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E DITORIAL

I M P R E S S U M

Bausteine Nr. 8/2005 vom 11.11.05

Herausgeber VBG-Verlag, Dr. Benedikt Walker,

Zeltweg 18, 8032 Zürich. Tel. 044 322 74 88;

benedikt.walker@eVBG.ch; www.eVBG.ch

Redaktion Fritz Imhof, lic. theol., Redaktor BR

Layout Sibylle Ammann (Titel), Ruth Imhof-Moser

Litho/Druck/Versand Jakob AG, Grosshöchstetten

Erscheinungsweise 8x jährlich

Jahresabonnement Fr. 50.– (Studierende Fr. 25.–).

Für Einzahlungen und Spenden: Vereinigte Bibelgruppen,

Hauptkasse, Zürich, PC: 80-41959-5

Adressverwaltung VBG-Sekretariat, Zeltweg 18,

8032 Zürich, Tel. 044 262 52 47; info@eVBG.ch

Kündigungen: 3 Monate im Voraus auf Ende Jahr

Redaktionsadresse „Bausteine“, Dachsweg 12

4313 Möhlin, Tel. 061 851 51 96, Fax 061 851 51 97

bausteine@eVBG.ch; www.eBausteine.ch

Insertionsschluss der BST für die Nr. 1/06: 21.11.05

Die VBG wurden 1949 gegründet und sind eine interkonfessionelle

Bewegung unter Schülerinnen und

Schülern, Studierenden und Berufstätigen. Ziel der

VBG ist es, in diesen Bereichen integriertes Christsein

zu fördern, so dass Glaube und Wissenschaft, Sonntag

und Alltag nicht auseinanderklaffen und das

Christsein für andere glaubwürdig ist.

INSERATE

Anzeigenverwaltung: Ruth Imhof-Moser, Dachsweg 12,

4313 Möhlin, Tel. 061 851 51 81, Fax 061 851 51 97,

ruth.imhof@pop.agri.ch

Kleininserate Spende an VBG-Hauptkasse

in freiwilliger Höhe

Standardgrössen

– ganze Seite: 990.–

– 1/2 Seite: 550.–

– 1/4 Seite (91x114 mm): 295.–

– 1/8 Seite: 160.–

– Rückseite (4-farbig): 1350.–

Druckvorlage Film oder fertig gestaltetes Inserat

in folgenden Formaten: EPS, TIFF, QuarkXPress

(bitte nötige Schriften mitliefern)

Zuschläge bei Nachbearbeitung gemäss Mediaunterlage

Beilagen Preis und Anlieferung auf Anfrage

Titelbild: Banana Stock

Die neuen Väter

Die Gesellschaft scheint die Väter

entdeckt zu haben. Liegt es daran, dass

immer öfter auch die Mütter abwesend

sind? Oder an der wieder entdeckten

psychologischen Erkenntnis, dass auch

die Väter Wesentliches zur Entwicklung

der Kinder beizutragen haben?

Das neue Rollenverständnis zwischen Ehepartnern hat

nicht nur zu einem neuen Ehe- und Scheidungsgesetz

geführt. Es ist für viele Paare selbstverstädlich geworden,

miteinander einen Konsens darüber zu suchen, wie sie

Familien- und Erziehungsarbeit untereinander aufteilen.

Dass sich Väter intensiv Gedanken über aktive Vaterschaft

machen und sie auch praktizieren, scheint gerade im

christlichen Umfeld häufiger vorzukommen, während sich

die Wirtschaft noch schwer tut, Vätern diesen Freiraum zu

gewähren. Er werde auch kaum beansprucht,

wird argumentiert.

Wir kennen inzwischen auch das Phänomen des allein erziehenden

Vaters. An einer Tagung von Pro Familia erzählte

kürzlich ein inzwischen freischaffender Ökonom, wie er

mit den Sachzwängen als Vater und Kadermitglied kämpfte

und schliesslich seine Chefposition aufgab, um Zeit für

die Begleitung seiner Tochter zu haben.

Nicht nur Mütter geraten leicht in die Überforderung zwischen

Berufs- und Familienarbeit. Inzwischen gibt es auch

ein Kursangebot für Väter, das ihnen helfen soll, Beruf

und Familie unter einen Hut zu bringen. Es will sie befähigen,

Karriere zu machen und doch mit Herz und Verstand

die Entwicklung der eigenen Kinder zu begleiten. Können

wir Väter beides haben?

Fritz Imhof

2

BAUSTEINE 8/2005


INHALT

FORUM

Briefe 4 Einseitig geführte Diskussion

Kommentar 4 Zwischen 9/11 und Kashmir

Kolumne 5 Die Sintflut

THEMA

BST-Gespräch 6 Neue Väter sind gefragt

Porträt 9 Ein präsenter Vater

Modell 10 Wenn der Vater mit dem Sohne ...

Praxis 12 Vater sein in einer multikulturellen Familie

Praxis 12 Vater sein – Erfahrungen

SPEKTRUM

LINK 15 Die Afrikanisierung des Christentums

Psychologie 16 Wähle das Leben

SCHWEIZ/WELT

Medizin 18 Wer glaubt, lebt länger

Kultur 18 Ein Gulag erholt sich

Philosophie 18 Den Glauben im Beruf anwenden

Bausteine 1/06

IMPULS

19 „Bräutigam der liebenden Seele“

VBG

20 Neue Mitarbeitende

20 „Homo homini lupus est“

21 credo.unilu – offene Türen an der Uni Luzern

21 Die Armut stoppen

22 Dazwischen stehen

REZENSIONEN

23 Lisel Moser: Rufen – nicht fürchten

23 Martin Forster, Hanspeter Jecker:

Faszination Heiliger Geist

23 Konstantin J. J. Beck: Auf der Suche nach

befreiendem Glauben

T ERMINE

24 VBG-Ferien / Veranstaltungen

25 VBG-Tagungen

VORSCHAU

Immigration und Integration

6

9

13

BILD: RUTH IMHOF-MOSER BILD: FRITZ IMHOF BILD: FRITZ IMHOF

„Von da an wusste ich, was

es bedeuten kann, Vater zu

werden und zu sein.“

Francesco Pignalosa auf Seite 6

„Wenn er da war, war er ganz

und ungeteilt für seine Kinder

da. Er hat sich für sie und

ihre Anliegen interessiert.“

Sibyl Ruther über Felix auf Seite 9

„Viele Auseinandersetzungen

mit unseren Kindern

haben unser Leben mit Gott

getestet und uns herausgefordert,

Neues von ihm zu lernen

und immer wieder die

Beziehung zu ihm zu klären.”

Peter Meier auf Seite 13

BAUSTEINE 8/2005

3


FORUM

BRIEFE

Einseitig geführte Diskussion

„Das Gesundheitswesen braucht ...“ – BST 6/05

Es ist auffallend, dass die Wertediskussion zunehmend

einseitig geführt wird. Nur so ist es möglich,

dass „Glaube an etwas Höheres“ einem „Glauben

an Regulierungen“ gegenüber gestellt wird. Gerade

Jesus hat uns gelehrt, welche Werte unsere

Grundwerte sein sollen. Darunter nehmen Nächstenliebe

und damit auch Gerechtigkeit einen ersten

Platz ein. Regulierungen werden meist deshalb

eingeführt, weil sonst Schwächere und Ärmere

unter die Räder kommen würden. Gerade Leuteneggers

Deregulierungsforderungen hätten zur

Folge, dass die Ärmeren kaum mehr Zugang zum

Gesundheitswesen hätten.

Karitative Organisationen und die Hilfe der Verwandten

können das nicht ersetzen, die Ärmeren

würden durch die Maschen fallen. Wo sind da Jesu

Werte geblieben? Die USA, von Leutenegger oft

als Vorbild zitiert, zeigen, was das heisst:

● Die Kindersterblichkeit, der beste Indikator für

den Zugang aller zum Gesundheitssystem, ist doppelt

so hoch wie in Schweden. Doppelt so viele

Kinder sterben also, meist unnötigerweise. Wo ist

da die Liebe geblieben?

● Die Gesamtkosten für das Gesundheitswesen

sind in den USA etwa 50 % höher als in der EU

(der 15 Staaten), obwohl Kindersterblichkeit und

Lebenserwartung niedriger sind. Dies deshalb,

weil durch den hohen Anteil des Privatsektors am

Gesundheitswesen immer mehr Angebote produziert

werden. Es wird auf Teufel-komm-raus um Patienten

geworben und ihnen in Fernsehen und auf

Weltformat-Plakaten eingetrichtert, wie krank sie

seien und dass sie zum Arzt gehen sollen. Gerade

Leuteneggers FDP und die SVP fordern mehr Konkurrenz

und Privatwirtschaft im Gesundheitswesen.

In den USA sehen wir, dass dies genau das

Gegenteil von Kostensenkung und Verminderung

des „Anspruchsdenkens“ produziert.

● Das Einzige, was sich ändert, ist, dass die

Reichen noch viel mehr zum Arzt gehen und viele

Arme es sich nicht mehr leisten können. Die

Lebenserwartungs-Statistiken sprechen hier eine

brutale Sprache. Vor Gott hat aber jeder Mensch

den gleichen Wert. Wo sind bei einem solchen

System die Werte geblieben?

Dass wir zu wenig zueinander schauen, ist allen

klar. Aber Leuteneggers „Lösungen“ tragen nichts

zur Lösung bei.

MARKUS MEURY [MARKUSMEURY@GMX.CH]

BILD: RUTH IMHOF-MOSER

KOMMENTAR

Zwischen 9/11

und Kashmir

■ HANSPETER SCHMUTZ

Der terroristische Angriff auf die Zwillingstürme mitten in

New York war eine Katastrophe aus heiterem Himmel.

9/11 hat gezeigt, wie verletzbar die Weltmacht USA trotz der

Wende von 1989 geworden ist. Seither sind Katastrophen

nicht mehr aus den Schlagzeilen verschwunden, sie haben

vielmehr ein apokalyptisches Ausmass angenommen.

9/11 und besonders Katrina haben

in unserer globalisierten

Welt zu einer kollektiven Unsicherheit

geführt, die in etwa dem

entsprechen dürfte, was mit dem

Erdbeben von Lissabon vor 250

Jahren geschah: ein Weltbild wurde

erschüttert. Erschüttert ist

heute vordergründig das Vertrauen

in die Fähigkeit von Regierungen,

Katastrophen zu managen,

sowie Sicherheit, Ruhe und Frieden

des gewohnten westlichen

Lebensstils zu garantieren. Doch

die Verunsicherung geht tiefer.

Wie beim Erdbeben von Lissabon

ist auch das Vertrauen in einen

gnädigen und gerechten Gott erschüttert.

In den Medien taucht

die alte Frage wieder auf:

Wo war Gott?

Darauf gibt es keine einfache Antwort.

Bevor in der Katastrophenbewältigung

Gott ins Spiel

kommt, muss zuerst der Anteil

des Menschen geklärt werden.

Und hier unterscheiden sich die

genannten Katastrophen beträchtlich.

9/11 ist zu einem hohen

Anteil menschlich verursacht,

obwohl bekanntlich religiöse

Begründungen vorgeschoben

wurden. Wie weit Katrina eine

Folge von ökologischen Sünden

war – und damit menschlich

mitverursacht –, ist zur Zeit

Gegenstand eines heftigen Streites

unter Experten. Auch die

Schweizer Unwetter dürften zumindest

teilweise mit menschli-

4

BAUSTEINE 8/2005


FORUM

chem Fehlverhalten zu

tun haben. Katastrophen

sind oft ein Feedback der

Natur auf ein falsches

menschliches Verhalten.

Schwieriger ist es, beim

Tsunami einen menschlichen

Anteil zu erkennen.

Vielleicht hätte ein Warnsystem,

das technisch

schon länger möglich ist,

die Folgen der Katastrophe

gemildert.

Trotzdem bleibt die Frage

nach dem gerechten

Gott. Sind Katastrophen eine

Geissel Gottes oder Ausdruck der

Abwesenheit Gottes?

5 Stimmen aus der Bibel

Auf mindestens fünf biblische

Stimmen muss bei der Frage nach

der Gerechtigkeit Gottes angesichts

von Katastrophen gehört

werden.

Die erste Stimme ist Noah. Er

predigt das Gericht Gottes mitten

in einer Gesellschaft, die sich von

Gott entfernt hatte. Trotz deutlicher

Warnung kehrt nur eine

kleine Schar zu Gott um und wird

gerettet. Alle übrigen kommen

um. Die Sintflut ist Folge eines

göttlichen Gerichtes.

Die zweite Stimme ist diejenige

von Jona. Der rührige Prophet

reist nach anfänglichem Zögern

in die heidnische Stadt Ninive,

prangert deren Sünden an und

ruft zur Umkehr. Tatsächlich kehrt

die Bevölkerung um und wendet

sich dem Gott Jonas zu. Ninive

steht für die Katastrophe als Aufruf

zur Umkehr.

Eine dritte Stimme finden wir

bei Hiob. Er ist ein gerechter

Mann, der tut, was Gott gefällt.

Gott lässt sich auf den teuflischen

Vorschlag ein, Hiob zu versuchen.

Hiob erlebt eine Katastrophe um

die andere, verliert alle seine Sicherheiten,

bis sein Glaube zu

wanken beginnt. Zum Schluss

aber geht er gestärkt aus dieser

Anfechtung hervor. Hiob erlebte

die Katastrophe als Glaubenstest.

Eine vierte Stimme ist Jesus

Christus am Kreuz. Der Sohn Gottes

– und damit Gott selbst –

hängt am Kreuz, unschuldig zum

Tode verurteilt. „Mein Gott, mein

Gott, warum hast du mich verlassen?“

Jesus erfährt als Gottes

Sohn Gottverlassenheit. Seit Karfreitag

kann jeder ungerecht Leidende

wissen, dass Jesus – und

damit Gott – mit ihm leidet.

Freispruch

Und schliesslich gibt es noch die

Stimme des Jüngsten Gerichtes.

Hier treten alle Menschen vor den

Thron Gottes. Ihre Taten werden

vom Weltenrichter gewogen und

– wen mag es erstaunen – als zu

leicht befunden. Wer in seinem

Leben trotz Verfehlungen den

stellvertretenden Tod von Jesus

für sich in Anspruch genommen

hat, wird – dank Jesus – frei gesprochen.

Wer sich aber als zu

gut empfand, um auf das Angebot

Jesu einzutreten, dem wird

der göttliche Fürsprecher im

Jüngsten Gericht fehlen. Hier

nimmt die Gerechtigkeit ihren

freien Lauf. Sie führt zum Tod des

Ungerechten. Das Jüngste Gericht

steht für beides: absolute

Gerechtigkeit und das Ende allen

Leidens.

Eine Katastrophe kann Gericht

Gottes, Ruf zur Umkehr, ein Glaubenstest

oder die Erfahrung des

mitleidenden Gottes sein, verbunden

mit der Hoffnung darauf,

dass letztlich jede Ungerechtigkeit,

jedes ungerechte Leiden

ausgeglichen wird. Welche der

fünf biblischen Antworten im

Vordergrund steht, ist je nach Situation

und Mensch unterschiedlich.

In jedem Fall aber gilt: Es

gibt kein Leiden ohne die Gegenwart

Gottes.

1 Artikel gekürzt, der vollständige Beitrag findet

sich auf: http://www.livenet.ch/www/index.php/D/print/362/26263/

ZUM THEma: www.wo-bist-du-gott.net

BILD: ZVG

Die Sintflut

KOLUMNE

„Land unter“: Nach dem Jahrhunderthochwasser

vor 6 Jahren waren

in diesem Jahr wieder Teile der

Schweiz, Österreichs und Deutschlands

überflutet. Und nur wenige

Tage später versank New Orleans im

Wasser – mit unabsehbaren Folgen für Mensch und

Natur. Inzwischen ist das Wasser zurückgegangen,

und schon längst beherrschen neue Schreckensbilder

die Medien. Mit den Katastrophen kommt der Tod.

Menschenleben werden scheinbar sinnlos ausgelöscht.

Bei einer Flutkatastrophe liegt das Bild der biblischen

Sintflut nahe, in der nur Noah, der Gerechte, mit seiner

Familie und den unschuldigen Tieren gerettet

wurde. Überleben auch heute die Unschuldigen? Werden

die Gerechten gerettet? Fundamentalistische

Kreise in den USA meinen jedenfalls, mit New Orleans

sei der Sündenpfuhl der „nation under god“ getroffen

worden.

Ich halte diese These für menschenverachtend und

arrogant – dennoch: Stellen wir uns nicht alle manchmal

die Frage, warum es andere trifft und uns nicht?

