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1. Rang - Attendorn

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Entwicklungskonzept<br />

Östliche<br />

Innenstadt<br />

Isphording/Gedia-Gelände<br />

Ergebnisse<br />

der Planungsgutachten


Impressum<br />

Herausgeber:<br />

Stadt <strong>Attendorn</strong><br />

Der Bürgermeister<br />

Bauverwaltungsamt<br />

Kölner Straße 12<br />

57439 <strong>Attendorn</strong><br />

Tel.: 0 27 22 - 64 0<br />

Koordination des Verfahrens:<br />

Norbert Post • Hartmut Welters<br />

Architekten BDA & Stadtplaner SRL<br />

Arndtstraße 37 Hachenburger Straße 20<br />

44135 Dortmund 51105 Köln<br />

Tel.: 02 31 - 47 73 48 60 Tel.: 02 21 - 9 83 34 31<br />

Fax: 02 31 - 55 44 44 Fax: 02 21 - 9 83 34 32<br />

Redaktion und Gestaltung:<br />

Edgar Benfer<br />

Anke Thormählen<br />

Hartmut Welters<br />

Fotos:<br />

Archiv Post • Welters<br />

Herstellung:<br />

Druckpunkt - Roland Arenz, Bochum<br />

<strong>Attendorn</strong>, im August 2001


Entwicklungskonzept<br />

Östliche Innenstadt<br />

Isphording/Gedia-Gelände<br />

Ergebnisse<br />

der Planungsgutachten<br />

VORWORT<br />

ANLAß UND ZIEL DES VERFAHRENS<br />

DAS VERFAHREN<br />

PLANGEBIET<br />

AUFGABENSTELLUNG<br />

PLANUNGSERGEBNISSE 15<br />

<strong>1.</strong> <strong>Rang</strong>: rha - Reicher Haase; Aachen<br />

2. <strong>Rang</strong>: Prof. Fritschi, Stahl, Baum; Düsseldorf<br />

3. <strong>Rang</strong>: Blöcher; Kreuztal<br />

Übrige Teilnehmer<br />

5<br />

6<br />

7<br />

8<br />

13


4<br />

Lageplan des Plangebietes<br />

(Darstellung auf der Grundlage der Deutschen Grundkarte im Maßstab 1 : 5.000)


Die Stadt <strong>Attendorn</strong> steht - angesichts<br />

der Konkurrenz zu benachbarten Städten<br />

- vor entscheidenden Weichenstellungen.<br />

Mit der beabsichtigten Umstrukturierung<br />

des Isphording/Gedia-<br />

Geländes am Rande der Innenstadt<br />

kann nun ein Impuls für die <strong>Attendorn</strong>er<br />

Innenstadt unter Einbeziehung großflächigen<br />

Einzelhandels entstehen. Diesen<br />

großflächigen Einzelhandel gilt es<br />

in die bestehende Stadtstruktur einzubetten<br />

und gleichzeitig verkehrliche<br />

und nutzungsbezogene Aspekte zu berücksichtigen.<br />

Nur mittels einer qualitätsvollen<br />

Umsetzung kann ein attraktives<br />

neues Quartier zwischen Innenstadt,<br />

Bahnhof und Atta-Höhle entstehen<br />

und gleichzeitig die Innenstadt aufgewertet<br />

werden.<br />

Die Stadt <strong>Attendorn</strong> hat sich daher Ende<br />

2000 entschlossen, sechs renommierte<br />

Architekturbüros mit der Erarbeitung<br />

planerischer Konzepte zu beauftragen.<br />

Das Ergebnis der eingereichten Arbeiten<br />

und die Diskussion hierüber in einer<br />

unabhängigen Beratungskommission<br />

(externe Fachleute und örtliche<br />

Vertreter aus Politik und Verwaltung<br />

sowie die Investoren) hat eindrucksvoll<br />

gezeigt, wie sinnvoll diese Form der Projektentwicklung<br />

mittels alternativer Planungen<br />

für die Meinungsbildung aller<br />

Entscheidungsträger und das Ergebnis<br />

selbst ist.<br />

Unter Würdigung aller relevanten Aspekte<br />

favorisierte die Beratungskommission<br />

in ihrer Sitzung am 29. Mai<br />

2001 bei nur zwei Gegenstimmen den<br />

Entwurf des Aachener Büros Reicher<br />

Haase.<br />

Allen Beteiligten sei an dieser Stelle ausdrücklich<br />

für das Gelingen dieses Planungsverfahrens<br />

gedankt. Damit verbunden<br />

ist die feste Zuversicht, dass<br />

dieses Projekt durch seine Nutzungen<br />

sowie zeitgemäßen und nachhaltigen<br />

Städtebau und Gestaltung des öffentlichen<br />

Raumes zu einer weiteren Attraktivitätssteigerung<br />

der Innenstadt <strong>Attendorn</strong><br />

beitragen wird.<br />

Alfons Stumpf<br />

Bürgermeister<br />

der Stadt <strong>Attendorn</strong><br />

Carsten Graumann<br />

Technischer Beigeordneter<br />

der Stadt <strong>Attendorn</strong><br />

Vorwort<br />

5


6<br />

Anlaß und<br />

Aufgabenstellung<br />

Luftbild der <strong>Attendorn</strong>er Innenstadt<br />

mit Lage des Plangebietes<br />

Seit mehreren Jahren besteht für die<br />

Stadt <strong>Attendorn</strong> die Möglichkeit, die<br />

ungenutzten Betriebsflächen Isphording<br />

und Gedia einer innenstadtverträglichen<br />

Nutzung zuzuführen und<br />

den Bereich der östlichen Innenstadt<br />

einschließlich Bahnhof und der bekannten<br />

Tropfsteinhöhle (Atta-Höhle) aufzuwerten.<br />

Diese letzte größere Entwicklungsfläche<br />

im Zentrum stellte bisher<br />

eine nicht unproblematische Gemengelage<br />

dar. Mit der beabsichtigten<br />

städtebaulichen Umstrukturierung kann<br />

nun eine attraktive Wohnqualität und<br />

ein neuer Ortseingang geschaffen werden.<br />

Die Aufgabenziele und -inhalte für<br />

das Planungsverfahren konnten dabei<br />

auf der Grundlage nun konkretisierter<br />

Planungsabsichten und derzeitiger<br />

Mängel wie folgt eingegrenzt werden:<br />

• Städtebauliche Neuordnung ehemaliger<br />

Industrieflächen mit dem Ziel,<br />

hier innenstadtverträglich großflächigen<br />

Einzelhandel, Dienstleistungsnutzungen<br />

und Wohnen anzusiedeln.<br />

• Schaffung einer funktional und gestalterisch<br />

attraktiven Verbindung zwischen<br />

Innenstadt - Atta-Höhle - Bahnhof<br />

und dem großflächigen Einzelhandel<br />

als Ankerpunkt in der Mitte<br />

um den Kreisverkehr Niederstes Tor.<br />

• Verkehrliche Neuordnung mit dem<br />

Ziel einer Entlastung der Finnentroper<br />

Straße durch eine neue Entlastungsstraße<br />

parallel zur Bahnlinie so-<br />

wie Neugestaltung der innerstädtischen<br />

Verkehrsflächen und Deckung<br />

eines erheblichen Parkplatzbedarfs.<br />

• Neuordnung und Neugestaltung des<br />

engeren Bahnhofsumfeldes einschließlich<br />

Busbahnhof.<br />

• Anordnung und Einbindung eines<br />

Bürger-/Schützenplatzes.<br />

Dem Verfahren kam dabei Vorbildfunktion<br />

zu. Städtebauliche, verkehrliche<br />

und nutzungsbezogene Konzeptionen<br />

sollen einen Impuls für die <strong>Attendorn</strong>er<br />

Innenstadtentwicklung geben. <strong>Attendorn</strong><br />

soll eine nachhaltige neue stadträumliche<br />

Qualität und eine funktionalräumlich<br />

attraktive Innenstadterweiterung<br />

unter Einbeziehung großflächigen<br />

Einzelhandels zu Gute kommen.


