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In den Kapiteln 21 bis 28 befasst sich Caesar ... - Quis fit Crassus?

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<strong>Caesar</strong>, de bello Gallico!<br />

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<strong>In</strong> <strong>den</strong> <strong>Kapiteln</strong> <strong>21</strong> <strong>bis</strong> <strong>28</strong> <strong>befasst</strong> <strong>sich</strong> <strong>Caesar</strong> weiter mit <strong>den</strong> Helvetiern. Gib jedem Abschnitt eine<br />

Überschrift!<br />

<strong>21</strong>. (1) An demselben Tage wurde er von Kundschaftern benachrichtigt,<br />

dass die Feinde am Fuße eines Berges Stellung bezogen hätten,<br />

8000 Doppelschritte (= 12 km) von seinem eigenen Lager entfernt,<br />

und er schickte Soldaten aus, die erkun<strong>den</strong> sollten, wie beschaffen<br />

die Natur des Berges und wie beschaffen ringsum der Anstieg sei. Es<br />

wurde zurückgemeldet, er sei leicht.<br />

(2) <strong>Caesar</strong> befahl dem Titus Labienus, seinem stellvertreten<strong>den</strong> Legaten/Unterfeldherrn<br />

(legatus pro praetore), noch während der dritten<br />

Nachtwache (24 - 3 Uhr) mit zwei Legionen und unter Führung derer,<br />

die <strong>den</strong> Weg erkundet hatten, <strong>den</strong> Gipfel des Berges zu ersteigen; er<br />

erklärte (<strong>den</strong> anderen), wie sein Plan aussah.<br />

(3) Er selbst rückte noch während der vierten Nachtwache (3 - 6 Uhr)<br />

auf demselben Wege, auf dem die Feinde gezogen waren, gegen sie<br />

in Eile an und schickt die gesamte Reiterei vor <strong>sich</strong> her.<br />

(4) Publius Considius, der als sehr erfahren im Kriegswesen galt und<br />

im Heere des Lucius Sulla und danach in dem des Marcus Grassus<br />

gedient hatte, wurde mit Kundschaftern vorausgeschickt.<br />

22. (1) Bei Tagesanbruch, als der Gipfel des Berges von Labienus<br />

besetzt gehalten wurde, <strong>Caesar</strong> selbst vom Lager der Feinde nicht<br />

weiter als 1500 Doppelschritte (etwas über 2 km) entfernt war und,<br />

wie er später von Gefangenen erfuhr, weder seine Ankunft noch die<br />

des Labienus bekannt war, (2) kam Considius in vollem Galopp zu<br />

ihm und meldete, der Berg, von dem er gewollt habe, dass er von Labienus<br />

besetzt wor<strong>den</strong> sei, werde von <strong>den</strong> Fein<strong>den</strong> besetzt gehalten;<br />

das habe er an <strong>den</strong> gallischen Waffen und Abzeichen erkannt.<br />

(3) <strong>Caesar</strong> führte seine Truppen auf <strong>den</strong> nächstgelegenen Hügel und<br />

stellte sie in Schlachtordnung auf. Labienus wartete nach Besetzung<br />

des Berges auf die Unsrigen und hielt <strong>sich</strong> vom Kampf fern, wie ihm<br />

von <strong>Caesar</strong> befohlen wor<strong>den</strong> war, dass er nämlich kein Gefecht beginnen<br />

solle, wenn nicht seine <strong>Caesar</strong>s Truppen in der Nähe des Lagers<br />

der Feinde gesehen wor<strong>den</strong> seien, damit von allen Seiten<br />

gleichzeitig ein Angriff gegen die Feinde gemacht würde.<br />

<strong>Caesar</strong>, de bello Gallico!<br />

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(4) Spät am Tage erfuhr <strong>Caesar</strong> schließlich durch Kundschafter, dass<br />

der Berg von seinen Leuten besetzt gehalten werde, dass die Helvetier<br />

aufgebrochen seien und dass Considius <strong>Caesar</strong> in Panik etwas<br />

als gesehen gemeldet habe, was er gar nicht gesehen habe.<br />

(5) An diesem Tage folgte <strong>Caesar</strong> <strong>den</strong> Fein<strong>den</strong> in dem Abstand, in<br />

dem er es gewohnt war, und schlug 3000 Doppelschritte (4,5 km) von<br />

deren Lager entfernt sein Lager auf.<br />

23. (1) Am Tage nach diesem Tage glaubte <strong>Caesar</strong>, <strong>sich</strong> um die Verpflegung<br />

kümmern zu müssen, weil überhaupt nur noch zwei Tage<br />

übrig waren, <strong>bis</strong> man dem Heer die Getreiderationen zumessen<br />

musste, und weil er von Bibracte, der bei weitem größten und wohlhabendsten<br />