Mich führt diese Frage an die Wurzel meines Daseins:

Wer bin ich? Wer entscheidet über mein Leben und

meinen Tod?

Im Griechischen steht das Wort Katastrophe auch für

Wendung und Umkehr. Für mich bedeutet es: Innehalten,

einen Marschhalt einlegen, die Richtung überprüfen.

Und dann erkenne ich: Ich bin nur ein kleines

Geschöpf Gottes, das nur ein kleines Universum überblickt.

Für diese kleine Welt – meine Familie, meinen

Freundeskreis – kann und muss ich die Verantwortung

übernehmen. Wenn mir das gelingt, ist schon

vieles getan. Die Sorge fürs Grosse muss ich Gott,

dem Allmächtigen überlassen. Das hilft mir, meine

Grenzen zu akzeptieren.

Astrid Tomczak-Plewka ist Journalistin und Familienfrau. Sie lebt und arbeitet

in Bern

BAUSTEINE 8/2005

5


THEMA

Neue Väter

sind gefragt

■ INTERVIEW: FRITZ IMHOF

Francesco Pignalosa leitet das Christliche Therapiezentrum

Siloah in Gümligen. Er ist selbst Vater, Berater von Vätern und

leistet die Erziehungsarbeit im Jobsharing mit seiner Frau.

Er hat sich wissenschaftlich ins Thema vertieft und verbindet

sein Wissen mit seiner Alltagserfahrung.

Bausteine: Francesco Pignalosa,

braucht es heute mehr Mut als

früher, Vater zu werden?

Francesco Pignalosa: Ja, ich denke,

dass dies für einen Grossteil

der heutigen jungen Männergeneration

tatsächlich zutrifft. Viele,

die an der Schwelle zum Vaterwerden

stehen, haben wenig väterliche

Vorbilder erlebt, stammen

vielleicht selbst aus Scheidungsfamilien

und wurden von

ihren Müttern erzogen. In ihrer

Kindheit haben sie sehr oft nur

wenig gute väterliche Erfahrungen

sammeln können. Für sie ist

Vater werden wie ein Sprung ins

kalte Wasser, in etwas Unbekanntes

hinein; sie betreten quasi

Neuland. Dies erfordert sehr viel

Mut, wie es überhaupt viel Mut

zur Gründung einer Familie

braucht.

Die Entscheidung, Vater zu werden,

wird also bewusster getroffen

als früher?

Die veränderten Männerbilder

wirken sich auch im Bereich Vaterschaft

aus: Es ist heute nicht

mehr selbstverständlich, dass

zum Mannsein irgendwann eine

Frau sowie Kinder gehören. Von

„ungeplanter Vaterschaft“ einmal

abgesehen, bietet die Familienplanung

heute mehr Optionen an.

Dies hat einerseits zu bewussterer

Vaterschaft geführt, was aber

nicht gleich zu setzen ist mit gelebtem

Vatersein. Andererseits

gestaltet sich der Umgang mit

den „gewonnenen Freiheiten“ ungleich

schwieriger und führt heutzutage

mindestens so oft zu bewusstem

„Vater-Verzicht“. Einem

grossen Teil von Männern fällt es

zunehmend schwer, sich für väterliche

Verantwortung und Verpflichtung

zu entscheiden.

Francesco Pignalosa in seiner Praxis in Gümligen

Gibt es ein Kernereignis in ihrem

Vatersein?

Die Geburt unseres ersten Kindes

erlebte ich nicht nur als „Geburt

der Familie“, sondern auch als die

des Vaters: Diese verlief äusserst

Kräfte raubend, kompliziert und

langsam. Das Leben unseres

(noch ungeborenen) Kindes hing

an einem dünnen Faden. Über ein

solches Krisenszenario hatten

meine Frau und ich im Vorfeld gesprochen;

auch über die Möglichkeit

einer „notfallmässigen“ Geburt

per Kaiserschnitt. Als hätten

wir instinktiv geahnt, was auf uns

zukommen könnte … Nachdem

meine Frau nach über 50-stündigen

Wehen aus Erschöpfung

innerlich und äusserlich zusammenbrach

und nicht mehr ansprechbar

war, wusste ich, was es

geschlagen hatte. Auch ich war

physisch und psychisch völlig am

Ende. Nun musste ich eine riesige

Verantwortung auf mich nehmen

und mit den Ärzten über die Möglichkeit

eines Kaiserschnittes verhandeln.

Ich bekam es nun mit ungeahnten

Ängsten zu tun, hatte den Eindruck,

die Mutter und das Kind

könnten es nicht schaffen – so wie

es in früheren Jahrhunderten

nicht selten der Fall war! Innerlich

Vatersein ist das

Bezogensein auf

eine Person.

schrie ich und betete zu Gott. Mitten

in der Nacht rief ich Freunde

an und bat sie, für uns eine Gebetswache

zu halten. Nach drei

Tagen war es dann endlich geschafft,

und von da an wusste ich,

was es heissen kann, Vater zu

werden bzw. zu sein! Diese Erfahrung

hat uns als Familie stark zusammen

geschweisst und sich

nachhaltig und positiv auf die Beziehung

zu meiner Frau und zum

Kind ausgewirkt.

Kann man das Vatersein lernen?

Vatersein ist das Bezogensein auf

6

BAUSTEINE 8/2005


THEMA

eine Person. Es geht

um die Qualität dieser

väterlichen Beziehungsfähigkeit

zu seinem

Kind. Bis zu einem

gewissen Grad sind Vatereigenschaften

lernbar,

obschon spezifisches

väterliches Rollenverhalten

stark vom

selbst erlebten Modell

abhängt. In meiner Beratungstätigkeit

erlebe

ich, dass viele junge

Väter, die selbst nur

wenig positive Vater-

Erfahrungen haben,

über ein sehr einseitig

negatives Vaterbild

verfügen und sehr

beziehungsschwach

gegenüber den eigenen

Kindern sind. In

der beraterisch-therapeutischen

Arbeit, in

der es immer auch um

die Bedeutung und

Funktion einer psychologischen

Vaterfigur

für die Entwicklung eines

Kindes geht, spielt

u.a. das Bewusstmachen von eigenen

positiven Vatererfahrungen

eine wichtige Rolle. Eine solche

„Entdeckungsreise“ bedeutet

oft einen ersten Schritt hin zu

einem veränderten Vaterbild und

zur Aneignung neuer väterlicher

Eigenschaften. Dabei muss es

nicht immer um den eigenen Vater

gehen. In ihrer Entwicklung

haben Männern oft auch väterliche

Seiten bei ihren Grossvätern,

Lehrern, Trainern und anderen

männlichen Bezugspersonen erlebt.

Andererseits hat der eigene

Vater in der Regel nicht auf der

ganzen Linie versagt. Mir selber

hat es sehr geholfen, mich in meiner

seelsorgerlichen Arbeit mit

meinem Vater auseinanderzusetzen.

Dies hat zu mehr Verständnis

und neuer Wertschätzung für ihn

geführt und mich in meiner eige-

BILDER: FRITZ IMHOF

nen Vaterschaft positiv beeinflusst.

Für mich gilt letztlich: Man(n)

wird nicht als Vater geboren, ein

Vater wird man. Being by doing …

Was hat sich in den letzten

20 Jahren grundsätzlich am

Vatersein verändert?

Dass es heutzutage neben dem

MuKi-Turnen entgegenkommenderweise

auch das VaKi-Turnen

gibt, darf nicht darüber hinweg

täuschen, dass Männer in der Erziehung

immer noch eine rare

Spezies sind. Vor knapp einem

halben Jahrhundert wurde der Zustand

einer „vaterlosen Gesellschaft“

angeprangert. Durch Forschungsarbeiten

in Psychologie

und Pädagogik wissen wir inzwischen

einiges mehr über die Bedeutung

und Funktion des Vaters

in der Entwicklung eines Kindes

bzw. über die (Spät-)Folgen eines

Mangels an erfahrener Vaterpräsenz.

Diese Erkenntnisse haben

aber nicht generell zu einer Umkehr

der Verhältnisse geführt, im

Gegenteil. Ich glaube, dass dieser

Notstand sogar noch grösser geworden

ist. Wurde das Phänomen

der „vaterlosen Gesellschaft“ damals

noch als Folge der Krieg führenden,

abwesenden Männer betrachtet,

kommt heute das Ehe-

Scheidungs-Phänomen hinzu. Da

nach wie vor die meisten Kinder

bei einer Scheidung der Ehepartner

den Müttern zugesprochen

werden, kennen immer mehr

männliche Jugendliche ihre Papis

nur noch als Weekend- und Ferienmoderatoren.

Es ist zu befürchten,

dass die zukünftige

Männergeneration über immer

weniger gesunde Vatervorbilder

verfügen wird. Heute stellt sich

für viele junge Männer, die an der

Schwelle zum Vaterwerden stehen,

die quälende Frage, wie sie

im „postmodernen Verhandlungshaushalt“

eine Grenzen setzende

Autorität sein können.

Weshalb ist Vaterschaft heute für

so viele Männer keine lockende

Perspektive mehr?

Mit kleinen Kindern Zeit zu verbringen

und sich in sie zu investieren,

entspricht nicht männlichem

Wertdenken. Die Welt des

heutigen Mannes liegt in der Regel

ausserhalb der eigenen vier

Wände. Hier braucht es ein Umdenken,

das im Herzen beginnt.

Daneben gibt es jene Männer, die

gerne möchten aber nicht können.

Damit engagiertes Vatersein

Realität werden kann, sind bessere

Möglichkeiten zur Vereinbarkeit

von Familie und Beruf gefragt.

Konkret heisst das: flexiblere

Arbeitszeitmodelle auch auf

Kaderstufe, Vaterschaftsurlaub

usw. Hier brauchen wir eine aktive

männliche „Vater-Politik“ …

Männer, die sich bewusst zum

Vatersein entscheiden, nehmen

diese Rolle aber ernster als

früher ...

In der Tat, es gibt einige wenige

dieser engagierten väterlichen

Männer, die bewusst auf bestimmte

Freiheiten verzichten, ihre

Verantwortung zu Hause übernehmen

und ihren Selbstwert

nicht nur aus ihrem beruflichen

Produktivsein schöpfen. Ich kenne

solche Männer, die sehr viel

Empathie für die Bedürfnisse ihrer

Kinder entwickelt haben, die

auch mit ihren eigenen Gefühlen

gut umgehen können und ihren

Frauen in ihrem Muttersein eine

echte Stütze sind. Ich begegne in

meiner Praxis jungen Männern,

die sich an der Schwelle zum Vaterwerden

sehr bewusst mit ihrer

neuen Rolle auseinandersetzen.

Weshalb verzichten so viele Paare

auf die Elternschaft? Welche

Rolle spielen die Frauen dabei?

Hier gilt es zwischen freiwilligem

und unfreiwilligem Verzicht zu

unterscheiden. Meine Frau und

ich pflegen Kontakte mit einigen

PERSON

Francesco Pignalosa, 40,

ist verheiratet mit Susanne.

Sie haben drei Kinder

im Alter von 9, 2 und 0.5

Jahren. Der Psychotherapeut

und Psychologe leitet

seit 2002 das christliche

Therapiezentrum Siloah in

Gümligen. Pignalosa studierte

Psychologie, Pädagogik

und Psychopathologie

in Bern und bildete sich

zum Schulpsychologen

und Erziehungsberater sowie

in Psychotherapie weiter.

Im Job Sharing mit seiner

Frau ist er zu 40 Prozent

Hausmann.

BAUSTEINE 8/2005

7


THEMA

Meiner Ansicht

nach ist der

Mensch nur als

Mann und Frau

Abbild Gottes.

Francesco Pignalosa

Ehepaaren, die ungewollt kinderlos

sind. Das wirft viele Fragen auf

und stimmt uns traurig. Andererseits

gibt es das Negativbeispiel

meines Herkunftlandes Italien,

das vom kinderreichsten Land Europas

in knapp einem Jahrzehnt

zum kinderärmsten geworden ist.

Dabei scheinen es vor allem die

Frauen zu sein, die sich von der

traditionellen Mutterrolle verabschiedet

haben und sich lieber in

Weiterbildung und Beruf investieren.

In der Schweiz gibt oftmals

die Anforderung des Berufes, verbunden

mit der Angst, Verantwortung

für eine Familie zu übernehmen,

den Ausschlag. Lange Ausbildungszeiten,

wie etwa an den

Unis, tragen dazu bei, dass der

Kinderwunsch oft so lange hinausgeschoben

wird, bis es aus

biologisch-medizinischen Gründen

immer schwieriger wird. Hinter

einer Verweigerung zur Elternschaft

steckt ferner nicht selten

auch ein Lebensstil, der dem Lustprinzip

huldigt.

Wie hat sich die gesellschaftliche

Stellung der Väter bzw.

Mütter verändert?

Es wirkt paradox, aber ich erlebe

es nicht selten: Es braucht für eine

Frau heutzutage eine gewisse

Portion Mut, hin zu stehen und zu

sagen, dass sie durch ihr Muttersein

ausgefüllt und glücklich ist.

Wirtschaft und Werbung propagieren

die erfolgreiche „Powerfrau“,

die gleich mehrere Ämter

und Funktionen bekleidet und natürlich

auch noch Mutter ist. Solche

Frauen mag es geben, aber es

sind einzelne. Für viele andere

Frauen führt das in einen riesigen

Stress, weil sie den sich selbst

auferlegten Rollen nicht genügen

können. Hier macht sich ein Trend

breit, der letztlich auf Kosten der

Kinder geht: Zur väterlichen emotionalen

Abwesenheit gesellt sich

zunehmend die mütterliche.

Andererseits hat Elternschaft

in einer Gesellschaft, die immer

weniger Nachwuchs hat, an sozialer

und wirtschaftlicher Bedeutung

gewonnen. Stichworte sind

hier „Steuersenkungen für Familien“,

„Erhöhung von Kinderzulagen“,

etc.

Der Anspruch, sich zum Vatersein

– auf Kosten der Berufsarbeit

– mehr Zeit zu nehmen,

scheint vielen Männern noch

anrüchig zu sein.

Hier muss zwischen Anspruch

und Realität unterschieden werden:

Studien zeigen, dass nicht

wenige Männer vor einer Vaterschaft

bereit sind, an der Erziehungsarbeit

aktiv mit zu wirken.

Ist das Kind dann da, haben sich

die guten Vorsätze aufgelöst …

Allerdings gibt es in den meisten

Arbeitsbereichen (ausser evtl. im

sozialen Bereich) von Arbeitgeberseite

her wenig Anreize, Beruf

und Familie zu verknüpfen. Hier

besteht Nachholbedarf. Männer

in Kaderpositionen haben Angst

vor einem „Karriere-Knick“.

Der Mangel an väterlichen Vorbildern

ist ein weiterer Grund.

Und: Mütter treffen auf andere

Mütter; als Vater, der sich in die

Kinder investiert, habe ich in unserem

Dorf keine väterlichen

Gegenüber unter der Woche. Dazu

kommt, dass sich viele Väter in

der Welt der Babys und Kleinkinder

schlicht nicht auskennen:

Hier begegnen sie dem Präverbalen,

dem Gefühlsmässigen und

dem Unkontrollierbaren. Digitales

und Vernunft sind hier fehl

am Platz. Das kann überfordern …

Können Vater und Mutter ihre

Rolle einfach austauschen?

Meiner Ansicht nach ist der

Mensch nur als Mann und Frau

Abbild Gottes. Mann und Frau

braucht es nicht nur für die Zeugung,

sondern auch als Vater und

Mutter in der Erziehung. Viele

Studien zeigen, wie unterschiedlich

Väter und Mütter mit ihren

Kindern umgehen. Von dieser Andersartigkeit

profitieren Kinder

wirklich, und das spricht gegen eine

Austauschbarkeit der elterlichen

Rollen. Väter beeinflussen

z. B. die Motorik und das motorische

Spielverhalten stärker. Im

Spiel mit ihren Kindern vermitteln

sie mehr visuelle und akustische

Stimulationen als die Mütter. Ihnen

ist die Förderung der Autonomie

von grosser Bedeutung, und

sie geben ein Modell ab für eine

gelingende Aussenorientierung.

Die Mutter ist in der Regel eher

zuständig für Gefühle, Körperkontakt

und Nähe. Erziehen Väter

alleine – was selten ist – entwickeln

sie aber auch solche feminine

Soft-Skills (Einfühlungsvermögen,

Sozialkompetenz, etc.).

Was würden Sie vermissen,

wenn Sie nicht Vater geworden

wären?

Trotz zeitlichem und energiemässigem

Aufwand und trotz allem

Verzicht, der mit dieser Rolle einher

geht, hat Vatersein für mich

etwas tief Beglückendes und Befriedigendes.

