Die Glut des Glaubens entdecken - Pfarreiforum

pfarreiforum.ch

Die Glut des Glaubens entdecken - Pfarreiforum

8. Ausgabe 2013 Pfarrblatt Bistum St. Gallen

25.5. bis 14.6.13 www.pfarreiforum.ch

pFARREI

© Regina Kühne

Die Glut des Glaubens entdecken

Authentisch glauben, aus dem Glauben heraus leben, wie geht das? Der Einsiedler Abt Martin Werlen

möchte Mut machen, die Glut des Glaubens wieder zu entdecken und Asche wegzuräumen. Die Reaktionen

auf seine Schrift «Miteinander die Glut unter der Asche entdecken» füllen bereits sieben Bundesordner.

Im Interview gibt er Auskunft dazu. Seiten 2 und 3

Kathedrale St. Gallen Seite 4 Firmung ab 18 Seite 5 Berggottesdienste Seite 8


Aus dem Glauben heraus leben

Im Gespräch mit Abt Martin Werlen vom Kloster Einsiedeln

«Miteinander die Glut unter der Asche entdecken»: Unter diesem Titel hat Martin Werlen (50), Abt des

Benediktinerklosters Einsiedeln SZ, eine Schrift veröffentlicht, die auf breite Wahrnehmung gestossen ist.

Das Pfarreiforum wollte von ihm genauer erfahren, was denn Glut und was Asche ist im Glauben und Leben

der Kirche heute.

Pfarreiforum: Abt Martin Werlen, Sie sagten

kürzlich: «Meine Schrift hat eine

Bewegung ausgelöst; ich bekomme Reaktionen

von Menschen, die merken, dass der

Glaube wieder in ihr Leben zurückkehrt.»

Erzählen Sie uns mehr darüber!

Werlen: Mich freut es, dass so viele Menschen

wirklich die Glut des Glaubens wieder

in sich selber wahrnehmen. Dass sie plötzlich

ent decken: Etwas, das für mich erledigt

war, beginnt in mir zu glühen, wenn ich

diese Zeilen lese.

Mittlerweile füllen die Reaktionen auf meine

Schrift sieben Bundesordner. Ich erhielt Post

von einem Schauspieler, der die Aufgabe hatte,

meine Schrift für die Blindenbibliothek

zu lesen. Er schrieb mir: «Auch ich bin einer

der von Ihnen erwähnten aus der Kirche Ausgetretenen.

Im Kern krankt es bei allen am

selben, wie Sie, wie mir scheint, eindrücklich

beschreiben. Wenn so über Glauben und

Reli gion diskutiert wird, wie Sie das in Ihrer

Schrift tun: theologisch, sich mit dem Leser

unterhaltend und auseinandersetzend, ihn

herausfordernd, um Inhalte diskutierend, ja,

dann fängt es wirklich an zu glühen. Das ist

aufregend.»

Und zum Schluss schreibt er: «Ich grüsse Sie

herzlich und mit kleinem Feuer, das Sie heute

bei mir entfacht haben. Das ‹klein› meine ich

nicht vermindernd. Die Glut ist da, bei vielen.

Da bin ich mir nach dem Lesen Ihrer Schrift

sicher.» Entscheidend ist, dass wir die Glut des

Glaubens wieder wahrnehmen als Kraft, die

in uns da ist!

Pfarreiforum: Sie bedienen sich einer sehr

bildhaften Sprache. Sagen Sie uns konkret,

was für Sie die Glut ist, die unter der Asche

brennt. Und was für Sie Asche ist in der Kirche.

Werlen: Glut ist das, was christlicher Glaube

ist, Beziehung mit Christus, Leben, Dynamik

und Kraft. Asche sind Ausdrucksformen dieses

Glaubens, die zu einer bestimmten Zeit

aktuell waren, es aber mit der Zeit immer weniger

sind.

Ein Beispiel: Wenn wir im Kloster um Viertel

nach elf ins Konventamt gehen, weil es Viertel

nach elf ist, dann wird das zur Asche. Wenn

wir uns aber treffen, um Christus zu treffen –

dann ist das die Glut!

Es ist aber nicht immer leicht auseinanderzuhalten,

was Asche ist und was Glut. Ist eine

volle Kirche am Sonntag: Asche oder Glut?

Das kann man nicht einfach beantworten. Es

kann Glut sein, wenn Menschen zusammenkommen,

um miteinander Christus zu begegnen.

Es kann Asche sein, weil man einfach

zusammenkommt oder weil sozialer Druck da

ist. Oder das Beten: Ist es Asche oder Glut? Es

kann Asche sein, weil man einfach etwas tut,

das getan werden muss, denn sonst hat man

ein schlechtes Gewissen. Oder es kann die

Pflege der Beziehung mit Christus sein, also

Glut.

Oder Gott lieben: Ist das Asche oder Glut? Es

kann Glut sein, wenn es wirklich eine Beziehung

ist, die lebendig ist. Es kann aber auch

Asche sein. Wie es im ersten Johannes-Brief

heisst: «Wenn jemand sagt, ich liebe Gott, aber

seinen Bruder hasst, dann ist er ein Lügner.»

Plötzlich merkt man, die Unterscheidung ist

gar nicht so einfach.

Vielleicht ist vieles, was wir als Verantwortliche

in der Kirche zuerst einmal als Asche

wahrnehmen, sehr wohl Glut. Wenn Menschen

die Kirche kritisieren, weil sie an Dingen

in dieser Kirche leiden: Das kann sehr

wohl Ausdruck von Glut sein, obwohl wir es

auf den ersten Blick als Asche beurteilen.

Pfarreiforum: Obwohl es eigentlich der Ausdruck

einer enttäuschten Beziehung ist.

Werlen: Genau. Weil ihnen das Kirche-Sein

ein Anliegen ist, kommt es so zum Ausdruck.

Es ist nicht Gleichgültigkeit. Bei anderen,

die uns Verantwortlichen in der Kirche vielleicht

lieber sind, weil sie sich ruhig verhalten

und nicht aufbegehren, können wir ihr

Verhalten als Glut wahrnehmen. Dabei kann

es jedoch völlig Asche sein, weil der Glaube

nicht mehr lebt.

Pfarreiforum: Sie schreiben in Ihrer Publikation:

«Es geht darum, heute Kirche zu sein, heute

unseren Auftrag wahrzunehmen. Es geht

nicht darum, uns dem Zeitgeist anzupassen.

Es geht darum, den Zeitgeist wahrzunehmen,

die Menschen in unserer Zeit zu lieben und

das Evangelium zu ihnen zu tragen.» Wie soll

die Kirche konkret den Zeitgeist wahrnehmen,

ohne sich ihm anzupassen?

Werlen: Es ist nicht unsere Aufgabe, irgendein

System zu verteidigen oder zu erhalten.

