Matthäuskirche Höchberg - Evang.-luth. Kirchengemeinde St ...

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Matthäuskirche Höchberg - Evang.-luth. Kirchengemeinde St ...

Matthäuskirche

Höchberg


Herzlich willkommen in der

St. Matthäuskirche!

Wenn Sie nicht ortskundig sind, werden Sie etwas Zeit gebraucht haben,

um unsere Kirche zu finden. Einen Turm haben Sie vergeblich gesucht.

Nur ein kleiner Dachreiter mit dem Kreuz macht das Haus als Kirche

erkennbar und der nahe gelegene Glockenträger, den man vor sieben

Jahren mit einer Aluminium- und Holzkonstruktion „eingehaust“ hat.

Äußerlich gesehen ein unscheinbarer Bau, der nicht weiter auffällt. Aber

sein Inneres ist markant, unverwechselbar und besonders, zum Teil

noch aus dem Anfang des achtzehnten Jahrhunderts stammend und vor

allem mit einer bemerkenswerten Geschichte, war die Kirche doch über

zweihundert Jahre das Bet- und Versammlungshaus der Höchberger Juden.

Sie ist eine Brunnenstube des Glaubens, erinnert daran, dass die

jüdische Wurzel den christlichen Glauben trägt und entfaltet anschaulich

das Heil in Jesus Christus in Geschichte, Gegenwart und Zukunft.

Dieser Synagogen- und Kirchenführer erzählt von jüdischen und christlichen

Menschen, von ihrem Glauben und Hoffen, von bitteren Tagen

und einem Neubeginn. Wir alle, ob wir nun glauben oder eher distanziert

sind, gehören mithinein in diese Geschichte mit ihren Brüchen, gezeichnet

von Schuld und getragen von der Vergebung des Gottes, der in Jesus

Christus alles neu macht.

Ich wünsche Ihnen eine aufmerksame Zeit in unserer Kirche, eigene

Entdeckungen beim Hören und Schauen und dass Gottes guter Geist

Ihnen hier begegnen und Sie stärken möge.

Freundlich grüßt Sie

Ihr

Pfarrer der St.Matthäus-Gemeinde

Höchberg, am 6. Sonntag nach Trinitatis: 29.06.2008

Matthäuskirche

Matthäuskirche


Jüdisches Leben in Höchberg

Das Fragment einer Thorarolle, ein Hochzeitsstein mit hebräischer Inschrift

und ein siebenarmiger Leuchter erinnern noch heute an die Vergangenheit

des Gebäudes, in dem schon seit Jahrhunderten Gottesdienst

gefeiert wird.

Die Gebetssprache ist Hebräisch, der Rabbiner steht in der achteckigen,

kunstvoll verzierten Lesekanzel (Almemor), vor ihm liegt die Thorarolle

aus Pergament, die er in einer feierlichen Zeremonie aus dem Thoraschrein

geholt hat, den wertvolle, mit Gold- und Silberbrokat verzierte

Vorhänge verhüllen. Dabei sind die Gemeindemitglieder als Zeichen der

Ehrerbietung aufgestanden.

So wie an einem

Tag im Jahr 1830.

Kerzen in Mess

i n g l e u c h t e r n

tauchen die 1721

im Barockstil

errichtete Synagoge

mit den

farbigen Wandornamenten

in

festliches Licht.

Thorarolle

Der Gott Abrahams

wird angerufen,

der die

Menschen nach

seinem Ebenbild

geschaffen und

ihnen aufgetragen

hat, einander

zu lieben, Psalmen

erklingen.

Chuppastein

Menora

ein siebenarmiger Leuchter

Matthäuskirche

Die 1721 im Barockstil errichtete Synagoge war das Zentrum der jüdischen Gemeinde.

In der Mitte stand die achteckige Lesekanzel, Almemor genannt. Auf die im Vordergrund

sichtbare Platte wurde bei der Thoralesung die Schriftrolle gelegt. (Yad Vashem,

Jerusalem)

Matthäuskirche


Seit 1828 wirkt der 32-jährige Lazarus Ottensoser in der Israelitischen

Kultusgemeinde Höchberg. 203 Menschen, fast 20 Prozent der Bewohner

des Dorfes, sind jüdisch, die anderen katholisch.

