Studien zur vergleichenden Mythologie der Griechen und Römer

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Studien zur vergleichenden Mythologie der Griechen und Römer

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fernhalt und abwehrt ^25) .

Selbstverstandlich erklart sich diese

Funktion aus seiner Bedeutung als Gott der heissen Jahreszeit,

da,

wie wir oben gesehen haben, die pestartigen Krankheiten

besonders im Sommer imd Herbst verheerend

aufzutreten

pflegen und von den allzuheissen Sonnenstrahlen

veranlasst zu sein scheinen. Da man nun dieselben ganz allgemein

als gliihende Pfeile auffasste, welche Apollon herabsendeti26)

— eine Vorstellung, die sich auch bei andern

indogermanischen Volkern, z. B. den Germanen, findet^^?) —

so nannte man alle an akuten Krankheiten Verstorbenen nach

Hippokrates 12S] pXr^xoi, d. i. von den apollinischen Pfeilen

GetrofFene, und dacbte sich in Pestzeiten geradezu den Gott

mit Pfeilen schiessend, wie ihn uns die Bias (A 49 f.) vorfiihrt.

B. Mars.

Genau dieselben Beziehungen zur Ernte, Gesundheit

der Menschen und Thiere,

auch im italischen Marskultus nachweisen.

sowie zur Viehzucht lassen sich

125) Vgl. Preller, gr. Myth. I, 212 f. Welcker, Gotterl. I, 459. 537 f.

540 f. So sendet Apollon die Seuche den Achaern II. A 42, den Trojanern

Apollod. II, 5, 9, den Phlegyern Pans. IX, 36, 2 und Argivern Conon 19.

Die hierher gehorenden Kultnamen sind OuXto?, d. i. b-ii'x'S'zvAoq, -mi Traitovix6?

(Strabon635. Macrob.1, 17, 21), 'A%e(3io?,npo(JTdT7j?, (irjTYjpvoamv (C.I. G.

6797), naiwv (Pans. I, 34, 3), AoifJito?, AXe^ixaxo? (Pans. I, 3, 4), TiTTixoupio?

(Preller a. a. O. 213). Vgl. auch Pind. Pyth. V, 59.

126) Vgl. Eurip. Or. 1259: yjXiou ^oXai. Bacch. 458: To^a yjXio-j.

Here. fur. 1090 u. Lycophr. 1205 Xoifjuxd xo^euixaxa. fragm. trag. adesp.

Nauck461: ^}£pfxd Y]>ao'j xo^euptaTa. Schol. II. S 570 : ^oi^eta ^sXt]. Hesych.

unter daxpo^oX'/jxou; und doxpopoXYj^fjVai. 'ATroXXwvopXirjxot == i?jXiopX'/]xoi

Macrob. S. I, 17, 11. A. Aoi[xio; Pfeile schiessend auf Munzen: Welcker,

G. I, 539.

127) Nach Clem. Strom. V, 7 p. 671 Pott, leiteten auch die Aegypter

alle hitzigen Krankheiten von der Sonne her. Nach Simrock, Handb. d.

deu.Mythol. 2495 u. 518 sollen die Krankheiten von Geschossen der Elben

und Gqtter herriihren. Noch im Mittelhochdeutschen werden die Sonnenstrahlen

als Pfeile aufgefasst, wie aus der Benennung 5^ra7 hervorgeht

(Simrock 95). Im Persischen heissen die Sonnenstrahlen feurige

Spiesse (Humboldt, Kosmos I, 440) Welcker, G. I, 537.

128) Hippokr. de victu in morbis acutis II, p. 34 ed. Kiihn.

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