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UPM UNTERNEHMENSMAGAZIN AUSGABE 3/2012

MEHR AUS WENIGER - PAGO ETIKETTIERSYSTEME LÄSST NACHHALTIG RECYCELN - RETTUNG DER BIOLOGISCHEN VIEFALT -

MARKTZELLSTOFF IST EIN GLOBALES WACHSTUMSGESCHÄFT - WEGWEISENDE BIORAFFINERIE - STROMHANDEL IN

MEHREREN MÄRKTEN - REFORM DES EMISSIONSHANDELS - WTO SORGT FÜR STABILE HANDELSBEDINGUNGEN


CHEFREDAKTEURIN: Monica Krabbe

REDAKTION: Pirkko Harrela, Sari Hörkkö, Monica Krabbe, Elisa Nilsson,

Aili Piironen, Ulla-Riitta Unkuri

LAYOUT: Nina Kurikka

LAYOUTASSISTENZ: Johanna Alestalo, Erkki-Johannes Helenius, Marika Holmström

TITELFOTO: Viljak

DRUCK: Erweko, Helsinki, Finnland

REPRO-ARBEITEN: Reprostudio & Heku, Helsinki, Finnland

ÜBERSETZUNG: Käännös-Aazet Oy, Helsinki, Finnland, und UPM

REDAKTIONSGRUPPE UND SPRACHREDAKTION: Nina Colliander-Nyman, Jane Garner,

Vesa Puoskari, Tuovi Similä

PROJEKTKOORDINATION: Merja Salo

GRAFISCHE DARSTELLUNGEN: Maarit Lindberg

HERAUSGEBER: UPM, P.O. BOX 380, FI-00101 Helsinki, Finnland

TELEFON: +358 204 15 111 TELEFAX: +358 204 15 0308

ADRESSENÄNDERUNGEN: thegriffin@upm.com

Vervielfältigung mit Quellenangabe „The Griffin“ gestattet.

The Griffin“ ist das Unternehmensmagazin von UPM-Kymmene Oyj. Es erscheint auf Deutsch,

Englisch, Finnisch, Schwedisch und Spanisch und wird an die Kunden und Aktionäre weltweit

versandt. Im Internet ist das Magazin unter http://thegriffin.upm.com auf Deutsch, Englisch,

Finnisch, Französisch, Russisch, Schwedisch und Spanisch zu lesen. ISSN 1795-2506

Gedruckt auf Papier mit dem Europäischen

Umweltzeichen. Reg.-Nr.FI/11/1.


UPM Finesse Premium Silk, 135 g/m 2

uutisotsikot

FROM

EDITOR

Liebe Leserinnen und Leser,

UPM baut seine leistungsstarken Wachstumsbereiche weiter mit dem Cashflow aus den

reifen Geschäftsbereichen aus. Das entspricht der Biofore-Vision von UPM, in der Investitionen

in eine nachhaltige Entwicklung eine wesentliche Rolle spielen.

Das hat dazu geführt, dass UPM als erstes und einziges Forst- und Papierunternehmen

in den Dow-Jones-Nachhaltigkeitsindizes gelistet ist.

Das Unternehmen hat in den vergangenen zwanzig Jahren verstärkt daran ge -

arbeitet, den ökologischen Fußabdruck seiner Papiere zu reduzieren und dazu unter

anderem maßgebliche Investitionen getätigt. Außerdem berichten wir in dieser Ausgabe

des „Griffin“ über Kunden von UPM, die innovative Wege gegangen sind, um

ihren ökologischen Fußabdruck zu verkleinern.

Die erste Bioraffinerie von UPM in Finnland nimmt Gestalt an. Für das Fundament

sind 2500 Gründungspfähle in den Boden eingebracht worden und die Testphase

soll plangemäß 2014 anlaufen.

Der UPM-Standort in Uruguay erhielt als erste nichteuropäische Fabrik die

EMAS-Zertifizierung (Eco-Management and Audit Scheme). Alle Zellstoff- und Papierfabriken

von UPM in Europa sind bereits zertifiziert.

Monica Krabbe

Chefredakteurin

monica.krabbe@upm.com

http://thegriffin.upm.com

THE GRIFFIN 1


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INHALT

BRIEF DES CEO

NACHRICHTEN

MEHR AUS WENIGER

Der ökologische Fußabdruck des vom „Economist“ eingesetzten Papiers hat sich in den letzten zwanzig Jahren radikal

verändert. Die beeindruckende Bilanz hat selbst UPM überrascht.

ANBRUCH EINER NEUEN ZEIT

Der Ikea-Katalog erscheint in neuem Gewand: gedruckt auf gestrichenem Papier, in breiterem Format und mit einem neuen

inhaltlichen Aufbau. Die wichtigste Neuerung sind jedoch Zusatzmaterialien wie Filme und 3D-Modelle.

POSITIVES FEEDBACK ZUM MOBILEN PAPIERKATALOG

Neben den Print- und PC-Versionen der Papierkataloge von UPM gibt es jetzt eine mobile Anwendung, auf die mit dem

Smartphone zugegriffen werden kann.

FLUG DES PHÖNIX

Obwohl es die Papier- und die Druckbranche derzeit nicht leicht haben, verzeichnet der russische Feniks-Verlag Wachstum.

Was ist sein Erfolgsgeheimnis?

PAGO ETIKETTIERSYSTEME LÄSST NACHHALTIG RECYCELN

Pago Etikettiersysteme GmbH führt die beim Etikettendruck anfallenden Papier- und Folienproduktionsabfälle über RafCycle ® ,

das Recyclingsystem von UPM Raflatac, der Wiederverwertung zu.

DESIGNPROFI ZU BESUCH IN DER DESIGNHAUPTSTADT

Design Director Gary Page von AD Creative in London war der glückliche Gewinner einer Verlosung, die im Rahmen der

Pro Label Studio-Kampagne von UPM Raflatac stattfand. Der Preis war ein Wochenende in der Welt-Designhauptstadt Helsinki.

HERZ DER WELT-DESIGNHAUPTSTADT HELSINKI

Der Pavillon, der das Herz der Welt-Designhauptstadt Helsinki 2012 bildete, war ein durchschlagender Erfolg. Er war aus

Holzprodukten und Verbundmaterialien von UPM gebaut worden.

AUSBAU DER PRODUKTION VON SPEZIALHAFTMATERIALIEN

UPM Raflatac hat in Fletcher, North Carolina, USA, im Frühjahr ein neues Werk eröffnet und im September die Übernahme

des Geschäftsbereichs Etikettenmaterial der Gascogne Group in der Schweiz abgeschlossen.

RETTUNG DER BIOLOGISCHEN VIELFALT

UPM nahm als Mitglied der Business and Biodiversity Initiative „Biodiversity in Good Company“ an der 11.

UN-Vertragsstaatenkonferenz zur Biodiversitätskonvention (CBD) teil und stellte unter anderem sein einzigartiges

Biodiversitätsprogramm für Wälder vor.

WERK GRÜNER TECHNOLOGIE

Der Erfolg des französischen Briefumschlagherstellers POCHECO beruht auf der kompromisslosen Einhaltung

der Prinzipien nachhaltiger Entwicklung.

BÜCHER FÜR CHINESISCHE SCHULEN

UPM hat in der Provinz Yunnan, China, im Rahmen eines Projekts zur Leseförderung und Verbesserung des Unterrichtsniveaus

an ländlichen Schulen zwei Grundschulen unterstützt.

MARKTZELLSTOFF IST EIN GLOBALES WACHSTUMSGESCHÄFT

Der Anteil von Marktzellstoff am weltweiten Zellstoffangebot steigt. Ein wichtiger Faktor ist die fortschreitende Verstädterung

in den Schwellenländern, allen voran China.

WEGWEISENDE BIORAFFINERIE

Der Bau der weltweit ersten Anlage, in der Biokraftstoff in industriellem Maßstab aus Holz gewonnen wird, geht gut voran.

Die Bioraffinerie am finnischen UPM-Standort Kaukas soll 2014 fertig sein.

STROMHANDEL IN MEHREREN MÄRKTEN

UPM Energy handelt in mehreren Märkten mit Strom und Gas. Der Geschäftsbereich hat konsequent auch in die Märkte

für Stromderivate expandiert.

REFORM DES EMISSIONSHANDELS

Die Europäische Kommission will den Emissionshandel weiterentwickeln und Erzeugern von Strom aus erneuerbaren

Energieträgern den Marktzugang erleichtern.

ERFOLGREICHES MILLENNIUM YOUTH CAMP

Einige Teilnehmer des Millennium Youth Camp 2012 in Helsinki verbrachten bei UPM einen Tag in Workshops

zum Thema Erneuerbare Energien.

WTO SORGT FÜR STABILE HANDELSBEDINGUNGEN

Im August trat Russland der Welthandelsorganisation bei. Das Abkommen eröffnet der Forstindustrie mit der Senkung

der Ein- und Ausfuhrzölle neue Perspektiven.

FAKTEN ZUM UNTERNEHMEN

2


Brief des CEO

CEO

ceo

Größter

ERFOLG des

Olympiasommers

Die Aufnahme von UPM in den US-amerikanischen

Dow-Jones-Nachhaltigkeitsindex

im September ist eine eindrucksvolle Anerkennung

für unsere Biofore-Vision und unser

konsequentes Engagement auf dem Gebiet

der Unternehmensverantwortung. Der

Dow Jones Index ist gewissermaßen eine

Olympiade der nachhaltigen Entwicklung.

Um die Listung bewerben sich die besten

Unternehmen der Welt, und sie lässt sich

nur mit Arbeit, Ausdauer und Disziplin erreichen.

Der Kampf um die Goldmedaillen

ist ein sehr knappes Rennen.

UPM erhielt die Titel „Sector Leader“

der Forst- und Papierwirtschaft sowie „Supersector

Leader“ im Sektor Rohstoffe. Hier

sind mehrere Dutzend Industrieunternehmen

vertreten, die natürliche Ressourcen

einsetzen. Nie zuvor hat sich ein finnisches

Forstindustrieunternehmen unter dieser Konkurrenz

so überlegen an die Spitze setzen

können.

Der Dow Jones Index beurteilt die Leistung

der Unternehmen nach ökonomischen,

ökologischen und sozialen Kriterien. Aufgenommen

werden die Unternehmen,

die besser abschneiden als

ihre Mitbewerber.

Im Umweltbereich

erzielte UPM als bestes

Unternehmen eine

besonders hohe

Punktzahl. In diesem

Jahr haben wir

insbesondere in die

Material- und Ressourceneffizienz

investiert.

Wir haben den Energieund

Wassereinsatz reduziert, produzieren

weniger Abfall und recyceln mehr.

Dafür die Punkte!

Darüber hinaus sind alle Zellstoff- und

Papierfabriken von UPM in Europa jetzt

nach dem Gemeinschaftssystem für das freiwillige

Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung

EMAS zertifiziert. In

diesem Jahr erhielt auch die Zellstofffabrik

Fray Bentos in Uruguay die Zertifizierung.

Sie ist die erste außereuropäische Fabrik,

die die EMAS-Kriterien erfüllt und deren

Umweltbericht für alle Interessengruppen

in voller Länge einsehbar ist.

Schwerer als Umweltaspekte gewich -

tet der Dow Jones Index jedoch die so -

ziale Verantwortung. Durch sein starkes

Engagement für Arbeitssicherheit, Mitarbeiterentwicklung

und eine transparen -

tere Berichterstattung führt UPM den Vergleich

an.

Die Aufnahme in den Dow Jones Index

bringt neben Anerkennung auch die Ambition

mit sich, weiter erfolgreich zu bleiben.

Diese Herausforderung nehmen wir gern

an. Nachhaltige Entwicklung steht in unserer

Biofore-Vision an zentraler Stelle.

Jussi Pesonen

President & CEO

THE GRIFFIN 3


4 THE GRIFFIN

Foto: Viljak


UPM als EINZIGES

Forst- und Papier-

UNTERNEHMEN

in den Dow-Jones-

NACHHALTIGKEITS-

INDIZES gelistet

Anerkennung für UPMs Biofore-Vision und

konsequente Arbeit auf dem Gebiet der Unternehmensverantwortung:

UPM wurde als

einziges Forst- und Papierunternehmen weltweit

in die Dow-Jones-Nachhaltigkeitsindizes

aufgenommen. Das Unternehmen erhielt im

Dow Jones Sustainability Index (DJSI) den Titel

„Supersector Leader“ im Sektor Rohstoffe

sowie „Sector Leader“ der Forst- und Papierwirtschaft.

UPM wurde sowohl im europäischen

als auch im weltweiten Nachhaltigkeitsindex

2012–2013 gelistet.

Der DJSI ist ein Aktienindex, der die

Leistung von weltweit führenden Unternehmen

nach ökonomischen, ökologischen

und sozialen Kriterien beurteilt. Seine

Zusammensetzung folgt dem Best-in-Class-

Ansatz. Aufgenommen werden Unterneh-

men aus verschiedenen Branchen, die

hinsichtlich zahlreicher Nachhaltigkeitskrite

rien besser abschneiden als ihre Mitbewerber.

UPM wurde in der Branche Forstprodukte

& Papier als bestes Unternehmen

im Umweltbereich ausgewählt und erhielt

für dieses Kriterium eine besonders hohe

Punktzahl.

Die DJSI-Beurteilung erfolgte durch die

Sam Sustainable Asset Management AG,

die in ihrem Bericht schrieb: „UPM hat

sich in der Forst- und Papierindustrie zum

neuen Spitzenreiter entwickelt. Dank seiner

,Biofore‘-Geschäftsstrategie wird die wirtschaftliche,

soziale und ökologische Nachhaltigkeit

seiner gesamten Geschäftsaktivitäten

umfassend unterstützt.“

UPM MIT DER AUSZEICHNUNG

„Most INNOVATIVE COMPANY“

UPM wurde Ende Juni in London bei den

Ethical Corporation Awards 2012 die

Auszeichnung „Most Innovative Company“

verliehen. Besonders gewürdigt wurden

UPMs Ökodesign-Ansatz und seine

insgesamt nachhaltige Unternehmensausrichtung.

UPMs innovative Denkweise

hat zur Entwicklung neuer Produkte wie

etwa dem weltweit ersten Biodieselkraftstoff

auf Holzbasis geführt.

„Unser Ziel, mehr aus weniger zu

produzieren, ist ein ausgezeichnetes Beispiel

dafür, dass UPM als Forstunternehmen

mit Bioverbundstoffen, Biokraftstoffen

und dem Einsatz nichtfossiler Brennstoffe

konkrete Ergebnisse erzielt“, so Dr. Hartmut

Wurster, Executive Vice President,

Technology, der bei UPM für neue Geschäftsbereiche

und Umweltthemen verantwortlich

ist. „Aus der Integration der Biound

Forstindustrie ist die Biofore-Vision

entstanden, die bei UPM die Grundlage

der Unternehmensverantwortung bildet.“

Bei den Ethical Corporation Awards

werden Unternehmen und Einzelpersonen

für besondere Verdienste auf dem Gebiet

GEEHRT

der Unternehmensverantwortung ausgezeichnet.

Unter den bisher ausgezeichneten

Unternehmen sind Unilever, L’Oréal und

die Rainforest Alliance. Neben UPM wa -

ren Acelor Mittal, McDonald’s Europe und

CottonConnect für den Preis nominiert.

THE GRIFFIN 5


Foto: UPM

GLOBALE EMAS-Registrierung – ein wegweisender SCHRITT

Alle europäischen Zellstoff- und Papierfabriken von UPM sind nun gemäß „Eco-Management and

Audit Scheme“ (EMAS), dem Gemeinschaftssystem der EU für das freiwillige Umweltmanagement

und die Umweltbetriebsprüfung, zertifiziert. Zudem erhält die Zellstofffabrik in Fray Bentos, Uruguay,

als erstes nichteuropäisches Werk die EMAS-Zertifizierung. Insgesamt umfassen die Unternehmensregistrierung

von UPM und die damit verbundene Umwelterklärung 21 Zellstoff- und Papierfabriken.

In diesem Jahr wird die Umweltberichterstattung umfassender sein als jemals zuvor. „Die Erweiterung

der EMAS-Anwendung auf die erste nichteuropäische Fabrik war ein logischer Schritt für das

UPM-Umweltmanagement und die damit verbundene Berichterstattung“, erklärt Päivi Salpakivi-

Salomaa, Vice President, UPM Environment.

Das Motto von UPM ist ,more with less‘ – das Unternehmen will mehr produzieren, dabei aber

weniger Energie und Wasser verbrauchen und gleichzeitig Abfälle und CO 2 -Emissionen reduzieren.

Im Jahr 2011 hat UPM zahlreiche Maßnahmen zur effizienteren Materialverwendung in Zellstoff- und Papierfabriken eingeführt. Besonders

die Menge an Deponieabfällen konnte signifikant reduziert werden, nachdem in den finnischen Werken ein neues Verfahren zur

Verwertung von Asche entwickelt worden war.

Die erste nichteuropäische Registrierung ist die Fortführung eines Pilotprojekts von UPM, der EU, dem finnischen Umweltinstitut

SYKE, dem Finnischen Ministerium für Umwelt und dem Zertifizierungsdienst Inspecta.

Die Umwelterklärung von UPM zu den Papier- und Zellstofffabriken ist unter www.upm.com > About UPM > Downloads > Responsibility

abrufbar.

UPM WÄCHST IN CHINA UND IM ETIKETTENMATERIALBEREICH

UPM unternimmt weitere Schritte zur Umgestaltung

seines Geschäftsportfolios und

expandiert in den profitablen Wachstumsgeschäftsbereichen

in Asien. Das Unternehmen

wird seine Präsenz in den attraktiven

Papiersegmenten in Asien er höhen

und seine Position in der Wertschöpfungskette

Etikettenmaterial stärken, indem es

in Changshu in China eine neue Papiermaschine

für holzfreies Spezialpapier baut.