Unsere Aufgabe als Kirche ist es, den Menschen

von heute Christus zu verkünden. Doch

dafür muss ich den Menschen kennen lernen

wollen. Ich muss die Situation kennen, in der

ein Mensch lebt, ich muss seine Sprache kennen

und den Zeitgeist, von dem der Mensch

geprägt ist. Und in diese Situation Christus

hineintragen. Verkündigung geschieht nie

im luftleeren Raum! Sie ist immer ein auf den

Menschen Zugehen, mit ihm im Dialog sein.

Ich muss nicht zuerst die idealen Bedingungen

haben, um dies zu tun.

In dieser Versuchung stecken wir auch heute

noch sehr stark. Denn in den letzten 1700

Jahren war es in vielen Ländern selbstverständlich,

dass man zur Kirche gehörte. Man

musste nicht irgendetwas dafür tun, es war

einfach gegeben.

2 Pfarreiforum 08/13


© Kipa/Barbara Ludwig

Martin Werlen,

Abt des Benediktinerklosters

Einsiedeln

Pfarreiforum: Die Kirche war da geradezu

verwöhnt . . .

Werlen: Ja, ganz klar. Indem das Christentum

ab 312/313 zur Staatsreligion wurde, erhielt

die Kirche Privilegien. Und diese brechen jetzt

weg. Gott sei Dank! Denn das fordert uns heraus

und bringt uns wieder viel näher zu dem,

was in den ersten 300 Jahren des Christentums

selbstverständlich war.

Indem wir Privilegien verlieren, verlieren

wir auch sehr viel an Asche, die uns lieb und

selbstverständlich geworden ist. Gleichzeitig

ist es aber auch ein Geschenk, weil wir herausgefordert

sind, unter dem Verlust die Glut

wieder zu entdecken – das, was wesentlich ist.

Und zum Wesentlichen gehört eben gerade:

den Menschen, so wie er heute ist, zu lieben,

ihm zu begegnen und Christus zu verkündigen.

Pfarreiforum: Und wie soll die Kirche den

Zeitgeist wahrnehmen?

Werlen: Wir müssen aus der Beziehung mit

Christus leben und aus dieser Beziehung heraus

den Menschen begegnen. Was hat Jesus

Christus anderes gemacht? Er hat den Zeitgeist

gekannt, die Nöte der Menschen, ihre

Situation. Er hat ihre Sprache gesprochen. Er

hat Gleichnisse verwendet, die dem Alltag der

Menschen entnommen waren. Er hat nicht

über sie hinweggesprochen und nie von oben

herab.

Das ist auch unsere heutige Aufgabe: Wir dürfen

nicht von oben herab reden, sonst sind

wir nicht mehr bei den Menschen und erst

recht nicht mehr in der Nachfolge Jesu. Es

ist übrigens beeindruckend, dass Jesus den

Menschen nicht den Kopf wäscht, sondern die

Füsse. Ausser den religiösen Führern, die er

zurechtweist. Und Jesus ist bei den Sündern.

Das ist spannend. Diese Spannung müssen wir

auch heute als Kirche leben. Alle Getauften.

In erster Linie natürlich diejenigen, die besondere

Verantwortung tragen in der Kirche. Sie

sollen uns Vorbild sein auf diesem Weg.

Pfarreiforum: Viele von Ihnen dürften Angst

haben, diesen Weg zu gehen.

Werlen: Ja, weil er ungewohnt ist. Während

1700 Jahren haben sich viele Dinge eingespielt

und sind selbstverständlich geworden.

Bricht das Gewohnte weg, so befürchten wir,

dass damit auch der Glaube wegbricht. Aber

dem ist nicht so. Weil wir aber nicht genau

wissen, wie es weitergehen wird, provoziert

eine solch radikale Änderung auch Angst.

Umso wichtiger ist es, dass wir uns an Jesus

Christus orientieren.

Pfarreiforum: Noch immer vermissen viele

Frauen klare Signale der Kirche an ihre

Adresse. Wie soll die Kirche die Asche in der

Geschlechterfrage wegräumen?

Werlen: Es betrifft nicht nur die Geschlechterfrage,

sondern auch viele andere Fragen:

Stellen wir uns als Kirche nicht den aktuellen

Herausforderungen und gehen wir diese Herausforderungen

nicht aus unserem Glauben

heraus an, dann erledigen sich viele Probleme

auf tragische Weise. Dann erübrigt sich auch

die Ökumene. Fahren wir so weiter wie bisher,

verlieren immer mehr Menschen jede Freude

an der Kirche. Dann müssen wir keine ökumenischen

Bestrebungen mehr unternehmen.

Besteht kein Interesse mehr daran, zur Kirche

zu gehören, so brauchen wir auch nicht mehr

über die Ökumene zu sprechen!

In der Frage des Umgangs der Kirche mit den

Frauen verhält es sich ähnlich, wenn man nicht

willens ist, diese Frage ernsthaft anzugehen.

Ist die Geschlechterfrage eine Glaubens frage?

Ich kenne keine Glaubensanweisung und kein

Gebot, welches nur für Männer gilt oder nur

für Frauen. Ich kenne kein Dogma zur Geschlechterfrage.

So viele Dinge in unserer Gesellschaft sind

kulturgeprägt. Das ist an sich nichts Schlechtes.

Problematisch wird es, wenn wir etwas

Kulturgeprägtes dogmatisieren und sagen:

Das ist Glaubenssache.

Die Kirche lebt immer in einer konkreten

kulturellen Situation, in die der Glaube hineinverkündet

wird. In diesem Prozess der «Inkulturation»

ist es dann aber auch wichtig zu

unterscheiden, was ist Glaube, was kulturbedingt.

Trifft man diese Unterscheidung nicht

mehr und erklärt Kulturbedingtes unreflektiert

zum Glauben, dann entsteht Asche. Dann

wird man starr und bewegt sich nicht mehr.

Pfarreiforum: Glut ist also dort zu finden,

wo etwas authentisch ist?

Werlen: Glut ist: aus dem Glauben heraus

leben. Nicht einfach etwas leben, weil es immer

so war, sondern aus dem Glauben heraus

aktualisiert.

Interview: Josef Bossart/Kipa

Ein Arbeitsdokument

Abt Martin Werlen versteht seine

Broschüre als ein Arbeitsdokument:

«Es soll diskutiert werden. Es darf kritisiert

werden. Hoffentlich ermutigt

es in der Kirche engagierte Menschen,

trotz aller Versuchung zur Verzweiflung

miteinander die Glut unter der Asche

zu suchen, damit das Feuer wieder zum

Brennen kommt.»

Bezugsquelle: Klosterladen Einsiedeln,

www.kloster-einsiedeln.ch

3 www.pfarreiforum.ch


Neuer Altarraum in der Kathedrale

Im Bild: Die Visualisierung des Projektes Neugestaltung des Altarbereichs

Im Juni 2012 beauftragte das Katholische Kollegium

den Administrationsrat, das Projekt zur

Neugestaltung des Altarraumes in der Kathedrale

St. Gallen umzusetzen. Am 21. Mai beginnen

die Bauarbeiten. Die Kathedrale bleibt «in

Betrieb» (mehr in der nächsten Ausgabe). «Der

neue Altarraum fügt sich feinfühlig in den Raum

ein. Er ist – liturgisch zentral – eigenständig genug,

um im üppigen Barockraum zu bestehen,

konkurrenziert ihn aber nicht», heisst es in einer

Medienmitteilung des Katholischen Konfessionsteils.

