Die Weihe des Hauses

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Die Weihe des Hauses

Beethovenhalle ein großer Wurf. Man sollte sich über den Mut freuen, daß dem damals erst

28jährigen Scharounschüler Siegfried Wolske diese große Chance geboten wurde. Hut ab vor

dieser Stadtvertretung!“

„ECHO DER ZEIT“, RECKLINGHAUSEN

6. AUGUST 1959

„Stadtväter haben es im allgemeinen nicht leicht; ungleich schwerer als ihre Kollegen aus

den Ratsvertretungen anderer Städte die der Stadt Bonn. Planen sie Bauten in großzügigem

Rahmen, wenn sie von allen Seiten darauf aufmerksam gemacht, die Bundeshauptstadt sei

ein Provisorium – tun sie zuwenig, sprechen Lästerzungen vom „Bundesdorf am Rhein“.

Trotz allem unverzagt, planten die Bonner den Bau einer Beethovenhalle, fochten ihn gegen

alle Widerstände durch . . .“

„RHEINISCHER MERKUR“

4. SEPTEMBER 1959

„. . . Dort, wo bislang unterhalb der Rheinbrücke der Stadtkörper trist zerbröckelte, erhebt

sich jetzt als dramatischer Gegenpol zum Bundeshaus die imposante Anlage der neuen

Beethovenhalle und verwandelt die ganze Rheinfront zum architektonischen Gleichnis der

musischen und politischen Doppelfunktion der Bundeshauptstadt.

Ein vielgeschmähtes Aschenbrödel – die tausendfach leichtfertig der Tatenlosigkeit

geziehene Bonner Stadtverwaltung – präsentiert sich mit diesem gelungenen Werk von der

besten Seite. Sie gab (noch unter Oberbürgermeister P. M. Busen und Oberstadtdirektor

Dr. Langendörfer) vor zweieinhalb Jahren dem jungen Hamburger Architekten Wolske den

Auftrag, die 1870 errichtete und 1944 zerstörte Beethovenhalle in moderner Form und

Zielsetzung neu zu bauen – und siehe da: es gelang ein musischer Zusammenklang von

Rheinlandschaft, Park, Musik- und Kongreßhalle, der die heitere Kühnheit von Beethovens

zweiter Symphonie eingefangen hat. Es bedarf keiner Prophetengabe, um vorauszusagen,

daß diese neue Beethovenhalle exemplarische Bedeutung erlangen wird, weil eine

schlechthin beglückende Harmonie eines feinfühlig modulierten Baukörpers mit dem

Präludium eines Park-Entrees, das in die Foyers hineingespielt, von der Stadtseite her

erklingt und sich dann zu einem heiteren Spiel von Terrassen und Treppen zum Rhein hin

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