November - Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender

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November - Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender

RfW-BO Amann am Bundestag:

RfW ist Stimme der KMUs Seite 2

RfW: Petition zur Immobilienmaklerverordnung

angekündigt Seite 9

Wirtschaft aktiv

RING FREIHEITLICHER WIRTSCHAFTSTREIBENDER Nr. 2/2010

P.b.b. - Verlagspostamt: 4020 Linz, Aufgabepostamt: 3112 St. Pölten, Zul.Nr.: GZ 02Z031033 M, DVR.-Nr.:0379875

Wolfgang Klinger

als Landesobmann

bestätigt


Bundestag

26. ordentlicher Bundestag des RfW Österreich

RfW ist die Stimme der kleinen und

mittleren Unternehmer in Österreich

Der 26. ordentliche Bundestag des

RfW Österreich fand heuer in Bad

Ischl statt. Fritz Amann, seit 2004

Bundesobmann des RfW, wurde von

den Delegierten in dieser Funktion

bestätigt. Zu seinen Stellvertretern

wurden gewählt: Bgm Matthias

Krenn (Landesobmann Kärnten),

LAbg. Bgm. Ing. Wolfgang Klinger

(Landesobmann Oberösterreich),

KommR Winfried Vescoli (Landesobmann

Tirol), KommR Walter Fischer

(Landesobmann Niederösterreich),

Dr. Erich Schoklitsch (Landesobmann

Steiermark) und

Mag.Dorothea Fiedler (BSO-Stv.).

„Der RfW ist die Stimme der kleinen

und mittleren Unternehmen Österreichs

innerhalb, aber auch – und

besonders – außerhalb der Wirtschaftskammer“,

so Amann. Die

kleinen und mittleren Unternehmen

seien das Fundament und die Basis

für die Wertschöpfung in Österreich,

sie schaffen rund 60 Prozent aller

Arbeitsplätze, stemmen 80 Prozent

der Wirtschaftsleistung. Ihren Anliegen

Gehör zu verschaffen, das sei

die Aufgabe des RfW. „Und wir

müssen eine laute Stimme sein und

mit lauter Stimme auch die Verfehlungen

der Regierung aufzeigen“, so

Amann. Der RfW-Bundesobmann

verwies unter anderem auf das

Bundesbudget 2011, das Finanzminister

Pröll gegen die klaren Bestimmungen

der Verfassung verschoben

habe. Er erinnerte auch an die im

Regierungsprogramm festgeschriebenen

Maßnahmen wie Verwaltungsreform,

Verbesserungen in der

Unternehmensnachfolge, Vereinfachungen

in der Unternehmensbesteuerung

und vieles andere. „Es ist

nichts passiert, keiner diese Punkte

wurde auch nur im Ansatz umgesetzt.

Diese Regierung betreibt Ar-

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Wirtschaft Aktiv Nov. / 2010


Bundestag

beitsverweigerung. Am normalen

Arbeitsmarkt wäre das eine fristlose

Kündigung“, kritisierte Amann.

Aber auch innerhalb der Wirtschaftskammer

Österreich sieht der RfW

Handlungsbedarf: So sind beispielsweise

die Mehrfachpflichtmitgliedschaften

weiter zu reduzieren und

Synergien noch effizienter zu gestalten.

„Wir sind freie Unternehmer, wir

wollen frei entscheiden“, so Amann.

Der RfW Bundesobmann bedankte

sich auch bei Matthias Krenn, von

dem er heuer die Funktion des Wirtschaftskammer-Vizepräsidenten

übernommen hat, für seine hervorragende

Arbeit und seinen Einsatz.

In seiner 50-jährigen Geschichte sei

der RfW auch thematisch immer Vorreiter

gewesen. Das gelte auch für die

Herausforderungen der Zukunft wie

die neuen Arbeitswelten, in denen das

Miteinander von Arbeitnehmern und

Arbeitgebern im Vordergrund steht,

und nicht der längst überholte Klassenkampf.

Allein dadurch gebe es für

den RfW jedenfalls noch einiges zu

tun. „Mit der nötigen Geschlossenheit

wird der RfW diese Herausforderungen

erfolgreich meistern“, so Amann.

Bundesobmann Fritz Amann:

„Die kleinen und mittleren Unternehmen sind das Fundament und die Basis

für die Wertschöpfung in Österreich, sie schaffen rund 60 Prozent aller

Arbeitsplätze, stemmen 80 Prozent der Wirtschaftsleistung. “

Der Bundesvorstand des RfW besteht aus Unternehmern, die sich für die kleinen und mittleren Betriebe einsetzen.

Amann: „Der RfW ist die Stimme der kleinen und mittleren Unternehmen Österreichs innerhalb, aber auch – und besonders

– außerhalb der Wirtschaftskammer. Wir werden eine laute Stimme sein.“

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RFW Landestag

Leitantrag einstimmig angenommen

Einstimmig wurden von den Delegierten des Landestags des RfW-OÖ. die vier Kapitel des Leitantrags zur Stärkung

der österreichischen Wirtschaft angenommen:

1.Konjunkturpaket

Zur Stärkung der österreichischen

Wirtschaft ist eine Ankurbelung

durch ein neues Konjunkturpaket

nötig.

Insbesondere fordert der RfW:




Zinsgünstige Kredite für

Sanierung, Bau, Investitionen

Unterstützung für

Infrastrukturmaßnahmen

Bereitstellung von

Haftungskapital

Wenngleich es notwendig ist, die öffentlichen

Haushalte zu sanieren

und entsprechende Sparmaßnahmen

zu setzen, darf dies nicht dazu

führen, daß die öffentliche Auftragsvergabe

zu stark eingeschränkt

wird.

2.Steuern

Eigenkapital ist der Lebensnerv der

Betriebe. Gerade in Zeiten der Krise

müssen verstärkt Maßnahmen gesetzt

werden, die den Aufbau ermöglichen.

Die Steuerlast für die

Betriebe gehört minimiert.

Dabei sind folgende Punkte besonders

wichtig:





Abschaffung Mindest-KöSt

Wegfall Kreditvertragsgebühr

Vorsteuerabzug für alle

betrieblich genutzten

Fahrzeuge

Keine Erhöhung der

Mineralölsteuer

3.Minus 50 % Bürokratie

Schlanke Verwaltung, Entrümpeln

der Gesetze und Vereinfachung von

Gesetzen bringt die Halbierung der

Bürokratie und Verwaltungskosten.

