Mein Kiez - Sparrplatz Quartier

sparrplatz.quartier.de

Mein Kiez - Sparrplatz Quartier

Der Kiezbote

Die Stadtteilzeitung für den Sprengelkiez. KiBo Nr. 3 / 2010

So wurde die

WM im

Sprengelkiez

gefeiert

Der besondere Blick: Mit Diego

durch den Sprengelkiez S.6

Super-Ferienprogramm im

Sprengelkiez S.13

Eltern helfen Eltern – die Elternpaten

starten jetzt durch S.15

Und der Sprengelkiez

wurde Afrika S.16


Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser des „Kiezboten“,

Mein Name ist Mohamed Bah. Ich bin in Makeni

und in Sierra Leone geboren. Seit 1999 lebe

ich in Deutschland und seit 2005 im Berliner

Wedding.

Anfang 2002 haben ein paar Afrikaner und einige

Deutsche und ich die Mano River Multi-Cultural

Band und die Mano River Organisation gegründet.

Unser Vereinssitz war von Anfang an hier im

Sprengelkiez. Wir waren die ersten drei Jahre in

Neukölln unterwegs. Zwischen 2002 und 2005

habe ich in Berlin jeden Kiez besucht, doch der

Sprengelkiez ist der MultiKulti-Kiez von Berlin.

Hier leben Menschen aller Nationalitäten mit

verschiedenen Kulturen im guten Miteinander.

Seit 2006 haben wir unser eigenes Kulturhaus in der

Sprengelstr. 26. Im Jahr 2007 habe ich Siemen Dallmann

von “ Aktiv im Kiez e.V.“ kennen gelernt; seit dieser Zeit ist

er mein bester Freund und Berater. Er bietet Unterstützung

bei so vielen Problemen und hat immer ein offenes Ohr für

meine Belange, dafür möchte ich ihm Dank sagen.

Mit der Mano River Organisation haben wir sehr viel

erreicht im Sprengelkiez. Durch die Anschaffung eines

eigenen LKW im Jahre 2002 war es uns möglich, am jährlichen

Karneval der Kulturen teilzunehmen. BürgerInnen

des Sprengelkiezes nehmen an diesem Umzug seit 2008

teil. Seit 2007 organisieren wir jedes Jahr das Mano River

Festival mit Live-Musik und Tanzperformance in Berlin. Wir

haben uns vorgenommen, dieses Festival jedes Jahr in

einem anderen Land statt finden zu lassen, dieses Mal vom

3 – 4 Juli in Brüssel. Die nächsten Veranstaltungsorte werden

die Mano River Länder Afrikas (Sierra Leone, Liberia,

Guinea) sein.

Durch die gute Zusammenarbeit zwischen

Aktiv im Kiez e.V. und Mano

River e.V. haben wir es geschafft,

ein Kinderprojekt mit dem Namen

ComDo-Berlin e.V. zu gründen, um

den Straßenkindern und Jugendlichen

in Sierra Leone zu helfen. Mit Hilfe

der Kiezbewohner und auch vielen

Menschen außerhalb des

Sprengelkiezes, haben wir es geschafft,

einen Container mit Sachspenden wie

zum Beispiel Computer, Kinderkleidung,

Spielsachen,

Nähmaschinen,

Schulmaterial, Schuhe, Sportsachen,

Gehhilfen und Rollstühle und vieles

mehr zu bestücken. Der Container wird

am 10. Juli 2010 nach Sierra Leone geschickt und ich selbst

werde zeitgleich nach Sierra Leone fliegen, um die Spenden

an bedürftige Menschen zu verteilen. Ein zweiter Container

ist für den Februar 2011 geplant, deshalb sammeln die

Mitglieder unserer Organisation weitere Spenden, die im

Nachbarschaftsladen Sprengelstr.15 oder im Mano River

Haus Sprengelstr.26 abgegeben werden können.

Unsere Organisation Mano River e.V. feiert im November

2010 ihren 8. Geburtstag. Die Benefiz-Veranstaltung für

unser Kinderprojekt findet am 18. Dezember 2010 in der

Osterkirche statt. Besonderen Dank möchten wir unserem

Bezirksbürgermeister Dr. Hanke aussprechen, denn er hat

viel getan um unsere Arbeit zu fördern bzw. zu unterstützen.

Auch vielen Dank an den Ex-Bundespräsidenten Horst

Köhler, der mehrmals in meine Heimat geflogen ist und uns

vor Ort unterstützt hat.

.

Mohamed Bah

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0162/ 175 221 9

2 KiBo Nr.3

Juli / August 2010


Mein Kiez

Inhalt

Impressum

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Mein Kiez

Mitstreiter gesucht

Herausgeber

Lo‘Nam Verlag/

Afrika Medien Zentrum e.V.

Torfstr. 12, 13353 Berlin

Tel.: (030) 97 89 55 36

Fax: (030) 96 08 99 97

EMail: info@lonam.de

www.lonam.de

4

4

5

Neueröffnung des Gemüsemarktes

und eines interkulturellen Zentrums

in der Torfstraße

Einzigartiger afrikanischer Leseraum

im Kiez

Volksbegehren

V.I.S.D.P.

Hervé Tcheumeleu

QM Sparrplatz: Alexandra Kast

Redaktion

Anne Wispler, Marina

Stajakovic, Steffi Schams,

Siemen Dallmann, Lydia

Manock Bayap, Thomas

Bindernagel,

Mitarbeiter dieser Ausgabe

Anne Wispler, Siemen

Dallmann, Narcisse Djakam,

Mohamed Bah, Thomas

Bindernagel, Steffi Schams,

Johannes Berger, Marina

Stajakovic, Heinz Reichenecker

Titelbild

WM im Kiez

Fotos: Siemen Dallmann, AMZ

Der besondere Blick: Mit Diego durch

den Sprengelkiez

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Der besondere Blick: Mit Diego durch

den Sprengelkiez

„Pardon wird nicht gegeben, Gefangene

werden nicht gemacht!“

Pekinger Platz: Umgestaltungspläne

beschlossen

Interview mit Gerhard Hagemeier von

Faszination Kanu

Umfrage: Wo verbringen Sie Ihren

Urlaub?

Initiative

Das Afrikafest im Wedding geht in

die dritte Runde

Super-Ferienprogramm im

Sprengelkiez

Korrektur

Thomas Bindernagel, Stefanie

Schroeder

Interview mit Gerhard Hagemeier von

Faszination Kanu

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Das Sparrplatzfest 2010

Acht Jahre Aktiv im Kiez e.V.

Druck : Offset Druck Wende

Nächster Redaktionsschluss

20. August 2010

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Eltern helfen Eltern – die Elternpaten

starten jetzt durch

Und der Sprengelkiez wurde Afrika

Gefördert durch die Europäische

Union, die Bundesrepublik

Deutschland und das Land Berlin

im Rahmen des Programms

„Zukunftsinitiative Stadtteil“ -

Teilprogramm „Soziale Stadt“.

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18

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So wurde die WM im Sprengelkiez

gefeiert

Sportfest für Kinder

Comic Workshop im Wedding Art e.V.

KIEZKOCHBUCH VON KINDERN

Und der Sprengelkiez wurde Afrika

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Nützliche Adressen im Kiez

Mitstreiter gesucht

Schon mal was vom Schulgarten (Kiezgarten) in der Brüder-Grimm-

Grundschule (Tegeler Straße) gehört? Vielleicht haben Sie sich auch

schon mal gefragt: „Wer pflegt denn den Garten eigentlich?“ Fast im

Verborgenen sind hier einige Mitglieder von „Aktiv im Kiez“ jeden Freitag

ab 15.00 Uhr tätig. Schauen Sie doch mal freitags vorbei, denn es

gibt Einiges an Pflanzen zu entdecken. Und in der heißen Sommerzeit

ist auch immer wieder in der Woche jemand von beim Wässern

Aktive Bürgeriinnen im Kiez

anzutreffen. Wer hat Lust, beim Schulgarten mitzumachen, oder vielleicht eine ähnliche Gruppe für den

Sprengelpark mit aufzubauen? Beim Bürgertreff wird schon länger über eine Patenschaft für unseren

Sprengelpark nachgedacht. Melden Sie sich einfach im Nachbarschaftsladen in der Sprengelstraße 15.

Noch eine Bitte: Die armen Bäume am Straßenrand brauchen bei der Wärme etwas Wasser von uns.

Wenn nur einige von uns bei sich vor der Tür gießen, würden die Bäume es uns danken.

Siemen Dallmann

Juli / August 2010 KiBo Nr.3

3


Mein Kiez

Neueröffnung des Gemüsemarktes und eines

interkulturellen Zentrums in der Torfstraße

Der Sommer beginnt und die Torfstraße kann nun endlich wieder mit frischem Obst und Gemüse aus aller Welt

aufwarten. Zudem wird sich in der Torfstraße/ Ecke Sprengelstraße ein Kulturzentrum etablieren.

Gemüseladen ILKBAL; Foto: AMZ

Nachdem in den vergangenen Wintermonaten

die Gemüsemärkte in der Torfstraße geschlossen

blieben, feiern sowohl der iLKBAL-Markt als

auch der ehemalige Birlik-Market in der Torfstraße

eine Neueröffnung. Beim Birlik-Market war

dies jedoch zeitlich begrenzt. Nun möchte der

Eigentümer des ehemaligen Birlik-Market ein

Kulturzentrum für Kinder und Jugendliche im

Sprengelkiez errichten. Im Vordergrund steht

dabei die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

in einem multikulturellen Umfeld und daher

wird sich der Schwerpunkt des Zentrums auf

Arabisch-, Englisch- und Deutsch-Unterricht

ausrichten. Ebenso soll aber auch ein Koran-

Unterricht stattfinden. Derzeitig werden die

Räumlichkeiten des Marktes umgebaut. Spä-

testens zum Ramadan soll dann die Neueröffnung

des Zentrums erfolgen. Der Besitzer

freut sich auf jeden Fall schon darauf, „in so

einem schönen und vielfältigen Umfeld mit

der Arbeit beginnen zu können“.

Beim iLKBAL-Markt gibt es einen neuen Inhaber.

Dieser eröffnete nun erstmalig ein

Gemüse- und Lebensmittelgeschäft in Berlin

und bezieht seine immer frische Ware über

einen Großhändler, der täglich in der Frühe

liefert. Die Ladenfläche hat er im Kiez gesucht

und gefunden. Die zentrale Lage am

U-Bahnhof Amrumer Straße dürfte für die

Entscheidung wohl mit ausschlaggebend gewesen

sein. Der Laden glänzt in neuer Blüte

und das Sortiment hat sich sichtlich erweitert.

Der Anspruch hat sich merklich erhöht und

so kann auf einigen Metern Gewerbefläche

eine große Vielfalt an Obst und Gemüse erstanden

werden. Daneben gibt es weitere

Leckereien aus dem türkisch-orientalischen

Raum. Unter anderem lädt eine Fleischtheke

zu verlockenden Grillaktionen im Sommer. Neben

landestypisch gewürzten Hähnchenfilets,

bieten sich auch eigens zubereitete Kalbsspieße

und diverse Fleischvariationen an. Der neue

Markt am U-Bahnhof Amrumer Straße/ Torfstraße

kann mit freundlichem Personal aufwarten

und hat seine Türen täglich von 7 bis 20 Uhr

geöffnet.

Steffi Schams

Einzigartiger afrikanischer Leseraum im Kiez

Am 18. August wird in der Torfstr. 12 ein afrikanischer Leseraum eröffnet

Die Zahl der Afrikaner/innen in der Hauptstadt

steigt ständig, ebenso wie die Zahl der Afrodeutschen.

Insbesondere im Berliner Stadtteil

Wedding, vor allem im „Sprengelkiez“ lassen

sich immer mehr Afrikaner nieder. Hier entsteht

sozusagen ein „Klein-Afrika“.

Bisher wird die Wahrnehmung dieses Kontinents

allerdings von zum Teil althergebrachten Klischees

dominiert: Krankheit, Krieg, Exotik und

Tanz. Die Kultur des zweitgrößten Kontinents

der Erde wird oftmals nur auf Musik, nicht selten

sogar nur auf wenige Instrumente reduziert. Das

intellektuelle Afrika bleibt vielen Deutschen, aber

auch vielen Afrikanern – unbekannt. Dabei gibt

es in Afrika nicht nur hervorragende Autoren und

Autorinnen, Musiker und Musikerinnen. Es gibt

eine florierende Filmindustrie. Auch europäische

Filmemacher entdecken den Kontinent für sich.

