narzissenwiesen im Ortsein - und Ortsausgang

von Bütgenbach

M-66

Gestaltung und Ausstattung der Autobahnrastplätze

unter Verwendung typischer Materialien der

Belgischen Eifel; Informationen über die Region und

deren Besonderheiten vermitteln

M-67

Anpflanzung von Obstbäumen in den Dörfern zur

Verstärkung des bäuerlichen und landschaftlichen

Charakters

M-68

Überarbeitung (Revision) und Anpassung des

Sektorenplanes unter Berücksichtigung der örtlichen,

natürlichen und strukturellen Gegebenheiten

M-69

Raumplanung durch Erarbeitung/Aufstellen eines

Gesetzbuches für die Raumordnung, den Städtebau,

das Kulturerbe und für den Bereich Energie unter

Berücksichtigung der Belange von Natur und

Landschaft

M-70

Qualitätsmanagement in der Raumordnung

M-71

Qualitätsmanagement der Umsetzungen

M-75

Bessere Integration von technischen Einrichtungen,

wie z. B. Photovoltaikanlagen, zur Vermeidung von

visuellen Beeinträchtigungen auf das Dorf- bzw.

Landschaftsbild

M-76

Beseitigung von visuellen Beeinträchtigungen im

Dorf- und Landschaftsbild, z. B. durch Verlegung

der Überlandleitungen unter die Erde, Entfernen

der Elektromasten, Integration von technischen

Installation wie Hochspannungskabinen in die

Dorf- und Naturlandschaft durch Eingrünung und

Verwendung ortstypischer Materialien

M-77

Durchführung einer detaillierten Analyse der

aktuellen Situation im Bereich des Tourismus

und den damit verbundenen Berufszweigen,

Auswertung und Lösungen ansprechen, Ausarbeiten

eines Konzeptes, Kooperation und Austausch

mit Kollegen und anderen betroffenen Akteuren

anstreben, Kontrollmechanismen erstellen und

Qualitätsmanagement einführen, Qualitätslabel

aufstellen

M-78

Aussichtspunkte als didaktische und pädagogische

Mittel zur Herausstellung der besonderen Lage, zur

Betrachtung des Reliefs, zur Attraktivitätssteigerung

und als touristischer Anreiz in die Landschaft

integrieren

M-79

Vermeidung der Ansiedelung von Freizeiteinrichtungen,

Ferienhäusern, Campingplätzen, usw. in landschaftlich

wertvollen Bereichen

M-81

Verbesserung und klare Kennzeichnung von

vorhandenen Themenrouten und deren Infrastrukturen

(Mühlen, ...), Verbesserung der Zugänglichkeit,

Ausweisung von neuen Themenrouten (Wasser, Tal,

...)

M-82

Den Fahrradtourismus als ein wichtiger Motor des

Tourismus fördern durch den Ausbau von Radwegen

auf stillgelegten Eisenbahnstrecken (RAVeL-

Routen), durch die Ausweisung/Erschließung von

zusätzlichen Verbindungsstrecken zur Ermöglichung

von Rundradwegen, durch das Anlegen von

329


330


27 Maßnahmen für die besonderen Bereiche

27.6

Halboffene Wiesenlandschaft

Informations- und Ladestellen (z. B. für Elektrobikes),

durch den Ausbau des Knotenpunktsystems, durch

die Verbesserung der Rückfahrtmöglichkeiten, z. B.

mit Bussen, Koffertransport von Hotel zu Hotel

M-83

Ausbau und Vermarktung von besonderen

Infrastrukturen und kulturhistorisch bedeutenden

Elementen (Schwergewichte der Belgischen Eifel)

zur Förderung und Attraktivitätssteigerung des

Tourismus, wie z. B. für die Burg in Reuland oder den

Bütgenbacher See, durch Schaffung von zusätzlichen

Attraktionen, Aktivitäten, Veranstaltungen, durch eine

hochwertige und überregionale Außendarstellung,

durch die Einbindung in übergeordnete Programme

und Themenrouten sowie durch eine einfache, aber

klare Erkennbarkeit der Lage und der Zugänge

M-84

Ausbau der touristischen Infrastrukturen, wie z. B.

Campingplätze, Ferien auf dem Bauernhof, Bed &

Breakfast, usw.

M-85

Ausbau und Vermarktung von Ferien und Erlebnis

auf dem Bauernhof zur Steigerung des touristischen

Angebotes und als zusätzliche Einnahmequelle für

die Landwirtschaft

M-86

Autobahn als wichtige Schaufenster in die Landschaft

mit in die Vermarktung einbeziehen, schnell

erreichbare Informationspunkte (Wissenstankstellen)

einrichten (z. B. an Rastplätzen, Ausfahrten,

Grenzübergängen)

M-87

Die Vermarktung des für die Belgische Eifel

typischen Wetters als ein Merkmal der Region

(besonderes Merkmal Belgiens), Aufzeigen der

verschiedenen Witterungssituationen und der

damit verbundenen Möglichkeiten, so sind z. B.

Langlaufski und Schneeschuhwanderungen bei

Schnee eine gelungene Abwechslung, außerdem

sind, Vennwanderungen durch die Moorlandschaft

bei Nebel besonders geheimnisvoll. Hervorhebung

der Standorte und Bereiche, die erst aufgrund der

speziellen Witterung entstanden sind bzw. überlebt

haben (Hohes Venn, die zahlreichen Bäche und

Flüsse)

M-88

Verbesserung und Aufwertung der Erholungsund

Aufenthaltsqualitäten in den Hotels, wie z.

B. durch abgestimmte Angebote im Umfeld der

Übernachtungsmöglichkeiten (Koffertransport im

Rahmen von Radrouten), durch zusätzliche Ausstattung

der Hotels und anderen Übernachtungsmöglichkeiten

mit Wellnessinfrastrukturen (Sauna, Infrarotkabinen,

usw.) oder mit Bereitstellung von eigens für die

Region hergestellten hochwertigen Regenmänteln u.

ä.

M-89

Verschiedene touristische Formen konzentriert

anbieten und vermarkten, wie z. B.

Naturerlebnistourismus, Erholungs- und

Wellnesstourismus, Gastronomietourismus, Radund

Wandertourismus, ...

M-91

Sicherung und Ermöglichung einer auskömmlichen

und nachhaltigen landwirtschaftlichen Tätigkeit unter

Berücksichtigung des Erhalts und der Entwicklung

des ökologischen Netzes

M-92

Sicherung und Ermöglichung einer auskömmlichen

und nachhaltigen landwirtschaftlichen Tätigkeit unter

Berücksichtigung des Erhalts und Entwicklung des

ökologischen Netzes

M-93

Förderung und Unterstützung der Landwirtschaft

für die Landschaftspflege im Sinn der Natur und der

kulturhistorischen Grünlandwirtschaft

M-96

Mittels orts- und landschaftstypischer Bepflanzung

sind landwirtschaftliche Gebäude in die Umgebung

zu integrieren

M-98

Renaturierung von Abbaugebieten wie Steinbrüchen

im Sinne des Naturschutzes (Folgenutzung, Ausgleich

des Eingriffes) zur Förderung der Biodiversität durch

eine Standortbewertung, natürliche Sukzession und

eine an Artenschutzziele orientierte Gestaltung

M-101

Abstandsflächen und ungenutzte oder aus der

Produktion ausgegliederte Flächen sind für den

Naturschutz als Ausgleichsflächen zu überlassen

und einer natürlichen Entwicklung und einer an

Artenschutzzielen orientierten Gestaltung zuzuführen.

M-102

Installation von kollektiven Photovoltaikanlagen auf

den Dächern von Industriekomplexen zur allgemeinen

Versorgung der Bevölkerung, kombiniert mit einer

Dachbegrünung zur Standortverbesserung und

einer Qualitätssteigerung der Photovoltaikanlagen

(die Kosten der Anlage einschl. Begrünung sowie

die Kosten für eine zusätzliche Verstärkung der

Dachkonstruktionen werden aus dem Gewinn der

Stromproduktion abgedeckt)

M-103

Nicht ausschließlich wirtschaftliche Interessen sind

zu verfolgen, sondern auch die landschaftlichen und

sozialverträglichen Aspekte sind im Produktionsraum

zu berücksichtigen, auch wenn auf den ersten

Blick hieraus keine direkten Vorteile erwirtschaftet

und abgeleitet werden können. Die Schönheit und

Qualität der Landschaft können aber einen positiven

Einfluss auf die Lebensqualität und andere Bereiche

wie den Tourismus haben und nachträglich eine

positive Wirkung auf die Wirtschaft nach sich ziehen.

M-104

Nachhaltiges Flächenmanagement für Industrieund

Gewerbeflächen auf der Grundlage

von konkreten Analysen in Bezug auf Lage,

Landschaftsverträglichkeit und Bedarf betreiben

M-105

Ausarbeitung und Abstimmung eines

Energiekonzeptes, das nicht nur auf die gesamte

Region, sondern auch auf nationale Analysen und

Ziele abstimmt ist. Dabei ist die Verträglichkeit für die

Landschaft und die Umwelt zu berücksichtigen. Das

Ziel muss darin liegen, langfristig eine bezahlbare

Energieversorgung durch überwiegend erneuerbare

Energien zu sichern. Ein Mix aus verschiedenen

erneuerbaren Energien ist anzustreben, um eine

stabilere Energieversorgung mit regenerativer Energie

zu sichern (z. B. Wind-, Solar- und Bioenergie).

Angesichts der umfangreichen Wirtschaftswälder in

der Belgischen Eifel, ist Holz als nachwachsender

Rohstoff für die Verwendung und Produktion von

erneuerbarer Energien ein Zukunftsthema und muss

Gegenstand der nachhaltigen Waldbewirtschaftung

werden. Das Thema regenerative Energie muss auch

in der Landwirtschaft diskutiert werden (Gewinnung

von Energieholz, Reststoffverwertung wie Schnittgut

aus der Heckenpflege, Produktion von Biogas aus

Gülle, ...).

331


0 5km

Paysage ouvert

de prairies

et de labours

Offene Wiesenund

Ackerlandschaft

332


27 Maßnahmen für die besonderen Bereiche

27.7

Offene Wiesen- und Ackerlandschaft

Funktion

Die offene Wiesenlandschaft erstreckt sich

hauptsächlich auf den Süden der Belgischen

Eifel, genauer gesagt auf das Our-, Braunlauf- und

Ulfbachtal, von Wallerode bis Malscheid.

Die offene, hügelige Landschaft zeichnet sich durch

einen geringen Waldanteil, wenige strukturierende

Grünelemente, offene Wiesen- und Ackerflächen,

ein abwechslungsreiches Relief mit einer Vielzahl

von Aussichtspunkten, breite bis enge Bachtäler,

sowie durch eine gute Erkennbarkeit der

Siedlungsstrukturen und den dort hauptsächlich

befindlichen Baumvegetation aus. Die ehemals

intensive Ackerbaulandwirtschaft, die hier betrieben

wurde, hat die Gestalt der Landschaft geprägt. Heute

überwiegt die intensive Grünlandbewirtschaftung.

Zahlreiche Tiere (z. B. Bodenbrüter, wie die

Feldlerche) und Pflanzen sind auf die offene Wiesenund

Ackerlandschaft angewiesen.

Zu den wichtigsten Lebensräumen der

offenen Landschaft zählen extensiv genutzte

Wiesen- und Ackerrandstreifen, extensivierte

Landwirtschaftsflächen, Feuchtwiesen, Trockenrasen,

kleinere Gehölzstrukturen, Einzelbäume, aber auch

Lebensräume in den Ortschaften.

Qualitätsziele

QZ 3.2:

Die Intensität der Landnutzung ist auf die ökologischen

Belange abgestimmt.

Die Land- und Forstwirtschaft sowie die Natur

entwickeln sich gemeinsam, auf nachhaltige Weise

und die Entwicklungen sind aufeinander abgestimmt.

QZ 4.1:

Die Dörfer weisen einen ortstypischen Charakter auf.

Die Bebauung passt sich den örtlichen Gegebenheiten

an und integriert sich in die Landschaft.

QZ 5.1:

Das große Potential der umfangreichen, vielfältigen

und natürlichen Kulturlandschaft für die Erholung und

das Naturerlebnis wird schonend ausgeschöpft und

wahrgenommen.

QZ 5.2:

Eine umfangreiche Infrastruktur (z. B. Wanderund

Radwege) ermöglicht den freien Zugang

zur Landschaft und die damit verbundene

Erholungsnutzung.

Die geschützten und sensiblen Bereiche sind

kontrolliert zugänglich.

QZ 5.3:

Die historische Kulturlandschaft ist in ihrer Vielfalt und

Eigenart wahrnehm- und erlebbar. Die besonderen

Bereiche der Kulturlandschaft sind herausgestellt

und verdeutlichen die Vielfalt und den typischen

Charakter der Region.

QZ 5.4:

Neue Erlebnisinfrastrukturen und Erholungsanlagen

verstärken den Charakter der Region, sie respektieren

die natürlichen Gegebenheiten und binden sich in die

Landschaft ein.

QZ 5.5:

Der Schutz und die schonende Entwicklung der

Kulturlandschaft fördern eine naturnahe und

abwechslungsreiche Landschaft, die für den

Erlebnis- und Erholungsuchenden an Attraktivität

und Aufenthaltsqualität gewinnt. Hieraus wird auch

die wirtschaftliche Bedeutung einer intakten und

gepflegten Landschaft deutlich.

QZ 6.1:

Die landwirtschaftlichen Betriebe haben eine

gesicherte Zukunft. Dank der qualitativen

Produktionsweise und der landschaftspflegerischen

Leistungen sind sie außerdem auskömmlich. Darüber

hinaus sind die landwirtschaftlichen Betriebe

konkurrenzfähig gegenüber dem Markt.

Die Betriebe bewirtschaften die Flächen im

Einklang mit der Natur, die ökologischen Belange

als auch die Belange der Kulturlandschaft finden

Berücksichtigung.

Die Betriebe wenden sich immer häufig dem

biologischen Anbau zu.

QZ 6.2:

Die landwirtschaftlichen Betriebe sind zertifiziert

und erbringen den Nachweis der nachhaltigen

Bewirtschaftung. Sie sind als wichtige

Lebensmittelproduzenten anerkannt und

wertgeschätzt. Die landwirtschaftlichen Produkte

sind von hoher Qualität. Die regionale Vermarktung

gewinnt immer mehr an Bedeutung und sie stärkt die

Betriebe sowie das Image der Belgischen Eifel.

QZ 6.3:

Die landwirtschaftlichen Betriebe leisten mit ihrer

landschaftspflegerischen Tätigkeit einen wichtigen

Beitrag zum Erhalt und Schutz der Kulturlandschaft.

Für diese Maßnahmen werden die Betriebe entlohnt.

QZ 6.5:

Die nachhaltige Energieproduktion integriert sich

harmonisch in ein Energiekonzept, das auch der

Landschaft Rechnung trägt.

Die Produktionsstätten sind landschaftsverträglich

und haben kaum negative Auswirkungen auf die

Landschaft.

