Studien zur vergleichenden Mythologie der Griechen und Römer

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Studien zur vergleichenden Mythologie der Griechen und Römer

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3. die zwolf Monate

4. die Monatstheile oder die siebentagigen Wochen,

welche sich neben der in historischer Zeit liblichen zehntagigen

(Schomann, gr. Alt. II, 426) noch in schwachen Spuren

erhalten haben^o) ;

5. die sogenannten Ennaeteriden oder grossen Jahre (jjls-

^aXoi oder atSiot eviaoroi), d. h. Cyklen von 99 Mondmonaten

oder 8 Jahren , nach deren Verlauf Mond und Sonne wieder

ziemlich in dasselbe Verhaltniss treten und deren Gebrauch,

wie die Mythen von Kadmos (ApoUod. Ill, 4,2), Apollon

(Miiller, Dorier I, 322,2) und Herakles (ib. 437) lehren,

Was nun die Bedeutung des Apollon als Gott des Jahres

und der Jahreszeiten betrifFt, so beziehe ich darauf

mitWelcker, G. I, 468, den eigenthiimlichen Branch der thebaniscben

Daphnephorien, eines Testes des ismenischen Apollon,

welchen Proklos bei Photios bibl. 321 folgendermassen schil-

sicherlicb ein uralter war ^i) .

griechischen Schriftsteller, welche ihrer gedenken, sind: Homer Od. -r] 118.

Hesiod ^'PY'^ 494— 503. Eurip. fragm. 332, Nauck. Thukyd. II, 1. Aber

auch die Viertheilung des Jahres findet sich schon bei Homer und Hesiod,

der ubrigens das (xexoTiujpo'V von der dTicupa unterscheidet, ferner bei Alkman

fr. 72 Bergk. Eurip. bei Plut. mor. p. 1028 F. Hippocrat. de vict.

rat. m.

30) Bekanntlich setzt Mommsen, rom. Chron. 229, auch bei den

Griechen urspriinglich den Gebrauch der natiirlichen Monatstheile , d. h.

der 7- oder Stagigen Wochen voraus , erklart aber dieselben fiir verschollen.

Abgesehen von der weiterhin zur Sprache kommenden Verehrung des

Apollon am 7. Tage jedes Monats lasst sich fiir den Gebrauch 7tagiger

Wochen auch die Sitte anfiihren , dass vielfach noch in spaterer Zeit das

Namensfest der Kinder nicht auf den zehnten , sondern auf den siebenten

Tag nach der Geburt, d. h. auf den letzten Tag der ersten Lebenswoche

fiel (Becker, Charikles II, 7. Schomann, gr. Alt. II, 537, Preuner, Hestia-

Vesta 54), was sicherlich ebenso gewiss mit den lOtagigen und 7tagigen

"Wochen der Griechen wie die entsprechende romische Sitte (Mommsen,

r. Chron. 229. Preuner, Hestia-Vesta 62) mit den Stagigen nundina zusammenhangt.

31) Vgl. K. 0. MuUer, Orchomenos218 f. Dorier I, 330. •Proleg.423.

Schomann, gr. Alt. II, 425.

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