Gegen die Neugestaltung gab es in den

letzten Monaten Opposition. Am 12. April nahm

der Administrationsrat eine Petition gegen das

rechtskräftig bewilligte Projekt entgegen. Hauptsächlich

in der Kritik stand ein schwebender Reif

über dem Altar gemäss der ursprünglichen Idee

der Architekten. Dieser ist aber wegen Bedenken

der Denkmalpflege nicht Teil des bewilligten

Projekts. Am Sonntag, 29. September, um

15 Uhr, ist Altarweihe. (com/eg)

Der Blick fällt vom Haupteingang her auf das Taufbecken, die Altarinsel und den Ambo (Lesepult, Tisch des Wortes).

© Katholische Administration, St. Gallen

4 Pfarreiforum 08/13


Ein Experiment hat sich etabliert

Zwanzigmal «Firmung ab 18» in Speicher AR

Im Juni werden in Speicher AR zum zwanzigsten

Mal 18-Jährige gefirmt. Die Pfarrei

war die erste im Bistum St. Gallen, die auf

das Modell «Firmung ab 18» gesetzt hat.

Pfarrer Josef Manser, der Begründer des

Projektes, blickt zurück.

«Zunächst blieb allen der Atem stehen, so überrumpelt

waren sie von meiner Idee», erinnert

sich Josef Manser an die Reaktion seiner Pfarreiräte,

als er sie 1986 damit konfrontierte,

künftig die Jugendlichen nicht mehr im Alter

von zwölf Jahren, sondern erst als 18-Jährige

zu firmen. «Ich war mir durchaus bewusst, dass

wir mit diesem Experiment auch kläglich scheitern

konnten. Es gab damals noch keine Erfahrungswerte,

ob sich junge Erwachsene für eine

Firmvorbereitung gewinnen lassen und bereit

sind, so viel Zeit zu investieren. Gleichzeitig habe

ich meinen Pfarreiangehörigen klargemacht,

dass es hier um alles oder nichts geht.» Denn

die Zukunft der Kirche hänge davon ab, ob man

junge Menschen erreichen könne und sie ernst

nehme. Für ihn sei aber wichtig gewesen, dass

die Pfarrei genauso vom Projekt überzeugt war

wie er. «Hätte der Pfarreirat Bedenken gehabt,

hätten wir das Experiment nicht gestartet.»

Dass alle Involvierten hinter der Firmung ab

18 stehen, sei damals und heute eine entscheidende

Voraussetzung. «Nur so kann der Funke

auf die Jugendlichen überspringen. Es geht

nämlich nicht nur um die Frage des Firmalters,

sondern um eine Grundhaltung im Umgang mit

jungen Menschen.»

Von Anfang an ein Erfolg

Der Mut und die schlaflosen Nächte haben sich

gelohnt: Schon der erste Firmweg war ein Erfolg.

Laut Manser haben sich damals rund achtzig

Prozent des Firmjahrgangs dafür entschieden,

bei der Firmvorbereitung mitzuwirken und

sich firmen zu lassen. «Aber was Firmung ab 18

wirklich bedeutet, wurde den meisten wohl erst

beim Firmgottesdienst bewusst», sagt Manser

schmunzelnd, «viele Jugendliche waren Bischof

Mäder über den Kopf gewachsen. Er musste sich

nicht mehr hinunterbeugen, sondern nach oben

strecken, um ihnen das Sakrament der Firmung

zu spenden.» Ohne es zu ahnen, brachte Josef

Manser mit seinem Mut zu neuen Wegen in der

Firmpastoral eine Lawine ins Rollen. Schon bald

folgten weitere Pfarreien, die auf Firmung ab 18

setzten. Mittlerweile ist Firmung ab 18 nicht nur

in Speicher, sondern im ganzen Bistum St. Gallen

eine Selbstverständlichkeit.

© Damian Kaeser

Auf einer Firmreise nach Assisi 2010: Gesprächsrunde in einem Olivenhain

Andere Themen aktuell

Im Juni werden in Speicher zum zwanzigsten

Mal 18-Jährige gefirmt. Durchschnittlich

entscheiden sich auch heute noch siebzig bis

achtzig Prozent der Jugendlichen für die Firmung.

Die Firmvorbereitung in Form eines

einjährigen Weges mit einer Firmreise sei

gleich geblieben, doch die gesellschaftlichen

Veränderungen hätten sich auch auf die Themen

ausgewirkt: «In den 80er-Jahren waren

die Jugendlichen sehr interessiert an ökologischen

Fragen, Greenpeace und WWF waren

in aller Munde. Heute werden ganz andere

Fragen gestellt.» Manser nimmt wahr, dass

sozial-ethische Themen bei jungen Menschen

wieder mehr Gewicht bekommen. Das kann

Religionspädagoge Norbert Schneider, der

nun von Josef Manser die Firmverantwortung

übernommen hat, bestätigen.

Existentielle Frage

Sich aus dem Firmteam zurückzuziehen, sei

Josef Manser nicht leicht gefallen. «Die jungen

Menschen haben mich mit ihren Fragen und

Gedanken immer wieder neu beeindruckt,

oft hatte ich Tränen in den Augen», sagt der

Seelsorger, der nicht wenige junge Menschen

durch brenzlige Situationen begleitet hat und

ihnen neuen Lebensmut schenken konnte. Es

war ihm ein Anliegen, Jugendlichen zu ver-

mitteln, dass sie ihn jederzeit kontaktieren

können. «Oft haben Firmkandidaten mit mir

im Pfarrhaus über existentielle Fragen diskutiert.»

Norbert Schneider kann in Speicher

auf über zwanzig Jahre Erfahrung aufbauen.

«Dass das Projekt so fest im Alltag der Pfarrei

verankert ist, macht vieles leichter», sagt er,

«doch wer zeitgemässe Firmvorbereitung bietet,

muss sich jedes Jahr neu auf das Thema

einlassen und das Projekt immer wieder der

Zeit anpassen. Das ist nie abgeschlossen.»

Mut zum Experiment

Mit dem neuen Modell können neue Zugänge

zum Sakrament der Firmung eröffnet

werden. Lassen sich diese Erfahrungen

auch auf andere Sakramente anwenden?

Josef Manser nickt. In Speicher AR wird

seit zehn Jahren, inspiriert durch die ermutigenden

Erfahrungen bei der Firmvorbereitung,

eine neue Form der Taufkatechese

angeboten. Die Eltern der Täuflinge

werden eingeladen, ähnlich wie bei der

Firmvorbereitung einen Taufweg zu absolvieren.

