Liebe Freundinnen und Freu - Bilder-Erlebnis

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Liebe Freundinnen und Freu - Bilder-Erlebnis

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Liebe Freundinnen und Freunde,

Warum in die Schweiz?

Meine lieben Freunde, jetzt bin ich in der Schweiz. Warum, wollt ihr wissen? Nun, ich traf in

Australien Leute, die einfach aus ihrem Berufsleben ausgestiegen sind oder eine Pause eingelegt

haben und sich ihre Brötchen nun in der Gastronomie verdienten. Nathan, den ich damals in

Katherine kennengelernt hatte, bot mir an, dass ich in der Weihnachtzeit nach Manchester fliegen

sollte. Dort würden wir gemeinsam auf „Berufsjagd“ gehen. Dieses Angebot gab mir zu überlegen!

Doch nach Manchester wollte ich nicht unbedingt, da England nicht gerade mit den meisten

Sonnenstunden gesegnet ist. Zurück in Deutschland zog ich vorrübergehend bei meiner Familie ein.

Ich rief meine damalige Chefin beim ASB an und fragte nach meiner alten Stelle als Fahrer nach. In

der Zwischenzeit fand ich im Internet eine Schweizer Berufsplattform „hotellerie-jobs.com“. Dort gab

ich meinen Lebenslauf ein und bewarb mich „just for fun“ in der Gastronomie als Kellner, Hilfskoch,

an die Rezeption usw.

Ich entschied mich für die Schweiz aus drei Gründen. Erstens ging ich davon aus, dass ich mal wieder

meine Ski, die schon mit Spinnweben befallen waren, benutzen konnte. Zweites glaubte ich, dass die

Schweiz mit ihren hohen Gebirgsketten mehr Sonnenstunden besitzt und wenn nicht, dass

zumindest Mutter Natur mit einer dicken Schneedecke auftrumpfen konnte. Und der dritte Grund

war die neue Herausforderung, da ich noch nie in der Gastronomie gearbeitet habe. Zudem sollte

auch der Verdienst etwas besser sein. Wichtig war, es musste mir gefallen! Ein paar Tage darauf

bekam ich meinen alten Job beim ASB wieder, nur konnte ich erst nächsten Monat beginnen.

Abgesehen davon, dass dies genau an meinem Geburtstag war, passte mir dieser Termin sehr gut.

Somit hatte ich genügend Zeit, meine Neuseeland-Präsentation für Konstanz vorzubereiten, die für

mich ein großer Erfolg wurde. Das Internet durchforschte ich nach weiteren Berufen und bewarb

mich bei der Skischule Nova, die ebenfalls in der Schweiz lag und als Reiseleiter in Frankreich.

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Interview bei Calander Gastro AG

Kurz bevor ich beim ASB anfing, erhielt ich eine Einladung von der

Calander Gastro AG, in Lenzerheide. Ich buchte das Bahn-Ticket und

fuhr zum Vorstellungstermin in die Schweiz. Das Wetter war klasse

und die gigantischen Gebirgsketten verbargen in sich eine innere

Kraft - es fühlte sich einfach gut an. Ich lernte meine zukünftige

Chefin Marianne kennen. Nach einem ausführlichen Gespräch bot sie

mir zwei Stellen an, entweder an der Kasse in einem

Selbstbedienungsrestaurant oder in einem Familienrestaurant als

Servicekraft.

Ich entschied mich für die Servicekraft. Sie klärte mich über die 13

Betriebe und über das Familienrestaurant „Scuntrada“ auf. Auch

erwähnte sie, dass Trinkgeld der Servicekräfte eingesammelt werde

und unter allen Mitarbeiter des Restaurants aufgeteilt würde. Sofort

dachte ich an das System „Geben und

Nehmen“ und ich wusste, dass dieser Betrieb

die richtige Einstellung für mich hatte. Für die

Mitarbeiter gab es Ski- Saisonkarten, die

uneingeschränkt in der Freizeit genutzt werden

konnten. Nach dem netten Gespräch gab sie

mir eine Woche Bedenkzeit, ob ich bei

„Calander Gastro AG“ arbeiten möchte. Nach

zwei Tagen sagte ich fest zu.

