Ausgabe 05/2013 - Wirtschaftsjournal.de

wirtschaftsjournal.de

Ausgabe 05/2013 - Wirtschaftsjournal.de

Das mitteldeutsche Wirtschaftsmagazin

www.wirtschaftsjournal.de Nr. 05/2013 | 23. Jahrgang | Preis: 4,50 € | ISSN: 1617-6669

LOGISTIK-SPECIAL

Unternehmer willkommen

Seiten 21-50

LESEECKE

Ende einer Illusion

Seite 69

VORDENKER MITTELDEUTSCHLANDS

Die innovativen Strategen

Seiten 14-17

Titel: Unternehmensnachfolge – Lebenswerke sichern | Seiten 5-8

Vorbildlicher Generationswechsel

Frank Walther übergibt Geschäftsführung von USK an Holger Kühne


»

gedacht. gemacht.

MIT UNS GEHEN

SIE DURCHS FEUER.

UND KOMMEN

SICHER ZURÜCK.«

André Lang

Geschäftsführer Norafin Industries (Germany) GmbH

Mildenau

Norafin ist Feuer und Flamme für Schutzbekleidung. Mit innovativen

flammfesten Materialien sorgen sie dafür, dass andere bei der Arbeit einen

kühlen Kopf bewahren. Und haben damit die meisten amerikanischen

Feuerwehren überzeugt. In über 60 spezialisierten Unternehmen der Textilindustrie

im Erzgebirge heißt es jeden Tag: Anpacken statt abwarten.

Eben »Gedacht. Gemacht.«

Das Projekt wird mit Fördermitteln der Gemeinschaftsaufgabe »Verbesserung

der regionalen Wirtschaftsstruktur« durch den Freistaat Sachsen unterstützt.

www.wirtschaft-im-erzgebirge.de


Editorial

Auf ihn mit Gebrüll

Fußballdeutschland weint! Ihre Führungs-Ikone Ulli

Hoeneß steht am Pranger – vorerst. Während Bundespräsident

Gauck Steuerhinterzieher pauschal für „asozial“

hält, ist das Volk tief gespalten. Während die einen ihn als

Beweis sehen, dass alle Bonzen lügen und betrügen, ist er

für die anderen der engagierte Kümmerer und Gutmensch.

Uli Hoeneß hat in seinem Leben mehr als 50 Millionen Euro

Einkommensteuer in Deutschland gezahlt. Und er hat Steuern

unterschlagen. Aber warum? Man könnte fast glauben

die Steuerdiskussion mitten im Wahlkampf und die Diskussion

der 27 Regierungschefs auf dem seit langem vorbereiteten

EU-Gipfel folgen einem genauen Drehbuch. Und

Ulli Hoeneß war die erste Folge der neuen Staffel. Hokus

pokus – und man läutet ganz nebenbei das Ende des Bankgeheimnisses

ein. Ich muss nicht lange nachdenken, was

mir mehr Angst macht: Der Einzelfall Hoeneß oder das für

Staat und Europäische Union nun jedes Unternehmen und

jeder Bürger voll transparent ist und mit einem Grundsatz

gebrochen wird, der seit tausenden Jahren seine wohlüberlegte

Berechtigung hat.

Wenn der deutsche Staat wirklich etwas gegen die kriminellen

Steuertricks tun will, muss er mit der eigenen Gesetzgebung

und Praxis beginnen. Es ist nicht verwunderlich,

wenn Einzelne aber auch Konzerne Energie darauf verwenden,

von dem verdienten Geld mehr für sich zu behalten.

Zum einen ist die Höhe der Belastungen unsäglich

hoch geworden. Wenn die Mehrheit der von mittelständischen

Unternehmen wie auch Selbstständigen erbrachten

Leistungen an Staat und Verwaltungen geht, die mit diesem

Geld auch noch nicht einmal haushalten können, fühlen

die Unternehmer das schlicht als ungerecht.

Und auch das Steuersystem selbst lässt eine Kultur des

Misstrauens und der Ablehnung entstehen. Nur ein paar

Beispiele dazu: Effizient kann ein dienstlich genutztes KFZ

eigentlich nur mit der „Ein-Prozent-Regel“ versteuert werden.

Doch diese ist unglaublich unrealistisch, vor allem

deshalb, weil sie den Listenpreis ansetzt. Doch die Schere

zwischen Verkaufspreis und Listenpreis klafft immer mehr

auseinander. Unternehmen zahlen Künstlersozialkasse für

Freischaffende, auch wenn diese keine Leistungen davon

erhalten. Auch bei der Besteuerung von Geschenken setzten

sich die Erbsenzähler durch: Jede kleine Aufmerksamkeit

an Kunden wird bereits ab 10 Euro besteuert. Was für

ein Missverhältnis von Aufwand und Nutzen. Und um diejenigen

noch einmal mehr zu quälen, die Werte in unserem

Land erwirtschaften, werden inzwischen Fahrtenbücher

zurückgewiesen, weil sie nicht die genaue Adresse

mit Hausnummer oder die gefahrene Route enthalten…

Das durch die vorherrschende Steuergesetzgebung hervorgerufene

Ungerechtigkeitsempfinden schafft einen

Nährboden für Versuche, auch selbst etwas Geld zu

„sparen“. Kriminelle Energie muss da noch nicht einmal

vorhanden sein.

Die Steuerhinterzieher tun einfach nur das, was ihnen der

Staat vorlebt. Wenn ein Land 50 Jahre lang einen Überschuss

nach dem anderen erwirtschaftet – wie kann es

dann eine Staatsschuld von 2 Billionen aufbauen? Die mögliche

Antwort lautet: Der Staat hat seine Ausgaben nicht

den Einnahmen angepasst, und das zur dauerhaften Praxis

gemacht. Die Verwaltung hat sich längst verselbstständigt,

priorisiert seine Aufgaben nicht nach den finanziellen

Rahmenbedingungen. Man redet zwischenzeitlich

öfter darüber, aber am System hat sich nichts geändert.

Und es ist nicht gelungen, eine leistungsorientierte Verwaltung

aufzubauen – viel zu viele atmende Pullover verhindern

statt zu organisieren. Von den gigantischen Abgaben

bleibt immer weniger für die wichtigen staatlichen

Aufgaben wie Infrastruktur, Bildung und Kultur. Und immer

wieder bleibt es bei dem starren Blick auf klaffende Haushaltlöcher.

Visionen für eine Gestaltung der Gesellschaft

aber auch die Kraft von Steuerentlastungen bleiben auf

der Strecke.

Ihr Jörg Sattler

Wirtschaftsjournal | Mai 2013

3


Inhalt

Aus dem Inhalt

Standpunkte

Editorial 3

Titel

Beispielgebende Übernahmen 5

Auf dem Königsweg 6-7

Logistik gilt als das Schmiermittel der Industrie. Auch wenn diese Funktion mittlerweile

IT-basiert ausgefüllt wird, sind es immer noch vor allem Menschen, die unterschiedlichste

Güter im Takt der Fertigung beschaffen, bewegen und lagern. Fakt ist,

die Logistikregion Mitteldeutschland ist europäische Spitzenklasse und befindet sich

auf der Überholspur. Foto: Wolfgang Schmidt Logistik-Special | Seiten 21-50

Technische Textilien/Kunststoff

Ausgebucht 9

Trendsetter bei Tech-Tex 10-11

Mitteldeutscher Kunststofftag 13

Vordenker Mitteldeutschlands

Gründungen für mehr Innovation 14

Kommunikation und Vernetzung 16

Energie

Sächsische Rohstoffkompetenz 19

Die sächsische Textilbranche verfügt

über gute Voraussetzungen, um ihre

überdurchschnittlich starke Position im

weltweiten Wachstumsmarkt der Technischen

Textilien zu halten und auszubauen.

Davon kann man sich auf der

Internationalen Fachmesse für Technische

Textilien und Vliesstoffe vom 11.

bis 13. Juni in Frankfurt/Main überzeugen.

Im Bild: Sandra Faust von Vowalon

in Treuen. Foto: Wolfgang Schmidt

Technische Textilien/Kunststoff |

Seiten 9-13

Infrastruktur

Die Nord-Süd-Initiative 20

Logistik-Special 21-50

Gesundheitswirtschaft

Fit im Büro 53

Fachkräfte

Lukratives Studienangebot 56-57

Treffpunkt

Blütenträume - Lebensräume 63

Leseecke

Ende einer Illusion 69

Impressum 70

Leistungsfähige und top ausgebildete Fachkräfte, wie hier Jessica Gerhardt bei Parker

Hannifin in Chemnitz, sind für eine starke Wirtschaftsregion Mitteldeutschland

unverzichtbar. Ihr Wissen und ihre Kompetenzen gehören zu unseren wichtigsten

Ressourcen. Foto: Wolfgang Schmidt Fachkräfte | Seiten 55-61

4 Wirtschaftsjournal | Mai 2013


Titel

Beispielgebende Übernahmen

Preis für erfolgreiche Unternehmensnachfolge erneut ausgeschrieben

Der „Sächsische Meilenstein“ ist in die nächste

Runde gegangen. In diesem Jahr loben die Bürgschaftsbank

Sachsen GmbH (BBS) und die Mittelständische

Beteiligungsgesellschaft Sachsen mbH

(MBG) unter der Schirmherrschaft des Sächsischen

Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

(SMWA) den Preis für erfolgreiche Unternehmensnachfolge

bereits zum dritten Mal aus.

Das Interesse der sächsischen Wirtschaft daran, zeigen die

Bewerberzahlen der vergangenen beiden Wettbewerbe:

Insgesamt 150 Unternehmen aus den verschiedensten

Branchen und Regionen des Freistaates bewarben sich

2011 und 2012 mit ihren erfolgreich umgesetzten Übernahmekonzepten.

„Die konstant hohe Bewerberzahl in den

vergangenen zwei Jahren zeigt, dass sich der ‚Sächsische

Meilenstein‘ zunehmend als feste Größe etabliert. In diesem

Jahr wollen wir an den bisherigen Erfolg anknüpfen

und das Thema Unternehmensnachfolge perspektivisch

weiterentwickeln“, erklärt Markus H. Michalow, Geschäftsführer

von BBS und MBG. Vor diesem Hintergrund wird der

Wettbewerb zum ersten Mal von der Hochschule für Wirtschaft

und Technik Dresden wissenschaftlich begleitet.

Wie bereits im letzten Jahr, wird auch der diesjährige

„Sächsische Meilenstein“ in mehreren Kategorien vergeben.

Ausgezeichnet werden die jeweils beste familieninterne,

unternehmensinterne und unternehmensexterne

Nachfolge. „Die Einführung der drei Preiskategorien im

letzten Jahr war ein Gewinn für den Wettbewerb. Wir haben

damit zum einen mehrere erfolgreiche Übernahmekonzepte

ausgezeichnet und gleichzeitig auch verschiedene

Nachfolgemodelle vorgestellt und thematisiert“, resümiert

Markus H. Michalow. Zusätzlich zu den drei Preiskate -

gorien wird auch in diesem Jahr wieder ein Sonderpreis

der Jury unter den Bewerbern vergeben, der mit 1.000

Euro dotiert ist. Teilnehmen können in diesem Jahr kleine

und mittlere Unternehmen aus Sachsen, die zwischen 2008

und 2012 eine Nachfolgeregelung erfolgreich umgesetzt

haben. Einsendeschluss ist der 1. September 2013. Danach

ermittelt eine unabhängige Jury aus Vertretern von Politik,

der Kammern sowie der Hausbanken die Preisträger

des Wettbewerbs.

Jury-Vorsitzender wird in diesem Jahr erneut Heiner

Hellfritzsch, ehemaliger geschäftsführender Gesellschafter

der Florena Cosmetic GmbH, sein. „Die Gewinner des

„Sächsischen Meilensteins“ dienen als Vorbilder für andere

Übergeber und Übernehmer und bereichern das Thema

Unternehmensnachfolge mit ihren Erfahrungen“, erklärt

Heiner Hellfritzsch. Bekanntgegeben werden die Sieger

des „Sächsischen Meilensteins 2013“ im Rahmen einer

feierlichen Preisverleihung, die im November 2013 stattfinden

wird.

PM/CH

Erneuerung der Wirtschaft gefährdet

Demografische Entwicklung dämpft Gründungsdynamik

Ralf Scheler, Präsident der Handwerkskammer

zu Leipzig, steht derzeit dem

Sächsischen ExistenzgründerNetzwerk

(SEN) vor.

Foto: Handwerkskammer zu Leipzig

Die Zahl der Existenzgründungen im Freistaat Sachen ist

weiter rückläufig. Dabei stieg der Anteil der Unternehmensnachfolgen

leicht an. Die Reform des Gründungszuschusses

hat das Gründergeschehen kaum beeinflusst. Mehr

als drei Viertel der Gründer nutzen die Beratungsangebote

der Kammern. Zu diesen Ergebnissen kommt der „Sächsische

Gründerreport 2013“, den das Sächsische ExistenzgründerNetzwerk

(SEN) veröffentlichte. Im zurückliegenden

Jahr verzeichneten die sächsischen Gewerbeämter 2546

weniger Gewerbeanmeldungen als -abmeldungen. Im

gewerblichen Bereich (ohne Freiberufler und Landwirtschaft)

sank die Zahl der „echten“ Existenzgründungen in Sachsen

im Jahr 2012 auf 12.832. Das ist allein gegenüber dem

Vorjahr ein Rückgang um 17 Prozent (2546) und somit das

Verhältnis von Neugründung und ausscheidenden Unternehmen

negativ. Der Abwärtstrend ist bereits seit 2007 zu

beobachten. Der Anteil der Unternehmensnachfolgen am

sächsischen Gründungsgeschehen beträgt elf Prozent und

liegt damit leicht über dem Vorjahreswert. „Die demografische

Entwicklung dämpft die Gründungsintensität stärker

als die Nachfrage. Hält der Trend weiter an, ist für den Freistaat

Sachsen eine Unternehmenslücke zu befürchten. Aber

wir brauchen qualifizierte und nachhaltige Gründungen für

die permanente Erneuerung der Wirtschaft. Die Gründerkultur

zu stärken, ist daher Ausdruck gesellschaftlicher

Verantwortung“. Ralf Scheler, Präsident der Handwerkskammer

zu Leipzig, die aktuell den Ratsvorsitz im SEN in -

nehat.

PM/CH

Wirtschaftsjournal | Mai 2013

5


Titel

Auf dem Königsweg

Generationswechsel bei USK: Holger Kühne ist neuer Geschäftsführer – Frank Walther führte Unternehmen

22 Jahre erfolgreich

Stand 22 Jahre an der Spitze von USK und prägte maßgeblich das Unternehmen:

Frank Walther.

Fotos: Wolfgang Schmidt

Hat allen Grund optimistisch in die Zukunft zu blicken – Holger Kühne, der neue

Geschäftsführer von USK.

In vielen mittelständischen Unternehmen steht ein

Generationswechsel bevor. Oftmals wird das Thema

„Nachfolge“ aber zu spät angepackt oder die Problematik

der Nachfolgersuche unterschätzt. Anders

bei der USK Karl Utz Sondermaschinen GmbH in Limbach-Oberfrohna.

Dort vollzog sich zu Beginn des

Jahres der Generationswechsel planmäßig und völlig

unkompliziert. Frank Walther übergab nach 22

Jahren erfolgreicher Tätigkeit die Geschäftsführung

an seinen Nachfolger Holger Kühne. Zur feierlichen

Verabschiedung von Frank Walther hatten sich zahlreiche

Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur eingefunden

und zollten somit seinen Leistungen und

Erfolgen ihren Respekt und Anerkennung. Insbesondere

langjährige Kunden, Lieferanten und Wegbegleiter

nutzten die Gelegenheit, sich persönlich

bei Frank Walther zu verabschieden und ihm für

seine Tätigkeit zu danken.

Der Führungswechsel bei USK kam nicht überraschend und

war mehr als eine Schlüsselübergabe. „Ich hatte ein Alter

erreicht, wo man etwas kürzer treten möchte“, so Frank

Walther gegenüber dem Wirtschaftsjournal. „Nachdem ich

in den vergangenen Jahren zwei schwere gesundheitliche

Schläge hinnehmen musste, war mir klar, eine Übergabe

der Geschäftsführung in naher Zukunft ins Auge zu fassen.

Diesen Prozess haben wir langjährig vorbereitet.“ Ein Grund,

weshalb die Überleitung der Unternehmensführung bei USK

problemlos verlief. Dabei hatte es eine Reihe von Bewerbern

gegeben, nicht nur innerhalb des Unternehmens, sondern

sogar aus dem Ausland.

Die Königslösung für USK bestand jedoch darin, für den

Generationswechsel jemanden aus dem eigenen Haus zu

nehmen. Die Wahl fiel auf Holger Kühne, der bereits seit

1992 in verschiedenen Positionen im Unternehmen tätig

ist, zuletzt als Leiter der Angebotsabteilung. „Wir hielten

Holger Kühne für fähig, die Nachfolge zu meistern“, so

Frank Walther. „Er besitzt die nötigen Erfahrungen, genießt

bei unseren Kunden einen sehr guten Ruf und ist in der

Mannschaft mit seinen Fähigkeiten und Kompetenzen hoch

akzeptiert und gut angesehen.“

Frank Walther prägte die Geschicke des

Unternehmens

Unter Führung von Frank Walther erlebte USK eine überaus

erfolgreiche Entwicklung. Als der baden-württembergische

Unternehmer Karl Utz 1990 die Firma USK Karl Utz

Sondermaschinen gründete, fand er in Frank Walther einen

engagierten und motivierten Partner. Dieser übernahm am

1. Januar 1991 die Geschäftsführung der USK, ein Jahr später

war er Mitgesellschafter.

„Frank Walther prägte die Geschicke des Unternehmens

sehr entscheidend“, lobt sein Nachfolger. „Ihm ist es im

Wesentlichen zu verdanken, dass USK heute eine ausgezeichnete

Marktposition erreicht hat, weltweit einen guten

Namen besitzt und bei Kunden und Geschäftspartnern als

zuverlässiger und leistungsstarker Lieferant von Anlagen

der Montage-, Handhabungs- und Prüftechnik anerkannt

Über USK

Das Firmenprofil umfasst die

Projektierung, Konstruktion und

Fertigung von Sondermaschinen

und Industrieanlagen der Montage-,

Handhabungs- und Prüftechnik.

Dabei ist USK Komplettanbieter,

d.h. die Leistungen

erstrecken sich von der mechanischen

Konstruktion, der elektrischen

Konstruktion, der Programmerstellung

über die

mechanische und elektrische

Montage/Installation bis zur

Inbetriebnahme. Die Leistungspalette

der Maschinen und Einrichtungen

reicht von einfachen

Montagevorrichtungen, Montagehandarbeitsplätzen

bis zu

vollautomatischen rechnergesteuerten

Montagesystemen.

Zum marktgerechten Angebotsspektrum

gehören neben Neuanlagen

auch Anlagenumbauten,

-überholungen und -erweiterungen

sowie Verlagerungen/

Umsetzungen von Montagemaschinen

und -anlagen.


6 Wirtschaftsjournal | Mai 2013


Titel

Die USK Karl Utz Sondermaschinen GmbH genießt weltweites Ansehen und ist

ein leistungsstarker Lieferant von Anlagen der Montage-, Handhabungs- und

Prüf technik.

Felix Franke bei der Arbeit an einer Montagezelle für einen namhaften Auftraggeber

von USK.

USK – Karl Utz

Sondermaschinen GmbH

An der Hopfendarre 11

09212 Limbach-Oberfrohna

Telefon: 03722 6082-0

Telefax: 03722 6082-82

info@usk-utz.de

www.usk-utz.de

ist.“ Als verlängerte Werkbank der baden-württembergischen

Schwesterfirma FIX Maschinenbau in den 1990-er

Jahren mit 55 Mitarbeitern gestartet, beschäftigt USK am

Standort Limbach-Oberfrohna mittlerweile über 300 Mitarbeiter

und erzielte in den vergangenen beiden Jahren

einen Umsatz von etwa 80 Millionen Euro. Ende 2012 wurde

das in Korb bei Stuttgart ansässige Schwesterunternehmen

FIX Maschinenbau GmbH auf USK verschmolzen. USK

beschäftigt nun am Standort Korb weitere 50 Mitarbeiter.

Unternehmen auch für die Zukunft sehr gut

aufgestellt

„Wir sind in der komfortablen Lage, nach dem schweren

Krisenjahr 2009, sehr erfolgreiche Jahre gehabt zu haben“,

sagt Holger Kühne. „Unser Unternehmen ist gut aufgestellt

und hat für dieses Jahr und zum Teil auch schon fürs nächs -

te Jahr volle Auftragsbücher.“

„Der Erfolg ist uns nicht in den Schoß gefallen“, betont

Frank Walther. „In der Gründerzeit hatten wir Riesenprobleme,

Banken zu finden, die Maschinenbau in Ostdeutschland

finanzierten. Das hielt man damals für ein Risiko und Abenteuer.

Wir starteten schließlich mit westlichem Kapital. Inzwischen

hat sich die Welt gedreht. Jetzt stehen deutsche Großbanken,

die uns finanzieren möchten, Schlange. Das macht

uns schon Stolz auf die erfolgreiche Entwicklung unseres

Unternehmens. Unsere Gewinne haben wir viele Jahre thesauriert

und die Eigenkapitalquote des Unternehmens entwickelt.

In den vergangenen Jahren lag der Anteil immer

über 30 Prozent. Im Maschinenbau ist das nicht mal im

Westen üblich.“

Das schlägt sich auch im Rating renommierter Agenturen

nieder. Demnach gehört USK zu den 100 deutschen

Unternehmen, die nicht ausfallgefährdet sind. Schließlich

beobachten die Kunden genau, wie die Firma in Sachen

Bonität aufgestellt ist.

In den vergangenen Jahren gute Führungsmannschaft

aufgestellt

Um USK in der Maschinenbaubranche an der Spitze zu halten,

musste Frank Walther einen hohen persönlichen Tribut

zollen. Ein 12 bis 14-Stunden Arbeitstag gehörte zur Normalität.

Hinzu kamen viele Geschäftsreisen im In- und Ausland.

1998 bekam Frank Walther die Quittung für sein unermüdliches

Engagement: Herzinfarkt.

Im Unternehmen ist man sich heute einig: Wäre der Firmenchef

nicht wieder gesund geworden, wüsste man nicht,

ob es USK noch geben würde. Das Alarmsignal des Körpers

führte bei Walther zum Umdenken. Er nahm sich vor, nicht

mehr alles allein zu machen, sondern mehr Aufgaben zu

delegieren und kompetente Mitstreiter an die Unternehmensleitung

heranzuführen.

„Wir haben eine gute Führungsmannschaft aufgebaut

und darauf orientiert, dass aus deren Reihen der Nachfolger

kommt“, betont Frank Walther. Mit der Familie Utz, den

Hauptgesellschaftern, wurde die Unternehmensübergabe

für Ende 2013 vereinbart. Als im vergangenen Jahr Frank

Walther erneut schwer erkrankte, entschloss er sich in Absprache

mit den Hauptgesellschaftern, den Übergabeschritt ein

Jahr vorzuziehen.

Holger Kühne steht für weiteren Erfolg und

Kontinuität bei USK

Ganz ans Aufhören denkt Frank Walther allerdings nicht.

„Ich bin noch nicht reif für die Hängematte“, sagt er schmunzelnd.

„Ich freue mich“, so der neue Firmenchef Holger Kühne,

„dass Frank Walther zukünftig das Unternehmen und die

Firmengruppe Utz als Berater mit seinen Erfahrungen unterstützen

und das Schwesterunternehmen FMT Flexible Montagetechnik

GmbH in Limbach-Oberfrohna weiterhin als

Geschäftsführer leiten wird.“ Das 1993 gegründete Unternehmen

ergänzt als größter ostdeutscher Vertriebspartner

der Bosch Rexroth AG das Liefer- und Leistungsprogramm

der Utz-Gruppe um Komponenten und Applikationen der

Montagetechnik.

Bei USK wurde die Unternehmensnachfolge optimal

geregelt. Mit Holger Kühne als neuem Geschäftsführer ist

die Kontinuität des Limbach-Oberfrohnaer Unternehmens

als erfolgreicher Player in der Maschinenbaubranche,

dessen Exportquote bei 40 Prozent liegt, auch künftig

gesichert.

Wolfgang Baltzer

Wirtschaftsjournal | Mai 2013

7


Titel

Nachfolger gesucht!

Sachsens Unternehmen brauchen Nachfolger. Doch manche Firma beginnt mit der Suche zu spät

In Sachsen suchen nach Angaben des sächsischen

Wirtschaftsministeriums 15.000 mittelständische

Firmen bis 2020 einen Nachfolger. Davon betroffen

sind auch etwa 200.000 Beschäftigte. Steuerberater

spielen bei der Nachfolge eine Schlüsselrolle.

Im Interview erklärt die Präsidentin der Steuer -

beraterkammer des Freistaates Sachsen, Steffi

Müller, warum.

Foto: PR Piloten

Wirtschaftsjournal: 15.000 Unternehmen in Sachsen

brauchen bald einen neuen Inhaber. Was macht

die Suche so schwierig?

Steffi Müller: Dafür gibt es mehrere Gründe. Die meisten

Mittelständler beschäftigen sich zu spät mit der Frage der

Unternehmensnachfolge. Sie schieben das Thema vor sich

her. Hinzu kommt, dass es seine Zeit dauert, einen geeigneten

Nachfolger zu finden und einzuarbeiten. Bei Externen

gehen die Vorstellungen, beispielsweise über den Preis,

naturgemäß oft auseinander. Dieses Problem hat man bei

unentgeltlicher Übertragung im Kreise der Familie nicht.

Dafür treten andere Probleme auf, wie z. B. unterschiedliche

Vorstellungen über die Weiterentwicklung des Unternehmens.

WJ: Worauf muss man als Unternehmer achten?

Müller: Der Inhaber sollte genau wissen, was er will, um

alle wesentlichen steuerlichen und rechtlichen wie auch

vertraglichen Dinge klären zu können. Deshalb ist ein

Zusammenspiel mit dem Steuerberater und Rechtsanwalt

sehr wichtig. Alle Unterlagen müssen so vorbereitet werden,

dass Unternehmenswert und Perspektive klar sind. Das

macht es dem „Neuen" leichter, sich ein Bild von der Situation

zu verschaffen. Wesentlich ist auch, das Führungsteam

frühzeitig zu informieren und mit einzubeziehen.

WJ: Warum ist hier der Steuerberater so wichtig?

Müller: Oft sind es langjährige Mandanten, die wir betreuen.

Daher kennt man die Firma sehr gut und weiß, worauf

es in diesem speziellen Fall ankommt. Wir entwickeln gemeinsam

mit dem Inhaber das passende Modell für die Unternehmensnachfolge.

Auch kümmern wir uns zum Beispiel

um die professionelle Aufbereitung von Unterlagen und die

Ermittlung des Unternehmenswertes. Nicht zuletzt ermitteln

wir die steuerlichen Auswirkungen.

WJ: Haben Sachsens Unternehmer das Thema Nachfolge

im Blick?

Müller: Sagen wir es mal so: Nicht alle (lacht). Unser Eindruck

ist, dass viele zu spät beginnen. Manchmal passiert

es, dass eine Krankheit oder ein anderer Zwischenfall das

Thema zwangsweise beschleunigen - was nicht immer gut

sein muss. Gerade die Gründergeneration der 90iger Jahre

sollte zeitnah über die eigene Firmennachfolge nachdenken

und mit der Planung beginnen.

WJ: Wie lange dauert ein Übergang?

Müller: Das lässt sich schwer sagen. Im Normalfall sollte

man mit etwa zwei Jahren rechnen, manchmal geht es auch

schneller und die Übergabe ist in sechs Monaten abgeschlossen.

WJ: Wo finden Firmen oder Interessenten Hilfe und

Unterstützung?

Müller: Besonders die Industrie- und Handelskammern dienen

als Anlaufpunkt und Kontaktvermittler. Auch Unternehmerstammtische

spielen eine wichtige Rolle, denn hier

ist man unter sich und kann sein Anliegen äußern. Außerdem

gibt es beim Steuerberaterverband eine Übersicht von

Berufskollegen, die sich zum Fachberater für Unternehmensnachfolge

qualifiziert haben. Das sind aus meiner Sicht

die richtigen Ansprechpartner.

WJ: Gibt es auch Unterstützung für den Nachfolger?

Müller: Eine Hilfe für den Nachfolger stellen die Förderprogramme

von Land und Bund dar. Das verschafft nach

dem Kauf der Firma Liquidität und sollte deshalb unbedingt

genutzt werden. Bei der Beantragung sind meine Berufskollegen

selbstverständlich behilflich. Überhaupt ist eine

gute steuerliche und betriebswirtschaftliche Beratung von

Beginn an unverzichtbar.

Gespräch: PR Piloten/SP

8 Wirtschaftsjournal | Mai 2013


Technische Textilien/Kunststoff

Ausgebucht

Über 1250 Aussteller auf der Techtextil, der internationalen Leitmesse

für technische Textilien und Vliesstoffe

... Etabliert. Besser. Weiter.

Open-IT Summit, Messe Berlin

22.-23. Mai 2013

Foto links: Viele nanotechnologiebasierte

Endeverbraucherprodukte

haben bereits den Markt erobert, darunter

auch diverse Anwendungen im

Textilbereich. Vor diesem Hintergrund

wurden die „Funktionalen Bekleidungstextilien“

als neuer Ausstellungsbereich

auf der Techtextil aufgenommen.

Foto: Deutsches Museum/

Messe Frankfurt

Foto rechts: In Dresden entwickelter

Demonstrator des Leichtbauclusters:

serienfähiges Bauteil in Hybridbauweise

mit hochsteifer Topologiestruktur.

Foto: Messe Frankfurt/S.

Rund ein Monat vor Beginn der Techtextil steht

fest: Die internationale Leitmesse für technische

Tex ti lien und Vliesstoffe ist ausgebucht. Vom 11.

bis 13. Juni 2013 präsentieren sich auf dem Messegelände

in Frankfurt am Main deutlich über 1.250

Aussteller, darunter alle international führenden

Branchenvertreter. Aus Mitteldeutschland – Sachsen,

Sachsen-Anhalt, Thüringen und dem südlichen

Brandenburg haben sich bisher 55 Unternehmen

und Forschungseinrichtungen angemeldet. „Zum

ersten Mal haben wir eine restlos ausverkaufte

Techtextil. Das Ausstellerwachstum, der Anteil der

Neuaussteller und Wiederkehrer sowie die erneut

gestiegene Internationalität verdeutlichen: Die

Techtextil ist die weltweit führende Plattform der

Branche,“ sagte Olaf Schmidt, Vice President Textiles

& Textile Technologies, am 8. Mai.

Dabei verzeichnet die Techtextil aktuell ein Wachstum über

alle Länder und Regionen hinweg. Beispielsweise ist die

Anzahl der Aussteller aus Deutschland, Italien, Indien und

der Türkei gegenüber 2011 gewachsen. Auch die Zahl der

Gemeinschaftsstände ist um zwei Ausstellerländer gegenüber

2011 auf insgesamt 13 Nationen gestiegen. Neben

Belgien, China, Frankreich, Italien, Kanada, Portugal, Spanien,

Taiwan, der Tschechischen Republik und den USA sind

in diesem Jahr auch Großbritannien, Indien und Kroatien

vertreten.

Zur Techtextil haben sich erneut alle Branchengrößen

angemeldet. Zu den Ausstellern mit den größten Standflächen

gehören: James Dewhurst, Elmatex, Gerber Technologies,

Groz-Beckert, Heathcoat Fabrics, Hyosung, IBENA,

Johns Manville, Kordsa Global, Lenzing, Mehler Texnologies,

Oerlikon Textile, PHP Fibers, Georg Sahm, Salteks, Sandler,

Sattler, Sioen, S.M.R.E., Teijin Aramid, Thrace Plastics,

Toray International Europe, Trützschler Nonwovens, TWE

Vliesstoffwerke Emsdetten und Wirth Fulda.

Bei den Anmeldungen nach Produktgruppen führen

„Gewebe, Gelege, Geflechte, Gewirke,“ und „Technologie,

Verfahren, Zubehör,“ gefolgt von „Beschichtete Textilien“

sowie „Fasern und Garne“. Ein großes Ausstellerinteresse

verzeichnete die neue Produktgruppe „Funktionale Bekleidungstextilien“.

Die fünf größten Anwendungsbereiche, die

das Produktangebot der Techtextil bedienen, sind Indutech,

Mobiltech, Buildtech, Hometech und Protech.

Die Fachbesucher erwartet damit ein hervorragendes,

breit gefächertes und internationales Angebot an den verschiedenen

textilen Materialien, darunter Fasern und Garne,

beschichtete Textilien sowie Textiltechnologien für die verschiedensten

technischen Anwendungen. Ergänzt wird das

Informationsangebot der Techtextil durch das Techtextilund

Avantex-Symposium.

Parallel zur Techtextil findet in diesem Jahr zum zweiten

Mal die Texprocess statt. Die Texprocess ist die internationale

Leitmesse für die Verarbeitung von textilen und

flexiblen Materialien. Sie beginnt bereits am 10. Juni, beide

Messen enden gemeinsam am 13. Juni. „Die zahlreichen

Synergien, die sich aus dem Messedoppel ergeben, sprechen

Besucher und Aussteller gleichermaßen an,“ sagt Olaf

Schmidt. „Besucher der Techtextil beispielsweise aus der

Bekleidungsindustrie profitieren vom erweiterten Angebot

der Texprocess.“

PM/CH

Wirtschaftsjournal | Mai 2013

9


Technische Textilien/Kunststoff

Trendsetter bei Tech-Tex

Bertram Höfer, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie e. V.

Die sächsische Textilbranche verfügt über gute Voraussetzungen, um ihre überdurchschnittlich starke

Position im weltweiten Wachstumsmarkt der Technischen Textilien zu halten und auszubauen. Davon

werden die Sachsen zur Internationalen Fachmesse für Technische Textilien und Vliesstoffe, die vom

11. bis 13. Juni 2013 in Frankfurt/Main stattfindet, überzeugen. Darüber und über die generelle Situation

der Branche sprach Wirtschaftsjournal mit Bertram Höfer, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der

Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie e. V. (vti)

Wirtschaftsjournal: Herr Höfer, die Textil-Branche

hat im Osten nach der Wende erhebliche Rückschläge

hinnehmen müssen. Manche haben ihr das Totenglöckchen

geläutet. Wie ist die ostdeutsche Textilund

Bekleidungsindustrie momentan aufgestellt?

Bertram Höfer: Die Textil- und Bekleidungsindustrie im

Osten Deutschlands ist längst wieder da, wenn auch nicht

in den Dimensionen von früher. Die Branche erzielt beachtliche

Zuwachsraten im Umsatz, vor allem aber im Export.

Der hat richtig angezogen. 2011 war dabei ein ganz besonders

gutes Jahr. Im vergangenen Jahr hat sich das wieder auf

ein normales Level eingepegelt. Der Export war nicht mehr

ganz so stark wie in den Jahren zuvor und der Binnenmarkt

hat auch etwas geschwächelt.

WJ: Woran lag das?

Bertram Höfer: Eine der Ursachen liegt in der Eurokrise

begründet. Das schlägt sich in unserer Branche besonders

deutlich nieder, zum Beispiel bei der Materialbeschaffung,

bei den Preisen der Wolle, Baumwolle und Chemiefasern.

WJ: Wo steht die ostdeutsche Branche im bundesdeutschen

Vergleich?

Bertram Höfer: Wenn ich von den fünf ostdeutschen

Bundesländern spreche, für die unser Verband zuständig

ist, muss ich gestehen, dass sich unsere Branche im letzten

Jahr nicht ganz so gut entwickelt hat, wie das deutschlandweit

der Fall ist. Dort gibt es bessere Kennziffern,

besonders im Bekleidungssektor. Trotzdem ist die Branche

auch im Osten stabil und die konjunkturelle Entwicklung

okay. Auch wenn die Branche im ersten Quartal dieses Jahres

etwas schwächelte, kommen wir bis zum Jahresende

wieder auf Wachstum. Wir haben auch die Beschäftigtenzahl

gehalten. Von den gegenwärtig 16.000 Beschäftigten

in der ostdeutschen Textil- und Modebranche arbeiten 12.000

in Sachsen. Unsere Region gehört nach wie vor zu den wichtigsten

deutschen und europäischen Textilregionen. Kürzlich

konnten wir einen Tarifvertrag abschließen, der der wirtschaftlichen

Situation angemessen ist.

WJ: Welche Rolle spielen in der ostdeutschen Branche

die Technischen Textilien?

Bertram Höfer: Während bei uns früher die Herstellung

von Heim- und Haustextilien sowie von Mode- und Bekleidungserzeugnissen

dominierte, ist heute die Produktion von

Technischen Textilien für vielfältige Anwendungen ein wesentliches

Standbein geworden. Die sächsischen Anbieter bestimmen

inzwischen weltweit den Trend bei der Entwicklung

textiler High-Tech-Produkte für den Fahrzeugbau, das Bauwesen,

die Medizin, die Landwirtschaft und andere Einsatzgebiete.

Insgesamt erwirtschaftete die Branche in allen

Bereichen 1,8 Milliarden Euro. Im Vergleich mit den westdeutschen

Bundesländern sind wir in den drei Säulen Bekleidung,

Heim- und Haustextilien und Technische Textilien diejenigen

mit dem höchsten Anteil an Technischen Textilien.

Dort liegen wir zurzeit bei 45 Prozent. Textilien für Mode

machen im Osten 25 Prozent, Heim- und Haushalttextilien

30 Prozent aus.

WJ: Technische Textilien im Automobil- und Flugzeugbau

sind klar. Sie kommen beispielsweise in

den Sitzen vor. Wo kommen Technische Textilien

noch zum Einsatz?

Bertram Höfer: Eigentlich in allen Bereichen. Straßenbau

und Bau generell habe ich bereits erwähnt. Ich denke da

beispielsweise an die textilbewehrte Brücke oder den Unterbau

von Straßen, die mit textilen Materialien bewehrt sind.

Sticktechnologien verbessern im Baubereich die Eigenschaften

von Rohren und erhöhen die elektrische Leitfähigkeit

von Bauelementen. Aber auch Schutzbekleidung,

Sportbekleidung oder Lifestyle sind ohne Technische Tex -

tilien heute nicht mehr zu denken. Künstliche Bahnen für

den Wintersport werden aus Textilien hergestellt. Im neuen

Airbus A 380 besteht die gesamte Innenauskleidung aus

textilen Materialien, um den Flieger leichter zu machen.

Diese Materialien werden bei uns in der Oberlausitz hergestellt.

In Hohenstein-Ernstthal produziert die Strumpfwerk

Lindner GmbH für den Gesundheitsbereich Socken,

die Schweißgeruch verhindern. Andere wiederum stellen

10 Wirtschaftsjournal | Mai 2013


Technische Textilien/Kunststoff

Über den vti

Der vti wirkt als Interessen -

vertreter der Textil- und

Bekleidungsbranche gegenüber

Politik, Behörden, Kammern,

Verbänden, Gewerkschaften und

Banken in den ostdeutschen

Bundesländern. Sitz des vti ist

Chemnitz.

Als Mitglied des Gesamtverbandes

textil+mode, Berlin, nimmt

der vti Einfluss auf Entscheidungen

im nationalen, europäischen

und globalen Umfeld.

Der vti ist Tarif- und Sozialpartner.

Er führt auf Arbeitgeber -

seite die Tarifgespräche mit der

IG Metall und schließt die entsprechenden

Verträge für die

Textilindustrie ab.

Stützstrümpfe her, um Thrombosen vorzubeugen. Halden

der Wismut werden mit Vliesen stabilisiert. Das sind alles

Produkte, wo die Sachsen den Ton angeben.

WJ: Dahinter verbirgt sich viel Innovationskraft und

es ist sicher ein hoher Anteil an Forschungs- und

Entwicklungsleistungen notwendig. Wer sind dabei

die Partner?

Bertram Höfer: Wir haben den Forschungsverband Nord-

Ost zusammengeschmiedet. Unternehmen, die für eigene

Forschung und Entwicklung keine oder nur geringe Kapazitäten

haben, nutzen dabei die Dienstleistungen, die dieser

Verband bietet. Unsere überwiegend mittelständisch

geprägten Firmen arbeiten sehr eng mit renommierten einheimischen

Partnern in Wissenschaft und Forschung zusammen.