Allein die Verringerung der Komplexität

der Rechtsvorschriften und

der Verwaltungsprozesse könnte

Österreich laut WIFO – Analyse zufolge

eine halbe Milliarde Euro an

Kosten ersparen.

Der RfW setzt sich dafür ein, daß im

Masterplan zum Bürokratieabbau,

nach niederländischem Vorbild, das

Ziel der Reduktion der Verwaltungskosten

und der Bürokratie um

50 % festgeschrieben wird.

Wir fordern insbesondere:









Schaffung einer schlanken,

dynamischen und effizienten

Verwaltung

Beschleunigung und

Vereinfachung von Bewilligungsverfahren

und

Förderansuchen

Einhebung aller Abgaben und

Steuern nur mehr durch

eine Behörde

Bruttolohnzahlungen an

alle Dienstnehmer

Vereinfachung von

Betriebsübernahmen und

Einkommensteuererklärungen

Abbau der Statistikflut

Prüfung der Kosten neuer

Gesetze für die Wirtschaft

Klare, leicht vollziehbare

Gesetze

4.Leistbare Energieversorgung

Eine zukunftssichere und leistbare

Energieversorgung ist die Grundvoraussetzung

für das notwendige

wirtschaftliche Wachstum in unserem

Land.

Der RfW fordert daher:




Ausbau der Wasserkraft

Senkung der

Energiepreise

Entmonopolisierung am

Energiemarkt

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Wirtschaft Aktiv Nov. / 2010


Klinger beim RfW Landestag

wiedergewählt

Bgm. Ing. Wolfgang Klinger (51),

Gastwirt und Transportunternehmer

aus Gaspoltshofen, wurde beim Landestag

des RfW-OÖ in Offenhausen

mit 98,8 % der Stimmen erneut zum

RFW-Landesobmann gewählt.

Die 80 stimmberechtigten Delegierten

votierten in geheimer Wahl mit 79

Pro-Stimmen für Klinger. Die Wahlen

der Präsidiums- und Vorstandsmitglieder

wurden in der Folge offen

durchgeführt und ergaben jeweils

einstimmige Annahme.

Klinger hatte zuvor in seinem Bericht

die wirtschaftliche Lage skizziert

und rasches Handeln der Regierung

vor allem in den Bereichen Verwaltungsreform/Bürokratieabbau

und

Konjunkturbelebung gefordert. Eine

Erhöhung der Mineralölsteuer werde

vom RfW vehement abgelehnt, vielmehr

sei es erstes Gebot, eine leistbare

Energieversorgung sicherzustellen,

wozu auch der vorrangige Ausbau

der Wasserkraft gehöre.

Der Landesparteiobmann der FPÖ,

Landesrat Manfred Haimbuchner,

ging in seiner Rede unter dem Motto

„Mehr Mut zur Wahrheit und Ehrlichkeit“

insbesondere auf landespolitische

Forderungen ein und kritisierte

das zögerliche Vorgehen der

ÖVP bei der notwendigen Verwaltungsreform.

Die Zusammenarbeit

mit dem RfW auf Landesebene funktioniere

bestens, so Haimbuchner.

Das neue OÖ-RfW-Präsidium

Landesobmann:

LAbg. Bgm. Ing. Wolfgang Klinger, Transportunternehmer, Gastwirt, Gaspoltshofen

Landesobmann-Stellvertreter:

NAbg. Ing. Heinz Hackl Komm.-Rat Franz Mairinger Karl-Heinz Strauß

EDV-Techniker, Seewalchen Textilunternehmer, Ried Transportunternehmer, Pettenbach

Weitere Präsidiumsmitglieder:

Alfred Fenzl Michael Fürtbauer NAbg. Komm.-Rat Alois Gradauer

Wirtschaftstreuhänder, Linz Gastwirt, Ohlsdorf Aufsichtsrat Fa. Pfeiffer, Thening

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Service

Vermeidung von Zinsen

Ab 1. Oktober 2010 bis zur Zustellung des Steuerbescheides

2009 werden für Einkommen- und Körperschaftsteuernachzahlungen

Anspruchszinsen verrechnet.

Ergibt sich aus der Veranlagung ein Guthaben,

werden die Zinsen gutgeschrieben.

Derzeit ist der Zinssatz 2,38 Prozent pro Jahr. Anspruchszinsen

können durch eine freiwillige Anzahlung

in Höhe der zu erwartenden Steuernachzahlung

vermieden werden. Diese muss unter „E 1-12/2009“

(Einkommensteuer) bzw. „K 1-12/2009“ (Körperschaftsteuer)

auf das Finanzamtkonto einbezahlt werden.

Anspruchszinsen sind steuerlich nicht absetzbar –

Gutschriften sind steuerfrei. Erfolgt die Zahlung über

das betriebliche Kontokorrentkonto, können daraus

resultierende Bankzinsen als Betriebsausgabe abgesetzt

werden.

Es gibt einen kleinen Zinsvorteil. Anspruchszinsen

werden erst ab 50 Euro festgesetzt. Dadurch ergibt

sich z.

B., dass

eine Nachzahlung

der

Einkommen- bzw. Körperschaftsteuer in Höhe von

8000 Euro bis Ende Dezember zinsenfrei bleibt. (Quelle

VN)

Neue Grenzen bei der Umsatzsteuer

Mit dem Abgabenänderungsgesetz 2010 wird die Grenze

für die vierteljährliche Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung

ab 2011 von 30.000 auf 100.000 Euro angehoben.

Wer also im Jahr 2010 steuerbare Umsätze unter

100.000,- Euro erzielen wird, muss dann 2011 nur mehr

vierteljährlich, statt monatlich die Umsatzvorsteueranmeldung

(UVA) abgeben.

Die Neuregelung wird als Kompensation für das Herabsenken

der Umsatzgrenze für die verpflichtende elektronische

Einreichung der UVAs von 100.000 auf 30.000 Euro

gesehen. Im Ergebnis müssen die UVAs bereits ab

30.000 Euro eingereicht werden, aber eben nur mehr (bis

zur Grenze von 100.000 Euro) mit dem vierteljährlichen

Einreichrhythmus. Neu ist auch, dass im Jahr der Unternehmensgründung

die UVAs zwingend monatlich gemeldet

werden müssen. Erst im Folgejahr gelten dann die

oben angeführten Grenzwerte und Einreichtermine. Eine

Lockerung ergibt sich durch die Anhebung der Grenze

für die Abgabe der Umsatzsteuerjahreserklärung.