Den Interessierten fehlt es allerdings an leicht

zugänglichen Medien, anhand derer er sich informieren

kann über Musik, Filme, Geschichte,

Politik und Kultur.

Das Afrika Medien Zentrum e.V. will diese Lücke

schließen. Gefördert durch die Europäische

Union, die Bundesrepublik Deutschland und das

Land Berlin im Rahmen des Programms „Zukunftsinitiative

Stadtteil“ - Teilprogramm „Soziale

Stadt“, wird im Afrika Medien Zentrum ein Raum

mit Medien aus und über Afrika eingerichtet,

der Interessenten zur Verfügung steht. Dabei

handelt es sich um Belletristik, Sachbücher, Dokumentarfilme

und Zeitungen/Zeitschriften aus

Afrika.

Jetzt ist es soweit! Nach einer langen Vorbereitungsphase,

in der es nicht leicht war, alle Medien

ausfindig zu machen, wird der afrikanische

Leseraum am 18. August um 18h30 offiziell eingeweiht.

Dann werden dem Publikum ungefähr

2000 Bücher über Afrika zur Verfügung stehen.

Der Leseraum hat Montags und Mittwochs von

14 h bis 18 h, sowie Freitags von 15 h bis 20

h geöffnet; die Medien können auch entliehen

werden.

Hervé Tcheumeleu

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KiBo Nr.3

Juli / August 2010


Volksbegehren

„Schluss mit Geheimverträgen – Wir Berliner wollen unser Wasser zurück“

Bürger aus dem Sprengelskiez sammeln Unterschriften für das Volksbegehren

Foto: Siemen Dallmann

1999 wurden die Berliner Wasserbetriebe zu

49,9% an RWE Aqua und Veolia Wasser verkauft

– die größte Teilprivatisierung in Europa. Die

traurige Bilanz: Arbeitsplätze wurden abgebaut,

Wasserwerke geschlossen und im internationalen

Städtevergleich zahlen wir mit die höchsten Wasserpreise.

Ursache dieses Übels sind Geheimverträge

mit unverschämt hohen Gewinngarantien,

die zu Lasten von uns Bürgerinnen und Bürgern

abgeschlossen worden sind.

Solange die Geheimverträge nicht angefochten

werden, bestehen die Konzerne RWE Aqua und

Veolia Wasser auf ihre vertraglich garantierten

Gewinne. Daher ist die Offenlegung der Geheimverträge

von zentraler, strategischer Bedeutung.

Am 6. Okt. 2009 hat der Verfassungsgerichtshof

des Landes Berlin den Antrag auf Zulassung des

Volksbegehrens für zulässig erklärt. Seit Wochen

stehen alle in den Startlöchern, und nun ist

es endlich so weit: Innerhalb einer Frist von vier

Monaten müssen über 170.000 gültige Unterschriften

gesammelt werden. Mit der Hilfe vieler

Sammlerinnen und Sammler hoffen wir auf einen

Schneeballeffekt, so dass immer mehr Menschen

unser Anliegen teilen und ihrerseits selbst

zur Sammlung beitragen. Jeder kann bei sich

im Haus mit einer Unterschriftenliste Nachbarn

um Unterstützung durch eine Unterschrift bitten.

Der Bürgerverein „Aktiv im Kiez e.V.“ unterstützt

das Volksbegehren, weil wir der Meinung sind,

dass wir Menschen im Sprengelkiez auch von

den Wasserpreisseigerungen betroffen sind. Wir

bitten Euch alle, unterstützt mit eurer Unterschrift

das Volksbegehren. Wer unterschreiben möchte,

kann dies Mo. – Fr. in der Zeit von 15.00 – 18.00

Uhr auf dem Leopoldplatz oder täglich im Nachbarschaftsladen

in der Sprengelstraße 15 tun.

Wer weitere Infos oder Unterschriftslisten braucht,

kann gerne zu uns in den Nachbarschaftsladen

kommen.

Aktiv im Kiez e.V. wird nach den Sommerferien

die beiden Filme „Wasser unterm Hammer“ und

„David gegen Goliat“ im Kiez zeigen. Der erste

Film beschäftigt sich mit der Privatisierung von

Wasser und deren Auswirkungen auf die Bevöl-

Damit ihr wisst, worum es geht: Der Gesetzestext des Volksbegehrens

„Gesetz für die vollständige Offenlegung von Geheimverträgen zur

Teilprivatisierung der Berliner Wasserbetriebe“

§ 1 Offenlegungspflicht

1. Alle Verträge, Beschlüsse und Nebenabreden, die im Zusammenhang mit der Teilprivatisierung

der Berliner Wasserbetriebe stehen und zwischen dem Land Berlin und den privaten Anteilseignern

geschlossen worden sind, sind gemäß § 2 dieses Gesetzes vorbehaltlos offen zu legen.

Satz 1 wie die folgenden Rechtsvorschriften gelten auch für zukünftige Verträge, Beschlüsse und

Nebenabreden.

2. Von der Offenlegung ausgenommen sind personenspezifische Daten natürlicher Personen.

3. Das Vorliegen des Ausnahmevorbehalts des Absatzes 2 wird vom Beauftragten für Datenschutz

und Informationsfreiheit festgestellt. Er ist berechtigt, die entsprechenden Daten zu schwärzen.

§ 2 Bekanntmachungen

Die öffentliche Bekanntmachung erfolgt unmittelbar nach Abschluss der Verträge, Beschlüsse

und Nebenabreden im Amtsblatt für Berlin. Zusätzlich sind die Dokumente des Satzes 1 auf dem

Eingangsportal des Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit der Öffentlichkeit zugänglich

zu machen. Satz 1 und 2 gelten für bereits abgeschlossene Verträge, Beschlüsse und

Nebenabreden entsprechend.

§ 3 Zustimmungs- und Prüfungspflicht

Alle Verträge, Beschlüsse und Nebenabreden gemäß § 1 dieses Gesetzes sowie Änderungen

bereits bestehender Verträge, die den Haushalt Berlins auch hinsichtlich möglicher zukünftiger

Folgen im weitestgehenden Sinne berühren könnten, bedürfen der Zustimmung des Abgeordnetenhauses

von Berlin. Bestehende Verträge, Beschlüsse und Nebenabreden bedürfen einer

eingehenden, öffentlichen Prüfung und öffentlichen Aussprache durch das Abgeordnetenhaus

unter Hinzuziehung von unabhängigen Sachverständigen. Für die Prüfung der Verträge ist dem

Abgeordnetenhaus eine Frist von mindestens sechs Monaten einzuräumen.

§ 4 Unwirksamkeit

Verträge, Beschlüsse und Nebenabreden, die nicht im Sinne dieses Gesetzes abgeschlossen und

offen gelegt wurden, sind unwirksam. Bestehende

Verträge sind unwirksam, wenn sie innerhalb von einem Jahr nach Inkrafttreten dieses Gesetzes

nicht offen gelegt werden.

§ 5 Inkrafttreten

Dieses Gesetz tritt am Tag nach der Verkündung im Gesetz- und Verordnungsblatt für Berlin in

Kraft.

kerung an den Beispielen Berlin und London. Der

zweite Film zeigt anhand eines Beispiels aus den

USA, wie Nachbarn ihr Wasserwerk zurückfordern

und dafür kämpfen. Wir werden hierzu auch

jemand vom Wassertisch einladen, der unsere

Fragen zur Privatisierung und dem Volksbegehren

beantworten kann. Weiterer Bilder gibt es im

Internet unter www.aktivimkiez.de

Text: Berliner Wassertisch, überarbeitet

von Siemen Dallmann

Juli / August 2010

KiBo Nr.3

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Mein Initiative Mein Kiez Kiez

Der besondere Blick: Mit Diego durch den Sprengelkiez

Beim Projekt Route 65 zeigen Jugendliche ihre Nachbarschaft.

Diego auf dem House of Nations.

„Die Zwischenmenschen“ nach der Uraufführung des Stückes „KommerzGlückWedding“ in den Sophiensaelen. Von links: Kristin

Martin Eschenbrenner braut echtes Weddinger Bier und experimentiert mit Obstbränden.

House of Nations

Am bunten Route 65-Flyer in der Hand erkenne

ich als erstes Susanne Pozek, Projektleiterin

bei Kulturbewegt e.V.: Der Verein ist Träger der

Route 65- und Route 44-Touren mit Jugendlichen

durch Berliner Kieze. Dann erscheinen

auch der 19-jährige Diego, unser heutiger

Führer durch den Sprengelkiez, und eine junge

Frau, neu zugezogen und neugierig auf die

heutige Tour.

Vor acht Jahren kam Diego aus Brasilien in den

Sprengelkiez. Er wohnte mit seiner Mutter lange

und gerne in der Triftstraße. In der Osterkirche

wurde er konfirmiert, hier traktierte er das

Schlagzeug im Jugendkeller. Den Sprengelkiez

findet er angenehm im Vergleich zu seiner jetzigen

Wohngegend im nördlichen Wedding.

Unsere heutige Führung unter dem Titel „Afrika

küsst Asien“ wird leider vorerst die letzte mit Diego

sein, denn der sympathische junge Mann

verlässt Berlin zur Ausbildung Richtung Ruhrgebiet

- er will Pastor werden. Die Route 65

sucht deshalb Jugendliche, die Lust haben, an

seiner Stelle durch den Sprengelkiez zu führen.

Nach einer kurzen Einführung geht es in die

lebhafte Luxemburger Straße. Hier reihen sich

günstige Fast-Food-Läden aller Herren Länder

aneinander. Auf wenigen Metern könnte man

sich durch mehrere Kontinente futtern - für mich

ein echtes Highlight.

Nicht zuletzt wegen der vielen asiatischen Studenten,

die in der Gegend leben, findet man

allerlei fremdartige Genüsse jenseits von Döner

und Falafel, z.B. selbst gemachtes Kimchi

(milchsaurer Kohl) beim Koreaner oder Sommerrollen

beim Vietnamesen.

House of Nations - Reiskocher inklusive

Kurz darauf sind wir schon beim „House of

Nations“, dem höchsten Haus am Sparrplatz.

Ganz exklusiv dürfen wir aufs Dach steigen. Diego

erzählt, dass das Studentenwohnheim der

Bürgermeister-Reuter-Stiftung sich seinen vorwiegend

asiatischen Mietern angepasst hat: Ein

Reiskocher gehört hier zur Grundausstattung.

Auf dem frisch renovierten Dachgarten kann

man auch im Grünen sitzen oder eine Grillparty

veranstalten. Von hier hat man einen grandiosen

Blick über Berlins Mitte. Der Humboldthain

ist heute zum Greifen nah, aber auch die Kuppel

des Reichstags hinter Bayer-Schering ist

gut zu sehen.

Apfelsaft, Obstbrand und Bier vom Sparrplatz

Unter uns sieht man in den Biergarten vom

Eschenbräu. Hier ist das Reich von Martin

Eschenbrenner, dem Braumeister so wohlklingender

Biersorten wie „Roter Wedding“ oder

„Alter Schwede“. Wir treffen ihn bei der Arbeit

und er stellt uns seine neueste Kreation, einen

Obstbrand vor. Für eine weitere Spezialität

muss man sich noch etwas gedulden. Aus dem

ebenfalls hier erzeugten Apfelsaft reift in Holzfässern

schon der erste Calvados Berlins. Na

dann: Prost!

Wer übrigens Pech hat und vor verschlossenen

Türen steht, kann auf einem digitalen

Bildschirm Einblick in den Braukeller nehmen.

In den glänzenden Messingkesseln entstehen

die charakteristischen Biere des Eschenbräu,

meist kräftiger als übliche Biere und vor allem

ungefiltert.

6

KiBo Nr.3

Juli / August 2010


Cricket auf dem Sparrplatz

Auf dem 2001 vom QM Sparrplatz angelegten

Bolzplatz sieht man Ungewöhnliches. Rund 20

dunkelhäutige Männer stehen auf dem Feld

und diskutieren, einer hält einen merkwürdigen

Schläger in der Hand. Was wird hier gespielt?

