Dem Stadtrat vorgelegt in öffentlicher Sitzung Neu-Profilierung des ...

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Dem Stadtrat vorgelegt in öffentlicher Sitzung Neu-Profilierung des ...

Stadtrat vom 31.03.2009

Dem Stadtrat vorgelegt

in öffentlicher Sitzung

Neu-Profilierung des Hauptschulstandorts Lindau (B) - Bildung eines

neuen Hauptschulsprengels

Hier: Aufhebung des Stadtratsbeschlusses vom 10. November 2008 über

die Zusammenlegung der Hauptschulsprengel Lindau-Aeschach

und Lindau-Reutin

Anlagen:

Anlage 1: Schreiben der Stadt Lindau (8) vom 30.01.2009 an das

Staatliche Schulamt

Anlage 2: Antwortschreiben des Staatlichen Schulamts vom 09.02.2009

Anlage 3: Presseerklärung des Elternbeirats der Hauptschule Aeschach

und der Hauptschule Reutin vom 27.11.2008

1. Ausgangslage:

Der Beschluss vom 10. November 2008 zur Zusammenlegung der beiden

Hauptschulsprengel Lindau-Aeschach und Lindau-Reutin basierte im Wesentlichen

auf folgenden Gründen:

I. Entgegenwirken der sinkenden Schülerzahlen im Hauptschulbereich durch

effektivere Klassenbildungen, um somit ein Angebot von verschiedenen

pädagogischen Profilen, insbesondere in den Bereichen Technik,

Wirtschaft und Soziales vorhalten zu können.

11. Die Zusammenlegung beider Hauptschulen innerhalb eines Sprengel hätte

zur Folge gehabt, dass es einen (einzigen) Schulleiter gegeben hätte, der

- bedingt durch ein geringes Maß an Unterrichtsverpflichtung - die

strategische/pädagogische Ausrichtung der Hauptschule Lindau (B) hätte

forcieren können.

111. Gleichmäßig positive Umsetzung der Hauptschulinitiative (HSI) mit

verstärkter Berufsorientierung, Erwerb von Kernkompetenzen und

Schlüsselqualifikationen.

Hinzu kommt die Möglichkeit individueller Lernförderung der Schüler durch

vermehrte Lehrerstunden (vgl. Nivellierung der Klassenstärken unter 1.)

2. Aktueller Sachstand:

Mit Schreiben vom 09.02.2009, eingegangen am 10.02.2009, teilt das Staatliche

Schulamt mit, dass von einer Zusammenlegung der beiden Hauptschulen vorerst

abgesehen wird.

Zur Begründung wird ausgeführt, dass das Benehmen mit den Elternbeiräten beider

Hauptschulen nicht hergestellt werden konnte, eine Modularisierung des Unterrichts

und die Profilbildung im Rahmen der HSI nicht mehr verpflichtend eingefordert wird

und schließlich auch kleineren Hauptschulen ausreichend Lehrerstunden zur


-,-------

Stadtrat vom 31.03.2009

Verfügung gestellt werden sollen, um die Profilfächer Technik, Wirtschaft und

Soziales (s.o. unter L) anbieten zu können.

Ebenfalls am 10.02.2009 wurden wir darüber informiert, dass die DirektorensteIle der

Hauptschule Aeschach zwischenzeitlich ausgeschrieben wurde.

3. Fazit:

Die im Schreiben des Staatlichen Schulamtes enthaltenen Informationen führen zu

dem Ergebnis, dass die ursprünglich vom Staatlichen Schulamt in der Sitzung des

Stadtrates vom 10.11.2008 dargelegten Gründe entfallen sind und eine

Zusammenlegung der beiden Hauptschulen nicht mehr erforderlich ist.

4. Beschlussvorschlag:

Der Stadtrat hebt seinen Beschluss vom 10.11.2008 über die Zusammenlegung der

Hauptschulsprengel Lindau Aeschach und Lindau Reutin zu einem neuen

Hauptschulsprengel Lindau mit sofortiger Wirkung auf.

Lindau (B), 19.03.2009

Christian Ruh

Leiter des Hauptamtes

2


Oberbürgermeisterin

Große Kreisstadt Undau (9) • Postfach 1780 • 88107 Undau (9)

Herrn

Schulrat

ElmarVögel

Missener Straße 2

87509 Immenstadt

88131 Lindau (B)

Bregenzer Str. 6

Zimmer-Nr. 6.1.