Diese wird von 7500 auf 30.000 Euro angehoben.

Finanzstrafgesetz - Neue Regelungen

§

Mit der Finanzstrafgesetznovelle

soll ab 1.1.2011 die

Selbstanzeige neu geregelt

werden. Die Selbstanzeige ermöglicht

jedem Steuerpflichtigen,

der sich eines Finanzvergehens

schuldig gemacht hat,

straffrei zu bleiben, wenn er

seine Verfehlung darlegt. Damit diese Anzeige wirksam ist,

muss sie rechtzeitig gegenüber der Behörde erfolgen.

Neu ist, dass nicht mehr dem sachlich zuständigen Amt,

sondern, je nach verletzter Abgabenvorschrift, jedem beliebigen

Finanzamt oder jeder Zollmacht gegenüber die bedeutsamen

Umstände der Verkürzung oder des Ausfalls offen

zu legen sind. Neu ist auch, dass man bei den Selbstbemessungsabgaben

(wie z.B. der Umsatzsteuer) erst nach einem

Monat ab Selbstanzeige die Beträge nachzahlen muss.

Wenn diese Frist nicht eingehalten wird, lebt die Strafbarkeit

wieder auf.

Wurde bereits einmal hinsichtlich desselben Abgabenanspruches

eine Selbstanzeige erstattet, so tritt die strafbefreiende

Wirkung der neuerlichen Selbstanzeige nur ein,

wenn ein 25-prozentiger Mehrbetrag auch rechtzeitig entrichtet

wird. Damit soll die scheibchenweise Offenlegung

bestraft werden. Generell gilt nach wie vor, dass die Selbstanzeige

nur für den Anzeiger gilt und die Personen, für die

sie erstattet wird. (Quelle VN)

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Steuerliches

Die neuen Regeln im Insolvenzrecht

Seit 1. Juli ersetzt die neue Insolvenzordnung

die bisherige Konkursund

Ausgleichsordnung.

Ziel dieses neuen Gesetzes ist, dass

die Entschuldung und die Erhaltung

von Unternehmen erleichtert werden

sollen.

Nach der neuen Ordnung hat der

Schuldner innerhalb von 60 Tagen

ab Vorliegen der Zahlungsunfähigkeit

bzw. der Überschuldung drei

Möglichkeiten: die eingeschränkte

Eigenverwaltung unter Aufsicht eines

Sanierungsverwalters mit einer

Zahlungsquote von 30 Prozent

innerhalb von zwei Jahren und die

Variante ohne Eigenverwaltung mit

einer Mindestquote von 20 Prozent,

ebenfalls zahlbar innerhalb von

zwei Jahren. Beide Optionen können

zur Entschuldung führen. Die dritte

Möglichkeit ist das Konkursverfahren,

bei dem die Restverbindlichkeiten

nach Verkauf des Vermögens des

Schuldners übrig bleiben.

Für die Zustimmung zur Entschuldung

ist nur die einfache Mehrheit

der anwesenden Gläubiger nach

Köpfen mit einer einfachen Mehrheit

des vertretenen Kapitals erforderlich.

Voraussetzung für die Sanierung

wird ein Sanierungs- und

Zahlungsplan sein.

Die steuerliche Behandlung von Bonusmeilen

Der VwGH hat mit Erkenntnis vom

29.04.2010, 2007/15/0293 entschieden,

dass für den von Fluglinien und

somit von dritter Seite eingeräumten

Vorteil aus der Verwendung von Bonusmeilen,

auch wenn dieser Vorteil

zu Einkünften aus nichtselbständiger

Arbeit führt, keine Verpflichtung zur

Einbehaltung und Abfuhr von Lohnsteuer

(§§ 78 und 82 EStG 1988) besteht.

Der Zufluss des Vorteils iSd §19 EStG

1988 findet erst mit der Verwendung

der Bonusmeilen statt. Erst im Zeitpunkt

der Einlösung lässt sich in Geld

ausdrücken, welchen Betrag sich der

Teilnehmer am Vielfliegerprogramm

durch die Verwendung der Bonusmeilen

erspart hat. Zudem lässt sich erst

nach der Einlösung der Bonusmeilen

feststellen, ob diese für private oder

für berufliche Zwecke Verwendung

gefunden haben.

Auf Grund des VwGH-Erkenntnisses

hat der Arbeitnehmer den Vorteil, der

ihm aus der Einlösung der durch die

beruflichen Reisen erlangten Bonusmeilen

für private Zwecke erwächst,

im Rahmen der Veranlagung als Arbeitslohn

von dritter Seite dem Finanzamt

bekannt zu geben. Für jene

Jahre, für die der Vorteil aus den Bonusmeilen

bereits beim Arbeitgeber

unter Anwendung der Regelung in

LStR 2002 Rz 222d versteuert wurde,

hat beim Arbeitnehmer eine Versteuerung

des Vorteils im Rahmen der

Veranlagung zu unterbleiben.

Im Zuge des nächsten LStR-Wartungserlasses

wird die Rz 222d geändert

werden.

Das VwGH-Erkenntnis ist auch für

die Kommunalsteuer sowie für den

Dienstgeberbeitrag und Zuschlag

zum Dienstgeberbeitrag anzuwenden.

Wirtschaft braucht

Umsetzer, keine Ankündigungskaiser!

Arbeitszeitflexibilisierung – aber ohne

Lohnverlust –, ein effizientes Bildungssystem

und Rahmenbedingungen,

die es ermöglichen, die Menschen

länger in Arbeit zu halten. Das sind

die zentralen Themen der Zukunft.

Die Antworten der Politik erschöpfen

sich bisher nur in Ankündigungen, jene

der Gewerkschaften in Klassenkampf.

Der Fehler beginnt schon im Bildungssystem

und endet beim Thema

Forschung und Innovation. „ Das bisher

praktizierte „Gießkannenprinzip“

bei der Forschungsförderung

bringt uns nicht weiter. Hier braucht

es klare Ziele und einen klaren Fokus.

Sonst endet Österreich irgendwann

als Produzent von Billigprodukten,

während in China Hightech hergestellt

wird. Darum erneuert der RfW

auch seine Forderung nach dem modularen

Aufbau der dualen Ausbildung.

Ohne Flexibilisierung der Arbeitszeiten

werde es in Zukunft nicht

gehen.

