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seit 1998

April 2011

Reise

Französische Jura

Test

Honda CBR 250R

13.-22.05. Korsika – zwei Plätze frei geworden!

Kostenlos


Nach den Messen = vor der Saison

Die Motorrad- und Zubehörindustrie

sowie alle dazugehörigen

Vertriebsstrukturen haben von

Januar bis Mitte April reichlich

Lust am Motorradfahren verbreitet.

Sie haben sich auf vielen großen

und kleinen Motorradmessen

meist bestmöglich präsentiert

und hoffen nun, dass bei entsprechenden

Wetterbedingungen

ihre gesäte Lust am Motorradfahren

auch aufgeht. Jetzt liegt es an

uns Bikern, dass wir aus unseren

Winterhöhlen aufbrechen und

wieder genüsslich mit unserem alten

oder besser noch, mit einem

auf den Messen bewunderten

neuen Modell, durch die Lande

touren.

Der Spritpreis für Superplus und

besonders das Drama um den

neuen E10 öko angehauchten

Sprit machen es uns Bikern nicht

leicht, einfach sorglos loszufahren.

Keiner weis mit 100%-iger

Garantie, ob dieser Sprit meinem

Motor nicht das Leben kostet. Einfach

toll was sich unsere „Ökofuzzis“

immer wieder im parteipolitischen

Selbstbedienungsladen

Bundesrepublik für uns Bürger

nützliches ausdenken. Natürlich

ohne jegliche Haftung für Ihr Tun.

Jeder Handwerker haftet für

seine verkaufte Leistung mit seinem

Hab und Gut. Unsere Politiker

leben ihre geistigen Visionen

und Ideologien, hier habe ich besonders

auf die richtige Schreibweise

bei Ideologien gelegt, ohne

dafür gerade stehen zu müssen.

Ein Zustand der meinen Motor,

besser Magen zum …bringt.

Das Tsunami- und Atomdrama in

Japan kann ich einfach nicht so

ganz unkommentiert lassen,

schon gar nicht, weil ja viele der

Motorradhersteller aus Japan

kommen. Honda Europe unterstützt

seinen Mutterkonzern in

vielfältiger Weise und ich habe

hautnah miterlebt, in welch riesiger

Sorge die bei unserem Hondatest

anwesenden japanischen Ingenieure

um ihre Angehörigen,

Verwandte und Kollegen in ihrer

Heimat waren und sind. Leider

zeigen aber auch hier unsere Politiker,

dass ihnen um an die Macht

zu kommen oder die Macht zu erhalten,

kein Drama zu schlimm ist,

um es für ihre Vorteile auszuschlachten.

Jeder hat sofort das

Patentrezept, dass es in Deutschland

zu keiner atomaren Katastrophe

kommen kann. Abschalten

und schon leben wir im atomfreien

Paradies und sind sicher. Ich

frage mich immer öfters, was sich

wohl in welcher Dimension in

manchen Köpfen befindet, die

dem Volk solche Visionen verkaufen

möchten - in meinen Augen

uns schlicht für dumm verkaufen.

Rings um Deutschland stehen

eine Vielzahl an sicheren und unsicheren,

wer kann das überhaupt

noch beurteilen, Atommeiler, die

über zig Jahre weiterlaufen und

von der nächsten deutschen Stadt

nicht mal 5 km entfernt sind. Früher

haben DIE Deutschen über

DIE Ausländer gelacht, heute lachen

DIE Ausländer dank unserer

Politkünstler über uns.

Ich denke, dass jeder von uns in

Sachen E10 Sprit an der Tankstelle

abstimmen sollte, ob er den Sprit

tanken will oder nicht. Der höhere

Preis für Super Plus sollte uns

nicht davon abhalten in Gottes

Namen Super Plus zu tanken,

denn mit E10 braucht der Motor

ca. einen Liter mehr auf 100 km

und dann relativiert sich das wieder.

Wir Biker haben dank der reichlich

frischen Luft beim Motorradfahren

so viele gesunde Hirnzellen,

dass wir nicht jeden Quatsch

uns erzählen lassen und mitmachen

sollten.

Bis bald und irgendwo

„Ebbse“ Eberhard Hermann

WHEELIES Ausgabe Mai ab 04.05.

an den Auslagestellen.

E D I T O R I A L

Impressum

Herausgeber:

Regio-Verlag Schwäbisch Hall e.K.

Am Kühnbach 27

74523 Schwäbisch Hall

Tel. (07 91) 5 38 64

Fax (07 91) 95 92 43

Mobil: 0171/6019577

eMail: info@wheelies.de

www.wheelies.de

Redaktion/Produktion:

Eberhard Hermann (EH)

Anzeigenannahme/-preisliste:

Eberhard Hermann

Tel. (07 91) 5 38 64

eMail: ebbse@wheelies.de

Erscheinung:

8 x jährlich - einmalig - unbezahlbar

Neu Bundesweit:

an über 1500 Auslagestellen!

Auflage: 35.000 Stück

Satz & Repro:

Klaus Mack

Öhringer Straße 30

74545 Michelfeld-Gnadental

Druck:

Vogel Druck und Medienservice GmbH

97204 Höchberg

Freie Mitarbeiter:

Ralf Kistner, Marc Noll,

Jürgen Hägele (Präsi), Heidi Hermann,

Robert Scheu, Günther Hägele,

Matthias Grams, Ruth Schmackler,

Peter Jung

Sportfotograf:

Reinhold Trescher

Eberhard Hermann

Termine und Veranstaltungen:

Unter Angabe von Ort, Zeit und Datum

werden kostenlos Veranstaltungen ver -

öffentlicht. An Presse material Ihrer

Veran staltung sind wir interessiert.

Für die Richtigkeit von eingesandtem

Pres se material wird keine Gewähr übernommen.

Nachdruck, auch nur auszugs -

weise, gerne gesehen, aber bitte nur mit

der Genehmigung des Verlags. Haftung

der Redaktion bei fehlerhaften Anzeigen

max. nur in Höhe des Anzeigenpreises

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Vom Verlag angefertigte Anzeigen sind

urheberrechtlich geschützt und dürfen

ausschließlich nur mit Genehmigung für

andere Zwecke verwendet werden.

Titelbild:

Ebbse

WHEELIES 3


Fahrbericht: Honda CBR 250R

Text: Ebbse I Fotos: Ebbse, Honda

HONDA /// CBR 250R

Nach der CBR 250R Modellvorstellung

anlässlich der EICMA war man

nun den ganzen Winter schon auf

die praktische Vorstellung in Form

von Probefahrten gespannt. Hält die

Honda was man sich von Ihr erhofft.

Nun war es soweit. Um es vorweg zu

sagen, die CBR 250R hat die in sie

gesetzten Hoffnungen fast vollständig

erfüllt, dagegen das Testwetter

in Andalusien die Erwartungen erheblich

weniger. Aber besser so als

anders herum.