Institute und Unternehmen sind die ideenliefernden

Köpfe eines regionalen Clusters, das nahezu alle Produktionsstufen

und -bereiche der Textilherstellung erfasst. Dazu

gehören beispielsweise das Sächsische Textilforschungs -

institut e. V., das Institut für Textilmaschinen und Textile

Hochleistungswerkstofftechnik der TU Dresden und der TU

Chemnitz, das Institut für Textil- und Ledertechnik der

Westsächsischen Hochschule Zwickau, die Cetex Institut

für Textil- und Verarbeitungsmaschinen GmbH und das

Forschungsinstitut für Leder und Kunststoffbahnen. Sehr

innovativ sind auch die Vliesstoffproduzenten für die Textilindustrie,

die aus der Mauersberger Technologie hervorgegangen

sind.

WJ: Textil hat also Zukunft, auch im Osten Deutschlands,

besonders in Sachsen und vor allem mit

Technischen Textilien. Wie nutzen Sie Messen als

Gradmesser für die internationale Wettbewerbsfähigkeit?

Bertram Höfer: Für uns sind vor allem zwei Messen

besonders relevant, wo wir unbedingt Präsenz zeigen wollen.

Das sind die Heimtextil, die jedes Jahr in Frankfurt/Main

stattfindet, und die Techtex, die internationale Fachmesse

für Technische Textilien und Vliesstoffe. Die geht alle zwei

Jahre in Frankfurt/Main über die Bühne und findet in diesem

Jahr vom 11. bis 13. Juni statt. Bei der Techtex beteiligen

wir uns als Verband mit einem Gemeinschaftsstand,

an dem 20 Unternehmen beteiligt sind. Unser Stand ist in

Halle 3.1 im Zentrum der Techtex zu finden. Ein wichtiger

Teil der Techtex sind mobile Textilien für alle Fahrzeuge auf

der Straße, auf der Schiene, in der Luft und auf dem Wasser.

Ganz wichtig aber ist für uns auch die mtex, die alle

zwei Jahre in Chemnitz stattfindet und einen guten Ruf

genießt. Die 5. mtex ist vom 14. bis 16. Mai 2014 in der

Messe Chemnitz geplant. Im Mittelpunkt stehen Anwendungen

von Textilien und Verbundstoffen für den Fahrzeugbau

aller Sparten.

WJ: Alle Branchen beklagen die Fachkräftesituation.

Das ist bei Ihnen sicher nicht anders?

Bertram Höfer: Ein Riesenthema auch für uns. Fachkräfte

und Berufsnachwuchs sind für uns ein großes Problem.

Jährlich fehlen zwischen 60 und 70 Lehrlinge, um den Bedarf

unserer Unternehmen zu decken. Deshalb haben wir im vorhin

angesprochenen Tarifvertrag die Entlohnung der Auszubildenden

über den Durchschnitt angehoben und uns verpflichtet,

die Lehrlinge nach ihrer Ausbildung unbefristet in

ein Ausbildungsverhältnis zu übernehmen. Wir wollen damit

das Signal setzen, dass sie gebraucht werden und sie eine

Zukunftsbranche vor sich haben.

WJ: Wie sehen Sie die Zukunft der Branche?

Bertram Höfer: Für die Zukunft bin ich äußerst optimis -

tisch. Sie hatten eingangs gesagt, die Branche sei schon

oft totgesagt worden. Das hat sich als falsch erwiesen. In

Wirklichkeit handelt es sich um eine High-Tech-Branche,

die modern aufgestellt und zukunftsfähig ist. Ich bin überzeugt,

dass der Anteil der Technischen Textilien weiter

wachsen wird. Überall dort, wo wir ein bisher nicht textiles

Element oder einen Stoff durch Textil ersetzen, haben

wir Riesenchancen, weil Textilien eben Eigenschaften besitzen,

die andere Stoffe nicht haben. Nehmen wir die Haltbarkeit,

die Dehnbarkeit, Leichtigkeit oder Flexibilität, Textil

ist hier einfach nicht zu toppen. So werden wir in andere

Industriebereiche immer stärker hineindrängen. Der

Leichtbau ist hier ein typisches Beispiel. Was hier Prof.

Kroll von der Technischen Universität Chemnitz auf diesem

Gebiet entwickelt, ist einfach toll. Wir freuen uns,

dass an der TU Chemnitz künftig wieder Studenten zu

Textilfachleuten ausgebildet werden.

Gespräch: Wolfgang Baltzer

Wirtschaftsjournal | Mai 2013

11


Technische Textilien/Kunststoff

Geballte Kompetenz

Das ifw – Institut für Weiterbildung der Hochschule Hof bietet Seminar „Textile Grundlagen“

Aus allen Zweigen der Textilindustrie kommen Teilnehmer

zum Textilseminar nach Münchberg angereist.

Hier vermitteln Profis aus Wissenschaft und

Praxis an drei Tagen im November 2013 einen umfassenden

Überblick über die textile Kette. Die Weiterbildung

ist sowohl für hochspezialisierte Profis interessant

als auch für Branchenneulinge.

Das ifw – Institut für Weiterbildung der Hochschule Hof bietet

im Seminar „Textile Grundlagen“ geballte Kompetenz.

Die drei Tage werden gemeinsam von vier Spezialisten verschiedener

Fachrichtungen gestaltet. Die Teilnehmer lernen

den gesamten Prozess kennen: von der Rohstoffgewinnung,

über die Garnerzeugung und –verarbeitung bis hin zur Textilveredelung.

Textilien stehen schon lange nicht mehr nur

für Bekleidung, sondern auch für technische Textilien und

deren Verbundwerkstoffe.

Prof. Dr. Frank Ficker, einer der vier Spezialisten, die ihr

Wissen an die Teilnehmer weitergeben, leitet das Forschungsinstitut

für Materialwissenschaften der Hochschule

Hof. „Viele unserer Seminarteilnehmer arbeiten in Firmen,

die sich sehr erfolgreich mit technischen Textilien

beschäftigen.“ Prof. Dr. Ficker führt am ersten Tag in die

Welt der Faserstoffe ein: er spricht über Natur- und Chemiefasern,

industriell hergestellte Faserstoffe, technische

Fasern und Hochleistungsfasern. Nach den Theoriekapiteln

zu Spinnerei und Weberei gehen die Teilnehmer in die hochschuleigenen

Maschinenhallen.

Auch die von Prof. Lottes vermittelte Maschentechnologie

wird an Textilmaschinen demonstriert. Videoanimationen

und Materialbeispiele zum Anfassen runden den Unterricht

ab. Maschenstoffe findet man genauso im Badeanzug wie

im Rotorblatt in Windkrafträdern oder als Druckkalotte im

Airbus. Prof. Lottes stellt auch die komplexe Fertigungstechnik

der Vliesstofftechnologie verständlich und anschaulich

vor.

Prof. Dr. Schrott spricht am zweiten Tag über Vorbehandlung,

Färberei und Druckerei. Am dritten Tag behandelt

Prof. Dr. Wend die Fachgebiete Appretur und Beschichtung.

Um die Prozesse der Textilveredelung zu verstehen,

gehen die Teilnehmer ins Labor und können das gerade

Gelernte an kleinen Aufgaben anwenden. „So bleiben die

Inhalte am besten in Erinnerung“ meint Nicole Hüttner, Leiterin

des Instituts für Weiterbildung, „wer das Grundprinzip

verstanden hat, begreift auch die komplexen technologischen

Weiterentwicklungen leichter.“

Die Gruppe setzt sich aus unterschiedlichsten Berufsgruppen

zusammen: Chemiker, Vertriebler und Textil -

maschinenspezialisten blicken aus ihren verschiedenen

Perspektiven auf den Lehrstoff. Die Dozenten stehen den Teilnehmern

Rede und Antwort. Wertvoll ist auch der fachliche

Austausch untereinander. Gemeinsam diskutieren Dozenten

und Teilnehmer über aktuelle Branchenentwick lungen. Viele

Teilnehmer bleiben nach dem Seminar in Kontakt und pflegen

ihr professionelles Netzwerk. Auf Anregung der Teil -

nehmer plant das ifw nun ein Vertiefungsseminar.

Teilnehmer eines

bereits stattgefundenen

Seminars

beim Laborbesuch.

Prof. Dr. Frank Ficker, einer der vier Spezialisten,

die ihr Wissen an die Teilnehmer

weitergeben, leitet das Forschungsinstitut

für Materialwissenschaften der

Hochschule Hof.

Veranstalter: ifw – Institut für

Weiterbildung der Hochschule

Hof

Ort: Münchberg

Dauer: 3 Tage

Preis: 680 Euro inkl. Pausenverpflegung

und Unterlagen

Nächster Termin: November

2013

Kontakt: ifw@hof-university.de

Anmeldung unter www.hofuniversity.de/weiterbildung

Seminarinhalte:

Basiseinstieg: Die textile

Kette

Garnerzeugung: Garnherstellungsverfahren

und ihre

Produkte

Webereitechnik: Webtechnologien.

Bindungsarten und spezielle

Webtechniken

Maschentechnik: Grundbegriffe

und Hauptverfahren

der Maschentechnik, Bindungselemente,

Bindungsgruppen

und Erzeugnisbeispiele

von Maschenstoffen

Vliesstoffe: Überblick über

Herstellung, Arten und Verwendung

von Vliesstoffen

Textilveredlung: Überblick

über Vorbehandlung, Färberei,

Druckerei von Textilien unter

Berücksichtigung von ökologischen

Gesichtspunkten

Ausrüstung: Überblick über

mechanische und chemische

Appreturen, ausgewählte

Prüfverfahren

12 Wirtschaftsjournal | Mai 2013


Technische Textilien/Kunststoff

Mitteldeutscher Kunststofftag

Technische Neuheiten und die Verbindung zur Mittelstandsmesse bestimmen den MKT 2013 in Erfurt

Weitere Informationen unter:

www.polymermat.de/mkt2013.

Energieeffizienz und Qualitätssicherung stehen in

diesem Jahr im Mittelpunkt des Mitteldeutschen

Kunststofftages (MKT) am 26. & 27. Juni 2013 im

Messe Congress Center in Erfurt.

Der Mitteldeutsche Kunststofftag richtet sich vor allem an

Kunststoffverarbeiter und –hersteller, Techniklieferanten,

Dienstleister und Forschungseinrichtungen rund um das

Thema Kunststoffe. Die Tagung versteht sich als Informations-

und Kommunikationsplattform für die Kunststoffbranche

in Mitteldeutschland.

In diesem Jahr bestimmen folgende Themenschwerpunkte

die fünf Vortragssessions:

Kunststoffinitiative Thüringen

Qualitätssicherung in der Kunststoffverarbeitung

Energieeffizienz in der Kunststoffverarbeitung

Kunststoffperspektive Materialinnovation/Medizintechnik

Von der Simulation zum fertigen Produkt: Perspektiven

für den Werkzeugbau.

Das Kunststoffcluster Thüringen, der PolymerMat e.V., führt

die Veranstaltung gemeinsam mit allen Initiativen der Kunststoffindustrie

in Thüringen durch, d.h. mit den Ostthüringer,

Nordthüringer und Südthüringer Regionalaktivitäten.

Freundliche Unterstützung erhalten er zusätzlich vom Thüringer

ClusterManagement (ThCM) sowie vom Vorjahresveranstalter,

dem KuZ Leipzig.

Zum Rahmenprogramm des MKT 2013 gehört neben

einer interessanten Fachausstellung auch die Abendveranstaltung

am 26. Juni im Kaisersaal Erfurt. Einen zusätzlichen

Anreiz bietet die WiN-Mittelstandsmesse Thüringen,

die am 25. und 26. Juni an gleicher Stelle stattfindet.

PM/CH

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Praktiker in Führungsposition bringen

Moderne und praxisorientierte Qualifizierung von Fachkräften für den Mittelstand

Der Leiter des Studienzentrums

Zwickau, Professor Dr. Hartwig Tillmann,

steht interessierten Fachkräften und

Unternehmen für weitere und detaillierte

Informationen gern zur Verfügung.

Hochschule Fresenius

gemeinnützige GmbH

Studienzentrum Zwickau

Lothar-Streit-Straße 10

08056 Zwickau

Telefon: 0375 27119884

Telefax: 0375 296065

zwickau@hs-fresenius.de

Der in Deutschland fast einmalige berufsbegleitende Studiengang

„Bachelor Industriechemie (B.Sc.)" wird im Studienzentrum

Zwickau der Hochschule Fresenius seit Herbstsemester

2011 angeboten. Sowohl für junge Fachkräfte,

die ihre ersten beruflichen Erfahrungen in einem chemiespezifischen

Beruf erworben haben, wie auch für die Unternehmen

liegen die Vorteile dieser Form der Qualifizierung

auf der Hand: Die Mitarbeiter erhalten die Möglichkeit, ihren

Beruf zu akademisieren, ohne ihre praktische Tätigkeit zu

unterbrechen. Die Unternehmer können auf diese Weise

Leitungs- und Führungspositionen aus den Reihen ihrer

eigenen Fachkräfte besetzen und sie mit organisatorischer

und finanzieller Unterstützung des Studienganges an ihr

Unternehmen binden.

Voraussetzungen für das Studium sind das Abitur bzw.

die Fachhochschulreife und der Abschluss einer chemiespezifischen

Berufsausbildung als Chemisch-Technischer

Assistent, Chemielaborant, Chemikant oder Chemietechniker

und mindestens zwei Jahre fachspezifische Berufserfahrung.

Der Studiengang kommt darüber hinaus für alle

Fachkräfte in Frage, bei deren Ausbildung bzw. in deren

beruflichen Prozessen Chemie beinhaltet ist. Damit ist das

Angebot zum Beispiel auch für Galvaniseure, Fachkräfte der

Pharmaindustrie und verschiedener Bereiche der Forschung

und Entwicklung attraktiv. Unter bestimmten beruflichen

Voraussetzungen und nachzuweisenden Vorleistungen ist

die Aufnahme des Studiums auch ohne Abitur bzw. Fachhochschulreife

möglich.

Die reguläre Studienzeit umfasst drei Jahre, fünf Präsenz -

semester und ein Abschluss-Semester mit der Bachelor-

Arbeit im Betrieb. Das Lehrangebot beinhaltet 15 Veranstaltungsblöcke

je Semester, die in Form von Vorlesungen,

Übungen, Projektarbeit und Konsultationen im Studienzentrum

Zwickau jeweils freitags und samstags stattfinden.

Da keine Anwesenheitspflicht besteht, die Studenten eine

E-Learning-Plattform und alle modernen Mittel der Kommunikation

mit den Dozenten und dem Leiter des Studienzentrums

nutzen können, ist die Präsenz jedoch nicht immer

erforderlich. Damit eignet sich der Studiengang auch für

Fachkräfte, die in einer größeren Entfernung von Zwickau

wohnen bzw. arbeiten.

Wirtschaftsjournal | Mai 2013

13


Vordenker Mitteldeutschlands

Gründungen für mehr Innovation

ADT-Frühjahrstagung: Technologiezentren sind wichtige Säule der Wirtschaftsförderung

Anregungen zur Verknüpfung von Wissenstransfer

und Gründerförderungen bekamen die rund 100

Vertreter deutscher Innovations-, Technologie- und

Gründerzentren bei der Frühjahrstagung ihres Bundesverbandes

ADT e. V. in Chemnitz. Auf der Tagung im

April ging es vor allem um die Nähe der Zentren am

Forschungsprozess künftiger Innovationen und wie

sich das Potenzial der Gründerzentren besser für

die Gründer von morgen erschließen lässt.

Die rund 350 Innovations-, Technologie- und Gründerzentren

betreuten deutschlandweit im vergangenen Jahr etwa

1350 Neugründungen. Bis heute wurde so zur Schaffung

rund einer viertel Million Arbeitsplätze beigetragen. Laut

Bertram Dressel, Präsident des Bundesverbandes der Gründerzentren,

seien die Neugründungen des Jahres 2012 eine

konstante Zahl, die auch in den vergangenen Jahren in dieser

Größenordnung erreicht wurde. Jetzt suchen die Zentren

nach neuen Wegen, um mehr Schwung in die technologieorientierten

Unternehmensgründungen zu bringen. So

sollen mehr junge Absolventen für das Unternehmertum

begeistert werden.

30.000 Unternehmen in den Regionen

angesiedelt

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind rund 11.400 Unternehmen

mit 84.000 Mitarbeitern deutschlandweit in Technologiezentren

integriert. Nach einer Gründungsphase von

durchschnittlich acht Jahren haben fast 30.000 Unternehmen

die Zentren wieder verlassen und in den Regionen

angesiedelt. Gut die Hälfte aller Zentren in Deutschland

sind im ADT-Bundesverband e.V. organisiert und nehmen

regelmäßig an Tagungen oder Weiterbildungsveranstaltungen

des Verbandes teil.

Wie mit mehr Gründungen mehr Innovation erreicht werden kann, darum ging es bei der Frühjahrstagung

des Bundesverbandes ADT in Chemnitz.

„Start up“-Gründerzentrum perfekte Basis für

Kooperation

Gastgeber der Tagung war das TCC – TechnologieCentrum

Chemnitz, wichtiges Bindeglied in der Chemnitzer Hochschul-

und Forschungslandschaft für den Transfer in Unternehmen

und Produkte. Das TCC bietet an drei Standorten

hochmoderne Büro- und Hallenflächen im Neubau beziehungsweise

individuell zugeschnittenen Büros im sanierten

Altbau für technologieorientierte Gründer und junge Unternehmen

– insgesamt 12.500 Quadratmeter Gewerbefläche,

begleitet durch ein umfangreiches Angebot von Betreuungs-

und Unterstützungsleistungen. Insbesondere das

„Start up“-Gründerzentrum für junge Unternehmen der

Mikro- und Nanotechnologie auf dem „Smart Systems Campus“

bildet seit seiner Eröffnung im Jahr 2009 durch die

räumliche Nähe zur TU Chemnitz, zu zwei Fraunhofer-Instituten

sowie zu etablierten Unternehmen der Branche die

perfekte Basis für Kooperationen und Cluster-Bildung. Chemnitz

hält mit einer starken, mittelständisch geprägten Indus -

trie im Maschinen- und Fahrzeugbau, der Textilindustrie und

der IT-Branche, der TU Chemnitz sowie über 50 industrienahen

Forschungseinrichtungen ein hochdynamisches Umfeld

dafür bereit.

Konzepte für die Kreativwirtschaft gesucht

„Wir sind auf der Suche nach einem Konzept, um der

Kreativwirtschaft entsprechende Räume zu schaffen“,

versicherte die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara

Ludwig. „Es geht jetzt darum, ein Netzwerk von kreativen

Unternehmen zu schaffen, um damit auch eine entsprechende

Außenwirkung zu erzielen.“ Dabei stehe man, so

die Oberbürgermeisterin, am Anfang der Überlegungen.

Unter Kreativwirtschaft wird die Verbindung von Softwareentwicklern,

Architekten, Ingenieuren, Designern und

Künstlern verstanden. Ähnliche Konzepte will die Arbeitsgemeinschaft

Kreativwirtschaft entwickeln, die im Verband

der Gründerzentren gebildet wurde.

Wolfgang Baltzer/PM

Hintergrund:

Im ADT – Bundesverband Deutscher

Innovations-, Technologieund

Gründerzentren e. V. – sind

153 Innovationszentren und

zahlreiche andere Mitglieder

vereint, die es sich zur Aufgabe

gemacht haben, Existenzgründungen

zu fördern und neue,

innovative Technologiefirmen zu

unterstützen. Die Mitgliedszentren

des ADT nehmen gründungswillige

Unternehmer gern

auf, beraten sie qualifiziert in

allen die Unternehmensgründung

betreffenden Fragen,

betreuen sie bei den ersten

Schritten und bieten ihnen eine

hervorragende Infrastruktur –

von modernsten Kommunikationsmöglichkeiten

bis hin zu

komplexen Laborlösungen. Der

ADT-Bundesverband vertritt in

erster Linie die Interessen der

Mitglieder gegenüber Öffentlichkeit,

Politik und Wirtschaft.

Darüber hinaus bietet er den

Mitgliedern neben Erfahrungsaustausch,

Know-How-Vermittlung

sowie nationale und Internationale

Netzwerke weitere

Vorteile und Unterstützung.

14 Wirtschaftsjournal | Mai 2013


Vordenker Mitteldeutschlands

Wie produzieren wir morgen?

Teilnehmer der Zukunftskonferenz Maschinenbau diskutierten Handlungsempfehlungen

Während der Podiumsdiskussion wurden

aus Sicht von Politik, Wissenschaft

und Wirtschaft Trends im ostdeutschen

Maschinenbau erörtert.

Foto: VDMA Ost

„Wie werden wir morgen produzieren? Zentrale Trends und

Antworten für den ostdeutschen Maschinenbau". Dies ist

der Titel einer Studie, die am 24. April in Leipzig im Rahmen

der Zukunftskonferenz Maschinenbau vorgestellt wurde.

Mehr als 100 Teilnehmer informierten sich über Entwick -

lungstrends der kommenden 10 bis 15 Jahre und diskutierten

Handlungsempfehlungen.

Der Studie zufolge gehören zu den relevanten Trends

unter anderem die zunehmende Internationalisierung, die

digitale Vernetzung, ein Wandel der Kundenanforderungen

hin zu nutzenorientierten, kundenindividuellen Produkten,

der Einsatz neuer Technologien und Materialien sowie spezielle

regionale Entwicklungen. „Der ostdeutsche Maschinen-

und Anlagenbau hat sich zu einer tragenden Säule der

ostdeutschen Industrie entwickelt. Doch die Branche steht

erneut vor enormen Herausforderungen, diesmal vor allem

durch neue technologische Umbrüche und ein knapper werdendes

Fachkräfteangebot", so Dr. Christoph Bergner, Parlamentarischer

Staatssekretär im Bundesinnenministerium

und Ostbeauftragter der Bundesregierung.

In dem Zusammenhang sprachen sich alle Beteiligten

für Kooperationen aus. „Wertschöpfungsketten machen

nicht an Grenzen halt. Daher werden künftig vermehrt

Kooperationen zwischen Forschung und Wirtschaft, aber

auch von Unternehmen untereinander überregional und

sogar international erforderlich sein", unterstrich Reinhard

Pätz, Geschäftsführer des VDMA Ost. PM/CH

Mehr fahren – weniger stehen

ICM entwickelte durch Netzwerke Bedienstandsmodul für Güterzüge

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Mockup auf der InnoTrans 2012

ICM – Institut Chemnitzer

Maschinen- und Anlagenbau e. V.

Otto-Schmerbach-Straße 19

D-09117 Chemnitz

Telefon: 0371 27836-101

Telefax: 0371 27836-104

info@icm-chemnitz.de

www.icm-chemnitz.de

Der Schienenverkehr ist weltweit im Aufbruch. Europäische

und internationale Partner verzeichnen steigende Anteile

bei der Güterbeförderung durch die Eisenbahn und for cieren

den Trend der Globalisierung mit einer stärkeren Indivi -

dualisierung von Produkten und Wertsteigerung von Sachgütern

durch eine Erhöhung der Transportqualität.

Deutschland hinkt in diesen Statistiken hinterher. Vor

allem bei Kurzstrecken verliert die Schiene an Attraktivität

gegenüber der Strasse durch ihre Umständlichkeit und den

damit verbundenen Zeit- und Kosteninvestitionen. Den

großen Vorteilen der geringeren CO ² -Emission und reduzierten

Umweltbelastung sowie der erhöhten Sicherheit im

Straßenverkehr wird somit nicht Rechnung getragen.

Diese gestiegenen Ansprüche begründen innovative

Maßnahmen, die das Wachstum dieser Branche nicht weiter

an der Bahn vorbei leiten. Im Vergleich verschiedener

Transportmittel liegt der Schienengüterverkehr arg im

Rückstand und operiert immer noch mit Konzepten des

19. Jahrhunderts.

Das ICM – Institut Chemnitzer Maschinen- und Anlagenbau

e. V. stellt sich diesen Herausforderungen und vereinte

mit den NEMO-Netzwerken Railtecnet und Easyload

die entsprechende Fachkompetenz. Zum diesjährigen 20.

Jubiläum des Innovationstages der AiF GmbH wurden die

Ergebnisse eines aus der Netzwerktätigkeit resultierenden

geförderten FuE-Kooperationsprojektes dem interessierten

Publikum vorgestellt.

Es wurde ein Führerstandsmodul entwickelt, das die

Voraussetzungen für Streckenfahrten im Wendebetrieb bei

Güterzügen schafft – der ASK cargojet. Das aufsteckbar

konstruierte Kabinenmodul wird anstelle eines 20‘-Containers

auf die Zapfen eines Tragwagens gesetzt. Die Lokomotive

am anderen Ende des Zuges ist über Funk vom ASK

cargojet komplett bedienbar. Unter Einhaltung aller Sicherheitsvorschriften

ist somit die maximale Fahrgeschwindigkeit

ohne Mehrkosten einer zweiten Lokomotive realisierbar.

Damit wird ein Anreiz für die Industrie geschaffen,

mehr Transportgüter von der Straße auf die Schiene zu verlagern,

und somit wettbewerbsfähig gegenüber dem Straßengüterverkehr

zu bleiben bzw. im Nahgüterverkehr eine

umweltfreundliche Alternative darzustellen.

Wirtschaftsjournal | Mai 2013

15


Vordenker Mitteldeutschlands

Kommunikation und Vernetzung

Wissenschaftsforum Chemnitz: Attraktivität der Wissenschaftsstandorte Sachsens weiter steigern

„Wissenschaftsforen sind Orte des Dialogs zu Zukunftsfragen, Orte

der Einbindung von vielfältigen Akteuren in regionale Planungs- und

Gestaltungsprozesse, Orte des Informations- und Erfahrungsaustausches.“

Das betonte Sachsens Wissenschaftsministerin Sabine von

Schorlemer zur Eröffnung des ersten Wissenschaftsforums, das kürzlich

in Chemnitz stattfand. „Gemeinsam mit diesen Akteuren möchte

das sächsische Wissenschaftsministerium Strategien, Maßnahmen

und Konzepte entwickeln, um den vor uns befindlichen Herausforderungen

zu begegnen.“

Sabine von Schorlemer, Sächsische

Staatsministerin für Wissenschaft und

Kunst, will mit Strategien, Maßnahmen

und Konzepten aktuellen Herausforderungen

begegnen. Foto: SMWK

Ein solcher wichtiger Kommunikations- und Austauschprozess zwischen den

regionalen Akteuren der Wissensgesellschaft wurde mit dem ersten Wissenschaftsforum

Chemnitz im Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und

Umformtechnik IWU angestoßen. Das Forum war der Auftakt zu weiteren Kommunikations-

und Vernetzungstreffen, die noch in diesem Jahr in Dresden und

Leipzig stattfinden werden.

Das Wissenschaftsforum ist eine Kommunikationsplattform für Hochschulen,

Wirtschaft, Kultur, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Studienakademien,

Landeseinrichtungen, Kommunen, Verbände und Kammern sowie Studierendenvertreter

einer Wissenschaftsregion. Ziel ist es, die Attraktivität der

Wissenschaftsstandorte in Sachsen zu steigern und wissenschaftsstützende

Strukturen weiter zu optimieren. Zur Koordination der Arbeit in den Arbeitskreisen

und der Wissenschaftsregion finanziert das Sächsische Staatsministerium

für Wissenschaft und Kunst jeweils die Stelle des Projektmanagers.

„Das Fraunhofer IWU hat sich mit einem klaren Fokus auf anwenderorientierte

Forschung und Entwicklung für eine energie- und ressourceneffiziente Produktion

zu einem wichtigen Pfeiler innerhalb der deutschen sowie insbesondere

sächsischen Wissenschaftsregion entwickelt“, erklärte Welf-Guntram Drossel,

Leiter des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU,

für die außeruniversitären Forschungseinrichtungen der Region. „Wir wissen

daher um die Bedeutung von Synergieeffekten im Zusammenwirken zwischen

Forschung, Lehre und Anwendung. Umso mehr freut es uns, das Wissenschaftsforum

zu unterstützen, das hierbei als Plattform für den Wissens- und Erfahrungsaustausch

eine wichtige Rolle einnimmt.“

Wolfgang Baltzer/PM

„Wissenschaft und Forschung gedeihen nur im Wettbewerb. Die Suche nach den

besten Methoden, leitenden Erkenntnissen und stimmigen Lösungen gelingt am

besten in der Auseinandersetzung mit anderen Ideen“, sagte Prof. Matthias Kleiner,

Leiter des Instituts für Umformtechnik und Leichtbau der TU Dortmund und

ehemaliger Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, während des

Chemnitzer Wirtschaftsforums. „Wenn dazu Köpfe und Kapazitäten zusammenkommen,

stärkt dies die beteiligten Akteure im internationalen Austausch und

fördert, dass ihre Wirkungsstätten weithin leuchten, Wege weisen und weitere

Kooperationspartner zur Teilnahme einladen - im Sinne einer stets voranschreitenden

Wissenschaft.“

Prof. Arnold van Zyl, Rektor der Hochschule Chemnitz sagte: „Neben dem strategischen

Ausbau bestehender Partnerschaften zwischen der TU Chemnitz, den

benachbarten Hochschulen und Berufsakademien sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen

sind in unserer Wissenschaftsregion gemeinsam mit der

Stadt Chemnitz und dem Freistaat Sachsen neue Netzwerke in Forschung und

Lehre zu bilden. Diese sollen die Wettbewerbsfähigkeit aller Akteure erhöhen

und zu deren stärkeren internationalen Sichtbarkeit beitragen.“

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16 Wirtschaftsjournal | Mai 2013


Vordenker Mitteldeutschlands

Auf der Schiene geht’s schneller

Bessere Mobilität durch Verbindung zweier bisher getrennter Eisenbahnverbindungen

Cottbus durch einen Tunnel insbesondere für ältere und

mobilitätseingeschränkte Fahrgäste beschwerlich. Teilweise

reichte die Umsteige- und Orientierungszeit nicht aus, so

dass Anschlüsse nicht erreicht wurden. Das bedeutete, eine

Stunde auf den nächstfolgenden Zug zu warten.

Die bereits bisher auf der Linie OE65 eingesetzten Triebfahrzeuge

des Typ Desiro werden nun auf der gesamten

Strecke von Zittau bis Forst fahren. Die von Siemens Transportation

Systems gebauten Desiros haben 124 Sitzplätze

und 90 Stehplätze, womit auch dem erhöhten Fahrgastaufkommen

auf der Linie RB46 Rechnung getragen wird.

Die bereits bisher auf der Linie OE65 eingesetzten Triebfahrzeuge des Typ Desiro werden nun auf der

gesamten Strecke von Zittau bis Forst fahren.

Zur ODEG

Die 2002 gegründete ODEG –

Ostdeutsche Eisenbahn GmbH

ist Tochterunternehmen der

BeNEX GmbH (Hamburger Hochbahn

AG und INPP Public Infrastructure

Germany GmbH & Co.

KG) und der Prignitzer Eisenbahn

GmbH (NETINERA Deutschland

GmbH). Sie betreibt mit

über 450 Mitarbeitern und 64

Triebwagen 15 Linien, davon

zwei Regionalexpresslinien

(RE2/RE4), im Auftrag der

Bundesländer Berlin, Brandenburg,

Mecklenburg-Vorpommern

und des Zweckverbandes Verkehrsverbund

Oberlausitz-

Niederschlesien. Das bedeutet,

die Aufgabenträger bestellen

den entsprechenden Fahrplan zu

den vorgegebenen Linienführungen

- gemäß diesen Anforderungen

realisiert die ODEG den

Zugverkehr. Dabei nutzt die

ODEG gegen Entgelt die Infrastruktur

des DB AG-Konzerns.

Die DB Station & Service AG

betreibt die Bahnhöfe und Bahnsteige

und die DB Netz AG die

Gleise.

Marode Brücken, desolate Straßen, langsame Stellen

im Schienennetz werden immer mehr zum Engpass

für Mobilität. Die Vordenker Mitteldeutschlands

setzen sich deshalb immer mehr für den Ausbau

der Infrastruktur ein, denn diese sorgt nicht

nur für Mobilität und Erreichbarkeit, sie beeinflusst

unsere Wettbewerbsfähigkeit und unsere

Wachstumschancen. Was wir brauchen, ist eine verlässliche

Infrastruktur, die modernen Ansprüchen

gerecht wird.

Die ODEG – Ostdeutsche Eisenbahn GmbH – ist dabei auf

gutem Wege, indem sie dazu beiträgt, die Mobilität auf der

Schiene zu verbessern. So wurden seit dem 1. Mai 2013

die bisher getrennten Linien RB46 (Forst – Cottbus) und

OE65 (Cottbus – Zittau) verbunden. Somit müssen die Reisenden

zwischen Forst und Zittau nicht mehr in Cottbus

umsteigen. Darüber hinaus können sich die Fahrgäste über

ein größeres Sitzplatzangebot freuen.

Fahrgastbedürfnisse berücksichtigt

Die Wiederaufnahme der Durchbindung der Strecke OE65

zur RB46 wurde vom Verkehrsverbund Berlin Brandenburg

(VBB) und dem zuständigen Ministerium für Infrastruktur

und Landwirtschaft des Landes Brandenburg (MIL) nach

einer Erhebung der Fahrgastbedürfnisse und intensiver

Betriebsplanung beschlossen. Bisher war das Umsteigen in

Spektakuläre Rosenträume

Ein weiterer Grund für die Durchbindung der beiden Strecken

ist ein besonderes Ereignis. 2013 feiert der Ostdeutsche

Rosengarten in Forst anlässlich seines 100-jährigen Jubiläums

die „Deutsche Rosenschau 2013“. Das gärtnerische

Großereignis wird die Zahl der Touristen in der Region in

diesem Sommer vervielfachen.

„Die spektakulären Rosenträume an der Neiße werden

viele Menschen nach Forst locken. Diese sollen auf ihrem

Weg den ODEG-Komfort genießen. Auch für unsere Stammfahrgäste,

die Pendler/-innen von und nach Forst, wird es

leichter, wenn wir die Strecke endlich wieder durchbinden“

so Arnulf Schuchmann, Vorsitzender und Sprecher der ODEG-

Geschäftsführung.

Gute Verbindungen wichtig

Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger: „Wir finanzieren die

zusätzlichen Kosten, weil uns gute Verbindungen gerade in

der Fläche des Landes wichtig sind. Besonders die besseren

Anschlüsse sind gut für die Fahrgäste. Auch die Forster

Rosenschau wird von dem besseren Angebot profitieren.“

Auch für die Reisenden der Linie RE2 bringt die neue

Regelung Vorteile. In Cottbus brauchen die Fahrgäste des

RE2, bei Ankunft aus Berlin oder zurück nach Berlin, nur

auf die gegenüberliegende Bahnsteigseite zu wechseln.

Ganz einfach geht es jetzt mit der ODEG weiter in die schöne

Lausitz oder in die große Hauptstadt.

Hans-Werner Franz, VBB-Geschäftsführer: „Der Umstieg

in Cottbus für Reisende aus Berlin Richtung Spremberg,

Görlitz und Zittau ist nun deutlich bequemer auf demselben

Bahnsteig. Kurz gesagt: Die Rennerei hat endlich ein

Ende.“

WB/PM

Wirtschaftsjournal | Mai 2013

17


Energie

Wohin führt die Energiewende?

enviaM-Gruppe sieht sich als Gestalter der Energiezukunft in Ostdeutschland

„Es ist viel in Bewegung. Wir bewegen uns mit“,

sagte enviaM-Vorstandsvorsitzender Carl-Ernst

Giesting auf der Jahrespressekonferenz am 22.

April in Chemnitz. Während er für die Umsetzung

der Energiewende den Mangel an einem schlüssigen

Gesamtkonzept beklagt, sieht er sein eigenes

Unternehmen gut aufgestellt.

enviaM-Vorstandsvorsitzender

Carl-Ernst Giesting: „Die zentrale Frage,

wohin führt die Energiewende, ist nocht

nicht beantwortet.“ Foto: enviaM

Die Umsatzerlöse der enviaM-Gruppe beliefen sich 2012

auf rund 4,6 Milliarden Euro (2011: rund 4,3 Milliarden

Euro). Der Zuwachs ist unter anderem auf höhere Umsatz -

erlöse im Stromvertrieb, den weiteren Anstieg der Vergütungszahlungen

für erneuerbare Energien und höhere Netznutzungserlöse

zurückzuführen.

Die Stromabgabe der enviaM-Gruppe sank um 4,7 Prozent

auf 21.920 Gigawattstunden (2011: 23.007 Gigawattstunden).

Ursache hierfür war der Rückgang der Stromabgabe

beim enviaM-Netzbetreiber MITNETZ STROM in

Folge der erstmaligen Direktvermarktung des Stroms aus

erneuerbaren Energien durch die Anlagenbetreiber. Gegenläufig

wirkten steigende vertriebliche Absätze.

Die Gasabgabe der enviaM-Gruppe verringerte sich um

11,0 Prozent auf 10.898 Gigawattstunden (2011: 12.246

Gigawattstunden). Ausschlaggebend dafür waren Absatzrückgänge

bei Geschäftskunden und Weiterverteilern.

Gegenläufig wirkte sich der Anstieg der handelsnahen

Geschäfte aus.

Die enviaM-Gruppe beschäftigte zum 31. Dezember

2012 4.147 Mitarbeiter (2011: 4.240 Mitarbeiter). Die Ausbildungsquote

bewegte sich mit 9,7 Prozent erneut über

dem Branchendurchschnitt. Die Zahl der Auszubildenden

lag mit 443 geringfügig unter dem Vorjahr (2011: 461 Auszubildende).

„Für 2013 erwarten wir ähnliche Ergebnisse“, ist sich

Giesting sicher. Einen Schwerpunkt bildet dieses Jahr der

Aus- und Umbau der Netze. Der enviaM-Netzbetreiber

MITNETZ STROM wird 277 Millionen Euro dafür bereitstellen.

Erneuert werden 138 Kilometer Hochspannungsnetze,

1.750 Kilometer Mittel- und Niederspannungsnetze

sowie 11 Umspannwerke.

„Spannender wird das Jahr 2014, wenn die nächste

Regulierungsperiode auf der Stromseite beginnt“, so

Giesting. Um schon jetzt auf den wachsenden Bedarf nach

Information und Aufklärung zum Umbau der Energieversorgung

reagieren zu können, hat die enviaM-Gruppe das

neue Internetportal www.energiezukunft-ostdeutschland.de

gestartet. Hier finden Interessenten Standpunkte, Pro -

jektbeispiele sowie Fakten zur Energiewende in Ostdeutschland.

PM/CH

2. Ostdeutsches Energieforum:

„Es liegt noch viel Arbeit vor uns allen“

Über 400 Fach- und Führungskräfte kamen am 29. und 30.

April in das Congress Center Leipzig (CCL), um gemeinsam

mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung

die Auswirkungen der Energiewende in Deutschland

zu diskutieren und nach Lösungswegen zu suchen.

Darunter waren auch Vizekanzler und Wirtschaftsminister

Dr. Philipp Rösler sowie Bundesumweltminister Peter Altmaier.

Dazu Hartmut Bunsen, Sprecher der Interessengemeinschaft

der Unternehmerverbände Ostdeutschlands und

Berlin: „Die Beiträge der Referenten des Ostdeutschen

Energieforums zeigen, dass für eine erfolgreiche Umsetzung

der Energiewende noch viel Arbeit vor uns allen liegt.

Um Strom aus regenerativen Energien flächendeckend und

wirtschaftlich tragfähig in ganz Deutschland zu nutzen,

muss der Netzausbau sowie die Entwicklung leistungsfähiger

Speichertechnologien mit aller Kraft vorangetrieben

werden. Für Investitionsentscheidungen im gesamten Energiebereich

gilt nach wie vor die Forderung an die Politik,

für Planbarkeit und Verlässlichkeit zu sorgen.“

PM/CH

Forderungen an die

Politik:

Die Energiewende

bundesweit koordinieren!

Senkung der Stromsteuer zur

Entlastung der Verbraucher!

Marktgerechte Preise für alle

Energieerzeugungsformen

anstreben!

Netznutzungsentgelte

deutschlandweit

vereinheitlichen!

Förderung auf Energie -

forschung konzentrieren!

18 Wirtschaftsjournal | Mai 2013


Energie

Sächsische Rohstoffkompetenz

Sächsischer Rohstofftag am 29. Mai zum neunten Mal in Freiberg

„Internationale Märkte – Sächsische Rohstoffkompetenz und Potenzial“,

unter diesem Motto findet am 29. Mai der 9. Sächsische Rohstofftag

im Tagungszentrum Alte Mensa in Freiberg statt. Im Mittelpunkt

der Veranstaltung stehen die Vorstellung und Umsetzung nicht

nur der Sächsischen Rohstoffstrategie, sondern auch die Chancen und

Potenzial bedeutender europäischer Rohstoffwirtschaften wie Mazedonien

und Tschechien. Der Blick reicht dieses Mal weit nach Osten,

wo Russlands Ausbau und Modernisierung der Rohstoffwirtschaft

erhebliche Potenziale eröffnen, aber auch ganz nach Süden zum neuen

Rohstoffriesen Mozambique. Experten von Bundesbehörden und der

Wirtschaft berichten über das Explorationsförderprogramm des Bundes

und die Herausforderungen der internationalen Rohstoffwirtschaft

in der deutschen Entwicklungshilfe sowie Erfahrungen aus

internationalen Consultingprojekten.




