Würden die Gewerkschaften zuhören,

wüssten sie, dass das auch für Arbeitnehmer

Vorteile bringt. Eine Durchrechnung

der Arbeitszeit via Zeitkonto

bedeutet keinen Lohnverlust. Sie

bedeutet finanzielle Planungssicherheit

für jeden Arbeitnehmer. Würden

sich die Gewerkschaften auf diesem

Ohr nicht „Taubstellen“, müssten sie

wissen, dass das eine für ihre Klientel

deutlich bessere Lösung wäre als

Kurzarbeit oder der verstärkte Einsatz

von Zeitarbeitern. In der Frage

des Pensionsantrittsalters plädiert

der RfW für das Modell einer Gleitpension

„mit einem Bonus-Malus-System,

das auch mathematischen Berechnungen

standhält.

Dass Wirtschaftsstandort und Arbeitsmarkt

mit solchen Problemen zu

kämpfen haben, dafür zeichnet sich

die Politik verantwortlich. „Österreichs

Wirtschaft braucht Umsetzer,

keine Ankündigungskaiser oder Verhinderungsweltmeister

wie die Gewerkschaften,

wenn wir am Standort

Österreich als Wirtschaft nachhaltig

Erfolg haben wollen.

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Wirtschaft Aktiv Nov. / 2010


Fritz Amann und Markus Mistura:

Der RfW kämpft für die Rechte der

Immobilienmakler. Ein wichtiger Berufsstand

darf nicht auf dem Konsumentenaltar

der AK geopfert werden!

RfW kündigt Petition zur

Immobilienmaklerverordnung an!

Diese Verordnung muss weg: Sie ist

gleichheitswidrig und damit verfassungswidrig,

wobei letzteres in der

Regierung ja momentan „très chic" zu

sein scheint. Sie widerspricht auch

dem Vertrauensschutz", so die Kritik

des RfW an der Immobilienmaklerverordnung.

Statt dieser „Husch-

Pfusch-Aktion" erneuert der Bundesobmann,

WKÖ Vizepräsident Amann,

seine Forderung nach Ausweitung

der steuerlichen Absetzbarkeit von

Maklerprovisionen für Private. Das

ist fair, das wäre eine „Win-win-Situation

für alle Beteiligten.

Steuerausgleich für alle statt „Zwei-

Klassen-Gesellschaft" – in diesem

Sinne wird der WKÖ-Vizepräsident

und RfW-Bundesobmann gemeinsam

mit RfW-Vorstandsmitglied Nationalrat

Bernhard Themessl eine parlamentarische

Petition einreichen. Für

Gewerbeimmobilien bleiben die Maklerprovisionen

nämlich unverändert

auf drei Bruttomietzinsen. Zudem

werde sich Minister Mitterlehner einige

Fragen in einer parlamentarischen

Anfrage gefallen lassen müssen.

Verbesserungen für Konsumenten

müssen nicht mit Verschlechterungen

für die Wirtschaft einhergehen. "Statt

diesem "Entweder - Oder" plädiert

der RfW für ein "Sowohl - als Auch":

Eröffnet man nämlich Privaten die

Möglichkeit, Maklerprovisionen als

Werbungskosten steuerlich abzusetzen,

senkt das die Maklerkosten und

lässt den Berufsstand "am Leben“.

Der ständige Verweis auf AK-Studien

und internationale Verhältnisse lässt

der RfW nicht gelten. Nicht alles, was

hinkt, ist ein Vergleich. Der österreichische

Markt tickt anders, die Studien

der AK sind überholt und entsprechen

längst nicht mehr dem aktuellen

Stand.

Von einem Wirtschaftsminister muss

man sich ein Vorgehen erwarten können,

das hundertprozentig rechtskonform

ist und nicht - wie in diesem Fall

- auch noch massiv wirtschaftsfeindlich.

Zudem schafft Mitterlehner damit

eine "Zwei-Klassen-Gesellschaft"

bei den Immobilien-Suchenden. Der

Wirtschaftsminister wäre also bestens

beraten, eine konsumentenfreundliche

Lösung herbeizuführen – ohne

dabei eine ganze Branche zu gefährden.

Für diese Maklerverordnung

kann es nur heißen: "Do it again, Minister."

Aber diesmal richtig.

Klares Nein zur Urheberrechtsabgabe auf Festplatten!

Als „Abzockerei“ bezeichnet WKÖ-

Vizepräsident Bundesobmann Fritz

Amann das Ansinnen der Verwertungsgesellschaft

AustroMechana,

den Händlern ab Oktober eine Urheberrechtsabgabe

(URA) auf Festplatten

abzuknöpfen. „Der OGH hat bereits

vor einiger Zeit klargestellt, dass

auf Festplatten keine URA fällig ist.

Die Verwertungsgesellschaften sollten

das endlich zur Kenntnis nehmen,

diese überfallsartigen Forderungen

sein lassen und sich stattdessen mit

der Wirtschaftskammer an den Verhandlungstisch

setzen“, fordert

Amann. „Ansonsten kann ich jedem

Händler nur empfehlen zu klagen.“

Die Verwertungsgesellschaften würden

ja schon lange versuchen, die Urheberrechtsabgabe

auf Festplatten

und mobile Endgeräte auszudehnen.

2008 habe etwa die Verwertungsgesellschaft

„LiterarMechana“ einen

diesbezüglichen Prozess verloren. Der

OGH habe deutlich dargelegt, dass

bei Festplatten in PCs keine Reprografieabgabe

(URA) gebührt. Dies habe

der OGH auch schon 2005 entschieden.

Durch die Erhöhung kämen pro

Rechner auf den Händler Mehrkosten

von rund fünf bis acht Prozent zu. Die

Verwertungsgesellschaften schaden

mit diesem Vorgehen nicht nur dem

Handel, sondern auch den Konsumenten,

die im Übrigen mit ihrem

Steuergeld auch einiges für die von

den Verwertungsgesellschaften vertretene

Klientel leisten. Darum ist der

RfW gegen diese Abgabe.

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Politik

Regierungskoalition als Steuererhöher

Neue Belastungen für die Wirtschaft jetzt fix

15%ige Erhöhung der Mineralölsteuer

auf Diesel, 10 % mehr auf

Benzin, zusätzliche Steuern für

Wertpapierbesitzer und eine 500

Millionen schwere Bankenabgabe.

Das sind nur einige der massiven

Belastungen, die Rot-Schwarz

jetzt durchsetzen wollen.