Josef Manser wünscht sich von den

Seelsorgenden mehr Mut zu Experimenten

und neuen Ansätzen – in allen Bereichen

der Seelsorge.

(ssi)

5 www.pfarreiforum.ch


Kinderseite

Mein schönster

Sonntag

Was

macht ihr

besonders gerne an

einem Sonntag? Schülerinnen

und Schüler der 3. Klasse

in Gossau SG haben Bilder von

ihrem «schönsten Sonntag»

gezeichnet. Vielleicht habt ihr

Lust, am nächsten Sonntag

eine der gezeichneten Ideen

selber mit eurer Familie

auszuprobieren?

Vivien (Handball)

Norah

Johara

Luca (Ausflug)

Inja (Freizeitpark)

Chantal

Lara (Baden)

Redaktion Kinderseite: Stephan Sigg

© Schülerinnen und Schüler, Gossau

Diana

Seraina (Wald)

Deborah (Baden)

Nina


Gott hat das erste Wort

Kirchenlieder erklärt (4/7): KG 1/RG 260/CG 391

«Gott hat das erste Wort» – ein einfaches

und klares Lied. Als eines der ersten

«neuen Kirchenlieder» in den Fünfzigerjahren

hatte es in den Niederlanden auf

Kirchentagen und in Jugendgottesdiensten

eine grosse ökumenische Ausstrahlung.

Ursprünglich vom Textautor Jan Wit

(1914–1980) als Neujahrslied gedacht, ist

das Lied breiter verwendbar. Es nimmt mit

seinen Strophenanfängen – Gott hat das

«erste» und das «letzte» Wort – Bezug auf

die Offenbarung («Ich bin das A und O») und

steht deshalb sinnvollerweise als KG 1 im

Katholischen Gesangbuch.

Markus Jenny (1924–2001) – er ist uns schon

als Bearbeiter des Pfingsthymnus begegnet

– übertrug die niederländische Fassung ins

Deutsche. Die niederländische Gesangbuchkommission

hatte ursprünglich aus inhaltlichen

und qualitativen Gründen die 3. Strophe

des Originals gestrichen. Markus Jenny, der

das nicht wusste, störte die dadurch entstandene

Asymmetrie, weshalb er den Inhalt aus

Wits 3. Strophe auf zwei neue Strophen verteilte

und damit dem Lied intuitiv seine logische

Form zurückgab.

«Gott spricht zu uns»

Als die deutsche Übertragung 1972 erstmals

publiziert wurde, schrieb Edwin Nievergelt in

einem Kommentar: «Es gehört zu den eigenständigen

Aussagen der Bibel, dass Gott zu

uns spricht – in der Schöpfung, die auf sein

Geheiss entstand, in seinem Sohn, an dem

sich die Zukunft des Menschen entscheidet.

Das Lied nimmt darauf in einer pointierten,

geläufige Redensarten verwendenden Art Bezug:

Gott hat das erste und das letzte Wort.

Der knappe, hart hingesetzte erste Satz entzieht

sich jeweils dem Versmass. Erst mit der

zweiten Textzeile beginnt der regelmässige

Fluss der Verse, wobei der letzte Reim spielerisch

mit dem Anfang verknüpft wird.»

Gäbe es ein programmatischeres Lied als

Einstieg in ein Kirchengesangbuch?

Urtümliche Melodie

Die Melodie von Gerhard Kremer (1919–1970)

ist dem Text wie angegossen und ebenso wie

dieser einfach und stark. Der Verzicht auf den

Leitton (immer f statt fis) gibt der Melodie

einen archaischen Charakter, was wiederum

im idealen Einklang zum Inhalt steht.

Beherzigenswert sind die Hinweise, die der

Komponist seinerzeit zur Ausführung seiner

Melodie gab:

– Eine schlichte Melodie! Singe sie in einem

ruhigen Tempo (Zählzeit halbe Note =

M.M.60) und hetze vor allem nicht!

– Achte auf zweierlei:

a) Sing, was dasteht: auch die Pause am

Ende der Zeile 1! Dafür am Ende von Zeile

2 und 3 keine Pause einschieben! Einfach

singen, was dasteht!

b) Am Ende der letzten Zeile heisst es «Ursprung,

Ziel und Sinn». Auch hier durchspielen

und durchsingen, ohne nach jedem

Wort abzusetzen. Sobald wir singen oder

spielen, ist die Melodie Meister!

… nicht nur für dieses Lied beherzigenswert:

Einfach singen, was dasteht!


© KNA-Bild, Bonn

Hans Eberhard

Liedtext KG 1

1. Gott hat das erste Wort.

Es schuf aus Nichts die Welten

und wird allmächtig gelten

und gehn von Ort zu Ort.

2. Gott hat das erste Wort.

Eh wir zum Leben kamen,

rief er uns schon mit Namen

und ruft uns fort und fort.

3. Gott hat das letzte Wort,

das Wort in dem Gerichte

am Ziel der Weltgeschichte,

dann an der Zeiten Bord.

4. Gott hat das letzte Wort.

Er wird es neu uns sagen

dereinst nach diesen Tagen

im ewgen Lichte dort.

5. Gott steht am Anbeginn

und er wird alles enden.

In seinen starken Händen

liegt Ursprung, Ziel und Sinn.

Aufnahme auf Homepage:

Akademiechor Luzern;

Leitung: Alois Koch

CD zum Werkheft 2: Wege zum Lied

www.pfarreiforum.ch

Alpha und Omega – Anfang und Ende:

Urchristliches Symbol für Christus

Das Lied zeigt einen klaren gedanklichen Aufbau:

«Gott hat das erste Wort»

1. Str.: Schöpfung der Welt

2. Str.: Beginn des persönlichen Lebens

«Gott hat das letzte Wort»

3. Str.: Ende des Lebens / Weltgericht

4. Str.: Vollendung der Welt

«… Ursprung, Ziel und Sinn»

5. Str.: Zusammenfassung / Aussicht auf Vollendung

(endzeitlich)

7 www.pfarreiforum.ch


Berggottesdienste im Alpstein 2013

Bollenwees

Bernhardskapelle

Jeweils am Sonntag um 14 Uhr (bei unsicherer

Witterung Auskunft über Tel. 1600/Rubrik 1)

