gestaltet von Herbert Wesely - Lebensquellen

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gestaltet von Herbert Wesely - Lebensquellen

Lebensquellen

Ausgabe 21

www.neugasse11.at

Seite 1

gestaltet von Herbert Wesely


Die Texte sollen …

zum Lesen und (Nach)Denken anregen. Bilder zum

Schauen anbieten, um den Weg und vielleicht die

eigene/gemeinsame Gegenwart und Zukunft neu in den

Blick zu bekommen ...

gestaltet von Herbert Wesely

seit vielen Jahren unter dem Pseudonym „Leon“ tätig –

präsentiert Alltagsgedanken aus seiner Homepage

Lebensquellen“ und ergänzt diese u.a. auch mit

Fotografien von Ing. Wolfgang Ruthner …

Nur für kurze Zeit

Nimm dir Zeit, den Himmel zu betrachten. Suche Gestalten in den

Wolken. Höre das Wehen des Windes und berühre das kalte Wasser.

Gehe mit leisen, behutsamen Schritten. Wir sind Eindringlinge, die nur für

kurze Zeit geduldet werden.

Seite 2

gestaltet von Herbert Wesely


Ein wunderschöner Morgen ...

Lebensquellen - ... wenn der Gesang der Amseln die Töne der Natur

bestimmen, die Sonne durch Fenster und Vorhang hereinblinzelt, der

Morgentau in der frisch gemähten Wiese glitzert, Traktorengeräusche

aus dem entfernten Bauernhof zu hören sind, das Spinnennetz wie ein

Kunstwerk erscheint und der Duft von Kaffee und Kuchen es einem leicht

machen aufzustehen und den Tag frohen Mutes zu beginnen.

Seite 3

gestaltet von Herbert Wesely


So reich habe ich mich noch nie

gefühlt ...

Es gibt Schätze aus Gold und Seide, und es gibt Schätze von ewiger

Dauer. Diese machen Dich weit glücklicher als jedes künstliche Paradies.

Früher hatte das Geld große Bedeutung für mich. Fast geizig wachte ich

über jeden Schilling. Durch bittere Lebenserfahrungen bin ich nun

ungemein zufrieden geworden, kaufe viele gebrauchte Sachen, und

verwende das ersparte Geld wieder für gute Zwecke.

Ich werde dadurch nicht ärmer. Wichtig ist, dass ich kein Abziehbild aus

einer Modezeitung werde, sondern eine eigenständige

Persönlichkeit unter Milliarden von Menschen, das alleine ist schon

faszinierend.

Seite 4

gestaltet von Herbert Wesely


Abendrot - und ein neuer

Morgen ...

Wenn die Sonne hinter dem Horizont

verschwindet und der Himmel sich in

vielen bunten Farben präsentiert,

denkt man oft nach wie der

abgelaufene Tag so war und welche

Vorhaben man Morgen erledigen wird.

Hast Du noch Zeit nachzudenken,

ohne im Freizeitstress

unterzugehen? ... oder mußt auch Du

Dein Leben neu, vielleicht optimaler

ordnen?

(Foto: Wolfgang Ruthner)

Seite 5

gestaltet von Herbert Wesely


Vom Rechten Platz ...

Viele kennen das Gleichnis des Hochzeits-Ehrenplatzes aus dem

Lukasevangelium. ... Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich

selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

Auf die heutige Situation übersetzt, lautet das Gleichnis vielleicht so:

Wenn du wo zu Besuch bist, kannst du nicht einfach aufstehen, zum

Kühlschrank gehen und mit den Worten: "Na, was habt ihr denn da so

alles?" - hineinschauen, um dann leger zu sagen: "Macht's mir ein

Brötchen und vergeßt's nicht den Senf!" Da ist man dann sicher auf der

Wertungsliste dieser Leute auf den letzten Platz gerutscht ...

Seite 6

gestaltet von Herbert Wesely


Wie eine Schlangengrube ...