Nach kurzem Überlegen dann haben wir es

erkannt: Hier gehen Pakistanis ihrem Nationalsport

Cricket nach. In allen Commonwealth-

Ländern löst diese für uns ziemlich unverständliche,

mit Baseball verwandte Sportart

fanatische Begeisterung aus. Vielleicht demnächst

auch hier?

Ausländerbehörde und Afro-Asia-Shop

Die Sonne scheint intensiv. Einer der schönsten

Orte im Sprengelkiez ist das Nordufer, wo jetzt

endlich wieder alles grünt und blüht. Die Vorgärten

der schmucken Gründerzeithäuser am

Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal sind kleine

Blumenparadiese.

Weniger paradiesisch sind wohl die Assoziationen,

die so mancher Weddinger mit der Ausländerbehörde

jenseits des Kanals verbindet.

Doch Diego hat keine schlechten Erinnerungen

und ist froh, eine unbegrenzte Aufenthaltsgenehmigung

zu haben.

In der Torfstraße besuchen wir den Afro-Asia-

Shop von Herrn Warrich aus Pakistan. Seit

1998 - damals gab es in Berlin kaum Läden mit

afrikanischen Produkten - werden hier Dinge

verkauft, die uns staunen lassen. Getrocknete

Fische aus Afrika sind dabei, merkwürdig aussehende

Wurzeln und sogar Shampoo, mit dem

man sich Dreadlocks machen kann.

Exotisches aus Afrika und Asien, von Kochbananen

bis Chutney, von Kakaobutter bis Henna,

wird hier in friedlicher Koexistenz angeboten.

Besonderes Interesse erregt die Outdoor-Wasserpfeife.

Aber die ist ein Privatimport aus Pakistan

und unverkäuflich, wie uns der lachende

Besitzer versichert.

Nach einem letzten Schlenker in die Sprengelstraße

löst sich unsere kleine Gruppe auf.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Diego und

wünschen ihm alles Gute für die Zukunft. Unser

Spaziergang durch ein immer noch unterschätztes

Stadtviertel ließ nichts zu wünschen

übrig. Außer, dass sich möglichst schnell wieder

junge Menschen finden, die uns und andere

durch den Sprengelkiez führen möchten. Diese

sollten im Sprengelkiez wohnen, zwischen 15

und 21 und zuverlässig sein. Dafür gibt es eine

Qualifizierung, Honorar und hoffentlich jede

Menge Spaß. Die neuen Tour Guides werden

dann ihre ganz eigenen Geschichten erzählen

aus dem Kiez, in dem Afrika Asien küsst.

Text und Fotos: Anne Wispler

------------------------------------------------------------

Kontakt und Infos über: Susanne Pozek + Gabi Kienzl

233 66 760 oder 0163 173 00 23; mail@route65-wedding.de

In Web-Fotoalbum des QM Sparrplatz unter http://picasaweb.

google.com/QMSparrplatz/Route65AfrikaKusstAsien können Sie

alle Fotos durchstöbern.

„Pardon wird nicht gegeben, Gefangene werden

nicht gemacht!“

Der Pekinger Platz verdankt seine Namensgebung 1905 einem besonders

gewaltsamen Kapitel in den deutsch-chinesischen Beziehungen. Hier der

historische Hintergrund.

Auf den ersten Blick

liest sich Pekinger Platz

als ebenso geografischneutrale

Namensbezeichnung

wie etwa die

Amsterdamer oder Brüsseler

Straße. Tatsächlich

aber handelt es sich bei

der Namensgebung für

den Pekinger Platz sowie

der daran vorbeiführenden

Kiautschou- und

Samoastraße um ein

Pendant zum Afrikanischen

Viertel. Während

im Afrikanischen Viertel

mit zahlreichen Straßenbenennungen

seit dem

Ende des 19. Jahrhunderts

an das deutsche

Kolonialreich in Afrika

erinnert wird, bezeichnen

diese drei Namen den Kolonialbesitz des kaiserlichen

Deutschland in Ostasien und im Pazifik.

Der Pekinger Platz verdankt seine Namensgebung

1905 einem besonders gewaltsamen Kapitel

in den deutsch-chinesischen Beziehungen.

Fünf Jahre zuvor, im Sommer 1900, marschierte

ein internationales Expeditionsheer unter dem

Oberbefehl des preußischen Feldmarschalls

Alfred von Waldersee in Peking ein. Dort schlugen

sie die so genannte Boxerbewegung, die

sich gegen den wachsenden Einfluss ausländischer

Mächte auf die Wirtschaft und Politik

Chinas wandten, blutig nieder. Der souveräne

Handlungsspielraum der chinesischen Regierung

wurde vertraglich weiter eingeschränkt,

es durften z. B. keine Waffen eingeführt werden

und China musste für den gewaltsamen Tod von

Missionaren und anderen Ausländern erhebliche

Reparationen zahlen.

Nicht erst heute, sondern schon seit Mitte des

19. Jahrhunderts galt China als potenziell wichtiger

Absatzmarkt für die aufstrebenden Industrie-

und Handelsmächte. Mit ihrer militärischen

Überlegenheit erzwangen sie Privilegien für ihre

Kaufleute und die Öffnung des chinesischen

Markts für ihre Exportprodukte. Dazu gehörte

auch der freie Handel von Opium und anderen

Drogen. Mittels dieser so genannten Kanonenbootdiplomatie

geriet das chinesische Kaiserreich

in eine massive Finanzkrise, weil u.a.

die Zolleinnahmen stark zurückgingen und die

Bauern verarmten, da ihre Produkte jetzt durch

billigere Importwaren ersetzt wurden. All dies

ging einher mit christlichen Missionierungsbestrebungen.

Als Reaktion darauf entwickelte sich eine Feindseligkeit

gegen die Lande tätigen Ausländer

Chinesische Boxer-Rebellen, Japanisches Foto um 1900;

Wikimedia Commons

und es formierte sich

in Nordchina aktiver

Widerstand, der sich

nicht nur gegen den

wachsenden ausländischen

Einfluss richtete,

sondern auch

gegen die eigene

Regierung der Qing-

Dynastie, die mit den

ausländischen Regierungen

(gezwungenermaßen)

kollaborierte. Auf dem

Lande, wo gerade

eine Dürreperiode

die Krise verschärfte,

bildete sich paramilitärische

Geheimgesellschaften,

die

sich in traditionellen

K a m p f s p o r t a r t e n

ausbildeten - daher im Westen der Name „Boxer“.

Sie wurden auch von Teilen der Beamtenschaft

unterstützt und proklamierten ab 1898

den bewaffneten Kampf gegen den ausländischen

Einfluss und die eigene Regierung, sofern

diese mit dem Ausland kollaborierte.

Im Jahre 1900 spitzte sich die Lage zu als einerseits

die „Boxer“ ankündigten, die Hauptstadt

Peking mit ihrem großen Ausländerviertel besetzen

zu wollen und andererseits Kriegsschiffe

der ausländischen Mächte bereits vor der Hafenstadt

Tianjin vor Anker lagen. Diese Kriegsschiffe

nahmen gegen heftigen chinesischen

Widerstand die Flussbefestigungen an der Mündung

des Behei-Flusses ein und eröffneten so

die Möglichkeit, auf dem Land- und Wasserweg

Soldaten in das nicht allzu weit entfernte Peking

zu entsenden.

Diese Truppenentsendung wurde Wirklichkeit

als die Boxerbewegung auch das Botschaftsviertel

in Peking angriff, nachdem ausländisches

Wachpersonal seinerseits die Boxer angegriffen

und die ausländischen Gesandtschaften einen

Abzug unter Begleitschutz abgelehnt hatten.

Nachdem der deutsche Gesandte von Ketteler

von einem chinesischen Offizier erschossen

worden war, setzte sich Kaiser Wilhelm II. an

die Spitze derer, die nach Vergeltung riefen.

Bei der Verabschiedung eines weiteren Expeditionskorps

im Juli 1900 dekretierte er in seiner

berühmt-berüchtigten ‚Hunnenrede’: „Pardon

wird nicht gegeben, Gefangene werden nicht

gemacht!“ Entsprechend brutal war dann auch

die Niederschlagung der Boxerbewegung durch

die deutschen Truppen. In deutschen Zeitungen

konnten man von beteiligten Soldaten Briefe wie

den folgenden lesen: „...denn so eine Gemorde

Juli / August 2010

KiBo Nr.3

7


Initiative Mein Kiez

und Geschlachte ist geradezu toll (...) Laß mich

schließen in der Hoffnung, dass es nicht mehr

solange dauert, denn sonst weiß man schließlich

nicht mehr, oder vielmehr man vergisst es, ob man

einmal Mensch war.“

Bereits drei Jahre zuvor hatte das deutsche Kaiserreich

1897 China einen Pachtvertrag mit einer

Laufzeit von 99 Jahren für die Bucht von Kiautschou

mit der Hafenstadt Qingdao (Tsingtau) abgepresst.

Als Vorwand galt hierfür die Ermordung

zweier deutscher Missionare. Tatsächlich war es

eine Maßnahme, um wirtschaftlichen Einfluss zu

gewinnen und diesen politisch-militärisch abzusichern.

Es war ein ganz ähnliches Arrangement

wie es die Briten mit Hongkong hatten und die

deutsche Reichsmarine wollte Kiautschou mittels

einer modernen Infrastruktur zu einer Musterkolonie

machen. Doch in den 17 Jahren deutscher

Herrschaft bis 1914 begegnete die chinesische

Café Achteck auf dem Pekinger Platz, Foto: Siemen Dallmann

Bevölkerung dieser mit Misstrauen und Widerstand

und die hochgesteckten wirtschaftlichen

Erwartungen realisierten sich zumindest für das

Deutsche Kaiserreich nicht.

Samoa galt als die deutsche „Perle der Südsee“.

Doch seine Bevölkerung von 40 000 war nicht nur

ethnologisches Untersuchungsobjekt, Eingriffe in

das Herrschaftsgefüge durch die Kolonialmacht

verliefen auch hier gewaltsam. Der deutsche

Gouverneur Wilhelm Solf wollte die einheimische

Bevölkerung vor den „Auswüchsen“ der Moderne

schützen und er war Verfechter eines generellen

Verbots von Mischehen, das allerdings 1913 im

Reichstag scheiterte.

Johannes Berger

(16. Abt. „Grünes Dreieck“ SPD Berlin Mitte)

---------------------------------------------------------------

Literatur:

Mechthild Leutner, Taukustraße, Iltisstraße,

Lansstraße – Bausteine einer kolonialen Erinnerungskultur,

Köln (online verfügbar)

Sebastian Conrad, Deutsche Kolonialgeschichte,

München 2008

div. Artikel in Wikipedia

Pekinger Platz: Umgestaltungspläne beschlossen

Der Pekinger Platz hat das Zeug, zu einem der attraktivsten Orte im Sprengelkiez zu werden. Es stehen Fördermittel aus

dem Quartiersfonds 4 bereit, um das Dreieck zwischen Sprengelpark und Nordufer aufzuwerten.

hauchte Stadtkulisse oder z.B. ein eher nüchterner

und aufgeräumter Platz wird, hatten nicht

zuletzt auch die Bürger/innen ein Wörtchen mitzureden.

Die Osterkirche war leider nicht ganz

gefüllt, rund dreißig Menschen waren am 14.

Juni 2010 gekommen, um zu hören, was die

Landschaftsplaner zu ihren Entwürfen zu erzählen

hatten. Die Veranstaltung diente auch

dazu, noch offene Fragen zu beantworten und

Einwände, Anregungen und Ideen der Bürger/

innen zu diskutieren.

Nach der Begrüßung durch Alexandra Kast vom

QM Sparrplatz erläuterte Herr Dittrich vom Straßen-

und Grünflächenamt Mitte die gestalterischen

Vorgaben des konkurrierenden Verfahrens,

wie z.B. die Verbindung, Vernetzung und

Aufwertung der unterschiedlichen Plätze, die

Grünflächengestaltung und Öffnung zum Ufer.