„Dieser Schritt steht im Einklang mit unserem

strategischen Ziel, in der zweiten

Hälfte dieses Jahrzehnts mehr als 50 Pro-

Foto: UPM

zent unserer Umsatzerlöse mit leistungsstarken

Wachstumsgeschäften zu erzielen. Er

unterstützt unser Wachstum in China und

bietet uns eine hervorragende Plattform für

die Stärkung der Partnerschaften mit Etikettenmaterialkunden

und die Expansion in

neue Endanwendungsbereiche in Asien.

Außerdem wird dadurch die gute Profitabilität

unserer Wachstumsgeschäftsbereiche

unterstützt“, so Jussi Pesonen, President &

CEO von UPM.

Die neue Papiermaschine ist eine

Maschine für ungestrichene holzfreie Spezialpapiere,

die bis zu 360 000 Tonnen

ungestrichene holzfreie Papiersorten und

hochwertige Etikettenpapiere produzieren

kann. Sie wird Ende 2014 in Betrieb gehen.

Die Gesamtkosten der Investition belaufen

sich auf 3 000 Millionen CNY (390

Millionen Euro). Darüber hinaus schließt

UPM Changshu derzeit eine Investition in

eine Produktionslinie mit einer Kapazität

von 100 000 Tonnen Formatpapieren ab,

welche die Führungsposition des Unternehmens

bei Büropapieren in China stärkt.

Für Etikettenpapiere und ungestrichene

holzfreie Papiere sind die Nachfrageprognosen

in China gut. Für den Etikettenpapiermix

von UPM wird eine jährliche Wachstumsrate

von 8 Prozent in Asien und 4 Prozent

weltweit erwartet. Bei ungestrichenen

holzfreien Papieren konzentriert sich UPM

auf hochwertige Büropapiere, bei denen

für den chinesischen Markt ein jährliches

Wachstum von 8 Prozent erwartet wird.

Der Standort UPM Changshu in China

liegt etwa 90 Kilometer westlich von Shanghai

am Jangtsekiang. Er umfasst eine Feinpapierproduktion

mit einer Jahreskapazität

von 900 000 Tonnen, eine Haftmaterialfabrik

und ein Forschungs- und Entwicklungszentrum.

Die Papierfabrik UPM

Changshu betreibt zwei Papiermaschinen

und beschäftigt rund 600 Mitarbeiter.

6 THE GRIFFIN


NEUERÖFFNUNG IN DER UKRAINE

UPM Raflatac hat in Kiew in der Ukraine ein

neues Distributionsterminal mit Schneideservice

eröffnet. Es versorgt den regionalen

Markt mit Haftpapier und Haftfolien. „Zum

ersten Mal haben die Druckereien jetzt die

Möglichkeit, in eigener Währung direkt

Druckereien aufgebaut. Das ist von Vor -

teil, wenn wir die Leistungen unseres

neuen Terminals anbieten“, sagt Stretschin.

In der Ukraine steigt die Nachfrage wie

in vielen anderen Etikettenmärkten am

stärksten in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie.

Außerdem ist der Etikettenmarkt im

Bereich Einzelhandel in den letzten zwei

Jahren erheblich gewachsen. „Es ist eine

Besonderheit der Ukraine, dass die Alkoholproduzenten

traditionell zu den größten

Abnehmern von Etikettenmaterial gehören.

Die ukrainischen Wodkamarken mit ihren

dekorativen Etiketten und edlen Verpackungen

sind in ganz Europa bekannt“, stellt

Stretschin fest.

Foto: Evgeny Stetsko

DMITRIJ STRETSCHIN

beim Lieferanten fertige Haftmaterialrollen

zu kaufen“, berichtet Dmitrij Stretschin, Area

Sales Director für Osteuropa und den Nahen

Osten bei UPM Raflatac.

Stretschin zufolge gehört die Ukraine in

Europa zu den Märkten, die sich am

schnellsten entwickeln. Die Wachstumsraten

sind zweistellig. Auch die geografische

Ausdehnung ist gewaltig und macht den

Vertrieb zu einer großen organisatorischen

Herausforderung. „Wo immer die Kunden

auch sind, erwarten sie dieselbe hohe Servicequalität.

Dazu gehören eine gute Ausrüstung

und schnelle Lieferungen. Deshalb

haben wir hier ein Schneideterminal eingerichtet,

das europäisches Niveau hat“, berichtet

Stretschin.

UPM Raflatac ist in der Ukraine, wo

UPM seit bald zwanzig Jahren eine eigene

Vertretung hat, ein bekannter Lieferant. Die

Produkte von UPM Raflatac waren fast von

Anfang an im Verkaufssortiment. Auch in

der Ukraine ist der Etikettenmarkt hart umkämpft.

„Durch die lange Markt präsenz

hat UPM gute Kontakte zu den regio nalen

Höhere PRODUKTIVITÄT durch NEUE

PFLANZMASCHINE

UPM Forest hat gemeinsam mit der Firma

Risutekniikka Ky eine neue Pflanzmaschine

mit automatischer Setzlingszuführung

entwickelt. Dies ist ein wichtiger Fortschritt

bei der mechanischen Aufforstung.

Die neue Maschine wurde im September

auf der FinnMETKO, der größten und

wichtigsten Fach- und Verkaufsmesse für

Forst- und Baumaschinen in Finnland,

zum ersten Mal vorgeführt.

„Die neue Pflanzmaschine unterscheidet

sich von den heute gebräuchlichen

Modellen durch den deutlich größeren

Setzlingsbehälter. Er kann jedes Mal

mehr als 2 300 Setzlinge aufnehmen. So

braucht der Fahrer den Setzlingsbehälter

nur einmal am Tag zu füllen“, so Forschungskoordinator

Tero Anttila, UPM

Forest, Forestry and Wood Sourcing,

Nordeuropa.

„Der Vorteil der mechanischen Pflanzung

ist die hohe, gleichbleibende Arbeitsqualität.

Die Maschine setzt die

Pflanzen in der richtigen Position in ein

frisch vorbereitetes Loch. Mit Maschinen

kann die Aufforstung in der Regel schneller

ausgeführt werden, als wenn die

Bodenbehandlung und das Pflanzen

Foto: UPM

in zwei separaten Arbeitsgängen erfolgen.

Der zeitliche Rahmen für die mechanische

Pflanzung ist Mai bis Ende September.

Die lange Arbeitssaison und die

Produktivität des Prozesses lassen den

Mitarbeitern Zeit, auch andere Forstarbeiten

auszuführen“, erklärt Forest

Management Manager Jyri Schildt von

UPM Forest.

UPM ist ein Pionier der mechanischen

Aufforstung. Das Unternehmen setzt bereits

seit zwanzig Jahren Maschinen beim

Pflanzen ein. In diesem Jahr wird UPM in

den unternehmenseigenen und Privatwäldern

mit rund zwanzig Pflanzmaschinen

fast drei Millionen Bäume setzen.

THE GRIFFIN 7


Papier

MEHR AUS WENIGER

Text: Nina Colliander-Nyman Fotos: Viljak, Napoleone

8 THE GRIFFIN


Papier

Zwanzig Jahre nach dem ersten Erdgipfel

in Rio hat sich der ökologische Fußabdruck

des vom „Economist“ eingesetzten Papiers

radikal verändert. Die CO 2 -Emissionen

wurden um neunzig Prozent reduziert, es

werden etwa 35 Prozent weniger Wasser

verbraucht und die Menge der auf Deponien

entsorgten Produktionsabfälle ist um

neunzig Prozent gesunken.

Der Erdgipfel 1992 in Rio war eines der

bestimmenden internationalen Ereignisse,

die in den Unternehmen das Bewusstsein

für die Dringlichkeit einer nachhaltigen Entwicklung

geschärft haben. Der Gipfel forderte

von der Wirtschaft, nachhaltigere

Wege zu beschreiten und mit weniger Rohstoffen

und geringeren Umweltwirkungen

eine höhere Wertschöpfung zu erzielen.

Weil das renommierte Nachrichten- und

Wirtschaftsmagazin „The Economist“ seit

zwanzig Jahren fast ausschließlich auf

Papier von UPM gedruckt wird, hat John

Sanderson, Environmental Market Support

Director bei UPM, die Publikation für eine

Fallstudie vorgeschlagen.

„Die Wahl einer bestimmten Publikation

gab uns die Möglichkeit, anhand realer Daten

zu veranschaulichen, welche Fortschritte

UPM seit dem Gipfel von Rio vor zwanzig

Jahren auf dem Gebiet nachhaltiger Entwicklung

gemacht hat. Wir können zeigen,

wie sich die Papierproduktion in dieser Zeit

entwickelt hat“, erklärt Sanderson.

BEEINDRUCKENDE ERGEBNISSE

Man mag versucht sein, die Fortschritte, die

seit so markanten Ereignissen wie dem Erdgipfel

von Rio erzielt wurden, als gering

abzutun, aber rückblickend zeigt sich, dass

sich viel verändert hat.

„Die beeindruckende Bilanz hat selbst

uns überrascht“, sagt Päivi Salpakivi-

Salomaa, Vice President, Environmental

Affairs, UPM. „Zur Reduktion von CO 2 -

Emissionen, Abfallaufkommen und Wasserverbrauch

kommt, dass der Anteil an zertifizierten

Faserstoffen in der Papierherstellung

von null auf hundert Prozent gestiegen

ist, sowie die Vergabe des EU-Umweltzeichens

an die Produktionsanlagen im Jahr

2007.“

Um diese enormen Verbesserungen

zu erzielen, hat UPM maßgeblich in die

Abwasserreinigung und modernste, auf erneuerbarer

Biomasse basierende Energieversorgungstechnologien

investiert. Das

Ergebnis ist eine effizientere Papierproduktion

mit geringerem Energie- und Wassereinsatz

sowie weniger Abfällen und

einem geringeren CO 2 -Fußabdruck.

Das Papier, auf dem der „Economist“

zurzeit gedruckt wird, stammt aus der LWC-

Fabrik UPM Caledonian in Schottland und

der Papierfabrik UPM Kaukas in Finnland.

„Caledonian verarbeitet Holz aus nach

FSC und PEFC zertifizierten britischen Wäldern.

In den letzten Jahren hat der Standort

außerdem ein neues Biomasse-Heizkraftwerk

gebaut, das die Papierfabrik jetzt mit

erneuerbarer Energie versorgt“, berichtet

Sanderson. Auch der Standort Kaukas in

Finnland hat in ein neues Heizkraftwerk

investiert.

VORBEREITUNG AUF DIE ZUKUNFT

„Der Gedanke, dass weniger mehr ist – mit

geringerer Umweltbelastung mehr Produkte

hergestellt werden und Wertschöpfung generiert

wird, – wird mit fortschreitender

Ressourcenverknappung künftig noch an Bedeutung

zunehmen. Dies stellt eine der größten

gesellschaftlichen Herausforderungen

dar“, so Sanderson. Das ressourceneffizi-

„DER GEDANKE, DASS WENIGER MEHR IST,

WIRD MIT FORTSCHREITENDER RESSOURCEN-

VERKNAPPUNG NOCH AN BEDEUTUNG

ZUNEHMEN“, SAGT JOHN SANDERSON.

THE GRIFFIN 9


Papier

ente Europa ist bereits jetzt eine der Flagship-Initiativen

der EU. Europa hat sie als

Möglichkeit erkannt, bei Lösungen für eine

Welt, in der wir aus weniger mehr machen

müssen, die Führung zu übernehmen. Durch

das allgemeine Bevölkerungswachstum und

das Wachstum der mittleren Einkommensschichten

wird der Konsum insgesamt wei -

ter zunehmen. Eine Weltbevölkerung von

9,2 Milliarden Menschen im Jahr 2050 und

3 Milliarden mittelständische Verbraucher

im Jahr 2030 werden eine Verknappung

der wichtigsten Ressourcen zur Folge haben:

Wasser, Energie, Nahrungsmittel und

Metalle.

„In der Vergangenheit ist man den Bedürfnissen

der Gesellschaft durch steigenden

Konsum und steigenden Ressourceneinsatz

entgegengekommen. Wir müssen diese

Bedürfnisse auch in Zukunft erfüllen, aber

mit weniger Ressourcen. Wir müssen also

aus weniger mehr produzieren. Das wird

in Unternehmen, die erfolgreich sein wollen,

die zentrale Strategie sein“, prophezeit

Sanderson.

Seiner Meinung nach gibt es im Wesentlichen

zwei Ansätze, um diese Herausforderung

zu meistern: Ressourceneffizienz und

Einsatz erneuerbarer, recycelbarer Rohstoffe.

Holzbasierte Produkte bieten unter beiden

Aspekten entscheidende Vorteile.

„Und damit sind wir beim zentralen Inhalt

des Biofore-Gedankens angekommen:

Wir haben klare Lösungen im Visier, die den

künftigen Bedarf auf nachhaltigere Weise

decken“, schließt Sanderson.

DAS RESSOURCENEFFIZIENTE EUROPA

IST BEREITS JETZT EINE DER FLAGSHIP-

INITIATIVEN DER EU.

10 THE GRIFFIN


Papier

ANBRUCH EINER NEUEN

ZEIT

Text: Nina Colliander-Nyman Fotos: Viljak, mit freundlicher Genehmigung von IKEA

THE GRIFFIN 11


Papier

GLEICHZEITIG MIT DEM KATALOG

LANCIERTE IKEA IM HERBST EINE

NEUE MOBILE ANWENDUNG, DIE

DEN KATALOG UM QUERSCHNITTE

UND 3D-MODELLE ERWEITERT.

Der Ikea-Katalog erscheint in diesem

Herbst in neuem Gewand. Die Umstellung

auf gestrichenes Papier hat das Druckbild

verbessert, das Format ist etwas breiter

geworden und der inhaltliche Aufbau ist

neu. Die wichtigste Neuerung sind jedoch

Zusatzmaterialien wie Filme und 3D-

Modelle.

Der Ikea-Katalog ist in diesem Herbst zum

61. Mal erschienen. Parallel zur Eroberung

neuer Märkte steigt seine Auflage stetig.

Diesmal wurde er mit einer Aufl age von

211 Millionen Exemplaren gedruckt, die in

vierzig Ländern verteilt wurden. Durch

neue digitale Inhalte ist der Katalog lebendiger

geworden und bietet dem Benutzer

noch mehr Informationen.

„Uns bei Ikea ist der Katalog sehr wichtig

und wir sind davon überzeugt, dass er

auch weiterhin eine Zukunft hat. Es gibt so

viel zu zeigen und zu berichten, und mit

dem Katalog bringen wir Ikea zu den Menschen

nach Hause. Für viele ist er ein kostenloses

Einrichtungsmagazin. Der Katalog

enthält Informationen über alle unsere Produkte

und liefert Anregungen. Man kann

ihn aber auch einfach nur genießen“, sagt

Maria Ekberg Brännström, Global Catalogue

Manager bei Ikea.

Im Gegensatz zu den meisten Unternehmen,

die bei den Papier- und Druckkosten

sparen, hat Ikea sich anders entschieden.

„Wir bei Ikea machen oft das Gegenteil

von dem, was andere tun“, bestätigt

Ekberg Brännström. „Weil wir ohnehin vorhatten,

den Katalog grundlegend umzugestalten,

sollte er gleichzeitig noch angenehmer

zu lesen sein. Das betrifft auch die

Qualität der Abbildungen – der Katalog

UPM ist einer der wichtigsten

Papierlieferanten

für den diesjährigen

IKEA-Katalog. Das Papier

ist UPM Cote 57 g.

soll ja inspirieren, deshalb sind die Bilder

sehr wichtig. Wir haben ein hochwertiges

Papier ausgewählt, auf dem unsere schönen

Fotos noch besser zur Geltung kommen.

Der Katalog ist für uns ein Schritt in

eine neue Richtung, und das Feedback ist

sehr positiv.“

MARIA EKBERG BRÄNNSTRÖM,

GLOBAL CATALOGUE MANAGER BEI IKEA,

GLAUBT AN DIE VERBINDUNG VON

GEDRUCKTEN UND DIGITALEN MEDIEN.

DIGITALES ZUSATZMATERIAL

Aber es wurde nicht nur in die Papierqualität

investiert, sondern der Katalog ist auch

12 THE GRIFFIN


pulp

etwas dicker und eine Idee breiter geworden.

„Auch das hängt mit der Abbildungsqualität

zusammen. Im Querformat wirken

unsere Fotos nämlich besser“, erklärt Ekberg

Brännström. Der neue Katalog ist in

zwei Teile gegliedert, von denen einer

Anregungen gibt und einer die Produkte

präsentiert. Darüber hinaus bietet er Zusatz

inhalte, auf die per Smartphone oder

Tablet zugegriffen werden kann. Leser, die

kein entsprechendes Gerät zur Verfügung

haben, finden das gesamte Material mit

Ausnahme der 3D-Modelle auch auf der

Website von Ikea.

AUGMENTED REALITY

Der Begriff Augmented Reality bezeichnet

Echtzeitanwendungen, bei denen Daten aus

der physischen Umgebung des Benutzers per

Software ergänzt werden. Digitale Inhalte

wie Fotos und Videos lassen sich mit realen

Bildern verknüpfen.

Beim Durchblättern des Ikea-Katalogs fällt

öfter ein Mobiltelefonsymbol auf. Wenn die

Anwendung auf das Telefon oder Tablet

heruntergeladen wurde und die Kamera

auf die betreffende Seite gerichtet wird,

erscheinen im Display zusätzliche Inhalte.

Das können zum Beispiel weitere Bilder,

Videos oder Querschnitte sein. So etwa kann

man einen geschlossenen Schrank einscannen

und dann öffnen, um zu sehen, wie

die Regale angeordnet sind.

