Leseprobe Kapitel 4

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Leseprobe Kapitel 4

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4.2. Abgesprochene Partnerkämpfe

Der abgesprochene Kampf ist eine Vorform des Freikampfs. Er soll in halbfreier

Form auf die Anforderungen des sportlichen Wettkampfes oder besser: der

Technikanwendung im Selbstverteidigungsfall vorbereiten. Halbfrei heißt: der Angriff

ist festgelegt, die Kontertechnik nicht. Partnerkämpfe sind kein Freikampf. Die

Techniken werden daher dabei auch anders ausgeführt, nämlich in ihrer optimalen und

idealen Grundform.

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Das bedeutet: richtiger Stand, gute Gewichtsverteilung, korrekte Ausführung von

Grundtechniken (Gegenzug, Faust an die Hüfte, etc.). Die einzigen Elemente, welche

im Gegensatz zum Kibon-Training hinzukommen sind: optimale Distanz zum Gegner

und korrektes Timing.

Bei den abgesprochenen Partnerkämpfen weiß der Verteidiger also, mit welcher

Technik der Gegner angreifen wird und auch wann - nämlich nachdem der Verteidiger

mit seinem Kiap das Startsignal gegeben hat. Man kann sich in Ruhe auf den

kommenden Angriff konzentrieren (von dem man überdies weiß, wie er aussehen

wird) und die Abwehrtechniken vorbereiten.

Es kommt ganz darauf an, im richtigen Moment mit einer passenden Kontertechnik

abzuwehren und einen Gegenangriff durchzuführen. Im Detail geht es um die

folgenden Schwerpunkte:

• korrekte Beinstellung (Schwerpunkt!)

• passende Kontertechnik (Zielgenauigkeit!)

• Abstand zum Gegner (Distanzgefühl!)

• Zeitpunkt des Konterangriffs (Timing!)

Dreischritt- und Einschrittkampftechniken sind daher eine Genauigkeits- und keine

Wettkampfübung. Der Angriff kann auch mit Fußtechniken erfolgen, meist wird

jedoch der gerade Fauststoß (Momtongchirugi) als Angriffstechnik vorgegeben.

Abgesprochene Partnerkämpfe sollten beidseitig (rechts und links) geübt werden.

Früher gab es auch noch den Fünfschrittkampf, also ein fünffacher Angriff mit

Kontertechnik zum Schluss, er spielt aber heute eigentlich keine Rolle mehr. In

vielen Schulen und Vereinen wird heute nur mehr Einschrittkampf geübt und der

Dreischrittkampf nicht mehr, dennoch ein paar Beispiele dafür:

4.2.1. Dreischrittkampf

Beim Dreischrittkampf stehen sich die Partner in Grundstellung (Kibon-Junbi)

gegenüber. Der Angreifer steigt nun mit einem Bein in Apkubi-Stellung zurück und

macht dabei einen Tiefblock (Araemakki) mit Kiap.

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Dann wartet er auf das Zeichen zum Angriff vom Partner. Wenn der Partner bereit ist,

stößt er ebenfalls einen Kiap aus, worauf der Angreifer dreimal mit Momtongchirugi

(Mittelfauststoß) vorgeht. Das Ziel ist dabei das Brustbein des Partners.

Dieser wehrt mit einer ausgewählten Kontertechnik ab und führt dann einen

Gegenangriff durch, der den Angreifer kampfunfähig machen oder unter Kontrolle

bringen soll. Diese letzte Technik wird ebenfalls wieder mit Kiap ausgeführt.

Der Verteidiger kann wahlweise dreimal zurück steigen und abwehren und dann

den Gegenangriff ausführen, oder er weicht beim dritten Angriff nur mehr aus ohne

zurück zu steigen und kontert sofort. Mögliche Kombinationen (jeweils nur die

Kontertechnik, Angriff ist immer Momtongchirugi, rechts beginnend):

Beispiel 1:

Junbi

Angreifer geht rechts in Apkubi zurück,

Araemakki links - KIAP

Hansonnalmomtongmakki links

aus Duitkubi

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Hansonnalmomtongmakki rechts

aus Duitkubi


nach rechts ausweichen in

Juchumseogi und Momtongchirugi links

aus dem gleichen Stand:

Momtongchirugi rechts

Abschlusstechnik: aus dem gleichen Stand

Olgulchirugi links - KIAP

Beispiel 2:

Junbi

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Angreifer geht rechts in Apkubi zurück,

Araemakki links - KIAP


Hansonnalmomtongmakki rechts

aus Duitkubi

Hansonnalmomtongmakki links

aus Duitkubi

Hansonnalmomtongmakki rechts

aus Duitkubi

Schritt links vor zwischen die Beine des

Gegners, linke Handkante zur Schulter des

Gegners (drückt nach unten), rechte Hand

zieht das Handgelenk des Gegners nach oben

(Hebeltechnik)

Abschlusstechnik: Murupchigi rechts

(Kniestoß zum Solar Plexus) - KIAP

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