Langfassung - Linksreformismus

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Langfassung - Linksreformismus

Call for Papers: „Mit Linksreformismus aus der Krise?“ Dezember 2010

Wie viel ist genug?

Suffizienz als Ausweg aus der Wachstumsfalle

von

Nicole Maisch und André Schönewolf

0. Einleitung

Seit einiger Zeit erfreut sich die Debatte über eine zeitgemäße Messung von Wohlstand und

Wachstum einer breiten Beteiligung. Sowohl innerhalb der wissenschaftlichen

Fachdisziplinen, als auch im politischen Tagesgeschehen. Der gescheiterte Klimagipfel in

Kopenhagen im Dezember 2009, der notwendige Verbindlichkeiten der UN-Mitgliedsstaaten

zur Co²-Emmissionsreduktion vermissen ließ, sowie die derzeit stattfindende „Ölpest“ an der

Ostküste der Vereinigten Staaten von Amerika sind aktuelle Beispiele, die auf die dringliche

Frage verweisen, in welcher Gesellschaft wir in Zukunft eigentlich leben wollen, bzw. welche

Welt wir den nachfolgenden Generationen hinterlassen möchten.

Im vorliegenden Beitrag werden wir uns zunächst mit dem Wachstumsbegriff

auseinandersetzen und uns der Frage widmen, auf wessen Kosten der Wachstumsdrang

bisher geht. Danach beschäftigen wir uns mit der Kehrseite des Wachstumsbegriffs, der

Reduktion. Wir werden feststellen, dass Reduktion bereits ein fester Bestandteil einer

lebensweltlichen Erfahrung vieler Menschen ist. Vor diesem Hintergrund werden wir im

dritten und abschließenden Teil das aus der Nachhaltigkeitsdebatte entnommene Konzept

der Suffizienz als eine akteursbezogene Alternative zum Wachstumsparadigma vorstellen

und diskutieren.

1. Das Wachstumsversprechen und der Verlust von Naturkapital

Wir sind es gewohnt, unseren gesellschaftlichen Wohlstand über die im Jahr erwirtschafteten

Waren und Dienstleistungen, das Bruttoinlandsprodukt (BIP), in Zahlen zu fassen. Wenn das

BIP im Vergleich zum Vorjahr wächst, muss folglich auch unsere Lebensqualität gewachsen

sein. So einfach diese Betrachtungsweise ist, so defizitär ist sie gleichermaßen: Ökonomen

plädieren unlängst dafür, diese rein materialistische Auffassung von Wohlstand um

Dimensionen von Bildung, Kultur, Gesundheit, individueller sozialer Netzwerke sowie den

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Grad der politischen Mitbestimmung und Teilhabe zu erweitern (vgl. Stiglitz 2008; Biesecker

2007; Kroll 2010). Im gegenwärtigen politischen Tagesgeschehen und insbesondere in

Regierungskreisen findet diese Empfehlung oft nur wenig Beachtung. Stattdessen vertraut

man weiterhin dem Leitbild der immer währenden ökonomischen Prosperität auf Grundlage

einer beständig wachsenden Wirtschaft (vgl. Seehofer 2009: 29). Dies geht zu Lasten der

natürlichen Lebensgrundlage des Menschen sowie der Erkenntnis, dass „unendliches

Wachstum in einer endlichen Welt nicht möglich [ist]“ (Welzer 2010). Die Ausbeutung der

natürlichen Ressourcen durch gestiegene Konsumstandards haben den Planeten in den

vergangenen Jahrzehnten bereits über die Grenzen seiner ökologischen Tragfähigkeit

hinaus getrieben. Anhand des ökologischen Fußabdrucks kann man erkennen, „dass die

Menschheit heute die Ressourcen und Dienstleistungen von 1,3 Erdbällen in Anspruch

nimmt“ (Assadourian 2010: 35). Meadows et al. (2006) machten erstmals 1972 auf die

Gefahr des „overshoots“ aufmerksam und markierten mit ihren beeindruckenden

Ergebnissen und Prognosen über die Welt im Jahr 2030 die „Grenzen des Wachstums“.

