Studien zur vergleichenden Mythologie der Griechen und Römer

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Studien zur vergleichenden Mythologie der Griechen und Römer

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Der Priester des Juppiter war bekanntlich der flamen Dialis,

seine Gattin die flaminica Dialis hatte den Opferdienst der

Juno zu versehen i84j ,

Beide sollten, wie Preller (rom. Myth. ^

179 u. 181) rich tig erkannt hat, gewissermassen als lebende

Bilder jener Gottheiten , welchen sie dienten , vor dem Volke

wandeln, daher wir aus den strengen Vorschriften , welche

das Verhalten der beiden regelten, auf die dem Kultus zur

Basis dienenden Ideen schliessen diirfen. Nun ist es im hochsten

Grade beachteriswerth, dass jene iiberlieferten Vorschriften

entschieden darauf hindeuten, dass Juppiter und Juno als

Ehegotter verehrt wurden, und dass ihre Ehe, wie schon

gesagt, als das Ideal und Prototyp aller menschlichen Ehen angesehen

worden zu sein scheint. Das erhellt namentlich aus

einer Verordnung, wonach der Priester des Juppiter stets verheirathet

sein musste, und zwar wurde streng darauf gesehen,

dass die beiden Ehegatten in der alterthiimlichen und

feierlichen Form der confarreatio verbunden waren ^^^] . Ferner

wissen wir, dass der flamen Dialis, sobald seine Gattin

starb, sein Amt niederlegen musste ^^^), und dass Beide vorher

keine andere Ehe geschlossen haben durften^^^). Ihre Ehe

konnte durch Scheidung nicht getrennt werden i^Sj ^ und um

184) Plut. Q. Rom. 86 sagt von dem Feste der Argeer: oto xat Tr,v

OXafAivixaVj Upav Tf|; Hpa; eivat ooxoOaav, v£v6[j.taTat av.^j%po3Tzd^Wi.

185) Serv. ad Aen. IV, 103; 374; ad Georg. 1, 31.

186) Gell. X, 15, 22: Uxorem si amisit, fiaminio decedit. Ateius Capito

bei Plut. Q. Rom. 50 : Aiot Tt 6 lepeu; xoO Ato;,

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