03_2012 - Katholische Kirchengemeinde St. Laurentius in Bergisch ...

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03_2012 - Katholische Kirchengemeinde St. Laurentius in Bergisch ...

3/2012

Pfarr-Rundbrief St. Laurentius

Hl. Drei Könige · St. Laurentius · St. Marien

Jeder muss natürlich seine eigene Heiligkeit verwirklichen,

auch als Christ, sich selbst finden und nicht einen anderen.

KARL RAHNER


Vorwort

Liebe Mitglieder unserer Pfarrei!

Gerufen, bei Gott

zu sein. So kann

man das Leben

von uns Christen

umschreiben. Dies

wird im Laufe eines

Kirchenjahres

unter anderem am

1. November,

dem Fest Allerheiligen,

deutlich. Mit

dieser neuen Ausgabe

unseres

Pfarr-Rundbriefes

stellen wir Ihnen auf dem Titelbild das Allerheiligen-Fenster

aus unserer Pfarrkirche St.

Laurentius vor, das im Obergarden als erstes

Fenster auf der rechten Seite vom Eingang

aus gesehen zu finden ist. Viele unterschiedliche

Menschen sind dort zu sehen,

die alle im himmlischen Jerusalem beim

Lamm sind. Das Lamm steht für Christus, den

Sohn Gottes. Im letzten Buch der Heiligen

Schrift, der Offenbarung des Johannes, heißt

es: ,,Und ich sah: Das Lamm stand auf dem

Berg Zion und bei ihm waren hundertvierundvierzigtausend;

auf ihrer Stirn trugen sie

seinen Namen und den Namen seines Vaters.“

(Offenbarung 14,1) Die Zahl hundertvierundvierzigtausend

steht in der Bibel immer

für unendlich. Das heißt dann, dass unendlich

viele Menschen bei Gott im Himmel

sind – die bekannten, aber auch die vielen

unbekannten Heiligen. Das heißt aber auch,

dass letztlich alle Menschen berufen sind, im

Himmel bei Gott zu sein. An Allerheiligen

feiern wir zunächst die vielen unbekannten

Heiligen, also Verstorbene, die ein heiliges

Leben geführt haben, oft still, leise und unerkannt.

Diese Heiligen sind Verheißung an uns,

ebenfalls in den Himmel gerufen zu sein,

um ganz bei Gott zu sein. Voraussetzung

ist letztlich einzig und allein, sich im Leben

immer wieder neu an Jesus Christus, dem

Lamm, zu binden. Dies versuchen wir immer

wieder, jeden Tag neu als Christen in

unserem Leben. Und wenn es mal nicht gelingt,

wenn wir uns von Gott abgewandt

haben, also schuldig geworden sind, lädt

uns das Lamm ein umzukehren, uns erneut

an es, an Christus zu binden, um schon

heute in unserem Leben – wenn auch noch

nicht vollendet – bei Gott zu sein.

In diesem Sinn grüße ich Sie herzlich mit

den Worten des Apostels Paulus als „die

Geheiligten in Christus Jesus, berufen als

Heilige mit allen, die den Namen Jesu

Christi, unseres Herrn, überall anrufen“

(1 Korintherbrief 1,2) und wünsche Ihnen

Gottes spürbare Nähe!

Kreisdechant Norbert Hörter

– Pastor an St. Laurentius

siehe auch: Heiligenlexikon (S. 10)

und Kinderecke (S. 11)

Patronatsfest in St. Engelbert

Zur Feier des Patroziniums sind am

Samstagabend nach Engelberts

Gedenktag alle Gemeindemitglieder

herzlich eingeladen nach Rommerscheid

in die St.-Engelbert-Kirche:

10. November 2012, 19 Uhr.

Der Kölner Erzbischof Engelbert I.

(Graf Engelbert von Berg) erlitt das

Martyrium am 7. November 1225

allerdings weniger seines Glaubens

wegen; es ging vielmehr um Streit

und Machtansprüche rheinischer Grafen.

Ein barocker Schrein im Dom-

schatz in Köln bewahrt Engelberts Gebeine.

Sein Herz befindet sich als Reliquie

im Altenberger Dom. Eine vielstrophige

Ballade von Annette von

Droste-Hülshoff berichtet von der

Ermordung durch seinen Neffen

Friedrich von Isenburg.

Heiligenfigur

aus Rommerscheid

2 Pfarr-Rundbrief

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Verabschiedung Kaplan Feggeler

und Einführung Kaplan Dr. Rieve

Aus dem Gemeindeleben

Kreisdechant Norbert Hörter (Bildmitte) verabschiedete in einem feierlichen Gottesdienst

am letzten Augustsonntag Markus Feggeler (rechts), der nach fünfjähriger Kaplanszeit in

Bergisch Gladbach als Pfarrer nach Lohmar wechselt, und begrüßte seinen neuen Mitarbeiter,

Kaplan Dr. Peter Rieve (links). Wir werden Dr. Rieve im nächsten PR vorstellen. Bis

dahin haben aber sicher schon viele Gemeindemitglieder Gelegenheit, ihn näher kennenzulernen.

Aktion Adventsfenster 2012

Auch in diesem Jahr sollen uns

wieder Fenster, die so unterschiedlich

sind wie die Menschen,

die sie gestalten und öffnen,

bei der Vorbereitung auf

Weihnachten begleiten.

In der Zeit vom 1. bis zum 23.

Dezember, jeweils um 17.30

Uhr, sind alle Altersgruppen

herzlich eingeladen zur „Aktion

Adventsfenster“. Da schmücken

die Bewohner ein Fenster an ihrem Haus/

ihrer Wohnung und bieten Gelegenheit, eine

kurze Zeit bei ihnen zu verweilen, innezuhalten,

und bekannten, aber auch unbekannten

Menschen zu begegnen. Dabei lauschen

sie gemeinsam adventlichen Geschichten,

singen adventliche Lieder und

beten. Die Aktion lebt von den Menschen,

die einladen und denen, die der Einladung

folgen. Machen Sie mit und erleben auch

sie adventliche Gemeinschaft.

Wenn Sie Interesse haben, selber Gastgeber

zu sein, einen Termin vereinbaren und/

oder sich unverbindlich informieren möchten,

dann melden Sie sich bitte bis spä -

testens 13. November 2012 bei Sylvia

Illigen-Krekel unter (0 22 02) 4 51 46.

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Pfarr-Rundbrief 3


Aus dem Gemeindeleben

Meine ersten Schritte im Ehrenamt

Ein Sommermärchen

Akteure: Dr. Ikenna Okafor, Christa Lang und Freunde

Ich darf mich kurz vorstellen: Mein Name ist

Christa Lang, wohne in der Paul-Ehrlich-

Straße und habe meine berufliche Tätigkeit

bei Zanders Düren im Vertrieb seit April

„eingestellt“. Was bietet sich besser an, als

die nun im Überfluss vorhandene Freizeit

sinnvoll zu nutzen. So machte ich mich auf

den Weg zu Frau Winkel. Es wurden nämlich

Helfer für den neu angedachten „Mittagstisch“

gesucht. Ich hatte ein beeindru -

ckendes Gespräch; Frau Winkel hat mir viele

Möglichkeiten im Ehrenamt aufgezeigt.

Ich ging mit einer Fülle von neuen Eindrü -

cken nach Hause.

Tage später erhielt ich einen Anruf von Frau

Winkel mit folgender Fragestellung: Hier sitzt

ein junger Priester aus Nigeria, der in der

Pfarrei Laurentius vier Wochen lang seinen

Urlaub verbringt und über zu viel Freizeit verfügt;

ich würde doch Tennis spielen, ob hier

eine Verbindung hergestellt werden könnte.

