Studien zur vergleichenden Mythologie der Griechen und Römer

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Studien zur vergleichenden Mythologie der Griechen und Römer

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welclie ApoUoii bei seinem Kampfe gebraucht, die Lichtstrahlen

bedeuten

, ist ein naheliegender Gedanke , den schon

Welcker und Preller aiisgesprochen haben.

Der Beweis dafiir,

dass Lichtstrahlen und Pfeile gewissermassen synonyme

BegriiFe sind, wild weiter unten geliefert werden. Vielleicht

trugen zu der Vorstellung eines Kampfes zwischenMpollon

und den Winterdamonen auch die Gewitter bei ,

die nach Lucretius

VI, 356 im Friihjahr besonders haufig sind.

Nach germanischer

Auffassung wsinkt der Winterri ese mit dem

ersten Friihlingsgewitter zusammen, seine Burg, die

Wolke, zerfallt und zerfliesst in wohlthuenden Regen« (Mannhardt,

germ. Mythen 186).

Mit dem Beginn der warmen Jahreszeit erneut sich

aber nicht bloss die Erde, sondern auch das Meer wird

wieder belebt , denn die Schiffe , welche seit dem Untergang

"^

der Pleiaden ^) beim Anbruch des Winters auf dem trockenen

Lande gelegen haben, konnen wieder in See gehen'^j, £§ ist

daher sehr natiirlich, dass auch die Seefahrer, Fischer und Kolonisten

, welche mit Sehnsucht den Friihling erwarten, um

ihre Fahrten zu beginnen ,

ebenso wie die Bewohner des Binnenlandes

den Friihlingsgott Apollon verehrten , insofern im

Lenze die rauhen Winterstiirme aufhoren und das Meer wieder

schifFbar wird. Der gebrauchhchste Kultname des Gottes in

dieser seiner Bedeutung fiir die Seefahrt ist bekanntlich AsX-

Yopeioi] 7]%o'Jov evo; o? fxetjo? •/.rx^f]]xhoc, r^ht Xupiov eyojv. Diese pythagoreischenPaane

fiihrten den Namen xat^apost; und erinnern an die Reinigung

Apollons nach dem Drachenkampfe.

78) Hesiodos

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epT^^^^ a^^ riXyjidos? a&svo? ofjL^pt(xov 'Qpiwvo; •

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II

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79) Hesiodos ^pya 678: oXXo? 5' etaptvo? Ti^Xexai ttXo'o? dvOptoTToictv

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TT^Xexai TtXo'o?. Plinius hist. nat. II, 122: Ver ergo aperit navigantibus

maria, cuius in principio Favonii hibernum molliunt caelum.

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