Stadt der Haeduer nicht mehr als 18.000 Doppelschritte<br />

(27 km) entfernt war. Er wandte seinen Weg von <strong>den</strong> Helvetiern ab<br />

und eilte nach Bibracte.<br />

(2) Dieses Vorgehen wurde <strong>den</strong> Fein<strong>den</strong> durch entlaufene Sklaven<br />

des Lucius Aemilius, eines Dekurios der gallischen Reiter, gemeldet.<br />

(3) Nachdem die Helvetier ihren Plan geändert und umgekehrt waren,<br />

begannen sie die Unsrigen von der Nachhut her zu verfolgen und anzugreifen,<br />

sei es, weil sie glaubten, die Römer seien aus Panik vor<br />

ihnen gewichen, um so mehr, weil sie tags zuvor, obgleich sie die<br />

Höhen besetzt hatten, nicht angegriffen hatten, sei es, weil sie darauf<br />

vertrauten, dass die Römer von der Verpflegung abgeschnitten wer<strong>den</strong><br />

könnten.<br />

24. (1) Nachdem <strong>Caesar</strong> dies bemerkt hat, führte er seine Truppen<br />

auf <strong>den</strong> nächstgelegenen Hügel und schickte die Reiterei vor, die <strong>den</strong><br />

Angriff der Feinde auffangen sollte.<br />

(2) Er selbst positionierte in der Zwischenzeit auf halber Höhe des<br />

Hügels eine dreifache Schlachtreihe seiner vier Veteranenlegionen<br />

auf, und zwar so, dass er oberhalb von ihm am Kamm des Hügels die<br />

zwei Legionen in Stellung brachte, die er im diesseitigen Gallien unlängst<br />

ausgehoben hatte, und dazu alle Hilfstruppen und <strong>den</strong> ganzen<br />

Hügel mit Menschen besetzte; er befahl, in der Zwischenzeit <strong>den</strong><br />

Tross an einem Ort zu versammeln und ihn durch die zu <strong>sich</strong>ern, die<br />

im höher aufmarschierten Heer stan<strong>den</strong>.


<strong>Caesar</strong>, de bello Gallico!<br />

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(4) Die Helvetier, die mit all ihren Karren gefolgt waren, brachten ihren<br />

Tross an eine Stelle.<br />

(5) Sie selbst rückten in einem dicht gedrängten Haufen von unten<br />

gegen unsere erste Linie an, nachdem sie unsere Reiterei zurückgeworfen<br />

und eine Phalanx gebildet hatten.<br />

25. (1) Nachdem <strong>Caesar</strong> zuerst sein Pferd und dann die Pferde aller<br />

außer Sichtweite hatte bringen lassen, um bei gleicher Gefahr für alle<br />

die Hoffnung auf Flucht zu nehmen, feuerte seine Soldaten an und<br />

begann <strong>den</strong> Kampf.<br />

(2) Die Soldaten durchbrachen mühelos die Phalanx der Feinde,<br />

nachdem sie von ihrer höhergelegenen Position ihre Pila geworfen<br />

hatten.<br />

(3) Nachdem diese gesprengt war, traten sie mit gezückten Schwertern<br />

zum Angriff gegen sie. Den Galliern war im Kampf sehr hinderlich,<br />

dass, wenn mehrere ihrer Schilde durch einen Wurf der Pila<br />

durchbohrt und aneinandergeheftet waren und das Eisen <strong>sich</strong> verbogen<br />

hatte, sie sie weder herausreißen noch frei genug kämpfen konnten,<br />

weil ihr linker Arm behindert wurde;<br />

(4) viele zogen es deshalb nach langem Schütteln des Armes vor, die<br />

Schilde wegzuwerfen und ungeschützt zu kämpfen.<br />

(5) Schließlich begannen sie, von Wun<strong>den</strong> erschöpft, zurückzuweichen<br />

und, weil ein Berg in einer Entfernung von etwa 1000 Doppelschritten<br />

(1,5 km) ganz in der Nähe war, <strong>sich</strong> dorthin zurückzuziehen.<br />