16. Juni Pfr. Beat Grögli – Kapellfest,

Musikgesellschaft Brülisau

23. Juni Pfr. Erwin Keller

30. Juni Pfr. Erwin Keller

7. Juli 10 Uhr, ökumenischer Gottesdienst

zum 150-Jahr-Jubiläum des SAC

St. Gallen

14. Juli Pfr. Josef Wirth

21. Juli Pfr. Josef Eicher

28. Juli Pfr. Klaus Dörig – Alpstobete,

Pfiifestier, Appenzell

4. Aug. Pfr. Klaus Dörig

11. Aug. Pfr. Georg Schmucki –

Jodelclub Alpegruess

18. Aug. Vikar Sebastian Wetter

25. Aug. Pfr. Josef Eicher

1. Sept. Pfr. Andreas Schönenberger

8. Sept. Pfr. Alfons Sonderegger

15. Sept. Pfr. Beat Grögli –

Bettag, Chlustobelchor

Brülisau/Weissbad

Plattenbödeli

Maria Heimsuchung

Beginn der Gottesdienste: Sonntag, 11.30 Uhr,

bei jeder Witterung

2. Juni Pfr. Erwin Keller

9. Juni Pfr. Erwin Keller

16. Juni Pfr. Klaus Dörig

23. Juni Pfr. Erwin Keller

30. Juni Pfr. Erwin Keller –

Stegräfmusig Appezöll

7. Juli Pfr. Erwin Keller – Kapellfest,

Männerchor Alpstee, Brülisau

14. Juli Pfr. Erwin Keller

21. Juli Pfr. Erwin Keller

28. Juli Pfr. Erwin Keller

4. Aug. Pfr. Erwin Keller –

Stobete, Hirschbergchörli

11. Aug. Pfr. Erwin Keller

15. Aug. Pfr. Erwin Keller – Augstheiligtag

18. Aug. Pfr. Erwin Keller –

Jodelclub Säntisgruess, Gossau

25. Aug. Pfr. Erwin Keller

Seealpsee

Bruderklausenkapelle

Beginn der Gottesdienste jeweils um 10.30 Uhr

(bei jeder Witterung)

9. Juni Generalvikar Josef Rosenast

16. Juni P. Stephan Dähler

23. Juni Pfr. Markus Schöbi

30. Juni Vikar René Sager –

Alphorn Echo Wildberg

7. Juli P. Emanuel Brülisauer, Seealpbläser

14. Juli P. Stephan Dähler

21. Juli P. Stephan Dähler –

Alphorn Setteresteg

28. Juli Vikar René Sager

4. Aug. P. Stephan Dähler –

Alphorntrio Mühlrüti

11. Aug. Pfr. Albin Rutz – Trachtenchörli Thal

15. Aug. P. Walter Strassmann –

Pfiifestier Appenzell

18. Aug. Pfr. Josef Manser –

Jodelchörli Alpsteinblick, Abtwil

25. Aug. P. Walter Strassmann –

Alphorntrio Echo vom Gleis

15. Sept. P. Walter Strassmann –

Jodelclub Alpeblueme, Herisau

29. Sept. P. Stephan Dähler –

Kapellfest, Männerchor Brülisau

© Regina Kühne

Meglisalp

Kapelle Maria zum Schnee

Beginn der Gottesdienste jeweils um 14 Uhr

23. Juni P. Walter Strassmann –

Panflötenduo Mädi & Cornelia,

Kriessern

30. Juni Pfr. Josef Fritsche –

Alphornbläser Gaiserwald

7. Juli Generalvikar Josef Rosenast –

Stegräffler Haslen

14. Juli Pfr. Simon Niederer –

Rotbach-Chörli, Bühler

21. Juli P. Stephan Dähler –

La Luna, Esther Dobler

28. Juli Gottesdienst (Zelebrant noch offen)

– Schötze-Chörli, Stein

4. Aug. Generalvikar Josef Rosenast –

Bergwaldchörli Engenhütten

5. Aug. Generalvikar Josef Rosenast –

Hackbrettspiel

11. Aug. Pfr. Simon Niederer –

Jodlergruppe Hirschberg

18. Aug. P. Stephan Dähler –

Chrobeg-Chörli Gonten

25. Aug. P. Walter Strassmann –

Stegräffgruppe Harmonie, Appenzell

16. Sept. Generalvikar Josef Rosenast –

Engelchörli Appenzell

Wildkirchli

St. Michael

Beginn der Gottesdienste jeweils um 10.30 Uhr,

bei jeder Witterung (Ausnahme: 30.6. / 14 Uhr)

30. Juni Pfr. Simon Niederer – Hackbrettspiel

14. Juli Pfr. Stephan Guggenbühl –

Kirchenchor Appenzell

28. Juli Diakon Peter Schwager –

Hackbrettspiel

11. Aug. Pfr. Jürgen Konzili – Hackbrettspiel

25. Aug. Generalvikar Josef Rosenast –

Hackbrettspiel

1. Sept. Diakon Peter Schwager –

Hackbrettspiel

29. Sept. Michaeli, Pfr. Stephan Guggenbühl –

Wildkirchlichor

Ahorn

Maria Hilf

Die Gottesdienste finden bei jeder Witterung statt.

9. Juni 11 Uhr, Diakon Sepp Koller,

Paulus-Pfarrei Gossau

16. Juni 14 Uhr, Pfr. Simon Niederer,

Seelsorgeverband Niederhelfenschwil-

Zuckenriet-Lenggenwil

7. Juli 11 Uhr, Pfr. Christoph Baumgartner,

Seelsorgeverband St. Pelagiberg

18. Aug. 10.30 Uhr, Pfarrei Waldkirch

19. Aug. 11.15 Uhr, Pfr. Toni Bühlmann,

Pfarrei Romanshorn

4. Sept. 15 Uhr, Pfr. Stephan Guggenbühl,

Frauen- und Müttergemeinschaft

Appenzell

15. Sept. 14.30 Uhr, Pfr. Josef Fritsche,

Kapellfest, Innerrhoder

Trachtensonntag

Schwägalp

Bruderklausenkapelle

Die Gottesdienste finden das ganze Jahr jeweils

am Sonntag, 11.15 Uhr, statt. Am Eidgenössischen

Bettag findet der ökumenische Gottesdienst um

10.45 Uhr statt.

www.kath.ch/schwaegalp

Hinweis: Die Berggottesdienste der

übrigen Regionen des Bistums

St. Gallen werden im Pfarreiforum

Nr. 9-13 (nächste Ausgabe) publiziert.

8 Pfarreiforum 08/13


Nachrichten

© Sabine Rüthemann

Neue Äbtissin des Klosters St. Gallenberg

Die Schwesterngemeinschaft der Benediktinerinnenabtei St. Gallenberg in Oberbüren

hat Schwester Maria Ancilla Zahner (44) zur neuen Äbtissin gewählt. Priorin

(Stellvertreterin) ist neu Schwester Maria Petra Sutter. Schwester Ancilla ist die

dritte Äbtissin der Gemeinschaft von St. Gallenberg, welche seit 1781 auf der Glattburg

lebt und erst 1984 zu einer Abtei erhoben wurde. Zur Gemeinschaft gehören

derzeit neun Schwestern. Die Wahl war nötig geworden, nachdem ihre Vorgängerin

Schwester Maria Bernarda Meile nach 25 Jahren ihr Amt niedergelegt hatte. Mit der

Annahme der Wahl hat die Benediktinerin alle Pflichten und Rechte übernommen,

die mit diesem Amt verbunden sind. Für die neue Äbtissin sind Leitungsaufgaben

nicht neu. Seit 1997 war die Toggenburgerin Priorin und während der Vakanz allein

ver antwortlich für die Gemeinschaft und den «Betrieb Kloster».