Ist Situation

Stärken

--

Hügellandschaft mit Hängen und Tälern;

--

zahlreiche Kuppen und Höhenrücken;

--

Offenheit der Landschaft und weite Aussichten;

--

Potential für Natur;

--

Wichtiger Teil innerhalb NHVE;

--

Geringe und verstreute Bebauung;

--

Fehlendes Straßenbegleitgrün;

--

eine der letzten naturnah erhaltenen

Mittelgebirgstallandschaften in West- und

Mitteleuropa;

--

hohe Eigenart dank Elementen mit

landschaftstypischem und -prägendem

Charakter;

--

markantes und abwechslungsreiches Relief;

--

kleinräumige Landschaft;

--

weite und herrliche Sicht/Blickweiten;

--

gute Einsehbarkeit;

--

gute Erreichbarkeit;

--

schöne Aussichten.

Schwächen

--

geringe Strukturierung durch Grünelemente;

--

schlecht integrierte Agrarbebauung.

--

ungünstige Voraussetzungen für die

Landwirtschaft (Klima, Relief, Struktur, usw.).

Chancen

--

ökologisches Potential;

--

touristisches Potential;

--

Erweiterung des RAVeL-Netzes;

--

Fahrradrouten entlang der Fließgewässer.

Gefahren

--

Sektorenplan ist nicht auf das Relief

abgestimmt;

--

Neues Trasse der N62;

--

visuelle Beeinträchtigung durch

Windkraftanlagen;

--

teilweise ungünstige Voraussetzungen für die

Landwirtschaft (steile Hänge);

--

Stufenraine sind bedroht.

Maßnahmen

M-1

Landschaftsgerechte Integration von Aussichtspunkten

in Höhenlagen als wichtiges didaktisches

und pädagogisches Mittel, zur Herausstellung der

besonderen Lage, zur Attraktivitätssteigerung und als

touristischer Anreiz

M-7

Hervorhebung und Vermarktung der Qualität der

Region und der regionalen Produkte, z. B. durch die

Produktion neuer Produkte unter dem Qualitätslabels

„Ostbelgien“, eigene spezifische Kennzeichnung

bzw. Namensgebung

M-8

Besondere Veranstaltungen und Events zum

Thema Landschaft organisieren (z. B. Heckenoder

Wasserfest, Baum- und Heckenpflanztag,

Vogelbeobachtungen zu besonderen Zeiten, spezielle

Themenwanderungen, Flugtage zur Beobachtung

der Landschaft aus der Luft, Fahrradrallye, ...)

M-9

Förderung der Kommunikation und der Verständigung

zwischen den Akteuren der Landschaft, z. B.

durch gezielte Informationsveranstaltungen mit

Unterstützung eines Mediators und durch die

Einrichtung einer Dialogbox

M-10

Einrichtung von sogenannten Info-Tankstellen

an Schwerpunktstandorten / Knotenpunkten

zur Information über die Landschaft, über die

Besonderheiten und Schwerpunkte des Standortes,

über die touristische Infrastruktur, wie z. B.

Übernachtungsmöglichkeiten, Restaurants, Cafés,

Anbindung an weitere Schwerpunktstandorte, ...

M-11

Koordination und Qualitätsmanagement im

Rahmen der Umsetzungen der Maßnahmen durch

den Naturpark oder durch einen vom Naturpark

engagierten Mediator, Landschaftsplaner, reisenden

Berater in Sachen Landschaftspraxis o. ä.

M-12

Erstellen von Informationsmaterialien, Landschaftsführern,

Broschüren und Landschaftsboxen mit

Themenkarten und Informationen zur Landschaft, zu

den Landschaftseinheiten, zur Entwicklung, zu den

Qualitätszielen, usw. für Schulen, Naturschutzvereine,

interessierte Bürger, Gemeinden, usw. als wichtige

Grundlage für das Wissen über die Zusammenhänge

und Auswirkungen des menschlichen Handelns und

für die Umsetzung von eventuellen Maßnahmen. Den

Haushalten werden regelmäßig Informationen über

die regionale Landschaft und Natur zugeschickt.

M-13

Erstellen und Veröffentlichung einer „interaktiven

Webseite“ zum Thema Landschaft

333


334


27 Maßnahmen für die besonderen Bereiche

27.7

Offene Wiesen- und Ackerlandschaft

M-14

Anlegen und Ausweisen von interaktiven Lehrpfaden

zu bestimmten Themen und Schwerpunkten der

Belgischen Eifel

M-15

Anfertigung und Aufstellung von einheitlichen

Landschaftsinfotafeln und Landschaftsschaukästen

zu bestimmten Themen und Schwerpunkten der

Belgischen Eifel

M-24

Anpflanzung von Ufersaumgehölzen zur

Sicherung und Entwicklung der unterschiedlichen

Gewässerstrukturen

M-26

Wiederherstellung von Auenbereichen als wichtige

Lebensräume für spezielle Pflanzen und Tiere,

als wichtiger Teil der Flusslandschaften und

zum Hochwasserschutz für die flussabwärts

liegenden Gebiete durch Schaffung von

Überschwemmungsflächen im unmittelbaren Bereich

der Bäche und Flüsse

M-28

Erhalt, Sicherung und Herausstellung des natürlichen

Charakters der Täler und deren unterschiedlicher

Ausprägungen, die für die Region typisch sind und

einen sehr wichtigen Beitrag zur Identität leisten

M-29

Herausstellen und Verbesserung der Erkennbarkeit

der Flüsse und Bäche im gesamten Verlauf durch die

Landschaft durch Anpflanzung von standortgerechten

und landschaftstypischen Ufergehölzen, Anpflanzung

von Laubgehölzen an den Hängen zur Hervorhebung

des Talverlaufes und der Talformen, Ermöglichung

von Ausblickpunkten auf Täler und besondere

Gewässerverlaufsabschnitte (z. B. Mäander, ...),

Freihalten der natürlichen Talsohlen von Bebauungen

jeglicher Art und von nicht standortgerechter

Bepflanzung (z. B. Fichtenkulturen), Vermeidung von

Reliefänderungen

M-34

Erhalt und Schutz von besonderen Landschaften und

Vegetationen, wie z. B. Narzissenwiesen, durch eine

abgestimmte Pflege und Vermeidung von Dünger-,

Gülle- und Schadstoffeinträgen

M-35

Erhalt und Schutz von landschaftstypischen

Vegetationsstrukturen (z. B. Einzelbäume,

Strauchgruppen, Hecken, ...) zur Unterstützung des

ökologischen Netzwerkes

M-36

Erhalt und Schutz von Kleinstrukturen der Landschaft

zur Herausstellung örtlicher und kulturhistorischer

Besonderheiten, zum Erhalt kleiner Geländeformen

(Hohlwege, Stufenraine, Flüx-Gräben, ...) und zur

Unterstützung der Biodiversität

M-42

Erhalt, Stabilisierung und Verstärkung des grünen

Netzwerkes in Hängen, dies gilt insbesondere für

die kleineren Landschaftsstrukturelemente wie

kleinere Hänge, markante Einzelbaumstandorte,

Strauchgruppen und Heckenabschnitte

M-43

Erhalt und Entwicklung des natürlichen Netzwerkes

durch Zusammenarbeit und Abstimmung mit den

Nachbargemeinden, angrenzenden Regionen und

Ländern

M-47

Anreicherung der natürlichen Vegetation zur

Verbesserung des ökologischen Netzes durch

gezielte punktuelle, linienförmige und flächige

landschaftstypische und standortgerechte

Bepflanzung, z. B. entlang der Wege und Straßen,

entlang der Grenzen und Bewirtschaftungsräume

mittels Anpflanzung von Alleen, Einzelbäumen,

Sträuchern, Hecken, usw.

M-51

Krautsäume entlang der Straßen, Wege und

landwirtschaftlichen Flächen sorgfältig pflegen

(im Sinne der späten Mahd) zur Entwicklung und

Förderung von Leitlinien für die Ausbreitung von

Pflanzen- und Tierarten

M-57

Keine Bebauung auf den Kuppen oder

Höhenrücken entsprechend den typischen

Bebauungscharakteristika der belgischen Eifel

M-64

Freundliche und einladende Gestaltung der Ortsein-/

ausgänge als Visitenkarte des Dorfes zur besseren

Verbindung und Integration von Bebauung und

Landschaft, u. a. mit ortstypischen Elementen, wie

z. B. Narzissenwiesen im Ortsein - und Ortsausgang

von Bütgenbach

M-67

Anpflanzung von Obstbäumen in den Dörfern zur

Verstärkung des bäuerlichen und landschaftlichen

Charakters

M-68

Überarbeitung (Revision) und Anpassung des

Sektorenplanes unter Berücksichtigung der örtlichen,

natürlichen und strukturellen Gegebenheiten

M-69

Raumplanung durch Erarbeitung/Aufstellen eines

Gesetzbuches für die Raumordnung, den Städtebau,

das Kulturerbe und für den Bereich Energie unter

Berücksichtigung der Belange von Natur und

Landschaft

M-70

Qualitätsmanagement in der Raumordnung

M-71

Qualitätsmanagement der Umsetzungen

M-75

Bessere Integration von technischen Einrichtungen,

wie z. B. Photovoltaikanlagen, zur Vermeidung von

visuellen Beeinträchtigungen auf das Dorf- bzw.

Landschaftsbild

M-76

Beseitigung von visuellen Beeinträchtigungen im

Dorf- und Landschaftsbild, z. B. durch Verlegung

der Überlandleitungen unter die Erde, Entfernen

der Elektromasten, Integration von technischen

Installation wie Hochspannungskabinen in die

Dorf- und Naturlandschaft durch Eingrünung und

Verwendung ortstypischer Materialien

M-77

Durchführung einer detaillierten Analyse der

aktuellen Situation im Bereich des Tourismus

und den damit verbundenen Berufszweigen,

Auswertung und Lösungen ansprechen, Ausarbeiten

eines Konzeptes, Kooperation und Austausch

mit Kollegen und anderen betroffenen Akteuren

anstreben, Kontrollmechanismen erstellen und

Qualitätsmanagement einführen, Qualitätslabel

aufstellen

M-78

Aussichtspunkte als didaktische und pädagogische

Mittel zur Herausstellung der besonderen Lage, zur

Betrachtung des Reliefs, zur Attraktivitätssteigerung

und als touristischer Anreiz in die Landschaft

integrieren

M-79

Vermeidung der Ansiedelung von Freizeiteinrichtungen,

Ferienhäusern, Campingplätzen, usw. in

landschaftlich wertvollen Bereichen

M-81

Verbesserung und klare Kennzeichnung von

vorhandenen Themenrouten und deren Infrastrukturen

(Mühlen, ...), Verbesserung der Zugänglichkeit,

Ausweisung von neuen Themenrouten (Wasser, Tal,

...)

M-82

Den Fahrradtourismus als ein wichtiger Motor des

Tourismus fördern durch den Ausbau von Radwegen

auf stillgelegten Eisenbahnstrecken (RAVeL-

Routen), durch die Ausweisung/Erschließung von

zusätzlichen Verbindungsstrecken zur Ermöglichung

von Rundradwegen, durch das Anlegen von

Informations- und Ladestellen (z. B. für Elektrobikes),

durch den Ausbau des Knotenpunktsystems, durch

die Verbesserung der Rückfahrtmöglichkeiten, z. B.

mit Bussen, Koffertransport von Hotel zu Hotel

M-83

Ausbau und Vermarktung von besonderen

Infrastrukturen und kulturhistorisch bedeutenden

Elementen (Schwergewichte der Belgischen Eifel)

zur Förderung und Attraktivitätssteigerung des

Tourismus, wie z. B. für die Burg in Reuland oder den

Bütgenbacher See, durch Schaffung von zusätzlichen

Attraktionen, Aktivitäten, Veranstaltungen, durch eine

hochwertige und überregionale Außendarstellung,

durch die Einbindung in übergeordnete Programme

und Themenrouten sowie durch eine einfache, aber

klare Erkennbarkeit der Lage und der Zugänge

M-84

Ausbau der touristischen Infrastrukturen, wie z. B.

Campingplätze, Ferien auf dem Bauernhof, Bed &

Breakfast, usw.

M-85

Ausbau und Vermarktung von Ferien und Erlebnis

auf dem Bauernhof zur Steigerung des touristischen

Angebotes und als zusätzliche Einnahmequelle für

die Landwirtschaft

M-86

Autobahn als wichtige Schaufenster in die Landschaft

mit in die Vermarktung einbeziehen, schnell

erreichbare Informationspunkte (Wissenstankstellen)

einrichten (z. B. an Rastplätzen, Ausfahrten,

Grenzübergängen)

M-87

Die Vermarktung des für die Belgische Eifel

typischen Wetters als ein Merkmal der Region

(besonderes Merkmal Belgiens), Aufzeigen der

verschiedenen Witterungssituationen und der

damit verbundenen Möglichkeiten, so sind z. B.

Langlaufski und Schneeschuhwanderungen bei

Schnee eine gelungene Abwechslung, außerdem

sind, Vennwanderungen durch die Moorlandschaft

bei Nebel besonders geheimnisvoll. Hervorhebung

der Standorte und Bereiche, die erst aufgrund der

speziellen Witterung entstanden sind bzw. überlebt

haben (Hohes Venn, die zahlreichen Bäche und

Flüsse)

335


336


27 Maßnahmen für die besonderen Bereiche

27.7

Offene Wiesen- und Ackerlandschaft

M-88

Verbesserung und Aufwertung der Erholungsund

Aufenthaltsqualitäten in den Hotels, wie

z. B. durch abgestimmte Angebote im Umfeld

der Übernachtungsmöglichkeiten (Koffertransport

im Rahmen von Radrouten), durch

zusätzliche Ausstattung der Hotels und anderen

Übernachtungsmöglichkeiten mit Wellnessinfrastrukturen

(Sauna, Infrarotkabinen, usw.)

oder mit Bereitstellung von eigens für die Region

hergestellten hochwertigen Regenmänteln u. ä.

M-89

Verschiedene touristische Formen

konzentriert anbieten und vermarkten, wie z.

B. Naturerlebnistourismus, Erholungs- und

Wellnesstourismus, Gastronomietourismus, Radund

Wandertourismus, ...

M-91

Touristische Highlights herausstellen und durch

Vermarktung als Attraktion für Besucher hervorheben

M-92

Sicherung und Ermöglichung einer auskömmlichen

und nachhaltigen landwirtschaftlichen Tätigkeit unter

Berücksichtigung des Erhalts und der Entwicklung

des ökologischen Netzes

M-104

Nachhaltiges Flächenmanagement für Industrie- und

Gewerbeflächen auf der Grundlage von konkreten

Analysen in Bezug auf Lage, Landschaftsverträglichkeit

und Bedarf betreiben

M-105

Ausarbeitung und Abstimmung eines

Energiekonzeptes, das nicht nur auf die gesamte

Region, sondern auch auf nationale Analysen und

Ziele abstimmt ist. Dabei ist die Verträglichkeit für die

Landschaft und die Umwelt zu berücksichtigen. Das

Ziel muss darin liegen, langfristig eine bezahlbare

Energieversorgung durch überwiegend erneuerbare

Energien zu sichern. Ein Mix aus verschiedenen

erneuerbaren Energien ist anzustreben, um eine

stabilere Energieversorgung mit regenerativer Energie

zu sichern (z. B. Wind-, Solar- und Bioenergie).

Angesichts der umfangreichen Wirtschaftswälder in

der Belgischen Eifel, ist Holz als nachwachsender

Rohstoff für die Verwendung und Produktion von

erneuerbarer Energien ein Zukunftsthema und muss

Gegenstand der nachhaltigen Waldbewirtschaftung

werden. Das Thema regenerative Energie muss auch

in der Landwirtschaft diskutiert werden (Gewinnung

von Energieholz, Reststoffverwertung wie Schnittgut

aus der Heckenpflege, Produktion von Biogas aus

Gülle, ...).