Künftig wird es auch möglich sein, ein Produkt

zu fotografieren und mit der Kamera

durch die Wohnung zu gehen, um zu sehen,

wie es sich in den eigenen Räumen ausnimmt.

„Ein bisschen wie eine Ankleidekabine“,

erklärt Maria Ekberg Brännström.

„Von den 324 Seiten des Katalogs sind

42 auch in digitaler Form vorhanden. Die

digitalen Inhalte werden im Verlauf des

Jahres aktualisiert. Ich finde die neue Technik

fantastisch, und wir wollen sie weiterentwickeln.“

Etwa zehn Prozent der Abbildungen

sind dreidimensionale Computerbilder.

„Die 3D-Bilder haben den Vorteil, dass

sie wiederverwendbar sind. Wenn wir im

Studio Aufnahmen gemacht haben, wird

die Szene hinterher abgebaut. Aber auf

die 3D-Bilder können wir immer wieder

zurückgreifen“, führt Ekberg Brännström

aus.

SYNERGIEVORTEILE WICHTIG

Der Katalog wird seit der ersten Auflage im

Jahr 1951 im südschwedischen Älmhult

produziert. Seine Herstellung beschäftigt

rund hundert Mitarbeiter von Fotografen

über Innenarchitekten bis hin zu den Textern.

Außerdem stehen ein 3D- und ein

Fotostudio zur Verfügung. Die Produktion

ist eine große kreative Leistung. Gedruckt

wird der Katalog in verschiedenen Teilen

der Welt, möglichst nahe an den Märk ten.

Ekberg Brännström betont, dass Ikea

seine Produkte immer weiter verbessern

möchte und nach Wegen sucht, sowohl die

Herstellung seiner Möbel als auch seiner

Kataloge immer nachhaltiger zu gestalten.

„Grüne Werte sind uns wichtig und

selbstverständlich auch für die Weiterentwicklung

des Katalogs ein wichtiger Maßstab.“

Wie sieht Ikea das Nebeneinander von

Papier und digitalen Lösungen?

„Das ist sehr wichtig. Kommunikation

findet heute ganz anders statt als früher.

Man muss souverän zwischen den unterschiedlichen

Medien wechseln können.

Alle haben ihre Vorteile, aber es ist wichtig,

dass es einen roten Faden gibt und alle

Elemente miteinander verknüpft sind.“

Text: Nina Colliander-Nyman

Foto: UPM

Positives

FEEDBACK zum

MOBILEN

Papierkatalog

Neben den Print- und PC-Versionen seiner Papierkataloge

hat UPM jetzt eine mobile Anwendung

herausgebracht. Der Benutzer kann bequem mit

dem Smartphone auf Informationen über das

Papiersortiment von UPM zugreifen.

Der „Mobile Paper Catalogue“ wurde im Frühjahr

auf der drupa in Düsseldorf vorgestellt. Die

Anwendung liefert dem Benutzer auch unterwegs

die neuesten Informationen über die Papiere

von UPM. Der Katalog ist immer aktuell und

ermöglicht die Weitergabe von Produktdaten

per E-Mail oder SMS.

„Das Feedback unserer Verkaufsmitarbeiter

ist durchaus positiv. Für sie bedeuten mobile

Endgeräte Effizienz. Wir entwickeln die technischen

Merkmale unseres mobilen Katalogs kontinuierlich

weiter und werden in Zukunft hoffentlich

noch weitere Inhalte zur Verfügung stellen können“,

berichtet Laura Kuusinen, Digital Communications

Manager, UPM Paper Business Group.

Die Mobilanwendung ergänzt die Print- und

PC-Kataloge.

„Die Grundlage für unser Multichannel-Konzept

ist die Papierversion, die wir jetzt um einen

mobilen Katalog erweitert haben. Durch die

mobile Kommunikation wird auch die gedruckte

Ausführung vielseitiger. Das Printprodukt ist der

Ausgangspunkt, aber mobile Anwendungen vermitteln

ein ganz neues, reicheres Leseerlebnis.

Der Trend geht deutlich zur Adaption von Inhalten

für verschiedene Medienkanäle,

die eng zusammenwirken

und so ein sehr

umfassendes s

Bild vermitteln“,

so Kuusinen.

Die Kataloge finden Sie unter

http://www.upmpaper.com/papers

und http://m.upmpaper.com.

THE GRIFFIN 13


Papier

Text: Nina Chugunova Fotos: Viljak, Evgeny Stetsko

HÖNIX

FLUG DES

14 THE GRIFFIN


Papier

Der Feniks-Verlag in der russischen Stadt Rostow am Don ist seit vielen Jahren Kunde von UPM. Er veröffentlicht in verschiedenen

Segmenten Bücher und stellt Schreibwaren von Tagebüchern bis hin zu Schulheften her. Selbst in der heutigen Zeit, in der es die Papierund

die Druckbranche nicht leicht haben, verzeichnet der Verlag Wachstum.

Wie kann sich ein traditioneller Buchverlag

im heutigen Markt halten? Das Beispiel von

Feniks (russisch für „Phönix“) zeigt mehrere

Faktoren auf, nicht zuletzt die Bereitschaft

aller Mitarbeiter, Neues zu lernen und anzunehmen,

Blick aufs Detail und Wahl des

richtigen Papiers.

„Feniks ist ein bekannter Verlag und gehört

zu den Top 10 in Russland“, so die

stellvertretende Herstellungsleiterin Evgenija

Tolgobolskaja. „Es war in der Branche

zwar in letzter Zeit ein Produktionsrückgang

zu beobachten, aber nicht bei uns.

Die Produktionszahlen der vergangenen

neun Monate zeigen stabiles Wachstum –

138 Prozent im Vergleich zum entsprechenden

Vorjahreszeitraum. Sogar gleiche Zahlen

wären ein großartiges Ergebnis gewesen.

Manche Unternehmen gehen unter,

anderen genügt es, sich eben über Wasser

zu halten, und wir sind wachstumsorientiert.“

KLISCHEES DURCHBRECHEN

Feniks vergibt Aufträge an viele Druck- und

Verlagshäuser in Russland und anderen

GUS-Staaten. St. Petersburg, Kaluga, Elis-

ta, Možaisk… Für konventionelle Projekte

sind Druckereien mit langjähriger Erfahrung

gefragt. Bei innovativen Projekten gewinnen

die Details des Druckprozesses an

Bedeutung. Dazu gehört auch, mit Klischees

zu brechen.

Tolgobolskaja verweist in diesem Zusammenhang

auf den chinesischen Markt.

Vor allem eines ist dort nicht zu übersehen:

China ist eine Nation der Erfinder. Das beginnt

schon beim Papier, und in der Druckkunst

haben sich die Chinesen Meisterschaft

bewahrt.

„Die Chinesen sind Meister des feinen

Handwerks. Es genießt in ihrem Land nicht

nur hohes Ansehen, sondern ist extrem vielfältig!

Diese Meisterschaft kann sich an der

Bindung oder einer besonderen Prägung

des Buchdeckels zeigen. Den Chinesen ist

wichtig, nicht nur beim einzelnen Vorzeigeexemplar

verantwortungsvoll zu handeln

und auf die Kunden einzugehen, sondern

auch bei der Produktion einer ganzen Containerladung.

Wir planen viele attraktive

Projekte gemeinsam mit chinesischen Druckereien,

speziell für Kinder“, berichtet sie.

„Und natürlich vergeben wir die Aufträge

auch nach China, weil sehr wenige Dru-

ckereien in Russland über moderne Maschinen

verfügen, die eine hohe Qualität und

Vielfalt des Drucks gewährleisten können.

Die, die es gibt, sind sehr teuer. In China

wird gute Arbeit geleistet, es gibt keine

Mängel. Das einzige Problem ist die Lieferung.

Der Probedruck kommt innerhalb von

drei bis fünf Tagen, aber dann dauert es

auf dem Seeweg mehr als dreißig Tage, bis

die ganze Auflage in Russland eintrifft. In

Russland ist das einfacher, man kann öfter

hingehen, prüfen, bestätigen, der Druckerei

einen Besuch abstatten. Da wir nicht

ständig nach China fahren können, kommunizieren

wir über Skype.“

FORTSETZUNG FOLGT

„Ich selbst arbeite schon seit fünf Jahren

eng mit UPM zusammen. Papier von UPM

ist nicht billig, aber qualitativ hochwertig.

Wir verwenden für alle Bücher nur eine

Sorte in unterschiedlichen Varianten – gestrichenes

Papier für die Umschläge von

Schulbüchern, für Malbücher, Kinderbücher

und Lehrbücher. Es ist schön, wenn ein

Filzstift über matt gestrichenes Papier gleitet.

Praktischerweise hat UPM jetzt eine

FÜR EVGENIJA TOLGOBOLSKAJA

ZEIGEN BÜCHER, WIE MAN MIT

ANDEREN SPRICHT UND SICH VERHÄLT.

THE GRIFFIN 15


Papier

NEUE UPM-VERTRETUNG

IN ROSTOW AM DON

UPM hat im Mai in Rostow am Don eine neue

Vertriebsniederlassung für Papier eröffnet. Es

soll vor allem den Kundenservice in der

Region und die Bekanntheit der Marke UPM

im Süden Russlands verbessern.

„Neben den üblichen Verkäufen in Euro

akzeptieren wir seit drei Jahren bei Papier

auch den Rubel. Dafür waren große Veränderungen

unserer Prozesse und Systeme

nötig. Der Kundenservice befindet sich in

Moskau und die Verwaltung in St. Petersburg.

Die Eröffnung der Geschäftsstelle in

Jekaterinburg 2010 war ein Erfolg, den wir

in Rostow wiederholen wollen“, so Rauno

Niemelä, General Manager, Russian Sales,

UPM.

neue Vertretung in Rostow am Don, mit

deren Mitarbeitern wir zusammenarbeiten

können. Wir bekommen alle Informationen,

die wir brauchen, und bestellen auch

dort.“

LERNEN VON PAPIER

Wird Papier weiter Bestand haben? „Diese

Sorge teilen alle Buchhersteller. Doch

wir haben eine Marktstudie durchgeführt.

Kinder großzuziehen heißt immer noch,

gemeinsam Bücher anzuschauen und zu

lesen. Umblättern, Lesezeichen oder ein

Stück Papier zwischen die Seiten legen…

Das Buch anfassen. Ich war bei der Abschlussfeier

meines Sohnes dabei und

überrascht, wie viele Kinder ihren Abschluss

mit Auszeichnung gemacht hatten!

Das bedeutet, dass sie Bücher lesen“, so

Tolgobolskaja.

„Nur ein Buch kann Fleiß, Gewissenhaftigkeit,

Geduld, Konzentration sowie

Refl ektieren über den Text lehren. Ein Buch

zeigt, wie man mit anderen spricht, wie

man sich verhält – es wird dem Leser zur

Gewohnheit, den Gesprächspartner ernst

zu nehmen, zuzuhören, zu denken. Außerdem

ist es ein umweltfreundliches Produkt.

Für die Augen und im Leben. Aber es

hängt immer noch sehr viel davon ab, wie

die Eltern ihre Kinder erziehen.”

ZWANG BRINGT NICHTS

ROSTOV

DON

Rostow am Don liegt im

Süden der Russischen

Föderation, kurz vor dem Asowschen Meer.

Seit ältesten Zeiten hat das Mündungsgebiet

des Don große kulturelle und wirtschaftliche

Bedeutung. 1749 wurde

am Temernik, einem

Nebenfluss des Don, auf Erlass der Kaiserin

Elisabeth, der Tochter Peters des Großen, ein

Zollhaus errichtet, um

den Handel mit der

Türkei zu kontrollieren.

Die günstige Lage an einem Verkehrsknotenpunkt

hat die wirtschaftliche Entwicklung

Rostows gefördert. Der Don ist eine wichtige

Schifffahrtsroute, die den Südwesten Russlands

mit dem Norden verbindet. Rostow am

Don ist ein Handelshafen, in dem unter anderem

Wolle, Weizen und Pflanzenöl umgeschlagen

werden. Die Händler kommen aus

Russland, Italien, Griechenland und der

Türkei. Ein Drittel des in Russland erzeugten

Sonnenblumenöls stammt aus der Agrarregion

Rostow am Don. Darüber hinaus ist

die Stadt Rostow ein wichtiger Passagierhafen.

In jüngerer Zeit hat Rostow am Don einen

wirtschaftlichen Aufschwung erlebt. Es sind

viele neue Unternehmen gegründet worden,

das mittlere Einkommen steigt und die Stadt

entwickelt sich zum modernen Industrie- und

Technologiezentrum. Rostow am Don hat

rund eine Million Einwohner und ist damit

die zehntgrößte Stadt in Russland.

„Damit Bücher als Phänomen unserer Zivilisation

überleben können, müssen sie Kunstwerke

sein. Sicher, es gibt Bücher, die

eher Handwerkszeug sind: wissenschaftliche

Untersuchungen, Monografien, Lehrwerke.

Auch sie haben gegenüber dem Internet

bestimmte Vorteile“, sagt Tolgobolskaja.

„Aber die Bücher, die wir gern im

Bücherschrank haben – Romane, Gedichte,

Kunstbildbände, Märchenbücher –, werden,

wie auch Malbücher, unweigerlich aufwändiger,

raffinierter. Hier liegt die Chance

für Papier. Und für Feniks. Wie Sie aus der

Mythologie sicherlich wissen, ist der Phönix

schließlich das Symbol ewiger Wiedergeburt.“

16 THE GRIFFIN


UPM Raflatac

PAGO ETIKETTIERSYSTEME LÄSST

Text: Vesa Puoskari Photos: Jari Leino, Parada & Bertoni

NACHHALTIG RECYCELN

www.pago.com www.rafcycle.com www.upmprofi.com

Text: Jussi Tuormaa Fotos: Jussi Tuormaa, UPM

In Bezug auf nachhaltige Aktivitäten verfügt

Pago Etikettiersysteme GmbH über

umfassende Erfahrungen: Das Unternehmen

führt die beim Etikettendruck anfallenden

Papier- und Folienproduktionsabfälle

dem Recycling zu. Durch RafCycle ® , das

Recyclingkonzept von UPM Raflatac, werden

die verschiedenen Bereiche des Recyclings

ideal miteinander verbunden.

„Es ist toll, dass UPM eine Lösung zum

Recyceln von Produktionsabfällen anbietet“,

sagt Joachim Müller-Straub, Environmental

Manager von Pago. „Das Recyceln

von Produktionsabfällen zur Wiederverwendung

als Rohmaterial, also werkstoffliches

Recycling, ist eine noch bessere Option

als unsere gängige Lösung, bei der

unser Abfall zu Ersatzbrennstoff aufgearbeitet

wird.“

Pago gehört zu den führenden Etikettendruckunternehmen

Deutschlands und

setzt sich für eine nachhaltige Entwicklung

ein. Als RafCycle-Partner führt es die

beim Etikettendruck anfallenden Papierund

Folienproduktionsabfälle dem Recycling

zu. Die vereinbarten Abfallmengen

werden zum UPM ProFi Werk in Bruchsal

transportiert und dort als Rohstoff für

Produkte aus Holz-Kunststoff-Verbundmaterial

wiederverwendet.

UPM ProFi ® ist ein innovatives Verbundmaterial.

Über fünfzig Prozent des Rohmaterials

bestehen aus Abfall, der bei der

Herstellung und Verarbeitung von selbstklebenden

Etikettenmaterialien anfällt. UPM

ProFi hat sich in Europa schnell zu einem

führenden Hersteller von Verbundmaterialien

entwickelt.

„Unsere Idee, recyclingfähige Produkte

aus recycelten Materialien herzustellen, hat

sich als Erfolg erwiesen. Gleichzeitig leisten

wir einen Beitrag dazu, die Etiketten industrie

nachhaltiger zu gestalten“, sagt Gerhard

Ernst, General Manager von UPM ProFi in

Bruchsal. „Pago und Herr Müller-Straub gehörten

zu unseren ersten Partnern bei der

Einführung unseres Recyclingkonzeptes.“

DER KREIS SCHLIESST SICH

Pagos Environmental Manager J. Müller-

Straub ist ein erfahrener Recyclingexperte.

Bereits in den frühen neunziger Jahren begann

er mit der Entwicklung der auf Recycling

basierenden Entsorgungssysteme von

Pago. Damals war die einfachste Methode

zur Entsorgung von Produktionsabfällen,

sie gegen Gebühr deponieren zu lassen.

Schon im Jahr 1994 ließ sich Pago ein

von J. Müller-Straub und seinem Kollegen

entwickeltes Recyclingverfahren für Kunststoffgitterrollenabfälle

patentieren. „Das

System sollte einen geschlossenen Kreis -

lauf bilden, in dem die Abfälle zu neuen

Rohstoffen umgewandelt und natürliche

Ressourcen effizient wiederverwendet werden“,

erklärt er. „Unser Projekt war gut,

seiner Zeit jedoch etwas voraus.“

Erst in den letzten Jahren, auch durch

die Zusammenarbeit mit UPM Raflatac, hat

J. Müller-Straub den Eindruck, dass sich die

verschiedenen Bereiche des Recyclings zusammenfügen,

weil der bei der Etikettenherstellung

anfallende Abfall als Rohstoff

für unterschiedliche neue Produkte verwendet

werden kann.

„Ich bin immer aufgeschlossen für neue

Ideen und Recyclingmethoden, vor allem,

wenn sie sinnvoller und möglichst preiswerter

als die vorhergehenden sind“, sagt

J. Müller-Straub.

PIONIER DER ÖKOLOGISCHEN

PRODUKTION

J. Müller-Straub ist Leiter des Arbeitskreises

Recycling im Verband der Hersteller selbstklebender

Etiketten und Schmalbahnconverter

e.V. (VskE). Ziel dieses Arbeitskreises

ist es, für die Branche vernünftige und vor

allem gesetzeskonforme Entsorgungslösungen

zu finden. Partner wie UPM Raflatac

sind herzlich eingeladen, sich an den Aktivitäten

des Arbeitskreises zu beteiligen.