An einem Abend überprüfte ich meine E-Mails

und fand eine Einladung von der Skischule Nova. Zuerst dachte ich auch zu diesem Interview zu

fahren, doch dann verwarf ich den Gedanken und schrieb eine freundliche Absage zurück. In

derselben Woche erhielt ich eine weitere Einladung als Reiseleiter in Frankreich. Aber auch hier

lehnte ich freundlich ab. Ich hätte nicht gedacht, dass sich diese zwei Unternehmen für mich

interessieren würden. Doch meine Entscheidung war gefallen.

Die Fahrt in die Schweiz

Nach einer schönen Zeit in Deutschland mit alte Freunde besuchen, ging es am 27.11.2011 mit

meiner Familie in das Skigebiet „Lenzerheide“. Dieses Mal habe ich meinen Backpacker-Rucksack

zuhause gelassen und durch einen großen Innenraum unseres Vans ersetzt, der sich bis unter das

Autodach mit Koffern und Taschen füllte. Mein Zimmer war fast ausgeräumt und die Koffer gefüllt

mit Winterkleidung, Badeutensilien, Laptop und Proviant. Da die Schweiz von den Unterhaltungskosten

sehr teuer ist, hatte ich einen Großeinkauf in Deutschland gestartet und alles in doppelter

oder dreifacher Ausführung gekauft. Selbstverständlich durften meine Ski-Ausrüstung und mein

Didgeridoo nicht fehlen. Nach knappen vier Stunden Autofahrt, waren wir schon in der Lenzerheide.

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Lenzerheide

Das Skigebiet Lenzerheide in der Region Mittelbünden besteht aus den Gemeinden Vaz/Obervaz

(Valbella, „Lenzerheide“ Muldain, Lain, Zorten) Churwalden (Malix, Churwalden, Parpan) und

Lantsch/Lenz, Brienz/ Brienzauls, und ist von Chur etwa 20 Minuten Autofahrt entfernt. Im Sommer

leben hier 5.775 Menschen. Doch im Winter kann über diese kleine Zahl nur geschmunzelt werden,

denn dann platzt die Region aus allen Nähten und 28.000 Menschen strömen in die Ferienregion.

Wohnung

Lenzerheide / Lai - eine Mitarbeiterin führte uns zum Resteraunt Scuntrada. Über dem Resteraunt ist

eine Wohnung mit 120 m². Regina und Phillip, ein Paar aus Deutschland, waren bereits vor einer

Woche eingezogen. Mein Zimmer hatte um die 9 m² und war mit zwei Schränken ausgestattet, der

eine Schrank fiel bereits unter Antiquität, während der andere im modischen IKEA -Style glänzte. Ein

Nachtisch war sein Nachbar und zwischen ihm und der Wand stand ein modernes massives

Holzbett. Neben der Zimmertür stand eine alte Klappcouch, die schon bessere Jahre erlebt hatte.

Die Balkontür führte auf eine schöne alte Dachterrasse, von der aus ich einen 180-Grad Ausblick auf

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die gewaltige Gebirgskette hatte. Ich atmete tief ein und witterte dabei die neue Abenteuerluft.

Was wird mich wohl in der Schweiz erwarten, dachte ich. Dabei brauch ich euch nicht zu

verheimlichen, dass ich auch eine Portion Angst spürte.

Am nächsten Tag trafen sich alle 190 Mitarbeiter von der Calander Gastro AG. Und ich lernte einen

Teil meiner Teamkollegen kennen. Kurz wurden die zwei Chefs des Unternehmens vorgestellt, die

13 Restaurants, sowie die Sicherheitshinweise. Danach fuhren wir zu unserem Restaurant zurück und

unsere Serviceassistentin erklärte uns die Kasse.

Resteraunt Scuntrada

Das Resteraunt „Scuntrada“ liegt auf 1.480 Meter über dem Meeresspiegel (ü. M.) an der Talstation

in der Nähe vom Kinderland. Unser Restaurant hat insgesamt 260 Sitzplätze (innen 50 Sitzplätze und

außen auf der Terrasse 210 Sitzplätze) es wird hauptsächlich von Skischulen und Familien aufgesucht.

Das höchstgelegene Resteraunt ist auf dem Rothorngipfel mit 2.865 Meter ü M. und kann im

Winter nur mit der Schwebeseilbahn besucht werden.

Vorbereitung auf die kommenden Gäste

Selbst nach zwei Wochen waren die meisten Pisten grün und nur fleckenweise mit Schnee bedeckt.