Na ja, ich kann es ja mal versuchen. Sofort

wurde mir der Telefonhörer gereicht und es

meldete sich eine gut deutsch sprechende,

sympathische Stimme. Wir vereinbarten noch

für den gleichen Nachmittag die erste Tennisrunde

(da er aber keine Tennisschuhe in seinem

Gepäck hatte, musste er umgehend noch

welche kaufen, was für ihn aber kein Problem

darstellte). Ich erhielt die Anschrift, wo

ich meinen Tennispartner abholen konnte.

Das habe ich dann auch gemacht. Die Tür

öffnete sich und vor mir stand ein Mann mit

dunkler Hautfarbe, gepflegtem Tennisdress

und einem überaus einnehmenden Lächeln.

Das Schicksal nahm seinen Lauf. Die erste

Tennisstunde war wohl ein voller Erfolg. Alle

seine „Sportgeister“ wurden geweckt. Alleine

konnte ich diese Aufgabe aber nicht

bewältigen. Ich bat meine besten Freunde

um Unterstützung, was diese gerne taten und

bei Dr. Okafor zu einer deutlichen Verbesserung

des Spielpotenzials führte. Aber Tennis

war nur ein kleiner Teil unserer gemeinsamen

Aktivitäten. Wir unternahmen eine Kölntour

(Dom, Gondeln über den Rhein,

Brauhausbesuch, Besichtigung diverser

romanischer Kirchen …) und erkundeten „unseren

Dom“ in Altenberg mit einem Abstecher

in den Märchenwald (das war sein besonderer

Wunsch). Wir haben die ehemalige Bun-

deshauptstadt mit dem Münster, dem Beethovenhaus,

dem alten Friedhof und einem

Abstecher zum Petersberg besucht. Besinnliche

Wanderungen in der Natur sowie auch

gemeinsame Abende bei gutem Essen folgten.

Meine Freunde haben hier volle Unterstützung

geleistet. Das Zelebrieren der hl.

Messe durch Ikenna waren Höhepunkte der

Begegnung; besonders seine Jubiläumsmesse

anlässlich seiner 14-jährigen Priesterweihe.

Er hat in seinen Predigten immer die richtigen

Worte gefunden und Anregungen zum

Nachdenken gegeben. Seine musikalischen

Fähigkeiten suchen seinesgleichen. Die Kirchenbesucher

waren voll des Lobes. Er hat

uns von seiner Heimat, seiner Familie erzählt,

wobei das Augenmerk immer bei seiner „Mama“

lag. Es war eine faszinierende Begegnung

nicht nur für mich, sondern auch für

meine Freunde. Wir haben einen wunderbaren

Freund gefunden.

Meine ersten Schritte im Ehrenamt waren

ein voller Erfolg. Ich bin sehr dankbar.

Impressum

Herausgeber: Katholische Pfarrgemeinde

St. Laurentius, Bergisch Gladbach

Redaktion: Monika Fell, Harald E. Gersfeld

(verantwortlich), Manfred Hartmann, Hans-Martin

Heider, Walter Jansen, Dieter Potyka

Fotos: Harald E. Gersfeld, Ulrich Gürster,

Dieter Potyka, privat, Internet

Heider Druck GmbH, Bergisch Gladbach

Layout: Sabrina Clauß

Die nächste Ausgabe erscheint am

9. Dezember 2012.

Hinweis auf den Redaktionsschluss

Wir bitten die Vereine, Gruppen und Verbände,

ihre Nachrichten dem Redaktionsteam bis zur nächs -

ten Redaktionskonferenz am 13. November 2012 unter

harald.gersfeld@caritasnet.de einzusenden.

4 Pfarr-Rundbrief

3/2012


Lobpreis

Der Lobpreis der Christenheit geht zurück auf

die Lobgesänge des Alten Testamentes. Die

Psalmen sind die wohl eindrücklichste Sammlung

derartiger Lieder. Der Beter lobt Gott vor

allem wegen seiner Größe und Allmacht. Die

Psalmen gehören auch täglich zur Liturgie.

Es gibt aber auch unzählige andere Möglichkeiten,

Gott lobend zu preisen. Sei es mit

dem großen Schatz der Chormusik oder auch

instrumental, angefangen mit der Orgel über

Solisten bis hin zum ganzen Orchester. Aber

egal welche Form von Lobpreis geboten wird,

sie darf nie einen höheren Stellenwert als Liturgie

oder Predigt einnehmen. Der Gläubige

soll lediglich eine Lehre, Ermutigung, He -

rausforderung und Inspiration erfahren. In

der Geschichte haben viele Menschen über

Lobpreis einen neuen Zugang zu Glauben

und Kirche gefunden. In diesem Zusammenhang

möchte ich gerne Ihre Aufmerksamkeit

auf einige musikalische Events lenken:

Kirchenchor „Cäcilia“ St. Marien seit 1926.

Der Chor lädt ein, sein Cäcilienfest am

Christkönigssonntag, dem 25. November,

mitzufeiern. Der Lobpreis kommt in Werken

von F. Mendelssohn-Bartholdy, K.

Oshrat und E. Elgar zum Ausdruck. Der

Kirchenchor singt auch seit vielen Jahren in

der Städtischen Halle am Gronauer Friedhof

an Allerheiligen um 15 Uhr, um die

Gläubigen zum tieferen und innigeren Gebet

zu inspirieren.

Sonntag, 30. September, 9.30 Uhr,

Hl. Drei Könige

Thomas Gabriel: Mainzer Messe

Instrumentalensemble

Kirchenchor Hl. Drei Könige

Leitung: Kantor Helmut Voß

Donnerstag, 4. Oktober, 20.00 Uhr,

St. Laurentius

Evensong

Werke von Bernhard Klein,

Frank Henry Shera (Magnificat) u. a.

Jens Besten, Orgel

Kirchenchor St. Laurentius

Leitung: Kantor Helmut Voß

Auch am Heiligabend

singt der Kirchenchor in

St. Marien Jubelgesänge

für die Heilige Nacht. Und am

2. Weihnachtstag erklingt eine

Pastoralmesse von C. Mawby. Dazu

laden wir schon heute als Projekt für die

Weihnachtszeit zum Mitsingen ein. Proben

sind dienstags um 19.30 Uhr in St. Marien.

Seit 2007 übe ich in der MKH-Kapelle den

Orgeldienst aus. Besonders dort brauchen

Menschen Ermutigung für ihren Glauben.

Am 4. November singt der von mir geleitete

Gospelchor der Ev. Nachbargemeinde am

Heilsbrunnen Spirituals im Gottesdienst und

am 1. Adventssonntag (2. Dezember) preist

ein Seniorenorchester mit geistlicher Instrumentalmusik,

jeweils um 10 Uhr, Gott.

Lobpreis kann ein Impuls sein, der die traditionelle

Kirchenmusik mit ihren Chören

um ein weiteres Element (Orchester) erweitert,

ohne dass die eigene Tradition verleugnet

werden muss. Wendet sich die „klassische

Kirchenmusik“ überwiegend an eine

bestimmte Bildungs- und Altersschicht, kann

der Bereich Lobpreis und Anbetung andere

soziale Gruppen unserer Gesellschaft

ansprechen und so Kirchen mit neuem Leben

füllen. Singt! Spielt! Und lobpreiset Gott

in euren Herzen! Freut euch und jubelt, weil

groß ist seine Barmherzigkeit!