Doch warum konnte das offensichtlich ruinöse Wachstumsparadigma in den vergangenen

Jahrzehnten trotz aller alarmierender Warnungen nicht durchbrochen werden?

Erstens scheiterten die gesellschaftlichen Reformkräfte bisher daran, eine sozial-ökologische

Alternative zur gesellschaftlichen Transformation jenseits des dauerhaften

Wachstumsglaubens vorzulegen. Das Ziel der ökonomischen Expansion wird in nahezu

jedem Gesellschaftsentwurf als konstitutiver Faktor von gesellschaftlichem Wohlstand

angesehen und reicht über sämtliche parteipolitischen Grenzen hinweg (vgl. Miegel 2010:

11ff.; Kurz 2007; Gross 1994: 25ff.).

Es sind zweitens die Versprechen und gesellschaftlichen Zuschreibungen einer

Konsumkultur, welche den Wachstum wahlweise zum „Fetisch“ (Mahnkopf 2010) oder gar

zur „Religion“ (Miegel 2010) haben werden lassen. Wenn es um Wachstum geht, verstehen

wir darunter „Zunahme, Vergrößerung, Entwicklung, Vermehrung, Ausdehnung, Verbreitung,

kurz: irgendeine Form der Expansion.“ (ebd.: 64) Die Kultur des Konsumismus befördert

diesen Wachstumsdrang zudem durch einen sozialen Aktivitätsimperativ, der auf die

unablässige Weiterentwicklung und Expansion der wirtschaftlichen Produktivkräfte

angewiesen ist. Leistungserfüllung als Voraussetzung für materiellen Erfolg sowie eine

allgemeine soziale Aufwärtsmobilität gelten als Bestandteile eines „guten Lebens“. Hingegen

widersprechen nicht nur Rückschritt und Schrumpfung, sondern bereits Stagnation und

Kontraktion jenem Aktivitätsimperativ. Assadourian stellt dabei zurecht fest, dass „der Appell

an Menschen, die in Konsumkulturen leben, ihren Konsum einzuschränken, in etwa mit der

Aufforderung vergleichbar [ist], mit dem Atmen aufzuhören“ (Assadourian 2010: 33).

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Drittens werden, wie bereits angedeutet, die Begriffe Wachstum und Wohlstand all zu häufig

und fälschlicherweise synonym verwendet. Ein rein quantitativer Anstieg des

Bruttoinlandprodukts gibt aber weder Auskunft über den tatsächlichen Wohlstand eines

Landes oder einer Region, noch thematisiert es die für Wohlstandsmessung unerlässliche

Frage nach seiner Verteilung. So belegen Wilkinson und Pickett in „The Spirit Level“ (2010),

warum ausgerechnet das Postulat gleicher Lebensbedingungen zu einer steigenden

Lebensqualität beiträgt. Auf Grundlage multivariater Datenanalysen zeigen die Autoren,

warum die bloße Vermehrung des materiellen Wohlstands soziale Indikatoren wie

Gesundheit, Vertrauen oder das subjektive Wohlbefinden der Individuen nicht zu steigern

vermag. In manchen Punkten verkehrt es sich sogar ins Gegenteil: je ungleicher materieller

Wohlstand verteilt ist, desto höher ist z.B. die Anzahl der Häftlinge in den Gefängnissen

(Wilkinson/Pickett 2010: 148). Deshalb plädieren die Autoren für einen radikalen Wechsel im

politischen Denken, der egalitäre Vorstellungen von Umverteilung stärker berücksichtigt.

