Studien zur vergleichenden Mythologie der Griechen und Römer

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Studien zur vergleichenden Mythologie der Griechen und Römer

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Wir beschranken uns in diesem Kapitel auf diesen drilten

Punkt, da der zweite den Gegenstand einer spateren Betrachtung

bilden wird.

Sehen wir also

vorlaufig von der wichligen Funktion der

Entbindung und der Bedeutung fiir das keusche eheliche Leben

der Frauen, welche Hera mit alien Mondgottinnen gemein

hat , ab , so haben wir hier zunachst hervorzuheben , dass sie

auf der sehr alterthiimlichen Berliner Jovase (abgebildet bei

Overbeck Kunstmyth. II, 1 S. 18 und Gerhard antike Bildwerke

Taf. 115 und Taf. 309 no. 9) in der Linken einen Bogen,

in der Rechten eineFackel fiihrt. Die letztere tragt

Hera auch auf Sarkophagreliefen, welche das Parisurtheil darstellen

(vgl. Overbeck Kunstmyth. II, 1. S. 134 und Welcker

a. Denkm. V, S. 423). Beides sind so evidente Attribute der

Mondgottinnen, dass ich kein Bedenken trage, sie unmittelbar

fiir den Beweis der Mondgottin Hera zu verwerthen. Was zunachst

die Fackel anlangt, so konnte man in diesem Falle

recht wohl von einer ''Hpa cpwacpopoc reden,

die vollig der oben

besprochenen , ebenfalls mit einer Fackel erscheinenden Juno

Lucina entsprechen wiirde,

Ebenso fiihrte Artemis, haufig die

Beinamen cpwacpopoc, asXaacpopoc, cpiXoXajXTraSoc ^^j

und wird wie

auch Selene 4-^) und Eileithyia 44) mit Fackeln abgebildet, Hekate

heisst SaSoo^oc, cpwacpopoc, uTtoXafXTTTeipa, oder asAa; Iv yzi-

42) Soph. Trach. 214: "ApTSfxiv ' OpT-jYi'^iv eXaccTjirloXov d[Jicpi7:upov , Paus.

VIII, 37, 1 : auTO^i (bei Akakesion; 'HY£[J.6vTfj? V76; doxtv 'ApxEjAioo; %ai /aXxouv

otYaXfxa lyov 6aoa;. Hesych. s. v.

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