In einem feierlichen Gottesdienst wird Bischof Markus Büchel Schwester Maria

Ancilla Zahner am Sonntag, 7. Juli, zur Äbtissin weihen.

Äbtissin Maria Ancilla Zahner

Welt/Vatikan

Der israelische Präsident Shimon Peres

hat die Ehrenbürgerschaft der italienischen

Stadt Assisi erhalten. Bei der Zeremonie

in der Geburtsstadt des heiligen

Franziskus rief Peres zum gemeinsamen

Gebet um ein Ende des «schrecklichen Blutvergiessens»

in Nahost auf. Assisis Bürgermeister,

Claudio Ricci, lobte Peres als vorbildlichen

Förderer von Frieden und Dialog.

Peres äusserte die Überzeugung, dass die

Führer der verschiedenen Religionen einen

grossen Beitrag zum Ende von Gewalt und

Not leisten können. Die Botschaft des heiligen

Franziskus, der zu Bescheidenheit,

Liebe zu den Armen, Einsatz für den Frieden

und dem Schutz der Schöpfung aufgerufen

habe, sei auch heute relevant. Zuvor

war Peres im Vatikan mit Papst Franziskus

zusammengetroffen. Beide hatten sich für

eine Wiederaufnahme der israelischpalästinensischen

Verhandlungen ausgesprochen.

Peres lud den Papst zu einem

Besuch in Israel ein.

Schweiz

Die Kirchen der Schweiz lehnen die

geplanten Verschärfungen des revidierten

Asylgesetzes ab, die am 9. Juni zur

Abstimmung vor das Volk kommen. Dies

haben sie an einer gemeinsamen Medienkonferenz

im Asylzentrum in Köniz BE bekräftigt.

Für die Kirchen stehen die Änderungen

im Gegensatz zum Kernanliegen des Asylrechts,

Verfolgte zu schützen. Die Schweiz

müsse faire Asylverfahren für Menschen auf

der Flucht gewährleisten. Die Kirchen kritisieren

namentlich die Abschaffung des

Botschaftsasyls, denn damit würden die

Schwächsten getroffen. Sie könnten kein

Asylgesuch mehr im Ausland einreichen. Dies

hätte drastische Folgen: Vermehrt würden

Menschen irregulär in die Schweiz einreisen.

Auch werde damit Schlepperprofiteuren in

die Hände gearbeitet; Verfolgten aus armen

Verhältnissen bleibe die Flucht verwehrt.

Ausserdem sind nach Überzeugung der Kirchen

die Sonderzentren für «renitente

Asylsuchende» keine Lösung. Mit einer

Jedes Gebet, gleich in welcher Sprache oder aus

welcher Religion, richtet sich an Gott. Es lehrt

den Menschen, dass wir alle zu einer einzigen Familie

gehören und einander Liebe schenken müssen.

Mahatma Gandhi, aus: Stärker als alle Gewalt ist das Herz. Hundert Worte von Mahatma

Gandhi, Verlag Neue Stadt

solchen Regelung könnte ein Willkürregime

eingeführt werden, befürchten die Kirchen.

Begrüsst werden von den Kirchen alle Vorschläge,

die «kürzeren, aber gleichzeitig

fairen Asylverfahren» dienen. Solche Änderungen

wären «wesentliche Elemente einer

lösungsorientierten und humanitären Asylpolitik»,

so die Meinung der Kirchen. Gefordert

sei letzten Endes Respekt vor der Würde jedes

einzelnen Menschen, unabhängig von Nationalität

und Religionszugehörigkeit.

Bistum

Das St.Galler Domkapitel ist wieder vollzählig:

Am 11. Mai wurden Beat Grögli (1970), und

Titus Lenherr (1942), durch Domdekan Guido

Scherrer ins Domkapitel aufgenommen. Beat

Grögli ist neuer Dompfarrer, Titus Lenherr ist

Offizial am kirchlichen Gericht. Zur Aufnahmehandlung

gehörte, dass die beiden den Treueeid

ablegten. Anschliessend wurde ihnen das Kapitelkreuz

umgelegt. Dem Gottesdienst stand

Bischof Markus Büchel vor, die Mitglieder des

Domkapitels konzelebrierten. Das Domkapitel

besteht aus 13 Mitgliedern, fünf residierenden

Domherren, die als Berater des Bischofs in

St.Gallen tätig sind, und acht nichtresidierenden

Domherren (Ruralkanoniker), die als Pfarrer

auf dem Land wirken. Bekannteste, nicht

einzige Aufgabe des Domkapitels ist jeweils die

Wahl eine neuen Bischofs von St. Gallen.

Nachrichten von Tag zu Tag www.kath.ch

Quelle: kipa, Zusammenstellung: eg

9 www.pfarreiforum.ch


Agenda

Foto: zVg

Opfer für katholische Gymnasien (Mittelschul-Opfer)

Am Sonntag, 9. Juni, wird das Kirchenopfer für die katholischen Gymnasien in

unserem Bistum aufgenommen: das sind Friedberg in Gossau und Untere Waid in

Mörschwil. Beide Schulen mit eidgenössisch anerkanntem Maturaabschluss orientieren

sich an Qualität, Leistung und christlich gelebten Werten und bieten eine

Tagesschule an.

Die finanzielle Unterstützung erlaubt es, weniger gut betuchte Schülerinnen und

Schüler wirkungsvoll zu unterstützen und Jugendliche, nebst der eigentlichen

schulischen Bildung, im Erleben von Spiritualität zu fördern und ihnen die christliche

Wertorientierung auf verschiedenen Wegen zu vermitteln. Für beide Schulen bedeutet

es eine langfristige Aufgabe und Herausforderung, die Talente jedes einzelnen

Jugendlichen ernst zu nehmen und sie nicht nur in den Bereichen der Fachkompetenz,

sondern auch der Selbst- und Sozialkompetenz zu fördern.

Weitere Informationen: www.friedberg.ch, www.unterewaid.ch

Liturgischer Kalender

Sonntag, 26. Mai

Dreifaltigkeitssonntag

L1: Spr 8,22–31; L2: Röm 5,1–5;

Ev: Joh 16,12–15.

Sonntag, 2. Juni

Hochfest des Leibes und Blutes

Christi Fronleichnam

L1: Gen 14,18–20; L2: 1 Kor 11,23–26;

Ev: Lk 9,11b–17.

Freitag, 7. Juni

Heiligstes Herz Jesu

L1: Ez 34,11–16; L2: Röm 5,5b–11;

Ev: Lk 15,3–7.

Samstag, 8. Juni

Unbeflecktes Herz Mariä

L: Tob 12,1.5–15.20; Ev: Lk 2,41–51.

Sonntag, 9. Juni

10. Sonntag im Jahreskreis

L1: 1 Kön 17,17–24; L2: Gal 1,11–19;

Ev: Lk 7,11–17.