Die Dominanz des Wachstumsparadigmas ist mehrdimensional: einerseits verhindert ein

struktureller und rechtlicher 1 Zwang ein Umdenken, andererseits erschweren tradierte

soziale Deutungs- und Handlungsmuster eine politische Kultur, die in Begriffen jenseits der

immerwährenden Expansion denkt. Doch dieser Weg ist angesichts der Endlichkeit unserer

fossilen Energie- und Rohstoffquellen unausweichlich (Lahl 2009). Bereits vor 35 Jahren

machte der damalige CDU-Bundestagsabgeordnete Herbert Gruhl auf die Plünderung

unseres Planeten aufmerksam (Gruhl 1975). Das Bewusstsein, dass der Erfolg der

Industriegesellschaft auf dem rücksichtslosen Verschleiß von Naturkapital beruht, ist in den

vergangenen Jahrzehnten durch ökologische Bewegungen, die Etablierung grüner Parteien

und der Weiterentwicklung von Forschung und Anwendung im Bereich der sogenannten

„grünen Technologien“ zweifelsohne gestiegen – immerhin liegt der Anteil der erneuerbaren

Energien an der gesamten Stromerzeugung in der Bundesrepublik Deutschland mittlerweile

bei 17 Prozent. Gleichwohl zeigen Beispiele wie die Folgeschäden der Katastrophe auf der

BP-Ölplattform „Deepwater Horizon“ am Golf von Mexiko, bei der täglich mehrere Millionen

Liter Öl ungehindert ins Meer strömten, wie groß und gleichzeitig labil unsere Abhängigkeit

von fossilen Brennstoffen ist. Dass Experten nun die globale Versorgungssicherheit in Frage

stellen (SZ vom 8.7.2010: 17), deutet zusätzlich darauf hin, dass wir mit den

Kompromisslösungen der vergangenen Jahre noch weit von der politischen Realisierung

einer ökologischen Wende entfernt sind. Möglicherweise lassen sich Antworten auf

konstitutive Grundbedingungen einer ökologisch verträglichen und nachhaltigen

Lebensweise nicht unter den Bedingungen einer dauerhaften Wachstumsfixierung finden,

1 Das immer noch gültige Stabilitäts- und Wachstumsgesetz von 1967 schreibt der Wirtschaftspolitik

ein angemessenes Wirtschaftswachstum vor, fernab der Qualität (vgl. Rudolph 2007: 9; BUND et al.

2008: 92)

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sondern erfordern ein höheres Maß an Kreativität und Phantasie in basalen Fragen, wie z.B.

der zukunftsfähigen Ausgestaltung des menschlichen Zusammenlebens auf einem Planeten

mit begrenzten Ressourcen.

2. Reduktion im Konsumismus

Der vorangegangene Abschnitt diente in erster Linie der Verdeutlichung, dass tiefgreifende

Veränderungen auf struktureller und alltagspraktischer Ebene erforderlich sind, um den

Herausforderungen der „Biokrise“ (Müller 2009: 27) angemessen begegnen zu können.

Insbesondere die alltagspraktische Ebene geht einher mit der Frage der Lebensgestaltung in

einer Konsumgesellschaft, die „ihre Mitglieder primär in ihrer Eigenschaft als Konsumenten 2

[…] anruft (das heißt, sie anspricht, aufruft, an sie appelliert, sie befragt, sie aber auch stört

und unterbricht)“ (Bauman 2009: 71). Die Charakteristika dieser Konsumgesellschaft haben

dazu beigetragen, dass die Bevölkerung Veränderungserfordernissen vermehrt skeptisch

begegnet, solange das Resultat der Veränderung nicht in irgendeiner Form des materiellen

Zugewinns aufgeht oder ganz unmittelbar auf die Befriedigung von Bedürfnissen,

Sehnsüchten und Wünschen abzielt (ebd.). Reformen, so die sozialpolitische Doktrin der

vergangenen zwei Jahrzehnte, bedeuten auf der Erfahrungsebene oft Verzicht – und dies

steht dem Zeitgeist des spätmodernen Individuums, das sein Leben als Konsum begreifen

muss, diametral entgegen. Eine Gesellschaft der Reduktion, an deren Beginn wir uns

befinden, muss als Kehrseite zur gegenwärtigen Konsumkultur verstanden werden. Für viele

ist der Verzicht mittlerweile zu einer Alltagserfahrung und zum integralen Bestandteil der