Die Juden besitzen einen Friedhof, eine Volksschule und ein Gemeindehaus,

in dem der Rabbiner wohnt, und sie sind stolz auf ihre Gemeinde,

deren Wurzeln weit ins 17. Jahrhundert zurückreichen. Im Dachgeschoss

der Synagoge befindet sich eine talmudische Bibliothek; bevor

er im Gottesdienst die heiligen Schriften auslegt, hat Rabbiner Ottensoser

diese Bände zu Rate gezogen.

Später wird er eine Religionsschule und eine Ausbildungsstätte für angehende

jüdische Lehrer, die Israelitische Präparandenschule, gründen

und Höchberg zu einem in ganz Deutschland bekannten Ort jüdischer

Gelehrsamkeit machen.

Die Thorarolle enthält den

handgeschriebenen Text

der fünf Bücher Mose,

der Hauptquelle jüdischer

Ethik; Stufen führen zum

Schrein hinauf, wo sie

verwahrt liegt, ebenso wie

zum Almemor, von wo sie

abschnittsweise im Gottesdienst

als göttliche Weisung

verkündet wird. Die

Höchberger Juden sind

auch treue Untertanen der

Wittelsbacher. Der Thoralesung

folgt ein Gebet für

„seine Majestät unseren

allergnädigsten König und

für das erhabene Regentenhaus“.

Frauen und Männer sitzen in der Synagoge nicht nebeneinander. Die

Holzbalken, die den Raum der Mathäuskirche noch heute untergliedern,

lassen erkennen, dass sich ehemals oberhalb des westlichen Teiles die

Frauenabteilung befand, die von außen über eine Wendeltreppe zugänglich

war.

Am Eingang des Gotteshauses ist ein künstlerisch verzierter Hochzeitsstein

(Chuppastein) in die Wand eingelassen.

Bei Eheschließungen, traditionell im Hof der Synagoge unter einem

Traubaldachin (Chuppa) abgehalten, wird zur Erinnerung an die Zerstörung

des Tempels ein Glas zerbrochen, weil in der Zerstreuung keine

Feier für Juden völlig ungetrübt sein kann.

Gewöhnlich tritt der Bräutigam auf ein Glas; in manchen Gemeinden,

so in Höchberg, wirft man das Glas gegen den Chuppastein, in dem die

Worte „Die Stimme der Wonne und der Freude, die Stimme des Bräutigams

und der Braut” eingemeißelt sind.

Im Thoraschrein, den wertvolle, mit Gold- und Silberbrokat

verzierte Vorhänge verhüllten, wurden die Thorarollen

verwahrt. (Yad Vashem, Jerusalem)

Am Eingang der Synagoge war der künstlerisch verzierte Hochzeitsstein (Chuppastein)

in die Wand eingelassen. Eingemeißelt sind die Worte „Die Stimme der Wonne und der

Freude, die Stimme des Bräutigams und der Braut“. (Yad Vashem, Jerusalem)

Matthäuskirche

Matthäuskirche


Im Synagogenhof wird am Fest Sukkot auch die Laubhütte (Sukka) aufgebaut.

Mehrere Tage wohnen Gläubige darin zur Erinnerung an das

Leben in Hütten und an Gottes Rettung beim Auszug aus Ägypten, aber

auch als Hinweis auf das Angewiesensein auf Gott und die Unzulänglichkeit

von scheinbarer Sicherheit wie Reichtum und Erfolg.

Die Höchberger Juden regeln ihre internen Angelegenheiten, beispielsweise

die Wahl eines Rabbiners und die Festsetzung der Kultusumlage

(Kirchensteuer), selbst.

Der Kultusverwaltung gehört 1839 auch der Webermeister Meyer Sonnemann

an, der im Jahr darauf mit seiner Familie nach Hessen zieht;

sein Sohn Leopold Sonnemann (1831-1909) wird als Gründer der

Frankfurter Zeitung, liberaler Reichstagsabgeordneter und Frankfurter

Stadtverordneter bekannt.