„Wir tauschen uns mit den Partnern über

unsere Erfahrungen aus“, erläutert J. Müller-Straub.

„Alles erfolgt nach dem Prinzip

Geben und Nehmen.“

Nach Meinung von J. Müller-Straub sollten

die Unternehmen der Etikettenbranche

den Plänen der EU zuvorkommen, die plant,

sowohl den nachhaltigen Einsatz von Energie

und Ressourcen wie auch das werkstoffliche

Recycling unserer Produk tionsabfälle,

siehe Beispiel Trägerpapiere, vorzuschreiben.

Das RafCycle-Konzept von UPM Raflatac

ist ein Schritt in diese Richtung.

DIE VEREINBARTEN ABFALLMENGEN

WERDEN ZUM UPM PROFI WERK

IN BRUCHSAL TRANSPORTIERT UND

DORT ALS ROHSTOFF FÜR PRODUKTE

AUS HOLZ-KUNSTSTOFF-VERBUND-

MATERIAL WIEDERVERWENDET.

JOACHIM MÜLLER-STRAUB

NENNT UMWELTSCHUTZ ALS EINEN

DER INTEGRALEN BESTANDTEILE

DER UNTERNEHMENSPHILOSOPHIE

VON PAGO.

THE GRIFFIN 17


uutisotsikot

DESIGNPROFI

ZU BESUCH IN DER DESIGNHAUPTSTADT

Text: Marikka Nevamäki Fotos: UPM Raflatac, Minna Hokkanen

18 THE GRIFFIN


UPM Raflatac

Kleine Unternehmen fordern mit innovativen

Produkt- und Verpackungskonzepten

große Marken heraus, so Designfachmann

Gary Page aus London.

Design Director Gary Page von AD Creative

in London war der glückliche Gewinner

der Verlosung, die im Rahmen der Pro

Label Studio-Kampagne von UPM Raflatac

stattfand. Online-Designtools wie Pro Label

Studio geben Designern die Möglichkeit,

mit verschiedenen selbstklebenden Etikettenmaterialien

zu experimentieren und Layouts

ihrer Produkte zu erstellen. Page und

seine Partnerin Susan verbrachten ein Luxuswochenende

in der Welt-Designhauptstadt

Helsinki. Sie wohnten im Designhotel

Klaus K und erkundeten die Stadt in einem

nagelneuen BMW. UPM und BMW sind

Partner für das Designjahr.

ERFAHRUNG MACHT SOUVERÄN

AD Creative ist ein renommiertes Designstudio

mit Sitz in London. Die Firma beschäftigt

fünfzehn Spitzendesigner und arbeitet

mit Partnerunternehmen in Singapur und

Norwegen zusammen. AD Creative ist im

hart umkämpften Londoner Designmarkt

seit vierzig Jahren erfolgreich. Auch Page

ist nicht gerade ein Anfänger – arbeitet er

doch schon seit 25 Jahren für das Unternehmen.

DESIGN DIRECTOR GARY PAGE

VON AD CREATIVE, LONDON.

„Meine Aufgaben haben sich im Laufe

der Jahre stark verändert und sind vielseitiger

geworden, so dass ich nie den Wunsch

verspürt habe, wegzugehen“, erklärt er.

„Unter unseren vielen bekannten Auftraggebern

waren Dixons Group, Marks &

Spencer und Coca Cola. AD Creative hat

zum Beispiel die Coca-Cola-Gläser für Europa

und Großbritannien entworfen, die

McDonald’s während der olympischen

Spiele 2012 anbot. Mein Spezialgebiet

und Hauptinteresse ist die Getränkeindustrie

– Softdrinks und Spirituosen – mit Kunden

wie Diageo, dem weltweit führenden

Premium-Getränkehersteller.“

AD Creative ist für schnelles Arbeiten

bekannt. „Die Fähigkeit, knappe Fristen

einzuhalten, ist einer unserer Wettbewerbsvorteile.

Die Kunden stehen unter starkem

Druck, ständig etwas Neues, Interessantes

liefern zu müssen und wissen flexible Partner

zu schätzen“, so Page.

„Wir sind in der glücklichen Lage, in

sehr unterschiedlichen Bereichen des Designs

zu Hause zu sein – von Grafik, Prospekten

und Online-Anwendungen bis hin

zu Verpackungs- und Etikettendesign. Weil

ich schon so lange in der Branche tätig bin,

kann ich es mir sogar leisten, ganz neue

Produkte zu entwerfen und Markeneigentümern

meine Ideen zu verkaufen. Wenn ich

eine Marktlücke sehe, versuche ich etwas

zu erfinden, das dem Bedarf entspricht.

Das ist spannend und macht Spaß.“

DIE ENTWICKLUNG NEUER

TECHNIKEN VERFOLGEN

Was tut sich zurzeit in der Verpackungsund

Designbranche in London? „Viel“,

DIE GETRÄNKEINDUSTRIE NUTZT DIE

VIELFÄLTIGEN MÖGLICHKEITEN VON

ETIKETTEN ZUNEHMEND INNOVATIVER.

THE GRIFFIN 19


UPM Raflatac

„Das vielseitige Programmangebot im Pavillon

war kostenlos und stand allen Besuchern

offen. Diese empfanden die angebotenen

Aktivitäten als sinnvoll und inspirierend. Und

nicht zuletzt hat der Pavillon bei den Besuchern

auch Interesse für das Designmuseum

und das Museum für finnische Architektur

nebenan geweckt“, stellt Gould fest.

Das Designhauptstadtjahr in Helsinki

hat UPMs Präsenz in finnischen und internationalen

Designprojekten gefestigt. Das

Unternehmen organisierte im Pavillon mehr

als zehn Veranstaltungen, deren Zielgruppen

die Designwelt und die breite Öffentlacht

Page. „Die Getränkefirmen sind bei

der Entwicklung neuer Marken sehr experimentierfreudig.

Die großen Firmen beherrschen

zwar den Markt, aber es gibt viele

kleinere Player, die neue Produkte und Verkaufswege

suchen und Gewinn machen

wollen.“

Auch die Verpackungstechnik entwickelt

sich weiter. „Verpackungen sind heutzutage

äußerst vielseitig, und es gibt unterschiedliche

Techniken mit verschiedenen

Vorteilen. Das Bedrucken von Glas erfreut

sich zunehmender Beliebtheit. Die Etikettierung

ist kostengünstiger geworden und bietet

Verpackungsherstellern mehr Möglichkeiten.

Mit Prägungen und Spezialeffekten

lassen sich ausgesprochen innovative Produktetiketten

gestalten. Natürlich können

die einzelnen Techniken auf unterschiedlichste

Art und Weise kombiniert werden,

sodass sich ihre jeweiligen Vorteile perfekt

ergänzen.“

Page betont, wie wichtig es ist, die Entwicklung

neuer Techniken aufmerksam zu

verfolgen. „Um sich von anderen abzuheben,

empfehle ich einen vorgreifenden

Designansatz: Die Brand Manager haben

so viel zu tun, dass sie froh sind, wenn ihnen

jemand neue Ideen liefert. Außerdem

sollte man die Augen dafür offenhalten,

was in der Welt der Marken aktuell ist, und

hell hörig für Trends bleiben.“

Pro Label

STUDIO

DAS RICHTIGE ETIKETT FÜR JEDES PRODUKT

Pro Label Studio ist ein Online-Etikettendesigntool

von UPM Raflatac. Es gibt Designern

die Möglichkeit, mit verschiedenen

selbstklebenden Etikettenmaterialien zu experimentieren

und Layouts ihrer Produkte zu

erstellen. „Pro Label Studio ist ein sehr hilfreiches

Tool, wenn man sich unterschiedliche

Oberflächen ansehen oder einen Eindruck

von den Möglichkeiten verschiedener Obermaterialien

bekommen möchte. Es kann auch

dazu verwendet werden, Kunden neue Ideen

vorzustellen“, so Gary Page, Design Director

von AD Crea tive in London.

www.prolabelstudio.com

Herz der

Text: Nina Colliander-Nyman

Welt-Designhauptstadt HELSINKI

Der Pavillon, der das Herz der Welt-Designhauptstadt

Helsinki 2012 bildete, war ein

durchschlagender Erfolg. Während der

vier Sommermonate, in denen er geöffnet

war, verzeichnete er rund 80 000 begeisterte

Besucher. Auch die internationale

Presse zeigte großes Interesse für das

Bauwerk.

„Der Pavillon unterstrich die Führungsrolle

von UPM auf dem Gebiet des ökologischen

Bauens. Holz spielt als Baumaterial für

nachhaltige, beeindruckende Lösungen

eine wichtige Rolle“, so Elisa Nilsson, Vice

President Brand Management bei UPM.

Auch Kaarina Gould, Programme Director,

World Design Capital Helsinki 2012, ist

mehr als zufrieden.

„Der Pavillon war genau der Treffpunkt,

den wir uns vorgestellt hatten, und demonstrierte

die Nachfrage nach einem zentralen

Veranstaltungsort“, so Gould, die das

105-tägige Pavillonprogramm koordiniert

hatte.

Der Pavillon der Welt-Designhauptstadt

Helsinki 2012 war aus Holzprodukten und

Verbundmaterialien von UPM gebaut worden.

VIELSEITIGES PROGRAMM

lichkeit waren. Außerdem feierte UPM das

Designjahr in diesem Herbst an fünf Stellen

in Helsinki, die alle etwas mit Holz zu tun

haben.

„Unsere Absicht war, sowohl den Kunden

als auch der Fachwelt unsere nachhaltigen

Lösungen vorzustellen und Beispiele

für unser Design und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten

von Holz zu geben. Holz

entspricht voll und ganz dem Biofore-Konzept“,

so Nilsson.

Neben einem Vormittagsseminar zu

ökologischem Bauen und Design im Pavillon,

das sich an ein internationales Architektenpublikum

richtete, waren die „Design

Dates“ von UPM eine Papierrecyclingbank

am Narinkkatori-Platz, die Caféterrasse

mit Möbeln aus dem Verbundmaterial

UPM ProFi am Denkmal „Drei Schmiede“,

das Lounge-Konzept „Suvanto“ im Einkaufszentrum

Forum und ein Tag der offenen

Tür in der Firmenzentrale von UPM in Helsinki.

20 THE GRIFFIN


engineered materials paper

DIE SPEZIALPRODUKTE DER FABRIK

IN FLETCHER SIND HAUPTSÄCHLICH

FÜR DEN NORDAMERIKANISCHEN

MARKT GEDACHT.

Text: Vesa Puoskari Fotos: UPM Raflatac

AUSBAU

DER PRODUKTION VON

SPEZIALHAFTMATERIALIEN

UPM baut seine Spezialetikettenproduktion in Nordamerika und Europa aus. In Fletcher, North Carolina, USA, hat UPM Raflatac im

Frühjahr ein neues Werk für Spezialprodukte eröffnet und im September hat das Unternehmen die Übernahme des Geschäftsbereichs

Etikettenmaterial der Gascogne Group in der Schweiz abgeschlossen.

„In Amerika mussten wir das Produktsortiment

erweitern, um die gewünschten Spezialprodukte

herstellen und auch kleinere Bestellungen

abwickeln zu können“, erklärt

Jouko Lähepelto, Senior Vice President, der

bei UPM Raflatac für Nord-, Mittel- und

Südamerika sowie die Asien-Pazifik-Region

zuständig ist.

„Dies betrifft unter anderem Haftmaterialien,

die zur Fälschungsbekämpfung ein-

gesetzt werden und die Produktsicherheit

erhöhen, etwa bei amtlichen Dokumenten

wie Visa-Aufklebern und Passetiketten.

Auch die Pharmaindustrie hat besondere

Anforderungen“, fügt er hinzu.

THE GRIFFIN 21


UPM Raflatac

UPM Raflatac hat in Nordamerika im

letzten Jahrzehnt stetig expandiert.

„Durch den organischen Ausbau sind

wir zum zweitgrößten Hersteller von selbstklebenden

Etikettenmaterialien aufgestiegen

und wollen mit dieser Investition unsere

Marktposition weiter festigen. UPMs ausgezeichneter

Ruf als Lieferant von qualitativ

hochwertigen Haftmaterialien und Etikettenpapieren

unterstützt das Wachstum“, so

Lähepelto.

„IN AMERIKA MUSSTEN WIR DAS PRODUKT-

SORTIMENT ERWEITERN, UM DIE GEWÜNSCH-

TEN SPEZIALPRODUKTE HERSTELLEN UND

AUCH KLEINERE BESTELLUNGEN ABWICKELN

ZU KÖNNEN“, ERKLÄRT JOUKO LÄHEPELTO.

EXPORT IN WACHSTUMSMÄRKTE

Nordamerika hat am weltweiten Haftmaterialienmarkt

einen Anteil von rund dreißig

Prozent. Der Markt ist relativ gefestigt,

während die Nachfrage in Asien und Lateinamerika

weiter stark wächst.

„Die Spezialprodukte der Fabrik sind

hauptsächlich für den nordamerikanischen

Markt gedacht, aber wenn es sich ergibt,

werden wir unser Angebot auch auf Mexiko

und das übrige Lateinamerika ausdehnen“,

berichtet Jean-Marc Borel, Specials

Business Director Nord-, Mittel- und Südamerika,

UPM Raflatac.

Das Werk in Fletcher liegt nur wenige

Kilometer von der Haftmaterialfabrik von

UPM Raflatac in Mills River entfernt. In Fletcher

sind unter anderem das Geschäftsteam,

das Produktmanagement sowie Forschung

und Entwicklung untergebracht.

„So können wir die Herausforderungen,

vor denen unsere Kunden stehen, besser

ermitteln und überlegen, welche Lösungen

wir ihnen als Haftmateriallieferant

anbieten können“, sagt Borel.

ÜBERNAHME IN EUROPA

Mit der Übernahme des Geschäftsbetriebs

der Firma Gascogne Laminates Switzerland

SA baut UPM Raflatac seine Produk tion von

Spezialmaterialien für Etiketten auch in Europa

aus. Die Übernahme wurde Anfang

September erfolgreich abgeschlossen.

„Gascogne Laminates ergänzt unser

Angebot hervorragend, denn das Unternehmen

hat seine Tätigkeit insbesondere in

den Bereichen Mailinganwendungen und

Sicherheitslösungen weiterentwickelt. Vor

allem Etikettenlösungen zur Verifizierung

der Produktherkunft sind ein schnell wachsendes

Segment“, so Tapio Kolunsarka,

Senior Vice President Europa, Nahost und

Afrika, UPM Raflatac.

„Gascogne Laminates ist in Europa

eine sehr renommierte Traditionsmarke im

Bereich Spezialprodukte. Als Ergebnis dieser

Transaktion können unsere Kunden

über das weit ausgebaute Vertriebsnetz

von UPM Raflatac auf ein noch breiteres

Angebot zugreifen.“

„WENN ES SICH ERGIBT, WERDEN WIR

UNSER ANGEBOT AUCH AUF MEXIKO UND

DAS ÜBRIGE LATEINAMERIKA AUSDEHNEN“,

BERICHTET JEAN-MARC BOREL.

TAPIO KOLUNSARKA

22 THE GRIFFIN


Umwelt und soziale Verantwortung

Text: Tuovi Similä Fotos: Viljak, Petri Heinonen, UPM

Rettung der biologischen

VIELFALT

Die Vereinten Nationen haben die Jahre 2011–2020 zur Dekade der

Bio diversität erklärt. Im Oktober fand im indischen Hyderabad die 11. UN-

Vertragsstaatenkonferenz zur Biodiversitätskonvention (CBD) statt, deren

Thema erneut der Verlust der biologischen Vielfalt war. UPM nahm an der

Kon ferenz als Mitglied der Business and Biodiversity Initiative „Biodiversity

in Good Company“ teil und stellte unter anderem sein einzigartiges Biodiversitätsprogramm

für Wälder vor.


Umwelt und soziale Verantwortung

DIE VON CAROLIN BOSSMEYER GELEITETE

ORGANISATION HAT ALS LEITFADEN FÜR DIE

BETRIEBLICHE PRAXIS DAS „HANDBUCH

BIODIVERSITÄTSMANAGEMENT“ MIT BEISPIELEN

FÜR BEST PRACTICES ERARBEITET.

Die Initiative „Biodiversity in Good Company“

ist ein branchenübergreifender Zusammenschluss

von Unternehmen, die für den

Schutz und die nachhaltige Nutzung der

biologischen Vielfalt eintreten. Die Initiative

hat ihren Sitz in Berlin. Gegründet wurde

sie 2008 unter der Trägerschaft des Bundesministeriums

für Umwelt, Naturschutz

und Reaktorsicherheit (BMU) im Rahmen

der deutschen Präsidentschaft über die 9.

Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens.

Die Mitglieder der Initiative haben

sich mit einer Leadership-Erklärung dazu

verpflichtet, den Schutz der Biodiversität

in ihr betriebliches Managementsystem zu

integrieren.

