Studien zur vergleichenden Mythologie der Griechen und Römer

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Studien zur vergleichenden Mythologie der Griechen und Römer

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II.

Apollon iind Mars als Gotter der Jahre, Jahreszeiten

und Monate.

A. Da alle natiirliche Zeitrecrmung auf der Beobachtung

des scheinbaren jahrlichen Sonnenlaufes und der durch den

Wechsel der Jahreszeiten und Mondphasen gebotenen Eintheilung

desselben beniht, so lag es sehrnahe, den Sonnengott

auch als Ordner derZeit zu denken und demgemass alle

natiirlichen Zeitbestimmungen seinem Wirken zuzuscbreiben

(Welcker,G.I,466— 469. Gerhard, Mythol. §308. Lauer 262.

Gadechens in Paulys Realencycl. I 2, 1273). Diese sind:

1. das Jahr, d. i. nach dem Ausdrucke des Aratos (749)

der Zeitraum, welchen die Sonne braucht, um ihre gewaltige

Bahn zuriickzulegen ({xsYav oyjaov sXauvstv), eine Anschauung,

die gewiss uralt ist, wie die schon bei Homer Od. $ 161 und

T 306 vorkommende Bezeichnung des Jahres Aox-a-pac, Lichtbahn

(Curtius, Gr. 147) beweist^s) ;

2. die Jahreszeiten, deren man seit altester Zeit bald zwei

()(£TijLa und &£poc) , bald vier unterschied (/stfxa, lap, &£poc,

oTToipa) ,

je nachdem man die warme Jahreszeit, d. i. das ^ipo?

im weiteren Sinne als Einheit fasste oder in drei Theile, namlick

in Friihling, Sommer undHerbst zerlegte

(Preller, Demeter

und Persephone 117 f.

47,3)29);

C. Fr. Hermann, gottesdienstl. Alt.

trifft. Hinsichtlich der ausserst schwierigen Form Mavors verweise ich

auf die von Corssen a. a. O. 409 gegebene Erklarung.

28) Vgl. auch Homer hymn. 32, 11, wo es von der Bahn der Selene

heisst : 6 oe -izkr^^ti [xsYot; oy[j.o; x. t. X.

sein,

29) Die Theilung des Jahres in Sommer und Winter scheint uralt zu

denn sie findet sich nicht nur bei denRomern (Mommsen,rom. Chronol.

2 300. Klotz, Handwort. d. lat. Spr. unter aestas 2a), sondern auch bei

den Germanen und Slaven (Grimm, deutsche Myth. 715, 718, 725). Die

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