Ein sportlich gestyltes Motorrad

wartet gespannt auf seine erste Erprobungsfahrt

durch die Fachjournalisten.

Honda möchte mit der

CBR250R, die sich stilistisch klar an

der CBR 1000 orientiert, gezielt die

Aufsteiger von einer 125er und/oder

die Wieder-Einsteiger ansprechen.

Der flüssigkeitsgekühlte 1-Zylinder-

Motor mit Einspritzung, 4-Ventil-

4 WHEELIES


Technik und 2 oben liegenden Nockenwellen

leistet 19,4 KW also

knapp 27 PS und soll mit seinen 13 l

Tankinhalt eine Fahrstrecke von ca.

350 km ermöglichen, was einem

Verbrauch von unter 4 l auf 100 km

entspricht. Natürlich sind das rein

theoretische Werte, die immer von

einem Optimalzustand in Sachen

Körpergewicht und Fahrweise ausgehen.

Wir drehen den Zündschlüssel um

und siehe da, auch aus 250 ccm können

ansprechende Töne kommen.

Die Multisitzposition mit 785 mm

Sitzhöhe ist für Lang- und Kurzbeiner

gleichermaßen gut und vermittelt

sofort ein angenehmes Fahrgefühl

durch einen passenden Knieschluss.

Das typisch japanische 6-

Gang-Samt- und Seidegetriebe arbeitet

völlig klaglos und sehr exakt.

Der analoge Drehzahlmesser als integriertes

Rundinstrument und der

digitale Tacho mit den weiteren digitalen

Anzeigen für Tageskilometer,

Uhrzeit, Tankinhalt u.v.m. halten den

Fahrer über alle Betriebszustände

immer auf dem Laufenden. Der mit

Gitterrohrverbund verstärkte Stahlbrückenrahmen

ist sehr stabil und

verwindungsfest. Durch schnelle

Kurvenkombinationen pfeilt die

250er wie auf Schienen. Die Bereifung

von 110/70 vorne und 140/70/17

hinten lässt ganz ordentliche Kurvengeschwindigkeiten

ohne jegliches

„Gautschen“ des optimal eingestellten

Fahrwerks zu. Es macht

richtig Spaß diese CBR 250R auf den

herrlichen Kurvenstrecken in Andalusien

zu scheuchen. Selbstverständlich

müssen in dem perfekten

Getriebe die 6 Gänge ordentlich rauf

und runter bewegt werden, um immer

die optimale Drehzahl zwischen

7 bis 10000 Umdrehungen an der

Kette zu haben. So leicht wie sich die

250er auch einlenken lässt, sie muss

und will in sportlicher Haltung bewegt

werden und dann machen

auch die 27 PS richtig Laune. Ein serienmäßiges

3 Kolben halbintegrales

ABS (Fußbremse Vorder- und

Hinterrad, Handbremse nur Vorderrad)

mit sehr dosiert aber spürbar

einsetzenden Regelintervallen

bremst problemlos die 165 kg Eigen-

+ Fahrergewicht und die eventuell

überschäumende Fahrlaune rechtzeitig

und zuverlässig ein.

WHEELIES 5


Fahrbericht: Honda CBR 250R

WHEELIES Fazit: Für bisherige 125er

Fahrer ein wirklich spürbarer aber

voll beherrschbarer Aufstieg in eine

andere Motorrad Liga. War bei einer

125er zwangsläufig bei 80 oder 100

km/h das Ende des Gasquirls erreicht,

stehen bei der 250er locker

150 km/h auf der Uhr. Für sportlich

orientierte Wieder Einsteiger oder

sportliche Genuss Biker ein geeignetes

Motorrad das Fahrspaß und

nicht Fahrstress vermittelt und trotzdem

nach gewisser Eingewöhnungszeit

Lust auf mehr macht.

Technische Daten:

Motor:

1 Zylinder mit elektronischer Einspritzung

Hubraum 249,6 ccm

4 Ventile, 2 oben liegende Nockenwellen

flüssigkeitsgekühlt

19,4 kw/27 PS

6- Gang

Sitzhöhe: 780 mm

Tankinhalt: 13 l Verbrauch: 100 km ca. 3,8 Liter

Reifengröße: 110/70 – 17 vorne - 140/70 – 17 hinten

Gewicht: 165 kg inklusive combined (halbintegrales) ABS

Mit einem Preis von 4.490,- € inklusive

halbintegrales (combined) ABS

ist das eine klare Kampfansage an

die Kawasaki Ninja 250 R, die sich

bisher sehr gut verkauft hat und

Honda dazu inspiriert hat, auch auf

diesem 250er Markt Fuß zu fassen.

6 WHEELIES


WHEELIES 7


Alles schon mal da gewesen:

Yamahas Dreizylin

Meilensteine der Motorradgeschichte

Text: Marc O. Noll I Fotos: Marc O. Noll

Nach der Euphorie der ersten Berichte

im Jahre 1991 über die Dreizylindermodelle

der wiederauferstandenen

Traditionsmarke Triumph,

entstand fast schon der Eindruck,

dass ein Viertakt-Triple im

Motorradbau erstmals Verwendung

fand. Zweifellos hatte Triumph

schon in den 70er einen Dreizylinder

im Programm (Trident). Es gab

auch noch andere Hersteller, die

sich mit dieser ungeraden Zylinderzahl

beschäftigten: BMW mit ihrer

K75 und die Laverda-Modelle müssen

hier auch Erwähnung finden.

Aber auch ein japanischer Hersteller

traute sich in diese exotische

Ecke, denn viele wissen nicht, dass

auch Yamaha Ende der 70er Jahre

Dreizylindermotorräder im Programm

hatte.

8 WHEELIES


-

Aber beginnen wir ganz von vorn:

Wir schreiben das Jahr 1976. Der

Zweitaktspezialist Yamaha steht unter

Zugzwang. Es war absehbar,

dass die Tage des Zweitaktmotors

gezählt waren. Vierzylinder-Viertaktmotoren

waren voll im Trend.

WHEELIES 9


Meilensteine der Motorradgeschichte

Mit ihrem 650er Twin (XS1, XS2,

XS650) hatte man seit 1971 den

Markt weitestgehend abgegrast

und das Nachfolgemodell TX750

war von technischen Mängeln geplagt,

während die Konkurrenz mit

großvolumigen Viertaktern schon

voll im Geschäft war. Diese Mitbewerber

hatten auch die technische

Meßlatte hoch angelegt. Honda

hatte nach dem Erfolg mit der Four

die Goldwing auf den Markt gebracht

(1974), Kawasaki hatte das

Erfolgsmodell Z900 auf den vollen

Liter Hubraum aufgestockt und im

Suzuki-Programm waren GS-Modelle

in allen Hubraumklassen vertreten.

Im Zweizylinder-Sektor hatten

sich europäische Hersteller, wie

BMW oder Moto Guzzi, etabliert.