Es hat für mich in

gewissem Sinn mit Lebensqualität

zu tun; eine Qualität, die ich

von der Erwachsenenwelt so nicht

kenne. Das aktive Begleiten meiner

Kinder in ihrer Entwicklung

und das Mitgestalten ihres Lebens

empfinde ich als echtes Privileg.

In diesem Bereich stellt sich

für mich die Sinnfrage nie. Die

Welt mit den Augen meiner Kinder

zu sehen, ermöglicht immer wieder

neue Entdeckungen und führt

mich in eine Art „Perspektiven-

Vielfalt“, die ich nicht missen

möchte. Andererseits kann ich in

meiner beraterischen Tätigkeit

Ratsuchenden meine Vater-Erfahrungen

zur Verfügung stellen

und anderen Vätern in ihrer Situation

besser nachspüren. Und von

Müttern – auch alleinerziehenden

– werde ich als vertrauenswürdiges

Gegenüber und vatererfahrener

Gesprächspartner geschätzt.


8

BAUSTEINE 8/2005


THEMA

Sibyl Ruther über Felix:

„Ein präsenter Vater“

■ FRITZ IMHOF

PORTRÄT/ Er leitet Kurse über Partnerschaft, Ehe und Erziehung,

arbeitete mit Gymnasiasten und Studierenden und ist

Vater von drei inzwischen erwachsenen Kindern: Felix Ruther,

ehemaliger Leiter der VBG und jetzt Studienleiter der Bewegung.

Über das Vater-Sein hat er ziemlich konkrete Vorstellungen.

Wie aber erlebt ihn seine Frau Sibyl als Vater?

Sibyl Ruther, Ehefrau des VBG-

Studienleiters, strahlt eine Wertschätzung

für ihren Ehemann aus,

gerade auch als Vater ihrer Tochter

Seraina und der beiden Söhne Timon

und Jonas. Sie hat keine Mühe,

seine Stärken auch als Vater zu

beschreiben, eher schon tut sie

sich schwer, wenn man sie nach

seinen Schwächen fragt.

Beim Legospiel

Sibyls markanteste Feststellung

zu Felix als Vater: „Wenn er da

war, war er ganz und ungeteilt für

seine Kinder da. Er hat sich für sie

und ihre Anliegen interessiert, er

war immer ganz Ohr für sie.“ Die

Feststellung mag überraschend

wirken für einen Mann, der auch

ganz in seiner Berufsarbeit aufging

und Kontakte zu Dutzenden

von Menschen unterhielt, für die

er sich auch zu interessieren hatte.

Schon als die Kinder noch

klein waren, habe er stundenlang

mit ihnen Lego spielen können.

Vater Felix fand auch Wege, die

Berufsarbeit mit der Präsenz für

die Familie zu verbinden. Sein

Büro, in dem er die Chemielektionen

am Gymnasium vorbereitete

und die administrativen und inhaltlichen

Arbeiten für die VBG

erledigte, ist zuhause. So war er

oft präsent, wenn die Kinder von

der Schule kamen, auch wenn er

viele Auswärtstermine hatte. Um

diese zu reduzieren, lud er oftmals

die Mittelschüler-Bibelgruppen

und später die Teilnehmenden

an den Studierenden-Bibelgruppen

nach Hause ein, wo sie

Gäste von Felix und Sibyl waren.

Verbindung zur Arbeit

Das waren auch Gelegenheiten

für die heranwachsenden Kinder,

die Arbeit ihres Vaters mit jungen

Leuten kennen zu lernen. Hier

entstanden Kontakte und Eindrücke,

welche später den jungen

Gymnasiasten aus dem Haus

Ruther den Einstieg in eine Bibel-

gruppe sowie in die Ferienwochen

und Kurse der VBG bahnten

– und sie schliesslich selbst zum

Engagement als Leiter solcher

Gruppen und Ferienwochen werden

liessen.

Diskussionen am Tisch

Spannend wurde es für den Vater,

als die Ruther-Kinder ins Alter kamen,

wo sie sich für soziale, ethische

und politische Fragen zu

interessieren begannen. Da wurde

über so manche Frage am Familientisch

diskutiert. Und damit

dieser bestehen blieb, legten beide

Eltern Wert darauf, dass zumindest

zum Nachtessen um 18

Uhr alle beisammen waren. Zum

Ritual wurde der Freitag mit dem

durch den Vater zubereiteten Mittagstisch,

der grundsätzlich immer

ein Spaghettiessen war, wobei

die Spaghetti wie im Lagerleben

vom Vater direkt aus dem

Kochtopf in die Teller der Kinder

geschöpft wurden. Eine Gewohnheit,

die für die jungen Ruthers

irgendwie unverzichtbar wurde.

Zu den Diskussionen über Gott

und die Welt, welche dazu führten,

dass die zweite Ruther-Generation

eine starke Identifikation

mit den VBG entwickelte, kamen

Gemeinsamkeiten wie das Interesse

für die Musik und den Cevi.

BILD: FRITZ IMHOF

Zwei der Ruther Kinder entschieden

sich für das gleiche Instrument

wie der Vater, das Klavier.

Mit Sohn Timon spielte Felix auch

Klarinette. Lediglich der Ballettunterricht

für Seraina war klar Sache

der Mutter.

Was sportliche Aktivitäten anbelangt,

macht sich eine der raren

Schwächen des Vaters bemerkbar:

„Er ist nicht der Sportstyp,

der mit ihnen zum Fussball

ging“, so Sibyl. Die Ausnahme:

Beim Schlittschuhlaufen war

auch Vater Felix dabei.

In Grenzsituationen

Hatte er keine anderen Schwächen?

Sibyl überlegt. „Doch – Geduld

ist nicht seine Stärke, er

konnte auch mal ausrasten.“

Grund dafür gab es auch in der

Familie Ruther, besonders als die

Jugendlichen die Zeiten des

abendlichen Ausgangs auszureizen

begannen. Oft wartete der

Vater, bis der letzte zu mitternächtlicher

Stunde – oder auch

später – nach Hause kam. Nach

Mitternacht gab’s für den heimkehrenden

Nachwuchs einen

eher ungemütlichen Empfang.

Während Felix einen Erziehungsstil

mit klaren Konsequenzen

vorzog, war Mutter Sibyl eher

bereit, im konkreten Fall Nachsicht

zu üben. Hier gab man sich

beiderseits Mühe, einander entgegenzukommen,

die Diskussionen

aber nie vor den Kindern zu

führen. Sibyl attestiert Felix, sich

immer an diese Vorgabe gehalten

zu haben. Sie betont dabei, dass

die Kinder andererseits von ihrem

Vater sehr viel Ermutigung

und Anerkennung erfahren hätten.

Auch sie selbst. Und das

zählt viel mehr als hie und da ein

etwas hartes Nein. □

Sibyl Ruther-Streiff, 53,

ist Heilpädagogin und

Abteilungsleiterin an

der Heilpädagogischen

Schule der Stadt Zürich.

Sie ist Mutter von drei

erwachsenen Kindern.

BAUSTEINE 8/2005

9


THEMA

Wenn der Vater mit

dem Sohne …

■ FELIX RUTHER

MODELL/ Tipps wie eine „Vater-Sohn-Woche“ tönen gut.

Doch wie sieht die praktische Umsetzung aus. Der Autor

berichtet über Erfahrungen einer solchen Ferienreise mit

seinem jüngeren Sohn nach Schottland.

10

BAUSTEINE 8/2005

Dr. Felix Ruther ist

Gymnasiallehrer und

Studienleiter der VBG.

felix.ruther@eVBG.ch

Als wir unser erstes Kind erwarteten,

schenkte mir ein Freund das

Buch „Hilfe, ich bin Vater“. Das

Buch, inzwischen vergriffen, enthielt

zwei Ratschläge, die bei mir

hängen blieben. Der Autor schlug

vor, Kinder im Teenageralter einmal

pro Monat zum Essen in ein

Restaurant einzuladen. Der andere

Tipp lautete: Gestalten Sie mit

Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter vor

dem Ausziehen eine Vater-Sohn-

Woche bzw. Mutter-Tochter-Woche.

Den ersten Tipp haben wir

nicht immer konsequent befolgt,

den zweiten schon.

Auf den Spuren der

Vorfahren

Meine Frau Sibyl war mehrmals

alleine mit unserer Tochter Seraina

unterwegs, und ich fuhr mit jedem

unserer beiden Söhne, als

sie etwa 12 Jahre alt waren, nach

München. Das dortige Deutsche

Museum bietet für Jungs in diesem

Alter ausserordentlich viel

Interessantes. Auch die alte

Münchner Pinakothek kann man

zusammen besuchen.

Als Timon 17 Jahre alt war, verbrachten

wir zusammen einige

Tage in London und besuchten

noch Cambridge. Die letzte Vater-

Sohn-Woche durfte nun unser

Jüngster, der 18-jährige Jonas,

einziehen. Da sich unsere familiären

Wurzeln bis nach Schottland

verfolgen lassen, wünschte er

sich eine Reise dorthin. Diesen

Sommer war es so weit. Wir flogen

nach London, besuchten dort

einige Sehenswürdigkeiten, reisten

mit der Bahn nach Edinburg,

wo wir zwei Nächte verbrachten,

und erkundeten dann sechs Tage

lang mit einem Mietauto den

Westen des schottischen Hochlandes.

Gesprächsraum

Meine Vater-Sohn-Wochen sind

nicht ohne Spannungen und Meinungsverschiedenheiten

abgelaufen.

Aber im (verklärenden?)

Rückblick meine ich, dass diese

Wochen die Beziehungen zu meinen

Söhnen sehr positiv geprägt

haben. Vor allem der durch diese

Reisen ermöglichte offene Austausch

hat eine nachhaltige Auswirkung.

Wie kommen wir sonst

mit einem Sohn im Teenageralter

zu einem tieferen Gespräch?

Wenn wir in sein Zimmer eindringen

und harmlos fragen: „Können

wir miteinander reden?“

Wohl kaum. Er fühlt sich genötigt

und wird, wie wir Männer es in

solchen Situationen halten, mürrisch

mit Ja oder Nein antworten

und den zaghaften Gesprächseinstieg

des Vaters abwürgen.

Auch die Methode „Einschleichen

und mit einer belanglosen

Frage starten“ wird rasch durchschaut

und mit Misstrauen quittiert.

Als mein ältester Sohn noch

zu Hause war und im Winter auf

dem Balkon rauchte – in der Wohnung

war es verboten – habe ich

mich hin und wieder zu ihm gesellt

und eine mitgeraucht. Beim

gemeinsamen Frieren und Rauchen

ergaben sich wertvollere

Gespräche, als wenn ich ihn

wegen des Rauchens getadelt

hätte.

Spirituelles Programm

Vor unserer Reise beratschlagte

ich mich mit meinem Sohn, wie

wir zusammen ein geistliches

Programm gestalten könnten.

Mein Vorschlag, zusammen den

Römerbrief zu studieren, wurde

angenommen. So lasen wir jeden

Tag ein Kapitel daraus. Ich kommentierte

das Gelesene und ging

auf auftauchende Fragen ein. Für

mich und Jonas (ich habe ihn gefragt!)

waren das sehr spannende

Zeiten. Einmal fand unsere Lektüre

bei einem Bier vor einem Hotel,


THEMA

ein anderes Mal beim Picknick an

einem schönen See statt. Meist

lasen wir den Römerbrief aber am

Abend im Hotel. Kurze Gebetszeiten

für die Familie und um Führung

im Tag ergänzten unser

geistliches Programm.

Auf meine Frage, was er an dieser

Reise am meisten geschätzt

habe, war Jonas nicht verlegen

und meinte sofort: „Die gemeinsamen

Zeiten beim Nachtessen.“

Hier gönnten wir uns nach dem

Essen jeweils ein oder zwei gute

Biere und kamen wunderbar ins

Gespräch miteinander.

Heisse Fragen zu Sexualmoral


Ich erfuhr dabei viele Anekdoten

aus seinem Austauschjahr in Texas.

So lernte ich meinen Sohn

noch besser kennen. Zu Mittag

assen wir oft in einem Burger

King oder einem ähnlichen Fastfood-Restaurant.

Dort beobachteten

wir Mütter mit ihren kleinen

Kindern – Anschauungsunterricht

für Kindererziehung. Ausgiebig

tauschten wir dazu unsere

Meinungen aus. Die Kommentare

von Jonas spiegelten immer wieder

meinen eigenen Erziehungsstil.

An einem Abend musste ich

auch Red’ und Antwort zu meiner

Sexualmoral stehen. „Nicht, dass

ich die Absicht hätte, mit meiner

Freundin sexuellen Kontakt aufzunehmen,

aber weshalb darf sie

nicht in meinem Zimmer übernachten,

wenn sie über Nacht bei

uns bleibt? Du denkst immer,

dass wir nur das Eine im Sinn hätten.

Sag’ mir mal genau, was deine

Motive sind, uns das zu verbieten.“

Ein anderes Mal musste

ich ihm Auskunft über meine

Liebschaften vor meiner Freundschaft

mit Sibyl geben. „Und nun,

warst du seither Mama immer

treu?“ Spannende Themen.

… und Musik

Viele Diskussionen gab es auch

über unseren unterschiedlichen

Musikgeschmack. Beide hatten

wir unseren iPod dabei und hörten

während der gemeinsamen

Autofahrten viel Musik. Er wollte

John Coltrain hören und ich meinen

Blues. Nicht nur die Kompromisssuche

beim unterschiedlichen

Geschmack war spannend,

spannender noch war der gegenseitige

Austausch: „Hör mal dieses

Stück! Merkst du, wie die

wunderbar zusammenspielen?“

So wurde auch mein etwas enger

Musikgeschmack weiter.

Spiegelungen

Viel gab auch unsere Familie zu

reden. Eigenheiten der anderen

Geschwister und der Mutter wurden

besprochen und kommentiert

– auch meine eigenen „Mödeli“

kamen zur Sprache!

Stolpersteine

Bei uns waren es jeweils Auslandreisen

– andere werden gemeinsame

Veloferien vorziehen –

was auch immer. Der Ort ist nicht

so wichtig. Ich empfehle, etwas

auszuwählen, das beiden gleichermassen

Spass macht. Sonst

kann es leicht zu gegenseitigen

Vorwürfen kommen, wenn Probleme

auftauchen: „Du wolltest

ja diese Woche hier verbringen.“

Ein anderer Stolperstein: Wer

meint, eine solche Vater-Sohn-

Woche sei die beste Therapie für

eine belastete oder gar gestörte

Beziehung zum eigenen Sohn,

wird sich und seinen Sohn überfordern

und mit einer solchen

Woche vermutlich gerade das

Gegenteil des Erwünschten erreichen.

Besser wäre es dann, die

fünf Minuten des „Rauchens“ auf

dem Balkon regelmässig zu suchen

und den gemeinsamen Ausgang

wieder einzuführen.

Übrigens, kennen Sie die letzten

Verse des Alten Testaments?

Eine wunderbare Verheissung!

Möge sie in vielen Vater-Sohn-

Beziehungen wahr werden – beten

wir doch darum. □

BILDER: RUTHER

Und er wird

das Herz der

Väter zu den

Söhnen und

das Herz der

Söhne zu ihren

Vätern

umkehren

lassen, damit

ich nicht, wenn

ich komme, den

Bann an dem

Land

vollstrecken

muss.

Maleachi 4,6

BAUSTEINE 8/2005

11


THEMA

Vater sein in einer multikulturelle

■ FRITZ IMHOF

MODELL/ Verena und Peter Meier bekamen ein eigenes

Kind und nahmen später vier weitere Kinder aus Chile

und der Schweiz sowie eine junge Frau in einer Krise in

ihre Familie auf. Wir wollten von Peter Meier wissen, was

Vaterschaft in einer solchen Situation bedeutet und dabei

auch die Erfahrungen und Ansichten der Mutter hören.

Bausteine: Peter Meier, bitte

beschreiben Sie Ihre spezielle

Situation als Vater einer multikulturellen

Familie. Worin unterscheidet

sie sich von einer

Kernfamilie?

Peter Meier: Bei unserem eigenen

Kind kenne ich sein Erbgut,

aber sonst weiss ich nichts. Bei

unseren Adoptivkindern wussten

wir ein wenig über ihre Geschichte,

die Kultur, aus welcher sie

stammen, aber nichts über ihr

persönliches Erbgut. Ein Adoptivkind

ist eine bewusste und rationale

Entscheidung.

Peter und Verena Meier, waren

Sie sich bewusst, was auf Sie

zukommen würde?