Bei ihrer Gründung übernahm die Business

and Biodiversity Initiative weltweit

eine Vorreiterrolle. Es handelte sich um den

ersten Zusammenschluss von Unternehmen,

der sich ausschließlich dem Schutz der biologischen

Vielfalt widmet. „Die Bekämpfung

des Biodiversitätsverlusts ist sehr arbeitsintensiv,

so dass jede Unterstützung

willkommen ist“, sagt Carolin Boßmeyer,

die seit einem Jahr Geschäftsführerin der

Initiative „Biodiversity in Good Company“

ist. „Unsere Organisation wurde gegründet,

weil die Vertragsparteien bei ihrem

Treffen zu dem Schluss gekommen sind,

dass die Wirtschaft stärker in den Erhalt

der biologischen Vielfalt einbezogen werden

muss.“

HANDBUCH FÜR DIE

PRAKTISCHE UMSETZUNG

Die Business and Biodiversity Initiative hat

sich vor einem Jahr als gemeinnütziger Verein

konstituiert. Das bedeutet, dass die Unternehmen

die Initative eigenständig tragen.

Der Verein hat zurzeit 23 Mitglieder

und möchte Boßmeyer zufolge gern wachsen.

„Mit Sicherheit werden neue Mitglieder

hinzukommen, aber es dauert seine

Zeit, bis die Firmen wirklich verstehen, wie

sich ihre Tätigkeit auf die Biodiversität auswirkt.

Letztlich ist die Wertschöpfungskette

einer jeden Geschäftstätigkeit direkt oder

indirekt von dem Nutzen abhängig, den

die Natur uns stiftet“, sagt sie. Die Mitgliedsunternehmen

sind keine einheitliche

Gruppe, vertreten aber gemeinsam die

Überzeugung, dass Vielfalt für eine nachhaltige

Entwicklung in Zukunft ein wichtiges

Thema ist.

Die Organisation ist für ihre Mitglieder

nicht nur ein Forum des Austauschs. Sie

bietet ausgezeichnete Möglichkeiten zur

Vernetzung und erleichtert unter anderem

die Zusammenarbeit zwischen Mitgliedsunternehmen,

Verbänden, Wissenschaft und

Politik – sowohl innerhalb Deutschlands als

auch darüber hinaus. Außerdem hat die

Organisation als Leitfaden für die betriebliche

Praxis das „Handbuch Biodiversitätsmanagement“

erarbeitet. Es enthält viele

Beispiele für „Best Practices“ und stieß auf

große Resonanz.

24 THE GRIFFIN


Umwelt und soziale Verantwortung

Für Boßmeyer bot die Konferenz in Indien

eine gute Gelegenheit, für die Business

and Biodiversity Initiative zu werben.

„An unserem Stand auf der Biodiversitätsmesse

(Interactive Fair for Biodiversity) in

Hyderabad haben wir dreißig Fallbeispiele

vorgestellt. Die Unternehmen stellten ihr

Engagement für die biologische Vielfalt

vor und wir haben auf vielen Veranstaltungen

über unsere Tätigkeit berichtet“, erzählt

Boßmeyer.

EINZIGARTIGES PROGRAMM ZUGUNSTEN

DER WALDNATUR

Eines der Unternehmen, die sich in Hyderabad

präsentierten, war UPM mit drei Beispielen:

mit dem weltweiten Biodiversitätsprogramm

für Wälder, dem auf mehrere

Jahre angelegten Engagement für die Verbesserung

der Lebensbedingungen des

Birkhuhns in Großbritannien sowie der in

Minnesota durchgeführten, bahnbrechenden

Studie zum Vorkommen der Ektomykorrhizapilze.

Das von UPM 2006 begründete Biodiversitätsprogramm

für Wälder ist in seiner

Art wohl weltweit einzigartig und verdient

es daher, bekannt gemacht zu werden. Es

deckt sämtliche Forstaktivitäten von UPM

auf der ganzen Welt ab. Das Programm

umfasst sechs Punkte, die im Kasten unten

aufgeführt sind. Die Pflege der biologischen

Vielfalt ist in die Forstwirtschaft integriert.

Dabei setzt UPM nur in geringem

Maße auf die traditionelle Methode, nicht

in die Natur einzugreifen. Zum größten Teil

wird das Programm durch aktive Maßnahmen

umgesetzt.

Petri Heinonen, Environment Manager,

Environmental Affairs, UPM, ist der Meinung,

dass ein Ansatz, der menschliches

Eingreifen vollkommen ausschließt, sehr

begrenzend und veraltet ist. Er betont, dass

es viele Möglichkeiten gibt, den Artenschwund

in Wirtschaftswäldern zu verhindern

und die Biodiversität zu erhalten.

„Naturschutz und die Förderung der

Vielfalt der Natur sind gewissermaßen

zwei Dinge. Der Mensch kann die Natur

durch sein Handeln in großem Umfang

vielfältiger und vielgestaltiger machen“,

versichert Heinonen.

UPM kann die Ziele des Biodiversitätsprogramms

am besten verwirklichen, wenn

Holz aus eigenen Wäldern oder Gebieten

mit einem Forstbewirtschaftungsvertrag beschafft

wird. Das sind insgesamt zwei Millionen

Hektar. Zum überwiegenden Teil stammt

das Holz jedoch aus anderen Wäldern.

Aber selbst dann lässt sich das Programm

umsetzen, wenn UPM das Holz selbst erntet.

„Die Herausforderung besteht darin, das

Biodiversitätsprogramm in der Holzbeschaffungskette

besser umzusetzen. Andererseits

stammen rund achtzig Prozent des an die

Fabriken von UPM gelieferten Holzes aus

zertifizierten Wäldern. Schon dadurch werden

die Ziele unseres Programms weitgehend

erfüllt“, erklärt Heinonen.

GESCHÄFTSWELT KANN VIEL TUN

Heinonen sieht die Initiative „Biodiversity in

Good Company“ als modernen und guten

Ansatz zur Bewahrung der biologischen

Vielfalt. „Wenn wir den Artenbestand der

Erde retten wollen, ist die Einbeziehung der

Wirtschaft die einzige Möglichkeit, einen

maßgeblichen Beitrag für die Erhaltung der

Biodiversität zu leisten.“

UPM kann im Rahmen seines Biodiversitätsprogramms

für Wälder und darüber hinaus

viele Beispiele für praktisches Handeln

EPOCHE-

MACHENDES

Biodiversitätsprogramm

Das weltweite Biodiversitätsprogramm von UPM

dient dazu, die biologische Vielfalt der Wälder

zu erhalten und zu erhöhen. Gleichzeitig werden

„Best Practices“ für eine nachhaltige Forstwirtschaft

und Holzbeschaffung gefördert. Die Themenbereiche

und Ziele des Programms sind

elementarer Bestandteil der täglichen Arbeit bei

UPM und der Anweisungen für die Waldpflege

und die Holzernte.

Die sechs Schwerpunktgebiete des Biodiversitätsprogramms sind:

HEIMISCHE BAUMARTEN

Ziel: Bewahrung und Erhöhung des Anteils natürlich vorkommender Baumarten am Bestand.

TOTHOLZ

Ziel: Erhalt und Schaffung eines vielseitigen Totholzangebots.

WERTVOLLE LEBENSRÄUME

Ziel: Schutz von Biotopen, die unter dem Aspekt der biologischen Vielfalt wertvoll sind,

und ihre Bewirtschaftung gemäß ihres Wertes für die Biodiversität.

FORSTSTRUKTUR

Ziel: Erhalt und Förderung der für natürliche Wälder typischen unterschiedlichen Strukturen

auf Flächen- und Bestandsebene.

WASSERRESSOURCEN

Ziel: Erhaltung von offenen Gewässern und Feuchtgebieten.

NATÜRLICHE WÄLDER

Ziel: Umsetzung von Plänen für verbliebene Teile natürlicher Wälder.

THE GRIFFIN 25


Umwelt und soziale Verantwortung

und Projekte vorweisen, die zur Erhaltung der

biologischen Vielfalt in verschiedenen Teilen

der Welt beitragen. Auch in der Initiative hat

sich UPM dafür eingesetzt, dass die Mitgliedsunternehmen

konkrete Schritte unternehmen.

„Geredet worden ist viel, aber es müsste

auch mehr praktische Beispiele geben, dass

etwas getan und erreicht worden ist.“

Heinonen wünscht sich, dass UPM in Zukunft

auch gemeinsam mit den Kunden Projekte

durchführen könnte, an deren Kosten

sich die Kunden beteiligen. Zum Beispiel

könnte ein Zeitschriftenverlag zu einem etwas

höheren Preis eine Sonderausgabe

zum Thema Biodiversität herausbringen.

„Der Wert der Biodiversitätsarbeit würde im

Preis für die Zeitschrift berücksichtigt. Mit

dem Kauf der Zeitschrift würde der Leser die

Erhaltung gesunder Waldbestände unterstützen“,

skizziert Heinonen. Er gibt jedoch zu,

dass es noch ein weiter Weg ist, bis man die

Kosten für den Schutz der Artenvielfalt auf

die Produktpreise aufschlagen kann.

Positiv ist jedoch, dass beim Marketing

für die Produkte von UPM auf das weltweite

Biodiversitätsprogramm für Wälder verwiesen

wird. „Das ist ein Zeichen dafür, dass

die Unternehmen die Vielfalt der Waldnatur

in der Wertschöpfungskette Produktion für

wichtig halten“, sagt Heinonen.

ZEHN BEISPIELE FÜR BIODIVERSITÄTSPROJEKTE VON UPM

1. Rückkehr des Feuers. Kontrollierte Waldbrände schaffen Lebensraum für Arten, die auf

frisch verbranntes Holz angewiesen sind.

2. Aarnikotka-Forst und Nationalpark Repovesi. UPM hat dem finnischen Staat für

die Gründung des Nationalparks Repovesi 560 Hektar Land geschenkt. Gleichzeitig wurde das

angrenzende, 1 400 Hektar große private Schutzgebiet Aarnikotkan metsä („Greifenwald“) eingerichtet.

3. Lebensraum für Pfäffchen (Sporophila) in Zusammenarbeit mit der Vogelschutzorganisation

Aves Uruguay. UPM Forestal Oriental fördert in Uruguay den Erhalt

von Biotopen für die zu den Finkenammern zählende Gattung Sporophila, spanisch „Capuchino“.

4. Pflege von Esker-Moränen. Die typisch finnische Esker-Moränenlandschaft wird unter

anderem durch die Entfernung überschirmender Bäume geschützt. Esker sind lange, gewundene,

von Gletscherschmelzwassern aufgeschüttete Kiesrücken.

5. Schutzprogramm für die Yatay-Palme. UPM Forestal Oriental in Uruguay hat ein

eigenes Schutzprogramm für die auf den unternehmenseigenen Ländereien vorkommende Palmenart

Butia yatay entwickelt. Die Erhaltung der Art ist in den Aufforstungsplan des Unternehmens

integriert.

6. Gemeinschaftsprojekt mit der Royal Society for the Protection of Birds

zum Schutz des Birkhuhns. UPM beteiligt sich in mehreren Regionen Großbritanniens am

Schutz des bedrohten Birkhuhns (Tetrao tetrix).

7. Wiederherstellung von Feuchtgebieten. An verschiedenen Orten werden trockengelegte

Moore und Sümpfe renaturiert. Feuchtgebiete im Naturzustand sind unter dem Aspekt

der biologischen Vielfalt sehr wertvoll.

8. Studie zum Vorkommen der Ektomykorrhizapilze in Minnesota. Von 2002

bis 2007 wurde in den Wäldern von UPM Blandin in Minnesota das Vorkommen der Ektomykorrhizapilze*)

an unterschiedlichen Standorten eingehend erfasst. Es handelt sich um die größte

Pilzkartierung, die im Mittleren Westen der USA je durchgeführt wurde.

9. Beobachtung von Totholzkäfern. Im Rahmen des Projekts wird die Bedeutung von Überhältern

für auf Totholz angewiesene Tiere, zum Beispiel Käfer, untersucht.

10. Internationaler Baumpflanztag von UPM. UPM lädt seine Stakeholder und Mitarbeiter

sowie Schüler in verschiedenen Teilen der Welt ein, Bäume zu pflanzen. Die Baumpflanzaktion wird

seit 2009 jedes Jahr durchgeführt.

*) Als Mykorrhiza bezeichnet man eine in der Natur häufig vorkommende Symbiose von Pilzen und Pfl anzen, bei der ein Pilz

mit dem Feinwurzelsystem einer Pfl anze in Kontakt steht. Der Pilz wächst in oder auf der Wurzel. Von der Verbindung profitieren

sowohl Pfl anze als auch Pilz.

ÖKONOMISCHER WERT DER

NUTZUNG VON NATURWERTEN

CBD

Das Übereinkommen über die biologische

Vielfalt (Convention on Biological Diversity,

CBD) wurde 1992 auf der Konferenz der Vereinten

Nationen zu Umwelt und Entwicklung

ausgehandelt. Nach dem Übereinkommen

wird jede Vertragspartei „entsprechend ihren

besonderen Umständen und Möglichkeiten

nationale Strategien, Pläne oder Programme

zur Erhaltung und nachhaltigen altigen Nutzung der

biologischen Vielfalt entwickeln“ sowie „die

Erhaltung und nachhaltige Nutzung der gischen Vielfalt, soweit möglich und sofern

angebracht, in ihre diesbezüglichen sektora-

biololen

oder sektorenübergreifenden Pläne, Programme

und Politiken einbeziehen“. Bislang

haben 193 Staaten die Konvention unterzeichnet.

Die 10. Vertragsstaatenkonferenz fand

2010 im japanischen Nagoya statt. Dort wurden

neue, weltweite Ziele für den Zeitraum

2011 bis 2020 beschlossen. Der wichtigste

Grund für die Erneuerung der Strategie war

der, dass sich der Schwund der biologischen

Vielfalt trotz der früher vereinbarten Ziele bis

2010 nicht merklich verlangsamt hatte.

Weltweit geht die Vielfalt der Natur bedrohlich

zurück – mit gewaltigen wirtschaftlichen

Folgen für die Menschheit. Auf der Konferenz

in Nagoya veröffentlichten die Vereinten

Nationen den Bericht „The Economics of Ecosystems

and Biodiversity“ (TEEB-Bericht), in

dem vorgeschlagen wird, Naturwerten einen

ökonomischen Wert zuzuordnen. Der TEEB-

Bericht ist mit dem Stern-Bericht über die Ökonomie

des Klimawandels und die Kosten des

Nichthandelns verglichen worden. Der TEEB-

Bericht stellt fest, dass das Ignorieren der Naturwerte

binnen kurzem zu einer Welle des

Aussterbens führen wird, die wiederum erhebliche

wirtschaftliche Folgen hat. Der Bericht fordert

Unternehmen und Staaten auf, Berechnungen

über die Naturwerte zu veröffentlichen,

die sie jährlich verbrauchen.

Die 11. Vertragsstaatenkonferenz zur

Biodiversitätskonvention fand im Oktober

2012 im indischen Hyderabad statt.

26 THE GRIFFIN


Umwelt und soziale Verantwortung

WERK

TECHNOLOGIE

Text: Vesa Puoskari Fotos: Viljak, Vesa Puoskari

THE GRIFFIN 27


Umwelt und soziale Verantwortung

POCHECO STELLT BRIEFUMSCHLÄGE

FÜR DIREKTWERBUNG NACH DEN

PRINZIPIEN EINER NACHHALTIGEN

ENTWICKLUNG HER.

Das Beispiel des französischen Briefumschlagherstellers

POCHECO zeigt, wie sich

durch die Befolgung der Grundsätze einer

nachhaltigen Entwicklung Mitarbeiter- und

Kundenzufriedenheit, hohe Produktqualität

und Betriebsgewinn erzielen lassen.

Laut Geschäftsführer Emmanuel Druon

orientieren sich die Investitionen von

POCHECO an drei Kriterien.

„Investitionen müssen die Sicherheit am

Arbeitsplatz erhöhen, die Umweltwirkungen

der Produktion verringern und wirtschaftlich

Gewinn bringen. Ein Plan wird

nur realisiert, wenn alle drei Forderungen

erfüllt sind“, erklärt Druon, der auch Eigentümer

und einziger Gesellschafter des

Unternehmens ist.

POCHECO hat seinen Sitz in Nordfrankreich,

in der Nähe der Stadt Lille. Bei

der Werksbesichtigung legt Druon dar,

wie sein Unternehmen diese Grundsätze in

die Praxis umsetzt. Die bedeutendste Neuerung

ist das Fabrikdach, das rund zwei

Millionen Euro gekostet hat.

Große Hybridmodule auf dem Dach erzeugen

sowohl bei Sonnenschein als auch

bei bedecktem Himmel Strom. Außerdem

wird über das Dach Regenwasser gesammelt

und in der Fabrik als Betriebswasser

eingesetzt. Durch die großen Oberlichter

fällt Tageslicht in den Maschinensaal.

„Dank der Investition in das Dach sparen

wir jährlich rund 200 000 Euro, so

dass sie sich in zehn Jahren ganz amortisiert

haben wird“, sagt Druon.

Die Fabrik versorgt sich sogar selbst mit

Honig. Wie um die Sauberkeit der Betriebsumgebung

unter Beweis zu stellen,

stehen auf dem von Pflanzen bedeckten

Dach mehrere Bienenstöcke.

BAMBUS FÜR DIE ABWASSERREINIGUNG

Dem Besucher fällt vor der Fabrik eine Bambusanpflanzung

auf. Sie dient zur Reinigung

des Betriebswassers; eine Methode,

die auch von französischen Winzern angewendet

wird. In der französischen Druckindustrie

ist sie bislang einzigartig.

„Wir verzichten auf Lösungsmittel in

Klebstoffen und Druckfarben und setzen

ausschließlich wasserlösliche Pigmente ein.

Die Druckmaschinen werden mit Regenwasser

gereinigt, das anschließend in ei-

„UMWELTFREUNDLICHE TECHNIK

REDUZIERT UNSERE KOSTEN, SODASS

DIE PRODUKTION PROFITABLER

GEWORDEN IST“, BERICHTET

EMMANUEL DRUON.