Donnerstag, 13. Juni

Hl. Antonius von Padua,

Ordenspriester, Kirchenlehrer

L: 2 Kor 3,15 – 4,1.3–6; Ev: Mt 5,20–26.

Lesejahr C/I

www.liturgie.ch

Gespräche über Gott und Welt

Zur ersten Gesprächsrunde mit Marianne

Albrecht, Rolf Haag und Pater Peter Suffel

im Pfarreizentrum in Wil im April konnten

25 Personen begrüsst werden. Die Broschüre

von Abt Martin Werlen «Miteinander die Glut

unter der Asche entdecken» trug zu einer lebendigen

und offenen Gesprächsatmosphäre

bei und wird auch in den kommenden Zusammenkünften

Grundlage sein. In Zukunft findet

der Gesprächsabend jeweils am 1. Montag im

Monat um 20 Uhr (ausser in den Ferien) statt.

Nächste Treffen: 3. Juni, 1. Juli.

Ort: Pfarreizentrum, Lerchenfeldstrasse 3,

9500 Wil

Jakob Häne – Ausstellung

Zum 100. Geburtstag des Künstlers Jakob

Häne (1913–1978) findet noch bis zum 2. Juni

eine Gedenkausstellung in Gähwil statt.

Gezeigt werden Madonnenbilder und Werke

aus dem Apokalypse-Zyklus. Ort: Atelier

Steve Gähwiler, Kirchstrasse 9, 9534 Gähwil.

Öffnungszeiten: Sonntage und Feiertage

10–14 Uhr (werktags nach Voranmeldung:

079 414 83 74). Jakob Häne sah sich als Madonnenbilder-

und Kirchenmaler. Werke von

ihm sind unter anderem auch in folgenden

Gebäuden zu sehen: in den katholischen Kirchen

von Alt St. Johann, Ebnat-Kappel, Gähwil,

Kirchberg sowie in den Primarschulen

von Kirchberg und Dietschwil. Regelmässig

zeigte er seine Werke auch in Ausstellungen

in Zürich, Cham, Zug, St. Gallen usw.

Preis für Maturaarbeiten

Die Theologische Hochschule Chur (THC)

verleiht auch 2013 einen Preis für gelungene

Maturaarbeiten. Eingeladen sind Maturanden

aus den Kantonen des Bistums Chur sowie aus

dem Bistum St. Gallen. Prämiert werden Arbeiten

mit einem religiösen, ethischen, philosophischen

oder kirchlich relevanten Thema.

Am 30. Juni ist Einsendeschluss.

Näheres erfährt man über die Homepage

der THC: www.thchur.ch

Kirchenmusik

Die Kirchenmusik ist ein wichtiges integratives

Element im Leben der Pfarreien und

Seelsorgeeinheiten. Sie trägt zudem wesentlich

zur «Atmosphäre» und Aussagekraft

des liturgischen Feierns bei. Die diözesane

Kirchen musikschule St. Gallen bietet zusammen

mit der evangelischen Kirchenmusikschule

St. Gallen Kirchenmusiklehrgänge an.

Jetzt ist der neue Studienführer erschienen.

Weitere Informationen und Anmeldung

zu Kirchenmusiklehrgängen: www.

kirchen musik-sg.ch

Weltgebetstag für China

Weltgebetstag für die Christen in China:

Bischof Markus Büchel und Vertreter der

reformierten Kirche feiern einen ökumenischen

Gottesdienst. Anschliessend Möglichkeit

zu Begegnung und Apéro.

Zeit: 24. Mai, 19.15 Uhr. Ort: Schutzengelkapelle

(bei der Kathedrale), St. Gallen

10 Pfarreiforum 08/13


Medientipps

bären

tatze

Mit der Lok durch Angola

Gebeutelt von einem jahrzehntelangen

Bürgerkrieg erlebt Angola heute dank der

Ölförderung vor allem in der Hauptstadt

Luanda einen Wirtschaftsboom. Davon

sind die ländlichen Regionen allerdings

noch weit entfernt. Mit dem Wiederaufbau

der alten Benguela-Bahnlinie hoffen

die Menschen, vom Handel zu profitieren

und sich damit einen besseren Lebensstil

ermöglichen zu können. Die Geo-Reportage

hat den Mechaniker Joaquim Mohebe

und seine instand gesetzte Dampflok

auf ihrem Weg durch das Land begleitet.

Samstag, 25. Mai; Arte, 19.30 Uhr

Tipp

24 Aufsteller für die Familie

Anfang Juni kommt ein 24-teiliges Kartenset

für Familien auf den Markt. Das Set bietet

jungen Familien Hilfen und Anregungen, um

miteinander im Alltag Leben und Glauben zu

feiern und aufgestellte Momente zu erleben.

12 Karten erschliessen Fest- und Gedenkzeiten

des Kirchenjahres wie zum Beispiel Weihnachten,

Ostern oder Erntedank. 12 Karten

beleuchten Bereiche des familiären Zusammenlebens

wie zum Beispiel Danken, die Jahreszeiten,

Geburtstag oder Familie. Jede der

24 Karten enthält für Kinder ein farbiges Bild

und ein kindgerecht formuliertes Gebet, um

miteinander ins Gespräch zu kommen. Für die

Erwachsenen gibt es einen kurzen Informations-

und Begleittext zum jeweiligen Thema

samt einem spirituellen Impuls. Tipps für die

unkomplizierte Gestaltung von aufgestellten

Momenten in der Familie runden jeweils eine

Karte ab. Entwickelt wurde das Set von einer

deutschschweizerischen Arbeitsgruppe kirchlicher

Fachleute aus dem Familienbereich.

www.24aufsteller.ch

Fernsehen

Sternstunde Religion

Maria Magdalena, wichtigste Jüngerin Jesu;

Junia, eine Apostelin der Frühkirche; Phöbe,

Vorsteherin einer frühen Christengemeinde;

Lydia, die erste Christin Europas: sie alle gerieten

lange in Vergessenheit. Die Dokumentation

versucht, diese Säulen des Christentums

wieder sichtbar zu machen.

Sonntag, 2. Juni; SRF 1, 10.15 Uhr

«Tatort» in Fatima

Wallfahrtsorte wie Fatima, Lourdes, Tschenstochau,

Einsiedeln oder Assisi werden von

vielen Menschen besucht, die auf der Suche

nach ihrem Glauben sind. Der Schauspieler

und Musiker Michael Fitz nähert sich Fatima

als Suchender und Fragender.

Freitag, 7. Juni; 3sat, 12.15 Uhr

In Würde sterben

Ob aktive Sterbehilfe, begleiteter Suizid oder

Förderung der Palliativmedizin – die Debatte

über ein würdiges Sterben wird heute

vielschichtig geführt. Der Dokumentarfilm

schildert den Umgang mit dem Thema in der

Schweiz, Frankreich und Belgien.