Am Tag konnte ich mit dem T-Shirt herumlaufen. Verschwand jedoch die Sonne um 16:00 Uhr hinter

den Bergen, kühlte es recht schnell ab und Winterjacke war angesagt. In der zweiten Woche wurde

auf dem Parkplatz eine Schneemaschine aufgestellt, die uns den Schlaf raubte. Dabei trugen

Schneemaschine und Sonne einen Kampf aus. In der Nacht wuchs der Schneeberg und am Tag taute

er langsam wieder ab. Die geplante Eröffnung am 3.12.2011 musste verschoben werden, da immer

noch kein Schnee auf den Pisten lag. In dieser Zeit bereiteten wir uns auf den kommenden Ansturm

vor, d.h. wir holten die Gläser vom Dachstuhl, räumten das Lager ein, stellten die Tische auf der

Terrasse auf und befestigten die Außenbeleuchtung. Zusätzlich wurde mir gezeigt, mit einem voll

beladenen Tablett zu balancieren und mit drei Tellern, auf denen zusätzlich Suppenteller standen, die

mit Wasser gefüllt waren, zu gehen. Schnell hatte ich die Balance herausgefunden, doch mein

kleiner Finger, der die Gewichte nicht gewohnt war, fing schnell an sich zu melden und ein Krampf

beendete auch schon meine Übungsstunden. Nach einer Pause versuchte ich es erneut, doch der

Krampf kam schneller als ich dachte. Ich versuchte es immer wieder

und auf einmal klappte es doch für eine längere Zeit.

Wir Servicekräfte arbeiteten jeden Tag an der Kasse und langsam

ging das Bedienungsfeld in Fleisch und Blut über. Dabei gaben wir

uns gegenseitig Bestellungen auf und mussten diese anschließend

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schnellst möglich in die Kasse eingeben. Die Kasse besaß Kurz-Tasten zum Essen und Trinken, die

unterschiedlich farbig angeordnet waren. Sowie einen Nummernblock, in den eine PU (jeder Artikel

hat eine Nummer) eingegeben werden konnte, jedoch ist die Bedienung so kompliziert, das wir sie

erst gar nicht benutzten. Am oberen Rand gab es die sogenannten Menütasten, in denen wir zu den

Untermenüs gelangen. Per Touchscreen konnten wir den gewünschten Artikel auswählen.

Danach druckten wir die Rechnung aus und simulierten, als würden unterschiedliche Leute bestellen.

Beim Zusammenrechnen fehlte mir der Taschenrechner und Kopfrechnen war wieder angesagt. Auf

einem Block addierte ich die paar Zahlen zusammen, dabei merkte ich, dass ich im Kopfrechnen

eingerostet war. Doch nach ein paar Rechnungen war ich wieder fit.

Einzug

Langsam freundete ich mich mit meinen neuen Mitbewohner an. Unser Betriebsleiter Simon kam

uns fast jeden Tag besuchen. Eines Tages fing er an bei uns zu übernachten, obwohl er selbst im

Nachbarort eine große Wohnung besaß. Er fragte uns, ob er bei uns einziehen könnte. Dadurch

würde sich auch der Mietpreis für uns senken. Wir stimmten zu. Als er in das dritte Zimmer

einziehen wollte, machte die Geschäftsleitung einen Strich durch die Rechnung. Grund dafür war,

dass dieses Zimmer ein Umkleidezimmer für Mitarbeiter bleiben muss. Schnell fand Simon ein etwas

teures Zimmer in einer Pizzeria, das zu Fuß etwa 10 Minuten von unserem Resteraunt entfernt lag.

Doch da Simon etwas faul war und im „Scuntrada“ bleiben mochte, fragte er mich, ob ich in das

Apartment einziehen möchte. Er würde auch den Differenzbetrag zu meiner Miete übernehmen.

Nach kurzer Überlegungszeit und einem unangenehmen Bauchgefühl, lehnte ich dankend ab. Mit

Absprache von uns übernachte er weiterhin bei uns zwischen Küche und Wohnzimmer und nutzt das

„Pizzazimmer“ als reinen Kleiderschrank. Heute wohnt er bei uns und das Zimmer in der Pizzeria

wurde weitervermietet. Nun sind wir zu viert. Simon ist ein netter Mensch, doch er hat kein eigenes

Zimmer, was leicht zu Spannungen führen kann. Auf der anderen Seite haben wir auch eine Menge

Spaß zusammen.

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Erste Eröffnung Panoramarestaurant Rothorn.