Peter Meier: Wir waren vielleicht

ein wenig naiv, besonders als wir

unsere beiden chilenischen Kinder

aufnahmen. Wir hatten zuerst

gehofft, eine relativ normale Fa-

PERSONEN

Dr. med. Peter Meier, 47, ist

Allgemeininternist. Er führt

zusammen mit seiner Frau

Verena eine Hausarztpraxis

in Sissach BL.

Dr. med. Verena Meier,

49, ist Allgemeinpraktikerin

mit Schwergewicht in

Frauen- und Familien-Medizin

sowie in Psychosomatik.

milie zu sein. Noemi erschien gesund

und Amos konnte vorerst

mit einer Operation geholfen

werden. Die Verhaltensauffälligkeiten

auf Grund der Intelligenzdefizite

und deren Auswirkungen

zeigten sich erst nach ein paar

Monaten.

Verena Meier: Als Mutter von

Adoptivkindern lebt man oft wie

im Scheinwerfer der Umwelt.

Dies machte die Erziehung

schwieriger als ich zuvor meinte.

Ich musste lernen, zu mir zu stehen,

mich weniger zu hinterfragen

und mich von den Meinungen

anderer abzugrenzen, besonders

als ich wieder in den Beruf

einstieg.

Wie gehen Sie damit um, dass

zwei Ihrer Kinder aus einer ganz

andern Kultur kommen?

Verena Meier: Wir zeigten den

Kindern immer wieder Bilder aus

ihrer Heimat und erzählten von

den Erfahrungen, die wir in Chile

während der Adoption gemacht

haben. Sie sollten eine positive

Beziehung zu ihren biologischen

Eltern haben. Wir sagten ihnen:

Deine Mutter hatte dich lieb und

sorgte gut für dich, als sie dich in

eine Familie weggab, weil es für

sie zu schwierig war.

Peter Meier: Unsere Kinder tragen

die Namen aus beiden Kulturkreisen.

Die Rufnamen sind

bewusst gewählte biblische

(schweizerische) Namen, der

Zweitname ist chilenisch.

BILDER: RUTH IMHOF-MOSER

Verena und Peter Meier

Peter Meier, was verbinden Sie

mit dem Begriff Vater?

Peter Meier: Zuerst war ich vor

allem der Ernährer der Familie.

Später habe ich diese Funktion

zunehmend mit meiner Frau geteilt

und mich mehr in der Kinderbetreuung

und im Haushalt engagiert.

Ich wollte Zeit haben für die

Kinder und mich um ihre Dinge

kümmern. Ich machte dabei allerdings

die Erfahrung, dass ich einen

viel weniger direkten Zugang

zu ihnen hatte als Verena, die vieles

intuitiv wahrnimmt. Ich verfüge

schneller Konsequenzen als

Verena, die zum Beispiel sagt:

Die Erfahrung hat bereits gestraft.

Ich freue mich, wenn unser

schwer behinderter Simon seit

der Pubertät lieber meine Hilfe in

Anspruch nimmt als die von Verena.

Er fordert mich auch emotional

heraus. – Manchmal war

ich aber auch zu vertrauensselig.

Verena Meier, was schätzen Sie

an Ihrem Mann als Vater Ihrer

Kinder?

Verena Meier: Die Fähigkeit, eine

innere Distanz zu Problemen und

Situationen zu haben. Dies fordert

mich heraus, im Stress auch

Ruhe zu bewahren. Auch seine

Bereitschaft, zusammen mit mir

eine schwierige Aufgabe ohne

Hinterfragen durchzustehen. Das

hilft mir, Boden zu finden.

Hatten Sie Diskussionen über

die Rollenverteilung?

Peter Meier: Wir gingen davon

aus, dass Verena ganz als Mutter

daheim sei, gemäss „christlichem”

Verständnis. Die Freizeitgestaltung

war mein Ressort.

12

BAUSTEINE 8/2005


THEMA

n Familie

Später reduzierte ich meine Arbeitszeit,

damit Verena in der Praxis

einsteigen konnte. Ich war

dann mehr zuhause bei den Kindern.

Aber es war anders als bei

Verena, weil sie in der Lage ist,

mehrere Dinge nebeneinander zu

bewältigen. Ich kann nur eine Sache

auf einmal tun. Und so merke

ich es manchmal nicht, wenn bei

den Kindern etwas falsch läuft.

Verena Meier: In den ersten Jahren

des Job Sharing mussten wir

uns richtiggehend „zusammenraufen“.

Mich störte zum Beispiel,

dass Peter Hausarbeiten in

meinen Augen umständlich und

unvollständig erledigte. Heute

haben wir uns gefunden. Anfänglich

stürmten die Kinder häufig

auf mich ein, wenn ich nach der

Arbeit heim kam und telefonierten

mir in die Praxis. Ich musste

lernen, sie an Peter zu delegieren.

Die Berufsarbeit hat mich

aber für die Aufgaben daheim

motiviert. Ich habe seither mehr

Mut und Lust für die Erziehung

der Kinder.

Mit meiner Schuld

und meinen Fragen

kann ich mit dem

reden, der alle

Kompetenz hat, der

mich und die Kinder

kennt und liebt.

Peter Meier, wie veränderte sich

Ihre Vaterrolle im Laufe der Zeit?

Peter Meier: Ich tendierte anfänglich

dazu, im Gespräch mit

den Kindern zu schnell meine

Analyse zu machen und die Lösung

zu beschreiben, weil ich

nicht so gut zuhören konnte.

Heute kann ich mit Joel, der seit

4 Jahren auswärts wohnt, gute

Gespräche von Mann zu Mann

führen und mit Amos gehe ich

manchmal joggen. Auch zu Noemi

hat sich eine schöne Beziehung

entwickelt. Dennoch rangen

wir uns in den letzten Wochen

durch, die Betreuung der

zwei stärker behinderten Kinder

(18 und 20-jährig) abzugeben.

Gibt es christliche Pädagogikkonzepte

oder biblische Geschichten,

die für Sie sehr

wichtig geworden sind?

Peter Meier: Wir übernahmen

zuerst christliche Ehe- und Familienkonzepte

aus Büchern und

aus Gesprächen mit erfahrenen

Ehepaaren. Wir haben aber gemerkt,

dass vieles nicht unseren

Persönlichkeiten entspach. Wir

lösten uns von Erwartungen und

Clichés und lebten mehr unsere

Begabungen. Später half uns

das Enneagramm, Stärken und

Schwächen unserer Kinder zu erkennen

und besser damit umzugehen.

Pädagogikkonzepte sind

für uns unterdessen sekundär.

Verena Meier: Ich lernte vermehrt,

aus der Gottesbeziehung

heraus meine Gangart zu entwickeln

und den nächsten Schritt

zu suchen. Das bringt allerdings

auch Spannungen mit dem Umfeld

mit sich.

Haben es christliche Väter

und Mütter leichter als nichtreligiöse?

HINTERGRUND

Der Weg zur multikulturellen Familie

(FIm) Die meisten Eltern haben eine Vorbereitungszeit mit Leiden

hinter sich, wenn sie sich entscheiden, elternlose Kinder

aufzunehmen. Das war bei Verena und Peter Meier nicht anders.

Ihnen wurde zwar ein eigener Sohn (Joel David) geschenkt,

doch bei weiteren Schwangerschaften kam es zu Komplikationen

und schliesslich zur Geburt eines schwer behinderten

Kindes, das am gleichen Tag starb. Sie wollten keine Einkindfamilie

und öffneten ihre Familie für Pflege- und Adoptivkinder.

So kamen – Joel war dreijährig – nach zahlreichen Abklärungen,

Umwegen und Behördengängen zuerst Simon und

Esther aus der Schweiz und später Amos und Noemi aus Chile

dazu. Die Eltern nahmen dabei Risiken, abenteuerliche Erfahrungen,

Wartezeiten und Ungewissheit in Kauf. Verena stellte

sich dieser Herausforderung nach anfänglicher innerer Abwehr,

und Peter war ohne Zögern bereit, das Abenteuer zusammen

mit seiner Frau aufzunehmen. Für die Eltern bedeuteten diese

Adoptionen die Auseinandersetzung mit andern Mentalitäten,

Armut und kulturellen Eigenheiten. Sie verhalfen zu Schlüsselerfahrungen

und Grenzerlebnissen und führten sie auf einen

schwierigen und überraschenden Weg, der ihnen einen reichen

Erfahrungsschatz und neue Kompetenzen vermittelte.

Peter Meier: Der ehemalige VBG-

Präsident Ewald Rieser sagte uns

vor Jahren, wir würden in der Erziehung

Fehler machen. Die Kinder

müssten mit unseren Grenzen

umgehen lernen. Damals hat

mich dies beeindruckt, aber ich

erlebe es jetzt auch so. Wichtig

bleibt die Beziehung zu Gott. Und

wir tragen nicht die ganze Verantwortung.

Mit meiner Schuld und

meinen Fragen kann ich mit dem

reden, der alle Kompetenz hat,

der mich und die Kinder kennt

und liebt. – Viele Auseinandersetzungen

mit den Kindern haben

unser Leben mit Gott getestet

und uns herausgefordert, Neues

von ihm zu lernen und immer wieder

unsere Beziehung zu ihm zu

klären.

Spüren Sie einen Druck, Ihre

Kinder zu Christen zu machen?

Verena Meier: Da grenze ich mich

ab. Mir ist meine Rolle als Vorbild

im Glauben den Kindern gegenüber

besonders wichtig. Im Alltag

Ich lernte vermehrt,

aus der Gottesbeziehung

heraus

meine Gangart zu

entwickeln und den

nächsten Schritt zu

suchen.

spreche ich offen mit ihnen über

Gottes Eingreifen in ihrem und in

meinem Leben, über Vergebung

und was Gott von ihnen in einer

speziellen Situation erwarten

könnte. □

BAUSTEINE 8/2005

13


THEMA

Vater sein –

Erfahrungen

■ ANDRÉ BURNAND

PRAXIS/ „Als Vater macht mein Dasein Sinn. Ich wurde gebraucht

und zwar in vielerlei Bereichen: Als Miterzieher zusammen

mit meiner Ehefrau und als Supporter meiner Kinder

in vielen Dingen ihres Alltags“, schreibt André Burnand,

Vater von vier teils erwachsenen Kindern. Er beschreibt sein

Vatersein schon ein wenig im Rückblick.

Work-Life Balance

Als Vater war und bin ich in ein

14 BAUSTEINE 8/2005

grosses Beziehungsnetz mit meiner

Frau und den Kindern eingebunden.

Das Wissen, auch bis

ans Ende meiner Tage in einem

Geflecht von Menschen geborgen

und aufgehoben zu sein, die

mich brauchten und brauchen,

mich gut kennen und auch mit

meinen Fehlern leben können,

„verleiht Flügel“.

Als Vater verstehe ich mich als

wichtige Bezugsperson meiner

Kinder, die hilft, berät, unterstützt

und kaputtes Spielzeug

flickt. Aber auch als einer, der

Widerstand leistet, zornig wird,

enttäuscht und traurig sein kann

und der Gefühle zeigt. Als Vater

darf ich loben und kritisieren,

aber auch mal Verbündeter sein.

Ich bin ein Vater, der auch leidet,

mitleidet und sich wehrt, wenn

man seiner Familie Unrecht tut.

Obwohl unsere Familie rasch

wuchs, war ich anfänglich nur zögernd

bereit, meine Verpflichtungen

in Freizeit und Ämtern auf ein

vernünftiges Mass zu reduzieren.

Ich war durch den Beruf recht

stark gefordert und verstehe es

heute als Geschenk meiner Frau

an mich, dass ich mich, wenn nötig,

eher dem Beruf als der Familie

zuwenden konnte. Erschwerend

war wohl auch, dass ich

abends von Kindererziehung und

-betreuung oft genug hatte. Die

vielen Ferien erlaubten mir dann,

das Verpasste ausgiebig nachzuholen.

Ich erlebte die Zeit mit den

Kindern als faszinierend: Vom

ersten Lächeln, den ersten Schritten

über die ganze Entdeckung

der Kinder- und Erwachsenenwelt,

der äusseren und inneren

Reifung bis hin zur Ablösung aus

unserem engeren Familienkreis.

PERSON

Zeit schenken

Mit der Geburt unseres vierten

André Burnand, 54, verheiratet

mit Ursula, ist Vater

von 4 Kindern im Alter

von 12 – 26 Jahren. Er ist

Kindes erhielt ich eine „zweite

Chance“ vieles nachzuholen und

besser zu machen, was ich bei

den ersten drei Kindern verpasst

Lehrer, Mitarbeiter im hatte. Ich konnte mit meinem

Fachkreis Pädagogik der

VBG und wohnt mit seiner

Familie in Schönenberg

jüngsten Sohn vieles unternehmen,

das ich mit seinen drei ältern

Geschwistern seltener tat:

ZH.

Museumsbesuche, Dampffahrten,

kleine und grössere Reisen,

BILD: RUTH IMHOF-MOSER

André Burnand

Vater und Sohn-Ferien.

Trotzdem kamen wohl auch die

älteren nicht zu kurz. Ich erinnere

mich an beglückende Stunden

beim gemeinsamen Flötenspiel

mit meiner Tochter. Und die Städtereisen

mit der Familie nach

Rom oder Paris sind mir noch in

guter Erinnerung. Am schönsten

und entspannendsten waren sicher

für alle die jährlichen Skiferien.

Gemeinsam erziehen

Die Übereinstimmung im Erziehungsstil

gehört zu den schöneren

Dingen unserer Partnerschaft.

Da wir die gleichen Grundwerte

für unser Leben anerkennen

und leben, war es uns möglich,

den gleichen Erziehungsstil

zu pflegen. Immer im Wissen,

dass es letztlich nicht unser Können

ist, das zum Erfolg führt, sondern

„die Gnade Gottes, der das

Gelingen schenkt“. Wohl wurden

wir gelegentlich geprüft, und eines

unserer Kinder war lange Zeit

nicht leicht zu erziehen. Da war

ich froh um die Weitsicht meiner

Frau, die mir oft in Fragen der Erziehung

der Kinder noch einen

Schritt voraus war.

Heute erlebe ich die Familie

noch intensiver als früher. Drei

unserer Kinder leben nicht mehr

zu Hause oder sind nur als Wochenendgast

hier. Trotzdem ist es

häufiger möglich, dass alle sechs

Familienmitglieder am Sonntagabend

an einem Tisch sitzen – eine

Tradition, die wir nach Möglichkeit

nun schon einige Jahre

pflegen.

Eine der wertvollsten Erfahrungen

aber war sicher das Weitergeben

der guten Nachricht aus

der Bibel und das Gebet am Bettrand

der Kinder. Auch in ihrer Jugendzeit

durften wir ihnen als Berater

in Fragen rund um den Glauben

zur Seite stehen. Es bleibt für

mich selbstverständlich, auch

meine Kinder zu segnen, die bereits

in weiter Ferne leben.

Berater für

Lebens-und Alltagsfragen

Heute werden wir als Eltern öfters

als Berater für Lebens-und

Alltagsfragen zugezogen. Daraus

ergeben sich tolle Gespräche.

Und das erfüllt uns sehr, wenn

auch mal ein sorgenvolles Seufzen

am Abend vor dem Einschlafen

die Runde macht. Von unserem

Jüngsten bin ich jetzt noch

als Computersupporter gefragt,

doch bald dürfte ich von ihm darin

rechts überholt werden ...

Als Vater war und bin ich für

meine Kinder auch eine notwendige

Reibungsfläche. Widerstand

leisten auf meine Art als Vater, wo

es nötig ist, kann für sie nur wertvoll

sein. Wenn ich das positiv gelebt

habe, dann denke ich, habe

ich eine meiner Aufgaben als Vater

in einer guten Art wahr genommen.

Natürlich können und

müssen auch andere Bezugspersonen

diese Aufgabe übernehmen,

aber der Vater prägt. Und

das darf nicht unterschätzt werden,

gilt es doch, ein Bild weiterzugeben,

das hoffentlich positiv

haften bleibt und auch Vor-Bild

ist. □


SPEKTRUM

BILDER: ZVG.

Hansjörg Baldinger (r.) im Gespräch

Andre Tapernoux (r.) im Gespräch

Die Afrikanisierung

des Christentums

■ FRITZ IMHOF

LINK/ Seit der Kolonialzeit hat sich das afrikanische

Christentum stark verändert. Es ist afrikanischer geworden

und gleichzeitig stark gewachsen. Dies belegte der Ethnologe,

Afrikakenner und Wycliff-Missionar Johannes Merz an

einer Tagung der Arbeitsgruppe „Link“ der Vereinigten

Bibelgruppen (VBG).