Klar ist, daß die Banken die 500

Millionen Euro Belastung in Form

von diversen Gebühren und Verteuerungen

von Dienstleistungen

an die Kunden, insbesondere an

die Wirtschaft, weitergeben werden.

Da hilft auch die ansich löbliche

Abschaffung der Kreditvertragsgebühr

nicht viel, wenn man bedenkt,

daß diese insgesamt rund

150 Millionen einbrachte. Statt einer

Entlastung – wie vom RfW immer

gefordert – werden jetzt defacto

Gebühren erhöht.

RfW im Bundeswirtschaftsparlament

Starke Stimme für den Mittelstand

Die wichtigsten Ziele für die Arbeit

im Bundes-Wirtschaftsparlament

skizzierte der neue Fraktionsobmann

des RfW, Bgm. Matthias Krenn.

Der neue Fraktionsobmann des

RfW im Bundes-Wirtschaftsparlament,

Bgm. Matthias Krenn.

Krenn: „Als neuer Fraktionsobmann

des RfW möchte ich klarstellen, daß

sich der RfW auch in der kommenden

Funktionsperiode aktiv und konstruktiv

im Sinne der Anliegen der

Unternehmer einbringen wird.

Die Gemeinsamkeit in der Vertretung

der Wirtschaft ist meiner Fraktion ein

echtes Anliegen, wobei wir natürlich

auf den Wettbewerb der besten Ideen

setzen. Nur wer die Möglichkeit des

Mitgestaltens hat, der kann auch etwas

bewegen. Daher unterstützen wir

auch den gemeinsamen Leitantrag

zur Stärkung der österreichischen

Wirtschaft, der viele unserer Vorschläge

und Maßnahmen für die Entlastung

des Mittelstandes enthält.

Nur gemeinsam mit unseren Erwerbstätigen

können wir eine Überlebensstrategie

erarbeiten, die auf den jeweiligen

Betrieb maßgeschneidert

und damit auch umsetzbar ist. Und

daher verlangen wir, daß das flexible

Arbeitszeitgesetz endlich im Kollektivvertrag

umgesetzt wird, damit

interne Betriebsvereinbarungen getroffen

werden können.

Ein Herzensthema von mir sind die

Krediterleichterungen für KMUs.

Den Banken muß endlich klargemacht

werden, daß sie mit ihrer zögerlichen

und restriktiven Kreditvergabe

die heimischen Klein- und

Mittelbetriebe zusätzlich belasten.

Daneben sollte – wie von mir schon

mehrfach lautstark gefordert – Basel

II endlich ausgesetzt werden.

Wir fordern auch im Sozial- und Verwaltungsbereich

massive Entlastungen

für die Wirtschaft. Wir sind daher

für die Einführung einer Versicherungspflicht

für Freizeitunfälle und

eines Teilzeitkrankenstandes. Ohne

Sparen und Kürzungen von Sozialleistungen

geht es nicht mehr. Die Frage

wird also sein, vertreten wir die Leistungsempfänger

oder die Leistungsträger.

Dasselbe gilt für das Pensionsund

Gesundheitssystem, wo Milliarden

verschleudert werden.

Ein wichtiger Bereich für die Zukunft

wird der optimale Umgang mit den

vorhandenen Ressourcen sein. Wir

setzen auf saubere Energie, aber auch

auf betriebswirtschaftliche Betrachtungsweise

der erneuerbaren Energie.

In diesem Sinne sieht sich der RfW

auch in Zukunft als die starke Stimme

für den Mittelstand.“

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Wirtschaft Aktiv Nov. / 2010


Kriminelles

Wichtiger Sicherheitshinweis zu

gefälschten Bank-Mails

Aktuell sind wieder die betrügerischen

E-Mails im Umlauf, mit denen

Bankkunden und Unternehmen aufgefordert

werden, Daten bekanntzugeben.

Begründet wird dies im Mail

meist mit notwendiger Neuanmeldung

bei Online-Konten oder mit Sicherheitsüberprüfungen

u.ä. Oft wird

sogar eine Kontosperre angekündigt.

(Trojanisches Pferd). Dabei wird ein

Schadprogramm auf den Computer

übertragen, das sich z.B. beim Online

Banking dann automatisch einklinkt.

Solche Schadprogramme kann man

sich z.B. einfangen, wenn man den

Anhang eines E-Mails anklickt.

Finanz-Online warnt vor Phishing-

Attacken, die es z.B. auf Zugangskennungen

abgesehen haben.

Ein anderer Trick ist, daß man eine

Nachricht erhält, die behauptet, man

habe in der Lotterie gewonnen.

Im E-Mail ist meist eine Webadresse

bzw. ein Link angegeben. Wird dies

angeklickt, kommt man auf eine

Internetseite, die der Homepage der

Bank täuschend ähnlich ist, in Wahrheit

aber von Betrügern betrieben

wird.

Gibt man unvorsichtigerweise seine

Bankdaten dort ein, können die Betrüger

Zahlungen bzw. Abbuchungen

vom Konto veranlassen.

Diesen im Fachjargon Phishing genannten

Trick haben die international

tätigen Kriminellen in den letzten

Jahren weiter verbessert.

Rechtschreibfehler in den Mails findet

man nur mehr selten, oft wird

auch gar nicht mehr per E-Mail vorgegangen,

dessen Absender gefälscht

ist, sondern die Attacken erfolgen

mittels eines sogenannten Trojaners

Passieren kann dies überall.

Oft wird man auch aufgefordert, sein

Passwort oder den Nutzernamen bekanntzugeben.

Die Palette reicht hier

weit: Spender für die SOS-Kinderdörfer

sind genauso betroffen wie z.B.

Kunden beim Emissionshandelsregister

des Umweltbundesamts. Auch

Schutz vor Phishing

Perfide sind aber vor allem jene

Mails, die Kontosperren androhen

bzw. andere Ultimaten stellen. Oft

wird auch behauptet, daß das Konto

mißbräuchlich verwendet worden sei

und man daher die Daten brauche

(z.B. PIN’s oder TAN’s), um diesen

Mißbrauch abzustellen.

1. Gesundes Mißtrauen.

Unbekanntes nicht sofort anklicken!

2. Genaue Prüfung des Absenders bzw. der Website!

Oft liegt sogenanntes Typosquatting vor, d.h. ein

Buchstabe ist ausgetauscht. Etwa statt: www.ba-ca.at

steht www.ba-cq.at

3. Banken schicken im Normalfall niemals Mails, in

denen zur Bekanntgabe von Daten aufgefordert wird.

