Pressebericht BEG Generalversammlung 2012 - BürgerEnergie ...

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Pressebericht BEG Generalversammlung 2012 - BürgerEnergie ...

Erste Generalversammlung der BürgerEnergie Neckar-Odenwald eG ging erfolgreich über

die Bühne

Mit neuem Geschäftsmodell sieht man sich für die Zukunft gerüstet

(brw) Im sehr gut besuchten Rathaussaal ging die erste Generalversammlung der Bürger-

Energie Neckar-Odenwald eG i. G. (BEG) völlig reibungslos über die Bühne, souverän geleitet

vom Aufsichtsratsvorsitzenden Erwin Brauß. Es ging um das Geschäftsjahr 2012, das noch ein

Rumpfgeschäftsjahr war, weil es nur vom 23. April 2012, dem Tag an dem die junge Genossenschaft

im Gasthaus Lamm in Mosbach gegründet wurde, bis zum 31. Dezember 2012

dauerte. Vorstandsmitglied Susanne Wirtz erläuterte die Mitgliedsentwicklung, die Investitionsprojekte

und den Jahresabschluss. Die Mitgliederzahl ging seit Gründung stetig nach

oben von anfänglich 55 Mitgliedern bis zu aktuell 119 Mitgliedern. Die Arbeit des dreiköpfigen

Vorstandsteams und des fünfköpfigen Aufsichtsrats wird inzwischen noch von einem

Fachbeirat sowie einigen Arbeitsgruppen unterstützt, in denen sich auch Nichtmitglieder

engagieren können. Im Zahlenwerk sticht eine Größe ganz besonders ins Auge: Personalaufwendungen

werden im Jahresabschluss nämlich mit der beneidenswerten Zahl „0“ ausgewiesen.

Dies ist natürlich nur möglich, weil die ehrenamtliche Tätigkeit gänzlich unentgeltlich

geleistet wurde. Tausende Arbeitsstunden seien so zusammengekommen, bemerkte Vorstandsmitglied

Christine Denz, Grund genug für ein herzliches Dankeschön an alle. Zwar sei

die junge Genossenschaft ausdrücklich auch auf Renditeerzielung angelegt, doch wolle man

nicht nur Projekte und Erträge in klingender Münze generieren, sondern auch thematisch

arbeiten und das sei durch die Arbeitsgruppen möglich.

Ein Mitglied, im Hauptberuf selbst im erneuerbaren Energiesektor tätig, zeigte sich am Ende

der Versammlung „schwer beeindruckt, was in dieser kurzen Zeit von der Energiegenossenschaft

auf die Beine gestellt worden ist“. Bei einer Bilanzsumme von 89 000 Euro ist ein Jahresüberschuss

von 5,27 Euro herausgekommen. Das ist sozusagen eine wunderschöne

„Schwarze Null“, die auf neue Rechnung vorgetragen werden soll. Einstimmig beschlossen

wurde das von den Mitgliedern. Ebenso einstimmig wurden Vorstand und Aufsichtsrat die

Entlastung erteilt.

Das Anlagevermögen beträgt knapp 62 000 Euro und das Eigenkapital 87 500 Euro. Rückstellungen

schlagen mit 500 Euro zu Buche und Verbindlichkeiten mit 1 034 Euro. Bisher hat die

junge Genossenschaft ausschließlich in Photovoltaikanlagen investiert, die sich auf der KZ-

Gedenkstätte in Neckarelz, einem Mehrfamilienhaus des Familienheims Mosbach und auf

einem Privathaus in Limbach-Balsbach befinden. Die kombinierte Leistung würde rechnerisch

die Stromversorgung von 23 Personen ermöglichen.

Einen ersten Ausblick für das Jahr 2013 lieferte Vorstandsmitglied Florian Dold. Schon im

November letzten Jahres wurden Kontakte über die badische Grenze nach Heilbronn geknüpft.

Herausgekommen ist dabei die Gründung der EnerGeno BEG Solar 1 GbR. Zusammen

mit der EnerGeno Heilbronn will man das Solarprojekt „Gildecenter Heilbronn“ entwickeln

und betreiben, das eine Leistung von 945 kWp (Kilowatt-Peak) und ein Investitionsvolumen

von 1,45 Mio. Euro haben soll. Die BEG Neckar-Odenwald ist mit 15 Prozent an der gemein-


schaftlichen Tochter beteiligt. Auch beim Windpark „Großer Wald“ Hettingen/Rinschheim ist

man mit von der Partie.

Ziel der BEG ist es, neben der Energiegewinnung aus Sonne und Wind noch die aus Wasserkraft

voranzutreiben. So wurde vor kurzem eine Informationsveranstaltung insbesondere für

sogenannte „Wassermüller“ im Raum Buchen ausgerichtet. Dold zeigte sich zufrieden mit

dem abgelaufenen Rumpfgeschäftsjahr, besonders vor dem Hintergrund der verschlechterten

Rahmenbedingungen. Die Einspeisevergütung sei im Gründungsjahr um ungefähr ein

Drittel zurückgegangen. Neben der harten pekuniären Renditeerzielung, die leicht in Zahlen

ausgedrückt werden kann, nannte Dold noch einige ideelle Renditeziele wie „in die Zukunft

zukünftiger Generationen und in die Region zu investieren“ sowie die Erzeugung von natürlicher

sauberer Energie.

Inzwischen habe man ein Geschäftsvolumen mit so viel kritischer Masse aufgebaut, dass

man die Gründungsprüfung des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes erfolgreich

bestehen werde, so die Einschätzung des Aufsichtsratsvorsitzenden Brauß. Danach

könne die Eintragung im Genossenschaftsregister erfolgen und der Namenszusatz „i. G.“

gestrichen werden. Das sei wichtig, um zukünftig zum Beispiel Engagements an einer Kommanditgesellschaft

(KG) einzugehen, die größere Windparks betreiben.

Ihre Zukunft sieht die Genossenschaft, so Denz, in ihrem neuen Geschäftsmodell. Dabei soll

die auf dem Dach erzeugte Energie direkt im Gebäude verbraucht werden und nur der Überschuss

ins Netz gehen. So bekomme der Verbraucher nicht nur billigen Strom, sondern er

werde zudem vom Energieversorger unabhängiger.

Info-Kasten

Mitmachen und mitarbeiten kann jeder Bürger, der sich für die Arbeit der BürgerEnergiegenossenschaft

interessiert sowohl Mitglieder wie auch Nichtmitglieder. Mitglied wird man

durch den Kauf eines Genossenschaftsanteils in Wert von 250 Euro. Die Arbeitsfelder der

jungen Genossenschaft sind in vier Arbeitsgruppen aufgeteilt, die die regenerativen Energiearten

Photovoltaik, Wind- und Wasserkraft abdecken. Als vierte Arbeitsgruppe ist das „Marketing“

hinzugekommen, einmal um die Arbeit der Genossenschaft im gesamten Kreis noch

bekannter zu machen und neue Mitglieder zu gewinnen, aber auch um nach Investitionsmöglichkeiten

im Umkreis Ausschau zu halten. Bei Vorstandsmitglied Christine Denz kann

man sich informieren unter Tel.: 06261/35154. Einen ersten Informationsüberblick liefert

aber bereits die Webseite www.BuergerEnergie-Neckar-Odenwald.de

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