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Untitled - Architektur, Visualisierung, Wettbewerbe, 3D Renderings ...

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DIPLOMARBEIT<br />

MUSEUM DER ZEITGESCHICHTE<br />

ausgeführt zum Zwecke der Erlangung des akademischen Grades<br />

eines Diplom-Ingenieurs unter der Leitung von<br />

Ao. Univ. Prof. Dipl.-Ing. Dr. sc. techn. CHRISTIAN KÜHN<br />

E 252<br />

Institut für <strong>Architektur</strong> und Entwerfen / Gebäudelehre und Entwerfen<br />

eingereicht an der Technischen Universität Wien<br />

Fakultät der <strong>Architektur</strong><br />

von<br />

PAVOL MIKOLAJČÁK<br />

01 26 224<br />

Matthäusgasse 9/11<br />

A-1030 Wien<br />

BARBORA ŠAJGALÍKOVÁ<br />

98 25 357<br />

Gymnasiumstr. 85/740<br />

A-1190 Wien<br />

Wien, am 19. September 2006


DANKE<br />

Danke an unsere Eltern und Großeltern für die jahrelange<br />

Unterstützung während des Studiums.<br />

Ďakujeme našim rodičom a starým rodičom za dlhoročnú podporu<br />

počas nášho štúdia.


MUSEUM DER ZEITGESCHICHTE<br />

MÚZEUM DEJÍN<br />

Neuinterpretation einer Verkehrsstraße<br />

Städtebauliche Intervention Bratislava


INHALT<br />

Inhalt ...................................................................................9<br />

Vorwort ..............................................................................11<br />

ORT ................................................................13<br />

Standort ..................................................................15<br />

Bratislava: Historischer Überblick ..................................17<br />

Bratislava: Demographischer Überblick ............................19<br />

Bratislava: Metamorphosen ..........................................27<br />

Schlossgrund: Geschichtlicher Abriss ..............................29<br />

Petržalka ..................................................................37<br />

Planungsinitiativen 1940-1989 ....................................49<br />

Planungsinitiativen nach ´89 .........................................51<br />

Analysen ...................................................................61<br />

Staromestská Str.: Bilder Istzusand ..............................67<br />

THEMA ...........................................................69<br />

Museum der Zeitgeschichte / Erinnerungskultur<br />

als Thema der Gesellschaft ..............71<br />

Beispiele für Museen des Kommuninsmus in Europa .......77<br />

Beispiele für Museen des Kommuninsmus in Europa /<br />

Ein Erfahrungsbericht ...................85<br />

Zusammenhänge: Ostblock 1953 - 1991 ............................93<br />

ENTWICKLUNG ................................................107<br />

Entwicklung der Konzepte / Einleitung .........................109<br />

Phase 1 .........................................................110<br />

Phase 2 ........................................................112<br />

Phase 3 ................................... ....................113<br />

Wirkungsstudie einer Platte ........................................115<br />

Phase 4 ........................................................120<br />

Phase 5 ........................................................121<br />

Entwicklung / Zwischenbilanz ........................................129<br />

Phase 6 ........................................................142<br />

Phase 7 ........................................................144<br />

Entwicklung / Resumé .................................................149<br />

ENTWURF ......................................................151<br />

Entwurf / Projektbeschreibung ...................................153<br />

Museum der Zeitgeschichte / Raumprogramm ...............161<br />

Lageplan .................................................................168<br />

Grundriss Erdgeschoß ................................................169<br />

Schnitte .................................................................172<br />

Dauerausstellung 1 ...................................................174<br />

Dauerausstellung 2 ...................................................178<br />

Dauerausstellung 3 ............................... ....................180<br />

Dokumentationszentrum ............................................182<br />

Infozentrum / Veranstaltung / Cafe ................................186<br />

Slowfood Memory Restaurant .................................... 190<br />

Schlußwort ........................................................................196<br />

Quellennachweis .................................................................197


VORWORT<br />

Die Entscheidung ein MUSEUM DER ZEITGESCHICHTE als Diplomarbeitsthema zu wählen<br />

führt zwangsläufig zur Auseinandersetzung mit geschichtlichen Hintergründen des Projekts. Vor<br />

allem dann, wenn diese von einer 40 jährigen totalitären Herrschaft geprägt wurde.<br />

Es ist uns ein Anliegen, auch hier ein Teil der Fakten wiederzugeben, mit denen wir während unserer<br />

Arbeit konfrontiert wurden, da wir glauben, dass sie das Bild der Arbeit ergänzen und sowohl<br />

die Themenwahl, als auch die Entscheidung für den Bauplatz nichtinvolvierten Personen verständlich<br />

machen.<br />

Der Umgang mit den historischen Hintergründen unseres Projektortes ist ein besonders schwieriges<br />

Thema und wir sehen uns auf keinen Fall berufen, diese selber zu bilanzieren und zu interpretieren.<br />

Deswegen wurden alle gesellschaftlichen und historischen Überblicke in diesem Buch<br />

anderen Quellen entnommen. Die Übersetzungen stammen von uns. Wir haben vor allem versucht,<br />

Bedeutungsäquivalenz mit dem Originaltext zu erhalten, und nicht auf der exakten Wiedergabe der<br />

einzelner Wörter zu bestehen.<br />

Wir hoffen, dass es uns gelungen ist, ein möglichst stimmiges Bild zu erzeugen, welches die Zusammenhänge<br />

erläutert, auf deren Fundamente sich unsere Arbeit gründet und auf die sie reaktiv<br />

einzubeziehen gedenkt.<br />

Rozhodnutie, zvoliť si tému MÚZEA DEJÍN na diplomovú prácu, nutne vedie k zaoberaniu sa<br />

dejinnými udalosťami. Predovšetkým vtedy, keď sú poznamenané 40 ročným totalitným režimom.<br />

Je pre nás dôležité vybrať tie podstatné (z nášho hľadiska) z množstva faktov, s ktorými sme sa<br />

počas práce stretli, pretože veríme, že dopĺňajú ucelený obraz našej práce, a možno aj vysvetľujú<br />

naše rohodnutie pre túto tému a pre miesto nášho projektu nezainteresovaným.<br />

Zaobchádzanie s dejinami je mimoriadne zložitá téma a my sa v žiadnom prípade necítime byť<br />

povolaní k ich bilancovaniu. Preto sú všetky spoločenské a historické prehľady použité v tejto<br />

knihe prebraté z iných zdrojov. Preklady pochádzajú od nás a pri nich sme sa predovšetkým snažili<br />

o správne tlmočenie zmyslu originálneho textu, možno aj na úkor exaktného prekladu jednotlivých<br />

slov.<br />

Dúfame, že sa nám podarilo predostrieť a vysvetliť východiská, ktoré boli ideovou inšpiráciou<br />

nášho projektu.<br />

VORWORT<br />

11


ORT


Abb.: Bratislava, Luftbild 1994


STANDORT<br />

Bratislava ist eine Stadt, die vom architektonischen bzw. städtebaulichen<br />

Standtpunkt aus basierend auf einigen kontroversen<br />

Entscheidungen erbaut wurde. Zum Einen gestalten diese Kontroversen<br />

sie charmant, zum Anderen bleiben die kritischen Momente des<br />

Städtebaus aber für immer „im Raum hängen“ und führen zu immer<br />

wiederkehrenden Initiativen seitens verschiedener Architekten, nach<br />

ultimativen Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen.<br />

Abb.: Bratislava, Luftbild 1994<br />

Die Auseinandersetzung mit der durch die Altstadt verlaufende<br />

Schnellstraße ist eines der bewegendsten Themen und beschäftigt<br />

zwangsläufig jeden <strong>Architektur</strong>schaffenden in Bratislava. In den<br />

letzten 10 Jahren wurden zwei <strong>Wettbewerbe</strong>, davon ein Europan und<br />

zwei urbanistischen Studien allein zu diesem Gebiet ausgeschrieben.<br />

Auch unser ambivalentes Verhältnis zur Geschichte, zum Ist-Zustand<br />

des Schlossgrundes und zur Schnellstraße führte zur Wahl unseres<br />

Diplomarbeitsthemas.<br />

Das städtebauliche Verhältnis zwischen der Stadt und ihrer Burg,<br />

die geschichtlich bedingten Wandlungen im Zusammenleben verschiedener<br />

ethnischer Kulturen und Nationen in Bratislava, sowie<br />

die spätere Willkür der Ideologie und im Moment die Kraft der freien<br />

Marktwirtschaft haben sich vehement gerade an dieser Stelle<br />

Bratislavas in einer Intensität abgezeichnet, wie es sonst nur selten<br />

der Fall ist.<br />

Bratislava je mestom, tvár ktorého - z architektonického a<br />

urbanistického hľadiska - je výsledkom mnohých kontroverzných<br />

rozhodnutí. Sčasti ju robia tieto kontroverzy šarmantnou, sčasti<br />

ostávajú tieto kritické body urbanizmu “visieť v priestore” a vedú<br />

k neustále sa vracajúcej iniciatíve architektov o hľadanie nových<br />

riešení.<br />

Preťatie historického jadra mesta masívnou štvorprúdovou cestou<br />

je jednou z týchto tém a nútene zamestnáva každého tvorcu<br />

architektúry v Bratislave (za posledných 10 rokov boli k Podhradiu<br />

vypísané 2 súťaže (z toho jedna so širším medzinárodným záberom,<br />

Europan) a dve urbanistické štúdie.<br />

Aj náš ambivalentný vzťah k histórii Bratislavy a terajšiemu stavu<br />

podhradia a “cesty” viedol k výberu témy tejto diplomovej práce.<br />

Urbanistický vzťah medzi mestom a jeho hradom, historicky sa<br />

meniace spolužitie rôznych etnických kultúr a národov, ako aj<br />

neskoršia samovôľa ideológie, či terajšia sila trhového hospodárstva<br />

sa vehementne podpísali na tomto mieste Bratislavy s takou<br />

intenzitou, akú často nevidieť.<br />

STANDORT<br />

15


Abb.: Bohumil Puskailer: Schlossgrund, 1963<br />

Quellennachweis: Bratislava by the Backdoor 1918-2005; Hrsg. Fotofoto and the Central European House of Photography, Bratislava, Slovakia 2005


BRATISLAVA<br />

HISTORISCHER ÜBERBLICK<br />

HISTORICKÝ PREHĽAD<br />

KELTISCHE BESIEDLUNGEN<br />

Bratislava gehört zu den jüngsten Hauptstädten Europas, kann jedoch zugleich an eine mehr als<br />

2000-jährige Geschichte zurückblicken können. Die Lage der Stadt am Donauufer hat es schon<br />

vorbestimmt, dass die Stadt zur Kreuzung und zum Ziel der Handelswege und zu einem Zentrum<br />

der verschiedenen Kulturen geworden ist. Die ersten Menschenspuren sind mit der Besiedlung in<br />

der jüngeren Steinzeit verbunden.<br />

Die richtige Tür in die große Weltgeschichte öffneten aber erst im 2. Jh.v.C. die Bojer- ein Stamm<br />

der Kelten, welcher auf dem Gebiet der heutigen Stadt ein wichtiges Machtzentrum mit Verteidigungsfunktion<br />

aufgebaut hat. Berühmt ist auch die Prägestätte geworden, wo man die Münzen,<br />

goldene Strateren mit der Inschrift Biatec geprägt hat. Bratislava, steht wie auch Wien, Budapest,<br />

Paris und viele andere Großstädte in Europa auf den Fundamenten einer keltischen Besiedlung.<br />

BRATISLAVA UND DIE RÖMER<br />

In der Zeit kurz nach dem Beginn unserer Zeitrechnung entdeckten die strategische Bedeutung<br />

der Gegend rund um Bratislava auch die Römer. Sie haben sich in diesem Raum nicht dauerhaft<br />

niedergelassen. Sie errichteten hier nur die Militärlager, die strategisch für den Handel waren.<br />

Eines von diesen Lagern war auch Gerulata, auf dem Gebiet von Rusovce liegend. Gerulata war ein<br />

Bestandteil des Verteidigungssystems Limes Romanus, welches die Römerwelt von den barbarischen<br />

Stämmen trennte.<br />

Den Römern verdankt Bratislava auch den späteren Ruhm einer Winzerstadt. In der Friedenszeit<br />

zwischen den Eroberungskämpfen haben die Soldaten der römischen Legien laut dem Befehl des<br />

Herrschers systematisch neue Weinanbauflächen gegründet und den Weinbau in allen besetzten<br />

Gebieten kultiviert. Auf diese Art hat sich der Weinbau in Frankreich, Spanien, Deutschland, aber<br />

auch im Raum rund um Bratislava eingebürgert.<br />

Abb.: Bratislava zu keltischen Zeiten<br />

Quellennachweis: www.bratislava.sk<br />

KELTSKÉ OSÍDLENIA<br />

Bratislava patrí k najmladším hlavným mestám Európy a pritom k mestám s bohatou históriou<br />

siahajúcou k dobám spred dvetisíc rokov. Poloha mesta na brehu rieky Dunaj predurčila Bratislavu,<br />

aby sa stala križovatkou a cieľom obchodných ciest, strediskom mnohých kultúr. Prvé stopy po<br />

trvalom osídlení sa viažu k mladšej dobe kamennej.<br />

Skutočné dvere do histórie však otvára až keltský kmeň Bójov v 2. storočí pred n. l., ktorí na<br />

území mesta založili významné mocenské centrum s obrannou funkciou, ktoré sa preslávilo aj<br />

vďaka razeniu mincí, z ktorých najznámejšie sú zlaté statéry s nápisom Biatec. Bratislava tak<br />

rovnako ako Viedeň, Budapešť, Paríž a iné európske veľkomestá stojí na základoch keltského<br />

osídlenia.<br />

beide Abb.: Historiches Bratislava<br />

Quellennachweis: www.bapodhradie.sk<br />

Abb.: Bratislava zu römischen Zeiten<br />

Quellennachweis: www.bratislava.sk<br />

BRATISLAVA A RIMANIA<br />

V období okolo začiatku nášho letopočtu objavili strategický význam oblasti súčasnej Bratislavy<br />

Rimania. Neobsadili toto územie natrvalo. Vybudovali tu iba vojenské tábory, ktoré boli strategické<br />

aj z hľadiska obchodu. Jedným z táborov bola Gerulata na území dnešných Rusoviec, ktorá bola<br />

súčasťou obranného systému Limes Romanus, oddelujúcej svet Rimanov od sveta barbarských<br />

kmeňov.<br />

Rimanom vďačí Bratislava aj za svoju slávu mesta vinárov a vinohradníkov. Počas výbojov<br />

rozširovali rímske légie na príkaz panovníka pestovanie viniča a výrobu vína na všetkých<br />

obsadených územiach. Týmto spôsobom sa dostalo pestovanie viniča do Francúzska, Španielska,<br />

Nemecka i na územie Bratislavy a jej okolia.<br />

BRATISLAVA / HISTORISCHER ÜBERBLICK<br />

17


Abb. Heiliger Cyril und Method<br />

Quellennachweis: www.bratislava.sk<br />

DAS GROSSMÄHRISCHE REICH<br />

Während der Völkerwanderung ließen sich auf dem Gebiet der heutigen Stadt Bratislava die Slawen<br />

nieder. Schon unter der Führung des fränkischen Kaufmannes Samo entstand Samos Reich<br />

– erstes bekanntes Stammbündnis der Slawen (623-658). Das Land wurde oft von den nomadischen<br />

Awaren geplündert und man suchte nach einem effektiven Abwehrsystem. Nach dem Tod<br />

von Samo zersplittert das Reich in mehrere Fürstentümer. Es kommt zu einer Vereinigung der<br />

Fürstentümer zu einem mächtigen Staatsbund – das Grossmährische Reich. Die Blühtezeit erreicht<br />

das Reich zur Zeit des berühmtesten Fürsten Svätopluk. Der Beginn seines Untergangs<br />

ist mit der ersten schriftlichen Erwähnung der Burg von Bratislava (Pressburg) in den Salzburger<br />

Analen verbunden. Im Jahr 907 ereignete sich an der Burg von Bratislava eine Schlacht zwischen<br />

den Bayuwaren und den altungarischen Stämmen. Altungaren haben dann nach dem Sieg den Ostteil<br />

des Grossmährischen Reiches besetzt.<br />

Im Jahr 836 brachten die Slawenapostel Cyril und Method das Christentum in das Reich. Sie haben<br />

die altslawische Sprache in die liturgischen Sprachen eingegliedert und erfanden die altslawische<br />

Schrift - die Hlaholik.<br />

BRATISLAVA IM MITTELALTER<br />

Am Ende des 10. Jahrhunderts entstand das Ungarische Reich. Während der Regierung des<br />

Königs Stefan I. /1001-1038/ wurde ihm auch der Raum vom heutigen Bratislava angeschlossen.<br />

Bratislava ist zu einem wichtigen wirtschaftlichen Verwaltungszentrum im ungarischen Grenzland<br />

geworden. Diese Funktion brachte der Stadt und der Burg neben positivem Einfluss auch Nachteile<br />

– zahlreiche militärische Angriffe. Schon 1042 hat der deutsche König Henrich I. Bratislava<br />

geplündert. Weitere Unruhen, verbunden mit dem Streit um den ungarischen Thronstuhl, ergriffen<br />

die Stadt in den Jahren 1074 -1077.<br />

Im 13. Jahrhundert bekam Bratislava die königlichen Stadtprivilegien. Vielleicht der wichtigste<br />

Zeitabschnitt im Leben der Stadt war die Wende des 14. und 15. Jahrhunderts unter der Regie-<br />

VEĽKOMORAVSKÁ RÍŠA<br />

Počas sťahovania národov sa na území dnešnej Bratislavy usadili Slovania. Pod vedením franského<br />

kupca Sama vznikla Samova ríša – prvý známy kmeňový zväzok Slovanov. Predchádzali mu nájazdy<br />

bojových kmeňov kočovných Avarov a potreba obrany voči nim.<br />

Po Samovej smrti sa ríša rozpadla na kniežatstvá. Následným spájaním kniežactiev vznikol štátny<br />

útvar Veľkej Moravy. Sláva ríše vyvrcholila počas vlády najvýznamnejšieho panovníka Svätopluka.<br />

Začiatok jej postupného zániku sa spája s prvou písomnou zmienkou o Bratislavskom hrade v<br />

Salzburských letopisoch z roku 907, kedy sa pri Hrade odohrala bitka medzi maďarskými družinami<br />

a bavorským vojskom. Starí Maďari v nej zvíťazili a obsadili východnú časť Veľkej Moravy.<br />

Roku 863 prišli na naše územie vierozvesci Cyril a Metod. Priniesli kresťanstvo, začlenili<br />

staroslovienčinu medzi liturgické jazyky a zhotovili staroslovienske pismo - hlaholiku.<br />

STREDOVEKÁ BRATISLAVA<br />

Koncom 10. storočia vznikol Uhorský štát a za vlády Štefana I. (1001-1038) bolo k nemu<br />

pripojené územie dnešnej Bratislavy. Bratislava sa stala dôležitým hospodárskym a správnym<br />

centrom uhorského pohraničia. Okrem výhod plynúcich z tohto postavenia, prinášal význam<br />

bratislavského hradu a jeho okolia aj negatíva v podobe častých vojenský útokov. Už v roku 1042<br />

nemecký kráľ Henrich I. zničil Bratislavu. Ďalšie nepokoje ju zasiahli medzi rokmi 1074 - 1077 v<br />

súvislosti so sporom o uhorský trón.<br />

V 13. storočí boli Bratislave udelené kráľovské výsady. Významným obdobím v živote mesta na<br />

prelome 14. a 15. storočia bolo obdobie vlády Žigmunda Luxemburského. Žigmund potvrdil mestu<br />

staršie donácie a výsady udelené Arpádovcami a Anjouovcami a udelením nových privilégií vyzdvihol<br />

Bratislavu na popredné politické a hospodárske mesto v Uhorsku. Na základe jeho dekrétu z roku<br />

1405 sa Bratislava zaradila medzi najvýznamnejšie mestá, ktoré sa odvtedy nazývali slobodné<br />

kráľovské mestá. V roku 1436 udelil mestu erbovú listinu s právom používať znak s tromi vežami<br />

18<br />

BRATISLAVA / HISTORISCHER ÜBERBLICK


ung von Sigismund von Luxemburg. Sigismund bestätigt der Stadt die älteren Donationen und<br />

Privilegien, die der Stadt die Herrscher aus den Häusern Arpad und Anjou erteilten. Mit weiteren<br />

Privilegien erhob Sigismund Bratislava zur wichtigsten politischen und wirtschaftlichen Stadt in<br />

damaligen Ungarn. Seinem Dekret verdankte Bratislava seit 1405 die Angehörigkeit zu freien königlichen<br />

Städten. Im Jahr 1434 erhielt die Stadt die Wappenurkunde und das Recht das Stadtwappen<br />

mit drei Türmen und einem geöffnetem Tor zu verwenden.<br />

DIE KRÖNUNGSSTADT DER UNGARISCHEN KÖNIGE<br />

Eine unerwartete Wende in der Stadtgeschichte brachte das 16. Jahrhundert. Während der tragischen<br />

Schlacht gegen die Türken bei Mohacs ist im Jahr 1526 der ungarische König Ludwig II.<br />

umgekommen. Zum neuen König wurde, auch gegen einem sehr starken Gegenkandidaten - Johann<br />

von Zapolya, und trotzt Widerstandes eines Teils des ungarischen Adels, Ferdinand von Habsburg<br />

gewählt. Die Türken haben sehr schnell auch das Landesinnere besetzt. Ungarischer Adel sah die<br />

Rettung nur in der Flucht nach Norden – in die heutige Slowakei, wohin man später auch die ganzen<br />

Landesämter verlegt hat. 1530 bedrohten die Türken direkt auch Bratislava, aber ihre Artillerie<br />

hat nur einen relativ kleinen Schaden verursacht.<br />

Die Katastrophe, die nach der Schlacht bei Mohacs ganz Ungarn tiefst getroffen hat, war für<br />

Bratislava ganz paradox hoch positiv. Nachdem Buda von Türken eingenommen wurde und der<br />

Hochadel sowie auch weltliche und kirchliche Würdenträger eine Zuflucht nördlich der Donau fanden,<br />

schlug die Sternstunde für Bratislava. Die Stadt lag nicht nur im Norden, aber auch nur ein<br />

Katzensprung von Wien entfernt, wo König Ferdinand residierte. Schließlich war es die günstige<br />

Lage und die relative Sicherheit in Bratislava, die darüber entschieden haben, dass die Stadt zur<br />

Hauptstadt Ungarns geworden ist. So entschied im Jahr 1536 während seiner Sitzung der ungarische<br />

Landtag. Die Stadt der Händler, Handwerker und Winzer ist zur Residenzstadt des Adels<br />

und Kirche geworden. Bratislava war damals die Landtagsstadt des Königreiches, Krönungsstadt<br />

der ungarischen Könige, Sitz des Königs, Erzbischofs und der wichtigsten Institutionen des Landes.<br />

In den Jahren 1536-1830 wurden dann im Martinsdom 11 Könige und 8 Königinnen gekrönt.<br />

Abb.: Überreichung der Wappenurkunde 1436<br />

Quellennachweis: www.bratislava.sk<br />

BRATISLAVA – KORUNOVAČNÉ MESTO UHORSKÝCH KRÁĽOV<br />

Nečakaný obrat v histórii mesta prinieslo 16. storočie. V tragickej bitke s Turkami pri Moháči<br />

v roku 1526 zahynul uhorský kráľ Ľudovít II. Za nového kráľa bol napriek protikandidátovi Jánovi<br />

Zápoľskému a napriek odporu časti uhorskej šľachty zvolený na zasadnutí v bratislavskom<br />

františkánskom kostole Ferdinand Habsburský. Turci postupovali veľmi rýchlo dovnútra krajiny.<br />

Uhorská šľachta sa zachraňovala útekom na terajšie územie Slovenska, kam sa sťahovali i<br />

krajinské úrady. V roku 1530 ohrozovali Turci aj Bratislavu a čiastočne ju poškodili delostreľbou.<br />

Katastrofa, ktorá postihla Uhorsko po moháčskej bitke, bola pre Bratislavu paradoxne pozitívom.<br />

Po obsadení hlavného mesta Budína hľadala uhorská šľachta, svetskí aj cirkevní hodnostári<br />

útočisko na sever od Dunaja a čo najbližšie k Viedni, kde sídlil kráľ Ferdinand. Výhodná poloha a<br />

relatívna bezpečnosť Bratislavy rozhodli o tom, že sa stala hlavným mestom Uhorska. Rozhodol<br />

o tom uhorský snem na svojom zasadnutí roku 1536. Mesto obchodníkov, remeselníkov a<br />

vinohradníkov sa stalo sídelným mestom krajiny, sídlom panstva a cirkvi. Bratislava sa stala<br />

snemovým mestom kráľovstva a korunovačným mestom uhorských kráľov, sídlom kráľa, arcibiskupa<br />

a najdôležitejších inštitúcií krajiny. V rokoch 1536-1830 bolo v Dóme sv. Martina korunovaných 11<br />

kráľov a kráľovien.<br />

MESTO V ČASE MÁRIE TERÉZIE<br />

V 18. storočí sa Bratislava stala nielen najväčším a najvýznamnejším mestom Slovenska, ale<br />

i celého Uhorska. V tomto storočí sa postavilo veľa honosných palácov uhorskej aristokracie,<br />

stavali sa kostoly, kláštory a iné cirkevné budovy, prestaval a rozšíril sa hrad, vyrastali nové ulice<br />

a počet obyvateľov sa strojnásobil. Konali sa tu zasadania stavovského snemu, korunovácie kráľov<br />

a kráľovien, pulzoval tu čulý kultúrny a spoločenský život.<br />

BRATISLAVA / HISTORISCHER ÜBERBLICK<br />

19


BRATISLAVA IN DER ZEIT VON MARIA THERESIA<br />

Im 18. Jahrhundert war Bratislava nicht nur die größte, sondern auch bedeutendeste Stadt Ungarns.<br />

In diesem Jahrhundert baute man die meisten prunkvollen Paläste für ungarische Aristokraten,<br />

zahlreiche Kirchen, Klöster und weitere sakrale Bauten auf. Es entstanden neue Strassen,<br />

die Burg wurde stark erweitert und Anzahl der Bevölkerung verdreifachte sich. Regelmäßig<br />

fanden hier Sitzungen des Landtages statt, es wurden mehrere Könige und Königinnen gekrönt.<br />

In Bratislava herrschte reges kulturelles und gesellschaftliches Leben.<br />

Die größte Blütezeit erreichte die Stadt unter Regierung von Maria Theresia (1740-1780). Gleich<br />

zum Beginn ihrer Regierung übernahm die Koordinierung über den Stadtaufbau die Baukanzlei der<br />

Ungarischen Königskammer, die ab sofort den Bau der Gebäude im erarischen Besitz (das Palais<br />

der ungarischen Königskammer, die Wasserkaserne u.a.) leitete. Ein umfangreicher Umbau hat die<br />

Burg stark verändert, sie wurde schließlich zu einer repräsentativen königlichen Residenz (bzw.<br />

seines ungarischen Statthalters) entsprechen dem höchsten gesellschaflichen und politischen<br />

Niveau umgestaltet.<br />

Die Regierung von Josef II. bedeutete wiederum für Bratislava einen starken Rückgang von der<br />

erreichten Position. Bratislava ist nicht mehr die Hauptstadt Ungarns. Laut der Verordnung vom<br />

Josef II. wurde 1783 das Statthalterrat und alle anderen Zentralämter nach Buda verlegt. Am<br />

13. Mai wird auch die Königskrone, die man bis zu diesem Zeitpunkt in der Pressburg (Burg von<br />

Bratislava) bewacht aufbewahrte, nach Wien gebracht. Die Verlegung der zentralen Ämter hat d<br />

einen Massenexodus unterm Adel in der Stadt ausgelöst. Bratislava verändert sich, aus der ehemaligen<br />

Hauptstadt ist wieder einfache Provinzstadt geworden.<br />

Abb.: Denkmal der Maria Theresia<br />

Quellennachweis: www.bratislava.sk<br />

VON NAPOLEON BIS ZUR ABSCHAFFUNG DER KNECHTSCHAFT<br />

Der Beginn des 19. Jahrhundert verlief im Zeichen der napoleonischen Kriege. Im Jahre 1805<br />

wurde nach der Dreikaiserschlacht von Austerlitz im Spiegelsaal des Primatialpalais der. „Friede<br />

von Pressburg“ zwischen Frankreich und Österreich unterzeichnet. Der Frieden dauerte<br />

aber nicht lange und im Jahr 1809 hat die Artillerie der napoleonischen Truppen die Stadt stark<br />

Obdobie najväčšieho rozvoja mesta predstavuje doba vlády Márie Terézie (1740-1780). Od jej<br />

nástupu začala usmerňovať stavebný vývoj v meste stavebná kancelária Uhorskej kráľovskej<br />

komory, ktorá riadila najmä stavbu erárnych budov (palác Uhorskej kráľovskej komory, Vodná<br />

kasáreň, a i.). Veľké stavebné úpravy sa vykonali aj na hrade, ktorý sa stal reprezentačným<br />

kráľovským sídlom (resp. jeho uhorského miestodržiteľa) a strediskom spoločenského a politického<br />

života na najvyššej úrovni.<br />

Vláda Jozefa II. znamenala pre Bratislavu ústup zo slávy. Bratislava prestala byť hlavným<br />

mestom Uhorska. Na Jozefov príkaz sa roku 1783 odsťahovala do Budína Miestodržiteľská rada<br />

a iné centrálne úrady a 13. mája odviezli do Viedne aj kráľovskú korunu stráženú dovtedy na<br />

Bratislavskom hrade. Odsťahovanie ústredných úradov vyvolalo priam masový odchod šľachty z<br />

mesta. Bratislava sa z hlavého mesta krajiny zmenila opäť na provinčné mesto.<br />

MEDZI NAPOLEONOM A ZRUŠENÍM PODDANSTVA<br />

Začiatok 19. storočia sa niesol v znamení napoleonských vojen. V roku 1805 bol po bitke<br />

pri Slavkove uzavretý v Zrkadlovej sieni Primaciálneho paláca tzv. Bratislavský mier medzi<br />

Francúzskom a Rakúskom. Mier však netrval dlho a už v roku 1809 Napoleonova armáda poškodila<br />

mesto delostreleckým ostreľovaním z pravého brehu Dunaja.<br />

Od tridsiatych rokov 19. storočia nastal v meste prudký rozvoj priemyslu, podporený zavedením<br />

modernej dopravy. Rýchlu dopravu vo veľkom umožňovali na Dunaji parné lode schopné plávať už aj<br />

proti prúdu rieky. Od roku 1848 začali premávať parné vlaky.<br />

Poslednou veľkou politickou udalosťou v meste za Uhorska bolo zasadnutie uhorského stavovského<br />

snemu v rokoch 1847-1848. V marci 1848 snem odhlasoval zrušenie poddanstva. Cisár Ferdinand<br />

V. následne navštívil Bratislavu a 11. apríla 1848 tzv. marcové zákony podpísal a vyhlásil v<br />

Zrkadlovej sieni Primaciálneho paláca. Po rozpustení posledného uhorského snemu a premiestnení<br />

politického sídla Uhorska do Pešti sa stáva Bratislava definitívne politicky menej významnou.<br />

20<br />

BRATISLAVA / HISTORISCHER ÜBERBLICK


eschossen und bedeutende Schäden eingerichtet. U.a. ist dadurch zu einem Brand in der Burg<br />

gekommen, die fast ihr Ende bedeutete.<br />

Die Dreißiger Jahre des 19. Jahrhunderts brachten eine starke Entwicklung der Industrie, die<br />

auch die Einführung von neuen modernen Verkehrsmitteln unterstützte. Eine schnelle Beförderung<br />

von grossen Frachtvolumen ermöglichten die Dampfschiffe, die auch in der Lage waren gegen den<br />

Strom zu fahren. 1848 erschienen dann auch die ersten Dampfzüge.<br />

Letztes großes politisches Ereignis im damaligen Ungarn war die Sitzung des Standeslandtages<br />

in den Jahre 1847-1848. Im März 1848 hat der Landtag die Abschaffung der Knechtschaft verabschiedet.<br />

Kaiser Ferdinand V. besuchte anschließend am 11. April 1848 Bratislava und hat die<br />

so genannten Märzgesetze im Spiegelsaal des Primatialpalais unterzeichnet und erklärt. Nachdem<br />

der Landtag anschließend gleich aufgelöst wurde und sein Sitz definitiv nach Pest verlegt wurde,<br />

ist dann Bratislava politisch noch weniger bedeutend geworden.<br />

ERSTE TSCHECHOSLOWAKISCHE REPUBLIK<br />

Das Ende des ersten Weltkrieges im November 1918 brachte Änderungen auf der Erdkarte Europas.<br />

Österreich-Ungarn zerfiel und es entstand die erste Tschechoslowakische Republik. Über<br />

Schicksal von Bratislava wurde während der Friedensverhandlungen in Paris entschieden. Wenn es<br />

am Ende des Jahres 1918 schon klar war, dass Bratislava in die Tschechoslowakei eingegliedert<br />

wird, haben die Vertreter der Stadt entschieden die Stadt auf „Wilsonstadt“ (Wilsonovo mesto<br />

bzw. Wilsonovo), nach dem Namen des amerikanischen Präsidenten T.W. Wilson, umzubenennen.<br />

Die Stadtvertreter ersuchten die Siegermächte um eine Anerkennung der sgn. offenen - freien<br />

Stadt. Dieser Vorschlag wurde abgelehnt und die Stadt, die bislang Pressburg, Pozsony oder<br />

Prespork genannt wurde, gehörte seit Januar 1919 zur der Tschechoslowakei. Am 27. März 1919<br />

wurde Bratislava, als der neue Name der Stadt beschlossen.<br />

Abb.: Bratislava zur Zeit der ersten Republik<br />

Quellennachweis: www.bratislava.sk<br />

PRVÁ ČESKOSLOVENSKÁ REPUBLIKA<br />

Významným medzníkom v histórii mesta bola prvá svetová vojna. Bratislavu nezasiahli boje priamo,<br />

ale dôsledky obyvatelia každodenne znášali. Zásobovanie zlyhalo, ceny boli najvyššie v celej<br />

monarchii. Koniec prvej svetovej vojny v novembri 1918 priniesol zmeny na mape Európy. Rakúsko-<br />

Uhorsko sa rozpadlo a vznikla Československá republika.<br />

O osude Bratislavy sa rozhodovalo na parížskych mierových rokovaniach. Keď už bolo koncom roku<br />

1918 zrejmé, že Bratislava bude začlenená do ČSR, rozhodli sa predstavitelia mesta premenovať<br />

ho na Wilsonov, resp. mesto Wilsonovo, podľa amerického prezidenta T. W. Wilsona. Predstavitelia<br />

mesta žiadali, aby ho dohodové mocnosti uznali za otvorené - slobodné mesto. Tento návrh bol<br />

však zamietnutý a mesto, ktoré nazývali Pressburg, Pozsony, Prešpork, bolo pričlenené v januári<br />

1919 k ČSR. Nové pomenovanie mesta Bratislava bolo schválené 27. marca 1919.<br />

BRATISLAVA V MEDZIVOJNOVOM OBDOBÍ<br />

V medzivojnovom období sa Bratislava vyvíjala pomerne harmonicky. V tomto čase mesto<br />

zaznamenáva urbanistický, architektonický, priemyselný a výrobný rozmach. V príkladnej tolerancii<br />

až do obdobia druhej svetovej vojny tu žili viaceré národnostné a kultúrne spoločenstvá -<br />

slovenské, nemecké, maďarské, židovské, české, chorvátske.<br />

VOJNOVÁ BRATISLAVA<br />

Hitlerov rastúci vplyv v strednej Európe vyvrcholil v marci 1939 rozbitím Československa. Na<br />

území Čiech vznikol protektorát pod nacistickou správou. Slovenskí politici boli Hitlerom vyzvaní,<br />

aby rozhodli o ďalšom osude Slovenska. Z dvoch alternatív – rozdelenia Slovenska medzi Poľsko,<br />

Maďarsko a Protektorát Čiech a Moravy, alebo vytvorením samostatného štátu sa vtedajšie<br />

politické vedenie rozhodlo pre druhú alternatívu. Vznikol tak samostatný Slovenský štát, ktorého<br />

BRATISLAVA / HISTORISCHER ÜBERBLICK<br />

21


BRATISLAVA IN DER ZWISCHENKRIEGSZEIT<br />

In der Zwischenkriegszeit entwickelte sich Bratislava eher harmonisch. In dieser Zeit verbuchte<br />

die Stadt eine Entwicklung – urbanistisch, architektonisch und industriell. In einer hochtoleranten<br />

Gesellschaft lebten hier bis zum zweiten Weltkrieg mehrere ethnische und kulturelle Gemeinschaften<br />

– Slowaken, Deutsche, Ungaren, Juden, Tschechen, Kroaten.<br />

Abb.: Bratislava in der Zwischenkriegszeit<br />

Quellennachweis: www.bratislava.sk<br />

BRATISLAVA IN DER KRIEGSZEIT<br />

Hitlers Einfluss im Mitteleuropa resultierte im März 1939 in den Zerfall der Tschechoslowakei. In<br />

Böhmen entstand Reichsprotektorat mit einer nazistischen Verwaltung. Für die Slowakei gab es<br />

zwei Alternativen – die Aufteilung zwischen Polen, Ungarn und das tschechische Reichsprotektorat<br />

und der Gründung eines selbständigen Staates. Die damalige politische Leitung hat sich für<br />

die zweite Alternative entschieden. Es entstand ein selbstständiger Slowakischer Staat, aber<br />

seine 6-jährige Existenz stellt bis heute ein kontroverses und immer noch nicht ganz abgeschlossenes<br />

Geschichtskapitel dar. Bratislava war während der Existenz des Slowakischen Staates<br />

zum ersten Mal eine Hauptstadt, in welcher der Präsident, das Parlament, die Regierung und alle<br />

Organe der Staatsverwaltung residierten. Kurz vor dem Kriegsende wurde Bratislava, als Hauptstadt<br />

eines mit dem Hitler-Deutschland alliierten Staates, auch von der amerikanischen Luftwaffe<br />

bombardiert. Am 4. April 1945 wurde Bratislava von der Stalinarmee befreit.<br />

BRATISLAVA – DIE NACHKRIEGSJAHRE<br />

Nach dem zweiten Weltkrieg hat sich die Lage in Bratislava radikal verändert. Ein großer Teil der<br />

jüdischen Bevölkerung kam aus den KZ-Lagern nicht mehr zurück. Nach der Befreiung wurden<br />

viele Einwohner mit der deutschen und ungarischen Nationalität abgeschoben. Bratislava verlor<br />

definitiv seine eigenartige multikulturelle Atmosphäre.<br />

Der kommunistische Umsturz im Februar 1948 bedeutete eine radikale Wende in den Entwicklung<br />

in den Nachkriegsjahren. Tschechoslowakei ist ein Teil des sozialistischen Lagers geworden,<br />

Abb.: 2. Weltkrieg<br />

Quellennachweis: www.bratislava.sk<br />

6 ročná existencia zostáva dodnes kontroverznou a hodnotovo nedoriešenou kapitolou dejín.<br />

Bratislava sa stala počas existencie Slovenského štátu po prvýkrát hlavným mestom. Mesto bolo<br />

sídlom prezidenta, parlamentu, vlády a všetkých úradov štátnej správy. Stratila však časť svojho<br />

územia - Petržalka a Devín boli pripojené k Nemecku. Koncom vojny bola Bratislava ako hlavné<br />

mesto spojeneckého štátu hitlerovského Nemecka bombardovaná americkým letectvom.<br />

4. apríla 1945 bola Bratislava oslobodená Červenou armádou.<br />

POVOJNOVÁ BRATISLAVA<br />

Po druhej svetovej vojne sa situácia v Bratislave zásadne zmenila. Väčšina jej židovského<br />

obyvateľstva sa nevrátila z koncentračných táborov, po oslobodení bola z mesta odsunutá aj<br />

väčšina obyvateľstva nemeckej a maďarskej národnosti. Bratislava tak stratila svoju jedinečnú<br />

multikultúrnu atmosféru.<br />

Komunistický puč vo februári 1948 znamenal zlom v povojnovom vývoji. Československo sa stalo<br />

súčasťou socialistického tábora a nárazníkovou zónou medzi Západom a Východom. Európu<br />

rozdelila železná opona. Pre Bratislavu, ktorá bola ešte po vojne spojená s Viedňou električkou,<br />

to znamenalo vybudovanie uzavretých hraníc voči Západu. Do pohraničného pásma oddeleného<br />

ostnatým drôtom sa dostali aj časti mesta. Jej obyvatelia sa museli vysťahovať.<br />

Koniec štyridsiatych a začiatok päťdesiatych rokov sa niesol v znamení prestavby a opätovnej<br />

výstavby vojnou zničených častí mesta, najmä priemyselných podnikov, ktoré boli po roku 1948<br />

znárodnené. Do života obyvateľov zasiahli komunistické represálie v päťdesiatych rokoch. Mnoho<br />

ľudí bolo zatknutých a tisíce obyvateľov, obvinených vo vykonštruovaných procesoch, boli násilne<br />

vysťahovaní z mesta.<br />

Vyše 40-ročné obdobie trvania komunistického režimu prerušili udalosti v rokoch 1968 - 1969.<br />

Ich symbolom sa stal Alexander Dubček. Naštartované demokratizačné zmeny potlačila až<br />

okupácia armád Varšavskej zmluvy. Následný „dočasný pobyt“ sovietskych vojsk trval viac ako<br />

22<br />

BRATISLAVA / HISTORISCHER ÜBERBLICK


ein Puffer zwischen Osten und Westen. Europa wurde durch den eisernen Vorhang geteilt. In der<br />

Stadt Bratislava, die noch kurz nach dem Krieg eine direkte Strassenbahnverbindung mit Wien<br />

hatte, wurde die Grenze zum Westen dicht gemacht. Das Ende der vierziger und den Anfang der<br />

fünfziger Jahre kennzeichnete vorallem der Umbau und der Wiederaufbau der im Krieg zerstörten<br />

Stadtteile. Außerdem folgte die Verstaatlichung industrieller Unternehmen. In das Leben<br />

von vielen griffen in den 50-er Jahren die kommunistischen Repressalien hart ein. Tausende von<br />

Menschen wurden festgenommen, viele wurden beschuldigt und in inszenierten Schauprozessen<br />

verurteilt, die anderen hat man aus der Stadt mit Gewalt ausgesiedelt.<br />

Das mehr als 40-jährige Bestehen des kommunistischen Regimes unterbrachen kurz Ereignise in<br />

Jahren 1968 – 1969. Die unvergessliche Symbolpersönlichkeit war Alexander Dubcek. Die geplante<br />

Demokratisierungsänderungen wurden von den Panzern des Warschauer Paktes niedergewalzt.<br />

Der „temporäre Aufenthalt“ der sowjetischen Armee verlängerte sich auf mehr als 20 Jahre.<br />

ZUM ZWEITEN MAL HAUPTSTADT<br />

Die Novemberereignisse in Prag im Jahr 1989 starteten definitiv den Zusammenbruch des kommunistischen<br />

Regimes. Die ersten politischen Änderungen brachten dann auf den Tisch auch eine<br />

lange Zeit vernachlässigte Frage der wahren Föderalisierung der Tschechoslowakei. Die Unfähigkeit<br />

der damaligen Spitzenpolitiker, einen Kompromiss zu finden, führte dann schließlich zum<br />

Zerfall der Tschechoslowakei. Um Mitternacht am 31. Dezember 1992 ist die Tschechoslowakei<br />

zum zweiten Mal aus der Weltkarte verschwunden. Am 1. Januar 1993 ist Bratislava wieder zur<br />

Hauptstadt der selbstständigen Slowakei geworden.<br />

Status der Hauptstadt brachte radikale Änderungen auch in den Charakter der Stadt. Heute ist<br />

Bratislava eine von den sich am schnellsten entwickelnden Regionen in Europa.<br />

Quellenangabe: www.bratislava.sk; teilw. gekürzt<br />

Abb.: Abriß des Schlossgrundes<br />

Quellennachweis: www.bratislava.sk<br />

20 rokov. Spolu s rozsiahlymi politickými perzekúciami mal byť poistkou proti možným pokusom o<br />

reformovanie, prípadnú zmenu spoločenského zriadenia v Československu.<br />

BRATISLAVA – PO DRUHÝKRÁT HLAVNÝM MESTOM<br />

Novembrové udalosti v Prahe v roku 1989 odštartovali demontáž komunistického režimu. Zároveň<br />

spolu s prvými politickými zmenami došlo k nastoleniu dlho neriešenej otázky reálnej federalizácie<br />

Československa. Neschopnosť vtedajších politických elít nájsť kompromis vyústila do rozpadu<br />

Československa. Úderom dvanástej hodiny z 31. decembra 1992 na 1. januára 1993 prestalo<br />

Československo po druhý krát existovať. Bratislava sa opäť stala hlavným mestom samostatného<br />

Slovenska.<br />

Status hlavného mesta znamenal radikálne zmeny v charaktere mesta. O Bratislave sa na<br />

začiatku 90-tych rokov návštevníci vyjadrovali ako o meste, v ktorom sa práve skončila vojna.<br />

V súčasnosti je považovaná za jeden z najdynamickejšie sa rozvíjajúcich a najperspektívnejších<br />

regiónov v Európe.<br />

Zdroj: www.bratislava.sk; čiastočne krátené<br />

Abb.: Bratislava heute<br />

Quellennachweis: www.bratislava.sk<br />

BRATISLAVA / HISTORISCHER ÜBERBLICK<br />

23


Abb.: Bohumil Puskailer: Schlossgrund, 1966<br />

Quellennachweis: Bratislava by the Backdoor 1918-2005; Hrsg. Fotofoto and the Central European House of Photography, Bratislava, Slovakia 2005


BRATISLAVA<br />

DEMOGRAPHISCHER ÜBERBLICK<br />

DEMOGRAFICKÝ PREHĽAD<br />

100<br />

80<br />

60<br />

40<br />

SONSTIGE<br />

DEUTSCHE<br />

UNGARN<br />

SLOWAKEN<br />

20<br />

0<br />

Abb.: Nationalitätenzusammensetzung von 1850 - 1991<br />

Quellennachweis: Vorauer, 1992<br />

JAHR<br />

EINWOHNER SLOWAKEN DEUTSCHE UNGARN SONSTIGE<br />

1850<br />

42.238<br />

18%<br />

74,6%<br />

7,4%<br />

-<br />

1890<br />

50.546<br />

17,2%<br />

62,1%<br />

20,7%<br />

-<br />

1910<br />

78.223<br />

14,9%<br />

41,9%<br />

40,5%<br />

2,7%<br />

1921<br />

93.083<br />

39,8%<br />

27,6%<br />

22,3%<br />

10,3%<br />

1930<br />

123.844<br />

49%<br />

29%<br />

16,9%<br />

5,1%<br />

1940<br />

138.966<br />

54,3%<br />

22,1%<br />

11,4%<br />

12,2%<br />

1961<br />

260.962<br />

88,7%<br />

0,5%<br />

5,3%<br />

5,5%<br />

1980<br />

380.259<br />

90,6%<br />

0,2%<br />

4,9%<br />

4,3%<br />

1991<br />

441.453<br />

91,1%<br />

0,3%<br />

4,4%<br />

4,2%<br />

Abb.: Bevölkerungsentwicklung und nationale Zusammensetzung<br />

Quellennachweis: Vorauer, 1992<br />

BRATISLAVA / DEMOGRAPHISCHER ÜBERBLICK<br />

25


Steinplatz / Kamenné námestie<br />

1908 / 2001<br />

Krönungshügelplatz / Štúrovo námestie<br />

1905 / 2001<br />

26<br />

METAMORPHOSEN VON BRATISLAVA


BRATISLAVA<br />

METAMORPHOSEN<br />

METAMORFÓZY<br />

Fischplatz / Rybné námestie<br />

1910 / 2001<br />

Fischplatz/ Rybné námestie<br />

1905 / 2001<br />

Steinplatz / Kamenné námestie<br />

1900 / 2001<br />

METAMORPHOSEN VON BRATISLAVA<br />

27


Abb.: Schlossgrund<br />

Quellennachweis: Roman Delikát, www.ron-del.net


SCHLOSSGRUND<br />

GESCHICHTLICHER ABRISS<br />

HISTORICKÝ PREHĽAD<br />

EINLEITUNG<br />

Die frühe Geschichte Bratislavas ist mit der Geschichte des Schlossgrunds fest verbunden, der<br />

Einfluss der jüdischen Kultur zeichnet sich erst in der jüngeren Geschichte der Stadt ab.<br />

Am Schlossgrund begann die Entstehungsgeschichte der Stadt. Hier lebten Burgbedienstete,<br />

Handwerker und Geschäftsleute, die sich hier, an der Kreuzung der wichtigen Handelswege, niederließen.<br />

Archäologische Grabungen im Süden und Osten des Schlossgrundes bestätigten eine Besiedlung<br />

schon im 11. und 12. Jhdt.. Der Schlossgrund war anfangs nicht vereint, erst später formte sich<br />

ein geschlossener Ring um die Burg. Früher gab es hier eher vereinzelte zerstreute Siedlungen.<br />