4. Aktuelle Systemsoftware verwenden,

Virenscanner, Firewall aktivieren.

5. Sollte man dennoch zu einer Seite gelangen,

die ein LOGIN mit Kontodaten, Kreditkartennummer

oder Passwörtern verlangt, Aktion sofort abbrechen!

Notfalls alle Pass- bzw. Kennwörter bei Online-Konten

ändern. Sofort eigene Bank verständigen!

6. Überprüfen Sie Anti-Viren Programme,

die Sie aus dem Net downloaden – auch diese können

gefälscht sein.

7. Informieren Sie sich über mögliche Verschlüsselungen

(SSL) ihrer Nachrichten.

8. Laufende Überprüfung von Kontoauszügen und

Kreditkartenabrechnungen auf Unregelmäßigkeiten

oder nicht erklärliche Belastungen.

Wirtschaft Aktiv Nov. / 2010 11


Der Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender (RfW)

und Kaiser Maximilian

Der Bezirksobmann des RfW (Ring freiheitlicher

Wirtschaftstreibender) GR Manfred

Wiesinger rief und fast alle kamen: Geschichte

in Verbindung mit Geschichten

wurden in kongenialer Art und Weise von

Mag. Ingeborg Micko und Hubert Krexhammer,

gewandet als Kaiser Maximilian, geboten.

In einer exklusiven Führung durch die

Burg Wels erfuhren die Teilnehmer viel Wissenswertes

in amüsanter Form; so lustig es

halt möglich ist, wenn der Kaiser zum

Schluss in Wels stirbt…. Auf jeden Fall eine

ausgezeichnete Führung, die nur jedem

empfohlen werden kann.

Anschließend lud der RfW die Teilnehmer

noch zu einer exquisiten Verkostung steirischer

Weine in den Weinkeller des Haas-

Hauses am Stadtplatz. Wolfgang Jäger –

Wirt und Sommelier - erläuterte die einzelnen

Weine gekonnt und umfassend. Unterlegt

wurde die Verkosterei durch einen steirischen

Schmankerlteller – eine Kreation des

Küchenchefs Wolfgang Iglsböck. Angelehnt

an einen Schauspieler, Sänger, Intendanten

und sonst noch was kann man nur sagen:

„Es war einfach wunderbar…..“

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Wirtschaft Aktiv Nov. / 2010


Mediation

Mediation: Schlichten statt richten

von Dkfm. Dr. Walter Pfaffenzeller Wirtschaftsprüfer,

Steuerberater, Unternehmensberater, Gerichtssachverständiger,

eingetragener Mediator

WAS IST MEDIATION

Mediation ist ein außergerichtliches,

freiwilliges Verfahren zur Streitbereinigung

oder Konfliktlösung mit Hilfe eines

nicht entscheidungsberechtigten

Dritten, dem sogenannten Mediator

(dieser Ausdruck wird sowohl für Mann

als auch für Frau verwendet).

Das Mediationsverfahren unterliegt einer

besonderen, gesetzlich geschützten

Vertraulichkeit, bei dem sowohl sachliche

Elemente als auch beziehungsmäßige

(emotional - psychologische) Elemente

beachtet und angesprochen werden.

Dies geschieht unter der geschulten

Verhandlungsführung eines Mediators.

GRUNDLAGEN DER MEDIATION

Mediation als Schlichtungs- bzw. Konfliktlösungsmodell

hat eine lange interkulturelle

Geschichte. Vor allem in fernöstlichen

Kulturen wird diese besondere

Art der Kommunikation seit mehr

als zweitausend Jahren erfolgreich angewandt.

In Österreich wurde im Jahr 2003 der

rechtliche Rahmen durch das Zivilrechtsmediationsgesetz

geschaffen. Dieses

Gesetz legt vor allem Rechte und

Pflichten von eingetragenen Mediatoren

fest. Das sind Mediatoren, die in die

beim Justizministerium geführten Liste

der Mediatoren eingetragen sind und

bestimmte Qualitätsstandards erfüllen

müssen..

Das Zivilrechtsmediationsgesetz legt

weiters fest, dass durch ein Mediationsverfahren

mit einem eingetragenen Mediator

eine gesetzliche Unterbrechung

von Fristen bei gerichtlichen Verfahren

für die Dauer einer Mediation eintritt.

ABLAUF UND WIRKUNG

DER MEDIATION

Der Ablauf eines Mediationsverfahrens,

natürlich auch in der Wirtschaftsmediation,

erfolgt in der Regel in fünf

Schritten. Es beginnt mit der Kontaktaufnahme

und Klärung des Verfahrensverlaufs

über die auf den Tisch zu legenden

Probleme, der Suche nach den

Interessen hinter den Problemen, der

Erarbeitung von Lösungen bis zu einer

vertraglichen Vereinbarung. Die Wirkung

der Mediation ist, dass sie gegenüber

einem gerichtlichen Verfahren effizienter

und kostengünstiger ist.

WARUM

WIRTSCHAFTSMEDIATION

Wirtschaftsmediation kann man unter

das Motto stellen: "Verhandeln statt

verklagen!". Während es bei Gericht

meist einen Gewinner und einen Verlierer

gibt, ermöglicht die (Wirtschafts-)

Mediation zwei Gewinner. Es geht darum,

durch gemeinsames Erarbeiten

neuer Lösungen, für beide Parteien Vorteile

aufzuzeigen, sodass eine WIN-

WIN-Situation entsteht.

Statt um "Positionen" geht es vor allem

um "Inhalte". Jede Partei kann dadurch

ihr Gesicht wahren und das wirtschaftliche

Risiko des Scheiterns ist begrenzt.

Der (Wirtschafts-) Mediator ist allparteilich,

er ist ein neutraler und unabhängiger

Dritter und gesetzlich zur Verschwiegenheit

verpflichtet. Der (Wirtschafts-)

Mediator entscheidet nicht,

sondern bietet den Streitparteien im

Mediationsprozess professionelle Hilfe

bei der Lösung der Streitprobleme an.

VORTEILE DER WIRTSCHAFTS-

MEDIATION

Wirtschaftsmediation stellt keine

Rechtsberatung dar. Mit Hilfe des Mediators

erfolgt ein faires Miteinander der

Streitparteien, auch wenn dies auf den

ersten Blick oft unvorstellbar erscheint.