Eine zentrale Rolle räumte Johannes

Merz bei dieser Entwicklung

der Bibelübersetzung in lokale

afrikanische Sprachen ein. Dabei

verwies er auch auf die Übersetzungsarbeit

der Basler Mission,

der grosse Bedeutung zukomme.

Alphabetisierung und Bibelübersetzung

seien die nachhaltigste

Entwicklungshilfe, so Merz am 2.

Juli in Bern. Umgekehrt seien fehlende

Bibelübersetzungen das

grösste Hindernis für das

Wachstum von christlichen Kirchen

in Afrika. Aus afrikanischer

Sicht sei die Bibelübersetzung in

lokale Sprachen „ein Schlüssel-

Zugeständnis für lokale Kulturen“.

Ein wichtiger Katalysator für

das Wachstum der Christen in

Afrika sind laut Merz die (biblischen)

Geschichten, da sie eine

mündliche Weitergabe der Bibel

an eine mündliche Gesellschaft

ermöglichten. Die Geschichten

forderten die Leute heraus, ihre

Weltanschauung zu hinterfragen

und böten eine Basis für das bessere

Verständnis von Jesus. Das

Ende des Kolonialismus habe die

Schaffung eines indigenen Christentums

erlaubt, indem das Evangelium

sich in die lokalen Kulturen

inkarnieren konnte. Während

der christliche Anteil 1900 nur 9

Prozent der Bevölkerung und

1950 erst 15 Prozent umfasst habe,

sei er im Zuge der Unabhängigkeit

der afrikanischen Länder

nach dem Jahr 1957 bis 1965 auf

25 Prozent und bis 2000 gar auf

46 Prozent gestiegen.

Erfolgreiche Inkarnation

Merz beleuchtete auch die Problematik

der Inkarnation des

Christentums in Afrika. So habe

man für Gott bei einer afrikanischen

Vorstellung des Schöpfergottes

angeknüpft. Die Figur des

Teufels habe man zum Beispiel in

einem lokalen Buschgeist gefunden.

In der Folge sei zwar aus einer

moralisch indifferenten Werthaltung

ein Gut-Böse-Dualismus

entstanden. Den lokalen Aberglauben

habe dies aber trotzdem

nicht ausrotten können.

Das Christentum habe afrikanische

Kultur und Glaubenswelt

nicht zerstört, so Merz. Afrikanische

Kultur lebe oft „im Kleid des

Bösen als Teil des afrikanischen

Christentums“ weiter. Die Mission

sei zwar ein Katalysator für

kulturellen Wandel geworden.

Diesen hätten jedoch die Afrikaner

selbst vorangetrieben. Sie

hätten vom europäischen Christentum

das genommen, was sie

wollten und für sie Sinn macht

und das andere verworfen. Heute

gehörten Begriffe wie Inkulturation

und Kontextualisierung ohnehin

zum Repertoire europäischer

Missionare.

Stress bewältigen lernen

An der Tagung berichtete auch

der Ethnologe und designierte

Leiter von Wycliffe-Schweiz, Hannes

Wiesmann, über Stress und

Burnout von Missionaren. Sie

müssten lernen, von Perfektionismus

Abstand zu nehmen und

mit Schwächen umzugehen. Heimaturlaube

müssten sorgfältig

gestaltet und die Rückkehr in die

eigene Kultur und Arbeitswelt gut

geplant werden.

Über Erfahrungen in interkultureller

Kurzzeit-Mission berichteten

Philipp und Franziska Stegmann-Hänni,

die in Bishkek, der

Hauptstadt von Kirgistan, ein Jahr

lang im Auftrag von Interserve als

Zeltmacher-Missionare (er als

Uni-Sprachlehrer, sie als Ärztin in

einem Ausbildungsprojekt) arbeiteten.

Sie erlebten die kulturellen

Unterschiede sehr stark

und wären nach dem nur einjährigen

Einsatz eigentlich motiviert

gewesen, richtig anzufangen, wie

sie bekannten. □

BAUSTEINE 8/2005

15


SPEKTRUM

Wähle

das Leben

■ HANSRUEDI KOLLER/WALTER GASSER/FRITZ IMHOF

PSYCHOLOGIE/ Der Lausanner Religionspsychologe

Prof. Pierre-Yves Brandt hat eine bisher wenig bekannte,

aber vielversprechende Therapie- bzw. Seelsorgemethode

für Menschen mit psychischen Belastungen vorgestellt.

An der Tagung der Arbeitsgruppe

„Psychologie und Glaube“ der

VBG vom 2. – 3. Juli in Delsberg

stellte Prof. Pierre-Yves Brandt

den Wachstums- und Veränderungsweg

„L’Evangélisation des

profondeurs“ – auf Deutsch

„Evangelisierung bis in die Tiefen

des Herzens“ – vor. Das von der

Französin Simone Pacot, Juristin

am Pariser Berufungsgericht,

entwickelte Modell zeigt einen

Weg auf, bei dem auch die Verletzungen

in den tiefen Schichten

der menschlichen Psyche mit ihren

Auswirkungen entdeckt und

durch das Wort Gottes geheilt

werden können. Die Methode fördert

auch die menschlich-geistliche

Reife, zum Beispiel von Mitarbeitenden

in den Gemeinden.

Mein Leben dem Heiligen

Geist öffnen

Pierre-Yves Brandt verglich die

Methode von Simone Pacot mit

andern Ansätzen. Beim „charismatischen

Weg empfangen die

Helfer Weisungen für den Ratsuchenden.

Lossagegebete oder

das „Problem unters Kreuz legen“

sind aber Hilfen, die oft

nicht bis in die Tiefe des Herzens

wirken, weil der Ratsuchende

weitgehend passiv bleibt. Meist

ist eher der Glaube der Helfer an

der Stelle des Ratsuchenden gefragt.

Das Problem wird „weggeglaubt,

beziehungsweise weggebetet“

statt vor und mit Gott bearbeitet.

Auf dem psychologischen Weg

wird oft jahrelang geforscht, erklärt

und gedeutet. Dabei bleibt

der Fachmann dominierend.

Wenn er Christ ist, bezieht er

auch den Glauben ein. Aber auch

hier ist der Helfer weitgehend der

Aktive, der Wissende.

Gemäss Simone Pacot geschieht

die Öffnung der Tiefenschichten

der Seele zwar auch

mit psychologischem Wissen,

aber bewusst mit der Hilfe des

Heiligen Geistes. Dabei wird klar

unterschieden, was mir durch andere

angetan oder vom Schicksal

auferlegt wurde, und wie ich darauf

reagiert habe, um zu überleben.

In der Kindheit sind meine

diesbezüglichen Entscheidungen

eingeschränkt und dem Leben

unangemessen. Wenn ich sie als

Erwachsener weiterlebe, führen

sie meist zu einer Verhärtung des

Problems, ja schaden dem Leben

und werden zu eigentlichen Todeswegen.

Deshalb muss ich

meine (Fehl)Reaktionen auf das

Erlebte durch Gottes Geist erkennen

und aus diesem Weg, der das

Leben behindert, herausgeführt

werden.

Längerer Weg

Der Heilungsprozess kann längere

Zeit dauern. Angeboten werden

– über ein Jahr verteilt – Seminare

von 3 x 4 Tagen mit Gruppen

und Einzelarbeit sowie Begleitung

zwischen den Seminaren.

Oft stellen sich dem Öffnungsprozess

Widerstände entgegen.

Die Begleiter helfen, diese

zu erkennen und zu durch-

16

BAUSTEINE 8/2005

Abendmahlsgottesdienst


SPEKTRUM

schauen. Deshalb wird von Anfang

an darum gebetet, dass der

Heilige Geist hilft, die Ursachen

und Auswirkungen der Verletzungen

aufzudecken. Das Problem

wird nicht einfach „am

Kreuz abgegeben“, sondern Gott

wird gebeten, ins Problem hineinzukommen.

Für ein Wort Gottes

ist der Ratsuchende von Anfang

an offen: beim Aufdecken der

Wurzeln, als Trost für Verletzungen,

vor allem aber als Wegweiser

zum Leben. Die heilenden

Worte kommen nie direktiv vom

Helfer, sondern werden im Laufe

der Beratung vom Ratsuchenden

entdeckt, wenn er von einem

Wort getroffen wird. „Ihr werdet

alle von Gott gelehrt sein“ (Jer

31,34; Joh 6,45).

Die wichtige Frage bleibt immer:

Wie kann ich unterscheiden

zwischen dem, was mir angetan

wurde, und dem, was ich daraus

gemacht habe?

Die fünf Lebensgesetze

Um das zu klären, formulierte Simone

Pacot fünf Lebensgesetze:

Professor Pierre-Yves Brandt, Religionspsychologe

1. Wähle das Leben. Wir haben

immer die Möglichkeit, zwischen

Leben und Tod zu wählen (5 Mose

30,19: „... so wähle das Leben!“).

Hätten wir diese Wahl nicht, wären

wir hilflose Opfer ohne jede

Veränderungschance.

2. Sage Ja zu den Bedingungen

und Grenzen deines

Menschseins. Ich bin Mensch

und nicht Gott. Ich bin nicht eigener

Gesetzgeber, sondern

Knecht, Kind, Freund Gottes; das

heisst Geschöpf, Gegenüber, Antwort-Gebender,

Hörender. Ich

soll auch keine andern „Gesetzgeber“

neben Gott dulden (Eltern,

Ideologien).

3. Ich bin eine unverwechselbare

Identität und schiele nicht

nach anderen. Es gibt keinen

Zweiten auf der Erde, der so ist

wie ich. „Ich habe dich bei deinem

Namen gerufen“ (Jes 43,1).

4. Werde ein Ganzer. Ich bin eine

Einheit und zur Ganzheit berufen.

Das Helle und das Dunkle

gehören dazu, und Gott will in

beidem dabei sein.

5. Sei fruchtbar. Lebe als Ge-

BILDER: FRITZ IMHOF

segneter Gottes. Gib weiter, was

du hast. Du bist nicht erst fruchtbar,

wenn alle deine Verletzungen

geheilt sind. Entdecke deine

Begabungen und verstecke sie

nicht.

An diesen Leitlinien kann ich

prüfen, ob ich auf einem Weg der

Auferstehung oder des Todes bin.

Der 2. Band von Simone Pacots

Büchern, der die Lebensgesetze

beschreibt, heisst „Reviens à la

vie!“ (Komm ins Leben zurück!).

Mit den Lebensgesetzen kann ich

erkennen, ob ich an meinen Verletzungen

und dem selbst gewählten

„Heilsweg“ festhalte,

oder ob ich Gott erlaube, meine

psychische und geistliche Gesundheit

wieder herzustellen.

Wie uns Gott wieder

herstellt

Das Wort Gottes öffnet und hilft,

an die Verletzungen heranzukommen.

Dabei wird auch unsere

Mithilfe erwartet, wie es die Geschichte

von der Auferweckung

des Lazarus illustriert: „Rollt den

Stein weg, löst seine Binden.“

Das Wort gibt Trost für Verletzungen

und lenkt auf den Heilsweg.

Das Wort Gottes wirkt auf

zwei Weisen:

Universell – Für alle zu aller Zeit.

Personal – Es spricht persönlich

in ganz speziellen Situationen.

Gott spricht auch zu uns ohne

die Schrift: durch Menschen, Umstände,

das Schicksal. Zuerst gilt

es, sich den Verwundungen zu

nähern sowie falschen Glauben

und Wege zu benennen. Entscheidend

ist, dass ich Gottes

Zusage glaubend empfange.

Der Weg der Heilung von unseren

tief liegenden Verletzungen

und Verhärtungen ist immer der

Osterweg. Er führt durch Leiden

und Sterben zur Auferstehung.

Der Weg Jesu ist der Prototyp des

Heilsgeschehens. Billiger geht es

nicht. Jesus kommt zu mir in meine

Tiefen und begleitet mich hin-

aus. Mein Anteil besteht darin,

Trauerarbeit zu leisten und Illusionen

und falsche „Heilswege“

abzulegen. Der falsche Heilsweg

ist daran zu erkennen, dass ich

Lebensgesetze übertrete. Jesus

ist die „Inkarnation“ der Lebensgesetze.

Darum kann er sagen:

„Folge mir nach und nehme dein

Kreuz auf dich!“

An Petrus (Lk 5,1-11) wird deutlich,

wie Gott uns führt und frei

macht. Jesus holt Petrus bei seinem

Misserfolg (nichts gefangen)

ab. Er muss seinen Weg des Misserfolgs

nochmals gehen, bevor er

Gottes Kraft erfährt. Er lässt ihn

so seine Sündhaftigkeit erfahren

und gibt ihm eine neue Lebensvision

(als Menschenfischer). Er

spricht seine Felsnatur an, auch

wenn sie noch nicht sichtbar ist,

weist ihn scharf zurück (Satan!)

als er einen falschen Heilsweg

vorschlägt, lässt ihn eine aussergewöhnliche

Erfahrung machen

(auf Wasser gehen), bindet ihn

zurück, als er zur Selbsthilfe

greift (Schwert), warnt ihn vor

seiner Grossmauligkeit, betet für

ihn, dass sein Glaube nicht aufhöre,

sieht ihn an in seinem Verleugnen,

fragt dreimal nach seiner

Liebe und verbindet sie

schliesslich mit dem Auftrag des

Hirten. □

HINWEIS

VBG-Aktualitäten

Bitte beachten Sie, dass

dieser Bericht bereits seit

längerer Zeit auf unserer

Website www.eVBG.ch >

News aufgeschaltet ist.

Sie finden dort Berichte

über VBG-Anlässe aktuell,

bevor sie in den Bausteinen

erscheinen können.

Zum Teil finden Sie dort

auch eine ausführlichere

Fassung. Schauen Sie einfach

regelmässig herein.

BAUSTEINE 8/2005

17


SCHWEIZ/AUSLAND

Wer glaubt,

lebt länger

■ FRITZ IMHOF

Den Glauben

im Beruf

anwenden

„Religiöse Menschen leben

länger, haben das bessere

Immunsystem und weniger

kardiovaskläre Erkrankungen“.

Dies ist die Hauptthese

von Prof. Harold Koenig.

Christen sollten ihren Glauben

im Beruf anwenden.

Dazu rief die „Gesellschaft

für Reformatorische Philosophie“

bei einem Kongress

in Hoeven NL auf.

Der amerikanische Universitätsprofessor

und Forscher sprach

auf Einladung des Forschungsinstituts

für Spiritualität und Gesundheit

am 13. September 2005

im Inselspital Bern. Der ordentliche

Professor am Duke University

Medical Center in Durham

(USA) ist Autor des „Handbook

Religion and Health“, eines Standardwerks

zum Thema, und gilt

als einer der weltweit führenden

Experten zum Thema „Religiosität,

Spiritualität und Gesundheit“.

In seinem Vortrag präsentierte

Koenig eine beeindruckende Zahl

von Statistiken und Ergebnissen

von Forschungsarbeiten, die die

positive Wirkung des christlichen

Glaubens auf die körperliche Gesundheit

belegen. Dabei habe

sich gezeigt, dass Christen generell

eine höhere Lebenserwartung

haben, weniger häufig an

Krebs erkranken, gesundere

Herzkranzgefässe und einen stabileren

Kreislauf haben. Sie leben

gesünder und entwickeln weniger

Stress und Depressionen,

was positive Folgen für den Organismus,

insbesondere das Immunsystem,

habe.

Für Koenig sind insbesondere

folgende Zusammenhänge klar

erwiesen:

● Gedanken und Emotionen haben

einen direkten Einfluss auf

natürliche Heilungsvorgänge in

körpereigenen Systemen wie

dem Immunsystem und sie stärken

die Selbstheilungskräfte.

Prof. Harold Koenig

● Es gibt wissenschaftlich plausible

Beweise dafür, dass der

Glaube für die Heilung von Krankheiten

förderlich ist und deshalb

in den Heilungsprozess einbezogen

werden sollte.

● Praktizierter Glaube führt zu

einer besseren Gesundheit und

hat eine geringere Inanspruchnahme

von medizinischen Leistungen

zur Folge.

● Zwar können Formen von Religiosität

auch negative Folgen für

die körperliche Gesundheit ha-

Ein Gulag

erholt sich

■ ANNE-LISE DISERENS

Auf Einladung des Fachkreises

Architektur besuchte im

Juli 2005 eine schweizerischrussische

Gruppe unter der

Leitung von Anne-Lise Diserens

St. Petersburg und die

Solovki-Inseln.

Die Tour wurde – wie schon frühere

Russlandreisen – zusammen

mit der kleinen Agentur „Art-

Tour St.Petersburg“ organisiert.