Lebensquellen - Die tägliche Begegnung mit Menschen in der Schule, in

der Arbeit, beim Einkaufen, aber auch in der Freizeit ist für viele wie eine

Herausforderung, der man versucht bestmöglich zu begegnen. Oft ist

ein Wort zu viel oder falsch gewählt, eine Handlung falsch gesetzt oder

die Art wie man sich gibt, wie ein Gang durch die Schlangengrube.

Der tägliche Umgang mit Menschen soll ohne Anspannung erfolgen,

sollte so natürlich wie nur möglich ablaufen, auch wenn einem vielleicht

viele negative Gedanken in manchen Situationen durch den Kopf sausen.

Man soll "ich selbst bleiben". Dann wird es gelingen, auch

unsymphatischen Menschen oder Vorgesetzten leichter zu begegnen

und hinterläßt den bestmöglichen Eindruck.

Seite 7

gestaltet von Herbert Wesely


Der Wahre Sinn des Lebens ...

Das Leben ist wie eine große Bühne mit einem

grellen, lärmenden Vordergrund und einem

verborgenen Hintergrund. Solange vorne alles bunt

und schön aussieht, fragen die meisten nicht, was

im Hintergrund des Lebens eigentlich los ist. Erst

wenn es vorne dunkel wird, richtet sich der Blick in

die Tiefe des Lebens. Dann wird der Mensch oft

total umgekrempelt, und erst eine Krankheit oder

ein Unfall erweckt einen zum wahren Sinn des

Lebens.

Seite 8

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Der junge Mann im Rollstuhl ...

Lebensquellen - Bereits in den Schuljahren wurde er gehänselt, von Lehrern

gleichwertiges verlangt, doch die Füße und seine Krankheit hinderten ihn

bereits vor Jahren, einer der Ihren zu sein.

Der junge Mann kam in die Jahre , an den Rollstuhl gefesselt, sein

Lebensmittelpunkt war sein Pflegebett, wo er ausspannen und seine

Umgebung der pflegenden Angehörigen Helfer wahrnehmen konnte.

Mit vielen jungen Menschen hatte er die Schule besucht, viele Nachbarn hat

er bei seinen früheren selbständigen Rollstuhlausfahrten getroffen.

Jahrelang war er bereits bettlägrig - aussätzig NEIN - für die Gesellschaft

vielleicht nicht mehr so interessant, denn was redet man mit einem kranken

oder behinderten Menschen?

Habt Ihr die Wort Jesu vergessen? Habt Ihr nicht erkannt als er an Eure Tür

geklopft hat, Eure Hilfe, Eure Aufmerksamkeit und Eure aufmunternden

Worte benötigt hätte ...

Wo ward Ihr die ganze Zeit?

Seite 9

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Überraschungen ...

Ich habe gelernt, vom Leben nicht zu viel zu

erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten

Heiterkeit und der Grund, warum ich immer

angenehme Überraschungen statt trostloser

Enttäuschungen erlebe.

(Foto: Wolfgang Ruthner)

Seite 10

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Wofür wir dankbar sein sollten, ...

Lebensgedanken - ... es oft aber nicht einmal registrieren: ... für die vielen

Menschen, die in der Nacht oder auch am Wochenende arbeiten, damit

unsere gesamte Infrastruktur rund um die Uhr gewährleistet werden

kann ...

Seite 11

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Was geschieht mit dem Rest

meines Lebens ...

Lebensquellen - Das Kostbarste, das wir Menschen besitzen, ist das Leben, die

Gesundheit und die Zeit. Aber diese Güter schätzen wir oft erst, wenn sie gefährdet

sind. Jeder hat seine Zeit und darin auch seine Aufgaben im Leben zugemessen

bekommen. In Krankheit und Alter zeigt sich, was einer aus seinem Leben gemacht

hat. Freilich wissen wir, dass nicht jeder die gleichen Chancen hatte, dass zwei

Weltkriege vieles zerstört und unwiederbringlich genommen haben und dass die

Härte des Berufslebens manchem geschadet hat. Bleiben wir trotzdem positiv

eingestellt und nehmen wir das Leben wie es jetzt ist. Uns ist ein Rest von Zukunft

geblieben. Was machen wir damit?