Wichtigste Sozialeinrichtung ist die Chewra Kadischa, die „Heilige

Gesellschaft der Wohltätigkeit”. Die überwiegend männlichen Mitglieder

studieren die Thora, kümmern sich um kranke und verarmte Gemeindemitglieder

und bestatten die Toten. Wenn Angehörige deren Gräber

besuchen, legen sie einen Stein zur Erinnerung an den Verstorbenen

auf den Grabstein.

Lazarus Ottensoser stirbt 1876; seine Funktion übernehmen Jacob

Ehrenreich (1876-1886) und Elchanan Wechsler (1887-1894).

Nach Wechslers Tod wird die Rabbinerstelle nicht wieder besetzt; als

Kantoren fungieren nun Lehrer oder Schüler der Präparandenschule.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als die Zahl der Gemeindemitglieder

aufgrund von Auswanderungen und des Umzuges in größere Städte auf

etwa 80 Personen zurückgegangen ist, finden die Gottesdienste meist

in der Präparandenschule statt; die Synagoge, in deren Untergeschoss

um 1910 ein Ritualbad (Mikwe) eingerichtet worden ist, wird nur noch zu

besonderen Anlässen und an hohen Feiertagen aufgesucht.

Die jüdische Volksschule wurde 1869 geschlossen; seither besuchen

die Kinder die allgemeine Schule.

Auch im Ersten Weltkrieg beweisen die Juden ihren

Patriotismus. Mindestens 13 ehemalige Schüler

der Präparandenschule fallen, ebenso wie bereits

am 10. Dezember 1914 der Höchberger Jude

Abraham Bravmann. Jährlich an seinem Todestag

wird das Jahrzeitlicht entzündet und das Kaddisch

für ihn gebetet.

Leopold Sonnemann

geb. 29.10.1831 in Höchberg

gest. 30.10.1909 in Frankfurt am Main

Matthäuskirche

Matthäuskirche


Da der behördlich geforderte Neubau nicht zu finanzieren ist, zieht die

Präparandenschule 1931 nach Würzburg um, wo sie mit der dortigen

Israelitischen Lehrerbildungsanstalt vereinigt wird. Im Jahr darauf feiern

die Juden die Beendigung der Niederschrift einer Thorarolle und deren

Einbringung in die Synagoge. Am 18. Mai 1933 beschließt die Kultusverwaltung,

die Frauenabteilung in der Synagoge reparieren zu lassen und

die stark beschädigte Giebelseite des Gebäudes zu sanieren.

Die staatlich gelenkten antijüdischen Exzesse von 1938 beenden die

jahrhundertealte Tradition jüdischen Lebens in Höchberg. Am 10. November

1938 kommen zur Mittagszeit 16 SA-Männer auf vier Autos aus

Adelsberg und schänden gemeinsam mit Höchbergern die Synagoge.

Sie zertrümmern den Almemor und das Gestühl, zerreißen die Bücher

mit den heiligen religiösen Texten ebenso wie die Thorarollen und lassen

die runden Hölzer, auf die sie gewickelt waren, den Hügel hinabrollen.

Als sich ein altes Gemeindemitglied nach einer Thorarolle bückt, tritt

ihm ein SA-Mann auf die Hände. Auf dem Friedhof werden Grabsteine

umgestürzt und beschädigt.

Die letzten sechs noch in Höchberg verbliebenen Juden, die nicht auswandern

konnten, leben in der ehemaligen Präparandenschule, bis sie

1942 den Weg in die Vernichtungslager antreten müssen.

Von der Synagoge zur Kirche

Dreizehn Jahre ist das Synagogengebäude verwaist und seine bauliche

Substanz verfällt zusehends.

Durch einen Hinweis des Höchberger Bürgermeisters Ernst Keil werden

Dekan Wilhelm Schwinn von der Stephanskirche und Pfarrer Hermann

Caselmann von der Deutschhauskirche in Würzburg auf das jüdische

Gotteshaus aufmerksam und es kommt am 15.Januar 1951 zum Kauf

des „Synagogengrundstückes samt Bauresten“ durch die Evangelisch

– Lutherische Gesamtkirchengemeinde in Würzburg. Der Kaufpreis,

der an die Jewish Restitution Successor Organisation (IRSO) entrichtet

wird, beträgt 6.500 DM.