Indium-Lagerstätten im Erzgebirge rücken immer stärker

in den Fokus

Wenn es um die Erkundung und den Abbau begehrter Metalle geht, spielt das

Erzgebirge eine immer wichtigere Rolle. So rückt die Region als Indium-Lagerstätte

und potenzielles Abbaugebiet wieder verstärkt ins Bild. Indium ist neben

Lithium, Gallium, Tellur, Selen, Scandium und dem an der Bergakademie Freiberg

entdeckten Germanium eines der wichtigsten High-Tech-Metalle. Das

begehrte und teure Metall Indium findet sich in Touchpads, Dünnschicht-Solarzellen,

Flachbildschirmen und Leuchtdioden.




Preise für das edle Metall in den vergangenen Jahren rasant

gestiegen

Laut Technische Universität Bergakademie Freiberg sind Hauptlagerstätten

und derzeitige Produzenten von Indium China (ca. 340 t pro Jahr), Südkorea

(100 t, Kanada (64 t) und Japan (70 t). Die Preise für das Metall sind in den

letzten Jahren stark gestiegen – von 60 US-Dollar pro Kilogramm im Jahr 2002

auf zeitweite über 800 (2005) und heute um die 500 Dollar.

Recycling gewinnt an Bedeutung

„Das Recycling von Indium aus Elektronik-Schrott wird neben dem Abbau von

indiumhaltigen Sulfiderzen eine Schlüsselstellung bei der weltweiten Versorgung

mit diesem Metall einnehmen“, kommentierte Prof. Dr. Thomas Seifert

von der TU Bergakademie.

Biohydrometallurgisches Zentrum an der TU Bergakademie Freiberg

Die TU Bergakademie Freiberg eröffnet daher im Mai ein Biohydrometallurgisches

Zentrum für strategische Metalle, an dem entlang der gesamten Wertschöpfungskette

unter anderem die Gewinnung von Indium erforscht werden

soll.

Wolfgang Baltzer

Zum Hintergrund:

An der TU Bergakademie Freiberg, der deutschen Ressourcenuniversität,

wird in den vier Themengebieten Geo, Material, Energie

und Umwelt für eine nachhaltige und effiziente Stoff- und Energiewirtschaft

gelehrt und geforscht. Die Forschungsaktivitäten

und internationalen Forschungskooperationen stehen dabei stets

unter der Maxime der Nachhaltigkeit, jenem Prinzip, das 1713

vom damaligen sächsischen Oberberghauptmann Hans Carl von

Carlowitz in Freiberg begründet wurde. Gemeinsam mit den

international führenden Ressourcenuniversitäten hat die TU

Bergakademie Freiberg im Juni 2012 das World Forum gegründet.

Die hier vereinten Universitäten legen die wissenschaftlichen

Grundlagen für das Gelingen der Rohstoffwende und bilden

die nötigen Fachkräfte aus. Die TU Bergakademie Freiberg

hat aktuell knapp 90 Professoren. Knapp 6000 Studenten sind

eingeschrieben, davon sind 10 Prozent aus dem Ausland. Die

Liste der häufigsten Herkunftsländer wird von China, Vietnam

und den GUS-Staaten angeführt.

Wirtschaftsjournal | Mai 2013

19


Infrastruktur

Anzeige

Die Nord-Süd-Initiative – Entwicklung eines

neuen Wirtschaftsraumes in Europa

IHK Chemnitz macht sich stark für Anbindung Südwestsachsens an die europäischen Verkehrsströme durch

durchgängige Elektrifizierung

Die Erweiterung der EU und die Durchlässigkeit der

Grenzen haben in den vergangenen Jahren die eingefahrenen

Hauptrouten der europäischen Verkehrsbeziehungen

gesprengt. Mit den Transeuropäischen

Netzen (TEN) leistet die EU einen wichtigen

Beitrag, indem sie die Leitlinien, Prioritäten der

Netze bestimmt und grenzüberschreitende Relationen

definiert. Dahinter stehen allerdings keine

europäischen Bau- und Finanzierungsprogramme,

sondern die Mittel sind in der Hauptsache in den

nationalen Haushalten aufzubringen.

Bereits 2007 fanden sich Akteure der Raumplanung, insbesondere

der ostdeutschen Bundesländer, zusammen, um

Initiativen in einem Entwicklungskorridor zu aktivieren, der

Skandinavien auf dem Festland mit der Adria verbindet und

den Namen Ostsee-Adria-Entwicklungskorridor erhielt. Von

der Wirtschaft wurden die Bemühungen aufgegriffen und

mündeten in die Nord-Süd-Initiative, die von Unternehmen,

den IHKs, Gewerkschaften und Verbänden entlang des Korridors

getragen wird. Der Korridor als kürzeste direkte Verbindung

von Skandinavien über die ost- und süddeutschen

Bundesländer bzw. Tschechien und Österreich hat es in sich.

Er verbindet 11 Nationen, 7 Hauptstädte, 115 Millionen

Einwohner (das sind 25 % der Gesamtbevölkerung der EU)

und 15 Häfen und ist ein Raum, in dem sich historisch und

in Zukunft ein Hauptteil des wirtschaftlichen Lebens in und

für Europa abspielt.

Ein großer Teil der notwendigen Infrastrukturvorhaben

im Korridor ist bereits in den nationalen Entwicklungs-und

Verkehrsplänen eingeordnet. Um andere Vorhaben wiederum

muss gerungen werden. Zu den bereits als vorrangig

Behandelten gehören die Eisenbahnachsen Berlin-Palermo

mit dem Brennerbasistunnel und Athen-Sofia-Budapest-

Wien-Prag-Nürnberg/Dresden. Diese Vorhaben müssen dringend

durch weitere Projekte ergänzt werden. Somit stehen

auf der Forderungsliste der Nord-Süd-Initiative:

die Verknüpfung der Vorhaben Eisenbahnachse Berlin-

Palermo (TEN Nr. 1) mit der Eisenbahn- und Straßenachse

„Nordisches Dreieck“ (TEN Nr.12)

die Verknüpfung der Eisenbahnachse Athen-Sofia-Budapest-Wien-Prag-Nürnberg/Dresden

(TEN Nr. 22) und Berlin-Palermo

(TEN Nr.1) in Berlin

eine enge Abstimmung zwischen der Eisenbahnachse

Lyon-Triest-Divaca/Koper-Divaca-Ljubljana-Budapest-

Ukraine (TEN Nr.6) und Berlin-Palermo (TEN-Nr.1), um

die adriatischen Häfen Ravenna, Venedig und Triest mit

Skandinavien über die Alpen hinweg zu verbinden.

Nord-Süd und die Region Südwestsachsen

Derzeit wird der Bundesverkehrswegeplan erarbeitet. Bis

März 2013 konnten Institutionen und Bürger Vorschläge

zu Schienenprojekten für die neue Planperiode beim Bundesverkehrsministerium

einreichen. Um die Region Südwestsachsen

in den Nord-Süd-Korridor einzubinden, bedarf es

einer Reihe vorrangiger Schienenprojekte. Dazu gehören

nach Ansicht der IHK Chemnitz u. a.:

die Verknüpfung von TEN 22 mit TEN 1 in Marktredwitz

in der Oberfranken durch die durchgängige Elektrifizierung

zwischen Marktredwitz und der tschechischen Grenze

sowie der Lückenschluss in der Elektrifizierung zwischen

Nürnberg und Marktredwitz,

die Weiterführung der Elektrifizierung von Hof nach

Regensburg im TEN 1 Korridor

Beide Projekte sind von großer Bedeutung für Südwestsachsen,

da deren Anbindung an die europäischen Verkehrsströme

nur durch die durchgängige Elektrifizierung bis

in die Knoten möglich wird. Bereits im Dezember 2012 hatten

die IHK Bayreuth und Chemnitz ein gemeinsames Forderungspapier

erarbeitet, um die Prioritäten für die Bundesverkehrsplanung

aus Sicht Südwestsachsens und Oberfrankens

herauszustellen. Es sei ein Anachronismus, so der

Präsident der IHK Chemnitz Franz Voigt, wenn sich Bayern

und Sachsen in einem Forschungsprojekt mit dem Namen

„Elektromobilität verbindet“ stark machen, während Bahnreisende

von Nürnberg nach Dresden auf lange Sicht in Hof

umsteigen müssen, weil kein Fahrdraht existiert.

Die genannten Elektrifizierungsvorhaben waren auch

Gegenstand des Eisenbahnsymposiums der Stadt Bayreuth

am 10. Mai, das durch die IHK Chemnitz unterstützt wurde.

Die ca. 150 Teilnehmer des Symposiums forderten:

die Vorplanungen auf den Abschnitt Marktredwitz-Nürnberg

noch in 2013 auszuweiten,

das Ausbauprojekt im vordringlichen Bedarf der Bundesverkehrswegeplanung

auch im nächsten BVWP 2015/16

beizubehalten,

die Baumaßnahmen im nächsten Investitionsrahmenplan

2016 bis 2020 zu verankern,

den Ast Marktredwitz-Eger-Pilsen wieder in das Kernnetz

der EU aufzunehmen,

die Planungen und den Bau mit Mitteln der Connecting

Europe Facility zu fördern.

Die Realisierung von Schienenprojekten

spielt im Bundesverkehrswegeplan eine

wichtige Rolle. Nach Ansicht der IHK

Chemnitz gehört dazu auch die weitere

Elektrifizierung von Eisenbahnstrecken.

Foto: Wolfgang Schmidt

Hintergrund

Die Sachsen-Franken-Magistrale

ist sowohl für den Personen- als

auch für den Güterverkehr von

erheblicher Bedeutung. Sie ist

im betrachtetenAbschnitt unverzichtbarer

Teil des geplanten

Ostkorridors Magdeburg-Leipzig-Hof-Regensburg

sowie der

zentralen europäischen Ost-

West-Achse Frankfurt-Nürnberg-

Prag-Lemberg.

Kontakt für weitere

Informationen:

IHK Chemnitz

Dietmar Richter

Telefon: 0371 6900-1220

richter@chemnitz.ihk.de

www.chemnitz.ihk24.de

www.north-south-initiative.eu

20 Wirtschaftsjournal | Mai 2013


Verlagssonderpublikation

w w w . w i r t s c h a f t s j o u r n a l . d e

Unternehmer willkommen

Logistikregion Mitteldeutschland gehört zur europäischen Spitzenklasse


Logistik-Special

Leipzig-Halle

„Innovatives Netzwerk 2013

Logistik-Netzwerk ist für sein Engagement im Bereich Fachkräftesicherung ausgezeichnet worden

Aus dem Inhalt

Würdigung durch Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen persönlich: Bettina Kudla, CDU, Leipzig I, Dieter Stier, CDU, Burgendland

– Saalekreis, Cornelia Schlonzak, Arbeitsgruppenleiterin Personal, Netzwerk Logistik Leipzig-Halle, Dr. Ursula von der

Leyen, Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Constanze Weiß, Geschäftsstelle Netzwerk Logistik Leipzig-Halle, Dr. Thomas

Feist, CDU, Leipzig III; Dr. Achim Dercks, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer DIHK. Foto: Netzwerk Logistik Leipzig-Halle e. V.

Das Netzwerk Logistik Leipzig-Halle e. V. ist am

8. April dieses Jahres für vorbildliches Engagement

im Bereich Fachkräftesicherung und Nachwuchsförderung

gewürdigt worden. Im Rahmen des

2. Innovationstags „Fachkräfte für die Region“

erhielt der Kooperationsverband in Berlin die Auszeichnung

„Innovatives Netzwerk 2013“.

Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium Gerd Hoofe

bekräftigte: „Für viele Unternehmen wird die Frage, wie

sie die Fachkräfte finden können, die sie brauchen, zu einer

Schlüsselfrage der Zukunft. Engpässe gibt es nicht mehr

nur an der Spitze des Arbeitsmarkts bei den Akademikern,

sondern auch im nichtakademischen Bereich, im Mittelbau.

Bei der Fachkräftesicherung bleibt für alle Beteiligten

noch viel zu tun, das ist eine Daueraufgabe. Aber wir sind

schon viel weiter als noch vor ein paar Jahren. Diese Erfolge

verdanken wir maßgeblich auch der engagierten Arbeit

der 850 Netzwerke, die als Treiber und Motoren in den

Regionen wirken. Ihre Arbeit verdient alle Anerkennung

und ist ausdrücklich zur Nachahmung empfohlen.“

„Als Kooperationsnetzwerk setzen wir uns aktiv für eine

langfristige Beschäftigungssicherung am Standort ein. Wir

möchten verhindern, dass die dynamische Entwicklung der

Region durch einen Mangel an Fachkräften ausgebremst

wird. Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung der Netzwerkarbeit

und werden die Logistikregion Leipzig-Halle

auch künftig mit unvermindertem Engagement unterstützen“,

so Toralf Weiße, Vorstandsvorsitzender Netzwerk

Logistik Leipzig-Halle.

Die Logistikbranche in der Region Leipzig-Halle wächst

kontinuierlich – und damit auch der Bedarf an Fachkräften

und Auszubildenden. Das Netzwerk Logistik Leipzig-

Halle unterstützt Logistikunternehmen mit zahlreichen

Projekten und Veranstaltungen aktiv bei der Gewinnung

von Fach- und Nachwuchskräften. So hat das Netzwerk

beispielsweise die branchenspezifische Karriereplattform

„Logistikbörse“ erfolgreich etabliert. Hier präsentieren

sich Mitgliedsunternehmen der Logistikbranche mit eigenen

Infoständen und werben um neue Fachkräfte. Nicht

anwesende Mitglieder vertritt das Netzwerk selbst, nimmt

Bewerbungen entgegen und leitet diese an geeignete

Unternehmen weiter. Des Weiteren kooperiert das Netzwerk

mit den Karrierecentern und den Berufsförderungsdiensten

der Bundeswehr an den Standorten Leipzig und

Halle. So werden direkte Kontakte zwischen Logistikunternehmern

und Absolventen verschiedener Bundeswehrlaufbahnen

ermöglicht.

Innovatives Netzwerk 2013 22

Netzwerken lohnt sich 23

Danke für das Vertrauen! 23

Europäische Spitzenklasse 24

Traditionsreiches Luftdrehkreuz 25

Nationale und internationale

Positionierung 27

Branche mit vielen Gesichtern 28

Ausgezeichnet für seine

Innovationen 30-31

Logistik-Modelllösung 32

Erfahrungsaustausch in China 34

Wartungszentrum der Antonow 36

Umfassende Logistikforschung 38

Einmaliger Branchentreff 39

Holzlogistik 40

Große Wachstumspotenziale 42

Vollwertiges Angebot 43

LangstreckE gestartet 45

Nachwuchs für die

Logistikregion 46

Zuverlässiger Zugang

zum Meer 47

Gemeinsam erfolgreicher 49

Die Zukunft im Blick 50

Impressum

Herausgeber

VWJ Verlag Wirtschaftsjournal

GmbH

www.wirtschaftsjournal.de

Redaktion

Claudia Hillmann (verantwortlich)

mit Unterstützung des Netzwerkes

Logistik Leipzig-Halle e. V.

Autoren

Claudia Hillmann

Simone Pflug

Stefan Hensel, Sandra Hamann

(Medienbüro am Reichstag GmbH)

Titelbild

Wolfgang Schmidt

Sächsische Binnenhäfen Oberelbe

GmbH

Leipzig Tourismus und Marketing

GmbH

Flughafen Leipzig/Halle GmbH

22 Wirtschaftsjournal | Mai 2013


Logistik-Special

Mitgliederumfrage bestätigt:

Netzwerken lohnt sich

Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden Toralf Weiße:

Danke für das Vertrauen!

Leipzig-Halle

Das Netzwerk Logistik Leipzig-Halle wurde 2008 von Logistikern für Logistiker

ins Leben gerufen. Die 20 Gründungsmitglieder waren von Beginn an aktiv in

den Gestaltungsprozess eingebunden (Bottom-up-Ansatz). Im Zuge der Expansion

auf aktuell mehr als 120 Mitglieder besteht eine Herausforderung darin,

die netzwerkinterne Dynamik und Nähe bei fortlaufendem Wachstum zu wahren.

Um dies zu gewährleisten, wird jährlich eine Zufriedenheitsbefragung durchgeführt

und ausgewertet.

Die aktuellen Ergebnisse belegen, dass das Netzwerk und seine Aktivitäten

von der überwiegenden Zahl der Mitglieder als positiv und gewinnbringend

wahrgenommen werden. Entsprechend würden fast 90 Prozent eine Mitgliedschaft

im Netzwerk weiterempfehlen. Die generelle Zufriedenheit mit der bisherigen

Vereinsarbeit ist ebenfalls stark ausgeprägt. 89 Prozent der Befragten

bescheinigen dem Netzwerk, dass es gute Arbeit für die Mitglieder leistet. Bemerkenswert

ist auch, dass 75 Prozent angeben, durch das Netzwerk interessante

Kontakte geschlossen zu haben. Damit wird deutlich, dass das Netzwerk seine

Kernaufgaben erfüllt, indem es für seine Mitglieder eine geschäftsfördernde

Plattform darstellt.

Auch hinsichtlich der Einschätzung der verschiedenen Arbeitsgruppen ist der

vorherrschende Tenor positiv. Bei der Beurteilung von Einzelaspekten wurden

die „Interne Kontaktpflege durch Netzwerk-Abende" mit 88 Prozent (Nennungen

„sehr gut" und „gut"), die „Arbeit der Geschäftsstelle" (87 Prozent) sowie

die „Medienarbeit" mit 82 Prozent am besten bewertet. In Anbetracht der

zukünftigen Herausforderungen für die Branche wünschen sich die Mitglieder

aber auch weitere Verbesserungen. Am häufigsten wurden hierbei die „Interne

Kontaktpflege durch Arbeitsgruppensitzungen und Netzwerkabende", die

„Medienarbeit" sowie „Interessenvertretung gegenüber der Politik und Verbänden"

genannt.

Entscheidend für die mittelfristige Bewertung der Netzwerkmitgliedschaft

ist allerdings die Beantwortung der Frage: Generiert das Netzwerk für seine Mitglieder

einen messbaren Mehrwert, der den Mitgliedsaufwand – in Form von

Vereinsbeiträgen und Zeit – deutlich übersteigt? Bei konkreten Auftragsvermittlungen,

gesparten Marketingaufwendungen, Rekrutierung von Personal,

Beschaffung von technischen Ausrüstungen (z.B. IT) kann der Mehrwert der

Netzwerkmitgliedschaft in konkreten Zahlen abgeschätzt werden. Beim Zugang

zu Geschäftskontakten, Know-how und der Vertretung von Brancheninteressen

ist dies schwieriger. Nach dem netzwerkeigenem Monitoringsystem haben bereits

jetzt deutlich mehr als die Hälfte der Mitglieder geldwerte Vorteile aus der Netzwerkmitgliedschaft

erhalten, die im Minimum das Doppelte des investierten Aufwandes

ausmachen. Etwa ein Viertel der Mitglieder hat sogar ca. das Zehnfache

(in Einzelfällen auch mehr) des Eigenaufwandes als Gesamt-Nutzen der

Netzwerk-Mitgliedschaft generiert. Mitmachen lohnt sich also mittelfristig. Entscheidend

für eine positive Bilanz ist allerdings die aktive Teilnahme an Netzwerkprojekten

und -veranstaltungen. Das Netzwerk nutzt vor allem denen, die

das Netzwerk aktiv in die eigene Geschäftsentwicklung einbinden und die Netzwerkdienstleistungen

zielgerichtet in Anspruch nehmen.

Wirtschaftsjournal: Seit fünf Jahren

engagieren Sie sich im Vorstand

des Netzwerkes. Was veranlasst

Sie, sich dieser Aufgabe

immer wieder mit ganzer Kraft zu

widmen?

Toralf Weiße: Bevor ich darauf konkret

antworte, möchte ich mich zunächst

bei allen Mitgliedern ganz herzlich für

das Vertrauen, das sie mir und dem

gesamten Vorstand, der Geschäftsstelle und dem Netzwerkmanager seit fünf

Jahren schenken, bedanken. Deren vielfältige Zusammensetzung ist es schließlich,

die den Reiz des Netzwerkes ausmacht. Es sind nicht nur die Spediteure

vertreten, sondern auch Städte, Kammern, Universitäten usw. Diese Kräfte galt

es wirksam zu bündeln. Wir wollten uns nicht nur am Stammtisch austauschen,

sondern für die Region wirklich etwas bewegen. Und das ist ungemein spannend.

Schließlich bin ich auch einer, der immer etwas mehr machen will.

WJ: Worauf sind Sie besonders stolz?

Weiße: Wir haben viel geschafft. Das Netzwerk erzielt mittlerweile eine enorme

Außen- und Sogwirkung. Es vermittelt das Gefühl – hier muss man dabei

sein. Mit unserem Auftreten und den zahlreichen Marketingaktivitäten haben

wir die Logistikkompetenzen mit der Attraktivität des Standortes Leipzig-Halle

verknüpft. Wir verstehen uns somit ebenfalls als Brückenschlag zwischen Sachsen

und Sachsen-Anhalt. Die nationalen und internationalen Marketingmaßnahmen

sind wichtig, da wir Logistiker die Industrie als unseren hauptsächlichen

Kunden brauchen.

WJ: Wie konnte das Netzwerk so eine starke Wirkung erzielen?

Weiße: Es war zunächst nicht abzusehen, dass wir so schnell wachsen. Dass

wir dann so einen großen Zuspruch erfahren haben, ist vor allem den Menschen

zu verdanken, die vorweg gehen. Die Pflege der persönlichen Beziehungen

ist ein weiterer entscheidender Erfolgsfaktor. Mit unseren über 160

Veranstaltungen im Jahr schaffen wir den kleinen und mittleren Unternehmen

vielfältige Möglichkeiten, sich zu präsentieren und einzubringen. Zudem haben

wir das Netzwerk als Unternehmen aufgebaut. Mitgliedschaft heißt daher bei

uns, man muss aktiv sein. Jedes unserer Mitglieder ist in einer der vier Arbeitsgruppen

eingebunden. Das erhöht auch die Effizienz des eigenen Networkings

für die einzelnen Unternehmen. Und das wichtigste: Jedes unserer Mitglieder

vertrauen sich gegenseitig. Als Grundlage dafür haben wir einen Ehrenkodex

erarbeitet, an den sich alle halten.

WJ: Wie geht es nun nach dem Auslaufen der Förderperiode weiter?

Weiße: Wir als Vorstand arbeiten schon jetzt daran, gezielt Drittmittel und Fördermittel

über Projekte zu generieren. Den Fortbestand des Netzwerkes wollen

und werden wir sicherstellen.

Gespräch: Claudia Hillmann

Wirtschaftsjournal | Mai 2013

23


Logistik-Special

Leipzig-Halle

Europäische Spitzenklasse

Standortgutachten: Leipzig-Halle gehört zu den Top-Logistikregionen Europas

Ein Standortgutachten des Fraunhofer Instituts SCS zum

Jahresbeginn 2012 bestätigt, dass Leipzig-Halle zu den Top-

Logistikregionen Europas gehört: Sowohl die hier vorhandene

Kombination von logistikrelevanten Standortfaktoren

als auch die bereits vor Ort existierenden Logistikansiedlungen

erfahren eine überdurchschnittliche Bewertung –

schließlich haben sich aufgrund der exzellenten Bedingungen

bereits zahlreiche Global Player am Logistikstandort

Leipzig-Halle angesiedelt, darunter BMW, DHL, Schenker,

Future Electronics, Bayer, Amazon und Porsche.

Die flexible und leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur

am Standort spricht für sich: So stellt der Leipzig/Halle Airport

bereits jetzt Deutschlands zweitgrößtes Luftfrachtdrehkreuz

dar. Er verfügt über eine 24-Stunden-Betriebserlaubnis

für Frachtflüge. Aktuell werden im Frachtverkehr

vom Leipzig/Halle Airport aus rund 60 Ziele auf vier Kontinenten

angeflogen.

Zudem zeichnen ein dichtes Fernstraßennetz und Anschlüsse

an die wichtigen Autobahnen A9, A14 sowie die A38 die

Region aus. So ist in einer Fahrerschicht von maximal 10

Fahrstunden ein Großteil der wichtigen europäischen Wirtschaftsräume

per LKW erreichbar.

Neben einem umfangreichen Gleisnetz mit zahlreichen

Ladestellen gelten die Städte Leipzig und Halle für Eisenbahnverkehre

als wichtige Knotenpunkte im überregionalen

Schienennetz.

Zur Abwicklung kombinierter Verkehre stehen mit den

Terminals in Leipzig-Wahren, Halle und Schkopau leis -

tungsfähige Schnittstellen bereit. Intermodale Container -

terminals, etwa in Halle, runden das logistische Angebot

der Region ab.

Ebenso lässt sich aus dem Standortgutachten eine exzellente

Beschäftigungsdynamik ableiten. „Entgegen dem Bundestrend

verzeichnen wir in der Region Leipzig-Halle einen

starken Zuwachs an Beschäftigungsangeboten. Vor diesem

Hintergrund engagieren wir uns aktiv im Bereich der Arbeitsplatzvermittlung

und Fachkräfteentwicklung, um so den

langfristigen Erfolg der Region sicherstellen zu können“,

so Toralf Weiße, Vorstandsvorsitzender Netzwerk Logistik

Leipzig-Halle.

PM/CH

Die Studie wurde im Januar 2012

fertiggestellt und ist beim Netzwerk

Logistik Leipzig-Halle auf

Anfrage verfügbar.

Trimodal

Leipzig punktet bei Investoren

Anzeige

Leipzig von oben: Blick zu Neuem Rathaus,

Thomaskirche und Zentralstadion.

Foto: LTM GmbH

Das Netzwerk Logistik Leipzig-Halle ist nicht zuletzt deswegen

so erfolgreich, weil sich die Wirtschaftsfördereinrichtungen

der Region aktiv einbringen. Eine treibende Kraft

ist dabei die Stadt Leipzig. Sie zeichnet sich durch ein trimodales

Logistikdrehkreuz für internationale Unternehmen

wie DHL, AeroLogic, Lufthansa Cargo oder FUTURE Electronics

aus. Insbesondere

der 24/7-Service des Frachtflughafens Leipzig/Halle,

die qualifizierten und motivierten Arbeitskräfte,

die verfügbaren Flächen für Logistikansiedlungen,

die aktive Zusammenarbeit von Forschung und

Wirtschaft

und die leistungsfähige Forschungsinfrastruktur

insgesamt

ließen ein erstklassigen Logistik- und Mehrwertservice für

die Automobil-, Maschinenbau-, Mikroelektronik- und Solarindustrie

entstehen. Zahlreiche Verlader, Kontraktlogistiker,

Expresslogistiker, internationale Spediteure sowie Akteure

des Internethandels haben sich hier bereits angesiedelt und

schätzen diese hervorragenden Standortbedingungen.

Mit dieser erfolgreichen Ansiedlungspolitik hat die Messemetropole

2012 erneut im Financial-Times-Group-Ranking

Spitzenpositionen erreicht. Das bei der Financial Times Group

in London erscheinende Foreign-Direct-Investment-Magazin

wählte Leipzig innerhalb der Studie „European Cities &

Regions of the Future 2012/2013" in drei Kategorien unter

die Top-Ten-Städte Europas.

„Diese Auszeichnungen zum dritten Mal in Folge sind

eine Bestätigung meiner Wirtschaftsförderungsstrategie",

freute sich Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht. „In

den letzten fünf Jahren haben wir erfolgreich im harten

Wettbewerb mit anderen Standorten in allen Clustern be -

deutsame Ansiedlungserfolge erzielt." Dazu gehören zum

Beispiel DB Schenker, Kühne+Nagel sowie der mit dem

„E-Commerce Meilenstein 2013" ausgezeichnete Internethändler

momox.

Weitere Informationen unter:

www.leipzig.de/logistik

24 Wirtschaftsjournal | Mai 2013


Logistik-Special

Leipzig-Halle

Traditionsreiches Luftdrehkreuz

Flughafen Leipzig/Halle: Beispielhafte Verknüpfung der Verkehrsträger Schiene, Straße, Luft

Erste Landung einer Boeing 777-F von

AeroLogic am Flughafen Leipzig/Halle.

Foto: Uwe Schoßig

Weitere Informationen unter:

www.leipzig-halle-airport.de

Der Flughafen Leipzig/Halle beging 2012 sein 85-jähriges

Jubiläum und zählt damit zu den traditionsreichsten Luftdrehkreuzen

in Deutschland. Nach einer dynamischen Entwicklung

in den zwanziger und dreißiger Jahren des vergangenen

Jahrhunderts, die den Flughafen bald zu einem

der verkehrsreichsten in Deutschland werden ließ, führte

der Airport von 1945 bis 1990 ein eher provinzielles Dasein.

Nur anlässlich der in Leipzig stattfindenden Frühjahrs- und

Herbstmessen gewann der Flughafen an internationaler

Bedeutung und konnte unter anderem elfmal den Besuch

einer Concorde verzeichnen.

Seit 1990 wurde der Airport schrittweise zu einem der

modernsten Flughäfen Europas ausgebaut, der sich durch

eine leistungsfähige Infrastruktur und eine beispielhafte

Verknüpfung der Verkehrsträger Schiene, Straße, Luft auszeichnet.

Der weitsichtige Ausbau sowie die Kapazitätsreserven

der errichteten Anlagen garantieren allen Nutzern

sowie potentiellen Kunden langfristige Planungs- und Inves -

titionssicherheit.

In Kombination mit den Standortvorteilen des Flughafens,

wie seine ideale verkehrsgeographische Lage im Zentrum

Europas, die direkte Anbindung des Passagier- und

Frachtbereiches an das transeuropäische Autobahn- und

Schienennetz sowie die Möglichkeit des 24-Stunden-Betriebes

für Luftfrachtverkehre, bietet der Airport ideale Rahmenbedingungen

für Unternehmen der Luftverkehrs- und

Logistikbranche. Der Leipzig/Halle Airport verfügt zudem

über einen Luftfrachtumschlagbahnhof. Dank dieser zukunftsorientierten,

modernen Infrastrukturanlage ist der Airport

für eine optimale Vernetzung der Verkehrsträger gerüstet

und bietet ideale Voraussetzungen für einen intermodalen

Warenverkehr.

Anzeige

Hier können Sie etwas bewegen!

Delitzsch ist offen für Unternehmer und ihre Familien

„Wir sind eine dynamische und liebenswerte

Stadt", bringt es die Leiterin des

Referats für Wirtschaft und Tourismus,

Ricarda Steinbach, abschließend auf

den Punkt.

Foto: Maik Börner/Stadt Delitzsch

Weitere Informationen unter:

www.delitzsch.de

Die Stadt Delitzsch wirbt mit dem Slogan „rundum

aufgeschlossen". Das gilt zunächst für ihre zentrale

Lage nördlich von Leipzig.

So ist die Große Kreisstadt nur 15 Kilometer vom Flughafen

Leipzig-Halle und den Autobahnen 9 und 14 entfernt.

Zudem ist die Infrastruktur vor Ort durch kurze Wege gekennzeichnet.

Sämtliche Gewerbegebiete befinden sich in einem

Umkreis von zwei bis drei Kilometern. Rund 2000 Firmen

unterschiedlichster Branchen agieren hier erfolgreich.

Auch persönlich ist die Stadt gegenüber ihren Unternehmen

aufgeschlossen. „Man kann hier miteinander reden

und wirklich etwas bewegen" schwärmt die Referatsleiterin

der Wirtschaftsförderung, Ricarda Steinbach. Regelmäßig

spricht sie mit den Akteuren der Wirtschaft oder trifft

sich mit ihnen am Unternehmerstammtisch. Mit ihren Kontakten

im Netzwerk Logistik Leipzig-Halle im Austausch mit

anderen kommunalen Wirtschaftsfördereinrichtungen konnte

sie schon so manche pragmatische Lösung herbeiführen.

Jüngst vermittelte sie den Kontakt eines Existenzgründers

mit einem Unternehmer, der einen Nachfolger sucht.

Generell brennt die Fachkräfteproblematik auch vielen

hiesigen Unternehmern unter den Nägeln. Dabei kann

Delitzsch ebenfalls mit ihrer Aufgeschlossenheit Abhilfe

schaffen. Als Garnisonsstadt der Kursächsischen Armee

pflegt sie bis heute die Partnerschaft mit der Bundeswehr

und ist ein Standort der Unteroffizierschule des Heeres.

Damit hält sie der regionalen Wirtschaft ein attraktives

Arbeitskräftepotenzial vor. Umgekehrt setzt Delitzsch den

jungen Männern und Frauen sowie ihren Familien zahlreiche

Anreize zu bleiben. Sie können hier verschiedene Qualifizierungs-

und Karrierewege einschlagen, ihren Kindern

stehen alle Schulformen offen und das Freizeitangebot ist

sehr abwechslungsreich. Für die Stadt spricht zudem, dass

sie als erste Kommune in Sachsen mit dem European Energy

Award in Gold ausgezeichnet worden ist und unter anderem

durch die umfassende Nutzung von erneuerbaren Energien

den Titel „Energieeffiziente Stadt" führen darf. CH

Wirtschaftsjournal | Mai 2013

25


Logistik-Special

Anzeige

Leipzig-Halle

Lebendiger Austausch

Nordsachsen zeichnet sich durch Branchenvielfalt und Erfahrung mit grenzüberschreitenden Kooperationen aus

In unserer extrem arbeitsteiligen Wirtschaftswelt nimmt Logistik mittlerweile DIE Schlüsselfunktion

ein. Damit sie diese wirklich ausfüllen kann, ist sie auf einen lebendigen Austausch

innerhalb der Wirtschaft wie auch mit politischen Entscheidungsträgern angewiesen.

Wie dies im Landkreis Nordsachsen gelebt wird, schildert Landrat Michael Czupalla im Gespräch

mit dem Wirtschaftsjournal.

Wirtschaftsjournal: Herr Czupalla, was hat Sie

bewogen, mit Ihrem Landkreis dem Netzwerk

Logistik Leipzig-Halle beizutreten?

Michael Czupalla: Mit dem Ausbau des Flughafens

Leipzig/Halle und der Ansiedlung von DHL hier

in der Region bekommen wir mehr Anfragen von

Unternehmen bezüglich Ansiedlungsmöglichkeiten.

Vor diesem Hintergrund möchte der Landkreis zur

Entwicklung der Logistikbranche und Logistikregion

Leipzig beitragen.

WJ: Mit welchen Aktivitäten bringen Sie sich

konkret in das Netzwerk ein?

Czupalla: Wir sind in den einzelnen Arbeitsgruppen

aktiv und nehmen an zahlreichen Unternehmerstammtischen

sowie Gesprächsrunden teil. Zudem

statten wir Arbeitsbesuche vor allem auch bei kleineren

Unternehmen ab, um diese für das Netzwerk

Logistik zu gewinnen.

WJ: Wie arbeiten Sie dabei mit anderen Wirtschaftsfördereinrichtungen,

die ebenfalls Mitglied

im Netzwerk sind, zusammen?

Czupalla: Es gibt eine starke Vernetzung von Stadt

Leipzig, Landkreis Leipzig und Landkreis Nordsachsen

wie auch mit den Kammern sowie weiteren Partnern

der Wirtschaft. Darüber hinaus pflegen wir eine

kreisübergreifende Zusammenarbeit mit den Kreisen

Anhalt-Bitterfeld, Wittenberg, Elbe-Elster sowie projektbezogen

auch mit anderen Landkreisen. Diese

Kooperationen haben bei uns einen sehr hohen Stellenwert,

um Potentiale zu nutzen, Synergien zu schaffen

und Informationen auszutauschen.

WJ: Welche wirtschaftliche Bedeutung hat der

Logistiksektor in Nordsachsen?

Czupalla: Mit dem frühzeitigen Bau des Güterverkehrszentrums

Leipzig im Jahr 1992 und dem Ausbau

des Flughafens Leipzig-Halle wurde der Grundstein

für die Logistikbranche gelegt. Daraufhin nahm

sie eine extrem dynamische Entwicklung. Weitere

Meilensteine bildeten die Ansiedlungen von Porsche,

BMW und DHL. Zahlreiche Unternehmen der Autozulieferindustrie

und der Logistikbranche haben sich

dadurch im Umfeld niedergelassen. Die Logistikbranche

ist in jedem Fall als Wachstumsbranche und

als Wirtschaftsmotor zu betrachten.

WJ: Der Landkreis Nordsachsen in seiner heutigen

Gestalt wird dieses Jahr ebenfalls 5 Jahre

alt. Welches Selbstverständnis hat sich mittlerweile

herausgebildet?

Czupalla: Nach fünf gemeinsamen Jahren der beiden

Altkreise Delitzsch und Torgau-Oschatz im

„neuen" Landkreis Nordsachsen hat man sich kennen

gelernt und der Zusammenschluss ist in den

Köpfen nunmehr gegenwärtig. Wichtig ist es jedoch,

dass sich die Menschen auch weiterhin mit ihren

Regionen und Heimatorten identifizieren, denn nur

darüber kann ein Gesamtverständnis erreicht werden.

Es war richtig, dass man nicht versuchte, beispielsweise

den Vereinen und Verbänden die politischen

Strukturen zu „verordnen" und auf Zusammenschlüsse

zu pochen. Dieses Verständnis und der

Wille dazu mussten und müssen von der Basis her

wachsen. Ein lebendiges Miteinander gibt es unter

anderem bereits im Sport, aber auch im Bereich der

Feuerwehrverbände. Eine Region identifiziert sich

nicht ausschließlich über politische Strukturen. Ein

Selbstverständnis in der nordsächsischen Region

und die Identifikation sind als langer Prozess zu

verstehen.

WJ: Wo sehen Sie zukünftig das wirtschaftliche

Potenzial des Landkreises?

Czupalla: Der Landkreis Nordsachsen verfügt bereits

über ein breites Branchenspektrum. Dazu gehören

Logistik, Maschinen- und Anlagenbau, Baugewerbe,

Ernährungswirtschaft, Glasindustrie, und Metallurgie.

Auch Handwerk, Landwirtschaft und Dienstleistungsgewerbe

sind stark vertreten. Auf Grund

dieser breiten Spanne waren viele Unternehmen

interessiert, den Logistiksektor zu entwickeln. Allerdings

ist die Unternehmensdichte im Landkreis noch

relativ gering. Es sind ebenso weiterhin Anstrengungen

zu unternehmen, innovative Firmen im Bereich

Forschung und Entwicklung mit der Wissenschaft

zusammen zu bringen. Die enge Verzahnung der

Wirtschaft mit der Wissenschaft – zum Beispiel mit

den Hochschulen in Leipzig – bildet künftig einen

entscheidenden Aspekt für die Wettbewerbsfähigkeit

der Region. Gleichzeitig muss das Arbeitskräftepotenzial

gesichert werden, denn Prognosen zufolge

kann schon ab 2015 die Lücke der ausscheidenden

Arbeitnehmer nicht mit Berufseinsteigern geschlossen

werden. So gewinnt die Netzwerkarbeit zunehmend

an Bedeutung, um das wirtschaftliche Potenzial

der Region weiter zu intensivieren. Dies erfolgt

beispielsweise durch die Organisation von branchenbezogenen

Unternehmerstammtischen, um Synergien

zu erzeugen.

Gespräch: Claudia Hillmann

Weitere Informationen unter:

www.landkreis-nordsachsen.de

26 Wirtschaftsjournal | Mai 2013


Logistik-Special

Arbeitsgruppe Netzwerk- und Standortmarketing:

Leipzig-Halle

Nationale und internationale

Positionierung

Weitere Informationen unter:

www.logistik-leipzig-halle.net

Die Region Leipzig-Halle hat sich in den vergangenen Jahren

zu einem der wichtigsten und modernsten Logistik -

standorte in ganz Deutschland entwickelt. Logistikunternehmen

aller Größenordnungen und Spezialisierungen sind

hier vertreten und gewährleisten schnelle und effiziente

Lösungen für Warenströme aller Art. Eine der zentralen

Aufgaben des Netzwerks Logistik Leipzig-Halle ist es, die

Leistungsfähigkeit der Region sowohl national als auch

international noch bekannter zu machen, um damit die

Ansiedlung neuer Investoren zu fördern.

Die Aktivitäten im Bereich Marketing und Public Relations

konzentrieren sich dabei zum einem auf die Bewerbung

der Standortvorteile der mitteldeutschen Logistikregion.