M-93

Förderung und Unterstützung der Landwirtschaft

für die Landschaftspflege im Sinn der Natur und der

kulturhistorischen Grünlandwirtschaft

M-96

Mittels orts- und landschaftstypischer Bepflanzung

sind landwirtschaftliche Gebäude in die Umgebung

zu integrieren

M-98

Renaturierung von Abbaugebieten wie Steinbrüchen

im Sinne des Naturschutzes (Folgenutzung, Ausgleich

des Eingriffes) zur Förderung der Biodiversität durch

eine Standortbewertung, natürliche Sukzession und

eine an Artenschutzziele orientierte Gestaltung

M-101

Abstandsflächen und ungenutzte oder aus der

Produktion ausgegliederte Flächen sind für den

Naturschutz als Ausgleichsflächen zu überlassen

und einer natürlichen Entwicklung und einer an

Artenschutzzielen orientierten Gestaltung zuzuführen.

M-102

Installation von kollektiven Photovoltaikanlagen auf

den Dächern von Industriekomplexen zur allgemeinen

Versorgung der Bevölkerung, kombiniert mit einer

Dachbegrünung zur Standortverbesserung und

einer Qualitätssteigerung der Photovoltaikanlagen

(die Kosten der Anlage einschl. Begrünung sowie

die Kosten für eine zusätzliche Verstärkung der

Dachkonstruktionen werden aus dem Gewinn der

Stromproduktion abgedeckt)

M-103

Nicht ausschließlich wirtschaftliche Interessen sind

zu verfolgen, sondern auch die landschaftlichen und

sozialverträglichen Aspekte sind im Produktionsraum

zu berücksichtigen, auch wenn auf den ersten

Blick hieraus keine direkten Vorteile erwirtschaftet

und abgeleitet werden können. Die Schönheit und

Qualität der Landschaft können aber einen positiven

Einfluss auf die Lebensqualität und andere Bereiche

wie den Tourismus haben und nachträglich eine

positive Wirkung auf die Wirtschaft nach sich ziehen.

337


4

2

5

3

6

12

11

8

7

14

10

1

9

15

13

0 5km

Situation des

mesures

exemplaires

Lage der

Beispielmaßnahmen

338


28 Konkrete Maßnahmen an ausgewählten

Beispielstandorten

Gemeinsam mit den Partnern wurden fünfzehn

Beispielstandorte ausgewählt. Zu diesen Standorten

werden im Folgenden konkrete Aktionen vorgestellt,

die exemplarisch anhand von Illustrationen,

Kartenausschnitten, Gestaltungskizzen und einer

kurzen Beschreibung veranschaulicht werden. Die

Qualitätsziele und Maßnahmen des Aktionsfeldes

Sensibilisierung – Kooperation – Partizipation

werden hier nicht für jedes Beispiel aufgeführt, da

sie allgemein gültig sind.

339


Straßenrandbepflanzung und Hecken

Markante Solitärbäume

Obstwiesen und landschaftliche Beflanzung

340


28 Konkrete Maßnahmen an ausgewählten

Beispielstandorten

28.1

Maßnahme:

Beispiel:

Aufwertung des Ortseinganges

St. Vith, Luxemburgerstraße

Funktion

Ortseingänge sind wichtige Verbindungselemente

von Landschaft und Ortschaft. Sie stehen für

das „Willkommen“ im Dorf oder in der Stadt. Die

Gestaltung des Straßenraums, insbesondere an

den Eingangsstraßen der Gewerbegebiete, ist ein

wichtiger Beitrag zur Integration der Infrastruktur

in die dörfliche Umgebung und zur Aufwertung

des Dorfbildes. Darüber hinaus kann durch

verkehrsberuhigende Maßnahmen eine sichere

und angenehme Atmosphäre im öffentlichen Raum

geschaffen werden.

Qualitätsziel

QZ 4.7:

Die Industrie- und Gewerbegebiete integrieren sich

in die Landschaft. Landschaftlich sensible Standorte

werden geschützt und natürlichen Ressourcen

werden geschont. Die Gebiete entwickeln sich

entsprechend den Aspekten der Nachhaltigkeit:

Vermeidung bzw. Minimierung des Flächen- und

Energieverbrauchs.

Das Umfeld der Industrie- und Gewerbegebiete weist

gute Qualität auf, die Standorte sind attraktiv und

leisten einen wichtigen Beitrag zur Integration der

Bebauung in die Landschaft.

Dies bedeutet:

--

ein einladender Ortseingang;

--

die Integration der Straßen in die Umgebung;

--

ein harmonischer Übergang vom Dorf zur

Landschaft;

--

Beruhigung des Verkehrsflusses, Drosseln der

Geschwindigkeit, Verkehrsberuhigung;

--

eine klare und sichere Gliederung des

Verkehrsraums;

--

Verminderung des Umgebungslärms

und Verbesserung der Luftqualität durch

Reduzierung der Luftverschmutzung;

--

eventuelle örtliche Besonderheiten sind

hervorzuheben;

--

angenehme Umgebung, auch bei kommerziell

genutzten Flächen;

--

mehr Ausstrahlung und positiveres Image der

Geschäfte und Firmen;

--

Verbesserung des Gesamteindrucks für

Touristen;

--

die Gestaltung spiegelt den Charakter der

Ortschaft wieder.

Die Ist-Situation am ausgewählten Standort:

--

fehlendes Straßenbegleitgrün hat eine

mangelnde Integration des Straßenraumes und

der Gebäude zur Folge;

--

Banalisierung des Straßenraums durch

Schilder, Plastikpoller und Infrastrukturen wie

Mastleuchten;

--

mangelnde Gestaltung zur Förderung der

Verkehrsberuhigung;

--

keine klare und gesicherte Gliederung der

Verkehrssituation auf Straßen, Fuß- und

Radwegen;

--

Überlandleitungen stellen eine Beeinträchtigung

des Straßenraumes dar;

--

aufgrund des fehlenden Straßenbegleitgrüns

gleichen die Straßen häufig Autobahnen und

verleiten zum schnellen Fahren;

--

es mangelt oft an einer klaren Abgrenzung

zwischen öffentlichen und privaten

Grundstücken;

--

allgemein ist die vorhandene Situation nicht

einladend.

Maßnahmen:

--

Sensibilisierung aller Akteure und Anwohner;

--

Dialog, gemeinsame Standortanalyse mit

einem unabhängigem Komitee und den lokalen

Unternehmern und Anwohnern, Festlegung von

Prioritäten durch die Anrainer, konkrete Aktionen

für den jeweiligen Standort ausarbeiten;

--

Partner für die Finanzierung finden, z. B.

Straßenverwaltung, Gemeinden, Naturpark,

Anwohner, Dorfwettbewerb;

--

Vernetzung des Umfeldes, beispielweise durch

Hecken- und Alleenbepflanzungen entlang der

Straßen;

--

Die Ansiedlung von Industriegebieten an

Ortseingängen sollte in Zukunft weitestgehend

vermieden werden;

--

Zufahrten und Parkplätze bleiben zugänglich,

werden jedoch mit Vegetation aufgelockert;

--

Vereinheitlichung der Ortseingangsschilder;

--

Obstwiesen anlegen und auf eine

landschaftsgerechte Bepflanzung achten;

--

Schaffung eines markanten Überganges über

das Ortseingangsschild hinaus, z. B. durch

markante Bäume an Ortseingängen;

--

Schaffung einer natürlichen Wahrnehmung

des Übergangs anstelle von aufwendigen

technischen Verkehrsberuhigungsmitteln,

Reduzieren der Straßenbreite.

341


Wanderrundweg und Wanderrouten

Draisine von Sourbrodt nach Leykaul

Fahrradroute von Sourbrodt nach Leykaul

Markantes Gebäude auf landschaftlich interessanter

Stelle mit touristischer und ökologischer Information

Parkplatz / Eingang

Von Weg aus gut erkennbar

342

Bild: André Drèze


28 Konkrete Maßnahmen an ausgewählten

Beispielstandorten

28.2

Maßnahme:

Beispiel:

Herausstellen von besonderen Landschaften

Elsenborn, Einstieg in das Hohe Venn beim Ruhrbusch

Funktion

Wichtig ist es, landschaftlich interessante Gebiete

sichtbar zu machen. Dies geht einher mit der

Erweiterung von Wander- und Fahrradrouten und

dem Anschluss an das touristische Netz, denn

diese Einbindungen sind strategisch wichtig.

Einige Gebiete sind schlecht erschlossen oder gar

unzugänglich, jedoch landschaftlich sehr interessant.

Die nun folgende Maßnahme für das Hohe Venn gilt

exemplarisch auch für andere Gebiete der Belgischen

Eifel.

Qualitätsziel

QZ 5.3:

Die historische Kulturlandschaft ist in ihrer Vielfalt und

Eigenart wahrnehm- und erlebbar. Die besonderen

Bereiche der Kulturlandschaft sind herausgestellt und

verdeutlichen die Vielfalt und den typischen Charakter

der Region.

--

klar über die landschaftlichen, historischen und

ökologischen Besonderheiten des Hohen Venns

informieren;

--

Inventarisierung der Eigentumssituation,

Bereitschaft der Anwohner prüfen, sich in

Projekte zu investieren, Fördermöglichkeiten und

Sponsoren suchen;

--

alternativer Fahrradweg zwischen Sourbrodt und

Leykaul anlegen, um einerseits den Schutz des

Braunkehlchens zu wahren und andererseits den

Fortbestand des Netzwerkes zu gewährleisten;

--

Wanderrundwege mit deutlicher Beschilderung

schaffen;

--

Landschaftlich interessante Wanderwege, z.

B. in Richtung Militärgelände, Hohes Venn,

oder zum Kräutergarten, durch homogene

und aufeinander abgestimmte Beschilderung

kennzeichnen.

Dies bedeutet:

--

Sensibilisierung für die Landschaft und

insbesondere für die besonderen Landschaften;

--

Landschaft sichtbar machen für die Bevölkerung

und touristische Erschließung von interessanten

Landschaftsbereichen durch Zugangswege;

--

Informieren über landschaftliche, ökologische

und kulturgeschichtliche Besonderheiten der

Orte und über lokale Gegebenheiten;

--

Didaktische Aufarbeitung und Verständnis für

die Landschaft schaffen;

--

Touristische Vernetzung der Belgischen Eifel;

--

Informationen über die Besonderheiten

der Umgebung zur Verfügung stellen, wie

beispielsweise über den Kräutergarten von Ortis

in Elsenborn;

--

Anschluss an und Vernetzung im bestehenden

Wander- und Fahrradnetz ausbauen;

--

Das Hohe Venn (z. B. Ruhrbusch) durch

ausgeschilderte Wanderwege mit dem

Kerngebiet des Hohen Venns (z. B. Botrange)

vernetzen.

Die Ist-Situation am ausgewählten Standort:

--

die Belgische Eifel umfasst ein Teilgebiet des

Hohen Venns – innerhalb des Gebietes ist diese

europaweit bekannte Landschaft nicht sichtbar;

--

es gibt keinen ausgewiesenen Eingang in

das Gebiet und somit ist dieses Gebiet sogar

größtenteils unsichtbar für Besucher;

--

es entstehen an verschiedensten Stellen

wilde Parksituationen, die auf regen Andrang

hinweisen.

Maßnahmen:

--

Dialog zwischen den touristischen Akteuren

fördern, wie z. B. den verschiedenen

Verkehrsvereinen, der Tourismusagentur

Ostbelgien und den lokalen Geschäftsleuten;

--

ein besonderes Objekt oder ein markantes

Gebäude, z. B. als Aussichtsplattform oder

Infotankstelle schaffen und somit den Einstieg in

die Landschaft schaffen und die Sichtbarkeit der

Landschaft erhöhen,

--

einen Einstieg in den besonderen

Landschaftsstrich „Hohes Venn“ schaffen als

Anreiz zum Besuch dieser Landschaft;

--

Vermeiden von wilden Parksituationen entlang

der Straßen;

--

Parkplatzmöglichkeiten sowie Verweil- oder

Picknickorte durch in die Landschaft integrierte

Sitzgelegenheiten schaffen;

Bild: bijenhotels.nl Bild: siris.nl

Bild: fliickr.com, Bas Kegge

343


Parkplatz mit einbeziehen und gestalten

Kirche

Markante Bäume

Kirchplatz mit einbeziehen (Sichtlinie) und gestalten

Wasserelemente

Neugestaltung der Parkanlage

Rundweg

Entfernung von Sträucher

Sichtlinie

Straßenbepfanzung

Hotel

Reduzierung der Straßenbreite

344


28 Konkrete Maßnahmen an ausgewählten

Beispielstandorten

28.3

Maßnahme: Aufwertung der Ortskerne

Beispiel: Bütgenbach, Dorfzentrum

Funktion

Die grüne Gestaltung von Ortskernen und die Schaffung

eines zentralen Platzes mit hoher Aufenthaltsqualität

steigern den Wohlfühleffekt der Bewohner und

stärken die Identität und das Alleinstellungsmerkmal

der Ortschaften. Die Ortskerne dienen beispielsweise

als Treffpunkt von verschiedenen Gruppen und als

Startpunkt für Wanderungen. Das Zentrum sollte

hervorgehoben werden und eine Aufwertung der

Infrastruktur sowie die Schaffung von neuen grünen

Ortskernen gewinnen an Wichtigkeit für ein intaktes

touristisches Angebot und sorgen für eine Steigerung

der Lebens- und Aufenthaltsqualität innerhalb der

Ortschaften. Die Pflege der grünen Infrastruktur ist

eine wichtige Aufgabe, denn diese Orte sind wichtige

identitätsstiftende Elemente für die Region. Sie tragen

nicht nur zum Wohlbefinden der Menschen bei,

sondern steigern auch die touristische Attraktivität

der Dorfzentren.

Qualitätsziel

QZ 4.4:

Die Menschen fühlen sich in ihrem Lebensumfeld wohl.

Die Dorfzentren haben eine gute Aufenthaltsqualität

und eine entsprechend dörfliche Grünstruktur. Dies

lädt zum Verweilen ein.

--

Öffnen der geschlossenen Grünstrukturen

zur besseren Einsicht und Verbindung des

Platzes mit den angrenzenden Freiflächen, wie

beispielsweise dem Kirchplatz, ohne jedoch an

Intimität zu verlieren;

--

Anbringen einer adäquaten Beleuchtung des

Dorfplatzes;

--

Bestehende Infrastrukturen durch

Straßenbegleitgrün aufwerten;

--

Marktplatz mit angrenzenden Kirchplatz

verbinden, die umliegenden Flächen, wie z. B.

das Touristinfo und die Gendarmerie gestalten;

--

Wasser als zentrales Element der Ortschaft

Bütgenbach herausstellen und in die Gestaltung

des Dorfkerns mit integrieren;

--

Geschichte der Ortschaft durch eine neue

Gestaltung hervorheben;

--

Blickbeziehungen zwischen verschiedenen

Plätzen schaffen, Kirchturm hervorheben;

--

naturnahen Spielplatz im Zentrum der Ortschaft

auch als touristische Attraktion auslegen;

--

Überlandleitungen der Stromversorgung unter

die Erde verlegen;

--

Planung und Ausführung in Kooperation mit

Bewohnern (selbst pflanzen).