Vorstellung der Pläne auf der Bürgerversammlung. Foto: Rico Todzi

Das Bezirksamt Mitte hatte zusammen mit dem

QM Sparrplatz alle Anwohner/innen des Pekinger

Platzes dazu eingeladen, sich an dessen

Umgestaltung zu beteiligen. Auf einem Infoabend

am 14. Juni gab es die Gelegenheit, die

Entwürfe zu erläutern und zu diskutieren, die im

Auftrag des Bezirksamtes von drei Planungsbüros

erstellt wurden. Vorher konnte man sich die

Planungen auch in Ruhe im QM-Büro ansehen

und seine Meinung zu Papier bringen. Am 23.

Juni entschied eine Jury darüber, welcher Entwurf

ausgeführt wird.

Bürgerbeteiligung in der Osterkirche

Bei der Frage, ob es eine chinesisch ange-

Die drei Entwürfe

Margret Benninghoff, die bereits den Sprengelpark

gestaltet hat, hob als wichtigstes Element

ihres Entwurfs (Nr. 3) das „Erlebnisband“ vom

Sprengelpark zum Nordufer hervor. Der von

Bäumen gesäumte und optisch hervorgehobene

Weg wird durch eine Treppe zum Wasser

abgeschlossen. Der Kinderspielplatz wird durch

Wasserspiele attraktiver und das historische

Café Achteck wird so erweitert, dass es auch

Frauen und Kindern genutzt werden kann. Die

bereits verkehrsberuhigte Fahrbahn bleibt erhalten

und wird durch eine lange Bank flankiert.

Heinz Tibbe von der Gruppe Planwerk präsentierte

eine sehr chinesisch angehauchte Variante

(Entwurf Nr. 1). Den deutlichen Bezug

zu Peking bilden u. a. eine kleine Pagode, ein

Bambushain sowie eine betonierte Drachenschlange,

die sich teilweise als Skater-Rampe

aus dem Asphalt emporhebt und als Abschluss

einen chinesischen Drachenkopf erhalten könnte.

Ein großzügiger Radweg mit farblicher Markierung

führt am Nordufer entlang.

Frank van Bargen, dessen Büro auch schon das

Nordufer gestaltet hat, stellt sich vor, den Platz

vorne an der Torfstraße zu erweitern und mit

Zierapfelbäumen zu beschatten (Entwurf Nr. 2).

Eine Kiezinfosäule bietet Orientierung und Sitzkissen

auf der ehemaligen Fahrbahn am Nordufer

laden zum Verweilen, auch ein Bouleplatz

könnte hier entstehen.

Allen drei Vorschlägen gemeinsam war die stärkere

Öffnung des gesamten Bereichs durch eine

8

KiBo Nr.3

Juli / August 2010


Grünflächengestaltung, die mehr freien Blick auf

das Wasser bietet und durch einen deutlichen

Rückschnitt der Sträucher und Wildkräuter das

Gefühl der Sicherheit verstärkt.

Pro und Contra

Anschließend konnten die Bürger/innen Fragen

stellen, und es wurde lebhaft über die Vorschläge

diskutiert. Dabei gingen die Meinungen erwartungsgemäß

auseinander, besonders bei

den Themen „Rückschnitt des Bewuchses“ und

„Hundeauslauf“. Während viele dafür waren,

dass ein Teil des üppigen Grüns zugunsten von

freien Sichtachsen und einem besseren Sicherheitsgefühl

(Drogenproblematik) weichen sollte,

waren andere besorgt um schützenswerte

Pflanzen und Tiere.

Auch wünschte sich mancher, dass die Asphaltdecke

im verkehrsberuhigten Teil des Nordufers

aufgebrochen und renaturiert wird. Nachteil wären

dabei erstens die Kosten und zweitens die

zwangsläufige Umwidmung dieses Teils in eine

Grünanlage, auf der dann z.B. keine Flohmärkte

oder Straßenfeste stattfinden könnten.

Konsens bestand bei der von allen drei Entwürfen

mehr oder weniger realisierten Anbindung

des Sprengelparks durch einen klar hervorgehobenen

Weg zum Ufer und bei der Aufstellung

von Fitnessgeräten. Auch ein deutlich markierter

Fahrradweg und ein Bouleplatz wurden von

den meisten begrüßt.

Ferner wurde vorgeschlagen, den Bezug zur

Partnerstadt Peking und zugleich zur problematischen

Kolonialgeschichte (siehe den Beitrag

von Johannes Berger) durch eine Infotafel am

Pekinger Platz herzustellen.

Die Jury hat entschieden

Eine mit Fachleuten vom Bezirksamt Mitte, und

Mitgliedern des Quartiersrates und des QM besetzte

Jury kürte kurz darauf am 23. Juni 2010

den Entwurf Nr. 3 von Margret Benninghoff zum

Favoriten. Im Rahmen des Vergabeverfahrens

Planer Frank von Bargen steht Rede und Antwort. Foto: Rico Todzi

waren bestimmte Vorgaben festgelegt worden,

die in den Entwürfen zu beachten waren. Nach

den folgenden Leitlinien wurden die drei eingereichten

Entwürfe bewertet:

• Leitidee

• Raumbildung und Verknüpfung

• Einbindung in städtebauliches Umfeld

• Verknüpfung mit und Einbindung an die

vorhandene Grünanlage

• Verkehrliche und Aufenthaltsfunktion,

Nutzbarkeit

• Realisierbarkeit und Kostenrahmen

Die Kriterien 2-5 wurden im anschließenden

Abstimmungsverfahren zusammengefasst. Es

konnten 1 bis 3 Punkte je Entwurf und Kriterium

vergeben werden. Danach erhielt der Entwurf

Nr. 3 die meiste Zustimmung. Nun wird also das

Büro Landschaftsarchitekten Margret Benninghoff

mit der Ausführungsplanung beauftragt,

und schließlich könnte der Bau dann noch in

diesem Jahr beginnen. Kleinere Modifizierungen

des Entwurfs sind dabei noch möglich.

Die Jury erteilte als Vorbedingung folgende

Auflagen:

Die geplante lange Tafel sollte komplett aus

dem Konzept herausgenommen werden oder

einen anderen Standort auf dem Platz bekommen.

Der Stadtplatz vorne zur Torfstraße muss

besser strukturiert und klarer definiert werden.

Die Treppe zum Ufer sollte in die Finanzierung

und konkrete Planung aufgenommen werden.

Für weitere Fragen zum gesamten Themenkomplex

„Pekinger Platz“ wenden Sie sich bitte

an das QM Sparrplatz.

Herzlichen Dank an Quartiersrat Rico Todzi, der

uns die Fotos zur Verfügung stellte.

Anne Wispler

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Juli / August 2010

KiBo Nr.3

9


Mein Initiative Mein Kiez Kiez

Interview mit Gerhard Hagemeier von Faszination Kanu

Gerhard Hagemeier erzählt, wie seine Leidenschaft für Kanufahrten entstanden ist, über seine Tätigkeit im Sprengelkiez

und wie er seine Freizeit gestaltet.

Herr Hagemeier, wie ich im Voraus

erfahren konnte, sind Sie

nicht nur Kanutourenleiter,

sondern haben noch verschiedene

Ausbildungen aufzuweisen?

Ich bin ein neugieriger Mensch

und versuche mich in unterschiedlichen

Gebieten, aber

dass ich z.B. Rettungsschwimmer

bin, ist nichts Außergewöhnliches,

da ich als Kanutourenleiter

zu dieser Ausbildung

verpflichtet bin, und zwar alle

zwei Jahre. Dazu gehört auch

ein Erste-Hilfe-Kurs. Von Beruf

aus bin ich eigentlich Redakteur.

Wie ist es dann zu einer solchen

Leidenschaft für Kanufahrten

gekommen? Haben

Sie das schon als Kind gemacht,

vielleicht war es eine

Art Familientradition?

Ganz und gar nicht. Meine erste

Kanufahrt habe ich 1990 auf der

Lahn erlebt, da war ich 29. Es

hat mir so sehr gefallen, dass ich

schon ein Jahr später nach Prag

gefahren bin, ausschließlich, um

mir einen Kanadier zu kaufen.

Dort waren die Boote nämlich

um zwei Drittel billiger. Ich habe

mir also einfach eins ausgesucht

und bin dann wieder zurück gefahren.

Und dann haben Sie sich erstmals alleine

in die Gewässer gewagt?

Meistens habe ich dann natürlich mit Freunden

und meiner Partnerin Kanuausflüge gemacht.

Um Tourenleiter zu werden, habe ich

ein Kanu-Sicherheitstraining am Institut für

Lehrerbildung in Hamburg abgeschlossen.

Wann ging es dann los mit Faszination

Kanu?

Dieses Jahr ist das schon meine sechste Saison.

Zudem begleitet mich auf den Touren

auch meine 21-jährige Tochter Johanna, die

ebenfalls Rettungsschwimmerin ist.

Sie kennen sich aber auch in Naturerlebnis-

und Wildnispädagogik aus. Womit

wird man da konfrontiert und wie nutzen

Sie das auf den Touren?

Das sind Konzepte, mit denen Wissen über

Hagemeier während seiner Touren Foto: privat

die Natur vermittelt wird und gleichzeitig die

Sozialkompetenz der Teilnehmer gefördert

und deren Persönlichkeit gestärkt wird. Im Lager

bringe ich dann der Gruppe bei, wie man

ein Feuer ohne Streichholz oder Feuerzeug

macht, oder eine Schüssel aus Baumstämmen.

Der so genannte Fuchsgang, der es

ermöglicht, sich einem wilden Tier möglichst

nahe anzuschleichen oder der Eulenblick, der

ziemlich schwer zu erlernen ist, wobei man

den Blick auf nichts Konkretes fokussiert,

dann aber jede Veränderung oder Bewegung

im Blickumfeld bemerkt – das sind Sachen,

die ich als Beispiel angeben kann. Außerdem

fördert die Naturerlebnispädagogik sehr stark

die Gruppenzusammenarbeit und entwickelt

die Gruppendynamik. Man ist aufeinander angewiesen,

wenn man z.B. durch ein aus Seilen

gespanntes Spinnennetz hindurch muss,

aber die Seile nicht berühren darf. Die Auf-

gaben sind sowohl mental als

auch körperlich anspruchsvoll.

Apropos Teamwork – auf

Ihren Touren treffen ja bestimmt

auch sehr unterschiedliche

Menschen aufeinander.

Wie funktioniert das

dann?

Das ist eben das Schöne daran:

dass sich Menschen aufeinander

einleben und nach

wenigen Tagen das Gefühl

haben, als ob sie schon lange

Freunde sind.

Und außerdem sind Sie

für den schlimmsten Fall

auch professioneller Streitschlichter

- Sie sind nämlich

auch als Mediator tätig?

Genau, seit 2004 bin ich als

Stadtteilmediator „in der Konfliktagentur

im Sprengelkiez“

tätig und gehöre zu der Gruppe,

die durch das Bundesprogramm

„Xenos - Leben und

Arbeiten in Vielfalt“ gefördert

wurde. Wir sind ein Team von

10 Leuten; Franziska Becker

ist Projektkoordinatorin und

seit dem letzten Jahr haben

wir unsere eigenen Büroräume

hier am Sparrplatz.

Zurück zu Faszination Kanu:

Welche Strecke gefällt Ihnen

persönlich am meisten?

Nun, da könnte ich die Drawa in Polen hervorheben.

Sie ist mit ihrer Länge von 160 Kilometern

wegen der schnellen Strömung und

des wechselnden Charakters einem Bergfluss

ähnlich. Deshalb setzt dort eine Kanutour gutes

Steuervermögen des Kanadiers voraus.

Oft liegen Baumstämme im Fluss, die man

nicht frühzeitig sehen kann, so dass schnelle

Reaktionen, Entscheidungen und Geschicklichkeit

erforderlich sind. Die Pionierfahrt habe

ich mit Freunden vor drei Jahren gemacht.

Für Interessierte, die es ruhiger und ohne

großen Adrenalinstoß bevorzugen?

In dem Falle sind die Feldberger Seen und

die Löcknitz bei Erkner meine Favoriten. Besonders

für Tagestouren ist die Löcknitz gut

geeignet und mit Glück bekommt man auch

wilde Tiere zu sehen.

10

KiBo Nr.3

Juli / August 2010


Sie sind also den ganzen Sommer in verschiedenen

Umgebungen auf Tour. Wie

lange dauert die Saison denn genau?