Zum anderen zielen sie auf die Vermarktung des

Netzwerkes und der Logistikkompetenz seiner Mitglieder

ab. Über Beteiligungen an den wichtigsten Branchenveranstaltungen

im In- und Ausland sowie die regelmäßige

Ausrichtung eigener Events werden die relevanten Zielgruppen

direkt angesprochen und informiert.

Neben der nationalen Positionierung stehen zunehmend

die Potentialmärkte Russland und China im Fokus. So präsentierte

das Netzwerk in diesem Jahr bereits zum

vierten Mal in Folge mit einem Gemeinschaftsstand die

Logistikregion auf Russlands größter Transport- und Logis -

tikmesse TransRussia in Moskau. Auch auf der weltweit

führenden Branchenveranstaltung, der transport logistic

in München, ist das Netzwerk gemeinsam mit 23 Mitgliedern

erneut vertreten.

Flankiert durch kontinuierliche Pressearbeit werden alle

wichtigen Themen und Innovationen sowohl in den Fachals

auch in den Publikumsmedien einer breiten Öffentlichkeit

vorgestellt. Damit trägt das Netzwerk auch zur Imageverbesserung

der Logistikbranche insgesamt bei, die sich

in der Region zu einem hochtechnisierten und dynamischen

Wirtschaftszweig entwickelt hat.

Stefan Hensel/Sandra Hamann

Anzeige

Unbürokratische Unterstützung

Logistik genießt im Landkreis Anhalt-Bitterfeld als Schwerpunktbranche

besondere Aufmerksamkeit

Armin Schenk und sein engagiertes

Team. Foto: Doreen Ritzau/EWG

Entwicklungs- und Wirtschafts -

förderungsgesellschaft Anhalt-

Bitterfeld mbH

OT Wolfen

Andresenstraße 1 a

06766 Bitterfeld-Wolfen

Telefon: +49 3494 638366

Telefax: +49 3494 638358

info@ewg-anhalt-bitterfeld.de

www.ewg-anhalt-bitterfeld.de

„Für die Logistik sehen wir hier besonders große

Entwicklungschancen und gute Bedingungen“, betont

der Geschäftsführer der Entwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft

Anhalt-Bitterfeld mbH

(EWG), Armin Schenk. Er verweist dabei vor allem

auf eine leistungsfähige Infrastruktur und günstige

Grundstücksangebote. „Außerdem ist der Landkreis

Anhalt-Bitterfeld ein hervorragender Bildungsund

Hochschulstandort“, so Schenk.

Insbesondere die Hochschule Anhalt hat auf die Logistik

ausgerichtete Fachbereiche. Dem entsprechend finden hier

ansässige Unternehmen die auf ihre Anforderungen vorbereiteten

Mitarbeiter. Das schätzen bereits zahlreiche Akteure

des Logistiksektors. Dazu gehören unter anderem:

Deichmann SE Distributionszentrum, Bitterfeld-Wolfen

DHL Solutions Großgut GmbH, Zörbig

Rosner Logistik GmbH, Zörbig

Regiobahn Bitterfeld Berlin GmbH, Bitterfeld-Wolfen

TMG Spedition GmbH, Bitterfeld-Wolfen

Hafen Aken GmbH, Aken (Elbe)

Für deren Belange hat die EWG stets ein offenes Ohr und

engagiert sich daher im Netzwerk Logistik Leipzig-Halle.

Darüber hinaus lädt sie gemeinsam mit der Hochschule

Anhalt, der Bundesvereinigung Logistik und weiteren Partnern

alle zwei Jahre zum Logistikforum Anhalt-Bitterfeld

ein. Im vergangenen Jahr stand dabei die Lebensmittellogistik

im Mittelpunkt.

„Zudem unterstützen wir alle Unternehmen unbürokratisch

bei all ihren Ansiedlungs- und Investitionsvorhaben“, versichert

der erfahrene Wirtschaftsförderer.

Claudia Hillmann

Wirtschaftsjournal | Mai 2013

27


Logistik-Special

Leipzig-Halle

Branche mit vielen Gesichtern

Netzwerk Logistik Leipzig-Halle und Leipzig/Halle Airport veranstalteten Logistik-Jobbörse

Die Logistik-Jobbörse am 18. April im Flughafen

Leipzig-Halle fand reges Interesse. Etwa 800 Besucher

kamen zu dieser Veranstaltung, die vom Netzwerk

Logistik Leipzig-Halle gemeinsam mit dem

Leipzig/Halle Airport erstmalig organisiert worden

ist. Viele Arbeitssuchende sowie ganze Schulklassen

nahmen das Angebot an, sich über die Berufsmöglichkeiten

in der regionalen Logistikbranche zu

erkundigen.

Insgesamt 29 Unternehmen präsentierten den Besuchern

die facettenreiche Branche. Berufsbilder in der Luftfahrtbranche

wurden ebenso vorgestellt wie Jobmöglichkeiten

in der Automobilproduktion, in Logistikzentren oder im

Kurier-, Express- und Paketdienst. Eigens für Schüler wurde

eine Berufsorientierung angeboten, die die Vielfalt logistischer

Tätigkeiten darstellt. Des Weiteren war es möglich,

an einer Flughafenführung teilzunehmen und Fahrzeuge

sowie Ausrüstungsgegenstände zu besichtigen und selbst

auszuprobieren.

„Die Nachwuchsgewinnung ist für die Logistik eine ernstzunehmende

Herausforderung. Mit den Veranstaltungen

am Tag der Logistik bieten wir Unternehmen und interessierten

Menschen eine gemeinsame Plattform, damit der

Fachkräftemangel den Wachstumsmotor Logistik auch auf

lange Sicht nicht zum Stottern bringt", erklärte Toralf Weiße,

Vorstandsvorsitzender des Netzwerk Logistik Leipzig-Halle

e. V., im Vorfeld der Jobbörse. PM/CH

Fit für den Kraftverkehr

Die SVG Straßenverkehrs-Genossenschaft Sachsen und Thüringen eG

mit erweitertem Leistungsangebot

Anzeige

Das neue Regionalzentrum der SVG Sachsen und Thüringen

eG in Erfurt ist fertiggestellt. Noch im April begann der

Umzug, im Juni wird Einweihung gefeiert. Auf dem Gelände

entstanden neben dem neuen Schulungszentrum ein

Verkehrsübungsplatz und ein großzügiger Handelsbereich.

„Hier sind die Erfahrungen aus unserem Regionalzentrum

in Leipzig eingeflossen", erklärt Tim Zumpe, Geschäftsführender

Vorstand der SVG. Die SVG Straßenverkehrs-Genossenschaft

Sachsen und Thüringen eG ist ein umfassender

Dienstleister für das Straßenverkehrsgewerbe. Die Genossenschaft

hat ihren Hauptsitz in Dresden und betreibt neben

Erfurt eine weitere Geschäftsstelle in Stollberg-Niederdorf

und eine in Leipzig.

Das Regionalzentrum in Leipzig zeichnet sich durch ein

umfassendes Angebot an Dienstleitungen aus. Dazu gehört

schwerpunktmäßig der Technische Handel: Hier erhalten

Transportunternehmen alles rund um das Nutzfahrzeug,

angefangen von Elementen zur Ladungssicherung über

Gefahrgutausrüstungen, Fahrzeugelektrik, Reinigungs- und

Pflegemittel bis hin zu spezieller Fachliteratur. Um ihre Mitglieder

für das tägliche Geschäftsleben und den stärker werdenden

Wettbewerb fit zu machen, nimmt die Weiterbildung

zum Beispiel für Berufskraftfahrer, Kranführer oder

Gabelstaplerfahrer bei der SVG einen großen Raum ein.

Arbeitssicherheitsbetreuung, Fahrschule und Versicherungsvermittlung

für die KRAVAG/RuV-Versicherung runden

das Angebot ab. Darüber hinaus existiert am Standort

Leipzig auch ein Verkehrsübungsplatz. Er umfasst eine Fläche

von rund 7.200 Quadratmetern mit bewässerbarer Gleitfläche.

Auf unterschiedlichen Fahrbahnbelägen mit dazugehörigem

Equipment können individuelle Fahrübungen

mit PKW oder LKW durchgeführt werden. Ein Training kann

im Rahmen der Berufskraftfahrer-Weiterbildung absolviert

werden. Viele Berufsgenossenschaften gewähren ihren Mitgliedern

dabei Zuschüsse zum Fahrsicherheitstraining.

Simone Pflug

Verkehrsübungsplatz in Leipzig: Auf

unterschiedlichen Fahrbahnbelägen mit

dazugehörigem Equipment können individuelle

Fahrübungen mit PKW oder

LKW durchgeführt werden. Foto: SVG

Tag der Ladungssicherung

am 15. Juni von 10 bis 15 Uhr

in Dresden, Shell Autohof,

Washingtonstraße 40

10:30 bis 11:30 Uhr

Fachvortrag zur Ladungssicherung

SVG Regionalzentrum Leipzig

Söllichauer Straße 3

04356 Leipzig

Telefon: 0341 20094700

info@svg-dresden.de

www.svg-dresden.de

28 Wirtschaftsjournal | Mai 2013


Logistik-Special

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Leipzig-Halle

Branchenexperte

GOLDBECK ist als Spezialist für Logistik-Immobilien der Region Leipzig-Halle stark verbunden

Fotos: GOLDBECK GmbH

www.goldbeck.de

„Konzipieren – Bauen – Betreuen" lautet das Motto

des Baudienstleisters GOLDBECK. Um dieses mit

Leben zu erfüllen, ist ein intensiver Austausch mit

bestehenden und potenziellen Kunden notwendig.

„Wir haben einen starken Vertrieb, der aktiv am

Markt agiert. Deswegen bringen wir uns auch in

das Netzwerk Logistik Leipzig-Halle ein", sagt Sven

Handschuh, Verkaufsingenieur bei der GOLDBECK

Ost GmbH. So hat er bereits Netzwerkabende bei

Kunden organisiert und konnte dadurch auch andere

Unternehmen von den Kompetenzen seiner Firma

überzeugen.

Branchenerfahren

Neben dem persönlichen Zugang zum Kunden, der den Baudienstleister

in die Lage versetzt, genau zu verstehen, was

dieser will und braucht, zeichnet er sich durch einen großen

Erfahrungsschatz im Bereich Logistik aus. „GOLDBECK

hat allein im abgelaufenen Geschäftsjahr europaweit über

1 Mio qm Logistikhallen gebaut", so der Verkaufsinge nieur.

Zu den Auftraggebern gehören neben den klassischen

Logistikdienstleis tern auch Spezialfirmen, die Medikamente

über Luftfracht beschaffen und verteilen, oder Automobilzulieferbetriebe.

Wirtschaftlich

Gerade letztere kämpfen mit sehr großen Konjunkturschwankungen

und mieten daher lieber Immobilien an, als

sie im Eigenbesitz zu betreiben. Darauf hat sich GOLDBECK

eingestellt und legt großen Wert auf multifunktionale

Nutzungsmöglichkeiten und Drittverwendbarkeit seiner

Produkte. Zudem erlaubt der Einsatz systematisierter Fertigteile,

die zum großen Teil selbst hergestellt werden, eine

schnelle und flexible Abwicklung des Baus. Neben Indus -

trie- und Lagerhallen gehören Parkhäuser, Bürogebäude

sowie öffentliche Einrichtungen wie Sporthallen, Finanzämter

und Schulen zur Angebotspalette.

Nach der Übergabe dieser Gebäude an den Nutzer nimmt

sich die Unternehmensgruppe GOLDBECK aber noch lange

nicht aus der Verantwortung heraus. Sie kümmert sich je

nach Bedarf ebenso um die Betreibung, Wartung und Pflege

der Immobilien. „Für über 1.000 Objekte in ganz Deutschland

haben wir bereits das Gebäudemanagement übernommen",

erklärt der umtriebige Bauingenieur.

Regional

Damit der Baudienstleister die spezifischen Bedingungen

vor Ort berücksichtigen kann und dem Kunden wirklich

gerecht wird, agiert er mit starken Regionalgesellschaften.

Ein Standortzentrum ist zum Beispiel Markkleeberg bei Leipzig.

„Hier ist auch eine große Planungsabteilung angesiedelt",

so Handschuh. Dieses umfangreiche Engagement ist

auch ein Ausdruck dafür, dass GOLDBECK der Region Leipzig-Halle

ein großes Entwicklungspotenzial zutraut. Nicht

nur, dass die Nachfrage nach Logistikflächen im Zuge der

Ausbauaktivitäten von Porsche und BMW weiter anhält. Es

gibt auch eine breite Basis für den Aufbau weiterer Geschäftsfelder,

wie für das „Bauen im Bestand".

Das kann GOLDBECK aber nur mit motivierten und leis -

tungsfähigen Mitarbeitern bewerkstelligen. Vor diesem

Hintergrund arbeitet der Baudienstleister bereits seit Jahren

mit den Hochschulen der Region zusammen und überträgt

auch schon Diplomanden, Praktikanten und Werksstudenten

verantwortungsvolle Aufgaben, um sie vom

Unternehmen frühzeitig zu überzeugen. Jüngst ist zudem

ein Stiftungsstipendium an einen Studierenden der HTWK

Leipzig vergeben worden. „Wir werden als Arbeitgeber po -

sitiv wahrgenommen", bestätigt Sven Handschuh stolz.

Dass sich die beschriebene Firmenphilosophie in der Praxis

bewährt, belegen nicht zuletzt folgende Zahlen: Vom 1. 4.

2011 bis zum 31. 3. 2012 wurde eine Gesamtleistung von

rund 1,3 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,1 Mrd. Euro) erreicht.

Claudia Hillmann

Wirtschaftsjournal | Mai 2013

29


Logistik-Special

Leipzig-Halle

Ausgezeichnet für seine

Innovationen:

Ein Netzwerk für die Region

In den fast fünf Jahren seines Bestehens hat sich

das Netzwerk Logistik Leipzig-Halle e. V. zum wichtigsten

Partner der Logistikindustrie in Mitteldeutschland

entwickelt. Der Kooperationsverbund

fungiert heute als zentrale Plattform für die Logis -

tik akteure der Region – wie zahlreiche Höhepunkte

aus den Bereichen internationale Zusammenarbeit,

technische Innovationen oder nachhaltige Nachwuchsförderung

eindrucksvoll belegen.

Die langfristige Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit gerade

auch der kleineren Mitglieder ist eines der Kernanliegen

des Netzwerks. So erkannte der Verbund schon früh

die Möglichkeiten des Cloud Computings für die Logistik

und begann bereits 2009 mit der Erschließung dieser neuen

Technik. Seitdem ist das Netzwerk über mehrere seiner

Mitglieder im Rahmen der D-Grid-Initiative der Bundesregierung

in dem Forschungs- und Entwicklungsvorhaben

„InterLogGrid" am Aufbau internet-gestützter IT-Prozesse

für den Logistiksektor beteiligt. Seit 2011 werden diese

Aktivitäten gemeinsam mit Partnern aus Polen, Tschechien,

Ungarn, Slowenien und Italien im europäischen Forschungsverbund

im Projekt LOGICAL vorangetrieben. Damit

eröffnet das Netzwerk allen Vereinsmitgliedern den Zugang

zu den neuesten Entwicklungen im Bereich Cloud Computing

und Logistik.

Wie nachhaltig das Netzwerk Logistik Leipzig-Halle den

Wissenstransfer fördert, unterstreicht auch die durch den

Verein geförderte Stiftungsjuniorprofessur an der Universität

Leipzig, die im Mai 2012 eingerichtet wurde. Seither

wird hier am neu geschaffenen Lehrstuhl „Wirtschafts -

informatik, insbesondere Informationssysteme in der Logis -

tik" an innovativen IT-Lösungen für die Logistik geforscht.

Auch im Hinblick auf den Fachkräftemangel denkt das Netzwerk

voraus.

Mit der „Logistikbörse" wurde eine branchenspezifische

Karriereplattform geschaffen und erfolgreich etabliert.

Da sich das Netzwerk auch darüber hinaus in vielfältiger

Weise um die Beschäftigungssicherung in Mitteldeutschland

verdient gemacht hat, erhielt der Kooperationsverband

Lehrstuhlinhaber Jun.-Prof. Dr. André

Ludwig (mi.) mit dem sächsischen

Wirtschaftsminister Sven Morlok,

Ministerialrat Hans-Peter Hiepe und

Jörg Schaible von SALT Solutions.

Foto: SALT Solutions


meteor in Sachsen

Das sind unsere Teams in Chemnitz, Dresden und

Leipzig. Sie kümmern sich in erster Linie um die

gewerblich-technischen Personalanforderungen

unserer Kunden. Allein in Sachsen unterstützen täglich

rund 300 überbetriebliche Mitarbeiter unsere

Kunden durch ihren Einsatz.

Im Gegenzug profitieren unsere Kunden durch die Spe -

zialisierung von meteor auf gewerblich-technische Fachkräfte.

Vakanzen werden dadurch schneller, zuverlässiger

und passgenauer besetzt. Durch eine intensive Betreuung

unserer Mitarbeiter erreichen wir eine langjährige Firmenbindung.

Das bedeutet, bekannte Ansprechpartner

und Zugriff auf erfahrene Servicekräfte. Das ist eine Konstante,

mit der unsere Partner planen können.

meteor eint die gewerbliche Ausrichtung. Grundsätzlich

werden alle Branchen und Fachrichtungen bedient.

Weitere Informationen zu unseren innovativen

Personalkonzepten finden Sie auf unserer

Webseite: www.meteor-ag.de

Anzeige

Unsere Tätigkeitsschwerpunkte

sind:

Elektrotechnik

Holz/Farben/Lacke

Heizung/Sanitär/Klimatechnik

Büro/Verwaltung

Chemie

Metall/Maschinenbau

Stahlbau/Schweißtechnik

Kfz/Automotive

Lager/Logistik

Unsere Niederlassungen in Sachsen:

Leipzig

Matthias Lange

Georg-Schumann-Str. 175

04159 Leipzig

t : 0341-91903-0

leipzig@meteor-ag.de

Chemnitz

Veronika Karl

Neefestr. 86

09116 Chemnitz

t: 0371-43248-0

chemnitz@meteor-ag.de

Dresden

Holger Wirth

Königsbrücker Str. 37

01099 Dresden

t: 0351-563491-0

dresden@meteor-ag.de

30 Wirtschaftsjournal | Mai 2013


Logistik-Special

„Wir beleben die jahrhundertalte Tradition der Handelsmetropolen Leipzig und Halle –

seit dem Mittelalter kreuzen sich hier die internationalen Warenströme.

Mit der hier geschaffenen Infrastruktur sind wir global wettbewerbsfähig

und sehen uns erst am Anfang einer der künftig wichtigsten

Handels- und Umschlagsstandorte in Europa“

Toralf Weiße, Vorstandsvorsitzender des Netzwerk Logistik Leipzig-Halle

Leipzig-Halle

Netzwerk Logistik

Leipzig-Halle:

Mitglieder: 124

Beschäftigte: rund 19.000

Jährlicher Umsatz:

1,5 Milliarden Euro

Akteure:

Logistikdienstleister

Personaldienstleister

Immobilienentwickler

Verbände

Kammern

Forschungs- und

Bildungseinrichtungen

Wirtschaftsförder -

einrichtungen

im April 2013 im Rahmen des 2. Innovationstages „Fachkräfte

für die Region" des Bundesarbeitsministeriums die

Auszeichnung „Innovatives Netzwerk 2013".

Doch nicht nur deutschlandweit, auch international

machte das Netzwerk von sich reden: Im Herbst 2012 eröffnete

das Netzwerk in Zusammenarbeit mit Kühne + Nagel

Russland eine Repräsentanz in Moskau. Zu ihren Aufgaben

gehört es, das Netzwerk im dortigen Markt zu vertreten.

Die Repräsentanz wird gezielte Vertriebsaktivitäten für die

Region initiieren sowie Kontakte zu Unternehmen der verladenden

Wirtschaft knüpfen und vertiefen. Neben Russland

steht China als zweites Zentrum der internationalen

Vernetzung besonders im Fokus. Auch hier strebt das Netzwerk

noch in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit einem

Partner aus der Wirtschaft den Aufbau einer eigenen Auslandsrepräsentanz

an.

Wie sehr sich das Netzwerk Logistik Leipzig-Halle international

engagiert, davon zeugen auch seine zahlreichen

Messeauftritte. Seit 2010 ist der Kooperationsverbund regelmäßig

auf allen wichtigen Logistikmessen zwischen Asien

und Europa vertreten. Auf der TransRussia etwa, der führenden

Logistikmesse des russischsprachigen Raumes,

präsentiert das Netzwerk den Standort Leipzig-Halle als

internationale Drehscheibe für den Warenverkehr zwischen

Ost- und Westeuropa. Auch auf der weltweit größten Logis -

tikmesse, der transport logistic in München und Shanghai,

bewirbt das Netzwerk regelmäßig die Logistikregion Sachsen/Sachsen-Anhalt

als „Gateway to Europe".

Ein Beleg für die erfolgreiche branchenübergreifende

Arbeit des Netzwerks Logistik Leipzig-Halle ist die im Jahr

2011 geschlossene Kooperation mit dem Netzwerk „Insight

E-Commerce": Diese Vereinigung benötigte ein Partnernetzwerk

in den Bereichen Logistik und Fulfillment. Mit dem

Netzwerk Logistik Leipzig-Halle wurde ein Kooperationspartner

gefunden, um gemeinsam die gesamte Wertschöpfungskette

des modernen, international aufgestellten

Onlinehandels noch effizienter widerspiegeln zu können.

Stefan Hensel/Sandra Hamann

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IHK zu Leipzig

Partner für Verkehr und Logistik

Weitere Informationen unter:

www.leipzig.ihk.de

Transport- und Logistikunternehmen sind die Verbindungsglieder

der Wirtschaft. In den Zuständigkeitsbereich der

Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Leipzig, der sich

über die Stadt Leipzig, den Landkreis Nordsachsen und den

Landkreis Leipzig erstreckt, fallen im Bereich Verkehr und

Lagerei mehr als 2 400 Unternehmen mit über 25 000 Mitarbeitern.

Für ihr Know-how, ihre Entscheidungskompetenz

sowie optimale wirtschaftliche Rahmenbedingungen engagiert

sich die IHK zu Leipzig auch als Partner des Netzwerks

Logistik Leipzig-Halle. Sie ist an der Diskussion zu Gesetzesänderungen

beteiligt und setzt sich für praxisnahe Lösungen

ein. Sie berät zu gewerblichen Voraussetzungen, die

Transportunternehmen erfüllen müssen, bietet umfangreiche

Veranstaltungen an und engagiert sich, wenn Unternehmen

sich den Herausforderungen Mobilität und Expansion

stellen. Die IHK steht im Dialog mit allen Beteiligten

für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, setzt sich ein für

das Funktionieren des Wirtschaftsverkehrs und die Stärkung

des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV).

Die IHK zu Leipzig und das Netzwerk Logistik Leipzig-Halle

beteiligten sich am diesjährigen bundesweiten Tag der Logis -

tik mit einer gemeinsamen Veranstaltung, die innovative

Softwarelösungen aus dem Logistikbereich sowie den gezielten

Einsatz von Fahrzeugtelematik beleuchtete. Vom 4. bis

7. Juni 2013 präsentiert sich die IHK zu Leipzig als Stand-

Partner des Netzwerkes Logistik Leipzig-Halle auf der weltweit

anerkannten Logistik-Leitmesse transport logistic in

München, wo die Standortvermarktung der Logistikregion

Leipzig-Halle gegenüber Investoren im Vordergrund steht.

Im September 2013 werden das Netzwerk Logistik und die

IHK zu Leipzig gemeinsam mit weiteren Partnern aktuelle

Verkehrs- und Logistikthemen im Rahmen eines Forums an

der Universität Leipzig diskutieren, z. B. die bevorstehende

Inbetriebnahme des Mitteldeutschen S-Bahnnetz, die Bundesverkehrswegeplanung,

Vernetzungsmöglichkeiten aus der

IT-Wirtschaft und Railport-Systeme.

Wirtschaftsjournal | Mai 2013

31


Logistik-Special

Leipzig-Halle

Logistik-Modelllösung

Ostdeutsche Automobilzulieferer arbeiten an Konzept für Transport und Lagerung beschädigter Lithium-Zellen

Um die vorhandenen Innovationspotenziale in den

Regionen Ostdeutschlands durch den Aufbau und

die Stärkung von marktorientierten Bündnissen zu

fördern, hat das Bundesministerium für Bildung und

Forschung (BMBF) das Programm „Innovations foren“

initiiert. In dem aktuell vom Automotive Cluster

Ostdeutschland (ACOD) geplanten Innovationsforum

„Modelllösung Logistik für Elektrofahrzeuge –

LOeMO“, liegt der Fokus auf dem Thema Gefahrguttransport.

Eine besondere Herausforderung stellen dabei der Transport

und die Lagerung von beschädigten Lithium-Zellen und

Batteriemodulen dar, da zwischen Beschädigung und Entzündung

der Batterien ein erheblicher zeitlicher Versatz auftreten

kann. Für ganzheitliche Logistikkonzepte sind somit

das schädigungsfreie Handling, die Schädigungsprüfung

und die gefahrenfreie Rückführung und Verwertung bestimmende

Faktoren.

Im Rahmen des Innovationsforums soll deshalb ein Innovationsnetzwerk

formiert werden, dass sich dem Aufbau

einer kosteneffizienten, serientauglichen Logistik-Modelllösung

für die Behandlung von Elektrofahrzeugen unter

besonderer Berücksichtigung des Logistikgutes „Lithium-

Ionen-Batterie“ – LOeMO widmet.

Die offizielle Kick-Off Veranstaltung fand am 3. Juni

2013 bei der Schnellecke Logistics Sachsen GmbH in Glauchau

statt.

PM/CH

Der Automotive Cluster Ostdeutschland

(ACOD) ist die länderübergreifende

Initiative zur nachhaltigen Entwicklung

der Automobilindustrie in Ostdeutschland

und umfasst die in den fünf neuen

Bundesländern aktiven Automobilhersteller,

Zulieferer und Dienstleister

sowie Forschungsinstitute und Verbände.

Rund 130 Teilnehmer informierten

sich über die automobile Zukunft und

nutzten den ACOD-Kongress Ende

Februar dieses Jahres in Leipzig zum

Netzwerken und Kontakte knüpfen.

Foto: Rainer Justen

Weitere Informationen unter:

www.acod.de

BFW Leipzig – im Netzwerk fest verknotet

Anzeige

Seit mehr als 20 Jahren ist das Berufsförderungswerk Leipzig

(BFW Leipzig) als Spezialist auf dem Gebiet der beruflichen

Rehabilitation tätig. Hier werden Menschen ausgebildet

und bedarfsorientiert unterstützt, die durch Krankheit oder

Unfall aus dem gewohnten Arbeitsleben scheiden mussten.

Mit individuellen Qualifizierungs- und Integrationsmaßnahmen

werden neue Möglichkeiten für den Weg zurück

in ein erfülltes Arbeitsleben angeboten.

Zu den beruflichen Qualifizierungen gehören unter anderem

die Fachkraft für Lagerlogistik, der Fachlagerist, der

Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistungen sowie

der Kaufmann im Groß- und Außenhandel, Fachrichtung

Großhandel. Diese Berufe wurden gezielt aufgenommen,

um auf den wachsenden Fachkräftebedarf in der sich um

Leipzig ansiedelnden Logistikbranche zu reagieren.

Aus diesem Angebot entwickelte sich schnell ein Interesse

von Logistik-Unternehmen an dem Know How der Bildungseinrichtung

in der spezialisierten Ausbildung von Fachpersonal.

Dadurch, dass alle Teilnehmer, die eine berufliche

Rehabilitation durchlaufen, vorab auf ihre berufliche Eignung

getestet werden, können sich die Unternehmen darauf

verlassen, nicht nur neue Mitarbeiter mit Berufserfahrung

einzustellen, sondern auch Menschen, die motiviert

ihre zweite Chance auf dem Weg in Arbeit wahrnehmen.

Diese Kompetenz bringt das BFW Leipzig seit fast fünf Jahren

als Mitglied im Netzwerk Logistik Leipzig/Halle e. V. ein.

Corinna Schulze aus dem Bereich Marketing/Öffentlichkeitsarbeit

wirkt aktiv im Arbeitskreis Personal mit. Hier

nutzt sie nicht nur das Netzwerk zur Vermittlung der Absolventen

des BFW Leipzig, sondern ist auch Ansprechpartnerin

in Fragen der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften.

Zudem vermittelt sie gleichzeitig Ansprechpartner aus

der Bildungseinrichtung, die Unternehmen beispielsweise

in Fragen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements beraten.

Somit erweist sich Verknüpfung des BFW Leipzig mit

den im Netzwerk vereinten Unternehmen und Institutionen

als fruchtbringend für alle Beteiligten und macht letztlich

auch den Erfolg des Netzwerkes Logistik aus.

Berufsförderungswerk Leipzig

gemeinnützige GmbH

Corinna Schulze

Marketing/Öffentlichkeitsarbeit

Georg-Schumann-Straße 148

04159 Leipzig

Telefon: 0341 9175-306

corinna.schulze@bfw-leipzig.de

www.bfw-leipzig.de

32 Wirtschaftsjournal | Mai 2013


Logistik-Special

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Leipzig-Halle

Kompetenzzentrum Logistik

Bildungsakademie Leuna und Interessengemeinschaft Bildung Leuna-Merseburg bieten individuell abgestimmte

Qualifizierungen vom Fachlageristen bis zum Logistikmeister an

Logistik gilt als das Schmiermittel der Industrie. Auch wenn diese Funktion mittlerweile ITbasiert

ausgefüllt wird, sind es immer noch vor allem Menschen, die unterschiedlichste Güter

im Takt der Fertigung beschaffen, bewegen und lagern. Die dafür notwendigen Kenntnisse

und praktischen Fertigkeiten vermitteln die Bildungsakademie Leuna (BAL) und die Interessengemeinschaft

Bildung Leuna-Merseburg (IBLM). Aufbauend auf den langjährigen Erfahrungen

in der Berufsaus- und weiterbildung als Prüfungsstandort der IHK Halle-Dessau und

in Abstimmung mit den Partnern aus der Wirtschaft entsteht derzeit ein Kompetenzzentrum

Logistik. „Wir als bodenständiges Unternehmen setzen auf diese Entwicklung", betonte der

Geschäftsführer der BAL/IBLM, Steffen Staake, im Gespräch mit dem Wirtschaftsjournal. Welche

konkreten Angebote und Leistungen dahinter stehen, erklärt er im folgenden Interview.

Wirtschaftsjournal: Im März startete erneut

die Umschulung zum „Fachlageristen". Wie

muss man sich dieses Berufsbild praktisch vorstellen?

Steffen Staake: Die fachpraktische Ausbildung konzentriert

sich auf die Fachgebiete

Güter annehmen und kontrollieren

Güter lagern

Güter bearbeiten

Güter im Betrieb transportieren

Güter kommissionieren

Güter verpacken

Güter verladen

Güter versenden.

Außerdem erwerben die Teilnehmer den Gabelstaplerführerschein.

Unsere Umschulung führt innerhalb von 16 Monaten

mit der Prüfung vor der IHK zum Berufsabschluss.

Auch eine betriebliche Erstausbildung zum „Fachlageristen"

bei einem Partnerunternehmen der BAL/IBLM

ist möglich. Diese dauert zwei Jahre und bildet die

Vorstufe für die dreijährige Ausbildung zur Fachkraft

Lagerlogistik. Der Ausbildungsberuf „Fachlagerist"

bietet aufgrund der vereinfachten Inhalte auch leis -

tungsschwächeren Schülern die Möglichkeit, einen

vollwertigen Berufsabschluss zu erlangen. So bekommen

die Unternehmen die Chance, ein bisher kaum

genutztes Fachkräftepotenzial zu erschließen.

WJ: Die Umschulung zum Fachlageristen bieten

Sie seit 2007 an. Sie wird sicherlich ein

Bestandteil des gerade entstehenden Kompetenzzentrums

Logistik sein. Was wird noch

dazu gehören?

Staake: Ja, die Umschulung „Fachlagerist" ist nur

ein Bestandteil des Kompetenzzentrums. Wir bieten

zudem mit der dualen Ausbildung und der berufsbegleitenden

Fortbildung zum „Geprüften Logistikmeister"

die gesamte Qualifizierungspalette an. Längerfristig

wollen wir uns auch diesbezüglich stärker

in der Berufsorientierung engagieren. Die Ausbildungsgänge

selbst gestalten wir komplex oder modular.

Damit reagieren wir auf die Gegebenheiten vieler

Unternehmen, dass sie ihre Lehrlinge nicht in alle

Bereiche der Logistik einführen können und Teile der

praktischen Ausbildung uns anvertrauen möchten.

WJ: Woher beziehen Sie die dafür notwendigen

Kompetenzen?

Staake: Mit unserer über 20-jährigen Erfahrung,

der Anerkennung als IHK-Prüfungsstandort sowie

durch die Zusammenarbeit mit den Unternehmen als

auch der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter und den

jeweiligen Berufsschulen haben wir viel Know-how

im eigenen Hause aufgebaut. Zudem können wir von

unserem Wissen aus den Bereichen Chemie, Metall

und Elektrotechnik profitieren. Hier bieten wir bereits

das komplette Spektrum, angefangen von der Berufsorientierung

für Schüler der 7.-9. Klassen über die

Erstausbildung und Aufstiegsqualifizierung von Facharbeitern

bis hin zur Umschulung von Langzeitarbeitslosen

und Anpassungsqualifizierungen von

gestandenen älteren Mitarbeitern, an. Außerdem ist

uns das Feld Logistik aus den Qualifizierungen in

den kaufmännischen Berufen nicht ganz fremd.

Schließlich bauen wir gerade ein Gebäude um,

in dem realitätsnah logistische Prozesse gestaltet

werden können. Dort werden wir eine Verpackungs -

strecke sowie eine Trainingsstrecke für Gabelstapler

einrichten.

WJ: Was spricht außerdem für die Bildungsakademie

Leuna/Interessengemeinschaft Bildung

Leuna-Merseburg?

Staake: Unter anderem unsere Vermittlungsquote:

Bisher haben wir es geschafft die Teilnehmer unserer

Ausbildungsgänge und Schulungen mit einer

Erfolgsquote von 75 bis 100 Prozent in den Arbeitsmarkt

zu vermitteln.

Gespräch: Claudia Hillmann

Weitere Informationen unter:

www.bal.de

Wirtschaftsjournal | Mai 2013

33


Logistik-Special

Anzeige

Leipzig-Halle

Partner für Kontinuität

Erfolgreiche Unternehmer brauchen qualifizierte, strategische und nachhaltige Personalarbeit

Gute und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

stellen den wichtigsten Erfolgsfaktor für

Unternehmen dar. Doch oft sind Unternehmer mit

dem Tagesgeschäft so in Anspruch genommen, dass

die kontinuierliche Personalarbeit auf der Strecke

bleibt. Hier ist Unterstützung von außen gefragt.

Helmut Froböse, seit mehr als 30 Jahren Personalleiter

mit Leidenschaft, kann auf einen reichen Erfahrungsschatz

im Personalmanagement zugreifen. Vor

allem kleine und mittlere Unternehmen können

davon profitieren.

Wie sieht gute und effektive Personalarbeit aus?

Personalarbeit heißt nicht nur: Bewerber suchen und einstellen.

Die kontinuierliche Betreuung der Belegschaft, die

Erarbeitung von Weiterbildungsstrategien, Qualitätssicherung,

Personalbindungsmaßnahmen aber auch, wenn notwendig,

die Personalfreisetzung gehören dazu. Personalarbeit

muss transparent sein und die Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter mitnehmen – sie sollten stolz auf ihr Unternehmen

sein, schließlich sind sie der wichtigste Wirtschaftsfaktor.

Wie können Sie Unternehmen dabei unterstützen?

Da Personalmanagement nachhaltig sein muss, gehen wir

vor Ort in die Unternehmen und erarbeiten nach Gesprächen

mit der Geschäftsführung maßgeschneiderte Lösungsvorschläge

und begleiten die Umsetzung. Wir entwickeln

betriebsspezifische Konzepte, die langfristig qualifiziertes,

motiviertes und engagiertes Personal sichern. Denn nur wer

gutes Personal an Bord hat, das sich mit dem Unternehmen

identifiziert, wird seine Existenz aufrecht erhalten können.

Welche Empfehlungen haben Sie für die Logistikbranche?

Für mich ist die Logistikbranche eine Branche der Zukunft.

Aus meiner langjährigen Erfahrung als Personalleiter der

Schnellecke Group weiß ich, wie schnell und flexibel hier

zeitlich und personell reagiert werden muss. Für diese Einsatzbereitschaft

müssen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

auch entsprechend entlohnt werden. Das Entgelt ist sicherlich

kein langfristiger Motivator, es muss aber so bemessen

sein, dass der Unterhalt ohne zusätzliche Aufstockungsleistungen

gesichert ist.

Das Gespräch führte Simone Pflug

Helmut F.R. Froböse

Personalbetriebswirt,

Personalleiter in Zulieferunternehmen

der deutschen

und europäischen Fahrzeugindustrie,

Zentralbereichsleiter Personal

in der Sparte Produktion,

Zulieferunternehmen Automobilindustrie,

zusätzlich

Projekte Logistik/Spedition,

Geschäftsführender Gesellschafter

eines Personaldienstleistungsunternehmens,

Externes Personalmanagement

Helmut F.R. Froböse

Karl-Kröner-Straße 6

01445 Radebeul

Telefon: 0351 8301795

Mobil: 0171 4892419

expers.froboese@t-online.de

Erfahrungsaustausch in China

Sachsen-Anhalts Minister für Landesentwicklung

und Verkehr, Thomas Webel, fuhr Mitte Mai 2013

gemeinsam mit einer Delegation der IHK Magdeburg

zu einem Arbeitsbesuch nach China.

Dabei fanden Gespräche mit Vertretern des Rates für Infrastrukturen

der Provinz Fujian zu den Themen Stadtentwicklung

und Logistik statt. Während eines Besuchs des

Fujian Mawei Hafens tauschte sich die Umschlags- und

Handelsgesellschaft Haldensleben mbH mit dem Fujian-

Hafenmanagement aus. Die ersten Kontakte dafür wurden

auf der 5. Internationalen Fachmesse für Logistik, Telematik

und Transport Anfang Juni 2012 in Shanghai geknüpft,

wo Sachsen-Anhalt zusammen mit dem Hafen Hamburg

und dem Netzwerk Logistik Leipzig-Halle vertreten war.

Thomas Webel, Sachsen-Anhalts Minis -

ter für Landesentwicklung und Verkehr,

erfüllt die Anfang Juni 2012 in Shanghai

unterzeichnete Kooperationsvereinbarung

mit der Provinz Fujian weiter mit

Leben.

Foto: Bilddatenbank Sachsen-Anhalt/

Ministerium für Landesentwicklung

und Verkehr

34 Wirtschaftsjournal | Mai 2013


Logistik-Special

Anzeige

Leipzig-Halle

Sie haben die Lehrstellen und

Jobs, wir die Bewerber!

Der gemeinsame Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit

und des Jobcenter Leipzig bietet ein umfassendes Dienstleistungsangebot

an, das speziell auf die Bedürfnisse von

Unternehmen ausgerichtet ist – schnell, kompetent und

zuverlässig. Er vermittelt passende Fachkräfte, gibt finanzielle

Unterstützung und berät zu allen Fragen rund um

Qualifizierung von Beschäftigten. Und das völlig kostenfrei.

Alle Vorteile auf einen Blick…

Ihre persönliche Ansprechpartnerin bzw.

Ihr persönlicher Ansprechpartner

Professionelle Beratung und Unterstützung für alle Personaldienstleistungen

aus einer Hand – schon ab dem ersten

Kontakt.

Unmittelbare Erreichbarkeit

Sie erreichen den Arbeitgeber-Service persönlich in der

Arbeitsagentur bzw. im Jobcenter Leipzig oder telefonisch

unter der Servicerufnummer für Arbeitgeber:

01801 664466

(Festnetzpreis 3,9 ct/min; Mobilfunkpreise höchstens 42 ct/min)

Schneller, kompetenter und zuverlässiger Service

Der schnellste Weg zum geeigneten Azubi oder Mitarbeiter

– mit einer auf Ihre Anforderungen und Wünsche abgestimmten

Arbeits- und Ausbildungsstellenvermittlung. Nutzen

Sie auch unsere JOBBÖRSE und greifen Sie auf den

bundesweiten Bewerberpool zu.

Branchenkompetenz

Wir beobachten und analysieren für Sie Marktveränderungen

auf dem nationalen und regionalen Arbeitsmarkt und

informieren Sie über aktuelle Trends, Entwicklungen und

über Neuerungen.