Im Norden im Weissen Meers

liegen die Solovki-Inseln, ein

ben, allerdings ist unklar, welche

Zusammenhänge hier eine Rolle

spielen.

Koenig fordert die Ärzteschaft

auf, sich den spirituellen Fragen

zu öffnen und die Kraft des Glaubens

in den Heilungsprozess zu

integrieren. Dies geschehe auch

in den USA zu wenig. Zeitmangel

dürfe kein Grund sein, es nicht zu

tun, weil der Glaubenshintergrund

der Patienten einen direkten

Einfluss auf die Behandlung

habe.

Ausflugsziel der Gruppe. „Golgatha“

wird die Inselgruppe von vielen

genannt. Das dortige Kloster

war lange Zeit ein Gulag-Lager für

politische Gefangene. Heute leben

wieder Mönche in diesem

Kloster, das zum UNESCO Weltkulturerbe

gehört. Das Böse, das

Leiden, das Gute und Hoffnungsvolle

prallen hier in erschreckender

Konzentration aufeinander.

Im Dorf erinnern die noch heute

bewohnten Baracken aus jener

Lagerzeit an das schreckliche Geschehen;

im Schulhaus zieren

farbige hoffnungsvolle Kinderzeichnungen

die Wände.

Den vollständigen Bericht finden Sie auf

www.eVBG.ch www.evbg.ch/> News

BILD: FRITZ IMHOF

(idea) Am Kongress nahmen Mitte

August mehr als 100 Philosophen

aus fünf Kontinenten teil. Sie befassten

sich mit der Bedeutung

des christlichen Glaubens für die

Wissenschaften sowie mit praktischen

Konsequenzen. So stellte

ein südafrikanischer Sprachwissenschaftler

einen schriftlichen

Englischtest für 15.000 Studierende

vor, der es dem Autor zufolge

ermögliche, jeden Prüfling „mit

den Augen Gottes zu sehen“ und

als einmalige Persönlichkeit

ernstzunehmen. Der Massentest

erlaube den Bewerbern, eigene

Gedanken zu erläutern. In einem

weiteren Seminar präsentierte der

Manager eines Elektronikkonzerns

ein Modell für nachhaltige,

umwelt- und mitarbeiterfreundliche

Unternehmensführung.

Die „Gesellschaft für Reformatorische

Philosophie“ wurde Mitte

des 20. Jahrhunderts von dem

Niederländer Herman Dooyeweerd

(1984-1977) gegründet.

Der an der christlichen Freien

Universität Amsterdam tätige Jurist

hatte in seinem philosophischen

Werk ein biblisches Weltbild

entwickelt und die seit

der Aufklärung vorherrschenden

atheistischen Grundsätze der

Wissenschaften kritisiert. Seiner

Ansicht nach sollten die Wissenschaften

die Ehre Gottes vermehren,

anstatt einer gottlosen Logik

zu vertrauen. Diesem Anliegen

fühlen sich inzwischen sieben

Lehrstühle an niederländischen

Universitäten verpflichtet.

18

BAUSTEINE 8/2005


IMPULS

„Bräutigam

der liebenden Seele“

■ RUTH MARIA MICHEL*

Die beiden Gestalten 1 ,

herausgelöst aus der Darstellung

des Letzten Abendmahls,

laden zum stillen

Verweilen ein bei Jesus

Christus: Vier Mal etwa

15 – 20 Minuten.

1. Meditationszeit

❍ Der Jünger ruht mit seinem

Kopf zum Herzen Jesu hin: „Einer

von seinen Jüngern lag an der

Brust Jesu, er, den Jesus lieb hatte

2 .“ Von diesem Herzen geht etwas

aus, das nicht mit dem Verstand,

sondern nur mit dem Herzen

„begriffen“ werden kann:

„Wenn ich über die Erde erhöht

bin, werde ich alle an mich ziehen.“

☞ Als ob die „liebende Seele“

von der Liebe Jesu wie von einem

geheimnisvollen Kraftfeld angezogen

würde: die Gebärde des

Kopfes und der rechten Hand,

die Falten seines Gewandes.

❍ Der Jünger scheint zu schlafen:

„Ich schlafe, aber mein

Herz wacht 3 .“

☞ Gebärde reinen Sich-Anvertrauens:

„Schweig dem Herrn und halt

ihm still, dass er wirke, was er

will 4 .“

❍ Ich bete mit dem Atem beim

Einatmen: Jesus ... beim Ausatmen:

... ich (über-) lass mich Dir.

2. Meditationszeit

❍ Wohin geht der Blick Jesu?

In die Nacht der Passion?

In das abgründige Leid, in die

Finsternis der Welt?

Hat er soeben beim Mahl das

Wort gesprochen:

„Mein Leib – für euch dahingegeben“?

☞ Das grosse „Für euch“ seines

Lebens und Sterbens?

☞ Findet sein Blick auch mich?

❍ Ich bete mit dem Atem

beim Einatmen: Jesus ...

beim Ausatmen: ... Du für mich.

3. Meditationszeit

❍ Jesus nimmt die Hand seines

Jüngers in die seine:

Nicht festhaltend, sondern bergend,

Verbundenheit schenkend,

empfangend.

❍ Die andere Hand Jesu legt

sich auf die Schulter des Jüngers:

Bewahrend, vergewissernd, vielleicht

auch: „Bleibe bei mir“.

☞ Hier ist Gemeinschaft: communio.

Das „Für euch hingegeben“ Jesu

darf die Antwort des Jüngers

hervorrufen: Ich lass mich DIR,

Herr.

☞ Es gibt zwischen Jesus Christus

und seinem Jünger ein persönliches

„Kennen“:

Ich kenne die Meinen und die

Meinen kennen mich 5 .

Bleibet in mir, ich bleibe in euch 6 .

❍ Ich bete mit dem Atem

beim Einatmen: Du ...

beim Ausatmen: ... gibst Dich mir.

beim Einatmen: Ich ...

beim Ausatmen: ... lass mich Dir.

4. Meditationszeit

Das ist „Evangelium“ – gute

Nachricht:

☞ zuerst Seine Hin-Gabe: seine

Liebe will zu mir hin strömen –

ein Bild der Contemplatio

??? Bin ich auf der Seite des

Jüngers: Kann ich mich so anvertrauen?

??? Bin ich auf der Seite Jesu:

Eine, bei der eine andere sich

angenommen fühlen kann?

??? Bin ich so, wie die Hand Jesu

zeigt: Den anderen annehmend

und doch freilassend?

☞ Solche Zeiten bei Jesus

Christus suchen und zulassen

und erfahren: Jesus, bei Dir ist

der Ort meiner Freiheit.

In dieser Welt voller Rätsel gibt

es etwas zutiefst Vertrauenswürdiges,

Haltendes: Der tragende

Grund der Welt ist ewige, unendliche

Liebe.

Die Mitte der Welt ist die Ohnmacht

der gekreuzigten Liebe.

Trotz allem und in allem darf ich

bei Jesus bleiben.

☞ Je tiefer das Bei-Ihm-Sein

(Contemplatio) gelebt wird, desto

mehr drängt seine erfahrene

Liebe zur Actio:

● Zum Zeugnis des Wortes und

des Lebens.

● Zur Sehnsucht, die Welt in seine

Liebe einzubeziehen.

*inspiriert von J. Bours. Halt an, wo läufst du

hin? Herder 1990, ISBN 3-451-21835-6

1 Christus-Johannes-Gruppe; namenloser

Künstler (Berlin-Dahlem, Staatliche Museen)

des 14. Jh. – eine Zeit mystischer Verinnerlichung,

in der Jesus Christus als Bräutigam

der „minnekliche Sele“, der liebenden Seele,

gesehen wurde.

2 Joh 13,23

3 Hld 5,2

4 Gerhard Tersteegen

5 Joh 10,14

6 Joh 15,4

Gebet

Wenn ich so an deiner Seite

ruhen und die Augen

schliessen könnte,

während du wachst!

Wenn ich so meine Hand

in deine legen dürfte,

die du mir anbietest!

Wenn du so deine Linke

auf meine Schulter legtest,

dass ich ruhig sein kann und

gelassen!

Wenn wir so miteinander

eins sein dürften:

Ich in dir und du in mir!

Und da sagst du:

An jenem Tage werdet ihr

erkennen, ich bin in meinem

Vater, ihr seid in mir,

und ich bin in euch.

(Joh 14,20)

Was kann ich anderes,

als bitten: Herr, lass nicht zu,

dass ich mich jemals

von dir trenne.

JOHANNES RIEDE

BAUSTEINE 8/2005

19


VBG

Neue

Mitarbeitende

Bettina Troxler

■ MARIANNE WALKER

Bettina Troxler ist die neue

Mitarbeiterin unter internationalen

Studierenden in

Fribourg.

Menschen aus aller Welt, verschiedensten

Sprachen und Kulturen,

kommen in die Schweiz,

um hier zu studieren. Die VBG-

Studierendenarbeit veranstaltet

internationale Abende für diese

Studierenden. Bettina Troxler arbeitet

schon längere Zeit im Team

dieser internationalen Arbeit in

Fribourg mit. Sie hat dabei viel

Freude im Kontakt mit solchen

Menschen erfahren, und sie

möchte diese Menschen auch mit

dem Evangelium erreichen.

Bettina wurde am 24.9.1980

geboren und wuchs im Luzerner

Hinterland auf. Schon in der

Schulzeit war sie aktiv in der

Schülerbibelgruppe. Später studierte

sie Klinische Heilpädagogik

und Sozialpädagogik an der

Universität Fribourg.

Bettina hat schon mit verschiedensten

Menschen gearbeitet,

sei es im Vorpraktikum zu ihrem

Studium mit geistig behinderten

Kindern, in der Hausgemeinschaft

der Casa Moscia oder in

20

BAUSTEINE 8/2005

BILD: ZVG.

Peru im Rahmen eines Hilfsprojektes.

Die Zeit in Peru empfand

Bettina als sehr spannend und erlebnisreich.

Ihr wurden jedoch

auch die schwierigen Lebensumstände

der Menschen sehr bewusst.

Diese Erfahrungen haben

Bettina stark geprägt. Im Rahmen

ihrer Diplomarbeit setzte sie sich

intensiv mit der Literatur über

Kinder auseinander, die in Lateinamerika

auf der Strasse leben

müssen.

Ihre Begabung und Erfahrung

im Umgang mit Menschen kann

Bettina in ihre Arbeit mit internationalen

Studierenden integrieren.

Wir wünschen Bettina viel

Freude und Kraft für ihre Aufgabe!

Christoph Egeler

■ MARIANNE WALKER

Christoph Egeler ist neuer

Mitarbeiter der Bibelgruppe

für Studierende (BGS) in

Zürich.

Christoph Egeler ist ein Mensch,

der sich und andere bewegt. Sei

es im geistlichen und seelischen

Leben oder auch ganz praktisch.

Der Glaube an Gott und die Beziehung

zu Jesus Christus bedeuten

ihm einerseits Heimat und

Zuhause, andererseits aber auch

Sinn, Berufung und Herausforderung.

Gott soll alle Lebensbereiche

durchdringen, sein Leben

BILD: ZVG.

prägen und verändern. Darüber

hinaus ist es ihm ein Anliegen,

junge Menschen in einem akademischen

Umfeld auf ihrem (Glaubens-)Weg

zu begleiten und zu

ermutigen.

Geboren wurde Christoph am

26.12.1974 in Liestal; aufgewachsen

ist er in Lausen (BL). In der

Schülerbibelgruppe am Gymnasium

Liestal hatte er den ersten

Kontakt mit den VBG. Sein

Psychologiestudium absolvierte

er in Basel und Bern, heute lebt er

in Zürich.

Christoph leitet eine Lobpreisgruppe

in der Evang.-

methodistischen Kirche Zürich 4

und arbeitet in der sozial-diakonischen

Kinder- und Jugendarbeit

„NetZ4“ in Zürich/Kreis 4 mit.

Neben seiner Tätigkeit in den

VBG als Mitarbeiter der Bibelgruppe

für Studierende in Zürich,

hat Christoph einen Lehrauftrag

für Psychologie und Soziologie

am Zentrum für Ausbildung im

Gesundheitswesen in Winterthur

und steht zudem in einer didaktischen

Weiterbildung. Christoph

ist verheiratet mit Nadine Egeler-

Lehmann, Mitarbeiterin in der

VBG-Schülerarbeit.

BILD: RUTH IMHOF-MOSER

TIPP

Gratis an die VBG-Abendschule

„Homo homini

lupus est“

(Mkä) „Homo homini lupus est“ –

„Der Mensch ist dem Menschen

ein Wolf“, sagten die Römer und

meinten damit: Gewalt ist unter

den Menschen unvermeidlich.

Das Thema bildete den Rahmen

für die Religionspädagogische

Kurswoche für Lehr- und Pfarrpersonen

sowie Katechetinnen in

der zweiten Oktoberwoche in

Mosca. Dabei eigneten sich die

Teilnehmenden persönliche Kompetenzen

im Umgang mit Gewalt

an und nahmen didaktische Bausteine

für den Unterricht mit nach

Hause.

Mehr dazu in der nächsten Ausgabe oder auf

www.eVBG.ch > News

(HPS) Möchten Sie einen Abend an der VBG-Abendschule geschenkt

bekommen? Dann laden wir Sie ein, Kontaktperson der

Abendschule zu werden.

Das geht ganz einfach: Sie verpflichten sich für ein Jahr, in Ihrer

Kirche oder Freikirche (oder in Ihrer Firma) das Kursprogrammheft

in der benötigten Anzahl aufzulegen und hie und da mit

Einzelprospekten Ihrer Wahl zu ergänzen (aber bitte immer in

Absprache mit der Leitung).

Melden Sie sich doch bitte direkt bei mir, wenn ich Sie in den

Kreis der Kontaktpersonen aufnehmen darf und geben Sie mir

gleich die gewünschte Anzahl der Kursprogrammhefte an. Wir

werden Ihnen bei der Auslieferung die nötigen Angaben und

einen entsprechenden Geschenkgutschein beilegen.

Hanspeter Schmutz, Leiter der VBG-Abendschule, Schöneggweg 1, 3672 Oberdiessbach,

031 771 28 79, info@vbginstitut.ch


VBG

credo.unilu –

offene Türen an

der Uni Luzern

■ PHILIPP AEBI

GLAUBEN+ DENKEN+

FEIERN! Unter diesem Leitmotiv

und unter dem Projektnamen

„credo.unilu“ startete

kürzlich an der Uni und den

Fachhochschulen Luzern eine

neue Bibelgruppe für Studierende.

Am Aufbau der Arbeit an der erst

seit drei Jahren bestehenden Uni

beteiligen sich insbesondere

Philipp Aebi, reformierter Pfarrer

und Leiter der VBG-Studierendenarbeit,

das Anwaltsehepaar

Jolanda und Peter Stadelmann-

Tschopp und der Theologe Daniel

Meier, Pastoralassistent in der

Franziskanerpfarrei in§§ Luzern.

Die Projektgruppe besteht aus

lauter Personen, welche vor etlichen

Jahren gemeinsam die Bibelgruppe

an der Uni Bern besuchten

und jetzt berufshalber

nach Luzern umgezogen sind. Die

Freude war gross, als sich die Beteiligten

diesen Frühling regelmässig

zu treffen begannen, um

die Idee, eine neue Studierendenbibelgruppe

zu gründen, weiter

zu entwickeln und für das

Anliegen zu beten.

An der Uni Luzern, wo Philipp

Aebis Frau, Regina E. Aebi-Müller,

seit kurzem als Rechtsprofessorin

wirkt, hat die Universitätsleitung

nun grünes Licht gegeben

und steht der Neugründung

unterstützend und wohlwollend

gegenüber. Dies drückt sich etwa

darin aus, dass dem offiziellen

Versand vor Semesterbeginn an

alle rund 1500 Studierenden eine

Postkarte zu „credo.unilu“ beigelegt

wird und die gottesdienstlichen

Treffen in einem Raum mit

Klavier und Cheminée in den Hörsälen

der Uni im Hotel „Union“

stattfinden.

In den vorerst monatlichen

interkonfessionellen gottesdienstlichen

Treffen liegt der Akzent

auf der Gemeinschaftspflege

untereinander und mit dem

dreieinigen Gott. Studierende

sollen ermutigt und angeleitet

werden, die Verbindung von

Glauben und Denken zu wagen,

Lebens- und Glaubensfragen auf

den Grund zu gehen und in der

persönlichen Spiritualität zu

wachsen.

Die gottesdienstliche Premiere

findet am 9. Nov. 2005, 19.15 Uhr,

im Hörraum U0.04 im Hotel

„Union“, Löwenstr. 16, statt.