Offiziell vom 1. Mai bis zum 30. September,

ich bin jedoch auch außerhalb der festgelegten

Touren für Vorschläge und Wünsche offen,

ebenso vor und nach der Saison. Meine Firma

mit den zehn Kanadiern mit Stechpaddeln

ist ganz und gar mobil. Insgesamt gibt es 34

Plätze mit Packsäcken, wasserdichten Tonnen

und Schwimmwesten. Dieses Jahr bin

ich zum Beispiel schon im Februar gepaddelt;

da muss man aber gut aufpassen, dass man

nicht ins Wasser fällt und rechtzeitig vor Sonnenuntergang

wieder an Land ist.

Verreisen Sie nebenbei ans Meer oder

sonst wohin in den Urlaub?

Nein, das liegt mir persönlich überhaupt nicht.

Jährlich paddele ich mehr als 1000 Kilometer

und mit solch einem Bewegungsbedürfnis,

das ich habe, würde es mich schrecklich

langweilen, den ganzen Tag nur dazuliegen.

Dreimal in der Woche spiele ich, zumindest

im Winter, auch Volleyball. Letzten Winter war

ich auf den Kanarischen Inseln und bin - gewandert!

Herr Hagemeier, vielen Dank für das Gespräch

und ich wünsche Ihnen weiterhin

viel Erfolg und viele Abenteuer!

Marina Stajakovic

------------------------------------------------------------

Kontakt: www.faszination-kanu.de

Tel: 45198685

Ab 22.09.10: Hatha Yoga von Yogi

Berlin im Sprengelhaus

Unterricht:

Mittwoch 17:30-19:00 Uhr,

Donnerstag 09:30-11:00 Uhr,

Sonntag 17:00-18:30 Uhr.

Preise: 32/36€ pro Monat Ermäßigt/

Standard, Einzel 11€,

Probe auf Spendenbasis

Anmelden und Probe: Charlotte

Florack, 0157-76458333,

www.yogiberlin.com

Wo verbringen Sie Ihren Urlaub?

Sabine: Ich fliege am Samstag für drei Wochen nach Kroatien. Mein Mann,

meine Tochter und ihr Ehemann kommen auch mit. Wir

fliegen das erste Mal dorthin, es geht erstmal nach Split

und dann fahren wir mit dem Auto weiter.

David: Meine Ferien sind eher im Winter und dann fahre

Sabine

ich entweder nach Asien oder nach Spanien. In Asien interessieren

mich besonders die Länder Vietnam, Laos und Indien.

Marlene

Leyla

Marlene: Ich fahre mit meinem Partner nach Holland, genauer gesagt nach

Breskens. Es ist in der Nähe und wir haben dort ein

schönes und günstiges Haus gefunden.

Angelika: Ich bleibe zu Hause in Berlin, denn ich war dieses

Jahr schon für zwei Wochen am Gardasee. Dort war

ich bereits das zweite Mal und mir und meinem Partner

hat es sehr gut gefallen.

Leyla: Ich fahre natürlich in die Türkei. Jedes Jahr fahre

ich einmal dort hin, um die Familie zu besuchen.

Paul: Wenn ich Urlaub mache, dann in Frankreich,

Paris.

Erfolgreicher Umzug beim Karneval der Kulturen

Am Pfingstsonntag war der Spengelkiez in Kreuzberg unterwegs.

Der Mano River Kulturverein und

einige Freunde aus dem Kiez haben

auch dieses Jahr die Teilnahme

beim Umzug geplant und vorbereitet.

Was liegt näher als dass ein Multi

Kulti Kiez mit seinen unterschiedlichen

Kulturen auch beim Karneval

der Kulturen mitmacht. Vor allem

die Kinder aus allen Herren Länder

hatten ihren Spaß und waren unermüdlich

bis zum Ende unermüdlich

dabei. Als Erwachsene waren nicht

nur die Eltern der Kinder dabei. Diese

bunte Truppe erregte auch bei

den Medien viel Aufmerksamkeit und

wurde oft gefilmt und fotografiert. Wir

sind gerade dabei, Filmaufnahmen

zu bekommen und dann für Euch ins

Internet zu stellen. An dieser Stelle

noch mal ein großes Dankeschön an

alle Mitwirkenden und Unterstützer.

Alle wollen nächstes Jahr wieder auf

die Straße, wenn es heißt „der Umzug

geht los“.

Es gibt da leider nur ein Problem, der

LKW, die Musikanlage usw. kosten

Geld, ohne Sponsoren ist das nicht

mehr zu leisten. Bis jetzt hat der Mano River

Kulturverein den Großteil der Kosten von

ca. 2500€ übernommen. Liebe Gewerbetreibende

schaut euch die Bilder genau an,

wäre es nicht auch für Euch von Interesse,

David

Angelika

Paul

dass unser Sprengelkiez weiter auch positiv

in Berlin auffällt? Weitere Bilder gibt es im

Internet unter www.aktivimkiez.de

Text und Fotos: Siemen Dallmann

Juli / August 2010

KiBo Nr.3

11


Mein Initiative Kiez

Sport und Spiel im

Sprengelpark

In den Sommerferien gibt es zum ersten

Mal für Kinder die Möglichkeit, den Sprengelpark

etwas anders zu nutzen.

Fit4age – die Etage für Gesundheit – wird

gemeinsam mit vielen anderen Trägern

und Einrichtungen den Kindern, die in den

Sommerferien in Berlin bleiben müssen,

eine breite Palette von Sport und Spielmöglichkeiten

anbieten. Das Projekt Sport und

Spiel im Sprengelpark wird finanziert mit

Mitteln aus dem Programm „Soziale Stadt“

und geht vom 12. Juli bis zum 20.August.

Und das alles im Sprengelpark, direkt vor

der Haustür.

Erfahrene Animateure werden Workshops

für Trommeln, Tischtennis, Basketball oder

Hula-Hoop leiten.

Kinder können jonglieren lernen oder gemeinsam

Kinderlieder singen, es gibt Akrobatik

mit der Slackline oder Bewegungsspiele

mit Schwungtüchern.

Die Zeiten der Workshops findet Ihr in der

Tabelle auf Seite 13.

Zusätzlich können Kinder jeden Tag von

14.00 – 18.00 Uhr kostenlos gegen die Hinterlegung

eines Pfands Spiel- und Sportgeräte

ausleihen.

Ob Tischtennisschläger und Bälle, Springseile,

Volleybälle und Stelzen, Basketbälle

oder Indiaka, im Sprengelmobil ist so manches

zu finden.

Das Sprengelmobil fi ndet ihr am Eingang

vom Park, in der Sprengelstraße.

Mehr Informationen:

Tel.: 33 93 69 89, fi t4age, Ihre Etage für Gesundheit

Heinz Reichenecker

Das Afrikafest im Wedding geht in die dritte Runde

Am Samstag, den 28 August 2010 und Sonntag, den 29. August 2010 findet

erneut das Afrikafest im Wedding statt. Veranstaltungsort ist der Leopoldplatz.

Die „Kiezbote“-Redakteurin Stefanie Schams sprach mit der Organisatorin Assibi

Wartenberg über Ziele, Künstler und eine neue Entwicklung des Bezirks.

KiBo: Frau Wartenberg, was motiviert Sie

das Afrikafest im Wedding zu veranstalten?

Wartenberg: Der Berliner Stadtteil Wedding

beherbergt das afrikanische Viertel. Hierzu

gehört natürlich auch afrikanische Kunst und

Kultur. Das hat bisher oftmals gefehlt. Nun

geht das Fest schon in sein drittes Jahr, in dem

wir aktiv sind und versuchen die afrikanische

Kultur aktiv zu fördern.

Und das passt unserer

Ansicht nach nun mal

genau zu dem Bezirk.

Dementsprechend

muss das Feedback,

das Sie bekommen,

äußerst positiv ausfallen?

Ganz genau, richtig.

Also haben Sie auch

viele helfende Hände

innerhalb des afrikanischen

Viertels?

Ja, uns hilft ein großer

Teil der Bewohner. Vor

allem viele afrikanische

Künstler, denen

sonst keine Plattform

für ihre Arbeit geboten

wird. So gelingt es uns die Kultur Afrikas in den

Wedding zu bringen.

Assibi Wartenberg vor ihrem Restaurant; Foto: AMZ

Können Sie uns etwas zu den diesjährigen

Künstlern sagen? Haben Sie einen Favoriten,

den man unbedingt sehen sollte?

Musik ist in und außerhalb Afrikas ein wichtiger

Bestandteil der Kultur und darf deswegen

nicht bei unserem Afrikafest fehlen. Ich freue

mich besonders auf den Künstler Kanga Bongo

Man, den sollte wirklich niemand verpassen.

Dieser kommt aus dem Kongo und lebt in

London. Momentan arbeiten wir daran, ihn als

Headliner zu verpfl ichten.

Haben Sie das Gefühl, dass Sie Ihrem Ziel,

der Integration des afrikanischen Bevölkerungsteils

im Wedding, näher gekommen

sind? Hat sich das interkulturelle Miteinander

verbessert?

Wir sind wirklich auf bestem Wege. Durch die

Kolonialgeschichte haben wir viele Afrikaner in

Berlin, die diese gemeinsame Geschichte vereint.

Mit dem Afrikafest kommen wir uns zudem

noch ein Stückchen näher. Das ist meiner

Ansicht nach ein sehr gutes Zeichen. Auch viele

neue Initiativen, die sich damit beschäftigen,

scheinen endlich Erfolg mit sich zu bringen.

Unser Reichtum ist die Kunst und Kultur. Vieles

davon war bisher verdeckt und versteckt.

Nun gibt es auch für Afrikaner außerhalb Afrikas

die Möglichkeit sich zu entfalten. Wichtig

ist, dass die Menschen ihre

Angst vor der Migration verlieren

und wir wollen ihnen dabei

helfen.

Und das ist Ihre Motivation?

Ja, das motiviert mich sehr.

Welche Entwicklungen und

Tendenzen in Bezug auf die

Entwicklung des Stadtteils

sind für Sie konkret sichtbar?

Ich denke insbesondere die Anerkennung

des afrikanischen

Bevölkerungsanteils hat sich

sichtlich verbessert. Migranten

und afrikanische Communities

bekommen eindeutig mehr

Chancen. Vielen Menschen

wird zum Beispiel durch ein

Studium die Möglichkeit gegeben,

ihre Lebensqualität zu verbessern. Davon

profi tiert wiederum auch die Stadt Berlin. Das

ist ein toller Kreislauf, der sich da entwickelt.

Wie finanzieren Sie das Afrikafest?

Die fi nanzielle Unterstützung kommt von den

Quartiersmanagements Sparrplatz und Pankstraße.

Meine Hoffnung ist aber, dass im

ganzen Bezirk Wedding die Absprache und

Zusammenarbeit besser funktioniert und man

sich somit gezielter auf Großprojekte konzentrieren

kann.

Haben Sie eventuell noch etwas anzumerken,

auf das Sie bezüglich des Afrikafestes

aufmerksam machen möchten?

Ja, ich möchte, dass alle Leute, die nicht die

Möglichkeit haben in den Urlaub zu fahren, zu

unserem Fest kommen und die Schönheit Afrikas

mit uns hier im Wedding genießen.

Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin

viel Erfolg mit dem Afrikafest!

Stefanie Schams

12 12 KiBo Nr.35

Juli / August 2010


Super-Ferienprogramm im Sprengelkiez

Kinder und Jugendliche können in den Sommerferien auch mit kleinem

Geldbeutel viel Spaß haben. Engagierte Menschen und Einrichtungen

bieten im Sprengelkiez ein reichhaltiges Ferienprogramm, ermöglicht

auch durch Fördermittel aus den Quartiersfonds 1 und 2. ..

Kreative und spaßbetonte Bewegungsangebote im Sprengelpark

werden von Fit4Age und dem Studio Balu angeboten. Erstere bringen

auch Bälle und Spielgeräte mit, damit sich die Jüngsten so richtig

austoben können.

Die „Spielplatzforscher/innen“ vom Studio Balu erkunden mit einer

Bildenden Künstlerin an zwei Tagen den öffentlichen Raum des

Parks. So entsteht eine Choreografi e, und zum Schluss gibt es eine

öffentliche Performance.

