Thurgauer Reformation - Winterthurer Fortbildungskurs

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Die Kirchgemeinde Fischingen mitsamt dem Kloster gehörte ursprünglich zur Pfarrgemeinde Dussnang und wurde von dort aus betreut. Dussnang wird in einer Urkunde des Klosters St. Gallen von 754 erstmals als Tuzziwang erwähnt. 174 Im Jahr 996 vergabte ein reicher Adeliger namens Siggerus seine Güter zu Dussnang und Oberwangen an das Kloster St. Petershausen. 175 Im Jahr 1244 kam dann die reiche Pfründe Dussnang an das Kloster Fischingen, welches sich finanziell in einer misslichen Situation befand. 176 Die Inkorporationsurkunde, durch welche die Kirchgemeinde Dussnang an das Kloster Fischingen ging lautet: „Da das Kloster Fischingen schon seit langer Zeit durch tyrannische Anfälle sowohl in seinem Einkünften als in seinen Personen heruntergekommen und beinahe verlassen ist, so haben wir, um seiner Noth zu steuern, das Patronatsrecht der der Kirche in Tuzzinank, welches uns und unserer Kirche gehört, sammt der Seelsorge, Besitzungen uind Einkünften dem Abte Conrad und seinen Mitbrüdern und durch sie dem Kloster vergabt und verzichten darauf in allen geistlichen und weltlichen Dingen vollständig.“ 177 Das Gebiet des Tanneggeramts war recht klein und die Anzahl der Einwohner bescheiden: Eine Notiz des Zürcher Ehegerichts besagt: „Fischingen het villicht X hüser, die buwend wenig, gend auch kein kleinen zehenden, man hat nit X stuck von allen, denn sie buwend nur mit der howen. Bettwiesen X hüser. Ow (Au) het acht hüser, zue Fischingen und sunsten hin und har mit c untertanen, wyt gelegen. Tussnang hett als gen Fischingen als gen Wiediken (Wiezikon) ccc untertanen. Die Äbte waren nicht immer fähige Leute. So beklagte sich 1461 der Konvent beim Bischof von Konstanz über den damaligen Abt Johannes II. (1435-465):„er vernachlässige ob seinen Jagden das Klostergut und vertue es mit seinen Kindern und deren Kindern.“ Die Pfründe und die Kollatur blieben nun beim Kloster Fischingen. Die Pfarrgemeinde 174 Konrad Kuhn. 1869 S. 78 175 Konrad Kuhn. 1869 S. 78 176 Konrad Kuhn. 1869 S. 79 177 Konrad Kuhn. 1869 S. 79 38

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