28 THE GRIFFIN


Umwelt und soziale Verantwortung

nen Behälter unter der Bambusanpflanzung

geleitet wird. Mit den Farbpigmenten wird

der Bambus gedüngt, und die ausgewachsenen

Pflanzen werden zur Energieerzeugung

verbrannt“, erklärt Druon.

„Die umweltfreundliche Technik reduziert

unsere Kosten, sodass die Produktion

profitabler geworden ist. Wir schütten keine

Dividenden aus, sondern setzen den

POCHECO hat sich auf die Herstellung

von Briefumschlägen für Direktwerbung

spezialisiert. Jährlich verlassen rund zwei

Milliarden Briefumschläge das Werk. In

Frankreich hat das Unternehmen einen

Marktanteil von siebzig Prozent. Rund

zwanzig Prozent der Produktion werden

exportiert. Die 114 Beschäftigten der Fabrik

arbeiten in drei Schichten.

Neben der Unternehmensverantwortung

betont Druon die Bedeutung der

Qualität. In der Branche herrscht ein har -

ter Wettbewerb. Die Voraussetzung für

Erfolg ist eine hohe Produktivität, die

mit durchschnittlichen Mitteln nicht zu erreichen

ist.

„Unabhängig vom Preis arbeiten wir

stets mit den besten auf dem Markt verfügbaren

Rohstoffen oder Anlagen. Durch

Druon bedankt sich bei seinen Geschäftspartnern,

mit denen zusammen er seine

Ziele verwirklichen konnte. Vor allem UPM

war in Umweltfragen inspirierend: „Als ich

1997 die Leitung von POCHECO übernahm,

machten mir die Umweltwirkungen

der Papierherstellung große Sorgen. Meine

Ansprechpartner bei UPM verstanden als

erste, was nachhaltige Entwicklung für

mich bedeutet. Die Aspekte, die sie nannten,

habe ich auch bei meiner eigenen

Geschäftstätigkeit umgesetzt.“

Druon sieht trotz der technologisch

bedingten Verschärfung des Wettbewerbs

DAS RESULTAT IST EIN PERFEKT

GEFERTIGTER BRIEFUMSCHLAG,

DER SICH AUCH GUT ANFÜHLT.

Betriebsgewinn zur Weiterentwicklung des

Unternehmens ein. So werden die Investitionskosten

nicht auf die Produktpreise aufgeschlagen

und nicht von den Kunden

bezahlt.“

QUALITÄT AN OBERSTER STELLE

den Einsatz der besten Produktionsmittel

vermeiden wir Qualitätsprobleme, die uns

oder unseren Kunden zusätzliche Kosten

ver ursachen würden.

Bei der Briefumschlagherstellung haben

wir den Anteil an natürlichen Materialien

erhöht und die Chemikalienmenge

reduziert. Das Resultat ist ein perfekt gefertigter

Briefumschlag, der sich auch gut anfühlt“,

so Druon.

INSPIRATIONSQUELLE WALD

eine Zukunft für Papier. „Papier ist ein edles

Material aus Naturfasern, die aus dem

Wald stammen. Ich bin fest davon überzeugt,

dass Papier und Druckerzeugnisse

überleben werden, auch wenn ihnen seit

langem der Untergang prophezeit wird.“

Druon schildert seine Ansichten und Erfahrungen

in seinem neuen Buch Écolonomies

– Entreprendre et produire autrement

(,Ökolonomie‘ – Unternehmertum und Produktion

auf andere Art). „Wenn die Produktion

nach den Prinzipien nachhaltiger Entwicklung

arbeitet, sind Marktpreise zu erzielen

und das Unternehmen macht sogar

in wirtschaftlich schweren Zeiten Gewinn“,

fasst er die Grundlage seines Erfolgs zusammen.

THE GRIFFIN 29


Umwelt und soziale Verantwortung

30 THE GRIFFIN


Umwelt und soziale Verantwortung

Text: Nina Colliander-Nyman

Fotos: UPM

BÜCHER

FÜR CHINESISCHE SCHULEN

Im Rahmen eines Projekts zur Leseförderung

und zur Verbesserung des Unterrichtsniveaus

an ländlichen Schulen in China,

die wenig Zugang zu Informationen,

Büchern und Bibliothekssystemen haben,

hat UPM in Yunnan zwei Grundschulen

unterstützt.

Grundlage des Projekts „Green and Shine

Mini Library“ sind Bücherschenkungen.

Freiwillige aus Universitäten und Unternehmen

helfen den Schulen beim Aufbau einer

Bibliothek, organisieren interaktive Leseaktionen

und leiten die Schüler beim Lesen

an.

UPM unterstützte das Vorhaben zunächst

an der Daduma Primary School im

Bezirk Jinping und anschließend an der

Luti Primary School im Bezirk Mile, beide

in der autonomen Präfektur Honghe in der

Provinz Yunnan.

INSGESAMT 1500 BÜCHER

Jede Schule bekam Geschichts- und Naturbücher,

Literaturklassiker und Märchenbücher.

Nachdem die freiwilligen Helfer

aus den Hochschulen die Bücher systematisiert

und etikettiert hatten, wurden sie in

den Leseräumen der Schulen in die Regale

eingestellt. Die Freiwilligen vom Yunnan

Honghe College und der Universität Yunnan

hielten Vorträge und organisierten interaktive

Spiele, um den Schülern zu zeigen,

wie man Bücher liest und sich mit

anderen über das Leseerlebnis austauschen

DIE CHINESISCHE GRENZPROVINZ YUNNAN

liegt im Südwesten des Landes und ist eine

schwach entwickelte, gebirgige Region, in

der große Gruppen ethnischer Minderheiten

leben. Die Provinz ist für ihre landschaftliche

Schönheit und Vielfalt berühmt, aber nur

wenige wissen, mit welchen Problemen das

Bildungswesen in der Region, vor allem an

den Grundschulen in abgelegenen Gebieten,

zu kämpfen hat.

kann. Obwohl die Projekte zu Beginn der

Sommerferien stattfanden, nahmen an beiden

Schulen mehr als fünfzig Schüler an

dem Programm teil. Einige Schüler, die

von den Aktionen der ersten Tage gehört

hatten, kamen später noch hinzu.

SCHÜLER DER DADUMA PRIMARY

SCHOOL FREUEN SICH ÜBER

DIE BÜCHER.

THE GRIFFIN 31


uutisotsikot

Faserstoffe

Markt-

IST EIN GLOBALES WACHSTUMSGESCHÄFT

Text: Vesa Puoskari Fotos: Viljak, Jari Leino

In den vergangenen zehn Jahren ist der

Anteil von Marktzellstoff am Zellstoffverbrauch

gestiegen, weil in China viele neue

Papiermaschinen gebaut wurden, die zugekaufte

Faserstoffe einsetzen – Marktzellstoff

und Altpapier.

Laut Brian McClay & Associates Inc, einem

privaten Consultingunternehmen im Bereich

Zellstoff und Papier mit Sitz in Montreal,

Kanada, sind die Aussichten für die

nächste Dekade sogar noch besser: Die urbane

Mittelschicht in China wächst stark,

das weltweite Angebot an Altpapier erreicht

einen Höchststand, die globale

Nachfrage nach Hygienepapieren nimmt

zu und die Nachfrage der Textilindustrie

und der chemischen Industrie nach Spezialzellstoff

steigt rapide.

Der bedeutendste Geschäftstreiber

wird die fortschreitende Verstädterung

in den Schwellenländern, vor allem

China, sein. „Mit zunehmendem Wohlstand

wird der Lebensstil papierorientier -

ter, weil die Menschen mehr Tissuepapiere,

Verpackungsmaterialien und Spezialpapiere

verwenden“, weiß President und

Firmengründer Brian McClay.

In den vergangenen zwanzig Jahren

hat sich die Zahl der Konsumenten welt -

weit auf 2,4 Milliarden Menschen verdoppelt.

Das McKinsey Global Institute prophezeit,

dass sich diese Zahl innerhalb

der nächsten 15 Jahre noch einmal annähernd

verdoppeln und der Konsum um 18

Billionen US-Dollar ansteigen wird – das

sind 1,2-mal so viel wie das Bruttoinlandsprodukt

der USA 2011.

HYGIENEPAPIERE

Besonders bei Tissuepapieren und ande -

ren Hygieneprodukten wie Damenbinden,

Windeln und Wischtüchern aus Flockenzellstoff

(Fluffstoff) ist bereits eine dynamische

Entwicklung zu beobachten. Die

Nachfrage nach Tissuepapieren ist 2011

weltweit um mehr als vier Prozent auf 30,5

Millionen Tonnen und in China sogar um

18 Prozent auf 7,3 Millionen Tonnen gestiegen.

Und dort wird praktisch ausschließlich

Marktzellstoff eingesetzt.

Die Nachfrage nach Fluffstoff steigt

ebenfalls um rund vier Prozent im Jahr, wobei

die Importe nach China um mehr als

zwanzig Prozent im Jahr zunehmen. Weltweit

werden jährlich fünf Millionen Tonnen

Fluffstoff produziert, davon 90 Prozent im

Süden der USA.

32 THE GRIFFIN


Faserstoffe

HÖCHSTSTAND BEI ALTPAPIER ERREICHT

McClay sagt voraus, dass der Altpapiereinsatz

in der Papier- und Kartonherstellung

weltweit bald seinen Höchststand erreicht

haben wird, was die Nachfrage nach

Marktzellstoff möglicherweise enorm anheizen

wird. „Weil die Nachfrage nach

grafischen Papieren in den größten Altpapierexportregionen

USA, Europa und

Japan zurückgeht, sinkt auch das Altpapieraufkommen.“

Darüber hinaus steigt der Anteil von

Tissuepapieren und anderen schlecht recycelbaren

Sorten wie Filterpapieren, dekorativen

Verbundmaterialien und Lebensmittelverpackungen

am Gesamtverbrauch,

was die Recyclingmöglichkeiten weiter

reduziert.

Außerdem sinkt die Qualität des Altpapiers,

weil Büropapiere bereits einen höheren

Altfaseranteil enthalten, aus Sicherheitsgründen

öfter geschreddert werden und

viele Recyclingprogramme das Altpapier

zu einem einzigen Strom zusammenfassen,

wodurch das Kontaminationsniveau höher

ist, vor allem in den USA.

Wenn die Papier- und Kartonproduktion

von 2011 bis 2021 weltweit um zwei

Prozent im Jahr zunimmt und der Altpapieranteil

bei 55 Prozent bleibt, könnte die

Nachfrage nach Marktzellstoff im selben

Zeitraum insgesamt um rund 30 Millionen

Tonnen beziehungsweise 50 Prozent steigen.

NACHFRAGE NACH CHEMISCH

AUFGESCHLOSSENEM SPEZIALZELLSTOFF

„Das Zellstoffgeschäft profitiert zunehmend

von einer neuen Generation von Produkten

aus Holzzellstoff, wie etwa Rayon, und der

weiteren Expansion bei chemisch aufgeschlossenen

Spezialzellstoffen für Lebensmittelverpackungen,

pharmazeutische und

andere Industrieanwendungen“, schätzt

McClay.

„DAS WIRTSCHAFTSWACHSTUM

IN CHINA UND DIE STEIGENDE NACHFRAGE

NACH TISSUEPAPIEREN KURBELN

DIE WELTWEITE ZELLSTOFFNACHFRAGE AN“,

SO BRIAN McCLAY.

Millionen Tonnen

ANSTIEG DER FASERNACHFRAGE IN CHINA BEI HOLZZELLSTOFF AM GRÖSSTEN

150

140

130

120

110

100

90

80

70

60

50

40

30

20

10

0

45 %

34 %

13 %

8%

2000

61 %

13 %

9%

17 %

2011

Der Nachfrageanstieg bei Kunstfaserzellstoff

lag in den letzten Jahren durchschnittlich

bei sechs bis acht Prozent, aber

langfristig besteht ein Verbesserungspotenzial,

weil bei Baumwolle das Produktionsmaximum

bald erreicht ist. Die landwirtschaftlichen

Nutzflächen schrumpfen und

statt Baumwolle werden immer mehr wertvollere

Nahrungsmittel angebaut.

Viele ältere und kleinere Zellstoffwerke

bekommen so eine Überlebenschance, indem

sie für die Produktion von Kunstfaserzellstoff

umgebaut werden.

„Die Nachfrageaussichten für Marktzellstoff

sind sehr vielversprechend, aber

das ist natürlich nur ein Teil der Gleichung.

Entscheidend für den Geschäftserfolg wird

die exakte Ausrichtung des Angebots an

der Nachfrage sein. Das ist für die Hersteller

von Marktzellstoff von jeher eine

große Herausforderung gewesen“, schließt

McClay.

63 %

7%

10 %

20 %

2020

Altpapierstoff

Zellstoff aus anderen

Rohstoffen als Holz

Eigene Holzzellstoffproduktion

Marktzellstoff

auf Holzbasis

Quelle: PPI,

Brian McClay & Associates

THE GRIFFIN 33


Biobrennstoffe

34 THE GRIFFIN


Biobrennstoffe

W E G W E I S E N D E

BIORAFFINERIE

Text: Tuovi Similä Fotos: UPM, Jari Leino

Der Bau der Bioraffinerie von UPM am

Standort Kaukas in der Nähe der finnischen

Stadt Lappeenranta geht gut voran. Die

Pfahlgründung ist fertig, die Fundamente

für die Tanks sind gegossen und im Februar

soll schon mit der Montage der ersten Anlagen

begonnen werden. Bis zum Sommer

wird der Baufortschritt beachtlich sein.

Bis Ende Oktober wurden für das Raffineriegebäude

2 500 Gründungspfähle mit

einer Gesamtlänge von 53 Kilometern in

den Untergrund eingebracht. Hinter dem

Areal steht der alte rote Ziegelbau der ehemaligen

Rollenfabrik, in der die Steuerwarte

der künftigen Anlage, Laborräume und

Hilfsräume wie Lager und Werkstätten untergebracht

werden sollen. Die Fabrik von

UPM liegt etwa einen Kilometer von der

Baustelle entfernt.

„Bis jetzt hat alles gut geklappt und wir

liegen voll im Zeitplan. Unfälle gab es

nicht“, berichtet Projektleiter Risto Löppönen.

Die Grundsteinlegung fand Anfang

November statt. Mit der Montage der Tankund

Stahlkonstruktionen kann im Winter begonnen

werden, aber die größeren Anlagen

müssen bis zum Frühsommer warten.

„Die heißeste Phase auf der Baustelle

kommt nächsten Sommer, wenn die Anlagen

installiert werden, während teilweise

noch die Bauarbeiten im Gang sind“,

schätzt Löppönen.

Die Bioraffinerie ist eine außergewöhnliche

Anlage, die sich aber für Löppönen

kaum von einem standardmäßigen Industriebauprojekt

unterscheidet. Die einzige

Ausnahme bildet das Hochdruck-Rohrleitungssystem,

für das es keine Vorbilder

gibt. „Kraftwerke haben zwar auch Hochdruck-Rohrleitungssysteme,

aber nicht in

diesem Umfang und nicht aus solchen

Materialien.“

Angestrebt ist, dass die Anlage im Februar

2014 in mechanischer Hinsicht fertig

ist, d.h. die Anlagen und Rohrleitungen

montiert sowie die Instrumente und die

Automation installiert sind. „Danach beginnt

die Testphase, die einige Monate

dauern wird“, sagt Löppönen.

PIONIER AUF SEINEM GEBIET

Nach der Testphase wird die weltweit erste

Anlage, in der im industriellen Maßstab

Biokraftstoff aus Holz gewonnen wird, die

Produktion des Biodieselkraftstoffs UPM

BioVerno aufnehmen. Dieser wird aus Rohtallöl

hergestellt, das als Nebenprodukt bei

der Zellstoffproduktion anfällt. Den Rohstoff

bezieht UPM in erster Linie von den unternehmenseigenen

Zellstofffabriken. Früher

wurde das Rohtallöl im Allgemeinen an

Weiterverarbeiter verkauft oder thermisch

verwertet. Wenn UPM das Rohtallöl selbst

raffiniert, wird das zur Zellstoffproduktion

eingesetzte Holz noch effizienter genutzt

und das Einschlagvolumen braucht nicht

erhöht zu werden.

UPM BioVerno unterscheidet sich von

den Produkten der ersten Generation in

Bezug auf den Rohstoff, die Technologie

und die Eigenschaften des Endprodukts.

Die Herstellung hat keinen indirekten Einfluss

auf die Bodennutzung und es werden

keine Rohstoffe eingesetzt, die als Nahrungsmittel

dienen könnten. UPM BioVerno

ist mit konventionellem Diesel aus Erdöl

vergleichbar. Es eignet sich für den heutigen

Fahrzeugbestand und das bestehende

Distri butionsnetz.

Der aus Tallöl hergestellte Biodieselkraftstoff

reduziert die Treibhausgasemissionen

des Kfz-Verkehrs im Vergleich zu fossilen

Kraftstoffen um rund achtzig Prozent.

Die neue Bioraffinerie produziert jährlich

120 Millionen Liter Biodiesel. Bei einem

durchschnittlichen Verbrauch von sechs

Litern auf hundert Kilometer können mit

dieser Menge 100 000 Autos 20 000 Kilometer

zurücklegen.

Der globale Markt für Biokraftstoffe

hat ein Volumen von rund siebzig Milliarden

Euro und wird nach Schätzungen bis

2020 jährlich um 8 bis 18 Prozent wachsen.

Das Marktgebiet von UPM BioVerno

ist die EU.

FÜR DAS GEBÄUDE DER BIORAFFINERIE

WURDEN 2 500 GRÜNDUNGSPFÄHLE

IN DEN UNTERGRUND EINGEBRACHT.

IM HINTERGRUND IST DER ALTE ZIEGEL-

BAU DER EHEMALIGEN ROLLENFABRIK

ZU SEHEN, WO STEUERWARTE, LABOR-

RÄUME UND HILFSRÄUME UNTER-

GEBRACHT WERDEN.