Mit Eifer macht sich die nach dem Krieg angewachsene evangelische

Gemeinde an den Umbau. Wer kann, hilft mit bis zu den Konfirmanden.

Allen voran der tatkräftige Vikar Werner Hirsch.

Pfarrer Caselmann schreibt im Monatsgruß: „In Höchberg geht’s vorwärts.

Vermutlich ist die Hauptarbeit Ende Oktober fertig. Das Beste ist,

dass die Gemeinde über dem Bauen zusammenwächst und groß und

klein Hand anlegen.“ Am dritten Adventssonntag 1951 wird die Kirche

eingeweiht.

Blick in das Innere der Kirche und auf die Frauenempore

Welches Erbe die junge Gemeinde mit dem

Kauf der Synagoge und der Umwandlung

in eine Kirche angetreten hatte, konnte sich

damals kaum einer vorstellen. Durch die

Kriegsereignisse, durch Flucht und Vertreibung

traumatisiert, wollte man mit der Vergangenheit

abschließen und bewusst im

Hier und Heute leben. Aber die Geschichte

lässt sich nicht unter den Teppich kehren.

Unsere Kirche – seit 1962 nach dem

Evangelisten Matthäus benannt – erinnert

nicht nur bei jedem Gottesdienst an die jüdischen

Menschen, die vor uns hier gebetet

und gelitten haben, sondern auch daran,

dass unser Glaube im Judentum wurzelt

und wir Christen die aufgepfropften Zweige

am Ölbaum Israels sind. Ein solches Haus

zu haben – in Bayern wohl ein Unikat – ist

eine Bürde, aber auch eine Chance für das

Gespräch und den Dialog.

Gottesdienst feiernde

Gemeinde mit Pfarrer

Georg Schmitt

Matthäuskirche 10 Matthäuskirche 11


Die Matthäuskirche heute.

Unsere Kirche ist offen. Betreten Sie das Gotteshaus durch den nördlich

gelegenen Haupteingang, so empfängt Sie ein schlichter, nicht allzu

großer Raum.

Es ist still hier oben, die Geschäftigkeit der Straßen

haben Sie längst hinter sich gelassen. Hier kann

man zur Ruhe kommen, nachdenken, beten.

Das hat unsere kleine, etwas versteckt liegende

Kirche vielen anderen voraus: Sie liegt weit ab von

Lärm und Verkehr, als einstige Synagoge am Ortsrand

erbaut.

Der Blick fällt zunächst auf die Orgel im Hintergrund und die relativ kleinen

Fenster in der Rückwand, durch die gedämpftes Licht fällt. Sie nehmen

in einer der rückwärtigen Bänke Platz und lassen den Raum auf

sich wirken.

Zur Erinnerung an die frühere Bestimmung dieses

Hauses wurde von der Künstlerin Hanna Böhl in

Zusammenarbeit mit der Fa. Peters in Paderborn

an der Ostseite ein Glasfenster geschaffen, dass

den brennenden Dornbusch symbolisiert. (2. Mos.

3.14 )

Es ist genau an der Stelle angebracht, wo im

jüdischen Gotteshaus der Thoraschrein stand.

Matthäuskirche 12 Matthäuskirche 13


Ein flaches Tonnengewölbe überspannt den zentralen Teil der heutigen

Kirche. Zwischen Haupteingang und Orgel lassen sich sehr gut

die Rundbögen der ehemaligen Frauenempore erkennen. Darunter liegt

das heute leider nicht mehr zugängliche jüdische Ritualbad (Mikwe).

Von Ihrem Platz aus fällt an der Stirnseite sogleich die Menora, der siebenarmige

Leuchter, ins Auge, ein Geschenk der Marktgemeinde Höchberg

an die Kirchengemeinde St.Matthäus. Neben dem Eingang können

Sie links den jüdischen Hochzeitsstein – Chuppastein – und rechts den

gerahmten Textabschnitt aus einer Thorarolle erkennen.