Diese Entwicklung schränkt Yamahas

Möglichkeiten, eine technische

Sensation zu entwerfen, deutlich

ein, aber die Yamaha-Konstrukteure

bewiesen Innovationsgeist.

Das war dann auf der IFMA 1976

auch zu sehen. Yamahas neuestes

Modell, die XS750, hatte einige

technische Besonderheiten zu bieten.

Der schwarzlackierte Dreizylinder-Viertaktmotor

wurde von zwei

obenliegenden Nockenwellen gesteuert

– damals DOHC genannt.

Über diese Technik verfügten zu

diesem Zeitpunkt nur Kawasakis

Z900/Z1000 und die aus eigenem

Haus stammende XS500. Die Leistungsangabe

von 64PS machte jedoch

deutlich, dass man bei Yamaha

aus dem Leistungswettrüsten

ausgestiegen war. Vielmehr war

Alltags- und Tourentauglichkeit angesagt.

Die XS verfügte über einen

Kardanantrieb. Dies war im japanischen

Motorradbau seither Neuland

(von der Goldwing mal abgesehen).

Die Tatsache, dass die Kurbelwelle

quer zur Fahrtrichtung

stand, machte ein Winkelgetriebe

nötig. Antriebsreaktionen (Fahrstuhleffekt),

wie man sie von BMW

oder Guzzi kannte, waren hier kaum

spürbar. Yamahas Marketingabteilung

macht auch keinen Hehl daraus,

dass dieser Kardanantrieb in

Zusammenarbeit mit Getrag und

Porsche entwickelt wurde. Zumal

der Dreizylinder mit seinen 120

Grad versetzten Hubzapfen auch

sehr stark an den Klang des legendären

911er erinnerte.

Die Markteinführung war für 1977

geplant und die XS wurde dann

auch für nur 7250,- DM in den Farben

schwarz/silber und

silber/schwarz angeboten. Es gab

nach den ersten Testberichten viel

Lob. Das waren an und für sich gute

Voraussetzungen, wären da nicht

gleich Probleme mit der Ölversorgung,

hohem Ölverbrauch und gelenkten

Primärketten gewesen.

Diese Probleme wurden mit dem

Austausch von Kolben, einer verbesserten

Ölpumpe und größeren

Ölwanne, sowie eine verstärkte Primärkette

über Rückrufaktion gelöst.

Beim 1978 erschienenen E-Modell

flossen diese Änderungen gleich

mit ein. Zudem konnte durch Erhöhung

der Verdichtung und schärfe-

10 WHEELIES


WHEELIES 11


Meilensteine der Motorradgeschichte

ren Nockenwellen mit optimiertem

Ein- und Auslasssystem die Leistung

um 10 PS gesteigert werden.

Zudem bekam das E-Modell endlich

H4-Licht und eine kontaktlose Zündung.

Im darauffolgenden Jahr

(1979) bekam die XS einen 24-Liter-

Tank. Der bisherige 17-Liter-Tank

wurde in der Vergangenheit des öfteren

kritisiert, da der Aktionsradius

bei der nicht als sparsam bekannten

XS für Tourenfahrer zu gering

war. Bedauerlicherweise fiel der

Kickstarter dem Rotstift zum Opfer.

Als Entschädigung legte Yamaha

damals ein Überbrückungskabel in

das sehr nützliche Staufach unter

der Sitzbank. Ich hielt das zuerst für

einen Aprilscherz – die meinten es

aber ernst.

Im Jahr 1980, bzw. nach vier Jahren

Bauzeit, war die Zeit reif für eine Erneuerung.

Die XS850 sollte die 750

ablösen. Mit 72ccm mehr Hubraum

leistete sie 79 PS. Dies reichte für

eine Höchstgeschwindigkeit von

191 km/h. Optisch unterschied sich

die XS850 von der XS750 in erster

Linie durch den hochgezogenen

Auspuff und dem 200mm großen

Scheinwerfer. Eine wichtige technische

Änderung war, dass nun ein

Hitachi-Vergaser die altbewährten

Mikunis ablöste. Die strenger gewordenen

Abgasnormen in den

USA machten dies nötig. Ein Ölkühler

war nun serienmäßig. Das aufwändige

homokinetische Gelenk

zwischen Winkeltrieb und Kardanwelle

wurde durch ein einfaches

Kreuzgelenk ersetzt. Außerdem gab

es diverse Fahrwerksänderungen.

Ansonsten blieb die XS eigentlich

ganz die alte. Und so war dieser Triple

wieder gut gerüstet für die Konkurrenz.

Die Suzuki GS850G wog

beispielsweise nochmals 16kg

mehr und war zudem 1400,- DM

teurer. Die Kawasaki Z1000ST kostete

gar über 10.000,- DM.

Zusätzlich zur 850er wurde in

Deutschland nun die XS750SE

(auch US-Custom genannt) ins Pro-

12 WHEELIES


Meilensteine der Motorradgeschichte

gramm aufgenommen. Hierbei

handelte es sich um einen, in dieser

Zeit sehr beliebten, Soft-Chopper.

Durch einen hoher Lenker, einen

kleinen Tropfentank, eine Stufensitzbank

und kurze Schalldämpfer

unterschied sich diese Chopperversion

optisch deutlich von der klassischen

XS. Die SE rollte, wie alle XS-

Modelle, auf Reifen der Dimension

3,25H19 bzw. 4,00H18. Aber dennoch

ein Verkaufsschlager wurde

die XS nie – und so wurde die

bei dem Gebrauchtkauf auf folgendes

geachtet werden: Die Auspuffanlagen

sind meist, wie bei Bikes in

diesem Alter, durchgefault (in der

Regel von innen raus). Das Gehäuse

des Sicherungskastens zerbröselt

auch im Laufe der Zeit und

wird dann gern durch ein Kfz-Zubehörteil

ersetzt. Wenn man die 260kg

schwere XS auf den Hauptständer

gewuchtet hat, sollte das Hinterrad

frei bleiben. Ist dies nicht der Fall,

hat sich die Aufnahme des Hauptständers

ausgeweitet (oder in

schlimmeren Fällen an den

Schweißnähten der Querstrebe gerissen).

Der Hauptständer selbst

bricht auch gerne in der Mitte

durch, ebenso wie die Grundplatte

der Sitzbank.

Aber nichts desto Trotz hat sich eine

kleine, aber treue Fangemeinde um

Yamahas Triples gesammelt. Einer

von ihnen ist Reinhold Dolinsky aus

Crailsheim. In der Szene nur kurz

„Dolly“ genannt. Er hat seine 750er

(E-Modell) im April 1979 gekauft

und seinerzeit um Kosten zu sparen

„aus der Kiste“ selbst zusammengebaut.

Er hat ihr bis heute die

Treue gehalten. Selbst während der

familiären Abstinenz stand ein Verkauf

der XS nie zur Debatte. Auf den

55000 gemeinsam zurück gelegten

XS750SE 1981 und die XS850 1982

aus dem Programm genommen. Einen

Kultstatus à la Four oder Z

konnte sie bis heute nicht erreichen.