THE GRIFFIN 35


Energie

36 THE GRIFFIN


Energie

Text: Tuovi Similä Foto: Viljak

STROMHANDEL IN MEHREREN MÄRKTEN

UPM Energy handelt in mehreren Märkten

mit Strom und Gas. Der Geschäftsbereich ist

sowohl an den Energiebörsen der nordischen

Länder, also Nord Pool Spot und Nasdaq

OMX Commodities, als auch in Großbritannien

und Mitteleuropa aktiv. Auch mit

europaweiten Emissionszertifikaten wird

gehandelt. Und der Geschäftsbereich dehnt

seine Handelstätigkeit weiter aus.

UPM Energy hat konsequent auch in die

Märkte für Stromderivate expandiert. Beim

Handel mit Derivaten wird der Strompreis

für eine Woche, einen Monat oder sogar

mehrere Jahre abgesichert. Der Handel auf

den Märkten für Stromderivate macht das

Ergebnis von UPM leichter berechenbar,

weil der Strompreis vorher feststeht. Die

jüngste Expansion fand im Sommer statt,

als UPM Energy an der EEX (European

Energy Exchange) in Deutschland in den

Handel einstieg.

„Jetzt können wir die Energiepreise für

unsere Standorte in Deutschland und Österreich

noch flexibler absichern. Für unsere

finnischen Werke sichern wir die Preise

schon seit Jahren auf die gleiche Weise

an der Nasdaq OMX beziehungsweise

deren Vorgängerin Nord Pool ab“, berichtet

Pekka Tynkkynen, Director, Portfolio

Management and Trading, UPM Energy.

Die Papierfabriken von UPM verfügen

über eigene Kraftwerke, die Wärme- und

Elektroenergie erzeugen, aber zusätzlich

zu ihrer eigenen Kapazität benötigen die

Standorte Strom aus dem Netz. Für die

Beschaffung dieses Stroms ist UPM Energy

zuständig.

„Wir bieten unseren Standorten in Finnland,

Deutschland, Österreich und sogar

Großbritannien Handelsdienstleistungen an.

Wir sind Portfolio- und Risikomanager. Um

diese Funktion in Deutschland noch besser

ausfüllen zu können, haben wir uns die

Möglichkeit geschaffen, auch an der EEX

zu handeln“, erläutert Tynkkynen.

UPM verfügt zusätzlich zur Energieerzeugung

an den eigenen Standorten über

ein bedeutendes Stromportfolio. Es umfasst

die Stromerzeugungskapazität der unternehmenseigenen

Wasserkraftwerke in verschiedenen

Teilen Finnlands sowie die

Energiegewinnung mit Wasserkraft, Kernkraft

und Kondensationskraftwerken, an der

UPM über Anteile an Energieversorgungsunternehmen

beteiligt ist. Dieser Komplex

wird von UPM Energy verwaltet. „UPM ist

in mehreren Märkten auf breiter Basis im

Stromhandel aktiv“, betont Tynkkynen.

KOMPETENZ IM RISIKOMANAGEMENT

Aufgrund der starken Schwankungen der

Marktpreise nimmt die Bedeutung des Risikomanagements

ständig zu. Dafür nennt

Tynkkynen mehrere Gründe. In Skandinavien

ist das Wetter ein wichtiger Faktor. „In

den nordischen Ländern wird die Hälfte

des Stroms mit Wasserkraft erzeugt. In letzter

Zeit war das Wetter sehr wechselhaft –

von extremer Trockenheit bis zu sehr hohen

Wasserständen“, so Tynkkynen.

Auf europäischer Ebene gibt es große

Bewegungen, die sich auf den Strompreis

auswirken. Als Beispiele erwähnt Tynkkynen

die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung

in der EU und das Atomunglück

von Fukushima im vergangenen Jahr, aufgrund

dessen Deutschland schnell aus der

Kernkraft aussteigen will. Die Preisschwankungen

in Europa haben der Stromerzeugung

mit grünen Energieträgern wie Windkraft

und Solarenergie zu Wachstum verholfen.

„Die Preisschwankungen bei Strom

bilden ein Preisrisiko, das wir unter Kon -

trolle halten müssen. Durch ein aktives

Portfoliomanagement können wir an den

Preisschwankungen auf dem Strommarkt

sogar verdienen“, fährt Tynkkynen fort.

„Erfolg auf dem Strommarkt beruht auf

Können, nicht auf Glück. Man muss wis -

sen, was im Markt vorgeht, und daraus die

richtigen Schlüsse ziehen. Und man muss

das Marktwissen auf die eigene Situation

und das eigene Geschäft beziehen können.“

THE GRIFFIN 37


Energie

Text: Vesa Puoskari Foto: Vesa Puoskari

REFORM DES EMISSIONSHANDELS

Die Europäische Kommission will den Emissionshandel

weiterentwickeln und Erzeugern

von Strom aus erneuerbaren Energieträgern

den Marktzugang erleichtern.

Pierre Dechamps, Berater für Energie und

Klimawandel bei der Europäischen Kommission,

erläuterte im Juni auf der POWER-

GEN Europe in Köln die Grundzüge des

Konzepts.

„Der Mechanismus des Emissionshandels

ist aus mehreren Gründen kritisiert worden.

Man sollte jedoch keinesfalls vergessen,

dass er als dreistufiges System konzipiert

wurde. Die dritte Stufe beginnt Anfang

2013. Zu diesem Zeitpunkt soll der Emissionshandel

in vieler Hinsicht novelliert

werden“, erklärt Dechamps.

Unter anderem ist der Preis für Emissionsrechte

infolge der Finanzkrise zu niedrig

gehalten worden.

„Vorrangiges Ziel war die Reduzierung

der CO 2 -Emissionen. Das ist zu niedrigeren

Kosten als erwartet geschehen, was ja eigentlich

positiv ist. Allerdings bietet der

geringe Preis der Emissionsrechte keinen

Anreiz für Investitionen in erneuerbare

Energien. Hier funktioniert das System nicht

wie beabsichtigt“, gibt Dechamps zu.

ÜBERARBEITUNG DES ZEITPLANS

Eine Änderung kann zum Beispiel Anfang

des Jahres erfolgen, indem die Versteigerung

neuer Emissionsrechte auf einen späteren

Zeitpunkt verschoben wird, um das

Preisniveau zu wahren.

„Dann wären in den ersten Jahren des

dritten Handelszeitraums weniger Zertifikate

auf dem Markt und am Ende des Jahrzehnts,

wenn sich die Wirtschaft erholt,

mehr“, erläutert Dechamps.

Der Vorschlag liegt den Mitgliedstaaten

der EU derzeit zur Stellungnahme vor. Insgesamt

bliebe die Menge der Emissionszertifikate

in dem Handelszeitraum jedoch

gleich.

„Eine dauerhafte Kürzung der Emissionsrechte

könnte eine zu harte Maßnahme

sein. Dazu wäre ein einstimmiger Beschluss

aller 27 Mitgliedstaaten erforderlich. Dieser

Prozess würde zwei bis drei Jahre in

Anspruch nehmen und am Ende würden

wahrscheinlich nicht alle Mitgliedstaaten

zustimmen“, fügt Dechamps hinzu.

ERNEUERBARE ENERGIEN AUF DEN MARKT

Außerdem wird in der EU überlegt, wie

Energie aus regenerativen Quellen effizienter

in den Markt einbezogen werden

könnte.

Vor allem müssten die Engpässe bei

der Energieübertragung zwischen den

Mitgliedstaaten beseitigt werden. „Ziel der

Kommission ist, die Integration zu fördern,

indem sie den Handel mit Strom aus erneuerbaren

Energiequellen unterstützt und zum

Ausbau der Energieinfrastruktur motiviert“,

sagt Dechamps.

Die Kommission vertritt die Auffassung,

dass der Energiebinnenmarkt verwirklicht

und Anreize für Investitionen in die Stromerzeugung

geschaffen werden müssen,

damit Elektrizität aus erneuerbaren Ener-

ANFANG 2013 SOLL DER EMISSIONSHANDEL

IN VIELER HINSICHT NOVELLIERT WERDEN,

SO PIERRE DECHAMPS.

gieträgern ohne Probleme auf den Markt

kommen kann und Stabilität für Investoren

gegeben ist. Nur ein ausreichend großer,

funktionierender Markt bietet die Voraussetzungen

dafür, dass erneuerbare Energien

ebenbürtig mit anderen Energieträgern

konkurrieren können.

Die Mitgliedstaaten unterstützen die

Energieerzeugung mit erneuerbaren Energieträgern

auf unterschiedliche Weise,

doch die Unsicherheit in Bezug auf die

Fortdauer der Subventionen und die Zielrichtung

der Regulierung haben den Ausbau

und das Erreichen der Ziele auf diesem

Gebiet verzögert.

„Die Kommission möchte sicherstellen,

dass die EU-Mitgliedstaaten das Ziel, bis

2020 zwanzig Prozent des Gesamtenergieverbrauchs

mit erneuerbaren Energien

zu bestreiten, wirklich erreichen“, erklärt

Dechamps.

Falls die eigene Produktionskapazität

der Mitgliedstaaten dazu nicht ausreicht,

könnten sie zum Beispiel Strom aus Windkraft

oder Solarenergie aus einem anderen

Mitgliedstaat oder einem Land außerhalb

der EU beziehen, die über den eigenen

Bedarf hinaus produzieren. Das kann günstiger

sein als die Stromerzeugung mit

Windkraft oder Solarenergie im eigenen

Land.

38 THE GRIFFIN


Biobrennstoffe

ERFOLGREICHES MILLENNIUM

YOUTH

Text: Nina Colliander-Nyman Fotos: Patrik Lindström

CAMP

THE GRIFFIN 39


Biobrennstoffe

LAKSMI SATRIA STREBT EINE LAUFBAHN

IM BEREICH NACHHALTIGE ENERGIEN AN.

NICHOLAS WILLEM FAY (GROSS-

BRITANNIEN) UND

ZHEPEI WANG (CHINA).

Anfang Juni fand in Helsinki das Millennium

Youth Camp 2012 statt, das vom finnischen

LUMA-Zentrum zur Förderung der

Bildung im mathematisch-naturwissenschaftlichen

Bereich und der Technology

Academy Finland organisiert wird. Einige

der dreißig Teilnehmer verbrachten einen

Tag des einwöchigen Jugendtreffs bei UPM

in Workshops zum Thema Erneuerbare

Energien.

Das Millennium Youth Camp soll dazu beitragen,

Jugendliche für Naturwissenschaften,

Mathematik und Technologie zu begeistern,

über finnische Fachkompetenzen

und Innovationen informieren und den Teilnehmern

Studien- und Karrieremöglichkeiten

in Finnland aufzeigen. In diesem Jahr

fand das Camp in Kooperation mit vier internationalen

finnischen Unternehmen – Kemira,

Nokia, UPM und Vaisala – sowie verschiedenen

anderen Partnern statt.

Professor Maija Aksela, die das LUMA-

Zentrum an der Universität Helsinki leitet,

ist die Initiatorin dieses weltweit einzigartigen

Projekts.

„Das Camp soll vor allem junge Wissenschaftler

dazu ermutigen, sich so früh

wie zu möglich vernetzen und eine berufl i-

che Laufbahn in der Wissenschaft oder im

Technologiebereich einzuschlagen“, sagt

sie.

Das Camp findet jährlich – jetzt zum

dritten Mal – mit Teilnehmern aus aller Welt

statt. In diesem Jahr hatten sich 1 621 Studenten

aus 170 Ländern beworben, von

denen 30 ausgewählt wurden. Werbung

war ausschließlich in den sozialen Medien

und per E-Mail gemacht worden.

STEIGENDER BEDARF

AN WISSENSCHAFTLERN

Aksela, die Finnland auch in der Arbeitsgruppe

Mathematik, Naturwissenschaften

und Technologie der Europäischen Kommission

vertritt, weist auf das Problem hin,

dass sich junge Menschen in der Schule im

Allgemeinen wenig für Mathematik und

Naturwissenschaften interessieren.

„Wenn wir Europa und der Welt eine

Zukunft sichern wollen, brauchen wir in

den Bereichen Naturwissenschaften und

Technologie begabte Wissenschaftler“, so

VON LINKS: SARI RAUTIAINEN (UNIVERSITÄT HELSINKI),

EUGEN HRUSKA (DEUTSCHLAND),

MAIJA AKSELA (UNIVERSITÄT HELSINKI),

SIMONA ZIMOVA (TSCHECHISCHE REPUBLIK),

LAKSMI SATRIA (INDONESIEN),

IVAN TADEU FERREIRA ANTUNES FILHO (BRASILIEN),

ZHEPEI WANG (CHINA),

VELI-MATTI IKÄVALKO (UNIVERSITÄT HELSINKI),

NICHOLAS WILLEM FAY (GROSSBRITANNIEN) UND

JOHANNES POSTI (UNIVERSITÄT HELSINKI).

40 THE GRIFFIN


Biobrennstoffe

DAS LUMA-ZENTRUM,

eine finnische Einrichtung zur Förderung der Bildung im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich,

wurde 2003 gegründet und ist ein Dachverband, der vom Fachbereich Naturwissenschaften der Universität

Helsinki koordiniert wird. Aufgabe von LUMA ist es, bei Kindern und jungen Menschen Interesse für Naturwissenschaften,

Mathematik und Technik zu wecken und die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Hochschulen

und der Industrie zu intensivieren. LUMA organisiert Wissenschaftsclubs, Camps für Kinder und Jugendliche

und Fortbildungen für Lehrer. Außerdem gibt LUMA fünf Online-Zeitschriften heraus, unter anderem das

finnische Internetmagazin LUMA Sanomat für Lehrer und Eltern sowie MyScience für Jugendliche. MyScience

wird in 83 Ländern gelesen. Geleitet wird das LUMA-Zentrum von Professor Maija Aksela.

Weitere Informationen: http://www.helsinki.fi/luma/english/

ZHEPEI WANG

UND LAKSMI SATRIA.

Aksela. Für sie war das Camp einer der

Höhepunkte des Jahres.

„Gemeinsam können wir mehr erreichen.

Ich bin überzeugt, dass eine Vernetzung

in jungen Jahren es uns ermöglicht,

eine bessere Welt für alle aufzubauen.“

Die Idee zu dem Projekt entstand während

eines dreijährigen Forschungsaufenthalts

in Kanada. Aksela erlebte die internationale

Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern

als sehr wichtig und nützlich. Sie

BEWERBUNGEN FÜR DAS NÄCHSTE MILLENNIUM YOUTH CAMP

WERDEN SEIT 15. OKTOBER 2012 ENTGEGENGENOMMEN.

Weitere Informationen:

http://www.technologyacademy.fi/events/

millennium-youth-camp/

gewann zahlreiche gute Freunde aus aller

Welt und lernte von anderen Kulturen.

„Freundschaften, die man in jungen

Jahren schließt, halten oft ein Leben lang.

Die Teilnehmer haben jetzt ein großartiges

Netzwerk für eine gute Zusammenarbeit.“

POSITIVE ERFAHRUNG

Viele ehemalige Youth-Camp-Teilnehmer

haben ihr Studium an angesehenen Universitäten

wie Harvard oder Oxford fortgesetzt

und werden vielleicht sogar Professoren.

Eugen Hruska, 18, studiert Biochemie

in Regensburg und strebt eine Forscherlaufbahn

im Bereich Biophysik an. In den vergangenen

Jahren hat er an mehreren in-

ternationalen Wissenschaftsolympiaden teilgenommen

und dadurch seine Liebe zur

Wissenschaft weiter vertieft. Auf dem Workshop

bei UPM beschäftigte er sich mit Wasserstoff

als erneuerbarem Energieträger.

„Es ist alles sehr gut organisiert und Helsinki

gefällt mir prima“, befand er.

Laksmi Satria, 18, aus Indonesien beginnt

ihr zweites Jahr am Bandung Institute

of Technology und beabsichtigt, sich auf

Umwelttechnik zu konzentrieren. Sie strebt

eine Karriere als Forscherin/Ingenieurin an.

„Darin sehe ich meine Zukunft. Ich

möchte mich mit nachhaltigen Energien beschäftigen,

die für unsere Erde besser sind.

Das Camp hat alle meine Erwartungen

übertroffen und Helsinki ist eine tolle Stadt,

grün und angenehm.“

ZWEI GEWINNER

Am 13. Juni vergab die Technology Academy Finland den Millennium-Technologiepreis

2012 an den in den USA lebenden Finnen

Linus Torvalds und an Dr. Shinya Yamanaka aus Japan. Die Preisverleihung

fand in der finnischen Nationaloper statt.

Torvalds erhielt den Preis für die Entwicklung eines neuen Open-

Source-Betriebssystems für Computer, Yamanaka wurde für die Entdeckung

eines Verfahrens zur Entwicklung sogenannter induzierter

pluripotenter Stammzellen (iPS-Zellen) für die medizinische Forschung

ausgezeichnet.

IVAN TADEU FERREIRA ANTUNES FILHO

UND EUGEN HRUSKA NAHMEN

BEI UPM AN EINEM WORKSHOP ZUM

THEMA WASSERSTOFF ALS ERNEUERBARER

ENERGIETRÄGER TEIL.

THE GRIFFIN 41


Holzbeschaffung und Forstwirtschaft

WTO SORGT FÜR STABILE

Text: Vesa Puoskari Fotos: Viljak, UM/Eero Kuosmanen, Jari Leino

Handelsbedingungen

Im August trat Russland der Welthandelsorganisation

(World Trade Organization,

WTO) bei. Das Abkommen legt Handelsregeln

fest und eröffnet der Forstindustrie

mit der Senkung der Ein- und Ausfuhrzölle

neue Perspektiven.