Auftraggeber<br />

Auftraggeber war die Stadt <strong>Attendorn</strong>.<br />

Die Betreuung und Koordination des<br />

Verfahrens erfolgte durch Norbert Post<br />

und Hartmut Welters, Architekten BDA<br />

& Stadtplaner SRL, Dortmund/Köln.<br />

Auftragnehmer<br />

Beauftragt wurden die folgenden sechs<br />

Büros:<br />

• Arbeitsgemeinschaft <strong>Attendorn</strong>er Architekten<br />

unter Koordinierung von<br />

Herrn Prof. Pahl, bestehend aus: Manfred<br />

Keil, Michael Keil, Georg Höfer -<br />

Helmut Hengesbach, Michael Schneider,<br />

Norbert Schneider, Bettina Kleeschulte,<br />

Klaus Böttenberg<br />

• Helmut Blöcher, Kreuztal<br />

• Prof. Niklaus Fritschi, Benedikt Stahl<br />

& Günter Baum, Düsseldorf<br />

• Walter von Lom & Partner, Köln<br />

• OFFIS - Flender, Scheuermann,<br />

Aachen<br />

• rha Reicher Haase Architekten, Aachen<br />

Beratungskommission<br />

Zur Beurteilung der Arbeiten und Vorbereitung<br />

der parlamentarischen Entscheidung<br />

wurde eine unabhängige<br />

Beratungskommission eingesetzt, die<br />

abschließend am 29. Mai 2001 tagte:<br />

Fachpreisrichter:<br />

• Prof. Bernd Borghoff, Architekt und<br />

Stadtplaner, Aachen/Siegen<br />

• Carsten Graumann, Technischer Beigeordneter<br />

der Stadt <strong>Attendorn</strong><br />

• Thomas Lennertz, Ministerialrat im<br />

Ministerium für Wohnen und Städtebau,<br />

Kultur und Sport, Düsseldorf<br />

• Christian Schaller, Architekt und<br />

Stadtplaner, Köln<br />

• Gert Ullrich, Architekt, Meschede<br />

• Prof. Kunibert Wachten, Architekt und<br />

Stadtplaner, Dortmund/Aachen<br />

Stellvertretende Fachpreisrichter:<br />

• Ulrich Köster, Stadtbaurat a.D.,<br />

Arnsberg<br />

Sachpreisrichter:<br />

• Alfons Stumpf, Bürgermeister der<br />

Stadt <strong>Attendorn</strong><br />

• Klaus Böckeler, Fraktionsvorsitzender<br />

der CDU-Fraktion, Stadt <strong>Attendorn</strong><br />

• Jürgen Meise, Fraktionsvorsitzender<br />

der SPD-Fraktion, Stadt <strong>Attendorn</strong><br />

• Hermann-Josef Schneider, Fraktionsvorsitzender<br />

der UWG-Fraktion, Stadt<br />

<strong>Attendorn</strong><br />

• Christop Rasche, Geschäftsführer der<br />

AIG - <strong>Attendorn</strong>er Immobiliengesellschaft<br />

mbH<br />

Stellvertretende Sachpreisrichter/innen:<br />

• Heinz-Theo Rath, Erster Beigeordneter<br />

der Stadt <strong>Attendorn</strong><br />

• M. Greitemann, Vertreter der CDU-<br />

Fraktion, Stadt <strong>Attendorn</strong><br />

• Winfried Richard, Vertreter der UWG-<br />

Fraktion, Stadt <strong>Attendorn</strong><br />

Sachverständige (ohne Stimmrecht):<br />

• Werner Bischoff, Sprecher der Interessengemeinschaft<br />

der <strong>Attendorn</strong>er<br />

Vereine<br />

• Wolfgang Böhmer, Betreiber der Atta-<br />

Höhle, <strong>Attendorn</strong> (Nutzer)<br />

• Wolfgang Christ, Ingenieurbüro IVV,<br />

Aachen (Verkehrsplaner)<br />

• Siegfried Corte, Siegfried Corte<br />

GmbH & Co KG, Finnentrop (Nutzer)<br />

• Martin Diller, Vorstandsvorsitzender<br />

der Sparkasse ALK<br />

• Dieter Eckey, Lidl-Lebensmittelmärkte,<br />

Unna (Nutzer)<br />

• Markus Harnischmacher, Werbegemeinschaft<br />

<strong>Attendorn</strong><br />

• Volker Nicolaus, Deutsche Bahn Immobiliengesellschaft<br />

mbh, Zweigniederlassung<br />

Dortmund<br />

• Rita Pickart, Bündnis 90/Die Grünen,<br />

Stadt <strong>Attendorn</strong><br />

• Rainer Vongerichten, REWE Niederlassung<br />

West, Hürth (Nutzer)<br />

• Klaus U. Taube, Taube & Partner Objektmanagement<br />

GmbH, Siegen,<br />

(Projektentwickler)<br />

Das Verfahren<br />

Ablauf<br />

Die Büros erhielten Anfang Februar<br />

2001 die Planunterlagen. Am 19. Februar<br />

2001 fand ein Einführungskolloquium<br />

statt. In einem Zwischenkolloquium<br />

am 23. März 2001 wurden<br />

die ersten Konzeptansätze diskutiert<br />

und den Büros Hinweise zur weiteren<br />

Bearbeitung gegeben. Die Arbeiten<br />

mußten bis zum 2. Mai 2001 eingereicht<br />

werden.<br />

7


8<br />

Plangebiet Geschichtliche Entwicklung<br />

Die <strong>Attendorn</strong>er Mulde ist durch Klima,<br />

Boden und Verkehrsmöglichkeiten gegenüber<br />

benachbarten Regionen begünstigt<br />

und zog bereits früh Menschen<br />

an. So ist in <strong>Attendorn</strong> bereits zur Zeit<br />

Karls des Großen eine Urpfarrei verbürgt<br />

und bereits 1222 wurden<br />

Historische Karte<br />

aus dem Jahr 1810<br />

<strong>Attendorn</strong> die Stadtrechte verliehen.<br />

Eine Blütezeit erlebte die Stadt im 13.<br />

und 14. Jahrhundert insbesondere<br />

durch ihre europaweit bekannten Wollund<br />

Leineweber. Gestärkt wurde diese<br />

Position durch die Mitgliedschaft<br />

<strong>Attendorn</strong>s in der Deutschen Hanse, wo<br />

die <strong>Attendorn</strong>er Kaufleute insbesondere<br />

im Tuchhandel tätig waren. Ende des<br />

15. Jahrhunderts schwand zwar der<br />

Wohlstand, jedoch gediehen unter den<br />

Humanisten Mulläus, Rivius und Daberkusius<br />

die Wissenschaften, insbesondere<br />

am bereits 1515 gegründeten Gymnasium.<br />

<strong>Attendorn</strong> blickt auf eine fast zweihundertjährige<br />

Industriegeschichte zurück.<br />

Günstige Standortvoraussetzungen<br />

(Erzgewinnung, Wasserkraft) und der<br />

Bau der Biggetalbahn 1874 bescherten<br />

der Stadt einen raschen wirtschaftlichen<br />

Aufstieg, wobei die eisen-, blech- und<br />

metallverarbeitende Industrie prägend<br />

war. Unter anderem entstand 1885 direkt<br />

an der Bigge ein Feinblechwalzwerk,<br />

welches später in die Hoesch-<br />

Siegerlandwerke aufging. Heute ist<br />

<strong>Attendorn</strong> die industriestärkste Stadt im<br />

Kreis Olpe und wird geprägt von der<br />

metallverarbeitenden Industrie (Armaturenhersteller<br />

und Automobil-Zulieferer).<br />

Das engere Plangebiet wurde durch die<br />

metallverarbeitenden Firmen Isphording<br />

und Gedia fast 150 Jahre lang ge-<br />

werblich genutzt. Bereits 1842 begann<br />

Engelbert Isphording hier mit der Fabrikation<br />

von Messinggußwaren. Die Aufgabe<br />

beider Nutzungen ermöglicht nun<br />

die Neuordnung des gesamten Bereiches<br />

zwischen Innenstadt, Bahnhof und<br />

Atta-Höhle.<br />

Das Gebiet der heutigen Stadt <strong>Attendorn</strong><br />

konnte nach dem 2. Weltkrieg erhebliche<br />

Einwohnerzuwächse verzeichnen:<br />

1939: ca. 12.100 Einwohner<br />

1950: ca. 15.600 Einwohner<br />

1961: ca. 18.800 Einwohner<br />

1970: ca. 23.000 Einwohner<br />

2000: ca. 24.500 Einwohner<br />

Planungsraum <strong>Attendorn</strong><br />

Die Stadt <strong>Attendorn</strong> liegt im südlichen<br />

Sauerland in reizvoller Lage am nördlichen<br />

Ende des Biggesees, der größten<br />

Talsperre des Sauerlandes. Das Mittelzentrum<br />

<strong>Attendorn</strong> ist auf die Oberzentren<br />

Siegen (ca. 45 km) und Hagen<br />

(ca. 60 km) orientiert. Aus der Nähe<br />

bzw. der verkehrsgünstigen Lage zu Siegen<br />

und zum Ruhrgebiet resultieren<br />

auch zukünftig erhebliche Wachstumsprozesse<br />

bei Wohnbau- und Gewerbeflächen.<br />

Die Einwohnerzahl beträgt derzeit<br />

ca. 24.500 mit steigender Tendenz.<br />

Die Autobahnabfahrten »Olpe« und<br />

»Meinerzhagen« der BAB 45 (Sauer-


landlinie) sind ca. 15 km entfernt. Hierüber<br />

sind die Ballungsregionen Siegen<br />

in 25 Minuten und Ruhrgebiet in einer<br />

Fahrzeit von ca. 40 bis 50 Minuten erreichbar.<br />

Innenstadt- und<br />

Tourismusentwicklung<br />

<strong>Attendorn</strong><br />

Einkaufsstadt <strong>Attendorn</strong><br />

Die Einkaufsstadt <strong>Attendorn</strong> ist Mittelzentrum<br />

im Sauerland und konkurriert<br />

mit den benachbarten Städten Olpe,<br />

Lennestadt, Plettenberg und Finnentrop.<br />

Im Jahre 1995 wurde die Fußgängerzone<br />

Kölner Straße eröffnet. Hierdurch<br />

konnte eine Aufwertung der Einkaufsstadt<br />

<strong>Attendorn</strong> erzielt werden.<br />

Trotzdem hat <strong>Attendorn</strong> als Einzelhandelsstandort<br />

zunehmend an Attraktivität<br />

verloren. Dieses verdeutlichen zwei<br />

Kennzahlen, nämlich die Umsatzkennziffer<br />

sowie die Zentralitätskennziffer.<br />

Die von der Gesellschaft für Konsumforschung<br />

(GfK) veröffentlichten Umsatzkennziffern<br />

bringen die regionale<br />

Verteilung der Einzelhandelsumsätze in<br />