„Rückkehr der Unsicherheit“ (Castel 2005; vgl. Cziesche 2010) geworden. Die diffuse Angst

vor dem sozialen Abstieg ist eng verknüpft mit der Verzichtsrhetorik und bedroht nicht nur die

sozial Deklassierten und „Ausgeschlossenen“ (vgl. Bude 2008), sondern reicht hinein in die

gesellschaftliche Mitte, also dort, wo es noch etwas zu verlieren gibt (Vogel 2009; 2007;

Neugebauer 2007). Reduktion realisiert sich auf der lebensweltlichen Ebene nicht

zwangsläufig und ausschließlich materiell. Eingeschränkte Ansprüche, Erwartungen und

Perspektiven in begrenzten Vermöglichungsräumen sowie Anpassungsstrategien an

verminderte Optionen führen in beschleunigten Zeiten zu dem von Hartmut Rosa

bezeichneten Phänomen der „Gegenwartsschrumpfung“ (Rosa 2005: 131). Um auf Chancen

und Gelegenheiten zu verzichten, bedarf es im neuen sozialstaatlichen Verständnis einer

Rechtfertigung. Dem „neo-sozialen Wandel“ liegt ein Aktivitätsimperativ zu Grunde, an dem

sich das, was allgemein als „sozial“ verstanden wird, bricht und neu formiert: Im neuen

sozialstaatlichen Verständnis ist derjenige sozial, der eigenverantwortlich, aktiv und

2 Hervorhebung im Original

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selbstgesteuert im Sinne und Dienste der Gesellschaft handelt (Lessenich 2008: 82ff.). Das

Prinzip vom „Fordern und Fördern“ ist dabei charakteristisch für die neue

Eigenverantwortlichkeit, die dem Subjekt zugesprochen wird. Dabei wird der Staat aber

gerade nicht aus seiner Verantwortung entlassen, wie es die Kritik am Neoliberalismus

beständig postuliert. Vielmehr wird seine Eigenschaft als Kontrollinstanz neu definiert.

Auch wenn einige hartnäckig der Meinung sind, dass große Veränderungen in den

vergangenen Jahren ausgeblieben sind und insbesondere untere Gesellschaftsschichten mit

ihrer Risikofurcht für Innovationsschwäche und wirtschaftliche Rückständigkeit verantwortlich

sind (vgl. Nolte 2006), sind Begriffe wie „Reform“, „Veränderung“, „Wandel“ oder „Umbruch“

vermehrt negativ konnotiert und rufen Assoziationen des ersatzlosen Verzichts hervor.

Sprechen wir also über Reduktion, müssen wir die ökologische und soziale Dimension scharf

voneinander trennen: während Reduktion von klimaschädlichen Emissionen, Begrenzung

des Flächenverbrauchs, etc. Teile eines zu erstrebenden normativen

Nachhaltigkeitskonzepts sind, an dessen Durchsetzung gesellschaftspolitische Akteure seit

Jahrzehnten arbeiten, bedeutet der Verzicht auf Lohnerhöhungen und Sonderzahlungen zur

Standort- und Arbeitsplatzsicherung von Beschäftigten oder die Reduktion individueller

Zukunftserwartungen angesichts von brüchigen und prekären Rahmenbedingungen

hingegen eine alltagspraktische Erfahrung und sind somit fester Bestandteil eines

tiefgreifenden neo-sozialen Wandels der Erwerbsarbeit und dem Funktionsverständnis des

Staates.