Warum eigentlich nicht? An

Exotik mangelt es der XS nicht. Die

XS750/850 ist bis heute noch der

einzig japanische Dreizylinder/Viertakt

und ihre Motoren gelten geradezu

als unverwüstlich. Bedauerlicherweise

gilt dies speziell bei der

750er nicht für das Getriebe. Verschlissene

Schaltgabeln lassen bei

diesem Defekt während der Fahrt

den zweiten Gang herausspringen –

in Fachkreisen kurz „Zweites-Gang-

Problem“ genannt. Eine Reparatur

ist hier sehr aufwendig, da die Motorgehäusehälften

getrennt werden

müssen. Und wenn wir schon bei

den Schwächen der XS sind, sollte

14 WHEELIES


WHEELIES 15


Meilensteine der Motorradgeschichte

Kilometern gab es keine nennenswerten

Defekte. Von undichten Benzinhähnen

und gelegentlichen

Startproblemen mal abgesehen.

Den Startproblemen wurde mit einem

nachgerüsteten Kickstarter zu

Leibe gerückt. Die Begeisterung für

Yamahas Triple ließ auch bis zum

heutigen Tage nicht nach. Das Ersatzteilelager

wuchs stetig an und

der Jugendtraum von einer XS850

Special (SG) wurde erfüllt. Hierbei

handelt es sich um ein Soft-Choppermodell,

das nur in den USA verkauft

wurde. Die Tatsache, dass sie

in Holland abgeholt werden

musste, konnte Dolly vom Kauf

nicht abschrecken. Das einzige was

ihn an seiner Neuerwerbung störte,

16 WHEELIES

war die leistungsvernichtende 3-1

Auspuffanlage von BSM. Er

scheute keine Kosten und ließ sich

vom Auspuffbauer SR-Racing eine

wunderschöne 3-3 VA-Anlage

bauen. Nun ist die „Special“ ein

rundum gelungenes Gesamtkonzept.

Aber Dollys Wünsche und Ideen

sind noch lange nicht am Ende. Zusammen

mit seinem Kumpel Pit arbeitete

er aktuell an dem 79 erworbenen

E-Modell. Der Rahmen

musste gestrahlt und pulverbeschichtet

werden. Die Telegabel

wurde von einer XS1100 implantiert

und misst nun einen Standrohrdurchmesser

von 37mm. So

konnten nun auch die 298mm großen

geschlitzten Bremsscheiben

der XJ750 (Secca) verwendet werden.

Ein nachgerüsteter Ölkühler

von der XS850 lassen nun thermische

Probleme der Vergangenheit

angehören. Von ihr stammt auch

der 220mm große Scheinwerfer.

Die Krönung des Umbaus sind aber

die sehr seltenen Speichenfelgen.

Die Hinterradnabe hat Dolly über

lange Umwege in Japan erworben.

Sie entstammt einer GX750. Hierbei

handelt es sich um ein Vorserien-

Modell, das ab1976 nur in Japan

und den USA angeboten wurde. Die

Nabe wurde Keramikbeschichtet,

die Speichen und die Felge war natürlich

total vergammelt und

musste durch eine neue Alufelge

mit Edelstahlspeichen ersetzt werden.

Das Vorderrad entstammt einer

SR500, jedoch in 18 statt der serienmäßigen

19Zoll. So ist Dolly mit

seiner XS ein wirklich einzigartiger

Umbau gelungen. Wir sind schon

gespannt auf die nächsten Projekte,

den Speichen-Umbau seiner

XS 850 Special und den Originalaufbau

einer XS 750 Special – natürlich

ebenfalls mit kultigen Speichenrädern.

Wer jetzt Lust auf eine Yamaha Triple

bekommen hat, der sollte bei

der Suche mal 700 bis 800 Euro für

einen Teileträger und ca. 1500 Euro

für ein halbwegs ordentliches

Exemplar anlegen. Aber wie immer:

Nach oben keine Grenzen.


WHEELIES 17


Müde bin ich,

geh’ zur Ruh...

WHEELIE’s

Partnerhäuser:

Präsi’s Übernachtungstipps für Biker – Alpen und drum herum

Schweiz:

1 Hotel Astoria Fam. Imwinkelried-Tscherrig

3988 Ulrichen / VS

Tel.: +41 (0) 27 9731235

Internet: www.astoria-obergoms.ch

Touren-Highlights:

„Pässe-Achter“ mit Furka, Grimsel, Nufenen,

Susten und St. Gotthard, Lago Maggiore

Aletsch-Gletscher (größter Gletscher der Alpen)

2 Berggasthof Beverin Willi und Sabine

Glaspass

7428 Glas/Tschappina

Tel.: +41 (0) 81 6511323

Internet: www.berggasthaus-beverin.com

Touren-Highlights:

Besonderheiten:

St. Bernardino, Splügen, Via Mala-Schlucht,

Comer See Albulapass, St. Moritz

absolut geile Lage auf über 1800 Meter (Glasspasshöhe)

18 WHEELIES


3 Berggastgaus

Marmorbruch

Anita und Wali Meyer

Marmorbruchstrasse 3

CH-3818 Grindelwald

info@marmorbruch.ch

www.marmorbruch.ch

+41 33 853 13 18

+41 79 310 30 89

Übernachtungstipps

WHEELIE’s Partnerhäuser:

Österreich:

4 Alpengasthof Gramai Fam. Adi und Gabi Rieser

Pertisau Nr. 23A

6313 Pertisau am Achensee

Tel.: +43 (0) 5243 5166

Internet: www.gramaialm.at

Touren-Highlights:

Zillertaler Höhenstraße, Gerlos-Paßstraße,

Tergernsee

Hotel - Restaurant - Caravan & Reisemobilstellplatz Gailberghöhe

9640 Kötschach - Mauthen

Gailberg 3 Austria

Erlebnis am Gailberg - Erlebnis Berg -

Adventure Mountain

www.gailberg.at

info@gailberg.at

Tel.: 0043/47 15 368

Fax: 0043/47 15 368 50

Italien (Südtirol):

9 Hotel Kronblick Fam. Peter Falkensteiner

Im Linda 15

39030 Kiens – Pustertal

Tel.: +39 0474 565520

Internet: www.kronblick.com

Touren-Highlights: Dolomiten, Trentino, Gardasee

Besonderheiten:

Wirt Peter ist als Mitglied der MF COUNTRY

RIDER Unterrot begeisterter Harley-Fahrer

erstklassige Küche, wöchentliches Gala-Dinner

genialer Wellnessbereich

zweistöckige Familienzimmer

11 Garni-Pension

Claudia Moargasse 19

39028 Schlanders

Tel.: +39 0473 730303

Internet: www.garni-claudia.it

Touren-Highlights:

Stilfser Joch, Umbrailpass, Meran, Martelltal

WHEELIES 19


Übernachtungstipps

WHEELIE’s Partnerhäuser:

20 Hotel Paradiso Fam. Canepari

Via Freita, 1709

23030 Livigno

Tel.: +39 0342 996633

Internet: www.hparadiso.info

Touren-Highlights:

Besonderheiten:

Stilfser Joch, Gavia, Bernina, St. Moritz,

Comer See

zollfreie Zone (günstiger Sprit für Mensch und Maschine!)

sehr gute alpenländische und mediterrane Küche

„Wohlfühl-Faktor“ garantiert

21 Hotel Goldene Rose Fam. Wielander

Fußgängerzone 73

39028 Schlanders

Tel.: +39 0473 730218

Internet: www.hotel-goldenerose.it

Touren-Highlights:

Besonderheiten:

Stilfser Joch, Umbrailpass, Meran, Martelltal

Chef selbst ist begeisterter Motorradfahrer

sehr gute Küche

Wheelies-Leser erhalten einen ExklusivRabatt von 10% auf die Zimmerpreise.