Am dichtesten besiedelt war der südliche Teil des Schlossgrundes, Weidritz. Der zweite, östlich<br />

gelegene Teil war von Mitte des 14. Jhdts. an bekannt als St. Nikolaus Siedlung, benannt nach<br />

der gleichnamigen Kirche im Schlossgrund. Bereits im 8. Jhdt. befand sich hier eine altslawische<br />

Siedlung - Burgus - einer der späteren Grundsteine Bratislavas. Die im 13. Jhdt. gebaute<br />

Stadtmauer hat die Stadt in zwei Teile geteilt. Dank diesem unnatürlichen Eingriff in das Leben<br />

der Siedlung wurde ein Teil der Stadt zu einer königlichen Freistadt, der andere (“extra muros”)<br />

gehörte zu dem untertanen Schlossgrund. Den Schlossgrund (Suburbium, Schlossberg, Váralja,<br />

Podhradie) bewohnten im 16. Jhdt. ca. 33 Familien. Insgesamt gab es hier in dieser Zeit 37 Häuser<br />

und 11 Weingärten.<br />

Im Jahr 1580 war der Schlossgrund in drei Teile geteilt - Schlossberg, Zuckermandel und Weidritz.<br />

Später entstand auf dem Burghang eine weitere Siedlung - Hausbergl. Im 17. Jhdt., als die<br />

Anzahl der Bevölkerung sich verdreifacht hat, baute der Adel ein paar größere Herrenhäuser.<br />

Die Entwicklung des Schlossgrundes war am meisten von der Burg abhängig. Nach dem Kampf am<br />

Mohacs (1526) gewann sie an strategischer Bedeutung. Sie wurde daraufhin viele Jahre umgebaut,<br />

was viele Arbeitsmöglichkeiten bot, außerdem wurden etliche zusätzliche Dienstleistungen<br />

benötigt: Lieferanten, Burgwache, usw. Im Jahr 1630 wurde ein neuer Weg vom Wientor zur Burg<br />

gebaut. An seinen Rändern entstand die spätere Schlossergasse. Dieser Teil war im Jahr 1646<br />

der am dichtesten bewohnte mit 35 Familien, der Schlossberg beherbergte zu der Zeit nur 10<br />

ÚVOD<br />

Najstaršie dejiny Bratislavy sú dejinami Podhradia, židovská kapitola patrí až do ich novovekého<br />

konca.<br />

Na Podhradí začal vznikať zárodok budúceho mesta, žili tam nielen služobníci hradu, ale aj<br />

remeselníci a domáci i cudzí kupci, ktorí sa usadili pri dunajskom brode a na križovatke dôležitých<br />

obchodných ciest.<br />

Archeologické výskumy na juhu a na východe Podhradia potvrdili osídlenie už v 11. a 12. storočí.<br />

Podhradie pôvodne nebolo jednotné, až neskôr sa zlialo do uzavretého prstenca okolo hradu.<br />

Spočiatku ho tvoril celý komplex malých osád (skupín domov), roztratených na miestach, ktoré<br />

poskytovali podmienky na život.<br />

Najľudnatejšia bola južná časť Podhradia, Vydrica. Druhá časť Podhradia ležala na východnom<br />

svahu hradného návršia a bola od polovice 14. storočia známa ako osada svätého Mikuláša podľa<br />

gotického kostolíka. Už v 8. st. sa tu nachádzalo staré slovanské sídlisko, burgus, jeden zo<br />

základov stredovekej Bratislavy, ktoré pri budovaní mestského opevnenia v 13. storočí mestský<br />

múr prekrojil na dve časti. Vďaka tomuto v živote osady celkom neprirodzenému zásahu (vyvolala<br />

ho konfigurácia terénu, rozhodujúca pre budovanie mohutnej pevnostnej stavby) sa jedna časť<br />

stala súčasťou slobodného kráľovského mesta, druhá extra muros pripadla poddanskému<br />

Podhradiu. Podhradie (alebo Suburbium, Schlossberg (Schlossgrund), Váralja) obývalo v 16.st. asi<br />

33 rodín. Celkovo sa tu nachádzalo 37 domov a 11 vinohradov.<br />

Roku 1580 malo podhradie 3 časti - Schlossberg, Zuckermandel a Vydricu. Neskôr sa na hradnom<br />

vŕšku začala formovať nová osada Hausbergl. V 17. storočí, keď sa počet obyvateľov podhradia asi<br />

strojnásobil, si aj šľachta na Podhradí postavila niekoľko honosnejších kúrií.<br />

O rozvoj Podhradia sa zaslúžil predovšetkým hrad. Po bitke pri Moháči získal na strategickom<br />

význame. Mnoho rokov ho prestavovali. Už toto poskytovalo množstvo pracovných príležitostí a<br />

ďalšie rozličné služby, zásobovanie, účasť v posádke a podobne. Roku 1630 sa vybudovala nová<br />

beide Abb.: Historiches Bratislava<br />

Quellennachweis: www.bapodhradie.sk<br />

Abb.: Bebauung vor 1970<br />

Quellennachweis: C.Hageneder: Die Stadt über der<br />

Stadt bauen, Diplomarbeit, 1995<br />

SCHLOSSGRUND / GESCHICHTLICHER ABRISS<br />

29


Familien.<br />

Ab den 17. Jhdt. findet man Dokumente über kontinuierliche Straßen im Schlossgrund. Zu der Zeit<br />

formte sich das pittoreske Bild der engen Gassen, kleinen Plätze, des Handwerks, der Häuser der Schiffer,<br />

Fischer, Müller - der einfachen, weniger wohlhabenden Bürger. Auf dem engen Platz war wenig Raum<br />

für große prachtvolle Paläste vorhanden. Die wenigen Herrenhäuser, die hier entstanden sind, waren<br />

eine Ausnahme. Dem Schlossgrund wurde im Jahr 1713 ein Privileg des freien Handels von König Karl<br />

dem IV. zugesprochen. In dieser Zeit, als Handelsstädchen, erreichte es seinen baulichen Höhepunkt.<br />

Abb.: Zuckermandel, Weidritz, Schlossberg, Schlosserg.<br />

JÜDISCHER SCHLOSSGRUND<br />

In den Bau band sich auch die jüdische Bevölkerung ein. Selbst unter der späteren Verbannung aus der<br />

Stadt entfernte sie sich niemals weit von ihr. Sie siedelte sich unweit von Bratislava in Stupava und<br />

Kopčany an. In Bratislava durfte sie sich nur mit einem gültigen Aufenthaltstitel bewegen. Meist kam<br />

sie nur wegen der Märkte in die Stadt (nachdem sie die Marktgebühr entrichtet hatte). Der Aufenthaltstitel<br />

wurde bevorzugt Juden zugesprochen die in der Münzerei arbeiteten oder diese mit Edelmetallen<br />

belieferten.<br />

Anfangs bewohnten nur einzelne Juden den Schlossgrund. Eine große Kommune bildete sich erst später.<br />

Im Jahr 1714 wurde ihnen vom König ein Privileg erteilt, das ihnen selbstständige Verwaltung ermöglichte.<br />

In der Schlossergasse errichteten sie eine Gebetstätte, an der Südseite des Burghügels (Zuckermandel)<br />

einen Friedhof. Die älteste jüdische Kommune umfasste zwischen 20 und 150 Familien<br />

(Unterschiede nach Quellenangabe). Nach der Vereinigung des Palfi-Vermögens im Jahr 1736 kann man<br />

schon von einer genauen Anzahl von 123 Familien (800 Bewohnern) sprechen. Ihre Hauptbeschäftigung<br />

war Wein-, Bier-, Spirituosen-, Altmetall-, Gewürze-, Geflügel-, Leder- und Leinenhandel, aber auch das<br />

Finanzwesen.<br />

Das Ghetto in Bratislava wurde zur einflussreichsten jüdischen Kommune im ganzen ungarischen Reich.<br />

Es heute noch im Straßengeflecht zu finden ist fast unmöglich. Dreimal brannte es bis auf die Fundamente<br />

ab, die Situation veränderte sich außerdem seit dem Bau des Tunnels, der Neuen Brücke und dem<br />

Abriss der Schlossergasse massiv.<br />

prístupová cesta na hrad od Viedenskej brány a vtedy po jej okrajoch vznikla ďalšia podhradská<br />

osada, neskoršia Zámocká ulica. Táto časť bola už roku 1646 najľudnatejšia, žilo v nej 35 rodín,<br />

zatiaľ čo napríklad na Schlossbergu len 10.<br />

Od 17. storočia sa začínajú vyskytovať doklady o súvislých uliciach na Podhradí. Vtedy sa teda<br />

začína formovať, svojrázny územný útvar romantických uličiek, malebných zákutí a malých<br />

námestí, stredisko remesla, domov lodníkov, rybárov, mlynárov, jednoduchých, menej zámožných<br />

ľudí, lebo na stiesnenom priestore nebolo miesto na honor, na rozsiahle paláce uprostred záhrad.<br />

Niekoľko kúrií, ktoré tu vyrástli, je skôr výnimkou potvrdzujúcou pravidlo ako svedectvom o opaku.<br />

Podhradie získalo roku 1713 veľké privilégium od Karola VI. a vtedy sa premenilo na trhové<br />

mestečko, ktoré prežívalo svoj stavebný vrchol.<br />

beide Abb.: Historiches Bratislava<br />

Quellennachweis: www.bapodhradie.sk<br />

ŽIDOVSKÉ PODHRADIE<br />

Do budovania Podhradia sa zapojilo aj židovské obyvateľstvo.<br />

Napriek neskoršiemu vyhnaniu z mesta ďaleko neodišli, usadzovali sa v okolí; spomína sa Stupava<br />

a rakúske Kopčany. Do Bratislavy sa vracali len na trhy (po zaplatení trhových poplatkov). V meste<br />

sa smeli zdržiavať iba s platným ubytovacím listom. Dostávali ho najmä Židia, ktorí pracovali v<br />

mincovni alebo ju zásobovali drahými kovmi.<br />

Spočiatku žili na Podhradí len rozptýlene. Väčšiu komunitu vytvorili až oveľa neskôr.<br />

Roku 1714 dostali od kráľa privilégium, ktorým im povolil vlastnú samosprávu. Na Zámockej ulici<br />

si postavili modlitebňu, na dunajskom nábreží cintorín. Uvádzaný počet príslušníkov najstaršej<br />

židovskej obce sa odlišuje v rozmedzí od 20 do 150 rodín. Podľa súpisu pálfiovského majetku<br />

z roku 1736 vieme už celkom presne o pobyte 123 rodín s 800 obyvateľmi, ktoré sa živili<br />

obchodom s vínom, pivom, liehovinami, starým železom, korením, husami, kožou, plátnom, ale aj<br />

finančníctvom.<br />

Bratislavské geto rástlo, mohutnelo a postupne sa stalo najvýznamnejšou židovskou obcou v<br />

30<br />

SCHLOSSGRUND / GESCHICHTLICHER ABRISS


Man kann nur ungefähr nachvollziehen, dass es vom Fischplatz geradeaus zu der Weidritzgasse<br />

geführt hat, deswegen hat die Judengasse früher Wödritzer Neustift geheißen, später kannte<br />

man sie unter dem Namen Judengasse (zugleich wurde der Name Schlossgrundgasse verwendet),<br />

danach wurde sie um den unteren Teil der Schlossergasse erweitert, allerdings wurden die rechte<br />

Seite der Kapuzinergasse und bis zum Anschluss des Schlossgrundes an die Innenstadt (1778<br />

unter Maria Theresia) auch beide Enden - durch ein bewachtes Gittertor - abgesperrt.<br />

Es war eine Welt für sich, ein Staat im Staat, wie man zu der Zeit zu sagen pflegte, hatte eine<br />

eigene Verwaltung, eigene Justiz, aber auch eine eigene Schule, Versorgung und Pflege der Armen,<br />

der Alten und Kranken, eine eigene Feuerwehr, Brunnen- und Kanalreiniger, Straßenkehrer...<br />

Das Ghetto war auch ein wichtiges Zentrum des Finanzwesens und des Handels, sowohl im kleinen,<br />

als auch im großen Maßstab.<br />

20. JHDT.<br />

Die heruntergekommene Gebetsstätte in der Schlossergasse wurde abgetragen und stattdessen<br />

eine neue Synagoge von Ignaz Feigl errichtet. Eine weitere Synagoge der Neologen im neuorientalischen<br />

Stil nach einem Projekt des Architekten Dionýz Milchs entstand 1893 am Fischplatz,<br />

anstelle des früher beliebten Gasthauses „Sonnenhof“. Die letzte und einzige bis heute erhaltene<br />

Synagoge wurde im Jahr 1923 vom Architekten A. Slatinsky in der Heydukstraße gebaut.<br />

In dieser Zeit hatte der Schlossgrund seine Glanzzeit schon hinter sich. Der Adel war verzogen,<br />

wohlhabende Juden waren in die Innenstadt umgezogen, die schönsten Gebäude wurden in Mietshäuser<br />

mit Laubengängen umgebaut. Die neuen Wohnungen hatten nur 1-2 Zimmer, mit Bad und<br />

WC (Latrine) im Hof oder höchstens am Gang. Bratislava war zu der Zeit von einer Zuwanderungswelle<br />

betroffen, die sich rasch entwickelnde Industrie schuf ausreichend Arbeitsplätze. In<br />

einem Zimmer wohnten nicht selten bis zu 4 Familien. Kurzfristig errichtete Notbauten waren an<br />

der Stadtmauer und am Burgfels angeklebt.<br />

Der Schlossgrund wurde zu einem Anlaufplatz für die Ärmsten. Das Wort Ghetto bekam eine neue<br />

celom Uhorsku.<br />

Objaviť ho v dnešnej uličnej sieti je takmer nemožné, židovňa trikrát od základu vyhorela, a<br />

situácia je navyše zmenená tunelom, príjazdovou komunikáciou k Novému mostu a zbúraním<br />

Zámockej ulice. Len približne možno povedať, že sa začínalo od Rybného námestia kolmo na<br />

Vydrickú ulicu, preto sa Židovská ulica spočiatku volala Wödritzer Neustift, iba neskôr Judengasse<br />

(súčasne sa používal názov Schlossgrundgasse), patril doň dolný koniec Zámockej a pravá strana<br />

Kapucínskej ulice a až do pripojenia Podhradia k mestu sa na obidvoch koncoch na noc zatváralo<br />

mrežovými bránami, ktoré strážili špeciálne strážnice.<br />

Bolo svetom samo osebe, štátom v štáte, ako sa vravievalo, malo vlastnú samosprávu, súdnictvo,<br />

ale aj vlastnú školu, starostlivosť o chudobných, siroty, chorých, malo svojich hasičov, čističov<br />

kanálov a studní, cestárov.<br />

Geto bolo strediskom finančníctva a obchodu, vo veľkom i v celkom malom.<br />

Schlossgrund, Synaoge der Neologen<br />

Quellennachweis: www.bapodhradie.sk<br />

20.STOROČIE<br />

Schátraná modlitebňa na Zámockej ulici bola zbúraná a nahradená novou synagógou Ignáca<br />

Feiglera. Ďalšiu v novoorientálnom štýle podľa projektu bratislavského architekta D. Milcha<br />

vybudovali neológovia na Rybnom námestí na mieste kedysi veľmi navštevovaného hostinca Slnečný<br />

dvor a napokon posledná, dnes jediná synagóga v meste vznikla roku 1923 podlá projektu A.<br />

Slatinského na Heydukovej ulici.<br />

V tom čase malo Podhradie svoju slávu už dávno za sebou. Šľachta sa odsťahovala, bohatší<br />

Židia sa presídlili do mesta, a tak sa aj najhonosnejšie budovy zmenili na nájomné domy. Všetky<br />

prestavali na pavlačové, kde vznikali byty s jednou—dvoma miestnosťami bez vodovodu a sociálnych<br />

zariadení, zväčša len s latrínou na dvore, prinajlepšom na chodbe alebo na pavlači. Bratislava<br />

bola v tých časoch preľudnená, lebo vznikajúci priemysel ponúkal veľké množstvo pracovných<br />

príležitostí. V jednej izbe bývali často aj štyri rodiny. Núdzové stavby sa tisli až k skalnému bralu<br />

SCHLOSSGRUND / GESCHICHTLICHER ABRISS<br />

31


Bedeutung. Der Schlossgrund war ein Ghetto der Armen, mit allem was dazu gehört - einem<br />

schlechten Ruf und Verachtung.<br />

Es galt als schmutzig, abgenutzt und gefährlich. Das Wort „Weidritz“ wurde dem Wort „Puff“<br />

gleichgesetzt. Die einstigen öffentlichen und „Offizier-“ Puffs, welche bereits in früheren Zeiten<br />

vereinzelt dort ihren Platz gefunden hatten waren nun überall verbreitet, und der ganze Schlossgrund<br />

war als Rotlichtmilieu bekannt.<br />

Der Schlossgrund hatte nicht mehr den Wert des ältesten Stadtteils, er hatte jeglichen kulturellen<br />

Wert verloren. Keiner schonte ihn besonders. Auch die Städtebauer erteilten ihm kompromisslose<br />

Schläge. Noch im 19. Jhdt. wurde die Südseite mit einer Aufschüttung für die Straßenbahn<br />

versehen, hinter der historische Gebäude verschwanden.<br />

Der Zerfall der Republik unterband die Realisation der enthusiastischen städtebaulichen Pläne.<br />

Doch die Pläne als solche blieben. Im damaligen „Hudec Führer“ wird angeführt: „Von den größeren<br />

Bauvorhaben bleibt noch die Fertigstellung der Korrektur der Karloveská-Straße, als der letzten<br />

nichtgebauten Ausfahrtstraße und der Verbindung zur Innenstadt. Diese Korrektur verlangt<br />

einen radikalen regulativen Eingriff in der Länge von ca. 1000 m in den donauseitigen Schlossgrund<br />

(Zuckermandel). Ein Großteil der sich dort befindenden Häuser ist zum Abriss bestimmt.”<br />

Während des Zweiten Weltkrieges wurde auch Bratislava sehr in Mitleidenschaft gezogen. Hlinkas<br />

Garde richtete bereits im Jahr 1938 mit dem Demolieren der Synagogen und Friedhöfe sowie<br />

mit Wohnungsdurchsuchungen und Plünderungen großen Schaden an.<br />

Im März 1942 begann die Deportation der jüdischen Bevölkerung. Noch im selben Jahr wurden<br />

6000 Juden aus Bratislava deportiert. Ende des Jahres wurden die Deportationsbefehle wieder<br />

aufgehoben. Erst nach der dem Aufbruch des Slowakischen Nationalaufstands und der darausresultierenden<br />

Deutschen Okkupation wurde mit dem Abschieben wieder angefangen. Von den 95.000<br />

jüdischen Einwohner der Slowakei überlebten nur 10.000 den Krieg.<br />

Das menschenleere jüdische Ghetto war dem Magistrat ein Dorn im Auge. „Dadurch, dass gleichzeitig<br />

mit der Notwendigkeit des Baus eines modernen Universitätscampus die Notwendigkeit des<br />

Abbruchs der seit hunderten von Jahren verkommenen und hygienisch unmöglichen Viertel des<br />

Abb.: Peter Poljak: Schlossgrund<br />

Quellennachweis: Roman Delikát, www.ron-del.sk<br />

a lepili na hradné múry.<br />

Niekdajšie Podhradie sa stalo útočiskom najbiednejších. Slovo geto dostalo nový zmysel. Celé<br />

Podhradie sa stalo getom najchudobnejších, so všetkým, čo k tomu patrí, zlou povesťou a<br />

opovrhnutím.<br />

Podhradie bolo špinavé, ošarpané, nebezpečné. Slovo „Vydrica” sa stalo synonymom pre<br />

nevestinec. Niekdajšie verejné a oficierske bordely, ktoré tu našli miesto za starších čias, sa<br />

rozšírili do pokútnych živností nielen na Vydrickej ulici, ale aj na okolitých uliciach.<br />

Podhradie prestalo mať hodnotu najstaršej časti mesta; prestalo mať vlastne akúkoľvek kultúrnu<br />

hodnotu. Nik ho nešetril. Mestskí urbanisti mu zasadzovali nemilosrdné údery. Ešte v 19. storočí<br />

ho na juhu obkrojili vysokým násypom električky, za ktorým zmizli historické budovy.<br />

Rozpad republiky realizáciu entuziastických plánov prekazil, ale plány ako také zostali. Takto<br />

sa napríklad píše v Hudecovom Sprievodcovi: „Z väčších stavieb je tu na programe dokončenie<br />

úpravy a výstavby Karloveskej cesty ako poslednej ešte nevybudovanej výbežnej cesty a cesty do<br />

vnútra mesta. Táto úprava vyžaduje si v úseku na Podhradskom nábreží v dĺžke asi 1 000 metrov<br />

radikálnejší zásah regulačný, nakoľko v tomto úseku načim veľkú čiastku starých domov zbúrať.”<br />

(Zuckermandel)<br />

Počas druhej svetovej vojny nastalo smutné obdobie, keď príslušníci Hlinkovej Gardy už roku 1938<br />

začali rabovať, demolovať synagógy, cintoríny, robili prehliadky bytov. V marci 1942 začali s<br />

deportáciou židovského obyvateľstva. Ešte v tom istom roku vyviezli 6 000 bratislavských židov.<br />

Koncom roka deportácie opäť zastavili a obnovili ich až v roku 1944 po vypuknutí Slovenského<br />

národného povstania a následnej okupácie Nemeckou ríšou. Z celkového počtu 95.000 židovských<br />

obyvateľov Slovenska prežilo vojnu len 10.000.<br />

Vyľudnené židovské geto v podhradí bolo tŕňom v oku mestskému zastupiteľstvu.<br />

„Nakoľko súčasne s otázkou vyhľadávania primeraného staveniska pre budovy vysokých škôl vznikla<br />

aj potreba asanácie od stáročia zanedbanej hygienicky nemožnej štvrti okolo Židovskej ulice, ďalej<br />

32<br />

SCHLOSSGRUND / GESCHICHTLICHER ABRISS


Schlossgrundes deutlich wird, wurde, initiiert von Herrn Ministerpräsidenten Dr. Tuka, beschlossen,<br />

diese zwei brennenden Fragen zu vereinen und den Campus auf dem abgerissenen Schlossgrund<br />

zu errichten, der dann durch seine Lage und Gestaltung die ganze Stadt beherrschen wird“<br />

schrieb Vladimir Pojtek in einem Artikel voll Elan.<br />

Es wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, an dem sich 24 Architekten beteiligten: drei aus der<br />

Slowakei, zwei aus dem Protektorat Böhmen und Mähren, drei aus Italien und 16 aus Deutschland.<br />

„Die Öffentlichkeit ist sicher an der Frage interessiert, wie einzelne Teilnehmer die Frage nach<br />

dem Erhalt/Abbruch der Burg gelöst haben. Die Bevölkerung von Bratislava und vielleicht sogar<br />

die Bevölkerung der ganzen Slowakei würde sich wahrscheinlich nur ungern von dem Panorama der<br />

Burg lösen, welches zum Bild Bratislavas gehört. Das Ergebnis des Wettbewerbs zeigt uns, dass<br />

die Mehrheit der Fachleute aus ganz Europa den Bau einer neuen Dominante bevorzugt, anstatt<br />

des Erhalts der heutigen Burgruine. Nur ganz einzeln, und das waren die Projektteilnehmer, die<br />

das Konzept der Fragestellung missverstanden haben, konservieren oder restaurieren das jetzige<br />

Burgobjekt.“* „ Die Jury ist zu dem Beschluss gekommen, dass die Ruine des Burgobjektes in<br />

der jetzigen Form nicht zu retten ist. Sie ist auch im Grunde gegen den Bau einer historischen<br />

Kopie.“* (E. Belluš, welcher im Wettbewerb den dritten Platz gemacht hat, hat etwas Ähnliches<br />

versucht. Zu seinen Gunsten hat laut der damaligen Meinung die Tatsache beigetragen, dass er<br />

anstatt der Ruine keine historisierende Kopie bauen wollte, sondern ein neues Objekt, welches an<br />

die Burg erinnern sollte.)<br />

Dem Schlossgrund sollte ein ähnliches Schicksal widerfahren wie der Burg - die seit dem Jahr<br />

1809, wo Napoleonische Truppen sie abgebrannt haben, bloß eine Ruine war, die auf ihren Abriss<br />

wartete.<br />

„Der Großteil der Häuser ist heute in so einem Zustand, dass entweder ihr Zusammenbruch immer<br />

mehr droht, oder sie vom hygienischen Standpunkt her so schlecht sind, dass generell ihre<br />

Bewohnung aus Sicherheitsgründen bereits verboten wurde.”*<br />

„Die jetzigen Bewohner brauchen deswegen nicht beunruhigt zu sein, bis zum Kriegsende wird<br />

Abb.: Peter Poljak; Judengasse<br />

Quellennachweis: Roman Delikát, www.ron-del.sk<br />

na podhradí aj na samotnom hradnom návrší, z iniciatívy pána predsedu vlády dr. Tuku rozhodnuté<br />

bolo vyššie spomenuté dve otázky spojiť a vysokoškolskú štvrť vytvoriť na tomto asanovanom<br />

území, ktoré polohove a výtvarne ovláda celé hlavné mesto Slovenska,”* napísal Vladimír Pojtek vo<br />

svojom hodnotiacom článku v Eláne.<br />

Bola vypísaná súťaž, do ktorej sa zapojilo 24 architektov: traja zo Slovenska, dvaja z<br />

Protektorátu, traja z Talianska a šestnásti z Nemecka.<br />

„Verejnosť iste bude zaujímať otázka, ako riešili jednotliví súťažiaci architekti otázku<br />

Bratislavského hradu. Bratislavské obyvateľstvo a hádam aj obyvateľstvo celého Slovenska by<br />

sa azda nerado lúčilo s panorámou Bratislavského hradu, ktorá patrí k predstave Bratislavy.<br />

Výsledok súťaže ukazuje nám, že väčšina odborníkov z celej Európy dávala prednosť výstavbe novej<br />

dominanty miesto zachovania terajšej zrúcaniny hradu. Len celkom ojedinele, a aj to projektanti,<br />

ktorí celú koncepciu otázky riešenia daného programu mylne chápali, konzervujú, prípadne<br />

reštaurujú terajší hradný objekt.”*<br />

„Porota dospela k presvedčeniu, že zrúcaninu hradného objektu v dnešnej forme nie je možné<br />

zachrániť. Je v zásade aj proti stavbe historickej kópie”. (E. Belluš, ktorý získal v súťaži tretiu<br />

cenu, sa o niečo podobné pokúsil. V jeho prospech podľa vtedajších názorov poslúžila skutočnosť,<br />

že nechcel miesto zrúcaného hradu stavať historickú kópiu, ale nový objekt, ktorý by hrad<br />

pripomínal.)<br />

Podhradie mal stretnúť podobný osud ako hrad, ktorý bol od čias zásahu Napoleonových vojsk<br />

1809 len obhorenou ruinou, čakajúcou na asanáciu.<br />

„Veľká časť domov je už dnes v takom stave, že hrozí zrúcaním, alebo je so stránky hygienickej<br />

natoľko chybná, že ich obývanie bolo z policajno-bezpečnostných dôvodov zakázané.”*<br />

„Terajšie obyvateľstvo v dotyčnej oblastí nemusí byť preto znepokojené, keďže až do konca<br />

vojny v nijakom prípade nebude zbúraný ani jeden taký dom, ktorý je zo stránky hygienickej a<br />

bezpečnostnej obývaniaschopný”.* Uvádza sa v dobovom stanovisku.<br />

Abb.: Marcel Jakubec: Luginsland Bastei, Zsigray Kurie<br />

Quellennachweis: Roman Delikát, www.ron-del.sk<br />

SCHLOSSGRUND / GESCHICHTLICHER ABRISS<br />

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kein einziges Haus abgerissen, welches noch bewohnbar und hygienisch erträglich ist,”* spricht<br />

Pojtek im Elan.<br />

Schlussendlich wurden die Pläne durch das Kriegsende auf Sand gesetzt.<br />

Abb.: Eröffnung der Neuen Brücke / Brücke SNP<br />

Quellennachweis: Roman Delikát, www.ron-del.sk<br />

ABRISS DES SCHLOSSGRUNDES<br />

Die Agonie des Schicksals fuhr nach dem Kriegsende fort. Die jüdische Bevölkerung wurde getötet,<br />

die Deutschen flüchteten und die verbleibenden Eigentümer wurden enteignet. Die Häuser,<br />

die unbedingt sanierungsbedürftig waren, waren auf einmal ohne Eigentümer.<br />

Der Bebauungsplan vom Jahr 1964 sieht einen kompletten Abriss des südlichen Schlossgrundes<br />

vor. Die Ausfahrtsstraße wurde gebaut und der Tunnel fertig gestellt. Dieser wurde direkt durch<br />

den alten jüdischen Friedhof gelegt. Von Zuckermandel blieben nur das Herrenhaus und die kleine<br />

Kirche erhalten. Der westliche Teil wurde mit drei neuen Zwölfgeschoßern versehen. Die Wienerstraße<br />

wurde umgebaut, direkt in den Schlossgrund mündet bis heute die Neue Brücke. Sowohl<br />

ein Teil des Fischplatzes (Weidritz), als auch die neologische Synagoge und Häuser auf der Staromestskastraße<br />

sind ihr zu Opfer gefallen. Insgesamt wurden 380 Häuser abgerissen.<br />

Im Jahr 1974 wurde die Brücke fertiggestellt und rief urbanistisch gesehen ein neues Paradoxon<br />

hervor. Nach 200 Jahren erneuerte sie die damalige Trennlinie zwischen der Altstadt und der<br />

Burg, die Stadtmauer wurde bei diesem Vorgehen ausgegraben (sie wird zur Zeit sogar rekonstruiert).<br />

Die Schnellstraße verdeutlichte die Trennung nur noch weiter. Die Burg (initiiert durch<br />

den Maler Janko Alexy) wurde gemäß ihrem Aussehen zur Zeit ihrer Blüte wieder rekonstruiert,<br />

allerdings wurde sie komplett von der Stadt getrennt, die natürliche Verbindung zwischen der<br />

Stadt und der Burg wurde unterbrochen, die Burg und der Schlossgrund wurden zu einer Welt für<br />

sich.<br />

*POJTEK, V. : Zukünftige Universitätsstadt Bratislava. Fachzeitschrift ELAN, E/1942, Nr. 9<br />

Quellennachweis: Pavel Dvořák: Das goldene Buch von Bratislava, Slovenský Spisovateľ 1993<br />

Nakoniec plány prekazil koniec vojny a zmena politickej garnitúry.<br />

ASANÁCIA PODHRADIA<br />

Agónia osudu Podhradia pokračovala aj po vojne. Židovskí obyvatelia boli vyvraždení, Nemci ušli<br />

a zostávajúcich majiteľov znárodnili. Stavby, ktoré potrebovali neodkladnú údržbe, zostali bez<br />

majiteľa.<br />

Plán územného rozvoja z roku 1964 navrhuje kompletnú asanáciu južného podhradia. Budovala sa<br />

plánovaná výpadovka a dokončoval tunel. Ten prechádza priamo historickým židovským cinotrínom.<br />

Z časti Zuckermandel ostala len kúria a kostolík na Žižkovej. Západnú časť dotvorili tri 12<br />

poschodové obytné budovy.<br />

Upravila sa Viedenská cesta. Priamo cez Schlossgrund ústi nový most SNP do centra<br />

historického mesta. Za obeť mu padla aj časť Rybného námestia (Vydrica) ako aj židovská<br />

synagóga neológov a domy na Staromestskej ulici (Schlossgrund). Celkovo bolo zlikvidovaných 380<br />

domov.<br />

Roku 1974 bol most hotový a urbanisticky vytvoril zvláštny paradox. Po 200 rokoch obnovil<br />

niekdajšiu deliacu čiaru medzi historickým mestom a Podhradím, odkryl dokonca aj staré mestské<br />

opevnenie (v súčasnosti už obnovené), rušná komunikácia zdôraznila rozdelenie.<br />

Hrad bol (iniciatívou maliara Janka Alexyho) zrekonštruovaný do podoby svojho najväčšieho<br />

rozkvetu, ale úplne sa oddelil od mesta, stratil prirodzenú kontinuitu, stal sa aj s podhradím<br />

svetom sám o sebe.<br />

alle drei Abb.: Abriss des Schlossgrundes Bratislava<br />

Quellennachweis: Roman Delikát, www. ron-del.net<br />

*POJTEK, V. : Budúce univerzitné mesto v Bratislave. Časopis ELAN, E/1942, č. 9<br />

Zdroj: Pavel Dvořák: Zlatá kniha Bratislavy, Slovenský Spisovateľ 1993<br />

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SCHLOSSGRUND / GESCHICHTLICHER ABRISS


Abb.: Juraj Šajmovič: Schlossgrund, 1953<br />

Quellennachweis: Bratislava by the Backdoor 1918-2005; Hrsg. Fotofoto and the Central European House of Photography, Bratislava, Slovakia 2005


Abb.: Tomki Nemec: Petržalka 2004<br />

Quellennachweis: Bratislava by the Backdoor 1918-2005; Hrsg. Fotofoto and the Central European House of Photography, Bratislava, Slovakia 2005


PETRŽALKA<br />

ZWISCHEN VISION UND REALISIERUNG<br />

MEDZI VÍZIOU A REALIZÁCIOU<br />

EINLEITUNG<br />

Der Bau von Petržalka hat das Stadtbild maßgeblich beeinflusst (Die Errichtung von Wohnungen<br />

für 140.000 Einwohner in einer 400.000 Einwohner Stadt spricht für sich.). Das Gespräch mit<br />

dem damaligen Stadtarchitekten, Štefan Svetko, im April 2006 enthüllte uns einige Zusammenhänge.<br />

Štefan Svetko erwähnte unter anderem, dass einer der Gründe für die Erweiterung der<br />

Stadt im Gebiet südlich der Donau der war, dass Bratislava eine Stadt an statt neben der Donau<br />

werden sollte. Der ursprüngliche Plan sah das Errichten von fünf Donaubrücken sowie einen komplexen<br />

Autobahnring vor. Die fünfte Donaubrücke wurde erst im Jahr 2005 fertiggestellt und der<br />

Autobahnring bekam zwar in den letzten Jahren sichtbare Konturen, steht aber trotzdem immer<br />

noch vor der Fertigstellung.<br />

Obwohl die damalige Bebauungsstudie fünf Brücken vorsah wurde nur eine bewilligt. Es wurde<br />

entschieden, an die frühere Pontonbrücke anzuknüpfen, und die neue Brücke durch den ehemaligen<br />

Wassergraben in die Stadt zu führen. Die Vertreter des Denkmalschutzes hießen die Freilegung<br />

des Stadtmauertorsos willkommen. Die Konstruktion der Brücke mit dem an Petržalkas Seite<br />

stehenden Pylon war konstruktiv herausragend, und hätte eine behutsamere Andockung an der<br />

Stadtseite ermöglicht, doch das Zusammenführen der Karloveská Straße mit der (damals einzigen)<br />

Petržalka Ausfahrt führte zur Verwirklichung einer vierspurigen Schnellstraße durch den<br />

Schlossgrund.<br />

Durch die nötige Verbindung der Satellitenstadt mit dem Zentrum hat Petržalka einen direkten<br />

Einfluss auf das Bild der Altstadt und des Schlossgrundes, und somit auf unser Projekt.<br />

Abb.: Wettbewerbsentwurf: R. Reiner, A. Arzberger, H.<br />

Karen - Wien, Quellennachweis: Projekt 4/91, S.43<br />

Petržalka ist das Ergebnis einer Ideologie, das bei der Realisierung versagte. Die Entwicklung und<br />

Errichtung dieses Megakonglomerats löste damals wie heute viele Fragen aus. Es erstaunt, in<br />

welchem Gegensatz die Empfehlungen der Jury nach dem Ideenwettbewerb zu der heute gebauten<br />

Umwelt stehen. Die Reflexion des Geplanten und tatsächlich Gebauten 15 Jahre nach der Errichtung<br />

von Petržalka von Seiten der damals involvierten Architekten, überrascht aus der heutigen<br />

Sicht in seiner Ehrlichkeit. Sowohl eingestandene Fehlentscheidungen, als auch eine eindeutige<br />

ÚVOD<br />

Výstavba Petržalky sa významne podieľala na tvári celého mesta. Jednorazové vytvorenie bytov<br />

pre 140 tis obyvateľov v meste s celkovým počtom cca 400 tisíc obyvateľov je zásah sám o<br />

sebe. Rozhovor s hlavným architektom Bratislavy 60-tych rokov, Štefanom Svetkom, v apríli<br />

2006 nám odkryl niektoré dobové súvislosti. Štefan Svetko okrem iného uviedol, že jedným z<br />

dôvodov pre rozhodnutie rozšíriť Bratislavu aj o územie južne od koryta Dunaja bola aj snaha<br />

urobiť z Bratislavy mesto na Dunaji namiesto dovtedajšieho pri Dunaji. Pôvodný plán bol taktiež<br />

vybudovanie 5tich mostov spájajúcich Petržalku s mestom, ako aj komplexný dialničný obchvat<br />

Bratislavy, ktorý mal odľahčiť vnútromestské komunikácie. Piaty most cez Dunaj sa Bratislave<br />

však podarilo postavať až v roku 2005 a komplexný dialničný obchvat síce v posledných rokoch<br />

nadobúda znatateľné kontúry, ale ešte stále stojí pred dokončením.<br />

Napriek vtedajšiemu územnému plánu, ktorý zohľadňoval 5 mostov, bol schválený len jeden.<br />

Rozhodnutie padlo nadviazať novým mostom na niekdajší pontónový most cez Dunaj a voviesť ho<br />

cez hradnú priekopu mestom. Zástupcovia ochrany pamiatok uvítali odhalenie torza mestských<br />

hradieb. Konštrukcia mosta s pylónom stojacim na petržalskom brehu bola konštrukčne výnimočná<br />

a dovoľovala citlivejšie riešenie ukotvenia na mestskej strane. Avšak zliatie Karloveskej výpadovky<br />

s (vtedy jediným) petržalským ťahom vyústilo do štvorprúdovej cesty vedúcej priamo podhradím.<br />

Potrebou prepojenia satelitu s mestom mala Petržalka priamy vplyv na tvár Podhradia, a tým aj<br />

starého mesta a nášho projektu.<br />

Petržalka je výsledkom ideológie, ktorá zlyhala pri realizácii. Vývoj a výstavba tohto<br />

megakonglomerátu vtedy, ako aj dnes, vyvoláva veľa otázok. Je zarážajúce, v akom rozpore sú<br />

odporúčania poroty po vtedajšej súťaži s dnešnou podobou. Bilancia plánov a realizácie 15 rokov<br />

po začatí výstavby do projektu involvovaných architektov prekvapuje svojou úprimnosťou. Priznanie<br />

vlastných mylných rozhodnutí, ako aj otvorená kritika vtedajšieho systému sú výraznou črtou<br />

PETRŽALKA<br />

37


Systemkritik prägen die Diskussionsrunde.<br />

Das Projekt Petržalka wurde offensichtlich in seinem Maßstab verfehlt. Das führte zu einem Versagen<br />

aller erprobter Herangehensweisen. Doch trotz den Kontroversen, Kompromisse und Missstände<br />

hat es seine ersten 30 Jahre erstaunlich gut gemeistert. Heute wie damals ist jedoch<br />

seine zukünftige Entwicklung unklar.<br />

WETTBEWERB<br />

„Mit dem Ziel, eine optimale städtebauliche Lösung zu finden, hat der Rat des Nationalausschusses<br />

nach der zustimmenden Stellungnahme des Slowakischen Architektenverbandes, und<br />

der Internationalen Union der Architekten im Jahr 1966 den ersten und bislang einzigen nachkrieglichen<br />

internationalen „Städtebaulichen Ideenwettbewerb für die Südstadt Bratislavas“<br />

ausgeschrieben. Der Wettbewerb war offen, anonym und die Unterlagen wurden von fast 700<br />

Interessenten aus 19 Ländern angefordert. Bis zur Abgabe am 15.04.1967 wurden 84 Arbeiten<br />

zugestellt - von Projektverfassern aus 19 Ländern aus 4 Kontinenten. Der größte Anteil war von<br />

heimischen Autoren (16), gefolgt von Japan (9), Österreich (8), der Sowjetunion (7) und Polen<br />

(7). Die Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten war ein Teil des Programms bei dem Städtebaulichen<br />

Symposium, das in Bratislava von 10.-12. Juli 1967 stattgefand, und das an den IX. Kongress<br />

der UIA in Prag anknüpfte. Die Ausstellung, die nicht ganz drei Wochen dauerte, sahen<br />

6.000 Besucher.<br />

Ziel des Wettbewerbs war die Erlangung von neuen, tieferen Erkenntnissen über die allgemeinen<br />

Tendenzen in der Gestaltung der gelebten Umwelt, welche eine Basis für diese Umwelt schaffen<br />

würden, die ihren Einwohnern von der physiologischen und auch psychologischen Seite aus reichhaltige,<br />

gerecht verteilte und nachhaltige Bedingungen für ein glückliches Leben auf der höchsten<br />

technischen und kulturellen Stufe ermöglichen könnte.<br />

Das neue Petržalka sollte als keine Schlafstadt verstanden werden, sondern als ein Gefüge, welches<br />

durch seine Anziehungskraft die Bedingungen zu einem nachhaltigen und pulsierenden Leben<br />

schafft. Die Komposition des Wettbewerbsentwurfs sollte eine Strategie verfolgen, die zu einem<br />

Abb.: Wettbewerbsentwurf: G.B. Russel, A. Jemric -<br />

Los Angeles, Quellennachweis: Projekt 4/91, S.44<br />

rozhovoru.<br />

Projekt Petržalky má očividne pomýlenú mierku. To vedie k zlyhaniu všetkých odskúšaných<br />

postupov. Napriek kontroverzám, kompromisom a nezdarom prežil prvých 30 rokov prekvapivo<br />

dobre. Ako vtedy, tak aj dnes je však jeho budúca podoba nejasná.<br />

SÚŤAŽ<br />

"S cieľom dosiahnuť optimálne urbanistické riešenie vypísala rada Národného výboru po súhlasnom<br />

stanovisku Zväzu slovenských architektov ČSSR ako aj Medzinárodnej únie architektov v r. 1966<br />

prvú a dosiaľ jedinú povojnovú medzinárodnú sútaž na „Ideovú urbanistickú štúdiu južného obvodu<br />

mesta Bratislavy”. Súťaž bola verejná, anonymná a podmienky si vyžiadalo takmer 700 záujemcov<br />

z 35 krajín. V určenej lehote 15. apríla 1967 bolo zaslaných resp. doručených 84 návrhov od<br />

autorov z 19 krajín 4 kontinentov. Najväčší počet bol od domácich autorov (16), ďalej z Japonska<br />

(9), Rakúska (8), ZSSR (7) a Poľska (7). Výstava súťažných návrhov bola súčasťou programu<br />

Stretnutia urbanistov, ktoré sa konalo v Bratislave v dňoch 10.-12. júla 1967 a nadväzovala<br />

na IX. kongres UIA v Prahe. Výstavu, ktorá trvala necelé 3 týždne, navštívilo vyše 6.000<br />

návštevníkov.<br />

Cieľom súťaže bolo získať nové a hlbšie poznatky o všeobecných tendenciách v tvorbe životného<br />

prostredia, ktoré by vytvorili predpoklady pre takú úroveň tohoto prostredia, aby svojím<br />

obyvateľom poskytlo z fyziologickej i psychologickej stránky plné, rovnomerné a dlhodobé<br />

podmienky pre šťastný život postavený na vysokom technickom a kultúrnom stupni. Nová<br />

Petržalka nemala byť chápaná ako „obytná spálňa”, ale ako útvar, ktorý svojou príťažlivosťou<br />

utvorí podmienky pre stále a zdravo pulzujúci život. Kompozícia súťažného návrhu mala sledovať<br />

tvorbu takého urbanistického útvaru, ktorý by sa stal v celkovom organizme mesta výrazným<br />

faktorom pre regeneráciu nielen fyzických, ale aj psychických síl človeka a sformoval Bratislavu<br />

ako skutočné mesto na Dunaji.<br />

38<br />

PETRŽALKA


städtebaulichen Gefüge führt, welches im Organismus der Stadt zu einem wichtigen Faktor der<br />

Regeneration der physischen und psychischen Kraft der Menschen wird, und zugleich Bratislava<br />

zu einer vollwertigen Stadt an der Donau formt.<br />

Das Gebiet, begrenzt durch den Verlauf der Donau und des geplanten umfließenden Donaukanals,<br />

war 1806 Hektar groß und im Grunde eine zukünftige Insel, konform mit dem damaligen Hochwasserschutzkonzept.<br />

Die Aufgabe war die Disposition des wohnbaugewidmeten Gebietes für 140000 Einwohner, Wohnungen<br />

mit einer durchschnittlichen Wohnfläche von 45m2 und 3,12 Räumen pro Wohneinheit,<br />

komplette Nahversorgung, öffentliche Einrichtungen, die Fakultät für Physikalische Chemie der<br />

SVŠT, veranschlagt für 5000 Hörer, und Studentenwohnheime für 75-80% der Studenten auf<br />

einer Fläche von 30 Hektar. Auf einer Fläche von 10-15 Hektar sollte ein Forschungsinstitut der<br />

Akademie der Wissenschaften entstehen. 30-40 Hektar wurden einem Kultur- und Freizeitpark<br />

und einem Messegelände gewidmet. Ca. 25 Hektar waren für die Sporthalle mit übergeordneten<br />

Funktionen (ein Stadion für 60-70000 Zuschauer, ein Freizeitbad, Wassersportmöglichkeiten, eine<br />

Rennbahn), sowie für ein Motel, einen Autocampingplatz und einen Friedhof gedacht.<br />

Bei der Verkehrsanbindung wurde von mehreren Brückenverbindungen ausgegangen - vom Fischplatz<br />

(Neue Brücke - um diese Zeit wurde mit ihrem Bau bereits begonnen), vom Šafárikplatz<br />

(Alte Brücke) und von der Verlängerung der Košická Str. (die heutige fünfte Brücke, Anm.), welche<br />

gleich wie die Alte Brücke auch für Straßenbahnen befahrbar gemacht werden sollte. Diese drei<br />

Brücken sollten vor allem dem innerstädtischen Verkehr dienen, für den übergeordneten Verkehr<br />

wurden die Lafranconi Brücke und die Brücke der Dukla-Helden geplant (beide wurden in den 90er<br />

Jahren gebaut, Anm.).<br />

Der Grünraumgestaltung wurde eine außergewöhnliche Bedeutung in der Ausschreibung zugeschrieben.<br />

Es wurde verlangt, den Janko Kráľ Park am Donauufer zu erhalten, die Auswirkungen<br />

des Verkehrs für die Parklandschaft zu minimieren, und das natürliche Erscheinungsbild der Auwälder<br />

zu erhalten.<br />

Graphische Darstellungen der städtebaulichen Kompositionen sollten im Maßstab 1:10000 vorge-<br />

Územie vymedzené na riešenie tokom Dunaja a navrhovaným obtokovým kanálom malo 1.806<br />

ha a bolo vlastne budúcim ostrovom, nakoľko podľa súdobej koncepcie ochrany Bratislavy proti<br />

tisícročným vodám sa preferoval tento princíp zábezpeky nielen Petržalky, ale celej Bratislavy.<br />

Program vyžadoval riešiť obytné územie pre 140 000 obyvateľov s priemerom 45 m 2 obytnej<br />

plochy a 3,12 miestnosťami na 1 byt, komplexnú občiansku vybavenosť, Fakultu fyzikálnej chémie<br />

SVŠT pre 5.000 poslucháčov a internátmi pre 75-80% študentov na ploche 30 ha, Výskumný<br />

ústav ČSAV na 10-15 ha, Park kultúry so stálym cirkusom, výstavište na ploche 30-40 ha,<br />

telovýchovné a športové zariadenie celomestského významu so štadiónom pre 60-70 000 divákov,<br />

kúpalisko, vodácke a veslárske dráhy, dostihovú dráhu, motel, autocamping a cintorín na rozlohe<br />

cca 25 ha.<br />

Dopravné napojenie sa predpokladalo viacerými mostami - z Rybného námestia, ktorého výstavba<br />

sa v ťych časoch už začala, zo Šafárikovho námestia po jeho prebudovaní a využití aj pre linky<br />

električiek v pokračovaní Košickej ulice rovnako spojazdneného aj pre elektricky. Tieto mosty mali<br />

slúžiť predovšetkým vnútromestskej doprave a pre cestnú dopravu navrhovali Lafranconi a dnešný<br />

diaľnično-železničný most Hrdinov Dukly.<br />

Riešeniu zelene a vodných plôch venovali súťažné podmienky mimoriadnu pozornosť. Požadovalo sa<br />

zachovať Sad Janka Kráľa, minimalizovať porušenie parkovej zelene dopravou a zachovať prírodný<br />

ráz lesných masívov.<br />

Grafické vyjadrenia ideovej urbanistickej kompozície sa malo spracovať v mierke 1:10.000, územný<br />

plán v mierke 1:5.000 a v rovnakej mierke sa vyžadoval model. 7 členná medzinárodná porota<br />

v zložení A. Gutton - Francúzko, A. Ling - V.Británia, E. Rovnikov - Juhoslávia, V. A. Škvarikov<br />