(6) Als der Berg besetzt war und die Unsrigen von unten nachrückten,<br />

griffen die Boier und die Tulinger, die mit ungefähr 15.000 Mann <strong>den</strong><br />

Heereszug der Feinde abschlossen und der Nachhut zur Deckung<br />

dienten, die Unsrigen unmittelbar vom Marsch aus auf der ungedeckten<br />

(rechten) Seite an und versuchten sie zu umzingeln, und als die<br />

Helvetier dieses sahen, begannen die, die <strong>sich</strong> auf <strong>den</strong> Berg zurückgezogen<br />

hatten, wiederum vorzudringen und <strong>den</strong> Kampf zu erneuern.<br />

7) Die Römer kämpften, nachdem sie ihre Feldzeichen gewendet hatten,<br />

nach zwei Seiten: die erste und die zweite Schlachtreihe, um <strong>den</strong><br />

Besiegten und Zurückgeworfenen Widerstand zu leisten, die dritte,<br />

um die Anrücken<strong>den</strong> aufzuhalten.<br />

<strong>Caesar</strong>, de bello Gallico!<br />

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26. (1) So wurde an zwei Fronten lange und heftig gekämpft. Als sie<br />

die Angriffe der Unsrigen nicht länger aushalten konnten, zogen <strong>sich</strong><br />

die einen, wie sie begonnen hatten, auf <strong>den</strong> Berg zurück, die anderen<br />

begaben <strong>sich</strong> zum Tross und ihren Karren.<br />

(2) Denn obwohl von der 7. Stunde <strong>bis</strong> gegen Abend gekämpft wurde,<br />

konnte in dieser ganzen Schlacht niemand einen fliehen<strong>den</strong> Feind<br />

sehen.<br />

(3) Bis tief in die Nacht wurde auch beim Tross gekämpft, weil die<br />

Helvetier ihre Karren anstelle eines Walles entgegengestellt hatten<br />

und von dem höheren Orte aus auf die unsere Soldaten, die dagegen<br />

anrückten, schossen und weil einige aus <strong>den</strong> Zwischenräumen der<br />

Karren und Räder ihre Lanzen und Wurfspieße von unten her schleuderten<br />

und unsere Soldaten verwundeten.<br />

(4) Als lange gekämpft wor<strong>den</strong> war, bemächtigten <strong>sich</strong> die Unsrigen<br />

schließlich des Gepäcks und des Lagers.<br />

(5) Dort wur<strong>den</strong> die Tochter des Orgetorix und einer seiner Söhne gefangengenommen.<br />

Aus dieser Schlacht gab es ungefähr 130.000 Ü-<br />

berlebende, und sie zogen noch in dieser ganzen Nacht ohne Unterbrechung<br />

weiter. Nachdem der Marsch in keinem Teil der Nacht unterbrochen<br />

wor<strong>den</strong> war, gelangten sie am vierten Tag ins Gebiet der<br />

Ligonen, da die Unsrigen drei Tage brauchten, um die Verwundeten<br />

zu versorgen und die Toten zu bestatten, und sie deshalb nicht verfolgen<br />

konnten.<br />

(6) <strong>Caesar</strong> schickte zu einen Brief und Boten zu <strong>den</strong> Lingonen, damit<br />

sie die Helvetier nicht mit Getreidelieferung und nicht mit etwas anderem<br />

unterstützten; andernfalls werde er sie genau so wie die Helvetier<br />

behandeln. Er selbst begann nach Verlauf von drei Tagen mit allen<br />

Truppen diesen zu folgen.<br />

27. (1) Weil die Helvetier Mangel an allem litten, schickten sie Gesandte<br />

wegen ihrer Unterwerfung zu <strong>Caesar</strong>.<br />

(2) Als diese ihn auf dem Marsche getroffen und <strong>sich</strong> ihm zu Füßen<br />

geworfen hatten, als sie in demütigen Worten und weinend um Frie<strong>den</strong><br />

gebeten hatten und er ihnen befohlen hatte, an ihrem derzeitigen<br />

Standort seine Ankunft abzuwarten, gehorchten sie.