Der TELUX-Abenteuerspielplatz hat natürlich im Sommer auch

viel zu bieten, und zusätzlich wurden Ausfl üge in verschiedene

Schwimmbäder, in Museen und den spannenden Hochseilgarten in

Strausberg organisiert.

Auflüge mit Telux

Mi. 21.07.2010 11.30 – 17.30 Uhr

Exploratorium in Potsdam

(Sprengmeister Wasser)

Fr. 23.07.2010 10.30 – 18.00 Uhr

Strausberg

(Hochseilgarten und Schwimmen)

Technikmuseum / Spektrum

oder Schwimmen

Mo.26.07.2010 11.30 – 17.00 Uhr

Schwimmausflug

Freibad Humboldthain

Sa.31.07.2010

13.30 – 19.00 Uhr

Ausfl ug zum Gauklerfest am Opernpalais

Klettern und Spiele im Schillerpark

Sa.07.08.2010

11.30 – 17.00 Uhr

Aquarium am Zoo oder Schwimmen

Mo.09.08.2010

11.30 – 17.00 Uhr

Schwimmausfl ug Freibad Pankow

Treffpunkt für die Ausflüge ist der

Abenteuerspielplatz Telux

Tegeler Str. 28a

Tel. 030/462 98 29

Eine Anmeldung mit Unterschrift

der Erziehungsberechtigten ist

erforderlich.

Die Formulare sind ab den 28. Juni

von Mo. – Fr. zwischen 13.00 –

18.00 Uhr auf dem Abenteuerspielplatz

Telux erhältlich

Ferienprogramm für den Sprengelpark

Montags Dienstags Mittwochs Donnerstags Freitags

11.00 – 13.00 Uhr

Spielplatzforscher/-innen

mit Simone, Studio Balu

14.00 – 15.00 Uhr

Basketball mit Heinz

fi t4age

15.00 – 16.00 Uhr

Parcours mit Margarete

Praxis für Ergotherapie

17.00 – 18.00 Uhr

Trommeln mit Nikola A.i.K

18.00 – 20.00 Uhr

Beachvolleyball Mixed mit

Gosia und Heinz, fi t4age

11.30 -12.30 Uhr

Hula Hoop mit

Gosia, fi t4age

14.00 – 15.00 Uhr

Bewegungsspiele mit

Alexandra, fi t4age

16.00 – 17.00 Uhr

Kinderlieder

Seepferdchen e.V.

11.00 – 13.00 Uhr

Zirkus mit Miles

14.00 – 16.00 Uhr

Slackline mit

Fräncky, Longboadz

14.00 – 16.00 Uhr

Kreativ mit Trialog

e.V.

16.00 – 17.00 Uhr

Rhythm & Dance

mitB-Fan

11.00 – 13.00 Uhr

Spielplatzforscher/-innen

mit Simone, Studio Balu

11.30 -12.30 Uhr

Hula Hoop mit

Gosia, fi t4age

15.00 – 16.00 Uhr

Parcours mit Judith

Praxis für Ergotherapie

16.00 – 17.00 Uhr

Tischtennis mit

Nikola, A.i.K.

11.00 – 13.00 Uhr

Zirkus mit Miles

Juli / August 2010

KiBo Nr.5 Nr.3

13


Mein Initiative

Kiez

Das Sparrplatzfest 2010

Am 3. Juli 2010 fand wieder

das traditionelle Fest im

Sprengelkiez statt. Bei 32

Grad erstrahlte der Sparrplatz

fröhlich und bunt mit

seinen Ständen und der

Kinderbühne. Dabei waren,

unter anderen, das Projekt

Kiezpatenschaften, wo auf

das Kiezcafé der Baptistenkirche

Wedding für Mütter

aufmerksam gemacht

wurde, die CDU Wedding,

wo sich ein Mädchen bemühte,

einen in der Rate-

Mal-Schachtel versteckten

Gegenstand zu identifi zieren,

die Trift-Grundschule,

wo über das spezielle zweisprachige

Unterrichtssystem

der Schule informiert

wurde, Street Art der Tacheles Art Akademie,

wo sich Kinder reichlich der Farben bedienten,

der Stand mit afrikanischem Essen, das

man für eine Spende genießen konnte, und so

weiter und so fort. Auf der Bühne war anfangs

noch etwas Lampenfi eber in der Kinderband

von Seepferdchen e. v. zu spüren, doch nach

dem ersten Song von Michael Jackson ging

Der Zauberer auf dem Sparrplatzfest; (r.o.) Die Infostände; (r.u.) die Bühne ; Fotos: AMZ

es wieder locker zu. Beeindrucken konnte die

Trift-Grundschule mit ihrem Line-Dance und

türkischem Volkstanz, Capoeira und akrobatischen

Einlagen der Leiterin. Der Zauberer

genoss wieder mal die Aufmerksamkeit der

Kinder und brachte sie auch herzlich zum Lachen.

Im Anschluss liefen die Kinder schon

ungeduldig auf den Zillebus zu, während

ein Mädchen und ein Junge kreischend und

lachend mit den gelben Ballons gegeneinander

schlugen. Zum Schluss verfolgte man

gemeinsam den Sieg der deutschen Nationalelf

- ein krönender Abschluss für ein rundum

gelungenes Fest.

Marina Stajakovic

Acht Jahre Aktiv im Kiez e.V.

Zum 8. Mal hat der Verein „Aktiv im Kiez e.V.“ Anfang Juni zum Geburtstag eingeladen.

Eigentlich könnte man die Bilder für sich sprechen lassen, denn es sind

so viele Gäste gekommen. Umso mehr ein multikulturelles Erlebnis für alle Anwesenden.

Für die mitgebrachten Leckerein zum kalten Büfett und die Spende von Ernst e.V.

möchten wir uns nochmals herzlich bedanken.

Die Muse wurde von Mary & Mandy geküsst, denn sie erfreuten uns mit ihren

Texten und Melodien.

Ehrenamtliche Tätigkeiten von besonders engagierten Bürgern wurden auch mit

einer Urkunde bedacht. Hier waren es die 9- bis 13-jährigen Mädchen, die beim

sonntäglichen Frühstück unaufgefordert die Kleinsten betreuen. Sie waren sichtlich

überrascht und haben sich über die Urkunde sehr gefreut.

Das Interesse von Frau Lehner aus dem Abgeordnetenhaus, des Bezirksbürgermeisters

Herrn Hanke, und des Quartiersmanagement/Sparrplatz - Frau Kast

und Herr Langer, haben uns auch sehr gefreut.

Die Stimmung an diesem Nachmittag gibt uns wieder Recht, dass aktiv im Kiez

zu sein ein schöneres Miteinander für die Zukunft bedeutet.

Mit diesen Wünschen freuen wir uns schon auf den 9. Geburtstag von „Aktiv im

Kiez e.V.“.

Bis dahin bleiben Sie alle schön aktiv und gesund.

14

Text Evelyn Keskin Fotos Monika Tandel Ein Fest des Vereins Aktiv im Kiez e.V.; Foto Siemen Dallmann

KiBo Nr.3

Juli / August 2010


Eltern helfen Eltern – die Elternpaten starten jetzt durch

Seit Mai 2009 gibt es das Projekt „Eltern für Eltern“ im Sprengelkiez. Ziel ist es, durch eigens qualifizierte, ehrenamtliche

Elternpaten Familien bei der Erziehung zu stärken. Nun haben die Elternpaten begonnen, verstärkt auf Familien zuzugehen,

um ihnen mit Rat und Tat beizustehen.

Sevim Ülker und Safiye Kaplan. Foto: AMZ

Safiye Kaplan ist eine Frau mit viel Erfahrung.

Als Mutter von vier Söhnen ist sie kompetente

Ansprechpartnerin z.B. bei Fragen der Erziehung,

des deutschen Schulsystems oder

familiärer Probleme. Dennoch hat sie beim

Projekt „Eltern für Eltern“ ein umfangreiches

Schulungsprogramm durchlaufen, um nun im

Sprengelkiez als Elternpatin aktiv zu werden.

Vielleicht liegt es daran, dass Safiye schon als

Lotsin beim „Brücke-Projekt“ anderen Menschen

Lösungswege aufzeigen konnte. Vielleicht

liegt es aber auch daran, dass sie einfach

ein sehr aktiver Mensch ist. Mit ihrem ehrenamtlichen

Einsatz für verschiedene Projekte

wie z.B. die Dersim-Kulturgemeinde (die auch

beim Karneval der Kulturen mit einem viel beachteten

Festzelt vertreten war) oder durch ihre

Malerei ist sie vielfach bekannt. Als aktive, allein

erziehende Mutter von vier Kindern verfügt sie

also über einen reichen Erfahrungsschatz, doch

hat sie beim Projekt „Eltern für Eltern“ auch viel

Neues gelernt. Dieses Wissen möchte sie nun

im Kontakt zu Familien aus dem Kiez weitergeben.

Die Schulungen

In der ersten Phase erwarben die Elternpaten

das Knowhow dafür, andere Eltern über verschiedene

Themen rund um Bildung und Kindererziehung

zu informieren. Seit 2010 werden

zu diesem Zweck vom Träger Trialog e.V.

deutschsprachige Frauen verschiedener Kulturen

aus dem Kiez geschult. Man erhofft sich,

dass so diejenigen besser erreicht werden, die

eher keine Elternratgeber lesen. Die Elternpaten

sollen Anregungen geben für die optimale

Entwicklung und Förderung der Kinder. Eltern

werden dabei z.B. zu Fragen der Kindererziehung,

Tagesbetreuung, Einschulung und zu sozialen

Leistungen beraten. Ein weiteres Ziel ist

es, den Eltern mehr Gespür für ihre Mitverantwortung

und ihre Mitwirkungsmöglichkeiten bei

der Entwicklung ihrer Kinder zu geben. Nicht

zuletzt vermitteln die Elternpaten auch konkrete

Hilfen wie z.B. „Wo bekomme ich preiswerte

Möbel ?“.

So lief das Projekt bisher

Insgesamt fünf ehrenamtliche Elternpaten nahmen

an den Schulungen teil und absolvierten

dabei ein anspruchsvolles Programm. Im ersten

Modul wurden Grundkenntnisse über die Entwicklung

und Bedürfnisse von Kindern vermittelt.

Es gab u. a. Schulungen zu den Themen:

Mehrsprachigkeit /Sprachförderung, Ernährung

und Gesundheit, Unterstützungsangebote in

den Bereichen Bildung, Beratung, Transferleistungen.

Die Elternpaten lernten außerdem etwas

über das Schulsystem und wie Eltern dort

aktiv teilhaben können. Und es ging auch um

die Identität und Haltung als Elternpate – von

der Theorie in die Praxis.

Safiye Kaplan und die anderen Elternpaten wird

man demnächst öfter zu sehen bekommen. Mit

ihrem T-Shirt und der Tasche mit dem Logo von

„Eltern für Eltern“ gehen sie z. B: auf Spielplät-

ze oder in den Sprengelpark, um dort andere

Eltern zu treffen. Über persönliche Kontakte

und vermittelt durch die Schulen machen die

Elternpaten so auf ihr Unterstützungsangebot

aufmerksam.

Dabei wird die Elternpatin mit ganz unterschiedlichen

Problemen konfrontiert. Aktuell haben

viele Familien im Sprengelkiez schlicht finanzielle

Nöte. Und wenn das Geld nicht reicht, gibt

es schon mal zu Hause Zoff. Oder sie soll beim

Ausfüllen von Anträgen helfen. Mehr Sorgen

macht ihr aber, dass viele Eltern ihren Kindern

keine interessanten Erfahrungen anbieten und

selten aus dem Haus gehen. Auch deshalb können

Kinder in den Sommerferien mit Safiye im

Sprengelpark malen, immer mittwochs von 14

bis 16 Uhr. (Siehe auch den Artikel zum Sommerferienprogramm)..

Die Elternpaten treffen sich neben ihren Einsätzen

in den Familien jeden Mittwoch vom 12.00-

14.00 Uhr im Sparrladen in der Willdenowstraße

5, der auch allen Eltern offen steht. Eines

hat sich jetzt schon bei ähnlichen Projekten, wie

z.B. den „Stadtteilmüttern“ in Neukölln gezeigt:

Eine Maßnahme wie „Eltern für Eltern“ muss

längerfristig wirken, damit die Kinder aus dem

Sprengelkiez noch besser gefördert werden.