EU-Handelskommissar Karel De Gucht ist

überzeugt, dass die WTO-Mitgliedschaft

Russlands für beide Seiten Vorteile bringen

wird.

„Für europäische Unternehmen wird sich

der Marktzugang verbessern. Russland ist

der viertgrößte Handelspartner der EU. Russland

wird unter anderem die Einfuhrzölle

auf Waren von derzeit durchschnittlich zehn

Prozent auf durchschnittlich weniger als acht

EU-HANDELSKOMMISSAR

KAREL DE GUCHT IST ÜBERZEUGT,

DASS DIE WTO-MITGLIEDSCHAFT

RUSSLANDS BEIDEN SEITEN VORTEILE

BRINGEN WIRD.

Prozent senken. Das bedeutet Einsparungen

von 2,5 Milliarden Euro pro Jahr und eine

Zunahme des Ausfuhrvolumens um fast vier

Milliarden Euro“, sagte De Gucht auf einem

Seminar über die Handels- und Wirtschaftsbeziehungen

zwischen der EU und Russland

im September in Helsinki.

Der grenzüberschreitende Warenverkehr

soll durch neue Regeln zu Zollwertermittlung,

Gebühren und Durchfuhrverfahren einfacher

werden. „Auch Unternehmen, die Rohstoffe

aus Russland importieren, werden profitieren.

Für viele wichtige Güter werden die Ausfuhrzölle

begrenzt oder gesenkt, zum Beispiel

für Holz“, so De Gucht.

„Die Mitgliedschaft in der WTO bedeutet,

dass das jeweilige Land dem Mechanismus

für die Beilegung von Handelsstreitigkeiten

unterliegt. Europa nimmt dies sehr ernst

und wird nicht zögern, unsere Rechte durchzusetzen,

wenn sie verletzt werden. Natürlich

sind Verhandlungen der bevorzugte Weg zur

Beilegung von Konflikten“, betont De Gucht.

WIRTSCHAFTSWACHSTUM DURCH

INVESTITIONEN

Nach 18-jährigen Verhandlungen haben

die WTO und Russland das langersehnte

Beitrittsprotokoll unterzeichnet, das Mitte

August in Kraft trat. Angesichts der globalen

Wirtschaftsprobleme hat sich die russische

Führung nachdrücklicher als früher zu dem

Ziel bekannt, die Wirtschaft des Landes zu

modernisieren und zu diversifizieren.

„Die Mitgliedschaft in der WTO wird zu

niedrigeren Import- und Exportzöllen führen

und in Russland für ein stabileres Geschäftsumfeld

sorgen, in dem die Regeln der WTO

befolgt werden. Das wiederum wird das

Handels- und Investitionsklima verbessern.

Die Vorteile der Mitgliedschaft werden davon

abhängen, wie gut Russland seine

Verträge und Verpflichtungen innerhalb der

WTO einhält“, so der finnische Minister für

europäische Angelegenheiten und Außenhandel

Alexander Stubb.

42 THE GRIFFIN


Die Mitgliedschaft in der WTO wird

die von Russland angestrebte wirtschaftliche

Entwicklung unterstützen und das Land

als Investitionsziel attraktiver machen. Nach

Schätzungen der Weltbank wird die russische

Wirtschaft infolge der WTO-Mitgliedschaft

kurzfristig um mehr als drei

Prozent und langfristig um rund elf Prozent

wachsen.

„Wichtig ist, eine positive Stimmung

aufrechtzuerhalten und die langfristigen

Wirkungen der Mitgliedschaft in den Vordergrund

zu stellen. Die Reaktion auf politischen

Druck oder Veränderungen der Wettbewerbsumgebung

sollte nicht der Rückzug

in sich selbst sein“, so Stubb.

ZUNAHME DES HOLZHANDELS

Der Forstindustrie nützt Russlands Beitritt

zur Welthandelsorganisation in zweifacher

Hinsicht. „Zum einen wird die Wareneinfuhr

aus Russland, das bedeutet im Wesentlichen

Rohholz, einfacher. Umgerechnet in

Euro werden die Exportzölle auf Laubholz

auf ein Viertel der früheren Höhe fallen. Bei

Nadelholz werden sie auf die Hälfte sinken“,

schätzt Jukka Halonen, Manager

(Russland), vom Verband der Finnischen

SEHEN SIE SICH AUF DER WEBSITE

www.upmresponsibility.com/forest unter

„Tracing the origin of wood in Russia“ an,

wie UPM bei der Holzbeschaffung

aus Russland vorgeht.

Forstindustrie (Finnish Forest Industries

Federation, FFIF).

In Finnland machen Birkenfasern den

größten Teil der Holzimporte aus. „Weil wir

selbst nicht genug Birkenholz haben, um

den Bedarf der Zellstoffindustrie zu decken,

müssen wir die eigenen Holzvorräte durch

Importe ergänzen“, fügt er hinzu.

Für die Einfuhr von Nadelholz wurden

Kontingente festgelegt. Jedes Jahr dürfen

9,5 Millionen Kubikmeter Nadelholz in die

EU eingeführt werden. Davon sind 70 Prozent

für Unternehmen reserviert, die bereits

früher im russischen Markt aktiv gewesen

sind.

„Dieses Einfuhrkontingent ist ein neues

System, das von der EU verwaltet wird. Der

nächste Schritt besteht darin, zu beobachten,

wie es auf russischer Seite umgesetzt

wird. Wie das Verfahren endgültig aussehen

wird, muss noch getestet werden. Dies

wird sich aber in den nächsten Monaten

abzeichnen“, meint Halonen.

„UMGERECHNET IN EURO WERDEN

DIE EXPORTZÖLLE AUF LAUBHOLZ AUF

EIN VIERTEL DER FRÜHEREN HÖHE

FALLEN. BEI NADELHOLZ WERDEN

SIE AUF DIE HÄLFTE SINKEN“,

SCHÄTZT JUKKA HALONEN.

Größere VERSORGUNGS-

SICHERHEIT BEI HOLZ

Pekka Rajala, Vice President Wood Sourcing,

Nordeuropa, betont, dass die Senkung der russischen

Ausfuhrzölle die Versorgungssicherheit

vor allem an den UPM-Standorten in Ostfinnland

erhöht. „Bei uns herrscht ständig ein Mangel

an Birkenfaserholz, sodass ein größeres

Angebot die Betriebsbedingungen für unsere

Birkenzellstofflinien verbessert. Durch den Import

von Birkenlangholz aus Russland ist auch

die Rohholzversorgung der modernisierten

Sperrholzfabrik Savonlinna gewährleistet.“

Jyrki Ovaska, President, UPM Paper Business

Group, betont den positiven Einfluss des

russischen WTO-Beitritts auf lange Sicht. „Wir

hoffen, dass die Exportzölle für Papier nach

dem WTO-Beitritt sinken und in Zukunft ganz

aufgehoben werden. Russland ist nur ein mittelgroßer

Markt für Papier. Es bestehen gute

Chancen, dass mit dem Wirtschaftswachstum

auch die Nachfrage nach Papier steigt.“

Tapio Kolunsarka, der bei UPM Raflatac

das Europa-Geschäft leitet, sieht den größten

Vorteil des WTO-Beitritts in der Vereinfachung

der Grenzformalitäten. „Kurze Lieferzeiten

sind im Etikettengeschäft ein entscheidender

Faktor. Wenn es weniger Zollformalitäten gibt

und wir den Kunden das Material schneller

liefern können, verbessert das die Wettbewerbsfähigkeit

der Branche.“

UPM Raflatac hat in St. Petersburg und

Moskau Distributionsterminals, die den Kunden

Formatrollen direkt aus dem Lager liefern

können. „Kurzfristig ändert sich durch Russlands

WTO-Beitritt für uns nicht viel, aber im

Hinblick auf die Zukunft ist dies ein positiver

Schritt. Mit zweistelligen Wachstumsraten in

diesem und im vergangenen Jahr ist Russland

einer unserer wichtigsten Einzelmärkte“, so

Kolunsarka.

Im russischen Tšudovo betreibt UPM eine

Sperrholzfabrik. Jouni Töyräs, Vice President,

Distribution Business Unit, UPM Plywood, sieht

keine Auswirkungen auf die Wettbewerbskonstellation.

„Die russische Sperrholzproduktion hat

ein hohes Niveau und ist sehr wettbewerbsfähig.

Deshalb werden wir die Sperrholzexporte

aus Finnland nach Russland kaum

nennenswert steigern können. Auch bei dem

in Russland hergestellten Sperrholz wird die

Senkung der Ausfuhrzölle die Verhältnisse

nicht verschieben, denn unsere russischen

Wettbewerber haben in den Exportmärkten

denselben Vorteil“, meint er.


Fakten zum Unternehmen

INFORMATIONEN FÜR DIE INVESTOREN

KENNZAHLEN

Q1–Q3/12 Q1–Q3/11 2011

Umsatzerlöse, in Mio. EUR 7 788 7 382 10 068

EBITDA 1) , in Mio. EUR 968 1 082 1 383

In % des Umsatzes 12,4 14,7 13,7

Betriebsergebnis (-verlust), in Mio. EUR 316 328 459

Betriebsergebnis (-verlust)

ohne Sondereffekte, in Mio. EUR 391 535 682

Ergebnis je Aktie (EPS),

ohne Sondereffekte, in EUR 0,51 0,77 0,93

Netto-Cashfl ow aus der operativen

Geschäftstätigkeit, in Mio. EUR 662 731 1 041

Mitarbeiter am Ende des

Berichtszeitraums 23 384 24 235 23 909

1)

EBITDA ist das Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen,

ohne Veränderung des Fair-Value der biologischen Vermögenswerte, ohne den

Anteil der Ergebnisse verbundener Unternehmen und Joint Ventures und ohne

Sondereffekte.

FINANZIERUNGSSTRATEGIE

– Gleichmäßige Aufteilung der Fälligkeiten von Verbindlichkeiten

– Ausgewogene Inanspruchnahme verschiedener Finanzquellen

– Starke Liquiditätsposition

UPM hat zwei öffentliche Ratings:

– Moody’s Ba1, zuletzt geändert am 13. Februar 2009

– S&P BB, zuletzt geändert am 17. Februar 2010

VERSCHULDUNGSGRAD UND

VERZINSLICHE NETTOVERBINDLICHKEITEN

100

80

60

40

20

0

VERSCHULDUNGSGRAD

%

Ziel: maximal 90 %

48

42

Mio. EUR

5 000

4 000

3 000

2 000

1 000

VERZINSLICHE

NETTOVERBINDLICHKEITEN

3 592

3 139

0

06 07 08 09 10 11 Q3/12 06 07 08 09 10 11 Q3/12

FÄLLIGKEITSPROFIL UND LIQUIDITÄT 2012–2030

1 000

800

600

400

200

0

1 000

800

600

400

200

0

GEHANDELTE SCHULDVERSCHREIBUNGEN

Schuldverschreibung

FÄLLIGKEIT DER LANGFRISTIGEN

VERBINDLICHKEITEN

Mio. EUR

12 13 14 15 16 17 18

19–26

Coupon, %

27 28 29 30

Am 30. September 2012 betrug die

Liquidität 1,7 Mrd. EUR

(Barvermögen und nicht in Anspruch

genommene Kreditlinie).

LAUFZEIT DER KREDITLINIEN

Mio. EUR

12 13 14 15 16 17 18

19–26

27 28 29 30

Zugesagte Kreditlinien 1,4 Mrd. EUR

Von Bankenkonsortien zugesagte

Kreditlinie 500 Mio. EUR

Bilaterale Kreditlinie 900 Mio. EUR

Betrag

in Mio.

1997–2027 7,450 USD 375

2000–2030 3,550 JPY 10 000

2002–2014 5,625 USD 500

2002–2017 6,625 GBP 250

2003–2018 5,500 USD 250

www.upm.com/ir

44 THE GRIFFIN


die website

des „Griffin

Schon entdeckt? „The Griffin“ jetzt auch online.

4

1

Die Website des „Griffin“ hält Sie von Ausgabe zu Ausgabe

auf dem Laufenden und ist die perfekte Ergänzung zum

Printmagazin. Die Online-Version bietet neben der jeweils

aktuellen Ausgabe auch 1 Zugriff auf alle Exemplare

ab 2009 – und das in sieben Sprachen.

Wenn ein spezielles Gebiet von besonderem Interesse für Sie ist,

können Sie die entsprechenden Artikel unter den Rubriken 2 Energie,

Faserstoffe, Forst und Holz, Papier, Technische Materialien, Umwelt

und soziale Verantwortung, F&E und Innovationen, Allgemeines

aufrufen.

2

3

Darüber hinaus gibt es auf der „Griffin“-Website 3 Videos,

aktuelle Meldungen und ein interessantes 4 Glossar, das Ihnen

bei Terminologiefragen zur Forst- und Papierindustrie weiterhilft.

Im Internet ist das Magazin unter http://thegriffin.upm.com

auf Deutsch, Englisch, Finnisch, Französisch, Russisch,

Schwedisch und Spanisch zu lesen.

MATERIALien

UMSCHLAG

UPM Finesse Gloss, 300 g/m²

Bogenoffset

Umschlagveredelung: Soft-Touch-Beschichtung und

UV-Spotlackierung (50 % glänzend / 50 % matt)

Endanwendung: Werbematerial, Geschäftsberichte, Bücher,

Broschüren, Kataloge, Direct Mailings, Magazinumschläge,

Magazine, Zeitungsbeilagen, personalisierte Direktwerbung

UPM Finesse gloss

Flächengewicht (g/m 2 ) 90,0 100,0 115,0 130,0 135,0 150,0 170,0 200,0 220,0 250,0 270,0 300,0 350,0

WEISSGRAD D65 (%) 99,0 99,0 99,0 99,0 99,0 99,0 99,0 99,0 99,0 99,0 99,0 99,0 99,0

CIE-WeiSSe 129,0 129,0 129,0 129,0 129,0 129,0 129,0 129,0 129,0 129,0 129,0 129,0 129,0

Opazität ISO (%) 89,5 91,0 93,0 95,0 95,5 96,5 97,5 98,5 99,0 99,2 99,5 99,6 99,9

GLANZ HUNTER (%) 74,0 74,0 78,0 78,0 79,0 79,0 79,0 79,0 70,0 79,0 70,0 79,0 79,0

SEITEN

UPM Finesse Premium Silk, 135 g/m²

Bogenoffset

Endanwendung: Werbematerial, Geschäftsberichte, Bücher,

Broschüren, Kataloge, Direct Mailings, Magazinumschläge,

Magazine, Zeitungsbeilagen, personalisierte Direktwerbung

UPM Finesse premium silk

Flächengewicht (g/m 2 ) 90,0 100,0 115,0 130,0 135,0 150,0 170,0 200,0 250,0 300,0 350,0

WEISSGRAD D65 (%) 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0

CIE-WeiSSe 129,0 129,0 129,0 129,0 129,0 129,0 129,0 129,0 129,0 129,0 129,0

Opazität ISO (%) 90,5 92,0 94,0 95,5 96,0 97,0 98,0 99,0 99,5 99,8 99,9

GLANZ HUNTER (%) 50,0 50,0 53,0 55,0 55,0 55,0 58,0 58,0 58,0 58,0 58,0

BRIEFUMSCHLAG

UPM EcoMail ribbed shade 099, 90 g/m²

Flexodruck

Endanwendung: Direct Mailings, Briefumschläge

UPM ecomail ribbed

Flächengewicht (g/m 2 ) 75 80 85 90 100 105 110 115

DICKE (µm) 104 110 115 122 135 143 150 156

Volumen (cm 3 /g) 1,38 1,38 1,36 1,36 1,35 1,36 1,36 1,36

Berstfestigkeit (kPa·m 2 /g) 2,4 2,4 2,2 1,9 1,8 1,8 1,8 1,8


DIE ERNEUERBARE

ENERGIEQUELLE

Die Bioenergie-Strategie von UPM lautet: mit gutem Beispiel vorangehen.

Und tatsächlich produziert UPM fast ein Drittel der gesamten

in Finnland genutzten erneuerbaren Energie. Der Großteil

davon basiert auf Holz biomasse aus nachhaltiger Forstwirtschaft.

Doch wie können wir dabei auch die strengsten Ziele für erneuerbare

Energie erfüllen? Sicher nicht, indem wir den Anteil von Holz

an der Energieproduktion erhöhen. Wohl aber, indem wir diesen

Rohstoff noch vielfältiger nutzen.

Ein perfektes Beispiel für diesen Ansatz ist UPM BioVerno. Denn

dieser Biokraftstoff auf Holzbasis entsteht aus Nebenprodukten

der Zellstoff herstellung.

Eine solche Biokraftstoff-Veredelung ist nicht nur eine Investition in

einen erneuerbaren Energieträger. Sie schafft zugleich auch einen

echten Mehrwert im Lebenszyklus holzbasierter Produkte.

Doch UPM BioVerno ist bei Weitem nicht unsere einzige

Initiative. Wir haben im letzten Jahrzehnt mehr als

eine Milliarde Euro in Bioenergie investiert.

Der Wald steckt voller Möglichkeiten.

www.upm.de

UPM produziert eine bedeutende Menge

Bio energie aus erneuerbarer Holzbiomasse.

80 % der Energie, die UPM in Finnland verbraucht,

stammen aus dem Wald.

UPM produziert in Finnland 30 % der gesamten

erneuerbaren Energie und 12 % aller

Elektrizität. Dabei ist UPM gerade einmal für

1 % der Treibhausgasemissionen in Finnland

verantwortlich.

UPM produziert Energie aus einer Reihe

unterschiedlicher, hauptsächlich CO 2

-neutraler

Quellen: Biomasse, Wasserkraft und Kernkraft.

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