Die ökologischen und die sozialen Diskurse über Reduktion sind also gänzlich

unterschiedlich, arbeiten aber rhetorisch mit den selben Mitteln: So gehen z.B. beide von der

Erkenntnis aus, dass man zu lang über seine Verhältnisse gelebt habe und dass ein

Umdenken erforderlich sei. Im Bereich des Umwelt- und Naturschutzes dient Verzicht als

Bestandteil eines Nachhaltigkeitskonzept als Orientierungsfolie zur Verbesserung der

Lebensqualität, im Sozialen bedeutet es eine ungewollte Einschränkung und Beschneidung

der Autonomie. Allein diese Unterscheidung bietet Anlass zur Frage, wie wir in Zukunft in der

Debatte um Wachstum und Schrumpfung vorgehen wollen: Möchten wir weiter auf ein

Wirtschaftsmodell des 20. Jahrhunderts als Antrieb einer neuen industriellen Revolution

setzen, die das Ziel der Vollbeschäftigung verfolgt, während ein beträchtlicher Anteil der

Bevölkerung am ersten Arbeitsmarkt gar nicht mehr partizipiert (Alda et al. 2004) oder

möchten wir uns für ein verändertes Paradigma der Arbeitsgesellschaft einsetzen? Wollen

wir die „Chancen des Wachstums“ (Weder di Mauro: 2008) neu ausloten, wollen wir

differenzieren zwischen „unwirtschaftlichem“ und „qualitativem Wachstum“ (BUND et al.

2008) oder benötigen wir völlig neue Parameter für eine zukunftsfähige

„Schrumpfungsökonomie“ (Müller 2009: 199), die sich an die veränderten Bedingungen der

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Produktionsverhältnisse ebenso anpasst wie an ökologisch-verträgliche Standards. Der

derzeitige Wachstumsglauben ist sozial und ökologisch jedenfalls nicht zukunftsfähig und

geht zudem an der lebensweltlichen Realität vieler Menschen vorbei, die unlängst auf ihre

Art und Weise in einer „Gesellschaft des Weniger“ angekommen sind.

3. Suffizienz – Veränderung durch zwanglosen Verzicht oder unrealistischer

Gesinnungsidealismus?

Die Suche nach einem Ausweg aus dem vorherrschenden Wachstumsparadigma begann

mit der Studie von Meadows et al. (2006) über die Grenzen des Wachstums bereits in den

70er Jahren und zwar in vielen politischen und intellektuellen Lagern (vgl. Gruhl 1975; Illich

1975; Wenke/Zilleßen 1978). Im Laufe der Zeit ist es zwar gelungen, Leitbilder nachhaltiger

Entwicklung in der öffentlichen Debatte zu platzieren und nachhaltige Lebensmodelle zu

skizzieren. Bei allen Erfolgen führte dies jedoch nicht dazu, an die Stelle der Wachstumslogik

ein Paradigma der nachhaltigen Entwicklung zum Leitbild werden zu lassen (vgl. Kurz 2007).

Im politischen Tagesgeschehen wird immer noch versucht, Wachstum mit allen Mitteln und

zu jedem Preis herzustellen. Die sogenannte Umweltprämie, wohl trefflicher beschrieben und

besser bekannt als „Abwrackprämie“, lieferte 2009 im Rahmen des Konjunkturpakets II ein

gutes Beispiel für unökologische und blinde Wachstumsgenerierung.

Nichtsdestotrotz erfreut sich der Begriff der „Nachhaltigkeit“ einer hohen Popularität:

Bundeskanzlerin Angela Merkel (2009: 20f.) verlangt ein „Bewusstsein für nachhaltigen

Konsum“ und betrachtet dies als Herausforderung für jeden Einzelnen. Auch Leitbilder in

Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur werden verstärkt von Nachhaltigkeitsaspekten getragen

(Schäfer et al. 2007). Es ist aber der Nachhaltigkeitsbegriff selbst, der in die Irre führt. Für

den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (2009) ist eine nachhaltige Entwicklung

bereits durch die Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und Primärenergieverbrauch

gegeben, das Wuppertal-Institut (BUND et al. 2008: 112ff.) plädiert für einen ökologischen

Wohlstand durch ein selektives Wachstum sogenannter Zukunftsmärkte, für Kaufmann

(2009) ist das Wirtschaftswachstum an sich ein Teil des Problems und nicht der Lösung.