- ZSSR. Domácich porotcov reprezentovali: E. Hruško, Z. Chlup a Š. Svetko. Náhradníkmi boli G.<br />

Astengo - Taliansko a domáci D. Kadro a J Štetín.<br />

Abb.: Wettbewerbsentwurf: S. Yamane, D. Ogura, Y.<br />

Ogura, M. Miyakawa, H. Taniguchi, J. Omuma,<br />

O. Myoiyo, T. Hongo - Tokio,<br />

Quellennachweis: Projekt 4/91, S.45<br />

27. júna 1967 porota prišla k záveru, že žiaden návrh nespĺňa kvalitatívne hľadiská a požiadavky<br />

PETRŽALKA<br />

39


legt werden, die Bebauungsstudie und das Modell im Maßstab 1:5000.<br />

Die internationale Jury bestand aus 7 Mitgliedern:<br />

A. Gutton - Frankreich, A. Ling - GB, E. Rovnikov - Jugoslawien, V. A. Škvarikov - ZSSR.<br />

Die heimischen Juroren waren: E. Hruško, Z. Chlup und Š. Svetko.<br />

Die Ersatzjuroren waren: G. Astengo - Italien und die heimische Vertretung D. Kadro a J Štetín.<br />

Abb.: Wettbewerbsentwurf: K. Typovský, J. Nováček, V.<br />

Adamec - Olomouc<br />

Quellennachweis: Projekt 4/91, S.46<br />

Am 27. Juni 1967 kam die Jury zu dem Konsens, dass keiner der abgegebenen Entwürfe die<br />

qualitativen Anforderungen der Ausschreibung in einem Maß trifft, dass es möglich wäre, den<br />

ersten oder zweiten Platz zu vergeben. Die Jury einigte sich einstimmig darauf, die Summe der<br />

Preisgelder, die für den 1.-3. Platz gedacht waren, zusammenzulegen, und die daraus resultierende<br />

Endsumme in der Höhe von 200.000 Kčs an fünf Teilnehmer gleichmäßig zu je 40.000 Kčs<br />

zu vergeben. Nach dem gleichen Prinzip wurde das Anerkennungsgeld in der Höhe von 80.000 Kčs<br />

in sechs gleichen Teilen für sechs Anerkennungen vergeben.<br />

Die dritten ex aequo Preise erhielten folgende Projektverfasser:<br />

T.Alexy, J.Kavan, F.Trnkus - Bratislava<br />

K. Typovský, J. Nováček, V. Adamec - Olomouc<br />

S. Yamane, D. Ogura, Y. Ogura, M. Miyakawa, H. Taniguchi, J. Omuma, O. Myoiyo, T. Hongo - Tokyo<br />

G.B. Russel, A. Jemric und Mitarbeiter: J. Mc Kewan Jr., L. Paxton – Los Angeles<br />

R. Reiner, A. Arzberger, H. Karen - Wien<br />

Unter den Anerkennungen waren 2 heimische Projektgruppen und je eine aus der BRD, Jugoslawien,<br />

Frankreich und der Sowjetunion.<br />

Das Resume und die Empfehlungen der Jury sind noch heute interessant, deswegen geben wir sie<br />

in exaktem Wortlaut wieder:<br />

„Die Jury stellt fest, dass die Initiative der Ausschreibenden durch die Ergebnisse des Wettbewerbs<br />

gerechtfertigt wurde, und dass das Ziel des Wettbewerbs erfüllt wurde. Das Ideengut,<br />

das die preisgekrönten und anerkannten Projekte liefern, ist eine wertvolle Inspirationsquelle für<br />

súťažných podmienok do takej miery aby bolo možné udeliť I. alebo II. cenu a jednomyseľne sa<br />

zhodla spojiť celkovú sumu určenú pre prvú, druhú a tretiu cenu a celkovú cenu 200 tis Kčs<br />

rovnako rozdeliť na udelenie 5 cien po 40 tis Kčs. Rovnako sumu Kčs 80.000 určenú na odmeny<br />

rozdeliť na 6 rovnakých odmien po Kčs 10.000.<br />

Tretie ceny ex aquo obdržali kolektívy autorov:<br />

T.Alexy, J.Kavan, F.Trnkus - Bratislava<br />

K. Typovský, J. Nováček, V. Adamec - Olomouc<br />

S. Yamane, D. Ogura, Y. Ogura, M. Miyakawa, H. Taniguchi, J. Omuma, O. Myoiyo, T. Hongo - Tokio<br />

G.B. Russel, A. Jemric a spolupracovníci: J. Mc Kewan Jr., L. Paxton – Los Angeles<br />

R. Reiner, A. Arzberger, H. Karen - Wien<br />

Medzi odmenenými boli dva kolektívy z našej republiky, jeden zo SRN, Juhoslávie, Francúzka a<br />

ZSSR.<br />

Závery a odporúčania poroty nie sú nezaujímavé ani v súčastnosti a preto je vhodné ich uviesť v<br />

doslovnom znení:<br />

Porota konštatuje, že iniciatíva organizátorov vypísať súťaž bola celkom opodstatnená a cieľ<br />

súťaže sa splnil. Idey obsiahnuté v ocenených a odmenených návrhoch sú cenným prameňom<br />

inšpirácií pre prípravu výstavyby obvodu Petržalka.<br />

Najmä čo sa týka:<br />

1. Potreby dosiahnuť úzky vzťah medzi jestvujúcim mestom a jeho rozšírení na juh od Dunaja.<br />

2. Dôležitosti zachovať a zvýrazniť jesvujúce krajinné kvality územia<br />

3. Príležitosť rozvinúť vodné toky ako základné prvky návrhu výstavby<br />

4. Požiadavky vyhnúť sa strnulým pravouhlým, lineárnym riešeniam, ktoré príliš zdôrazňujú<br />

teóriu alebo monumentalitu na úkor prirodzenosti krajiny a ľudskej mierky<br />

5. Potreby integrácie všetkých väčších funkčných prvkov plánu do súhrnného celku:<br />

40<br />

PETRŽALKA


die Vorbereitungen der Errichtung von Petržalka.<br />

Vor allem in<br />

1. der Notwendigkeit der Herstellung einer engen Beziehung zwischen der jetzigen Stadt und<br />

ihrer<br />

Verbreitung in das Gebiet südlich der Donau.<br />

2. der Wichtigkeit der Erhaltung und Betonung der jetzigen umweltbezogenen Qualität des<br />

Gebiets.<br />

3. der Gelegenheit der Entwicklung der alten Donauarme als Basiselemente des Gestaltungsprinzips<br />

für die neue Bebauung.<br />

4. der Forderung, von rechtwinkeligen linearen starren Formen abzuweichen, da diese Förmlichkeit<br />

und Monumentalität der Natürlichkeit der Landschaft und dem Menschenmaß<br />

vorziehen würden.<br />

5. der Notwendigkeit der Integration aller größeren Funktionselemente in ein Gesamtkonzept.<br />

6. der Möglichkeit der flexiblen Bebauung, und das auch im Detail, damit sie die späteren<br />

Änderungen und das spätere Wachstum berücksichtigen kann.<br />

7. der absoluten Wichtigkeit der Gestaltung einer solchen Umwelt, in der die Bewohner als<br />

Individuen, aber auch als Mitglieder der Gesellschaft das Gefühl bekommen, dass Ihren<br />

Bedürfnissen und Ansprüchen stattgegeben wurde.<br />

Die Jury hat sich außerdem mit folgenden besonderen Aspekten befasst:<br />

Für den städtischen Hochwasserschutz wurde die Lösung bevorzugt, welche eine Erweiterung<br />

und Vertiefung des jetzigen Donauflussbettes einplant, entgegen der Erbauung des umfließenden<br />

Donaukanals, da dieser sich als unwirtschaftlich und zugleich entwicklungshemmend für den neuen<br />

Stadtteil erweist. Die Wohneinheiten sollten verschieden in ihrer Form und Raumaufteilung sein,<br />

damit die Bewohner ein breites Spektrum an Auswahl haben. Deswegen sollte ihre Komposition<br />

Änderungen im Detail, in ihrer Art und architektonischen Gestalt ermöglichen, und damit eine<br />

lebendige Umwelt schaffen. Es ist unabdingbar, den Landschaftscharakter des Gebiets zu schützen.“<br />

Quellennachweis: <strong>Architektur</strong>zeitschrift PROJEKT, 6/90, S.41-43<br />

Abb.: Wettbewerbsentwurf: K. Typovský, J. Nováček,<br />

V. Adamec - Olomouc, Quellennachweis: Projekt 4/91,<br />

S.46<br />

6. Možnosť flexibility zástavby a to aj v detailoch, aby umožnila zmeny a rast plánu<br />

7. Vrcholnej dôležitosti utvoriť také životné prostredie, v ktorom obyvatelia, ako jednotlivci<br />

i ako členovia spoločnosti budú cítiť, že sa ich potrebám vyhovelo optimálne a<br />

obrazotvorným spôsobom<br />

Porota sa ďalej zaoberala aj niektorými osobitými aspektami, z ktorých je vhodné spomenúť aspoň<br />

niektoré:<br />

Pre ochranu mesta proti veľkým vodám uprednostnila rozšírenie a prehĺbenie riečneho koryta pred<br />

výstavbou obtokového kanála, ktorý by bol nehospodárny a obmedzil by výstavbu nového obvodu.<br />

Koncepcia nového obvodu by nemala byť strnulá, aby nezabraňovala zmenám, ktoré môžu vyvolať<br />

meniace sa potreby obyvateľstva. Bytové jednotky by mali byť rozmanité vo forme i skladbe aby<br />

používatelia mali široký výber a preto ich kompozícia by mala umožniť zmeny v detaile, v povahe,<br />

primeranosti v architektonickom výraze a tým poskytnúť obyvateľom živé ľudské prostredie. Je<br />

nevyhnuteľné chrániť prírodný charakter územia."<br />

Zdroj: Architektonický časopis PROJEKT, 6/90, s.41-43<br />

REVIEW +15<br />

V novembri 1988 sa uskutočnilo diskusné fórum na tému Petržalka. Diskutovali architekti, ktorí<br />

už v 60tych rokoch stáli pri jej zrode a s odstupom pätnástich rokov bilancovali preibeh a výsledok<br />

výstavby: (krátené)<br />

PAVOL MRÁZEK: „... V Petržalke je dnes podľa môjho názoru vybudovaného len asi<br />

tridsať percent toho, čo je možné umiestniť na jej území. Ešte aj dnes je to „mesto budúcnosti”.<br />

Nesnažme sa hľadať koniec urbanizácie, akýsi fiktívny cieľ, keď raz už všetko bude a konečne<br />

nebude potrebné stavať ďalej. …”<br />

ŠTEFAN SVETKO (vtedajší hlavný architekt Bratislavy): „...Keby vtedy nebol býval<br />

primátorom architekt, ťažko by sa táto súťaž bola presadzovala. Uvedomte si, že išlo o prvú<br />

PETRŽALKA<br />

41


Abb.: Yuri Dojč: Blick auf Petržalka von der Burg,<br />

Ausschnitt<br />

Quellennachweis: Bratislava by the Backdoor 1918-<br />

2005; Hrsg. Fotofoto and the Central European House<br />

of Photography, Bratislava, Slovakia 2005<br />

REVIEW +15<br />

Im November 1988 wurde ein Diskussionsforum zum Thema Petržalka ins Leben gerufen.<br />

Es diskutierten Architekten, die in den 60er Jahren die Entstehungsgeschichte von Petržalka<br />

mitverfolgt haben, bzw. an ihrer Entstehungsgeschichte sogar teilgehabt haben. Mit einem Abstand<br />

von 15 Jahren haben sie die Abwicklung und das Ergebnis des Baus bilanziert (gekürzt):<br />

PAVOL MRÁZEK: „... In Petržalka wurden meiner Meinung nach nur ca. 30 Prozent davon<br />

gebaut, was möglich ist, auf dem Gebiet zu bauen. Heute noch ist es eine „Stadt der Zukunft“.<br />

Hören wir auf, das Ende der Urbanisierung zu suchen, irgendein fiktives Ziel, wann es alles schon<br />

geben wird und es endlich nicht mehr nötig wird, weiterzubauen...“<br />

ŠTEFAN SVETKO (damaliger Hauptarchitekt von Bratislava): „... Wenn damals der Bürgermeister<br />

kein Architekt gewesen wäre, wäre es sehr schwierig gewesen, so einen Wettbewerb<br />

durchzusetzen. Werden Sie sich bewusst, dass es sich damals um den ersten internationalen<br />

Wettbewerb nach dem Krieg, um den vierten Wettbewerb dieses Ethnikums handelte. Die Notwendigkeit<br />

der Änderung der damaligen Praxis war sehr dringend. Nur so war es möglich, all<br />

die Hindernisse, die mit der Ausschreibung des Wettbewerbs zusammenhingen zu überwinden.<br />

Selbstverständlich, mit dem Abstand der Zeit kommt es mir vor, dass die Ergebnisse des Wettbewerbs<br />

viel zu stark idealisiert worden sind. In der Zeit ihrer Bewertung waren die Vorstellungen<br />

darüber, was der Wettbewerb gebracht hat, nüchterner. Sicherlich, er hat sein Ziel erreicht,<br />

er hat eine Schar an Lösungsansätzen geboten. Doch wie Sie selbst am besten wissen, die<br />

Ergebnisse des Wettbewerbs haben keine eindeutige Entwicklung gehabt, und der Schluss war<br />

etwas verlegen. Heute wird gesagt, dass wir „die phantastischen Ergebnisse des Wettbewerbs<br />

weggeworfen haben, und was anderes hingebaut haben“. Das lehne ich ab, und behaupte, dass es<br />

nicht stimmt. Wenn ich heute daran zurückdenke glaube ich, dass es sinnlos ist, darüber zu diskutieren,<br />

ob der Zugang der Autoren der Richtige war. Wesentlich ist eher, ob wir als architektonische<br />

Gemeinde alle Mittel verwendet haben, um die <strong>Architektur</strong> von den Fesseln zu befreien, die<br />

so tragisch in Petržalka zum Vorschein gekommen sind, und ob wir in irgendeiner Art und Weise<br />

medzinárodnú súťaž po vojne, o štvrtú takúto súťaž v dejinách tohto etnika a že impulz na jej<br />

vypísanie musel byť ohromne silný; bola to práve potreba zmeny dovtedajšej praxe, a musela byť<br />

veľmi nástojčivá. Jedine tak bolo možné prekonať všetky tie útrapy okolo vypísania súťaže na<br />

Petržalku. Samozrejme, s odstupom času sa mi zdá, že výsledky súťaže boli príliš idealizované.<br />

V čase jej vyhodnocovania neboli až také ideálne predstavy o tom, čo priniesla. Isteže, splnila<br />

svoj účel, priniesla ohromnú rozvrstvenosť názorov na riešenie problematiky. Ale ako sami dobre<br />

viete, výsledky súťaže sa neuberali ďalej dosť jednoznačne, a napokon vyzneli dosť rozpačito.<br />

Dnes sa povráva „zahodili sme výsledky súťaže, ktoré boli fantastické, a postavili sme čosi<br />

iné”. To odmietam a tvrdím, že to vcelku nie je pravda. Keď na to dnes hľadím, myslím si, že je<br />

naprosto zbytočné diskutovať o tom. Či bol prístup autorov správny. Podstatnejšie je to, či sme<br />

ako obec architektov využili všetky možnosti, aby sme architektúru oslobodili od tých pút, ktoré<br />

sa tak tragicky prejavili v Petržalke. Či sme nejakým spôsobom pôsobili na základnú problematiku<br />

národohospodárskeho plánovania a na postup, ktorý nezdeformoval len Petržalku... Vo svojich<br />

archívoch som našiel materiál, ktorý bol v júni 1969 odoslaný Zväzom slovenských architektov<br />

slovenským štátnym a straníckym orgánom; avizoval obavy z nebezpečenstva, že ak sa nezmenia<br />

podmienky pre realizáciu Petržalky, ak nebudú diametrálne odlišné od podmienok, v akých sa<br />

realizujú iné naše sídliská, nie je možné očakávať priaznivý výsledok. Napokon sme podľa mňa<br />

vyprázdnili priestor a normou sa nám stalo to, čo si určoval dodávateľ. …”<br />

MILAN HLADKÝ (architekt, vtedajší primátor Bratislavy): „... Stáli sme kedysi pri<br />

vzniku územného plánu a uvítali sme šancu dotvoriť Bratislavu „na 360 stupňov” vejárom sídlisk a<br />

orientovať ju tak na Dunaj. So zreteľom na to je územie za Dunajom veľmi cenné. Isteže, zatiaľ je<br />

Petržalka viac zlá než dobrá, ale v mnohom sú to ešte nedostatky nedokončeného mesta. Buďme<br />

teda realistickí a dotvorme pôvodnú koncepciu. …”<br />

ŠTEFAN SVETKO: „..Koncepciu budúceho vývoja Petržalky nemožno vidieť odtrhnuto<br />

od koncepcie rozvoja mesta, jedine v súvislosti s jeho prognózou, s jeho prestavbou. Ak ideme<br />

42<br />

PETRŽALKA


Einfluss auf die Grundproblematik der nationalwirtschaftlichen Planung und den Vorgang, der nicht<br />

nur Petržalka deformierte, ausüben konnten... In meinem Archiv habe ich ein Dokument gefunden,<br />

welches im Juni 1969 von dem Slowakischen Architektenverband an die slowakischen Regierungsund<br />

Parteiorgane geschickt worden ist, in dem darauf aufmerksam gemacht wird, dass falls sich<br />

die Bedingungen für die Realisierung von Petržalka nicht ändern, falls sie nicht unter diametral<br />

anderen Bedingungen realisiert wird als unsere anderen Siedlungen, es unmöglich ist, ein positives<br />

Ergebnis zu erwarten. Schlussendlich haben wir, meiner Meinung nach, den Raum geräumt<br />

und der Wille des Bauherrs wurde zur Norm. …”<br />

MILAN HLADKÝ (Architekt, damaliger Bürgermeister von Bratislava): „... Wir sind damals<br />

bei der Entwicklung der Bebauungsstudie gestanden und wir haben die Chance, Bratislava mit<br />

einem Fächer von Siedlungen zu einer „360° Stadt“ zu machen, und sie somit zur Donau zu orientieren,<br />

willkommengeheißen - mit dem Hauptaugenmerk auf das wertvolle Gebiet hinter der Donau.<br />

Sicher, Petržalka ist mehr schlecht als recht, doch in vielen Bereichen sind das noch die Mängel<br />

der unfertigen Stadt. Seien wir also realistisch, und vollenden wir das ursprüngliche Konzept...“<br />

ŠTEFAN SVETKO: „... Das Konzept der zukünftigen Entwicklung von Petržalka kann man<br />

nicht getrennt vom Entwicklungskonzept der Stadt sehen. Nur in Verbindung mit ihrer Prognose,<br />

ihrem Umbau. Wenn wir die Stadt restrukturalisieren wollen, dann ist die Forderung umso mehr<br />

auf diesem Torso, welcher danach ruft, zusammengefügt zu werden. Petržalka muss ihr Grundgerüst<br />

individuell ergänzen, und braucht keine Anhäufung neuer Panelvolumen, wie der jetzige Druck<br />

es verlangt. ...“<br />

JOZEF CHOVANEC (Autor des jetzigen Petržalka-Entwurfes): „Ich bin bloß der Autor des<br />

städtebaulichen Konzeptes. Denn nach dem Jahr 75 habe ich mich nicht mehr an der Endlösung<br />

beteiligt. Auf Grund mehrerer Gründe wurde damals ein Konzept entwickelt, welches wir damals<br />

„stadtbildend“ genannt haben. Das Konzept beruhte auf der Idee einer städtischen Hauptstraße,<br />

auf welcher schallschützende Häuserreihen entstehen sollten (eigentlich stehen sie dort - in<br />

einer absolut ruhigen Umgebung). Dadurch, dass man in der erste Phase in „Háje“ (Petržalka hat<br />

3 „Hauptbezirke“: „Háje“ - Haine, „Dvory“ - Höfe, „Lúky“ - Wiesen, Anm.) diese Hauptstraße nicht<br />

Abb.: Yuri Dojč: Blick auf Petržalka von der Burg,<br />

Ausschnitt<br />

Quellennachweis: Bratislava by the Backdoor 1918-<br />

2005; Hrsg. Fotofoto and the Central European House<br />

of Photography, Bratislava, Slovakia 2005<br />

mesto reštrukturalizovať, tým viac platí táto požiadavka na toto torzo, ktoré sa žiada dávať<br />

dokopy. Petržalka potrebuje obohacovať základnú kostru individualizovanými doplnkami, a nie ďalším<br />

vřšením panelových hmôt, ako núti súčasný tlak. …”<br />

JOZEF CHOVANEC (projektant terajšieho návrhu Petržalky): „Ja som autorom<br />

urbanistickej koncepcie. Lebo od sedemdesiateho piateho roku som sa už nezúčastňoval na<br />

výslednom riešení. Z viacerých dôvodov vznikla kedysi koncepcia, ktorú sme vtedy nazývali<br />

mestotvorná. Vychádzala z budovania hlavnej mestskej triedy, na ktorej mali stáť - a vlastne stoja<br />

(dnes v absolútnom pokoji naokolo) bariérové hlukové domy. Tým, že sa v prvej etape v Hájoch táto<br />

mestská trieda nepostavila, či už pre šetrenie alebo pre rozchod s pôvodnou koncepciou, došlo k<br />

orientačnému zmätku, lebo nie je jasné, kde je orientácia k verejným funkciám a kde do pokojných<br />

zelených priestorov. Nepomohlo ani riešenie Lúk, lebo to sa odklonilo od koncepcie zasa v inej<br />

veci, a to v tom, že hustota zástavby mala stúpať smerom k hlavnej mestskej triede, nemala byť<br />

rovnomerná na celom území. Lúky znamenali teda už úplný odklon. Neviem, ako pochodí ten, kto<br />

raz bude skúmať históriu, aby kritizoval a hodnotil. Jediný, možno posledný materiál podrobného<br />

územného plánu, ako to malo byť, mám azda už iba ja vo svojom pivničnom archíve. Kedysi nám<br />

išlo o koncepciu, ktorá mala odlíšiť dnešné bratislavské sídliská od sídliska na petržalskej strane.<br />

Mnohokrát som zdôrazňoval podmienky, za akých sa to dá uskutočniť. Predovšetkým tú, že<br />

Petržalka, i keď bude rásť etapovite, musí rásť spolu so svojou chrbtovou kosťou, t.j. s hlavnou<br />

mestskou triedou. Táto podmienka sa nesplnila. Tak sa rozpadla pôvodná dopravná koncepcia, a<br />

to je najťažšia rana, akú Petržalka dostala. Zmizla pôvodná hierarchia komunikácií, stratila sa<br />

hierarchia verejných a vnútroblokových priestorov. A aj v ďalšom období sa spomenutá koncepcia<br />

hrubo porušovala tendenciou „byty, byty...”. Pritom sme mali k dispozícii len tri sekcie, ktoré<br />

vybral národný výbor pre túto výstavbu z produkcie panelární. Deformácie, ktoré som predvídal<br />

a kompromisy ma viedli k tomu, že som sa napokon musel vzdať tejto práce. Nevedel som to<br />

zdravotne ani silami zvládnuť, ten boj. Sú to vážne veci, pred ktorými stojí ďalšia generácia. Na<br />

PETRŽALKA<br />

43


Abb.: Yuri Dojč: Blick auf Petržalka von der Burg,<br />

Ausschnitt<br />

Quellennachweis: Bratislava by the Backdoor 1918-<br />

2005; Hrsg. Fotofoto and the Central European House<br />

of Photography, Bratislava, Slovakia 2005<br />

gebaut hat, ob aus wirtschaftlichen Gründen, oder wegen der Konzeptänderung, kam es zu einem<br />

Orientierungschaos, da es nicht mehr klar ist, wo die Orientierung zu den öffentlichen Funktionen<br />

ist, und wo die zu ruhigen Grünflächen. Die Lösung von „Lúky“ hat auch keine Verbesserung gebracht,<br />

da es hier eine weitere Konzeptänderung gab, und zwar die, dass die Verdichtung Richtung<br />

Hauptstraße stattfinden sollte. Es war keine gleichmäßige Bebauung auf dem Gebiet vorgesehen.<br />

In „Lúky“ hat also eine absolute Abwendung vom Grundkonzept stattgefunden.<br />

Der einzige, vielleicht der letzte, detaillierte Bebauungsplan des damaligen Konzepts befindet<br />

sich in meinem Keller. Früher haben wir mit unserem Konzept versucht, die Siedlung in Petržalka<br />

von den anderen Siedlungen in Bratislava zu unterscheiden. Oft habe ich die Grundsätze wiederholt,<br />

unter Einhaltung derer dies geschehen sollte, vor allem die Wichtigkeit der Errichtung der<br />

Hauptstraße, die das Rückgrat der Siedlung bilden sollte. Selbst wenn Petržalka in mehreren<br />

Phasen wachsen sollte, sollte sie sich entlang und mit dieser Achse entwickeln. Dieses Konzept<br />

wurde nie verwirklicht. So ist das ganze Infrastruktursystem zusammengebrochen, was den<br />

härtesten Schlag für Petržalka darstellte. Es verschwand die Hierarchie des Kommunikationssystems<br />

und der öffentlichen und halböffentlichen Räume. Auch die darauf folgende Zeit hat nur ein<br />

einziges Konzept verfolgt: „Wohnungen, Wohnungen..“. Dabei hatten wir nur drei Varianten, die<br />

der Nationalausschuss von der Panelproduktion für diesen Bau ausgesucht hat, zur Verfügung.<br />

Deformationen und Kompromisse, welche ich nicht vorhersehen konnte, führten zu meinem Abtritt.<br />

Ich konnte diesen Kampf weder körperlich noch psychisch aushalten. Es sind ernste Probleme,<br />

vor denen die nächste Generation steht. Alle offiziellen Entwicklungsprognosen sollte man<br />

mit realistischen Augen betrachten, und stets auf ihre Erfüllbarkeit überprüfen.”<br />

TIBOR ALEXY (Autor eines prämierten Wettbewerbbeitrags): „Nach dem großen Anfang,<br />

nach dem internationalen Wettbewerb, haben wir schlussendlich versagt. Mit den gelieferten<br />

Impulsen hätten wir uns wissenschaftlich auseinandersetzen sollen, sie analysieren, deren sachliche<br />

und konkrete Empfehlungen in das Gestaltungskonzept einfließen lassen müssen.<br />

Doch das war nicht der Fall. Nach dem Wettbewerb hat Bratislava den Weg eines einzelnen Konzeptes<br />

verfolgt. Wir hätten mindestens drei bis vier Konzepte haben sollen, welche wir gegensei-<br />

všetky oficiálne prognózy rozvoja treba hľadieť reálnymi očami a dávať si kontrolné otázky, či<br />

môžu byť splnené a v akej miere.”<br />

TIBOR ALEXY (jeden z autorov oceného projektu v súťaži): „Po tom tom veľkom<br />

prvopočiatku, po medzinárodnej súťaži, sme nakoniec zlyhali. Impulzy, ktoré priniesla, sa mali<br />

vedecky prehodnotiť, analyzovať, mali sme z nich vybrať všetky vecné, reálne a konkrétne podnety,<br />

a tie sme malí preniesť do koncepcie tvorby. Nestalo sa tak. Po uzavretí súťaže išla Bratislava<br />

svojou vlastnou cestou - cestou jedinej koncepcie. Mali sme mať minimálne tri-štyri koncepty,<br />

ktoré by sa vzájomne konfrontovali. Stratila sa možnosť komplexne zhodnotiť výsledky súťaže. …”<br />

MILAN STRAPEC: „... Čo ja osobne vyčítam Petržalke? V podstate je to tá<br />

monotónnosť obrovského sídliska, to, že sa tam nepodarilo pouzatvárať priestory, vytvoriť ľudskú<br />

mierku, ktorá by pomohla identifikovať námestie, ulicu, akýkoľvek človekom ľahko obsiahnutý<br />

priestor. Tieto veci sa iste dajú dotvoriť. Čiže prvým naším cieľom by malo byť štúdium tohto<br />

problému - problému dotvorenia dnešného základu.. ”<br />

DUŠAN KUZMA: „... Tým, že sa vypísala medzinárodná súťaž, nastolilo sa kritérium<br />

maximálnej kvality. A toto kritérium sa malo využiť aj na stavebnú výrobu. Bol som svedkom<br />

rozličných diskusií, kde sa hovorilo, že by si Petržalka zaslúžila v jednotlivých štvrtiach vlastné<br />

výrobné polygóny nie jedného, ale niekoľkých závodov. Mnohorakosť bytových objektov by sa<br />

tak bola dostala do inej polohy. Súhlasím so Štefanom Svetkom, že architekti vtedy vyprázdnili<br />

pole dané tou vysokou latkou. Dalo sa predsa pokračovať tak, že by súťaž bola doznievala od<br />

počiatočnej veľkorysosti až do realizácie. To sa prepáslo. Čo dalej? Predovšetkým treba Petržalku<br />

dobudovať. A jednoznačne treba odmietnuť, aby sa nové realizácie, a nielen v Petržalke, robili<br />

touto primitivnou technikou a primitívnou ekonómiou, ktorá zvádza k podpriemernosti a stavbárov<br />

aj architektov strháva na úroveň ľudí, ktorí nevedia rozmýšľať nemajú tvorivý náboj a rezignujú na<br />

svoju profesiu. ...”<br />

MATÚŠ DULLA: „...mám obavy z toho, že sme si z toho urobili kult - kult veľkých ideí a<br />

44<br />

PETRŽALKA


tig konfrontieren könnten. Wir haben die Möglichkeit verloren, das Ideengut des <strong>Wettbewerbe</strong>s<br />

komplex zu verwerten. …”<br />

MILAN STRAPEC: „... Was ich persönlich an Petržalka beanstande? Die Monumentalität<br />

der Riesensiedlung, das, dass dort das Abgrenzen von Räumen misslungen ist, das fehlende<br />

Menschenmaß, welches helfen würde, einen Platz, eine Straße, egal welchen von einem Menschen<br />

erfassbaren Raum zu identifizieren. All diese Mängel kann man aber durch Gestaltung noch aufheben.<br />

Unser oberstes Ziel sollte das Studium dieser Aufgabe sein - der Aufgabe der Gestaltung<br />

der heutigen Basis. ...”<br />

DUŠAN KUZMA: „... Der internationale Wettbewerb hat das Kriterium der maximalen Qualität<br />

aufgetischt. Und dieses Kriterium sollte gleichermaßen auch bei der Ausführung angewendet<br />

werden. Ich war Zeuge verschiedener Diskussionen, wo man dafür plädiert hat, mehrere Generalunternehmer<br />

zu engagieren. Die Vielfältigkeit der Wohneinheiten würde eine andere Dimension<br />

bekommen. Ich stimme Štefan Svetko zu, dass die Architekten damals das Schlachtfeld, gegeben<br />

durch die hohen Qualitätskriterien, geräumt haben. Man hätte doch die Großzügigkeit des Wettbewerbs<br />

bis zur Realisierung durchbringen können. Das haben wir verpasst. Was nun? Vor allem<br />

sollte man Petržalka fertigbauen. Und kategorisch ablehnen, dass neue Bauvorhaben, und zwar<br />

nicht nur in Petržalka, in dieser primitiven Technik und in dieser primitiven Wirtschaftlichkeit realisiert<br />

werden, welche zu einer Unterdurchschnittlichkeit verleitet, und sowohl die Bauingeneure<br />

als auch die Architekten zu einer Menschenmasse degradiert, die weder denken noch gestalten<br />

kann, und somit in ihrer Profession resigniert. ...”<br />

MATÚŠ DULLA: „...ich befürchte, dass wir daraus einen Kult gemacht haben - einen Kult<br />

der großen Ideen und utopischen Konzepte...”<br />

PAVOL MRÁZEK: „... Ich glaube, wir sollten uns von der Vorstellung lösen, Petržalka global<br />

fertigzugestalten. Ich glaube eher daran, dass sie einmal zusammenwächst, den Weg einer ungesteuerten,<br />

freien Entwicklung geht. Es wird kleine Investitionsvolumen geben, kleine Eingriffe. Das<br />

globale System hat es schon gegeben, und das wird nicht mehr kommen. Dieses Konzept steht im<br />

Kontrast zu den „großen“ Planungsvorhaben, welche wir bereits kennen. Die Änderung des Inves-<br />

Abb.: Petržalka<br />

Quellennachweis: www.mediapress.sk<br />

utopických koncepcií...”<br />

PAVOL MRÁZEK: „... Myslím si, že treba opustiť predstavu o nejakom globálnom<br />

dotvorení Petržalky. Tu predstavu nik nevytvorí. Aktuálna je podľa mňa taká situácia, že<br />

Petržalka jednoducho globálne „zrastie“, bude sa vyvíjať živelne. Budú malé investičné vklady,<br />

budú drobné akcie... Globálny systém už bol, ten už nebude. Túto koncepciu považujem za<br />

kontrastnú k „veľkým“ koncepciám, ktoré tu boli. Zmena investičného procesu - to je vlastne<br />

spoločenská objednávka, a tá sa dnes začína skutočne dosť vážne meniť. Ale nie preto, žeby<br />

to chceli architekti, lež preto, že stará jednoducho nie je aktuálna. Život prinesie inú kvalitu<br />

- individualizáciu, pestrosť (lebo na realizácii sa bude zúčastňovať veľa subjektov). A myslím si,<br />

že týmto spôsobom - stačilo by preň vypracovať univerzálny zastavovací koncept ako podklad pre<br />

národný výbor - možno sa dospeje k tomu, že sa konečne vytvorí artikulovaná zväzujúca sústava<br />

územia, ktorá nám dnes na ňom chýba. Veď skutočne, Petržalke chýba hlava, nie je tam hlavná<br />

ulica. Neviem, prečo sa začalo stavať ináč, taká bola doba (možno zlepšovák), ale keby dnes tá<br />

hlavná trieda existovala, tak by sme vedeli: takto sa ide do Petržalky, toto je doľava, toto doprava<br />

a začali by sa vytvárať aj tie spomínané priečne osi. Keby tam bola tá cesta, nehovorili by sme o<br />

torze, ale o istom stupni urbanizácie....”<br />

TIBOR ALEXY: „..Úplne chápem Mrázkov postoj, že živelnosť, intuitívnosť, voľnosť môžu<br />

vniesť do vývoja iné tendencie, iné urbanizačné výstupy. Ale nemyslím si, že budeme postupovať<br />

takto... Ja rozumiem, čo chcete povedať, že ide o drobné veci. My teraz jednoducho v reakcii na<br />

tie veľké, gigantické štruktúry a sústavy, ktoré sme formulovali, stavali, a dnes v nich dokonca<br />

musíme aj byvat, prechádzame do druhej krajnosti. Podstata nie je vo veľkosti. Jedinou cestou<br />

je začať v tejto dimenzii našej profesie skutočne vedecky, aby sme maximálne presne vedeli, čo<br />

je správne. V danej dobe, v daných podmienkach. Veci, ktoré sme postavili doteraz - a sú to len<br />

polovýtvory, nie sú hotové - mali by sme koncepčne domyslieť, lebo keď ich necháme trápiť sa na<br />

tej báze principiálpeho konceptu, ako sú postavené, len podporíme ich nesprávnosť. ...”<br />

PETRŽALKA<br />

45


Abb.: Petržalka<br />

titionsprozesses - das ist die gesellschaftliche Forderung. Das Leben bringt eine andere Qualität<br />

- eine Individualisierung, Vielfältigkeit, da an der Realisierung viele Subjekte beteiligt werden...<br />

Petržalka ist kopflos. Es gibt keine Hauptstraße. Ich weiß nicht, warum man damals so vorgegangen<br />

ist, vielleicht war es eine Frage der Zeit. Doch wenn wir diese Hauptstraße heute hätten,<br />

dann würden wir wissen: so kommt man nach Petržalka, das ist links, das ist rechts. Es hätten<br />

Querverbindungen gebaut werden können. Und damit hätten wir uns jetzt zumindest über eine<br />

gewisse Stufe der Urbanisierung unterhalten können, anstatt über einen Torso...”<br />

TIBOR ALEXY: „... Mrázeks Haltung kann ich vollkommen verstehen, dass ein ungesteuerter<br />

intuitiver freier Zugang für die Entwicklung zuträglich sein kann, dass er zu neuen städtebaulichen<br />

Auswirkungen führen kann. Doch ich glaube nicht, dass wir so verfahren werden. Ich<br />

verstehe, was Sie damit sagen wollen - dass es um die kleinen Eingriffe geht. Wir kommen so<br />

allerdings zu einem anderen Extrem, zu den Megastrukturen, die wir geplant und gebaut haben,<br />

und in denen wir jetzt sogar noch wohnen müssen. Das Wesen liegt nicht in der Größe. Der einzige<br />

Weg ist es, in dieser Dimension wirklich wissenschaftlich zu arbeiten, damit wir genau wissen,<br />

was richtig ist. In der konkreten Zeit, unter den konkreten Bedingungen. Dinge, die wir gebaut<br />

haben sind nur halbfertig, wir sollten sie konzeptuell zu Ende bringen, denn wenn wir sie auf der<br />

Basis des Grundkonzeptes, so wie sie gebaut sind „leiden lassen“, dann unterstützen wir nur ihre<br />

Unvollkommenheit...”<br />

MATÚŠ DULLA: „... Ich verstehe das so, dass man die Reichhaltigkeit suchen sollte - angefangen<br />

von den Großkonzepten, welche den Selbstorganisationsfaktor mitberücksichtigen. Wir<br />

sollten das richtige Verhältnis zwischen einem superidealen Konzept (und dieses nicht überbewerten,<br />

wie es am Anfang in Petržalka passiert ist), und einem Maß an Selbstorganisation finden…“<br />

JOZEF CHOVANEC: „... Heute sehe ich viele Sachen anders als damals. Ich verstehe,<br />

dass Petržalka unter dem Maß aller Konzepte liegt - dem Verkehrskonzept, dem Wohnkonzept,<br />

[...] dass der ökologische Aspekt der Proportionen entscheidend ist, und dass wir diesen etwas<br />

unterschätzt haben. Erfahrungswerte sollte man nie vergessen. Erfahrungswerte stecken so-<br />

MATÚŠ DULLA: „..Ja to chápem tak, že treba hľadať bohatosť - počnúc od veľkých<br />

koncepcií, ktoré v sebe takisto zohľadnia samoorganizujúci faktor. Slovom, mali by sme si<br />

uvedomiť mieru tej superideálnej koncepčnosti (nepreceňovať ju tak, ako sa to stalo v čase vzniku<br />

Petržalky) a mieru zastúpenia samoorganizácie. ”<br />

JOZEF CHOVANEC: „... Tiež už dnes mnohé veci vidím trochu ináč. Chápem, že<br />

Petržalka je nad mieru všetkých koncepcií - obytnej, dopravnej... Že ekologický aspekt proporcií<br />

je rozhodujúci a že sme to trocha nadsadili. Na overené hodnoty neslobodno zabúdať. Overené<br />

hodnoty sú v starších aj novších urbanistických koncepciách, vždy treba nadviazať na istý<br />

kontext, ducha, i keď vo výraze, vo forme môžeme byť už iní. A moderné a nové prostriedky by<br />

sme tiež mali používať v miere, povedal by som, ekologickej.”<br />

Zdroj: Architekti na tému: Petržalka, časopis PROJEKT, 4/91, s. 49-51<br />

REVIEW +30<br />

Posledné roky tiež výrazne zmenili tvár Petržalky. Začiatkom 90-tych rokov sa rozmohlo malé<br />

podnikanie a prišlo k „živelnému“ rozvoju malých štruktúr, ktoré v diskusii predpovedal Pavol<br />

Mrázek. V priebehu mimoriadne krátkeho času sa takmer do každého prízemného priestoru<br />

obytných blokov nasídlilo malé podnikanie. Potraviny a služby perforovali predtým nefunkčný<br />

parter. Tento boom mal za následok skolabovanie predošlého systému oblastných veľkých potravín<br />

a centier služieb. Tieto veľkopriestory sú dnes sčasti „zrenovované k smrti“ novými majiteľmi,<br />

sčasti prázdnym mementom. Petržalka strácala podobu „spacieho mesta“ a začínala žiť aj počas<br />

dňa.<br />

Blízkosť centra, ako aj veľké množstvo nezastavaných plôch, ktoré poskytovala (a ešte stále<br />

poskytuje) z nej v neskorších 90tych rokoch popri cestách urobili sklad nadrozmerných, prevažne<br />

plechových, krabíc. Pozdĺž hlavných výpadoviek začali rásť predajne automobilov, stavebnín a<br />

sklady. V roku 1999 k nim pribudli prvé krabicové hypermarkety. Tento vývoj ešte zvýrazňuje<br />

46<br />

PETRŽALKA


wohl in den älteren als auch in den neueren städtebaulichen Konzepten, man sollte stets an einen<br />

Kontext, an den genius loci anknüpfen, selbst wenn es sich in der Form und Wirkung dann anders<br />

entwickelt. Und moderne und neue Methoden sollten wir auch in einem Maß, ich würde sagen: in<br />

einem ökologischem Maß, verwenden.”<br />

Quellennachweis: Architekten zum Thema: Petržalka, <strong>Architektur</strong>zeitschrift PROJEKT, 4/91, S. 49-51<br />

REVIEW +30<br />

Die letzten Jahre zeichneten sich ebenfalls markant am Bild von Petržalka ab. Anfang der 90er<br />

Jahre erlebte das Kleinunternehmertum seine Blütezeit, und es kam zu der lebhaften, ungesteuerten<br />

Entwicklung, von der Pavol Mrázek in der Diskussionsrunde erzählt hatte. In einer<br />

besonders kurzen Zeit wurde in beinahe jedem ebenerdigen Raum eine Kleinwirtschaft betrieben.<br />

Lebensmittel und Dienstleistungen perforierten das sonst funktionslose Parterre. Dieser Boom<br />

hatte den Kollaps des früheren Systems der „Einkaufs- und Dienstleitungszentren“ zu Folge. Deren<br />

Großräumlichkeiten wurden heute teilweise von neuen Mietern „totrenoviert“, teilweise stehen<br />

sie leer. Petržalka wandelte sich von einer Schlafstadt zu einem regelrechten Stadtviertel.<br />

Die Nähe des Stadtzentrums, als auch viele unbebaute Flächen, die Petržalka bot (und immer<br />

noch bietet) wandelten sie Ende der 90er Jahre in ein Lager von überdimensionalen Blechkisten.<br />

Entlang der Ausfahrtstraßen fing man an, Autohäuser, Baumärkte und Lagerhallen zu errichten.<br />

Im Jahr 1999 kamen die ersten Box-Hypermärkte dazu. Diese Entwicklung unterstreicht nur noch<br />

die Nichtmitberücksichtigung des Menschenmaßes und wertet den Charme der Betonmonotonie<br />

mit einer industriellen Note auf.<br />

Die Hypermärkte und deren Dumpingpreise lösten den Kollaps der kleinen Parterreläden aus. Diese<br />

stellen jetzt verlassene Zeitzeugen jedes zweiten Blocks dar.<br />

Als lebendig und ungesteuert können wir auch die Entwicklung der letzten Jahre bezeichnen, wo<br />

die Bewohner das Bedürfnis artikulierten, die monotone Form- und Farbgebung durch hybride<br />

Neubauten (neue Wohnbauten, wirtschaftliche Einheiten, Kirchen...) und bunte Fassadenfarben zu<br />

diversifizieren.<br />

Ein eindeutiger Pluspunkt ist außerdem das „Heranwachsen“ des Grüns.<br />

Petržalka ist trotz ihrer widersprüchlichen Entwicklung immer noch anders als die Siedlungen der<br />

Großstädte der Welt. Die sozialen Strukturen sind immer noch durchmischt, und die Mittelschicht<br />

ist weiterhin dominant. Die Erreichbarkeit des Zentrums und der Donauarme als Freizeitangebot<br />

verleihen ihr weiteren Mehrwert.<br />

Ihre Genese ist aber dermaßen mannigfaltig, dass es schwer ist, eine Bewertung abzugeben.<br />

Bewerten kann man höchstens ihre jetzige Entwicklung. Es ist positiv, dass wir auch nach 30<br />

Jahren noch von Entwicklung und nicht von Regress sprechen. Ein etwas behutsamerer Zugang<br />

wäre für Petržalka ein angenehmes Novum.<br />

Petržalka bleibt also ein kühnes Projekt mit einem immer noch offenen Ende.<br />

Abb.: Petržalka. Lúky<br />

absenciu ohľadu na ľudskú mierku, umocňuje šarm betónovej monotónnosti industriálnou nótou.<br />

Vznik hypermarktov a ich dumpingové ceny mali za následok úplné skolabovanie malých parterových<br />

obchodov. Tie sú teraz opustenými svedkami doby každého druhého bloku.<br />

Za „živelný“ rozvoj posledných rokov môžme považovať aj potrebu občanov o diverzifikáciu<br />

monotónneho tvaroslovia rôznymi hybridnými novostavbami (nové obytné domy, ale aj malé, či<br />

väčšie podnikateľské jednotky a kostoly), či výstredné nátery fasád.<br />

Jednoznačným pozitívom je však dorast zelene.<br />

Petržalka sa napriek svojmu kontroverznému vývoju ešte stále diametrálne odlišuje od veľkých<br />

sídlisk svetových miest. Sociálna štruktúra je ešte stále premiešaná a dominuje v nej stredná<br />

vrstva. Dostupnosť centra a blízkosť dunajských ramien ako voľnočasových aktivít jej taktiež<br />

pridávajú na hodnote.<br />

Jej genéza je natoľko komplikovaná, že je ťažké ju hodnotiť. Hodnotiť sa dá snáď len jej terajší<br />

vývoj. Je pozitívne, že zatiaľ môžme hovoriť o vývoji a nie deštrukcii. Citlivejší prístup by bol v<br />

histórii Petržalky príjemným nóvom. Petržalka je odvážny projekt s ešte stále otvoreným koncom.<br />

PETRŽALKA<br />

47


WETTBEWERB UNIVERSITÄTSCAMPUS IM SCHLOSSGRUND, 1940<br />

SÚŤAŽ HRADNÝ VRCH - UNIVERZITNÉ MESTO, 1940<br />

Abb.: Wettbewerbsentwurf zum Universitätscampus<br />

im Schlossgrund, 1940: E. und A. La Padula, 2.<br />

Preis, ex aequo,<br />

Quellennachweis: Projekt 4/91, S.37<br />

Abb.: Wettbewerbsentwurf zum Universitätscampus<br />

im Schlossgrund, 1940: W. Kreuer, H.W. Draesel,<br />

2. Preis, ex aequo,<br />

Quellennachweis: Projekt 4/91, S.38<br />

Abb.: Wettbewerbsentwurf zum Universitätscampus<br />

im Schlossgrund, 1940: E.Belluš, 3. Preis<br />

Quellennachweis: Projekt 4/91, S.39<br />

48<br />

PLANUNGSINITIATIVEN IM SCHLOSSGRUND 1940-1989


PLANUNGSINITIATIVEN IM SCHLOSSGRUND 1940 - 1989<br />

ZUCKERMANDEL<br />

CUKERMANDEL<br />

Abb.: Zuckermandel, von dem geplanten Entwurf<br />

wurden nur drei Hochhäuser realisiert, 1955:<br />

Konček, Titl, Skoček, Daříček<br />

Quellennachweis: Projekt 4/91, S.10<br />

Abb.: Bebauung im Zuckermandel mit Konservatorium<br />

von D. Kuzma am Burghügel, 1967: Jozef<br />

Chovanec<br />

Quellennachweis: Projekt 4/91, S. 26, S. 11<br />

Abb. 1: Wettbewerbsentwurf für das Gebäude des<br />

Slowakischen National Rates: Ľ. Jenderák, V. Husák,<br />

L. Kušnír, J. Šilinger 1972<br />

Quellennachweis: Projekt 4/91, S.27<br />

Abb.2: Entwurf für das Gebäude des Slowakischen<br />

National Rates vom Maler Janko Alexy 1964<br />

Quellennachweis: Projekt 4/91, S.40<br />

PLANUNGSINITIATIVEN IM SCHLOSSGRUND 1940-1989<br />

49


70er JAHRE<br />

70te ROKY<br />

Abb.: Neue Brücke / Brücke SNP; Jozef Lacko, Ladislav Kušnír, Ivan Slameň, A.Tesár, 1968-72<br />

Quellennachweis: Adolf Stiller, Štefan Šlachta: <strong>Architektur</strong> Slowakei, Impulse und Reflexion, Verlag Anton Pustet, Wien 2003


PLANUNGSINITIATIVEN IM SCHLOSSGRUND NACH ‘89<br />

EINLEITUNG<br />

ÚVOD<br />

„Das Bild von Bratislava und vieler anderer Städte der Slowakei wurde vor allem in den 60er und<br />

70er Jahren des 20.Jhdts. durch große städtebaulichen Visionen geprägt. Von diesen wurde aber<br />

kaum eine einzige wirklich erfüllt und fertig durchgezogen.<br />

Mit diesen Konzepten waren meistens auch große Verkehrsplanungen verbunden. Diese sind mit<br />

einem massiven Straßennetz bis in die historischen Zentren durchgedrungen, was einen flächigen<br />