Es geht nicht um die Frage "Wer Recht

hat" sondern es geht darum, für beide

Seiten eine akzeptable Lösung zu erzielen.

Ziel ist also, vom Konflikt zu einer

zukunftsorientierten Lösung zu gelangen,

d.h., zu einer von den Parteien akzeptierten

gemeinsamen Vereinbarung.

Da die Mediation freiwillig ist, kann sie

von jeder Partei jederzeit abgebrochen

werden.

Die Vorteile der Wirtschaftsmediation

sind:

- das Verfahren ist gegenüber einem Gerichtsprozess

rasch und kostengünstig,

- das Verfahren ist unbürokratisch, flexibel

und auf wissenschaftlichen

Grundlagen aufgebaut,

- das Verfahren ist freiwillig und auf Eigenverantwortung

und Zusammenarbeit

aufgebaut,

- die Lösung ist nicht vergangenheitsbezogen,

sondern zukunftsorientiert,

- die Geschäftsbeziehungen bleiben erhalten

und jeder wahrt sein Gesicht.

EINSATZMÖGLICHKEITEN DER

WIRTSCHAFTSMEDIATION

Die Wirtschaftsmediation hilft beim

Ausräumen von

- Spannungen zwischen Mitarbeitern,

Teams und Abteilungen und zwischen

Vorgesetzten und Mitarbeiter,

- Konflikten mit Kunden/Lieferanten,

- Konflikten zwischen Gesellschaftern

und Geschäftsführern,

-Konfliktebei Unternehmensnachfolge,

- Streitigkeiten in Familienunternehmen

und bei Generationennachfolge,

- Streitigkeiten in der Erbnachfolge, die

oft auch wirtschaftliche Hintergründe

haben,

- Schwierigkeiten bei Betriebsübernahmen,

Umstrukturierungen und

Zusammenlegung von Abteilungen,

- Schadenersatzstreitigkeiten und

Streitigkeiten zwischen Nachbarn.

Der Bedarf an Wirtschaftsmediation ist

häufiger als angenommen, man muss

nur die Vorteile eines Mediationsverfahrens

in Anspruch nehmen!

Bei Fragen können Sie mich erreichen:

entweder unter der Festnetztelefonnummer

07242/29992 oder der Mobiltelefonnummer

0664/3261483.

Wirtschaft Aktiv Nov. / 2010 13


Kommentar Komm.Rat Winfried Waibel

Ist die Wirtschaftskrise

schon vorbei?

Nein! Sowohl in Deutschland als

auch in Österreich war ein Konjunkturanstieg

aus einer Zunahme

der Exporte und damit vermehrt

der Steuereinnahmen Anlass zu

enormen Begehrlichkeiten. Alle

möglichen Politiker und Institutionen

meldeten ihre Wünsche an.

Wenn immer wieder die Schwere

der Krise mit der Zeit 1929 bis

1932 verglichen wird, so sei darauf

hingewiesen, dass auch damals der

USA Präsident Hoover das kurze

Zwischenhoch 1931-32 zum Anlass

nahm und meinte, dass die Wirtschaftskrise

noch nicht als beendet,

aber das Schlimmste vorbei

sei.

Wenige Monate später brach die

ganze damalige Weltwirtschaft zusammen.

Hoover wurde 1932 abgewählt,

sein Nachfolger wurde der

Demokrat Roosevelt. Dieser hat

mit seinem New Deal (Wirtschaftsankurbelung

unter enormer Schuldenaufnahme

- Maynard Keynes

lässt grüssen) die USA und damit

auch Europa aus dem Tal der Tränen

geführt.

Bleiben wir in Österreich. Was machen

unsere verantwortlichen Politiker

in Regierung, Gewerkschaft,

Pensionistenvereinigungen usw.?

Sie fordern eine Abkehr vom vorgesehenen

harten Sparprogramm.

Man redet nicht mehr über die absolut

notwendigen Verwaltungsreformen,

die Anhebung des Pensionsalters

oder den Abbau der

riesigen Schuldenberge.

Dass wir die Maastrichtkriterien

(max. 3%) mit über 4 % glatt verfehlen,

wird einfach hingenommen.

Dabei sind die Zinsen für die

bereits aufgelaufenen Schulden,

die größte Ausgabenposition im

Budget. Nochmals auf Hoover

kommend, die Krise von 2008 ist

noch nicht ausgestanden. Ein paar

Beispiele: Die Finanzprobleme von

Island, Griechenland, Irland, Italien,

Spanien und Portugal werden

die anderen EU Länder noch länger

begleiten.

Die USA haben einen Arbeitslosenstand

von mehr als 10%. Bereits

jetzt stehen die USA vor unvorstellbaren

Schuldenständen.

Allein China hat rund 2.500 Mrd.

Dollar in bar, in Anleihen und Aktien

der USA in ihrer Zentralbank

liegen.

Zur Ankurbelung der eigenen

Wirtschaft hat man in China rund

400 Mrd. Dollar aus eigenen Rücklagen

und nicht mit aufgenommen

Krediten eingesetzt, ohne dass dies

jemand bemerkt hätte. Und der

Ministerpräsident von China Wen

Jiabao erklärte Herrn Obama zu

dessen Wunsch nach einer Wertanhebung

des Yuan, dass China dazu

nicht bereit ist.

Der Kurs des Yuan habe nichts mit

dem US Handelsdefizit zu tun.

China habe nicht die Absicht im

eigenen Land eine Pleitewelle zu

riskieren. Gleichzeitig gab die

USA Notenbank bekannt, eine eigene

Zinsanhebung (derzeit unter

1%) zu verschieben. Gleichzeitig

ließ man verlauten, dass man bei

einer neuerlichen Rezession bereits

ein neues Ankurbelungsprogramm

ins Auge gefasst hat. Im Klartext

bedeutet dies, man wirft wieder

die Notenpresse an und druckt

neue Dollars.

Dem steht weiters gegenüber, dass

weltweit bereits Geld an allen

Ecken und Enden fehlt. Die CO2

Werte steigen an, der Hunger in

vielen Ländern der Welt ist nach

wie vor Problem Nummer 1.

Ein Drittel der Weltbevölkerung

hat keinen Zugang zu sauberem

Wasser. Geld, das man - aus welchen

Töpfen auch immer - bekommt,

verschwindet in vielen

Entwicklungsländern in private

Taschen. Man kauft damit keine

Lebensmittel, baut keine Kläranlagen,

sondern man kauft Waffen,

baut Atombomben und macht

Schulden.