Maria Kurzawa

In Zusammenarbeit mit der Thomas-

Morus-Akademie, Bensberg, dem

Kulturbüro des Rheinisch-Bergischen

Kreises und dem Kulturamt der Stadt

Bonn – gefördert vom Land NRW

Samstag, 27. Oktober, 18.30 Uhr,

St. Laurentius

Psalmen – Orgel & Tanz

Hans Huber: Phantasie nach

Worten der Heiligen Schrift

Johann Sebastian Bach: Präludium

und Fuge e-Moll BWV 548

Helmut Voß, Orgel

Tanzensemble Cerna & Vanek Dance,

Bonn

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Pfarr-Rundbrief 5


Pater Weilands Spurensuche (1)

Das Zweite Vatikanische Konzil nach 50 Jahren

Nach einem sehr persönlichen Rückblick

auf das Zweite Vatikanum in der

vorigen Ausgabe steht diesmal der

nüchterne Blick auf Fakten und Zahlen

im Vordergrund. In der nächsten Ausgabe

beschreibt Pater Weiland dann

„das Konzil als Ereignis und Modell

für heute“.

Das Zweite Vatikanische Konzil vom

11. 10. 1962 bis 8. 12. 1965 begeht sein

50-jähriges Jubiläum – auch ein „goldenes“?

Nach meinem ersten Artikel noch einen?

Rauscht es nicht schon laut genug im

kirchlichen Blätter- und Veranstaltungswald?

Ein dreijähriger Dialogprozess in der deutschen

Kirche zur Vorbereitung auf das Jubiläum

hat schon begonnen. Ein „Jahr des

Glaubens“ vom Heiligen Vater für die ganze

Kirche jetzt schon ausgerufen. Der kommende

Eucharistische Kongress in unserer

Diözese. Eine ökumenische Initiative möchte

das Zweite Vatikanische Konzil als Reformkonzil

zusammen feiern mit dem Jubiläum

der Reformation 2017 und dies entsprechend

vorbereiten. Das Zweite Vatikanische

Konzil hat es, schaut man nur gut

hin, nicht nötig, lebendig gejubelt zu werden,

eher besteht die Gefahr wie oft bei Jubiläen

„tot gejubelt“ zu werden, zumal,

wenn man den Jubilar nicht selbst zu Wort

kommen lässt. Und dann sind da noch die

unter uns, die wie damals jener römische

hochgestellte Konzilsvater meinen: „Die Kirche

wird 50 Jahre brauchen, um sich von

den Irrwegen Johannes‘ XXIII. zu erholen …“

Ich meine, dass die Notwendigkeiten, die

dieses Konzil heraufbeschworen hat und

auf die es antworten wollte, zu einem beachtlichen

Teil immer noch bestehen, wenngleich

teils in anderen Kleidern, und dass

neue Notwendigkeiten hinzugekommen sind.

Aber mehr noch glaube ich, dass die heilenden

und erneuernden Kräfte, die dieses

Konzil gerade als gesamtkirchliches Ereignis

und nicht nur als kirchenamtliche Veranstaltung

getragen haben, und die Kräfte, die

es getragen haben und die es als Ereignis

offenbart hat, auch im Heute der „Kirche in

der Krise“ vorhanden sind, ja dass diese

Kräfte im Stillen schon sprießen (vgl. Jesaja

43,19: Seht her, nun mache ich etwas Neues.

Schon kommt es zum Vorschein, merkt

ihr es nicht?). So dem Jubilar auf die Spur

im Heute zu kommen, muss sich doch lohnen,

auch in einem sehr verkürzenden Artikel.

Zu dieser Spurensuche – auch im „Hin-

ter- und Untergrund“ des Konzils – haben

mich vor allem zwei jüngere Publikationen

ermutigt, an die ich mich eng anlehne, ohne

jeweilige Übernahmen zu markieren: Peter

Hünermann/Bernd Jochen Hilberath (Hg.),

Herders Theologischer Kommentar zum Zweiten

Vatikanischen Konzil. Fünf Bände, Sonderausgabe

2009. Otto Hermann Pesch,

Das Zweite Vatikanische Konzil, 2011.

In Zahlen und Fakten –

die ökumenischen Konzilien:

Allgemeine Synoden oder Kirchenversammlungen,

anerkannt von der gesamten römischkatholischen

Kirche, 21 an der Zahl, begin -

nend mit dem von Nicäa 325 n. Chr. Lange

Zeit vom Kaiser in Konstantinopel berufen

und ohne päpstliche Beteiligung, waren ihre

Beschlüsse gleichzeitig Reichsgesetz. Die

ausgesprochen päpstlichen Generalkonzilien

beginnen erst mit dem Ersten Laterankonzil

von 1123, von dem an die Ostkirche,

spätere „Katholisch-Orthodoxe Kirche“, nicht

mehr teilnahm. Die beiden letzten Konzilien:

das Tridentinische Reformkonzil (1545–1563)

zur Bekämpfung der Reformation und das

Erste Vatikanische Konzil (1869–1870) mit

der Erklärung der Unfehlbarkeit des Papstes

und seines juridischen Primates über die gesamte

Kirche; Verurteilungen des sog. Modernismus.

Wegen des Ausbruchs des deutschfranzösischen

Krieges abgebrochen und auf

unbestimmte Zeit vertagt.

Das Zweite Vatikanische Konzil

(1962–1965):

Sein Initiator Angelo Giuseppe Roncalli,

Papst Johannes XXIII., geb. 25. 11. 1881,

zum Papst gewählt am 28. 10. 1958.

• 25. 10. 1959,

Ankündigung des Konzils

• 11. 10. 1962, Eröffnung

• 8. 12. 1962,

Ende der ersten Sitzungsperiode

• 3. 6. 1963,

Papst Johannes XXIII. stirbt

• 21. 6. 1963,

Wahl Papst Paul VI., Wiederaufnahme

des Konzils

• 29. 9. 1963,

Beginn der 2. Sitzungsperiode. Dokumente:

über die Liturgie; über die sozialen

Kommunikationsmittel

• 4. 12. 1963,

Ende der 2. Sitzungsperiode

6 Pfarr-Rundbrief

3/2012


• 14. 9. 1964,

Beginn der 3. Sitzungsperiode.

Dokumente: über die Kirche (Lumen

Gentium); katholische Ostkirchen;

Ökumenismus

• 21. 11. 1964,

Ende der 3. Sitzungsperiode

• 14. 9. 1965,

Beginn der 4. Sitzungsperiode

• 28. 10. 1965,

Dokumente: Hirtenaufgabe der

Bischöfe; Ausbildung der Priester;

Erneuerung des Ordenslebens;

christliche Erziehung; Verhältnis zu

den nicht christlichen Religionen

• 18. 11. 1965,

Dokumente: über die Göttliche

Offenbarung (Dei Verbum);

über das Laienapostolat

• 7. 12. 1965,

Dokumente: Die Kirche in der Welt von

heute (Gaudium et Spes); Dienst und

Leben der Priester; Missionstätigkeit der

Kirche; Religionsfreiheit

• 8. 12. 1965, Abschluss des Konzils

Teilnehmer und Teilnahme

Stimmberechtigte Konzilsväter, etwa 2 850

aus 130 Länder, unter der Leitung des Paps -

tes alle Kardinäle, Patriarchen, Erzbischöfe

und Bischöfe, Äbte, Generalobere der exempten

(nur dem Papst unterstellten) religiösen

Gemeinschaften. Geheime, persönliche

Abstimmungen mit Veröffentlichung der Jaund

Neinstimmen. Nicht

stimmberechtigte Teilnehmer:

über 400 Berater

der Konzilsväter; viele

Experten für die Beratung

und Ausarbeitung

von Dokumenten und

Eingaben in den verschiedenen

Gremien.