Nach dem Gottesdienst bleibt

Zeit zur Begegnung mit kleinem

Imbiss/Kaffee/Getränken.

Website: www.credo-unilu.ch

Ein Teil des credo.unilu-Teams mit Peter Stadelmann, Philipp Aebi und Daniel Meier

BILD: FRITZ IMHOF

INFO

Das Programm

Mittwoch, 7. Dez. 2005

Ruth M. Michel, Ausbildung

in Theologie, geistliche

Begleiterin, VBG-Mitarbeiterin:

„2000 Jahre

Weihnachten: Der heruntergekommene

Gott“

Mittwoch, 11. Jan. 2006

Anne-Lise Diserens, dipl.

Architektin ETH und Leiterin

der VBG-Berufstätigenarbeit:

„Wenn Fassaden

fallen – Aufbruch zur

eigenen Identität“

Mittwoch, 8. Febr. 2006

Pfr. Philipp Aebi, Leiter

VBG-Studierendenarbeit:

„Ich hebe meine Augen

auf zu den (Prüfungs-)Bergen:

Woher kommt mir Hilfe?“

Mit Gebetsangebot

für Prüfungen!

Mittwoch, 8. März 2006

P. Dr. Christian M. Rutishauser

SJ: „Back to the

roots – die Wurzeln unseres

Glaubens“

Geburten

Gut, dass es dich gibt!

Florian Benedict , 4. Oktober 2005

Wir freuen uns.

Marianne und Lukas Huber-Kaltenrieder

mit Valentin, Mathis und

Rosina

Wir freuen uns über die Geburt

von Pascal, geb. 11. Juni 2005.

Die glücklichen Eltern: Manuela

und Hannes Dütschler mit Mirjam

und Benjamin

Trauung

Nadine Lehmann + Christoph Egeler

haben am 10. September geheiratet.

Ihre Adresse: Rotwandstrasse

35, 8004 Zürich

Die Armut

stoppen

(FIm) Am Nord-Süd Tag der Kampagne

„StopArmut 2015“ hat der

Generalsekretär der International

Fellowship of Evangelical Students

(IFES), Vinoth Ramachandra,

die evangelischen Christen

der Schweiz aufgerufen, den

Kampf gegen die Armut entschiedener

zu unterstützen.

Zur Tagung hatte der Schweizer

Zweig der weltweiten Aktion

„StopArmut“ eingeladen, welcher

der Evangelischen Allianz

nahe steht. Dabei wurden auch

vier Projekte eines Wettbewerbs

als beispielhafte und zukunftsweisende

Projekte zur Behebung

der Armut ausgezeichnet.

Mehr darüber auf www.eVBG.ch > News.

Finanzometer

Okt. 2005

DER HAUPTKASSE

1 700 000

1 600 000

1 500 000

1 400 000

1 300 000

1 200 000

1 100 000

1 000 000

900 000

800 000

700 000

600 000

500 000

400 000

300 000

200 000

100 000

Ertrag Fr. 1‘431 501.85

0

Defizit per Ende Okt. 05

Fr. 211’270.37

Aufwand Fr. 1’642’772.22

BAUSTEINE 8/2005

21


VBG

Dazwischen stehen

■ FRITZ IMHOF

Die Vereinigten Bibelgruppen (VBG) sind eine interkonfessionelle

Bewegung, die sich klar am Zentrum Jesus Christus

orientiert und von diesem Standort aus zwischen unterschiedlichen

Kirchen und Bewegungen vermitteln kann. Die

Spannungen, die daraus erwachsen, sollen VBG-Mitarbeitende

und Leitungsverantwortliche aushalten. Diesen Akzent

setzte Ruth Maria Michel, Verantwortliche für das Ressort

Kontemplation und Meditation der VBG, in ihrer Predigt am

VBG-Tag vom 4. September in Zürich-Altstetten.

„Wir müssen den Mut haben, in

allen Begegnungen mit Menschen

unterschiedlicher Frömmigkeitsstile

zu Jesus Christus,

seinem Tod und seiner Auferstehung

zu stehen“, sagte Ruth Maria

Michel. Dabei gelte es für

VBG-Mitarbeitende und -Verantwortliche,

auch Spannungssituationen

auszuhalten. VBGler

müssten üben, dazwischen zu

stehen: zwischen unterschiedlichen

Traditionen, Meinungen

und Stilen – ohne sich vereinnahmen

zu lassen. Dies befähige die

VBG auch, zwischen Polen zu vermitteln.

Wer in Jesus Christus verankert

sei, gewinne an Beweglichkeit

und werde befähigt, im

konkreten Moment richtig zu

handeln.

Brückenbauer sein

Dies kann laut Ruth Michel nicht

bedeuten, dass fehlerhaftes Verhalten

bagatellisiert wird. Statt

Sünde wegzuinterpretieren, sollen

VBG-Angehörige aus der Vergebung

leben und Hoffnung verbreiten.

Sie sollen geistgeleitet

leben und für das prophetische

Wirken des Heiligen Geistes of-

fen sein. Sie können so auch

Brücken bauen zwischen Traditionen

und Organisationen, aber

auch zwischen Glaubenden und

Noch-nicht-Glaubenden. In der

praktischen Arbeit sollen die Mitarbeitenden

in den VBG immer

wieder darauf achten, auf Fragen

zu antworten, welche die Menschen

wirklich bewegten. Dabei

sei der Gedanke wesentlich:

„Was verhilft zu mehr Glauben,

Frieden und Freiheit?“ Der VBG-

Leiter, der promovierte Chemiker

Benedikt Walker, sprach von einer

„engagierten Gelassenheit“,

zu der Mitarbeitende und Leitende

in den VBG gerufen seien.

Pfarrer Philipp Aebi, Leiter der

Studierendenarbeit (STU) der

VBG, informierte über die Entwicklung

in seinem Arbeitszweig.

An der Uni Luzern, wo seine

Frau Regina Aebi-Müller seit

kurzem als Rechtsprofessorin

wirkt, ist es gelungen, in Zusammenarbeit

mit der Universitätsleitung

eine neue Studierendenarbeit

unter der Projektbezeichnung

„credo.unilu“ zu starten.

Zur Zeit ist ein Team dabei,

die Arbeit konkret aufzubauen.

Aebi sprach von einer sehr glücklichen

Situation und guten Voraussetzungen

für die künftige Arbeit.

In Luzern beteiligen sich das

Anwaltsehepaar Jolanda und Peter

Stadelmann-Tschopp sowie

der Theologe Daniel Meier, Pastoralassistent

einer katholischen

Pfarrei, am Aufbau der Arbeit.

Sich Veränderungen

stellen

Herausgefordert sind die VBG

zurzeit vor allem im Kurswesen,

wo besonders das Zentrum Rasa

einen Teilnehmerrückgang beklagt,

der zu einem Verlust in der

Gesamtrechnung 2004 der VBG

von gegen 100'000 Franken beigetragen

hat.

Die Teilnehmenden an der Jahresversammlung

des VBG-Vereins

haben sich über Jahresrechnung

und Jahresbericht informiert

und diese abgenommen.

Sie haben sich auch engagiert

mit dem Kurswesen befasst und

mögliche Anpassungen und Reformen

vorgeschlagen. Sie regten

an, die Kurse vermehrt auf die

Bedürfnisse abzustimmen und

beim Einladen das persönliche

Beziehungsnetz zu nutzen. Zudem

müsse der stark gestiegenen

Konkurrenzsituation mit

einem verbesserten Marketing

begegnet werden. Wesentlich sei

auch, dass das Profil der beiden

Kurs- und Ferienzentren Moscia

und Rasa deutlich sichtbar werde.

Andererseits gebe es auch

sehr erfolgreiche Kurse, bei denen

sich ein Ausbau lohne, wurde

an der Vereinsversammlung festgehalten.

INFO

Abschied und

Segnung

Der VBG-Tag hat sich von

den folgenden Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern verabschiedet:

● Franziska Glur

(Schülerarbeit Bern Land)

● Karin Fehr (Studierendenarbeit

Zürich)

● Andi Allemann

(Studierendenarbeit Bern)

● Markus Nagel (Öffentlichkeitsarbeit,

Webmaster)

● Christoph Schmutz

(Schülertreff pur)

● Andi und Rita Schmid

(Leitung Campo Rasa)

● Annemarie Schmid

(Vorstand)

● Manuel Häberli (Schülerarbeit,

Studierendenarbeit,

Öffentlichkeitsarbeit)

Folgende neue Mitarbeitende

wurden begrüsst und

gesegnet:

● Hansjürg Glur (Studierendenarbeit

Bern)

● Barbara Ninck (Schülerarbeit

Bern Land)

● Peter Stadelmann

(Vorstand)

● Rico Bossard (Schülerarbeit

Aargau)

● Wolfgang und Erika Küng

(Leitung Campo Rasa)

● Bettina Troxler

(Internationale Studierende)

● Christoph Egeler (Studierendenarbeit

Zürich)

Die Bilder: Präsentation der

Studierendenarbeit; Ausstellung der VBG-

Arbeitszweige, Predigt Ruth M. Michel,

Daniel Kummer und Martin Forster.

22

BAUSTEINE 8/2005


REZENSIONEN

Jubiläumsausgabe

„Rufen –

nicht fürchten

■ PETER FLÜCKIGER

Bekanntlich hat Lisel Moser

zusammen mit ihrer Freundin

Anni Rickenbacher die Casa

Moscia 1946 als evangelisches

Jugendhaus gegründet.

Die damaligen VBG

unter Hans Bürki haben die

einzigartige Anlage erst 1957

übernommen und als Heimstätte

für die eigenen Lager

weitergeführt.

Lisel Moser, geboren 1891 in

Thun, ist eine christliche Schweizer

Pionierin des frühen 20. Jahrhundert.

Trotz ihrem unscheinbaren

Äusseren war sie visionär,

innovativ und initiativ in der evangelischen

Jugendbewegung tätig.

Als erste Jugendmitarbeiterin des

Blauen Kreuzes des Kantons Bern

gründete sie unter schwierigen

Bedingungen Ferienlager in Achseten

bei Adelboden. Später, kurz

vor dem Zweiten Weltkrieg, baute

sie die Heimstätte für die reformierte

Jugend in Gwatt am Thunersee

auf, und als 55-Jährige

entdeckte sie Moscia am Lago

Maggiore.

Kraft und Motivation schöpfte

sie aus einer vertrauensvollen

Beziehung zu Gott, die sich treffend

mit dem von ihr gewählten

Titel umschreiben lässt: „Rufen –

nicht fürchten“ (Römer 8,15).

Freunde hatten sie mehrmals gedrängt,

ihre Lebensgeschichte

aufzuschreiben. 1964 erschien

das Büchlein erstmalig und war

dann lange vergriffen.

Auf Initiative von Hans Kipfer,

Geschäftsführer des Gwatt-Zentrums,

wurde dieses Jahr eine

Neuauflage als Jubiläumsausgabe

herausgegeben. Form, Sprache

und Stil wurden ganz beibehalten.

So sind Umfeld und Zeit,

in der Lisel Moser gewirkt hat,

nachvollziehbar und sehr gut

spürbar. Ein Vor- und Nachwort

beschreiben, was aus ihren drei

Gründungen geworden ist, die

sich entwickelt und verändert haben.

Moser, Lisel. „Rufen

– nicht fürchten.

Meine Lebensgeschichte“.

Bern,

Blaukreuz-Verlag,

2005. Paperback,

159 Seiten.

Fr. 19.80.

ISBN 3-85580-439-7

Die verlängerte

Pilgerreise

■ FRITZ IMHOF

Es ist ungewöhnlich, dass

ein Versicherungsmathematiker,

Kadermann einer grossen

Krankenversicherung

und Universitätsdozent, ein

Buch über Glaubensfragen

schreibt. Konstantin J.J. Beck

hat es getan. Sein Thema

sind zwei Lebenskrisen, in

denen er die Antwort des

Glaubens suchte. Ein

Lebenszeugnis, das unter

die Haut geht.

In tagebuchartiger Form beschreibt

Konstantin Beck seine

erste Wanderung nach Taizé, auf

der er sich eine Wende für sein

Rückenleiden erhofft. Trotz quälender

Schmerzen bringt die Pilgerwanderung

vorerst keine Antwort.

Aber die Heilung stellt sich

auf besondere Weise einige Monate

später ein. Die nächste Pilgerfahrt

unternimmt er mit dem

Velo. Sie bringt ihm eindrückliche

Erlebnisse, doch muss er nach

seiner Rückkehr feststellen, dass

seine Ehe auf dem Weg zum Zerbrechen

ist. Auf der dritten Pilgerreise

ringt er um Antworten

auf die Scheidungsfrage.

Er ringt in dieser und weiteren

persönlichen Fragen um einen

„religiös kompatiblen Weg“, wie

er sich ausdrückt. Er sucht bewusst

nicht die einfache Antwort

auf seine Situation, hinterfragt

auch immer wieder seine eigene

Rolle, als sichtbar wird, dass seine

erste Ehe nicht mehr zu retten

ist. Er vermeidet es, seine Theologie

den Umständen anzupassen.

Das Buch ist ein eindrückliches

Zeugnis des Eingreifens Gottes,

seiner besonderen Führungen

im körperlichen Leiden und

in persönlichen Unzulänglichkeiten.

Tiefgreifende Erfahrungen,

die den Glauben des Autors bewährten

und zu vertieften.

K. J.J. Beck. „Auf der

Suche nach befreiendem

Glauben – Ein

Pilgertagebuch“.

Verlag www.meinbu.ch.

112 Seiten,

Softcover,

ISBN 3-86516-438-2,

Fr. 11,80. Bezug:

www.meinbu >

„Buch-Laden“ >

Religion. Oder direkt

beim Autor, Bohlstr.

21, 6300 Zug.

Charismatische

Frömmigkeit

■ FELIX RUTHER

Im Juni 2004 organisierte das

täuferisch-mennonitische Theologische

Seminar Bienenberg ein

Symposium zur „Faszination Heiliger

Geist“. Im vorliegenden

Buch sind die Hauptreferate sowie

eine Reihe der darauf erfolgten

Antworten und Reaktionen

zusammengefasst. Ergänzt wurden

die Beiträge durch persönliche

Erfahrungsberichte und biblische

Besinnungen.

Eine der Besinnungen stammt

von VBG-Mitarbeiter Martin Forster,

der teilzeitlich als theologischer

Lehrer auf dem Bienenberg

wirkt. Darin ermahnt er anhand

von 1. Kor 13, dass durch diesen

Text keine Geistvergessenheit legitimiert

werden darf, der charismatische

Weg aber ein Weg der

Liebe sein muss. Das Buch enthält

eine Fülle von guten Beiträgen

u.a. zu folgenden Themen:

Die Auseinandersetzung mit den

Mächten der Finsternis, der Umgang

mit Autortität bei Konflikten

über Geistleitung, das charismatische

Gottesdienstverständnis

und die Praxis der Geistesgaben

in der Gemeinde.

Zwei Beiträge möchte ich hervorheben:

Peter Zimmerling thematisiert

in sehr erhellender

Weise – ausgehend von den vorherrschenden

Zeitströmungen –

die Ursachen und Hintergründe

für die Attraktivität charismatischer

Bewegungen.

Bernhard Ott beschreibt im abschliessenden

Beitrag die Herausforderungen

charismatischer

Frömmigkeit aus täuferisch-mennonitischer

Sicht. Kritisch hinterfragt

er seine eigene Tradition und

sieht in der charismatischen die

Chance einer Horizonterweiterung.

Ungeschminkt beschreibt er

aber auch die von ihm wahrgenommenen

Defizite. Das Buch

zeugt von einer echten Auseinandersetzung

mit den charismatischen

Bewegungen und leistet

daher einen wichtigen Beitrag zur

Einheit der Christen.

Forster, Martin und

Jecker, Hanspeter

(Hrsg.). „Faszination

Heiliger Geist.

Herausforderungen

charismatischer

Frömmigkeit.“

Fr. 23.50.

ISBN 3-937896-13-9

(Neufeld Verlag)

oder

ISBN 3-7722-3047-4

(Ernst Franz Verlag)

BAUSTEINE 8/200523


TERMINE

VBG-FERIEN

Di. 27.12.05 – So. 1.1.06 •

Neujahrskurs

Moscia 1

JM STU

Di. 27.12.05 – Mo. 2.1.06 •

Praise and Pray

Rasa 2

JU

Di. 27.12.05 – Mo. 2.1.06 •

Snowcamp 1 in Flumserberg

Snowcamp 2 in Lötschental

044 262 52 47

JU

Di. 27.12.05 – Mo. 2.1.06 •

Rasa 2 im Winter

BER (25 – 45 J.

