Studien zur vergleichenden Mythologie der Griechen und Römer

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Studien zur vergleichenden Mythologie der Griechen und Römer

Muller

:

75

B. Mais.

Wahreiid ApoUon im Laiife

der Zeit durch andere Gottheiten

(Ares und Athene) aiis seiner urspriinglichen Stellung

als Kriegsgott mehr und mehr verdrangt wurde , musste der

altitalische Sonnengott Mars ,

der noch zu Catos des Aelteren

Zeit die deutlichsten Beziehungen zum Ackerbau , zur Viehzucht,

Gesiindheit und Krankheit hatte, allmahlich zu einem

blossen Kriegsgott werden, erstens weil die Neigung zu

Kampf und Krieg am meisten dem Charakter der Romer und

somit auch demjenigen ihres Stammgottes , den sie als den

idealen Reprasentanten echten Romerthums verehrten, entsprach

, dann auch weil in der spateren Zeit die Beziehungen

zum Ackerbau, zur Gesundheit und Krankheit auf Gotter wie

Ceres, Dea Dia und Aesculapius iibergingen. Beweisend

hierfiir erscheint mir die Thatsache, dass die Ambarvalia,

welche , wie wir sahen , in der alteren Zeit dem Mars galten,

spater auf den Kultus der Ceres und des Bacchus iibertragen

wurdeni^^^).

Was nun die Vorstellung betrifFt, welche sich

die italischen

Stamme von ihrem Kriegsgotte machten , so wurde er,

so viel wir wissen, in historischer Zeit nie als Bogenschiitze,

wie ApioUon, sondern stets nur als ein Lanzentrager

(pilanus), meist auch mit Helm, Schild uiid Schwert

ausgeriistet gedacht^^^), was jedenfalls

mit der uralten natiogeweihte

Statue (Plut. cle Pyth. or. 16) , Helm, Pfeil und Bogen sind Attribute

des Apollon auf den Miinzen von Metapont (Miiller, Dorier I, 264),

das Doppelbeil ist seine Waife zu Tenedos (Steph. Byz. unter Teveooc, Doner

358,4). Ferner sind noch folgende Darstellungen zu erwahnen

Apollon mit Lanze auf einer Vase bei Gerhard, Trinkschalen des k. Museums

zu Berlin Taf. AB, ebenso in einem Wandgemalde : Mus. Borb. X,

58 und auf der Fikoronischen Cista :

- Wieseler , Denkm.

1, 61, 3G9. Apollon mit demSchwerte auf einer Volcenter Vase : Denkm.

13, 146.

d. a. K.

II,

160) Vgl. PreUer, rom. Myth. 372. Verg. Geo. I, 345. Tibull. II, 1.

161) Vgl. Preller, rom. M. 308. Muller-Wieseler, Denkm. d. a. K.

II, 23, 245. 245a. 246b. 248a. •

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