Viele Experten für die

verschiedenen Sachbereiche,

hier auch Nichtkatholiken.

Etwa 100 Beobachter, vor allem

Kirchenführer oder deren Vertreter nicht römisch-katholischer

Kirchen, wie z. B. Frère

Roger Schutz von der ökumenischen Mönchsgemeinde

von Taizé. Sog. Auditores, renommierte

Damen und Herren aus dem kirchlichen

und öffentlichen Leben. Das beim Hl.

Stuhl akkreditierte Diplomatische Corps. 178

Plenarsitzungen in der Konzilsaula (3 200

Sitzplätze) im Petersdom. Sprache Latein.

Redezeit erst zehn, später acht Minuten pro

Person. Tausende von Eingaben und Änderungsvorschläge.

Die Dekrete umfassen etwa

300 Buchseiten im Normalformat. Etwa

1 000 akkreditierte Journalisten aller Medienarten.

10 000 Quartiere in Rom verbunden

von allein 100 dafür täglich eingesetzten

Bussen. Eine einzige Bar, „Bar Jona“

genannt, in der Konzilsaula. 500 000 Gläubige

allein bei der Eröffnung des Konzils.

(Fortsetzung folgt in der nächsten Ausgabe)

P. Dr. Klaus Weiland SVD

Weinkrimis vorgestellt mit Weinprobe

Es riecht nach Mord und edlem Wein. Weinkrimis

sind seit einiger Zeit der große Renner

unter den Kriminalromanen. Wer etwas

mehr in die Welt des Weins eintauchen und

mehr erfahren möchte über Weinanbaugebiete

oder Herstellung von Weinen und das

in einer sehr unterhaltsamen und spannenden

Weise, für den sind Weinkrimis genau

das Richtige. Aber die Auswahl ist groß.

Welche Krimis sind empfehlenswert? Um –

im wahrsten Sinn des Wortes – auf den Geschmack

zu kommen, bietet die Katholische

Öffentliche Bücherei (KÖB) in St. Marien,

Gronau, eine attraktive Veranstaltung an:

Ausgewählte Weinkrimis werden vorgestellt,

die in verschiedenen bekannten Anbaugebieten

spielen, aus denen auch Weine

zur Weinprobe (und auch zum Kauf)

angeboten werden. Ganz nach dem Motto

von Elke Heidenreich: „Weinlesen macht

nicht betrunkener als Büchertrinken belesener

macht.“

Termin: Freitag, 2. November 2012, um

20.00 Uhr im Krypta-Vorraum St. Marien,

Gronau, Mülheimer Str. 213 (links an der

Kirche vorbei die Treppe zur Krypta hinunter).

Kostenbeitrag: 5,– € (inkl. Weinverkostung

und Knabbersachen). Verbindliche

Anmeldung bei Edith Hartmann unter

Telefon (0 22 02) 24 50 94 oder E-Mail

hartmann.edith@web.de.

Weihnachtsbuchausstellung der KÖB St.

Marien am gleichen Ort an diesem Abend

und zwei Tage später am Sonntag, dem

4. November, von 10.30 bis 15.30 Uhr.

Hier können Sie sich eine große Auswahl an

Büchern und Spielen für Jung und Alt anschauen

und bestellen. Damit „Weihnachten

nicht so plötzlich kommt“!

3/2012

Pfarr-Rundbrief 7


St. Carl Borromäus (4. Nov.)

Gestiftet vom

Kath. Leseverein

Der Mailänder Kardinal aus dem

16. Jahrhundert ist den meisten

durch sein Patronat für die Katholischen

Büchereien bekannt,

denn um seinen Gedenktag he -

rum laden die Pfarrbüchereien

zum Buchsonntag ein.

St. Michael (Erzengel, 29. Sept.)

Gestiftet von dem Arzt Dr. Wilhelm Odenthal

Michael (lateinisch „Quis ut Deus“, deutsch „Wer

ist wie Gott?“) ist der Name eines Engels der hebräischen

Überlieferung. In der Offenbarung des

Johannes (Offb 12,7) bezwingt Michael den Drachen,

den er in die Hölle hinabstürzt. Der hl. Michael

wurde seit der siegreichen Schlacht auf dem

Lechfeld am 10. August 955 zum Schutzpatron

des Heiligen Römischen Reiches und später

Deutschlands erklärt. Im Heiligenkalender wird an

ihn zusammen mit den Erzengeln Gabriel und Raphael

am 29. September erinnert. Auch im Koran

ist die Gestalt der jüdisch-christlichen Überlieferung

unter dem Namen Mikal bzw. Mika'il

bekannt.

St. Katharina von Alexandrien (25. Nov.)

Gestiftet von den Erben Krein

Älteren wird noch das Lied „Heißa, Kathreinerle,

schnür dir die Schuh“ bekannt sein. Es erinnert an

diese Märtyrerin, denn an ihrem Gedenktag endete

früher im Süddeutschen die Zeit des Viehs auf der

freien Weide und begann die Schafschur; Mägde

und Knechte bekamen ihren Lohn ausbezahlt.

Ein letztes Mal im Jahr durfte getanzt werden. Danach

war es zur Vorbereitung auf Weihnachten

und noch bis zur Fastnacht nicht gestattet: Kathrein

stellt den Tanz ein.“


Heilige Bilder

aus Kirchen und Kapellen der Pfarrei

St. Elisabeth von Thüringen (19. Nov.)

Gestiftet von Gebr. Brückmann

Der frühere Bischof von Dresden-Meissen, Joachim

Reinelt, sagte von der Caritasheiligen – ausgehend

von ihrer sozialen Grundhaltung und auf das legendäre

Brotwunder anspielend: „Wenn du liebst,

wirst auch du eines Tages spüren, dass du Rosen in

den Armen hältst.“

Moses (4. Sept.)

St. Gregor (3. Sept.)

Der gregorianische Gesang (Choral) ist benannt

nach Papst Gregor I., genannt der Große († 604

n. Chr.). U. a. ist er Patron des Chor- und Choralgesanges;

der Sänger und Musiker. So finden wir

sein Bild – wie alle Glasfenster in St. Marien von

Hermann Gottfried gestaltet – neben Cäcilia

(siehe S. 5) und dem Psalmensänger David im

Glasfenster auf der Orgel-Empore.

St. Wendelin (20. Okt.)

Eine Stadt im Saarland und mehrere andere Orte sind

nach dem heiligen Einsiedler und Abt von Tholey benannt

und der Berg Wendelstein bei Bayrischzell.