Telefon: 08382/918-0

Durchwahl: 08382/918-

Telefax: 08382/918-290

Aktenzeichen:

Datum: 30.01.2009

Neu-Profilierung des Hauptschulstandorts Lindau (B) durch Bildung eines

neuen Hauptschulsprengels

Sehr geehrter

Herr Schulrat Vögel,

in seiner Sitzung vom 10. November 2008 hat der Rat der Stadt Lindau (B) mit 17:13

Stimmen beschlossen, dass in der Stadt Lindau ein neuer Hauptschulsprengel gebildet

werden soll.

Durch eine Zusammenlegung der bisherigen Sprengel Lindau-Aeschach und Lindau-Reutin

und einer damit einhergehenden Neu-Profilierung des Hauptschulstandortes soll zum einen

der .Schülerflucht" nach Baden-Württemberg entgegengewirkt werden, zum anderen soll der

dann gemeinsamen Hauptschule (bei Beibehaltung beider Standorte) die Möglichkeit

geschaffen werden, durch eine verbesserte Profilierung an Attraktivität zu gewinnen.

In einer gemeinsamen Presseerklärung (Anlage) haben die Elternbeiräte u.a. die Mitglieder

des Stadtrates darüber informiert, dass in der Elternbeiratssitzung vom 19. November 2008

das Benehmen nach Art. 42 Abs. 2 BayEUG nicht erteilt worden ist.

Nachdem der Lindauer Stadtrat in seiner Sitzung vom 27. März 2007 der Sprengeländerung

nicht zugestimmt hatte, zwischenzeitlich aber die Notwendigkeit zur Profilierung der

Hauptschulen erkannt und mit knapper Mehrheit zugestimmt hat, sehen wir uns nun mit dem

Veto der Elternschaft zur geplanten Maßnahme konfrontiert.

Inzwischen sind uns auch die neuen Pläne des Kultusministeriums zur Ausrichtung der

Hauptschulen in Teilen bekannt geworden, so dass ich Sie dringend bitten möchte, uns unter

Beachtung der neuen politischen Ziele Auskunft über den aktuellen Stand der

Sprengeländerung mitzuteilen.


Sollte eine Sprengeländerung von Seiten der Regierung abgelehnt werden, bitte ich Sie

dringend um Prüfung, ob die Stadt Lindau (B) bei Beibehaltung der momentanen Sprengel

als Modellstandort fungieren kann.

Konkret meine ich hiermit, dass sich die Lindauer Haupt- bzw. Grundschulen als

Modellschulen ein eigenes Profil und ein gutes pädagogisches Konzept erarbeiten können.

Sofern möglich sollen die Schulen hierbei miteinander pädagogisch kooperieren.

Durch die Schaffung eines Modellstandorts Lindau kann man meines Erachtens effektiv der

Schülerflucht nach Baden-Württemberg entgegenwirken, gleichzeitig aber auch eine

inhaltliche Neu-Ausrichtung leisten, um nicht nur in unserer Stadt die Attraktivität bayerischer

Hauptschulen zu steigern.

Ich bin der festen Überzeugung, dass wir hier in der Stadt Lindau (B), zusammen mit allen

Beteiligten, über das notwendige Know-How verfügen um diese anspruchsvolle Aufgabe zu

lösen.

In Erwartung Ihrer geschätzten Antwort verbleibe ich

mit freundlichen

Grüßen

Petra Meier to Bernd-Seidl

Oberbürgermeisterin

11.Abdruck an Herrn Schulamtsdirektor Thomas Novy z.K.


Staatliches Schulamt im Landkreis Oberallgäu

(,i

Staatliches Schulamt-tnrtandl{reis lJoo.


Die beiden Hauptschulen bleiben vorerst als eigenständige Hauptschulen erhalten, der

Art.43 (3) BayEUGwird auch weiterhin Anwendung finden:

"Bestehen in einer Gemeinde mehrere Volksschulen, kann das Schulamt im Benehmen

mit der Gemeinde zur Bildung möglichst gleich starker Klassen für die Dauer von bis zu

sechs Jahren auch einzelne Schüler einer benachbarten Volksschule zuweisen."