Umfassende Beratung

Gemeinsam mit Ihnen entwickeln wir auf Ihre Bedürfnisse

abgestimmte Dienstleistungsangebote und beraten Sie zu

Arbeitsmarkt-/Ausbildungs- oder Personalthemen.

Zusätzliche Informationen direkt an Ihren

Schreibtisch

Abonnieren Sie unseren Arbeitgeber-Newsletter – so bekommen

Sie die wichtigsten Informationen zum Arbeits- und

Ausbildungsmarkt direkt an Ihren Arbeitsplatz.

www.arbeitsagentur.de

www.leipzig.de/jobcenter

MehrWert 50plus –

Vorsprung durch Erfahrung

Im Jahr 2005 wurde das Bundesprogramm „Perspektive 50plus“ ins Leben gerufen. Es fördert regionale

Projekte zur Integration älterer Arbeitnehmer ins Berufsleben.

Die drei Jobcenter Leipzig, Nordsachsen und das Kommunale Jobcenter Landkreis Leipzig haben sich

unter der Bezeichnung „Mehrwert 50plus – Vorsprung durch Erfahrung“ zu einem gemeinsamen

Förderpakt zusammengeschlossen. Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Mehr als 1.200 lebensältere

Menschen konnten im vergangenen Jahr wieder im Arbeitsleben integriert werden.

Das Besondere an diesem Förderprogramm ist der doppelte Ansatz. Zum einen arbeiten spezialisierte

Vermittlungsfachkräfte intensiv mit den älteren Arbeitsuchenden zusammen, um diese zu qualifizieren

und fit für den Arbeitsmarkt zu machen. Zum anderen werden Unternehmen von den Arbeitgeberberatern

des Projekts direkt angesprochen, um die Dienstleistungen rund um die Vermittlung

lebensälterer Bewerber vorzustellen.

Über den Internetauftritt des Projekts unter www.mehrwert50plus.de haben Arbeitgeber auch die

Möglichkeit, sich selbst vorab einen Eindruck von potenziellen Mitarbeitern zu machen. Unter der

Rubrik Bewerberpool sind dort Bewerberprofile und – seit neuestem – Bewerber videos eingestellt.

Weitere Informationen: www.mehrwert50plus.de

Unterstützt und gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Sie suchen

Mitarbeiter

mit Erfahrung?

Stimmt der Mix aus Jung & Alt?

Wir bieten für Ihr Unternehmen:

bedarfsgerechte Vermittlung von

lebenserfahrenen Arbeitskräften

bedarfsorientierte Qualifizierung

für den konkreten Arbeitsplatz

Informationen und Hilfe beim

Beantragen von Fördermitteln

So erreichen Sie Ihr Jobcenter:

Leipzig: Tel. 0341 462 44 234

Landkreis Leipzig: Tel. 03437 984-2970

Nordsachen (Delitzsch-Eilenburg): Tel. 034202 33-218

Nordsachsen (Oschatz-Torgau): Tel. 03421 77 52 54

Bewerber

Videos

mehrwert50plus.de

Wirtschaftsjournal | Mai 2013

35


Logistik-Special

Leipzig-Halle

Wartungszentrum der Antonow

In Leipzig wird das einzige europäische Wartungszentrum für Maschinen des Typs Antonow 124 betrieben

Im Beisein des Ministerpräsidenten des Freistaates

Sachsen, Stanislaw Tillich, und des Ministerprä -

sidenten des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner

Haseloff, übergaben am 16. Januar dieses Jahres

Markus Kopp, Vorstand der Mitteldeutschen Airport

Holding, und Dierk Näther, Geschäftsführer

des Leipzig/Halle Airports, offiziell den innerhalb

eines Jahres errichteten Wartungshangar an die

Volga-Dnepr Technics GmbH.

Der Hangar dient der Volga-Dnepr Technics GmbH, einem

am Flughafen ansässigen Tochterunternehmen der Volga-

Dnepr-Gruppe, als Wartungsbasis. Bereits seit 2007 wird

am Leipzig/Halle Airport das einzige europäische Wartungszentrum

für Maschinen des Typs Antonow 124 betrieben,

das größte in Serie gebaute Frachtflugzeug der Welt.

Mit der Inbetriebnahme steht Volga-Dnepr Technics jetzt

am Leipzig/Halle Airport ein Hangar zur Verfügung, der

Flugzeuge bis zur Größe einer Antonow 124 oder Airbus

A 380 aufnehmen kann. An das Gebäude angeschlossen

ist ein Vorfeld mit direkter Anbindung an das Start- und

Landebahnsystem. Bis zu fünf Maschinen des Typs Antonow

124 beziehungsweise Boeing 747 finden auf dem

Vorfeld Platz.

„Der Hangar bietet unserem Partner Volga-Dnepr Technics

die Möglichkeit, in modernen Räumlichkeiten wetter -

unabhängig Wartungsarbeiten an Flugzeugen sowohl russischer

als auch westlicher Bauart durchzuführen. Mit der

Übernahme der neuen Wartungsbasis beginnt ein weiteres

Kapitel unserer sehr guten und freundschaftlichen

Zusammenarbeit.“, so Dierk Näther, Geschäftsführer des

Leipzig/Halle Airports.

PM/CH

Eine Antonow 124 parkt vor dem

Wartungshangar.

Foto: Leipzig/Halle Airport

Immer auf richtiger Frequenz

Intuitiver Fremdsprachenerwerb mit inlingua: Verstehen und verstanden werden

Anzeige

Die Geschäftstätigkeit der mitteldeutschen Unternehmen

wird immer internationaler. Sie erschließen sich zunehmend

neue Märkte außerhalb Deutschlands, beziehen

Zulieferleistungen aus dem Ausland, folgen ihren Kunden

in andere Länder oder beschäftigen ausländische Mitarbeiter.

Hinzu kommt, dass eine funktionierende persönliche

Kommunikation mehr denn je über den Erfolg von

Geschäftsabschlüssen oder der Zusammenarbeit im Team

entscheidet. Verstehen und verstanden werden nicht nur

in der eigenen Muttersprache ist also heute für viele Berufstätige

ein Muss. Doch wie erlangen auch Nicht-Fremdsprachenexperten

anwendungsbereite Hör- und Sprechfähigkeiten?

Dieser Herausforderung stellen sich seit über

20 Jahren die inlingua-Sprachschulen Leipzig, Halle und

Dessau.

„Wir holen die Lernenden dort ab, wo sie mit ihrem Kenntnisstand

tatsächlich sind“, erläutert Elisabeth Böhmert,

stellvertretende Schulleiterin der inlingua Sprachschule

Leipzig GmbH den ersten Schritt zum Erfolg. Parallel dazu

bespricht sie mit dem Kunden dessen Anforderungen, Ziele

und zeitliche Möglichkeiten. Daraufhin abgestimmt erstellt

inlingua ein individuelles Angebot. So kann der Unterricht

einzeln oder in einer kleinen Gruppe,

als offener Kurs oder mit einem spezifischen

Branchenbezug versehen, in den

Räumen von inlingua oder in der eigenen

Firma stattfinden. Ganz neu ist das

Programm Speed Lingua, das zunächst

das Gehör des Lernenden für die Frequenz

der gewünschten Zielsprache

schärft. Das patentierte Verfahren verbessert

über das Hörverstehen die Aussprache

und die Sprechfähigkeit.

Allen Kursen ist gleich, dass sie von Muttersprachlern ge -

führt werden und dabei ausschließlich in der Zielsprache

kommuniziert wird. „Gelernt wird durch Sprechen“, beschreibt

Böhmert das zentrale Prinzip bei inlingua. Die Lehrmate -

rialien sind für die Lehrer zusätzlich über iPad verfügbar.

Ebenso können die Kursteilnehmer über eine personalisierte

Online-Lernplattform an jedem Ort der Welt Aufgaben lösen

und sich mit ihrem Lehrer austauschen. Darüber hinaus hat

die pädagogische Leitung stets ein offenes Ohr für ihre Kunden

und bringt dadurch ebenfalls deren Lernfortschritt voran.

CH

inlingua Sprachschule

Leipzig GmbH

Prager Straße 36

04317 Leipzig

Telefon: +49 341 2171475

Telefax: +49 341 2171476

info@inlingua-leipzig.com

www.inlingua-leipzig.com

36 Wirtschaftsjournal | Mai 2013


Im Expresstempo bedient DHL den Weltmarkt – seit 2008 auch

von Leipzig/Halle aus. Wir setzen dabei auf die Stärken der Region,

mit der wir auch in Zukunft gemeinsam wachsen wollen.


Logistik-Special

Leipzig-Halle

Umfassende Logistikforschung

Kompetenzzentrum der Logistik an der Technischen Universität Dresden bündelt alle relevanten Arbeitsgebiete

Fünf Professuren aus vier Fakultäten der TU Dresden mit

dem Arbeitsschwerpunkt Logistik bilden derzeit die Basis

des gemeinsamen Kompetenzzentrums „Dresdner Logistik-

Innovationsverbund" (DLIV) der Technischen Universität

Dresden.

Dazu gehört die Professur für Industrielles Management,

für Bahnverkehr, öffentlichen Stadt- und Regionalverkehr,

für Betriebswirtschaftslehre, für Technische Logistik sowie

für Modellierung und Simulation. Der DLIV soll die interdisziplinäre

Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der

Logistik an der TU Dresden fördern, die angemessene Vertretung

der Logistik in der Lehre an der TU Dresden entwickeln

sowie durch kompetente Beratung zur praxiswirksamen

Umsetzung der Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeit

beitragen. Seine Arbeit zielt auf eine Intensivierung des wissenschaftlichen

Lebens im Fachgebiet. Durch die Zusammenarbeit

wird eine gegenseitige Ergänzung der langfristigen

Forschung und der strategischen Konzeptionen der Mitglieder

des Verbunds unterstützt.

Neben dem wissenschaftlichen Aspekt soll auch der Wissenstransfer

zur Industrie und Wirtschaft durch den Verbund

nachhaltig gebessert und eine intensive projektbezogene

Zusammenarbeit angestrebt werden. Durch die Kompetenzen

der einzelnen Professuren haben die Unternehmen

aus der Wirtschaft und Industrie die Gelegenheit, Problemstellungen

interdisziplinär zu lösen und somit auf sie

abgestimmte Lösungsvorschläge im Bereich der Logistik zu

erhalten.

Die einzelnen Arbeitsgebiete beschäftigen sich mit

Industriellem Management, Produktionswirtschaft,

Logistik

Eisenbahn, Werkseisenbahnen und ÖPNV

Quantitativen und qualitativen Verfahren im Bereich

OR, Management-Methoden

Innerbetrieblichen Transportsystemen

Rechnerunterstützter Planung, kontinuierlicher

Entwicklung und aufgabenspezifischer Steuerung

von Produktions- und Logistikprozessen

Weitere Informationen unter:

http://tu-dresden.de/forschung/

forschungskompetenz/

kompetenzzentren/dliv

Wachstumshilfe

LogistikPlan projektiert Szenarien für wachstumsstarke Unternehmen

Anzeige

„Im Moment unterstützen wir viele Unternehmen auf

Wachstumskurs: Hält eine gute Auftragslage über längere

Zeit an, gelangen Unternehmen – oft sogar überraschend

schnell – an ihre Flächen- und Kapazitätsgrenzen. Anstelle

strategischer Konzepte sind dann pragmatische Lösungen

gefragt, die sich kurzfristig umsetzen lassen", umreißt

Stefan Gärtner, Geschäftsführer der LogistikPlan GmbH, den

Hintergrund des neuen Beratungsprogrammes mit dem Titel

„Meine Fabrik der Zukunft". Es basiert auf einer gemeinsamen

Entwicklung von LogistikPlan mit der TU Dresden

und dem RKW Sachsen.

Mit einfachen Prognose- und Szenariotechniken, mo -

dularen Planungsbausteinen und einem monetären Bewertungsmodell

unterstützt der Spezialist für Logistik- und

Fabrikplanung die vorausschauende Wachstumsplanung

von Unternehmen. Die Methodik liefert klare Aussagen zum

strategischen Nutzwert, zur Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit

von möglichen Standort-Szenarien. Auf dieser Grundlage

können produzierende Unternehmen dann flexibel

gestaltete Ausbaustufen für Gebäude, Maschinen und Personal

festlegen, aber auch mögliche Zukauf-, Insourcingoder

Outsourcing-Entscheidungen treffen.

Wie dies funktioniert, zeigt das Referenzbeispiel Staatsweingut

Schloss Wackerbarth. Ausgangspunkt war die positive

Absatzentwicklung, die das Unternehmen an die Kapazitätsgrenzen

im Verarbeitungs- und Lagerkomplex brachte.

Kurzfristig schufen die Dresdner Experten Maßnahmen zur

Optimierung der Flächennutzung. Aus der prognostizierten

Ertrags- und Marktentwicklung und den Ernteergebnissen

der Vergangenheit entwickelten sie anschließend drei Zukunftsszenarien,

leiteten daraus Investitions- und Outsourcing-

Anforderungen für Wackerbarth ab und bewerteten deren

Kosten.

Für die vorausschauende Standortentwicklung

von Produktionsunternehmen

setzt LogistikPlan spezielle Szenariotechniken

ein.

Grafik: Archlab/LogistikPlan

I m p u l s e . K o n z e p t e . L ö s u n g e n .

LogistikPlan GmbH

Hübnerstraße 8

D-01069 Dresden

Telefon: +49 351 87742-30

Telefax: +49 351 87742-33

info@logistikplan.de

www.logistikplan.de

38 Wirtschaftsjournal | Mai 2013


Logistik-Special

Leipzig-Halle

Einmaliger Branchentreff

Experten der Krankenhauslogistik tauschen sich in Leipzig aus

Blick auf die Fachausstellung der

med.Logistica.

Foto: Leipziger Messe GmbH/

Martin Klindtworth

Rund 600 Besucher kamen am 15. und 16. Mai 2013

zur med.Logistica, dem einzigen Branchentreffpunkt

für Krankenhauslogistik in Deutschland. Sie

nutzten das qualitativ hochwertige Kongressprogramm

zur Weiterbildung und informierten sich in

der Fachausstellung über Innovationen. Besonderes

Highlight war in diesem Jahr der erste Logistiker-Stammtisch.

Der größte Teil der Besucher (61 Prozent) ist in Krankenhäusern

tätig, vor allem in Kliniken mit über 500 Betten.

Rund 60 Prozent sind (Top)-Entscheider. Auf besonderes

Interesse stießen im Kongress die Krankenhauslogistik im

Bauplanungsprozess, die Patienten- und Entsorgungslogistik,

OP-Logistik, Sterilgutlogistik und die Einkaufsorganisation.

Am Vorabend markierte der erste Logistiker-Stammtisch

den Auftakt der med.Logistica. Rund 40 Fachleute aus allen

Teilen der Bundesrepublik und aus Österreich nutzten ihn,

um sich mit ihren Kollegen bereits im Vorfeld über aktuelle

Themen auszutauschen. Höhepunkt des Abends war die

Besichtigung des Leipziger DHL Hub. Der Einblick in Europas

modernsten Umschlagplatz für Luftfracht und die intensiven

Gespräche untereinander kamen bei den Krankenhauslogistikern

sehr gut an. Dies unterstreicht Stefan Woche,

Geschäftsführer der HELIOS Facility-Management Mitte:

"Es gab einen intensiven Austausch zwischen den Kollegen

beim Stammtisch. Das war ein echter Gewinn für mein Netzwerk.

Auch die Exkursion hat mir sehr gut gefallen. Das DHL

Hub hat einen tollen Blick über den Tellerrand geboten, das

war schon etwas ganz anderes als unser tägliches Geschäft!"

PM/CH

Anzeige

Weiterbildung in Leipzig führt zu garantierter Festanstellung

TÜV Rheinland sucht angehende Logistik-Profis

In Leipzig ab Herbst besonders begehrt:

Logistik-Profis mit Gabelstapler-Führerschein.

(Quelle: TÜV Rheinland Akademie)

TÜV Rheinland Akademie

Ihr regionaler Ansprechpartner:

Mathias Raasch

Telefon: 0341 594025111

mathias.raasch@de.tuv.com

www.tuv.com

Personalmangel in der lokalen Logistikbranche /

Leipziger TÜV Rheinland Akademie schult Arbeitssuchende

zusammen mit der Firma Avance ab Juni

zu Logistik-Profis / Arbeitsvertrag nach Lehrgangs -

ende garantiert

Leipzig. In der Logistikbranche ist fehlendes Personal ein

besonderes Problem: Jedes zweite Unternehmen schätzt

den Fachkräftemangel als bedrohlich für die eigene Entwicklung

ein, so eine aktuelle Umfrage des Bundesverbandes

für Materialwirtschaft, Einkauf und Logis tik (BME).

Auch in Leipzig werden ab Herbst speziell ausgebildete

Mitarbeiter für die Arbeit in Lagern der Automobilzulieferindustrie

benötigt. Die TÜV Rheinland Akademie in der Hans-

Weigel-Straße 2a sorgt jetzt zusammen mit der Firma

Avance dafür, dass dann auch Arbeitssuchende ohne entsprechende

Vorkenntnisse einen festen Arbeitsplatz antreten

können. Ab Juni können sie in einem 6-monatigen Kurs

sämtliche Arbeitsschritte in einem entsprechenden Wa -

renlager kennenlernen. Sie erfahren, welche besonderen

Aufgaben der Güterkreislauf im Automotive-Bereich mit

sich bringt und absolvieren eine Gabelstapler-Ausbildung.

Alle Teilnehmer erhalten am Ende des Lehrgangs ein Arbeitsplatzangebot.

Weitere Informationen und Anmeldung:

Tel. 0341-594 025 111

Nach erfolgreichem Abschluss des Lehrgangs dürfen die

frisch gebackenen Logistik-Profis prompt ihren ersten Arbeitsvertrag

im neuen Berufsfeld unterzeichnen. Ab September

können sie eine Stelle in neu errichteten Warenlagern im

Leipziger Norden antreten. Hier wickeln sie diverse Logis -

tikprozesse ab, führen einfache Vormontagen durch und

gewährleisten, dass benötige Teile bei Kunden genau dann

eintreffen, wenn sie benötigt werden. Die Teilnahme an der

Qualifizierung mit Einstellungszusage kann in Absprache

mit der Bundesagentur für Arbeit und dem zuständigen Jobcenter

gefördert werden.

Wirtschaftsjournal | Mai 2013

39


Logistik-Special

Leipzig-Halle

Holzlogistik

Innovation: Abkehr von der Nachhaltigkeit in der Holzwirtschaft oder deren Zukunft?

Die Bedeutung des neuen alten Wertstoffs Holz ist

in den vergangenen Jahren permanent gewachsen.

Passen da Innovation und Nachhaltigkeit in der Holzwirtschaft

noch zusammen oder stehen sie gar im

Widerspruch zueinander? Die Tagung „Holzlogistik“

widmete sich am 23. April 2013 im Schloss Hundisburg

dieser Frage.

Innovation und Nachhaltigkeit sind zwei Begriffe, mit denen

sich die Veranstalter der diesjährigen Tagung Holzlogistik,

das Fraunhofer IFF und die AGDW – Die Waldeigentümer,

problemlos identifizieren können. Doch wie lässt sich in

Zeiten hocheffizienter Erntemethoden, wachsenden Hungers

nach dem Wertstoff Holz und zwingender Profitabilität

beides miteinander in Einklang bringen? Wie passen

in der Holzproduktion Beschleunigung auf der einen Seite

und Nachhaltigkeit auf der anderen noch zusammen?

Dr. Ina Ehrhardt vom Fraunhofer IFF sieht hier einen

deutlichen Ansatzpunkt für Diskussionen. „Wir sehen, dass

sich der Zwang zu Innovation und nachhaltigem Arbeiten

in der Holz- und Forstwirtschaft keineswegs ausschließen.

Ganz im Gegenteil bietet gerade das Zusammenspiel beider

Faktoren Chancen für Wachstum und steigende Wettbewerbsfähigkeit

für alle beteiligten Unternehmen. Eine

Frage ist jedoch, welche Innovationen beispielsweise die

größten positiven Effekte für eine gemeinsame Zukunft

aller Akteure haben. Hierfür muss die Branche noch Antworten

finden.“

Weitere Informationen unter:

www.iff.fraunhofer.de

Hier stimmt die Chemie – umfassende Logistiklösungen

von L. Wackler Wwe. Nachf. GmbH

Terminal in Wilsdruff expandiert mit hochmoderner Lager- und Logistikhalle

Anzeige

Im Gewerbegebiet Wilsdruff bei Dresden, mit unmittelbarer

Anbindung an die Bundesautobahn 4, sitzt die

sächsische Niederlassung der L. Wackler Wwe. Nachf.

GmbH.

Mit der Inbetriebnahme einer neu erbauten Logistikhalle

im Januar 2013 konnten die Lager- und Logistikkapazitäten

der erst 2008 errichteten Speditionsanlage um 13.600

Quadratmeter erweitert werden. Neben einer weiteren Halle

für Lebenmittel mit 10.000 Paletten-Stellplätzen bietet die

neue Logistikhalle in 3 Brandabschnitten Platz für 15.000

Europaletten und ein 3.000 Quadratmeter großes Blocklager.

Eine Kommissionierbühne mit einer Fläche von 1.600

Quadratmetern sowie ein moderner Büro- und Sozialkomplex

runden das räumliche Portfolio ab. Der Neubau verfügt

über Technik und IT- Equipment auf höchstem Niveau

und wird auch anspruchsvollsten industriellen Kunden in

Hinsicht auf Staubentwicklung, maximale Sicherheit und

Lagermöglichkeit für Stoffe der Wassergefährdungsklassen

(WGK) I, II und III gerecht. Beim vorbeugenden Brandschutz

wurde auf 6.000 Quadratmetern Fläche ein Konzept realisiert,

welches die Lagerung von Produkten aus 100% Kunststoff

erlaubt. Das in Bereichen Ex-geschützte Gebäude erfüllt

alle Voraussetzungen für die Lagerung von entzündlichen

Flüssigkeiten der Kategorien R 6 bis R 12, das entsprechende

Zulassungsverfahren läuft derzeit.

Logistik ohne Grenzen – das breite Dienstleistungsspektrum

reicht von der reinen Lagerhaltung über umfassende

Logistikberatung, Full-Service- und Inhouse-Logistik,

Value-Added-Services bis hin zu Kontraktlogistik. Durch

die Anbindung an das leistungsstarke europäische Cargo-

Line-Netzwerk werden die Beschaffungslogistik sowie Dis -

tribution zum Endkunden in zuverlässiger, zertifizierter

Qualität sichergestellt und in einem perfekten Zusammenspiel

von Logistik und Spedition individuelle Logistiklösungen

verwirklicht. Die Fachleute von Wackler beraten Sie

gern, wie Sie das umfangreiche Angebot optimal für sich

nutzen können.

Kontakt

Beratung & Verkauf Logistik

Gerd Schurath

Telefon: 035204 285211

gerd.schurath@wackler.de

L. Wackler Wwe. Nachf. GmbH

Hühndorfer Höhe 2

01723 Wilsdruff

www.wackler.cargoline-gruppe.de

40 Wirtschaftsjournal | Mai 2013


Logistik-Special

Anzeige

Peter Brumlich im Gespräch mit dem Wirtschaftsjournal:

Leipzig-Halle

Rund um die Uhr im Einsatz

„Unsere Zuverlässigkeit muss nicht nur existent sein. Sie muss auch vom Kunden wahrgenommen werden.“

Wirtschaftsjournal: Auf Ihrer Homepage steht,

dass die Spedition Peter Brumlich ein Unternehmen

mit Tradition ist. Worin besteht diese?

Peter Brumlich: Bereits im Gründungsjahr 1992

bedienten wir mit einem kleinen Fahrzeug Unternehmen,

die bis heute zum Kundenstamm gehören.

Zudem ist die Spedition von Anfang an fest in den

Händen einer ganzen Familie.

WJ: Was ist Ihre Hauptkompetenz?

Brumlich: Diese liegt im flexiblen Lieferverkehr. Da

für uns kein Sonntagsfahrverbot gilt, können wir 365

Tage im Jahr unsere Kunden bedienen.

WJ: Wie wirken Sie im Logistik-Netzwerk mit?

Brumlich: Wir nehmen regelmäßig an allen Sitzungen

und Befragungen teil, damit die Belange und

Interessen auch aus Sicht der kleinen Speditionen

vertreten werden und um aktiv an Veränderungen

mitwirken zu können.

WJ: Worin sehen Sie derzeit die größten Herausforderungen

für Ihr Unternehmen?

Brumlich: Diese besteht meines Erachtens einfach

darin, die Familientradition und über 20-jährige Firmentätigkeit

unter den neuen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

fortzuführen, sowie neue und bestehende

Kunden gleichsam zufriedenzustellen. Dazu

gehört auch die Sicherung des Fachkräftenachwuchses

sowie der Unternehmensnachfolge.

WJ: Wie stellen Sie sich darauf ein?

Brumlich: Indem wir schon heute Jahre vorausdenken

und uns nicht auf dem Erreichten ausruhen.

Ebenso werden wir weiterhin aktiv im Netzwerk mitwirken,

um solche Herausforderungen und Themen

gemeinsam mit Partnern angehen zu können.

Gespräch: Claudia Hillmann

Weitere Informationen unter:

www.SpeditionPeterBrumlich.de

Anzeige

Immer was auf Lager

ciT Leipzig baut Qualifizierungen im Bereich Spedition/Logistik weiter aus

Hier sollte nichts ins Rutschen kommen!

Doreen Oehmichen leitet das fachgerechte

Verpacken einer Palette an.

Projekt- und

Weiterbildungsanfragen:

Geschäftsführerin

Frau Antje Haupt

ciT Leipzig GmbH

Lutherstraße 10

04315 Leipzig

Telefon: 0341 68707-0

ahaupt@cit-leipzig.de

www.cit-leipzig.de

Bei der ciT Leipzig GmbH erlernen derzeit 71 von über 500

Erwachsenen eine Tätigkeit in der Speditionsdienstleistung,

in der Logistik und im Kurier-, Express- und Postdienstleis -

terbereich im Rahmen einer Umschulung oder in einer kürzeren

Weiterbildung.

„Der Anteil der Leipziger, die sich bei uns qualifizieren

und in dieser Branche eine Arbeit aufnehmen, ist in letzter

Zeit stetig gewachsen“ freut sich Doreen Oehmichen, Fachbereichsleiterin

Lager/Logistik bei ciT. „In Leipzig und Umland

sind wir vor allem für unser Bildungsengagement in IT-Berufen

und in kaufmännischen Weiterbildungen bekannt – darüber

hinaus haben wir in letzter Zeit folgerichtig investiert

und können besonders hinsichtlich der angepassten modularen

Qualifizierung in den Bereichen Spedition, Lager und

Logistik nun auch eine größere Anzahl von Teilnehmern

bedarfsgerecht und effizient ausbilden. Kleingruppenarbeit

und Klausursystem sind bei ciT Leipzig IT-gestützt und im

Unternehmen über Jahre kontinuierlich weiterentwickelt

worden. Dies sichert uns ein schnelles Agieren am Weiterbildungsmarkt

bei Umschulungen, bei Kurzmaßnahmen, in

der Verbundausbildung und auch bei betrieblichen Qualifizierungen

von Mitarbeitern aus anderen Firmen – bei gleichbleibender

Qualität.“

Die 35-jährige Fachbereichsleiterin und ihre vier Fachdozenten

belassen es aber nicht dabei: sie wissen, dass sich

Jobs im Logistikbereich nicht nur am Bildschirm abspielen.

Ein betriebsinternes Lager wurde Anfang dieses Jahres weiter

ausgebaut, mit Erfassungs- und Bestellsystem bestückt

und arbeitet nun auch als Dienstleister für die Verwaltungsmitarbeiter

von ciT Leipzig, mithin ein ideales Er -

probungsfeld für die hier lernenden Fachlageristen und

KEP-Mitarbeiter: „Unternehmen, die bei uns für dieses Lager

interessantes Know-how überlassen oder ein System tes -

ten wollen, sind bei uns gern gesehene Partner“, so Doreen

Oehmichen.

Die ciT Leipzig GmbH ist seit dem Jahr 1999 in der Leipziger

Region in der Ausbildung, Weiterbildung sowie Umschulung

Erwachsener tätig und seit 2012 Mitglied im Netzwerk

Logistik Leipzig-Halle. Jährlich verlassen ca. 250 Qualifizierte

die ciT Leipzig, um in den Tätigkeitsfeldern IT,

Medien, in der kaufmännischen Sachbearbeitung, im Bereich

Lager/Logistik, in der Industrie, im Groß- und Einzelhandel,

im Immobilienbereich und im Gesundheitswesen eine

neue Arbeit aufzunehmen. Zusätzlich zur regulären Weiterbildung

beherbergt ciT Leipzig berufliche Orientierungsund

Vermittlungsvorhaben sowie das Studienorientierungsprojekt

MINT-Individual, das in Zusammenarbeit mit

Leipziger Gymnasien die angehenden Abiturienten auf ein

Studium in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft

und Technik orientiert und vorbereitet.

Wirtschaftsjournal | Mai 2013

41


Logistik-Special

Leipzig-Halle

Große Wachstumspotenziale

Studie: E-Commerce entwickelt sich zu einer strukturbestimmenden Querschnittsbranche für die gesamte Region

E-Commerce entwickelt sich immer mehr vom klassischen

Distanzhandel zu einer Querschnittsbranche mit erheblichen

Wachstums- und Beschäftigungspotenzialen für den Standort

Mitteldeutschland. Die aktuellen „Hotspots“ der Branche

liegen dabei in Leipzig, Halle/Saale und Jena. Das sind

zwei der Ergebnisse einer ersten Potenzialstudie zur E-Commerce-Branche

in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen,

welche die Leipziger E-Commerce Genossenschaft (ECG)

und die Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland Mitte

November vergangenen Jahres gemeinsam in Leipzig vorstellten.

So schätzen 56 Prozent der befragten Unternehmen die

E-Commerce-Branche bereits heute als „relevanten Wirtschaftszweig

in Mitteldeutschland“ ein. Knapp die Hälfte

der Teilnehmer geht davon aus, dass die Zahl der mitteldeutschen

E-Commerce-Unternehmen weiter zunehmen

wird. Zukünftig wollen über 40 Prozent der Unternehmen

verstärkt die gesamte Wertschöpfungskette des E-Commerce

abbilden. Für die kommenden zwei Jahre rechnet gut

ein Drittel mit einem zusätzlichen Bedarf an Mitarbeitern.

Deren überwiegender Teil stammt aus der Region, in der

das jeweilige Unternehmen ansässig ist oder aus Mitteldeutschland.

Besonders gefragt sind dabei Mitarbeiter mit

einer kaufmännischen Ausbildung (24 Prozent), gefolgt von

Hochschulabsolventen aus den Bereichen Betriebswirtschaft

(20 Prozent), Wirtschaftsinformatik (17 Prozent) und Informatik

(16 Prozent).

„Mit der Studie wollen wir einen ersten Impuls für die

stärkere wirtschaftspolitische und mediale Wahrnehmung

der E-Commerce-Branche in Mitteldeutschland geben“,

erklärt Kerstin Schilling, Vorstand der E-Commerce Genossenschaft

Leipzig. Die Untersuchung habe aber auch die

noch vorhandenen Defizite aufgezeigt. So sei eine verlässliche

Quantifizierung wirtschaftlicher Kennziffern aufgrund

fehlender statistischer Daten derzeit noch nicht möglich.

„Um dies zu ändern und die Erfolgsgeschichte der mitteldeutschen

E-Commerce-Branche weiter zu schreiben, ist

jetzt ein abgestimmtes Handeln zwischen Unternehmen,

Wirtschaftsverbänden, Kommunen und Ländern notwendig“,

so die Empfehlung von Kerstin Schilling. PM/CH

Eine Zusammenfassung der Studie

finden Sie unter:

www.mitteldeutschland.com

www.e-commerce-genossenschaft.de/potenzialstudie/

Weltmarktführer als Partner der Kleinen

Touren und komplette Betriebsabläufe kosteneffizient und bedarfsgerecht steuern

Anzeige

„Wir sind weltweit nahezu die einzigen, die intermodale

Verkehre optimieren können", versichert

Georg Seitz, Inhaber und Geschäftsführer der CSD

Transport Software GmbH.

Was bringt das dem Kunden?

„Wir bilden die Prozesse nicht nur ab, sondern zeigen dem

Kunden auf, wie er diese kosteneffizienter gestalten kann",

so die überzeugende Antwort des agilen Firmenchefs.

Was befähigt CSD dazu?

Seit 1995 ist der Spezialist für Softwareentwicklung, Projektplanung

und Consulting am Markt und hat sich zunächst

als Partner großer Logistikunternehmen etabliert. So ist er

in der Lage, komplette Warenströme zu steuern oder den

Transportfluss über mehrere Standorte zu überwachen.

Mit Hauptsitz in Bad Düben, nahe Leipzig, und Standorten

in den Regionen München und Basel betreut die CSD mittlerweile

die verschiedensten Kunden aus dem Transport-,

Logistik- sowie Industriebereich.

Was haben die kleinen Firmen davon?

„Seit etwa zwei Jahren bieten wir unsere Leistungen verstärkt

den kleinen Logistikunternehmen hier in der Region

an", so Seitz. „Das ist auch ein Grund, weshalb wir uns im

Netzwerk Logistik Leipzig-Halle engagieren." Auf der Grundlage

der modulartig aufgebauten Software TransWare0ne ®

entwickelt CSD für jeden Kunden eine an seinen jeweiligen

Bedarf angepasste Lösung. „Der Kunde bekommt von uns

das, was er wirklich braucht und muss auch nur dafür bezahlen",

verspricht der IT-Experte.

Was kann TransWare0ne ® noch?

Des Weiteren ist es mit TransWare0ne ® unter anderem möglich

ein optimales Kundenkontaktmanagement zu betreiben,

den Vertrieb zu steuern, Ausrüstung zu verwalten,

Sicherheits- oder Gefahrguttransporte zu überwachen sowie

Erträge und Kosten taggenau zu kontrollieren. CH

Geschäftsführer Georg Seitz ist mit

seiner Firma seit knapp 20 Jahren im

Logistiksektor aktiv.

Foto: Wolfgang Schmidt

CSD Transport Software GmbH

Paul-Kaiser-Straße 2

D-04849 Bad Düben

Telefon: +49 34243 2857-0

Telefax: +49 34243 2857-122

info@csd-transport.de

www.csd-transport.de

42 Wirtschaftsjournal | Mai 2013


Logistik-Special

Leipzig-Halle

Vollwertiges Alternativangebot

Frankfurter Spediteure sind am Logistikstandort Leipzig-Halle willkommen

Sieben Maschinen von Typ Antonov

AN-124 auf dem Vorfeld des Frachtbereichs

Süd des Flughafens Leipzig/Halle.

Foto: Uwe Schoßig

Den Spediteuren am Flughafen Frankfurt drohen

Mehrbelastungen in Höhe von über fünf Millionen

Euro jährlich. Hintergrund ist die geplante Kostenanhebung

des Flughafenbetreibers Fraport für die

Nutzung der Infrastruktur. Die betroffenen Unternehmen

reagieren mit Unmut auf die Forderung.

Das Netzwerk Logistik Leipzig-Halle weist global agierende

Speditionsunternehmen aus Frankfurt darauf hin, dass

Leipzig-Halle als vollwertiger Alternativstandort zur Verfügung

steht. „Wir sind einer der dynamischsten Logistik -

standorte Europas. In der Logistikregion Leipzig-Halle ist

jeder willkommen und findet hier kompetente und verlässliche

Partner“, sagt Toralf Weiße, Vorstandsvorsitzender des

Netzwerks. Er erinnert daran, dass der Flughafen Leipzig/Halle

im Luftfrachtverkehr mit fast 864.000 Tonnen im

Jahr 2012 die Nummer zwei in Deutschland ist und sich seit

Jahren zweistellig entwickelt.

Der Logistikstandort Leipzig-Halle ist ein hochmodernes

europäisches Güter-Drehkreuz. Bei der schnellen und

effizienten Abwicklung internationaler Verkehre gehört

Leipzig-Halle bereits heute zu den wichtigsten Standorten

in Europa. Im direkten Umfeld der Luftfrachtdrehscheibe

stehen für das weitere Wirtschaftswachstum noch ausreichend

entwickelte Flächen für Logistik-Ansiedlungen zur

Verfügung.

Anzeige

Traditionsunternehmen in 4. Generation

Logistikkompetenz aus Leipzig

Führen das Unternehmen in vierter

Generation: Nico Sperlich und Susann

Quast.

Krause-Transporte KG

Podelwitzer Str. 73

04356 Leipzig

Telefon: 034294 821-0

Telefax: 034294 821-22

info@krause-transporte.de

www.krause-transporte.de

www.facebook.com/krausetransporte

Logistik ist vor allem eine Sache des Vertrauens. Dies beher -

zigt seit über 90 Jahren das Unternehmen Krause-Transporte.

1921 gegründet, befindet sich der Logistikdienstleis -

ter seit einem Jahr nunmehr in vierter Generation. Susann

Quast und Nico Sperlich haben gemeinsam den Staffelstab

von Heinz Quast übernommen. Mit dieser Doppelspitze hat

jetzt das Unternehmen die Kraft, nicht nur die Tradition fortzuführen,

sondern mit neuen Ideen und Dienstleistungen

die Anforderungen der Kunden schneller und besser als

andere zu decken. Dabei können sie auf über 100 Mitarbeiter

zählen.

Gemeinsam haben sie die Logistik des Kunden fest im

Blick. Und das im wahrsten Sinne des Wortes: Seit Januar

dieses Jahres kann die Krause-Transporte KG Sendungen in

Echtzeit verfolgen. Dazu wurden die Fahrzeuge sowohl für

den Nah- wie Fernverkehr mit Scannern und Galaxy Tabs

ausgestattet.

Generell zeichnet sich das Angebotsprofil des Logistikunternehmens

durch individuell abgestimmte Leistungen

sowie ganzheitliche Lösungen in den Bereichen Sammelgut,

LKW-Ladungsverkehr, Baustellenlogistik, Kurier-, Expressund

Paketdienst und Lagerlogistik aus.

Die Sammelgüter können durch Systemlogistik bundesweit

am nächsten Tag zugestellt werden. Der LKW-Ladungsverkehr

sowie die Baustellenlogistik sind dank eines umfang -

reichen eigenen Fuhrparks höchst flexibel. Den Kurier-,

Express- und Paketdienst bietet die Krause-Transporte KG

bundes- und europaweit an. Schließlich ermöglicht sie dem

Kunden kurz-, mittel- sowie langfristige Lagerprojekte.

Für die Qualität aller Leistungen garantiert die Zertifizierung

nach DIN EN ISO 9001 & 14001 und nicht zuletzt

die Kundenzufriedenheit.

CH

Wirtschaftsjournal | Mai 2013

43


Logistik-Special

Anzeige

Auf dem Weg zum branchenübergreifenden

Logistikdienstleister

Leipzig-Halle

Seit einigen Jahren verfolgt die Sievert Handel Transporte ein zentrales Ziel – die Positionierung

als branchenübergreifender Logistikdienstleister. Zeit für ein Zwischenfazit mit Rui

Macedo, Geschäftsführer der Sievert Handel Transporte GmbH.

WJ: Herr Macedo, wie stellen Sie die stetige

Weiterentwicklung hin zum branchenübergreifenden

Logistikdienstleister sicher?

Rui Macedo: Die sht hat sich in den vergangenen

Jahren am Markt gut positioniert und ist dem Ziel

ein großes Stück näher gekommen. Unser Kundenund

Produktportfolio haben wir deutlich erweitert.

In diesem Jahr investieren wir weiter in die Flexibilisierung

unseres Equipments. Diverse Spezialauf -

lieger, Umschlagssilos, Silierungsanlagen und zu -

sätzliche Saugwagen wurden gekauft, um die individuellen

Kundenwünsche noch besser bedienen

zu können.

WJ: Wie hat sich die sht auf die branchenspezifischen

Anforderungen der neuen Kunden

eingestellt?

Rui Macedo: Wir stehen mit unseren Kunden in

einem ständigen Dialog. Individuelle logistische

Lö sungen zu entwickeln, von der Planung bis zur

Umsetzung, gehört zu unseren Stärken. Wir streben

langfristige und nachhaltige Geschäftsbeziehungen

an. Dieses realisiert man nur mit qualitativ hochwertigen

Dienstleistungen und der Bereitschaft, sich

auf die Bedürfnisse des Marktes und der einzelnen

Kunden einzustellen.

WJ: Welche Entwicklung gab es beim Tochterunternehmen

i4 Transportation im Bereich

der Intermodalverkehre?