Dies bedeutet:

--

Verbesserung der Aufenthalts- und

Lebensqualität in den Dörfern;

--

Reduzieren der Straßenbreite, geteilte

Verkehrsräume;

--

Aufwertung von bestehenden Plätzen oder ggf.

Schaffung von neuen Plätzen;

--

Angenehme Wohnumgebung;

--

Touristische Inwertsetzung der Dörfer im

Einklang mit der umliegenden Landschaft;

--

Ökologische Aufwertung der innerdörflichen

Grünstrukturen.

Die Ist-Situation am ausgewählten Standort:

--

der Dorfplatz von Bütgenbach liegt zentral,

unmittelbar vor der Kirche und neben dem

Touristinfo. Er ist von mehreren Cafés,

Geschäften und Restaurants umgeben und

zugleich sehr schlecht einsehbar, da er von

Sträuchern und Bäumen umsäumt ist, die

größtenteils die Sicht versperren;

--

abends ist der Marktplatz nicht ausreichend

beleuchtet. Dies verschafft dem Besucher in den

Abendstunden ein Gefühl der Unsicherheit, der

Platz wird abends gemieden.

Maßnahmen:

--

Dialog mit Akteuren und Bewohnern zum Thema

Dorfgestaltung;

--

Erhalt und Pflege von Grünstrukturen,

insbesondere von alten Bäumen und Aufwertung

der Grünflächen wie dem Marktplatz;

--

Aufwertung von Dörfern mit einigen Bäumen

oder anderen Grünelementen;

--

einfache Gestaltung der Straßen, Reduzierung

der asphaltierten Flächen, Vermeiden von

fremdartigen und banalisierenden Elementen

wie Verkehrspollern;

--

Offene und freundliche Gestaltung der

Dorfzentren mit landschaftstypischen

Elementen, z. B. Narzissenfelder, Hecken;

--

Lichtdurchlässige Gestaltung des Grüngürtels

des Marktplatzes durch das Entfernen von

hohen Sträuchern;

Bilder: Archiv Bureau Verbeek

Bild: jointhepipe.org

345


RAVeL

Wagonrestaurant mit Terasse

Aufwertung Bistro

Rur

Grüne Terasse bei Bistro

Spielgerät (Thema Eisenbahn)

Platzgestaltung

Alte Lokomotive und Wagons

Vennbahn Ausstellung + Ortsgeschichte

Aufwertung Hotel und Garten

Draisine (Sourbrodt)

Neue Fahrradweg (Sourbrodt)

Parkplätze

Wanderpfad / Verbindungsweg in die Landschaft

(Richtung Schieferstollen)

346

Bild: André Drèze


28 Konkrete Maßnahmen an ausgewählten

Beispielstandorten

28.4

Maßnahme: Aufwertung von bestehenden historischen Orten und Gebäuden

Beispiel: Leykaul, Aufwertung Bahnhofkomplex

Funktion

Aufwertung von kulturgeschichtlich interessanten

Orten, Gebäuden und Infrastrukturen. Sie sind

Zeugen einer vergangenen Zeit, die Gegenwart und

Vergangenheit verknüpfen und erlebbar machen.

Sie tragen wesentlich zur Identität der Region bei.

Wenn die Gebäude unbewohnt sind, drohen sie

zu zerfallen. Um dies zu vermeiden, ist eine neue,

moderne Nutzungen unentbehrlich.

Qualitätsziel

QZ 4.6:

Die Kulturgüter sind geschützt und in Wert gesetzt,

sie sind wichtige Zeugen der Geschichte, des

menschlichen Handelns und des Lebens. Sie

leisten einen wichtigen Beitrag zur Identität und

Heimatverbundenheit.

Dies bedeutet:

--

Touristische Inwertsetzung;

--

Aufarbeitung und Präsentation der Geschichte

des Ortes;

--

Erhalt der baulichen Substanz;

--

Aufwertung der Wohnumgebung;

--

Aufwertung der Hotelinfrastruktur in

Kombination mit dem touristischen Angebot.

--

Schaffen einer einladenden Horeca-Infrastruktur.

Die Ist-Situation am ausgewählten Standort:

--

Verleih von „Rail Bikes“ im ehemaligen

Bahnhofskomplex „Kalterherberg“ in Leykaul

(der frühere Grenzbahnhof auf der Strecke von

Sourbrodt nach Monschau) ist ein touristisches

Highlight - eine 7 Km lange, mit Draisinen

befahrbare Strecke bietet wunderbare Ausblicke

auf die Landschaft;

--

es fehlt dem öffentlichen Raum an

Aufenthaltsqualität und Ambiente. Es

müssten Spielmöglichkeiten für Kinder

geschaffen werden, um längere Wartezeiten zu

überbrücken;

--

die RAVeL-route kann an diesem Standort nicht

beibehalten werden, da eine seltene Vogelart,

nämlich das Braunkehlchen, dort seinen

Wohnsitz hat. Alternative Streckenführungen

werden geprüft.

Maßnahmen:

--

Dialog mit Anwohnern;

--

Ausstellung zum Thema Vennbahn und zur

Geschichte des ehemaligen Grenzüberganges,

z. B. alte Aufnahmen oder Postkarten von früher

zeigen;

--

die Landschaft durch Wandermöglichkeiten und

Draisine von innen heraus sichtbar machen;

--

ländliche Platzgestaltung mit den typischen

Elementen der Region und der Geschichte, wie

beispielsweise durch die Geschichte des alten

Schieferstollens;

--

Grünelemente gliedern den neuen Platz in

verschiedene Bereiche;

--

Verbindender grenzüberschreitender

Wanderweg;

--

Erstellung eines Platzes bis zum alten Wagon

(Wagon Teil des gesamten Ensembles machen,

Beispiel Ausstellung oder Horeca);

--

Schaffen von Parkmöglichkeiten;

--

Aufwertung des Bahnhofsgeländes;

--

Garten beim Hotel anlegen;

--

Terrassen und Sitzgelegenheiten schaffen;

--

Themenspielplatz für Kinder anlegen, um

Wartezeiten zu überbrücken, z. B. in Form einer

alten Lokomotive und alten Wagons;

--

Anlegen eines grünen Parkplatzes, der sich

harmonisch in die Umgebung einbindet, wenn er

nicht genutzt wird.

Bilder: Archiv Bureau Verbeek

Bild: Archiv Bureau Verbeek Bild: jufjosejufwilma.blogspot.nl Bild: modeltrain.de

347


Historische Situation

Ist Situation

348


28 Konkrete Maßnahmen an ausgewählten

Beispielstandorten

28.5

Maßnahme: Aufwertung Heckenlandschaft

Beispiel: Rocherath, Heckenlandschaft

Funktion

Die Hecken sind als historische Zeitzeugen der

ehemaligen bäuerlichen Kulturlandschaft von

europaweiter Bedeutung und sehr wertvoll für die

Landschaft der Belgischen Eifel. Aufgrund ihres

seltenen Vorkommens sind sie absolut schützenswert.

Sie wurden ursprünglich zur Abgrenzung der

Grundstücke gepflanzt und boten Schutz für das

weidende Vieh. Die Hecken verliehen der Landschaft

Intimität und erfüllten wichtige Funktionen für den

Naturhaushalt. Sie beeinflussen das Klima, haben

eine Windschutzfunktion, stellen ein verbindendes

Element für das ökologische Netz in der Landschaft

dar und bieten vielen Tieren, insbesondere Vögeln,

Schutz und reichlich Nahrung.

Qualitätsziel

QZ 1.2:

Die Bevölkerung schützt, pflegt und unterstützt

die Landschaft und nimmt aktiv an der Erhaltung

und Gestaltung der Landschaft teil. Sie handelt

verantwortungsvoll, sensibel, zielgerecht und mit

Sachverstand und trägt somit zu einer positiven

Entwicklung der Landschaft und des Lebensraumes

im Sinne des Leitbildes bei.

Dies bedeutet:

--

Hervorhebung der Bedeutung der Hecken als

Lebensraum für Flora und Fauna, Vorbeugung

der Wind- und Wassererosion und Brut-,

Nahrungs- und Rückzugsraum für verschiedene

Tierarten;

--

Erhalt der vielfältigen Landschaftselemente, um

das typische Landschaftsbild zu bewahren;

--

Aufarbeiten der geschichtlichen Entwicklung

der Heckenstrukturen in der Belgischen Eifel als

Abgrenzung der einzelnen Parzellen sowie als

Schutz vor Wind und Wetter,

--

Erhalt, Schutz und Pflege der noch bestehenden

Strukturelemente, wie z. B. der Hecken;

--

Bewahrung der ökologischen Vernetzung für die

Fauna durch Verbesserung und Ergänzung der

Strukturen zur Sicherung der Biodiversität;

--

Anpflanzen von Heckenstrukturen, insbesondere

in Neubaugebieten, Einfriedung der Parzellen

durch Hecken;

--

Touristische Inwertsetzung der besonderen

Heckenstrukturen mittels Veranstaltungen,

um die wenigen europäischen Überreste der

Heckenlandschaft („Bocage“) in den Mittelpunkt

zu stellen/bekannt zu machen.

Rocherath

Hecken entlang der Straßen

Existierende Hecken schützen und pflegen

Netz von neuen Hecken

dazwischen gut bewirtschaftsbare Wiesen

Solitärbäume

auf Parzelränder

Erhalten und neu

anpflanzen

Solitärbäume in Acker

Erhalten und neu

anpflanzen

Bäume bei Bachlauf erhalten und verstärken

Bepflanzung auf Bachtalrand

Ziel

349


350


28 Konkrete Maßnahmen an ausgewählten

Beispielstandorten

28.5

Maßnahme: Aufwertung Heckenlandschaft

Beispiel: Rocherath, Heckenlandschaft

Die Ist-Situation am ausgewählten Standort:

--

das für die Landschaft bedeutende Heckenerbe

ist bedroht;

--

die Heckenbestände sind in den letzten Jahren

drastisch zurückgegangen und drohen komplett

zu verschwinden wenn nicht gehandelt wird;

--

die Belgische Eifel ist eine der letzten

Kulturlandschaften Europas, die noch über

Reste der Heckenlandschaft verfügt und

diese gilt es zu schützen, da sie einerseits die

Landschaft charakterisieren und andererseits die

Biodiversität fördern sowie zahlreichen Tierarten

als Lebensraum dienen;

--

die Landwirtschaft befindet sich unter den

heutigen ökonomischen Rahmenbedingungen

im Wandel und die aufwendige Pflege der

Hecken ist problematisch für die Landwirtschaft;

der Schwund der Heckenlandschaft jedoch stellt

eine Bedrohung für die derzeit noch vielfältige

Landschaft der Belgischen Eifel dar und diese

gilt es zu schützen.

Maßnahmen:

--

Dialog mit den Landwirten und Eigentümern

zum Schutz, zur Pflege und zur Sicherung der

historischen Kulturlandschaft fördern;

--

Anpflanzen von Hecken entlang der Straßen

und Wege, da sie die Landwirte dort bei der

Bewirtschaftung der Flächen nicht hindern;

--

Hecken auf Parzellengrenzen bewahren oder

ergänzen, damit der Heckenbestand langfristig

gesichert werden kann;

--

Anpflanzung von neuen Hecken an ökologisch

wichtigen Verbindungspunkten;

--

Verarbeitungen von Heckenfrüchten zu

Heilprodukten;

--

Heckenschutzprogramm mit regelmäßiger

Kontrolle durch die ständige Aktualisierung des

Heckenkatasters;

--

Inventarisation der Möglichkeiten für Schutz und

Förderung der Hecken;

--

Finanzielle Ausgleichsmöglichkeiten ausfindig

machen, z. B. europäische Mittel oder durch

den Verkauf von nachhaltigen Produkten,

dessen Erlös teilweise in einen Heckenfond

fließt, der den Schutz und die Pflege der Hecken

garantiert (nach dem Beispiel der nachhaltigen

Milchproduktion);

--

Ehrenamtliche Heckenpfleger einsetzen durch

Gründung eines „Freundeskreis Hecken“;

--

Weiterentwicklung der technischen

Möglichkeiten zur maschinellen und

fachgerechten Pflege der Hecken für die

Landwirte und gemeinsame Nutzung dieser

Maschinen durch die Landwirte;

--

Pflegekonzept für Hecken in den betroffenen

Gemeinden Büllingen, Bütgenbach und Amel

mit langfristig angelegter und zuverlässiger

Vergütung als Entschädigung für die Pflege und

den Erhalt der Heckenstrukturen (nach dem

Beispiel der Heckenpflegeprämie in Bayern);

--

Verwendung des Schnittholzes für die

regenerative Energiegewinnung;

--

Neuanpflanzung durch Bürger, jährlicher

Heckenpflanztag.

351


Straßenbegleitung durch Baumreihen

Straßenbegleitung durch Solitärbäume, Baumgruppen und punkttuelle Baumreihen

Straßenbegleitung durch Wald

Alleebepflanzung

entlang Hauptstraße

Sanierung von Überlandleitungen

Straßenbegleitung

durch

Hecken

352


28 Konkrete Maßnahmen an ausgewählten

Beispielstandorten

28.6

Maßnahme: Straßenbegleitgrün

Beispiel: Umgebung Möderscheid / Heppenbach / N658

Funktion

Straßenbegleitgrün ist nicht einfach eine beiläufige

Begrünung der Straße, sondern es hat vielfältige

Aufgaben und Funktionen zu erfüllen.

Zum Straßenbegleitgrün gehören Bäume, Sträucher

und Krautsäume, mit deren Hilfe es gelingt, die

Straßenränder zu gestalten und in die Landschaft

einzubinden.

Bei einer fachgerechten Gestaltung leistet das

Straßenbegleitgrün einen wertvollen Beitrag zur

Integration der Straße in die Landschaft und zur

Straßenverkehrssicherheit; es erfüllt die Funktion des

Lärm- und Sichtschutz für Anwohner, es kann vor

Windböen und Schneeverwehungen schützen und in

extremen Fällen auch Auffangschutz bieten.

Die verschiedenen Grünstrukturen bieten darüber

hinaus den Pflanzen und Tieren wichtige Lebensräume

und aufgrund ihrer bandartigen Struktur haben sie

eine bedeutende Funktion für die Vernetzung von

Biotopen.

Das Straßenbegleitgrün darf aber nicht den

Verkehrsteilnehmern die Sicht versperren und

zusätzliche Gefahrenquellen hervorrufen.

--

Überlandleitungen unter die Erde verlegen;

--

Anlegen eines Kräutersaums mit einheimischen

Wildkräutern;

--

fachgerechte Pflege der Bäume und der

Wegränder im Sinne der „Späten Mahd“;

--

Pflege der Gräben nur wenn notwendig und

dann nur abschnittsweise.

Qualitätsziel

QZ 4.3:

Die Natur kann sich auch in den Dörfern entfalten.

Anpflanzungen von einheimischen Arten werden

gefördert. Die Dörfer verschmelzen mit der Landschaft

und stellen somit eine harmonische Verbindung von

Besiedlung und Naturlandschaft her.

Dies bedeutet:

--

ästhetische Gestaltung und harmonische

Einbindung in die Landschaft;

--

charakteristische und regionaltypische

Vegetation zur Steigerung der Biodiversität;

--

Biotopverbund fördern;

--

touristische Aufwertung der Region;

--

Lärm-, Sicht- und Blendschutz für die

Anwohner;

--

Schutz vor negativen Witterungseinflüssen

(Wind, Schneeverwehungen, usw.);

--

Straßenverlauf verdeutlichen;

--

Straßenraumprofil visuell eingrenzen als Beitrag

zur Verkehrsberuhigung.