Dienstag, 11. Juni; Arte, 20.15 Uhr

Radio

Muslime in Karikaturen

Die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen

hat die Welt in Aufruhr versetzt. Schon

im 17. Jahrhundert gab es in Europa Karikaturen,

die Muslime lächerlich machten. Eine

Auseinandersetzung mit dem Thema.

Sonntag, 26. Mai; Radio SRF 2, 8.30 Uhr

Gott und Mammon?

Zins und Zinseszins lassen Geldvermögen

wachsen und setzen die Wirtschaft unter einen

permanenten Wachstumszwang. Der

christliche Initiativkreis «9,5 Thesen» sieht

darin eine ernste Gefahr, die letztlich das

Überleben der Menschheit bedroht.

Donnerstag, 30. Mai; SWR2, 12.05 Uhr

Homosexualität

«Du sollst nicht bei einem Manne liegen wie

bei einer Frau» – Warum wird dieses biblische

Verbot bis heute so ernst genommen? Auf der

Suche nach den kulturellen und historischen

Wurzeln der Homophobie.

Sonntag, 2. Juni; Radio SRF 2, 8.30 Uhr

Sepp Koller,

Diakon, Leiter der

Paulus-Pfarrei

in Gossau

Demonstration

Das Fronleichnamsfest mit seiner Prozession

ist in der Vergangenheit nicht selten

als Demonstration verstanden worden: als

demonstrative Verehrung des hl. Brotes in

der Monstranz. Es geht um die Eucharistie,

um die geheimnisvolle Gegenwart Jesu in

diesem Sakrament. Was heisst das?

Wir dürfen bei der Feier der Eucharistie

durchaus daran denken, dass Jesus selbst

gerne Mahl gefeiert hat. In den Evangelien

ist von vielen Gastmählern die Rede. Er

war kein Asket wie Johannes der Täufer; ja

man hält ihm vor, ein Fresser und Säufer zu

sein, der mit Zöllnern und Sündern auf du

und du lebt. Uns zeigt dieser Vorwurf, dass

Jesus die Freuden des Essens und Trinkens

durchaus zu schätzen wusste. Aber Jesu

Zeitgenossen haben nicht nur daran Anstoss

genommen. Ihnen war unerträglich, dass

er mit Zöllnern und Sündern, den Randgruppen

der damaligen Gesellschaft, Mahl

hielt. Und sie verstanden durchaus, was

er damit zeigen wollte: Diese Mahlfeiern

sollten ein Zeichen dafür sein, dass Gott – in

dessen Namen Jesus spricht – gerade mit denen

Gemeinschaft haben will, zu denen die

«Frommen» vornehm Abstand halten.

Gott lädt die «am Rand und auf den Strassen»

ein.

Dies ist die Vision vom Reich Gottes, von

dem niemand ausgeschlossen wird. Dafür

lohnt es sich auf die Strasse zu gehen und zu

«demonstrieren».

11 www.pfarreiforum.ch


© Regina Kühne

Gefragte Leute

Sonja Schläpfer-Ostertag,

Speicher AR, Regionalvertreterin der

Frauengemeinschaften Ausserrhoden

des Katholischen Frauenbundes

St. Gallen-Appenzell, Leiterin der

Fachgruppe Bildung und Mitglied

der Verbandsleitung, Mutter von drei

Kindern, Pflegefachfrau

08/13

pFARREI

Und bei: «Heiligkeit, ein Leitfaden für

jedermann»?

Das Wort «Heiligkeit» löst ganz Verschiedenes

aus in mir, ich weiss nicht wirklich, ob ich

darauf Lust hätte.

Beten Sie?

Ja, beten ist für mich vor allem danken für

all das Gute, das mich umgibt. Im Beten kann

ich auch Kraft und Mut schöpfen; meistens tu

ich es draussen beim Wandern.

Wozu ist Religion gut?

Religion ist nur dann gut, wenn Sie nicht missbraucht

wird.

Wie würden Sie sich als Muslima fühlen?

Wenn ich als Mensch in dieser Welt ernst

genommen werde und in Frieden leben darf,

nicht anders als in jedem anderen Glauben.

Welche Note geben Sie der Schöpfung?

Die Schöpfung ist einzigartig und nicht mit Noten

zu bewerten.

Wie gut ist der Mensch gelungen?

Ein gelungener Mensch werden – daran darf

jede(r) selber arbeiten, das ist wohl unsere

Lebensaufgabe.

Was fällt Ihnen beim Buchtitel «Kriminalgeschichte

des Christentums» ein?

Da gäbe es sehr viele Morde aufzuklären, ein

sehr dickes Buch.

Wie viele Meter Jakobsweg haben Sie schon

absolviert?

Bewusst noch keinen, aber ich habe sonst schon

viele besinnliche Kilometer abmarschiert. Wandern

schenkt mir innere Ruhe und Zufriedenheit.

Was denken Sie von Jakobspilgern?

Menschen, die durch solche Auszeiten zurück

zu ihren Wurzeln finden – wunderbar.

Was denken Sie vom Dalai-Lama?

Ein äusserst bewundernswerter Mensch, weil

er trotz grossem Leid, das seinem Volk angetan

wird, nie aufgibt. Er ist für mich ein grosses

Vorbild.

Was fällt Ihnen leichter, religiös Fasten oder

Badehosen-Diät?

Fasten ist nicht so mein Ding. Eine regelmässige

gesunde Ernährung spricht mich mehr an.

Über welches Thema hätten Sie gerne

einmal gepredigt?

Über die Kraft der bedingungslosen Liebe, aber

da bräuchte ich Gottes Hilfe.

Was sagen Sie Petrus an der Himmelstüre?

Servus, do kimmt die Hoimweh- Bayerin.

(Ich bin nämlich Bayerin).

Was denkt Ihr Schutzengel von Ihnen?

Gott sei Dank, allmählich wirst auch du vernünftig.

Inhaltsverzeichnis

Aus dem Glauben heraus leben Seiten 2

und 3 Der Dom wird zur Baustelle

Seite 4 Ein Experiment hat sich etabliert

Seite 5 Kinderseite Seite 6 Gott hat

das erste Wort (4/7) Seite 7 Berggottesdienste

im Alpstein 2013 Seite 8 Nachrichten

Seite 9 Agenda Seite 10

Medientipps Seite 11

Impressum

Herausgeber: Verein Pfarrblatt im Bistum

St. Gallen; Redaktion: Evelyne Graf

(eg), Webergasse 9, Postfach, 9004 St. Gallen,

Telefon: 071 230 05 31, Kontakt via Mail:

www.pfarreiforum.ch; Satz/Layout/Druck:

Niedermann Druck AG, St. Gallen; Auflage:

103 464, erscheint 17 × im Jahr.

An die Abonnenten: Adressänderungen

sind an das zuständige Pfarramt Ihrer

Wohngemeinde zu richten. Bitte keine

Adressänderungen an die Redaktion.

8. Ausgabe, 25.5. bis 14.6.2013

Das Pfarreiforum im Internet:

www.pfarreiforum.ch

12 Pfarreiforum 08/13

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