Rui Macedo: Neben den Projektaktivitäten konzentrieren

wir uns zurzeit auf die Zusammenarbeit

mit anderen Marktteilnehmern. Seit Anfang März

befördern wir zum Beispiel zusammen mit den dänischen

Logistikdienstleister Frode Laursen wöchentlich

Silo-Container mit Zement von Padborg nach

Süd-Deutschland und nehmen aus der Schweiz

Waschpulver als Rückladung nach Dänemark mit.

Mit dieser ersten transnationalen Kooperation haben

wir einen wichtigen Schritt vollzogen.

WJ: Wie beurteilen Sie die Zusammenarbeit

im Netzwerk Logistik Leipzig-Halle e. V.?

Rui Macedo: Leipzig hat sich zu einem europäischen

Top-Logistikstandort entwickelt. Neben einer

guten Lage und einer hervorragenden Infrastruktur

ist auch die lokale Zusammenarbeit von Logistikunternehmen

und Verladern ein Erfolgsmodell. Wir

wollen deshalb unsere Zusammenarbeit mit den

mehr als 120 Mitgliedern im Netzwerk weiter intensivieren.

Über uns

Die Sievert Handel Transporte GmbH (sht)

ist ein branchenübergreifender Transportund

Logistikdienstleister mit dem Schwerpunkt

Baustoffindustrie. Kernkompetenz des

Unternehmens mit Sitz im westfälischen

Lengerich ist die Konzeption von individuellen

Logistiklösungen sowie die Organisation

von kompletten Logistikketten für die verladende

Industrie. Neben Lagerwirtschaft,

Silotransporten und Transporten per Planen-

Lkw bietet die sht als einer der führenden

Baustofflogistiker in Deutschland auch

intermodale Lösungen per Eisenbahn und

Schiff an. Zu den häufigsten Transport- und

Lagergütern zählen lose sowie gepackte

Baustoffe, Baumarktartikel, Energiestoffe,

Reststoffe, staubige und rieselfähige Güter

sowie palettierte Güter für unterschiedliche

Branchen. Mit eigenen Niederlassungen ist

das Unternehmen an 17 Standorten in

Deutschland, einem Standort in Polen und

zwei Standorten in den Niederlanden vertreten.

Mit insgesamt rd. 370 Mitarbeitern

hat die sht im Jahr 2012 einen Umsatz von

94 Millionen Euro erzielt. Zu den Tochterunternehmen

gehören die Sievert Logistik

GmbH, ein Transportdienstleister mit Sitz im

rheinland-pfälzischen Kruft, die SBT Sievert

Benthack Transporte GmbH & Co. KG, ein

Transportdienstleister mit Sitz in Hamburg-

Kaltenkirchen, sowie die i4 Transportation

GmbH & Co. KG, ein auf intermodale Transporte

spezialisierter Logistikdienstleister

mit Sitz in Mannheim, und die NTM B.V. mit

Sitz in Neu-Amsterdam (NL). Die sht selbst

gehört ihrerseits zur Sievert AG (Osnabrück),

welche mit einem Umsatz von rd. 282 Millionen

Euro und rd. 1.300 Mitarbeitern an

weltweit rund 50 Standorten zu den führenden

Unternehmen der deutschen Bauwirtschaft

gehört.

Sievert Handel Transporte GmbH

Lohesch 30

49525 Lengerich

Telefon: 05481 9361-0

Telefax: 05481 9361-31

info@sievert-transporte.de

www.sievert-transporte.de

44 Wirtschaftsjournal | Mai 2013


Logistik-Special

Leipzig-Halle

„LangstreckE“ gestartet

Sachsen und Bayern untersuchen Rahmenbedingungen für den täglichen Weg zur Arbeit mit dem Elektroauto

Start in Leipzig: Im Projekt LangstreckE

wurden Anfang Mai im BMW Werk in

Leipzig 15 BMW ActiveE an Privatnutzer

übergeben. Foto: BMW Group

Gemeinsam mit der TU Chemnitz und den Stadtwerken Leipzig

hat die BMW Group am 8. Mai das bayerisch-sächsische

Schaufensterprojekt „LangstreckE“ gestartet. Ziel ist

es, die Rahmenbedingungen für den täglichen Weg zur

Arbeit mit dem Elektroauto zu definieren – auch für Pendler

auf längeren Strecken. Das Projekt wird vom Bundesumweltministerium

gefördert.

Reichweite ist kein limitierender Faktor in der Elektromobilität:

Dass sich reine Elektrofahrzeuge durchaus auch

für den überregionalen Verkehr eignen, hat sich bereits in

früheren Feldversuchen verdeutlicht. Welche Parameter noch

optimiert werden können, soll nun ein gefördertes Forschungsprojekt

der BMW Group, der Technischen Universität

Chemnitz und der Stadtwerke Leipzig zeigen, das am

8. Mai im BMW Werk in Leipzig im Beisein von Hartmut

Fiedler, Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium

für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, gestartet wurde. In jeweils

fünf dreimonatigen Phasen bekommen je 15 Privatnutzer

einen rein elektrisch betriebenen BMW ActiveE überlassen,

mit dem sie ihren täglichen Arbeitsweg zurücklegen. Voraussetzung

für die Auswahl dieser Personen ist, dass sie

rund 40 bis max. 100 Kilometer einfachen Arbeitsweg zurück -

legen oder anderweitig mindestens 90 Kilometer pro Tag

fahren.

Im Fokus stehen sowohl das Nutzerverhalten als auch

technische Aspekte: Wie kommen Privatnutzer eines Elektrofahrzeugs

damit zurecht, wenn sie täglich auf dem Arbeitsweg

in den Grenzbereich der Batteriereichweite kommen

und deswegen zwischenladen müssen. Wie muss die Rekuperation

ansprechen, um einen möglichst großen Nutzen

für Effizienz und Komfort zu haben?

Anzeige

Rund um die Uhr für den Kunden da

Experte für zeitsensible Transporte und sichere Lieferketten in der Luftfracht

Klaus-Dieter Bugiel testet seit 2011 ein

Fahrzeug mit Elektroantrieb für den Einsatz

in innerstädtischen Umweltzonen

und im Umland.

Foto: Netz Logistik Leipzig-Halle

Weitere Informationen unter:

www.fox-courier.de

Vor allem wenn wirklich nichts schief gehen darf,

setzen viele Kunden auf fox-COURIER. Der Kurierdienstleister

hat sich auf zeitsensible Transporte

spezialisiert. „Und das 24 Stunden am Tag, 7 Tage

die Woche", betont Geschäftsführer Klaus-Dieter

Bugiel.

80 Prozent der Aufträge sind Direktfahrten für Kunden aus

den Bereichen Automobilzulieferindustrie, Pharmawesen,

Maschinenbau, Raumfahrt sowie Forschung und Entwicklung.

Schließlich verfügt das Unternehmen auch über

die notwendigen Zertifizierungen und Genehmigungen für

Laborfahrten und Gefahrguttransporte bis zu einem Umfang

von einer Tonne. Daneben gehören Overnightservice, On

Board Courier-Dienstleistungen sowie ein Flugzeugcharter -

service und Kleintiertransporte zum Angebot. Mit der Zulassung

zum Reglementierten Beauftragten des Luftfahrt-

Bundesamtes gewährleistet das Unternehmen zudem si -

chere Lieferketten in der Anlieferung von Luftfracht. „Das

hat noch nicht jeder", ist der Firmenchef überzeugt. Über

europaweite Partnerstrukturen kann das Unternehmen je -

derzeit auf etwa 2.500 Fahrzeuge zugreifen. „Die Fahrer

werden aber von uns überprüft bzw. auch geschult",

versichert Bugiel, der sogar einen Qualitätsmanager in

seinem Un ternehmen hat.

Damit nicht genug. Er möchte künftig genau wissen,

wo sich jede einzelne Sendung befindet. So beteiligt sich

fox-COURIER als Mitglied des Netzwerkes Logistik Leipzig-Halle

an der Erforschung und Entwicklung moderner

IT-Systeme für die Sendungsverfolgung sowie für die Verbesserung

der Steuerung und Überwachung komplexer

Logistiksysteme im Projekt LogiLeit.

Mit dieser konsequenten Ausrichtung an den Anforderungen

der Kunden kann der Kurierdienstleister mittlerweile

auf eine 20-jährige Firmengeschichte zurückblicken.

Angefangen als Ein-Mann-Unternehmen steuern heute

zehn kaufmännische Mitarbeiter die nationalen und internationalen

Aktivitäten.

CH

Wirtschaftsjournal | Mai 2013

45


Logistik-Special

Arbeitsgruppe Personal / Karriere:

Leipzig-Halle

Nachwuchs für die Logistikregion

Für die zahlreichen Logistikunternehmen der Region Leipzig-Halle

wird es immer schwerer geeigneten Nachwuchs

zu finden. Mit dem Boom der Logistik in Mitteldeutschland

ist der Bedarf an Fachkräften und Auszubildenden

stark angestiegen. Hilfe gibt es vom Netzwerk Logistik

Leipzig-Halle. Mit der eigens hierfür eingerichteten Arbeitsgruppe

Personal/Karriere unterstützt das Netzwerk seine

Mitglieder in allen Bereichen der Beschäftigungsentwicklung,

und das mit großem Erfolg. Das Bundesarbeits -

ministerium würdigte im April dieses Jahres das vorbildliche

Engagement des Netzwerks im Bereich Fachkräftesicherung

und Nachwuchsförderung mit der Auszeichnung

„Innovatives Netzwerk 2013“.

Wer junge Menschen für einen Beruf in der Logistik

begeistern will, muss ihnen zunächst einmal die Chancen

und attraktive Berufsperspektiven in der Branche aufzeigen.

Denn oftmals ist das Wissen um die Logistik und ihre

vielfältigen Möglichkeiten nur gering ausgeprägt. Hier

setzt das Netzwerk an. Job- und Karrieremessen stellen

ein wichtiges Mittel dar, um die zahlreichen Angebote

der Logistikwirtschaft sowohl für Fachkräfte als auch für

Be rufseinsteiger zu präsentieren. Zudem wird die Auf -

merksamkeit, die die Branche am bundesweiten „Tag der

Logistik“ genießt, regelmäßig genutzt. In diesem Jahr

lockte eine Logistik-Jobbörse am Leipzig/Halle Airport fast

1.000 Besucher an.

Sämtliche Angebote an Ausbildungsplätzen, Aus- und

Weiterbildungen sowie eine Mitglieder-Stellenbörse für

Logistikberufe werden durch die Arbeitsgruppe zentral

gepflegt und allen Interessierten verfügbar gemacht. Über

die Homepage des Netzwerks können die Gesuche mit

wenigen Klicks eingesehen werden. Auch Initiativbewerbungen

nimmt das Netzwerk entgegen und stellt sie auf

Wunsch allen Mitgliedern zur Verfügung. Zudem kooperiert

das Netzwerk mit den Karrierecentern und den Berufsförderungsdiensten

der Bundeswehr an den Standorten

Leipzig und Halle. So werden direkte Kontakte zwischen

Logistikunternehmern und Absolventen verschiedener

Bundeswehrlaufbahnen ermöglicht.

Weitere Informationen unter:

www.logistik-leipzig-halle.net

Experte für sensible Güter

Qualität im Sinne des Kunden und Wohlbefinden der Mitarbeiter

haben oberste Priorität

Anzeige

„Wir sind vor allem in der Baustellenlogistik ein

gefragter Partner“, vermittelt überzeugend Sven

Wust, der die Niederlassung der TLP Transport &

Logistik Peiffer GmbH in Leipzig/Brandis leitet. „Dorthin,

wo der Kunde es braucht, bringen wir unverpackte,

sensible Güter wie Glas, Türen, Fenster und

hochempfindliche Baustoffe.“ Dafür steht eine

umfangreiche Flotte von Mitnahmestaplern, die eine

unabhängige Be- und Entladung gewährleisten, zur

Verfügung.

Daneben bietet die TLP GmbH die gesamte Palette der

Beschaffungs-, Versand- und Lagerlogistik an. Sie betreut

unter anderem mit einem eigenen modernen sowie anpassungsfähigen

Fuhrpark kleine und mittelständische Unternehmen

im Bereich Teil- und Komplettladung.

„An erster Stelle steht bei uns die Qualität“, versichert

der Niederlassungsleiter. Er kann dabei auf ein sehr gut

geschultes Personal zählen. Ein Großteil der Mitarbeiter ist

schon sehr lange bei TLP tätig. „Sie wissen, worum es geht“,

so Wust. Damit dies auch künftig so bleibt, bildet sein Unternehmen

seit Jahren Berufskraftfahrer und Speditionskaufleute

aus. Bisher hat er immer geeignete Bewerber für die

Lehrstellen bekommen. „Wir sind ein familienfreundliches

Unternehmen. Als solches legen wir großen Wert darauf,

dass sich die Mitarbeiter bei uns wohlfühlen“, beschreibt

Wust einen entscheidenden Grund für die Attraktivität der

TLP GmbH als Arbeitgeber. Diese Erfahrungen bringt Wust

auch in die Arbeitsgruppe Personal des Netzwerkes Logis -

tik Leipzig-Halle ein, für das er sich bereits seit dessen Gründung

engagiert.

Claudia Hillmann

Transport & Logistik Peiffer GmbH

Gewerbeallee 16

04821 Brandis

Telefon: +49 34292 707-0

Telefax: +49 34292 707-66

mail@tlp-spedition.de

46 Wirtschaftsjournal | Mai 2013


Logistik-Special

Leipzig-Halle

Zuverlässiger Zugang zum Meer

Schwergewichte kommen über die Elbe von Tschechien nach Hamburg

Schwergewichte im Hafen Lovosice.

Foto: SBO

Weitere Informationen unter:

www.binnenhafen-sachsen.de

Der tschechische Binnenhafen Lovosice ist bekannt für den

Umschlag von schwergewichtigen Anlagen und Projektladungen

wie Generatoren, Turbinen und Maschinenteilen.

Am 18. April wurden gleich 3 Schwergewichte über die Kaikante

des Hafens gehoben. Im Auftrag der Spedition APB

aus Pilsen erfolgte der Umschlag von 3 Mühlensegmenten

mit einem Durchmesser von je 8,80 Metern, einer Höhe von

je 3,50 Metern und einem Stückgewicht von je 144 Tonnen.

Die Mühlensegmente wurden Anfang April per LKW

zum Hafen Lovosice gebracht. Mit dem Hafenkran erfolgte

der Umschlag der Mühlensegmente am 18. April auf den

Ponton „BARIS1“ der Imperial BARIS GmbH. Der beladene

Ponton (ohne Antrieb) wurde mit dem Schubschiff „TR31“

der tschechischen Reederei Eurex s.r.o. auf der Elbe von

Lovosice nach Hamburg transportiert.

„Diese Verladung zeigt einmal mehr die gute Zusammenarbeit

zwischen den deutschen und tschechischen Reedern

und macht deutlich, wie wichtig die Binnenschifffahrt für

die Tschechische Republik ist“, sagt Veronika Šamajová,

Direktorin der zwei tschechischen Häfen in Decín ˇˇ und Lovosice.

„Als exportorientiertes Land benötigt die tschechische

Wirtschaft einen zuverlässigen Zugang zu den nordeuropäischen

Seehäfen. Deshalb ist es unerlässlich, die Elbe als

Transportweg zu erhalten und weiter zu ertüchtigen.“

Der Hafen Lovosice gehört zur Unternehmensgruppe der

Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe GmbH. Im Jahr 2002

wurde die 100%ige Tochtergesellschaft Cesko-saské ˇ prís ˇ -

tavy s.r.o. (CSP) ˇ gegründet, die die Häfen in Decín ˇˇ und Lovosice

betreibt.

PM/CH

Anzeige

Sassnitz-Mukran: Ein wichtiges Gateway für die Region Leipzig-Halle

Port Sassnitz-Mukran e.V.

Im Fährhafen 20

18546 Sassnitz / Neu Mukran

Telefon: 038392 55-0

business-network@

sassnitz-mukran.de

www.sassnitz-mukran.de

Das maritime Netzwerk „Port Sassnitz-Mukran e. V.“ –

gegründet im Oktober 2010 – ist ein Verein zur Kooperation

der am Standort Sassnitz-Mukran agierenden Akteure

aus Wirtschaft und Politik. Er fungiert als Interessenvertreter

und Ansprechpartner für Geschäftskontakte. Zudem

versteht sich der Verein als Informationskooperative und

Diskussionsplattform für alle Themen zum Großstandort

„Industriegebiet Sassnitz-Mukran-Lietzow“.

Oberstes Ziel ist es, die Wirtschaftskraft und Wettbewerbsfähigkeit

des Standorts und auch darüber hinaus zu

fördern und zu stärken. Zudem wird durch den Zusammenschluss

das Standortmarketing vorangetrieben und der Informations-

und Wissensaustausch aller Beteiligten unterstützt

und koordiniert. Der Verein pflegt ebenfalls gute Kontakte

zu anderen Netzwerken und Organisationen – regional wie

überregional. Jüngst wurde eine Kooperation mit dem Netzwerk

Leipzig-Halle e. V. geschlossen.

Die vielfältige Mitgliederstruktur des Vereins umfasst regionale

und überregionale sowie internationale Unternehmen.

Zwischen diesen dient der Verein als Impulsgeber für neue

unternehmensübergreifende Projekte und Unterstützer bei

deren Umsetzung. Die Mitglieder, die rund um den Standort

Sassnitz-Mukran tätig sind, decken sämtliche Branchen im

Bereich business-2-business (B2B) ab. Dazu zählen:

Transport & Logistik

Engineering & Technische Dienstleistungen

Offshore

Personaldienstleistungen

Industrienahe & Maritime Dienstleistungen

Immobilien- & Liegenschaftsmanagement

Rechtsberatung & Finanzdienstleistungen

Der Großstandort Sassnitz-Mukran-Lietzow ist einer der

bedeutendsten Wirtschaftsstandorte Mecklenburg-Vorpommerns.

Er vereint die Logistikvorteile eines Bahnverkehrknotens

sowie eines internationalen Seehafens, wodurch

nachhaltige Transport- und Logistikketten für Kunden aus

den verschiedensten Industriebranchen entstehen. Die optimalen

infra- und suprastrukturellen Voraussetzungen sowie

die leistungsfähige Hafenwirtschaft mit einer breiten Palette

unterschiedlichster Seehafendienstleistungen „rund um

die Uhr“ machen den Industriestandort Sassnitz-Mukran

zum idealen Umschlagplatz.

Wirtschaftsjournal | Mai 2013

47


Logistik-Special

Anzeige

Leipzig-Halle

Logistikmarkt Leipzig:

Flächenumsatz im 1. Quartal 2013 leicht angestiegen

Im ersten Quartal 2013 lag der Flächenumsatz auf

dem Leipziger Lager- und Logistikflächenmarkt bei

67.000 Quadratmetern. Im Vergleich zum bereits

sehr guten Ergebnis vom ersten Quartal 2012 hat

sich der Umsatz noch einmal um gut 4 Prozent gesteigert.

Dies ergibt die Analyse von BNP Paribas Real

Estate (BNPPRE).

Damit legt Leipzig einen beeindruckenden Jahresstart hin

und belegt im bundesweiten Vergleich den zweiten Platz

hinter Frankfurt am Main und noch vor Hamburg, Berlin

und München. Nach Größenklassen lagen die abgeschlossenen

Deals vor allem im mittleren Bereich, so dass der

beachtliche Flächenumsatz trotz einer geringen Anzahl an

Deals erzielt werden konnte. Im großflächigen Marktsegment

über 20.000 Quadratmeter wurde dagegen nur ein

Abschluss registriert (ein Neubau im Güterverkehrszentrum

(GVZ) Leipzig von Goodman für die DSV Road GmbH).

Auch 2012 verzeichnete der Leipziger Logistik- und

Lagerflächenmarkt mit einem Flächenumsatz von 219.000

Quadratmetern ein sehr gutes Ergebnis. Erst zum zweiten

Mal konnte die 200.000-Quadratmeter-Schwelle übersprungen

werden. Das außergewöhnliche Rekordergebnis

des Vorjahres (320.000 Quadratmeter) wurde erwartungsgemäß

nicht wieder erreicht. Mit einem Rückgang des Umsatzes

von knapp 32 Prozent bewegt sich der Leipziger Markt

aber in vergleichbaren Größenordnungen anderer großer

Standorte. Wie gut der Flächenumsatz im langjährigen Vergleich

trotzdem ausfiel, zeigt sich daran, dass der Durchschnitt

der letzten sieben Jahre um stolze 47 Prozent übertroffen

wurde.

Mit 4,25 Euro/Quadratmeter liegt die Spitzenmiete für Logis -

tikflächen in Leipzig weiterhin unter dem Niveau der anderen

bedeutenden Logistikmärkte in Deutschland. Vergleichbare

Mieten sind lediglich im Ruhrgebiet zu verzeichnen. Bereits

seit dem vierten Quartal 2010 liegt die Spitzenmiete konstant

bei diesem Wert. Für den Standort Leipzig stellt dies

in gewissem Maße auch einen Wettbewerbsvorteil für zukünftige

Ansiedlungen dar. Realisiert wird die Spitzenmiete in

Lagen mit guter Anbindung zu den Bundesautobahnen 9

und 14 sowie innerhalb der GVZs.

Aussichten für den Jahresverlauf

Nach dem guten Jahresauftakt deutet alles darauf hin, dass

auch im Gesamtjahr wieder von einem guten Ergebnis des

Leipziger Logistikmarkts auszugehen ist. Es bleibt allerdings

in m²

350.000

300.000

250.000

200.000

150.000

100.000

50.000

0

2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 Q1

abzuwarten, ob die Nachfrage durch das kaum vorhandene

Angebot von modern ausgestatteten Flächen etwas ausgebremst

wird. Größere Flächengesuche können vielfach

nur noch über Projektentwicklungen bedient werden, die

allerdings nicht immer kurzfristig realisierbar sind. Vor dem

Hintergrund der momentan eher moderaten Konjunkturentwicklung

deutet auch nichts darauf hin, dass sich an dieser

Situation kurzfristig etwas ändern wird.

Mietobjekte nach Maß - von der bedarfsorientierten

Planung bis zu schlüsselfertigen Übergabe

Das gute Ergebnis von 2012 und des 1. Quartals 2013

wurde auch mit Hilfe des Teams Industrial Development

Solutions (IDS) von BNP Paribas Real Estate erzielt. IDS ist

auf Projektentwicklungsmaßnahmen von Logistik- und Fertigungsimmobilien

spezialisiert und bietet Dienstleistungen

für die maßgeschneiderte Prozesssteuerung an. Das Team

übernimmt jegliche Aufgaben von der Grundstücksanalyse

und dem Erwerb des Grundstücks, über das Auswahlverfahren

eines Developers bis hin zum Mietvertragsabschluss.

Ziel dieses strukturierten Verfahrens ist es, im Rahmen eines

Wettbewerbs dem Mieter zu bestmöglichen Konditionen

ein auf ihn zugeschnittenes Objekt errichten zu lassen, ohne

dass dieser ein Projektentwicklungs- und Baurisiko trägt.

Insbesondere Großunternehmen und größere Mittelstandsunternehmen

aus Handel, Industrie und Logistik nehmen

diese Dienstleistung in Anspruch. Dabei arbeitet das

IDS-Team sehr eng mit den Industrial-Services-Bereichen

der einzelnen Niederlassungen zusammen und schafft

Synergien.

Flächenumsatz Lager- und Logistik -

flächen in Leipzig in m².

Quelle: BNP Paribas Real Estate GmbH,

31. März 2013

BNP Paribas Real Estate

(BNPPRE) ist ein führender

internationaler Immobiliendienstleister,

der seinen Kunden

in mehr als 180 Büros umfassende

Leistungen in allen Phasen

des Immobilienzyklus bietet.

BNP Paribas Real Estate

Deutschland beschäftigt rund

470 Mitarbeiter und ist in den

Geschäftsbereichen Transaction,

Consulting, Valuation und Property

Management aktiv. International

wird das Leistungsspektrum

durch Property Development

und Investment

Management ergänzt.

Mehr unter:

www.realestate.bnpparibas.de

48 Wirtschaftsjournal | Mai 2013


Logistik-Special

Leipzig-Halle

Gemeinsam erfolgreicher

Arbeitsgruppe Logistik-Kooperation

Weitere Informationen unter:

www.logistik-leipzig-halle.net

Die Förderung unternehmensübergreifender Zusammenarbeit

gehört zu den Kernkompetenzen des Netzwerks

Logis tik Leipzig-Halle. Mit aktuell 123 Mitgliedern ergeben

sich vielfältige Möglichkeiten für die Geschäftsentwicklung

in Zuge von Kooperationen. Die Arbeitsgruppe

Logistik-Kooperation fungiert hierbei als zentrale Koordinierungsstelle.

Dafür fließen die Mitgliederdaten zu Transport-,

Umschlags- und Lagerkapazitäten sowie das jeweilige

Dienstleistungsangebot zentral in ein Partnerhandbuch

ein. Damit wird es möglich, die Stärken der einzelnen Unternehmen

zu bündeln und eine Verbesserung der Kapazitätsauslastung

sowie Umsatzsteigerungen zu erzielen.

Speziell an Disponenten und Fuhrparkleiter richten sich

zudem gesonderte Abendveranstaltungen, die den Austausch

zwischen den Logistikunternehmen auf der operativen

Ebene gezielt unterstützen.

Neben den konzeptionellen Aufgaben widmet sich die

Arbeitsgruppe stets auch aktuellen Themen. Im Austausch

beispielsweise über die Neuregelung des zu benennenden

„Verkehrsleiters“ oder die erweiterten Luftfrachtbestimmung

und die Zulassung zum „Bekannter Versender“ werden

Kenntnisse und Erfahrungen untereinander geteilt. In

Form von Präsentationen, teilweise mit Unterstützung externer

Fachreferenten, erhalten die Mitglieder hier verbindliche

Antworten auf drängende Branchenfragen.

Da der Wille zur Kooperation Vertrauen voraussetzt, hat

das Netzwerk einen Ehrenkodex für die Zusammenarbeit

entwickelt. Mit der Unterzeichnung verpflichten sich die

Unternehmen zu kaufmännischer Loyalität und wechselseitiger

Fairness. Dem Netzwerkgedanken folgend bestimmt

die Maxime - Kooperation statt Konkurrenz – das Handeln

aller Beteiligten.

Kein Job wie jeder andere:

Azubi (w/m) bei DB Services.

Die DB Services GmbH sorgt für einen reibungslosen Betrieb von Anlagen

der Deutschen Bahn, unterstützt die Verfügbarkeit von Gebäuden und

realisiert die Bereitstellung der Verkehrsmittel.

Zum 1. September 2014 suchen wir an den Standorten Dessau, Erfurt,

Magdeburg, Leipzig und Dresden Auszubildende in den folgenden Berufen:

Wegbereiter

Guter Geist

Tüftler

Gebäudereiniger/in (209105, 209111, 209112)

Elektroniker/in für Betriebstechnik (209113, 209119, 209120)

Mechatroniker/in (209121, 209127, 209128)

Drei von 50 verschiedenen Ausbildungsberufen bei der Deutschen Bahn.

Wir suchen jedes Jahr mehr als 3.000 Auszubildende (w/m) für unsere

gewerblich-technischen, kaufmännisch-serviceorientierten, IT- und

Verkehrsberufe. Jetzt bewerben mit Angabe einer der Ausschreibungsnummern

unter: deutschebahn.com/karriere

Weitere Informationen: Jana Baar, Tel.: 0341 2001-369

DB. Zukunft bewegen.

facebook.com/dbkarriere twitter.com/dbkarriere youtube.com/dbkarriere

Wirtschaftsjournal | Mai 2013

49


Logistik-Special

Leipzig-Halle

Die Zukunft im Blick

Arbeitsgruppe Information, Innovation & IT

Ein Grund für die erfolgreiche Entwicklung der Logistikregion

Leipzig-Halle ist die ausdrückliche Bereitschaft zu

Innovationen. Im Netzwerk Logistik Leipzig-Halle finden

Logistikunternehmen und Forschungseinrichtungen gleicher -

maßen eine Plattform. So haben sich acht Hochschulen dem

Netzwerk angeschlossen und bilden innerhalb des Verbundes

ein Wissenschaftscluster, das im steten Kontakt mit den

Mitgliedern der Logistikwirtschaft anwendungsorientiere

Forschung betreibt.

Die Arbeitsgruppe Information, Innovation & IT ist Impulsgeber

und Schnittstelle für die Förderung des Wissenstransfers.

Besonders die kleineren Netzwerkmitglieder profitieren

hiervon, um mit der immer rasanteren technischen

Entwicklung, vor allem im IT-bereich, Schritt halten zu können.

Auf sich allein gestellt, hätte kaum ein Unternehmen

die Möglichkeit, derart intensiv an neuen Entwicklungen

beteiligt zu werden, wie das Beispiel Logistik-Cloud deutlich

macht.

Projekt LOGICAL –

Cloud Computing für die Logistik

Bereits seit 2011 setzt sich das Netzwerk dafür ein, die Vorteile

des Cloud Computings für die Logistik nutzbar zu

machen. Dafür wird eine internetbasierte IT-Plattform (LOGI-

CAL Cloud) entwickelt und speziell auf die Bedürfnisse von

Logistikunternehmen zugeschnitten. Die einheitlichen Standards

der gemeinschaftlich nutzbaren Strukturen erleichtern

die Zusammenarbeit von Unternehmen erheblich. Die

Logistik-Cloud bietet in Form eines virtuellen Marktplatzes

eine jederzeit und überall erreichbare Plattform, für die Entwicklung

nachhaltiger Kooperationen. Die Interoperabilität

logistischer Geschäftsabläufe, also die Fähigkeit zu nahtloser

Zusammenarbeit, ist eine Schlüsselbedingung für die

Wettbewerbsfähigkeit von Logistikregionen und wird in

Zukunft verstärkt an Bedeutung gewinnen. Genau hier setzt

das EU-Projekt LOGICAL an, indem es die Möglichkeiten

des Cloud Computings nutzt, um Transaktionskosten zu senken

und Kooperationen auch zwischen verschiedenen Verkehrsträgern

zu fördern.

Das Netzwerk Logistik Leipzig-Halle beteiligt sich an der

Durchführung des Projekts, an dem 14 Partner aus Deutschland,

Polen, Ungarn, Italien, der Tschechischen Republik

und Slowenien beteiligt sind. Das Vorhaben wird aus Mitteln

des EFRE-Strukturfonds im EU-Programm Central Europe

gefördert.

Weitere Informationen unter:

www.logistik-leipzig-halle.net

50 Wirtschaftsjournal | Mai 2013


Logistik-Special

Leipzig-Halle

Die Zukunft im Blick

Arbeitsgruppe Information, Innovation & IT

Ein Grund für die erfolgreiche Entwicklung der Logistikregion

Leipzig-Halle ist die ausdrückliche Bereitschaft zu

Innovationen. Im Netzwerk Logistik Leipzig-Halle finden

Logistikunternehmen und Forschungseinrichtungen gleicher -

maßen eine Plattform. So haben sich acht Hochschulen dem

Netzwerk angeschlossen und bilden innerhalb des Verbundes

ein Wissenschaftscluster, das im steten Kontakt mit den

Mitgliedern der Logistikwirtschaft anwendungsorientiere

Forschung betreibt.

Die Arbeitsgruppe Information, Innovation & IT ist Impulsgeber

und Schnittstelle für die Förderung des Wissenstransfers.

Besonders die kleineren Netzwerkmitglieder profitieren

hiervon, um mit der immer rasanteren technischen

Entwicklung, vor allem im IT-bereich, Schritt halten zu können.

Auf sich allein gestellt, hätte kaum ein Unternehmen

die Möglichkeit, derart intensiv an neuen Entwicklungen

beteiligt zu werden, wie das Beispiel Logistik-Cloud deutlich

macht.

Projekt LOGICAL –

Cloud Computing für die Logistik

Bereits seit 2011 setzt sich das Netzwerk dafür ein, die Vorteile

des Cloud Computings für die Logistik nutzbar zu

machen. Dafür wird eine internetbasierte IT-Plattform (LOGI-

CAL Cloud) entwickelt und speziell auf die Bedürfnisse von

Logistikunternehmen zugeschnitten. Die einheitlichen Standards

der gemeinschaftlich nutzbaren Strukturen erleichtern

die Zusammenarbeit von Unternehmen erheblich. Die

Logistik-Cloud bietet in Form eines virtuellen Marktplatzes

eine jederzeit und überall erreichbare Plattform, für die Entwicklung

nachhaltiger Kooperationen. Die Interoperabilität

logistischer Geschäftsabläufe, also die Fähigkeit zu nahtloser

Zusammenarbeit, ist eine Schlüsselbedingung für die

Wettbewerbsfähigkeit von Logistikregionen und wird in

Zukunft verstärkt an Bedeutung gewinnen. Genau hier setzt

das EU-Projekt LOGICAL an, indem es die Möglichkeiten

des Cloud Computings nutzt, um Transaktionskosten zu senken

und Kooperationen auch zwischen verschiedenen Verkehrsträgern

zu fördern.

Das Netzwerk Logistik Leipzig-Halle beteiligt sich an der

Durchführung des Projekts, an dem 14 Partner aus Deutschland,

Polen, Ungarn, Italien, der Tschechischen Republik

und Slowenien beteiligt sind. Das Vorhaben wird aus Mitteln

des EFRE-Strukturfonds im EU-Programm Central Europe

gefördert.

Weitere Informationen unter:

www.logistik-leipzig-halle.net

50 Wirtschaftsjournal | Mai 2013


Aktuelles aus den Firmen

Kurz berichtet

Automobile Zukunft

General Manager MEI

Meerane Hendrik Rothe,

President MEI Europa

Albert Lidauer und Vize

President Emerging Markets

MEI Europa Pavel

Neuman.

Foto: Magna/

Ralph Koehler

Meerane. Magna International Inc. expandiert mit seiner Geschäftseinheit Magna

Exteriors & Interiors (MEI) in Europa und eröffnete am 24. April offiziell einen neuen

Produktionsstandort im sächsischen Meerane. MEI siedelt sich mit dem neuen Werk

nahe der Heimat von Volkswagen Sachsen in Mosel an und beliefert den Automobilhersteller

bedarfssynchron mit Kunststoffelementen für die Außenverkleidung des

neuen Golf VII.

„Volkswagen Sachsen und das neue Werk von Magna in Meerane produzieren

in enger Partnerschaft“, so Dirk Coers, Geschäftsführer Personal und Organisation,

Volkswagen Sachsen. „Sachsen ist Autoland mit Tradition – mit Magna und unseren

weiteren Partnern werden wir gemeinsam dafür sorgen, dass es auch eine großartige

automobile Zukunft erhält.“

MEI Meerane erstreckt sich über eine Produktionsfläche von 15.000 Quadratmetern

und beschäftigt aktuell 140 Mitarbeiter. Der erste Produktionsauftrag umfasst

die Front- und Heckstoßfänger des neuen Golf VII.

Großauftrag gewonnen

Chemnitz. Die Chemieanlagenbau Chemnitz (CAC) GmbH hat den Zuschlag zur

Umrüstung einer Chlor-Alkali-Elektrolyse bei Potasse et Produits Chimiques (PPC)

im elsässischen Thann erhalten. Außerdem wird CAC die Modernisierung und Erweiterung

der Brom-Rückgewinnungsanlage übernehmen.

Der Vertrag mit einem Wertumfang von ca. 30 Millionen Euro umfasst das Detail

Engineering, Beschaffung und Lieferung aller Ausrüstungen und Materialien, die

Bau- und Montageausführung sowie die Inbetriebnahme. Grundlage für diese Arbeiten

bildet ein Basic Engineering, welches im Vorfeld durch CAC erarbeitet wurde.

Die Inbetriebnahme ist für 2015 geplant.

„Wir sind stolz darauf, dass wir für dieses strategische Projekt von PPC ausgewählt

wurden, weil es einen weiteren Auftrag im Zusammenhang mit einer Reihe

von erfolgreich realisierten Anlagen in der Chlor-Alkali-Industrie darstellt“, sagt

Jörg Engelmann, Geschäftsführer der CAC.

52 Wirtschaftsjournal | Mai 2013


Gesundheitswirtschaft

Fit im Büro

Gesundheitsbewusst am Schreibtisch arbeiten

E X P E R T E N

TIPP

Autor und

Ansprechpartner:

Matthias Jakob,

Referent für

Gesundheitswesen/

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Der schnellste Weg zur

TK in Sachsen:

www.tk.de/lv-sachsen

Ihr TK-ServiceTeam:

Telefon: 0800 2858585

(24 Stunden täglich an

365 Tagen im Jahr –

bundesweit gebührenfrei).

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es, sagte einst Erich

Kästner. So ist es auch mit der Bewegung. Wer nur dreimal

pro Stunde vom Sitzen zum Stehen wechselt, regt den Kreislauf

an, entlastet Muskelgruppen und beugt Verspannungen

vor. Aus arbeitsmedizinischer Sicht sollten Arbeitszeiten

so gestaltet sein: ein Viertel in Bewegung, ein weiteres

Viertel im Stehen arbeiten und nur die restliche Zeit sitzend

verbringen. Auch mit einfachen Änderungen im Arbeitsalltag

kann die Gesundheit im Betrieb gefördert werden.

Stellen Sie zum Beispiel Drucker und Kopierer in einem

anderen Raum auf. So verschaffen Sie sich zusätzlich

Bewegung.

Benutzen Sie die oberen Schränke im Büro. Damit machen

Sie gleich eine Streck- und Dehnübung, wenn Sie etwas

herausholen oder hineinstellen.

Statt dem Kollegen im anderen Büro eine E-Mail zu

schicken oder ihn anzurufen, besuchen Sie ihn einfach.

Erledigen Sie Telefonate im Stehen. Und nutzen Sie Stehtische

für Besprechungen.

Lassen Sie den Aufzug links liegen und nehmen Sie die

Treppe. Damit können Sie auch noch etwas für Ihre

schlanke Linie tun. Denn mit Treppensteigen verbrauchen

Sie genauso viele Kalorien wie beim Schwimmen

oder Radfahren.

Fahren Sie, wenn möglich, mit dem Rad zur Arbeit. Und

wenn Sie auf das Auto angewiesen sind, parken Sie

etwas weiter weg von Ihrem Arbeitsplatz. Sie kommen

mit dem Bus zur Arbeit? Steigen Sie eine Station früher

aus und gehen Sie das letzte Stück zu Fuß.

Nach Auswertung ihres Gesundheitsreports schätzt die Techniker

Krankenkasse (TK), dass im Jahr deutschlandweit mehr

als 30 Millionen Fehltage aufgrund von Krankheiten der

Wirbelsäule und des Rückens anfallen – darunter allein

mehr als 15 Millionen Fehltage wegen Rückenschmerzen.

Unter den Erwerbspersonen, die bei der TK versichert sind,

geht fast jeder zehnte Fehltag auf das Konto der Rückenbeschwerden.

Wichtig ist vor allem, die Wirbelsäule nicht

dauerhaft einseitig zu belasten. Am Schreibtisch sollte man

deshalb „dynamisch“ sitzen: Einfach häufiger die Sitzposition

wechseln, indem man sich abwechselnd weiter vorne

und weiter hinten auf die Sitzfläche setzt.

Arbeitsmedizinische Untersuchungen zeigen: Bis zu

17.000 Mal am Tag müssen sich die Augen sich auf den

Wechsel zwischen hell und dunkel einstellen. Das passiert

zum Beispiel, bei einem gleichzeitigen Blick ins Helle, zum

Beispiel auf die Fensterfront, und auf den dunkleren Bildschirm.

Denn das Außenlicht ist schon unter normalen Wetterverhältnissen

bis zu dreizehnmal stärker als das Licht des

Monitors. Wer geblendet wird, der versucht bewusst oder

unbewusst dem Licht auszuweichen. Oft entstehen dadurch

Zwangshaltungen, die zu Schmerzen und Verspannungen

führen können. Die richtige Nutzung des Lichts hilft also

nicht nur den Augen, sondern auch dem Rücken. Daher ist

es am besten den Monitor so aufzustellen, dass die Blickrichtung

auf den Bildschirm parallel zum Fenster verläuft und nicht

zum Fenster hin. Deshalb sollte der Bildschirm auch nicht

direkt am Fenster stehen – zumindest nicht ohne Blendschutz.

Wirtschaftsjournal | Mai 2013

53


Gesundheitswirtschaft

Gesundheitswirtschaft vernetzt

Unter dem Namen „HEALTHY SAXONY“ ist jetzt ein Projekt gestartet, das Sachsens Wirtschaft stärken wird

„HEALTHY SAXONY“ ist das neue Gesicht der Gesundheitswirtschaft

in Sachsen. Unter diesem Namen

entstand eine Internetplattform, die Dreh- und Angelpunkt

der auf Initiative des Sächsischen Sozialministeriums

neu eingerichteten „Koordinierungsstelle

Gesundheitswirtschaft“ ist.

