Studien zur vergleichenden Mythologie der Griechen und Römer

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Studien zur vergleichenden Mythologie der Griechen und Römer

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Bergk, poetae lyr. » 986) ist uns leider nur der Anfang erhalten

worden.

Man feierte also im Friihling an den meisten Kultstatten

des Gottes seine Wiederkehr aus einem mythisclien Lande,

wo er wahrend des Winters verweilt haben sollte, mit festlichen

Gelagen [baXicni], Op fern (poata, £/a-o{ji|3aL), Tanzen

[yo^oi) und Gesangen (ojxvot xXt^tixoi^ iraiavs?; vgl. oben

S. 32, Anm. 51) und nannte dieses Land Aethiopien (Hesiod.

Ipya 526) oder Lykien, d. i. Lichtland oder das der Hyperboreer,

welclier Name eigentlich die Leute jenseits der Berge bedeutet

(Curtius, Gr. 2 423. Preller, gr. Myth. I 2 189). Immer

gilt dieses Land fiir ein wahres Elysium und fiir die eigentliche

Heimath des Apollon, wo dem Charakter des Gottes entsprechend

ein halbes Jahr hindurch Tag und ewiger Friihling

herrscht, daher Sophokles in einem bei Strabo VII, 295 erhaltenen

Fragmente von einem uralten Garten des Phoibos (Ooipou

'ira>.aio; xyjito;) redet^"^) und die Schriftsteller die Heiterkeit

des Himmels, das schoneKlima, die Fruchtbarkeit des Bodens

und die Gliickseligkeit der Bewohner nicht genug preisen

konnen ^^) .

Das hohe Alter dieser apoUinischen Friihlingsfeier

54) Auf Delos nannte man als AufenthaltsortApollons im Winter bald

das Land der Hyperboreer, bald Lykien (vgl. Vergil. Aen. IV, 143 :

Qualis ubi hibernam Lyciam Xanthique fluenta

Deserit ac Delum maternam invisit Apollo,

Instauratque choros etc.)

'-

Letzteres wurde offenbar spater mit dem historischen Lykien identificirt.

In Delphi scheint man auch an den Aufenthalt Apollons in Aethiopien geglaubt

zu haben, wie aus den Mohrenkopfen auf delphischen Miinzen hervorgeht:

Preller, gr. Myth. I. 338, 1. Die Aethiopen dachte man sich den

Hyperboreern ganz ahnlich (Preller a. a. O. Volcker, homer. Geogr. S. 90 f.).

55) Diod. Sic. II, 47 xa'jxTjv (die Insel der Hyperboreer) uirapyetv (asv

xaTa Toc? apXTO'j? ,

xaxot'/teTo^ai ok bizb xdiv 6vojxaCo(j.£vaJV 'TTrep^opeoav drco xou

TToppcuxIpto xeiG&at x-^; ^opetou ttvo^;; ouaav ot auxYjv euYSio^v Te ral Trajxcpopov, exi

0£ £'j"/cpaoia otacpepouaav, Sixxou? 'Aar sxo? ixcpspetv -/.apTTOuc /. x. X. Plin. n. h.

IV, 89 : Ibi creduntur esse cardines mundi extremique siderum ambitus,

semestri luce et una die Solis aversi, non ut imperiti dixere ab aequinoctio

verno in autumnum. Semel in anno solstitio oriuntur iis Soles brumaque

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