._.. - _... ---.... . .. _.- _._._.------. -- --.- "--- --------_ .. _---. __ .. .--" .. -

Wichtig ist uns natürlich, dass die beiden Lindauer Hauptschulen ein gutes pädagogisches

Konzept erarbeiten und intensiv pädagogisch miteinander kooperieren.

Mit freundlichen Grüßen

~~lr

Thomas Novy, SchAD

Elmar Vögel, SchR


Hauptschule

Lindau-Reutin

II

Hauptschule

Lindau-Aeschach

-EL TERNBEIRATcJo

Jürgen Duile, Lugecksiedlung 10, 88131 Lindau(B), 08382f73877, j,duile@t-online.de

Matthias Kaiser, An der Bleichewiese 17,88131 Lindau(B), 08382f73896, makai@mondfarbe.de

Lindau, den 27.11.2008

""Gemeinsame Presseerklärung zur der vom Schulamt Lindau

geplanten Fusion der beiden Lindauer Hauptschulen

.,

r:

Am 29.10.2008 wurden beide Elternbeiratsgremien der Lindauer Hauptschulen vom

zuständigen Schulrat Vögel des Schulamtes Lindau über die geplante Auflösung der

beiden Schulsprengel der Hauptschulen und die damit verbundene Fusion derer

informiert. Er brachte die Gründe des Schulamtes für die Neubildung einer einzigen

Hauptschule Lindau vor und warb für das nach Art. 42 Abs 2 BayEUG notwendige

.Benehrnen" der betroffenen Elternbeiräte für diese Maßnahme. Insgesamt

versprechen sich die Verantwortlichen bei einer Neubildung eine bessere Profilierung

und damit verbunden eine höhere Akzeptanz in der Bevölkerung._

In einer gemeinsamen Sitzung beider EB-Gremien am 19.11.2008 sprachen sich

beide nach ausgiebiger Erörterung der Für und Wider einstimmig dafür aus, das

Benehmen seitens der Elternbeiräte nicht zu erteilen.

In einem Gespräch Anfang dieser Woche mit dem Schulrat Vögel wurde dieses

Votum und die Gründe die dagegen sprechen von Elternvertreter übermittelt.

Wir Eltern sehen sehr wohl mit Sorge die massiv um sich greifende Schulflucht von

jedem fünften bis sechsten Schüler nach Baden-Württemberg, Vorarlberg ... und

bangen ebenso um die Zukunft des Schulstandortes Lindau. Jedoch sind wir

überzeugt, die vom Schulamt geplante Maßnahmen - die lediglich darin besteht die

geplante Schule einer Leitung zu unterstellen - ist vollkommen konzeptionslos und

nicht geeignet dem vorgenannten Trend entgegen zu wirken.

Die Gründe, die unserer Meinung dagegen sprechen, ergeben sich u.a. aus

zahlreichen sozialen, pädagogischen als auch logistischen Argumenten.

Enttäuscht sind wir Eltern auch die Tatsache, dass weder das Schulamt noch der

Sachaufwandträger die Stadt Lindau, seit zwei Jahren - dem Zeitpunkt des ersten

Versuches der Zusammenlegung - keinerlei Überlegungen angestellt haben, die

Situation zu verbessern.

Nach unserer Meinung sollten sich die Verantwortlichen zuerst einmal darüber im

Klaren werden, wie die Bildungslandschaft zukünftig aussehen soll. Die Eltern wären

selbstverständlich bereit, sich konstruktiv in eine Diskussion einzubringen.

Nachdem offensichtlich die Verantwortlichen vor Ort nicht in der Lage sind, dieser

Schulflucht entgegen zu wirken, werden wir Eltern nun versuchen, die politischen

Verantwortlichen in München auf die Situation aufmerksam zu machen. Neben

geplanten Gesprächen mit Landtagsabgeordneten möchten die Eltern auch den

neuen Kultusminister Dr. Spaenle nach Lindau einladen, damit sich dieser ein Bild

vor Ort machen kann.

Gez. Jürgen Duile

(EB-Vorsitzender EB HS Reutin

Gez. Matthias Kaiser

. (EB-Vorsitzender HS Aeschach)

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