Deutschland zum Ausdruck, in dem sie<br />

den örtlichen Einzelhandelsumsatz ins<br />

Verhältnis zum Bundendurchschnitt setzen.<br />

So beträgt der Durchschnittsumsatz<br />

des stationären Einzelhandels ca.<br />

9.774 DM pro Kopf. Bei einer von der<br />

GfK zugrundegelegte Einwohnerzahl<br />

von 23.863 ergibt sich für <strong>Attendorn</strong><br />

ein Umsatz pro Kopf von 7.559 DM. Im<br />

Verhältnis zum Bundesdurchschnitt<br />

setzt also der <strong>Attendorn</strong>er Einzelhandel<br />

heute fast 23 Prozent weniger um. Ein<br />

Vergleich mit den Umsatzkennziffern<br />

aus Vorjahren verdeutlicht darüber hinaus<br />

die negative Entwicklung in <strong>Attendorn</strong>:<br />

Jahr Umsatzkennziffer<br />

1994 91,5<br />

1997 80,4<br />

2000 77,3<br />

Die Zentralitätskennziffer drückt aus,<br />

wie weit es einer Stadt gelingt, Kaufkraft<br />

zugunsten des niedergelassenen<br />

Einzelhandels anzuziehen. Ein Wert von<br />

100 würde bedeuten, dass der Einzelhandelsumsatz<br />

genau so groß ist, wie<br />

die einzelhandelsrelevante Kaufkraft.<br />

Damit ist die Zentralitätskennziffer eine<br />

Maßzahl für den Kaufkraftzufluss bzw.<br />

den Kaufkraftabfluss einer Kommune.<br />

Die Entwicklung der Zentralitätskennziffer<br />

stellt sich für <strong>Attendorn</strong> wie folgt<br />

dar:<br />

Jahr Zentralitätskennziffer<br />

1994 87,1<br />

1997 78,3<br />

2000 74,8<br />

Demnach fließt heute mehr als ein Viertel<br />

der städtischen Kaufkraft in andere<br />

Einkaufsstädte. Verstärkt wird dieser negative<br />

Eindruck bei Berücksichtigung<br />

der Tatsache, dass <strong>Attendorn</strong> (eigentlich)<br />

eine mittelzentrale Versorgungsfunktion<br />

für bis zu 50.000 Einwohnern<br />

hat. Nach dem Ausstattungskatalog der<br />

zentralörtlichen Gliederung gemäß der<br />

Landesplanung in Nordrhein-Westfalen<br />

sollen in einem Mittelzentrum u. a.<br />

»vielseitige Einkaufs- und Dienstleistungseinrichtungen<br />

für den gehobenen<br />

Bedarf vorhanden sein, z. B. ein städtebaulich<br />

integriertes Einkaufszentrum,<br />

qualifizierte Fachgeschäfte (...)«. Dieses<br />

idealtypische Bild kann <strong>Attendorn</strong> nicht<br />

erfüllen. U. a. fehlen »Frequenzbringer«<br />

mit - vielleicht auch überregionalem -<br />

Anziehungspotenzial.<br />

Durch die Installierung von zwei größeren<br />

Lebensmittelmärkten sowie eines<br />

Elektronikmarktes mit angegliederten<br />

kleingliedrigen Geschäften soll nun ein<br />

Nutzungsmix entstehen, das durch eine<br />

optimierte Anbindung zur Innenstadt<br />

auch zu einer Stabilisierung der Kaufkraftbindung<br />

in <strong>Attendorn</strong> führen soll.<br />

Fremdenverkehrsort <strong>Attendorn</strong><br />

Die wirtschaftliche Blütezeit im Mittelalter<br />

ist noch heute an zahlreichen Sehenswürdigkeiten<br />

ablesbar, unter anderem<br />

• Sauerländer Dom,<br />

• Hospitalkirche,<br />

• zwei Stadttürme,<br />

• Altes Rathaus (Südsauerlandmuseum)<br />

• Burg Schnellenberg.<br />

Weit bekannt sind darüber hinaus die<br />

1907 entdeckte Atta-Höhle, die größte<br />

Tropfsteinhöhle Deutschlands sowie der<br />

1965 aufgestaute Biggesee, der ein<br />

wichtiges Erholungsgebiet darstellt.<br />

Diese Sehenswürdigkeiten sowie die abwechslungs-<br />

und waldreiche Landschaft<br />

des Südsauerlandes zählen heute zu<br />

den Gunstfaktoren des Fremdenverkehrs.<br />

Dabei ist die Atta-Höhle - neben dem<br />

Biggesee - das wichtigste Standbein des<br />

<strong>Attendorn</strong>er Fremdenverkehrs. Die bekannte<br />

Tropfsteinhöhle wird jährlich<br />

von rund 300.000 Gästen besucht.<br />

Das Plangebiet<br />

Lage und Abgrenzung<br />

Das ca. 11 ha große Plangebiet grenzt<br />

östlich unmittelbar an den zentralen<br />

Innenstadtbereich an und umfaßt vorwiegend<br />

bisher gewerblich genutzte<br />

Flächen. Es wird begrenzt<br />

• im Norden durch die Finnentroper<br />

Straße,<br />

• im Osten durch die Finnentroper Straße<br />

und die Atta-Höhle,<br />

• im Süden durch die Bahnanlagen,<br />

• im Westen durch die Wohnbebauung<br />

Mühlengraben/Am Zollstock.<br />

9


10<br />

10<br />

Zum Planbereich gehört zusätzlich die<br />

Niederste Straße/Ennester Straße bis zur<br />

Einmündung Westwall/Nordwall (Feuerteich).<br />

Eigentumssituation<br />

Nach dem Weggang der Firma Isphording<br />

und der Verlagerung der Firma<br />

Gedia stehen nunmehr die letzten innerstädtischen<br />

Flächen zur Verfügung,<br />

die zu einer Stadterweiterung geeignet<br />

sind. Nachdem die Stadt <strong>Attendorn</strong><br />

durch ihre 100 %-ige Tochter das Gelände<br />

»Gedia« und in Kooperation mit<br />

der Sparkasse ALK (in der gemeinsamen<br />

»<strong>Attendorn</strong>er Immobilien GmbH) das<br />

Gelände »Isphording« erworben hatte,<br />

wurden seit 1996 intensive Gespräche<br />

geführt, die eine Vermarktung dieses<br />

Geländes zum Inhalt hatten. Allerdings<br />

sollte diese Vermarktung nicht nur innenstadtverträglich<br />

sein, sondern sollte<br />

auch zu einer Attraktivitätssteigerung<br />

in der Innenstadt führen.<br />

Aufgrund der negativen Trendentwicklung<br />

im <strong>Attendorn</strong>er Einzelhandel soll<br />

insbesondere die Umsetzung des großflächigen<br />

Einzelhandels und den zu integrierenden<br />

kleineren Ladeneinheiten<br />

kurzfristig beginnen. Insoweit ist eine<br />

zügige Realisierung des Projektes erforderlich.<br />

Deshalb war es ein wesentliches<br />

Ziel des Planungsverfahrens neben der<br />

Schaffung eines Endkonzeptes für den<br />

Planbereich bis zum Jahr 2010 insbesondere<br />

ein daraus abgeleitetes, unmittelbar<br />

umsetzbares Teilkonzept für die<br />

potenziellen Nutzer/Investoren im vorderen<br />

Bereich des Geländes auf den bei<br />

Ende des Gutachterverfahrens verfügbaren<br />

Grundstücken zu entwickeln.<br />

Topographie<br />

Das gesamte Plangebiet weist nur geringe<br />

Höhendifferenzen auf. Lediglich<br />

im südwestlichen Bereich ist ein kleiner<br />

Geländeversprung mit einem Niveauunterschied<br />

von ca. 2,0 m anzutreffen.<br />

Bau- und Nutzungsstruktur<br />

Das Plangebiet wurde im wesentlichen<br />

durch zwei metallverarbeitende Betriebe<br />

(Isphording und Gedia/vormals Dingerkus)<br />

industriell genutzt. Das heutige<br />

Erscheinungsbild ist demzufolge von<br />

Fabrikationshallen, Lagerhallen, Verwaltungsgebäuden<br />

sowie Lager- und<br />

Parkplatzflächen geprägt.<br />

Auf der Südseite der Finnentroper Straße<br />

ist der Ansatz einer 3-geschossigen<br />

Blockrandbebauung anzutreffen. In diesen<br />

Gebäuden befinden sich teilweise<br />

Wohnungen und eine Gaststätte. Der<br />

südliche Bereich wird von einem<br />

Schrotthandel und einem kunststoffverarbeitenden<br />

Betrieb, die mittelfristig<br />

verlagert werden sollen, genutzt. Die<br />

Betriebsfläche Isphording steht sofort<br />

zur Verfügung.<br />

Blick von der Attahöhle über das<br />

Plangebiet zur Innenstadt<br />

Der Bereich westlich des Kreisverkehrs<br />

(zwischen Niederste Straße, Bahnhofstraße,<br />

Ostwall und Busbahnhof) konnte<br />

ebenso überplant werden wie der<br />

Busbahnhof selbst, wobei für letzteres<br />

dann eine adäquate Ersatzlösung entwickelt<br />

werden musste.<br />

Der Kernbereich der Innenstadt mit Einzelhandels-<br />

und Dienstleistungsnutzungen<br />

als derzeitige Fußgängerzone erstreckt<br />

sich in Ost-West-Richtung entlang<br />

der Kölner Straße. Die kerntypischen<br />

Nutzungen befinden sich darüber<br />

hinaus entlang der Ennester Straße und<br />

der Niedersten Straße bis zum eigentlichen<br />

Plangebiet.<br />

Das Plangebiet wird nördlich eingerahmt<br />

von einer aufgelockerten Wohnbebauung<br />

(überwiegend zweigeschossige<br />

Villenstruktur), die allerdings schon<br />

heute eine typische Durchmischung mit<br />

zentrumsnahen Einrichtungen aufweist.<br />

Der gesamte südliche Grenzbereich des<br />

Plangebietes wird durch den Bahnhof<br />

einschließlich Güterbahnhof sowie die<br />

sich anschließende Trasse der L 539 bestimmt.<br />

Allerdings besteht aufgrund der<br />

dazwischen liegenden Bahngleise kein<br />

direkter Anschluß an diese Ortsumgehung.<br />

Ebenso ist die Bigge durch die<br />

Verkehrstrassen vom Plangebiet abgetrennt<br />

und nicht wahrnehmbar.