Abriss der Altstadtsubstanz zur Folge hatte. Ein ähnliches Trauma erfuhren auch andere europäische<br />

Städte. Die Städte haben ihren ursprünglichen Maßstab und ihre Kontinuität verloren, wobei<br />

manche Viertel bislang unbebaut geblieben sind, oder von zerstreuten Torsen der alten Bebauung<br />

und der „großen Projekte“ negativ geprägt wurden.<br />

Der Schlossgrund in Bratislava wurde in dieser Zeit einer ähnlichen Genese unterzogen. Sein<br />

jetziges Erscheinungsbild ist stark von den Konzepten geprägt, in denen die technische Seite der<br />

Lösung eines Problems der Vision von einem ganzheitlich stimmigen Bild der Stadt übergeordnet<br />

wurde. Das Bauvorhaben der Verbindung des neuen Stadtteils (Petržalka) mit der Innenstadt ist<br />

Ende der 60er Jahre des 20.Jhdts. trotz des Widerstands von Bürgerinitiativen durch den Bau<br />

der Neuen Brücke realisiert worden. Den Bau konnte auch die ausführliche fachliche Diskussion,<br />

die vom Magistrat, den Denkmalpflegern, den Städtebauern und den Architekten geführt wurde,<br />

nicht stoppen. Die fachliche Öffentlichkeit hat damals darauf aufmerksam gemacht, dass die<br />

Realisation der Brücke nicht nur zu unwiderrufbaren Kulturverlusten in besagter Gegend, sondern<br />

dass der Bau auch zu einer Narbe im städtischen Organismus führen würde, welche die Verbindung<br />

der Altstadt mit dem Weidritzen Schlossgrund und den Gebieten westlich davon unterbindet.<br />

Zugleich wurde darauf hingewiesen, dass der abgerissene Schlossgrund dann lange unbebaut<br />

bleiben würde. Heute, nach mehr als 30 Jahren, können wir konstatieren, dass diese Vermutung<br />

richtig war.<br />

Der Körper der Neuen Brücke, platziert am Fischplatz (Weidritz), als auch die Verkehrsachse<br />

seiner Verlängerung Richtung Innenstadt haben einen flächigen Abriss hervorgerufen, bei dem ein<br />

großer Teil des jüdischen Viertel destruiert wird, die Synagoge sowie die Bebauung entlang der<br />

Abb.: Historische Bebauung<br />

Quellennachweis: www.bratislava.sk<br />

“Obraz Bratislavy a mnohých iných miest na Slovensku bol najmä v priebehu šesťdesiatych a<br />

sedemdesiatych rokov 20. storočia poznačený viacerými veľkými urbanistickými víziami nových<br />

miest, z ktorých snáď ani jedna nebola skutočne naplnená a dokončená.<br />

S týmito koncepciami väčšinou súviseli aj dopravné projekty vnikajúce mohutnou cestnou sieťou až<br />

do mestských centier, ktoré boli sprevádzané veľkoplošnými asanáciami. Podobnú traumu zažívali<br />

aj iné európske sídla. Mestá strácali svoju pôvodnú mierku a kontinuitu, pričom niektoré mestské<br />

štvrte zostali dodnes nezastavané, alebo sú negatívne poznačené roztrúsenými torzami bývalej<br />

zástavby a „veľkých projektov“.<br />

Bratislavské podhradie prešlo v spomínanom období podobnou genézou. Jeho dnešná podoba<br />

je silne ovplyvnená koncepciami, v ktorých sa nadradila technická stránka riešenia jedného<br />

problému nad celkovú víziu obrazu mesta. Zámer prepojenia novej mestskej štvrte na pravom<br />

brehu Dunaja s centrom Bratislavy v podobe Nového mosta sa realizačne naplnil na konci<br />

šesťdesiatych rokov 20. storočia aj napriek protestom verejnosti. Výstavbe nezabránila ani<br />

rozsiahla odborná diskusia vedená na úrovni zástupcov mesta, špecialistov pamiatkovej ochrany,<br />

urbanistov a architektov. Odborná verejnosť v tom čase upozorňovala, že okrem nenávratných<br />

kultúrnych strát v prípade realizácie projektu mosta sa v danom území vytvorí jazva v mestskom<br />

organizme, ktorá bude komplikovať prepojenie starého mesta s vydrickým podhradím a s územiami<br />

rozkladajúcimi sa na západ od neho. Rovnako sa upozorňovalo na to, že lokalita podhradia zostane<br />

dlhodobo nezastavateľná. Dnes môžeme konštatovať, že po vyše tridsiatich rokoch sa tieto slová<br />

potvrdzujú...<br />

Teleso Nového mosta, umiestnené v priestore Rybného námestia a Vydrice, ako aj dopravná os<br />

jeho pokračovania smerom do centra mesta vyvolali veľké asanácie, pričom sa deštruovala veľká<br />

časť židovskej štvrte vrátane objektu synagógy, ako aj pás zástavby starého mesta až po Suché<br />

mýto. Podhradie dodnes zostáva výrazne narušeným miestom Bratislavy a provokuje k úvahám o<br />

jeho rehabilitácii.<br />

PLANUNGSINITIATIVEN NACH ‘89 / EINLEITUNG<br />

51


Abb.: Fischplatz um 1970<br />

Quellennachweis: Roman Delikát: www.ron-del.net<br />

Stadtmauer. Der Schlossgrund bleibt bislang ein stark gestörter Teil von Bratislava und provoziert<br />

zu Überlegungen zu seiner Rehabilitation.<br />

Auf das Gebiet zwischen dem Donauufer und dem Burghügel wurden in den letzten Jahrzehnten<br />

einige nationale und internationale städtebaulich-architektonische <strong>Wettbewerbe</strong> ausgeschrieben.<br />

Kein einziges der Ergebnisse dieser <strong>Wettbewerbe</strong> wurde jemals realisiert, vielleicht bis auf die<br />

Wohnbebauung in Form von den drei Zwölfgeschossern aus den 60er Jahren, die am Rand von Zuckermandel,<br />

in der Nähe des Tunnels und der Chatam Sofer Gedenkstätte stehen.<br />

Während des letzen Jahrzehntes, initiiert vom Magistrat, wurde eine Analyse des Schlossgrundes<br />

und seiner Bindungen an die Umgebung durchgeführt. Diese hat ein komplexes Bild und ein<br />

hohes Maß der Destruktion ergeben, und eine mögliche Therapie vorgeschlagen.<br />

Auf diese Analyse wurde 1995 mit der Ausschreibung eines „Europan Wettbewerb“ (IV., Anm.)<br />

angeschlossen. 80 Teilnehmer aus 16 europäischen Ländern haben am Wettbewerb teilgenommen.<br />

Da es sich bei Europan um einen Ideenwettbewerb handelt, war dessen Ziel nicht die Realisierung.<br />

Der Preisträger hat von Seiten der Stadt keine Gelegenheit zur Ausarbeitung seines<br />

Entwurfes und auch keine andere Möglichkeit sich in Bratislava zu realisieren bekommen, obwohl<br />

es ihm zuvor zugesprochen wurde. Das Gedankenpotential und die Energie des Europans blieben<br />

unausgeschöpft. Das ist bedauernswert, da es nur sehr wenige internationale <strong>Wettbewerbe</strong> in<br />

dieser Größenordnung in der Slowakei gibt. Aber sowohl der Wettbewerb an sich als auch seine<br />

Ergebnisse haben eine starke intellektuelle Diskussion hervorgerufen, und somit teilweise ihren<br />

Auftrag erfüllt.<br />

Im Jahr 2002 wurde ein neuer, nationaler, Wettbewerb ausgeschrieben. Der grundlegende Unterschied<br />

zwischen den zwei <strong>Wettbewerbe</strong>n lag aber darin, dass die Stadt mittlerweile die betroffenen<br />

Grundstücke an private Investoren verkauft hat. Die Ausschreibenden waren somit die<br />

Gesellschaften der Bauträger. Der Wettbewerb hat drei prämierte Entwürfe gebracht, zu denen<br />

die Jury dem Investor empfohlen hat, Folgeaufträge für die Umsetzung zu beauftragen. Diese drei<br />

Konzepte waren in ihrem Wesen recht unterschiedlich und zeigten drei verschiedene Visionen bezüglich<br />

des städtischen Umfelds - von der Typologie einer großräumigen kompakten Bebauung bis<br />

Na územie, ležiace medzi nábrežím Dunaja a Hradným kopcom sa v uplynulých desaťročiach<br />

vypísalo niekoľko urbanisticko-architektonických súťaží, ktoré mali národný aj medzinárodný<br />

rámec. Ani jeden z výsledkov týchto súťaží sa nezrealizoval až na torzo obytnej zástavby v podobe<br />

troch vežových domov stojacich pri vyústení tunela v blízkosti Memoriálu Chatama Sofera, ktoré<br />

pochádzajú takisto zo šesťdesiatych rokov.<br />

V priebehu uplynulého desaťročia bola z iniciatívy mestského magistrátu vykonaná analýza lokality<br />

podhradia a jeho väzieb s okolitým územím, ktorá priniesla komplexný obraz miery narušenia a<br />

možnej terapie. Na túto analýzu nadväzovala v roku 1995 architektonická súťaž vypísaná mestom<br />

Bratislava a Starým mestom v spolupráci s organizáciou Europan, ktorá periodicky organizuje<br />

medzinárodné súťaže mladých architektov zamerané na obnovu narušených mestských sídel.<br />

Súťaže sa zúčastnilo vyše 80 kolektívov zo 16 európskych krajín. Uvedená súťaž nesie podtitul<br />

„ideová súťaž“ a v tejto súvislosti nebolo jej cieľom priamo smerovať k výstavbe. Laureát súťaže<br />

nedostal však zo strany mesta napriek prísľubu žiadnu príležitosť na rozpracovanie svojho<br />

návrhu v podobe štúdií a nedostal ani inú príležitosť prejaviť sa na území Bratislavy. Myšlienkový<br />

potenciál a energia Europanu sa nevyužili. Je to škoda, pretože medzinárodných súťaží tohto<br />

významu je na našom území veľmi málo. Súťaž samotná, ako aj jej výsledky však vyprovokovali silnú<br />

intelektuálnu diskusiu a v tom sa čiastočne naplnilo jej poslanie.<br />

V roku 2002 bola vypísaná ďalšia urbanisticko-architektonická súťaž, tentokrát s národným<br />

rámcom. Zásadný rozdiel medzi oboma súťažami bol však v tom, že mesto medzičasom predalo<br />

dotknuté pozemky súkromným spoločnostiam a organizátorom súťaže boli v tomto prípade<br />

developerské subjekty. Súťaž priniesla tri ocenené návrhy, ktoré porota odporučila investorovi<br />

na podrobnejšie preverenie. Tieto tri koncepcie sú vo svojej podstate dosť rozdielne a prinášajú<br />

tri rôzne vízie mestského prostredia - od typu zástavby kompaktných rozsiahlych objektov až<br />

po uvoľnenejšiu koncepciu uličnej siete s mestskými blokmi. Súčasné vedenie mesta momentálne<br />

pripravuje územný plán, ktorý by mal predchádzať prijatiu akéhokoľvek konkrétneho urbanistického<br />

52<br />

PLANUNGSINITIATIVEN NACH ‘89 / EINLEITUNG


zu lockeren einzelnen Blöcken im Straßennetz. Das Magistrat ist gerade dabei, einen Bebauungsplan<br />

zu entwickeln, dessen Verabschiedung jeder Entscheidung über ein konkretes Bauvorhaben in<br />

der Gegend vorausgehen sollte.“<br />

Ing. Arch. Michal Bogár: Schlossgrund Bratislava... sichtbar und unsichtbar; DELET, Jüdische Zeitung; 03.07.2003<br />

a architektonického konceptu v danom území.<br />

Bratislavské podhradie teda čaká na svoju tvár a jeho viditeľná podoba zatiaľ spočíva medzi<br />

neviditeľným mestom, ktoré tu už zaniklo a neviditeľným mestom, ktoré sa ešte len rodí...”<br />

Ing. Arch. Michal Bogár: Bratislavské podhradie... viditeľné a neviditeľné, DELET, Židovské noviny, 03.07.2003<br />

PLANUNGSINITIATIVEN NACH ‘89 / EINLEITUNG<br />

53


STÄDTEBAULICHE STUDIEN: 2001<br />

URBANISTICKÉ ŠTÚDIE: 2001<br />

Projektverfasser:<br />

Auftraggeber:<br />

Vladimír Zigo<br />

Marusia Rusnáková<br />

Magistrat der Stadt<br />

Bratislava<br />

ÜBERBRÜCKUNG STAROMESTSKÁ<br />

SCHLOSSGRUND<br />

Projektverfasser:<br />

Rastislav Janák<br />

Juraj Dobrocký<br />

Miroslav Vrana<br />

Quellennachweis: Zeitschrift ARCH, 4/2001<br />

54<br />

PLANUNGSINITIATIVEN NACH ‘89 / STÄDTEBAULICHE STUDIEN


WETTBEWERB: EUROPAN 4, 1996<br />

SÚŤAŽ: EUROPAN 4, 1996<br />

Auslober: Magistrat der Stadt Bratislava, Europan<br />

Vyhlasovateľ: Magistrát mesta Bratislava, Europan<br />

Projektverfasser:<br />

Mitarbeit:<br />

Guendalina Salimei, Roberto Grio, Giovanna<br />

Paola Piga, Giovanni Pogliani<br />

Lusa Andrisani, Gianluca Bono, Fabio Grasso,<br />

Luisella Pergolesi<br />

1.PREIS<br />

ANKAUF<br />

Projektverfasser:<br />

Mitarbeit:<br />

Franz Denk<br />

Michael Sykora<br />

Christine Steiner<br />

Tomislav Kontic<br />

Quellennachweis: Europan 4, Europäische Ergebnisse, Hg. Europan, Paris1997<br />

PLANUNGSINITIATIVEN NACH ‘89 / EUROPAN<br />

55


WETTBEWERB: SCHLOSSGRUND, 2001<br />

SÚŤAŽ: PODHRADIE, 2001<br />

Auslober: private Bauträger<br />

Vyhlasovateľ: súkromné developerské spoločnosti<br />

Projektverfasser:<br />

Mitarbeiter:<br />

Ivan Matušík<br />

Sebastian Nagy<br />

Michal Kurina<br />

Zuzana Hlinková<br />

Miriam Šebianová<br />

Ján Bustín<br />

2.PREIS<br />

1.PREIS<br />

Projektverfasser:<br />

Mitarbeiter:<br />

Peter Eisenreich<br />

Jozef Koštial<br />

Marián Pokrivčák<br />

Peter Zelník<br />

Monika Štekláčová<br />

Peter Pagáč<br />

Rasťo Straňák<br />

56<br />

PLANUNGSINITIATIVEN NACH ‘89 / WETTBEWERB. SCHLOSSGRUND


Projektverfasser:<br />

Mitarbeiter:<br />

Michal Bogár<br />

Ľubomír Králik<br />

Ľudovít Urban<br />

Juraj Almássy<br />

Georg Bliznakov<br />

Gabriel Zajíček<br />

ANKAUF<br />

3.PREIS<br />

Projektverfasser:<br />

Boris Hrbáň<br />

Vratislav Hudes<br />

Michal Oborný<br />

Ľubomír Ondrejka<br />

Ján Vasičák<br />

Quellennachweis: Zeitschrift ARCH, 10/2002<br />

PLANUNGSINITIATIVEN NACH ‘89 / WETTBEWERB. SCHLOSSGRUND<br />

57


BEBAUUNGSPLAN: SCHLOSSGRUND; ZUCKERMANDEL, 2006<br />

ÚZEMNÝ PLÁN: PODHRADIE: CUKERMANDEL, 2006<br />

Verfasser: Michal Bogár<br />

Ľubomír Králik<br />

Ľudovít Urban<br />

Auftraggeber: Magistrat der Stadt Bratislava<br />

58<br />

PLANUNGSINITIATIVEN NACH ‘89 / BEBAUUNGSPLAN


Quellennachweis: www.bratislava.sk<br />

PLANUNGSINITIATIVEN NACH ‘89 / BEBAUUNGSPLAN<br />

59


ANALYSEN<br />

ANALYSEN<br />

61


62 ANALYSEN


ANALYSEN<br />

63


64 ANALYSEN


ANALYSEN<br />

65


66 STAROMESTSKÁ STR./ BILDER ISTZUSTAND


STAROMESTSKÁ STR.<br />

BILDER ISTZUSTAND<br />

FOTKY TERAJŠÍ STAV<br />

STAROMESTSKÁ STR./ BILDER ISTZUSTAND<br />

67


THEMA


MUSEUM DER ZEITGESCHICHTE<br />

ERINNERUNGSKULTUR ALS THEMA DER GESELLSCHAFT<br />

KULTÚRA PAMÄTE AKO TÉMA SPOLOČNOSTI<br />

„Wer die Geschichte nicht kennt, ist verurteilt, sie zu wiederholen.“ Edmund Burke<br />

Als nach dem Ersten Weltkrieg die Slowakei zum ersten Mal die Verantwortung für eigene Selbstbestimmung<br />

zugesprochen bekam, begann ein Jahrhundert, Analyse dessen uns vieles über uns<br />

selbst lehren kann. Wir sind davon überzeugt, dass es wichtig ist sowohl die lichten, als auch die<br />

dunklen Ereignisse aufzudecken, die Zusammenhänge zu erläutern und die einzelnen Geschichtsverläufe<br />

zu entmystifizieren.<br />

Die gemeinsame Staatsform mit der Tschechischen Republik, bot einerseits für beide Länder auf<br />

der kulturellen Ebene eine große Bereicherung, aber auch in den historischen Zusammenhängen<br />

war sie von einer politischen Notwendigkeit. Nach dem Zerfall der Monarchie brachte das Bündnis<br />

beiden Ländern das erste demokratische System in deren Geschichte (1918 und 1938) und löste<br />

zugleich die Slowakei von dem ungarischen und Tschechien von dem deutschen Einfluss.<br />

Die Tschechoslowakische Exilregierung während der Trennung in der Zeit des zweiten Weltkrieges,<br />

die an dem Slowakischen Nationalaufstand mitbeteiligt war und den diplomatischen Weg für<br />

die Wiedervereinigung bereitete, dann die unterschiedlichen Ausgangspositionen der politischen<br />

Parteien nach dem Krieg, die zu einem Wahlsieg der Kommunistischen Partei im Jahr 1946 in<br />

Tschechien (mit 40%, die Sozialdemokraten an der zweiten Stelle mit 16%) und einem Wahlsieg<br />

der Demokratischen Partei in der Slowakei (63%, die KP an der zweiten Stelle mit 30%) führte,<br />

der Putsch der Kommunistischen Partei im Jahr 48 und die folgenden 41 Jahre eines totalitären<br />

Regime, die politische Repression der 50er Jahre, der 68er Prager Frühling unter der Leitung<br />

des Slowaken Alexander Dubcek, der tschechische Dissens, die slowakische Kerzendemonstration<br />

im Jahr 1988, und die Samtene Revolution im November 1989 sind prägende Ereignisse der<br />

gemeinsamen Geschichte.<br />

Es war ein Bündnis zweier ähnlicher Nationen, welche aber zum Zeitpunkt des Zusammenkommens<br />

nicht auf dem gleichen Entwicklungsniveau waren, und wo dieser Unterschied auch bis zu der<br />

Trennung spürbar blieb. Dies führte zu einigen Reibungen die 1992 den Zerfall der Tschechoslo-<br />

“Kto nepozná históriu, je odsúdený ju opakovať.” Edmund Burke<br />

Keď po prvej svetovej vojne dostalo Slovensko po prvýkrát zodpovednosť za vlastné sebaurčenie,<br />

nastalo storočie, analýza ktorého nás učí veľa o sebe samých. Sme presvedčení, že je veľmi<br />

dôležité odkryť rovnako ako svetlé, tak aj temné udalosti našich dejín, vysvetliť súvislosti a<br />

odmystikovať jednotlivé dejinné udalosti.<br />

Spoločný štát s Českou republikou priniesol na jednej strane obom krajinám kultúrne obohatenie,<br />

na druhej strane však bol v historických súvislostiach politickou nutnosťou. Po rozpade monarchie<br />

priniesol zväzok obom krajinám prvý demokratický systém v ich histórii (1918-1938) a legitímny<br />

nástroj ochrany slovenskej identity pred mďarským vplyvom a českej pred nemeckým vplyvom.<br />

Spoločný štát Čechov a Slovákov, trvajúci s krátkym prerušením šiestich rokov počas druhej svetovej<br />

vojny viac než sedemdesiat rokov, nechal v historickej pamäti oboch národov niekoľko podstatných<br />

míľnikov. Obdobie postupného rozkvetu počas prvých dvadsiatich rokov existencie bolo<br />

násilne ukončené v období nacizmu (vznik Slovenského štátu a Protektorátu Čechy a Morava, pozri<br />

nasl. text). Rôzne významné udalosti potom nasledovali v podstate v rýchlom slede za sebou: vznik<br />

exilovej vlády v Londýne, spontánny odpor Slovákov proti nacizmu v Slovenskom národnom povstaní<br />

v roku 1944, znovuobnovenie Československa po druhej svetovej vojne, politické turbulencie druhej<br />

polovice štyridsiatych rokov končiace komunistickým prevratom v roku 1948, tragické päťdesiate<br />

roky represií, politické uvoľnenie začiatkom šesťdesiatych rokov a euforická “Pražská jar” roku<br />

1968, vpád vojsk Varšavskej zmluvy do suverénnej krajiny, normalizácia a následný odpor intelektuálnych<br />

elít v Charte 77, slovenská sviečková demonštrácia v roku 1988 a nakoniec “Nežná”<br />

revolúcia v novembri 1989. Práve vďaka revolúcii s nežným prívlastkom už nebolo možné udržať v<br />

spoločnom štáte odstredivé trendy a 1.1.1993 vznikajú dva samostatné štáty – Česká republika a<br />

Slovenská republika.<br />

MUSEUM DES KOMMUNISMUS / ERINNERUNGSKULTUR ALS THEMA DER GESELLSCHAFT<br />

71


wakei zu Folge hatten. Doch auch jetzt, 13 Jahre nach der Trennung, arbeiten beide Länder nach<br />

wie vor auf allen Ebenen des gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Lebens eng zusammen.<br />

Der Zerfall hat beiden Staaten mehr Verantwortung für eigene Entscheidungen gegeben und<br />

war somit ein wichtiger Schritt für die Selbstdemokratisierung. Die Synergien, die die Zusammenarbeit<br />

vor allem im Kulturbereich bietet werden weiterhin weitgehend beidseitig gefördert<br />

und genutzt.<br />

Ein weiterer wichtiger Punkt der Geschichte ist die Entwicklung während des Zweiten Weltkriegs.<br />

Nach dem Münchener Abkommen und dem Wiener Schiedsspruch war die Tschechoslowakei im<br />

Jahr 1938 dazu verpflichtet, große Teile des Landes an Deutschland, Polen und Ungarn abzugeben.<br />

Dies geschah mit der Zustimmung der Alliierten - Grossbritanien und Frankreich. Mit den<br />

territorialen Forderungen Ungarns an die Slowakei, wuchs in der Slowakei die nationale Bewegung,<br />

die im Oktober 1938 in der Forderung nach Autonomie resultierte. Im März 1939 bot Hitler<br />

der Slowakischen Regierung zwei Möglichkeiten der weiteren Staatsform an - die Unterteilung<br />

der Slowakei zwischen Polen und Ungarn, oder die Bildung eines autonomen Staates, der aber<br />

laut Vertrag ein deutscher „Schutzstaat“ wäre und dem Deutschen Reich obliegen würde.<br />

Am 14. 3.1939 wurde die Tschechoslowakei in das Reichsprotektorat Tschechien und Mähren und<br />

den Slowakischen Schutzstaat geteilt.<br />

Der erste slowakische Staat war eine offene Diktatur auf klerisch-nationalistischer Grundlage.<br />

Es war nur eine einzige Partei zugelassen - die HSĽS - Hlinka´s Slowakische Volkspartei, gleichzeitig<br />

war die deutsche Linie sowohl in der Innen- als auch in der Aussenpolitik als einzige Alternative<br />

zu vertreten. Der Präsident des Landes war der katholische Priester Josef Tiso. Er stellte<br />

eine der kontroversesten Persönlichkeiten der Geschichte des Landes dar und wurde nach dem<br />

Krieg 1947 hingerichtet.<br />

Im Juni 1941 stimmte die slowakische Regierung der Beteiligung der Slowakischen Armee an dem<br />

Krieg gegen die Sowjetunion zu. Im Jahr 1940 begann sie nach dem deutschen Vorbild mit der<br />

„Lösung des jüdischen Problems“. Das Reich schickte zu diesem Zwecke „Berater“ in die Slo-<br />

Československo bolo zväzkom dvoch podobných národov, ktoré však v čase zostavenia spoločnej<br />

republiky neboli na rovnakom stupni rozvinutosti a tento existoval až do rozdelenia, i keď sa<br />

postupne zmierňoval. To viedlo k istým pnutiam a neskôr k rozpadu republiky v roku 1992. Paradoxne<br />

však teraz, 13 rokov po rozdelení, sú vzťahy oboch krajín nadštandardné, medzi oboma<br />

štátmi existuje úzka spolupráca vo všetkých oblastiach spoločenského, kultúrneho, politického a<br />

ekonomického života. Rozpad priniesol obom krajinám viac zodpovednosti za vlastné rozhodnutia a<br />

bol tak dôležitým prvkom vo vývoji oboch krajín. Synergické efekty, ktoré prináša vzájomná spolupráce<br />

sú naďalej predovšetkým v kultúrnej sfére obojstranne podporované a využívané.<br />

Veľmi podstatným obdobím histórie oboch krajín bola genéza tohoto stredoeurópskeho priestoru<br />

počas druhej svetovej vojny. Po Mníchovskej dohode a Viedenskej arbitráži bolo Československo<br />

nútené odovzdať veľké časti svojeho územia Nemecku, Poľsku a Maďarsku. Toto sa stalo so súhlasom<br />

Spojencov - Veľkej Británie a Francúzka. S územnými nárokmi Maďarska rástlo na Slovensku<br />

národné hnutie, ktoré vyústilo v októbri 1938 do požiadavky autonómie. V marci 1939 boli slovenskej<br />

vláde Hitlerom navrhnuté dve možné formy budúceho usporiadania Slovenska - rozdelenie republiky<br />

medzi Poľsko a Maďarsko, alebo vlastný štát, fungujúci na základe zmluvy „pod ochranou“<br />

a vplyvom Nemecka.<br />

14.3.1939 bolo rozdelené Československo medzi Protektorát Čechy a Moravu a Slovenský štát<br />

pod ochranou Nemecka.<br />

Prvý Slovenský štát bol otvorenou diktatúrou, na klero-nacionalistickej báze. Bola povolená len<br />

jedna strana - HSĽS - Hlinkova slovenská ľudová strana a vo vnútornej, ako aj zahraničnej politike<br />

oficiálnou doktrínou bolo nasledovanie nemeckej línie ako jedinej alternatívy. Prezidentom bol<br />

katolícky kňaz Jozef Tiso. Stelesňoval jednu z najkontroverznejších osobností dejín Slovenska a po<br />

vojne bol v roku 1947 v Bratislave popravený.<br />

V júni 1941 schválila slovenská vláda účasť slovenskej armády na vojne proti Sovietskemu Zväzu.<br />

V roku 1940 začala po vzore Nemecka s „Riešením židovskej otázky“. Ríša poslala za týmto<br />

72<br />

MUSEUM DES KOMMUNISMUS / ERINNERUNGSKULTUR ALS THEMA DER GESELLSCHAFT


wakei, welche die Gesetzgrundlagen für die Arisierung des jüdischen Eigentums und die spätere<br />

Abschiebung in die Wege leiteten. Am 25.3.1942 um 19.20 fuhr von Poprad der erste Zug mit<br />

jüdischen Frauen und Mädchen nach Osvienčim. Am 15.5.1942 wurde ein Verfassungsgesetz verabschiedet,<br />

das die Deportationen rückwirkend legalisierte und zugleich Ausnahmen von diesem<br />

Schubpflichtgesetz definierte. Tiso erteilte mehrere hunderte von Ausnahmen von der Schubpflicht.<br />

Am 20.11.1942 fuhr der letzte Transportzug ab. Insgesamt wurden in dem Jahr 57.839<br />

Juden abgeschoben, davon haben laut Angaben nur 280-800 überlebt.<br />

Am 15.12.1942 verkündete die Regierung die Beendigung der Judentransporte. Über die Gründe<br />

für die Beendigung der Transporte wird bis heute gestritten. Deutschland reagierte schnell und<br />

schickte im Frühjahr 1943 den Pressebeauftragten des Außenamtes P. Schmidt nach Bratislava,<br />

welcher vehement die endgültige „Lösung des Jüdischen Problems“ und die Weiterführung der<br />

Judentransporte durchzusetzen versuchte.<br />

Während des zweiten Weltkriegs war aber auch der tschechoslowakische Widerstand im Ausland<br />

aktiv, der definitiv auf der Seite der Alliierten stand. Eduard Beneš war trotz der offiziellen<br />

Geschehnisse der Präsident der Tschechoslowakei im Exil in London. Dort siedelte sich auch die<br />

Tschechoslowakische Exilregierung an. Diese hat außer der diplomatischen Wegbereitung für die<br />

Wiedervereinigung nach dem Krieg auch die sich ab 1942 formende Partisanenbewegung unterstützt.<br />

Unter der Bevölkerung waren viele überzeugte „Tschechoslowaken“, Demokraten und Kommunisten,<br />

denen die Entwicklung missfiel. An der russischen Front gab es viele slowakischen Deserteure<br />

von der Wehrmacht zu der Roten Armee. Die Partisanenbewegung fand große Unterstützung<br />

sowohl bei der Bevölkerung, als auch bei der Roten Armee und bei der Tschechoslowakischen<br />

Exilregierung, die die Alliierten dazu brachte sie als Verbündete zu akzeptieren. Der Slowakische<br />

Nationalaufstand, bei dem sich die Partisanen mit der tschechoslowakischen Armee mithilfe der<br />

Roten Armee in einen Widerstandskampf gegen die Wehrmacht in der Slowakei organisierten,<br />

begann als am 29.8.1944 die Wehrmacht die tschechisch-slowakischen Grenze überschritt,<br />

und sollte der Roten Armee zu weiteren Gebietserschließung verhelfen. Nach zwei Monaten der<br />

účelom na Slovensko poradcov, ktorý pripravovali zákonné zakotvenia arizácie židovského majetku<br />

a neskoršiu deportáciu židovského obyvateľstva. 25.3.1942 o 19.20 odišiel z Popradu prvý vlak<br />

židovských žien a detí do Osvienčimu. 15.5.1942 bol schválený ústavný zákon, ktorý s retroaktívnym<br />

účinkom legalizoval deportácie a zároveň definoval výnimky z tohto zákona. 20.11.1942<br />

odišie posledný transport. Celkovo bolo toho roku deportovaných 57.839 židov, z ktorých len 280-<br />

800 prežilo.<br />

15.12.1942 oznámila vláda ukončenie deportácie židovského obyvateľstva. Dôvody na tento<br />

krok sú dodnes predmetom mnohých diskusií. Nemecko reagovalo vyslaním tlačového tajomníka<br />

zahraničného úradu P. Schmidta do Bratislavy aby svojou návštevou podporil zvýšenie tlaku na<br />

definitívne riešenie židovskej otázky.<br />

Počas druhej svetovej vojny bol aktívny aj československý odboj v zahraničí, ktorý definitívne<br />

stál na strane spojencov. Eduard Beneš bol napriek oficiálnym udalostiam exilovým prezidentom<br />

Československa v Londýne. Tam sídlila aj československá exilová vláda. Táto okrem diplomatickej<br />

prípravy znovuzjednotenia po vojne podporovala aj od roku 1942 sa formujúce partizánske hnutie<br />

na Slovensku.<br />

Medzi obyvateľstvom bolo veľa “čechoslovákov”, demokratov a komunistov, ktorým sa vývoj krajiny<br />

nepáčil. Na ruskom fronte množstvo Slovákov dezertovalo k Červenej armáde. Partizánske hnutie<br />

našlo podporu ako u obyvateľov, tak aj v Červenej armáde, podporova ho i exilová československej<br />

vlády, ktorá primäla Spojencov akceptovať slovenský odboj za spojenca. Slovenské národné<br />

povstanie bolo oficiálne vyhlásené v súčinnosti všetkých odbojových zložiek (slovenská armáda,<br />

dobrovoľnícke skupiny regrutujúce sa spomedzi obyvateľstva, exilovej vlády ako i komunistickej<br />

zložky odboja, kontrolovanej Moskvou) 29.8.1944.<br />

Malo pripraviť cestu Červenej armáde na postup. Po dvoch mesiacoch otvorených bojov a strate<br />

10 000 partizánov a vojakov povstaleckej armády bolo zatlačené do hôr. A prešlo do sporadických<br />

partizánskych akcií. Nikdy nebolo porazené a až do konca druhej svetovej vojny rôznymi<br />

MUSEUM DES KOMMUNISMUS / ERINNERUNGSKULTUR ALS THEMA DER GESELLSCHAFT<br />

73


offenen Kämpfe und dem Verlust von 10.000 Partisanen und Soldaten der Tschechoslowakischen<br />

Armee wurde beschlossen, in den Partisanenkampf zu übergehen. Im November 1944 haben sich<br />

die Aufstandskämpfer in mittelslowakische Wälder zurückgezogen. Der Aufstand wurde jedoch nie<br />

besiegt und durch systematische kleinere Angriffe schwächten die Partisanen die Positionen der<br />

Wehrmacht auf unserem Gebiet.<br />

Repressive Rückschläge der Wehrmacht an der Zivilbevölkerung waren die Folge. Der Slowakische<br />

Nationalaufstand führte zu einer Verstärkung des Deutschen Einfluß in der Slowakei. Gleichzeitig<br />

wurden die Judentransporte wieder aufgenommen. Zwischen September 1944 und März 1945<br />

wurden weitere 14.000 Juden deportiert.<br />

Erst die Rote Armee konnte die Wehrmacht im April 1945 entgültig auf dem Gebiet der Tschechoslowakei<br />

besiegen. Insgesamt wurden während des Zweiten Weltkrieges 75.000 slowakische<br />

Juden abgeschoben und in Konzentrationslagern getötet.<br />

Die Erfahrung aus den Zweiten Weltkrieg ist eine bittere Lehre, dass die berühmte „Wahl des<br />

kleineren Übels“ niemals zu der Verletzung der grundsätzlichen Menschenrechte und moralischen<br />

Prinzipien führen darf.<br />

Heute ist die Haltung der Slowakei während des Zweiten Weltkrieges nach wie vor ein Thema,<br />

dessen objektive Aufarbeitung fehlt. Hinzu kommt das nächste, noch relativ junge, heikle Thema,<br />

die totalitäre Herrschaft des Kommunismus. Da viele selbst daran aktiv teilgenommen haben und<br />

dadurch die persönliche Aufarbeitung der Geschichte noch vor der gesellschaftlichen steht. Wir<br />

finden, dass es trotzdem wichtig ist sich seiner Vergangenheit zu stellen. Wir glauben, dass die<br />

gesellschaftliche objektive Aufarbeitung auch helfen kann den persönlichen Weg zu der Verarbeitung<br />

der eigenen Mitbeteiligung zu finden.<br />

In Europa hat sich gerade Deutschland am besten seiner eigenen Geschichte gestellt. Das gilt<br />

sowohl für die Zeit des zweiten Weltkrieges, als auch für die kommunistische Vergangenheit der<br />

sabotážnymi akciam oslabovalo pozície Wehrmachtu na Slovensku. Represívne akcie nemeckej<br />

brannej moci proti civilnému obyvateľstvu i armáde priniesli Slovensku nesmierne utrpenie.<br />

Slovenské národné povstanie viedlo k posileniu nemeckého vplyvu na Slovensku. Súčasne sa obnovili<br />

židovské transporty. Medzi septembrom 1944 a marcom 1945 bolo deportovaných ďalších 14<br />

000 židov.<br />

Až Červenej armáde sa podarilo v apríli 1945 poraziť nemecké vojská na území Československa.<br />

Celkovo bolo počas druhej svetovej vojny deportovaných a zabitých v koncentračných táboroch<br />

75.000 židovských obyvateľov Slovenska.<br />

Skúsenosť z druhej svetovej vojny je trpkým ponaučením, že známa „voľba menšieho zla“ nikdy<br />

nesmie viesť k porušeniu základných ľudských práv a morálnych princípov.<br />

Dnes je postoj Slovenska počas druhej svetovej vojny stále ťažkou témou, objektívny rozbor ktorej<br />

stále chýba.<br />

Rovnako bývalý totalitný režim komunizmu je ďalšou z chúlostivých tém dejín bývalého<br />

Československa, nakoľko mnohé vplyvné štruktúry dneška sa na ňom aktívne podieľali, a tak historické<br />

spracovanie - objektívne a náležitým odstupom - zatiaľ prešľapuje na mieste.<br />

My máme pocit, že je napriek tomu dôležité sa postaviť svojej minulosti. Veríme, že spoločensky<br />

objekívne spracovanie dejín môže pomôcť spracovať aj vlastnú spoluúčasť na minulosti.<br />

V Európe sa práve Nemecko najlepšie postavilo vlastným dejinám. A to tak k druhej svetovej vojne,<br />

ako aj ku komunistickej minulosti bývalej NDR. V posledných rokoch tam vzniklo veľa nadácií na<br />

podporu spracovania dejín Jednotnej socialistickej strany Nemecka.<br />

Komunizmus priamo poznačil dnešnú generáciu, a tým aj nás. Naše osobné zážitky z detstva,<br />

filmy, literatúra, životy našich rodinných príslušníkov ním boli ovplyvnené. Preto je príznačné, že<br />

74<br />

MUSEUM DES KOMMUNISMUS / ERINNERUNGSKULTUR ALS THEMA DER GESELLSCHAFT


ehemaligen DDR. In den letzten Jahren sind dort viele Stiftungen zur Aufarbeitung der SED Diktatur<br />

entstanden.<br />

Der Kommunismus betrifft die heutige Generation, und somit auch uns. Unsere persönlichen<br />

Kindheitserinnerungen, Filme, Literatur, die Geschichten unserer Familienmitglieder wurden davon<br />

geprägt. Daher ist es naheliegend, dass wir auch in unserer Diplomarbeit dieser Ära mehr Platz<br />

widmeten.<br />

Für uns, als Architekten, die wenig Erfahrung mit humanistischen Wissenschaften haben, war<br />

das Buch „Der Kommunismus im Museum, Formen der Auseinandersetzung in Deutschland und<br />

Ostmitteleuropa; Hg. Volkhard Knigge und Ulrich Mählert, Böhlau Verlag, 2005“, welches zu dem<br />

gleichnamigen Symposium entstanden ist, eine große Hilfe zu der Vorstellung, wie man sich mit<br />

der eigenen Geschichte auseinandersetzen kann. Der Inhalt dieses Buches war für unser Projekt<br />

essentiell. In diesem Kapitel zitierten wir einige Ausschnitte, die zu einem besseren Verständnis<br />

unseres Projektes beitragen. Ein Teil des besagten Buches ist ein Erfahrungsbericht von Studenten<br />

des Prof. Volkhard Knigge und Joachim von Puttkamer, die 15 Museen in 8 Ländern, die sich<br />

mit der kommunistischen Epoche befassten, auf ihre gesellschaftlich-wissenschaftliche Relevanz<br />

untersuchten. Wir druckten hier einen Teil des Erfahrungsberichtes ab, und hoffen, dass es uns<br />

gelungen ist die Erfahrungswerte ihrer Durchreise in unser Projekt einfließen zu lassen.<br />

GESCHICHTSAUFARBEITUNG ALS WEG ZUR SELBSTDEMOKRA-<br />

TISIERUNG - Zitierungen aus „Der Kommunismus im Museum, Hg. Volkhard Knigge und<br />

Uhlrich Mählert, Böhlau Verlag, 2005“:<br />

„Bis heute erstaunt es, dass die kommunistischen Diktaturen durch weiterhin friedliche Revolutionen<br />

überwunden werden konnten. Fast scheint es, als hätten sogar die Machthaber gespürt,<br />

dass sie selbst und ihr System nicht mehr zeitgemäß waren.<br />

In dieser Zeit revolutionärer Umbrüche war in allen ostmitteleuropäischen Staaten die öffentliche<br />

Diskussion aktueller, aber auch vergangenheitsbezogener Tabuthemen eine wichtige Voraussetsme<br />

tejto ére venovali aj v knihe viac priestoru.<br />

Pre nás, architektov, ktorí máme málo skúseností s humanitnými vedami, bola kniha „Der Kommunismus<br />

im Museum, Formen der Auseinandersetzung in Deutschland und Ostmitteleuropa;<br />

Hg. Volkhard Knigge und Ulrich Mählert, Böhlau Verlag, 2005“, ktorá vznikla k rovnomennému<br />

sympóziu, veľkou pomocou pre pochopenie súvislostí, ktoré sú východiskom objektívneho skúmania<br />

dejín. Obsah tejto knihy bol pre náš projekt esenciálny. V tejto kapitole citujeme niektoré<br />

odseky, ktoré napomáhajú lepšie pochopiť náš projekt. Časť danej knihy je analýza študentov Prof.<br />

Volkharda Knigge a Joachima von Puttkamer, ktorí navštívili 15 múzeí v ôsmich krajinách, ktoré sa<br />

venujú komunistickej minulosti a snažili sa objektívne zhodnotiť ich spoločenský a vedecký prínos.<br />

Uvádzame časti ich analýz a dúfame, že sa nám podarilo ich podnety pretaviť do nášho projektu.<br />

SPRACOVANIE HISTÓRIE AKO CESTA K SEBADEMOKRATIZÁCII<br />

- Citácie z: „Der Kommunismus im Museum, Hg. Volkhard Knigge und Uhlrich Mählert, Böhlau Verlag,<br />

2005“:<br />

“Dodnes prekvapuje, že komunistické diktatúry mohli byť prekonané veľmi mierumilovnými revolúciami.<br />

Takmer to pôsobí, ako keby mocní cítili, že oni sami, ako aj ich systém už nie je aktuálny. V<br />

tomto čase revolučných zvratov bola vo východných stredoeurópskych krajinách verejná diskusia<br />

aktuálnych, ale aj k minulosti viazaných tabuizovaných tém dôležitým predpokladom pre úspešnú<br />

samodemokratizáciu.”<br />

Zdroj: Volkhard Knigge / Ulrich Mählert; Vorwort; Der Kommunismus im Museum; Böhlau Verlag 2005, s. 7<br />

„Rozbor dejín môže byť vykonaný rôznymi spôsobmi: zložitými prostriedkami trestného práva,<br />

zákonnými prostriedkami - kvalifikáciou, resp. diskvalifikáciou verejných úradov, alebo spôsobom<br />

MUSEUM DES KOMMUNISMUS / ERINNERUNGSKULTUR ALS THEMA DER GESELLSCHAFT<br />

75


zung für die erfolgreiche Selbstdemokratisierung.“<br />

Quellenangabe: Volkhard Knigge / Ulrich Mählert; Vorwort; Der Kommunismus im Museum; Böhlau Verlag 2005, S.7<br />

„Die zeithistorische Auseinandersetzung kann mit unterschiedlichen Mitteln betrieben werden:<br />

mit den schwierigen Mitteln des Strafrechts, mit gesetzlichen Vorschriften über die Qualifikation<br />

bzw. Disqualifikation für öffentliche Ämter oder mittels Rehabilitation und Entschädigung für<br />

die Opfer. Die Auseinandersetzung kann auf politisch - öffentlichen Foren, in Parlamenten bzw.<br />

Enquête-Kommisionen betrieben werden oder mit den Mitteln der zeithistorischen und politikwissenschaftlichen<br />

Forschung. Darüber hinaus kann sie sich in der politischen Bildungsarbeit<br />

und der Demokratieerziehung fortsetzen. Die museale Form der Aufarbeitung setzt geschichtswissenschaftliche<br />

Erkenntnisse in bildhafte Darstellung und exemplarische Gegenstände um. Sie<br />

kann authentische Räume nutzen, wie das Haus des Terrors in Budapest, das Museum für die Opfer<br />

des Genozids in Vilnus und das rumänische Memorial Sighet. Die museale Verarbeitung kann<br />

aufklärisch sein, mythenbildend, einem freiheitlich-demokratischen Bildungsauftrag folgen, die<br />

Erinnerung bewahren und die historische Wahrheit vor dem Vergessen, Verdrängen oder Verklärung<br />

helfen.<br />

In jedem Fall bestimmt die Art und Weise dieser Aufarbeitung die politische Gegenwart und ihr<br />

Problemhaushalt wesentlich mit. Zeitgeschichtliche Museen sind dabei Einflussgrößen ersten<br />

Ranges gewesen, mit denen und in denen um die Deutungshoheit über die Geschichte und das kollektive<br />

Gedächnis, und damit über die Gegenwart gestritten wurde und wird. Sie sind symbolische<br />

Mächte, die die politischen Machtkonstelationen und zeitweilig sogar die politische Agenda ihrer<br />

Länder mitprägen können. Dies gilt jedoch, wie ich glaube, auch umgekehrt: Die Entstehungsgeschichte<br />

der Kommunismusmuseen, die Rahmenbedingungen des politischen Systems, unter<br />

denen sie arbeiten, sowie die Interaktion zwischen ihnen, die politischen Eliten und der Öffentlichkeit<br />

geben genauso Auskunft über die Bereitschaft und die Kraft zur Aufarbeitung der diktatorischen<br />

Vergangenheit wie über die herrschenden Mächte der Gegenwart. Allgemein gesagt:<br />

Die nationale Erinnerunngskultur spiegelt das politisch-historische Selbstverständnis der jungen<br />

Demokratien, ihre Wertorientierungen, ihre ethischen Fundamente, ihren Gerechtigkeitsbegriff,<br />

kurzum ihre demokratische Qualität wieder. Die nationale Erinnerungskultur prägt mithin die politische<br />

Legitimität des Staates, bestimmt ihre letztlichen Rechtfertigungsgründe.“<br />

Quellenangabe: Hans - Joachim Veen; Der Kommunismus im Museum; Der Kommunismus im Museum; Böhlau Verlag 2005, S. 15, 16<br />

rehabilitácie a odškodnenia obetí. Tento rozbor môže nastať na politicko-verejných fórach, v parlamentoch,<br />

resp. Enquête-komisiách, alebo vedeckým spôsobom na politologicko - historickej úrovni.<br />

Tento proces môže pokračovať v politickej výchovnej činnosti a výchove k demokracii. Muzeálna<br />

forma spracovania rozboru dejín taví vedecké historické poznatky do obrazového zobrazenia<br />

a exemplárnych predmetov. Môže požiť autentické priestory, ako Dom Teroru v Budapešti,<br />

Múzeum obetí genocídy vo Vilnuse a rumunský memoriál Sighet. Muzeálne spracovanie môže byť<br />

vysvetľujúce, mýtotvorné, sledujúce slobodno-demokratický výchovný cieľ, slúžiť na zachovanie<br />

historickej pamäti a historickej pravdy pred zabudnutím, zavrhnutím a prekrútením.<br />

V každom prípade závažne určuje forma spracovania minulosti politickú súčasnosť a jej problémovú<br />

agendu. Múzeá dejín sú pritom vplyvné veličiny prvého radu, s ktorými a v ktorých sa bojuje<br />

a bude bojovať o správne vysvetľovanie minulosti a kolektívnu pamäť. Kvalifikovaný rozbor dejín je<br />

symbolickou mocou, ktorá ovplyvňuje politické konštelácie moci, a sčasti aj politickú agendu svojich<br />

krajín.<br />

Toto platí, myslím, aj naopak: vznik múzeí komunizmu, mantinely politických systémov, v ktorých<br />

takéto múzeum vznikne a pracuje, ako aj interakcia medzi nimi, jednoznačne ukazuje, pripravenosť<br />

a silu k spracovaniu diktátorskej minulosti, ako aj limity vládnucich síl súčasnosti.Všeobece povedané:<br />

Národná kultúra pamäti zrkadlí politicko-historickú samozrejmosť mladých demokracií, ich<br />

hodnotovú orientáciu, ich etické fundamenty, ich výraz spravodlivosti, v skratke ich demokratickú<br />

kvalitu. Národná Kultúra pamäti tým ovplyvňuje politickú legitimitu štátu, určuje jej konečné<br />

dôvody opodstatnenia.”<br />

Zdroj: Hans - Joachim Veen; Der Kommunismus im Museum; Der Kommunismus im Museum; Böhlau Verlag 2005, s. 15,16<br />

76<br />

MUSEUM DES KOMMUNISMUS / ERINNERUNGSKULTUR ALS THEMA DER GESELLSCHAFT


BEISPIELE FÜR MUSEEN DES KOMMUNISMUS IN EUROPA<br />

Abb.: Stationen der Rundreise durch die Ausstellungen und Museen zur Erinnerung der kommunistischen Vergangenheiten Ostmitteleuropas<br />