Anne Wispler

-------------------------------------------------------------

Ansprechpartner

Sevim Ülker 0177 / 781 78 57 und Ulrich Schnabel

0177 / 781 78 68

Trialog e.V., Tegeler Straße 40, 13353 Berlin

Juli / August 2010

KiBo Nr.3

15


Mein Initiative

Kiez

Und der Sprengelkiez wurde Afrika

Vom 15. Juni bis 10. Juli ist die afrikanische Kunst unser Gast im Wedding

Bilder des Künstlers Doe Tamokloe und der Künstlerin Gnandi

Am 15. Juni 2010 war die Eröffnung der afrikanischen

Kunstausstellung in der Galerie im

Kurt Schumacher Haus in der Müllerstr. 163 in

Berlin Wedding. Initiator ist NARUD e.V., der

sich für Integration engagiert. Das war etwas

für den Sprengelkiez, da man die Symbiose

unterschiedlicher Inspirationen wahrnehmen

Ingo Siebert, Aziz Lamere, Eva Högl und Joachim Wagner (v.l.n.r.)

konnte. Afrika steht derzeit mit der Weltmeisterschaft

in Südafrika im Mittelpunkt und man

konnte an dem Tag die Begeisterung der zahlreich

erschienenen Gäste spüren. Anwesend

war auch Dr. Eva Högl, Mitglied des Deutschen

Bundestages, Künstler unterschiedlicher

Richtungen und viele andere. Es war für

uns vom Kiezboten die Gelegenheit, Meinungen

von Künstlern, Gästen und Veranstaltern

zu erfragen. Weiter wollten wir wissen, was

diese Menschen aus verschiedenen Ländern

und Kulturen verbindet und was sie über die

Integrationsproblematik in Deutschland denken.

Die Veranstaltung war sehr gut besucht.

Offensichtlich gab es Sehnsucht nach Künstlern

aus Afrika. Hoffentlich wiederholt sich

diese Erfahrung.

3 Fragen an Dr. Eva Högl, Mitglied

des Deutschen Bundestages

Frau Dr. Högl, es ist für uns eine erfreuliche

Überraschung, Sie bei dieser Ausstellung

zu treffen. Was motivierte Sie?

Ich habe mein Büro hier

in der Nähe, ich komme

häufiger in diesen Raum

und gucke mir Ausstellungen

an. Ferner

eröffne ich auch häufiger

welche. Mich hat

natürlich besonders die

afrikanische Kunst interessiert,

vor allem die

Mischung aus Tradition

und Moderne. Ich sagte

auch vorhin, wir haben

ein afrikanisches Viertel

hier im Wedding und ich

bin sehr daran interessiert

mit Afrikanern und

Afrikanerinnen, die hier

in Berlin oder anderswo in Deutschland oder

in Afrika leben in Kontakt zu treten und Austausch

zu pflegen. Das ist heute eine gute Gelegenheit,

um KünstlerInnen zu treffen.

Was würden Sie über den Sprengelkiez

und die Integration von Migranten sagen?

Meiner Ansicht nach ist Integration keine Einbahnstraße.

Integration setzt voraus, dass

alle Menschen, die in einem Kiez leben, bei

guter Nachbarschaft zu einem gemeinsamen

Miteinander kommen. Das heißt, dass sich

diejenigen, die schon länger in Deutschland

leben, einstellen müssen auf Menschen, die

neu dazu kommen. Und die, die neu dazukommen,

müssen sich auch mit denen arrangieren,

die hier schon länger leben .

Ich bin der Ansicht, dass nicht nur die Zuwanderer

und Zuwanderinnen sich integrieren

müssen; auch die Deutschen, die hier leben,

müssen sich auf andere Leute einstellen und

aufgeschlossen und interessiert sein. Meiner

Ansicht nach gelingt das ganz gut im Sprengel

kiez. Die Menschen sollen konsequent in diese

Richtung weitergehen, nämlich offen und

tolerant zueinander sein.

Ich habe bei Ihrem Vorwort das Gefühl gehabt,

dass Sie eine Afrika-Expertin sind.

War mein Eindruck richtig?

Ich bin keine Afrika-Expertin. Ich interessiere

mich sehr für Afrika und das kommt vor allem,

weil viele Leute hier leben, die aus Afrika hierher

gekommen sind und das finde ich sehr

spannend als Möglichkeit des Austausches.

Eine andere Kultur, eine andere Tradition, das

finde ich unheimlich interessant.

Vielen Dank, Fr Dr. Högl

Interview mit Aziz Lamere von

NARUD e.V

Guten Tag Herr Aziz Lamere. Sie sind der

Initiator dieser Ausstellung Afrikanische

Vielfalt – Die Kunstausstellung zur WM

2010. Können Sie uns etwas über die Idee

erzählen?

Diese Ausstellung findet in einer Gesamtveranstaltung

namens „Afrika im Wedding“ statt.

Mit mehreren Vereinen wollen wir die afrikanische

Gemeinschaft in Berlin, vor allem im

Wedding, stärken. Der Anfang ist heute in diesem

Raum, der Galerie im Kurt Schumacher

Haus. Es geht darum, mit Kunst die afrikanische

Vielfalt zu präsentieren. Das haben wir

mit Künstlern aus unterschiedlichen Ländern

Afrikas versucht und gleichzeitig die Euphorie

der WM genutzt.

16 KiBo Nr.3

Juli / August 2010


Sie sind Projektleiter von Narud e.V. Können

Sie uns ihren Verein vorstellen?

Narud e.V. ist eine nicht Nicht-Regierungs-Organisation,

existiert seit 6 Jahren und handelt

gemäss der Überzeugung, dass Integrationsarbeit

in Berlin essentiell ist und der Entwicklungszusammenarbeit

Vorschub leistet.

Unser Schwerpunkt ist Integrationsarbeit. Diese

Ausstellung gibt afrikanischen Künstlern

Gelegenheit sich vorzustellen und Afrika aus

einem anderen Blickwinkel zu präsentieren.

Interview mit dem Maler /

Künstler Christophe Ndabananiye

Guten Tag Herr Ndabananiye. Es ist für uns

vom Kiezboten eine Ehre bei dieser Ausstellung

anwesend zu sein. Können Sie

sich bitte vorstellen?

Ich heiße Christophe Ndababananiye. Ich

stamme aus Ruanda und bin 1977 im Kongo

geboren. Ich lebe in Deutschland seit mehr als

14 Jahren und seit fast zwei Jahren im Sprengelkiez.

Wie sind Sie auf die Malerei gekommen?

Das ist eine lange Geschichte. Als ich 13 Jahre

alt war, hat mein Cousin in Ruanda eine

Kunstoberschule besucht, die „l’école des beaux

arts“. Er war Bildhauer und ich war immer

fasziniert seine Kunstwerke zu sehen. Dann

habe ich mich an dieser Schule beworben und

meine Begeisterung hat sich nur verstärkt. Ja,

so habe ich die Kunst durch meinen Cousin

entdeckt.

Können Sie uns etwas über die Afrikaner

in der deutschen und europäischen Kunstszene

sagen?

Das ist eine schwierige Frage. Ich bezeichne

meine Kunst als Diaspora-Kunst. Über die

Kunst von meinen afrikanischen Kollegen

und Kolleginnen würde ich sagen, dass sie

langsam an Anerkennung gewinnt. Es wird

zunehmend in einem anderen Kontext gesehen,

nicht im ethnologischen, sondern im allgemein

künstlerischen Kontext. Es freut mich

besonders, dass man dieses Gefühl auch in

Deutschland haben kann.

Was können Sie über die Integration von

Migranten und das Zusammenleben im

Sprengel-Kiez sagen?

Durch Bilder kann man kommunizieren. Was

wäre ihre Botschaft an junge Leute, die nach

Deutschland kommen und sich entscheiden

hier weiterzuleben. Hier in meinem Sprengel-

Kiez, wo ich gerne lebe, wünsche ich mir,

dass die Leute sich gesellschaftlich aktiv beteiligen

und noch mehr mit Kunst und Kultur

auseinandersetzen.

Wann und wo kann man weitere Arbeiten

von Ihnen sehen?

Zurzeit habe ich eine Ausstellung in Eva Leber

Haus, das ist das Hauszentrum in Bayreuth.

Die Ausstellung läuft bis September .

Ausstellung „SPUREN“ von 22.4. bis

5.09.2010 im Iwalewa Haus in Bayreuth.

Vielen Dank Herr Ndabananiye

Interview mit dem Künstler

Dennis Doe Tamakloe

Dennis Doe Tamakloe wurde in Ghana geboren.

Seit 1994 lebt er als freischaffender

Künstler in Berlin.

Guten Tag Herr

Tamakoué. Vielen

Dank, dass Sie

sich Zeit für uns

genommen haben.

Können Sie

uns Ihre Arbeit

vorstellen?

Als ich nach Berlin

gekommen bin,

war ich sehr von

der Architektur

fasziniert. Mit der

Zeit merkte ich,

dass es sehr viele

Vandalen in der

Stadt gab; Leute,

die mit Sprühdosen

Zeichnungen

und Botschaften

auf Wände schrieben.

Anfangs stellte

ich mich dagegen

und hatte kein

Verständnis. Mit der Zeit merkte ich, dass alles

nicht so schlimm war und man nur hinhören

sollte. Irgendwann habe ich den Minimalismus

in diesen Graffitis näher angeschaut

und konnte sehr viele Figuren erkennen und

dadurch neue Ideen für meine Arbeit bekommen.

Grundsätzlich haben diese Graffitis Ihren Ursprung

in Afrika. Die Jäger hatten damit Ihre

Wege markiert, um zurückzufinden. Wenn ich

das mit den heutigen Graffitis vergleiche, ist

der einzige Unterschied, dass man jetzt mit

Sprühdosen die Bilder macht. Meine Arbeit ist

mit dem afrikanischen Ursprung verbunden,

nimmt jedoch auch Elemente aus anderen

Kulturen.

Sie beschreiben Ihre Kunst und man kann

grosse Begeisterung spüren. Wir leben

hier im Sprengelkiez mit einer hohen Anzahl

Migranten. Wollen Sie vielleicht mit

Ihrer Arbeit den Leuten zeigen, dass Kontinente

sowie Hautfarbe keine Rolle spielen

oder zumindest spielen sollten?

Was Kunst ist, muss universal sein. Das muss

sich nicht auf ein Land oder eine Region beschränken,

sondern soll von jedem frei und offen

betrachtet werden. Ich bin Afrikaner, male

auf Leinwand aus China, die Farben und Pinsel

kommen aus anderen Ländern. Rein afrikanische

Künstler benutzen Zubehör aus Afrika.

Ich lebe in Europa und benutze moderne

Techniken für meine Arbeit. Das ist universal.

Es ist nicht europäisch oder afrikanisch, es ist

einfach moderne Kunst. Alle Elemente müssen

zusammengehören und sich gegenseitig

akzeptieren; das gilt auch für Menschen. Im

Dennis Doe Tamakloe, Joachim Wagner, Roukaya Gnandi, Aziz Lamere

und Christophe Ndabananiye (v.l.n.r.)

Sprengel-Kiez fühlt man sich gut und spürt

den Willen gemeinsam zu leben.

Haben Sie Botschaften an Künstler und andere,

die noch Anfänger sind und den Weg

zum Erfolg suchen?

Sie müssen offen sein und nicht nur in ihrer

kleinen Ecke leben. Sie sollen sich nicht nur

beschweren, dass andere verschlossen sind,

sondern auf andere Menschen zugehen. Die

Tür ist da, sie sollen nur Mut haben rein zu

kommen. Als ich angefangen habe, fragten

mich die Leute, warum ich keine rein afrikanische

Kunst mache? Meine Antwort war klar,

ich bin nicht mehr in Afrika und meine Reise

ist meine Inspiration. Die jungen Leute sollen

auch die Möglichkeiten hier wahrnehmen und

nutzen.

Danke sehr, Herr Tamakloe!