Unter solchen Umständen muss

man sich fragen, woran sich unsere

gewählten Vertreter orientieren,

wenn sie glauben, wir – und dies

global – seien bereits aus dem

Schneider.

Auch im eigenen Land sind Fragen,

wer zahlt einmal die Pensionen

bei steigender Lebenserwartung,

zu stellen. Bereits jetzt ist es

so, das nur mehr 50 – 60% der arbeitenden

Bevölkerung und die

Unternehmer, die die Arbeitsplätze

stellen sollen, für den größten Teil

der Budgeteinnahmen verantwortlich

zeichnen. Wo bleibt dabei die

Verantwortung für unsere Nachkommen?

„Wir haben nichts mehr zu verschenken“

– sagt Niki Lauda – und

auch ich!

14

Wirtschaft Aktiv Nov. / 2010


unter der Lupe

Dalli Dalli

„Bemerkenswert“

Zitate

....................................

Die älteren Zeitgenossen – so wie Ihr Agilus, der wie viele aus dem Zwergengeschlecht

schon hunderte Jahre alt ist – kennen noch die Fernsehsendung Dalli –

Dalli, bei der der Moderator hüpfend „Das war Spitze“ rief und die p. t. Zuseher

ebenso wie das Publikum aus dem Häuschen gerieten.

Aus dem Häuschen – allerdings in anderer Art – geraten Trafikanten, Gastwirte

und andere bei der Erwähnung von „Dalli“ heute.

John Dalli ist nämlich der EU-Gesundheitskommissar. Und dem wäre ein völliges

Rauchverbot am liebsten. Nicht nur in Gaststätten und öffentlichen Räumen, sondern

nahezu überall, auch unter freiem Himmel.

Dazu: Verkauf nur mehr unter dem Ladentisch.

Insoferne nähert sich der aus Malta kommende Dalli der völligen Prohibition an,

wie sie z. B. in den USA zwischen 1919 und 1933 galt. Da waren zwar nicht Zigaretten,

sondern Herstellung, Verkauf und Transport von Alkohol verboten.

Die Folgen sind bekannt. Der Schwarzmarkt blühte. Die Beschaffungskriminalität

stieg. Anfangs der 1920er Jahre gab es rund 32.000 illegale Kneipen allein in New

York. Und aus Chicago grüßte Al Capone.

„Startschuß für Durst-Forschungszentrum“

Leider keine Schlagzeile für

Freunde eines kühlen Bieres, sondern

Titel über den Baubeginn

bei der Firma Durst-Fototechnik.

Chef zum Angestellten: „Maier, Sie

kommen heute zum viertenmal in

dieser Woche zu spät. Was schließen

Sie daraus?“

„Es ist Donnerstag.”

„Wohlstand ist, wenn die Leute

mehr Uhren haben als Zeit.“

Unbekannter Autor

Herbert O. ist wegen Untreue angeklagt.

Er soll auf Dienstreisen seine

Ehefrau mitgenommen haben.

Stadt-Anzeiger

Mit Interesse blickt Ihr Agilus nach Island, wo jeden ersten März der „bjórdagurinn“,

der „Tag des Bieres“ gefeiert wird, nachdem dort am 1. März 1989 das Verbot

für starkes Bier nach 74 Jahren aufgehoben wurde.

Wir wissen ja nicht, was nach dem Rauchverbot noch alles kommt. Wird man beim

Wirt in Hinkunft vor Bestellung eines Schweinsbratls auf die Waage steigen müssen?

Übergewicht ist ja auch ungesund.

Oder wird es besser sein, gleich auf Haschisch-Rauchen umzusteigen, dessen Legalisierung

ja von unseren grünen Aposteln vehement gefordert wird?

Man weiß es nicht. Dieselben, die in EU-Angelegenheiten jede Volksabstimmung

ablehnen, fordern ja dann, wenn sie Chancen sehen, gleich einen Volksentscheid.

Wie z. B. in Bayern, wo 61 % für ein Rauchverbot stimmten.

Im Kreis Altötting, dem bekannten Wallfahrtsort, waren es allerdings signifikant

weniger.

Legenden, daß das ehrwürdige Gnadenbild der dortigen Madonna seine schwarze

Farbe von den vielen Rauchern habe, ist aber entschieden entgegenzutreten,

meint

Ihr

Agilus

„Um Stimmen zu gewinnen, hat

Jürgen Rüttgers eine sogenannte

Kennenlern-Tour durch NRW veranstaltet.

Experten sagen: Das war

vielleicht ein Fehler.“

Harald Schmidt

Im Restaurant: „Also Herr Ober, ich

nehme das mit Käse überbackene

Rinderhack-Medaillon in Teighülle

und dazu frittierte Kartoffelstäbchen

an einer würzigen Tomatensoße!“

Der Kellner nickt, dreht sich

zur Küche und ruft: „Einmal

Cheeseburger mit Pommes und

Ketchup!“

Wirtschaft Aktiv Nov. / 2010 15


Jede Menge Ideen

für Unternehmer

Es gibt viel zu tun! Gesetzesflut und Steuerflut hemmen Betriebe. Kreativität, Unternehmergeist

und Motivation werden durch schlechte Rahmenbedingungen des Staates

an Ihrer Entfaltung gehindert. Das Wirtschaftsleben ist voller Auflagen und Vorschriften.Auf

der anderen Seite gibt es kaum Sozialleistungen für Selbständige.

Der RfW will daher: Dinge vereinfachen (Selbstveranlagung für Arbeitnehmer, Durchforsten

der Gesetze auf ihre Sinnhaftigkeit, Säubern des Paragraphendschungels,Abbau

unnötiger Bürokratie...), Steuern anpassen (Vorsteuerabzug für alle betrieblich genutzten

PKWs,Anpassen der Abschreibungsdauer an die reale Nutzung, Senkung der Lohnnebenkosten...),

Soziales für Unternehmer (Unterstützung im Krankheitsfall für Unternehmer).

Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender (RfW) - Oberösterreich, Pochestraße 3, 4020 Linz

Tel.: 0732/774814, Fax 0732/774814-20; buero@rfwooe.at, www.rfwooe.at

Impressum: Medieninhaber und Herausgeber: Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender (RfW), Landesorganisation Oberösterreich, ZVR-Nr.: 284146541; 4020 Linz, Pochestraße 3 zugl. Anschrift Redaktion, Verwaltung,

Anzeigen. Druck: Wiesinger, Wels

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