Sie soll als Kommunikationsplattform den Informationsaustausch,

Wissenstransfer und die Zusammenarbeit der

auf dem Gesundheitssektor tätigen Unternehmen befördern.

Im Rahmen einer Ausschreibung wurden die Carus

Consilium Sachsen GmbH (CCS) und die Dresden International

University (DIU) als Trägerinstitutionen ausgewählt.

Gefördert wird das Projekt vorrangig über den Europäischen

Sozialfond ESF.

Den zumeist kleinen Unternehmen der sächsischen

Gesundheitswirtschaft fehle es leider vielfach an „kritischer

Masse“, um die nötige Schubkraft für internationale

Entwicklungen zu erreichen, sagte Prof. Dr. Michael

Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums

Carl Gustav Carus und Sprecher der CCS. Nur durch

Vernetzung könnten die Kräfte gebündelt und die nötige

Schubkraft erreicht werden. Die extrem flexible und innovative

sächsische Unternehmenslandschaft biete hervorragende

Grundlagen dafür.

„Die Gesundheitswirtschaft ist von erheblicher Be -

deutung für das Wirtschaftswachstum des Freistaates insgesamt

und einer der wichtigsten Arbeitgeber. Mit der

Gründung dieser Koordinierungsstelle wollen wir einen

wichtigen Anstoß zur Stärkung der sächsischen Gesundheitswirtschaft

geben“, betonte Gesundheitsministerin

Christine Clauß. Genau diese Vielfalt abzubilden und eine

Plattform zu schaffen, die unterschiedliche Institutionen

wie Krankenhäuser, Medizintechnik- und Pharmafirmen,

Physiotherapien und Pflegedienste – und viele weitere –

repräsentiert, kann mit „HEALTHY SAXONY“ gelingen.

Nun sind die Akteure selbst gefragt. In die Internetplattform

wurde eine interessante Datenbank integriert. Firmen

können ihr Profil hinterlegen und ihre Produkte,

Dienstleistungen und Spezialgebiete benennen, nach denen

sie von potenziellen Geschäftspartnern gefunden werden

sollen. Und die Arbeit der Koordinierungsstelle umfasst

noch viel mehr. So sollen weitere Projekte und Strategien

entwickelt werden, die Sachsens Gesundheitswirtschaft

stärken. Wirtschaftsjournal sprach dazu mit Sabine Rößing,

Geschäftsführerin der Carus Consilium Sachsen GmbH:

WJ: Welche Ziele sollen mit der Koordinierungsstelle

Gesundheitswirtschaft erreicht werden?

Sabine Rößing: Mit der Koordinierungsstelle wollen wir

der sächsischen Gesundheitswirtschaft eine Plattform bieten,

um ihre Leistungsfähigkeit und Innovationskraft zu präsentieren.

Wir wollen zur Zusammenarbeit anregen und die

Vernetzung fördern. Den vielfach klein- und mittelständischen

Unternehmen wollen wir zudem vor allem über die

Website www.healthy-saxony.com konkrete Unterstützungsangebote

unterbreiten.

WJ: Weshalb wird der englische Begriff „HEALTHY

SAXONY“ verwendet?

Sabine Rößing: Da die Internetplattform ohnehin mehrsprachig

entstehen sollte, haben wir uns für diesen Begriff

entschieden, der sicher nicht erst übersetzt werden muss.

So möchten wir Investoren auf die sächsische Gesundheitswirtschaft

aufmerksam machen, gern auch aus dem

Ausland. Weiterhin ist eine Fachkräftebörse für die Gesundheitswirtschaft

geplant.

WJ: Wie viel Zeit bleibt für die Etablierung der Koordinierungsstelle?

Sabine Rößing: Der Förderzeitraum dauert noch bis April

2014, dann muss sich die Koordinierungsstelle selbst tragen.

Ein interdisziplinäres Kuratorium, dem 14 namhafte

Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft

angehören, soll die Arbeit der Koordinierungsstelle unterstützen

und langfristige Strategien entwickeln, um einen

dauerhaften Nutzen für die Branche hervorzubringen.

Gespräch: Simone Pflug

Landespressekonferenz anlässlich der

Gründung des Netzwerkes zur Gesundheitswirtschaft

„HEALTHY SAXONY“.

V.l.n.r.: Dr. Kornelia Möser, Leiterin des

Kompetenzzentrums für Gesundheitswissenschaften

und Medizin der DIU;

Prof. Dr. Michael D. Albrecht, Med.

Vorstand des Universitätsklinikums

Dresden; Gesundheitsministerin

Christine Clauß und Sabine Rößing,

Geschäftsführerin der Carus Consilium

Sachsen GmbH.

Foto: Stefan Hohmeister

CCS-Geschäftsführerin Sabine Rößing

(links) und Projektkoordinatorin Kerstin

Roch präsentieren das neue Logo von

„HEALTHY SAXONY“.

Foto: Wolfgang Schmidt

54 Wirtschaftsjournal | Mai 2013


Fachkräfte

Rüstzeug für die Karriere

bsw bildet bedarfsorientiert Techniker aus

Peter Braumandl, Regionalleiter

Westsachsen.

Foto: bsw

Das Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft (bsw)

ist ein langjährig anerkannter und zertifizierter

Bildungsdienstleister. Es ist sachsenweit präsent

und kennt dadurch genau die Bedarfe der hier

ansässigen Unternehmen. An der Fachschule für

Technik des bsw in Plauen bieten wir bereits seit

2005 die Aufstiegsfortbildung zur Staatlich geprüften

Technikerin, zum Staatlich geprüften Techniker

in den Fachrichtungen Maschinentechnik und

Elektrotechnik an.

Sie kann sowohl in Vollzeit als auch berufsbegleitend, in

Teilzeit, absolviert werden. Die inhaltliche Grundlage für

den Aufbau der Fachschule bildete eine Analyse der Personalsituation

und der zukünftigen Bedarfe in den Unternehmen

der Metall- und Elektroindustrie Westsachsens, die

von Studentinnen der Westsächsischen Hochschule Zwickau

im Auftrag des bsw erarbeitet wurde.

Die umfangreiche und anspruchsvolle Ausbildung zum

Elektrotechniker mit Schwerpunkt Energie- und Automatisierungstechnik

macht den Absolventen zum gefragten Mitarbeiter,

der in allen Branchen der sächsischen Wirtschaft

einsetzbar ist. Die Ausbildung erfolgt auf der Basis staatlicher

Lehrpläne. Es wurden umfangreiche Investitionen

getätigt, um einen modernen Unterricht an Laborausrüs -

tungen, in Computerkabinetten und mit neuester Software

durchführen zu können. Dabei achten wir ständig darauf,

dass die Inhalte mit den Bedürfnissen der Wirtschaft in Übereinstimmung

gebracht werden. Die Ausbildung zum Maschinentechniker

mit dem Schwerpunkt Fertigung befähigt den

Absolventen zum Einsatz u. a. in der Metall- und Elektroindustrie

und ist speziell auf diese Belange ausgerichtet.

Die Entwicklung des eigenen Fachkräftenachwuchses,

besonders für die Führungsaufgaben, wird für die Unternehmen

zukünftig eine besondere Bedeutung einnehmen.

Die Unternehmen haben dieses erkannt und entsenden

zunehmend Mitarbeiter zur Technikerfortbildung und unterstützen

ihn dabei oft finanziell und/oder organisatorisch.

Dabei erhält er das Rüstzeug, um eine zentrale und entscheidende

Position innerhalb eines Unternehmens ausfüllen

zu können. Nach Abschluss stehen den Unternehmen

motivierte und gut ausgebildete Fachkräfte zur Verfügung.

Außerdem öffnet sich den Absolventen der gesamte Markt

in Deutschland und in den europäischen Ländern.

Typische Einsatzfelder sind:

Lösen von technisch-naturwissenschaftlichen und

betriebswirtschaftlichen Aufgaben

Erprobung, Inbetriebnahme, Instandhaltung,

Montage und Fertigung

Entwicklung, Aufbau, Wartung und Service von

komplexen technischen Systemen.

Im August 2013 wird nunmehr der 9. Fachschüler-Jahrgang

die Ausbildung beginnen. Insgesamt besuchen dann über

80 Fachschülerinnen und -schüler die Fachschule in einer

der beiden Fachrichtungen.

DER ERFOLGREICHSTE WEG, DIE ZUKUNFT ZU GESTALTEN!

19.11.2013

Auf der einzigen Karriere- und Rekrutierungsplattform in und für Mitteldeutschland

treffen Sie Ihre Mitarbeiter von morgen:

Präsenz als attraktiver Arbeitgeber der Region

Direkter und persönlicher Kontakt zu Studenten, Absolventen

und ausgebildeten Fachkräften

Effiziente Personalsuche für offene Stellen, Praktikums-, Traineeoder

Werkstudentenplätze usw.

Kontakt: Tel.: 0341 678-8051 | E-Mail: info@absolventenmesse-mitteldeutschland.de

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www.absolventenmesse-mitteldeutschland.de

Ideeller Träger:

Wirtschaftsjournal | Mai 2013

55


Fachkräfte

Anzeige

Lukratives Studienangebot

Kooperative Studiengänge der Bildungs-Werkstatt Chemnitz und der Hochschule Mittweida helfen

Fachkräftebedarf zu decken

Thomas Beyer, Geschäftsführer der Bildungs-Werkstatt

Chemnitz, Prof.Dr.-Ing.

Uwe Mahn, Dekan der Fakultät Maschinenbau

der Hochschule Mittweida, und

Frank Stephan, Geschäftführer der

Accomplast GmbH, (von links) sind gute

Partner, wenn es um hochqualifizierten

Fachkräftenachwuchs geht. Die Accomplast

stellt der Bildungs-Werkstatt zur

Erweiterung des Ausbildungszentrums

Kunststofftechnik eine Spritzgießmaschine

ARBURG 150 zur Verfügung.

Fotos: Wolfgang Schmidt

Kooperatives Studium bieten seit vier Jahren die Bildungs-Werkstatt Chemnitz und die Hochschule Mittweida

an. Ein Nutznießer dieser neuen Studienform ist die Accomplast GmbH in Limbach-Oberfrohna.

Darüber unterhielt sich das Wirtschaftsjournal mit Thomas Beyer, Geschäftsführer der Bildungs-Werkstatt

Chemnitz gGmbH, Prof. Dr.-Ing. Uwe Mahn, Dekan der Fakultät Maschinenbau der Hochschule Mittweida,

und Frank Stephan, Geschäftsführer der Accomplast GmbH.

Wirtschaftsjournal: Was verbirgt sich hinter kooperativen

Studiengängen?

Thomas Beyer: Die kooperativen Studiengänge sind aus

einer Initiative des sächsischen Wirtschaftsministeriums entstanden.

Eine Ausschreibung im Jahre 2008 forderte Bildungsdienstleister

in Sachsen auf, ihren Hut in den Ring zu

werfen und Vorstellungen zu entwickeln. Die Bildungs-Werkstatt

Chemnitz war erfolgreich dabei und startete 2009 mit

der ersten Matrikel, an der acht Studierende teilnahmen.

Jetzt haben wir vier Matrikel mit 31 Studierenden, die im

kooperativen Studiengang Mechatronik ihre Ausbildung

und ihr Studium absolvieren. Das Kooperative Studium vermittelt

berufliche Fertigkeiten und akademische Qualifikation.

Durch Integration einer beruflichen Ausbildung in ein

Hochschulstudium können zwei Abschlüsse, der Hochschulabschluss

als Bachelor of Engineering und der Facharbeiterabschluss

nach IHK-Prüfung in nur viereinhalb Jahren

erworben werden. Das kooperative Studium umfasst

ein Bachelorstudium an der Hochschule Mittweida, die

berufliche Ausbildung in einem Unternehmen und in der

Bildungs-Werkstatt Chemnitz sowie einen Auslandsaufenthalt

in der beruflichen Phase.

WJ: Wofür steht das Attribut kooperativ?

Thomas Beyer: Damit wird das Zusammenwirken von

Hochschule, Unternehmen und beruflichem Ausbildungszentrum

zum Ausdruck gebracht.

WJ: Wie wirken die Ausbildungspartner zusammen?

Thomas Beyer: Die Bildungs-Werkstatt Chemnitz koordiniert

das Zusammenwirken der Ausbildungspartner und

steuert das Auswahlverfahren, durch welches Bewerber und

Unternehmen zusammengeführt werden. Die Unternehmen

unterstützen ihre Studenten während der gesamten Studiendauer

auf der Grundlage eines Ausbildungs- und eines

Studienfördervertrages.


56 Wirtschaftsjournal | Mai 2013


Fachkräfte

Hat gute Perspektiven bei Accomplast:

Praktikant Kevin Reinhold wird bald im

Unternehmen eingestellt (links).

Maschinenbediener Tony Ellermann

(rechts) gehört zu den Fachkräften, die

zum Erfolg des innovativen Unternehmens

Accomplast beitragen.

www.bildungs-werkstatt.de

www.hs-mittweida.de

www.accomplast.de

WJ: Ein Kooperatives Studium steht also für eine

enge Kopplung von Theorie und Praxis?

Thomas Beyer: In der Tat. Studenten erhalten während

des Studiums Einblick in die betriebliche Praxis und werden

schrittweise im fördernden Unternehmen eingear beitet.

Ziel des Studiums ist ein vielseitig ausgebildeter Praxis-

Ingenieur mit regionaler Verwurzlung und internationaler

Handlungsfähigkeit. Attraktiv ist insbesondere die finanzielle

Förderung durch ein Unternehmen und die konkrete

berufliche Perspektive nach Studienabschluss.

WJ: Bisher waren die Partner mit dem Studiengang

Mechatronik erfolgreich. Sind weitere Studiengänge

geplant?

Uwe Mahn: In unserer Region dominieren Unternehmen

des Maschinenbaus, der Automobilindustrie, der Automobilzulieferer

und der Sondermaschinenbauer. Wir tragen

deren Bedarf an hochqualifizierten Fachkräften Rechnung

und beginnen jetzt im Herbst mit dem kooperativen Studiengang

Maschinenbau. Dabei nutzen wir die Kontakte

der Bildungs-Werkstatt Chemnitz im bestehenden Netzwerk

mit etwa 300 Firmen rund um den bewährten Studiengang

Mechatronik, um die mittelständischen Unternehmen

über den neuen Studiengang zu informieren. Im

Moment gibt es 15 Bewerber und zehn Plätze von Unternehmen.

Parallel startet im Herbst auch eine neue Gruppe

im Studiengang Mechatronik.

WJ: Was sind die Ziele des Studiengangs Maschinenbau?

Uwe Mahn: Ziel des Modells ist es, dass Auszubildende

und Studierende innerhalb von vier Jahren parallel den

Abschluss als Industriemechaniker beziehungsweise Zerspanungsmechaniker

im Rahmen einer Ausbildung bei der

Bildungs-Werkstatt Chemnitz und den akademischen Grad

„Bachelor of Engineering“ im Studiengang Maschinenbau

an der Hochschule Mittweida erwerben können.

WJ: Wie profitieren die Unternehmen vom Kooperativen

Studium?

Frank Stephan: Unser Unternehmen zum Beispiel, die

Accomplast GmbH mit 450 Beschäftigten und einem Jahresumsatz

von 28 Millionen Euro in der Unternehmensgruppe,

ist ein erfolgreicher Kunststoffverarbeiter. Unser

Bedarf an qualifizierten Fachkräften ist sehr hoch. Seit 12

Jahren bilden wir im Unternehmen jährlich um die neun

Lehrlinge aus. Aber es ist heute sehr schwer geworden,

geeignete Auszubildende zu finden. Das ist ein grundsätzliches

Problem. Wenn ältere Fachkräfte in einigen Jahren in

den Ruhestand treten, wird dieses Problem noch akuter.

Wir müssen deshalb rechtzeitig gegensteuern. Wenn man

erfolgreich am Markt bleiben will, ist man auf ein Facharbeiterpotenzial,

auf ingenieurtechnische Mitarbeiter angewiesen.

Das Kooperative Studium sehe ich als ein geeignetes

Mittel, das mithelfen kann, unseren Fachkräftebedarf

zu decken. Accomplast ist deshalb im vergangenen Jahr

beim Kooperativen Studium mit eingestiegen. Zwei junge

Leute von uns absolvieren seitdem den Studiengang Mechatronik.

Wir als Kunststoffverarbeiter profitieren dabei davon,

dass den Studierenden auch Basiswissen über Kunststoffverarbeitung

vermittelt wird. Es ist auch ein großer Vorteil,

dass in den kooperativen Studiengängen großer Wert auf

die Fremdsprachenausbildung gelegt wird, die bei den integrierten

Auslandsaufenthalten vertieft werden. Ohne Fremdsprachen,

in erster Linie Englisch, kommt man in Unternehmen

wie dem unsrigen überhaupt nicht mehr aus. Ob

als Einkäufer oder wenn es um Dokumentationen geht,

ohne Englisch läuft nichts mehr und man ist weg vom Fenster.

Schon deshalb ist das Kooperative Studium ein großer

Vorteil für uns. Wir sind gern bereit, weiteren Bewerbern

eine Chance zu geben. Wenn jemand vielleicht nach einem

Jahr feststellt, er habe die falsche Wahl getroffen und möchte

sich lieber umorientieren, so ist das für uns kein Problem.

Wir können jederzeit darüber reden und nach anderen

Lösungen suchen.

WJ: Welche Chance haben denn Bewerber, noch an

den kooperativen Studiengängen im Herbst teilzunehmen?

Thomas Beyer: Die reguläre Bewerbung bei der Bildungs-

Werkstatt Chemnitz oder parallel bei einem Unternehmen

für das im Herbst beginnende Wintersemester ist bis zum

31. Mai möglich. Aber auch einem späteren Einstieg steht

nichts im Wege.

Uwe Mahn: Für die Hochschule Mittweida ist am 15. Juli

Bewerbungsschluss. Da haben Bewerber noch etwas Luft.

Der Studienbeginn erfolgt im September.

Gespräch: Wolfgang Baltzer

Wirtschaftsjournal | Mai 2013

57


Fachkräfte

Keine Einbahnstraße

Hochschule Fresenius bietet zeitgemäße Perspektiven für die Gewinnung und Entwicklung von Fachkräften

Zu Recht ist der Mangel an Fachkräften zur Zeit das

beherrschende Thema des Mittelstandes. Dabei

bedenken viele Unternehmen und Bildungseinrichtungen

eines immer noch zu wenig: Menschen, die

über gute fachliche und persönliche Voraussetzungen

verfügen, sich beruflich zu verwirklichen und

Karriere zu machen, schauen heute sehr genau und

sehr kritisch hin, wer ihnen diese Perspektive bieten

kann. Für sie hat sich der Arbeitsmarkt gedreht:

Nicht sie bewerben sich bei den Unternehmen, die

Unternehmen bewerben sich bei ihnen. Deshalb

kommt es heute in erster Linie darauf an, für die

Auszubildenden und für die Fachkräfte attraktiver

zu sein als der Wettbewerb.

Die Hochschule Fresenius gehört zu den Bildungseinrichtungen,

die dafür bestens aufgestellt sind. Gegründet 1848

von Carl Remigius Fresenius, blickt das Unternehmen heute

auf über 160 Jahre Bildungstradition in privater Trägerschaft

in Deutschland zurück. Die Hochschule ist damit die ältes -

te Bildungsinstitution dieser Art im Bereich Chemie. Im Sinne

ihres Gründers verbindet sie heute Lehre, Forschung und

Praxis neben den traditionellen Fachbereichen Chemie &

Biologie seit 1997/98 auch in den Bereichen Gesundheit &

Soziales und Wirtschaft & Medien. Die Hochschule versteht

es, im Dialog mit Unternehmen, Absolventen, Studenten

und Verbänden ihr Leistungsangebot kontinuierlich weiterzuentwickeln

und den Anforderungen der Wirtschaft anzupassen.

Zahlreiche Absolventen der Hochschule arbeiten

heute erfolgreich in Deutschland und im Ausland in leitenden

Positionen. Den Fachbereich Chemie & Biologie gibt es

im Stammhaus Idstein und im Studienzentrum Zwickau.

Zum Erfolgsrezept gehört ohne Zweifel ein enges und persönliches

Verhältnis zwischen Studenten und Dozenten,

denen der aktuelle Leistungsstand stets bekannt ist. Sämtliche

Dozenten im Studienzentrum Zwickau sind in Unternehmen

der Branche tätig und verfügen über aktuelles

praktisches Wissen. Auf der Grundlage eines zertifizierten

Managementsystems findet zum Beispiel auch eine Evaluierung

der Dozenten durch die Studierenden statt, womit

die Qualität der Lehre in moderner Form gesichert wird.

Die Praxisorientierung der Hochschule zeigt sich auch

in einer flexiblen Herangehensweise an die Zulassungsbedingungen

und die Finanzierung des Studiums. Sind

bestimmte Qualifikationen bereits vorhanden, können

Quereinsteiger die Studienzeit problemlos verkürzen. Einzelne

Module der Studiengänge werden für Fachkräfte

auch als Weiterbildung angeboten.

Mit dieser vorbildlichen Verbindung von Forschung und

Lehre mit dem Dienstleistungsgedanken empfiehlt sich die

Hochschule Fresenius nicht nur den Fachkräften, sondern

auch den Unternehmen.

Weitere Informationen unter:

www.hs-fresenius.de

Fachschule für Technik Plauen – Staatlich anerkannte Ersatzschule

Am 26. August 2013 beginnt in Plauen die Ausbildung zum Staatlich geprüften Techniker (m/w) in

den Fachrichtungen Elektrotechnik (Schwerpunkt Energie- und Automatisierungstechnik) sowie Maschinentechnik

(Schwerpunkt Fertigung). Nutzen Sie diese Aufstiegsfortbildung für Ihren beruflichen

Erfolg. Anmeldeschluss für das neue Schuljahr ist der 31. Mai 2013.

Information und Anmeldung: 03741 5715-0 – www.fachschule-technik-plauen.de

Ihre Ansprechpartner: Peter Braumandl (Schulleiter) und Sigrid Bauer (Sachbearbeiterin)

58 Wirtschaftsjournal | Mai 2013


Fachkräfte

Schlüsselkompetenz Innovation

Mit dem Auslauf der Fördermittel stellt sich das AMZ neu auf – mit alten Tugenden und neuen Ideen

Gute Bilanz seit dem Start

im Oktober 1999 bis zum

31. Dezember 2012:

291 Projekte, darunter 158

Kooperationsprojekte und 40

Entwick lungsprojekte, wurden

initiiert und begleitet. Daran

waren 1.239 Unternehmen

beteiligt. 315 Zielkundenpräsentationen

bei OEMs und 1st-tier-

Lieferanten wurden durchgeführt.

693 Lieferanten wurden in

70 Lieferantenauswahlprojekten

von AMZ vorgeschlagen.

Die Grundfinanzierung durch das Sächsische Wirtschaftsministerium

endete fristgemäß zum 31. Dezember 2012.

Mit dem 1. Januar 2013 hat die RKW Sachsen GmbH die

Trägerschaft für das Netzwerk Automobilzulieferer Sachsen

AMZ übernommen. Zur Umstellung der Mitgliedschaft wurden

die Mitglieder bereits angeschrieben. Aktuell laufen

persönliche Besuche mit dem Ziel, die aktuellen Bedarfe

und Wünsche an das Netzwerk aufzunehmen.

Das AMZ-Büro wurde in die Räumlichkeiten des Trägers

RKW Sachsen GmbH nach Dresden verlegt. Regionale

Ansprechpartner befinden sich darüber hinaus in Chemnitz,

Leipzig und Westsachsen. Auf diese Weise ist persönliche

und individuelle Mitgliederbetreuung weiterhin garantiert.

„Die Verlegung des Sitzes nach Dresden schafft Synergien

in der Verwaltung und bringt interessante neue Anknüpfungspunkte

in die IKT und die Mikroelektronik", sagt Dirk

Vogel, AMZ-Projektmanager und Prokurist beim Projektträger

RKW Sachsen, und erwartet neue Impulse für das

Netzwerk.

Das Netzwerk wird jetzt finanziell auf eigenen Beinen

stehen. Die Mitgliedschaft im AMZ ist vom Verein abgekoppelt

und in die RKW GmbH integriert worden. Das AMZ

bildet mit den Netzwerken in Thüringen, Sachsen-Anhalt,

Berlin/Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sowie

einigen ausgewählten OEM und FirstTiers die Vereinigung

ACOD - das „Automotive Cluster Ostdeutschland". Durch

die Mitgliedschaft im AMZ erhalten die Mitglieder damit

Zugang zu den Veranstaltungen des ACODs. Ein Teil der

Beiträge wird zur Finanzierung an den ACOD direkt ab -

geführt. Die notwendigen finanziellen Mittel für die Netzwerkarbeit

in Sachsen werden über die Mitgliederbeiträge,

Veranstaltungen sowie durch die Projektarbeit erwirtschaftet.

„Die neue Struktur ist noch im Aufbau, die Reaktionen

der Mitglieder sind bisher sehr positiv", bestätigt

Dirk Vogel. Mit der neuen Veranstaltung „AMZ Technologietag"

werden anwendungsbereite neue Technologien

vorgestellt. Ziel der Veranstaltung ist, den sächsischen Zulieferern

die Möglichkeit zu geben, diese Technologien eher

als andere in ihre Produktion zu überführen. Gleichzeitig

wird die sächsische Kooperation zwischen dem leistungsstarken

Maschinenbau und der Fertigungsindustrie intensiviert.

Im Aufbau befindlich ist die „AMZ Akademie" mit

ersten Angeboten, zum Beispiel für Projektleiter mit den

Schulungsinhalten „Produktentstehungsprozess" und

„OEM-Begrifflichkeit". Schwerpunkte der Netzwerkarbeit

sind weiterhin Technologieprojekte, Innovations- und Kooperationsprojekte,

einschließlich möglicher Fördermittelberatung.

Dabei sollen Unternehmen weiterhin professionell

bei ihren Bemühungen um Kostenoptimierung, Technologietransfer

oder Expansion unterstützt werden. Die gemeinsame

Vision der Automobilzulieferer, der Forschungs- und

Entwicklungslandschaft rund um das Automobil und die

Mobilität ist, Sachsen bis 2020 zum innovativsten Automobilstandort

zu entwickeln, gemessen an der Zahl der in

die Produktion überführten Innovationen und Patenten.

Die Mission für das Netzwerk AMZ ist es, „Hilfsmittel, Informationen

und Unterstützung bereitzustellen, damit die

sächsischen Automobilzulieferer, -entwickler und -dienstleister

zu den Erfolgreichsten im globalen Wettbewerb werden",

betont der Projektmanager. Auf diesem Weg will

AMZ die Unternehmen begleiten. Ziel für das AMZ ist es,

zentraler Ansprechpartner für die automobile Welt in Sachsen

zu werden, die sächsische Forschungskraft in Sachsen

zu vernetzen, seine Kompetenzfelder wie Innovationsförderung,

Nachhaltigkeitsstrategien, Internationalisierung

und Fachkräftegewinnung auszubauen.

„Die Schlüsselkompetenz der sächsischen Zulieferindustrie

und damit der zentrale Ausgangspunkt der AMZ-

Arbeit ist und bleibt auch in der Arbeit ab 2013 die Innovation.",

betont Dirk Vogel. Damit soll die Wettbewerbsfähigkeit

der sächsischen Automobilzulieferindustrie gestärkt

und die Unternehmen auf dem Weg zu anerkannten, global

agierenden und neutralen Lösungspartnern der Automobilindustrie

begleitet werden.

SP

Wirtschaftsjournal | Mai 2013

59


Fachkräfte

The Runner

The Emerald Isle, environmentalism, and jade and wasabi running shirts by thoni mara – the green journey of

Sprachcampus Thum

In 1911 Oswald Hofmann started to produce stockings in

his knitting factory in Jahnsbach. 87 years later it changed

hands and was renamed Nautilus Skin Touch.

Christian Schwab, who is a designer, marathon runner

and the company’s CEO, had an innovative idea for sportswear.

Since running is his passion he found a niche and turned

his favorite sport and hobby into a profession. He used

that unique perspective to expand the company. Now he

can include his creative talents and his knowledge as a textile

designer into the family business. He created a competitive

sports gear label named thoni mara, which is a neologism

of the German name for a marathon runner Marathoni.

The home brand makes already up a quarter of the

company’s whole production and is in the process of penetrating

more European markets.

Everything from the design, cloth making, knitting, sewing

to marketing is produced in the same factory located in the

Erzgebirge. It is their trademark that all the clothes are made

in Germany and hand-made.

Thoni mara is the best example how innovation leads

to high quality made in Saxony. The material has special

features e.g. it is breathable, seamless, non-scrubbing, waterrepellent

and odour-regulating. But that is not the only good

thing. Thoni mara-clothes are produced in fresh colours like

Thoni mara – der Renner

amarena, wasabi-green and jade. Very innovative are the

green fee-T-shirts. They are made from recycling yarn and

they have all advantages of the other T-shirts. This yarn saves

60% energy, water and precious resources. With this production

line “green fee” the company won the Trail award

in this year, which makes them even more competitive. Running

clothes are a booming market and the brand is already

well-established and able to compete, because there

you have to be unique, functional, but also fashionable like

thoni mara.

Die grüne Reise des Sprachcampus-Projektes begann auf

der grünen Insel Irland und endete bei Thoni Mara, die

ersten, die im Februar dieses Jahres den Trail Award für ihre

„green fee“ Kollektion erhielten.

Die Firma Nautilus skin touch entstand vor 87 Jahren

aus der ursprünglich 1911 von Oswald Hoffmann in Jahnsbach

gegründeten Strickerei. Der heutige Chef Christian

Schwab, Designer und selbst ambitionierter Marathonläufer,

konnte mit seiner Firma eine innovative Idee umsetzen

und Beruf und Hobby vereinen. Er gründete die Marke für

Laufkleidung thoni mara, eine Wortneuschöpfung aus dem

Begriff Marathoni, der Bezeichnung für einen Marathonläufer.

Die herausstechenden Merkmale der Marke, die bereits

ein Viertel der gesamten Kollektion der nautilus gmbh ausmacht,

sind die Schlagworte made in Germany und hand

made.

Thoni mara ist ein perfektes Beispiel dafür, wie aus einer

einfachen Idee eine etablierte, erfolgreiche und vor allem

qualitativ hochwertige Sportmarke entstehen kann. Thoni

mara Stoffe werden in frischen Farben produziert, wobei

die Grüntöne Wasabi und Jade nur zwei der farblichen Highlights

sind. Besonders innovativ ist die green fee Kollektion,

die neben allen anderen Vorteilen der gesamten thoni mara

Produkte zusätzlich aus Recycling Garn hergestellt wird,

welches 60% Energie, Wasser und Rohstoffe einspart. Diese

Kollektion, die dem Team von thoni mara den Trail Award

einbrachte, macht die Marke noch einzigartiger und zeigt,

dass sie im boomenden Markt der Sportkleidung ihren Konkurrenten

in nichts nachstehen.

Sprachcampus on Tour – Firmenbesuche in Chemnitz und Umgebung

60 Wirtschaftsjournal | Mai 2013


Fachkräfte

Give your brand a helping hand

An insight in how products get advertised and become known all over the world

mcs promotion is a global advertising

material supplier. As a full service provider,

they advise companies on which are

the best ideas or products to represent

their brand. They create individual marketing

concepts for them, including the

target group, the price, the quality and

special features. For exclusive partners

they provide the whole range of branding.

They have a large network of international

suppliers.

mcs promotion was founded in 1974 and has spread all

over Europe with offices in Italy, France, Belgium and Germany.

Additionally there is an office in China, which is the

lobbying office for our purchasing department. mcs promotion

is specialized in selling merchandising items with

22 full-service customers, such as Siemens, and more than

700 active customers all over the world. About 50 employees

work in accordance with the company's principle of

providing the clients with the right article at the best price

at the perfect moment. In 2012 the company made a turnover

of about 14 million Euro.

The most important things in a promotion agency are the

promotional items. Every item sourced by mcs promotion

is customized. Some typical items are rubber balls, magnets,

balloons, cups, pens and lanyards. The latest trends

and innovations are showcased at trade fairs. The company

is always looking for cutting-edge, brand-new and unique

promotional items of high quality. Mr. Schelter showed

us the trendiest and innovative items they offer, for example,

an umbrella with an off-centered shaft, which gives

you plenty of space to enjoy the rain without getting wet -

for right- and even left-handers.

The second part of our company visit was a practical

task. We had to be creative and chose a promotional gift

accompanying a mobile phone contract for people aged 14

to 18. The maximum value was 5 Euros. We had many creative

ideas but all of them were smart phone accessories.

Most of us thought that headphones would be a good idea.

With this practical task mcs got a good view what students

and teenagers would like to have for their smart phones.

All in all, we can say that the theoretical and practical experience

was very interesting for us and for mcs promotion

as well

Promotion auf hohem Niveau

Von der Idee bis zur Umsetzung – ein Einblick in die Arbeit von mcs promotion

Die mcs promotion GmbH ist eine Agentur, die sich auf die

bestmögliche Vermarktung von Werbeartikeln spezialisiert

hat. Für jede Firma wird ein individuelles Marketing Konzept

erstellt. Gegründet wurde die mcs promotion GmbH

1974, mittlerweile besitzt sie in ganz Europa, unter anderem

in Italien, Frankreich, Belgien und Deutschland, ihre

Büros. Einen weiteren Standort gibt es in China, welcher

als Kontaktbüro für den Einkauf dient. Weltweit hat die

Agentur über 700 Kunden, darunter auch Siemens.

Die insgesamt 50 qualifizierten Mitarbeiter suchen ständig

neue, innovative Konzepte und Ideen für die Umsetzungen

der einzelnen Wünsche. Derzeit sind besonders Magnete,

Tassen, Stifte und Schlüsselbänder beliebte Werbeartikel.

Selbstverständlich haben alle Angebote eine hohe

Qualität und ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Unser

Gastgeber Herr Schelter zeigte uns auch einige Neuerscheinungen,

zum Beispiel einen Regenschirm, dessen Halterung

nicht in der Mitte, sondern an der Seite befestigt ist.

So hat man viel mehr Platz unter dem Schirm und wird weniger

nass - eine Idee, die uns alle begeistert hat.

In der zweiten Hälfte unseres Firmenbesuches war unsere

Kreativität gefragt. Dazu mussten wir ein Werbegeschenk

für einen Handyvertrag entwerfen und vorstellen. Die Zielgruppe

waren 14- bis 18-jährige. Uns stand ein Budget von

maximal 5 Euro zur Verfügung. Wir hatten eine Menge Ideen,

die sich alle um das Thema Handyzubehör drehten. Es war

eine sehr interessante Aufgabe, wir hatten viel Spaß und

Herr Schelter konnte auf diese Weise auch ein wenig Marktforschung

betreiben.

Sprachcampus on Tour – Firmenbesuche in Chemnitz und Umgebung

Wirtschaftsjournal | Mai 2013

61


Internationalisierung

Sachsens Schaufenster

Staatssekretär Hartmut Fiedler wirbt in Prag für Wirtschaftsstandort Sachsen

Staatssekretär Hartmut Fiedler war am 14. Mai im

Verbindungsbüro des Freistaats in Prag zu Gast. Bei

seinem Besuch präsentierte er im Rahmen eines Pressegesprächs

mit tschechischen Medienvertretern die

Potenziale des Wirtschaftsstandorts Sachsen.

Dabei wurde er vom Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung

Sachsen GmbH (WFS), Peter Nothnagel, begleitet. „Die

Tschechische Republik ist nicht nur unser direkter Nachbar,

sondern auch als Wirtschaftspartner von großer Bedeutung

für den Freistaat“, so Staatssekretär Fiedler. „Tschechien

ist heute nach China der zweitwichtigste Handelspartner

für sächsische Unternehmen. Umso wichtiger ist es, die großen

Potenziale einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit über

die tschechischen Medien in der Öffentlichkeit bekannt zu

machen – auch um das Interesse von möglichen Investoren

noch stärker auf den Freistaat zu lenken.“ Tschechien

ist ein hochindustrialisiertes Land mit einer ebenso langen

Tradition wie Sachsen und seit 2004 Mitglied der Europäischen

Union. Mit zunehmender Wirtschaftskraft sollen auch

tschechische Unternehmer den Freistaat als Ziel für Inves -

titionen entdecken. Als Katalysator wirkt dabei das Ver -

bindungsbüro des Freistaates Sachsen in Prag. Dr. David

Michel und Stefanie Rehm haben hier schon oft Treffen von

tschechischen und sächsischen Unternehmern organisiert.

„Wir sehen uns dabei als Schaufenster des Freistaates“, so

Michel. In seiner Attraktivität für Ansiedlungen steht Sachsen

nicht hinter anderen tschechischen Nachbarregionen

wie Bayern und Österreich zurück. So punktet der Freistaat

beispielsweise mit hervorragend ausgebildeten Fachkräften

und zahlreichen Forschungseinrichtungen und innovativen

Branchennetzwerken wie Silicon Saxony. Dieses Ziel

hatte auch das Sächsisch-Böhmische Wirtschaftstreffen

am Abend in Bad Schandau, an dem neben Staatssekretär

Fiedler Vertreter von tschechischen und sächsischen Unternehmen

teilnahmen.

PM/CH

Dr. David Michel und Stefanie Rehm

sind die Repräsentanten im Prager Verbindungsbüro:

„Wir bekommen sowohl

die politischen Diskussionen als auch

die Gespräche der Unternehmer mit.“

Foto: Stefan Hohmeister

Ausbildungsberufe tschechischen Nachbarn vorgestellt

Informationsveranstaltungsreihe „Initiative zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit“ fortgesetzt

Am 16. Mai fand eine weitere gemeinsame Informationsveranstaltung

zwischen IHK Chemnitz, Regionalkammer

Zwickau und dem Verein BIC-Forum Wirtschaftsförderung

zur Verbreitung des Europagedankens am BIC-Standort

Stenn statt. Im Mittelpunkt standen die Berufe Koch/Köchin

und Zimmerer/Tischler. Dabei bekamen die knapp 50 Teilnehmer,

die vor allem Schüler aus der der Integrierten

Gesamtschule (ISS) in Cheb und Azubis des Berufsschulzentrum

in Schneeberg waren, aktuelle Informationen zum

Arbeitsmarkt in der Region Zwickau und zum Bedarf des

Arbeitsmarktes im Bezirk Karlovy Vary. Herr Neef, Bereichsleiter

in der Agentur für Arbeit in Zwickau, informierte die

tschechischen Gäste über Aktivitäten wie „Tag der offenen

Tür“, „Woche der offenen Unternehmen“, wo Schüler und

Eltern die Möglichkeit haben, eine breite Palette von Berufen

in den Unternehmen anzuschauen und Fragen zu stellen

oder im „Sommercamp“, wo sich die Schüler praktisch

ausprobieren können. In dem Vortrag von Herrn Pašava,

Direktor der Regionalen Wirtschaftskammer Egerland, wurde

die Arbeitskräftesituation u. a. im Baugewerbe und in der

Landwirtschaft im Bezirk Karlvy Vary dargestellt. Hier besteht

akuter Fachkräftemangel.

Frau Hronešová, stellvertretende Schuldirektorin der ISS in

Cheb, die mit ca. 2.000 Schülern die größte Mittelschule

im Bezirk Karlovy Vary ist, informierte über das Profil der

Schule und stellte die Ausbildungen Koch und Tischler vor.

Nach den Vorträgen besuchten die Teilnehmer die Lich -

tentanner Zimmerei und Trockenbau GmbH, das Zwickauer

Brauhaus und die Alte Münze. Für viele der tschechischen

Jungendlichen war es der erste Besuch in Zwickau. Und für

einige wäre es vorstellbar, sich auch in Zwickau als Koch

auszuprobieren.

Die im vorigen Jahr begonnene Veranstaltungsreihe soll

auch nächstes Jahr mit neuen Ideen fortgesetzt werden.

Sächsische und tschechische Teilnehmer

der Veranstaltung. Quelle: BIC-FWF e. V.

Kontakt:

BIC-Forum Wirtschaftsförderung

(BIC-FWF) e. V.