26 Hotel Villa Eden via Marmolada 10

32020 Rocca Pietore (BL)

Tel.: +39 04377 22033

Internet: www.hotelvillaeden.com

Touren-Highlights:

Besonderheiten:

Dolomiten , Venedig, Trentino, Slowenien

kleine und verkehrsarme Paßstraßen der östlichen Dolomiten

liegt an der Auffahrt zum Fedeia-Pass mit der „Königin“ Marmolada

neuer Wellnessbereich wird dieses Jahr eröffnet

toller Ausgangspunkt für die o.g. Touren

Deutschland – Region Bayerischer Wald

24 Hotel zur Post Marion und Detlef Bothmann

Marktplatz 19 94513 Schönberg

Tel.: 8554 96160

info@hzp-schoenberg.de

Internet: www.hzp-schoenberg.de

Touren-Highlights:

Besonderheiten:

Motorradmuseum Rosenberger

Motorrad- und Raritätensammlung in Kollnburg

Ausgangsbasis für WHEELIES Tour

Bayrischer Wald/Tschechien

Grillabende nach Absprache

Programm für Motorradfreie Tage

Geführte Touren auf Anfrage

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Übernachtungstipps

WHEELIE’s Partnerhäuser:

Deutschland – Region Frankenwald/Fichtelgebirge

14 Gasthof Zegasttal Familie Ottmar Schuberth

Gottsmannsgrün 8

95131 Schwarzenbach am Wald

Tel.: 09289 1406

Internet: www.zegasttal.de

Touren-Highlights:

Besonderheiten:

Frankenwald, Thüringer Wald mit Rennsteig

Wirt Ottmar hat tolle Tourentipps auf Lager

und bietet geführte Touren an

Deutsch-Deutsches Museum in Mödlareuth

total beeindruckend

einsam Straßen zum „Genuß-Biken“

mind. 3 Kilo Gewichtszunahme „Super-

Koch“!

25 Landgasthof Familie Zeller

Jossgrund Spessartstr. 28

36391 Sinntal-Jossa

Tel.: 06665 254

Internet: www.bikertreff-spessart.de

Touren-Highlights:

Besonderheiten:

Kloster Kreuzberg, hier brauen die Mönche

noch selbst Bier (mit Verkostungs und Einkehrmöglichkeit)

Zimmer mit **** Ausstattung,

Geführte Touren im Spessart/Rhön/Vogelsberg

Gebiet mit Tourguide möglich

hervorragende Küche

Wellnessmöglichkeit nach der Tour

Deutschland – Region Schwabenland/Schwäbische Alb/Hohenlohe

18 Zum Schuppachtal Lore und Gustav Bräuninger

74629 Pfedelbach-Schuppach

Tel.: 07949 574

Internet: www.zumschuppachtal.de

Touren-Highlights:

Besonderheiten:

Hohenloher Land, Schwäbischer Wald,

Region Franken

Lore brät die wahrscheinlich größten

Schnitzel der Welt

Wirt Gustl gilt als schnellster „Rennsenior“

Deutschlands und fährt schon mal

kurz mit seinem Bike zum Kaffeetrinken

nach Oslo

„der“ Bikertreff mit Live-Konzerten

sehr idyllisch-versteckt im Schuppachtal

gelegen

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WHEELIES 23


Übernachtungstipps

WHEELIE’s Partnerhäuser:

Deutschland – Region Schwarzwald

19 Landgasthof Sonne Fam. Lutz

Dorfstr. 29-31

77779 Bad Rippoldsau-Schappach

Tel.: 07839 222

Internet: www.sonne-freudenstadt.de

Touren-Highlights:

Besonderheiten:

Schwarzwald, Vogesen

Schwarzwald so weit das Auge reicht

ruhig gelegener Biergarten in der grünen Wiese

zum Haus gehört Bistro mit gelegentlichen Live-Konzerten

Deutschland – Bayern

8 Gasthof Eckinger - Wirt Familie Georg und Heide Eckinger

94140 Ering/Inn

E-mailxx: gasthof@eckinger-wirt.de

Tel.: 07839 222

Internet: www.eckinger-wirt.de

Touren-Highlights: Touren ins Salzburger Land -

Berchtesgadener Land - Bayrischer Wald

Böhmer Wald - Waldviertel - Mühlviertel - Wachau usw.

Selbstverständlich gibt es auch im niederbayerischen

Hügelland in Rottal-Inn herrliche Motorradstrecken.

Besonderheiten: liegt direkt im Bäderdreieck Bad Füssing - Bad Griesbach -

und Bad Birnbach direkt an der B 12 zwischen Simbach/

Innund Passau an der Grenze zu Österreich.

Für die Bikerfreunde gibt es einen 12 - 15% Rabatt je nach

Aufenthaltsdauer. Auch für Motorradgruppen gibt es genügend

Zimmer und äußerst günstige Preise.

Da der Chef selbst ein begeisterter Motorradfahrer ist, hat

er jede Menge Strecken- und Tourentipps parat.

15 Hotel Wittelsbach Bodenschneidstraße 2

83707 Bad Wiessee

Tel.: 08022 – 66580

Internet: www.HotelWittelsbach.com

Touren-Highlights:

Besonderheiten:

oberbayrische Seen, Achensee, Zillertal,

Tatzelwurm, Sudelfeld

wunderschön direkt am Tegernsee gelegen

sehr gute bayrische und mediterrane Küche

familiäre Atmosphäre

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Übernachtungstipps

WHEELIE’s Partnerhäuser:

Hier noch drei Empfehlungen für Frankreich- und Italien-Tourer:

Domaine de Belaman Domaine de Fombeton Camping Sabbiadoro in Lignano (I)

F-34330 Fraisse sur Agout F-04200 Vaumeilh www.campingsabbiadoro.it.

www.belaman.de

www.fombeton.de

Korsika

Marina D Erba Rossa

Route de la Mer

Ghisonaccia

www.marina-erbarossa.com

Der ideale Ausgangsort (Campingplatz Bungalowsiedlung)

für Touren kreuz und quer durch Korsika.

