Studien zur vergleichenden Mythologie der Griechen und Römer

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Studien zur vergleichenden Mythologie der Griechen und Römer

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Einem ganz ahnlichen Gebete zu Mars scheinen folgende

bei Festus p. 210 eihaltenen Worte entnommen zu sein: pesestas

inter alia^ quae [si] inter precationem dicuntur, cum

k

fundus lustratur, significare videtur pestilentiam , ut intelligi

ex ceteris possunt, quom dicitur: »Avertas morbum,

mortem, labem, nebulam, impetiginem.« Man

sieht aus diesen Gebeten deutlich, dass Mars ebenso wie

Wehrer alles Uebels, insbesondere der

Apollon als

Getreidekrankheit [impetigo], d. i. als Averruncus verehrt

wurde, daher Preller r. Myth. 301, Anm. 2, gewiss mit

Recht den bei Varro de lingua 1. VI, 5 und Gellius V, 12 erwahnten

Deus Averruncus mit Mars identificirt. Weil Mars

nun als agrarischer Gott und Wehrer der Unfruchtbarkeit

gedacht vvurde, so weihete man ihm den sogenannten lapis

manalis, der in Zeiten grosser Diirre durch die Stadt geschleift

wurde, worauf, wie man glaubte, alsbald Regen erfolgte

(Preller a. a. O. 312). Derselbe wurde in der Nahe des Marstempels

vor der porta Capena aufbewahrt ,

wesshalb die Vermuthung

gerechtfertigt erscheint, dass das Fest dieses Mars

an den Kalenden des Juni Bezug auf die Ernte und gtinstige

Witterung hatte.

Sogar eine Beziehung auf den Kornbrand

[rohigo] ist nicht zu verkennen, indem iiberliefert ist, dass

Mars und Quirinus in Verbindung mit Robigus oder Robigo

verehrt wurden i

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