Richten Sie dann den Blick nach vorne in den Altarraum. Bewusst

schlicht und auf das Wesentliche beschränkt, aber eindrucksvoll ist hier

alles, was eine christliche Kirche ausmacht und dem Gottesdienst dient:

Die Mensa, ein aus dunklem Holz gearbeiteter Altartisch, dazu korrespondierend

das Taufbecken mit dem Osterlicht und der Kanzel – Ort der

Verkündigung – und hoch über allem die überlebensgroße Christusfigur

des fränkischen Schnitzers und Bildhauers Richard Rother.

Verweilen wir am Altar. In der Mitte die Altarbibel, Gottes Wort und Wort

Christi, der sich in Brot und Wein uns selbst austeilt: „Nimm hin und

iss, das ist mein Leib. Für dich. Nimm hin und trink, das ist mein Blut.

Für dich. Zur Vergebung der Sünden.“ An diesem Tisch feiern wir die

Gegenwart des Herrn, der uns in aller Verschiedenheit eins macht.

Eins in Christus.

Daneben das Becken

mit Wasser. Alles Leben

beginnt im Wasser,

das biologische

und das geistliche,

das Leben mit Christus

und seiner Gemeinde.

Hier werden

Kinder und Erwachsene

getauft und dem

universalen und weltweiten

Leib Christi

eingegliedert. Fortan

stehen sie unter seinem

verheißenden

Wort: „Fürchte dich

nicht; denn ich habe

dich erlöst, ich habe

dich bei deinem Namen

gerufen. Du bist

mein.“

Unmittelbar dahinter

die Kanzel: Von hier

aus wird das Wort

Gottes verkündigt,

die froh machende

Botschaft der Liebe

Gottes, die Trost und

Hilfe, Orientierung und Kraft für unser Leben vermitteln will. Dabei wird

der Blick des Zuhörenden immer wieder hingezogen zu der Gestalt des

Gekreuzigten über dem Altar, dessen segnend ausgebreitete Arme bereits

den Auferstandenen erkennen lassen.

Matthäuskirche 14 Matthäuskirche 15


Von Richard Rother stammen auch die vier geschnitzten Evangelistensymbole.

An den Pfeilern sehen Sie vier Figuren abgebildet.

Es sind die vier Verfasser der Evangelien: Matthäus, Markus, Lukas und

Johannes. Alle vier haben die Worte, Szenen und Geschichten aus dem

Leben Jesu aufgeschrieben.

Schon bald gab es in der Kirche den Brauch, diesen vier Männern Wesen

und Gestalten zuzuordnen, die man im letzten Buch der Bibel im

vierten Kapitel gefunden hat.

Nach ihm heißt unsere Kirche Matthäuskirche.

Seit 1951 ist die Matthäuskirche nun nach einer zweiten baulichen Veränderung

im Jahr 1978/79 zusammen mit den angeschlossenen Gebäuden

wie Pfarrhaus, Kindergarten und dem 1996 renovierten „Sommerhaus“

Zentrum der evangelischen Kirchengemeinde St.Matthäus.

Dort heißt es: „Die erste Gestalt war gleich einem Löwen, und die zweite

Gestalt war gleich einem Stier, und die dritte Gestalt hatte ein Antlitz wie

ein Mensch, und die vierte Gestalt war gleich einem fliegenden Adler.“

Markus wurde zum Löwen, Lukas zum Stier, Johannes zum Adler, und

Matthäus wurde als Mensch mit Flügeln, als Engel, dargestellt.

Matthäuskirche 16 Matthäuskirche 17


Der unaufhaltsame Zuzug von Neubürgern, vor allem im Ortsteil Hexenbruch,

machte dort 1976 den Bau des Bonhoeffer-Gemeindehauses erforderlich,

das heute, ebenso wie das Kirchenzentrum Matthäuskirche,

einem sehr aktiven Gemeindeleben dient.

Für die Vielzahl der Gottesdienste, Veranstaltungen und Begegnungen

sind die Raumverhältnisse inzwischen sehr beengt. Die Gemeinde strebt

daher neben der Sanierung des Gebäudes eine Erweiterung der Gruppen-

und Nebenräume an.