Quellennachweis: Der Kommunismus im Museum; Abb.22; Böhlau Verlag 2005<br />

BEISPIELE FÜR MUSEEN DES KOMMUNISMUS IN EUROPA<br />

77


TSCHECHIEN<br />

ČESKO<br />

MUZEUM KOMUNISMU KOMMUNISMUSMUSEUM<br />

Na prikope 10 | 11000 Praha 1 | Tschechische Republik<br />

Tel +420 2 24212966<br />

http://www.muzeumkomunismu.cz | muzeum@muzeumkomunismu.cz<br />

Das Kommunismusmuseum wurde im Dezember 2001 in den Räumen des Sylva-Taroucca-Palais,<br />

das bis zur samtenen Revolution 1989 dem »Verein für Schulwesen« diente, eröffnet. Es geht auf<br />

die Initiative des US-amerikanischen Unternehmers Glenn Spicker zurück, der ein Museum zur<br />

Geschichte des Kommunismus schaffen wollte. Aufgrund seines Standortes in Prag wird besonders<br />

auf das sozialistische Regime in der Tschechoslowakei eingegangen. Die Ausstellung zeigt<br />

zahlreiche Alltagsgegenstände, offizielle Dokumente und Propagandaartefakte, die durch knappe<br />

Beschreibungen in historische Zusammenhänge gestellt werden. Dem Ausstellungskonzept folgend<br />

sollen dem Besucher in drei großen Themenkomplexen die kommunistische Idee, der Alltag in<br />

den sozialistischen Staaten sowie die Formen politischer Verfolgung näher gebracht werden.<br />

Abb.: Museum des Kommunismus, Prag<br />

Quellennachweis: www.muzeumkomunismu.cz<br />

PAMÁTNÍK PANKRÁC GEDENKSTÄTTE PANKRÁC<br />

Vazební Vaznice Praha-Pankrác (Justizvollzugsanstalt Prag-Pankrác)<br />

Táborská 988 | 14000 Praha 4 | Tschechische Republik<br />

Anmeldung über: Generální Reditelství Vezenské služby České republiky<br />

(Hauptverwaltung des Justizvollzugsdienstes der Tschechischen Republik)<br />

Soudní 1672/1a | 14067 Praha 4 | Tschechische Republik<br />

Telefon +420 2 44024111 | posta@grvs.justice.cz<br />

Die Gedenkstätte Pankrác befindet sich in dem Gebäude der gleichnamigen Strafvollzugsanstalt<br />

und wurde 1995 aus Mitteln des Strafvollzugsdienstes der Tschechischen Republik eingerichtet.<br />

Sie dient vorrangig der Schulung von Angestellten und Studenten des Justizwesens und der<br />

Polizei, andere Besucher müssen sich über die Justizvollzugsverwaltung anmelden. Die Ausstellung<br />

zeigt neben einem Abriss der Geschichte des Justizwesens in Böhmen vom Mittelalter bis in<br />

die Neuzeit auch die umfangreiche Dokumentation »Von der Rassenjustiz zur Klassenjustiz« über<br />

politische Haft und Verfolgung unter der nationalsozialistischen Besatzung und dem kommunistischen<br />

Regime nach 1945. Ehemalige politische Häftlinge können in der Gedenkstätte Gedenkveranstaltungen<br />

durchführen. Die als »Beil - Raum« bezeichnete Hinrichtungsstätte der Nationalsozialisten<br />

und ein im Innenhof der Justizvollzugsanstalt errichtetes Gedenkkreuz mit Stacheldraht,<br />

das an die Ermordung politischer Häftlinge nach 1949 erinnert, symbolisieren den Übergang von<br />

einem totalitären System in das nächste und den Missbrauch der Justiz zur Unterdrückung widerständigen<br />

Verhaltens.<br />

Abb.: Gedenkstätte Pankrac<br />

Quellennachweis: http://www.vscr.cz/institut<br />

78<br />

BEISPIELE FÜR MUSEEN DES KOMMUNISMUS IN EUROPA


SZOBORPARK SKULPTURENPARK<br />

Kreuzung Balatoni út – Szabadkai utca satok | 1223 Budapest | Ungarn<br />

Telefon +36 1 424 7500 | Fax +36 1 337 5050<br />

http://www.szoborpark.hu | office@szoborpark.hu<br />

UNGARN<br />

MAĎARSKO<br />

Der Skulpturenpark wurde 1993 am Stadtrand von Budapest eröffnet. Vorausgegangen war ein<br />

Streit um den Umgang mit den Statuen und Denkmalen des sozialistischen Regimes, die nach<br />

1989/90 schrittweise entfernt wurden. Auf den Vorschlag des Schriftstellers Lázló Szörényi, diese<br />

an einem Platz zu versammeln, beschloss das Stadtparlament von Budapest 1991 die Einrichtung<br />

des Skulpturenparks, der nach Plänen des Architekten Ákos Eleöd gestaltet wurde. Hierbei<br />

ging es weniger um eine Musealisierung von Propagandarelikten als vielmehr um den Versuch einer<br />

künstlerischen Auseinandersetzung. Auf dem Gelände wurden Skulpturen und Denkmäler entlang<br />

einer Achse in drei Abschnitten angeordnet, die sich um einen monumentalen roten Stern gruppieren:<br />

Die thematischen Gruppen umfassen Befreiungs- und Freundschaftsdenkmale, ehemalige<br />

Mahnmale für politische Führer des sozialistischen Ungarns sowie Denkmale der sozialistischen<br />

Arbeiterbewegung.<br />

TERROR HÁZA MÚZEUM MUSEUM »HAUS DES TERRORS«<br />

Andrássy út 60 | 1062 Budapest | Ungarn<br />

Telefon +36 1 3742600 | Fax +36 1 3742607<br />

http://www.terrorhaza.hu | muzeum@terrorhaza.hu<br />

Am 24. Februar 2002 eröffnete in Budapest das Museum »Haus des Terrors«. Die Initiative zu<br />

dessen Einrichtung mit dem Ziel, die Geschichte und Folgen der totalitären Regime der Pfeilkreuzler<br />

und der Kommunisten in Ungarn zu musealisieren, geht auf den Abgeordneten des ungarischen<br />

Parlaments József Szájer zurück. Die von der Regierung initiierte »Stiftung zur Erforschung<br />

der mittel- und osteuropäischen Geschichte und Gesellschaften« erwarb das Gebäude,<br />

dessen Kellerräume unter beiden Diktaturen als Gefängnis und Folterstätte dienten, im Jahr<br />

2000 und begann mit dem Aufbau des Museums unter der wissenschaftlichen Leitung der Historikerin<br />

Mária Schmidt. Zwei Jahre später konnte die Ausstellung eröffnet werden: Sie zeigt einen<br />

chronologischen Abriss der totalitären Regime in Ungarn bis 1989. Schwerpunkte bilden neben<br />

der Herrschaft der ungarischen Nationalsozialisten 1944/45 und dem Holocaust die Verbrechen<br />

unter sowjetischer Besatzung sowie die Repressionen in der Frühphase des volksdemokratischen<br />

Ungarns. Einen besonderen Stellenwert nimmt im Museum die ungarische Revolution von 1956<br />

ein. Neben Zeugnissen des Repressionssystems und persönlichen Hinterlassenschaften wurden in<br />

die Ausstellung vor allem audiovisuelle Elemente in Form von Filmen, gesprochenen Beiträgen und<br />

interaktiven Installationen eingefügt. Über den musealen Bereich hinaus finden im Terrorhaus-Museum<br />

auch Seminare und Konferenzen statt.<br />

beide Abb.: Szoborpark<br />

Quellennachweis: www.szoborpark.hu<br />

Abb.: Haus des Terrors<br />

Quellennachweis: http://sapporo.cool.ne.jp<br />

BEISPIELE FÜR MUSEEN DES KOMMUNISMUS IN EUROPA<br />

79


POLEN<br />

POĽSKO<br />

MUZEUM KATYNSKIE KATYN-MUSEUM<br />

ul. Powsinska 13 | 02-920 Warszawa | Polen<br />

Telefon +48 22 8426611 | Fax +48 22 8426611<br />

http://www.muzeumwp.pl/katynskie/o_katynskim.html | muzeumwp@wp.mil.pl<br />

Das Katyn-Museum wurde 1993 als Zweig des polnischen Militärmuseums (Muzeum Wojska<br />

Polskiego) eingerichtet. Die in den Räumen des historischen Czerniakowski Forts untergebrachte<br />

Ausstellung zeigt persönliche Zeugnisse und offizielle Dokumente zum Mord an den polnischen<br />

Militärs und Zivilisten, die 1940 bei Mednoe, Charkov und Katyn durch den sowjetischen Geheimdienst<br />

hingerichtet wurden. Einen breiten Raum nehmen Exponate ein, die bei Exhumierungen von<br />

Massengräbern zwischen 1991 und 1994 sichergestellt werden konnten.<br />

Abb.: Katyn Museum<br />

Quellennachweis: www.muzeumwp.pl/katynskie<br />

Abb.: Ausstellung Wege zur Freiheit<br />

Quellennachweis: www.fcs.org.pl<br />

WYSTAWA »DROGI DO WOLNOSCI«<br />

AUSSTELLUNG »WEGE ZUR FREIHEIT«<br />

ul. Doki 1 | 80-958 Gdansk | Polen<br />

Telefon +48 58 7692920 | Fax +48 58 7692024<br />

http://www.fcs.org.pl | fcs@pro.onet.pl<br />

Aus Anlass des 20. Jahrestages der Unterzeichnung des »Danziger Abkommens«, welches die<br />

Zulassung freier Gewerkschaften und eine zaghafte Demokratisierung Polens einleitete, wurde am<br />

historischen Schauplatz auf der Danziger Werft am 31. August 2000 die Ausstellung »Wege zur<br />

Freiheit« eröffnet. Das Projekt wurde von der 1989 gegründeten Stiftung Zentrum Solidarnosć<br />

getragen und legte den Grundstein für die Einrichtung eines Museums zur Erinnerung an die polnische<br />

Freiheitsbewegung und die Gewerkschaft Solidarnosć. Die Ausstellung dokumentiert den<br />

Kampf der Arbeiter der symbolträchtigen Danziger Werft und der polnischen Bevölkerung von den<br />

ersten großen Aufständen 1956 über die Streikbewegungen in den siebziger und achtziger Jahren<br />

bis hin zum Zusammenbruch des sozialistischen Volkspolens 1989/90. Den Schwerpunkt bildet<br />

dabei die Geschichte des »Danziger Abkommens« und dessen Auswirkungen auf die polnische Gesellschaft.<br />

So wurde der Versammlungsraum, in welchem das Abkommen unterzeichnet wurde, in<br />

den Originalzustand zurückversetzt und bildet heute das Kernstück der Ausstellung.<br />

80<br />

BEISPIELE FÜR MUSEEN DES KOMMUNISMUS IN EUROPA


MEMORIALUL REVOLUTIEI 16–22 DECEMBRIE 1989 TIMISOARA<br />

GEDENKSTÄTTE DER REVOLUTION VOM 16.–22. DEZEMBER<br />

1989 IN TIMISOARA<br />

RUMÄNIEN<br />

RUMUNSKO<br />

Str. Emanoil Ungureanu 8 | 1900 Timis¸ oara | Rumänien<br />

Telefon +40 256 294939<br />

http://www.infotim.ro/memorial89/amr | amrtim@lasting.ro<br />

Am 26. April 1990 gründeten Akteure der rumänischen Revolution vom Dezember 1989 den Verband<br />

»Memorial der Revolution vom 16.–22. Dezember 1989 in Timisoara« (Asociatia Memorialul<br />

Revolutiei 16–22 Decembrie 1989 Timisoara). Unter der Leitung von Traian Orban richtete diese<br />

Vereinigung 1995 ein Dokumentations- und Forschungszentrum ein, dessen Ziel in der Aufarbeitung<br />

der rumänischen Revolution in ihrem europäischen Kontext besteht. Hierfür wird in der<br />

Innenstadt von Timisoara ein Gebäude schrittweise restauriert und werden Räume für Ausstellungen,<br />

eine Bibliothek sowie ein Archiv ausgebaut. Eine Fotodokumentation über die Revolution von<br />

1989 mit dem Schwerpunkt auf den Ereignissen in Timisoara wurde bereits fertig gestellt. Im Innenhof<br />

des Dokumentationszentrums wurde eine kleine Gedenkkapelle geschaffen, die als Ort der<br />

Erinnerung und des Gedenkens an die Opfer von 1989 fungiert. Neben der Dokumentations- und<br />

Forschungsarbeit errichtete die Gedenkstätte in Zusammenarbeit mit Künstlern und Kulturschaffenden<br />

seit Beginn der neunziger Jahre zahlreiche Mahnmale im Stadtgebiet von Timisoara, die an<br />

die Ereignisse von 1989 erinnern.<br />

Abb. Gedenkstätte der Revolution<br />

Quellennachweis: http://www.infotim.ro/memorial89/amr<br />

MEMORIALUL VICTIMELOR COMUNISMULUI SI AL REZISTENTEI<br />

GEDENKSTÄTTE FÜR DIE OPFER DES KOMMUNISMUS UND DES<br />

WIDERSTANDS<br />

Str. Corneliu Coposu 4 | 435500 Sighetul Marmatiei, judentul Maramures | Rumänien<br />

Telefon +40 262 316848 | Fax +40 262 319424<br />

http://www.memorialsighet.ro | muzeu@memorialsighet.ro<br />

Die Gedenkstätte Sighet wurde 1994 von der Stiftung Bürgerakademie (Academia Civica) gegründet<br />

und konnte nach Abschluss der Bauarbeiten im Jahr 2000 endgültig der Öffentlichkeit übergeben<br />

werden. Die Idee zur Einrichtung einer Gedenk- und Begegnungsstätte in dem ehemaligen<br />

Gefängnis für politische Häftlinge, in welches zwischen 1944 und 1964 zahlreiche politische und<br />

kulturelle Repräsentanten Rumäniens verbracht wurden, geht auf die Schriftstellerin Ana Blandiana<br />

zurück. In den restaurierten Zellen werden auf drei Etagen verschiedene Aspekte politischer<br />

Verfolgung in Rumänien von 1944 bis zur Revolution 1989 anhand von Überblicksdarstellungen<br />

und Einzelschicksalen veranschaulicht. Daneben fungiert Sighet als Ort des Gedenkens und der<br />

Erinnerung. So wurden im Gelände Mahnmale verschiedener Künstler errichtet sowie ein zentraler<br />

Gedenkbereich im Innenhof der früheren Haftanstalt geschaffen. Besonderes Anliegen dieser<br />

Einrichtung ist die Aufklärung der rumänischen und internationalen Öffentlichkeit über Formen<br />

der Unterdrückung und des Widerstandes während der kommunistischen Diktatur Rumäniens. Zu<br />

diesem Zweck führt die Gedenkstätte Sighet Seminare und Konferenzen durch, die die transnationaleBedeutung<br />

dieses Ortes unterstreichen. Der Stiftung Bürgerakademie angegliedert ist<br />

zudem das Internationale Zentrum für Kommunismusstudien mit Sitz in Bukarest, welches die<br />

wissenschaftliche Aufarbeitung durch den Aufbau von Archiven sowie durch Dokumentationen vorantreibt.<br />

beide Abb: Gedenkstätte für die Opfer des Kommunismus<br />

Quellennachweis: http://www.memorialsighet.ro<br />

BEISPIELE FÜR MUSEEN DES KOMMUNISMUS IN EUROPA<br />

81


LITAUEN<br />

LITVA<br />

GENOCIDO AUKU MUZIEJUS<br />

MUSEUM FÜR DIE OPFER DES GENOZIDS<br />

Auku g. 2a | 01113 Vilnius | Litauen<br />

Telefon +370 5 2497427 | Fax +370 5 2497427<br />

http://www.genocid.lt | muziejus@genocid.lt<br />

Abb.: Museum für die Opfer des Genozids<br />

Quellennachweis: www.geniocid.lt<br />

Das 1992 auf Initiative litauischer Häftlings- und Deportiertenverbände gegründete Museum für<br />

die Opfer des Genozids wurde nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten im Jahr 2000 eröffnet.<br />

Seit 1997 ist das Museum Bestandteil des staatlichen Forschungszentrums für Genozid<br />

und Widerstand. Nach der Besetzung Litauens 1940 bezog der NKWD das Gebäude und richtete<br />

im Kellergeschoss Zellen für Untersuchungshäftlinge ein, die zwischen 1941 und 1944 von<br />

der deutschen Gestapo weitergenutzt wurden. Von 1944 bis in die Mitte der sechziger Jahre<br />

fungierte das Gebäude erneut als Haftanstalt des sowjetischen Geheimdienstes. Bis zur staatlichen<br />

Unabhängigkeit Litauens 1991 verblieb die Hauptverwaltung des KGB der Litauischen<br />

Sowjetrepublik an diesem Ort. Die sich noch im Aufbau befindliche Ausstellung des Museums<br />

thematisiert die Verfolgung der litauischen Bevölkerung durch sowjetische und deutsche Besatzer.<br />

Ein Großteil der Ausstellungsfläche befindet sich in über zwanzig rekonstruierten Zellen im<br />

Kellergeschoss, von denen einige die Haftbedingungen in den verschiedenen Verfolgungsperioden<br />

darstellen. Gegenwärtig sind die Dokumentationen zu den sowjetischen Okkupationen 1940/41<br />

sowie nach 1944 fertig gestellt. Dabei werden die Repressionen gegen die politische, kulturelle<br />

und geistige Elite des Landes sowie die Massendeportationen anhand von Überblicksdarstellungen<br />

und Einzelschicksalen nachgezeichnet. Breiten Raum nimmt auch die Untergrundbewegung in<br />

den Nachkriegsjahren ein. In der ehemaligen Hinrichtungszelle sind Artefakte eines exhumierten<br />

Massengrabes zu besichtigen. Diese Installation dient als Gedenkraum und soll an alle Opfer der<br />

totalitären Systeme erinnern. Die ständige Ausstellung wird durch weitere Dokumentationen ergänzt,<br />

die im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss des Museums zu sehen sein werden.<br />

GRUTO PARKAS. SOVIETINIU SKULPTURU MUZIEJUS<br />

GRUTAS PARK. MUSEUM SOWJETISCHER SKULPTUREN<br />

Gru tas | 66441 Druskininkai | Litauen<br />

Telefon +370 313 55511 | Fax +370 313 47451<br />

http://www.grutoparkas.lt | info@grutoparkas.lt<br />

Abb.: Grutas Park<br />

Quellennachweis: www.grutoparkas.lt<br />

Der Skulpturenpark im Südwesten Litauens geht auf eine Idee des Unternehmers Viliumas Malinauskas<br />

zurück, der in den neunziger Jahren aus eigenen Mitteln begann, nach 1989/91 demontierte<br />

sowjetische Denkmäler zu sammeln. Seit 1999 wurde an der Errichtung des Geländes<br />

gearbeitet, auf dem die Mahnmale unter thematischen Gesichtspunkten wiedererrichtet wurden.<br />

Am 1. April 2001 wurde die Anlage schließlich eröffnet. Die umstrittene öffentlichkeitswirksame<br />

Inszenierung dieser Relikte sowjetischer Propaganda wurde später mit Hilfe des Forschungszentrums<br />

für Genozid und Widerstand in Vilnius kommentiert und damit für den Besucher in ihren<br />

historischen Kontext gestellt. Gezeigt werden Skulpturen von Führern der kommunistischen Bewegung<br />

sowie von litauischen Staats- und Parteifunktionären aus den Jahren 1940 bis 1990. Ein<br />

als Informationszentrum ausgewiesenes Museum zeigt ergänzend Alltagsgegenstände und Zeugnisse<br />

sowjetischer Propaganda.<br />

82<br />

BEISPIELE FÜR MUSEEN DES KOMMUNISMUS IN EUROPA


1991. GADA BARIKA – ŽU MUZEJS<br />

MUSEUM DER BARRIKADEN VON 1991<br />

LETTLAND<br />

LOTYŠSKO<br />

Kra-mu iela 3 | 1050 Riga | Lettland<br />

Telefon +371 7 213525<br />

http://www.barikades.lv<br />

Aus Anlass des 10. Jahrestages der Wiedereinsetzung der lettischen Verfassung am 21. August<br />

2001 eröffnete die Stiftung zur Unterstützung der Barrikadenkämpfer in der Rigaer Altstadt ein<br />

Museum zur Erinnerung an die Auseinandersetzungen zwischen der lettischen Nationalbewegung<br />

und sowjetischen Sicherheitskräften. Im Januar 1991 hatten zehntausende Menschen gegen die<br />

gewaltsame Niederschlagung der Unabhängigkeitsbewegung protestiert und in den Straßen von<br />

Riga zahllose Barrikaden errichtet. Zur Erinnerung an die Ereignisse werden in diesem Museum<br />

in drei Räumen die Auseinandersetzungen zwischen der lettischen Unabhängigkeitsbewegung und<br />

den sowjetischen Sicherheitskräften im Januar und während des Putsches im August 1991 nachgezeichnet.<br />

Zentraler Bestandteil ist ein Modell der Barrikaden auf dem Domplatz von Riga im<br />

Januar 1991, das durch zeitgenössische Foto- und Filmaufnahmen ergänzt wird.<br />

LATVIJAS OKUPA CIJAS MUZEJS<br />

LETTISCHES OKKUPATIONSMUSEUM<br />

Strelnieku laukums 1 | 1050 Ri ga | Lettland<br />

Telefon +371 7 212715 | Fax +371 7 229255<br />

http://www.occupationmuseum.lv | omf@latnet.lv<br />

Das Lettische Okkupationsmuseum wurde am 1. Juli 1993 eröffnet. Es befindet sich gegenwärtig<br />

im Gebäude des ehemaligen Museums der »Lettischen Schützen«, das 1970 für diesen Zweck<br />

errichtet, 1990 geschlossen wurde. Nach geringfügigen baulichen Veränderungen bezog dann das<br />

Okkupationsmuseum die Räume. Es verdankt seine Entstehung hauptsächlich dem Engagement<br />

lettischer Exilanten aus Westeuropa und Übersee, die nach der Unabhängigkeit die Einrichtung<br />

einer solchen Institution inhaltlich und finanziell unterstützten. Zu diesem Zweck wurde auch eine<br />

»Stiftung Okkupationsmuseum« ins Leben gerufen. Seit 1997 übernimmt der lettische Staat die<br />

Schirmherrschaft über das Museum. Die Dauerausstellung zeigt einen Abriss der Besatzungsregime<br />

in Lettland seit 1940. Beginnend mit den Auswirkungen und Folgen der ersten sowjetischen<br />

Okkupation 1940/41 wird die Chronologie über die nationalsozialistische Besatzungsherrschaft<br />

und den Holocaust fortgesetzt. Einen dritten Schwerpunkt bildet die Darstellung der zweiten sowjetischen<br />

Besatzung nach 1944, die mit der Porträtierung der Unabhängigkeitsbewegung in den<br />

achtziger Jahren ihren Abschluss findet. Gezeigt werden soll, welche Auswirkungen die jeweiligen<br />

politischen Systeme auf die lettische Bevölkerung hatten. Hierzu werden zahlreiche Zeugnisse<br />

aus dem zivilen Alltagsleben, aber auch von der Verbannung und den Lagern gezeigt, die durch<br />

offizielle Dokumente und audiovisuelle Medien ergänzt werden. Neben der musealen Arbeit ist dem<br />

Museum eine Forschungs- und Dokumentationsabteilung angegliedert.<br />

alle Abb: Barrikaden 1991<br />

Quellennachweis: www.barikades.lv<br />

BEISPIELE FÜR MUSEEN DES KOMMUNISMUS IN EUROPA<br />

83


ESTLAND<br />

ESTÓNSKO<br />

KGB KONGIDE MUUSEUM KGB-ZELLEN-MUSEUM<br />

Riia 15b | 51009 Tartu | Estland<br />

Telefon +372 7 461717 | Fax +372 7 461912<br />

http://linnamuuseum.tartu.ee/en.html | pearu.kuusk@katarina.ee<br />

Das KGB-Museum ist Bestandteil des Stadtmuseums Tartu und wurde Ende der neunziger Jahre<br />

im Keller der ehemaligen Verwaltung des sowjetischen Geheimdienstes eingerichtet. Das »Graue<br />

Haus« diente bereits während der ersten sowjetischen Okkupation 1940/41 als Sitz des NKWD,<br />

der in den Kellerräumen Zellen für Häftlinge einrichtete. Nach dem Einmarsch der Roten Armee<br />

1944 fungierte das Gebäude erneut bis in die fünfziger Jahre als Inhaftierungsort für Gegner des<br />

kommunistischen Regimes. Die in den restaurierten Zellen untergebrachte Ausstellung zeichnet<br />

verschiedene Aspekte sowjetischer Besatzungs- und Repressionspolitik nach, angefangen von<br />

den Massendeportationen 1940/41 über die Widerstandsbewegung in den Nachkriegsjahren bis<br />

hin zum Leben verbannter Esten in den Lagern des sowjetischen GULag. Gezeigt werden offizielle<br />

sowjetische Dokumente zur Geschichte der Repression sowie zahlreiche Zeugnisse ehemaliger<br />

Untergrundkämpfer und politischer Häftlinge.<br />

OKUPATSIOONI JA VABADUSVO ITLUSE MUUSEUM<br />

MUSEUM DER OKKUPATION UND DES FREIHEITSKAMPFES<br />

Toompea 8 | 10142 Tallinn | Estland<br />

Telefon +372 6 680250 | Fax +372 6 680251<br />

http://www.okupatsioon.ee | muuseum@okupatsioon.ee<br />

Das Okkupationsmuseum Tallinn wurde am 27. Juni 2003 aus Anlass des Jahrestages der ersten<br />

sowjetischen Besatzung 1940 eingeweiht. Das 1998 von der amerikanisch-estnischen Kistler-<br />

Ritso-Stiftung initiierte Projekt wurde als kompletter Neubau konzipiert, der das Museum mit<br />

einem Ort der Erinnerung vereint. Die Ausstellung zeigt einen chronologischen Abriss der drei<br />

Okkupationen Estlands im 20. Jahrhundert, angefangen von der sowjetischen Besatzung 1940/41<br />

über die Herrschaft der Nationalsozialisten zwischen 1941 und 1944 bis zur erneuten sowjetischen<br />

Okkupation nach dem Zweiten Weltkrieg. Anhand von offiziellen Zeugnissen und persönlichen<br />

Hinterlassenschaften ehemaliger Häftlinge und Verfolgter, die durch einen umfangreichen<br />

Einsatz audiovisueller Medien ergänzt werden, werden verschiedene Aspekte von Unterdrückung,<br />

Anpassung und Widerstand nachgezeichnet. Daneben führt das Okkupationsmuseum in Zusammenarbeit<br />

mit anderen Institutionen auch Seminare und Konferenzen durch.<br />

84<br />

BEISPIELE FÜR MUSEEN DES KOMMUNISMUS IN EUROPA


BEISPIELE FÜR MUSEEN DES KOMMUNISMUS IN EUROPA<br />

EIN ERFAHRUNGSBERICHT / FIELD REPORT<br />

VON MARC BARTUSCHKA, MARKUS BLEEKE, NANCY DRECHSLER, RAYK EINAX, SANDRA GREUEL, MARTIN JUNG,<br />

ULRIKE LIEBERKNECHT, DANIEL LOGEMANN, YVONNE ROGOLL, SEBASTIAN SCHLEGEL, DIMITRIJ TORIZIN, STEFAN<br />

WALLERNTIN UND NILS WIEGERT<br />

gekürzt / krátené:<br />

INHALTLICHE SCHWERPUNKTE<br />

Die meisten den bereits existierenden Museen, die sich mit der kommunistischen Ära auseinandersetzen,<br />

erheben den Anspruch, die kommunistische Epoche ihres Landes zu zeigen. (Deuschland<br />

/Jena, Berlin/, Polen /Warschau/, Tschechien /Prag, Pribram/, Ungarn /Budapest/, Rumänien<br />

/Sighet, Bukarest/, sowie Estland /Talinn/, Lettland /Riga/ und Vilnius, Merkine und Druskinkai in<br />

Litauen)<br />

Dies geschiet zumeist nicht umfassend, sondern bestimmte Zeiträume - wie etwa die vierziger<br />

bis sechziger jahre oder Aspekte der kommunistischen oder teilweise nationalsozialistischen bzw.<br />

faschistischen Zeit - domminieren den Ausstellungen. Lediglich das polnische SocLand Projekt<br />

plant eine umfassende Darstellung des Phänomens Kommunismus.<br />

Insgesamt stellt die Betrachtung des Kommunismus als Ideologie in den Ausstellungen eher die<br />

Ausnahme dar. Im Mittelpunkt stehen vielmehr die Erfahrung kommunistischer Repression, insbesondere<br />

im Zusammenhang mit der Etablierung der jeweligen Regime, die Opferperpektive und der<br />

Widerstand.<br />

Das Talliner Okkupationsmuseum versucht zudem in großen Teilen seiner Ausstellung durch die<br />

Präsentation entsprechender alltagskultureller Gegenstände, den Kommunismus als Lebenswelt<br />

zu erinnern. Das privatwirtschaftlich geführte Kommunismusmuseum in Prag beschränkt sich<br />

drauf, den Kommunismus - bar jeder geschichtswissenschaftlichen Fundierung - in Form eines<br />

absonderlichen, negativen Kuriositätenkabinetts „zu thematisieren“.Besonders in den baltischen<br />

Staaten steht der nationale Widerstand in Form von Partisanenbewegungen der vierziger und frühen<br />

fünfziger Jahre im Vordergrund. Bezugnahmen auf Opposition und Dissidenz der siebziger und<br />

achziger Jahre - nicht zuletzt in ihrer zivilgesellschaftlichen Ausprägung - finden sich hingegen<br />

auch über die baltischen Staaten hinaus seltener.<br />

In den Staaten des Baltikums wird die kommunistische Ära bis in die Gegenwart eher als russisch-imperiales<br />

Phänomen aufgefasst. „Russisch“ und „sowjetisch“ werden mitunter synonym<br />

gebraucht. Auch in Ungarn werden Kommunismus und Nationalsozialismus häufig ausschließlich<br />

als Phänomene von Fremdherrschaft dargestellt, denen Unterstützung aus dem Inneren eigent-<br />

Abb: Titelbild: Der Kommunismus im Museum<br />

Quellennachweis: Hg. Volker Knigge, Ulrich Mählert: Der<br />

Kommunismus im Museum, Böhlau Verlag 2005<br />

OBSAHOVÉ ŤAŽISKÁ<br />

Väčšina existujúcich múzeí, ktoré podávajú svedectvo o komunistickej ére, si uplatňuje nárok<br />

ukázať komunistickú epochu svojej krajiny. (Nemecko /Jena, Berlín/, Poľsko /Varšava/, Česká republika<br />

/Praha, Příbram/, Maďarsko /Budapešť/, Rumunsko /Siget, Bukurešť/, ako aj Estónsko /Tallin/,<br />

Lotyšsko /Riga/ a Viľňus, Merkine a Druskinai v Litve). Väčšinou to však nerobia komplexne, ale ich<br />

výstavám dominujú určité časové úseky, ako napr. štyridsiate až šesťdesiate roky alebo aspekty<br />

komunistickej alebo čiastočne národnosocialistickej resp. fašistickej doby. Zatiaľ iba poľský projekt<br />

SocLand sľubuje ucelené stvárnenie fenoménu komunizmu.<br />

Celkovo je vnímanie komunizmu ako ideológie na výstavách skôr výnimkou. Oveľa väčšia pozornosť<br />

sa sústreďuje na skúsenosti s komunistickou represiou, najmä v súvislosti s etablovaním terajších<br />

režimov, z pohľadu obetí a odporu.<br />

Tallinské Múzeum okupácie sa okrem toho vo veľkej časti svojej výstavy snaží prostredníctvom<br />

prezentácie kultúrnych predmetov pripomenúť každodenný život v komunizme. Súkromné Múzeum<br />

komunizmu v Prahe sa obmedzuje na to, že tému komunizmu spracováva vo forme neobvyklého,<br />

negatívneho kabinetu kuriozít, zbaveného akéhokoľvek historicko-vedeckého základu. Predovšetkým<br />

v pobaltských štátoch vystupuje do popredia národný odpor vo forme partizánskych hnutí<br />

štyridsiatych a začiatku päťdesiatych rokov. Odkazy na opozíciu a disent sedemdesiatych a osemdesiatych<br />

rokov – v neposlednom rade v jej občiansko-spoločenskej podobe – však aj za hranicami<br />

pobaltských štátov už môžeme nájsť len zriedkavo.<br />

V štátoch Pobaltia je aj v súčasnosti komunistická éra chápaná skôr ako fenomén ruského imperializmu.<br />

„Ruský“ a „sovietsky“ sa niekedy používajú ako synonymá. Aj v Maďarsku sú komunizmus a<br />

národný socializmus často prezentované výlučne ako fenomén cudzej nadvlády, ktorá zvnútra akoby<br />

vlastne nikdy nebola podporovaná. Všetky múzeá sa rôznymi spôsobmi snažia pripomínať alebo<br />

etablovať spoločenské skúsenosti. Avšak v sprostredkovaní, ako i v obsahoch takýchto skúseností<br />

existujú veľké rozdiely. Nápadné pritom je, že jasne prevažujú výklady národných dejín. V litovskom<br />

BEISPIELE FÜR MUSEEN DES KOMMUNISMUS IN EUROPA / EIN ERFAHRUNGSBERICHT<br />

85


lich nicht zuteil geworden sei. Alle Museen bemühen sich auf die eine oder andere Art, Gemeinschaftserfahrungen<br />

zu erinnern oder zu etablieren. In der Vermittlung wie in Bezug auf die Inhalte<br />

solcher Erfahrungen gibt es jedoch große Unterschiede. Auffällig war, dass nationale Narrative<br />

deutlich überwiegen. Im litauischen Museum der Genozidenopfer wie im lettischen Okkupationsmuseum<br />

steht der bewaffnette Widerstand gegen die sowjetische Besatzung nach dem zweitem<br />

Weltkrieg im Vordergrund.<br />

UMGANG MIT DEM ORT<br />

Bezüglich des Umgangs mit dem Ort lassen sich drei Haltungen voneinander unterscheiden.<br />

In Tallin ist an einem historisch unbelasteten, d.h. nicht konnotierten Ort eigens für das Okkupationsmuseum<br />

ein Neubau errichtet worden. Das Museum präsentiert sich architektonisch in<br />

moderner Gestalt und verzichtet auf Memorialelemente. Sofern seine <strong>Architektur</strong> überhaupt eine<br />

symbolische Funktion hat, verweist das gläserne Gebäude auf Transparenz als Charakteristikum<br />

von Demokratie. Symbolische Formen, die Bedrückung und Angst evozieren würden, wuden bewußt<br />

vermieden. Nicht die Vergangenheit in ihren belastenden Momenten soll architektonisch gedoppelt<br />

werden, das Museum will vielmehr Forum sein für die Bildung eines neuen Bewusstseins.<br />

Historische, jedoch gegen ihre ursprüngliche Funktion umgewidmete Orte finden sich bei den<br />

(geplanten) Museen in Warschau, Riga und Prag, aber auch in Litauen, Ungarn und Rumänien. So<br />

soll die künftige SocLand Austellung in Warschau in den Fundamenten des Kulturpalastes, dem<br />

Symbol stalinistischer Bevromundung und Kontrolle schlechthin, entstehen. Die Ausstellung des<br />

Okkupationsmuseums in Riga wurde bewusst in den Räumlichkeiten des ehemaligen Museums für<br />

die lettischen „Roten Schützen“ etabliert. Das ursprünglich für die Legitimation der kommunistischen<br />

Herrschaft errichtete Museumsgebäude ist gleischsam erobert und gegen seine ursprüngliche<br />

Funktion in Stellung gebracht worden. Für die Standortwahl des privatwirtschaftlich geführten<br />

Kommunismusmuseums in Prag waren touristischen Gesichtspunkte ausschlaggebend. Es<br />

befindet sich in hoch frequentierter Innenstadtlage in einem historisch nicht konnotierten Altbau.<br />

Auch die Museen in Vilnius, Budapest und Sighet sind an historischen Orten eingerichtet worden.<br />

Múzeu obetí genocíd, ako aj v lotyšskom Múzeu okupácie stojí v popredí ozbrojený odboj proti sovietskemu<br />

vojsku po druhej svetovej vojne.<br />

SPÔSOB ZAOBCHÁDZANIA S MIESTOM<br />

Pokiaľ ide o zaobchádzanie s miestom, môžeme hovoriť o troch odlišných stanoviskách. V Talline<br />

bola na historicky nezaťaženom mieste výhradne pre Múzeum okupácie vybudovaná novostavba.<br />

Múzeum sa architektonicky predstavuje v modernej forme a vzdáva sa symbolických spomienkových<br />

elementov. Ak má jeho architektúra vôbec nejakú symbolickú funkciu, tak je to sklenená<br />

budova odkazujúca na transparentnosť ako charakteristický znak demokracie. Symbolickým formám,<br />

ktoré by evokovali útlak a strach, sa architektúra stavby vedome vyhýba. Trpká príchuť<br />

minulosti nemá byť architektonicky zdôrazňovaná, naopak, múzeum má byť skôr prostriedkom<br />

pre budovanie nového povedomia. Historické miesta, ktoré pôvodne slúžili inému účelu, sa nachádzajú<br />

pri (plánovaných) múzeách vo Varšave, Rige a Prahe, ale aj v Litve, Maďarsku a Rumunsku.<br />

Takýmto spôsobom vzíde zo základov varšavského Paláca kultúry, symbolu stalinského poručníctva<br />

a kontroly, budúca výstava SocLand. Expozícia Múzea okupácie v Rige bola úmyselne umiestnená v<br />

priestoroch bývalého múzea lotyšských „červených strelcov“. Budova múzea, ktorá bola pôvodne<br />

zriadená pre potreby komunistickej vlády, bola tak povediac podmanená a použitá v úplnom rozpore<br />

s jej pôvodným účelom. Pri voľbe umiestnenia súkromného Múzea komunizmu v Prahe boli rozhodujúce<br />

turistické aspekty. Nachádza sa totiž na vysoko frekventovanom mieste v centre mesta v<br />

historicky nezaťaženej zástavbe.<br />

Aj múzeá vo Viľnuse, Budapešti a Sigete boli založené na historických miestach. Múzeum obetí<br />

genocídy vo Viľnuse sa nachádza v budove bývalej väznice z 19. storočia, ktorú používala sovietska<br />

tajná služba, ale aj gestapo. Vzniká dojem, že pri využití historických, resp. autentických miest<br />

sa iba čiastočne a selektívne berie ohľad na navzájom sa prekrývajúce a do seba zapadajúce historické<br />

významové roviny.<br />

86<br />

BEISPIELE FÜR MUSEEN DES KOMMUNISMUS IN EUROPA / EIN ERFAHRUNGSBERICHT


Das Genozidopfermuseum in Vilnius befindet sich in einem ehemaligen Gefängnisgebäude aus dem<br />

19. Jahrhundert, das sowohl vom sowjetischen Geheimdienst wie von der Gestapo genutzt wurde.<br />

Hinsichtlich des Umgangs mit den historischen bzw. authentischen Orten bleibt der Eindruck,<br />

dass diese sich überlagernden und ineinander geschnittenen vielschichtigen historischen Bedeutungsebenen<br />

häufig nur partiell und selektiv aufgearbeitet werden.<br />

UMGANG MIT DEM BESUCHER<br />

Der Umgang mit dem Besucher in den Museen lässt sich besonders gut am Beispiel der Eingangsbereiche<br />

veranschaulichen, anhand derer relativ schnell zu erkennen ist, ob ein Museum den<br />

Besucher eher einlädt, sich eigenverantwortlich und eigenständig mit der Vergangenheit auseinander<br />

zu setzen, oder ob er nicht zuletzt mittels symbolischer, teils emotionalisierender Mittel<br />

eher auf eine bestimmte Sichtweise eingestimmt werden soll.<br />

Das Haus des Terrors, eigentlich ein Gebäude des 19. Jahrhunderts, präsentiert sich dem Besucher<br />

noch vor seinem Betreten weniger als Museum denn als Monument. Seinen heutigen Namen<br />

düster an der Fassade unter dem Dach zeigend, sucht es dem umgebenden städtischen Umfeld<br />

gegenüber Bedrohung zu signalisieren.<br />

Museen in Vilnius und Budapest prägen die Besucher, noch bevor diese sich mit historischen<br />

Sachverhalten vertraut machen können, emotional vor. Ganz anders gestaltet ist hingegen die<br />

Eingangssituation in Sighet: Hier überfallen Gebäude und Ausstellung den Besucher nicht, sondern<br />

ein der eigentlichen Ausstellung vorgelagerter Raum lässt ihm Luft, fungiert gleichsam als<br />

»Schleuse« zwischen seiner Alltagswelt und dem Museum und erlaubt es ihm, sich eine erste<br />

Orientierung zu verschaffen und sich dann die Ausstellung auf eine ihm gemäße Weise anzueignen.<br />

Dem Besucher kann so deutlich werden, dass er zwar einen authentischen Ort betritt, ihm die<br />

Vergangenheit aber nicht nur unmittelbar und in authentischer Form, sondern auch in Form einer<br />

Ausstellung - und damit als Interpretation der Vergangenheit - gegenübertritt. Weil Emotionen in<br />

Sighet nicht zur Vorprägung von Besuchern erzeugt werden, sondern vielmehr aus der Beschäftigung<br />

mit den historischen Sachverhalten entstehen, können sie die Reflexion unterstützen,<br />

ZAOBCHÁDZANIE S NÁVŠTEVNÍKOM<br />

Zaobchádzanie s návštevníkom je možné najlepšie znázorniť na príklade vchodových priestorov,<br />

podľa ktorých sa relatívne rýchlo dá zhodnotiť, či múzeum návštevníka skôr pozýva, aby sa zodpovedne<br />

a samostatne vyrovnal s minulosťou, alebo či skôr pomocou symbolických, čiastočne emocionálnych<br />

prostriedkov nastavuje na určitý spôsob vnímania.<br />

Dom teroru, budova z 19. storočia, sa návštevníkovi ešte pred vstupom javí nie ako múzeum, ale<br />

ako monument. Ukazujúc bezútešne svoje meno na fasáde pod strechou, snaží sa voči okolitému<br />

mestskému prostrediu signalizovať nebezpečenstvo.<br />

Múzeá vo Viľnuse a Budapešti sa snažia svojich návštevníkov emocionálne ovplyvniť ešte skôr, než<br />

sa oboznámia s historickými skutočnosťami. Celkom iná je oproti tomu vchodová časť v Sigete: tu<br />

budova a výstava návštevníka neprepadnú, ale priestor, nachádzajúci sa pred vlastnou výstavou,<br />

ho necháva dýchať, funguje ako medzipriestor medzi jeho každodenným svetom a múzeom, necháva<br />

ho zorientovať sa a zoznámiť sa s výstavou spôsobom, ktorý mu najviac vyhovuje. Návštevník tak<br />

spozná, že vstúpil na autentické miesto, kde mu je minulosť predostretá priamo, v autentickej<br />

forme, ale zároveň vo forme výstavy, ako interpretácia minulosti. Keďže emócie vznikajú v Sigete<br />

ako dôsledok zaoberania sa historickými skutočnosťami a nie sú vytvárané za účelom ovplyvňovania<br />

návštevníkov, môžu podporovať reflexiu, ktorú však v žiadnom prípade nechcú nahrádzať.<br />

Pri porovnávaní rôznych skúseností z múzeí bolo stále jasnejšie, že vytváranie emócií a<br />

spoluúčasti slúžia ako hlavné prostriedky na vyrovnanie sa s komunistickou minulosťou, ktoré sa<br />

preto používajú náležite často a s očividnou samozrejmosťou.<br />

ZAOBCHÁDZANIE S REÁLIAMI<br />

Toto čiastočne drastické ovplyvňovanie návštevníka, ktoré má za cieľ skôr ho odzbrojiť, ako ho<br />

informovať, určitým spôsobom pokračuje využívaním vystavovaných exponátov. Zatiaľ čo v Sigete<br />

BEISPIELE FÜR MUSEEN DES KOMMUNISMUS IN EUROPA / EIN ERFAHRUNGSBERICHT<br />

87


wollen diese aber keineswegs ersetzen.<br />

Nach der vergleichenden Reflexion der verschiedenen Museumserfahrungen wurde zunehmend<br />

deutlich, dass die Erzeugung von Emotionalität und Betroffenheit ein Hauptmittel zur Auseinandersetzung<br />

mit der kommunistischen Vergangenheit ist, das entsprechend häufig und wie selbstverständlich<br />

angewandt wird.<br />

UMGANG MIT DEN REALIEN<br />

Der eher auf Überwältigung denn auf Aufklärung zielende, teils recht drastische Umgang mit dem<br />

Besucher setzt sich in gewisser Weise im Umgang mit den Realien fort.<br />

Während Realien in Sighet tragende Elemente der Ausstellung sind und in ihrer Herkunft und Bedeutung<br />

entsprechend benannt und erläutert werden, stellt sich die Ausstellung im Budapester<br />

Haus des Terrors als Abfolge von Inszenierungen dar, in denen Exponate teils ohne Bezeichnung,<br />

ohne Erklärung und ohne Katalog- bzw. Fundnummer ausgestellt werden. Im Okkupationsmuseum<br />

in Tallinn bleibt das Erschließen von Geschichten, die mit den Objekten verbundenen sind, häufig<br />

rudimentär oder die Anordnung von Realien folgt weniger historischen als ästhetischen Prinzipien.<br />

DAS VERHÄLTNIS VON WISSENSVERMITTLUNG UND GEDENKEN<br />

Das Verhältnis von Wissensvermittlung durch die jeweiligen historischen Ausstellungen und<br />

Gedenken im engeren Sinn stellt sich in den verschiedenen Museen sehr unterschiedlich dar. Im<br />

Haus des Terrors in Budapest wird der eigentlichen Wissensvermittlung durch die Ausstellung<br />

das Opfergedenken vorangestellt. Die Ausstellung lässt sich gar nicht betreten, ohne an den<br />

Gedenkstellen für die Opfer des faschistischen Pfeilkreuzlerregimes und der kommunistischen<br />

Diktatur vorbeizugehen. Zugespitzt formuliert wird Gedenken hier bereits verordnet, bevor sich<br />

sein Sinn aus der genauen Beschäftigung mit der verbrecherischen Vergangenheit im Sinne einer<br />

bewussten Entscheidung überhaupt ergeben kann. Ähnlich verhält es sich in Riga, wo in der nachsú<br />

tieto reálie kľúčovými piliermi výstavy, ktorých pôvod a význam boli náležite pomenované a vysvetlené,<br />

výstava v budapeštianskom Dome teroru sa javí ako sled inscenácií, v ktorých sú exponáty<br />

vystavované čiastočne bez označenia, bez vysvetlenia a bez katalógového čísla. V tallinskom<br />

Múzeu okupácie je výklad dejín, ktoré sú s vystavovanými objektmi spojené, často nedostatočný.<br />

Exponáty sú zároveň zoradené skôr podľa estetických ako historických princípov.<br />

POMER SPROSTREDKOVANIA VEDOMOSTÍ A SPOMIENOK<br />

Vzťah medzi sprostredkovaním vedomostí prostredníctvom dejepisnej výstavy a spomienkami v<br />

užšom zmysle sa v rôznych múzeách prejavuje odlišne. V Dome teroru v Budapešti je pamiatka<br />

obetí uprednostnená pred vlastným sprostredkovaním vedomostí prostredníctvom výstavy. Vstup<br />

na výstavu bez toho, aby návštevník obišiel pamätné miesta obetiam fašistického režimu a komunistickej<br />

diktatúry, ani nie je možný. Inak povedané, spomienky sú tu naordinované skôr, ako môže<br />

z presného výkladu zločinnej minulosti v zmysle vedomého rozhodnutia vôbec vyjsť najavo ich význam.<br />

Podobná je situácia v Rige, kde je v gulagovom baraku vystavený veniec na pamiatku obetí.<br />

Múzeum v Sigete naproti tomu oddeľuje oblasť výstavy od spomienkovej resp. meditačnej<br />

zóny. Zatiaľ čo výstava sa nachádza v budove bývalej väznice, spomienková zóna je zabudovaná<br />

polovičným zapustením do zeme v jej vnútornom nádvorí. Cesta tam je lemovaná stenou, na ktorej<br />

sú nápisy s menami obetí komunistickej represie. Priestor samotný je koncipovaný ako miesto<br />

pokoja: je preklenutý kupolou, svetlo padá cez krížový otvor na vodnú nádrž, na ktorej môžu byť<br />

zapálené sviečky. Spomienky sú návštevníkom ponúknuté a umožnené ako dôsledok zaoberania sa<br />

minulosťou, nie však predstierané alebo nanútené. Vyplývajú z historického pohľadu a sú individuálnym,<br />

dobrovoľným aktom.<br />

88<br />

BEISPIELE FÜR MUSEEN DES KOMMUNISMUS IN EUROPA / EIN ERFAHRUNGSBERICHT


gebauten GULag-Baracke auch ein Kranz zum Gedenken an die Opfer ausgelegt ist.<br />

Das Museum in Sighet hingegen trennt die Sphären der Ausstellung und des eigentlichen Gedenkbzw.<br />

Meditationsraums. Während sich die Ausstellung im Gebäude des ehemaligen Gefängnisses<br />

befindet, ist der Gedenkraum in dessen Innenhof halb in die Erde eingelassen gebaut worden. Der<br />