Die Ist-Situation am ausgewählten Standort:

--

die Straße hat einen ländlichen Charakter

(angepasster Straßenquerschnitt); entlang des

Straßenrandes befinden sich Gräben;

--

häufig befinden sich an einer Seite der Straße

Masten mit Überlandleitungen;

--

entlang der Straße sind die Wiesen vorwiegend

mit Stacheldrahtzaun eingefriedet; es sind

kaum Hecken vorhanden, die für diesen Bereich

eigentlich sehr prägend sind;

--

größtenteils fehlt Straßenbegleitgrün.

Maßnahmen:

--

Ein- und beidseitig Pflanzung standortgerechter

und landschaftstypischer Bäume (z.B.

Eberesche, Eichen) entlang einiger

Straßenabschnitte zur besseren Einbindung in

die Landschaft und zur klaren Kennzeichnung

des Straßenverlaufes;

--

lockere und abwechslungsreiche

Strauchbepflanzung zur Einbindung der Straße

in die Umgebung und aus verkehrstechnischen

Gründen wie Blend-, Sicht- und Lärmschutz;

--

Anpflanzung von für die Region typischen

Hecken entlang der Stacheldrahtzäune aus

Verkehrssicherheitsgründen und zur Aufwertung

des Landschaftsbildes;

Bild: westruegen.com Bilder: dgkulturerbe.be

353


Keine neue Bebauung

im Bachtal

Keine neue Bebauung ohne

zusammenhang mit Dorfgewebe

Keine neue Bebauung entlang

Hauptstraßen

Analyse der Bebauungmöglichkeiten

Gebiete wo Bebauung passend zu Landschaft- und Dorfcharakter möglich ist

Wichtige Sicht freilassen

Dorfplatz bei Kirche

Aussichtpunkt

auf Viadukt

Zwischenraum

Blick in die Landschaft

Offene Wiese

mit Pfad

354


28 Konkrete Maßnahmen an ausgewählten

Beispielstandorten

28.7

Maßnahme: Standortgerechter neubau

Beispiel: Born

Funktion

Neue Gebäude sollen unter Berücksichtigung des

Dorfcharakters und der umliegenden Landschaft

geplant und umgesetzt werden. Die natürlichen

Gegebenheiten, wie z. B. das natürliche Relief und

die bereits bebaute Umgebung, müssen bei der

Planung berücksichtigt werden, damit die neue

Bebauung sich bestmöglich und authentisch in den

bestehenden Kontext integrieren kann.

Qualitätsziel

QZ 4.5:

Der Flächenverbrauch ist gering und die alten

Baustrukturen werden in die Dorfentwicklung

mit einbezogen. Gleichzeitig werden kompakte,

dorffremde Bebauungsarten vermieden. Die

vorhandene Bausubstanz wird aufgewertet und der

Natursteincharakter wird gewahrt.

Dies bedeutet:

--

Aufrechterhaltung der Kultur von organischer

Dorfbebauung im Einklang mit der Landschaft;

--

Wahrung des typischen Charakters der

belgischen Dorflandschaft;

--

Vermeidung von Neubauten in landschaftlich

sensiblen Zonen, wie z. B. in Bachtälern und

Belüftungskorridoren;

--

Vermeidung von langgestreckter

Straßenrandbebauung;

--

Nutzung der Verdichtungsmöglichkeiten in den

Dorfzentren;

--

Anpassung der Neubaugebiete an die

gewachsene Dorfstruktur;

--

Gestaltung einer angenehmen Wohnumgebung;

--

Erhalt des Bruchsteincharakters und

Verwendung von Bruchstein auch in

Neubaugebieten;

--

Bessere Lebens- und Aufenthaltsqualität im Dort

dank des Erhalts von grünen Zwischenräumen

und aufgelockerten Wohnstrukturen.

Die Ist-Situation am ausgewählten Standort:

--

Das Dorf Born verfügt über zahlreiche

Grünflächen im Dorfzentrum. Die Neubaugebiete

entstehen jedoch außerhalb des Zentrums

entlang der Ausgangsstraßen des Dorfes.

--

In unmittelbarer Nähe der Kirche und der

Eisenbahnbrücke, im Zentrum des Dorfes

befinden sich große, freie Flächen, die laut

Sektorenplan noch bebaut werden können.

--

Die Brücke stellt ein wichtiges historisches

Denkmal der Vergangenheit dar und wird derzeit

durch die Sanierung und die Schaffung einer

Aussichtsplattform touristisch aufgewertet.

Maßnahmen:

--

Anpassung der zu erschließenden Parzellen

an die Gestalt und die Größe der umliegenden

Parzellen, damit der ländliche Charakter in den

Dörfern bestehen bleibt,

--

Einpflanzung der Häuser nicht per Definition

mittig platzieren, sondern dem gewachsenen

Umfeld angleichen;

--

Förderung von lockerer Bebauung im

Dorfzentrum, das heißt Grünflächen

zwischen den Häusern vorsehen, um den

authentischen Charakter zu wahren und kurze

Verbindungswege zu schaffen;

--

Konflikte zwischen den bebaubaren Zonen des

Sektorenplanes und Bebauung an empfindlichen

Stellen analysieren und Lösungsvorschläge

ausarbeiten, beispielsweise durch den Transfer

von bebaubaren Zonen und nicht bebaubaren

Zonen;

--

Bau kleiner Mehrfamilienhäuser, statt großer

Residenzen in den Dörfern;

--

Gartengestaltung mit Grünflächen, z. B. als

gemeinschaftliche Wiese oder Obstgärten;

--

Vermeiden von Neubauten an den Dorfrändern

und entlang der Hauptstraßen;

--

Erstellen von Querverbindungen im Dorfgewebe,

Anlegen von Fußgängerpfaden;

--

Schaffen eines Dorfplatzes mit neuen Parzellen

an der Südseite in unmittelbarer Nähe der

Kirche;

--

Größere offene Stellen im bestehenden Gewebe

ausnutzen, Grünflächen zwischen Parzellen

erhalten, Bebauung darf an bestimmten Stellen

zunehmen, Verbundenheit mit Landschaft

bewahren;

--

Raumordnungsleitbild erstellen;

--

Vorbildliche Besiedelung der bebaubaren, nicht

sensiblen Stellen, die sich an die Landschaft

und den Kontext anpassen durch Ankauf des

Landes durch die Gemeinden, die somit aktiv

Raumplanung und Dorfgestaltung betreiben.

Bild: brandl-bau.at Bild: crahayjamaigne.com Bild: crahayjamaigne.com

Bild: flickriver.com, Hilti Schaan

355


Besondere Übernachtungsmöglichkeiten

auf dem Bauernhof

Obstwiese

zum selber pflücken

Landschaftliche Gestaltung mit Bäumen und Hecken

Stellplätze für Zelte und Wohnmobile

Tierwiese für Kinder (Streichelwiese)

356

Bild: campingboertje.nl


28 Konkrete Maßnahmen an ausgewählten

Beispielstandorten

28.8

Maßnahme: Touristische Aufwertung von Bauernhöfen

Beispiel: Merlscheid

Funktion

Alte, leerstehende Bauernhöfe gibt es immer mehr. Sie

warten darauf, eine neue Nutzung zu erhalten. Durch

die räumlichen Möglichkeiten und den Platz, den

diese Ställe bieten, könnten die Höfe umgenutzt oder

in eine touristische Unterkunft umgewandelt werden.

Kleine Bauernhöfe könnten die landwirtschaftlichen

Lebensarten und Produktionsweisen didaktisch

aufarbeiten und Familien die Möglichkeit bieten,

Ferien auf dem Bauernhof zu machen. Kleine

landwirtschaftliche Betriebe mit ökonomischen

Schwierigkeiten könnten zusätzliche wirtschaftliche

Möglichkeiten nutzen und dank des Verkaufs

regionaler Produkte und dank deren touristischer

Vermarktung ein Nebeneinkommen erwirtschaften.

Qualitätsziel

QZ 6.2:

Die landwirtschaftlichen Betriebe sind zertifiziert

und erbringen den Nachweis der nachhaltigen

Bewirtschaftung. Sie sind als wichtige Lebensmittelproduzenten

anerkannt und wertgeschätzt.

Die landwirtschaftlichen Produkte sind von hoher

Qualität. Die regionale Vermarktung gewinnt immer

mehr an Bedeutung und sie stärkt die Betriebe sowie

das Image der Belgischen Eifel.

Dies bedeutet:

--

Sensibilisierung für die Landwirtschaft und

Verdeutlichung der landwirtschaftlichen

Lebensweisen;

--

Vermarktung des Konzeptes „Ferien auf dem

Bauernhof“;

--

Anstieg der Lebensqualität dank regionalen und

gesunden Produkte;

--

Vermarktung von hochwertigen Produkten als

zusätzlicher Nebenerwerb;

--

Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten

erweitern;

--

Touristische Attraktivität der Milchregion Eifel

steigern.

Die Ist-Situation am ausgewählten Standort:

--

die landwirtschaftlichen Betriebe sind in ihrer

Existenz bedroht;

--

kleine landwirtschaftliche Gebäude werden

aufgegeben und durch größere, modernere

Gebäude ersetzt;

--

die Ortschaften sterben nach und nach aus

und es gibt immer mehr Leerstände wie

beispielsweise der Bauernhof in Hergersberg,

diese Gebäude sind vom Verfall bedroht;

--

die Renovierungsarbeiten dieser Bauernhöfe

sind kostspielig und können durch andere

wirtschaftliche Nebenerwerbe finanziert werden.

Maßnahmen:

--

Erarbeitung eines Konzeptes zur touristischen

Vermarktung in Kooperation mit dem

Tourismusverband;

--

Übernachtungsmöglichkeiten unterschiedlicher

Art anbieten, Möglichkeiten für Zeltlager, Öko-

Camping, Heustalllager, Bed&Breakfast bieten;

--

Herstellung von regionalen Produkten zur

Herausstellung der Qualität der Region (z. B.

Käse und sonstige Milchprodukte);

--

Vermarktung von regionalen Produkten unter

einem eigenen Label (z. B. Qualitätsprodukt

„Belgische Eifel“);

--

Darstellung von Zusammenhängen der

landwirtschaftlichen Produktionsweisen

(Aufklärung über die verschiedenen

Produktionsetappen bis hin zum Endprodukt);

--

Die Tier- und Pflanzenwelt eines Bauernhofes für

Urlauber und Schulen didaktisch aufarbeiten;

--

Anpflanzung von Obstwiesen zur Herstellung

von regionalen Produkten (z. B. besondere

Wildfrüchte zur Herstellung von Säften,

Konfitüren, Heilmitteln) und Beteiligung

von Bürgern an Erntevorgängen und

Herstellungsprozessen;

--

Umwidmung der landwirtschaftlichen Gebäude

zu einem touristischen Standbein, das es

Familien und Naturfreunden ermöglicht, Ferien

auf dem Bauernhof zu machen;

--

Vermittlung der Traditionen und der Geschichte

der Bauernhöfe;

--

Herausstellung der Bedeutung der

Landwirtschaft für die Menschen;

--

Schaffung eines Beispielprojektes in

Hergersberg als Anreiz für andere Landwirte.

Bilder: Archiv Bureau Bild: campingdeboomgaard.nl Bild: holidaycheck.de

Bild: ratgeberzentrale.de

357


Extensiv genutzte

Zone mit Platz für

Maändrierung

Enfernte Fichtenreihe

Wanderpfad

Aufwertung besonderer Stellen am Bach

(Wasser erkennbar machen)

ökologische Optimierung der Brücke

Detail Ortskern Braunlauf

Übersichtskarte (Abschnitt des Braunlauftals

Extensive Bennutzung des Bachtals und der Auenbereiche

Entfernte fichten

Wanderpfad

ökologische Optimierung Kreuzungen

Braunlauf

358


28 Konkrete Maßnahmen an ausgewählten

Beispielstandorten

28.9

Maßnahme: Aufwertung der Bachtäler

Beispiel: Braunlauftal bei Braunlauf

Funktion

Die zahlreichen Bachtäler mit ihren großen und

kleinen Bächen gehören zu den charakteristischsten

Elementen der Belgischen Eifel.

Die Bachtäler sind geprägt von Hängen, meist offenen

Talmulden und den in den Niederungen fließenden

Bächen und Flüssen, abwechslungsreichen

Uferstreifen sowie von Auen und Feuchtwiesen.

Dank eines grenzüberschreitenden Tälerprojektes

befinden sich immer weniger Fichtenkulturen in den

Bachtälern. Die strukturreichen Bachtäler gehören

zu den wichtigsten ökologischen Kernzonen. Die

Fließgewässer mit ihren Auen sind bedeutende

landschaftsverbindene Elemente und wichtige

Korridore der Landschaft. Außerdem sind sie

Lebensraum für eine Vielzahl von selten Pflanzen und

Tieren.

Qualitätsziele

QZ 2.2:

Die Gewässer werden nicht verschmutzt, die Abwässer

werden geklärt und stellen keine Belastungen für den

Wasserhaushalt dar.

QZ 2.3:

Die Fließgewässer haben ausreichend Platz für eine

dynamische Entwicklung; ihr Verlauf ist natürlich.

QZ 2.4:

Die Gewässer und Auenbereiche sind durchgehend

miteinander vernetzt.

QZ 2.5:

Die Uferbereiche der Gewässer sind naturnah

gestaltet, die Flächennutzung dementsprechend dort

angepasst. Bachbegleitende Gehölze sichern die

Ufer und markieren den Bachverlauf, der somit auch

von Weitem erkennbar ist.

QZ 2.6:

Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie zum

Schutz der Gewässer und zur nachhaltigen und

umweltverträglichen Wassernutzung wird eingehalten.

Die Ist-Situation am ausgewählten Standort:

--

es sind Natura 2000-Gebiete im näheren Umfeld

vorhanden;

--

die Landschaft des ausgewählten Standortes

hat eher einen ausgeräumten Charakter;

--

es bestehen immer noch

Schmutzwassereinleitungen aus den Haushalten

in die Braunlauf;

--

die Wiesen werden bis an das Ufer des

Bachlaufes bewirtschaftet (höchstwahrscheinlich

findet auch ein Gülleeintrag statt, der Bewuchs

an den Gewässerrändern deutet darauf hin);

--

es fehlen bachbegleitende Strukturen;

--

die Uferränder und der Verlauf des Baches sind

in der Landschaft nur zu erahnen;

--

im Ort ist der Bach nur schwer erkennbar und

teilweise von Fichtenkulturen verdeckt;

--

an verschiedenen Stellen hat das Vieh direkten

Zugang zum Bach.

