PR31 - Proletarische Revolution

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PR31 - Proletarische Revolution

Pakistan

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ler wichtiger Produktionsstätten

und sozialer Einrichtungen

und schuf manche Vergünstigungen

für das Volk. Während

seiner Regierungszeit, 1971 -

1977, dehnten sich kapitalistische

Verhältnisse weitgehend

aus und die Arbeiter/innenklasse

wuchs quantitativ, wie

auch ihre politische Rolle und

die der kommunistischen Strömungen

an Gewicht gewann.

Trotz der Maßnahmen blieben

aber die Differenzen innerhalb

der herrschenden Klasse

erhalten und die internationale

Politik der Ära des Kalten

Krieges setzte dieser Regierung

ein Ende. Die Amis wollten

angesichts der politischen

Entwicklungen in Afghanistan

eine andere Politik einschlagen

und setzten verstärkt

auf religiöse Strömungen im

Kampf gegen den Kommunismus,

wofür sie die Errichtung

einer Militärdiktatur wünschten.

Während der Wahl im Jahr

1977 erlitten die neun oppositionellen

Parteien, an deren

Spitze die islamische Gemeinde

(Jamaat-e-Islami = Islamische

Gemeinde) stand, die

ein islamisches Regime forderten,

eine Niederlage. Doch

mit Unterstützung der Armee

weigerten sie sich, das Wahlresultat

anzuerkennen. Die

Koalitionsparteien entfachten

an verschiedenen Orten Aufruhr

und baten die Armee,

die Macht zu übernehmen.

General Zia ul-Haq (Licht Gottes),

der selbst diesen islamischen

Strömungen angehörte,

entmachtete die Regierung

Zulfikar Ali Bhutto. Nach der

Errichtung eines Militärregimes

wurden die linken und

kommunistischen Kräfte verfolgt

und unterdrückt und es

wurde versucht, die islamische

Ordnung und Prinzipien als

Staatsgesetze einzuführen.

Damit begann eine Lawine der

finanziellen und militärischen

Hilfe der USA für Pakistan. Pakistan

wurde in ein Zentrum

der Organisierung der afghanischen

Islamisten und der islamischen

Fundamentalisten

der anderen Länder im Kampf

gegen die afghanische Regierung

und die Sowjetunion

umgewandelt. Die islamischen

Strömungen und verschiedene

anti-kommunistische, antilinke

Gruppierungen verschiedener

Schattierungen wurden

hochgejubelt und unterstützt.

Die materiellen Lebensgrundlagen

der Volksmassen wurden

indes immer schlechter,

die Armut nahm immer breitere

Dimensionen an und die

Krise setzte sich fort.

Nach dem Tod Zia ul-Haqs im

Jahre 1988 kamen Benazir

Bhutto und Nawaz Sharif als

Vertreter der Volkspartei und

der Moslem-Liga jeweils abwechselnd

an die Macht. Aber

nach kurzer Zeit wurden sie

wegen der Intensivierung der

Krise und der Korruption des

Regierungsapparates und vor

allem wegen der Unzufriedenheit

der Volksmassen wieder

von der Macht vertrieben.

Schließlich riefen die Militärs

unter Führung Musharrafs im

Jahr 1999 eine Militärregierung

aus, um wieder einmal

mittels des Militärs, die Krise,

die nun unlösbar schien, einzudämmen.

Die Militärs sind

in Pakistan nicht nur Teil des

Staatsapparats, sondern auch

ein wichtiger Teil der Kompradorenbourgeoisie,

sie sind

selbst Großkapitalisten und

Großgrundbesitzer. Politisch

gesehen ist die Armee eine

Marionetten-Organisation des

US-Imperialismus.

Aber Musharraf hatte, außer

der militärischen Macht, kein

anderes politisches Programm

als Sharif. Seine wirtschaftliche

Politik war die Fortsetzung

der Privatisierung und

damit die Verschärfung der

Ausbeutung der Volksmassen

und auf politischer Ebene die

völlige Unterstützung der Islamisten.

Auch dies bedeutete

die Fortsetzung der Politik

Nawaz Sharifs, aber mit geringeren

Ambitionen. Musharrafs

politische Unterstützer im

Inneren waren ebenfalls die

Islamisten. Tatsache ist, dass

die wirklichen Verbündeten

von Musharraf, die sich nun

als Hauptkraft in der Moslem-

Liga-Partei und hinter den

„Quaid-e-Azam“ (Großen-

Führern) organisierten, Teile

jener moslemischen Strömungen

sind, die zuvor offen hinter

dem Regime Nawaz Sharif

standen und organisiert waren.

Die große nationale Einheit

und das Parlament der „Einheitsaktion“,

die aus sechs

religiösen Gruppierungen besteht

und die Macht in den

nord-westlichen Bundesländern,

sowie in Belutschistan

in der Hand hat, sind Verbündete

von „Quaid-e-Azam“.

Die übrigen Teile offene Befürworter

von Musharraf.

Daher ist klar, dass Musharraf

nichts tun kann außer die

Fortsetzung und Vertiefung

der bestehenden Krise abzuwarten.

Ein Phänomen, mit

welchem wir bis heute konfrontiert

sind.

Alles, was wir in den Jahren

nach der Unabhängigkeit Pakistans

gesehen haben, ist im

Grunde genommen jene Krise,

die mit der Entstehung von

Pakistan begonnen und sich

seither weiter verschärft hat,

sodass sie sich in eine Dauer-

Krise umgewandelt hat. Die

Verschiebung der Macht innerhalb

der politischen und

militärischen Vertreter der

herrschenden Klassen in Pakistan

konnte bis heute die

Widersprüche in diesem Land

nicht lösen und wird dies angesichts

der Komplexität der

Widersprüche auch weiterhin

nicht können.

Während nun in Pakistan

längst kapitalistische Verhältnisse

herrschen und in

manchen Gebieten diese

Verhältnisse sogar weit fortgeschritten

sind, gibt es in

anderen Bundesländern und

Gebieten noch Stammes- und

Clan-Strukturen. Trotz der

Herrschaft des Militärs war,

wegen mancher Besonderheiten

in Pakistan, der Aufbau

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