Studien zur vergleichenden Mythologie der Griechen und Römer

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Studien zur vergleichenden Mythologie der Griechen und Römer

p. ^ :^ V

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beim Beginn des Friihlings vergegenwartigen will, so lese man

die klassischen Beschreibungen des

griechischen Winters, die

sich beiHesiodos Ipya 503 f., bei Alkaeos fr. 34 undAnakreon

fr. 6 Bergk finden ^^j . Wahrend es im Winter reift (IpYa 505),

stiirmt und regnet (450, 506 und 552), ja sogar friert (Alkaeos

a*a. 0.),die Sonne verschwindet und bei den Aethiopen

verweilt (526), so dass die Menschen gezwungen sind

den warmenHeerd aufzusuchen (Alkaeos a. a.O.), zeigt sich im

Friihjahr die Natur wie umgewandelt und die

allmahliche Belaubung

der Baume, das schnell emporwachsende Getreide,

das Erbliihen des Blumenflors ,

der Vollschlag der Nachtigall,

die Wiederkehr der Vogel, vor Allem der Schwalben und der

Schwane (Mommsen ja,. a. O. 151), bezeichnet die Zeit der zunehmenden

Sonnenwarme, welche alle Geschopfe in eine heitere

und lebensfrohe Stimmung zu versetzen vennag.

Theokr. id. XVIII, 27).

Dass der Fruhling im Gegensatz zum Sommer und

Herbst fur gesund gait, ersieht man ^us folgenden Stellen: II. X 31 sagt

Homer von den Hundstagen :

XafjirpoTa-o? [xsv Sy" i'szi, %ax6v M xs o-rjixa x^tuxxat

xai xe cpspei roXXov z'jpsxov BeiXoiot ^poxoiGiv.

Celsus II, 1 (p. 27.J 21. Daremb.) : Saluberrimum ver est; proxime

abhochiems; periculosior aestas; autumnus longe pericu- ^

losissimus. p. 29, 11: neque aliud magis tempus pestilentiae

patet, cuiuscunque ea generis est. I, 9 (p. 26, 6): calor.,.. obnoxium

morbis pestilentibus corpus efficit. Hippocr. ed. Kiihn III,

430: x6 Se lap x6 Iri-rav uy'^^i"^o'^°''^o'^ '^^^ f^xtaxa OavaxuiSe?.

ib. 721 : is cpftivoTrwptii 6^6xaxai ai voOooi aal ^a^axtoSsoxaxai

xo'jTTi-av. -^p hk UYtetMoxaxov "xal T|%tGxa ^avaxouos?. Von einem Xoifj-w-

Be; dspo; redet Plutarch, de def. orac. 3. Veget. Ill, 36 sagt: Sol canicularis

animalia percutit in cerebro.

50) Nach Homer ist der Winter die stiirmische Jahreszeit, zu welcher

die regnerische d-topr^ (H 385) den Uebergang bildet. Da ergiesst sich

unermesslicher Regen (F 4) ; in dichtem Gestober fallen Schneeflocken -

herab, rastlos ergiesst sich Schnee, der Alles bedeckt (M 278), kalte

Nachte , Schnee und Glatteis treten ein (| 475) und schaurige Winterstiirme

erheben sich , welche die Arbeiten der Menschen im Gefilde hemmen

und die Heerden bedrangen (P 549). Der Winter heisst desswegen

oja^aXTtT]; und evxaYXo; (; 522). Vgl. Buchholz, d. homer. Realien I, 1,45.

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