Maßnahmen:

--

Vermeidung von Abwässereinleitungen

aus den Haushalten zur Verbesserung der

Gewässerqualität;

--

Anpflanzung von uferbegleitenden Bäumen

und Sträuchern, wie z. B. Erlen und Weiden,

zur Stabilisierung der Uferränder und zur

Beschattung des Baches;

--

Zutritt des weidenden Viehs an den Bach

verhindern, z. B. durch Zaun oder Anpflanzung

(Uferrandschutz) und direkte Verschmutzung

des Gewässers vermeiden;

Lücke im Natura-2000 Gebiet schließen

Revitalisierung kleine Seitenläufe (Revitalisierung Kwel)

Natürlicher Bachlauf mit Erlen und Weiden

Beflanzung auf Bachtalrand

kombiniert mit Wanderpfad

359


360


28 Konkrete Maßnahmen an ausgewählten

Beispielstandorten

28.9

Maßnahme: Aufwertung der Bachtäler

Beispiel: Braunlauftal bei Braunlauf

--

Fichtenkulturen entlang des Bachs roden und

das Tal offen gestalten;

--

Wirksame Maßnahmen für eine natürliche

Gewässerentwicklung ergreifen, wie z. B.

gezielte Mäandrierungsmaßnahmen zur

Herstellung eines natürlicheren Verlaufs und zur

Reduzierung der Fließgeschwindigkeit;

--

Freiräume für die dynamische und natürliche

Entwicklung des Bachlaufes ausweisen;

--

Feuchtwiesen und Auenbereiche erhalten und

schützen, ggf. durch lockere Anpflanzungen

markieren und vor Bewirtschaftung schützen;

--

den Verbund des Baches mit den angrenzenden

Feuchtwiesen und Auen erhalten und fördern;

--

Wiesenflächen entlang des Baches in einem

festzulegenden Bereich extensiv bewirtschaften

oder nur Pflegemaßnahmen durchführen;

--

bestehende Verrohrungen oder sonstige

Barrieren entfernen und einem natürlichem

Zustand zuführen (Rückbau);

--

Brückenbauwerke so verändern, dass die

natürliche Gewässermorphologie wieder

hergestellt wird;

--

wertvolle bachbegleitende Bäume wie Erlen und

Weiden erhalten;

--

Bachtäler und Fließgewässer räumlich erkennbar

machen;

--

Zugang zum Wasser und Erlebbarkeit

des Wassers fördern, z. B. durch einen

entsprechenden Wasserwanderpfad in der

Niederung;

--

ökologische Vernetzung der in der umliegenden

Ortschaft befindlichen Natura 2000-Gebiete

anstreben und fördern;

--

die Vorgaben der Europäischen Wasserrichtlinie

sind zu berücksichtigen;

--

die Bachtäler sollten an gewissen Punkten (z.

B.: in der Ortschaft, an Brücken) namentlich

gekennzeichnet sein.

361


Promenade / Aufenthaltsmöglichkeiten

entlang der Our

Wasserspielplatz

Modell der Belgischen Eifel

Aufwertung von Parkanlage

362


28 Konkrete Maßnahmen an ausgewählten

Beispielstandorten

28.10

Maßnahme: Die Vielfältigkeit des Wassers erleben können

Beispiel: Wassererlebnispark in Schönberg

Funktion

Maßnahmen:

Das Ökosystem Wasser bildet die Grundlage für

jegliches Leben auf der Erde. Das Verständnis für die

natürlichen Verläufe des Wassers in der Belgischen Eifel

muss aufgebaut werden. Die Bewusstseinsbildung

für einen ressourcenschonenden Umgang mit dem

kostbaren Gut ist eine wichtige Aufgabe für die

Sicherung der Lebensqualität.

Qualitätsziele

QZ 1.1:

Die Bevölkerung weiß über die Landschaft Bescheid,

sie erkennt Zusammenhänge und Auswirkungen von

Handlungen und Eingriffen in die Landschaft.

Sie hat Verständnis für die Anliegen der verschiedenen

Nutzungen.

QZ 1.2:

Die Bevölkerung schützt, pflegt und unterstützt

die Landschaft und nimmt aktiv an der Erhaltung

und Gestaltung der Landschaft teil. Sie handelt

verantwortungsvoll, sensibel, zielgerecht und mit

Sachverstand und trägt somit zu einer positiven

Entwicklung der Landschaft und des Lebensraumes

im Sinne des Leitbildes bei.

QZ 2.1:

Das Wasser als eines der wichtigsten Grundelemente

des Lebens ist als schützenwertes Gut anerkannt.

Die Trinkwasserversorgung und -neubildung ist

gesichert. Der Umgang ist schonend und sparsam.

Die Qualität der Gewässer ist gut.

Dies bedeutet:

--

Menschen auf spielerische Art die

Funktionsabläufe des Wasser im Naturhaushalt

aufzeigen;

--

Darstellung der Bedeutung des Wassers als

Lebensgrundlage;

--

Förderung des respektvollen Umgangs mit

Wasser;

--

Verbesserung der Wasserqualität durch

Vermeidung von Schmutzwassereinträgen;

--

Herausstellen des Erlebniswerts des Wassers

durch gezielte Maßnahmen in den Örtlichkeiten,

wie z. B. durch die Gestaltung von Brunnen und

Fontänen;

--

Nutzung des Wassers als Antriebskraft zur

Gewinnung von regenerativer Energie wie, z. B.

Mühlen;

--

Darstellung der Bedeutung des Wassers für

Vegetation und Fauna;

--

Interaktive Darstellung der Prozessabläufe des

Wassers in Boden und Gestein.

Die Ist-Situation am ausgewählten Standort:

--

die Our stellt ein markantes Element der

Ortschaft Schönberg dar, sie wird jedoch

aufgrund der asphaltierten, überdimensionierten

Brückeninfrastruktur nicht wahrgenommen;

--

die Ufer der Our sind nicht kontrolliert

zugänglich und es gibt keine Wander- und

Fahrradrouten entlang des Wasserlaufes;

--

der direkte Kontakt mit dem Element Wasser ist

durch Uferbefestigungsmaßnahmen nicht mehr

überall möglich;

--

Freiflächen im Dorfzentrum reichen teilweise bis

an die Our;

--

Sensibilisierung rund um das Thema Wasser

könnte die Aufenthaltsqualität im Ourtal

steigern.

--

Natürliche Gestaltung der Uferbereiche;

--

Wassererlebnispark, der das Ökosystem Wasser

in der Belgischen Eifel modellhaft darstellt und

als Wasserspiel fungiert:

--

Täler und Nebentäler mit ihren Bächen

benennen und darstellen;

--

Wasserscheide als Trennung zwischen dem

Maas- und Rheinbecken in einem Reliefmodell

darstellen;

--

Stausee als rekreativen Standort für

Wassersport und als Energiequelle für die

Stromproduktion herausstellen;

--

besondere Bereiche wie Mäandrierungen

schützen oder wiederherstellen;

--

die Wehre bei Ouren darstellen;

--

den Wasserkreislauf erklären;

--

Schaffung eines didaktisch interaktiven

Wasserlehrpfades, der die natürlichen Prozesse

darstellt;

--

Installation eines Mühlrades zur

Stromproduktion für bestimmten Einrichtungen

vor Ort (z. B. Wasserkarussell welches mit Hilfe

des Wassers dreht);

--

Schaffung von Einrichtungen für die Heilung und

Genesung durch Wasser (z. B. Wassertreten,

Fußbäder nach der Kneippkur);

--

Steigerung der Erlebnisqualität durch einen

direkten und gesicherten Zugang zur Our

ermöglichen (z. B. über einen Steg);

--

Verbesserung der Aufenthaltsqualität am Wasser

(z. B. durch Wassertribüne);

--

Erweiterung von Spielmöglichkeiten entlang des

Ufers der Our samt Aufwertung der Parkanlage;

--

Schaffung einer Promenade für Fahrradfahrer

und Fußgänger sowie Fahrradverleih und

Ladestation für E-bikes;

--

Veranstaltung eines „Wasserfestes“.

Bild: Archiv Bureau Verbeek

Bild: bilgaardnet.nl

Bild: velopa-omniplay.com Bild: beeldvanstadskanaal.nl Bild: panoramio.com, David Stanley

363


Ist Situation

Solitärbäume

auf Ackerrändern

Bachbegleitende Bäume

Netz von Hecken

Solitärbäume

und Baumgruppen

auf Parzellränder

Bäume auf Bachtalrand

Baume auf steilen Hängen

Hecken entlang den Straßen

Ziel

364


28 Konkrete Maßnahmen an ausgewählten

Beispielstandorten

28.11

Maßnahme:

Beispiel:

Gestaltung der halboffenen Wiesenlandschaft

Umgebung Eibertingen

Funktion

Die Ist-Situation am ausgewählten Standort:

Die halboffene Wiesenlandschaft in der Belgischen

Eifel ist gekennzeichnet durch Relikte der

historischen Kulturlandschaft. Kennzeichnend

für diese Landschaft sind die von einzelnen

Heckenabschnitten, Baumreihen, Baumgruppen und

Einzelbäumen locker strukturierten Wiesenflächen.

Oft handelt es sich um Überbleibsel der intensiv

genutzten Landschaft, die vorwiegend auf den

Grundstückgrenzen angeordnet sind. Im Gegensatz

zu den idealtypischen Eigenschaften der „halboffenen

Landschaft“, besteht aufgrund der aktuell intensiven

Grünlandbewirtschaftung keine Gefahr der

Verbuschung. Hier besteht eher die Gefahr, dass

weitere Grünstrukturen verloren gehen und dass

die Tendenz zu einer ausgeräumten Landschaft sich

weiterentwickeln könnte.

Halboffene Landschaften sind in einer intensiven

Landnutzung eher selten, denn oft geht eine offene

Landschaft (Grünland, Acker) ohne Überleitung

in eine geschlossene Landschaft wie Wald über.

Insofern könnte man bei halboffenen Landschaften

von Landschaften sprechen, in denen sich offene und

geschlossene Landschaften vermischen. Dadurch

ergeben sich in einer idealtypisch entwickelten,

halboffenen Landschaft verschiedene miteinander

vermischte Biotopstrukturen, in denen zahlreiche

Lebensräume für unterschiedliche Pflanzen und Tiere

vorhanden sind.

Qualitätsziele

QZ 2.5:

Die Uferbereiche der Gewässer sind naturnah

gestaltet, die Flächennutzung dementsprechend dort

angepasst.

Bachbegleitende Gehölze sichern die Ufer und

markieren den Bachverlauf, der somit auch von

Weitem erkennbar ist.

QZ 6.1:

Die landwirtschaftlichen Betriebe haben eine

gesicherte Zukunft. Dank der qualitativen

Produktionsweise und der landschaftspflegerischen

Leistungen sind sie außerdem auskömmlich. Darüber

hinaus sind die landwirtschaftlichen Betriebe

konkurrenzfähig gegenüber dem Markt. Die Betriebe

bewirtschaften die Flächen im Einklang mit der Natur,

die ökologischen Belange als auch die Belange

der Kulturlandschaft finden Berücksichtigung. Die

Betriebe wenden sich immer häufig dem biologischen

Anbau zu.

QZ 6.3:

Die landwirtschaftlichen Betriebe leisten mit ihrer

landschaftspflegerischen Tätigkeit einen wichtigen

Beitrag zum Erhalt und Schutz der Kulturlandschaft.

Für diese Maßnahmen werden die Betriebe entlohnt.

Dies bedeutet

--

Erhalt und Schutz der Grünelemente;

--

Extensivierung von Teilflächen im Nahbereich

von Grünstrukturen zur Verbesserung der

Lebensraumqualitäten für Tiere und Pflanzen;

--

Stärkung des ökologischen Netzes durch

Entwicklung von Verbindungskorridoren und

Trittsteinbiotopen;

--

Bessere Förderung des halboffenen Charakters

der Landschaft;

--

Verbesserung der Qualität der Grünstrukturen, z.

B. durch extensive Pflege;

--

Schaffung einer abwechslungsreichen

Landschaft für alle Lebewesen;

--

Attraktivitätssteigerung der Landschaft für den

Naturerholungs- und Naturerlebnissuchenden.

--

vorwiegend intensiv genutzte Wiesenflächen,

unterbrochen von vereinzelten Ackerflächen;

--

entlang der Grundstücksgrenzen befinden sich

abschnittsweise noch einige Heckenstrukturen;

--

die Grundstücke sind vorwiegend mit

Stacheldrahtzäunen eingefasst;

--

Einzelbäume und Baumgruppen sind vereinzelt

entlang des Baches, der Parzellengrenzen und

entlang der Wege und Straßen anzutreffen;

--

vereinzelt sind Fichten als Einzelbaum, in

Gruppen und auch als flächige Anpflanzung

vorhanden;

--

kaum entwickelte Krautsäume entlang der Wege

und Straßen;

--

Überlandleitungen entlang der Straßen.

Maßnahmen:

--

Anpflanzung von Hecken entlang der

Parzellengrenzen möglichst freiwachsend und

mit vorgelagertem Krautsaum, dies anstelle der

Stacheldrahtzäune;

--

Sicherung und Schutz des vorhandenen

Vegetationsbestandes

--

Anpflanzung von Hecken, Sträuchern

und Bäumen zur Strukturanreicherung

der Landschaft und zur Verbesserung der

ökologischen Vernetzung von Biotopen;

--

Förderung des halboffenen Charakters durch

Anpflanzung von freiwachsenden Sträuchern

und Bäumen;

--

Einsehbarkeit in die Landschaft durch gezielte,

aber zurückhaltende Pflegemaßnahmen

erhalten;

--

Extensivierung von Teilbereichen zur

Verbesserung der Biotopqualitäten, z.

B. Förderung von Krautsäumen entlang

verschiedener Hecken, Ackerränder, Wege und

im Bereich von Baumgruppen;

--

Fichtenkulturen entfernen und durch

Laubbäume ersetzen;

--

Anpflanzung von mit Einzelbäumen

durchmischten Strauchgruppen an nicht

genutzten Standorten, entlang der Wege und an

den Wegekreuzen;

--

in der Entwicklungsphase der halboffenen

Landschaft, Ansitzwarte für Vögel einrichten;

--

besondere Standorte wie z. B. Getreidestreifen

mit Korn- und Mohnblumen entwickeln

zur Erinnerung an die ehemals intensive

ackerbauliche Nutzung, aber auch als mögliche

Verbindungswege für Menschen und Tiere;

--

Anpflanzung von bachbegleitenden Gehölzen

zur besseren Lesbarkeit und Wahrnehmung des

Fließgewässers in der Landschaft, sowie zur

Beschattung des Baches;

--

Anpflanzung von standortgerechten und

landschaftstypischen Sträucher und Bäumen in

unterschiedlichen Gruppen zur Markierung und

Schutz der Feuchtwiesenbereiche;

--

extensive Pflege im Sinne von „Späte Mahd“

entlang der Wege und Straßen unterirdische

Verlegung der Versorgungsleitungen

Bild: Archiv Bureau Verbeek Bild: Archiv Bureau Verbeek

365


RAVeL und Verbindung/Umleitung bei Draisinen

Ausgeschilderte Verbindungsrouten

Bestehendes Radwegenetz ausbauen

Aus zu Bauen RAVeL-Strecken

Verbindungsroute Our

Flache Routen durch Bachtäler

Ausschildern von Rundwegen, Beispiel Honsfeld

Touristischer Infopunkt auf ehemaligen Bahnhofsgelände

Runde Honsfeld

366


28 Konkrete Maßnahmen an ausgewählten

Beispielstandorten

28.12

Maßnahme: Fahrradrundweg

Beispiel: Honsfeld

Funktion

Maßnahmen

Radtourismus liegt voll im Trend. Das Angebot für

Radfahrer nimmt ständig zu. Der Radtourismus

ermöglicht es, durch eigene Aktivität die Landschaft

und die Ortschaften sehr nahe zu erleben und sich

dennoch zügig fortzubewegen. Seit der Anlegung von

Fahrradrouten auf ehemaligen Eisenbahnstrecken

hat sich der Fahrradtourismus in der Belgischen Eifel

ständig weiterentwickelt. Die Entwicklung der E-Bikes

trägt mit dazu bei, dass der Fahrradtourismus bei

einer breiten Nutzergruppe großen Zuspruch findet.