Weg dorthin wird von einer Wand gesäumt, auf der Namen von Opfern der kommunistischen Repression<br />

zu lesen sind. Der Raum selbst ist als Ort der Stille konzipiert: Von einer Kuppel überspannt,<br />

fällt Licht durch eine kreuzförmige Öffnung auf ein Wasserbecken, an dem Kerzen entzündet<br />

werden können. Gedenken wird dem Besucher so als Konsequenz der Beschäftigung mit der<br />

Vergangenheit angeboten und ermöglicht, nicht aber vorgegeben oder aufgenötigt. Es folgt aus<br />

historischer Einsicht und ist ein individueller, freiwilliger Akt.<br />

RESUMÉ<br />

Beim Umgang mit dem Ort erscheinet es wünschenswert, authentische Orte als „Denkmale aus<br />

der Zeit“ in ihrer Vielschichtigkeit ernst zu nehmen, zu bewahren und zu erschließen und sie<br />

entsprechend besuchbar und lesbar zu machen. Historische Spuren sind in ihrer Authentizität<br />

sprechender und von größerer Berührungskraft als jede noch so überwältigende Inszenierung<br />

der Vergangenheit. Inszenierungen, die in den erkundeten Museen immer im Namen historischer<br />

Authentizität vorgeführt worden sind, verdecken zugleich, dass es sich bei jeder Form musealer<br />

Repräsentation von Vergangenheit nie um Authentisches im eigentlichen Sinne handelt, sondern<br />

um Formen der Interpretation von Geschichte.<br />

Es ist auch wichtig, Räume des Rückzugs für Nachdenklichkeit und Selbstreflexion, also Orte der<br />

Ruhe und Selbstbesinnung anzubieten. Bedeutsam erscheint ebenso, Besuchern Unterstützung<br />

und Raum zu geben, ihre eigene historische Vorstellungskraft - auch im Sinne von Empathie mit<br />

den Opfern - zu entwickeln und zu nutzen.<br />

Rezeptives Abschreiten von Vitrinen, Schautafeln oder szenografischen Inszenierungen war der<br />

Grundmodus der Auseinandersetzung mit der ausgestellten Vergangenheit. Wissensvermittlung<br />

und die Möglichkeit zum Gedenken sind wesentliche Elemente an Orten, wo Unrechts-, Verfol-<br />

RESUMÉ<br />

Pri zaobchádzaním s miestom je potrebné vnímať autentické miesta a ich komplexnosť ako<br />

„pamätníky minulosti“. Zároveň je nutné ich chrániť, sprístupniť a urobiť navštevovateľnými a<br />

čitateľnými. Historické stopy sú vo svojej autenticite výraznejšie a ich sila dotknúť sa človeka je<br />

väčšia ako akékoľvek násilné inscenovanie minulosti. Inscenácie, ktoré boli v skúmaných múzeách<br />

vždy predvádzané v mene historickej autenticity, zároveň zakrývajú, že pri akejkoľvek forme<br />

muzeálnej reprezentácie minulosti nikdy nejde o autentickosť v pravom zmysle slova, ale o formy a<br />

interpretáciu dejín.<br />

Je zároveň dôležité ponúknuť miestnosti, ktoré umožňujú návštevníkovi sebareflexiu a dávajú mu<br />

priestor na premýšľanie, teda miesta odpočinku a zamyslenia nad sebou samým. Takisto je podstatné<br />

dať návštevníkom priestor, ktorý by ich podporoval vo vytváraní a využívaní svojej vlastnej<br />

historickej predstavivosti, aj v zmysle súcitu s obeťami.<br />

Receptívne obchádzanie vitrín, tabúľ či scénografických inscenácií bolo základným princípom<br />

výkladu vystavovanej minulosti. Sprostredkovanie poznatkov a možnosť zamyslenia sú významnou<br />

súčasťou miest, ktoré rozprávajú o neprávosti, prenasledovaní a násilí a kde sa spomína<br />

na ich obete. Z tohto dôvodu musia múzeá bezpodmienečne umožňovať oboje. Sprostredkovanie<br />

dejepisných vedomostí a poznanie historických skutočností by však malo byť nadradené spomínaniu<br />

a zamysleniu, aby sa mohlo stať aktom vlastného rozhodovania. Emócie sa potom nestávajú<br />

samoúčelnými, ale sú výsledkom vyrovnania sa s minulosťou. Ostávajú tak prístupné reflexii a<br />

môžu ju zintenzívniť. Vedomosti a pamiatky by nemali byť mechanizované, prednostné emocionálne<br />

odzbrojovanie nesmie byť zamieňané s hlbším porozumením a väčšou pripravenosťou na prevzatie<br />

zodpovednosti. Spomínanie na obete by nemalo vyraďovať ani zovšeobecňovať.<br />

Všeobecne sú žiadané múzeá, ktoré sami seba chápu ako súčasť procesu. To znamená, že by<br />

prostredníctvom výskumu a skúseností s návštevníkmi mali byť pripravené na konfrontáciu, byť<br />

schopné sa ďalej vyvíjať a stať sa tak príkladom premýšľania o súčasnej spoločnosti a vlastnej<br />

BEISPIELE FÜR MUSEEN DES KOMMUNISMUS IN EUROPA / EIN ERFAHRUNGSBERICHT<br />

89


gungs- und Gewaltgeschichten erzählt und deren Opfer erinnert werden. Aus diesem Grund ist es<br />

unabdingbar, in den Museen beides zu ermöglichen, jedoch sollte die Vermittlung des historischen<br />

Wissens, die Kenntnis der historischen Sachverhalte, dem Gedenken vorangehen, damit es ein<br />

begründeter Akt eigener Entscheidung werden kann. Emotionen sind dann kein Selbstzweck, sondern<br />

Ergebnis der Auseinandersetzung mit der Geschichte. Sie bleiben der Reflexion zugänglich<br />

und können diese ihrerseits intensivieren. Weder Wissen noch Gedenken sollten instrumentalisiert<br />

werden, vordergründige emotionale Überwältigung nicht mit einem tieferen Verständnis und<br />

einer größeren Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung verwechselt werden. Das Gedenken<br />

an die Opfer sollte weder ausschließen noch generalisieren.<br />

Grundsätzlich sind Museen wünschenswert, die sich selbst als im Prozess befindlich begreifen.<br />

Das heißt: Sie sollten bereit sein, sich durch Forschung und Erfahrungen mit den Besuchern<br />

infrage zu stellen und sich weiterzuentwickeln und somit selbst ein Vorbild dafür sein, die Gegenwartsgesellschaft<br />

und die eigene Position darin zu überdenken.<br />

Transparenz in Bezug auf die Ausstellungskonzepte und die diesen wiederum zugrunde liegenden<br />

Motive ist genauso unabdingbar wie Transparenz in Bezug darauf, dass Ausstellungen nicht absolute<br />

Wahrheiten, sondern Interpretationsangebote sind, die ihre eigenen Grundlagen offen legen<br />

müssen.“<br />

Quellennachweis: Ein studentischer Erfahrungsbericht; Der Kommunismus im Museum; Der Kommunismus im Museum; Böhlau Verlag<br />

2005, S. 194 -223, gekürzt<br />

pozícii v nej.<br />

Transparentnosť výstavných konceptov a motívov, ktoré im predchádzajú, je takisto nevyhnutná<br />

ako transparentnosť ohľadom toho, že výstavy neponúkajú absolútnu pravdu, ale interpretáciu,<br />

ktorej základy musia byť odhalené.“<br />

Zdroj:Ein studentischer Erfahrungsbericht; Der Kommunismus im Museum; Der Kommunismus im Museum; Böhlau Verlag 2005, s.194-<br />

223, krátené<br />

90<br />

BEISPIELE FÜR MUSEEN DES KOMMUNISMUS IN EUROPA / EIN ERFAHRUNGSBERICHT


Abb. 1.-8.: Ľubo Stacho: Die Geschichte eines Schaufensters, 80er Jahre<br />

Quellennachweis: Bratislava by the Backdoor 1918-2005; Hrsg. Fotofoto and the Central European House of Photography, Bratislava, Slovakia 2005<br />

Abb. 9.-16.: Ľubo Stacho: Aus dem Zyklus: Haus, in dem ich wohne: Čajakova Str. 1981-1983<br />

Quellennachweis: Bratislava by the Backdoor 1918-2005; Hrsg. Fotofoto and the Central European House of Photography, Bratislava, Slovakia 2005


Abb.: Václav Havel als Lagerarbeiter; Prag, 1971; Foto: Jiří Bednář; Quellennachweis: Hg. Heidrun Hamersky: Gegenansichten, Christoph Links Verlag, Berlin 2005


ZUSAMMENHÄNGE: OSTBLOCK 1953-1991<br />

OSTDEUTSCHLAND, POLEN, UNGARN, SOWIETUNION, TSCHECHOSLOWAKEI<br />

AKTION UND REAKTION<br />

Das Regime, welches in der Tschechoslowakei 40 Jahre regiert hat, war kein solitäres „Projekt“<br />

in der Politikgeschichte. Totalitäre Herrschaftsformen kennt die Geschichte nahezu jedes Landes,<br />

unter totalitärer kommunistischer Herrschaft mussten Länder auf drei Kontinenten bestehen.<br />

Impulsgeber Moskau und Milionen, bzw. Miliarden von Menschen, die von jeder Entscheidung betroffen<br />

sind.<br />

Das Gesetz der Aktion und Reaktion gilt auch in der Gesellschaft. Die Freiheiteinschränkungen,<br />

die das Regime mit sich trug, stoßen auf Widerstand. Dieser fand meist auf intellektueller, künstlerischer<br />

und friedlicher Ebene statt. Nichtsdestotrotz wurde er von Seiten des Regimes hart<br />

bekämpft.<br />

Jedes der betroffenen Länder hat seine eigene Widerstandsgeschichte. Es war schon schwierig,<br />

sich im eigenen Land zu einer Widerstandsbewegung zu formen, eine grenzenübergreifende Zusammenarbeit<br />

war daher fast unmöglich. Einen gewissen Informationsfluss konnten die staatlichen<br />

Sicherheitsdienste allerdings nicht unterbinden, und so findet man auch in der Geschichte<br />

des Widerstandes Parallelen und gegenseitige Unterstützung.<br />

Die folgende Tabelle zeigt grobe Zusammenhänge zwischen den vier mitteleuropäischen Ländern<br />

und der damaligen Sowjetunion, und deren einzelne und gemeinsame Aktionen in der Politik sowie<br />

Reaktionen der Welt der Andersdenkenden.<br />

Parallele Entwicklungen waren auch für den Fall des Kommunismus im Jahr 1989 symptomatisch.<br />

In einem gewissen Zeitabschnitt kam es in allen (europäischen) kommunistischen Ländern zu einem<br />

Fall der Machthaber.<br />

Die einzelnen Ereignisse beeinflussten sich gegenseitig - ein Zusammenhang ist unbestreitbar.<br />

Dennoch konnte keine richtige Zusammenarbeit des Widerstandes erwachsen.<br />

Die überraschende Friedlichkeit der Revolution und das „sanfte“ Abrechnen mit den Verantwortlichen<br />

(„Strich hinter der Vergangenheit ziehen, und in die Zukunft schauen.“) basiert vermutlich<br />

auf der 40jährigen pazifistischen Geschichte des Widerstandes der Intellektuellen.<br />

Abb.: Gustáv Husák; Tschechoslowakischer Präsident<br />

1971-1989<br />

Quellennachweis: www.learntoquestion.com<br />

AKCIA A REAKCIA<br />

Režim, ktorý v československu vládol 40 rokov, nebol solitárnym „projektom“ politickej histórie. Totalitnú<br />

nadvládu poznajú dejiny každej krajiny, komunistickú mohli spoznať štáty troch kontinentov.<br />

Strojca impulzov Moskva a milióny, resp. miliardy ľudí, ktorých sa každé rozhodnutie osobne<br />

dotýka.<br />

Zákon akcie a reakcie platí aj pre spoločnosť. Obmedzovania slobody, ktoré tento režim so sebou<br />

priniesol, narážajú na odpor. Tento sa uskutočňuje predovšetkým v intelektuálnej, umeleckej a<br />

pacifistickej rovine. Napriek tomu je hrubo potlačovaný.<br />

Každá z poznačených krajín má vlastné dejiny odporu. Bolo ťažké formovať nejaké hnutie odporu<br />

už vo vlastnej krajine, cezhraničná spolupráca bola takmer nemožná. Avšak istý tok informácií<br />

sa štátnym bezpečnostným slžbám nepodarilo pretrhnúť, a tak aj v dejinách odporu možno nájsť<br />

paralely a vzájomnú podporu.<br />

Nasledujúca tabuľka ukazuje hrubý obrys súvislostí medzi štyrmi stredoeurópskymi štátmi a<br />

vtedajším Sovietskym zväzom, ich jednotlivé ale aj spoločné politické akcie a reakcie sveta inak<br />

mysliacich. Tento vývoj bol symptomatický pre pád komunizmu roku 1989. S istým časovým odstupom<br />

k nemu prišlo vo všetkých (európskych) krajinách. Jednotlivé udalosti sa navzájom ovplyvňovali<br />

a súvislosť medzi nimi je evidentná. Napriek tomu naozajstná spolupráca Odporu tiež nenastala.<br />

Aj prekvapivá mierumilovnosť revolúcie, ako aj „nežné“ vyrovnanie sa so zodpovednými („hrubá<br />

čiara za minulosťou, hľadenie do budúcnosti“) je pravdepodobne výsledkom viacmenej pacifistického<br />

odporu intelektuálov.<br />

Abb.: Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen in die<br />

Tschechoslowakei, Bratislava, 21. August 1968, Foto:<br />

Laco Bielik<br />

Quellennachweis: Bratislava by the Backdoor 1918-<br />

2005; Hrsg. Fotofoto and the Central European House<br />

of Photography, Bratislava, Slovakia 2005<br />

Abb.: Generalprobe für das Jahr 1989, Kerzendemonstration,<br />

Bratislava, 25. März 1988<br />

Quellennachweis: Hg. Heidrun Hamersky: Gegenansichten,<br />

Christoph Links Verlag, Berlin 2005<br />

ZUSAMMENHÄNGE: OSTBLOCK 1953-1991<br />

93


Abb.: Tschechoslowakisch-polnisches Geheimtreffen: Mitglieder der KSS “KOR” trafen sich an der tschechoslowakisch-polnischen Grenze mit Vertreten der Charte 77 um gegenseitige<br />

Informationsaustausch zu organisieren und Aktionen abzusprechen, V.l.n.r. Jacek Kuron (stehend). Marta Kubišová, Vácav Havel, Adam Michnik, Antoni Macierewiczt<br />

Riesengebirge, 1978, Foto: Jiří Bednář<br />

Quellennachweis: Hg. Heidrun Hamersky: Gegenansichten, Christoph Links Verlag, Berlin 2005