Obwohl die Pisten grün waren, stand die Calander

Gastro unter Druck. Mittlerweile hatten andere

Skigebiete eröffnet, die jedoch auch nur mit grünen

Pisten glänzten. Die AG beschloss, das

Panoramarestaurant Rothorn am 09.12.2011 - in

zwei Tagen - zu eröffnen und am 10.12.2011 alle

andere Betriebe. Jedoch würden die

dazugehörigen Mitarbeiter erst die darauffolgende

Woche kommen. Somit mussten wir vom „Scuntrada“

und „Avant Clavo“ das Restaurant in einem Tag auf

Hochglanz bringen. Mit der Seilbahn fuhren wir die 2.066

Meter lange Strecke und stiegen von 1.905 Meter ü. M.

auf 2.857 Meter ü. M. Vom Restaurant „Rothorn“ aus

hatten wir einen grenzenlosen Blick auf das Tal und die

umgebende Gebirgskette. Als die Sonne langsam hinter den Bergen unterging, legte sich ein roter

Schleier über das Gebirge; daher kam auch der Name für das Restaurant „Rothorn“. Es war ein Bild

für Götter.

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Einarbeitungsphase

Das Personal:

Im Service sind wir zu fünft: Regina, Corina, Domenika, Sandra und ich, wobei Domenika unsere

Service-Chefin ist. Die Küchencrew besteht aus dem Chefkoch Joell, dem Koch Philipp und einem

Hilfskoch Zeno. Am Buffet steht Marleen und für den Geschirrdienst ist Anna verantwortlich.

Scuntrada Eröffnung

Am 10.12.2011 öffneten wir

unseren Betrieb für die

Wintersaison 2011/2012. Am

Eröffnungstag wurden schnell

alle Hauptgänge gekocht und

wir wussten nun, welches

Gericht zur Speisekarte

gehörte. Die Gäste waren an

einer Hand abzuzählen. Am

späten Nachmittag erhielten

wir Serviceleute eine kleine

Weinschulung, danach

wurden heiße Getränke mit

Alkohol aufgetischt, wie z.B.

Bombardino (Eierlikör mit warmer Milch und Rahm - war mir viel zu süß) oder Cafe Highländer

(Baileys mit Kaffee und Rahm) usw. Auch an diesen Getränken durften wir nippen. Wie gut, dass wir

danach Feierabend hatten.

Fünf Tage nach der

Eröffnung schneite es. Bis

zu Weihnachten wurde der

Zuwachs immer größer. Für

jeden Servicemitarbeiter

gab es unterschiedliche

Arbeitszeiten einmal von

8:00 bis 17:00 Uhr oder

von 11:00 Uhr bis 14:00

Uhr oder 17:00 Uhr.

Unsere Terrasse war mit

einem riesen Spezial schirm

abgedeckt, der elektronisch

geöffnet und geschlossen

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werden konnte. In einer Nacht schneite es so heftig, dass wir am

nächsten Morgen gezwungen waren, den Schirm aufgrund der hohen

Belastung zu schließen. Dabei fiel die komplette Last auf die Tische,

sodass wir die Stecktische auseinander bauen mussten und

anschließend mit einer Motorschneefräse die Terrasse säuberten. Der

komplette Vorgang dauerte einen halben Tag. Doch das war erst der

Anfang…

Weiße Weihnachten

Die Tage vergingen wie im Flug

und auf einmal öffnete ich an

meinem Adventskalender das

24ste Türchen. In der

Gastronomie sind Feiertage

jedoch gewöhnliche Arbeitstage.

Doch dies störte mich nicht. Als

die letzte Gäste an Heiligabend

gegangen waren, saßen wir

Mitarbeiter zusammen und

tranken Prosecco. Danach gingen

wir in unsere Wohnung und

Freunde kamen zu uns. Bei

gemütlichen Kerzenschein und

Weihnachtsmusik aus dem Fernseher aßen wir Käsefondue. Später kam noch Domenika mit ihrem

Mann vorbei. Als sie in die Slowakei nach Hause telefonierte, sang ihre Familie ein Weihnachtslied,

das wir auf dem Handylautsprecher mithörten. Schnell schlossen wir das Handy an unseren

Verstärker an. Und hörten wie 30 Leute in das Handy hinein jaulten, es war zum Grölen. Doch eins

musste ich der Familie lassen,

es hörte sich einigermaßen

gut an.