Qualitätsziele

QZ 5.2:

Eine umfangreiche Infrastruktur (z. B. Wander- und

Radwege) ermöglicht den freien Zugang zur Landschaft

und die damit verbundene Erholungsnutzung.

Die geschützten und sensiblen Bereiche sind

kontrolliert zugänglich.

QZ 5.4:

Neue Erlebnisinfrastrukturen und Erholungsanlagen

verstärken den Charakter der Region, sie respektieren

die natürlichen Gegebenheiten und binden sich in die

Landschaft ein.

Dies bedeutet:

--

Herausstellung der Geschichte der Vennbahn

(z. B. durch die Aufwertung der ehemaligen

Bahnhofsgelände);

--

Sicherstellung von gut befahrbaren Straßen ist

notwendig;

--

Ausweisen von Verbindungsrouten zwischen

den RAVeL-Netzen und Fahrradrundwegen;

--

Ausbau der Radweginfrastruktur

mit Aufenthaltsmöglichkeiten und

Informationstankstellen;

--

Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten (z. B.

in Synergie mit „Ferien auf dem Bauernhof“);

--

Erweiterung des Angebots an

Rückfahrtmöglichkeiten mit öffentlichen

Verkehrsmitteln;

--

Präsentation des touristischen Angebots

entlang der Fahrradrouten, z. B. die

umliegenden touristischen Highlights und

Versorgungsinfrastrukturen.

--

Entwicklung von Konzepten für mehrere

Fahrradrundwege durch die Belgische Eifel

unter Berücksichtigung der Straßenverhältnisse

und der vorhandenen Routen;

--

Beschilderung von Fahrradrundwegen als

Ergänzung zum RAVeL-Netz. Die Rundwege

bieten den Nutzern die Möglichkeit, die

Landschaft und die Ortschaften der belgischen

Eifel mit dem Fahrrad zu erleben. Es sollten

Verbindungsrouten zwischen den bestehenden

RAVeL-Strecken ausgewiesen werden, damit

die Bewohner bzw. die Touristen eingeladen

werden, nicht nur quer durch das Gebiete zu

radeln, sondern auch innerhalb des Gebietes

zu verweilen, denn die RAVeL-Wege führen

mehrmals nur einige Kilometer durch das

Gebiet;

--

Mehrere noch ausbaufähige Querstrecken

innerhalb des RAVeL-Netzes nutzen, um auch

die RAVeL-Strecken innerhalb des Gebietes

miteinander zu vernetzen;

--

Schaffung von grenzüberschreitenden

Kooperationen im Fahrradtourismus und Ausbau

grenzüberschreitender Fahrradrouten;

--

Themenrouten anbieten, die beispielsweise

durch die Bachtäler führen, wie z. B. die

Ourtalroute als verbindende Route zwischen

zwei RAVeL-Strecken;

--

Beschilderung von verschiedenen Routen,

die durch Honsfeld und Umgebung führen

und auf die kulturhistorischen Denkmäler, die

Landschaftsbereiche (z. B. Heckenlandschaft)

und auf die Verpflegungsmöglichkeiten innerhalb

der Ortschaften aufmerksam machen;

--

Gestaltung von überdachten Rastmöglichkeit

mit Sitzgelegenheiten;

--

Kooperation mit dem Geschichtsverein

„Zwischen Venn und Schneifel“ zur

Herausstellung der historischen Eisenbahnlinien

in Form von Infotankstellen.

Bild: campingsonline.nl

Die Ist-Situation am ausgewählten Standort:

--

Die Schienen des ehemaligen Eisenbahnnetzes

wurden entfernt und das Gebiet durchquerende

RAVeL-Abschnitte wurden für den

Fahrradtourismus erschlossen;

--

Der RAVeL-Verkehr geht meist nur in eine

Richtung, es fehlt an Rundwegen mit guten

Straßenoberflächen;

--

zentral gelegene Bahnhofsgelände sind nach

der Schließung der Vennbahnverbindungen

heute teilweise verwahrlost, entlang der

Vennbahnstrecke Weywertz-Jünkerath befanden

sich vier Bahnhofsgebäude (Bütgenbach,

Büllingen, Honsfeld und Losheimergraben im

Weiler Buchholz);

--

der Ausbau der grenzüberschreitenden RAVeL-

Strecke von Honsfeld in Richtung Deutschland

steht aus.

367


Weg rund um die Burg

Markanter

Eingang

Angenehme

Zugang für

Fußgänger

Klar ausgeschilderte Routen

Ausschilderung Burg

und Parkmöglichkeiten

368

Bild: André Drèze


28 Konkrete Maßnahmen an ausgewählten

Beispielstandorten

28.13

Maßnahme: Aufwertung von historischen Baudenkmälern

Beispiel: Burgruine in Reuland

Funktion

Die Ist-Situation am ausgewählten Standort:

Der Erhalt und die Pflege des Kulturguts und der

Denkmäler sind ein wichtiger Beitrag zur

Stärkung der Identität der Region und der Orte.

Historische Baudenkmäler sind Zeugen einer

vergangenen Zeit, die ein Stück Vergangenheit in die

Gegenwart holen.

Inwertgesetzte, historische Objekt von der Größe

einer Burg können auch im Tourismus eine bedeutende

Rolle übernehmen und Motor für ein

Dorf und eine Region sein. Baudenkmäler dieser

Art müssen lebendig gestaltet werden, damit sie

Menschen anziehen und nicht als stumme Elemente

in der Kulturlandschaft verwahrlosen.

Qualitätsziele

QZ 4.6:

Die Kulturgüter sind geschützt und in Wert gesetzt,

sie sind wichtige Zeugen der Geschichte, des

menschlichen Handelns und des Lebens.

Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Identität und

Heimatverbundenheit.

Dies bedeutet:

--

Schutz und Pflege von Kulturgütern und

historischen Baudenkmälern;

--

Restaurierung und angepasste Folgenutzung

sind zu gewährleisten;

--

die Geschichte des Ortes erlebbar machen;

--

Historische Aufarbeitung und entsprechende

Darstellung zur Information der Bevölkerung und

der Besucher;

--

das Potential und die besondere Lage der Burg

sind für touristische Zwecke zu nutzen.

--

Die Burg in Reuland ist ein herausragendes

Bauwerk in der Belgischen Eifel und für die

Ortschaft Reuland das bedeutendste Element

der Dorfgeschichte;

--

sie ist Ausgangspunkt der Dorfentwicklung; der

Ort war schon in der Römerzeit besiedelt und

wurde im 10. Jahrhundert von den Franken zu

einem Königsschloss umgebaut; auch Karl der

Große soll einst dort gelebt haben;

--

die Burgruine wurde bereits um 1900 als

Denkmal klassiert;

--

die Burg bietet einen herrlichen Ausblick auf

die malerische Landschaft des Ulftals und

Umgebung; leider ist die Burg nicht gut sichtbar,

da die Verbuschung am Fuße der Burg den

Blick versperrt; folglich wird die Burg kaum

wahrgenommen;

--

der Aufgang zur Burg ist vom Dorf aus nicht

deutlich erkennbar und entspricht nicht der

historischen Anlage;

--

die Zufahrtsmöglichkeit zur Burgruine gleicht

eher einer Anliegerstraße und deutet nicht auf

dieses bedeutende Baudenkmal hin;

--

die der Burganlage vorgelagerten Häuser sind

nicht ortstypisch und beeinflussen das Ortsbild

auf negative Weise;

--

die Burg wird heute vorwiegend als touristischer

Anziehungspunkt vermarktet; in der Burg

befindet sich eine Informationsstelle, die

während im Sommer täglich besetzt ist;

der in einem Kellergewölbe eingerichtete

Ausschankraum am Fuße der Burg (Südseite)

wird seit längerer Zeit nicht mehr genutzt;

vor dem Ausschankraum ist eine größere

Eingangsallee

Restaurierung des Graben

Umgestaltung Hänge

(offen und einheitlich)

Zeltdach

Terrasse / angenehme Aufenthaltsmöglichkeiten

Rundumsicht

Illumination

369


370


28 Konkrete Maßnahmen an ausgewählten

Beispielstandorten

28.13

Maßnahme: Aufwertung von historischen Baudenkmälern

Beispiel: Burgruine in Reuland

Fläche mit Natursteinplatten und Grasfugen

naturnah gestaltet; sie könnte sehr gut als

Terrasse genutzt werden, da sich von hier

aus wunderschöne Ausblicke auf die nähere

Umgebung bieten; auf den Hängen und

Brachflächen unterhalb der Terrasse sind

im Laufe der Zeit Sträucher und Bäume

gewachsen.

Maßnahmen

--

Ausarbeitung eines Konzeptes zur Aufwertung

und Herausstellung der Burg sowie zur

Förderung der touristischen Vermarktung der

Anlage;

--

Entwicklung von Anbindungen an die

touristischen Infrastrukturen (Themenrouten,

Wander- und Radwege, wie z. B. die RAVeL-

Route) und an die Knotenpunkte, die auf diese

besonderen Standort hinweisen;

--

Erstellung von klaren und leicht erkennbaren

Zugangsmöglichkeiten zur Burg;

--

Gestaltung der direkten Zufahrt zur Burg

(Nordseite) als markanten und auf die Burg

ausgerichteten Weg, z. B. mit Bäumen,

Natursteinpflaster, eine dem historischen

Charakter entsprechende Beleuchtung;

--

Anlegung und Ausweisung von

Wanderrundwegen um das Dorf herum,

Hinweise auf die Burg an verschiedenen und

günstig gelegenen Standorten, Ausblick von der

Burg aus (z. B. Minitürme als Aussichtstürme);

Hinweise zur Burg an den Ortseingängen/-

ausgängen;

--

die Burg stärker in das Bewusstsein der

Dorfbewohner bringen, die Burg regelmäßig

in den Mittelpunkt des Dorfgeschehens mit

einbeziehen, z. B. durch das Abhalten von

verschiedenen Dorfaktionen und Dorffesten auf

der Burganlage, durch gestaltete Hinweise an

verschiedenen Stellen im Dorf und durch die

Schaffung eines Freundeskreises „Burg“;

--

Ausarbeiten eines jährlichen

Veranstaltungskalenders mit besonderen

Veranstaltungen/Events auf der Burg, wie

z. B. Oper- oder Musicalaufführungen,

unterschiedliche Musikveranstaltungen, Open-

Air-Kino, Ritterfestspiele;

--

Aufwertung und Ausbau der Infrastruktur für

Besucher: Parkplätze am Fuß der Burg (für

Personen mit eingeschränkter Mobilität) und im

Dorf, fußläufige Verbindung zwischen Parkplatz

und Burg ;

--

Gestaltung der Freiflächen im Zentrum

der Burganlage als multifunktionaler

Freiplatz und Errichtung einer mobilen

oder festen Überdachungsmöglichkeit,

wie z. B. Zeltdachkonstruktion, zur

witterungsunabhängigen Nutzung;

--

Freistellen der Burg durch

Entbuschungsmaßnahmen zur Förderung der

Wahrnehmung;

--

Restaurierung des Ausschankraumes,

Nutzung für Musikveranstaltungen und als

Versammlungsraum vorsehen, z. B. für den

Freundeskreis BURG;

--

Gestaltung und Nutzung der Fläche vor dem

Ausschankraum als „Sonnenterrasse“ oder

mittlere „Aussichtsplattform“;

--

Anlegen eines Themenspielplatzes (z. B. Burg,

Ritter) auf dem Gelände, das sich unterhalb der

Terrasse und des Ausschankraums befindet.

371


Waldsäum bei Wiesenlandschaft

Natürliche Bachläufe mit Bäume

Waldsaum emtlang RaveL

Evolution zu Mischwald

Touristisches Ruhepunkt auf Kreuzung RaveL-Bachtal

Wanderpfad

(Verbindung Dorf-Wald)

Offene Bachtälern

Waldsäum bei offene Stellen

372

Bild: Frank Vassen


28 Konkrete Maßnahmen an ausgewählten

Beispielstandorten

28.14

Maßnahme: Ökologische Forstwirtschaft

Beispiel: Umgebung Rechterbach bei Recht

Funktion

Maßnahmen:

Der Wald erfüllt zahlreiche Aufgaben für den

Menschen und den Naturhaushalt. Zu den

wichtigsten Aufgaben zählt die Filterung und das

Speichern des Niederschlagswassers, sowie die

Regulierung des Klimas. Der Wald ist aber auch ein

wichtiger Rohstofflieferant. Ein gesundes und stabiles

Ökosystem Wald ist eine wichtige Voraussetzung für

eine gute Lebensqualität der Menschen.

Aktuell werden auf der ganzen Welt viele Wälder

übernutzt und die Waldwirtschaft nicht nach

ökologischen Gesichtspunkten betrieben.

Die Anpflanzungen erfolgen nicht immer mit

standortgerechten Baumarten (z. B. Fichten auf

nassen Böden und Torfböden). Es ist eine positive

Entwicklung hin zu einer naturnäheren Bewirtschaftung

der Wälder erkennbar. Eine Umorientierung hin

zur ökologischen Waldnutzung sollte angestrebt

werden, damit das Ökosystem Wald erhalten und

entwickelt werden kann. Nur so sind eine nachhaltige

Holzproduktion, der Schutz der natürlichen Vielfalt

von Tieren und Pflanzen, die Schutzfunktionen des

Waldes und die Wohlfahrtswirkung für den Menschen

zu erreichen.

Qualitätsziele

QZ 3.2:

Die Intensität der Landnutzung ist auf die ökologischen

Belange abgestimmt.

Die Land- und Forstwirtschaft sowie die Natur

entwickeln sich gemeinsam, auf nachhaltige Weise

und die Entwicklungen sind aufeinander abgestimmt.

QZ 3.4:

Die geschützten Waldgebiete tragen zur Sicherung

der Artenvielfalt und der Lebensräume bei.

QZ 5.1:

Das große Potential der umfangreichen, vielfältigen

und natürlichen Kulturlandschaft für die Erholung und

das Naturerlebnis wird schonend ausgeschöpft und

wahrgenommen.

QZ 6.4:

Die Bewirtschaftung der Wälder ist standortgerecht

und naturnah und erfolgt nach den Richtlinien der

Wallonischen Forstverwaltung. Die Waldränder sind

abgestuft.

Die für die Region typischen Wälder sind geschützt.

Dies bedeutet:

--

Erhalt und Schutz der Vielfalt und der

natürlichen Dynamik;

--

Sicherung der Schutz- und Sozialfunktion des

Waldes;

--

Nachhaltige Verarbeitungsweise des Rohstoffes

Holz;

--

Entwicklung der ökologischen Qualität der

Wälder;

--

Durchmischung der Monokulturen;

--

Freistellen von Bachtälern in Waldgebieten;

--

Touristische Aufwertung der Waldflächen.

Die Ist-Situation am ausgewählten Standort:

--

intensive Waldbewirtschaftung nach vorwiegend

wirtschaftlichen Aspekten;

--

vorwiegend Monokulturen, hauptsächlich

bestehend aus Fichten;

--

keine abgestuften Waldränder;

--

kaum Krautsäume an den Waldrändern;

--

kaum Lichtungen;

--

Bachtäler sind fast gar nicht erkennbar;

--

ehemalige Eisenbahnlinie ist zurzeit noch nicht

als RAVeL-Weg nutzbar.

