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Möbel & Antiquitäten | Möbel, Uhren, Tapisserien, Bronzen

1067

1067*

PRUNK-MITTELTISCH, Barock, Rom um 1710/20.

Holz durchbrochen sowie ausserordentlich reich beschnitzt mit Karya tiden,

Putten, Maskaronen, Blumen, Blättern und Zierfries sowie vergoldet.

Profilierte, violett/beige gesprenkelte Marmorplatte auf durchbrochener,

wellig ausgeschnittener Zarge mit geschweiften Karyatidenstützen auf

Tatzenfüssen, durch Umlaufsteg mit Helm und Putti verbunden.

132x67x90 cm.

Provenienz: Aus einer römischen Sammlung.

Vergleichbare Mitteltische sind beschrieben und abgebildet in: G. Lizzani,

Il mobile romano, Mailand 1970; S. 68-73.

Nach einem letzten Sieg von Papst Innozenz VI über Louis XIV, der

versucht hatte, einen „gallischen Klerus“ über der päpstlichen Herrschaft

durchzusetzen, endete im 18. Jahrhundert die politische Dominanz der

„potenza papale“; dies auch auf kulturellem Gebiet, wo es vor allem der

Architekt und Bildhauer G.L. Bernini war, der seinen „barocco sentuoso“

in ganz Europa mit Erfolg propagierte. Gleichzeitig war die Übernahme

des graziler wirkenden Rokoko nur in Ausnahmefällen in prunkvollen

Bauten und Kunstwerken erkennbar. So blieb Rom eine Hochburg des

von „grandezza“ geprägten „barocco“, der sich vor allem auch in der

Möbelproduktion manifestierte: grosszügige Formen und Proportionen,

ausserordentlich kräftige Schnitzerei, enormer Reichtum der dekorativen

Elemente.

Im Gegensatz zu anderen bedeutenden kulturellen Zentren Italiens wie

Genua, Mailand, Venedig, Florenz oder Neapel blieb in Rom der barocke

Einfluss auf die klassizistischen Strömungen stark, so dass die Werke der

Stadt von einer ausserordentlich kräftigen, monumentalen Formensprache

geprägt waren. Die letzten Jahrzehnte des 18. Jahrhunderts, die neoklassi-

zistische Architektur, Ausgrabungsfunde, Entwürfe ausländischer

Zeichner wie R. Adam beeinflussten die lokalen Kunsthandwerker, die

diese Einflüsse adaptierten und weiterentwickelten. Die Entwürfe und

Zeichnungen von G.B. Piranesi waren die Basis der römischen Arbeiten,

die sich durch schier grenzenlose Vielfalt auszeichneten: Maskaronen „alla

greca“, geflügelte Karyatiden, Sphingen, Füllhörner, Kartuschen.

Lit.: E. Cozzi, Il mobile del ottocento - Italia, Novara 1985; S. 68-71 (mit

Abb. eines von G.B. Piranesi entworfenen Gueridons). A. Disertori /

A.M. Necchi-Disertori, Il mobile del settecento - Italia, Novara 1985; S.

67-71 (kulturhist. Angaben zur Entwicklung Roms). A. Gonzales-Palacios,

Fasto Romano - Ausstellungskatalog des Palazzo Sacchetti, Verona (1991).

CHF 35 000.- / 55 000.-

(€ 29 170.- / 45 830.-)

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PORTIERE MIT KARDINALSWAPPEN, Barock, mit Wappen der

Familie CATTANEO, Mailand, 17./18. Jh.

Seide, Gold- und Silberfäden sowie bordeauxroter Samt. Zentralwappen

des Bischofs im Kardinalrang, darüber Kardinalshut und flankierende

Quasten, umgeben von stilisierten Blumen und Blättern auf bordeauxrotem

Fond. Restaurationen. H 298 cm. B 223 cm.

Provenienz: Aus einer italienischen Sammlung.

Lit.: J.B. Rietstap, Armorial Général, Gauda 1887/89; S. I, S. 387.

CHF 5 000.- / 8 000.-

(€ 4 170.- / 6 670.-)

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