Seit vielen Jahren Basislager der WHEELIES Korsikatouren.

Sardinien

Hotel Mediterraneo

in Santa Maria Navarese

www.albergomediterraneo.it

Ausgangspunkt für Wheelies-Sardinientour 2010.

Ideale Lage in der Nähe von Arbatax für Motorradtouren in die

schönsten Gegenden Sardiniens.

Hotelchef Roberto ist selbst begeisterter Biker und bietet

Tourenvorschläge an.

Wichtige Anmerkung:

Wie mir die WHEELIE’s Leser und die Wirte unserer Partnerhäuser

mitteilen, nutzen immer mehr Biker unsere Hotel-Empfehlungen.

Dies zeigt, dass der Wohlfühlfaktor in diesen Häusern besonders

für Motorradfahrer ganz oben angesiedelt ist.

Denn nach wie vor gilt:

Unsere Empfehlung der WHEELIE’s-Partnerhäuser kommt

„von Herzen“ – ohne die sonst üblichen „Sponsoringzahlungen“!

Bei Vorlage dieser WHEELIE’s-Ausgabe oder bei Buchungen auf Empfehlung unseres Magazins

gewähren die meisten Wirte unseren Lesern Rabatte!

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full house bei den

Motorrad Messen 2011

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Reisebericht: FR ANZÖSISCHE JUR A – FR ANCHE COMTE

Text: Roland Metzger I Fotos: Roland Metzger

FRANZÖSISCHE JURA

1. TAG ANREISE:

Ein Sonntagmorgen im September,

es ist kühl, aber die Sonne scheint.

Seit etwa zwei Stunden sind wir nun

unterwegs. Wir nähern uns Rouffach

im Elsass, wo eine Fahrpause eingelegt

werden soll. Winfrid und ich

sind auf der Fahrt in die französische

Jura. „Rouffach“, ich setze den Blinker

und biege in die malerische Altstadt

ein. Natürlich wird der Kaffee

im Freien getrunken. Die Sonnenstrahlen

haben den Weg durch die

dicht stehenden, steilen Fachwerk-

giebel noch nicht gefunden, so leistet

die warme Motorradkluft gute

Dienste.

Das Franche Comte, wie sich die

französische Jura nennt, soll ein stilles,

aber wunderschönes Land sein.

Unser Zielort ist Pontarlier. Diese

Stadt liegt auf 837 m Höhe, sie ist die

zweithöchstgelegene Stadt in Frankreich

und Hauptstadt des Absinthschnapses.

Es ist aber nicht das Feuerwasser

das uns anzieht, sondern,

für unser Vorhaben liegt Pontarlier

sehr zentral. Von dort aus können

wir, an zwei Tagen, in einer nördlichen

– und einer südlichen Schleife,

viele Sehenswürdigkeiten besuchen.

Unser nächstes Ziel ist die Stadt

Belfort an der Burgundischen

Pforte. Dort besuchen wir einen Löwen

der 22 m lang und 15 m hoch

ist. Dieses Raubtier aus rotem

Sandstein erinnert an die tapferen

Verteidiger der Festung Belfort im

In Montbeliard, dem früheren

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Mömpelgard, gibt es auch etwas zu

bestaunen. Mömpelgard war 400

Jahre im Besitz des Hauses Württemberg.

Davon zeugen noch heute

das schöne Schloß in der Stadtmitte

und die evangelische Jakobskirche.

Im Auftrag von Herzog

Friedrich I. erbaute der bekannte

Baumeister Heinrich Schickhardt

die Kirche im Jahre 1604. Wir verlassen

Montbeliard auf Nebensträßchen

und geraten dadurch in

Schwierigkeiten. Die Routensuche

ist nicht einfach, denn die Richtungsschilder

zeigen nur die

nächstgelegenen Dörfer an. Ständiges

Anhalten, kontrollieren, auch

korrigieren, beansprucht zu viel

Zeit. So richten wir uns kurzerhand

nach dem Urnavi, der Sonne. Doch

erst als die grünen Richtungsschilder

auftauchen, kommt Sicherheit

auf. In Frankreich führen diese

Schilder die Reisenden über Landstraßen

zur nächstliegenden größeren

Stadt. Entspannend ist das Gleiten

im Sonnnenschein bei moderater

Geschwindigkeit und die herrliche

Landschaft trägt ihren Teil zum

Glücksgefühl bei.

An der Doubsbrücke in „Pont de

Roide“ ist wieder eine Pause angesagt.

Es ist jetzt so warm geworden,

dass Schatten sehr angenehm ist.

Langsam schrauben wir uns höher

und der Verkehr auf der D 437 nimmt

merklich ab. Gegen 17.00 Uhr ist unser

Ziel erreicht, das Hotel Campanile,

außerhalb der Stadt, am kleinen

Flughafen von Pontarlier gelegen.

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Reisebericht: FR ANZÖSISCHE JUR A – FR ANCHE COMTE

2. Tag Nordbogen

Die Sonne scheint – Reisewetter.

Voller Erwartung und neugierig auf

die Ziele die heute Gestalt annehmen

werden, starten wir in den Morgen.

Erstes Ziel ist die Louequelle.

Anno 1901soll beim Brand einer Absinth

Destillerie in Pontarlier, eine

große Menge des Anisschnapses

ausgelaufen sein. Tage später roch

das Quellwasser der Loue stark nach

Anis. In einem Karstgebiet ist das

nicht verwunderlich. Auf einem relativ

großen Parkplatz stehen ein paar

Wohnmobile. Ein kurzer Fußmarsch

über einen Waldweg führt uns hinab

zur Quelle. Zwischen den Laubdächern

der Bäume ist eine etwa 20 m

hohe, senkrechte Felswand zu erkennen,

an ihrem Fuß rauscht aus einem

Felstor ein Wildbach hervor.

Kaum ist die eigentlich unspektakuläre

Felsecke hinter La Main umfahren,

da läßt uns ein sensationeller

Anblick spontan anhalten. Wir befinden

uns urplötzlich in einer riesigen,

bewaldeten Schlucht. Man hört

vom Schluchtboden das Rauschen

der Loue. Das unerwartete Auftau-

chen dieser mächtigen Schlucht hat

uns förmlich überwältigt. Die Morgensonne

im Rücken, gleiten wir

durch das Naturschauspiel, genießen

die ersten Herbstfarben in den

Wäldern und die leuchtende Blumenpracht

an den Fenstern der vereinzelt

stehenden Natursteinhäuser

im Talgrund.

Die wilde Schlucht ist zu einem breiten

Flußtal geworden, außerdem

kommen wir zu weit nach Westen.

Darum muss in Ornans nach rechts

abgebogen werden um über einen

steilen Anstieg die Hochebene zu erreichen.