Lessingstraße 4

D-08058 Zwickau

Telefon: +49 375 541-0

fwf@bic-zwickau.de

www.bic-zwickau.de

62 Wirtschaftsjournal | Mai 2013


Treffpunkt

Blütenträume – Lebensräume

7. Landesgartenschau findet in zwei Jahren auf dem „Balkon Sachsens“ statt

Mit dem symbolischen ersten Spatenstich

gab Sachsens Ministerpräsident

Stanislaw Tillich das Startsignal für die

Bauarbeiten zur 7. Landesgartenschau

im Jahre 2015. Fotos: Wolfgang Schmidt

Hintergrund:

Mit der Entscheidung des sächsischen

Kabinetts zur Ausrichtung

der 7. Sächsischen Landesgartenschau

im Jahr 2015 in

Oelsnitz/Erzgebirge wird erstmals

ein herausragendes Gartenfestival

im Erzgebirgskreis

veranstaltet. Unter dem Motto

„Blütenträume – Lebensräume“

wird sich Oelsnitz/Erzgeb. von

April bis Oktober 2015 mit einer

Blütenfülle in der ganzen Stadt

und insbesondere auf dem Ausstellungsgelände

präsentieren.

Auf dem Areal des ehemaligen

Güterbahnhofs wird es im Sommerhalbjahr

2015 das besondere

Gartenfest für Jung und Alt,

für Fachbesucher und Hobbygärtner,

für Natur- und Kulturbegeisterte

und ganz speziell auch

für Eisenbahnromantiker geben.

Mit einem symbolischen Spatenstich gab Ministerpräsident

Stanislaw Tillich das Startsignal für die

Bauarbeiten zur 7. Landesgartenschau in Oelsnitz im

Erzgebirge. Eröffnet werden soll sie in zwei Jahren.

„Für mich ist das Erzgebirge der Balkon Sachsens. Mit der

Landesgartenschau bekommt dieser Balkon 2015 eine neue

Attraktion“, so der Ministerpräsident. Der Sommer 2015

wird in Oelsnitz ein Erlebnis. Dafür sorgt die Landesgarten -

schau. Oelsnitz bekommt damit neben dem Glückaufturm

und dem Bergbaumuseum eine weitere Großattraktion.

Der Freistaat Sachsen unterstützt das Vorhaben, für das

das Motto „Blütenträume – Lebensräume“ gewählt wurde,

mit rund 3,9 Millionen Euro. „Wir tun das aus voller Überzeugung“,

sagte Tillich, „denn die Landesgartenschau hat

sich schon sechs Mal bewährt und war bislang immer sehr

erfolgreich als Instrument der Stadt- und Regionalentwicklung

sowie als Veranstaltungskonzept.“ Tillich erinnerte

daran, dass zuletzt die Stadt Löbau mit der Landesgartenschau

fast eine halbe Million Besucher angelockt hat.

In Oelsnitz soll der ehemalige Kohleverladebahnhof des

Lugau-Oelsnitzer Steinkohlereviers in den nächsten beiden

Jahren zu einem Erholungspark umgestaltet werden. In dem

Revier endete 1971 die Kohleförderung. Dies war auch das

Aus für den Güterumschlagplatz. Oelsnitz hatte Anfang

2011 den Zuschlag für die Landesgartenschau 2015 erhalten.

Landesgartenschauen gibt es in Sachsen bereits seit

1996. Wolfgang Baltzer/PM

Wirtschaftsjournal | Mai 2013

63


Treffpunkt

Marktplatz für KMU

Erste Thüringer Mittelstandsmesse hat Industrie im Fokus

Die WiN findet Ende Juni erstmalig in Thüringen statt. Das Konzept hat sich bereits in einigen

westdeutschen Regionen bewährt. Was die Besucher nun in Erfurt erwartet, erklärt der Organisator

Michael Hoppe von Trade Fair Partners im Gespräch mit dem Wirtschaftsjournal.

Wirtschaftsjournal: Die WiN findet erstmalig

in Thüringen statt. Wie kam es dazu?

Michael Hoppe: Wir haben bereits sehr gute Er -

fahrungen mit unseren MIttelstandsmessen unter

anderem in Wuppertal und im Rheinland gemacht.

Thüringen war bisher ein weißer Fleck. Meine Mitarbeiterin,

die aus Schmalkalden stammt, hat dann

aber den Anstoß gegeben. Und so haben wir die

Gespräche mit der Wirtschaftsförderung in Erfurt

und dem BVMW aufgenommen.

WJ: Sie haben bereits Mittelstandsmessen

organisiert. In Sachsen gibt es drei. Wird die

WiN in Erfurt anders werden?

Hoppe: Das Grundkonzept ist ähnlich. Allerdings

ist in Thüringen stärker die Industrie im Fokus, während

bei den anderen Veranstaltungen vor allem der

Dienstleistungssektor breit vertreten ist. Auf der WiN

in Erfurt bilden wir nun die landestypischen Indus -

triecluster wie Bautechnik, Energie/Solar, Fertigungsund

Kunststofftechnik, Mikro-/Nanotechnologie und

Logistik ab. Hinzu kommt, dass parallel der Mitteldeutsche

Kunststofftag stattfindet sowie die Mikro-/

Nanotechnologie-Konferenz in die WiN integriert ist.

Ein besonderer Höhepunkt wird am Abend des 25.

Juni das Wirtschafts-Sommerfest sein. Dabei wird

der Familienunternehmer des Jahres 2012, Matthias

Krieger, einen Vortrag mit dem Titel „Mitarbeiter finden,

entwickeln und binden" halten.

WJ: Mit wie vielen Ausstellern und Besuchern

rechnen Sie?

Hoppe: Wir haben bereits 113 Anmeldungen. Davon

kommen 30 bis 40 Prozent aus der Industrie. Zudem

erwarten wir rund 1500 Besucher.

Gespräch: Claudia Hillmann

Am 25 . und 26. Juni in der

Erfurter Messehalle 2:

Die Mittelstandsmesse für Thüringen mit

spannendem Rahmenprogramm.

www.win-thueringen.de

64 Wirtschaftsjournal | Mai 2013


Treffpunkt

Effizient, mobil und integriert

Social Collaboration 2013: Fachtagung zu Strategien, Technologien und Praxiserfahrungen

Zeitgemäß und erfolgreich zusammenarbeiten, so beschreibt

DNUG – The Enterprise Collaboration Professionals das

Angebot der nächsten Konferenz. Sie findet unter dem Titel

„Social Collaboration 2013“ am 6. und 7. Juni 2013 im

Seminaris CampusHotel Berlin statt. Social Business, Talentmanagement,

sicheres Arbeiten mit mobilen Geräten, IT-

Integrationsszenarien, moderne Anwendungen und das richtige

Management der erforderlichen Infrastrukturen werden

die Themen der beiden Konferenztage bestimmen. Das

Konferenzprogramm mit Vorträgen, Podiumsdiskussionen

und Barcamp wird in Kooperation mit IBM Collaboration

Solutions einschließlich IBM KeneXa gestaltet. Zusätzliche

Gelegenheit für den fachlichen Austausch bieten die Stände

und Lounges in der Ausstellung.

Teilnehmer werden beispielgebende Anwendungsfälle

kennen lernen und innovative Lösungen, die sich durch

einen hohen Integrationsgrad auszeichnen. Die Konferenz

bietet Gelegenheit zum Austausch über die Schlüsselthemen

unserer Zeit mit anderen Führungsverantwortlichen,

erfahrenen Anwendern und versierten Experten.

Social Business Plattformen werden heute bereits in

zahlreichen Unternehmen genutzt oder sind Bestandteil

aktueller Projekte, um Zusammenarbeit und das Teilen von

Unternehmenswissen neu zu organisieren. Im Social Business

Day, einem Sonderprogramm am ersten Konferenztag,

berichten Anwender über ihre Erfahrungen auf diesem Weg.

Referenten aus dem Hochschulbereich stellen Untersuchungsergebnisse

unterschiedlichster Einsatzfälle vor und

setzen sich u. a. damit auseinander, wie Mehrwerte der

neuen Arbeitsmedien quantifiziert werden können. Stellvertretend

dafür sei hier die Keynote mit dem Titel „Social

Business Software Leben einhauchen: Wer macht’s und

warum?“ von Frau Prof. Dr. Andrea Back, Universität St.

Gallen, genannt.

Prof. Dr. Lothar Kroll ist Koordinator des

Bundesexzellenzclusters „MERGE –

Technologiefusion für multifunktionale

Leichtbaustrukturen“. Ziel des Clusters

ist es, derzeit noch getrennte Fertigungsprozesse

bei der Verarbeitung

unterschiedlicher Werkstoffgruppen,

wie Metalle und Kunststoffe sowie

technische Textilien, zusammenzuführen.

Foto: TU Chemnitz/Kristin Schmidt

Wertschöpfung durch

Vernetzung

Einen spannenden Blick in die Forschungslandschaft des

Strukturleichtbaus an der TU Chemnitz bieten die Landesfachkommission

Innovationsförderung und Technologietransfer

und die Sektion Chemnitz des Wirtschaftsrates. Am

4. Juni, 16 Uhr, werden in der TU Chemnitz die zum sächsischen

Wirtschaftstag angestoßenen Gespräche über Chancen

für neue Wertschöpfungsketten durch starke Netzwerke

aus Forschung und Industrie fortgesetzt. Gastgeber Prof.

Dr. Lothar Kroll, Leiter der Professur Strukturleichtbau und

Kunststofftechnik und Direktor des Instituts für Strukturleichtbau

an der TU Chemnitz, hat mit seinem Exzellenzcluster

„Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen“

(MERGE) 38,5 Millionen Euro Fördermittel eingeworben.

Hinter Kroll steht ein Netzwerk von rund 100

mittelständischen und großen Unternehmen und mehr als

30 Wissenschaftler aus verschiedenen Fakultäten der TU

Chemnitz. Dazu kommen Forscher aus beiden Chemnitzer

Fraunhofer-Instituten und verschiedener Institute der TU

Chemnitz sowie weiterer sächsischer Forschungsinstitute.

Sie forschen gemeinsam, um multifunktionale Leichtbaustrukturen

in einem Verarbeitungsschritt zu erzeugen. Dem

Einsatz von Kunststoffen wird zukünftig unter dem Aspekt

der Ressourcenschonung und Energieeinsparung größere

Bedeutung zukommen.

Internationales

ECEMP-Kolloquium

Nur wer mittel- und langfristig vorhandene Ressourcen effizient

einsetzt, wird im globalen Wettbewerb den entscheidenden

Vorsprung erringen. Über Erfolg oder Misserfolg

entscheidet dabei nicht alleine der Kostenaspekt. So werden

sich zukünftig nur solche Produkte durchsetzen, bei

denen Rohstoffverbrauch, Umweltbelastung und Nutzen im

Einklang stehen. Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft,

aus den Ingenieur- und den Naturwissenschaften stellen

auf dem Internationalen ECEMP-Kolloquium in Dresden

neueste Ergebnisse zu ressourcenschonenden Werkstoffen,

Technologien und Prozessketten vor. Dieses findet am 24.

und 25. Oktober 2013 statt. Das ECEMP – „European Centre

for Emerging Materials and Processes Dresden“ wurde

2007 gegründet. Am ECEMP sind 40 Professuren der TU

Dresden, der HTW Dresden und der TU Bergakademie Freiberg

beteiligt. Die Wissenschaftler im ECEMP entwickeln in

14 Teilprojekten Mehrkomponentenwerkstoffe für die drei

Zukunftsfelder Energietechnik, Umwelttechnik und Leichtbau.

Dabei bündeln sie die Kompetenzen in allen Materialklassen

(Metalle, Kunststoffe, Naturstoffe und Keramiken)

und der gesamten Wertschöpfungskette (Materialdesign

(CMS), Entwicklung, Herstellung, Verarbeitung und Anwendung

von Bauteilen). Eine Vielfalt und Breite, die derzeit

einzigartig ist in Deutschland.

Wirtschaftsjournal | Mai 2013

65


Treffpunkt

Rückgrat der Wirtschaft

Der Mittelständische Unternehmertag Deutschland (MUT) rechnet mit 4.000 Teilnehmern aus ganz Deutschland

Nur knapp drei Wochen nach der Bundestagswahl am 22.

September findet nach Angaben der Organisatoren Deutschlands

größte Kongressmesse des deutschen Mittelstandes

in Leipzig statt. Am 10. Oktober 2013 kommen auf dem

Mittelständischen Unternehmertag Deutschland (MUT) im

Congress Center der Leipziger Messe Unternehmerpersönlichkeiten,

leitende Manager und junge Firmengründer

mit Politikern und Multiplikatoren aus Verbänden und

Medien zusammen. Sie werden sich vor allem zu den zentralen

Fragen, die den Unternehmern, ihren Mitarbeitern

und Kunden auf den Nägeln brennen, austauschen. Zudem

werden 150 Aussteller ihre Produkte und Dienstleistungen

präsentieren.

„Mit Eurokrise, Energiewende oder Fachkräftemangel

steht die deutsche Wirtschaft vor entscheidenden Herausforderungen",

sagt MUT-Geschäftsführer Jochen Lohse,

zugleich Direktor-Ost des Bundesverband Mittelständische

Wirtschaft (BVMW). „Um den aktuellen Aufschwung

nicht zu gefährden, brauchen wir dauerhaft eine mittelstandsfreundliche

Steuer-, Energie- und Forschungspolitik.

Dazu werden wir auch die neue Bundesregierung in

die Pflicht nehmen", ergänzt Alexander Lohse, Geschäftsführer

Region Leipzig des BVMW Regionalverbund Leipzig

und ebenfalls Geschäftsführer des MUT. Gerade in Krisenzeiten

würden die mittelständischen Betriebe als Rückgrat

der Wirtschaft für Stabilität und Kontinuität sorgen, so

Jochen Lohse. Aktuellen Untersuchungen zufolge zählen

99,6 Prozent der Unternehmen in Deutschland zu den kleinen

und mittleren Unternehmen (KMU). Auf diese entfielen

37,1 Prozent aller steuerbaren Umsätze durch Lieferungen

und Leistungen und 60,2 Prozent aller sozialversicherungspflichtig

Beschäftigten.

Komprimierter Nutzwert für Unternehmer

Schwerpunkte des komprimierten Tagesprogramms sind

auf der 9. Auflage des Kongresses Expertenseminare,

Workshops, Unternehmenspräsentationen, hochkarätig

besetzte Plenen und Podiumsdiskussionen zu den Themen

Unternehmensführung; Informations- und Kommunikationstechnologie;

Gesundheitswirtschaft; Logistik, Personalmanagement,

Finanzwirtschaft, Energiewirtschaft und

Umwelt, Marketing/Vertrieb sowie Außenwirtschaft. Wie

gewohnt ergänzen die Kooperationsbörse für produzierende

Unternehmen und die Veranstaltungen „Speed Connections"

sowie „Jugend trifft Wirtschaft" das hochwertige

Fachangebot.

PM/CH

Thomas Sattelberger, ehemaliger Telekom-Personalvorstand

und Themenbotschafter

der Initiative Neue Qualität der

Arbeit, hob auf dem MUT 2012 u.a. die

Bedeutung der Personalführung für

die Bindung von Arbeitskräften an

Unternehmen hervor.

Foto: Stefan Waldek

Weitere Informationen unter:

www.mittelstaendischerunternehmertag.de

Früher an später denken

Mittelstandstag an der HTW fördert Dialog mit Mittelständlern zur Herausforderung

Unternehmensnachfolge

Schon zum dritten Mal fand im Zentrum für Mittelstand

(ZfM) an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW)

in Dresden ein Treffen mittelständischer Unternehmen

statt. Zum Thema „Herausforderung Unternehmensnachfolge“

waren Vorträge und Podiumsdiskussionen zu erleben,

die die Erfolgsfaktoren der Unternehmensnachfolge

sowohl in familieninternen als auch externen Regelungen

beleuchteten.

Wie nah das Problem der Nachfolge sächsischen Unternehmern

schon gekommen ist, erläuterte Prof. Torsten

Gonschorek von der HTW. Es wird geschätzt, dass rund

4400 Unternehmen im Zeitraum 2010 bis 2014 betroffen

sind. Bevorzugt werden familieninterne Lösungen, doch

lassen sich diese nur bei etwa der Hälfte realisieren. Problemfelder

liegen vor allem in der Verdrängung, in der Zeit

oder einer falschen Nachfolgeregelung, die eine fehlerhafte

Umsetzungsplanung, mangelhafte Kommunikation

und rückläufige Innovationen zur Folge haben können. So

warb der Professor dafür, mehr auf eine wertorientierte

Unternehmensführung zu achten, „ausgehend von inhaltlichen

Perspektiven hin zu wertorientierten Perspektiven",

sagte er.

Wie sich die Bürgschaftsbank Sachsen/Mittelständische

Beteiligungsgesellschaft BBS/MBG auf dem Gebiet der

Unternehmensnachfolge engagiert, legte Geschäftsführer

Markus M. Michalow dar. Mit dem „Sächsischen Meilenstein“,

dessen Vergabe die BBS gemeinsam mit dem Sächsischen

Wirtschaftsministerium initiiert hat, werden seit

2011 Unternehmen ausgezeichnet, die ihr Nachfolgeproblem

erfolgreich lösen konnten. Simone Pflug

66 Wirtschaftsjournal | Mai 2013


Geld & Kapital

Ideen aus der Wirtschaft

Schuldenbremse soll künftigen Generationen Wachstum und Wohlstand ermöglichen

Schuldenbremse in der

Verfassung

Die geplante Verankerung einer

Schuldenbremse in der sächsischen

Landesverfassung wäre

die erste Änderung der Sächsischen

Verfassung seit der

Wiedergeburt des Freistaates

vor gut zwei Jahrzehnten. Mit

der Neuregelung könnte Sachsen

die Vorgaben des Grundgesetzes

fünf Jahre früher umsetzen

als eigentlich gefordert. Der

Freistaat wäre bei Inkrafttreten

Anfang 2014 zudem das erste

Bundesland, in dem eine solche

Schuldenbremse auch sofort

greift.

Wirtschaftsnahe Themen stehen regelmäßig bei den

Veranstaltungen des Wirtschaftsrates auf dem Programm

– diesmal auch in wichtigem politischem

Kontext. Um „Die Wirkungen der Schuldenbremse

im sächsischen Haushalt – Was können wir uns leis -

ten?" ging es am 24. April im „HENRICUS an der

Frauenkirche".

Dazu hatte der Landesverband Sachsen Jens Michel, den

Finanzpolitischen Sprecher der CDU-Fraktion im Sächsischen

Landtag, eingeladen. 2019 enden die derzeitigen

Regelungen zum Länderfinanzausgleich. Zugleich schließt

die gesetzlich verankerte „Schuldenbremse" ab 2020 eine

Neuverschuldung der Länder grundsätzlich aus. Sachsens

Staatsregierung habe stets Wert darauf gelegt, die Staatsfinanzen

verantwortungsvoll einzusetzen und damit ein

hohes Maß an wachstumsstärkenden Investitionen zu

ermöglichen, würdigte der Wirtschaftsrat die sächsische

Finanzpolitik. Die aktuellen Staatskrisen in Ländern der

Europäischen Union verdeutlichten eindrücklich, zu welchen

kritischen Situationen und schmerzlichen Konsequenzen

Staatsverschuldung zwangsläufig führe. Schuldenbremsen

für Bund und Länder sind für den Wirtschaftsrat

ein unabdingbares Erfordernis, um auch künftigen Generationen

Wachstum und Wohlstand zu ermöglichen.

In Sachsen ist die „Schuldenbremse" bereits im Haushaltsgesetz

verankert. Das Neuverschuldungsverbot in die

Verfassung aufzunehmen, hatte Anfang des Jahres überraschenderweise

eine fraktionsübergreifende Zustimmung

gefunden. Schon seit 2006 habe Sachsen keine Schulden

mehr aufgenommen, erläuterte Jens Michel. Problemlos

verlief dies jedoch nicht. Streichungen waren und sind

angesagt, für eine effiziente Verwaltung, zur Sicherstellung

der Beamtenpensionen und zur Erfüllung der Ausgleichspflicht

gegenüber den Kommunen. „Wir als Politiker

können nicht jeden Wunsch erfüllen, aber wir versuchen

unser Bestes", versprach Jens Michel und hatte dabei

auch die Wirtschaft im Blick. „Staatsausgaben senken und

dafür Wirtschaft, Forschung und Bildung stärken, das ist

unser Ziel. Die Wirtschaftsverbände müssen sich aber auch

mit in die öffentliche Debatte einbringen und ihre Interessen

vertreten. Dabei ist der Wirtschaftsrat ein gutes Beispiel",

sagte er weiter. Für die Wirtschaft selbstverständlich

– eine effiziente Geschäftsführung – sei im öffentlichen

Dienst ein langwieriger Anpassungsprozess.

„Krisenzeiten sind auch Chancenzeiten", wandte sich

Simone Hartmann, Sächsische Landesvorsitzende des Wirtschaftsrates,

an die Politik. „Wir stehen als Wirtschaftsrat

an Ihrer Seite und unterstützen Sie gern mit Ideen aus

der Wirtschaft".

Simone Pflug

Bankenregulierung fordert Kommunen

Bankenverband veröffentlicht „Positionspapier zu den Auswirkungen der

Finanzmarktregulierung auf die Kommunalfinanzierung“

„Zwar erhöht die neue Verordnung

die Transparenz

gegenüber den Aufsichtsbehörden

und stabilisiert

damit das System. Doch

durch die neue Verordnung

ändern sich Zinssicherungsgeschäfte

qualitativ. Das

werden die Kämmerer

mittelfristig wahrnehmen“.

Andreas Krautscheid, Mitglied

der Hauptgeschäftsführung des

Bankenverbandes

„Der Kommunalkredit bleibt auch in Zukunft das Ankerprodukt

der Kommunalfinanzierung, doch das Umfeld wird

für Städte und Gemeinden immer komplexer“, sagt Andreas

Krautscheid, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Ban -

kenverbandes, am 8. Mai in Berlin. Im neu veröffentlichten

„Positionspapier des Bankenverbandes zu den Auswirkungen

der Finanzmarktregulierung auf die Kommunalfinanzierung“

werden mögliche Folgen für den Kommunalkredit

sowie den Einsatz von Zinssicherungsinstrumenten

beleuchtet.

„Als Folge der Finanzkrise sowie der neuen Bankenregulierung

droht das Angebot gerade langfristiger Kredite

zu schrumpfen“, warnt Krautscheid. Zumindest sei in diesem

Bereich mit höheren Kosten als in der Vergangenheit

zu rechnen. Bereits heute lasse sich beobachten, dass die

Kreditlaufzeiten beschränkt werden. „Ferner senken viele

Institute schrittweise ihren prozentualen Anteil an der

Gesamtfinanzierung einer Kommune“. Vor allem die im Rahmen

der CRD IV vorgesehene Leverage Ratio könne dazu

führen, dass margenstärkeres Geschäft künftig tendenziell

risiko- und damit margenschwaches Geschäft zurückdrängt

– zu dem auch das Kommunalgeschäft zählt. Die Ban ken -

abgabe wirke zusätzlich belastend für ein bereits eher margenarmes

Geschäft.

PM/CH

Wirtschaftsjournal | Mai 2013

67


Menschen

Personalien

Die Weiterbildungsmanagerin

Nicole Hüttner übernimmt

die Geschäftsführung des

ifw – Institut für Weiterbildung

an der Hochschule

Hof. Mit dem neuen Institut

will die Hochschule Hof

die nationale und internationale

Weiterbildung

massiv ausbauen. Das ifw

sieht sich als Ansprechpartner für Unternehmen, die

ihre Mitarbeiter weiter entwickeln, z. B. mit berufsbegleitenden

Bachelor-Studiengängen oder Weiterbildungskursen

in Betriebswirtschaft und Technik.

Mit Nicole Hüttner hat die Hochschule eine Expertin

für Personalentwicklung gewonnen, die die Unternehmensperspektive

gut kennt. Die Diplom-Psychologin

studierte an der FAU-Erlangen-Nürnberg mit

den Schwerpunkten Betriebswirtschaft und Unternehmensführung.

Ab 2002 arbeitete sie zunächst als

Unternehmensberaterin in Organisations- und Personalentwicklungsprojekten:

Im Junior Management

Programm JuMP unterstützte sie für den Chemiekonzern

Bayer AG junge Führungskräfte in der Karriereentwicklung.

Beim Halbleiterhersteller Infineon

Technologies beriet sie Fach- und Führungskräfte bei

der Auswahl von Qualifizierungsmaßnahmen.

Seit 2008 war die gebürtige Berlinerin interner Coach

und Personalentwickler bei Hogan Lovells, einer der

weltweit größten internationalen Wirtschaftskanzleien.

Dort entwickelte sie passgenaue Personalentwicklungsangebote

u. a. die People Development

Academy – ein internes Weiterbildungsprogramm

für Anwälte. www.hof-university.de/Weiterbildung

Amtswechsel vollzogen

Das Leibnitz-Institut für

Festkörper- und Werkstattforschung

Dresden

(IFW) hat einen neuen Wissenschaftlichen

Direktor.

Zum 1. April 2013 hat Prof.

Dr. Ludwig Schultz dieses

Amt an Prof. Dr. Jürgen

Eckert (Foto) abgegeben.

Ludwig Schultz hatte sich in den vergangenen Jahren

erfolgreich um den Schulterschluss zwischen den

Dresdner außeruniversitären Instituten und der TU

Dresden bemüht. Besonderen Wert legte er auf den

Ausbau der Internationalität des Forschungsstandortes

Dresden. Jürgen Eckert studierte Werkstoffwissenschaft

an der Universität Erlangen-Nürnberg,

wo er 1990 promovierte. 1993 kam er zunächst als

wissenschaftlicher Mitarbeiter an das IFW Dresden,

wo er nach einem Jahr zum Leiter einer Abteilung

bestellt wurde. Seit 2006 ist Jürgen Eckert Direktor

des Instituts für Komplexe Materialien im IFW Dresden

und hat gleichzeitig eine Professur am Institut

für Werkstoffwissenschaften der TU Dresden inne.

Ehrenkolloquium zum 60. Geburtstag

Seit 1994 leitet Professor

Michael Schenk das Fraunhofer-Institut

für Fabrikbetrieb

und -automatisierung

IFF in Magdeburg. In

den 19 Jahren hat er es

zu einer der deutschlandweit

führenden Einrichtungen

für die angewandte

Forschung in Produktion und Logistik vorangebracht.

Anlässlich seines 60. Geburtstages veranstalteten

das Fraunhofer IFF, der Landesverband Sachsen-

Anhalt des Vereins Deutscher Ingenieure VDI und die

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ein wissenschaftliches

Kolloquium zu Ehren von Professor

Michael Schenk.

Regionalforum wählt neuen Sprecher

Markus Kopp, Vorstand

der Mitteldeutschen Airport

Holding, ist zum neuen

Sprecher des Regionalforums

Mitteldeutschland

gewählt worden. Der 46-

jährige Diplom-Kaufmann

übernimmt die Funktion

von Jenas Oberbürgermeister

Dr. Albrecht Schröter. Nach seiner Wahl be -

tonte Markus Kopp, dass die Zusammenarbeit über

Stadt-, Kreis- und Landesgrenzen hinweg in der Vergangenheit

stets Erfolgsrezept der Region Mitteldeutschland

war. Das Regionalforum Mitteldeutschland

agiere dabei nicht losgelöst, sondern zusammen

mit zahlreichen Partnern und Institutionen.

Botschafter rühren Werbetrommel

Die drei neuen Erzgebirgsbotschafter Uwe Hartlich,

Björn Köhler und Werner Zinke rühren jetzt die Werbetrommel

für ihre Region. In diesen Kreis wurden sie

beim 5. Treffen der Botschafter des Erzgebirges in der

Laser-Tech Olbernhau GmbH aufgenommen. Foto: Die

drei Persönlichkeiten im Gespräch mit Frank Vogel,

Landrat des Erzgebirgskreises und Sprecher des Regionalmanagement

Erzgebirge (rechts) und Matthias

Lißke, Geschäftsführer Projektsteuerung Wirtschaftsförderung

Erzgebirge GmbH (links).

Mit Uwe Hartlich, Geschäftsführer der Elektrotechnik

Oelsnitz/E. GmbH, Björn Köhler, Inhaber der Firma

Köhler Kunsthandwerk Eppendorf, und Werner Zinke,

Geschäftsführer Technische Restaurationen Werner

Zinke GmbH Zwönitz, sind drei neue Persönlichkeiten

in den Kreis der Erzgebirgsbotschafter aufgenommen

worden. Seit fast drei Jahren werben in der

Marketingkampagne des Regionalmanagements Erzgebirge

Persönlichkeiten aus den Bereichen Wirtschaft,

Politik, Kultur und Sport ganz offiziell bei ihren

Kunden und Partnern für das Erzgebirge als attraktiven

Wirtschaftsstandort und lebenswerte Region.

Inzwischen wurden 84 Persönlichkeiten aus verschiedenen

Bereichen des gesellschaftlichen Lebens

ausgezeichnet - Menschen, die sich für ihre Heimatregion

Erzgebirge engagieren.

68 Wirtschaftsjournal | Mai 2013


KulTour

Ende einer Illusion

Michael Sitte-Zöllner von der Agentur WortReich hat das aktuelle Buch

von Prof. Gerd Habermann gelesen

... Etabliert. Besser. Weiter.

Open-IT Summit, Messe Berlin

22.-23. Mai 2013

Prof. Dr. Gerd Habermann ist Wirtschaftsphilosoph

und Historiker,

Honorarprofessor an der Universität

Potsdam, Initiator der Friedrich-Augustvon-Hayek-Gesellschaft

in Berlin und

Vorsitzender der Hayek-Stiftung für eine

freie Gesellschaft. Zudem ist er Mitglied

der renommierten Mont Pelerin Society

(laut Sunday Times „die einflussreichs -

te, wenn auch wenig bekannte Denk -

fabrik der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts")

und vielseitiger Publizist.

Zu seinen zahlreichen Büchern gehört

zuletzt „Knechtschaft oder Freiheit". Als

Gastautor verfasst Habermann regelmäßig

Beiträge für die Frankfurter Allgemeine

Zeitung, die Neue Zürcher Zeitung

und die Zeitung Die Welt.

69_Cove

Gerd Habermann

Der Wohlfahrtsstaat

Ende einer Illusion

FinanzBuch Verlag (EDITION

LICHTSCHLAG), München 2013

480 Seiten, 19,99 Euro

Auch als E-Book erhältlich

„…dass die Lust an der Macht sich ebenso

vollständig befriedigen lässt, wenn man die

Menschen dazu bringt, ihre Knechtschaft zu

lieben, statt sie mit Schlägen und Fußtritten

zum Gehorsam zu zwingen."

Aldous Huxley in einem Brief an George Orwell

Wir leben in seltsamen Zeiten: Umfragen zufolge wünscht

die Mehrzahl der Deutschen Steuererhöhungen (vermutlich,

wenn es die anderen trifft oder das zu versteuernde

Einkommen über den Bezügen grün-wählender Angestellter

im Öffentlichen Dienst liegt). Ganz mutige, wild entschlossene

Bürger forderten gar die Einführung einer

Zuckersteuer. Steuersenkungen? Fehlanzeige – nicht fi -

nanzierbar.

Parallel dazu scheint es keinerlei Probleme dabei zu

geben, drei, gar vierstellige Milliardensummen auf ein mögliches

Nimmerwiedersehen in diverse EURO-Rettungsschirme

zu packen...

Derzeit stehen Steuerflüchtlinge, Steuerhinterzieher

(natürlich nur die „von oben" besonders am Pranger, als

ginge es allgemein um Rache oder an denen „da oben",

die angeblich immer reicher werden und sowieso die Finanzkrisen

eingebrockt haben. Wer spricht da noch von den

Steuerverschwendern im großen und kleinen, maroden Landesbanken,

einem Großstadtflughafen, den ungedeckten

Schecks politischer Verheißungen. Wer denkt da noch an

Abraham Lincolns Worte „Ihr werdet die Schwachen nicht

stärken, indem ihr die Starken schwächt."

Wir sehen, die eingangs zitierten Worte des Verfassers von

„Schönen neue Welt", Aldous Huxley, an den anderen Vorausseher

einer beklemmende Zukunft, George Orwell

(„1984", „Die Farm der Tiere"), entbehren nicht der Aktualität.

So stehen diese auch mit gutem Grund am Beginn

der Neuauflage des Mitte der 90er Jahre erschienen „Standardwerkes"

(F.A.Z.), über das die Süddeutscher Zeitung

schrieb: „Habermann hat die Irrwege freigelegt, mit der in

der deutschen Geschichte mit Regulierungswut freiheitsfeindliche

und den Lebensraum des Individuums einengende

Sozialpolitik begründet und betrieben wurde."

Der Zeitpunkt des Erscheinens ist durchaus passend:

Wahlkampf in Deutschland: Wer siegen, wer regieren wird,

ist offen. Doch eines scheint dem Autor heute schon sicher:

„Jeder Wahlkampf führt zu Verlusten an Freiheit und Eigentum

und schließlich zur Erhöhung der Schuldenlast."

Freund und Feind zugleich: Der Wohlfahrtsstaat ist für

die einen unverzichtbare Errungenschaft einer sozialen

Gesellschaft. Für die anderen bedeutet er ein Korsett, das

die individuelle Freiheit beschneidet. Gerd Habermann zeigt

in der wohl gründlichsten Auseinandersetzung mit den Ideen

dieses gesellschaftlichen Gebildes, was sich wirklich hinter

diesem Konstrukt verbirgt und warum die Bezeichnung

Wohlfahrtsstaat ein Euphemismus ist. Die Fülle des Materials

über den immerwährenden Kampf zwischen „Taxis"

und „Kosmos" ist beeindruckend, Zeitgenossen – Gegner

und Verfechter des Wohlfahrtsstaates werden in beeindruckender

Vielfalt zitiert, auch Goethe, Herder, Schiller kommen

zu Wort.

Die Illusion, dass Teile der Bevölkerung beliebig lange

auf Kosten aller anderen leben können, lässt sich nicht aufrechterhalten,

denn der Wohlfahrtsstaat zerstört die ökonomische,

moralische und biologische Substanz, von der er

lebt. Habermann legt die Zwangsstrukturen offen, die mit

dem Bedürfnis nach individueller Entscheidungsfreiheit der

Bürger kollidieren.

„Aber der Staatssozialismus

paukt sich durch."

(Otto von Bismarck)

Habermann zeichnet in einem großen historischen Bogen

die Blaupause des Wohlfahrtsstaates, den „Polizeystaat des

18. Jahrhunderts, dessen zwischenzeitlichen Niedergang,

die Wende Bismarcks („Es ist unmöglich, daß unsere Politik

einmal zugrundegeht, wenn ich tot bin. Aber der Staatssozialismus

paukt sich durch. Jeder, der diesen Gedanken

wieder aufnimmt, wird ans Ruder kommen.") von 1878,

„während der die Keime für den antiliberalen Umschlag bis

zum Untergang der freien Gesellschaft 1933 und bis zur

gegenwärtigen Wohlfahrtsdiktatur gelegt wurden" (Habermann/Baader),

und den neuerlichen Siegeszug im 20. Jahrhundert.

Außerdem wirft er einen Blick in die Zukunft des

Wohlfahrtsstaates unter Berücksichtigung der veränderten

gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Zu denen bemerkt

der Autor im Vorwort:

„Sicher scheint, dass der Standard der Staatsversorgung

sich nicht halten lassen wird und eine bedeutende Inflation

aufzieht. Darin liegt nun auch eine Chance für eine Renaissance

freiheitlicher Ideale im Sinne von Ludwig Erhard. Denn

die Alternativen dazu sind: fortschreitende Verarmung,

Staatsbankrott, gesteigerter Druck von Fiskalismus und

Egalitarismus und die damit einhergehenden politischen

und sozialen Unruhen sowie am Ende neue autoritäre

„Lösungen".

Wirtschaftsjournal | Mai 2013

69


In eigener Sache

Ihre künftigen Fachkräfte

Das Wirtschaftsjournal ist auf der WorldSkills präsent

Richard M. Schauer – Goldmedaillengewinner aus Deutschland im Wettbewerb

Möbelschreiner bei der WorldSkills 2011 in London.

Foto: WorldSkills Leipzig 2013 GmbH

Das Wirtschaftsjournal ist Medienpartner der WorldSkills 2013der Weltmeisterschaft

der Berufe vom 2. bis 7. Juli in Leipzig. Dabei zeigen rund 1000 junge Leute

aus 64 Ländern ihr Können in 46 Fachdisziplinen.

So küren beispielsweise Mechatroniker, Schweißer oder Köche ihre Weltmeister.

Zudem nutzen internationale Fachleute aus Berufsbildung, Wirtschaft und Politik den weltweit

größten Bildungswettbewerb, um sich auszutauschen.

Dies ist für uns ein Anlass den Themenkomplex „Gewinnung und Entwicklung von Fachkräften"

in den Mittelpunkt der Juni-Ausgabe zu stellen, die wir auf der WorldSkills präsentieren werden.

Damit bieten wir auch Ihrem Unternehmen eine attraktive Plattform an, sich als interessanter

Arbeitgeber darzustellen. Die konkreten Möglichkeiten der Umsetzung und die Konditionen erörtern

wir gern in einem persönlichen Gespräch mit Ihnen.

Druckunterlagenschluss: 7. Juni 2013

Erscheinung:

25. KW

Claudia Hillmann

Impressum

VWJ Verlag Wirtschaftsjournal GmbH

Otto-Schmerbach-Straße 19, 09117 Chemnitz

www.wirtschaftsjournal.de

kontakt@wirtschaftsjournal.de

Geschäftsführer:

Jörg Sattler (V.i.S.d.P.)

Redaktion:

Chefredakteurin/Verlagsleiterin

Claudia Hillmann

Telefon: 0341 3916105

hillmann@wirtschaftsjournal.de

Leiter Sonderpublikationen:

Wolfgang Baltzer

Telefon: 0371 33492-13

baltzer@wirtschaftsjournal.de

Redakteurin:

Simone Pflug

Assistenz:

Kathrin Schiffmann

Telefon: 0371 33492-0

Telefax: 0371 33492-20

Foto:

Wolfgang Schmidt

Redaktionsschluss dieser Ausgabe:

17. Mai 2013

Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Datenträger

und Fotos wird keine Haftung übernommen. Für die

Richtigkeit der Beiträge sind die Autoren verantwortlich.

Die Beiträge geben die Meinung der Autoren, je doch

nicht unbedingt die Ansicht der Re daktion wieder. Nachdruck

nur mit Ge nehmigung des Ver lages und unter

Angabe der Quelle.

Titelbild:

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Anzeigenverkauf/Projektmanager:

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Lothar Mätzold, Joachim Porstein,

Mara Lisa Strohbehn, Dr. Jens Pape

Layout/Satz/Grafik:

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Telefon: 0371 33492-14

Mobil: 0179 5054087

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CO2-klimaneutral gedruckt

ClimatePartnerID: 53211-1301-1001

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Erscheinungshinweise:

Monatlich. Die nächste Ausgabe erscheint in der

25. KW 2013

Redaktionsschluss: 07.06.2013

Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 2 vom Januar 2007

70 Wirtschaftsjournal | Mai 2013


JETZT

ANMELDEN!

UNTERNEHMERGIPFEL RHEIN MAIN 2013

28. Juni 2013

Industriepark Höchst, Frankfurt am Main

7. INNOVATION–UNTERNEHMERGIPFEL

© Hessische Staatskanzlei

3 Etappen | 13 Innovationsforen | 50 Referenten | 500 Teilnehmer

Eröffnungsplenum „Industrie der Zukunft“

Volker Bouffier,

Hessischer

Ministerpräsident

DIE FOKUSTHEMEN

Produktivität 4.0

Menschen – Organisation – Leistung

Zukunft der Energie

Wirtschaft & Wissenschaft

Ressourceneffizienz

Innovative Personalkonzepte

Patentmanagement

Innovations- & Wachstumsfinanzierung

Partizipative Innovation

Digitale Fabrik

Dienstleistungsproduktivität

Innovationsmanagement

Junge Technologien

Gastgeber:

Platinpartner:

Netzwerkpartner:

Dr. Günter Jordan,

Partner, A.T. Kearney

GmbH

Programm und Anmeldung unter:

www.innovationsgipfel.de

Mitveranstalter:

Dr. Michael Kassner,

Leiter Region Mitte,

Siemens AG

Standort-/Systempartner:

Medienpartner:

Manfred Köhler, Leiter

Wirtschaftsredaktion

Rhein-Main, Frankfurter

Allgemeine Zeitung

Dr. Roland Mohr,

Geschäftsführer,

Infraserv GmbH &

Co. Höchst KG

Initiator:

Otto Wassermann,

Aufsichtsratsvorsitzender,

Otto Wassermann AG

Hauptmedienpartner:


HEALTHY SAXONY

Das Gesicht der Gesundheitswirtschaft in Sachsen

kompetent | serviceorientiert | vernetzt | impulsgebend | kooperativ

www.healthy-saxony.com

Dieses Projekt wird finanziert aus Mitteln des

Europäischen Sozialfonds und des Freistaates Sachsen.

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