PR31 - Proletarische Revolution

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PR31 - Proletarische Revolution

Parteiaufbau-Erfahrungen 2002-2007

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Jedoch: Jede Genossin, jeder

Genosse ist dafür verantwortlich.

Nicht die Leitung, schon gar

nicht einzelne Personen allein.

Nur dann, wenn es von unten

nach oben funktioniert, kann

der nötige Zentralismus fruchtbar

sein.

Leuten, die an den Parteiaufbau

gehen, muss unbedingt bewusst

sein, worauf sie sich einlassen:

nämlich auf eine zähe, langwierige

und ziemlich umfassende

Arbeit, die zum einen jede einzelne

Person betrifft: vor jeder

Genossin (und auch vor Personen

männlichen Geschlechts)

steht eine umfassende theoretische

und praktische Ausbildung

und stete ideologische Festigung,

für die ständige bewusste

Entwicklung zu einem möglichst

umfassend fähigen Kader; zum

anderen geht es um die Entwicklung

der ganzen Organisation:

inhaltlich-programmatisch

und strukturell (unter anderem

auch den Aufbau einer Struktur

für die illegale Arbeit und

die Arbeit unter repressiveren

Bedingungen, sowie den Aufbau

von Ortsgruppen usw.) und

dabei auch um das Auftreten

nach außen: Das heißt in einer

Phase, wo die Partei noch keinen

Masseneinfluss hat (aktuell

also wahrscheinlich noch längere

Zeit), geht es vorrangig um

die revolutionäre Propaganda

in unterschiedlichster Form, und

Agitation zu aktuellen Anlässen

und dann, wenn sich die Klassenkämpfe

entwickeln, die Arbeiter/innen

in Bewegung kommen,

mehr und mehr, ...

Das dauerhafte Gewinnen von

Leuten, denen diese komplexen

Notwendigkeiten bewusst sind

und die zu all dem (und eigentlich

viel mehr) bereit sind, ist

heute zweifellos eines der größten

Probleme für den revolutionär-kommunistischen

Parteiaufbau.

Denn die Konsequenz

heißt: Richte dein Leben darauf

ein, Revolutionär/in zu sein.

Dass junge Leute sich kurzfristig

für etwas begeistern und sehr

aktiv sind, sich dann aber fast

ebenso rasch wieder mehr oder

weniger zurückziehen, und etwas

anderes machen, ist für uns

kein Grund zum Jammern.

Auch dass ältere Leute, die Jahre

und Jahrzehnte politisch aktiv

sind, sich vom Parteiaufbau abwenden

und endlich einmal privatisieren

wollen, oder politisch

resignieren ist nicht verwunderlich,

angesichts der tristen Lage.

Auch die Verzettelung in Teilbereichen

ist eine Erscheinung,

die wir häufig beobachten. Aber

unser Vorhaben ist tatsächlich

ein umfassendes, wieso dann in

Teilkämpfen das Ziel verlieren?

Wir sind umso mehr gefordert,

unsere Arbeit weiterzumachen.

Ohne Illusionen in allzu große

persönliche Wirkmächtigkeiten.

Um an den Aufbau einer revolutionär

kommunistischen Partei

gehen zu können, sind also in

erster Linie Kommunist/innen

nötig, die dazu bereit sind, und

Kommunist/innen zeichnet aus,

dass sie nicht reformistische Vorstellungen

haben, sondern von

der Notwendigkeit und Möglichkeit

der sozialistischen Revolution

wirklich überzeugt sind,

und eben auch bereit, dafür zu

kämpfen.

Im Laufe des vergangenen Jahrhunderts

erlebte die kommunistische

und Arbeiter/innenbewegung

einen ungeheuren und

triumphalen Aufstieg. Einige

anschließende Höhenflüge verdeckten

lange, dass etwas im

Argen lag. Wir als Revolutionär/innen

stehen heute vor den

Trümmern dieser Entwicklung.

Ein gewaltiger Berg ist es und

wir haben großen Scharfsinn

und äußerste Klarsicht nötig, um

zu sortieren und abzutragen, zu

verwerfen, zu reparieren und

aufzuheben.

Unter anderem müssen wir unbedingt

dahinter kommen, wie

es zu dieser schweren Niederlage

kommen konnte.

Für unsere aktuelle Politik ist es

auch wichtig herauszufinden,

was von den erkämpften Errungenschaften

von Dauer und gesichert

ist, welches Fehlentwicklungen

und wirkliche Irrwege

waren, die viele – und das nicht

nur in Europa, sondern fast überall

auf der Welt - kapitulieren

ließen vor der großen revolutionären

Aufgabe und viele von

uns auf immer neue Abwege des

Reformismus und der Teilkämpfe

stießen und stoßen.

War das große hauptsächliche

Ergebnis des Kampfes unserer

kommunistischen und revolutionären

Vorkämpfer/innen im

20. Jahrhundert wirklich jenes,

die konsequenteren Demokrat/innen

zu sein? Sie haben

held/innenhaft die bürgerliche

Demokratie gegen den Faschismus

erkämpft und über die

Entwicklung der europäischen

Gesellschaften zu bürgerlichen

Demokratien gewacht, oft genug

immer noch bekämpft,

verleugnet, nicht ernst genommen.

Danach sind sie abgetreten,

verschwunden, als wäre

ihre Aufgabe erfüllt. - Wenn

nicht als Personen, so als Verkörperung

des revolutionären

Gedankens.

Wie unglaublich weit war dieses

Ergebnis von ihren, von unseren

kommunistischen, revolutionären

Vorstellungen, Hoffnungen

und Erwartungen entfernt.

Zunehmend durchdrang der Reformismus

jede mögliche Handlung,

und die Vorstellung, dass

eine neue, grundsätzlich andere

Gesellschaft zu errichten sei,

verlor sich in ihm.

Auch unzählige individuelle Biographien

sind derart verlaufen,

Generation für Generation, wir

wissen das; und die Bourgeoisie

kann frohlocken, sie bekommt

kluge Köpfe frei Haus.

Sowohl die unterschiedlichen

Versuche auf staatlicher Ebene

- der Beginn der Errichtung von

Gesellschaften mit sozialistischen

Zügen – erlitten Niederlagen,

wie auch die kommunistischen

Parteien, Bewegungen

und Einzelpersonen in den

- auch so deklarierten - kapitalistischen

Ländern. So die

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