Studien zur vergleichenden Mythologie der Griechen und Römer

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Studien zur vergleichenden Mythologie der Griechen und Römer

und Italikern gemeinsam sind und gewiss aus der gracoitalischen

Periode ihres Zusammenlebens stammen , von jener

idealen gottlichen Hochzeit ab: z. B. den Hochzeitszug

vom Hause der Braut nach dem des Brautigams ,

die Salbung

der Thiirpfosten und die Anlegung des brautlichen Gurtels

und verehrte demgemass die Juno als Domiduca [Iterduca],

Vnxia , Cmxia und Pronuba gerade ebenso wie Hera bei der

Feier des sogenannten ispoc -(afioc als die gottliche Stifterin

der sammtlichen Hochzeitsgebrauche verehrt wurde.

galten Beide fur

Ferner

himmlische Koniginnen [Juno Regina

==

[

Hpa paoiXsia) , was sich ebensowohl aus ihrer Vermahlung

mit dem Konig der G otter wie aus der Anschauung des Mondes

als der » regina sideruma erklart. Was endlich die Uebereinstimmung

des Kultus der Juno und Hera betrifft,

so ist,

abgesehen von der Feier am Neumonde und dem in ahnlicher

Weise gefeierten Feste ihrer Vermahlung mit dem hochsten

Himmelsgotte , darauf aufmerksam zu machen, dass Beide

vorzugsweise

auf Anhohen und mit Kuhopfern verehrt

wurden, dass Beiden einnachihnenbenannterMonat

[Junius, Junonius , Junonalis, ^Hpaio^/Hpaoto?) geheiligt war,

und ihr Tempeldienst von verheiratheten Priesterinnen

versehen wurde. Mit Wahrscheinlichkeit diirfen wir

endlich annehmen, dass die Lilie und Granate der Juno

wie der Hera geheiligt waren.

Eei derGewinnung dieserResultate stellte es sich iibrigens

abermals heraus , dass unsere mythologischen Studien in Methode

und Ergebniss die grosste Aehnlichkeit zeigen mit andern

historischen Untersuchungen, deren Zweck es ist, aus gewissen

Uebereinstimmungen verschiedener Traditionen oder Denkmaler

auf die gemeinsame Quelle zu schliessen. Ich erinnere

nicht nur an die unserer Behandlungsweise so nahe verwandte

Methode der Sprachvergleichung, sondern auch an das kritische

Verfahren des klassischen Philologen, wo es gilt entweder

aus versehiedenen Handschriften die Lesarten des

Archetypus oder aus versehiedenen Autoren die von beiden

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