OFFIZIELLES GESCHEHEN<br />

WIDERSTAND<br />

OFFIZIELES GESCHEHEN / OFICIÁLNE UDALOSTI OFFIZIELES GESCHEHEN / OFICIÁLNE UDALOSTI OFFIZIELES GESCHEHEN<br />

UdSSR: 5. März<br />

Josef Stalin stirbt.<br />

DDR: 17. Juni<br />

Der Arbeiter-Aufstand in<br />

Ost-Berlin und 72 anderen<br />

Städten der DDR gegen das<br />

kommunistische Regime wird<br />

niedergeschlagen.<br />

UdSSR: 25. Februar<br />

XX. Parteitag der KPdSU:<br />

In einer Geheimrede enthüllt<br />

Generalsekretär Nikita<br />

Chruschtschow Stalins Verbrechen.<br />

Beginn der Entstalinisierung<br />

und des politischen<br />

„Tauwetters”.<br />

Polen: 28. Juni<br />

Arbeiteraufstand in Posen.<br />

Etwa 100.000 Menschen<br />

nehmen an den Protesten<br />

teil. Der Aufstand wird durch<br />

die polnische Armee blutig<br />

unterdrückt.<br />

Ungarn: 4. November<br />

Der ungarische Volksaufstand<br />

unter Führung von Imre<br />

Nagy wird durch sowjetische<br />

Truppen niedergeschlagen.<br />

Mehrere tausend Menschen<br />

kommen ums Leben, etwa<br />

200.000 Ungarn fliehen nach<br />

Westeuropa.<br />

Ungarn: 16. Juni Hinrichtung<br />

des ungarischen Ministerpräsidenten<br />

Imre Nagy.<br />

UdSSR: Oktober<br />

Literatur-Nobelpreis an Boris<br />

Pasternak. Hetzkampagne in<br />

der Presse und Ausschluss<br />

aus dem Schriftstellerverband<br />

folgen. Pasternak wird gezwungen,<br />

den Preis<br />

abzulehnen.<br />

ZSSR: 5. marec<br />

Zomiera Jozef Stalin.<br />

NDR: 17. Jún<br />

Robotnícke povstanie vo<br />

Východnom Berlíne a v 72<br />

ďalších mestách v NDR namierené<br />

proti komunistickému<br />

režimu boli potlačené.<br />

ZSSR: 25. február<br />

XX. zjazd KSSZ:<br />

V tajnom prejave odkryl generálny<br />

tajomník Nikita Chruščov<br />

Stalinove zločiny. Začiatok<br />

“odstalinizovania” spoločnosti<br />

a zároveň nastup politického<br />

„odmäkku“.<br />

Poľsko: 28. jún<br />

Robotnícke povstanie v Poznani.<br />

Približne 100 000 ľudí<br />

sa zúčastňuje na protestoch.<br />

Povstanie je krvavo potlačené<br />

poľskou armádou.<br />

Maďarsko: 4. november<br />

Maďarské národné povstanie<br />

pod vedením Imre Nagya je<br />

potlačené sovietskymi vojakmi.<br />

Tisícky ľudí prišlo o život,<br />

približne 200.000 Maďarov<br />

utieklo do Západnej Európy.<br />

Maďarsko: 16. jún<br />

Poprava maďarského predsedu<br />

vlády Imre Nagya.<br />

ZSSR: október<br />

Nobelova cena za literatúru<br />

udelená Borisovi Pasternakovi.<br />

Nasledovala politická kampaň<br />

v tlači a vylúčenie zo zväzu<br />

spisovateľov. Pasternak je<br />

prinútený cenu odmietnuť.<br />

UdSSR<br />

Der russische Dichter Nikolaj<br />

Glaskow benutzt seit den späten<br />

1940er Jahren den Begriff<br />

„Samsebjaisdat” (sich selbst<br />

herausgeben). „Samisdat”<br />

wird fortan zum Begriff für<br />

unzensierte literarische Werke.<br />

UdSSR: Sommer<br />

Künstlergruppe „Lianosowo”<br />

mit Wohnungsausstellungen<br />

im Vorort von Moskau.<br />

1950er JAHRE<br />

ZSSR<br />

Ruský básnik Nikolaj Glaskov<br />

používa už od 40-tych rokov<br />

slovný zvrat „Samsebjaisdat”<br />

(seba vydať). „Samizdat” sa<br />

stáva výrazom pre necenzúrovanú<br />

tvorbu vo vlastnom<br />

náklade.<br />

1953<br />

1956<br />

ZSSR: leto<br />

1957<br />

Umelecká skupina „Lianosovo”<br />

poriada bytové výstavy na<br />

predmestí Moskvy.<br />

1958<br />

WIDERSTAND / ODPOR WIDERSTAND / ODPOR WIDERSTAND / ODPOR WIDERSTAND / ODPOR WIDERSTAND / ODPOR<br />

ZUSAMMENHÄNGE: OSTBLOCK 1953-1991<br />

95


OFFIZIELES GESCHEHEN / OFICIÁLNE UDALOSTI OFFIZIELES GESCHEHEN / OFICIÁLNE UDALOSTI OFFIZIELES GESCHEHEN<br />

1959<br />

1960er JAHRE<br />

1960<br />

1961<br />

1962<br />

1963<br />

1964<br />

DDR: 13. August<br />

Bau der Berliner Mauer.<br />

UdSSR<br />

Alexander Solschenizyns<br />

Erzählung „Ein Tag im Leben<br />

des Iwan Denissowitsch”<br />

erscheint mit ausdrücklicher<br />

Genehmigung Chruschtschows.<br />

Der Text gilt als<br />

bedeutender Beitrag zur Bewältigung<br />

der stalinistischen<br />

Vergangenheit n der UdSSR.<br />

UdSSR: Dezember<br />

Kunst-Ausstellung in der „Manege”<br />

(Moskau). Chruschtschows<br />

Besuch der Ausstellung<br />

führt zur Diffamierung<br />

nonkonformistischer Künstler<br />

in der Presse.<br />

CSSR: 27./28. Mai<br />

Kafka-Konferenz im tschechischen<br />

Liblice markiert<br />

den Beginn einer liberaleren<br />

Einstellung gegenüber der<br />

Literatur.<br />

UdSSR: 13. März<br />

Josef Brodskij wird zu fünf<br />

Jahren Verbannung in einem<br />

nordrussischen Dorf verurteilt.<br />

UdSSR: 14. Oktober<br />

Nikita Chruschtschow wird<br />

vom ZK abgesetzt, sein<br />

Nachfolger als Generalsekretär<br />

der KPdSU wird Leonid<br />

Breschnew.<br />

NDR: 13. august<br />

Postavenie Berlínskeho múru.<br />

ZSSR<br />

Poviedka Alexandra Solženicina<br />

„Jeden deň v živote Ivana<br />

Denisoviča” vyšla s výraznou<br />

podporou Chruščova. Text<br />

slúžil na prekonanie Stalinovej<br />

éry v ZSSR.<br />

ZSSR: december<br />

Umelecká výstava v „Manéži”<br />

(Moskva). Chruščovová<br />

návšteva výstavy viedla ku hanobeniu<br />

nekonformných umelcov<br />

v tlači.<br />

ČSSR: 27./28. mMáj<br />

Konferencia Franza Kafku v<br />

českých Libliciach označovala<br />

začiatok liberálneho postoja<br />

ku literatúre.<br />

ZSSR: 13. marec<br />

Jozef Brodskij je odsúdený na<br />

5 ročné vyhnanstvo v severoruskej<br />

dedine.<br />

ZSSR: 14. október<br />

Nikita Chruščov je zosadený<br />

z ÚK, jeho nástupca na post<br />

generálneho tajomník KSSZ sa<br />

stal Leonid Brežnev.<br />

UdSSR: Herbst<br />

„Sintaksis”, die erste russische<br />

Samisdat-Zeitschrift<br />

erscheint.<br />

UdSSR: 30. Mai<br />

Boris Pasternak stirbt in Peredelkino<br />

bei Moskau.<br />

Polen: 14. März<br />

Offener Brief von 34 polnischen<br />

Schriftstellern und<br />

Wissenschaftlern an Premierminister<br />

Cyrankiewicz, in dem<br />

sie das Recht auf Kritik fordern<br />

und gegen die Verschärfung<br />

der Zensur protestieren.<br />

ZSSR: jeseň<br />

Vzniká „Sintaksis”, prvý ruský<br />

samizdatový časopis.<br />

ZSSR: 30. máj<br />

Boris Pasternak zomiera v<br />

Peredelkine pri Moskve.<br />

Poľskok: 14. marec<br />

Otvorený list 34. poľských<br />

spisovaťeľov a vedcov premérovi<br />

Cyrankieviczovi, v<br />

ktorom sa dožadujú práva na<br />

kritiku a vyjadrujú sa proti<br />

zostrenia cenzúry.<br />

WIDERSTAND / ODPOR WIDERSTAND / ODPOR WIDERSTAND / ODPOR WIDERSTAND / ODPOR WIDERSTAND / ODPOR<br />

96<br />

ZUSAMMENHÄNGE: OSTBLOCK 1953-1991


OFFIZIELES GESCHEHEN / OFICIÁLNE UDALOSTI OFFIZIELES GESCHEHEN / OFICIÁLNE UDALOSTI OFFIZIELES GESCHEHEN<br />

Polen: Juni<br />

In Verbindung mit der Verhaftung<br />

und Verurteilung von<br />

Kurort und Modzelewski zu<br />

mehrjährigen Gefängnisstrafen<br />

verstärkt das Regime den<br />

ideologischen Druck auf die<br />

Universitäten.<br />

UdSSR: Februar<br />

Andrej Sinjawskij und Julij<br />

Daniel wegen literarischer<br />

Veröffentlichungen im Westen<br />

zu sieben und fünf Jahren<br />

Lagerhaft verurteilt.<br />

CSSR: Juni<br />

IV. Kongress des tschechoslowakischen<br />

Schriftstellerverbandes,<br />

auf dem Solschenizyns<br />

Brief verlesen wird.<br />

UdSSR: Januar<br />

Prozess gegen Alexander<br />

Ginsburg und Jurij Galanskow.<br />

Polen: März<br />

Adam Mickiewiczs dramatische<br />

Dichtung „Totenfeier” erhält<br />

im Warschauer Nationaltheater<br />

Aufführungsverbot.<br />

Polen: Herbst<br />

Infolge einer antisemitischen<br />

Diffamierungskampagne<br />

verlassen rund 12.000 Intelektuelle,<br />

darunter Leszek<br />

Kotakowski, das Land.<br />

Poľsko: jún<br />

V súvislosti so zatknutím a<br />

odsúdením Kurorta a Modzelewskiho<br />

na viacročné<br />

väzenské tresty sa zosilnil<br />

ideologický vplyv na univerzity.<br />

ZSSR: február<br />

Andrej Sinjawskij a Julij<br />

Daniel sú kvôli literárnemu<br />

publikovaniu na Západe<br />

odsúdení na sedem a päť rokov<br />

väzenia.<br />

ČSSR: jún<br />

Na IV. Kongrese Česko-slovenského<br />

zväzu spisovateľov je<br />

prečítaný Solženicynov list.<br />

ZSSR: január<br />

Proces proti Alexandrovi<br />

Ginsburgovi a Jurijovi Galanskowovi.<br />

Poľsko: marec<br />

Dramatické báseň Adama<br />

Mickiewicza „Pohrebná<br />

slávnosť” bola vo Varšavskom<br />

Národnom Divadle zakázaná.<br />

Poľsko: jeseň<br />

Následkom antisemitskej<br />

poškodzovacej kampane<br />

opustilo krajinu okolo 12.000<br />

intelektuálov, medzi nimi aj<br />

Leszek Kotakowski.<br />

UdSSR: Januar<br />

SMOG, Gruppe unabhängiger<br />

Künstler und Schriftsteller in<br />

Moskau gegründet.<br />

Polen: Frühjahr Offener Brief<br />

von Jacek Kurort und Karol<br />

Modzelewski an die Partei, in<br />

dem sie eine Arbeiterdemokratie<br />

fordern.<br />

UdSSR: Herbst<br />

Alexander Ginsburg gibt das<br />

„Weißbuch” über den Prozess<br />

gegen Sinjawskij und Daniel<br />

heraus.<br />

UdSSR<br />

130.000 Menschen unterzeichnen<br />

die Petition zur<br />

Rehabilitation der Krim-<br />

Tataren.<br />

Polen<br />

Die konspirative Gruppe<br />

„Ruch” gibt seit 1966 ein<br />

„Bulletin” heraus, in dem u.a.<br />

ein unabhängiger polnischer<br />

Staat gefordert wird.<br />

UdSSR: 16. Mai<br />

Alexander Solschenizyn<br />

fordert in einem Offenen<br />

Brief an den sowjetischen<br />

Schriftstellerkongress die<br />

Abschaffung der Zensur.<br />

Polen: 23.-30. März<br />

Landesweite Studentenproteste,<br />

die sich zu einer<br />

politischen Krise entwickeln.<br />

UdSSR: 30. April<br />

Erste Ausgabe der „Chronik<br />

der laufenden Ereignisse”<br />

erscheint im Samisdat. Sie<br />

dokumentiert Verletzungen<br />

der Menschenrechte.<br />

ZSSR: január<br />

SMOG, Skupina nezávislých<br />

umelcov a spisovateľov<br />

založená v Moskve.<br />

Poľsko: jar<br />

Otvorený list Jaceka Kurorta a<br />

Karola Modzelevského strane,<br />

v ktorom požadujú demokraciu<br />

pracujúcich.<br />

ZSSR: jeseň<br />

Alexander Ginsburg vydáva<br />

„Bielu knihu” o procese so<br />

Sinjavskym und Danielom.<br />

ZSSR<br />

130.000 ľudí podpisuje petíciu<br />

za rehabilitáciu Krymských<br />

Tatárov.<br />

Poľsko<br />

Konšpiratívna skupina „Ruch”<br />

vydáva od roku 1966 „Bulletin”,<br />

v ktorom o.i. požaduje<br />

nezávislý poľský štát.<br />

ZSSR: 16. máj<br />

Alexander Solženicyn požaduje<br />

v otvorenom liste pre Zjazd<br />

sovietskych spisovateľov<br />

odstránenie cenzúry.<br />

Poľsko: 23.-30. marec<br />

Celonárodné protesty<br />

študentov, ktoré vedú ku politickej<br />

kríze<br />

ZSSR: 30. apríl<br />

Prvé vydanie “Kroniky<br />

súbežných udalostí” vychádza<br />

v Samizdate. Kronika dokumentuje<br />

porušovanie ľudských<br />

práv.<br />

1965<br />

1966<br />

1967<br />

1968<br />

WIDERSTAND / ODPOR WIDERSTAND / ODPOR WIDERSTAND / ODPOR WIDERSTAND / ODPOR WIDERSTAND / ODPOR<br />

ZUSAMMENHÄNGE: OSTBLOCK 1953-1991<br />

97


OFFIZIELES GESCHEHEN / OFICIÁLNE UDALOSTI OFFIZIELES GESCHEHEN / OFICIÁLNE UDALOSTI OFFIZIELES GESCHEHEN<br />

1969<br />

1970<br />

1971<br />

1972<br />

1974<br />

CSSR: 21. August<br />

Alexander Dubceks Reformversuch<br />

„Sozialismus mit<br />

menschlichem Antlitz” wird<br />

durch den Truppeneinmarsch<br />

der Warschauer-Pakt-Staaten<br />

gewaltsam beendet. Ende des<br />

„Prager Frühlings”.<br />

UdSSR: 16. November<br />

Alexander Solschenizyn wird<br />

aus dem sowjetischen<br />

Schriftstellerverband ausgeschlossen.<br />

1970er JAHRE<br />

Polen: Dezember<br />

In Danzig, Stettin und Gdingen<br />

brechen Arbeiterunruhen<br />

aus, die vom Militär niedergeschlagen<br />

werden.<br />

CSSR: März<br />

Im sogenannten Trotzkisten-<br />

Prozess werden 16 Akteure<br />

wegen Aufruf zu zivilem<br />

Widerstand zu mehrjährigen<br />

Gefängnisstrafen verurteilt.<br />

CSSR: Februar<br />

Prozesswelle gegen Mitglieder<br />

der sozialistischen Opposition.<br />

47 Bürger werden zu insgesamt<br />

118 Jahren Gefängnis<br />

verurteilt.<br />

UdSSR: 12.-14. Februar<br />

Solschenizyn wird verhaftet<br />

und aus der Sowjetunion<br />

ausgebürgert.<br />

UdSSR: 14. September<br />

Die Ausstellung zur zeitgenös<br />

sischen russischen Kunst im<br />

Ismajlowskij-Park in Moskau<br />

wird von Bulldozern niedergewalzt.<br />

ČSSR: 21. august<br />

Pokus Alexandra Dubčeka o<br />

Reformu „Socializmus s<br />

ľudskou tvárou” bol násilne<br />

ukončený vpádom vojsk štátov<br />

Varšavskej Zmluvy. Koniec<br />

„Pražskej Jari”.<br />

ZSSR: 16. november<br />

Alexander Solženicyn je<br />

vylúčený zo sovietskeho zväzu<br />

spisovateľov.<br />

Poľsko: december<br />

V Gdaňsku, Štetíne a Gdingen<br />

vypukli pracovné nepokoje,<br />

ktorú sú potlačené armádou.<br />

ČSSR: marec<br />

V takzvanom Trockijho procese<br />

je odsúdených 16 aktérov<br />

kvôli výzvam k civilnému<br />

odporu na viacročné<br />

väzenie.<br />

ČSSR: február<br />

Procesy proti členom<br />

socialistickej opozície.<br />

47 Občanov je odsúdených<br />

na celkovo 118 rokov<br />

väzenia.<br />

ZSSR: 12.-14. február<br />

Solženicyn je uväznený a vyhostený<br />

zo Sovietskeho zväzu.<br />

ZSSR: 14. september<br />

Výstava venovaná súčasnému<br />

ruskému umeniu v Ismajlovskom-Parku<br />

v Moskve je rozvalcovaná<br />

buldozérmi.<br />

CSSR: 16. Januar<br />

Jan Palach verbrennt sich aus<br />

Protest gegen die Okkupation<br />

seines Landes auf dem Wenzelsplatz<br />

in Prag.<br />

UdSSR: 28. Mai<br />

Gründung der „Initiativgruppe<br />

zur Verteidigung<br />

der Menschenrechte in der<br />

Sowjetunion”.<br />

Ungarn<br />

Private philosophische<br />

Seminare der Lukäcs-Schule<br />

in Budapest.<br />

UdSSR: Oktober<br />

Solschenizyn erhält den Literatur-Nobelpreis.<br />

UdSSR: November „Komitee<br />

zur Verwirklichung der Menschenrechte<br />

in der UdSSR”<br />

gegründet.<br />

Polen<br />

Gründung der ersten privaten<br />

Galerie „Adres” in Tödz.<br />

CSSR<br />

Die erste Ausgabe der Untergrundedition<br />

„Hinter Schloß<br />

und Riegel” erscheint in Prag.<br />

UdSSR: Januar<br />

Solschenizyns „Archipel<br />

Gulag” erscheint in Paris.<br />

Der Essay „Nicht in der Lüge<br />

leben” entsteht.<br />

DDR: April<br />

Jürgen Schweinebraden gründet<br />

in Ost-Berlin die unabhängige<br />

Wohn- und Alternativgalerie<br />

„EP Galerie”.<br />

ČSSR: 16. január<br />

Jan Palach sa upaľuje z protestu<br />

proti okupácii na Václavskom<br />

námestí v Prahe.<br />

ZSSR: 28. máj<br />

Založenie “Iniciatívnej skupiny<br />

na obhajobu ľudských práv“ v<br />

Sovietskom zväze.<br />

Maďarsko<br />

Súkromné filozofické semináre<br />

na Lukáčovej škole v<br />

Budapešti.<br />

ZSSR: október<br />

Solženicyn získava Nobelovu<br />

cenu za literatúru.<br />

ZSSR: november<br />

Vznik „Komisie na realizáciu<br />

ľudských práv”.<br />

Poľsko<br />

Vznik prvej súkromnej galérie<br />

„Adres” v Tödz.<br />

ČSSR<br />

Prvé vydanie undergroundovej<br />

edície „Za zámkom a závorou”<br />

vychádza v Prahe.<br />

ZSSR: január<br />

Solženicynove „Súostrovie<br />

Gulag” vychádza v Paríži.<br />

Vzniká esej „Nežiť v lži”.<br />

NDR: apríl<br />

Jürgen Schweinebraden zakladá<br />

vo východnom Berlíne<br />

nezávislú bytovú alternatívnu<br />

galériu „EP Galerie”.<br />

WIDERSTAND / ODPOR WIDERSTAND / ODPOR WIDERSTAND / ODPOR WIDERSTAND / ODPOR WIDERSTAND / ODPOR<br />

98<br />

ZUSAMMENHÄNGE: OSTBLOCK 1953-1991


OFFIZIELES GESCHEHEN / OFICIÁLNE UDALOSTI OFFIZIELES GESCHEHEN / OFICIÁLNE UDALOSTI OFFIZIELES GESCHEHEN<br />

Helsinki: 1. August<br />

35 Staaten, darunter auch<br />

kommunistische Regime, verpflichten<br />

sich mit der Unterzeichnung<br />

der Schlussakte<br />

der<br />

KSZE von Helsinki (Korb III)<br />

zur Einhaltung der Menschenrechte.<br />

Polen: Juli/August<br />

Hunderte Demonstranten in<br />

Ursus und Radom werden zu<br />

Haftstrafen verurteilt.<br />

CSSR: September<br />

Prozess gegen die tschechische<br />

Rockgruppe „Plastic<br />

People of the Universe”.<br />

DDR: 16. November<br />

Ausbürgerung des Liedermachers<br />

Wolf Biermann während<br />

seines Aufenthalts in der<br />

Bundesrepublik Deutschland.<br />

DDR:30.juni<br />

Rudolf Bahro wird für seine<br />

im Westen publizierte Schrift<br />

„Die Alternative” zu einer Gefängnisstrafe<br />

von acht Jahren<br />

verurteilt (1979 Ausbürgerung<br />

aus der DDR).<br />

Helsinky: 1. august<br />

35 Štátov, medzi nimi aj<br />

komunistické vlády, sa zaviazali<br />

podpísaním<br />

záverečného aktu KBSE<br />

v Helsinkách (kôš III) ku<br />

dodržiavaniu ľudských práv.<br />

Poľsko: júl/august<br />

Stovky demonštrantov v<br />

Ursuse a Radome sú uväznení<br />

.<br />

ČSSR: september<br />

Proces proti českej rockovej<br />

skupine „Plastic People of the<br />

Universe”.<br />

NDR: 16. november<br />

Vyhostenie skladateľa<br />

Wolfa Biermanna počas jeho<br />

pobytu v spolkovej republike<br />

Nemecko.<br />

NDR: 30. jún<br />

Rudolf Bahro je za svoje na<br />

Západe publikované Dielo<br />

„Die Alternative” odsúdený na<br />

osem rokov väzenia<br />

(1979 Vyhostený z NDR).<br />

UdSSR: Oktober<br />

Friedensnobelpreis geht an<br />

Andrej Sacharow.<br />

Polen: 5. Dezember<br />

59 polnische Intellektuelle<br />

fordern in einem Memorandum,<br />

fundamentale demokratische<br />

Rechte in der neuen<br />

Verfassung zu verankern.<br />

UdSSR: 12. Mai<br />

Jurij Orlow verkündet die<br />

Gründung der Helsinki-Beobachtungsgruppe<br />

in Moskau.<br />

UdSSR: 9. November<br />

Mykola Rudenko gründet die<br />

ukrainische Helsinki-Beobachtungsgruppe.<br />

Polen: 24 Juni<br />

Arbeiterproteste in Ursus<br />

und Radom aufgrund drastischer<br />

Preiserhöhungen.<br />

DDR: 18. August<br />

Selbstverbrennung des<br />

Pfarrers Oskar Brüsewitz aus<br />

Protest gegen die Unterdrückung<br />

der Christen in der<br />

DDR.<br />

Polen: September<br />

Als Reaktion auf die Arbeiterproteste<br />

in Ursus und Radom<br />

gründet sich das „Komitee<br />

zur Verteidigung der Arbeiter”<br />

(KOR).<br />

CSSR: 1. Januar<br />

Gründungserklärung der<br />

tschechoslowakischen Bürgerrechtsinitiative<br />

„Charta 77”.<br />

Ungarn: Januar<br />

34 ungarische Intellektuelle<br />

erklären sich solidarisch mit<br />

den tschechoslowakischen<br />

Chartisten.<br />

Polen: Mai<br />

Erste Nummer der unabhängigen<br />

Kulturzeitschrift „Zapis”.<br />

ZSSR: október<br />

1975<br />

Nobelová cena mieru je<br />

udelená Andrejovi Sacharovovi.<br />

Poľsko: 5. december<br />

59 poľských intelektuálov<br />

požadujú v memorande zakotvenie<br />

fundamentálnych demokratických<br />

práv v ústave.<br />

ZSSR: 12. máj<br />

Jurij Orlov oznamuje vznik<br />

Helsinskej pozorovacej skupiny<br />

v Moskve.<br />

ZSSR: 9. november<br />

Mykola Rudenko zakladá ukrajinskú<br />

Helsinskú pozorovaciu<br />

skupinu.<br />

Poľsko: 24 jún<br />

Protesty robotníkov v Ursuse<br />

a Radome kvôli drastickým<br />

zvýšeniam cien<br />

NDR: 18. august<br />

Upálenie farára Oskara<br />

Brüsewitza z protestu proti<br />

potlačovaniu kresťanov v NDR.<br />

Poľsko: september<br />

Ako reakciu na protesty robotníkov<br />

v Ursuse a Radome<br />

založená „Komisia na obhajobu<br />

robotníkov” (KOR).<br />

ČSSR: 1. Jjanuár<br />

Deklarácia československej<br />

občianskej iniciatívy „Charta<br />

77”.<br />

Maďarsko: január<br />

34 maďarských intelektuálov<br />

vyslovuje podporu<br />

československým Chartistom.<br />

Poľsko: máj<br />

Prvé číslo nezávislého<br />

kultúrneho časopisu „Zapis”.<br />

1976<br />

1977<br />

WIDERSTAND / ODPOR WIDERSTAND / ODPOR WIDERSTAND / ODPOR WIDERSTAND / ODPOR WIDERSTAND / ODPOR<br />

ZUSAMMENHÄNGE: OSTBLOCK 1953-1991<br />

99


OFFIZIELES GESCHEHEN / OFICIÁLNE UDALOSTI OFFIZIELES GESCHEHEN / OFICIÁLNE UDALOSTI OFFIZIELES GESCHEHEN<br />

1978<br />

1971<br />

Polen: 16. Oktober<br />

Der Krakauer Kardinal Karol<br />

Wojtyta wird zum Papst<br />

Johannes Paul II. gewählt.<br />

CSSR: Oktober<br />

Prozess gegen führende<br />

Unterzeichner der „Charta<br />

77” und gegen Mitglieder von<br />

VONS. 11 von 21 Mitgliedern,<br />

darunter Vaclav Havel, werden<br />

zu mehrjährigen Haftstrafen<br />

verurteilt.<br />

Poľsko: 16. október<br />

Krakovský Kardinál Karol<br />

Wojtyta je zvolený za pápeža<br />

Jána Pavla II..<br />

ČSSR: október<br />

Proces s hlavnými signatármi<br />

„Charty 77” a s členmi<br />

VONS.<br />

11 z 21 členov, medzi nimi aj<br />

Václav Havel, sú odsúdení na<br />

niekoľko rokov vo vezení.<br />

Polen: 1. Juni<br />

Gründung der „Bewegung für<br />

die Verteidigung von Menschen-<br />

und Bürgerrechten”<br />

(ROPCiO).<br />

Polen: September<br />

Gründung des größten polnischen<br />

Untergrundverlags<br />

„NOWA” in Warschau.<br />

UdSSR: Dezember<br />

Gründung einer Kommission<br />

in Moskau gegen den<br />

Missbrauch der Psychiatrie.<br />

CSSR: 24. April<br />

Prag: Gründung des „Komitees<br />

zur Verteidigung der zu<br />

Unrecht verfolgten Personen”<br />

(VONS).<br />

Polen<br />

Gründung der fliegenden<br />

Universität „Gesellschaft<br />

für wissenschaftliche Kurse”<br />

(TKN) in Warschau. Die<br />

unabhängige Kulturzeitschrift<br />

„Puls” erscheint in Tödz.<br />

Ungarn<br />

Aufbau der freien Untergrund-<br />

Universität in Budapest.<br />

CSSR<br />

Vaclav Havel verfasst den Essay<br />

„Versuch in der Wahrheit<br />

zu leben”.<br />

DDR: 1. Juni<br />

Bluesmesse während des<br />

Pfingstfestes in Ostberlin mit<br />

bis zu 9.000 Jugendlichen.<br />

Ungarn<br />

Budapest: Gründung des<br />

„Fonds zur Unterstützung der<br />

Armen” (SZETA).<br />

Polen: Oktober<br />

Hungerstreik von KSS „KOR”<br />

und ROBCiO zugunsten von<br />

VONS.<br />

Ungarn: 25. Oktober<br />

Protestresolution von 127<br />

Personen zugunsten der<br />

Freilassung der verurteilten<br />

VONS-Mitglieder.<br />

Poľsko: 1. jún<br />

Založenie „Hnutia za obhajobu<br />

ľudských a občianskych práv.”<br />

(ROPCiO).<br />

Poľsko: september<br />

Založenie najväčšieho poľského<br />

samizdatového vydavateľstva<br />

„NOWA” vo Varšave.<br />

.<br />

ZSSR: december<br />

Založenie komisie proti<br />

zneužívaniu na psychiatrických<br />

oddeleniach.<br />

.<br />

ČSSR: 24. apríl<br />

Praha: Založenie „Komisie k<br />

obhajobe nespravodlivo prenasledovaných<br />

osôb”<br />

(VONS).<br />

Poľsko<br />

založenie lietajúcej<br />

univerzity „Spoločnosti pre<br />

vedecké kurzy” (TKN) vo<br />

Varšave. nezávislý kulúrny<br />

časopis „Puls” vzniká v Tödz.<br />

Maďarsko<br />

Vznik slobodnej undergroundovej<br />

univerzity v Budapešti.<br />

ČSSR<br />

Václav Havel píše esej „Pokus<br />

o žitie v pravde”.<br />

NDR: 1. jún<br />

Bluesovej omše sa na turíce<br />

vo Východnom Berlíne<br />

zúčastnilo 9.000 mládežníkov.<br />

Maďarsko<br />

Budapešť: Založenie „Fondu na<br />

podporu chudobných” (SZETA).<br />

Poľsko: október<br />

Haldovka členov KSS “KOR” a<br />

ROBCiO na podporu VONS.<br />

Maďarsko: 25. október<br />

Protestná rezolúcia 127 ľudí<br />

za prepustenie odsúdených<br />

členov VONS.<br />

WIDERSTAND / ODPOR WIDERSTAND / ODPOR WIDERSTAND / ODPOR WIDERSTAND / ODPOR WIDERSTAND / ODPOR<br />

100<br />

ZUSAMMENHÄNGE: OSTBLOCK 1953-1991


OFFIZIELES GESCHEHEN / OFICIÁLNE UDALOSTI OFFIZIELES GESCHEHEN / OFICIÁLNE UDALOSTI OFFIZIELES GESCHEHEN<br />

UdSSR: 22. Januar<br />

Andrej Sacharow wird nach<br />

Gorkij (Nischnij Nowgorod)<br />

verbannt.<br />

Polen: 13. Dezember<br />

Ministerpräsident Jaruzelski<br />

verhängt das Kriegsrecht.<br />

Mehr als 6.000 Personen<br />

werden interniert, darunter<br />

die Arbeiterführer Lech Walesa<br />

und Jacek Kuron.<br />

ZSSR: 22. január<br />

Andrej Sacharov je vyhnaný<br />

dovyhnanstva do Gorkij (Nižný<br />

Novgorod).<br />

Poľsko: 13. december<br />

Predseda vlády Jaruzelski<br />

zaviedol stanné právo. Viac<br />

ako 6.000 osôb je internovvaných,<br />

medzi inými aj<br />

vodcovia robotníkov Lech<br />

Walesa a Jacek Kuroň.<br />

Polen: 27. Mai<br />

Eröffnung der Warschauer<br />

Privatgalerie „Piwna 20/26”,<br />

die auch während des Kriegszustandes<br />

aktiv war.<br />

Polen: August<br />

Streik der Danziger Werftarbeiter<br />

für die Anerkenung der<br />

Gewerkschaft „Solidarnosc’”.<br />

Polen: 17. September<br />

Offizielle Gründung der unabhängigen<br />

Gewerkschaft NSZZ<br />

„Solidarnosc”.<br />

Polen: 10. Mai<br />

Gründung der Land-„Solidarnosc”.<br />

Ungarn: November<br />

Erste Ausgabe des Organs<br />

der demokratischen Opposition<br />

in Ungarn „Beszelö” (Sprecher)<br />

erscheint.<br />

Ungarn: Dezember<br />

Unabhängiger „AB-Verlag”<br />

unter der Leitung von Gabor<br />

Demszky gegründet.<br />

CSSR: Frühjahr<br />

In Prag erscheint das<br />

Samisdat-Periodikum „Kriticky<br />

sbornik” (Kritischer Sammelband).<br />

DDR: 25. Januar<br />

Robert Havemann und Rainer<br />

Eppelmann verfassen den<br />

„Berliner Appell”, in dem sie<br />

die atomare Abrüstung in<br />

Europa fordern.<br />

1980er JAHRE<br />

Poľsko: 27. máj<br />

1980<br />

Otvorenie varšavskej súkromnej<br />

galérie „Piwna 20/26”,<br />

ktorá je aktívna aj počas stanného<br />

práva.<br />

Poľsko: august<br />

Štrajk gdaňských lodných<br />

robotníkov za uznanie odborového<br />

združenia „Solidarita’”.<br />

Poľsko: 17. september<br />

Oficiálne založenie odborového<br />

združenia „Solidarity”.<br />

Poľsko: 10. máj<br />

Založenie národnej „Solidarity”.<br />

Maďarsko: november<br />

Vychádza prvé vydanie Orgánu<br />

demokratickej opozície v<br />

Maďarsku „Beszelö” (Hovorca).<br />

Maďarsko: december<br />

Vzniká nezávislé „AB-<br />

Vydavateľstvo” pod vedením<br />

Gábora Demszkého.<br />

ČSSR: jar<br />

V Prahe vychádza samizdatové<br />

periodikum „Kritický sbornik”.<br />

NDR: 25. január<br />

Robert Havemann und Rainer<br />

Eppelmann spíšu „Berlínsky<br />

apel”, v ktorom požadujú atómové<br />

odzbrojenie v európe.<br />

1981<br />

1982<br />

WIDERSTAND / ODPOR WIDERSTAND / ODPOR WIDERSTAND / ODPOR WIDERSTAND / ODPOR WIDERSTAND / ODPOR<br />

ZUSAMMENHÄNGE: OSTBLOCK 1953-1991<br />

101


OFFIZIELES GESCHEHEN / OFICIÁLNE UDALOSTI OFFIZIELES GESCHEHEN / OFICIÁLNE UDALOSTI OFFIZIELES GESCHEHEN<br />

1983<br />

1984<br />

1985<br />

1986<br />

1987<br />

Polen: 21. Juli<br />

Offizielle Aufhebung des<br />

Kriegsrechts in Polen. Das<br />

Verbot der „Solidarnosc”<br />

oleibt bestehen.<br />

Polen: August<br />

Amnestie für zahlreiche<br />

prominente „Solidarnosc”<br />

Internierte.<br />

Polen: Oktober<br />

Ermordung des Priesters<br />

Jerzy Popieluszko durch Mitglieder<br />

der Staatssicherheit.<br />

UdSSR: 11. März<br />

Michail Gorbatschow wird<br />

Generalsekretär der KPdSU.<br />

UdSSR: Februar<br />

Mit der Rede zum 27. Parteitag<br />

der KPdSU leitet Gorbatschow<br />

die „Perestroika” ein.<br />

UdSSR: Dezember<br />

Gorbatschow gibt Anweisung<br />

zur Beendigung der Verbannung<br />

von Andrej Sacharow.<br />

Poľsko: 21. júl<br />

Oficiálne zrušenie<br />

stanného práva v Poľsku.<br />

Zákaz „Solidarity” ostáva<br />

platným.<br />

Poľsko: august<br />

Amnestie pre mnohých<br />

prominentných internovaných<br />

členov „Solidarity”<br />

Poľsko: október<br />

Zavraždenie kňaza Jerzyho<br />

Popieluszka členmi štátnej<br />

bezpečnosti.<br />

ZSSR: 11. marec<br />

Michail Gorbačov sa stal<br />

generálnym tajomníkom KSSZ.<br />

ZSSR: február<br />

S príhovorom ku 27. zjazdu<br />

KSSZ zahájil Gorbačov „Perestrojku”.<br />

ZSSR: december<br />

Gorbačov dal príkaz na<br />

ukončenie vyhnanstva Andreja<br />

Sacharova.<br />

DDR: 13. Februar<br />

Erstes „Friedensforum”<br />

in Dresden, an dem 5.000<br />

Jugendliche teilnehmen.<br />

DDR: Winter<br />

Jenaer unabhängige<br />

„Friedensgemeinschaft”<br />

entsteht.<br />

DDR: März<br />

Netzwerk „Frieden konkret”<br />

formiert sich mit Unterstützung<br />

der evangelischen<br />

Landeskirchen.<br />

Polen: Oktober<br />

Friedensnobelpreis für Lech<br />

Walesa.<br />

Ungarn<br />

János Vargha initiiert mit<br />

„Duna Kör” eine der ersten<br />

Umweltinitiativen zur Rettung<br />

der Donau.<br />

CSSR: Oktober<br />

Literatur-Nobelpreis für den<br />

tschechischen Schriftsteller<br />

Jaroslav Seifert.<br />

Ungarn<br />

György Konräd und Ivan Szelenyi<br />

veröffentlichen „Die Intelligenz<br />

auf dem Weg zur<br />

Klassenmacht”.<br />

DDR: März<br />

Gründung der ersten Bürgerrechtsgruppe<br />

„Initiative für<br />

Frieden und Menschenrechte”<br />

in Ost-Berlin.<br />

DDR: 2. September<br />

Gründung der „Umwelt Bibliothek”<br />

in Ost-Berlin.<br />

DDR: September<br />

Entstehung der Basisgruppe<br />

„Kirche von Unten”.<br />

CSSR: Dezember<br />

Petition für mehr religiöse<br />

Freiheit von über 500.000<br />

Menschen in der Slowakei<br />

unterzeichnet.<br />

NDR: 13. február<br />

Prvé „Mierové fórum” v Drážďanoch,<br />

ktorého sa zúčastňuje<br />

5.000 mladých ľudí.<br />

NDR: zima<br />

Vznik nezávislej Jenskej „Mierovej<br />

spoločnosti”.<br />

NDR: marec<br />

S podporou evanjelickej cirkvi<br />

sa formuje sieť „Mier konkrétne”<br />

Poľsko: október<br />

Nobelova cena mieru pre Lecha<br />

Walesa.<br />

Maďarsko<br />

János Vargha iniciuje s<br />

„Duna Kör” jednu z prvých<br />

ochranárskych organizácií na<br />

záchranu Dunaja.<br />

ČSSR: október<br />

Nobelova cena za literatúru je<br />

udelená českému básnikovi<br />

Jaroslavovi Seifertovi.<br />

Maďarsko<br />

György Konräd a Ivan Szelenyi<br />

zverejňujú „Inteligencia na<br />

ceste k triednej moci”.<br />

NDR: marec:<br />

Založenie prvej občianskej<br />

skupiny „Iniciatíva za mier a<br />

ľudské práva” vo Východnom<br />

Berlíne.<br />

NDR: 2. september<br />

Založenie „Knižnice ochrany<br />

prírody” vo Vých. Berlíne.<br />

NDR: september<br />

Vznik základnej skupiny „Cirkev<br />

zdola”.<br />

ČSSR: december<br />

Petíciu za náboženskú slobodu<br />

podpíše viac ako 500.000 ľudí<br />

na Slovensku.<br />

WIDERSTAND / ODPOR WIDERSTAND / ODPOR WIDERSTAND / ODPOR WIDERSTAND / ODPOR WIDERSTAND / ODPOR<br />

102<br />

ZUSAMMENHÄNGE: OSTBLOCK 1953-1991


OFFIZIELES GESCHEHEN / OFICIÁLNE UDALOSTI OFFIZIELES GESCHEHEN / OFICIÁLNE UDALOSTI OFFIZIELES GESCHEHEN<br />

Polen: Februar-April<br />

Die Zukunft Polens wird am<br />

„Runden Tisch” von Vertretern<br />

der Regierung, der<br />

„Solidarnosc” und der katholischen<br />

Kirche ausgehandelt.<br />

Ungarn: April<br />

Die Ungarische Sozialistische<br />

Arbeiterpartei (UVAP) handelt<br />

mit dem oppositionellen „Runden<br />

Tisch” die Revolution aus.<br />

Polen: 4. Juni<br />

Überwältigender Sieg der<br />

„Solidarnosc” bei den ersten<br />

freien Wahlen in Polen.<br />

Tadeusz Mazowiecki wird<br />

Premierminister (24.8.).<br />

Ungarn: 16. Juni<br />

Umbettung von Imre Nagy<br />

und anderer prominenter Opfer<br />

des Volksaufstandes von<br />

1956 in Budapest.<br />

Ungarn: 11. September<br />

Öffnung der ungarisch-österreichischen<br />

Grenze.<br />

Ungarn: 23. Oktober<br />

Die Ausrufung der dritten<br />

ungarischen Republik besiegelt<br />

das Ende der kommunistischen<br />

Herrschaft.<br />

Poľsko: február - Apríl<br />

Za okrúhlym stolom sa<br />

prejednáva budúcnosť Poľska<br />

zástupcami vlády, „Solidarity”<br />

a katolíckej cirkvi.<br />

Maďarsko: apríl<br />

Maďarská socialistická strana<br />

pracujúcich (MSSP) vyjednáva<br />

s opozičným „Okrúhlym Stolom”.<br />

Poľsko: 4. jún<br />

Zdrvujúce víťazstvo<br />

„Solidarity” v prvých<br />

slobodných voľbách v Poľsku.<br />

Tadeusz Mazowiecki sa stal<br />

predsedom vlády (24.8.).<br />

Maďarsko: 16. jún<br />

Prenesenie tela Imre Nagya<br />

a iných prominentných<br />

obetí ľudového povstania<br />

z roku 1956 v Budapešti.<br />

Maďarsko: 11. september<br />

Otvorenie Maďarsko-<br />

Rakúskych hraníc.<br />

Maďarsko: 23. október<br />

Vyhlásenie tretej Maďarskej<br />

republiky spečatí koniec komunistickej<br />

vlády.<br />

CSSR: 25. März<br />

„Kerzen-Demonstration”<br />

-erster Massenprotest in<br />

Bratislava.<br />

CSSR: August/Oktober<br />

Massenkundgebungen in der<br />

Tschechoslowakei anlässlich<br />

des 20. Jahrestags der<br />

Okkupation (21.8.) und am<br />

Tag der Republikgründung<br />

(28.10.).<br />

Ungarn: September<br />

Demonstration in Ungarn gegen<br />

den Bau des<br />

Donau-Staudamms mit etwa<br />

30.000 Teilnehmern.<br />

UdSSR: Januar<br />

Gründung der Gesellschaft<br />

„Memorial” in Moskau.<br />

CSSR: 15.-20. Januar<br />

„Palach-Woche”: die Gedenkveranstaltung<br />

zum 20. Todestag<br />

von Jan Palach in Prag<br />

mündet in mehrtätige<br />

Protestdemonstrationen.<br />

DDR: August<br />

Massenflucht von DDR-<br />

Bürgern über Ungarn in die<br />

Bundesrepublik.<br />

DDR: 4. September<br />

Beginn der Montagsdemonstrationen<br />

in Leipzig. Forderung<br />

nach Reisefreiheit und<br />

Abschaffung des Ministeriums<br />

für Staatssicherheit.<br />

DDR: 9. September<br />

Gründung der<br />

Oppositionsgruppe „Neues<br />

Forum” in Ost-Berlin.<br />

CSSR: 17. November<br />

Massendemonstrationen<br />

zwingen die kommunistischen<br />

Machthaber zur Kapitullation.<br />

ČSSR: 25. marec<br />

1988<br />

„Sviečková demonštrácia” prvý<br />

masový protest v Bratislave.<br />

ČSSR: august/október<br />

Manifestácie v Československu<br />

pri príležitosti 20. výročia<br />

okupácie (21.8.1968) a dňa<br />

vzniku republiky (28.10.1918).<br />

Maďarsko: september<br />

Demonštrácia v Maďarsku<br />

proti stavbe Gabčíkovu-Nagymaros<br />

s 30.000 účastníkmi.<br />

ZSSR: január<br />

Založenie spoločnosti<br />

„Memorial” v Moskve.<br />

ČSSR: 15.-20. január<br />

„Palachov týždeň”: spomienková<br />

akcia pri príležitosti<br />

20.teho výročia upálenia<br />

Jana Palacha v Prahe ústí<br />

do viacdňových protestných<br />

demonštrácií.<br />

NDR: august<br />

Masový útek občanov NDR cez<br />

Maďarsko do SRN.<br />

NDR: 4. september<br />

Začiatok pondelkových<br />

demonštrácií v Lipsku.<br />

Požadovanie slobody cestovania<br />

a odstránenie ministerstva<br />

štátnej bezpečnosti..<br />

NDR: 9. september<br />

Založenie opozičnej skupiny<br />

„Nové Fórum” vo Východnom<br />

Berlíne.<br />

ČSSR: 17. november<br />

Masové demonštrácie prinútili<br />

komunistický režim ku kapitulácii.<br />

1989<br />

WIDERSTAND / ODPOR WIDERSTAND / ODPOR WIDERSTAND / ODPOR WIDERSTAND / ODPOR WIDERSTAND / ODPOR<br />

ZUSAMMENHÄNGE: OSTBLOCK 1953-1991<br />

103


OFFIZIELES GESCHEHEN / OFICIÁLNE UDALOSTI<br />

1990<br />

1991<br />

DDR: 9. November<br />

Öffnung der Berliner Mauer<br />

und der innerdeutschen<br />

Grenzen.<br />

CSSR: 29. Dezember<br />

Vaclav Havel wird zum<br />

Präsidenten der<br />

Tschechoslowakei gewählt.<br />

UdSSR: Oktober<br />

Gorbatschow erhält den Friedensnobelpreis.<br />

BRD/DDR: 3. Oktober<br />

Wiedervereinigung beider<br />

deutscher Staaten.<br />

UdSSR: 31. Dezember<br />

Auflösung der Sowjetunion.<br />

NDR: 9. november<br />

Rozpad Berlínskeho Múra a<br />

otvorenie vnútronemeckých<br />

hraníc.<br />

ČSSR: 29. december<br />

Václav Havel je zvolený za<br />

prezidenta ČSSR.<br />

ZSSR: október<br />

Gorbačov získava nobelovú<br />

cenu za mier.<br />

NSR/NDR: 3. október<br />

Zjednotenie Nemecka<br />

ZSSR: 31. december<br />

Rozpad Sovietskeho Zväzu.<br />

WIDERSTAND / ODPOR WIDERSTAND / ODPOR<br />

Quellennachweis: Wolfgang Schlott: Historischer Überblick: 1953 - 1991: Hg. Heidrun Hamersky: Gegenansichten, Christoph Links Verlag, Berlin, 2005, S. 22-29<br />

104<br />

ZUSAMMENHÄNGE: OSTBLOCK 1953-1991


eide Abb.: Alexander Dubček und Václav Havel: Im Theater Laterna Magica erfuhren sie, dass die Führung der Kommunistischen Partei zurückgetreten ist, Dezember 1989<br />

Quellennachweis: dpa


ENTWICKLUNG


108


ENTWICKLUNG<br />

TRIAL AND ERROR<br />

In gewissem Maß kann paradoxerweise die Entscheidungsfreiheit, die einem die Arbeit an der<br />

Dipolmarbeit bietet, zum Verhängnis werden. Die Themenwahl, die Wahl des Bauplatzes, Inhaltes,<br />

die einzelnen gestalterischen und funktionellen Entscheidungen, sind einem selber überlassen.<br />

Doch diese Freiheit bringt auch Verantwortung mit, und nur sehr wenige Anhaltspunkte, oder<br />

Vorgaben, an die man Teile der „Entscheidungslast“ abgeben könnte.<br />

Das führt zu einem ständigen Hinterfragen eigener Entscheidungen, zu einem Durchspielen vielfältiger<br />

Szenarien um zu prüfen, ob die einzelnen Beziehungen stimmig sind.<br />

Dieses Projekt ist aus vielen TRIAL AND ERROR Proben entstanden. Wenn wir unsere Entwicklung<br />

mit Abstand der Zeit bilanzieren, können wir sie in sieben Phasen unterteilen, in denen wir<br />

die eine, oder andere Richtung mehr verfolgt haben, um später festzustellen, dass sie irgendwo<br />

doch nicht die Richtige war.<br />

Wir glauben, dass dieser Weg für unser Projekt sehr zuträglich war und dass wir zu einem Resultat<br />

gelangt sind, das unserer Meinung nach ein stimmiges Bild ergibt, dessen Puzzleteile formschlüssig<br />

zueinander passen.<br />

TRIAL AND ERROR<br />

Do istej miery je, paradoxne, sloboda rozhodovania, ktorú ponúka práca na Diplomovej práci,<br />

zaťažujúca. Voľba témy, obsahu, miesta projektu, jednotlivé tvorivé a obsahové rozhodnutia sú<br />

prenechané zhotoviteľovi. Ale práve táto sloboda prináša aj zodpovednosť za vlastné rozhodnutia<br />

a len veľmi málo predlôh a záchytných bodov, na ktoré by sa dala časť „ťarchy rozhodovania“<br />

rozložiť.<br />

To vedie k neustálemu spätnému prehodnocovaniu či spochybňovaniu vlastných rozhodnutí a<br />

sústavnenému overovaniu, či jednotlivé vzťahy a riešenia budú fungujovať akjo organický celok.<br />

Tento projekt vznikol na mnohých pokusoch a omyloch. Keď bilancujeme vývoj projektu s odstupom<br />

času, môžme ho rozdeliť do siedmich fáz, v ktorých sme sledovali ten, alebo onen smer, aby sme<br />

nakoniec zistili, že nebol správny.<br />

Veríme, že táto cesta bola pre náš projekt veľmi prínosná a že sme sa dopracovali k výsledku,<br />

ktorý podľa nás predstavuje ucelený obraz, v ktorom jednotlivé časti puzzle do seba zapadajú.<br />

ENTWICKLUNG<br />

109


PHASE 1 / FÁZA 1<br />

ENTWICKLUNG<br />

Die Straße ist für uns ein lebendiger Teil<br />

einer Stadt und wir wollten dieses Sinnbild<br />

beibehalten. Symbolisch bringt sie Bewegung<br />

und Leben in das sonst stille und ruhige Bild<br />

um die Stadtmauer, außerdem ist die Straße<br />

ein Teil der Geschichte, und sie sollte somit<br />

auch nach der Neuinterpretation ihren Platz<br />

im Bild finden.<br />

Dadurch haben wir uns in der ersten Phase<br />

vermehrt drauf konzentriert, die solitären<br />

Körper auf der gläsernen Lärmschutzdecke/<br />

Erschließungsebene zu positionieren und die<br />

dadurch entstandene Räume auf ihre städtebauliche<br />

Relevanz überprüft.<br />

Die Glasdecke bringt allerdings so viele<br />

konstruktive (und vielleicht auch emotionale)<br />

Schwierigkeiten mit sich, dass die Berechtigung<br />

ihrer Verwendung bei heutigem Stand<br />

der Technik sehr fraglich bleibt.<br />

VÝVOJ<br />

Cesta je pre nás živou súčasťou mesta a<br />

preto sme aj v Podhradí chceli tento obraz<br />

zachovať. Symbolicky prináša pohyb a život<br />

do inak tichého a pokojného obrazu okolo<br />

hradieb, okrem toho je súčasťou dejín a tak<br />

aj po našej reinterpretácii Podhradia mala<br />

nájsť svoje miesto v novom priestore.<br />

Preto sme sa v prvej fáze predovšetkým<br />

sústredili na rozmiestnenie jednotlivých<br />

objektov na sklenenú zvukotesnú rovinu komunikácie,<br />

a takto vzniknuté priestory sme<br />

skúmali hľadiska urbanistickej relevancie<br />

jednotlivých návrhov.<br />

Sklenená komunikácia však so sebou prináša<br />

toľko konštruktívnych (a možno aj emociálnych)<br />

problémov, že opodstatnenie jej<br />

použitia ostáva pri dnešnom stave techniky<br />

veľmi otázne.<br />

110<br />

ENTWICKLUNG / PHASE 1


ENTWICKLUNG / PHASE 1<br />

111


PHASE 2 / FÁZA 2<br />

ENTWICKLUNG<br />

Die Reduktion auf einzelne Objekte, die über<br />

die Straße gespannt werden war ein Versuch<br />

eines „Light Version-Eingriffes“ in die bestehende<br />

Situation. Einzelne Körper-Brücken<br />

überspannen die Straße, diese bleibt sicht-,<br />

und spürbar, die Nutzung des ganzen Raumes<br />

findet allerdings auf diese Weise nicht<br />

statt.<br />

Auf der anderen Seite haben wir ausprobiert,<br />

wie eine fließende Decke einen großzügigen<br />

öffentlichen Platz schafft, allerdings<br />

die Straße in einen Tunnel verbannt, und sie<br />

nicht mehr spüren lässt.<br />

VÝVOJ<br />

Redukciou na jednotlivé objekty, ktoré<br />

premosťujú cestu bol pokus o „Light Version“<br />

zásahu do dnešnej situácie. Jednotlivé<br />

mostové telesá premostia ulicu, táto ostane<br />

viditeľná a citeľná. Avšak celý priestor, ktorý<br />

cesta ponúka takto ostáva nevyužitý.<br />

Ďalej sme zisťovali, ako preloženie cesty jednou<br />

plynulou komunikačnou rovinou na jednej<br />

strane vytvára veľkorysý verejný priestor, na<br />

druhej strane však vháňa cestu do tunela a<br />

neguje kontakt s ňou .<br />

112<br />

ENTWICKLUNG / PHASE 2


PHASE 3 / FÁZA 3<br />

ENTWICKLUNG<br />

Weitere Folge war die Platte zu extrudieren,<br />

sie zu zerschneiden, die Schnittspuren in<br />

lichtführende Streifen umzuwandeln. Bei der<br />

Restfläche wird mit Positiv-, und Negativvolumen<br />

gearbeitet um möglichst spannende<br />

Innen-, und Aussenräume zu schaffen.<br />

VÝVOJ<br />

Ďalši stupeň vývoja bol platňu extrudovať,<br />

rozrezať a prierezy premeniť na svetelné<br />

pásy, ktoré vedú svetlo až do tunela. Pri<br />

zvyšnej ploche sme pracovali s pozitívnymi a<br />

negatívnymi objemami, aby sme dosiahli čo<br />

možno najzaujímavejšie interiéry a exteriéry.<br />

ENTWICKLUNG/ PHASE 3<br />

113


114


ENTWICKLUNG<br />

WIRKUNGSSTUDIE EINER PLATTE<br />

Istzustand / Aktuálny stav<br />

ENTWICKLUNG / WIRKUNGSSTUDIE EINER PLATTE<br />

115


Tunnel / Tunel Decke mit Seitenspalt / Prekrytie s postranným priezorom<br />

116<br />

ENTWICKLUNG / WIRKUNGSSTUDIE EINER PLATTE


Lichthöfe / Svetelné prierezy, dvory Glasstreifen / Sklenné pruhy<br />

ENTWICKLUNG / WIRKUNGSSTUDIE EINER PLATTE<br />

117


PHASE 3 / FÁZA 3<br />

ENTWICKLUNG<br />

Bei der Studie der verschiedenen Lichtwirkungen<br />

im Tunnel haben uns längliche<br />

ineinanderverzackte Streifen am meisten<br />

überzeugt. Diese, als Lichtschnitte durch<br />

die extrudierte Platte angewendet, ergaben<br />

oben einzelne längliche, teils sehr lange und<br />

schmale Pavillons.<br />

Die intensive Lichtwirkung im Tunnel konnte<br />

leider die mangelnde Funktionalität der<br />

Körper nicht aufheben. Der Kontakt zu der<br />

Straße von oben bleibt fraglich.<br />

VÝVOJ<br />

Pri štúdii rôznych svetelných účinkov v tuneli<br />

nás najviac presvedčili pozdĺžne do seba zalomené<br />

pásy. Tieto, ako prierezy cez extrudovanú<br />

platňu, však viedli k vytvoreniu jednotlivých<br />

pozdĺžnych a čiastočne veľmi dlhých a<br />

veľmi úzkych pavilónov.<br />

Intenzívna svetelná hra v tuneli bohužiaľ<br />

neopodstatnila nízku funkcionalitu dlhých pavilónov.<br />

Kontakt s cestou zhora tiež ostáva<br />

otázny.<br />

118<br />

ENTWICKLUNG / PHASE 3


ENTWICKLUNG / PHASE 3<br />

119


PHASE 4 / FÁZA 4<br />

ENTWICKLUNG<br />

Die Konsequenz aus den vorherigen Erkentnissen<br />

war ein großzügiger Pavillon, der sich<br />

teils von der Platte abhebt, teils mit ihr<br />

zusammenwächst. Die Glasstreifen ziehen<br />

sich sowohl durch die Decke des Pavillons als<br />

auch durch die Platte bis hin zu der Straße.<br />

Die Lichtwirkung wird leider dadurch stark<br />

beeinträchtigt und das Konzept verliert dadurch<br />

seine Stärke.<br />

VÝVOJ<br />

Konsekvenciou predošlých poznatkov bol<br />

jeden veľkorysý pavilón, ktorý sa čiastočne<br />

od platne dvíha a čiastočne s ňou zrastá.<br />

Sklenené pruhy sa tiahnu od strechy pavilónu<br />

cez platňu až po cestu.<br />

Tým je však účinok svetla oslabený a koncept<br />

tak stráca svoju silu.<br />

120<br />

ENTWICKLUNG / PHASE 4


PHASE 5 / FÁZA 5<br />

ENTWICKLUNG<br />

Die Nachbildung der Straßenlinie, die den<br />

Standort zw. den Jahren 1778 - 1964 geprägt<br />

hat, hat zu einer Arbeit mit verschiedenen<br />

Volumen geführt. Der Kontakt zu der<br />

Straße funktioniert über Lichthöfe. Die jetzigen<br />

Blickbeziehungen, als auch der heutige<br />

Charakter des Ortes werden durch diesen<br />

Zugang komplett neu definiert.<br />

VÝVOJ<br />

Vytvorenie kópie ulice, ktorá bola súčasťou<br />

daného miesta medzi rokmi 1778 - 1964<br />

viedlo k práci s rôznymi objemami.<br />

Kontakt s cestou funguje cez svetelné dvory.<br />

Dnešné vizuálne osi a vzťahy, ako aj dnešný<br />

charakter mieta sa týmto zásahom definuje<br />

úplne nanovo.<br />

ENTWICKLUNG / PHASE 5<br />

121


PHASE 5 / FÁZA 5<br />

ENTWICKLUNG<br />

Hier wird versucht die Platte als eine durchgehende<br />

Hülle, auf deren Oberfläche ein<br />

großzügiger öffentlicher Raum entsteht zu<br />

definieren. Sie wird durch Lichthöfe perforiert,<br />

die den Bezug zu der Straße herstellen<br />

sollen. Innen beherbergt sie einzelne Zellen<br />

mit verschiedenen, jedoch aufeinander<br />

abgestimmten Funktionen. Durch die relativ<br />

geringe Bauhöhe gewährt sie noch Kontakt<br />

mit den heutigen Blickachsen. Die überdimensionalen<br />

Ausmaße und Eintönigkeit im<br />

formalen Ausdruck, als auch der mangelnde<br />

Kontakt mit der Straße sprechen gegen dieses<br />

Konzept.<br />

VÝVOJ<br />

Pokus definovať platňu ako jedno priechodné<br />

teleso, na ktorého povrchu vzniká veľkorysý<br />

verejný priestor.<br />

Je perforovaná svetelnými dvormi, ktoré<br />

umožňujú kontakt s cestou. Vo vnútri sú jednotlivé<br />

bunky s rôznymi, ale na seba naviazanými<br />

funkciami.<br />

Relatívne nízkou stavebnou výškou umožňuje<br />

kontakt s dnešnými vizuálnymi osmi. Nadrozmerná<br />

veľkosť a jednotvárnosť formálneho<br />

výrazu, ako aj nedostačujúci kontakt s cestou<br />

hovoria proti tomuto konceptu.<br />

122<br />

ENTWICKLUNG / PHASE 5


ENTWICKLUNG / PHASE 5<br />

123


PHASE 5 / FÁZA 5<br />

ENTWICKLUNG<br />

Platte in verschiedenen Perforationen, mit<br />

unterschiedlicher Topographie und Höhe.<br />

In nächster Folge wird die Platte auf die bloße<br />

Überplattung reduziert und mit einzelnen<br />

eigenständigen Körpern bespielt.<br />

VÝVOJ<br />

Platňa s rôznymi perforáciami, s rôznou<br />

topografiou a výškou.<br />

Neskôr je platňa redukovaná len na premostenie<br />

na ktorom sú umiestnené jednotlivé<br />

objekty.<br />

124<br />

ENTWICKLUNG / PHASE 5


ENTWICKLUNG / PHASE 5<br />

125


PHASE 5 / FÁZA 5<br />

ENTWICKLUNG<br />

Paralell dazu werden noch verschiedene<br />

Dichtevarianten auf Ihre Funktionalität und<br />

Wirkung überprüft.<br />

VÝVOJ<br />

Paralelne sú rôzne varianty hustoty skúšané<br />

na ich funkčnosť a výraz.<br />

126<br />

ENTWICKLUNG / PHASE 5


ENTWICKLUNG/ PHASE 5<br />

127


Abb.: Dichte<br />

128 ENTWICKLUNG / DICHTE


ENTWICKLUNG - ZWISCHENBILANZ<br />

3 GRUNDPRINZIPIEN<br />

3 HLAVNÉ PRINCÍPY<br />

Nach diesen 5 Phasen haben wir einen vorläufigen Schlußstrich gezogen und aus den verschiedenen<br />

Versuchen 3 Grundprinzipien eruiert, die wir näher untersucht haben.<br />

1, DICHTE<br />

Die Innenstadt wächst nach 40 Jahren wieder zusammen. Die Barriere der Strasse wird nicht nur<br />

überschritten, sondern bewachsen und verdichtet. Es entsteht eine Mosaik, ein komplexes Netzgefüge<br />

aus Volumen und Freiraum.<br />

Das Grundprinzip der Formfindung für die neue Dichte ist ein dreidimensionales abstraktes Applizieren<br />

des “Stadtmusters”, sowie dessen Überlagern, Drehen, Verschieben.<br />

Dabei werden in der Altstadt vorhandenen Themen (Zusammenwachsen, Hof, Dachlandschaft) neuinterpretiert:<br />

“Zusammenwachsen”: Eingelassene Freiräume erzeugen das Negativvolumen.<br />

“Hof”: Öffentlich und bis zu der Straße lichtführend.<br />

”Dachlandschaft”: Öffentlich zugängliche Dächer werden geschaffen.<br />

Abb. Bratislava 1778 - 1964<br />

Quellennachweis: C.Hageneder: Die Stadt über der<br />

Stadt bauen, Diplomarbeit, 1995<br />

Po týchto piatich fázach sme urobili predbežné resumé a z daných pokusov eruovali 3 rôzne hlavné<br />

principiálne možné smery, ktoré sme hlbšie rozobrali.<br />

1, HUSTOTA<br />

Staré mesto opäť po 40tich rokoch zrastá. Bariéra cesty nie je len prekročená, ale prerastená a<br />

zhustená. Vzniká mozaika, komplexná sieť z objemu a voľných plôch.<br />

Hlavným princípom hľadania formálneho výrazu pre novovzniknotú Hustotu je trojdimenzionálne<br />

abstraktná aplikácia “vzoru mesta”. A toho prekladanie, točenie a presúvanie.<br />

Pritom sú reinterpretované hlavné témy historických miest: Zrastenie, Dvor, Strešná spleť:<br />

beide Abb.: Altstadtmuster<br />

“Zrastenie”: zapustené voľné plochy tvoria negatívny objem<br />

“Dvor”: verejne dostupný a zároveň vedúci svetlo až k ceste<br />

”Strešná spleť”: sú vytvorené verejne dostupné strechy<br />

ENTWICKLUNG / DICHTE<br />

129


130 ENTWICKLUNG / DICHTE


ENTWICKLUNG / DICHTE<br />

131


Abb.: Platte<br />

132 ENTWICKLUNG / PLATTE


2, SELBSTTRAGENDE PLATTE<br />

Die Platte ist ein Lösungsansatz, der durch die niedrige Bauhöhe die aktuellen Blickachsen am<br />

meisten respektiert. Die Bespielung der nahezu ganzen Fläche des Bauplatzes sorgt auch auf der<br />

Dachebene für Dichte. Die Dachhaut interferiert durch Rampen, Stiegen und Höfe mit der Museumsebene<br />

und wird und zu einem öffentlichen Platz. Eine Art städtisches Wohnzimmer soll auf<br />

der perforieten Dachhaut entstehen.<br />

- eine wabenartige Struktur mit abwechselnden durchgehenden Räumen und Höfen. Ein <strong>3D</strong> Labyrinth<br />

mit verschiedenen Raumwirkungen<br />

- ein großzügiger Raum mit einzelnen Zellen, die entweder vom Museum oder von den kommerziellen<br />

Nutzern “beschlagnahmt” werden können. Die Boxen werden durch gläserne Licht- und Naturzellen<br />

rythmisiert.<br />

- die mosaikartige Raumaufteilung ermöglicht weiche Grenzen zwischen den Funktionen.<br />

2, SAMONOSNÁ DOSKA<br />

Doska je riešenie, ktoré svojou nízkou výškou najviac rešpektuje aktuálne vizuálne osi. Využitie<br />

takmer celej plochy prináša aj na strešnej ploche hustotu. Strešná rovina interferuje rampami,<br />

schodmi a dvormi s múzejnou rovinou a stáva sa novým verejným priestorom.<br />

- polygonálna štruktúra s rytmicky sa meniacami priestormi a dvormi. <strong>3D</strong> Labyrint s rôznymi pôsobeniami<br />

priestoru.<br />

- veľkorysý priestor s jednotlivými bunkami, ktoré môžu byť anektované buď múzeom, alebo<br />

komerčnými nájomníkami.Tieto boxy sú rytmizované sklennými svetelnými a prírodnými bunkami.<br />

- mozaikové rozdelenie priestoru dovoľuje mäkký prechod medzi funkciami.<br />

ENTWICKLUNG / PLATTE<br />

133


134 ENTWICKLUNG / PLATTE


ENTWICKLUNG / PLATTE<br />

135


Abb.: Solitärobjekt<br />

136 ENTWICKLUNG / OBJEKT


3, OBJEKT<br />

Die Box ist ein eigenständiger Körper, der sehr dominant sowohl im<br />

Blickfeld als auch auf der Platte positioniert wird. Seine Funktion sollte<br />

diese Lage rechtfertigen. Eine Box ist die einfachste aber zugleich<br />

stärkste Form, die dem nicht ganz problemlosen Umfeld, in das sie<br />

gestellt wird, standhalten kann, ohne das Bild zu zerstören. Zugleich<br />

verkörpert die Box eine ideale Museumstypologie.<br />

Doch die Stärke dieses Konzepts liegt auch in dem gebauten, aber unbebauten<br />

Raum. Abseits der Funktion der Stadtzusammenfügung und<br />

Lärmentlastung wird er zu einer Fläche, die auf verschiedenste Art<br />

und Weise bespielt werden kann. Von Microarchitektur über - auch<br />

grüne - Landschaft bis zu saisonalen Events (Sommerkino, Eisfläche,<br />

Weihnachtsmarkt…) kann hier unterschiedlichsten Anforderungen<br />

genügt werden.<br />

3, OBJEKT<br />

Box je výrazné teleso, ktoré je veľmi dominantne umiestnené. Jeho<br />

funkcia by však mala jeho pozíciu zdôvodňovať. Box je najjednoduchšia<br />

ale zároveň jedna z najpregnantnejších foriem. Vie ustáť nie celkom<br />

bezproblémovú situáciu bez toho aby zničila obraz do ktorého bola<br />

umiestnená. Okrem toho Box patrí k najideálnejším muzeálnym typológiám.<br />

Sila tohto konceptu leží však aj v síce postavenom, ale nezastavenom<br />

priestore. Okrem funkcie zrastenia mesta a odhlučnenia priestoru<br />

funguje plocha ako priestor na všemožné verejné aktivity. Plochu je<br />

možné zastavať mikroarchitektúrou, vytvoriť na nej zelené plochy,<br />

alebo využívať na sezónne aktivity (letné kino, ľadová plocha, vianočné<br />

trhy).<br />

ENTWICKLUNG / OBJEKT<br />

137


138 ENTWICKLUNG / OBJEKT


ENTWICKLUNG / OBJEKT<br />

139


140 ENTWICKLUNG / OBJEKT


Die Auseinandersetzung mit der Positionierung einzelner Objekte auf<br />

der Überplattung hat zu einer Auseinandersetzung mit der Überplattung<br />

selbst geführt. Um die Platte so effizient wie möglich zu entwerfen,<br />

wurden Träger verlegt, auf deren Schnittpunkten die Auflageflächen<br />

für die Pavillons positioniert werden konnten.<br />

Zaoberanie sa doskou, na ktorej sú umiestnené jednotlivé objekty viedlo<br />

k zaoberaniu sa s optimalizovanou nosnosťou dosky samej. Nosníky<br />

boli prekladané tak, aby v bode ich priesečníku moholi byť umiestnené<br />

oporné body pavilónov.<br />

ENTWICKLUNG / OBJEKT<br />

141


PHASE 6 / FÁZA 6<br />

ENTWICKLUNG<br />

Die logische Folge war nun, ein Brückengeflecht<br />

zu konzipieren, welches den natürlichen<br />

Wegen zwischen der Altstadt und der<br />

Burg entsprechen würde.<br />

VÝVOJ<br />

Logickým vývojom bolo vytvorenie spleti premostení,<br />

ktoré by zodpovedali prirodzeným<br />

cestám medzi mestom a hradom.<br />

142<br />

ENTWICKLUNG / PHASE 6


ENTWICKLUNG / PHASE 6<br />

143


PHASE 7 / FÁZA 7<br />

ENTWICKLUNG<br />

Um dieses Brückengeflecht mit einer Funktion<br />

bespielen zu können, wurde es überdeckt.<br />

So entstand im Inneren eine Raumfolge mit<br />

sich ständig ändernden Querschnitten. Von<br />

Außen entwickelte sich der Körper entlang<br />

der Straße, bot spannende Ausblicke und<br />

bewahrte die Blickbeziehungen zu Dom,<br />

Burg, Brücke,… . Der Kontrast zwischen der<br />

lauten lebendigen Straße und der Stille der<br />

Innenräume wurde spürbar. Die Straße wurde<br />

gezähmt statt in den Tunnel verbannt. Der<br />

fließende, sich ändernde Raum kann mit der<br />

Funktion eines Museums gut kooperieren.<br />

Die natürlichen Übergänge zwischen Stadt<br />

und Burg wurden ermöglicht und forciert.<br />

Das Objekt hing zwischen den zerschnittenen<br />

Stadtteilen, ermöglichte den Übergang,<br />

ließ aber beide Teile atmen und wurde nicht<br />

nur zur Zwangsverdeckung von „Unschönem“<br />

genutzt.<br />

Die Absenz des öffentlichen Raumes und die<br />

fragliche Verträglichkeit der starken eigenständigen<br />

Form mit der Umgebung sprachen<br />

allerdings gegen diese Variante.<br />

VÝVOJ<br />

Aby spleť mostov mohla vytvoriť priestor pre<br />

funkcie, bolo nutné ju prekryt. Tak vzniká vo<br />

vnútri plynulý, ale v priečnom reze sa neustále<br />

meniaci priestor. Zvonka sa teleso vyvíja<br />

pozdĺž cesty a ponúka zaujímavé priezory a<br />

zachováva vizuálny kontakt s hradom, Dómom,<br />

mostom, etc. Kontrast medzi hlučnou<br />

živou cestou a tichom vo vnútri je citeľný.<br />

Ceste je “podrobená” ale nie vohnaná do<br />

tunela. Plynulý meniaci sa priestor dobre<br />

kooperuje s funkciou múzea. Prirodzené prechody<br />

medzi mestom a hradom sú umožnené<br />

a podporované. Objekt leží medzi dvoma<br />

rozrezanými mestskými časťami, umožňuje<br />

prechod, ale necháva ich dýchať a nenúti<br />

zakryť „nepekné“.<br />

Absencia verejného priestoru ako aj otázna<br />

znášanlivosť priestoru s takou výraznou formou<br />

však hovoria proti tomuto variantu.<br />

144<br />

ENTWICKLUNG / PHASE 7


ENTWICKLUNG / PHASE 7<br />

145


146 ENTWICKLUNG / PHASE 7


ENTWICKLUNG / PHASE 7<br />

147


ENTWICKLUNG - RESUMÉ<br />

CONCLUSION<br />

Nach den vielen Varianten wurde ersichtlich, dass wir doch immer wieder zur Variante der zerstreuten<br />

Pavillons zurückgekehrt sind. Nach dem Durchspielen unterschiedlichster Möglichkeiten<br />

haben wir die Überzeugung gewonnen, dass sie den städtebaulichen, konstruktiven, aber auch<br />

funktionellen und formalen Ansprüchen, die wir an sie gestellt haben, am meisten entspricht.<br />

CONCLUSION<br />

Po mnohých variantoch bolo zrazu zreteľné, že sme sa stále vracali k variantu roztrúsených pavilónov.<br />

Po prehratí všetkých možných možností sme nadobudli presvedčenie, že najviac vyhovuje<br />

naším požiadavkám na urbanistické, konštrukčné, ale aj funkcionálne a formálne riešenie.<br />

ENTWICKLUNG / RESUMÉ<br />

149


ENTWURF


Abb: Dauerausstellungspavillons


ENTWURF<br />

PROJEKTBESCHREIBUNG<br />

POPIS PROJEKTU<br />

MUSEUM DER ZEITGESCHICHTE<br />

Das Museum soll nicht bloß ein Politik/Zeitarchiv werden, sondern auch ein Ort der Begegnung,<br />

der die Aufgabe hat die aktive Auseinandersetzung der Gesellschaft mit ihrer Geschichte zu fördern.<br />

Es sollte sowohl eine Dokumentations-Forschungs-Präsentations-Bildungsinstitution darstellen,<br />

als auch einen Veranstaltungsort für fachspezifische Events, interkulturelle Informations- und<br />

Diskussionsplattform bieten, genauso wie einen Raum für Besinnung und Gedenken.<br />

MANIFESTO<br />

Der offene Raum und die kritische Öffentlichkeit<br />

Eine der zentralen Aufgaben ist die Herstellung kritischer Öffentlichkeit. Wesentlich dafür ist die<br />

aktive Beteiligung des Publikums. Die transparente Geschichtsaufarbeitung, Dokumentation und<br />

die Aufdeckung der geschichtlichen Zusammenhänge sind die Hauptaufgaben des Museums. Auf<br />

dem Verstehen der Geschichte ist das Verständnis der aktuellen gesellschaftspolitischen Kontroversen<br />

aufgebaut. Die Gedächtniskultur als Mahnmal des heutigen Geschehens.<br />

Abb: Innenraum<br />

Diese Interaktion zw. der Geschichte und den aktuellen gesellschaftlichen Fragen wird im Rahmen<br />

von Sonderausstellungen und Veranstaltungen ausgetragen. Offenheit des Museums bedeutet<br />

auch, dass verschiedenste Projektgruppen die einzelnen Museumspavillons nutzen, um ihre Aktivitäten<br />

vorzustellen und ihre Interessen zu artikulieren. Es werden anderen Institutionen Räumlichkeiten<br />

für Ausstellungen und Veranstaltungen zur Verfügung gestellt. Durch diese Diversität an<br />

Angebot kann sich das Museum zu einem intellektuellen Knotenpunkt für Kultur, Politik und Gesellschaftswissenschaften<br />

entwickeln.<br />

MÚZEUM DEJÍN<br />

Múzeum nemá byť len politickým a časovým archívom, ale miestom stretnutia, ktoré má za úlohu<br />

podporiť dialóg medzi históriou a spoločnosťou.<br />

Rovnako ako by malo byť dokumentačno-vedecko-prezentačno-vzdelávacou inštitúciou, malo by byť<br />

aj miestom konania odborných konferencií, interkulturálnou informačno-diskusnou platformou, ako i<br />

miestom pre spomienky a pokoj.<br />

MANIFESTO<br />

Otvorený priestor a kritická verejnosť.<br />

Jednou z ťažiskových úloh múzea je vytvorenie “kritickej verejnosti”. Podstatná je pritom aktívna<br />

účasť publika. Transparentný rozbor dejín, dokumentácia a odhalenie dejinných súvislostí sú hlavnou<br />

náplňou múzea. Na porozumení dejinám je postavené porozumenie aktuálnych spoločenskopolitických<br />

kontroverzií.<br />

Kultúra pamäti ako memento dnešného diania.<br />

Túto interakciu medzi históriou a aktuálnymi spoločenskými otázkami umožňujú mimoriadne výstavy<br />

a rôzne pódiové diskusie a semináry. Otvorenosť múzea tiež znamená, že rôzne projektové skupiny<br />

môžu využiť pavilóny múzea na predstavenie svojich aktivít a artikulovanie svojich záujmov. Ďalším<br />

inštitúciam sú ponúknuté priestory na výstavy a podujatia. Touto rozmanitosťou ponuky môže<br />

múzeum prerásť do intelektuálnemeho uzla kultúry, politiky a spoločenskej vedy.<br />

ENTWURF / PROJEKTBESCHREIBUNG<br />

153


ENTWURF<br />

Das Museum ist ein Ensemble mehrerer Pavillons, welche sich aus den Schnittbildern verschiedener<br />

Sicht- und Wegachsen ergeben. Die räumliche Trennung der einzelnen Ausstellungen vereinfacht<br />

unter anderem auch die gezielte Zugänglichkeit. Außer den drei Dauerausstellungspavillons<br />

sind vielfältige Konstellationen der Errichtung der Wechselausstellungs- und Veranstaltungspavillons<br />

möglich. Dieses Prinzip lässt das Bild des Museums im Bezug auf die gegenwärtige Situation<br />

reagieren bzw. verändern und macht den ganzen Ort zu einem lebendigen Teil der Stadt.<br />

Das Projekt passt sich der Umgebung an, es stört nicht, sondern fügt zusammen.<br />

Ein Museum, das von öffentlichen Plätzen durchwoben wird. Anstatt eines einzelnen Straßenraumes<br />

entsteht eine komplexe Struktur an Kommunikationsflächen. Es werden Plätze und Straßen<br />

gebildet, welche mit den bestehenden öffentlichen Räumen und Wegen zusammenwachsen. Der<br />

Maßstab des jetzigen Straßenraumes wird durch die Intervention wieder an das menschliche Maß<br />

angeglichen.<br />

Es war uns wichtig ein offenes Museum zu entwerfen. Sowohl im baulichen Sinne, als auch im<br />

Sinne einer „open end“ Ausstellung.<br />

Wir wollten das Prinzip der Offenheit und Transparenz, welches die Aufarbeitung der Geschichte<br />

begleiten sollte, auch in der <strong>Architektur</strong> umsetzen. Dieses Leitmotiv sollte jedoch nicht durch<br />

eine plakative bauliche Umsetzung abgewertet werden.<br />

Abb: Schnittbilder<br />

Die Transparenz der Aufarbeitung der Geschichte ist für uns durch die in das Projekt mitintegrierte<br />

Forschungsinstitution gewährleistet, die Offenheit durch die Zerstreuung des Museums<br />

in einzelne Pavillons. Denn für uns ist ein Museum kein Tresor mit archaischem Inhalt. Die Wechselausstellungen<br />

und spezifische Veranstaltungen beleben und aktualisieren den Ort. Es sind Räume<br />

für Diskurs und Reflexion.<br />

NÁVRH<br />

Múzeum je komplex viacerých pavilónov, ktoré vznikajú križovaním rôznych vizuálnych a spojovacích<br />

osí. Logika priestorového rozdelenie jednotlivých výstav uľahčuje návštevníkovi orientáciu a cielene<br />

ho vedie priestorom. Okrem troch stálych expozícií sú možné rôzne preskupovania funkčnosti<br />

pavilónov na prechodné a mimoriadne výstavy a podujatia. Tento princíp necháva múezum reagovať<br />

na súčasnú situáciu, resp. túto meniť a zároveň robí toto miesto živou súčasťou mesta.<br />

Projekt sa včleňuje do prostredia, neničí, ale dopĺňa.<br />

Múzeum popretkávané verejnými priestranstvami.<br />

Namiesto jedného uličného priestoru vzniká komplexná komunikačná štruktúra.<br />

Sú vytvárané námestia a ulice, ktoré zrastajú s existujúcimi verejnými priestranstvami a cestami.<br />

Dnešná mierka rýchlostnej komunikácie interaguje s múzeom a opäť sa stáva mierkou primeranou<br />

ľudským rozmerom.<br />

Bolo pre nás dôležité navrhnúť otvorené múzeum. Ako v stavebnom zmysle, tak aj v zmysle<br />

výstavy s otvoreným koncom. Princíp otvorenosti a transparentnosti, ktorý by mal sprevádzať rozbor<br />

dejín, by sme radi použili aj v architektúre. Táto myšlienka by však nemala byť znehodnotená<br />

prvoplánovým stavebným riešením.<br />

Transparentnosť pri spracovávaní histórie je zaručená integráciou Ústavu pamäti národa do<br />

projektu, otvorenosť roztrúsení múzea na jednotlivé pavilóny. Pre nás múzeum nie je trezor s<br />

archaickým obsahom. Prechodné výstavy a špecifické podujatia oživujú a aktualizujú miesto. Sú<br />

priestormi pre diskusiu a reflexiu.<br />

Blackbox je miestom, ktoré ponúka priestor na pietu a vlastné spomienky. Nie je súčasťou múzea,<br />

154<br />

ENTWURF / PROJEKTBESCHREIBUNG


Die Blackbox ist ein Ort, der dem Besucher den Raum zu Gedenken und für die eigenen Erinnerungen<br />

bietet. Er ist kein Teil einer Ausstellung, er ist nur dann zu betreten, wenn der Besucher<br />

selbst das Bedürfnis nach der Intimität mit seinen Gedanken sucht.<br />

Das Verschneiden mehrerer Achsen, sowie die gesteuerte Lichtführung sind wesentliche Konzepte,<br />

die auch die Gestaltung der Grundrisse und Schnitte der einzelnen Pavillons prägen. Der<br />

Kontakt zur Straße, deren Entstehungsgeschichte auch ein Teil der Zeitgeschichte ist, ist durch<br />

die lichtführende Decke gegeben. Tagsüber kommt es zu einer Weiterführung des Tageslichts bis<br />

in den Tunnel, nachts wird das Museum von unten mitbelichtet. Durch diese Lichtwirkungen ist<br />

das Wegsystem auch unten beim Vorbeifahren spürbar.<br />

STRAß E UND DIE STADT<br />

Bratislava ist eine sehr schnell wachsende Stadt mit einer stark unterdimensionierten Infrastruktur.<br />