Östlich der Plangebietsgrenze schließt<br />

sich eine markante Geländekante an.<br />

Unter dieser Geländeformation befindet<br />

sich das Naturdenkmal der bekannten<br />

Atta-Höhle (Tropfsteinhöhle). Das direkt<br />

angrenzende Gelände ist bis auf ein zur<br />

Höhle gehörendes Hotel unbebaut.<br />

Weiter oberhalb schließen sich Gewerbeflächen<br />

an.<br />

Naturraum und Vegetation<br />

Nur in mittlerer Lage des Plangebietes<br />

befindet sich neben einer Rasenfläche<br />

ein älterer Baumbestand aus mehreren<br />

großkronigen Einzelbäumen. Angesichts<br />

der gewünschten umfangreichen<br />

städtebaulichen Neuordnung musste<br />

dieser Baumbestand aber nicht zwingend<br />

erhalten werden.<br />

Altlasten<br />

Auf dem ehemaligen Betriebsgelände<br />

der Firmen Isphording und Gedia/Dingerkus<br />

befinden sich Altlasten, über die<br />

ein umfangreicher Kenntnisstand vorliegt.<br />

Nach erfolgter Sanierung ist eine<br />

nahezu vorbehaltlose Überplanung des<br />

Geländes möglich.<br />

Die Planungsbüros sollten in Bezug auf<br />

die städtebauliche Konzeption jedoch<br />

berücksichtigen, dass es sich nicht um<br />

ein frei verfügbares Planum ohne Einschränkungen<br />

handelt. Zur Kostenminimierung<br />

werden teilweise kontaminier-<br />

te Abbruch- und Bodenmassen wieder<br />

eingebracht, die ohne weitere Maßnahmen<br />

(beispielsweise Bodenabdeckungen)<br />

nicht jede Folgenutzung zulassen.<br />

Nach Abschluß der Entwurfsbearbeitung<br />

kann dieser Sachverhalt in die<br />

Altlastensanierung einbezogen werden,<br />

um während der Baureifmachung der<br />

Grundstücke den Einbau dieser Massen<br />

zu steuern. Die teilnehmenden Büros<br />

hatten in ihren Konzeptionen daher Bereiche<br />

zu berücksichtigen, in denen ein<br />

umfangreicher Bodenaustausch erforderlich<br />

ist, und der daher unter Kostengesichtspunkten<br />

sinnvollerweise mit unterkellerten<br />

Gebäuden oder Tiefgaragen<br />

überplant werden soll.<br />

Verkehr<br />

Die Finnentroper Straße nimmt im Verkehrsnetz<br />

<strong>Attendorn</strong>s heute eine wichtige<br />

Funktion als östliche Innenstadterschließung<br />

(Richtung Finnentrop) und<br />

für den Durchgangsverkehr (Finnentrop/Lennestadt<br />

- Windhausen/Plettenberg)<br />

wahr. Ziel ist zukünftig eine Reduzierung<br />

der Verkehrsbelastung auf<br />

der Finnentroper Straße durch eine zumindest<br />

teilweise Verlagerung der Verkehrsströme<br />

auf eine neue Planstraße im<br />

südlichen Plangebiet entlang der Bahngleise<br />

(»Am Zollstock«) und eine Fortführung<br />

der Straße »Am Stürzenberg«<br />

bis zur neuen Planstraße. Damit entsteht<br />

die Möglichkeit, die Finnentroper<br />

Straße - insbesondere im Vorfeld der<br />

touristischen Attraktion »Atta-Höhle« -<br />

aufenthaltsfreundlicher zu gestalten.<br />

Auch die Niederste Straße/Ennester<br />

Straße kann von dieser Verkehrskonzeption<br />

profitieren und bietet daher<br />

zukünftig Gestaltungspotenziale.<br />

Ruhender Verkehr<br />

Parallel zur Einrichtung der Fußgängerzone<br />

sind in der angrenzenden Innenstadt<br />

zahlreiche Parkplatzanlagen geschaffen<br />

worden. Neben einer angestrebten<br />

Erweiterung des Parkplatzangebotes<br />

für die Innenstadt waren folgende<br />

Rahmenbedingungen für den ruhenden<br />

Verkehr zu berücksichtigen:<br />

• Ca. 220 Stellplätze für den Betreiber<br />

der Atta-Höhle, der auch Eigentümer<br />

der bisher hierfür genutzten Fläche<br />

ist.<br />

• Stellplätze für den neu entstehenden<br />

großflächigen Einzelhandel und für<br />

die sonstigen Nutzungen auf den<br />

ehemaligen Betriebsflächen Isphording<br />

und Gedia.<br />

Öffentlicher Personennahverkehr<br />

Es ist davon auszugehen, dass die Bahnstrecke<br />

Finnentrop - Olpe auch langfristig<br />

Bestand haben wird. Von daher ist<br />

der Standort des zentralen Busbahnhofes<br />

direkt gegenüber dem Bahnhhofsgebäude<br />

prinzipiell richtig. Vorschläge zu<br />

einer Neuordnung waren aber möglich.<br />

Es wurden aber folgende Ansprüche an<br />

eine Verlagerung des Busbahnhofes gestellt:<br />

• Der unmittelbare räumliche Bezug<br />

Busbahnhof - Bahnhof musste aufrechterhalten<br />

werden. Ebenso war<br />

eine größtmögliche Nähe zur Innenstadt<br />

anzustreben bzw. beizubehalten.<br />

• Es waren entsprechend dem bisherigen<br />

Umfang mindestens 6 Haltebzw.<br />

Standplätze für Busse (Gelenkbusse)<br />

vorzusehen.<br />

Fußgänger und Radfahrer<br />

Zwischen Atta-Höhle und Innenstadt<br />

existiert keine gestalterisch und funktional<br />

attraktive Verbindung. Besucher<br />

der Atta-Höhle lernen von <strong>Attendorn</strong><br />

nur den Weg vom Parkplatz zum<br />

Höhleneingang kennen. Auch für Besucher,<br />

die mit der Bahn anreisen, kann<br />

ein positives Image mit den derzeitig<br />

vorhandenen Straßenräumen kaum vermittelt<br />

werden. Ebenso stellt die Verbindung<br />

Bahnhof - Innenstadt und die<br />

Niederste Straße/Enneste Straße selbst<br />

für Fußgänger keine attraktive Wegstrecke<br />

mit Aufenthaltsqualität dar. Die<br />

Verknüpfungen zwischen Innenstadt,<br />

Bahnhof und Atta-Höhle waren daher<br />

zu verbessern und attraktive Fußwegebeziehungen<br />

zu schaffen.<br />

11


12 12<br />

12<br />

Aufgabenstellung<br />

Durch eine Bündelung von Maßnahmen<br />

soll die Innenstadt <strong>Attendorn</strong>s innerhalb<br />

der kommenden Jahre als Einkaufs-,<br />

Wohn- und Fremdenverkehrsort<br />

gestärkt und aufgewertet sowie funktionale<br />

und gestalterische Mängel des<br />

Plangebietes behoben werden. Zu den<br />

angeführten Problemen und Defiziten<br />

wurden im Rahmen der Bearbeitung zukunftsweisende<br />

Lösungsansätze erwartet.<br />

Die Zielvorstellungen und die daraus<br />

abzuleitenden Lösungsansätze bezogen<br />

sich auf die folgenden Aspekte:<br />

• Städtebauliche Neuordnung:<br />

Städtebauliche Neuordnung des gesamten<br />

Bereiches »östliche Innenstadt«<br />

unter Wegfall fast aller vorhandenen<br />

Baulichkeiten mit dem Ziel einer<br />

intensiven Verknüpfung und Verzahnung<br />

der vorhandenen Innenstadt<br />

mit den neuen Einzelhandelsflächen,<br />

der Atta-Höhle und dem Bahnhof;<br />

• Funktion und Nutzung: Sicherung<br />

und Attraktivitätssteigerung der Kernstadt<br />

als Einzelhandels- und Dienstleistungsstandort<br />

durch Erweiterung<br />

des Flächenangebotes für innerstädtische<br />

Nutzungen und vor allem<br />

durch Neubauflächen für großflächigen<br />

Einzelhandel, um Synergieeffekte<br />

zu erzeugen;<br />

• Verkehr: Neubau einer innerstädtischen<br />

Entlastungsstraße entlang der<br />

