Heckennutzung mit Konzept - NRW spart Energie

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Heckennutzung mit Konzept - NRW spart Energie

Heckennutzung mit Konzept

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> Heckennutzung mit Konzept

Dr. Frank Bröckling

Energie aus Hackschnitzeln – Informationen aus der Praxis

ZeLE und EnergieAgentur.NRW

14. Mai 2008, Rosendahl-Osterwick

Dr. Frank Bröckling Datum: 15.05.2008

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> Heckennutzung mit Konzept

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> Inhaltsübersicht










Ausgangslage

Basis und Rahmen

Projektziele

Konzeption des Projektes

Bewertung der energetischen Nutzungspotenziale

Wallheckeninformationssystem WallIS

Wie funktioniert das Wallheckenkonzept?

Umsetzungsschritte

Fazit

Dr. Frank Bröckling Datum: 15.05.2008

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> Ausgangslage

• Hecken als wichtiges Element der Münsterländer

Parklandschaft

• Hecken im Kreis bisher nur in geringem Maße in Wert

gesetzt

• aufwändige Pflege für den Einzelnen kaum rentabel

• insgesamt lässt sich Verschlechterung des Heckenzustandes

beobachten

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> Basis und Rahmen

• Kreis ST mit breit aufgestellter Basis im Bereich

regenerativer Energie und Holz, z.B. Agenda 21- Büro, Haus

im Glück e.V., NLF

• Projektrahmen: Holzcluster des Kreises Steinfurt

• Heckenpflegekonzept als Bestandteil des Clusters

• Bewertung der Möglichkeiten der Holznutzung zur

Energieerzeugung

• Betrachtung ökonomischer und ökologischer Aspekte

• Einbeziehung der relevanten lokalen und regionalen Akteure

• begleitende Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit

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> Projektziele

• Erhöhung der Wertschöpfung im Bereich Holz für die

Betriebe und Heckeneigentümer des Kreises

• Regionaler Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz durch

energetische Nutzung von Heckenholz

• Verbesserung der ökologischen Wertigkeit der Region

• Erhalt und Pflege der charakteristischen Münsterländer

Parklandschaft

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> Projektziele

• Für Eigentümer

Angebot eines Servicesystems zur Organisation der Heckenpflege

(Full Service oder Teile)

• Für Unternehmer

Möglichkeit, zusammenhängende Hecken-Lose über Ausschreibungsverfahren

zu erwerben und wirtschaftlich

attraktiv zu pflegen

• Für die Region

Schaffung neuer Arbeitsmöglichkeiten, Einsparung fossiler

Brennstoffe, Pflege der Kulturlandschaft, Stärkung der ökologischen

Funktionsfähigkeit der Region

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> Konzeption des Projektes

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> Bewertung der energetischen Nutzungspotenziale

Beeinflussende Faktoren:

• Heckentyp

Baumhecke, Strauchhecke, Übergangshecke

• ökologische Wertigkeit

Heckendimension, -aufbau, Gehölzarten, Artenvielfalt, Seltenheitswert,

Ersetzbarkeit, Biotopverbund, Unterwuchs, angrenzende Nutzung

• kulturlandschaftliche Bedeutung

regionaltypische Münsterländer Parklandschaft, Tourismus

• Qualität des Schnittguts

Holzzusammensetzung, Baum- und Straucharten, Feuchte, Ascheanteil

• Lage und Zugänglichkeit

Nähe zu Wirtschaftswegen, Zustand des Bodens, Lage zu Verkehrswegen

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> Bewertung der energetischen Nutzungspotenziale

…für den Kreis Steinfurt:

Holzzuwachsrate

• ca. 1 m³/a pro 100m Hecke

• bei ca. 3.500 km Hecke im Kreisgebiet erwarteter jährlicher

Zuwachs von 35.000 m³

Energetische Ausbeute

• von 35.000 m³ x 2,5 = 87.500 sm³

• entspricht einer theoretischen Energieleistung von

80 Mio. kWh

• reicht zur jährlichen Versorgung von über

3.500 Einfamilienhäusern

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> Bewertung der energetischen Nutzungspotenziale

…für den Kreis Steinfurt (2):

• Einsparung von etwa 8 Mio. l Erdöl (ca. 50.000 bbl)

• CO²-Verringerung von etwa 44.000 t

Ökonomisches Erntepotenzial

• Kosten kWh fossiler Brennstoffe ca. 7 Cent

• Kosten kWh Hackschnitzel ca. 2,4 Cent

• ökonomischer Wert der Schnitzel bei 1,92 Mio. €

• Einsparung für Verbraucher fossiler Brennstoffe:

> 3,5 Mio. €

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> Konzeption des Projektes

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> Bewertung der energetischen Nutzungspotenziale

…für den Kreis Steinfurt (3):

