Studien zur vergleichenden Mythologie der Griechen und Römer

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Studien zur vergleichenden Mythologie der Griechen und Römer

.

benutzte Quelle zu gewinnen , endlich an die schonen Resultate,

welche die genaue Vergleichung mehrerer Bildwerke,

Kopien beriihinter Originale, ergeben hat. Wie es bei derartigen

Untersuchungen hauiig vorkommt, dass bald die eine

bald die

andere Quelle das Urspriingliche besser bewahrt hat,

so dass beide sich bei der Rekonstruktion des verloren gegangenen

Originales auf das Schonste zu erganzen vermogen, so

batten wir schon bei der Vergleichung des Apollon und Mars

gesehen ,

dass sich eine die Wirkung der Sonne irn Friihlinge

darstellende Legende von dem Kampfe des Sonnengottes mit

dem als drachenartiges Ungeheuer gefassten Winter deutlich

nur im Kultus und Mythus des Apollon vorfindet, wahrend

anderseits die Auffassung des Sonnengottes als eines Kriegsgottes

und Heifers in der Schlacht viel klarer im Marskultus

ausgesprochen erscheint, weil gerade diese Funktion des

Apollon durch die friihzeitige Entlehnung des Areskultes von

den Thrakern schon in homerischer Zeit stark verdunkelt worden

war. Und dennoch waren in beiden Fallen noch einzelne

Spuren der alten gracoitalischen Vorstellungen vorhanden. die

sofort erkennbar wurden, als sie unter den richtigen Gesichtspunkt

gebracht worden waren ^)

Ganz ebenso verhalt es sich

zur Geburt und Hochzeit (Ehe) ,

mit den beiden Beziehungen

welche nach meinen Untersuchungen

die alte Mondgottin der Gracoitaliker ursprunglich

gehabt haben muss.

deutlicher erhalten ,

Jene ist bei der Juno, diese bei der Hera

aber durch die Vergleichung und richtige

Gruppirung innerhalb der Gesammtmasse des zur Unter-

5) Zu ganz besonderer Freude h^t es mir gereicht, dass die S. 48 geausserte

Vermuthung wman scheine sich audi den jungen Gott (Mars) unmittelbar

nach seiner Geburt selbst kampfend gedacht und seine kriegerische

Bedeutung aus eben diesen Kampfen gegen die Damonen des Winters

abgeleitet zu haben «, mittlerweile durch die Darstellung auf einer

Pr^nestinischen Cista (vgl. Ad. Michaelis in, den Annali d. inst. di corr.

arch. 1873 p. 230 und Mon. ined. VIIH , .tav. LVIII, LVIIII) bestatigt

worden ist , worauf mich Wieseler in seiner Recension meiner Schrift

(G6tt. gel. Anz. 1874 S. 1406) aufmerksam macht.

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