Bahnlinie und daraus resultierend die<br />

Herausnahme des Durchgangsver-<br />

kehrs aus der Finnentroper Straße -<br />

Deckung des Parkplatzangebotes für<br />

Atta-Höhle, großflächigen Einzelhandel<br />

und die Innenstadt; der in der<br />

Stadt <strong>Attendorn</strong> auf den vorhandenen<br />

Straßen existierende Zwei-Richtungs-<br />

Verkehr ist aufrecht zu erhalten.<br />

• Straßen- und Platzgestaltung:<br />

Neuanlage und Gestaltung der gesamten<br />

Straßen- und Platzräume als<br />

wichtiger Baustein der Attraktivitätssteigerung<br />

und Vernetzung - insbesondere<br />

die Umgestaltung des Straßenzugs<br />

Niederste Straße/Ennester<br />

Straße mit den Übergängen Westwall,<br />

Fußgängerzone und den Übergängen<br />

Ostwall/Nordwall.<br />

Drei Schlüsselprojekte standen daher<br />

räumlich und funktional im Mittelpunkt<br />

der Aufgabenbearbeitung:<br />

• Die kurzfristige Neuordnung ehemaliger<br />

Betriebsflächen (Isphording) zur<br />

Aufnahme großflächigen Einzelhandels<br />

mit ergänzenden Nutzungen zur<br />

funktionalen Stärkung und Ergänzung<br />

der Innenstadt sowie zur Ausweitung<br />

des Parkplatzangebotes. Ergänzt wird<br />

dies durch die mittelfristige Neuordnung<br />

des übrigen Bereiches zwischen<br />

Finnentroper Straße und Bahnlinie.<br />

• Die Neuordnung des Bereiches Bahnhofstraße/Mühlengraben/Ostwall<br />

soll<br />

die Funktion der Innenstadt insgesamt<br />

stärken, den vorhandenen Kern-<br />

bereich nachhaltig aufwerten sowie<br />

Innenstadt und großflächigen Einzelhandel<br />

miteinander verknüpfen. Die<br />

Umgestaltung und Verbesserung des<br />

Bahnhofumfeldes schafft hier zusätzliche<br />

Spielräume zur Neuordnung<br />

und Aufwertung.<br />

• Der Neubau einer »innerstädtischen<br />

Entlastungsstraße« bietet neben einer<br />

städtebaulichen Neuordnung der Gewerbeflächen<br />

und Parkplätze die<br />

Möglichkeit, die Finnentroper Straße<br />

vom Durchgangsverkehr zu entlasten<br />

und das Umfeld der Atta-Höhle aufzuwerten.<br />

Ergänzend dazu ist die Umgestaltung<br />

der »Niederste Straße/<br />

Ennester Straße« eine wichtige Voraussetzung,<br />

eine attraktive Verbindung<br />

zu schaffen sowie die Innenstadt<br />

funktional zu stärken und zu<br />

ergänzen.<br />

Ehemalige Betriebsfläche Isphording<br />

(großflächiger Einzelhandel)<br />

Ein wesentlicher Bestandteil der Planungsaufgabe<br />

war die Schaffung von<br />

attraktiven Flächen für den großflächigen<br />

Einzelhandel auf der ehemaligen<br />

Betriebsfläche Isphording und ihre<br />

städtebauliche Einbindung.<br />

Seit längerem existieren Bestrebungen<br />

einzelner Betreiberketten, großflächigen<br />

Einzelhandel in <strong>Attendorn</strong> anzusiedeln.<br />

Dabei bietet sich das genannte Grund-


stück - im Gegensatz zu Grundstücken<br />

auf der grünen Wiese - dazu an, Synergieeffekte<br />

mit dem Einzelhandel in der<br />

Innenstadt zu erzeugen.<br />

Verkaufs- und Nutzflächen<br />

Für die verlangten Verkaufs- und Nutzflächen<br />

erfolgte eine intensive Abstimmung<br />

zwischen der Stadt, den konkreten<br />

Investoren bzw. Nutzern und der<br />

zuständigen Bezirksregierung Arnsberg.<br />

Die aufgeführten Verkaufsflächen waren<br />

zwingend nachzuweisen:<br />

Lidl: ca. 900 qm<br />

REWE: ca. <strong>1.</strong>200 qm<br />

Mega-Markt Corte: ca. <strong>1.</strong>800 qm<br />

sonstige Läden: ca. <strong>1.</strong>000 qm<br />

Ergänzende Nutzungen<br />

Einer ergänzenden Nutzung in Form<br />

von Wohnen war ein deutliches Gewicht<br />

einzuräumen. Vorzusehen waren unter<br />

anderem ca. 25 bis 30 Wohneinheiten<br />

für »Betreutes Wohnen« mit den entsprechenden<br />

Allgemeinbereichen (jedoch<br />

ohne Pflegeeinrichtungen).<br />

Darüber hinaus waren zentrentypische<br />

Nutzungen wie Büros, Praxen usw. in<br />

kleinerem Umfang möglich. Da die<br />

Nachfrage nicht konkret eingeschätzt<br />

werden kann, sollten die Gebäude hinsichtlich<br />

der Aufnahme möglicher Nutzungen<br />

flexibel konzipiert werden.<br />

Städtebauliche Einbindung und Vorgaben<br />

Der großflächige Einzelhandel durfte<br />

keinesfalls seinen Schwerpunkt im Bereich<br />

der Atta-Höhle aufweisen, sondern<br />

musste möglichst nah zum Kreisverkehr<br />

Niederste Straße (Innenstadt) angeordnet<br />

werden. Räumlich und funktional<br />

war eine Zuordnung zur Innenstadt herzustellen.<br />

Im Bereich der Finnentroper<br />

Straße war der Nutzung Wohnen ein<br />

deutliches Gewicht einzuräumen.<br />

Konkrete Vorgaben zur städtebaulichen<br />

Dichte und zur Geschossigkeit wurden<br />

nicht getroffen. Erwartet wurden<br />

Bebau-ungskonzepte, die sich hinsichtlich<br />

Volumen, Geschossigkeit und Gliederung<br />

in die vorhandene, kleinteilige<br />

Struktur der Stadt einfügten und die<br />

kleinstädtische Maßstäblichkeit aufnahmen<br />

(in der Regel 2 bis 3 Geschosse).<br />

Der großflächige Einzelhandel nebst ergänzenden<br />

Nutzungen sollte städtischen,<br />

mehrgeschossigen Charakter haben<br />

und sich von eingeschossigen Gewerbehallen<br />

auf der »grünen Wiese«<br />

deutlich absetzen. Vorstellbar waren<br />

grundsätzlich bis zu drei Vollgeschosse<br />

- in städtebaulich begründeten Fällen<br />

auch mehr. Aussagen wurden im Rahmen<br />

der Bearbeitung zur Baumassenverteilung,<br />

Geschossigkeit, Dachform,<br />

konkreten Nutzung und Orientierung<br />

(Eingänge) erwartet.<br />

Erwartet wurde zudem die Schaffung einer<br />

attraktiven Eingangssituation von<br />

der Innenstadt in diesen Komplex und<br />

die Fortführung einer Straßenrandbebauung<br />

entlang der Finnentroper Straße.<br />

Keinesfalls war es Ziel der Stadt<br />

<strong>Attendorn</strong>, in der Finnentroper Straße<br />

eine Fassadenrückseite oder »tote Fassadenflächen«<br />

zu erhalten - vielmehr<br />

sollte zukünftig durch entsprechende<br />

Mischnutzungen funktional und gestalterisch<br />

hier eine Veränderung und Aufwertung<br />

stattfinden.<br />

Der Bereich des großflächigen Einzelhandels<br />

soll zukünftig Teil einer attraktiven<br />

Fußwegeverbindung zwischen<br />

Atta-Höhle und der Innenstadt sein.<br />

Ruhender Verkehr<br />

Für die drei großflächigen Einzelhandelsbetriebe<br />

waren bei einer gemeinschaftlichen<br />

Nutzung 230 Parkplätze<br />

nachzuweisen. Bei einer räumlichen<br />

Trennung der Parkplatzflächen waren<br />

folgende Vorgaben einzuhalten:<br />

Lidl: 100 Parkplätze<br />

REWE: 150 Parkplätze<br />

Corte: 70 Parkplätze.<br />

Darüber hinaus waren ausreichende<br />

Parkplätze für die kleineren Ladeneinheiten<br />

(ca. 25 Parkplätze) und die ergänzenden<br />

Nutzungen wie Wohnen,<br />