Die Verhandlungen für diese Baumaßnahme sind eingeleitet.

Matthäuskirche 18 Matthäuskirche 19


Die Matthäus-Gemeinde Heute

Seit den fünfziger Jahren hat sich die evangelische Gemeinde kräftig

weiterentwickelt. Heute gehören zur Gemeinde knapp 3000 Gemeindeglieder.

Die wachsende Arbeit tragen und verantworten die Frauen

und Männer des Kirchenvorstandes mit den beiden Hauptamtlichen,

Pfarrer und Diakon, und eine große Schar von ehrenamtlich Tätigen.

Zur Kirchengemeinde St. Matthäus gehören außerdem die Nachbarorte

Waldbüttelbrunn und Hettstadt.

In Waldbüttelbrunn gibt es seit 1984 das Paul-Gerhardt-Haus, ein eigenes

Gemeindehaus mit Gottesdienst- und Jugendraum. Auch hier finden

regelmäßig Gottesdienste und Gemeindeveranstaltungen statt.

In Hettstadt ist

die evangelische

Gemeinde

Gast in Kirche

und Pfarrzentrum

der katholischen

Kirchengemeinde

St. Sixtus.

Unsere Angebote

Neben den sonntäglichen Gottesdiensten mit Kindergottesdienst und

Kleinkinderbetreuung in allen Gemeindeteilen feiern wir mehrmals im

Jahr Familien- und Segnungsgottesdienste, Minigottesdienste für die

ganz Kleinen und neuerdings auch die aus dem lutherischen Finnland

stammende und nach dem Apostel Thomas benannte „ThomasMesse“,

außerdem Adventsandachten, Osternachtsfeiern und Gottesdienste

in den Pflegeheimen Arche in Höchberg und Waldbüttelbrunn.

Dazu monatliche Treffs für Senioren, Frauen und Männer. Nachbarschaftshilfe.

Viele Hausbibelkreise, Kinder-Konfirmanden-Kurse für

Neunjährige, Kinder- und Jugendtreffs, Krabbelgruppen, zwei ökumenische

Kirchenchöre, Kinder- und Flötenchor, Kinderbibeltage und

-wochen, Alpha-Glaubenskurse für Einsteiger und neugierig Gewordene,

Gemeindefahrten und Feste rund um die Matthäuskirche. Im

Jahr 2008 und 2009 ist unsere Gemeinde Gastort für das Würzburger

Wandernagelkreuz, das vom englischen Coventry ausgehend für

Friedens- und Versöhnungsarbeit steht.

Was uns wichtig ist

• Wir wollen eine offene, einladende Gemeinde sein, die Jesus

Christus verkündigt und zum Glauben an ihn einlädt.

• Wir wollen Menschen zur Mitarbeit ermutigen und ihnen

helfen, ihren Platz in Kirche und Leben zu finden.

• Wir wollen Leib- und Seelsorge für Hilfsbedürftige und

Suchende anbieten.

• Wir wollen den Gemeindeaufbau weiterführen und dabei die

verschiedenen Altersgruppen und ihre Bedürfnisse im Blick haben.

• Wir wollen das ökumenische Miteinander fördern und pflegen und

darauf achten, dass die Juden unsere älteren Geschwister sind.

• Wir wollen uns unserer Verantwortung für Gottes Schöpfung und

die e i n e Welt bewusst werden.

• Wir wollen dankbar am Bewährten festhalten und zuversichtlich

Neues wagen.

Matthäuskirche 20 Matthäuskirche 21


Matthäuskirche 22 Matthäuskirche 23


Matthäuskirche 24 Matthäuskirche 25


Impressum:

Dieses Heft über die St. Matthäuskirche wurde zusammengestellt von

Pfarrer Martin Eisen: Vorwort

Dr. Roland Flade: Jüdisches Leben in Höchberg

Luise Wiesheu: Die Matthäuskirche und Matthäus-Gemeinde heute

Uschi Scheler: Fotos und Layout

E-Mail: webmaster@hoechberg-evangelisch.de

Pfarrer Martin Eisen (verantwortlich im Sinne des Presserechtes)

Matthäuskirche 26 Matthäuskirche 27

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