Es macht Spass wieder richtig

am Gashahn zu drehen. Die D 461

führt über Valdahon, der Partnerstadt

von Maulbronn, und über Flangebouch

nach Osten. Inzwischen

hat die Departementstraße autobahnähnliche

Züge angenommen.

Endlich taucht das Schild „Cirque de

Consolation“ auf und zeigt an, das

Ziel ist nahe! Das Sträßchen dem wir

folgen, führt uns tiefer und tiefer in

die Erde hinein. Rechts und links

steigen nach und nach weiße Kalk-

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Reisebericht: FR ANZÖSISCHE JUR A – FR ANCHE COMTE

felsen auf. Vor einem alten Gemäuer,

wohl einem Kloster, halten

wir an. Kinder spielen lachend am

Bach, vereinzelt sind Wanderer zu

sehen. Etwas rat – und orientierungslos

stehen wir im Schatten

mächtiger Nadelbäume. Die umgebenden

hohen Felswände sind meist

von den Bäumen verdeckt. Hier ist

wohl ein schönes Wandergebiet voller

Naturschönheiten, aber wir Biker

suchen einen Ausweg aus dieser

Mausefalle. Die Landkarte ist in dieser

Wildnis keine Hilfe. Auf Waldsträßchen

versuchen wir Höhe zu

gewinnen, um in östlicher Richtung

auf die D 437 zu gelangen. Die Wegsuche

im düsteren Waldgebiet gestaltet

sich als ein Abenteuer. Gelegentlich

ist ein kleiner gelber Kastenwagen

zu sehen, es wird Post

ausgefahren. Also wohnen Menschen

in dieser grandiosen Naturkulisse.

Endlich ist die Hochfläche und

der Sonnenschein erreicht, der Blick

kann wieder frei umherschweifen.

Hinter Maiche biegen wir von der D

437 nach Osten ab. Hoch über dem

Grenzfluss Doubs lockt die einspu-

rige „Corniche de Gumois“. Einzigartige

Ausblicke auf den, gut 100 m

tiefer liegenden, weiß gischtenden

Gebirgsfluß und die Schweizer

Grenzwälder verführen zum anhalten.

Wieder sind wir ganz alleine auf

Tour. Die Situation macht uns übermütig.

Solange wir in der Schlucht

bleiben ist Falschfahren nicht möglich.

Ein Asphaltsträßchen zweigt

nach links ab, unser Pfadfindergen

erwacht. Tiefer und tiefer lockt uns

das Abenteuer in die Schlucht hinab.

Einzelne Bauernhöfe ducken sich in

die Lichtungen. Nach mehreren Kilometern

wechselt der Asphalt zu

Schotter, doch wo ein Wille ist, ist

auch ein Weg! Erst als der Schotterweg

zur Wiese wird, muss schweren

Herzens der Rückzug angetreten

werden.

Hinter dem Dörfchen Fournet-Blancheroche

überwindet ein fast endloser

Kurvenlindwurm den steilen Abhang

an dessen Fuß der Doubs

gischtet. Genussvolles Schwingen

ist angesagt. Erst das Erreichen des

Grenzgebäudes unten am Fluss

bremst das begeisternde Erlebnis.

Nur wenige Kilometer sind es nach

„La Chaux de Fond“. Diese Schweizer

Uhrenstadt kann mit Superlativen

aufwarten. Sie zählt zum

UNESCO Weltkulturerbe und ist eine

der höchstgelegenen Städte in

Europa. Bei Kaffee und Elsässer

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Reisebericht: FR ANZÖSISCHE JUR A – FR ANCHE COMTE

Flammkuchen laden sich die Lebensgeister

schnell wieder auf.

Welch ein Unterschied, in Frankreich

Dörfer und Weidewirtschaft, hier

städtisches Flair, ein breiter Boulevard

und Hochhäusern. Doch wo

sind die teuren Uhren, wo die weltbekannten

Uhrmacher? Da waren

wir wohl zu blauäugig und haben

uns zu wenig vorbereitet. Cäsars

Spruch Veni, Vidi, Vici, bringt halt

nicht immer Erfolg.

Nach einer Hafenrundfahrt in Neuchatel

wartet noch ein Schmankerl

auf uns. Durch das „Val de Travers“

wird auf guter Straße die Heimfahrt

nach Pontarlier angetreten. An der

französischen Grenze sehen wir

staunend das Adlernest „La Chateau

de Joux“. An einer Engstelle gelegen,

sitzt die erstmals 1034 erwähnte

Burg auf steilem Fels. Nie erobert,

konnte diese Grenzburg sogar

der deutschen Wehrmacht acht Tage

lang stand halten. Einst strenges

Staatsgefängnis, kann die Festung

heute besichtigt werden. Es sind nur

noch wenige Kilometer bis Pontarlier

und wir freuen uns schon auf das

Abendessen.

3. Tag Südbogen

Weckzeit 7 Uhr, heute wollen wir den

Bogen nach Süden fahren. Es regnet,

so ein Mist! Lange bleiben wir

beim Frühstück sitzen und schauen

hoffnungsvoll in den grauen Himmel.

Manchmal macht es den Eindruck

als lasse der Regen nach. Bekanntlich

stirbt die Hoffnung zuletzt.

So sind wir uns einig, in den Bergen

ändert sich das Wetter um 11.00 Uhr.

Erste Zweifel kommen, sollte es tatsächlich

unmöglich sein die schönen

Zielorte anzufahren? Die Doubsquelle,

den Blick auf die Alpenkette,

den Schlittenhundezüchter und dessen

Tiere, die „Cascades de Herricon“,

oder den Höhepunkt, den „Cirque

de Baume“ und eine Reihe von

Zweisternziele?

Es ist 11.00 Uhr und immer noch

prasselt der Regen gleichmäßig

vom Himmel. Jetzt wird beschlossen

das Dreisterneziel „Cirque de

Baume“ direkt anzufahren. Hier gewesen

und das weltbekannte Felsenrund

mit Benediktinerkloster

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Reisebericht: FR ANZÖSISCHE JUR A – FR ANCHE COMTE

nicht gesehen zu haben, das konnten

wir nicht bringen. Abgedichtet

wie ein U-Boot fahren wir auf der D

471 über Champagnole zum „Cirque

de Baume“. Bei der Ankunft am ersten

Aussichtsfelsen hat der Regen

aufgehört. Wenn Engel reisen! Der

Ausblick von hier oben muss bei gutem

Wetter einmalig sein. Gerade

als ein guter Standplatz erreicht und

die Kamera scharf gemacht ist,

schiebt sich eine Wolke frech ins

Bild. Zur Hälfte ist das 200 Einwohner

Dörfchen „Baumes des Messiers“

und das Kloster noch zu erkennen.

Doch das ist noch nicht alles,

bei der Abfahrt in das 100 m tiefer

liegende Kerbtal schlagen die

ersten Regentropfen am Visier ein.