Büros usw. nachzuweisen.<br />

Die Parkplätze für Beschäftigte und Bewohner<br />

im Bereich des großflächigen<br />

Einzelhandels waren zwingend unterirdisch<br />

vorzusehen, um in der Oberfläche<br />

ausreichende Gestaltungs- und<br />

Nutzungsspielräume zu erhalten. Die<br />

Parkplätze für Besucher und Kunden<br />

konnten ober- oder unterirdisch angeordnet<br />

werden. Wunsch der Investoren<br />

war es, die Kundenparkplätze nach<br />

Möglichkeit oberirdisch anzulegen, um<br />

eine Einsehbarkeit der Geschäftseingänge<br />

von der Parkplatzzufahrt und den<br />

Parkplätzen selbst (Orientierung) zu gewährleisten.<br />

Grundsätzlich waren die<br />

Parkplätze nutzerfreundlich zu gestalten<br />

und so anzuordnen, dass kurze<br />

Wege entstehen und Parksuchverkehr<br />

minimiert wird.<br />

Neuordnung des übrigen Bereiches<br />

zwischen Finnentroper Straße und<br />

Bahnlinie<br />

Der übrige Bereich umfasste vor allem<br />

das ehemalige Gedia-Gelände und den<br />

Parkplatz der Atta-Höhle. Dieser Planbereich<br />

soll mittelfristig ebenfalls städtebaulich<br />

umstrukturiert werden, wobei<br />

das Gedia-Gelände auch kurzfristig zur<br />

Verfügung stehen könnte.<br />

Hier wurden zusätzlich konkrete Nutzungsvorschläge<br />

erwartet, die von<br />

Wohnen bis zu mischgebietsverträglichen<br />

Einrichtungen reichen konnten.<br />

13


14<br />

Umgestaltung und Verbesserung<br />

des Bahnhofumfeldes/Neuordnung<br />

des Bereiches Bahnhofstraße/Mühlengraben/Ostwall<br />

Das Umfeld des <strong>Attendorn</strong>er Bahnhofes<br />

weist erhebliche gestalterische Defizite<br />

auf und läßt jegliche Nutzungsqualität<br />

vermissen. Zwar sind Busbahnhof<br />

und Parkplätze vorhanden,<br />

führen aber im Zusammenwirken mit<br />

dem baulichen Bestand nicht zu einem<br />

angemessenen Bahnhofsumfeld. Die<br />

städtebauliche Neuordnung im Norden<br />

und Osten des Bahnhofes sowie die<br />

verkehrlichen Neuplanungen ließen daher<br />

grundsätzlich neue planerische<br />

Überlegungen zu. Dabei waren folgende<br />

Rahmenbedingungen zu berücksichtigen:<br />

• Der Durchgangsverkehr durch den<br />

Ortskern wird zukünftig über eine<br />

neue Entlastungsstraße parallel zur<br />

Bahn (Am Zollstock) abgewickelt.<br />

Damit verbunden ist eine Neuordnung<br />

des unmittelbaren Bahnhofsvorbereiches.<br />

• Der Haltepunkt <strong>Attendorn</strong> soll auf absehbare<br />

Zeit an das Schienennetz angeschlossen<br />

bleiben. Das Bahnhofsgebäude<br />

selbst und sein Standort<br />

mussten jedoch nicht zwingend erhalten<br />

bleiben.<br />

• Der Busbahnhof selbst konnte - wenn<br />

städtebaulich erforderlich - umgestaltet<br />

oder verlegt werden. Der unmit-<br />

telbare räumliche Bezug Busbahnhof<br />

- Bahnhof musste aber ebenso aufrechterhalten<br />

werden wie die Nähe<br />

zur Innenstadt. Es waren mindestens<br />

6 Halte- bzw. Standplätze für Busse<br />

(Gelenkbusse) zu berücksichtigen.<br />

• Der bauliche Bestand direkt gegenüber<br />

dem Bahnhofsgebäude war mittelfristig<br />

zu erhalten. Langfristige<br />

Entwicklungsvorstellungen konnten<br />

zwar entwickelt werden - sie sollten<br />

aber angesichts der Eigentumsstruktur<br />

nicht zwingend erforderlicher<br />

Bestandteil der Gesamtkonzeption<br />

sein.<br />

Für den Bereich Bahnhofstraße/Mühlengraben/Ostwall<br />

wurden konzeptionelle<br />

Aussagen zur baulichen Neuordnung<br />

und zu möglichen Nutzungen erwartet.<br />

Dieser Bereich ist ein wichtiger »Trittstein«<br />

zwischen Bahnhof/großflächiger<br />

Einzelhandel und der Innenstadt und<br />

sollte städtebaulich prägnant herausgebildet<br />

werden.<br />

Bürger-/Schützenplatz<br />

Zusätzlich war ein Bürgerplatz, der auch<br />

als Schützenplatz genutzt werden kann,<br />

in einer Größe von 3.500 bis 5.000 qm<br />

vorzusehen. Die räumliche Lage war<br />

hinsichtlich städtebaulicher Integration,<br />

Immission (Lärm) und Anbindung zu<br />

prüfen und darzulegen. Insbesondere<br />

waren dabei die Bereiche Bahnhofsvor-<br />

platz (Busbahnhof und angrenzendes<br />

Gelände) sowie der ursprünglich von<br />

den Schützen beantragte Standort<br />

(Grundstücksgrenze Gedia/Isphording)<br />

auf ihre Eignung zur Realisierung zu untersuchen.<br />

Der Schützenplatz wird voraussichtlich<br />

an 6 Wochenenden im Jahr<br />

(freitags bis sonntags) für Volks- und<br />

Heimatfeste genutzt.<br />

Verkehr<br />

Fließender Verkehr<br />

Wie bereits angesprochen, war ein<br />

Kernpunkt der planerischen Überlegungen<br />

der Neubau einer innerstädtischen<br />

Entlastungsstraße »Am Zollstock« parallel<br />

zur Bahnlinie. Auch der existierende<br />

Zwei-Richtungs-Verkehr in den Erschließungsstraßen<br />

im Stadtkern war<br />

aufrecht zu erhalten. Zusätzlich war eine<br />

Verlängerung der Straße »Am Stürzenberg«<br />

bis zur neuen Entlastungsstraße<br />

vorzusehen.<br />

Damit entstehen Gestaltungsspielräume<br />

für den Straßenzug Niederste Straße/<br />

Ennester Straße. Hierzu wurden konkrete<br />

Vorschläge erwartet, die insbesondere<br />

Aussagen zu den funktional und<br />

stadträumlich wichtigen Einmündungsbereichen<br />

Westwall, Fußgängerzone<br />

und Ostwall beinhalteten.<br />

Ruhender Verkehr<br />

Wie bereits ausgeführt, waren die Park-<br />

plätze für den großflächigen Einzelhandel<br />

und die ergänzenden Nutzungen<br />

auf der Betriebsfläche Isphording oberbzw.<br />

unterirdisch nachzuweisen. Darüber<br />

hinaus waren auf den übrigen<br />

Grundstücksflächen die erforderlichen<br />

Stellplätze gemäß den einschlägigen<br />

Vorschriften zu berücksichtigen.<br />

Des Weiteren waren für den Betreiber<br />

der Atta-Höhle ca. 220 Parkplätze vorzusehen.<br />

Sie waren in unmittelbarer<br />

Nähe zur Atta-Höhle anzuordnen. Es<br />

war jedoch zukünftig eine veränderte<br />

räumliche Anordnung und ein anderer<br />

Grundstückszuschnitt möglich. Ziel war<br />

eine attraktive Gestaltung sowie eine direkte<br />

Anfahrbarkeit von der neuen<br />

Entlastungsstraße aus.<br />

Fußgänger<br />

Ziel der Neuordnung musste es sein,<br />

funktional und gestalterisch attraktive<br />

Straßen- und Platzräume mit hoher Aufenthalts-<br />

und Nutzungsqualität zu<br />

schaffen. Räumliche Distanzen sollen<br />

dadurch minimiert und unterschiedliche<br />

Bereiche besser miteinander verknüpft<br />

werden. Insbesondere sind folgende<br />

Achsen zu berücksichtigen:<br />

• Innenstadt - Busbahnhof/Bahnhof<br />

über Ennester Straße, Niederste<br />

Straße und Bahnhofstraße;<br />

• Innenstadt - großflächiger Einzelhandel<br />

- Atta-Höhle über Ennester Straße,<br />

Niederste Straße;<br />

• Bahnhof - Atta-Höhle.