--

Erhalt und Sicherung von geschützten

Waldgebieten;

--

Bewirtschaftung des Waldes nach den

Prinzipien der ökologischen Waldnutzung;

--

Ausarbeitung eines Konzeptes, das eine

Holznutzung und gleichzeitig die Bewahrung

des Waldes ermöglicht;

--

Mischwaldanpflanzungen zur Vermeidung von

Monokulturen;

--

Vermeidung von Kahlschlägen;

--

Verzicht auf Düngung und Einsatz von Chemie;

--

Abholzen von Bäumen im Bereich der

Fließgewässer zur Öffnung der Bachtäler;

--

Belassung von Totholz als Lebensraum für Tiere;

--

Ausweisung von unbewirtschafteten Flächen,

an denen sich für die ökologische Waldnutzung

auszurichten ist;

--

Anlegung eines Waldlehrpfades mit dem

Schwerpunktthema „ökologische Waldnutzung“;

--

Entwicklung von abgestuften Waldrändern;

--

Waldsäume und abgestufte Waldränder;

--

Waldsäume entlang der noch auszubauenden

RAVeL-Strecke;

--

Lichtungen zur Anreicherung der Strukturvielfalt

und zur Schaffung von Lebensräumen für

Pflanzen und Tiere (auch als Äsungsflächen für

das Wild);

--

touristische Aufenthaltsqualität am

Kreuzungspunkt von RAVeL-Strecke

und Bachtal durch entsprechende

Rastmöglichkeiten;

--

Wandermöglichkeiten entlang des freigelegten

Bachtales schaffen, Verbindung mit dem Dorf

Recht herstellen.

Bilder: Archiv Bureau Verbeek Bilder: panoramio.com Bild: fordaq.com

373


Maspelt

Optimierung der

ökologischen

Vernetzung

Aussichtpunkte /

Touristische Info /

Knotenpunkt von

Wanderrouten

Extensive Bewirtschafung

und ökologische Optimierung

von steilen Hänge

Acker- und Wiesenränder

Ergänzung Wäldchen

auf steilen Hängen

Alster

Bracht

Wanderpfad

zwischen Dörfer

Landschaftliche Einfügung von große agrarische

Bebauung mit kleinen Grünstrukture

und Baumgruppen

374

Bild: Archiv Bureau Verbeek


28 Konkrete Maßnahmen an ausgewählten

Beispielstandorten

28.15

Maßnahme: Gestaltung offener Landschaften

Beispiel: Umgebung Bracht und Alster

Funktion

Maßnahmen:

Die offene Landschaft ist gezeichnet von einem

geringen Waldanteil, von offenen Wiesen- und

Ackerflächen, von einem abwechslungsreichen Relief

mit zahlreichen Aussichtspunkten sowie von einer

guten Erkennbarkeit der Siedlungsstrukturen und der

hauptsächlich dort befindlichen Baumvegetation. Die

Landschaft ist heute geprägt von einer überwiegend

intensiven Grünlandwirtschaft. Die heutige Gestalt

der Landschaft ist Folge der ehemaligen intensiveren

Ackerbaulandwirtschaft, die hier betrieben wurde.

Qualitätsziele

QZ 4.1:

Die Dörfer weisen einen ortstypischen Charakter auf.

Die Bebauung passt sich den örtlichen Gegebenheiten

an und integriert sich in die Landschaft.

QZ 5.3:

Die historische Kulturlandschaft ist in ihrer Vielfalt und

Eigenart wahrnehm- und erlebbar. Die besonderen

Bereiche der Kulturlandschaft sind herausgestellt und

verdeutlichen die Vielfalt und den typischen Charakter

der Region.

QZ 6.1:

Die landwirtschaftlichen Betriebe haben eine gesicherte

Zukunft. Dank der qualitativen Produktionsweise

und der landschaftspflegerischen Leistungen sind

sie außerdem auskömmlich. Darüber hinaus sind

die landwirtschaftlichen Betriebe konkurrenzfähig

gegenüber dem Markt.

Die Betriebe bewirtschaften die Flächen im Einklang

mit der Natur, die ökologischen Belange

als auch die Belange der Kulturlandschaft finden

Berücksichtigung. Die Betriebe wenden sich immer

häufig dem biologischen Anbau zu.

Dies bedeutet:

--

Aufwertung und Herausstellen der offenen

Landschaften;

--

Erhalt des offenen Charakters der Landschaft;

--

Sicherung der weiten Ausblicke in die

Landschaft;

--

Erhalt und Sicherung der landwirtschaftlichen

Landnutzung;

--

Bewahrung des typischen Siedlungscharakters;

--

Erhalt und Schutz der Baumvegetation in den

Dörfern;

--

Extensivierung von Teilflächen zur Verbesserung

der Lebensraumqualität für Tiere und Pflanzen;

--

Entwicklung von Verbindungskorridoren und

Trittsteinbiotopen für Tiere und Pflanzen;

Attraktivitätssteigerung der Landschaft für den

Naturerholungs- und Naturerlebnissuchenden.

Die Ist-Situation am ausgewählten Standort:

--

vorwiegend Wiesenflächen, die von

Ackerflächen unterbrochen sind;

--

die grünlandbewirtschafteten Flächen sind

fast ausschließlich mit Stacheldrahtzäunen

eingefasst;

--

die Waldflächen befinden sich hauptsächlich auf

Kuppen und Hängen;

--

die Waldflächen bestehen hauptsächlich aus

Fichtenmonokulturen;

--

keine abgestuften Waldränder;

--

abwechslungsreiches Relief;

--

die Siedlungsstrukturen sind von Weitem sehr

gut erkennbar;

--

es gibt nur wenige Grünstrukturen;

--

kaum Krautsäume entlang der Wege und

Straßen;

--

Überlandleitungen entlang der Straßen;

--

schöne, weite Aussicht in die Landschaft;

--

gute Lesbarkeit der Landschaft.

--

Sicherung und Entwicklung der für diese Region

kennzeichnenden Agrarlandwirtschaft;

--

Darstellung der offenen Landschaft mit

bemerkenswerten Aussichtsmöglichkeiten (z. B.

gestaltete Aussichtspunkte mit Infos zur offenen

Landschaft;

--

unwirtschaftliche und ungünstig gelegene

Flächen für ökologische Belange extensivieren;

--

Durchmischung der Waldmonokulturen

mit Laubgehölzen und einer ökologischen

Waldnutzung zuführen;

--

Entwicklung von Krautsäumen und abgestuften

Waldrändern;

--

Bewahrung der typischen Siedlungsstrukturen;

--

harmonische Integration von

landwirtschaftlichen Infrastrukturen in die

Landschaft mit entsprechenden Grünstrukturen

und landschaftstypischen Baumaterialien;

--

Vermeidung von landwirtschaftlichen

Infrastrukturen an exponierten Standorten;

--

Erhalt und Entwicklung der Grünstrukturen in

den Dörfern und in der freien Landschaft (dabei

muss der offene Charakter beibehalten werden);

--

Kulturhistorische Elemente wie Kreuze usw.

pflegen und in Wert setzen;

--

ungenutzte Flächen wie Wegränder,

Steilhänge, Kleinflächen, Brachen usw. sollten

für die Entwicklung und Anreicherung von

Lebensräumen für Tiere und Pflanzen verwendet

werden;

--

Entwicklung von Ackerrandstreifen mit typischen

Wildkräutern zur Förderung des ökologischen

Netzes und als wichtige Rückzugsgebiete für

zahlreiche Tiere (z. B. Bodenbrüter);

--

Steigerung der Biotopqualität in den Dörfern für

Tiere und Pflanzen;

--

Schaffung von ausgeschilderten

Wandermöglichkeiten, von Ruheplätzen und

Infopunkten an wichtigen Stellen und herrlichen

Aussichtspunkten;

--

Schaffung von gestalteten Aussichtspunkten

zur Ermöglichung von interessanten

Panoramablicken;

--

Steile Hänge mit hohem ökologischem Potenzial

zur extensiven Nutzung.

Bild: moenchsdeggingen.de Bild: wandelwiki.be

Bilder: Archiv Bureau Verbeek

375


376


29 Aktionsschlüssel

Für eine einfache und interessante Lektüre der

Landschaftsstudie sowie zur Bestimmung und

Kontrolle von Maßnahmen, wurde ein Instrument

erstellt: der Aktionsschlüssel.

Der Aktionsschlüssel ermöglicht sowohl interessierten

Privatpersonen als auch Vereinen, Organisationen,

Schulen und Vertretern von Berufsgruppen sich

ohne große Grundkenntnisse an der Entwicklung der

Landschaft zu beteiligen.

Durch einfaches Nachschlagen entsprechend den im

Aktionsschlüssel gestellten Aufgaben und Hinweisen

können die verschiedenen Felder ausgefüllt werden.

So kann sich jeder schrittweise mit Erkenntnissen

der Landschaftsstudie vertraut machen und eigene

konkrete Maßnahmen für einen von ihm ausgewählten

Standort formulieren.

Der ausgefüllte Aktionsschlüssel (= Antragsformular)

kann anschließend bei der Koordinationsstelle im

Naturpark Hohes Venn - Eifel eingereicht werden.

Die Umsetzung der Maßnahmen kann nach einer

positiven Begutachtung durch ein Kontrollgremium

und nach Zustimmung der Gemeinde vom

Antragsteller durchgeführt werden.

Im nachfolgenden Aktionsschlüssel ist das

Antragsformular beispielhaft ausgefüllt:

Bild: Birgit Schmähling

377


Exposition du paysage

2020

Landschaftsschau

2020

378


30 Synthese des Programms - Schlusswort

Die Belgische Eifel kann mithilfe der beschriebenen

Maßnahmen den aktuell negativen Trend der

Landschaftsentwicklung stoppen und ihr Entwicklungspotential

für eine Qualitätssteigerung auf allen

Ebenen nutzen.

Dabei kommt dem ausgewogenen Dialog zwischen

den einzelnen Akteuren große Bedeutung zu.

Wenn man sich zielstrebig am Leitbild der Belgischen

Eifel orientiert und den daraus abgeleiteten Qualitätszielen

konsequent Folge geleistet , dann besteht eine

reelle Chance, dass die Belgische Eifel mit ihren 100

Dörfern langfristig eine Zukunft hat.

Es werden hohe Ansprüche an die Landschaft

gestellt. Der Nutzungsdruck nimmt zu und es muss

jedem bewusst werden, dass ein ausgewogener

und rücksichtsvoller Umgang mit der Landschaft

erforderlich ist.

Deshalb ist die Bewusstseinsbildung eine der

wichtigsten Aufgaben, der sich alle stellen müssen.

Eine gezielte Qualitätssteigerung kommt allen

Personen, Partnern und insbesondere den Bewohner

der Belgischen Eifel zugute.

Damit die Qualitätssteigerung ihren Lauf nimmt,

bedarf es eines Anstoßimpulses. Ein solcher Impuls

könnte von einem Dynamisierungsprozess, wie z. B.

der „Landschaftsschau 2020“ ausgehen.

Was ist unter „Landschaftsschau 2020“ zu

verstehen?

Anhand von besonderen Gestaltungsaktionen,

die die typischen Charaktere und die markanten

Gegebenheiten der Landschaftseinheiten in Szene

setzen, könnte die einmalige Kulturlandschaft der

Belgischen Eifel hervorgehoben werden.

Die Festlegung einer Frist sollte Ansporn sein,

gemeinsam auf ein Ziel hin zu steuern, ein Projekt mit

Konsequenz aus zu arbeiten und fertig zu stellen.

Die für 2020 vorgesehene Fertigstellung der

Landschaftsschau 2020 würde Menschen aus allen

Regionen einladen, von der Schönheit und Vielfalt

der Belgischen Eifel zu profitieren. Insbesondere

dem Tourismus würde die Landschaftsschau

zugutekommen.

Landschaftsschau 2020 : der Aufbau

Hieraus könnten sich durchaus auch neue Impulse

für die Region ergeben.

Bei den besonderen Gestaltungsaktionen

(auch Highlights genannt) können auch bereits

vorhandene Standorte mit gewissen Eigenheiten

berücksichtigt werden (z. B. der Schieferstollen in

Recht / Landschaftseinheit 3, Bütgenbacher See /

Landschaftseinheit 4). Die bereits vorhandenen Orte

sind durch gezielte Maßnahmen weiter zu entwickeln

und noch deutlicher heraus zu stellen.

Neue Standorte und besondere Initiativen könnten

beispielsweise ein Heckenmuseum in der Nähe von

Rocherath, ein außergewöhnlicher Aussichtspunkt

auf dem Hochplateau in der Nähe des Flugplatzes

von Büllingen oder die Herausstellung der

Wasserscheidlinie Rhein-Maas durch die Anpflanzung

einer Allee entlang des Höhenrückens sein.

Weitere mögliche Highlights:

--

die Burg in Reuland;

--

ein „Autobahnschaufenster“;

--

ein Torfiglu, ein Torfmuseum, eine Torfausstellung;

--

die Vennbahn;

--

eine Vogelwarte (Bird-Watch) oder Vogelstation;

--

Entlang der Ackerflächen: Wanderwege, gesäumt

von Sonnen-, Mohn- oder Wildblumenstreifen

oder Getreidestreifen mit Backöfen;

--

Von Wasser angetriebene Mühlen, auch als

Energielieferant.

Alle herausragenden Standorte (Eifler Highlights oder

Eiflertürme) sollten mit dem Auto, dem Fahrrad oder

zu Fuß erreichbar und untereinander vernetzt sein.

An jedem dieser Standorte befindet sich eine Art

Info-Tankstelle, die über den Standort und seine

besonderen Gegebenheiten informiert, aber auch

Hinweise zur Umgebung und möglichen touristischen

Infrastrukturen vermittelt.

Sollte es möglich sein, die Landschaftsschau 2020

in einer angemessenen Qualität durchzuführen

und die Einheimischen sowie auch Besucher zu

begeistern, dann hätte der Dynamisierungsprozess

einen wichtigen Anschub für weitere Anstrengungen

geleistet. Aus einem solch konkreten Ziel könnten

sich wertvolle Impulse für die Region ergeben.

Es bleibt zu hoffen, dass die Menschen die Chancen

und die Notwendigkeit erkennen, damit die

Landschaft der Belgischen Eifel sich im Sinne der

nachhaltigen Entwicklung entfalten kann und somit

eine Zukunft hat.

Die Ausweisung des Gebietes der Belgischen Eifel

als „Kulturlandschaftspark Belgische Eifel“ könnte

zu einer klaren Außendarstellung beitragen und ein

deutliches Signal für die gewünschte Entwicklung

sein.

Die Bezeichnung „Kulturlandschaftspark“ veranschaulicht

kurz und prägnant den Charakter der

Landschaft und kann als übergeordneter Leitgedanke

für die gemeinsame Zielsetzung eine lenkende

Funktion erfüllen.

Der Begriff „Kulturlandschaftspark“ steht für

„eine intakte Landschaft, in der Bewahrung und

Entwicklung von den Menschen bewusst gestalten

werden“. 14

14 Kulturlandschaftspark Oberes Werratal, Unser Profil, www.obereswerratal-klp.de

Bild: Löwenzahn, Reise ins Abenteuer Bild: inhabitat.com Bild: Snøhetta Bild: cokonrads.de Bild: kulturland-teufelsmoor.de

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