Eine Lösung, welche die bestehende Kreuzung reduziert bzw. grundlegend die Verkehrsachse<br />

umformt, zeigt sich bei näherer Betrachtung aus sozioökonomischen Gründen als nicht<br />

tragbar. Die Umleitung der Straße, bzw. ihre ganzheitliche Unterführung ist ein beträchtlicher<br />

Aufwand, den die erzielten Verbesserungen wahrscheinlich nicht rechtfertigen.<br />

Die Kompromisslösung - eine Überbauung zw. dem Martinsdom und der Haltestelle Staromestská<br />

zu errichten - ist unserer Meinung nach ein Lösungsansatz der ein plausibles „Aufwand - erzielte<br />

Verbesserung“ Verhältnis aufweist. Denn gerade in diesem Bereich verläuft die Straße ohnehin in<br />

einem 5-6 m tiefen Graben, dadurch ist ihre weitere Unterführung nicht mehr notwendig.<br />

Straßenüberbauungen folgen meist dem unanfechtbaren Prinzip der maximalen Ausnutzung der<br />

Fläche durch eine Überlagerung verschiedener Funktionen. Auf einem bis zwei Garagengeschossen<br />

liegt die Ebene eines „mix-use“ Parterres, das oft mit hohen Wohn-, oder Bürotürmen abgeschlossen<br />

wird.<br />

ale návštevník ho môže vyhľadať, keď pocíti potrebu byť sám so svojimi myšlienkami a spomienkami.<br />

Kríženie osí a vedenie svetla sú jednými z hlavných konceptov, ktoré sa podpísali na tvorbe pôdorysov<br />

a rezov pavilónov. Kontakt s cestou, ktorej príbeh je tiež súčasťou dejín, je daný svetlopriepustnou<br />

podlahou. Cez deň prichádza k prepúšťaniu denného svetla do tunela a večer je múzeum<br />

podsvetlené od cesty. Touto svetelnou hrou je aj v tuneli citeľná spleť chodníkov múzea.<br />

CESTA A MESTO<br />

Bratislava je rýchlo rastúce mesto s poddimenzovanou infraštruktúrou. Riešenie, ktoré by redukovalo<br />

dnešnú križovatku, resp. závažne zmenilo dopravnú os, sa pri bližšej analýze javí ako sociálnoekonomicky<br />

neefektívne. Odklonenie komunikácie, resp. jej hlbšie zapustenie znamenajú výrazné<br />

náklady, ktoré pravdepodobne možné zlepšenia nezdôvodňujú.<br />

Abb: Tunnelvarianten<br />

Kompromisné riešenie - premostiť Staromestskú ulicu medzi Dómom a zástavkou Pri Starom<br />

Rozhlase - je podľa nás plauzibilné riešenie, ktorej zodpovedá pozitívna bilancia pomeru „náklady -<br />

dosiahnuté zlepšenie“. Práve v tomto úseku prechádza cesta v 5-6 metrovej priekope pod úrovňou<br />

ulice a teda už nie je potrebné jej ďalšie zapustenie.<br />

Premostenia sú postavené väčšinou na neodškriepiteľnom princípe maximáneho využitia plochy<br />

preložením viacerých funkcií. Na jednom až dvoch garážových poschodiach leží vrstva „mix-use“<br />

parteru, ktorá býva zakončená často veľmi vysokými obytnými alebo administratívnymi vežami.<br />

Takýmto využitím plochy by mali byť pokryté vysoké stavebné náklady. Takéto megadosky sú však<br />

väčšinou situované mimo mestských centier v oblastiach, ktoré takúto hustotu znesú, alebo si ju<br />

dokonca vyžadujú.<br />

ENTWURF / PROJEKTBESCHREIBUNG<br />

155


Durch eine solche Flächenausnutzung sollen die hohen Erstellungskosten gedeckt werden. Solche<br />

Megaplatten liegen allerdings meistens abseits der Stadtzentren, in einer Gegend, die diese<br />

Dichte verträgt oder sie sogar verlangt.<br />

Doch die städtebauliche Situation im Schlossgrund ist bereits seit 30 Jahren von einem Megaprojekt<br />

geprägt. Somit haben wir nach einem Kompromiss gesucht, welcher den kommunikativen<br />

Charakter der Straße mitberücksichtigt und zugleich versucht ihre vernichtende Auswirkung auf<br />

den öffentlichen Raum zu mildern.<br />

Es ist unbestritten, dass der Verkehr zu den urbanen Hauptfunktionen einer Stadt gehört (vgl.<br />

Archithese 3.94, Editorial), eine Stadt ohne Straßen ist eine utopische Vorstellung. Die Straße<br />

in ein dunkles Loch zu verbannen würden wir auch als ein Negieren einer „unschönen“ historischen<br />

Spur verstehen. Eine solche Haltung würde in einem absoluten Gegensatz zum Inhalt unseres<br />

Projektes stehen.<br />

Abb: Konstruktion<br />

Es war uns von Anfang an ein Anliegen nicht nur dem Raum über der Straße, sondern auch der<br />

Straße selbst, einen Mehrwert durch unser Projekt zu verschaffen.<br />

Die lichtführenden Wege und die seitlichen Einschnitte sollten den Durchfahrenden ein Gefühl<br />

davon vermitteln was über ihnen passiert. Umgekehrt kommt am Abend die Lichtwirkung aus dem<br />

Tunnel der Atmosphäre des Museums zugute. Nicht zuletzt sehen wir aber auch die interagierende<br />

Tunneldecke als eine riesige Medienfläche, wo man - ob mit architektonischen, belichtungstechnischen<br />

oder graphischen Mitteln (vgl. Lichtinstallationen von Jenny Holzer) - Botschaften an<br />

das durchfahrende Publikum abgeben kann.<br />

KONSTRUKTION<br />

Eine der grundsätzlichen Fragen bei diesem Projekt bezieht sich auf die konstruktive Lösung der<br />

Überbrückung der Spannweite von 17 - 25 m in einer Länge von 270 Meter.<br />

Urbanistická situácia v podhradí je však už 30 rokov poznačená iným megaprojektom. Tak sme<br />

hľadali riešenie, ktoré by zohľadnilo komunikatívny charakter cesty a zároveň zmiernilo jej dopad<br />

na verejný priestor a okolie.<br />

Je neodškriepiteľné, že doprava patrí k hlavným funkciám urbanizmu (pozri Archithese 3.94,<br />

Editorial), mesto bez ciest je utopistická predstava. Zavrieť cestu do tmavej diery by pre nás<br />

znamenalo aj potretie „nepeknej“ historickej stopy. Takýto postoj je úplne nezlúčiteľný s naším<br />

projektom.<br />

Od samého začiatku bolo pre nás dôležité nielen zhodnotiť priestor nad cestou, ale aj priestor<br />

cesty.<br />

Svetlopriepustné cesty a postranné zárezy by mali prechádzajúcim priblížiť dianie nad cestou.<br />

Večerné svetlo cesty je zasa prínosom pre atmosféru múzea. V neposlednom rade však vidíme<br />

interagujúci strop tunela ako veľkú mediálnu plochu, na ktorú - či architektonickými, svetelnými,<br />

alebo grafickými prostriedkami (pozri svetelné inštalácie od Jenny Holzer) - môžeme projektovať<br />

posolstvá prechádzajúcemu publiku.<br />

KONŠTRUKCIA<br />

Jedna zo zásadných otázok pri tomto projekte sa vzťahuje na konštrukčné riešenie premostenia<br />

rozponu 17-25 m na dĺžke 270 tich metrov.<br />

V priebehu vývoja projektu sme sa viacnásobne pokúšali konštrukciu premostenia zohľadniť ako<br />

hlavné kritérium definície formy (celoplošné nosné systémy, nosníky vo výške priestoru, atď.).<br />

Aj keď to jednoznačne je jeden z legitímnych spôsobov koncipovania architektúry, v tomto prípade<br />

viedol v otázke urbanistického riešenia ku viacerým konfliktom.<br />

156<br />

ENTWURF / PROJEKTBESCHREIBUNG


Im Laufe der Entwicklung des Projektes haben wir mehrmals versucht die Konstruktion der Überbrückung<br />

als das Hauptkriterium zur Formdefinierung (gebogene Schalentragwerke, raumhohe<br />

Träger, etc.) einzusetzen.<br />

Selbst wenn dieser Ansatz für architektonisches Entwerfen sicher einen legitimen Weg darstellen<br />

könnte, hat er in diesem Fall in der städtebaulichen Dimension zu mehreren Konflikten geführt.<br />

Allerdings war gerade die rücksichtsvolle städtebauliche Anpassung eines der Hauptthemen in<br />

unserem Projekt, somit haben wir uns für ein zurückhaltendes einfaches Tragsystem entschieden,<br />

welches in diesem Projekt nicht dominiert, sondern Flexibilität zulässt.<br />

Diese Konstruktion aus einfachen quergelegten Trägern zeichnet sich durch eine große Freiheit<br />

der Anordnung der darauf liegenden Objekte aus, und gleichzeitig bietet es die beste Lichtdurchlässigkeit<br />

in der vertikalen Richtung.<br />

Die Balkenabstände, sowie auch deren Profile lassen sich je nach Last variieren, und führen zu<br />

einer Rhythmisierung der Lichtwirkung im Tunnel.<br />

Die herauswachsenden Objekte dienen zugleich als Aussteifung in der Längsrichtung.<br />

Die mögliche Vorfertigung der Träger bringt außer dem Vorteil der Kostenoptimierung auch die<br />

Weiternutzung der Straße während des Bauprozesses mit sich mit.<br />

OBERFLÄCHENGESTALTUNG<br />

Die Gestalt der einzelnen Körper ergibt sich durch das Verschneiden verschiedener Sicht- und<br />

Wegachsen. Dadurch bekommt jeder Körper seine einzigartige Form, man kann aber trotzdem die<br />

gemeinsame Formsprache ablesen. Etwas Ähnliches wollten wir auch mit der Fassadengestaltung<br />

erreichen, wobei hier die funktionelle Unterscheidung der einzelnen Pavillons gerade durch die<br />

Fassade kommuniziert werden sollte.<br />

Abb: Fassade: Memory<br />

Es gibt im Prinzip zwei Arten von Pavillons: die Pavillons der Dauerausstellung und der Wechsel/<br />

Sonderausstellungen, bzw. Veranstaltungspavillons.<br />

Die Dauerausstellungen haben eine glatte Metallfassade, die die „Spuren“ der Geschichte, des<br />

V našom projekte bolo však práve ohľaduplné prispôsobnie sa urbanistickej situácii jednou z<br />

hlavných tém. Preto sme zvolili jednoduchý nosný systém, ktorý nedominuje projektu, ale naopak,<br />

pripúšťa flexibilitu.<br />

Táto konštrukcia z priečnych nosníkov sa vyznačuje veľkou slobodou rozloženia na nej ležiacich objektov.<br />

Zároveň zabezpečuje najlepšiu priepustnosť svetla vo vertikálnom smere.<br />

Rozostup nosníkov, ako aj ich profily sa dajú podľa zaťaženia meniť a vedú k rytmizácii svetelného<br />

pôsobenia v tuneli.<br />

Vyrastajúce objekty zároveň slúžia ako výstuž v pozdĺžnom smere. Možná prefabrikácia nosníkov<br />

prináša okrem optimalizovania nákladov aj možnosť prevádzky cesty počas stavebného procesu.<br />

POVRCHOVÁ ÚPRAVA<br />

Forma jednotlivých pavilónov vzniká prekrížením rôznych vizuálnych a spájajúcich osí. Tým dostáva<br />

každá budova svoju jedinečnú formu, ale spoločná formálna reč je neprehliadnuteľná. Niečo podobné<br />

sme sa snažili dosiahnuť aj pri tvorbe fasády, hoci funkčné rozdelenie pavilónov a budov tlmočí<br />

priamo samotná fasáda.<br />

Zvolili sme dva typy pavilónov: Pavilóny stálych exhibícií a pavilóny prechodných, resp. mimoriadnych<br />

výstav a podujatí.<br />

Stále exhibície majú hladkú fasádu z tenkého kovu, do ktorej sú „vtetované“ stopy dejín.<br />

ENTWURF / PROJEKTBESCHREIBUNG<br />

157


Ortes oder einer Botschaft als ein perforiertes Muster „eintätowiert“ vermittelt.<br />

Die Sonderaustellungen sind dagegen mit einer neutralen Haut/Schleier bezogen, der sie mit<br />

keiner Geschichte, und keinem prägnanten Ausdruck vorbelastet und dadurch für jeden möglichen<br />

späteren Inhalt offen lässt.<br />

Eine eigene Art von Körper sind die Cafés und kleine Läden die über eine offene Glasfassade verfügen.<br />

Sie sollten den Ort durch die Farbe und das „Leben“ ihres Inhaltes beleben. Außerdem sind<br />

das eher kleinere Körper, die sonst hinter einer geschlossenen Fassade „ersticken“ könnten.<br />

Schon von ihrer Funktion aus sondern sich zwei Körper von dem Rest ab. Es ist das Dokumentationszentrum<br />

(Sitz des „National Memory Institute“) und die Blackbox, als Gedenkstätte für die<br />

Opfer der totalitären Regime.<br />

Die Materialität der Fassade dieser Objekte sollte Vertrauen und Unverrückbarkeit der Gerechtigkeit<br />

symbolisieren. Eine dunkle Steinfassade mit verschiedenen Oberflächenbehandlungen soll<br />

dem Inhalt der Körper eine würdevolle Hülle verschaffen.<br />

GESTALTUNG DES AUSSENRAUMES<br />

Der Grundriss ergibt ein strenges geometrisches Muster. Somit werden sowohl die Gebäude als<br />

auch die Restflächen von scharfen Kanten und polygonalen Grundrissen geprägt. Um diese Strenge<br />

zu entschärfen, wollen wir diese stark definierten Flächen mit einer Bepflanzung bewachsen<br />

lassen, die wenig mit den „gekämmten“ städtischen Parkanlagen zu tun hat. Wir wollen mit der<br />

Verwendung heimischer Blumen, Bäume, Gräser und Sträucher eine möglichst ungezwungene und<br />

natürliche Atmosphäre erzeugen. Die strengen Ränder zw. den Wegen und Grünflächen werden<br />

großteils bewusst beibehalten, nur in manchen Fällen werden sie unterbrochen um einen fließenden<br />

Übergang zw. der Natur und dem Weg zu erzeugen.<br />

beide Abb: Beispiele für Bepflanzung<br />

Quellennachweis: Piet und Anja Oudolf<br />

Mimoriadne výstavy sú naopak obtiahnuté neutrálnym obalom/závojom, ktorý nie je zaťažený<br />

žiadnym príbehom a žiadnym pregnantným výrazom a tak ich necháva otvorené všetkým budúcim<br />

obsahom.<br />

Samostatným druhom budov sú kaviarne a malé obchody, ktoré majú otvorenú sklenenú fasádu.<br />

Mali by oživovať okolie farbou a životom svojho vnútra. Vďaka tomu, že sú to relatívne malé<br />

priestory, za zavretou fasádou by sa mohli “zadusiť”.<br />

Už svojou funkciou sa dve budovy oddeľujú od ostatných. Dokumentačné centrum (sídlo Ústavu<br />

pamäti národa) a Blackbox, pietne miesto obetiam totalitných režimov.<br />

Materialita fasád týchto dvoch objektov by mala symbolizovať dôveru a neochvejnosť spravodlivosti.<br />

Tmavá kamenná fasáda s rôznymi úpravami povrchov by mala byť dôstojným obalom obsahu<br />

budov.<br />

NÁVRH VONKAJŠÍCH PLÔCH<br />

Pôdorys vytvára prísny geometrický vzor. Tým sú ako budovy, tak aj zvyšné plochy definované<br />

ostrými hranami a polygonálnymi pôdorysmi. Na isté obrúsenie tejto ostrosti navrhujeme tieto<br />

ostro definované plochy zazeleniť. Tieto krajinné úpravy však majú len málo spoločné s mestskými<br />

„učesanými“ parkmi. Použitím domácich kvetov, stromov, tráv a kríkov by sme chceli vytvoriť čo<br />

možno najnenútenejšiu prirodzenú atmosféru. Prísne hrany medzi chodníkmi a zelenými plochami<br />

sú chcene zachované, len na niektorých miestach budú prerušené, aby nastal plynulý prechod<br />

medzi prírodou a cestou.<br />

158<br />

ENTWURF / PROJEKTBESCHREIBUNG


Abb: Grün


Abb: Übersichtsschema:<br />

DOKU: Dokumentationszentrum<br />

Blackbox<br />

WA: Wechsel-, Sonderausstellungspavillon<br />

DA 1,2,3: Dauerausstellungspavillon 1,2,3<br />

VA: Veranstaltungspavillon<br />

JM: Jüdisches Museum (Bestand)<br />

blaue Schraffur: kommerzielle Nutzungen (Cafés, Buchläden, etc.)<br />

punktierte Schraffur: Grünflächen<br />

graue Schraffur: Bestand


MUSEUM DER ZEITGESCHICHTE<br />

RAUMPROGRAMM<br />

PRIESTOROVÁ DISPOZÍCIA<br />

Das Museum dokumentiert vier verschiedene politische Systeme, durch die die Slowakei im letzten<br />

Jahrhundert gegangen ist (Monarchie, Demokratie, offene Diktatur, Kommunismus). Die drei<br />

Dauerausstellungspavillons sind den drei letzten Staatsformen gewidmet, die die Geschichte der<br />

Slowakei bis zu den Anfängen der heutigen Republik 1993 geprägt haben.<br />

DAUERAUSSTELLUNGEN:<br />

PAVILLON 1: TSCHECHOSLOWAKEI 1918 - 1939<br />

1.Demokratisches politisches System<br />

Ende der Monarchie, Erster Weltkrieg, Tschechoslowakischer Widerstandskampf<br />

im Ausland, Tomáš Garyk Masaryk, Milan Rastislav Štefánik<br />

PAVILLON 2: SLOWAKEI 1939 - 1945<br />

offene Diktatur unter dem Einfluss des Deutschen Reiches<br />

Zweiter Weltkrieg, Deportationen der jüdischen Bevölkerung,<br />

Waffenindustrie, Slowakischer Nationalaufstand<br />

PAVILLON 3: TSCHECHOSLOWAKEI 1945 - 1992<br />

45-48 Demokratie, 48-89 Kommunistisches Regime, 89-92 Demokratie<br />

Beginns des Sozialismus in der Tschechoslowakei, Putsch Februar 48,<br />

Phasen des politischen Klimas: zw. Repression und Auflockerung, Prager<br />

Frühling 68, Samtene Revolution von 89, Zerfall der Tschechoslowakei<br />

Múzeum dokumentuje 4 rôzne politické systémy, ktorými Slovensko v poslednom storočí prešlo<br />

(monarchia, demokracia, národný socializmus, komunizmus). 3 stále expozície sú venované 3<br />

predošlým štátnym formám, ktoré najviac ovplyvnili Slovensko až do vzniku dnešnej republiky v roku<br />

1993.<br />

beide Abb.: 1944 Slowakischer Nationalaufstand<br />

Quellennachweis: www.totalita.cz<br />

STÁLE EXPOZÍCIE:<br />

PAVILÓN 1: ČESKOSLOVENSKO 1918 - 1939<br />

1. demokratický politický systém<br />

koniec monarchie, prvá svetová vojna, československý odboj v zahraničí,<br />

Tomáš Garyk Masaryk, Milan Rastislav Štefánik<br />

PAVILÓN 2: SLOVENSKO 1939 - 1945<br />

otvorená diktatúra pod vplyvom Nemeckej ríše<br />

druhá svetová vojna, deportácie židovského obyvateľstva,<br />

zbrojný priemysel, Slovenské národné povstanie<br />

Abb: Volksmilizen auf der Karlsbrücke, Februar 48<br />

Quellennachweis: www.totalita.cz<br />

PAVILÓN 3: ČESKOSLOVENSKO 1945 - 1992<br />

45-48 demokracia, 48-89 komunistický režim, 89-92 demokracia<br />

Vývoj začiatkov socializmu v Československu, Puč Február 1948, Rôzne fázy<br />

politickej klímy: medzi represiou a uvoľnením, Pražská Jar 68, Nežná<br />

Revolúcia 89, rozpad Československa 31.12.1992<br />

ENTWURF / RAUMPROGRAMM<br />

161


Ausstellungen beinhalten:<br />

POLITIK / GESELLSCHAFT - ÜBERBLICK<br />

Auswirkungen des politischen Systems an die Gesellschaft, persön<br />

liche Erinnerungen vs. historische Fakten, Propaganda, Armee,<br />

Polizei, Geheimdienst als Mittel zur Machtbefestigung<br />

Exponate: Audiovisuelle Dokumente, Plakate, Bilder, Texte<br />

ALLTAG<br />

Wohnen, Einkaufen, Schule, Arbeit, Feiertage, Freizeit, Urlaub,<br />

Sport, Religion, Ernährung<br />

Exponate: Alltagsgegenstände, Audiovisuelle Dokumente, Plakate,<br />

Bilder<br />

Abb.: „Jarmilky“ (Turnschuhe für Kinder)<br />

MEDIEN, PRESSE, FERNSEHEN<br />

Bilder der Zeit aus der Sicht der staatlichen Medien vs. der freien<br />

Medien (Radio free Europe, etc.) vs. ausländischen Presseagentu<br />

ren; Propaganda im Fernsehen, Ausstrahlung politischer Reden,<br />

Kultur im Fernsehen: Fernsehsendungen, Silvesterprogramm,<br />

Serien, ..<br />

Exponate: Audiovisuelle Dokumente, Zeitungssausschnitte<br />

ARCHITEKTUR, KUNST<br />

(Literatur, Theater, Bildende Kunst, Musik)<br />

- regimekonform<br />

- im Dissens<br />

- im Exil<br />

Exponate: Kunstgegenstände, Ausstellungskataloge, Ausstellungs<br />

Abb.: Lenin Skulptur<br />

Výstavy obsahujú:<br />

POLITIKA / SPOLOČNOSŤ - PREHĽAD<br />

(dopad politického systému na spoločnosť, osobné spomienky vs.<br />

historické fakty, propaganda, vojsko, polícia, tajná služba ako pros<br />

triedky k upevňovaniu moci)<br />

Exponáty: audiovizuálne dokumenty, plagáty, obrazová dokumentá<br />

cia, texty<br />

VŠEDNÝ DEŇ<br />

bývanie, nakupovanie, škola, práca, štátne sviatky, voľný čas, dovo<br />

lenka, šport, náboženstvo, životospráva<br />

Exponáty: každodenné predmety, audiovizuálne dokumenty, plagáty,<br />

obrazová dokumentácia<br />

MÉDIÁ, TLAČ, TELEVÍZIA<br />

Obrazy doby z pohľadu štátnych médií vs. slobodné médiá (rádio<br />

free Europe, etc.) vs. zahraničné tlačové agentúry; propaganda v<br />

televízii, vysielanie politických rečí, kultúra v televízii: televízne<br />

programy, silvestrovský progam, seriály<br />

Exponáty: audiovizuálne dokumenty, novinové výstrižky<br />

ARCHITEKTÚRA, UMENIE<br />

(literatúra, divadlo, výtvarné umenie, hudba)<br />

- konformné<br />

- v disente<br />

- v exile<br />

162<br />

ENTWURF / RAUMPROGRAMM


plakate, Schallplatten, Bücher, Samizdatbücher, im Exil erschienene Litera<br />

tur, Aufzeichnungen und Bilder von Theateraufführungen, Hörsammlung von<br />

Theaterspielen, Musik, Bilder und audiovisuellen Aufzeichnungen von<br />

Aktionskunst, Bilder und Pläne, Modelle von architektonischen Vorhaben,<br />

gebaute und ungebaute Projekte, ..<br />

WECHSELAUSSTELLUNGSPAVILLONS<br />

2 Wechselausstellungspavillons stellen Räumlichkeiten zur Verfügung um einzelne Ereignisse<br />

(Einfall der Truppen des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei, Samtene Revolution, etc.),<br />

oder kritische Geschehnisse (Deportation der Jüdischen Bevölkerung, Putsch 48, Prager Frühling,<br />

Slowakischer Nationalaufstand, Wahlen 46, Zerfall der Republik 1992, etc.) der Geschichte<br />

detailliert aufzuarbeiten.<br />

Weiters sind sie ein Raum für thematische Sonderausstellungen (Photographie zw. den 2 Weltkriegen,<br />

Politische Plakate der 70er Jahre, etc.) aber auch für vorsichtiges Reflektieren der<br />

jüngsten Geschichte (Politische Kausen des letzten Jahrzehntes, Aufarbeitung der Wende im Film<br />

der 90er Jahre, etc) zu verwenden. Querverbindungen zu anderen Ländern sind in Form von Wander-<br />

oder Sonderausstellungen gedacht (Kooperationen im Dissens zw. den mitteleuropäischen<br />

Ländern, Ungarische Revolution 1956, etc.)<br />

Die Wechselausstellungen können vom Museum selber oder von anderen Forschungsinstitutionen<br />

und NGO´s, sowie von ausländischen Museen und Instituten initiiert werden.<br />

Abb.: Lech Walesa feiert die Unterzeichnung des „21<br />

Punkte Abkommens“; Gdansk, 31.August 1980<br />

Foto: Zbigniew Trybe<br />

Quellennachweis: Hg. Heidrun Hamersky:<br />

Gegenansichten, Christoph Links Verlag, Berlin 2005<br />

Exponáty: umelecké predmety, výstavné katalógy, výstavné plagáty,<br />

gramofónové platne, knihy, samizdatové knihy, exilová literatúra,<br />

nahrávky a obrazy z divadelnych predstavení, zbierka nahrávok<br />

rozhlasových hier, hudby, obrazová dokumentácia, dokumentácia<br />

akčného umenia, plány a obrázky, modely architektonických projek<br />

tov, realizované a nerealizované projekty<br />

PAVILÓNY KRÁTKODOBÝCH VÝSTAV<br />

2 Pavilóny krátkodobých výstav poskytujú priestor na spracovanie jednotlivých udalostí (Vpád vojsk<br />

Varšavského Paktu do Československa, Nežná revolúcia, atď.), alebo kritických období (deportácie<br />

židovského obyvateľstva, prevrat vo februári 1948, Pražská Jar, Slovenské národné povstanie,<br />

Voľby 1946, Rozpad Republiky 1992, atď.).<br />

Ďalej slúži na tematické výstavy (Fotografia medzi dvoma svetovými vojnami, Politické plagáty<br />

70 tych rokov, atď.) ale aj opatrné reflektovanie najmladších dejín (Politické kauzy posledného<br />

desaťročia, Spracovanie pádu komunizmu vo filme 90tych rokov, atď.)<br />

Prepojenie na ostatné krajiny je dané rôznymi putovnými a špeciálnymi výstavami (Spolupráca v<br />

disente medzi stredoeurópskymi krajinami, Maďarská revolúcia 1956, atď.).<br />

Krátkodobé výstavy môžu byť iniciované buď samotným múzeom, alebo inými vedeckými<br />

inštitúciami a združeniami 3.sektora, ako aj zahraničnými múzeami a inštitútmi.<br />

ENTWURF / RAUMPROGRAMM<br />

163


DOKUMENTATIONSZENTRUM<br />

Nation’s Memory Institute<br />

Das Dokumentationszentrum ist ein im August 2002 gegründetes Institut zur Aufdeckung geheimer<br />

Aufzeichnungen der Aktivitäten repressiver Organe in den Jahren 1939-89. Sein Leitgedanke<br />

ist die Überzeugung, dass kein widerrechtliches Handeln des Staates jemals einer Geheimhaltung<br />

unterliegen darf, und nicht in Vergessenheit geraten darf.<br />

Die Gründung dieser Institution war in der Slowakei der erste Sschritt (13 Jahre nach dem Fall<br />

des totalitären Regimes) zur Geschichtsaufarbeitung. Sie hat sich als eine vertrauenswürdige<br />

wissenschaftliche Institution einen Namen gemacht. Wir glauben, dass eine Erweiterung ihres<br />

Wirkungsbereiches eine Bereicherung darstellen würde, und dass sie die Schirmherrschaft über<br />

das komplexe Dokumentationszentrum übernehmen kann.<br />

BLACKBOX<br />

Die Blackbox für die Opfer der totalitären Regime ist kein Teil der Ausstellung.<br />

Es ist eine Gedenkstätte, die in der Achse zw. dem Dokumentationszentrum und dem Jüdischen<br />

Museum liegt.<br />

Im Inneren des Raumes stehen Namen und persönliche Geschichten der Opfer in Steinsäulen eingraviert.<br />

DOKUMENTAČNÉ CENTRUM<br />

Ústav pamäti národa<br />

V auguste 2002 bol založený inštitút, na odhaľovanie tajných spisov aktivít represívnych orgánov<br />

v rokoch 1939-1989. Jeho nosnou myšlienkou je presvedčenie, že žiadne protiprávne konanie<br />

štátu nesmie podliehať utajeniu a nesmie upadnúť do zabudnutia.<br />

Založenie tejto inštitúcie (13 rokov po páde totalitného režimu) bolo na Slovensku prvým krokom<br />

k spracovaniu totalitnej minulosti. Ústav si spravil meno ako dôveryhodná vedecká inštitúcia.<br />

Veríme, že rozšírenie jeho poľa pôsobnosti na spracovanie celkového obrazu dejín by bolo veľkým<br />

prínosom, a že by mohol prebrať rolu komplexného dokumentačného centra.<br />

BLACKBOX<br />

Blackbox obetiam totalitných režimov nie je súčasť výstavy.<br />

Je to pietne miesto, ktoré leží v osi medzi Dokumentačným Centrom a Židovským Múzeom.<br />

Vo vnútri priestoru sú uvedené mená a osobné príbehy obetí vygravírované do kamenných stĺpov.<br />

164<br />

ENTWURF / RAUMPROGRAMM


Abb. 1.-16.: Zeitzeugen, Quellennachweis: socializmus.sme.sk


1<br />

VORMALIGE SYNAGOGE DER<br />

NEOLOGEN<br />

Baujahr 1893, Architekt Dionýz<br />

Milch, Niedergerisssen im Laufe<br />

der Errichtungsarbeiten für die<br />

Neue Brücke 1964<br />

Abb.: Synagoge der Neologen<br />

Quellennachweis: www.ba.foxy.sk<br />

8 JÜDISCHES MUSEUM<br />

Seit 1991 eine Dauerausstellung<br />

des Slowakischen National Museums<br />

(SNM) in der Zsigray Kurie untergebracht.<br />

Spätrenesanzgebäude<br />

aus der Mitte des 17. Jhdt. Nach<br />

dem Brand im 19. Jhdt restauriert<br />

und umgebaut.<br />

2 GEDENKSTÄTTE FÜR HOLO-<br />

CAUST OPFER<br />

1997, Bildhauer Milan Lukáč, Architekt<br />

Peter Žalman<br />

9 ST. NIKOLAUS KIRCHE<br />

Das Frühbarockgebäude wurde<br />

1661 auf dem Grundriss der früheren<br />

gotischen Kirche errichtet.<br />

3 ST. MARTINSDOM<br />

Überbauung aus dem 14. Jhdt der<br />

früheren romanischen Kirche,<br />

1563 bis 1830 - Kronkirche der Ungarisch-Habsburger<br />

Monarchie<br />

10 BURG<br />

Anfang 907 erbaut, 1811 abgebrannt,<br />

1956-68 rekonstruiert<br />

4 KLARISSENKIRCHE<br />

Gotische Einschiffkirche stammt<br />

aus der ersten Hälfte des 14.<br />

Jahrhunderts. Der fünfseitige<br />

prismenförmige Turm wurde am<br />

Anfang des 15. Jahrhunderts<br />

gebaut.<br />

Abb. 1: Klarissenkirche<br />

Quellennachweis: www.presporacik.sk<br />

11<br />

Abb. 2: Burg um 1929<br />

Quellennachweis: www.ba.foxy.sk<br />

HAUS ZUM GUTEN HIRTEN,<br />

UHRENMUSEUM, Rokokogebäude<br />

aus der 2. Hälfte des 18. Jhdt.<br />

5 MICHAELER TURM<br />

Turm über dem letzten erhaltenen<br />

Stadtor.<br />

12 STADTMUSUM<br />

6 FERNSEHTURM KAMZÍK<br />

Höhe: 194 m<br />

Architekten: Stanislav Májek,<br />

Jakub Tomašák, Milan Jurica,<br />

Juraj Kozák, Ján Privitzer<br />

Bauzeit: 1967-1974<br />

Abb. 1+2: Fernsehturm, Foto: Hertha Hurnaus<br />

Quellennachweis: www.ostmoderne.com<br />

7 SLAVIN<br />

Gedenkstätte und Ehrenfriedhof<br />

für die 6.845 Sowjetsoldaten, die<br />

bei der Stadtbefreiung in April<br />

1945 gefallen sind.<br />

Bildhauer: Alexander Trizuljak,<br />

Ladislav Snopek, Tibor Bartfay,<br />

Jan Kulich, Jozef Kostka und Jan<br />

Svetlík. Bauzeit: 1957-1960<br />

13<br />

14<br />

NEUE BRÜCKE<br />

Bauzeit: 1968-73, Architekten:<br />

Jozef Lacko, Ladislav Kušnír, Ivan<br />

Slameň<br />

Höhe der Plattform: 80 m, Gesamtlänge<br />

431,8 Meter, Breite<br />

21 Meter. Das Gesamtgewicht der<br />

Stahlkonstruktion mit dem Pfeiler<br />

beträgt 7 537 Tonnen.<br />

KINDERMUSEUM BIBIANA,<br />

Seit 1987 Kunsthaus für Kinder,<br />

Partneroganisation der BIB (Illustration<br />

Biennale Bratislava)<br />

166<br />

ENTWURF / ZUSAMMENHÄNGE


ENTWURF<br />

ZUSAMMENHÄNGE<br />

SÚVISLOSTI<br />

Sichtachse<br />

Hauptachse<br />

Museum<br />

Weg<br />

Ausgangspunkt<br />

Sichtachse<br />

Hauptachse<br />

Museum<br />

Weg<br />

Ausgangspunkt<br />

Platz<br />

ENTWURF / ZUSAMMENHÄNGE<br />

167


LAGEPLAN M 1:4000<br />

SITUÁCIA M 1:4000<br />

Unter der Berücksichtung des neuen Bebauungsplanes 2006 / So zohľadnením územného plánu 2006<br />

168<br />

ENTWURF / LAGEPLAN


FALT<br />

ENTWURF / ZUSAMMENHÄNGE<br />

169


FALT<br />

170<br />

ENTWURF / LAGEPLAN


VOLUMENMODELL<br />

HMOTOVÁ DISPOZÍCIA<br />

ENTWURF / VOLUMENMODELL<br />

171


SCHNITTE<br />

REZY<br />

SCHNITT A-A, M 1:500<br />

SCHNITT B-B, M 1:500<br />

172<br />

SCHNITTE


SCHNITT C-C, M 1:500<br />

SCHNITT D-D, M 1:500<br />

SCHNITTE<br />

173


GRUNDRISS DA 1, 1.OG, M 1:250<br />

GRUNDRISS DA 1, EG, M 1:250<br />

174<br />

DAUERAUSSTELLUNGSPAVILLON 1


DAUERAUSSTELLUNGSPAVILLON 1<br />

TSCHECHOSLOWAKEI 1918 - 1939<br />

ČESKOSLOVENSKO 1918 - 1939<br />

Fassade „MUKO“<br />

LÄNGSSCHNITT DA 1, M 1:250<br />

DAUERAUSSTELLUNGSPAVILLON 1<br />

175


JUDENGASSE<br />

ŽIDOVSKÁ ULICA<br />

176 JUDENGASSE


JUDENGASSE<br />

177


GRUNDRISS DA 2, 1.OG, M 1:250<br />

GRUNDRISS DA 2, EG, M 1:250<br />

178<br />

DAUERAUSSTELLUNGSPAVILLON 2


DAUERAUSSTELLUNGSPAVILLON 2<br />

SLOWAKEI 1939 - 1945<br />

SLOVENSKO 1939 - 1945<br />

Fassade „MEMORY“<br />

LÄNGSSCHNITT DA 2, M 1:250<br />

DAUERAUSSTELLUNGSPAVILLON 2<br />

179


GRUNDRISS DA 3, DG, M 1:500<br />

GRUNDRISS DA 3, OG, M 1:500<br />

GRUNDRISS DA 3, EG, M 1:500<br />

GRUNDRISS DA 3, UG, M 1:500<br />

180<br />

DAUERAUSSTELLUNGSPAVILLON 3


DAUERAUSSTELLUNGSPAVILLON 3<br />

TSCHECHOSLOWAKEI 1945 - 1992<br />

ČESKOSLOVENSKO 1945 - 1992<br />

Fassade „PETRŽALKA“<br />

QUERSCHNITT DA 3, M 1:250<br />

LÄNGSSCHNITT DA 3, M 1:250<br />

DAUERAUSSTELLUNGSPAVILLON 3<br />

181


GRUNDRISS DOKU, DG, M 1:500<br />

GRUNDRISS DOKU, 1.UG, M 1:500<br />

GRUNDRISS DOKU, OG, M 1:500<br />

GRUNDRISS DOKU, 2.UG, M 1:500<br />

GRUNDRISS DOKU, EG, M 1:500<br />

GRUNDRISS DOKU, 3 UG, M 1:500<br />

182<br />

DOKUMENTATIONSSZENTRUM


DOKUMENTATIONSZENTRUM<br />

NATIONAL MEMORY INSTITUTE<br />

ÚSTAV PAMÄTI NÁRODA<br />

Fassade „SQUARE“<br />

QUERSCHNITT DOKU, M 1:2O0<br />

DOKUMENTATIONSZENTRUM<br />

183


DOKUMENTATIONSZENTRUM / BLACKBOX<br />

DOKUMENTAČNÉ CENTRUM / BLACKBOX<br />

184<br />

DOKUMENTATIONSSZENTRUM / BLACKBOX


SICHT VOM MARTINSDOM<br />

POHĽAD Z DÓMU SV. MARTINA<br />

Bestandsphoto von: Alexander Holenia, Quelle: Roman Delikát<br />

Fotografia súčasného stavu: Alexander Holenia, Zdroj fotografie: Roman Delikát<br />

GESAMTANSICHT<br />

185


GRUNDRISS INFO, VA, CAFE, 1.OG, M 1:250<br />

GRUNDRISS INFO, VA, CAFE, EG, M 1:250<br />

186<br />

INFOZENTRUM / VERANSTALTUNGSPAVILLON / CAFE


INFOZENTRUM<br />

VERANSTALTUNGSPAVILLON<br />

CAFE<br />

Fassade „INFOZENTRUM“<br />

LÄNGSSCHNITT INFOZENTRUM, VERANSTALTUNGSPAVILLON, CAFE, M 1:250<br />

INFOZENTRUM / VERANSTALTUNGSPAVILLON / CAFE<br />

187


VERANSTALTUNGSZENTRUM BEI TAG<br />

AUDITÓRIUM / DEŇ<br />

188 INFOZENTRUM / VERANSTALTUNGSPAVILLON / CAFE


VERANSTALTUNGSZENTRUM BEI NACHT<br />

AUDITÓRIUM / NOC<br />

INFOZENTRUM / VERANSTALTUNGSPAVILLON / CAFE<br />

189


GRUNDRISS SLOWFOOD MEMORY RESTAURANT, 2.OG, M 1:250<br />

GRUNDRISS SLOWFOOD MEMORY RESTAURANT, 1.0G, M 1:250<br />

GRUNDRISS SLOWFOOD MEMORY RESTAURANT, EG, M 1:250<br />

190<br />

SLOWFOOD MEMORY RESTAURANT


SLOWFOOD MEMORY RESTAURANT<br />

LÄNGSSCHNITT SLOWFOOD MEMORY RESTAURANT, M 1:250<br />

SLOWFOOD MEMORY RESTAURANT<br />

191


SICHT VOM FISCHPLATZ<br />

POHĽAD Z RYBNÉHO NÁMESTIA<br />

192 SICHT VOM FISCHPLATZ


TUNNEL<br />

TUNEL<br />

TUNNEL<br />

193


CLOSING WORDS<br />

An dieser Stelle möchten wir uns bei folgenden Personen, deren großzügige Unterstützung diese<br />

Diplomarbeit ermöglicht hat, bedanken:<br />

Unser besonderer Dank gilt Herrn Prof. Christian Kühn für die engagierte Diplomarbeitsbetreuung.<br />

Seine Betreuung war ein inhaltlich sehr aufschlussreicher Abschluss unseres Studiums.<br />

Bei Herrn Architekt Štefan Svetko möchten wir uns für das Gespräch im April 2006 bedanken.<br />

Sophie Brodicky und Kerstin Nigsch gebührt unser Dank für das Lektorat der deutschen, Jana<br />

Šajgalíková für die Korrekturen mancher slowakischen Texte.<br />

Weiters Danke an: Erich Raith (Institut für Städtebau, TU Wien), Lox Loidolt, Wolfgang Eigl (Institut<br />

für Straßenbau und Straßenerhaltung, TU Wien), Marco Schlich (Braunstein + Berndt GmbH),<br />

Katrin Lahner, Johannes Kisser, Daniel Patrouch, Andrej Svetko, Sebastian Nagy, Daniel<br />

Mikolajčák, Roman Delikát, Peter Kuliffay, Zoran Samoľ, František Belányi, Zuzana Šajgalíková,<br />

und alle Freunde und Bekannte, die uns während des Studiums beigestanden sind.<br />

Na tomto mieste by sme sa osobitne chceli poďakovať osobám, ktorých veľkorysá podpora bola<br />

pre našu diplomovú prácu esenciálna:<br />

Pánovi profesorovi Christianovi Kühnovi by sme radi poďakovali za intenzívne konzultácie našej<br />

práce. Boli obsahovo veľmi zaujímavým ukončením nášho štúdia.<br />

Pánovi architektovi Štefanovi Svetkovi by sme sa radi poďakovali za rozhovor v apríli 2006.<br />

Sophie Brodicky a Kerstin Nigsch patrí naša vďaka za nemecký lektorát, Jane Šajgalíkovej za korektúry<br />

niektorých slovenských textov.<br />

Ďalej ďakujeme: Erichovi Raithovi (Inštitút urbanizmu, TU Viedeň), Loxovi Loidoltovi, Wolfgangovi<br />

Eiglovi (Inštitút cestnej výstavby, TU Viedeň), Marcovi Schlichovi (Braunstein + Berndt GmbH),<br />

Katrin Lahner, Johannesovi Kisserovi, Danielovi Patrouchovi, Andrejovi Svetkovi, Sebastianovi Nagyovi,<br />

Danielovi Mikolajčákovi, Petrovi Kuliffayovi, Zoranovi Samoľovi, Františkovi Belányimu, Zuzane<br />

Šajgalíkovej,<br />

a všetkým priateľom a známym, ktorí pri nás počas štúdia stáli.<br />

CLOSING WORDS<br />

195


196


QUELLENVERZEICHNIS<br />

AUSWAHLBIBLIOGRAPHIE<br />

LITERATÚRA<br />

Hg.Volkhard Knigge / Ulrich Mählert: Der Kommunismus im Museum,<br />

Formen der Auseinandersetzung in Deutschland und<br />

Ostmitteleuropa<br />

Böhlau Verlag, Köln 2005<br />

Hg.Heidrun Hamersky: Gegenansichten, Fotografien zur politischen<br />

und kulturellen Opposition in Osteuropa<br />

Christoph Links Verlag, Berlin 2005<br />

Hg. Dietrich Fürst / Karl-Dieter Keim / Volker Martin / Günther Uhlig:<br />

REGIO / doc 2, Prämiert und ausgeschieden<br />

IRS / Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung,<br />

Erkner 1998<br />

Hg./ Ed. Adolph Stiller / Štefan Šlachta: <strong>Architektur</strong> Slowakei / Archi<br />

tektúra Slovenska, Impulse und Reflexion / Impulzy a reflexia<br />

Verlag Anton Pustet, Wien 2003<br />

Ed. Václav Macek: Bratislava zadným vchodom / Bratislava by the<br />

backdoor, 1918-2005<br />

Fotofoto and Central European House of Photography,<br />

Bratislava 2005<br />

Pavel Dvořák: Zlatá kniha Bratislavy / Das goldene Buch von Bratislava<br />

Slovenský spisovateľ, Bratislava 1993<br />

El Croquis 80: Daniel Libeskind<br />

El Croquis, Madrid 1996<br />

Hg. Fraunhofer-Informationszentrum Raum und Bau IRB:<br />

Überbauung von Straßen und Schienenverkehrswegen,<br />

IRB-Literaturdokumentation, 7343<br />

Fraunhofer IRB Verlag, Stuttgart 2006<br />

FACHZEITSCHRIFTEN<br />

ODBORNÉ ČASOPISY<br />

<strong>Architektur</strong>zeitschrift: Arch 4/2001: Bratislavské podhradie<br />

/ Schlossgrund Bratislava<br />

<strong>Architektur</strong>zeitschrift: Arch 4/2001: Premostenie Staromestskej<br />

ulice / Überbrückung Staromestská Str.<br />

<strong>Architektur</strong>zeitschrift: Arch 10/2002: Súťaž Bratislava podhradie<br />

/ Wettbewerb Schlossgrund Bratislava<br />

<strong>Architektur</strong>zeitschrift: Projekt 6/1990: Architekti na tému:<br />

Petržalka / Architekten zum Thema: Petržalka<br />

<strong>Architektur</strong>zeitschrift: Projekt 4/1991: Ed. Štefan Šlachta:<br />

Bratislava nepostavaná / Bratislava ungebaut<br />

<strong>Architektur</strong>zeitschrift: Archithese 3.94: Stadt und Straße: Editorial<br />

<strong>Architektur</strong>zeitschrift: Archithese 3.94: Stadt und Straße: Ueli<br />

Roth: Verkehrsraum als <strong>Architektur</strong><br />

<strong>Architektur</strong>zeitschrift: Archithese 3.94: Stadt und Straße: Marc M.<br />

Angélil: Los Angeles Freeways, <strong>Architektur</strong>en einer urbanen<br />

Geographie<br />

Fachzeitschrift des Instituts für nationale Erinnerung: Pamäť národa<br />

2/2006: Marek Syrný: Slovensko a parlamentné voľby 1946<br />

/ Slowakei und die Parlamentswahlen 1946<br />

Fachzeitschrift des Instituts für nationale Erinnerung: Pamäť národa<br />

2/2006: Dominik Tatarka, Ján Čarnogurský, Hana Ponická,<br />

Martin M. Šimečka, Ján Langoš, Daniel Fischer und andere:<br />

Vyhlásenie k deportáciám židov na Slovensku, vydané ku<br />

45. výročiu transportov židovských spoluobčanov do koncentračných<br />

táborov - október 1987 / Deklaration zu den Judendeporta<br />

tionen in der Slowakei, herausgegeben zum 45. Jahrestag der Transporte der jüdischen<br />

Mitbürger - im Oktober 1987<br />

Politisch-gesellschaftliche Zeitschrift: Nové Slovo 27/2002: Peter<br />

Greguš, Stanislav Mičev: Slovenský Holokaust<br />

INTERNET<br />

INTERNET<br />

/ Slowakischer Holokaust<br />

http://www.totalita.cz/ - Ausführliche Webseite zu der totalitären<br />

Herrschaft des Kommunismus in der Tchechoslowakei (1946-<br />

1989)<br />

Redaktionsrat: Tomáš Vlček, Mgr. Daniel Růžička, Pavel Zveřina<br />

Autoren: PhDr. Petr Blažek, Tomáš Jilík, Peter Juščák, Ing. Milan Krejčiřík, Mgr. Vladimír<br />

Mach, PhDr. Bedřich Marjánko, Radek Rybář, Ing. Jonko Totev<br />

http://www.upn.gov.sk/ - Webseite des Institutes der nationalen<br />

Erinnerung<br />

http://www.muzeumsnp.sk - Museum des Slowakischen Nationalaufstandes<br />

http://www.snm.sk/ - Slowakisches national Museum<br />

http://www.dhm.de/ - Deutsches historisches Museum<br />

http://www.bratislava.sk/ - Offizielle Webseite der Stadt Bratislava<br />

http://www.ron-del.net/ - Bilder von Bratislava<br />

Autor: Ing. Roman Delikát<br />

http://sk.wikipedia.org/ - Internet Enzyklopädie<br />

http://www.delet.sk/ - Slowakische Jüdische Zeitung<br />

BILDERNACHWEIS<br />

ZDROJE ILUSTRÁCIÍ<br />

Quellennachweise sind bei den jeweiligen Bildern angeführt. Bilder<br />

ohne Angabe sind Eigentum der Autoren. Angaben, die zu Internetquellen<br />

führen beziehen sich auf den Stand vom 1.9.2006<br />

Zdroje ilustrácí sú uvedené priamo pri jednotlivých obrázkoch. Ilustrácie<br />

bez uvedeného zdroja sú vlastníctvom autorov. Zdroje, ktoré vedú<br />

k internetovým prameňom sa všetky vzťahujú ku dátumu 1.9.2006<br />

QUELLENVERZEICHNIS<br />

197

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