Dabei geht es weniger um Verdienst und Geld, sondern mehr um menschliche

Werte: Wie wir uns verhalten, welche Ziele wir verfolgen, wie wir Zeit und Kraft

nutzen, das Leben wertvoll und schön zu machen.

Seite 12

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Was uns die Krankheit lehren kann ...

Lebensquellen - Gesundheit ist unser höchstes Gut hier auf Erden. Sie

ist uns eine sehr wichtige Voraussetzung für unsere Arbeit und Freude.

Wir können unsere Gesundheit schützen und gefährden, aber nicht

selber geben. Durch die Krankheit verliert der Mensch nicht an Wert, das

Leben behält seinen Sinn, auch wenn man nichts außerordentlich Großes

leisten kann. Es ist nie zu spät, einen besseren Weg einzuschlagen oder

aus Fehlern zu lernen. Darum lohnt es sich auch, im Lichte des

Krankseins die Wertordnung des eigenen Lebens zu überprüfen und evtl.

die notwenigen Konsequenzen zu ziehen.

Die Krankheit hat schon manchen wieder vernünftig und besser gemacht und

wesentlich mitgeholfen, wieder mehr Mensch zu sein.

Seite 13

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Wiedergutmachung ...

Es gibt mancherlei Schuld, die man selbst in

Ordnung bringen kann: Man kann sich für eine

Kränkung entschuldigen, man kann eine

Freundschaft wiederherstellen, man kann

unrechtmäßig Angeeignetes zurückstellen,

man kann eine Unwahrheit richtigstellen.

Manchmal bleibt ein "unversöhnlicher Rest",

manches läßt sich gar nicht ins Lot bringen.

Ein Toter bleibt tot-

Seite 14

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Wie eine Frucht im Garten ...

Lebensquellen - Liebe ist die schönste Frucht im Garten des Lebens. Aber wie so

viele Früchte und Dinge hat auch die Liebe einen Mantel (oder eine Schale) und einen

Kern.

Der Mantel der Liebe - das ist das Gefühl für den anderen, das Sichfreuen, dass er

da ist - dieser Mantel ist süß und angenehm, er läßt sich nicht erzwingen, ist aber

meist sehr kurzlebig. Da gehen zwei miteinander, schlafen miteinander, leben

miteinander, sind zärtlich zueinander - und heiraten - zwei Jahre später sind sie

wieder auseinander.

Es war eine kurze Mantelliebe, denn jeder war bereit zu nehmen, aber nicht zu

geben, jeder hat verlangt, aber nicht geschenkt. Drum pflege und behüte Mantel und

Kern.

Seite 15

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Was ich dem Nachbarn an Zeit

schenke, raube ich meinen

Kindern ...?

Lebensquellen - Viele Familien kapseln sich heute ab. Sie helfen weder der

alten Frau in ihrem Haus, noch ihrem Nachbarn nebenan, oder setzen sich

für gemeinnützige Institutionen ein. Sie leben nur für sich, wollen ihre

Kinder nur für sich, wollen nur füreinander dasein. Und doch ist auch das

eine höhere Form von Egoismus. Solche Kinder werden es niemals lernen,

sich um Menschen zu kümmern. Da nützt alle gute Erziehung nicht.

Sorgt für die Angehörigen und Alten: Wir alle haben Pflicht und

Verantwortung - Pflege- und "Sterbe"-Heime sollen der letzte Ausweg

unserer Gesellschaft sein ...

Seite 16

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Wofür wir dankbar sein sollten, ...

Lebensgedanken - ... es oft aber nicht einmal registrieren: ... für die vielen

nervenden emails, weil es bedeutet, dass ich Freunde habe und es

genügend Menschen gibt, die auch an mich denken.

Seite 17

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Schenke jemand deine

Aufmerksamkeit ...