(Aller-) Heiligenlexikon

Kirche – eine (Weg-)Gemeinschaft der Heiligen

Im Bewusstsein vieler Menschen sind Allerheiligen

und Allerseelen zu einem einzigen Fest

verschmolzen, in dem das Totengedenken

und der Gräberbesuch am Friedhof als kleiner

religiöser Rest übriggeblieben sind. Von

der inneren Dramaturgie des Kirchenjahres

her ist jedoch dieser Doppelfeiertag ein

„eschatologisches* Innehalten“ kurz vor dem

Ende des Jahreskreises. In der melancholischen

Atmosphäre der absterbenden Naturlandschaft

begeht die Kirche ihr „memento

mori“ und die Feier der „communio sanctorum“

– ein herbstliches Nachdenken über

den Tod und das Nachher. Die Gemeinschaft

der Heiligen, die wir im Credo betend bekennen

und die am 1. November gefeiert

wird, ist nicht nur die Schar der als solche

verehrten (nicht angebeteten) Heiligen, der

„Kalenderheiligen“, sondern die Gemeinschaft

aller Menschen, die an Christus glauben

und ihm in den Sakramenten, insbesondere

in der Eucharistie, verbunden sind – in

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Denn nach biblischem Vorbild sind wir alle

„die Heiligen“, also auch die Suchenden, die

Unvollkommenen und Schuldbeladenen – eine

Weggemeinschaft, geheiligt durch die

Botschaft Jesu und unserem Versuch, ihm zu

folgen. Wir feiern also zu Allerheiligen nicht

das einschüchternde und entmutigende Fest

der Perfekten, der Vollendeten und Fehlerlosen

(die ja auch die Heiliggesprochenen nie

waren), sondern unser eigenes Fest. Wir sind

die „Gemeinschaft der Heiligen“, „weil Gottes

Heilswerk, Gottes heiligendes Werk sich

auch in uns vollzieht“ (Hans Hausdörfer).

Seit sich im Hochmittelalter die aufwendige

Prozedur der Heiligsprechungen einbürger-

Martinszüge in den Kindertagesstätten

unseres Pfarrgebiets

Heilige Drei Könige

Mittwoch, 7. November 2012,

17.00 Uhr

St. Laurentius

Montag, 12. November 2012,

17.00 Uhr

St. Marien

Mittwoch, 7. November 2012,

17.30 Uhr

Caritas Ferrenberg

Freitag, 14. November 2012,

17.30 Uhr

te, kam auch die Frage nach dem Sinn solcher

Verfahren auf. Losgelöst von den mittelalterlichen

Rechtsansprüchen, die man mit

der sozusagen offiziell garantierten Fürsprachekraft

des Heiligen verband, besteht der

Kern dieser Praxis wohl in einem allen Menschen

aller Kulturen innewohnenden Bedürfnis:

Herausragende und beispielgebende

Personen sollten in ihrer Wirkkraft und in

der Erinnerung der Menschen über den Tod

hinaus lebendig bleiben.

Es ist wohl keine Frage, dass sich diese Vorbildwirkung

in der katholischen Tradition

lebhaft und insgesamt segensreich ausgewirkt

hat. Andererseits hat die besondere

Hervorhebung beispielgebender Menschen

auch eine irgendwie abschreckende Wirkung:

Sie kann entmutigen, weil man sich

selbst eines besonderen Heroismus nicht für

fähig hält. Und sie kann einen von eigener

Anstrengung dispensieren, weil man sozusagen

den Heiligen stellvertretend für sich

selbst heilig sein lässt. Man lässt andere

heilig sein, statt selbst heilig zu werden:

eine allzu bequeme „Gemeinschaft der Heiligen“.

Peter Paul Kasper

* eschatologisch = die letzten Dinge betreffend

entnommen – mit geringfügigen, durch Hans Hausdörfer

und Wolfhard Pannenberg angeregten Ergänzungen

– dem immer noch lesenswerten Topos plus Taschenbuch,

Band 315: Geheiligte Zeiten. Zeichen und

Symbole im Jahreskreis. Innsbruck: Tyrolia 1999,

2. Auflage, S. 108 f.

Projekt „Ma(h)l-Zeit“ –

Machen Sie mit?

Die Gemeindecaritas St. Laurentius möchte

noch in diesem Jahr ein Einfachessen einmal

in der Woche für bedürftige Menschen

im Laurentiushaus in der Stadtmitte anbieten.

Dieses Projekt soll von Ehrenamtlichen

organisiert und durchgeführt werden. Eine

sinnvolle Aufgabe, mit klaren Zeiten und

Absprachen. Es hat sich schon eine Reihe

von Mitarbeitern gefunden.

Haben Sie auch Interesse? Dann wenden

Sie sich bitte an die Ehrenamtlichen-

Managerin Teresa Winkel (Telefon 0 22 02/

2 51 57 72; E-Mail teresa.winkel@lauren

tius-gl.de) oder an Pastoralreferent Manfred

Hartmann (Telefon 0 22 02/24 50 94;

E-Mail pr.hartmann@laurentius-gl.de).

10 Pfarr-Rundbrief 3/2012


Wir gehören dazu

Kinderecke

Von der „Gemeinschaft der Heiligen“ sprechen wir im Glaubensbekenntnis.

Was ist damit gemeint?

Wer mit Gott Gemeinschaft hat, lebt.

Gott ist das Leben der Menschen. Heilige

sind Menschen, die so eng mit Gott

verbunden sind, dass der Tod keine

Macht über sie hat. Sie leben bei Gott.

Sie haben Anteil an Gottes Heiligkeit.

Überall dort, wo Gott wirkt und wo Menschen

aus der Kraft Gottes heraus leben,

kann die Welt heil werden. Die Gemeinschaft

der Heiligen umfasst alle, die

mit Gott verbunden sind: auf der Erde

und im Himmel, jetzt und nach dem Tod.

Deshalb haben wir zu diesem Text von

JULIA KNOP aus „Das Glaubensbekennt-

nis beten und verstehen“ (Freiburg im

Breisgau: Herder 2008) kein Bild einer

oder eines verstorbenen Heiligen gestellt,

sondern ein aktuelles Bild aus dem Leben

unserer Pfarrei. Wir gehören dazu,

zu der Gemeinschaft der Heiligen.

Kinder schützen – wir sind dabei!

Der Schutz von Kindern und Jugendlichen

war und ist für die katholische Kirche im

Erzbistum Köln immer ein wesentlicher und

unverzichtbarer Bestandteil des jugendpastoralen

Handelns und der Arbeit mit

Kindern und Jugendlichen. In den letzten

Jahren mussten die Verantwortlichen im Erzbistum

allerdings erfahren, dass sie hinter

diesem Anspruch zurückgeblieben sind und

dieser Schutz nicht immer gewährleistet werden

konnte.

Umso mehr ist das Erzbistum bestrebt, die

vielen ehrenamtlich und hauptamtlich engagierten

Menschen bei ihrer Aufgabe zu

stärken und zu unterstützen, den Kindern

und Jugendlichen einen geschützten Raum

zum Aufwachsen zu geben. Um gemeinsam

eine Kultur der Achtsamkeit zu entwi -

ckeln und aufzubauen, ist umfassendes Wissen

eine unverzichtbare Grundlage – nicht

nur im Bereich der rechtlichen Pflichten und

der Verfahrensabläufe, sondern auch über

die Entwicklungs- und Lebensbedingungen

junger Menschen. Nur so kann die notwendige

Sicherheit im Umgang mit Kindern und

Jugendlichen gewährleistet werden.

Aus diesem Grund wurde am 1. April 2011

die „Ordnung zur Prävention von sexuellem

Missbrauch an Minderjährigen (Präventionsordnung)“

in Kraft gesetzt, die verbindliche

Maßnahmen zur Vorbeugung von

sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Ju-

gendliche regelt. Hierzu zählen u. a. Fortbildungen

im Kinder- und Jugendschutz.

Ziel dieser Schulungen ist, alle Personen im

Erzbistum Köln, die ehrenamtlich oder professionell

Umgang mit Kindern und Jugendlichen

haben, umfangreich über die verschiedenen

Formen von Kindeswohlgefährdung

und speziell über sexualisierte Gewalt

gegen Heranwachsende zu informieren.