Letzterer macht darüber hinaus auf die immensen Kosten aufmerksam, die durch den

Klimawandel entstehen (ebd.: 38ff.). Somit wäre es selbst im Rahmen einer kapitalistischen

Verwertungslogik sinnvoll, aktiv Klimaschutz zu betreiben um Kosten zu senken. In der Tat

ist zu vermuten, dass aus genau diesem Grund der Nachhaltigkeit soviel Aufmerksamkeit zu

Teil wird. Für eine „dauerhafte Balance zwischen Ökonomie, Sozialem und Ökologie“ (Müller

2007: 216) bedarf es jedoch mehr als nur der Steigerung der Energie- und

Ressourceneffizienz. Daneben gelten daher die Konzepte der Konsistenz (im Sinne von

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dauerhafter Naturverträglichkeit) und der Suffizienz als zentrale Bestandteile für eine

ökologische Nachhaltigkeit (ebd.: 217f.). Zusammengenommen können mit den Begriffen der

Effizienz, Konsistenz und Suffizienz die unterschiedlichen Auffassungen des

Nachhaltigkeitsbegriffs im Bezug auf das Wachstumsparadigma in den jeweiligen politischen

Lagern deutlich markiert werden: Dematerialisierung gehört wohl ebenso wenig zum

Nachhaltigkeitsverständnis des sogenannten bürgerlichen Lagers wie Naturverträglichkeit

und Selbstbegrenzung. Da diese Begriffe für eine sozial-ökologische Wirtschafts- und

Gesellschaftstransformation von Bedeutung sind, sollen sie im Nachfolgenden in aller Kürze

beschrieben werden (vgl. BUND et al. 2008):

• Dematerialisierung: Ökologisches Wirtschaften bedeutet ein kluges Management der

Nachfrage- und nicht ausschließlich der Angebotsseite (vgl. Bofinger 2005). Güter

werden nach dem Prinzip der Versorgungssicherheit und nicht nach dem Prinzip der

reinen Profitmaximierung abgesetzt. Dabei geht es in erster Linie um die optimale

Ausnutzung von Ressourcen sowie um Potentiale der Effizienzsteigerung.

• Naturverträglichkeit: Der Übergang in ein post-industrielles Zeitalter wird mit der

Hoffnung auf naturverträgliches Wirtschaften verbunden, deren Ressource in erster

Linie das Wissen selbst ist. Über die gleichzeitige Re-Regionalisierung der weiteren

Wirtschaftsstrukturen sollen globalwirtschaftliche Abhängigkeiten reduziert und somit

die Bedeutung des Lokalen langfristig gestärkt werden.

• Selbstbegrenzung: Die Suffizienzperspektive betont die individuelle Lebensführung

und unser eigenes Konsumverhalten. Sich selbst zu begrenzen bedeutet dabei

keinen zwangsbegründeten Verzicht, sondern ist vielmehr als Aufruf zu mehr

Mäßigung und Genügsamkeit in Zeiten von Maßlosigkeit und Überfluss zu verstehen

(vgl. Binswanger 2010). Suffizientes Handeln setzt reflexive kognitive Prozesse

hinsichtlich einer bewussten Orientierung auf das Optimale voraus. Die Qualität der

Güter ist dabei wichtiger als deren Masse.