So. 12.2. – So. 19.2.06 •

Russland-Kulturreise

044 341 30 85

BER

Fr. 3.3. – So. 5.3.06 •

Stilles Wochenende,

Luzern

044 262 52 47

ALLE AB 18 J.

So. 2.4. – Sa. 8.4.06 •

Holzer- und Handwerkerwoche

Rasa 2

ALLE AB 18 J.

Fr. 7.4. – Do. 13.4.06 •

Fastentage vor Ostern,

Rasa 2

ALLE AB 18 J.

1 Tel. Moscia: 091 791 12 68

2 Tel. Rasa: 091 798 13 91


freie Plätze

JU = Jugendliche (15–22 J.)

STU = Studierende

JM = Junge Menschen (18–35 J.)

BER = Berufstätige/Erwerbslose

Pensionierte

24

BAUSTEINE 8/2005

Einzelprospekte sind unter den entsprechenden Adressen

erhältlich oder beim: VBG-Sekretariat, Zeltweg 18,

8032 Zürich, Tel. 044 262 52 47, Fax 044 262 01 60,

info@eVBG.ch, www.eVBG.ch

GOTTESDIENSTE

Abendfeier in Zürich

„Weil ich mit dir reden muss –

Das Gebet, das die Welt umspannt“

Lieder – Impulse – Meditation –

Stille – Gebet – Segen

So. 20.11.05, „denn dein ist ... in

Ewigkeit“

So. 11.12.05, „Amen“

Jeweils 17.30 – 19.00 Uhr in der

Augustinerkirche, Nähe Tramstation

„Rennweg“ an der

Bahnhofstrasse

Leitung: Dr. Wolfgang Bittner und

Dr. Felix Ruther

Kontakt: felix.ruther@eVBG.ch

044 363 75 33

Abendgottesdienst Bern

„denken – glauben – feiern“

So. 20.11.05, Pluralismus und Relativismus

So. 15.01.06, Individualismus

und Narzissmus

Jeweils 19.00 – 20.00 Uhr in der

Antonierkirche, Postgasse 62,

Haltestelle „Rathaus“

Referent: Dr. Felix Ruther

Veranstalter: VBG-Institut

Kontakt: hanspeter.schmutz@eVBG.ch

031 771 28 79

FRAUEN

Frauennachmittag in

Zürich

„Krisen des Lebens – Chancen

des Lebens“

Umbrüche im beruflichen wie

privaten Bereich

Samstag, 19.11.05,

14.00 – 18.00 Uhr

Krisen im Leben sind oft mit

schmerzhaften Erfahrungen verbunden.

Sie können unvermutet

auftreten oder haben sich schon

länger abgezeichnet. Sie äussern

sich in privaten, beruflichen oder

anderen Bereichen und sind eine

grosse Herausforderung. Oft stellen

sie unser bisheriges Leben in

Frage und gehen einher mit biographischen

Umbrüchen.

Wie gehen Frauen damit um?

Inwiefern haben unsere Rollen

in der Gesellschaft mit unseren

Krisen zu tun? Können Krisen zu

Chancen im Leben werden? Wie

kann der Glaube darin helfen?

Diesen Fragen wollen wir in Kurzreferaten

und Erfahrungsberichten

zusammen nachgehen.

Mit den Teams der Frauentreffs

Zürich und Bern sowie Frauen

des VBG-Vorstandes.

Ort: EMK, Promenadengasse 4,

Zürich

Keine Anmeldung erforderlich

Kontakt Frauengruppe: Anne-Lise Diserens

Hohenklingenstr. 8, 8049 Zürich

Tel. 044 341 30 85, Fax 044 341 30 71

anne-lise.diserens@eVBG.ch

FACHKREIS INFORMATIK

Zürich-Ostschweiz

Fr 2.12.05, abends

Infos: Fred Käser, fkaeser@netpoint.ch

Region Bern

Do 24.11.05, ab 12.15 Uhr

Rest. Beau-Lieu, Bern

Infos: Felix Grimm, fgrimm@swissonline.ch

NATURWISSENSCHAFTEN

Lesegruppe Zürich

Lesen und diskutieren über

Naturwissenschaft und Glaube,

z.Z. das Buch von Clouser „The

myth of religious neutrality“.

Je nach Bedürfnis auch persönlicher

Austausch. Alle Interessierten

sind herzlich willkommen,

es braucht kein spezielles

Vorwissen.

Nächstes Treffen: Mi. 16.11.2005,

17.30 – 19.30 Uhr, Zeltweg 18,

1. Stock

Kontakt: felix.ruther@eVBG.ch, 044 363 75 33

SPIRITUALITÄT

Stilles Wochenende

Luzern, Haus Bruchmatt

Fr. 03.03.2006 – So. 05.03.2006

Walter Gasser, Individualpsychologischer

Berater, ehemaliger

Studienleiter VBG

Tel. 062 849 06 90

waltergasser@gmx.ch

Ruth Maria Michel, VBG-Mitarbeiterin,

Exerzitienbegleiterin.

ruth.michel@eVBG.ch

Pensionskosten: Einerzimmer/

Vollpension 2 Tage Fr. 194.–; hinzu

kommt das Kursgeld: Fr. 170.–

Anmeldung: VBG-Sekretariat, Zeltweg

18,8032 Zürich, Tel. 044 262 52 47

Fax 044 262 01 60, info@eVBG.ch

Exerzitien im Alltag

mit Worten aus dem

Johannesevangelium

Die Exerzitien mit dem Thema

„Komm und sieh“ wollen helfen,

sich selber und seinen konkreten

Lebensalltag bewusst in den

Blick zu nehmen und mit Gott in

Verbindung zu bringen, wesentlicher

zu leben und verfügbarer

zu werden für den Dienst am

Mitmenschen.

Zürich: Jeweils Montags, 27.02. /

06. + 13 + 20. + 27.03. / 03.04.06

19.00 – 21.00 Uhr

Leitung: Ruth Schöni-Sigrist

Exerzitienbegleiterin i.A.

Uzenstorf, 032 685 48 42

rschoeni@solnet.ch

Anmeldung/Prospekte: VBG-Sekretariat

Zeltweg 18, 8032 Zürich, Tel. 044 262 52 47

Fax 044 262 01 60, info@eVBG.ch

PHARMAZIE

Gebet – Strategie der

(Ohn-)Macht

Beat Christen lässt uns teilhaben

an seinen Erfahrungen mit dem

Gebet im Bundeshaus und an

andern Orten

Datum/Zeit: Samstag,

25.03.2006 ab 17:00 Uhr

Ort: Theologisch-Diakonisches

Seminar, Frey-Herosé-Str. 9,

Aarau


TERMINE

PrayDay 2005

Leitung: Silvia Trost und Hanna

Zeller

Referent: Beat Christen

Kosten: Kollekte

Auskunft/Anmeldung: Hanna Zeller,

Gehrrebenstr. 8, 8908 Hedingen

Tel: 044 761 70 47, hanna.zeller@gmx.net

WILDBERG-WOCHENENDE

Ermutigung für 2006

Ein Halt – Einhalt – und Startpunkt

zu Beginn des neuen Jahres.

Besinnung, Zurücklehnen

und Bilanz ziehen, Ziele und

Meilensteine setzen.

Datum/Zeit: Freitag, 27.01.06,

18.00 Uhr – Sonntag,

29.01.06 ca. 14.00 Uhr

Ort: Diakonissenhaus Wildberg

Verantwortliches Team: Eric

Hoffmann, Ipsach (Leitung) /

Susi und Urs Lehner, Bolligen /

Stephan Marfurt, Buchs

Gastreferentin: Ruth Maria

Michel, VBG-Mitarbeiterin

Kosten: Ehepaare: Fr. 410.– (inkl.

Vollpension) / Einzelteilnehmende:

Fr. 240.– (inkl. Vollpension)

Auskunft/Anmeldung(bis 16.1.06): Susi und

Urs Lehner, Bodenacker 14, 3065 Bolligen

GEBET

(VBG/SEA-Jugend) Bereits zum sechsten

Mal wird am 15. November 2005 in der

Schweiz der „Prayday“ stattfinden. Hinter

diesem Namen verbirgt sich die Idee

eines europäischen Gebetstages für die

Schulen. Seit diesem Jahr wird die Vision nicht mehr allein von

der Schülerarbeit der Vereinigten Bibelgruppen (VBG) getragen,

sondern von der Jugendarbeit der Schweizerischen Evangelischen

Allianz (SEA-Jugend) partnerschaftlich mitverantwortet.

In ganz Europa beteten in den vergangenen Jahren jeweils

Zehntausende von jungen Leuten an ihren Schulen. Gott soll

nicht ab und zu im Alltag mal eine fromme Rolle spielen, wenn

man ihn in einer Prüfung oder wegen eines Problems gerade

braucht, sondern er ist gemäss seiner eigenen Zusage voll dort

mit dabei, wo Menschen sich in seinem Namen treffen, ihn anbeten

und um seine Hilfe bitten. Er ist überall und jederzeit mitten

drin im Schulalltag!

Weitere Infos, konkrete Ideen und der aktuelle Flyer zum Prayday 05 sind unter

www.prayday.ch erhältlich.

ABENDSCHULE

Anmeldung für die folgenden

Abendschule-Kurse: VBG-Sekretariat,

Zeltweg 18, 8032 Zürich,

044 262 52 47, info@eVBG.ch

Schule der Weisheit

Die biblische Weisheitsliteratur

ist ein Schatz bewährter Lebenserkenntnis,

der in einer zunehmend

säkularisierten Welt fast

ganz verloren gegangen ist. Diesen

Schatz zu heben und für den

praktischen Lebensvollzug in

Beruf und Privatleben nutzbar

zu machen, ist das Ziel dieser

Tagung. Grundlage dazu ist eine

in 12 Lebensregeln gegossene

moderne Zusammenfassung der

biblischen Weisheitsliteratur.

Datum: Samstag, 26.11.05

Zeit: 14.00 Uhr – 17.30 Uhr

Ort: St. Gallen, Migros-Klubschule,

im Hauptbahnhof,

Zi 409, 4. Stock

Referenten: Hanspeter Schmutz,

Publizist und Institutsleiter;

Markus Züger, mag.oec. HSG,

Managementtrainer, Coach und

Unternehmensberater

Der König von Narnia

In diesem Kurs geht es um

Hintergrundinformationen zur

Fantasy-Literatur.

Datum: Montag, 5. + 12.12.05

Zeit: 19.15 Uhr – 21.15 Uhr

Ort: Bern, Universität, Hauptgebäude

Referent: Hanspeter Schmutz,

Publizist und Institutsleiter

Gottesdienst feiern:

Theologische Grundlagen,

Anregungen für die Praxis

Warum feiern wir Gottesdienst?

– Theoretische Grundlagen:

historische, systematische und

exegetische Annäherung ans

Thema – Workshops: u.a. Dramaturgie

des Gottesdienstes

– Vorbereitung und Feier eines

gemeinsamen Gottesdienstes.

Referentinnen/Referenten:

Dorothee Bertschmann, Pfarrerin

(ev.-ref.), Sumiswald, doberschmann@hotmail.com

/...

/ Daniel Meier, Pastoralassistent

(röm.-kath.), Luzern, dmeierbern@gmx.ch

/ Christel Oefele,

Musikerin, stud. theol. (ev.-luth.),

Basel, christel.oefele @eVBG.ch

Ort: Köniz BE, Pfadiheim Weiermattheim,

Freitagabend 27.01.06

– Sonntagmittag 29.01.06

Bitte beachten Sie für die aktuellen Kurse den

neuen Abendschule-Kursprospekt 05/06.

Weitere Exemplare können beim VBG-Sekretariat

bestellt werden. 044 262 52 47,

info@eVBG.ch

NEUJAHRSKURS 2006

Thema „Tiefer wurzeln –

mehr bewegen“

27.12.05 – 1.01.06, Casa Moscia,

Ascona TI., für Studierende und

junge Menschen von 18 – 35 J.

Referent: Bernhard Jungen,

ref. Pfarrer in Ittigen b. Bern.

Anmeldeschluss 03.12.05.

Beschränkte Platzzahl!

PDF (Flyer) herunterladen unter

www.eVBG.ch>Uni

Infos u. Anmeldung: Casa Moscia,

6612 Ascona, Tel 091 791 12 68,

info@casamoscia.ch

VBG

TAGUNGEN

Mi. 16. Nov., 17.30, Zürich

Lesegruppe Naturwissenschaften

044 363 75 33

Sa. 19. Nov., 14.00, Zürich

Frauennachmittag

044 341 30 85

So. 20. Nov., 17.30, Zürich

Abendfeier „denn dein ist ...

in Ewigkeit.“

044 363 75 33

So. 20. Nov., 19.00, Bern

Abendgottesdienst „Pluralismus

und Relativismus“

031 771 28 79

Do. 24. Nov., 12.15, Bern

Informatiker/innen-Treffen

fgrimm@swissonline.ch

Fr. 2. Dez., abends, Zürich

Informatiker/innen-Treffen

fkaeser@netpoint.ch

So. 11. Dez., 17.30, Zürich

Abendfeier „Amen“

044 363 75 33

Sa. 14. Jan. 06, 13.30, Basel

LINK-Tagung „Warum sind

die Russen so?“

061 331 08 47

So. 15. Jan. 06, 19.00, Bern

Abendgottesdienst

„Individualismus und

Narzissmus“

031 771 28 79

Fr – So. 27.– 29. Jan. 06

Wildbergwochenende

„Ermutigung für 2006“

031 921 65 14

BAUSTEINE 8/200525


INSERATE

Bibellesebund

STILLE TAGE

Advent

Im Sunnebad

finden vom

28. Nov. – 2. Dez. 05

Stille Tage im

Advent unter dem

Thema „die Nacht

ist voller Sterne“

statt.

Leitung:

Elisabeth Limbach,

Susanne und Ernst

Oppliger

Anmeldung:

Sunnebad

8499 Sternenberg

052 397 13 13

sunnebad@

chrischona.ch

NEUJAHRSKURS 2006

Thema: „Tiefer wurzeln –

mehr bewegen“

27.12.05 – 1.01.06

Casa Moscia, Ascona TI

für Studierende und junge Menschen

von 18 – 35 Jahren.

Referent: Bernhard Jungen,

ref. Pfarrer in Ittigen b. Bern.

Mit Vorträgen, Kleingruppen,

kreativen Momenten, Lobpreis

und Gebet, Segnungsangeboten,

Workshops etc.

Zeit zur Erholung, für Spiele und

gemütliches Beisammensein!

Anmeldeschluss 03.12.05

Beschränkte Platzzahl!

Pdf (Flyer) herunterladen unter

www.eVBG.ch>Uni

Infos u. Anmeldung: Casa Moscia, 6612 Ascona,

Tel 091 791 12 68, info@casamoscia.ch

8. – 11. Dezember: Exerzitien

Haus der Stille, der Bildung, der Begegnung

8499 Sternenberg, Tel. 052 397 13 13

sunnebad@chrischona.ch, www.sunnebad.ch

26

BAUSTEINE 8/2005


INSERATE

Mal was anderes tun und

eine neue Sicht gewinnen?

Das Saisonteam

der Casa Moscia

setzt sich aus

Christinnen und Christen

zwischen 18 und 35 Jahren

zusammen.

Durch gemeinsames Arbeiten,

Lernen und Glauben

machst du

unvergessliche Erfahrungen

für dein Leben.

Zeitpunkt: März bis November 2006

Mehr Infos bei Peter Flückiger,

Leiter Casa Moscia, 6612 Ascona,

Tel 091 791 12 68, www.casamoscia.ch

www.eBausteine.ch

8 Karten inkl.

Kuverts: Fr. 20.–

zuzügl. Porto

Bezug: Hansruedi Koller, Dietzingerstr. 8, 8003 Zürich

BAUSTEINE 8/200527


VBG Arbeit unter

Schülerinnen und Schülern

Die Verantwortlichen

... 7 Regionalleiter/innen an den Mittelschulen ... 2 stp-Leiterinnen an den Oberstufen

Doris Liechi

Leiterin SCH

Michael Giger

Basel

Rico Bossard

Aargau

NadineEgeler-Lehmann

Zürich

Tanja Wieser

Leiterin stp

Evelyn Krähenbühl

stp

Ulrike Löffler

Bern

Rahel Eggenberger

Innerschweiz

Daniel Schwertfeger

Ostschweiz

Barbara Ninck

Bern Land

Gesucht

werden...

... Beter

… Trägerkreisleute

... Spender

Supporter bitte melden bei:

schuelercrew@eVBG.ch

Genaue Details unter:

www.eVBG.ch/schule

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