In den Feiertagen und danach

schien unser Restaurant

Scuntrada aufgrund der

vielen Gäste fast aus allen

Nähten zu platzten.

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Besuch aus Deutschland

Am 28.12.2012 kamen mein Vater mit meiner Schwester und einer Freundin vorbei. Sie brachten mir

Lebensmittel aus Deutschland mit, die ich zuvor bestellt hatte. Wir können hier auch Lebensmittel

kaufen, doch da wir in einem Feriengebiet wohnen sind die Preise dementsprechend hoch. So zahlen

wir für aufgebackene Brötchen um die 2,00 Euro. Laut Plan hatte ich ab 14:00 Uhr frei. Da wir

überfüllt waren, konnte ich meine 20er Reihe erst um 14:40 Uhr abgeben. Auf der Terrasse haben

wir verschiedene Tischreihen mit je vier Tischen, an denen acht bis zehn Leute sitzen können. Jeder

Servicemitarbeiter bekommt eine Tischreihe und ist für das Wohl seiner Gäste verantwortlich, d.h.

Bestellungen aufnehmen, bedienen, abräumen und die Rechnung einkassieren. Die keiner Tischreihe

zugeordnet sind, sind als Springer eingeteilt, d.h. sie bedienen und räumen die Tische zusätzlich ab.

Als ich mit meinem Vater das Auto holen wollte, stand auch schon ein Parkplatzaufseher am

Fahrzeug und platzierte einen Strafzettel an die Windschutzscheibe. Schnell ging ich zu ihm und

meinte, ob er nicht ein Auge zudrücken könnte. An meiner Jacke konnte er erkennen, dass ich ein

Mitarbeiter war und zu guter letzt nahm er den Strafzettel zurück. Wir fuhren in den Privathof vom

Restaurant Scuntrada und luden den vollbeladenen Kofferraum mit Lebensmitteln aus. Ich zeigte

ihnen meine Wohnung. Plötzlich erschien Philipp und meinte ich müsse erneut nach unten kommen

und bedienen, die Servicekräfte seien am Schwimmen (schaffen es nicht). Nur ungern stimmte ich zu

und ging nach unten.

Als der Ansturm vorüber war, kam meine Familie von ihrem Erkundungsausflug zurück. Ich zog mich

um und wir gingen in einer italienischen Pizzeria essen.

Silvester

Bis zu Silvester hat es fast täglich geschneit und

wir mussten täglich Schnee räumen. Am

Silvesterabend saß ich mit meinen WG-

Freunden nach der Arbeit in unserm

Wohnzimmer. Auf unsere 2 x 2 Meter großen

neuen Spanplattenleinwand strahlte ein

Beamer das „Böhse Onkelz Konzert“ aus. Der

Tisch war gedeckt mit Bier, Wein, Wodka und

Saft. Um 20:00 Uhr kam unser Freund Stefan,

der im Intersport arbeitet, das gegenüber von

unserem Restaurant liegt, mit seiner Freundin

vorbei. Er brachte seine Wii und „Nuss-Schinkli“ mit. Wir spielten Wii-Sport, während er für uns

kochte. Zum Essen gab es Nuss-Schinkli mit Brötchen, einen gemischten Salat und frisch gebackene

Tiefkühlpizza aus Deutschland. Das ganze wurde dann mit einer selbstgemachten Cocktail-Souce von

Regina und Senf aus der Tube abgerundet.

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Wir tranken viel Alkohol, doch durch die Fitnessspiele bauten wir ihn wieder recht schnell ab.

Kurz vor Mitternacht gingen wir nach draußen. Dort schossen bereits die Nachbarn Raketen in die

Luft. Mit einem Neujahres-Prosecco stießen wir an, dabei sahen wir, wie der Himmel von weitem

durch die Raketen bunt erleuchtet wurde. Wir feierten bis um 5:00 Uhr. Ich kam gerade ins Bett, da

klingelte auch schon um 8:00 Uhr der Wecker. Jetzt ausschlafen, dachte ich. Doch da klopfte es auch

schon an meiner Tür. Schnell duschten wir uns,

klatschten Haargel in die Haare und meine WG-

Partnerin benutzte etwas Schminke und schon

sahen wir für den Gast topfit aus. Keiner hatte

damit gerechnet, dass der Gästeandrang an

diesem Tag so heftig sein würde. Doch der

wunderschöne Sonnenaufgang über dem

schneebedeckten Skigebiet hätte es uns wissen

lassen müssen.

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