Kosten der Heckenpflege

• Erntekosten von durchschnittlich 7 €/sm³

• Häckseln kostet etwa 1,90 €/sm³

• Transport der Hackschnitzel bei etwa 2,30 €/sm³

• Trocknung durch WNKs kostenfrei möglich

• Gesamt kosten bis zum Verkaufsprodukt: etwa 11 €

• Marktpreis für sm³ Hackschnitzel: ca. 20 €

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> Konzeption des Projektes

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> Wallhecken-Informationssystem WallIS

• internetbasierte GIS-Datenbank

• dient dem Management der Heckenlandschaft im Kreis

Steinfurt

• erfasst die Informationen zum aktuellen Heckenbestand

• dient der einfachen Handhabe für alle beteiligten Akteure im

Bereich der Heckenpflege und beschleunigt einen

reibungsarmen Ablauf der notwendigen Arbeitsschritte

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> Wie funktioniert das Wallhecken-Konzept?

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Die notwendigen Arbeitsschritte:

1. Anmeldung einer Hecke

• durch den Eigentümer

• idealerweise online, analog aber möglich

• Anmeldeformular

• Eigentumserklärung

2. Überprüfung der Heckeneignung

• zunächst theoretisch (erstes Gate)

• danach Sichtung im Gelände (zweites Gate)

• Kriterienkataloge

3. Vertragliche Vereinbarung

• bei Eignung

• setzt den Clustermanager als „Makler“ ein

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> Wie funktioniert das Wallhecken-Konzept?

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4. Digitalisierung des Heckenkörpers

• in WallIS

• Abschluss des Aufnahmevorganges

• Daten können online eingesehen werden

5. Maßnahmenzuordnung

• Hecke wird geeignetem Verwendungszweck zugeordnet

• aufgrund ihrer spezifischen Eigenarten

• Maßnahmenkatalog definiert die Pflegemaßnahmen

6. Losbildung

• Zusammenfassung von Hecken nach wirtschaftlichen und

ökologischen Faktoren

• Berücksichtigung von Pflegerhythmen und landschaftlicher

Relevanz

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> Wie funktioniert das Wallhecken-Konzept?

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7. Ausschreibung

• der zusammengefassten Lose

• Clustermanager wird als „Makler“ tätig

• offener Wettbewerb, Qualifizierungen als Steuerung

8. Vergabe der Lose

• Verkauf auf Basis eines genormten Vertrages

• Verpflichtung des Käufers zur umfassenden, auch

ökologisch nachhaltigen Pflege

9. Durchführung der Pflegemaßnahmen

• im gesetzlich vorgeschriebenen Zeitraum

• unter Beachtung aller vertraglich vereinbarten Auflagen

• Rückmeldepflicht gegenüber Clustermanagement

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> Wie funktioniert das Wallhecken-Konzept?

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10. Überprüfung der Pflege

• stichprobenhaft

• Kontrollfunktion zur Sicherstellung adäquater Pflege

• auf Basis eines entspr. Kriterienkataloges (u.a. Ökologie)

11. Datenpflege WallIS

• Übernahme erfolgter Pflege in WallIS

• Berücksichtigung der für Controlling und Monitoring

relevanten Faktoren

12. Indexbildung

• Darstellung wichtiger Pflegeaspekte in grafischer Form

• u.a. Kosten-Nutzen-Analysen (Aufwand vs. Ertrag)

• Transparenz für Nutzer, Akquise möglicher Neunutzer

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> Umsetzungsschritte

• Pilotphase zunächst anhand einer Kommune

• bei anschließender kreisweiter Umsetzung zunächst

kommunale Hecken betrachten

(geklärte Eigentumsverhältnisse, kaum Akquise notwendig)

mit positiven Ergebnissen auf kommunaler Ebene dann

in die Privat-Eigentümer-Akquise

• Steigerung der Schnittmengen durch Neuanlage von Hecken

möglich (ggf. Verknüpfung Ökopunkte)

• Integration des Heckenpflegekonzeptes in das

marktausgerichtete Gesamt-Holzcluster

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> Fazit

• Heckenpflege im Kreis Steinfurt lohnt sich

• integrierter Ansatz vereint zahlreiche verschiedene Aspekte

wie Ökonomie, Ökologie, kulturlandschaftliche Bedeutung,

Tourismus

• noch am Anfang der Entwicklung, mittelfristig (ca. 3 Jahre)

mit Etablierung des Konzeptes zu rechnen

• begleitende Akteursbetreuung als wichtigste Voraussetzung

• der Aufwand lohnt, je größer der Maßstab: Mindestziel ist

die Einbeziehung von 50% aller Hecken im Kreis in das

Konzept

• wichtiger Beitrag zur regionalen Wertschöpfung und

energetischen Autarkie

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> Heckennutzung mit Konzept

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Dr. Frank Bröckling

Energie aus Hackschnitzeln – Informationen aus der Praxis

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