Es macht wenig Spass in Regenkleidung,

die Mütze auf dem Kopf, das

Kloster zu besuchen. Das uralte Gotteshaus

ist im 9. Jahrhundert erstmals

schriftlich erwähnt worden.

Von hier aus zogen einst die Erbauer

des Klosters Cluny los.

In der Nähe unserer nassen Maschinen,

sinniger Weise unter einem

Sonnenschirm, stehen zwei trockene

Stühle. Mademoiselle bringt

heißen Tee und die Lebensgeister

kehren zurück. Wir stellen uns stur

und beschließen den Regen auszusitzen.

Unser Plan funktioniert nicht,

der Sonnenschirm beginnt zu lecken,

ins Haus wollen wir nicht, also

werden die Schotten wieder dicht

gemacht und zur Regenrückfahrt geblasen.

Bei der Abdichtung passiert

mir ein fataler Fehler. Ich habe den

Baumwollhalsschutz zu weit aus

dem Regenkombi gezogen und

fahre nun mit einem automatischen

Regenansauger durch die Gegend.

Mein Körper kühlt nach und nach

ungewohnt stark aus. Ich prüfe den

Reißverschluss, es ist alles dicht. Ich

schnattere, will aber nicht anhalten

und es sind immer noch 50 km bis

zum Hotel. Steifgefroren schäle ich

mich im Hotel aus der Motorradkleidung.

Das orangefarbene Hemd hat

die klatschnasse Unterwäsche eingefärbt.

Erst die heiße Dusche und

die zivile Kleidung machen wieder

einen Menschen aus mir.

4. Tag Heimreise

Es ist zum Mäuse melken, heute

scheint die Sonne wieder. Über die

N 57 und die D 50 kommen wir nach

„Baume le Dames“ am Doubs. In

Lure zeigen sich die Südvogesen am

Horizont. In Ronchamp besuchen

wir die Wallfahrtskapelle „Notre

Dame du Haut“. In den Jahren 1950

– 55 nach den Plänen des Architekten

Le Corbusier erbaut, ist dieses

Gotteshaus heute eine Ikone der

modernen Architektur. Vor Mulhouse

wechseln wir auf die A 36, bei

Neuenbürg auf die A 5, die wir bei

Lahr wieder verlassen. Über Biberach,

Zell am Harmersbach und Bad

Peterstal fahren wir nach Freudenstadt,

wo der Regen wieder einsetzt.

Wir passen die Geschwindigkeit

dem Wetter an und fahren gemütlich

nach Hause.

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unser Angebot) Ausführliche Montageanleitung im Lieferumfang

enthalten. Sehr einfache Montage.

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Wheelies – Termine/News

WHEELIES Termine 04/2011

02. + 03.04. Yamaha Live bei Motorrad Öxler in Herbrechtingen

und allen teilnehmenden Yamahahändlern in der

Region.

02. + 03.04. MotoGP in Jerez (E)

10.04. Motorrad Oldtimertreffen in Bamberg in der Erlichstraße

93 bei Motorrad Scherer von 11 Uhr bis 17 Uhr.

10.04. WHEELIES Sicherheitstraining auf dem Flugplatz

Würth in SHA-Hessental. Treffpunkt 9 Uhr an der

Einfahrt zum Flugplatz. Trainingsende ca. 16 Uhr.

Anmeldung: info@wheelies.de unbedingt erforderlich,

da auf 40 Teilnehmer begrenzt.

16. + 17.04. Superbike WM in Assen (NL)

16.04. Ökumenischer Motorrad Gottesdienst um 14 Uhr in

97516 Oberschwarzach-Handthal Parkplatz vor

dem Weingasthof Schoppenstübla.

17.04. Motorradgottesdienst ab 11 Uhr auf dem Marktplatz

vor der herrlichen St. Michaels Kirche in

Schwäbisch Hall. Anschließend Ausfahrt zum Einkorn

und zu BMW Mulfinger in Michelfeld Kerz.

17.04. Motorradfahrtraining beim TÜV Süd in Öhringen.

Anmeldungen: 07941 / 922711

30.04. 20. Motorradwallfahrt Ave Maria in Deggingen

Das ansonsten so ruhig am Waldrand gelegene Kapuzinerkloster

wird an diesem Tag von dem herrlichen

Klang der Bikes (an schönen Tagen bis zu 1000

Stück) erfüllt. Um 13 Uhr 30 startet vom unteren

Parkplatz der Korso. Angeführt und gesichert von

Polizei und Maltesern mit ihren Motorrädern, fahren

wir ein Strecke von etwa 30 Kilometer über die

Schwäbische Alb. Die AVE Glocke ruft um 14 Uhr 30

zur Andacht in die Kirche. Infos unter: www.motorrad-wallfahrt-avemaria.de

Moto Guzzi Stelvio 1200

Die Technik und das Design der Moto Guzzi Stelvio 1200 wurden für

das Modelljahr 2011 komplett überarbeitet. Mit der neuen Frontverkleidung

hat die Reiseenduro in puncto Optik deutlich zugelegt.

Endlich sind die gewöhnungsbedürftigen „Glubschaugen“ Geschichte.

In Kombination mit der geänderten, in der Höhe einstellbaren

Scheibe, wurden gleichzeitig Aerodynamik und Windschutz

optimiert. Ohne ihren eigenständigen Look zu verlieren, hat die

Stelvio nochmals an Funktionalität und Komfort dazu gewonnen.

So haben die Guzzi-Techniker einen mächtigen 32-Liter-Tank äußerst

elegant in das Fahrzeug integriert. Übersichtlich und jederzeit

gut ablesbar präsentiert sich das überarbeitete Cockpit mit neuer

Grafik der Kontrollanzeigen.

Die Motorleistung wurde zu Gunsten eines höheren Drehmoment

und einer noch spontaneren Gasannahme von 105 auf 102 PS gesenkt.

Damit steht die Stelvio immer noch sehr gut im Futter. Da der

Drehmomenteinbruch im unteren Drehzahlbereich auch längst der

Vergangenheit angehört, kommen so sportlich ambitionierte Piloten

genauso auf ihre Kosten wie Reisetouristen, die mehr das genüssliche

Dahingleiten bevorzugen. Diese wird auch freuen, dass

der Sitzbankkomfort nochmals gesteigert wurde.

So bleibt zu wünschen, dass sich nun wesentlich mehr Biker für die

hervorragende italienische GS-Alternative interessieren werden.

Mit der neuen Stelvio bekommt man ein individuelles, durchdachtes

und sehr gut verarbeitetes Motorrad, welches bestens gerüstet

ist für die große Tour – egal ob allein oder zu zweit. Der topp Reisekomfort

in Verbindung mit über 500 Kilometern Reichweite – wer

mag da denn überhaupt noch absteigen?!

01. + 02.05. MotoGP in Estoril (P)

Ab sofort sind Anmeldungen zu den Super Moto Trainings des

MSC Esslingen unter: www.msc-es.de/news/news.php möglich.

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