Weiterhin werden in diesen Schulungen

Interventionsempfehlungen für konkrete Verdachtsfälle

sowie vorbeugende Maßnahmen

vermittelt. Hierdurch soll bei den Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern sowie den

ehrenamtlich Tätigen die Handlungssicherheit

im Umgang mit den ihnen anvertrauten

Heranwachsenden gestärkt und die Sensibilität

gefördert werden, eine mögliche Kindeswohlgefährdung

zu erkennen. In der

Pfarrgemeinde St. Laurentius leitet die Ehrenamtlichen-Managerin

Teresa Winkel die

Fortbildungen für Ehrenamtliche. In den

kommenden Tagen erhalten die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter einen Brief, für die

eine Schulung vorgesehen ist. Ab Oktober

2012 gibt es während der regulären Treffen

der einzelnen Gruppierungen eine Erst-

Information über Inhalte und Termine sowie

Gelegenheit, Fragen zu stellen.

Kontakt:

teresa.winkel@laurentius-gl.de

(0 22 02) 2 51 57 72

3/2012

Pfarr-Rundbrief 11


Stationen des Lebens

Elisabeth Lindlar,

geb. Maaßen (91 Jahre)

Robert Granderath (84 Jahre)

Franziska Theresia Nagel,

geb. Postatny (85 Jahre)

BESTATTUNGEN

Gertrud Maria Alwine Harnischmacher

(79 Jahre)

Maria Berger,

geb. Posch (73 Jahre)

Georg Rodenbach (74 Jahre)

Anna Katharina Hamacher,

geb. Klein (77 Jahre)

Herbert Hardenbicker (79 Jahre)

Rainer Breidenbach (55 Jahre)

Helene Stammel,

geb. Rademacher (86 Jahre)

Karl Heinz Kaufeld (59 Jahre)

Anna Kohlgrüber, geb. Pilz (91 Jahre)

Margaretha Helena Kotulla,

geb. Scholten (67 Jahre)

Maria Andrea Dortschy,

geb. Weber (71 Jahre)

Gerd Kierspel (70 Jahre)

Johannes Hußmann (59 Jahre)

Gerda Hebborn,

geb. van Gerven (90 Jahre)

August Streffing (88 Jahre)

Karl Hans Klein (58 Jahre)

Anna Wolf, geb. Walter (92 Jahre)

Magdalena Maria Fischer,

geb. Pink (93 Jahre)

Anneliese Haag (76 Jahre)

Elisabeth Richrath (90 Jahre)

Anneliese Theissen,

geb. Lerner (76 Jahre)

Gertrud Machowski (85 Jahre)

Ursula Roth, geb. Müller (62 Jahre)

Stefan Meissner (23 Jahre)

Maria Olpen, geb. Neu (85 Jahre)

Maria Borgartz, (87 Jahre)

Horst Neugebauer (73 Jahre)

Dieter Noack (75 Jahre)

TAUFEN

EHE

Lennart Gärtner

Lea Viktoria Arendt

Leon Franken

Mia-Sophie Jonas

Leonie Jelisa Olbertz

Philip Johann Servos

Johanna Emilia Lange

Eleyna Klein

Benjamin Schwarz

Nina Kämling

Jasper Jonathan Hansel

Marisol Rubino

Milla Maria Bautz

Lisa Eva Zygan

Sabine Matscheroth,

Markus Holzdeppe

Jessica Knuth,

Stefan Döpper

Joelle Nadine Ecken,

Karsten Burow

Antje Fee Schmidt,

Andreas Weihrauch

Karoline Elisabeth Miebach,

Tobias Setzekorn

Kerstin Schmidt,

Axel Steinbach

Johanna Danuta Filuciak,

Marcus Caspari

Andrea Paul,

Tobias Franken

12 Pfarr-Rundbrief

3/2012


„Unterm Strich geht’s um mich!“

Protest Ja – Verantwortung Nein?

Altenberger Forum Kirche und Politik 2012

Im Jahr 1964 verwendet die „Aktion Gemeinsinn“

in einer gesellschaftspolitischen

Kampagne für mehr bürgerschaftliches Engagement

das Bild des „Herrn Ohnemichel“.

Das könnte auch die Überschrift des

„Altenberger Forum Kirche und Politik“ sein,

zu dem der Ökumeneausschuss des Rheinisch-Bergischen

Kreises und der Landrat

auch dieses Jahr gemeinsam einladen.

Auf dem Podium diskutieren, moderiert von

Tom Hegermann (WDR 2)

• Prof. Dr. Armin Wildfeuer,

Kath. Fachhochschule NRW

• Eckhard Rieger, Vorstand Ev.-Freikirchl.

Sozialwerk Wermelskirchen

Stefan Caplan, Bürgermeister Burscheid

• Jessica Gwosdz,

Vorsitzende Odenthaler

Jugendparlament

Das Forum findet statt am Dienstag, dem

20. November 2012. Beginn ist um 19.00

Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst

im Altenberger Dom – anschließend Imbiss

und Podiumsdiskussion im Martin-Luther-

Haus in Altenberg. Die Teilnahme ist wie

immer kostenfrei.

Begegnung mit den Gemeinschaften von

Jerusalem an Groß St. Martin in Köln

„Das Wichtigste für uns ist das Gebet. Da

nehmen wir alle Begegnungen und Erlebnisse

des Tages mit hinein und tragen sie

vor Gott“, erklärt Schwester Theresia (38)

von den monastischen Gemeinschaften von

Jerusalem. Mit einem fröhlichen Lächeln berichtet

die gebürtige Overatherin von ihrem

persönlichen Weg in die Gemeinschaft, die

1975 in Paris gegründet wurde und bewusst

als „Oase in der Wüste der Stadt“ in großen

Metropolen Europas ansässig ist. Bei einer

Reise nach Frankreich feierte Sr. Theresia

die Liturgie mit, die sie tief beeindruckte. „Es

ist, als ob du deine große Liebe triffst“, erzählt

sie den 18 interessierten Zuhörern, die

zu der Frühjahrsveranstaltung des Katholischen

Bildungsforums Rheinisch-Bergischer

Kreis gekommen waren. Auch einige Mitglieder

unserer Gemeinde nutzten das Angebot,

im Gespräch und in der Mitfeier der

Vesper die Spiritualität und Liturgie der Gemeinschaften

näher kennenzulernen. Seit

2009 leben die 6 Brüder und 7 Schwestern

unabhängig voneinander in zwei Mietwohnungen

an Groß St. Martin, nachdem Kardinal

Meisner sie hierher eingeladen hatte.

In der Kirche treffen sie sich zu den regelmäßigen

Gebetszeiten und gestalten diese vor

allem durch vierstimmige Psalmgesänge, Lesung

und Fürbittgebet. Ihren Lebensunterhalt

verdienen sie in Halbtagsjobs, z. B. als

Verkäuferin, Lehrerin oder Floristin. Geprägt

ist der Alltag durch die festen Gebetszeiten

morgens um 7 Uhr, mittags um 12.30 Uhr

und abends um 18 Uhr, zu denen Besucher

3/2012

herzlich eingeladen sind. Nähere Informationen

zu den Gemeinschaften von Jerusalem

und aktuelle Gottesdienstzeiten gibt es

im Internet unter www.jerusalem.cef.fr/de

Die nächste Möglichkeit, die Gemein -

schaften im Gespräch kennenzulernen:

Donnerstag, 15. 11. 2012, 16.15 Uhr Treffen

vor Groß St. Martin, Gespräch mit einer

Schwester, 18 Uhr Vesper, 18.30 Uhr Möglichkeit

der Mitfeier des Gottesdienstes.

