Studien zur vergleichenden Mythologie der Griechen und Römer

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Studien zur vergleichenden Mythologie der Griechen und Römer

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zu Kyre,ne und Ortygia^^^) (s. oben S. 38f.j, wie die

P o m p e d e r A t h e n e r am Feste der Boedromien vergleichen,

da nach dem Zeugnisse des Dionysios von Halikarnassos

II, 71 der Tanz der Salier eine Art xoi)pr^Tio[x6; war,

wie er aiich bei dem Aufzuge der Ludiones im Cirkus und in

den Theatern stattfand, d. h. ein

eigenthiimlicher Taktschritt

mit Flotenbegleitung (Dion. a. a. O. II, 70), wobei gewisse

Tanzfiguren dargestellt wurden. Es liegt die Vermuthung

nahe, dass dieser rhythmische Tanzschritt [tripudium] nur eine

Nachahmung des kriegerischen Marschschrittes war, der bekanntlich

auch bei den Griechen , namentlich bei den Kretern

und Spartanern, durch musikalische Begleitung zu einer Art

Tanz wurde, wie Miiller, Dorier II, 249 und 333 iF. nachgewiesen

hat. Derselbe beruft sich dabei hauptsachlich auf

Plato de leg. VII, 815 , wo es heisst, dass solche WaiFentanze

alle Wendungen durch Ausweichen vor Stoss und Wurf,

durch Zuriicktreten , Wegspringen und Zusammenkriimmen

nachahmten und ebenso auch die entgegengesetzten JJewegungen

des AngriiFs darstellten. Wie daher bei den Griechen

mehrfach KTieger und Tanzer synonyme Eegriffe sind (Dorier

II, 250), so wurde auch Mars zugleich als Tanzer gedacht,

wie aus seinem von Catullus 17, 5 iiberlieferten

Beinamen Salisubsilus hervorgeht, eine Bezeichnung, die

entschieden anden Apollon'Op^TjaTTj; (Pindaros bei Athenaeosl,

22^^)

erinnert.

109) Diese apollinischen WaiFentanze erklaren wohl den Umstand,

dass die Korybanten in genealogischen Zusammenhang mit Apollon gebracht

wurden; denn nach Arist. bei Clemens protr. p. 8 und Cic. de nat.

deor. Ill, 23 war A. ein Sohn des Korybas, undApoUodoros I, 3, 4 nennt

die Korybanten Sohne des Apollon und der Thaleia.

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