Studien zur vergleichenden Mythologie der Griechen und Römer

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Studien zur vergleichenden Mythologie der Griechen und Römer

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1273 die vielfach iiberlieferte Thatsache, dass dem Apollon

der Siebente jedes Monats geheiligt war. woraus sich

der Mythus von der Geburt des Gottes am Siebenten

(Hesiod

epya 768) und die Beinamen ' EpSo[A£io; und ' EpSojiaYevr^c (C. I.

G.Ipag. 463. Plut. Q. symp. VIII, 1, 2. Aesch. Sept. 781 u.

schol.) erklaren. Ueberhaupt waren die fiir die Theilung des

Monats in 7- oder lOtagige Wochen wichtigen Tage apoUinisch,

wenigstens wissen wir aus Plut. Dio 23, dass auch der Vollmond

(hlyo\l.r^^ia) und aus dem Etymol. magnum 298, 1 , dass

der fiir die Zahlung der Monatstage iiberaus wichtige zwanzigste

Monatstag (sixac) dem Apollon fiir geheiligt gait ^^j

Endlich mussen wir in diesem Zusammenhange nocli der

deutlichen Beziehungen des Apollon zu der alt en achtjahrigen

Schaltperiode der Griechen, dem jxiyac

oder atoioc

sviaoTo; gedenken -^ '^j , welche, wie sich aus mehreren Spuren

schliessen lasst , ebenso wie das gewohnliche Jahr mit seinen

Theilungspunkten fiir apollinisch gait,

da ihr Anfang und Ende

durch Apollonfeste bezeichnet wurde, welche einen k a t h a r -

tischen Charakter hatten^^). Es wurden namlich nicht

bloss die oben erwahnten thebanischen Daphnephorien mit

ihrer auf die Ordnung der Zeit beziiglichen Symbolik nach

dem Zeugniss des Proklos bei Phot. bibl. 321 aller acht Jahre

(8ia Ivvastr^piSo;) gefeiert, sondem dasselbe gilt auch von den

alten pythischen Spielen (Muller, Dorier I, 331. Schomann,

gr. Alt. II, 64) , dem damit zusammenhangenden daphnephorischen

Septerion zu Delphi, ))das imMonat 'AzEXXaTo? das Jahr

und zugleich dasHerbstsemester eroffnetea (Weniger a. a.O. 5),

und von dem Apollonfeste zu Knossos, zu welchem, wie

36) Vgl. C. Fr. Hermann, gottesd. Alt. 45, 12. Die Zweitheilung des

Monats durch die dY.dc, erweist Boeckh, epigr. chronol. Stud. S. S9.

37) Vgl. O. Muller, Orchomenos 218 f. Die sammtlichen ennaeterischenFeste

bezeichneten ohne Zweifel, wie namentlich aus der Daphnephorienfeier

zu Theben erhellt, urspriinglich den Beginn einer neuen Schaltperiode

und waren demnach zugleich Neujahrsfeste.

38) Vgl. Botticher, Baumkultus 386 f.

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