Anmeldung: Kath. Bildungsforum Rheinisch-

Bergischer Kreis (www.bildungsforumgladbach.de),

Tel. (0 22 02) 9 36 39-0.

Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Claudia Döllmann

Pfarr-Rundbrief 13


Aus dem Gemeindeleben

Mehr Stille – auch in den Hl. Messen der Pfarrei St. Laurentius

Tag für Tag, von morgens bis abends, sind

wir von Lärm und einer permanenten Geräuschkulisse

umgeben. Ob am Arbeitsplatz,

auf der Straße oder in anderen öffentlichen

Räumen. An anderen Orten werden wir von

(Hintergrund-)Musik berieselt. In Einkaufszentren,

in Wartezimmern oder sonst wo.

Und zu Hause läuft meistens das Radio oder

das Fernsehen. Wenn es zu viel wird, kann

es Menschen regelrecht krank machen.

Umso mehr brauchen wir Räume und Zeiten

der Stille, des Zur-Ruhe-Kommens. Kirchen

wollen solche Räume der Stille anbieten.

Wo man zur Ruhe, zu sich selbst und zu

Gott finden kann. Insbesondere die Gottesdienste

sollen Räume der Begegnung eröffnen.

Mit Gott, mit sich selbst und mit der

mitfeiernden Gemeinde. Das gelingt oft nur

unzureichend, wenn sich Worte, Gebete

und Lieder nahtlos aneinanderreihen. Vor

diesem Hintergrund hat sich das Pastoralteam

entschlossen, der Stille in den hl. Messen

mehr Raum zu geben. Werktags wie

sonntags. Zum einen nach der Predigt, damit

das Wort Gottes in den Lesungen des

Tages und seine Auslegung in der Predigt

bei den Gläubigen nachklingen und sie tiefer

berühren kann.

Zum anderen nach dem Kommunionempfang.

Als Raum für das persönliche (Dank-)

Gebet. Um in der Stille die Unmittelbarkeit

Gottes erfahren zu können. Der bekannte

Benediktinermönch Anselm Grün spricht

davon, „dass in uns ein Raum ist, zu dem

die anderen keinen Zutritt haben … Es ist

der Raum der Stille, in dem Gott selbst in

uns wohnt … Der Weg zu diesem inneren

Ort des Schweigens geht über Gebet und

Meditation.” Diesen Weg wieder etwas

mehr zu eröffnen soll die Neuregelung dienen,

die mit Sonntag, dem 7. Oktober

2012, beginnt. Manfred Hartmann, PR

Gottesdienst-Ordnung

Hl. Messen werktags:

Montag 09.00 Uhr St. Laurentius

17.00 Uhr St.-Joseph-Kapelle

Margaretenhöhe

Dienstag 07.00 Uhr St. Laurentius

09.00 Uhr

17.00 Uhr Maria-Hilf-Kapelle

Marienkrankenhaus

19.00 Uhr St. Marien (Krypta)

Mittwoch 12.00 Uhr St. Laurentius

Donnerstag 07.00 Uhr St. Laurentius

09.00 Uhr

17.00 Uhr St.-Joseph-Kapelle

Margaretenhöhe

Freitag 09.00 Uhr St. Laurentius

19.00 Uhr Hl. Drei Könige

Samstag 08.00 Uhr St. Laurentius

17.00 Uhr St. Laurentius

Hl. Messen sonntags:

Sonntag 09.30 Uhr Hl. Drei Könige

09.30 Uhr St. Marien

10.00 Uhr Maria-Hilf-Kapelle

11.00 Uhr St. Laurentius

11.00 Uhr St.-Joseph-Kapelle

18.00 Uhr St. Laurentius

Regelmäßige Beichtgelegenheit:

Samstag 10.00–12.00 Uhr St. Laurentius

Ansprechpartner

Pastoralbüro Stadtmitte:

Laurentiusstraße 4

51465 Bergisch Gladbach

Telefon: (0 22 02) 28 38-0

Fax: (0 22 02) 28 38 12

E-Mail: buero@laurentius-gl.de

Internet: www.laurentius-gl.de

Öffnungszeiten:

Montag–Freitag

09.30–12.00 Uhr

Montag und Mittwoch 14.00–18.00 Uhr

Dienstag, Donnerstag

und Freitag

14.00–16.00 Uhr

Kontaktbüro Hebborn

Odenthaler Straße 259

Telefon: (0 22 02) 9 64 31 48

Dienstag 09.30–10.30 Uhr

Kontaktbüro Gronau

Mülheimer Straße 215

Telefon: (0 22 02) 5 17 95

Donnerstag 09.30–10.30 Uhr

Pastoralteam

Gemeindeseelsorger

Kreisdechant Norbert Hörter (Pastor)

Tel.: (0 22 02) 28 38-15

Kaplan Dr. Peter Rieve

Tel.: (0 22 02) 2 80 69 04

Diakon Bernd Greiner

Tel.: (0 22 02) 28 38-23

Pastoralreferent Manfred Hartmann

Tel.: (0 22 02) 24 50 94

Klinikseelsorger/-in

Pastoralreferent Dr. Raimund Hanisch

Tel.: (0 22 02) 9 38-29 81

Pastoralreferentin Petra Schmidt

Tel.: (0 22 02) 9 38-29 80

Pfarrer Hans-Joachim Peters

Tel.: (0 22 02) 9 38-29 80

Pastoralreferent Günter Heimermann

Tel.: (0 22 02) 1 27-0

Weitere Seelsorger

Pfarrer i. R. Heinrich Hoesen (Subsidiar)

Tel.: (0 22 02) 3 22 34

Pater Dr. Klaus Weiland SVD (Subsidiar)

Tel.: (0 22 02) 9 64 31 47

Diakon mit Zivilberuf Hans Taflinski

Tel.: (0 22 02) 2 16 01

Diakon mit Zivilberuf Christoph Böhmer

Tel.: (0 22 04) 97 95 09

Msgr. Hans Hausdörfer (CBT Marg.höhe)

Tel.: (0 22 02) 1 07-2 03

Notrufnummer für seelsorgliche Notfälle

(0 22 02) 28 38 28

Sprechstunde Pastor Hörter Mittwoch

16.30–18.00 Uhr im Pastoralbüro

14 Pfarr-Rundbrief 3/2012


Sterbebegleitung ist

Lebensbegleitung

Eine christliche Ausrichtung

ist wesentlicher Bestandteil

im CBT-Wohnhaus

Margaretenhöhe. So nehmen unsere Mitarbeiter

jeden Menschen in seiner Würde

ernst und bieten ihm bis zum Lebensende

die bestmögliche Unterstützung und Förderung

für ein Leben im Alter und bei Pflegebedürftigkeit

an.

Sterbebegleitung ist daher in den Wohnhäusern

der CBT immer auch Lebensbegleitung,

nicht ein Aspekt unter vielen, sondern

elementare Aufgabe. Der alte Mensch steht

im Mittelpunkt unseres Handelns. Wir übernehmen

Verantwortung dafür, dass er in

Würde und im Respekt vor seinen individuellen

Gewohnheiten und Wünschen möglichst

frei von Schmerzen liebevoll begleitet

in seiner gewohnten Umgebung leben

und sterben kann. Niemand soll in unseren

Häusern alleine sterben müssen.