Lebensgedanken - Wenn jemand nicht symphatisch ist, etwa weil er arm,

vernachlässigt oder betrunken ist. Ein solcher Mensch erfährt von vielen

Abneigung, Verachtung, Verurteilung, fast nur negative Gedanken. Schenke einem

solchen Menschen gute Gedanken des Verständnisses, der Hilfsbereitschaft, des

Wohlwollens. Du bist vielleicht der einzige, der an den guten Kern in ihm glaubt und

der ihm hilft, wieder besser zu werden. Und du wirst spüren, dass du den guten

Kern in ihm tatsächlich erreichst.

Seite 18

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Ist ein Gebet modern ? ...

Lebensquellen - Eines Tages steht jeder vor einer Situation, in der er

nicht mehr weiterkommt. Dann wird erkannt, wie hilflos man eigentlich

ist, und dass niemand helfen kann. In dieser tiefen Notsituation haben

schon viele Menschen zu rufen begonnen: "Herrgott, tu doch etwas" - weil

er immer etwas tut, sobald der wirkliche Glaube zu ihm ruft!

Entschließ Dich wieder zum Gebet, es hat schon bei vielen Wunder gewirkt.

Seite 19

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Klugheit ...

Lebensquellen - Wie mühsam ist es oft, klug und weise zu werden, zu

wissen, wie man Fehler meidet. Ich habe schon viele Erfahrungen im Leben

gemacht und dafür manches bezahlt an Zeit und Kraft. Aber was hilft

mir alles, was ich im Leben erreiche, wenn ich keine Lebensmitte finde.

Man muss auch geistig offen bleiben für die großen Wahrheiten und alle

Vorgänge um mich. Wie oft im Leben raubt uns der Mangel an Geduld das,

was wir im nächsten Augenblick hätten haben können.

Seite 20

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Jeder Tag ist ein Geschenk ...

Lebensquellen - Jeder Tag hat die Chance eines Neuanfanges. Schleppe

nicht alles von gestern mit, was dich belastet. Öffne dich für das Neue,

das dir möglich ist. Suche eine normale, gesunde, positive Einstellung zu

den Erlebnissen, Erfahrungen, Aussichten, Mitmenschen und deren

Handlungen. Denke nicht ständig nur an das, was gegen dich gerichtet

ist, was dir schadet, was dich betrübt. Solche Gedanken zermürben dich,

machen dich unglücklich. Die daraus entstehenden Sorgen, Ängste und

Schwierigkeiten nagen an deiner Lebenssubstanz.

Seite 21

gestaltet von Herbert Wesely


Sei selbstlos - keine Liebe ohne

Opfer ...

Lebensquellen - Es gibt ein paar Worte, die seit einigen Jahren wie

verschwunden sind, ausgestorben. Sie klingen veraltet, überholt,

unmodern. Manche halten sie für verlogen, unwahr oder frömmlerisch;

zum Beispiel dieses Wort selbstlos. Gibt es das überhaupt? Ist das

Leben nicht ein Kampf, ein ständiges Ringen und Raufen um einen Platz

an der Sonne? Ist der Konkurrenzkampf nicht eine Lebensnotwendigkeit?

Den anderen übertrumpfen, ausstechen, überbieten, ausschalten,

überlisten, außer Gefecht setzen? Was heißt da "selbstlos"?

Muß nicht jeder selber schauen, wie er sein Leben zum Gelingen führt?

Ist das Hemd nicht näher als der Rock? Und kann man den frommen

Worten trauen, die von Selbstlosigkeit, Barmherzigkeit und Hingabe

reden?

Seite 22

gestaltet von Herbert Wesely


Wir wissen es ...

warum ändern wir nichts? - das Paradoxe unserer Zeit ist: wir haben hohe

Gebäude, aber eine niedrige Toleranz, breite Autobahnen, aber enge

Ansichten ...

Seite 23

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Freundschaft ...

Was für den Vogel die Kraft der Schwingen,

das ist für den Menschen die Freundschaft.

Sie erhebt ihn über den Staub der Erde.

(Foto: Wolfgang Ruthner)

Seite 24

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