<strong>Caesar</strong>, de bello Gallico!<br />

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(3) Nach dem <strong>Caesar</strong> dorthin gelangt war, verlangte er Geiseln, ihre<br />

Waffen und die Sklaven, die zu ihnen übergelaufen waren.<br />

(4) Während dies noch zusammengesucht und zusammengebracht<br />

wurde und es inzwischen Nacht gewor<strong>den</strong> war, verließen nach Einbruch<br />

der Nacht etwa 6.000 Menschen desjenigen Stammes, der<br />

Verbigenus heißt, zu Beginn der Nacht das Lager der Helvetier und<br />

zogen in Eile zum Rheins und dem Gebiet der Germanen, sei es aus<br />

Furcht, dass sie nach Ablieferung der Waffen hingerichtet wür<strong>den</strong>,<br />

oder sei es durch die Aus<strong>sich</strong>t auf Rettung bewogen, weil sie glaubten,<br />

dass bei der so großen Menge der Unterworfenen ihre Flucht<br />

entweder verborgen bleiben oder überhaupt nicht gemerkt wer<strong>den</strong><br />

könne.<br />

<strong>28</strong>. (1) Sobald <strong>Caesar</strong> dies erfahren hatte, befahl er <strong>den</strong> Stämmen,<br />

durch deren Gebiet sie zogen, diese aufzugreifen und zu ihm zurückzubringen,<br />

wenn sie in seinen Augen ohne Mitschuld sein wollten.<br />

(2) Die Zurückgeführten behandelte er als Feinde; von allen anderen<br />

nahm der die Kapitulation an, nachdem sie Geiseln, Waffen und<br />

Flüchtling übergeben hatten.<br />

(3) Er befahl <strong>den</strong> Helvetiern, Tulingern und Latobrigern, in ihr Gebiet,<br />

von wo sie ausgezogen waren, zurückzukehren, und weil nach Verlust<br />

aller Feldfrüchte in der Heimat nichts war, womit sie <strong>den</strong> Hunger<br />

ertragen konnten, wies er die Allobroger an, ihnen Getreide zu liefern;<br />

ihnen selbst befahl er, die Städte und Dörfer, die sie niedergebrannt<br />

hatten, wieder aufzubauen.<br />

(4) Das tat er hauptsächlich aus dem Grund, weil er nicht wollte, dass<br />

der Ort, von dem die Helvetier weggezogen waren, unbesiedelt blieb,<br />

damit nicht wegen der guten Beschaffenheit des Bo<strong>den</strong>s die Germanen,<br />

die jenseits des Rheines wohnen, aus ihrem Gebiete herüberkämen<br />

und dann der Provinz Gallien und <strong>den</strong> Allobrogern benachbart<br />

wären.<br />

(5) Als die Haeduer baten, in ihrem Gebiet die Boier ansiedeln zu dürfen,<br />

weil sie für ihre herausragende Tapferkeit bekannt waren, gestattete<br />

er es ihnen; diesen gaben jenen Ackerland und verliehen ihnen<br />

später die gleichen Status von Recht und Freiheit, <strong>den</strong> sie selbst hatten.<br />

<strong>Caesar</strong>, de bello Gallico!<br />

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29. (1) Im Lager der Helvetier fand man Tafeln in griechischer Schrift<br />

und brachte sie zu <strong>Caesar</strong>. Auf diesen Tafeln war ein Verzeichnis unter<br />

Angabe von Namen zusammengestellt, welche Zahl ausgewandert<br />

sei von <strong>den</strong>jenigen, die Waffen tragen könnten und ebenso gesondert<br />

die Kinder, die Alten und die Frauen.<br />

(2) Die Gesamtzahl all dieser Posten belief <strong>sich</strong> auf 263.000 Helvetier,<br />

36.000 Tulinger, 14.000 Latobriger, 23.000 Rauricer und 32.000<br />

Boier; unter diesen an die 92.000, die Waffen tragen konnten.<br />

(3) Die Gesamtzahl war etwa 368.000. Von <strong>den</strong>en, die in die Heimat<br />

zurückkehrten, wurde, als eine Zählung angestellt wurde, wie <strong>Caesar</strong><br />

befohlen hatte, eine Zahl von 110.000 ermittelt.<br />

Ende des Helvetierkrieges

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