Allzu häufig wird die Ebene der Suffizienz in der Nachhaltigkeitsdebatte vernachlässigt, was

u.a. daran liegt, dass Begriffe wie Reduktion, Selbstbegrenzung und Optimierung einer

konsumistischen Logik der Expansion zu widersprechen scheinen. Eine Politik der Suffizienz

ist nur unter erschwerten Bedingungen zu betreiben, da Konsum im Rahmen unserer

Wachstumskultur nicht nur zur Befriedigung unserer elementaren Bedürfnisse dient, sondern

darüber hinaus Werte wie Autonomie, Freiheit und Selbstverwirklichung an die materielle

Realisierung von Optionen knüpft (Bauman 2009; Assadourian 2010; Kleinhückelkotten

2005). So gesehen ist suffizientes Handeln eine subversive Strategie gegen die geltenden

Imperative der Konsumkultur: die Herausforderungen und Aufgaben bestehen nicht mehr

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länger im Machen, sondern im Werden (vgl. Bauman 2009: 78). Es geht um die „Tugend der

Achtsamkeit“ (BUND et al. 2008: 570ff.), um „Mäßigung“ (Binswanger 2010) und um

„Zukunftsfähigkeit“ (Biesecker 2007). Suffizientes Handeln lebt von der partizipativen

Mitgestaltung der gesellschaftlichen Akteure: so waren es neben den

Tierschutzorganisationen vor allem die Verbraucherinnen und Verbraucher, die durch ihr

Konsumverhalten maßgeblich zum weitgehenden Verschwinden von Käfigeiern aus den

Einkaufsregalen beigetragen haben – ein Beispiel dafür, wie durch strategischen Konsum

und bewusste Alltagsentscheidungen Verbraucherinnen und Verbraucher die Politik großer

Einzelhandelsunternehmen mitgestalteten.

Kleinhückelkotten (2008: 67ff.) untersuchte in den marktforschungsrelevanten Sinus-Milieus

nach denjenigen Gruppen, die sich aus unterschiedlichsten Motiven heraus an Prinzipien der

Suffizienz und Nachhaltigkeit orientieren. Dabei identifizierte sie mit Bescheidenheit,

Effizienz und Selbstentfaltung die drei bedeutsamsten nachhaltigkeitsrelevanten

Einstellungen und Verhaltensweisen, die aber in den jeweiligen sozialen Milieus völlig

unterschiedlich gewichtet werden. So weist das aufgeklärte, liberale Milieu der

Postmateriellen zwar einen ähnlichen, auf Nachhaltigkeit bedachten Lebensstil auf wie z.B.

die an Sicherheit und Ordnung orientierten Traditionsverwurzelten, doch während Erstere

sich damit von Einstellungen wie Selbstverwirklichung und Verantwortung für die Mitwelt

leiten lassen, bedeutet es für Letztere eher einen notwendigen bescheidenen Lebensstil.

Eine Politik der Suffizienz, so die Ergebnisse von Kleinhückelkotten, muss also in den

verschiedenen Milieus unterschiedlich kommuniziert werden. Anschlussfähigkeitspotentiale

an suffiziente Verhaltensmuster sind in ca. zwei Dritteln der Gesamtbevölkerung vorhanden.

Doch ein solch kollektiver Bewusstseinswandel ist aus den dargelegten Gründen schwierig,

weswegen die Zeit in der Selbsttransformation eine wichtige Rolle spielt. Umso wichtiger ist

dabei die Rolle der Bildung, z.B. in den vielfachen und heterogen ausgerichteten Projekten

im Rahmen der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005-2014“, in denen

lösungsorientiert an einem neuen Nachhaltigkeitsbewusstsein gearbeitet wird – dabei ist u.a.

die Entwicklung von nachhaltigen schulischen Curricula wichtig (de Haan 2010).