Dies ist die Idee des Integrierten Hospizes.

Das „Integrierte Hospiz“ ist kein separates

Gebäude, kein herkömmliches Hospiz und

keine eigene Abteilung. Das Integrierte Hospiz

ist ein Konzept und eine Haltung. Wir

setzen dieses Konzept um, indem wir Mitarbeitende

weiterbilden, Ehrenamtliche gewinnen,

die Zusammenarbeit mit Angehörigen,

Ärzten, Seelsorgern und Bestattern

pflegen und Kooperationspartner suchen.

Wir arbeiten mit dem Hospizdienst „Die

Brücke“ zusammen; deren Helfer besuchen

Bewohner, die nicht alleine sein möchten,

sie hören zu und bieten Gespräche und Unterstützung.

Sie entlasten die Angehörigen

und stehen als Gesprächspartner auch in

der Zeit des Abschieds und der Trauer zur

Verfügung. Gemeinsam begleiten wir Menschen

bis zu ihrem Tod.

3/2012

Regelmäßige Angebote

Bibelkreis

Kontakt: Pfr. Heinz Hoesen,

Tel.: (0 22 02) 3 22 34

Glaubensgesprächskreis

Kontakt: P. Dr. Klaus Weiland SVD,

Tel.: (0 22 02) 9 64 31 47

Gronauer Mittagstisch

(für Senioren)

Kontakt: Marianne Niesen,

Tel.: (0 22 02) 5 16 47

Kath. Arbeitnehmer-Bewegung (KAB)

Kontakt St. Marien: Markus Geyermann,

Tel.: (0 22 07) 84 72 29

E-Mail: KAB-Gronau@gmx.de

Kolpingsfamilie

Kontakt: Bärbel Grümmer,

Tel.: (0 22 02) 5 44 80

E-Mail: baerbel@gruemmer.de

Katholische Öffentliche Büchereien

KÖB St. Laurentius

Kontakt: Elisabeth Kemper,

Tel.: (0 22 02) 3 92 21

KÖB St. Marien

Kontakt: Edith Hartmann,

Tel.: (0 22 02) 24 50 94

Kirchenchöre und mehr

St. Laurentius und Hl. Drei Könige

Kontakt: Chorleiter Helmut Voß,

Tel.: (0 22 02) 4 48 15

St. Marien

– Dienstag 19.45–21.45 Uhr, Kirchenchor

– Mittwoch 14.45–15.30 Uhr,

Musikalische Früherziehung

– Freitag 18.00–19.00 Uhr, Chorkids,

Laurentiushaus

Kontakt: Maria Kurzawa,

Tel.: (0 22 02) 5 79 35

Kath. Frauengemeinschaft (kfd)

Kontakt Hl. Drei Könige: Bärbel Kenfenheuer,

Tel.: (0 22 02) 2 20 88

Kontakt St. Laurentius: Hannelore Miebach,

Tel.: (0 22 02) 3 22 94

Kindertagesstätten

Kontakt Hl. Drei Könige: Melanie Sollner,

Tel.: (0 22 02) 3 21 02

Kontakt St. Laurentius: Margret Wirth,

Tel.: (0 22 02) 3 47 28

Seniorenangebote

Kontakt: Elisabeth Nöthen,

Tel.: (0 22 02) 3 56 16

Martina Odenthal,

Tel.: (0 22 02) 5 51 77

Pfarrcaritas Hl. Drei Könige/

St. Laurentius/St. Marien

Caritasbüro St. Laurentius

Laurentiusstraße 4

Kontakt: Resi Höptner,

mittwochs 9.30–12.00 Uhr

Tel.: (0 22 02) 28 38 11 (nur mittwochs)

Messdiener/-innen

Kontakt: Kpl. Dr. Peter Rieve,

Tel.: (0 22 02) 2 80 69 04

Sonntagsakademie

Kontakt: Elisabeth Nöthen,

Tel.: (0 22 02) 3 56 16

Spielgruppe Hl. Drei Könige e. V.

Hebborner Kirchweg 1

51467 Bergisch Gladbach

Gruppentelefon: (0 22 02) 10 89 14

Spatzengruppe: dienstags, mittwochs und

freitags von 9–12 Uhr

Ansprechpartnerin: Susan Dollinger,

Tel.: (0 22 02) 9 27 65 88

Pfarr-Rundbrief 15


s ist alles in bester Ordnung”

… lehrt uns Boethius, ein politisch

aktiver Philosoph und

Christ des frühen Mittelalters, der

kurz vor seiner Hinrichtung im Kerker seine

berühmteste Schrift „De consolatione

philosophiae – Über den

Trost der Philosophie” verfasst

hat. Diese spiegelt

den inneren Prozess des

ehemaligen Konsuln wider.

Aus anfänglicher Verzweiflung

über den Verlust seines

Besitzes und dem ungerechten

Todesurteil –

Boethius war beim König

in Ungnade gefallen – gelangt

er in der Begegnung

mit der Philosophie und

dem christlichen Glauben

zu Gelassenheit gegenüber

seinem persönlichen Los. Aber woher

nimmt er diese Ruhe? Mir selbst scheint

Boethius’ Weltbild eine Erklärung dafür

geben zu können, was uns unerklärlich

erscheint. Es beantwortet zugleich seine

Frage: „Wenn es Gott gibt, woher kommt

das Böse?” Gott hat in der Schöpfung alles

perfekt angelegt und Ordnung in die

Welt gebracht. Da er aber weder in Raum

noch in Zeit greifbar ist, er die Grenzenlosigkeit

und Ewigkeit selbst ist und somit

keine Vorstellung jener Kategorien hat,

braucht er das Schicksal, um die Ereignisse

in unserem Kosmos

räumlich und zeitlich zu regeln.

Gott hat Geburt und Tod

im Geist konzipiert und es ist

das blinde Schicksal, das dafür

verantwortlich ist, wenn

zum Beispiel ein früher Tod

das Leben ablöst. Und vielleicht

hilft uns diese Vorstellung,

um für die alltäglichen

Schicksalsschläge nicht direkt

Gott verantwortlich zu machen,

sondern um es als Aufgabe

zu sehen, uns von der

höheren Gewalt loszumachen,

indem wir in Gott und dem Leben danach

unser Ziel sehen, nicht in peripheren Gütern

wie Geld, Ansehen und Erfolg.

Alessia Heider

Anicius Manlius Severinus Boethius (Märtyrer; geboren

um 480/485, † zwischen 524 und 526; sein kirchlicher

Gedenktag ist der 23. Oktober.

Die Nische

Es war ein graues Althaus nur

mit kleiner Nische an der Kante,

wo eine Heiligenfigur

ein bisschen Trost heruntersandte.

Das Haus war schon sehr abgewohnt,

die Mauern zeigten tiefe Risse.

Der Heilige blieb nicht verschont.

Ob er den linken Arm vermisste?

War ihm sein Hirtenstab so schwer,

dass auch die Rechte abgebrochen?

Auf einmal war die Nische leer.

Der Zustand währte viele Wochen.

Und keiner fragte: „Und? Was jetzt?

Kein Sinn für Kunst,

Gefühl und Glauben?“

Die Nische wurde doch besetzt:

von ein paar flatterhaften Tauben.

Das Althaus ist nun gelb verputzt

und strahlt in heller Frische.

Nur einmal hab ich kurz gestutzt:

Da war doch eine Nische ...

HANS WERNER SOKOP

(Gedichte-Datenbank)

16 Pfarr-Rundbrief 3/2012

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