In seiner Sitzung am 29. Mai 2001 beschloß<br />

die Beratungskommission nach<br />

intensiven Beratungen folgende <strong>Rang</strong>folge<br />

der eingereichten Entwürfe:<br />

<strong>1.</strong> <strong>Rang</strong>:<br />

rha - Reicher Haase, Aachen<br />

2. <strong>Rang</strong>:<br />

Prof. Niklaus Fritschi, Benedikt Stahl,<br />

Günter Baum, Düsseldorf<br />

3. <strong>Rang</strong>:<br />

Helmut Blöcher, Kreuztal<br />

4. <strong>Rang</strong>:<br />

• Arbeitsgemeinschaft <strong>Attendorn</strong>er Architekten<br />

• Walter von Lom & Partner, Köln<br />

• OFFIS - Flender, Scheuermann,<br />

Aachen<br />

Empfehlungen der<br />

Beratungskommission<br />

Die Bewertungskommission empfahl<br />

der Stadt <strong>Attendorn</strong> (bei zwei Gegenstimmen),<br />

das städtebauliche Konzept<br />

des Büros rha Reicher Haase aus Aachen<br />

zur Grundlage der weiteren planerischen<br />

Bearbeitung auszuwählen.<br />

Die Bewertungskommission empfahl<br />

der Stadt <strong>Attendorn</strong> weiterhin, die Verfasser<br />

der Arbeit, das Entwurfsbüro rha<br />

Reicher Haase aus Aachen, bei der weiteren<br />

Überarbeitung und planerischen<br />

Konkretisierung zu beteiligen. Dabei<br />

sollen - neben der Berücksichtigung der<br />

Anregungen in der Beurteilung - folgende<br />

Teilbereiche überarbeitet werden:<br />

<strong>1.</strong> Die Aufenthalts- und Nutzungsqualität<br />

der Finnentroper Straße als<br />

»städtebauliches Rückgrat« soll gestärkt<br />

werden; insbesondere sollen<br />

attraktive Verbindungen aus dem<br />

Gebietsinneren zur Finnentroper<br />

Straße unter Berücksichtigung des<br />

weiterhin vorhandenen Fahrverkehrs<br />

geschaffen werden.<br />

2. Der Bereich des derzeitigen Busbahnhofs<br />

soll baulich gefaßt und als<br />

Fläche für einen Bürger- und Schützenplatz<br />

(bzw. als Übergangsparkplatz<br />

für die östliche Innenstadt)<br />

gestaltet werden.<br />

Planungsergebnisse<br />

15


<strong>1.</strong> <strong>Rang</strong><br />

16<br />

rha<br />

Reicher Haase<br />

Aachen<br />

Modellfoto<br />

von Südosten<br />

Aus dem Protokoll der<br />

Beratungskommission<br />

Die Entwurfsverfasser haben sich eindeutig<br />

dazu bekannt, die Finnentroper<br />

Straße als Rückgrat für die Verbindung<br />

aus der und in die Innenstadt zu entwickeln.<br />

Konsequent schlagen sie eine<br />

Arbeitsteilung zwischen dem Inneren<br />

des Stadterweiterungsgebietes als Verkehrs-<br />

und Erschließungsbereich und<br />

dem Äußeren als bauliche Nutzungszone<br />

vor. Überzeugend wird die Stadterweiterung<br />

entlang der Umgehungsstraße,<br />

der Verbindungsstraße »Am<br />

Stürzenberg« und vor allem der Finnentroper<br />

Straße als »Schauseite« des neuen<br />

Stadtquartiers angeordnet. Es entstehen<br />

städtische Räume, die mit Vor-<br />

und Rücksprüngen sowie versetzten<br />

Baufeldern auch den Besuchern der<br />

Stadt und den Kunden ein attraktives<br />

Erscheinungsbild bieten werden.<br />

Die ebenerdigen Stellplätze und Tiefgaragenparkplätze<br />

für den Einzelhandel<br />

werden konsequent von der neuen Umgehungsstraße<br />

erschlossen. Die Eingänge<br />

zum Einzelhandel liegen günstig.<br />

Beides schafft die Voraussetzung, die<br />

Finnentroper Straße als attraktive Fußwegeverbindung<br />

zu entwickeln. Die<br />

Kraft der gestalterischen Mittel überzeugt<br />

allerdings noch nicht. Die Übergangsbereiche<br />

aus dem Stadtquartier<br />

zur Finnentroper Straße weisen zum Teil<br />

störende Nutzungen (Anlieferung) auf.<br />

Das Wohnquartier im östlichen Bereich<br />

bietet hohe Flexibilität. Durch das Angebot<br />

einer stabilen Grundstruktur besteht<br />

Raum für vielfältige bauliche Angebote<br />

und Nutzungsformen. Die klare<br />

Definition eines neuen Siedlungsrandes<br />

zur Attahöhle ist überzeugend.<br />

Die möglichen solitären Angebote im<br />

Vorfeld des Höhlenzugangs liegen richtig.<br />

Der Entwurf ist sehr gut in Bauabschnitten<br />

zu realisieren. Die hohe, aber nicht<br />

störende, bauliche Dichte bietet die<br />

Chance, finanziellen Spielraum für eine<br />

hochwertige Gestaltung des öffentlichen<br />

Raumes zu eröffnen.


Lageplan<br />

Deutlich ablesbar ist der konzeptionelle<br />

Ansatz, eine einheitliche städtebauliche<br />

Struktur aus einzelnen Baufeldern zu<br />

entwickeln. Die vorgesehenen Einzel-<br />

handelsnutzungen können sich sowohl<br />

zur Bahnhofstraße wie auch zur Finnentroper<br />

Straße darstellen. Sie werden<br />

verkehrlich von einem intern gelegenen<br />

Parkplatz erschlossen.<br />

<strong>1.</strong> <strong>Rang</strong><br />

17


<strong>1.</strong> <strong>Rang</strong><br />

18<br />

Perspektive von der Finnentroper<br />

Straße<br />

Grundrisse und Ansichten des<br />

Einzelhandels (links) und des<br />

Wohnungsbaus (rechts)


Gestaltung der Straßenräume<br />

Ennester Straße/Niederste<br />

Straße (links) und der<br />

Finnentroper Straße (unten)<br />

Vorgeschlagen werden großformatige<br />

Granitflächen im<br />

Zusammenspiel mit kleinformatigem,<br />

rötlichem Natursteinpflaster<br />

<strong>1.</strong> <strong>Rang</strong><br />

19


2. <strong>Rang</strong><br />

20<br />

Prof. Niklaus Fritschi<br />

Benedikt Stahl<br />

Günter Baum<br />

Düsseldorf<br />

Modellfoto<br />

von Südosten<br />

Aus dem Protokoll der<br />

Beratungskommission<br />

Die städtebaulichen Strukturen werden<br />

sehr prägnant herausgearbeitet. Die<br />

Achse Attahöhle - Innenstadt mit optischer<br />

Ausrichtung auf den Sauerländer<br />

Dom ist der Schwerpunkt der fußläufigen<br />

Erschließung.<br />

Durch das Hereinziehen der Landschaft<br />

von der Attahöhle in das Plangebiet<br />

wird eine Aufenthaltsqualität in der Innenstadt<br />

erreicht, die für die Gesamtstadt<br />

eine imagebildende Adresse werden<br />

kann und einen Identifikations-<br />

punkt für die gesamte Bevölkerung erwarten<br />

läßt.<br />

Sehr gut wird die Maßstäblichkeit der<br />

Wohnbebauung entlang der Finnentroper<br />

Straße durch die Giebelständigkeit<br />

der Häuser aufgenommen.<br />

Die 220 Stellplätze an der Attahöhle<br />

werden bewußt ohne dezentrale Grünstrukturen<br />

angelegt, so dass eine Mehrfachnutzung<br />

des Platzes für die Bürgerund<br />

Schützen möglich ist. Durch einfache<br />

städtebauliche Strukturen mittels<br />

einer Trennmauer wird die Blickbeziehung<br />

zu dieser doch sehr großen Parkplatzfläche<br />

gut unterbrochen.<br />

Problematisch erscheint die Realisierbarkeit<br />

des <strong>1.</strong> Bauabschnitts durch die Anordnung<br />

der Stellplätze des großflächigen<br />

Einzelhandels auf den Bereich<br />

Gedia, der für einen längeren Übergangszeitraum<br />

nur geschottert angelegt<br />

werden soll. Dies setzt bereits im<br />

<strong>1.</strong> Bauabschnitt den Abriß der Gebäude<br />

auf dem Gediagelände voraus und<br />

führt aufgrund der Entfernung und der<br />

Materialwahl zu Problemen für Besucher<br />

des großflächigen Einzelhandels.<br />

Luftbildmontage


Lageplan<br />

Ziel ist es, ein »Stück Stadt« mit Plätzen,<br />

Promenaden, Bereiche für Spiel und<br />

Erholung zu schaffen. Ergänzt wird dies<br />

durch die Vorschläge eines Biggeparks<br />

und eines Badezentrums.<br />

2. <strong>Rang</strong><br />

21


2. <strong>Rang</strong><br />

22<br />

Luftbildmontage<br />

(oben):<br />

Montage des neuen<br />

Bauvolumens in das<br />

Luftbild des Plangebietes<br />

Biggeplatz (rechts):<br />

Zentraler Mittelpunkt<br />

des neu gestalteten<br />

Plangebietes soll der<br />

baulich gefasste<br />

Biggeplatz werden.


Niederstes Tor:<br />

Gestaltungsvorschlag für<br />

den Bereich Niederstes<br />

Tor mit Beginn der<br />

Dompromenade<br />

Perspektive:<br />

Blick nach Westen in die<br />

zentrale Dompromenade<br />

2. <strong>Rang</strong><br />

23


3. <strong>Rang</strong><br />

24<br />

Helmut Blöcher<br />

Kreuztal<br />

Modellfoto<br />

von Südosten<br />

Aus dem Protokoll der<br />

Beratungskommission<br />

Die Baustruktur gliedert das Gebiet in<br />

einzelne Teilbereiche unterschiedlicher<br />

Nutzungen: »Corte«, »Lidl« und<br />

»REWE« umstehen als Einzelbaukörper<br />

einen zentralen Parkplatz. Auf allen drei<br />

Einzelhandelsnutzungen ist in den<br />

Obergeschossen »Wohnen« angeordnet.<br />

Im östlichen Bereich gruppieren<br />

sich niedriggeschossige Wohntypen um<br />

Wohnhöfe.<br />

Die Lage des Bürger- und Schützenplatzes<br />

(Bedarfsparkplatz) im Bereich des<br />

derzeitigen Busbahnhofs wird als sehr<br />

günstig beurteilt. Der Entwurf verzichtet<br />

bewußt auf eine besondere Herausarbeitung<br />

der Verbindung Attahöhle -<br />

Innenstadt, »da für den normalen Bustouristen<br />

der Abstand zu groß sei«.<br />

Als Mängel werden empfunden, dass<br />

die Stadträume zwischen Altstadt und<br />

»Lidl/Corte«, die von der Verkehrsberuhigung<br />

in diesem Bereich profitieren<br />

- nicht hinreichend baulich gefaßt<br />

sind und dass der zentrale Parkplatz<br />

(um die Ost-West Achse nicht zu unterbrechen)<br />

künftig von Norden und Süden<br />

erreichbar ist - hier fehlt eine eindeutige<br />

Verkehrsführung.


