PR31 - Proletarische Revolution

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PR31 - Proletarische Revolution

Proletarische Revolution 31

einem Nationalstaat, stand auf

der einen Seite Österreich-Ungarn,

durch seine Besetzung

Bosniens und Herzegowinas

und auf der anderen Seite das

Osmanische Reich durch seine

Besetzung von Sandzak, dem

geografischen Bindeglied zwischen

Serbien und Montenegro,

entgegen. Kosovo spielte

damals keine Rolle bei der Lösung

der serbischen nationalen

Frage. In dieser Situation und

durch das zaristische Russland

ermutigt, welches sich einen

Zugang zum Mittelmeer erhoffte,

ging Serbien mit Bulgarien

und Griechenland eine

Allianz gegen das Osmanische

Reich ein. Mit Sandzak als der

erhofften Belohnung und dem

vermeintlich ersten Schritt zur

Lösung der nationalen Frage.

Dies führte zum ersten

Balkankrieg 1912, den diese

Allianz unter wohlwollener

Beobachtung durch die europäischen

Großmächte für sich

entscheiden konnte. Doch die

Freude über den Sieg währte

nur kurz, als klar wurde, dass

Österreich-Ungarn eine Vereinigung

Serbiens und Montenegros,

wegen der Befürchtung

möglicher Folgen für die eigene

Herrschaft über Bosnien

und Herzegowina, nicht zulassen

würde. Durch das imperialistische

Österreich angetrieben,

verbündete sich Serbien

daraufhin mit Griechenland,

diesmal gegen Bulgarien, was

zum zweiten Balkankrieg 1913

führte. Nach dem Sieg teilten

sich Serbien und Griechenland

ein Gebiet, das hauptsächlich

von Bulgaren und Albanern

bewohnt war, wobei Serbien

den Kosovo und das heutige

Mazedonien bekam. Es war

gerade in der Zeit zwischen

den zwei Balkankriegen, dass

die Parole von der „historischen

Zugehörigkeit Kosovos

zu Serbien“ in der breiteren

Öffentlichkeit lanciert wurde.

Gleichzeitig wurden schon damals

die Cetniks zur Schaffung

von Tatsachen eingesetzt. Sie

trieben ihr Unwesen während

der zwei Balkankriege soweit,

dass Teile der regulären serbischen

Armee auf eigene Verantwortung

gegen sie vorgehen

mussten und die serbische

Regierung gezwungen war, sie

noch während des Krieges aus

dem Kosovo zurückzuziehen.

Das heißt, die Zugehörigkeit

Kosovos zum serbischen Staat

während des 20. Jahrhunderts

ist in der Unfähigkeit der serbischen

Bourgeoisie begründet,

sich des imperialistischen

Drucks, vor allem Österreichs

zu erwehren und diente nicht

der Lösung, sondern der Verschleppung

der Lösung der nationalen

Frage in Serbien.

Sollte man deshalb diese Unabhängigkeitserklärung

Kosovos

unterstützen? Wenn im

Kosovo wirklich die Arbeiter/

innenklasse und die antiimperialistischen

Kräfte führend

wären, müsste man die Unabhängigkeit

Kosovos begrüßen.

Dem ist aber nicht so. Kosovo

ist jetzt der Form nach unabhängig,

an dem Inhalt hat sich

nichts geändert. Ob als „unabhängiger

Staat“ oder als Teil

Serbiens bleiben sowohl das albanische

als auch das serbische

Volk Spielball der Imperialisten.

Besonders unverschämt ist

FP-Strache, der Vertreter der

aggressivsten Teile des österreichischen

Monopolkapitals,

wenn er sich heute demagogisch

auf die Seite der serbischen

Chauvinisten stellt. Er ist

einer der gefährlichsten Feinde

der Balkanvölker und steht

in direkter Tradition der Hitlerfaschistischen

Wehrmacht, die

sich rühmte, ganze Landstriche

„serben- und judenfrei“ gemacht

zu haben.

Der einzige Weg zur wirklichen

Unabhängigkeit der Balkanvölker

ist der Kampf gegen

den Imperialismus, egal ob

US- EU- oder russischer Imperialismus

und gegen die eigene

Kompradorenbourgeoisie.

Dieser Kampf kann nur unter

Führung der Arbeiter/innenklasse

erfolgreich sein.

Schon vor 100 Jahren erkannte

die damals noch revolutionäre

Sozialdemokratie am Balkan,

dass die nationale Frage zur

Verdeckung der sozialen Frage

von der Bourgeoisie genützt

wird und daher nur im Rahmen

der Lösung der sozialen

Frage gelöst werden wird. Die

Sozialdemokratie rief damals,

angesichts der drohenden Balkankriege

zur Einigkeit der

Balkanvölker gegen den Imperialismus

und zur sozialistischen

Revolution auf. Diese

Forderungen haben an Aktualität

nichts verloren.

Es lebe ein wirklich unabhängiges

Kosovo!

Es lebe ein wirklich unabhängiges

Serbien!

Es lebe der gemeinsame

antiimperialistische Kampf

der Balkanvölker!

Nieder mit dem Imperialismus

und seinen Lakaien!

Österreichische Truppen

raus aus Kosovo und Bosnien!

Es lebe die sozialistische

Revolution!

Es lebe die sozialistische

Balkanföderation!

Za zaista nezavisno Kosovo!

Za zaista nezavisnu Srbiju!

Zivela zajednicka antiimperijalisticka

borba balkanskih

naroda!

Smrt imperijalizmu i njegovim

slugama!

Austrijske trupe napolje iz

Kosova I Bosne!

Zivela socijalisticka revolucija!

Zivela socijalisticka balkanska

federacija!

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