Narcisse Djakam

Juli / August 2010

KiBo Nr.3

17


Mein Initiative Kiez

So wurde die WM im Sprengelkiez gefeiert

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika

war in diesem Sommer auch bei uns im Kiez

das bestimmende Thema. Zwischen dem Eröffnungsspiel

am 11. Juni und dem Finale am

11. Juli konnten die Kiezbewohner an allerlei

Orten gemeinsam die WM-Spiele verfolgen

und zusammen erleben. Der Verein „Aktiv

im Kiez (AiK e.V.)“ gab dazu im Vorfeld eine

Broschüre mit dem Titel „Lebendiger Fußballkalender“

heraus, auf dem die vielfältigen

Möglichkeiten verzeichnet waren.

Doch nicht immer waren

die Veranstaltungen gut

besucht. Spiele wie etwa

Honduras gegen Chile, das

im Nachbarschaftsladen in

der Sprengelstraße gezeigt

wurde, zogen naturgemäß

doch recht wenige Zuschauer

an. Ganz anders natürlich die Spiele mit deutscher

Beteiligung. Ein klarer Höhepunkt war

die Partie Deutschland gegen Ghana, die man

ganz außergewöhnlich auf der Dachterrasse

der Osterkita verfolgen konnte. Knapp 100

Zuschauer verschiedenster Herkunft feierten

hier das Weiterkommen beider Teams und

den deutsch-türkischen Torschützen Mesut

Özil. Gute Stimmung herrschte auch bei den

Gastronomiebetrieben, die zum Teil aufwändige

Leinwände in ihren Lokalen anbrachten.

Beim Spiel Deutschland gegen Serbien etwa

fanden einige spät Gekommene bei Schupkes

in der Triftstraße gar keinen Platz mehr und

verfolgten stehend die umstrittene Niederlage

unserer Elf. Ähnlich ging es auch den anderen

Cafes und Kneipen im Kiez. Wie Schupke war

etwa auch das „Auszeit“ in der Kiautschoustraße

oft gerammelt voll. Ein Dank gilt an dieser

Stelle den fl eißigen Bedienungen, die es trotzdem

schafften, den sommerlichen Durst der

Gästescharen zu stillen.

WM bei Dönerladen Didim

WM beim Dönerladen Didim

WM gucken beim Ernst

WM bei Italiener Il falco

WM gucken beim Joker

Spannung auf der Osterkirche

Text: Thomas Bindernagel

Foto: Siemen Dallmann

WM bei Schade

Jubel auf dem Sparrplatzfest

Sportfest für Kinder

Am letzten Sonntag der Sommerferien, am 22.August verwandelt sich der Sprengelpark in eine kleine Sportlandschaft. fi t4age, die Etage für

Gesundheit, veranstaltet im Rahmen eines Projektes der „Sozialen Stadt“ ein Sportfest für Kinder im vorschulpfl ichtigen Alter.

An verschiedenen Stationen können Jungens und Mädchens Sackhüpfen, Jonglieren, Balance-Übungen machen und dabei Punkte auf der

Stationenkarte sammeln. Am Ende des Nachmittags werden dann alle Kinder ausgezeichnet.

Zwischendurch gibt es den zweiten Bambini-Lauf im Sprengelpark, für Kinder verschiedener Altersstufen.

Eröffnet wird das Fest um 11.3 0Uhr mit einer kleiner Andacht, geleitet von der Pastorin der Osterkirche. Der erste Startschuss fällt dann um

12.30 Uhr,

die Preisverleihung wird ab 16.00 Uhr abgehalten.

Weitere Informationen und Anmeldung bei fi t4age, Tel.: 33 93 69 89

Heinz Reichenecker

18

KiBo Nr.3

Juli / August 2010


Liebhaber der „Neunten Kunst“, so

wird das Comic Genre bezeichnet,

hatten am 30. Juni und 2. Juli die

Gelegenheit, sich drei Stunden

mit dieser äußerst unterhaltsamen

aber anspruchsvollen Kunstform

zu befassen. Wer vorzeitig in die

Tegeler Straße geschlendert war,

konnte sich vor die Galerie setzen

und es sich mit einer Tasse Kaffee

gemütlich machen.

Diana Baur, freiberufliche Grafikdesignerin

und Illustratorin, eröffnete

den Workshop mit einer

Einleitung in die formalen und

praktischen Aspekte der Comic-Zeichnung.Ihre

Ausführungen erstreckten sich von StrichmännchenComics

über die Scribbles und Bubbles bis

zur visuellen Darstellung von Bewegung, Aktion,

Lauten, verschiedenen Effekten usw.. Alles

wurde zur Veranschaulichung mit Beispielen

illustriert anhand von Comic-Heften, Büchern

und Katalogen. Nach dem Hinweis, dass manche

Menschen gegenüber Comics das Vorurteil

haben, dass sie zu sehr vereinfachen,

ging es los mit dem Spaß. Es wurden Zettel

mit Sprichwörtern gezogen, die den Anstoß für

Ideen geben sollten. Es blieb jedoch sehr viel

Comic Workshop im Wedding Art e.V.

Eine Teilnehmerin des Comic-Workshops; Foto: AMZ

Spielraum für die individuelle Umsetzung. Das

Anschauungsmaterial blieb am Tisch, um mit

seinem bunten Inhalt als Vorlage zu dienen. Es

tauchten bei der Ausarbeitung einige Schwierigkeiten

auf, mal gab es ein perspektivisches

oder ein anderes Problem, wobei Frau Baur mit

schnellen, flinken Strichen die Situation klärte.

Währenddessen wurde immerzu gemütlich geplaudert.

Dabei gab Frau Baur ihrem Wunsch nach

Räumlichkeiten für künstlerisches Arbeiten Ausdruck

.Man könne solche und ähnliche Workshops

ebenso wie Ausstellungen regelmäßig

veranstalten. Dazu brauche man , wie

Frau Baur meinte, ein Konzept mit

Hand und Fuß und Geld. Diesbezüglich

erwähnte sie das Stadtbad Wedding,

das mit seinen Räumlichkeiten

auf 2000 qm einen ausgezeichneten

Ort für künstlerische Tätigkeiten und

Events darstellen würde.

Frau Baur organisierte 2006 und 2007

ein Kinderbuchprojekt. Eltern haben

Kindergeschichten geschrieben und

Diana Baur hat diese anschließend

illustriert, wobei etwa 200 gedruckte

Bücher entstanden sind. Der Wedding

sei ja, so die Graphikdesignerin und

Illustratorin, ein recht gutes Viertel für Künstler,

wegen der überschaubaren Preise, was den

Erfolgsdruck von den Künstlern nehme und sie

ihre Arbeit dann in Ruhe entwickeln können.

Die Zeit verstrich schnell unter Plaudereien

während der Verfertigung der Bildgeschichten.

Kunstinteressierte können noch bis Ende Juli

die unterschiedlichen Kursangebote von Wedding

Art in der Tegeler Straße 40 wahrnehmen,

ihre eigenen Talente entdecken und sich in angenehmer

Gesellschaft austauschen.

Marina Stajakovic

Du benötigst

Apfel-Karotten-Salat

von Marcel für 4 Personen

2 Äpfel

12-14 Karotten

1 halbe Zitrone oder Orange

Zubereitung

Zuerst musst Du Deine Äpfel und Karotten waschen und

schälen. Danach nimmst Du dir eine Küchenreibe und reibst

die Äpfel klein. Die Karotten kannst Du dann mit der Reibe

in feine Streifen hobeln. Nun gibst Du die Karottenstreifen

und den Brei aus geriebenen Äpfeln in eine große Schüssel.

Nun musst Du alles noch einmal gut umrühren.

Guten Appetit

Apfelsorten

Zu der Geschichte und den Inhaltsstoffen von Äpfeln kannst

Du auf der Rückseite „Apfelkuchen“ schon etwas lesen.

Aber kommen wir nochmals zurück auf die verschiedenen

Apfel-sorten.

Die Sorte des Apfels ist entscheidend für seinen Geschmack

und bestimmt oft auch die Möglichkeiten der Anwendung.

Was heißt das? Das bedeutet, ein Apfel der gut zur Herstel-

KIEZKOCHBUCH VON KINDERN

Cortland leuchtend-rote Schale;

helles Fruchtfleisch; rund

mit abgeflachten Enden

Golden

Delicious

gelbe Schale; mittelfestes

Fruchrfleisch; leicht längliche

Form

lung von Apfelmus ist, muss nicht immer

gut zum Backen sein. Und manche Äpfel

kann man kochen, sie schmecken aber

nicht roh, da sie z.B. zu sauer sind. Hier

findest Du nun eine kleine Tabelle, die

Dir weiterhelfen soll.

nur leicht

säuerlich

süß, saftig

Sorte Aussehen Geschmack Verwendung

Boschop groß,grünlich-gelbe Schale

säuerlich zum Kochen und

Backen

als Zwischenmalzeit,

zum Backen,

Herstellung von Apfelmus

Elstar rot gepunktete Schale saftig sehr gute Zwischenmalzeit

Gala

Jonagold

dünne gelbe Schale; knackiges

Fruchtfleisch

eine Seite gelb und eine

Seite orangerot (Sonnenseite);

gut lagerfähig; früh

reifend

würzig, aromatisch

süß, saftig,

sehr aromatisch

als Zwischenmalzeit,

zum Kochen

für alle Zwecke,

jedoch am Besten

zum Kochen und

Backen

Juli / August 2010

KiBo Nr.3

19


Nützliche Adressen

Konfliktagentur

Sparrstraße 19; 13 353 Berlin

Tel.: (030) 34717448; www.konfliktagentur.de

E-Mail: kontakt@konfliktagentur.de

Milchmeergalerie

Fehmarner Straße 22; 13353 Berlin;

Tel.: (030) 45494180: www.milchmeergalerie.de

Osterkirche

Samoastraße 14 ; 13353 Berlin

Tel.: (030) 453 30 43; www.ostergemeindeberlin.de/

E-Mail: info@ostergemeindeberlin.de

Quartiersmanagement Sparrplatz

Burgsdorfstraße 13a; 13353 Berlin

Tel.: (030) 466 061 90; www.sparrplatz-quartier.de/

E-Mail: qm-sparrplatz@list-gmbh.de

Seniorenfreizeitstätte

Schulstraße 118; 13347 Berlin

Tel.: (030) 45024561

Montag bis Freitag von 9.00 bis 17.00 Uhr

SprengelHaus - interkulturelles Gemeinwesenzentrum

mit Gesundheitsförderung

Sprengelstraße 15; 13353 Berlin

Tel.: (030) 45 02 85 23/24; E-Mail: info@gisev.de

Stadtteilgenossenschaft Wedding

für wohnortnahe Dienstleistungen e.G

Sprengelstraße 15; 13353 Berlin

Tel.: (030) 454 904 44

E-Mail: info@stadtteilgenossenschaft-wedding.de

Wedding Art - Atelier und Galerie

Tegeler Str. 40; 13353 Berlin

Tel.: (030) 873 325 50; www.wedding-art.de

Weddinger Kinderfarm e.V.

Kontakt: Siegfried Kühbauer; Tel.: (030) 462 10 92

Luxemburger Straße 25, 13353 Berlin

E-Mail: weddinger.kinderfarm@berlin.de

Kommunales Forum Wedding e.V.

Sprengelstraße 15; 13353 Berlin

Tel. : (030) 46507199; E-Mail: kom.forum@web.de

Abenteuerspielplatz Telux

Projektträger: Bezirk Mitte

Kontakt: Maria Richter,Tegeler Str. 28a, 13353 Berlin

Tel.: (030) 462 98 29. www.kinderecho.de

Aktiv im Kiez e.V. Nachbarschaftsladen

Sprengelstraße 15; 13353 Berlin

Tel.: (030) 45977308. www.aktivimkiez.de

E-Mail: aktivimkiez@web.de

Arbeit und Nachbarschaft

Sprengelstraße 15. 13353 Berlin

2. Hof; 1. Etage; Tel.: (030) 465 071 99

E-Mail: info@alles-in-arbeit.de

die Lynar - Jugendfreizeiteinrichtung

Lynarstraße 14; 13353 Berlin; Tel.: (030) 45 31 00 38

E-Mail: julateg-wedding@arcor.de

Redaktion „Der Kiezbote“; Afrika Medien Zentrum

Torfstraße 12; 13353 Berlin

Tel.: (030) 97895536; E-Mail: Kiezbote@lonam.de

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