Lageplan<br />

Die Fußwegeverbindung Attahöhle -<br />

Innenstadt kann nach Meinung der<br />

Verfasser nur eine untergeordnete<br />

Bedeutung haben und ist daher nicht<br />

entwurfsbestimmend.<br />

Der Einzelhandel orientiert sich zur<br />

Innenstadt und zur Finnentroper Straße<br />

hin.<br />

Südlich der neuen Erschließungsstraße<br />

werden Gewerbeflächen vorgeschlagen.<br />

Auf dem derzeitigen Busbahnhof soll<br />

zukünftig der Bürger- und Schützenplatz<br />

angeordnet werden.<br />

3. <strong>Rang</strong><br />

25


3. <strong>Rang</strong><br />

26<br />

Perspektive der inneren Promenade<br />

(rechts)<br />

und Grundriss der Tiefgarage<br />

(unten)


oben: Schnitt in der Mitte des<br />

Plangebietes (Rewe-Markt)<br />

mitte: Schnitt durch den Bereich der<br />

Tiefgarage<br />

unten: Schnitt durch den westlichen<br />

Bereich des Plangebietes (Lidl und Corte-<br />

Markt)<br />

3. <strong>Rang</strong><br />

27


4. <strong>Rang</strong><br />

28<br />

Arbeitsgemeinschaft<br />

<strong>Attendorn</strong>er<br />

Architekten<br />

Modellfoto<br />

von Südosten<br />

Aus dem Protokoll der<br />

Beratungskommission<br />

Als besonders positiv werden bei diesem<br />

Entwurf Lage und bauliche Fassung<br />

des künftigen Bürger- und Schützenplatzes<br />

mit der späteren Schützenhalle<br />

im Bereich des derzeitigen Busbahnhofs<br />

angesehen. Ebenso erscheint der Versuch<br />

interessant, mit der neuen Wasserachse<br />

Altstadt und Planungsgebiet zu<br />

verknüpfen - wobei die technische<br />

Durchführung wegen der Verkehrsbelastung<br />

Schwierigkeiten machen wird.<br />

Weniger angemessen erscheint der Vorschlag<br />

eines Abenteuerspielplatzes in<br />

der Nähe der östlichen Wohnbebauung.<br />

Unklar ist auch die Frage der Bauabschnitte<br />

und Realisierungsstufen.<br />

Insgesamt leidet der Entwurf unter einer<br />

etwas heterogenen Gesamtgestaltung<br />

und dem Fehlen einer tragenden<br />

Grundidee.


Lageplan<br />

Flächige, eingeschossige Baukörper mit<br />

vorgelagerten kleineren Einzelhandels-<br />

geschäften (gelb) umschließen eine<br />

schmale Passage.<br />

Eine Wasserrinne als verbindendes<br />

Element wird von der Niedersten Straße/<br />

Ennester Straße bis zum kleinen See im<br />

Osten des Plangebietes vorgeschlagen.<br />

4. <strong>Rang</strong><br />

29


4. <strong>Rang</strong><br />

30<br />

Walter von Lom<br />

& Partner<br />

Köln<br />

Modellfoto<br />

von Südosten<br />

Aus dem Protokoll der<br />

Beratungskommission<br />

Prägende Grundidee des Entwurfes ist<br />

die Ausgestaltung der Finnentroper<br />

Straße als Achse zwischen der Attahöhle<br />

und der Innenstadt. Die Gestaltung dieser<br />

Straße mit einer Baumallee und einem<br />

Wasserlauf, der nördlich des geplanten<br />

Museums in einem See mündet,<br />

bieten eine Qualität, die diese Straße<br />

zu einer interessanten Verbindung<br />

mit hoher Aufenthaltsqualität machen<br />

kann. Die eingestellten Pavillons und<br />

Podeste tragen vermutlich nicht zur<br />

Stärkung der Attraktivität dieser Achse<br />

bei, da sie bei der Größenordnung dieser<br />

Stadt überdimensioniert erscheinen.<br />

Zur verträglicheren Gestaltung der städtebaulichen<br />

Räumen hat der Verfasser<br />

vor den Gebäuden des großflächigen<br />

Einzelhandels eine dreigeschossige Bebauung<br />

vorgesehen. Im Erdgeschoss<br />

entlang der Finnentroper Straße sind<br />

kleinflächige Einzelhandelsgeschäfte<br />

angesiedelt, in den Obergeschossen<br />

Dienstleistungen und Wohnen. Diese<br />

dreigeschossigen Gebäude sind mit<br />

dem großflächigen Einzelhandel durch<br />

eine Mall verbunden. Die Funktionalität<br />

der an der Finnentroper Straße befindlichen<br />

Einzelhandelsgeschäfte kann<br />

jedoch wenig überzeugen - ebenso wie<br />

die zwei parallel verlaufenden und konkurrierenden<br />

Achsen, Finnentroper Stra-<br />

ße und die Mall, städtebaulich nicht<br />

überzeugen können. Die Tragfähigkeit<br />

für diese zwei parallel verlaufenden Verbindungen<br />

scheint bei der Größenordnung<br />

von <strong>Attendorn</strong> nicht gegeben zu<br />

sein.<br />

Der additiv aufgereihte großflächige<br />

Einzelhandel verbunden mit dem kleinflächigen<br />

Einzelhandel bietet keine hinreichende<br />

Prägung für den Planungsbereich.<br />

Eine positive stadträumliche Erlebbarkeit<br />

des Planungsbereiches erscheint<br />

durch den Entwurfes nicht realisierbar<br />

zu sein. Auch die räumliche<br />

Gestaltung der Gewerbebauten und<br />

Parkierungsgebäude lassen eine der<br />

Qualität der Innenstadt angemessene<br />

Gestaltung nicht erwarten.<br />

Die vom Einzelhandel geforderten oberirdischen<br />

Parkplätze können in dem<br />

Konzept nicht realisiert werden. Der ruhende<br />

Verkehr ist in Tiefgaragen, die<br />

von der neuen Umgehungsstraße bzw.<br />

der Straße Am Zollstock richtigerweise<br />

angefahren werden, untergebracht.<br />

Grundsätzlich ist hervorzuheben, dass<br />

die Aufwertung der Finnentroper Straße<br />

als Verbindung zwischen der Atta-<br />

Höhle und der Innenstadt durch den<br />

Wasserlauf und die Gestaltung als Allee<br />

zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität<br />

auf dieser Straße positiv gesehen wird.<br />

Insgesamt kann der Entwurf jedoch leider<br />

nicht überzeugen.


Lageplan<br />

Deutlich sichtbar wird das Konzept der<br />

aufgewerteten Finnentroper Straße und<br />

die parallel verlaufende Passage mit den<br />

Einzelhandelsnutzungen. Im Osten wird<br />

ein Hotel vorgeschlagen.<br />

4. <strong>Rang</strong><br />

31


4. <strong>Rang</strong><br />

32<br />

OFFIS<br />

Flenders, Ingendaaij,<br />

Scheuermann<br />

Aachen<br />

Modellfoto<br />

von Südosten<br />

Aus dem Protokoll der<br />

Beratungskommission<br />

Prägend ist die großzügige räumliche<br />

Aufweitung zwischen den Baukörpern<br />

in Ost-West-Richtung, die einen interessanten<br />

Grundansatz darstellt. Die<br />

großzügige Raumaufteilung zur Atta-<br />

Höhle verliert leider dadurch an Kraft,<br />

dass gerade in dem sensiblen Bereich<br />

der Verengung ausschließlich Parkplätze<br />

vorgeschlagen werden. Die fußläufige<br />

Anbindung an die Innenstadt<br />

wird ausserdem durch eine stadträumlich<br />

nicht überzeugende Ausformulierung<br />

des Bereiches um die Siegessäule<br />

erschwert.<br />

Die Öffnung der Höfe im Mischnutzungsbereich<br />

nach Süden (zur Umgehungsstraße<br />

hin) sind zwar stadträumlich<br />

konsequent, sie werden aber dadurch<br />

in ihrer Nutzbarkeit erheblich<br />

gemindert. Die Anordnung der auf dem<br />

großflächigen Einzelhandel aufgesetzten<br />

und schräggestellten Baukörper ist<br />

städtebaulich nicht nachvollziehbar.<br />

Trotz der interessanten Grundidee vermag<br />

der Entwurf nicht zu überzeugen.


Lageplan<br />

Deutlich erkennbar ist die Konzentration<br />

des Einzelhandels entlang der Finentroper<br />

Straße und von Gewerbe und<br />

Dienstleistung im Süden. Die Mitte des<br />

Plangebietes wird durch ebenerdige<br />

Parkplätze bestimmt.<br />

4. <strong>Rang</strong><br />

33

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