Den Fokus auf die „Politisierung der Lebensführung“ (Giddens 1997) zu richten, darf

sozialökologische politische Reformprojekte in Gegenwart und Zukunft nicht davon abhalten,

weiter auf allen Ebenen für Abkommen zur Treibhausgasreduktion oder für globale

Sozialstandards zu streiten. Jedoch wäre es ein Zeichen naiver Staatsgläubigkeit zu

glauben, dass eine sozialökologische Wende ohne die Verbraucherinnen und Verbraucher

funktioniert. Parkins und Craig (2008) zählen in „Slow Living” eine Vielzahl von Projekten und

sozialen Bewegungen auf, die „Alternativen zum hektischen Tempo der globalen Kultur”

bieten – vom Slow Food, über die Slow Cities bis hin zur Wiederentdeckung des Lokalen.

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Dabei ist insbesondere das Zusammenspiel von Mikro- und Makropolitik, sowie der

partizipative und demokratietheoretische Aspekt durch die Macht der Verbraucherinnen und

Verbraucher zu begrüßen.

2008 verfasste die „Economic De-Growth for Ecological Sustainability and Social Equity

Conference” in Paris in ihrer Abschlusserklärung den Gedanken einer

Schrumpfungsökonomie unter der „wir den freiwilligen Übergang zu einer gerechten,

partizipativen und ökologisch nachhaltigen Gesellschaft [verstehen]. Die Ziele der

Schrumpfungsökonomie sind die Erfüllung grundsätzlicher menschlicher Bedürfnisse und die

Garantie einer hohen Lebensqualität bei gleichzeitiger Reduktion der ökologischen

Auswirkungen der globalen Wirtschaft auf ein nachhaltiges Niveau, gleich verteilt zwischen

den Nationen. Dies wird nicht durch unfreiwilliges ökonomisches Schrumpfen erzielt werden.

Eine Schrumpfungsökonomie bedarf einer Transformation des globalen Wirtschaftssystem

sowie nationaler Politiken“ (zit. in Müller 2009: 202).

Die progressive Linke hat die Grenzen des Wachstums schon lange erkannt und reflektiert.

Nun bedarf es der Entwicklung einer Vielzahl von Alternativen zur gegenwärtigen

Wachstumsideologie und sie müssen offen und in einem partizipativen Design diskutiert

werden, damit sich Mehrheiten zu ihrer Durchsetzung mobilisieren lassen.

Nicole Maisch, MdB

ist seit 2007 Mitglied des Deutschen Bundestages und dort verbraucherschutzpolitische

Sprecherin von Bündnis ’90/Die Grünen. Sie ist Mitglied im Ausschuss für Ernährung,

Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Kontakt: nicole.maisch@bundestag.de

André Schönewolf, M.A.

war zuletzt wissenschaftlicher Mitarbeiter im BMBF-geförderten Forschungsverbund „’Social

capital’ im Umbruch europäischer Gesellschaften“ und arbeitet jetzt als

Jugendbildungsreferent beim Deutschen Gewerkschaftsbund in Kassel

Kontakt: andre.schoenewolf@dgb.de

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Stiglitz, Joseph (2008): Das Entwicklungsversprechen. In: Weder di Mauro, Beatrice [Hg.]:

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Vogel, Berthold (2009): Wohlstandskonflikte. Soziale Fragen die aus der Mitte kommen.

Hamburger Edition, Hamburg

Vogel, Berthold (2007): Die Staatsbedürftigkeit der Gesellschaft. Hamburger Edition,

Hamburg

Weder di Mauro, Beatrice [Hg.] (2008): Chancen des Wachstums. Globale Perspektiven für

den Wohlstand von morgen. Campus-Verlag, Frankfurt/New York

Welzer, Harald (2010): Die Magie des Wachstums. Warum unsere Kinder es einmal

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Wenke, Karl-Ernst/Zilleßen, Horst [Hg.] (1978): Neuer Lebensstil. Verzichten oder

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Westdeutscher Verlag, Opladen

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Call for Papers: „Mit Linksreformismus aus der Krise?“ Dezember 2010

Wilkinson, Richard/Pickett, Kate (2010): The Spirit Level. Why equality is better for everyone.

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