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FSTD Quo vadis Technik?

FSTD Quo vadis Technik? (die Fortsetzung) Unter diesem Titel ist im flugleiter der „leidvolle“ Weg der kontinuierlichen Umstrukturierungen in der FS-Technik bereits dargestellt worden. Darauf aufsetzend soll der Artikel die weiteren Entwicklungen bis zum heutigen Tag schildern. In der Erinnerung des Lesers ist sicherlich noch, dass die Technik, angefangen von der Trennung von Produkt- und Systemmanagement, über Technik 2000, die Auswirkungen von ZORG für die Technik, zentrale Betriebsführung, Tower Clustering, EoD und der geplanten GIS (Gemeinsame Instandhaltung Systeme) in den letzten Jahren stetig umstrukturiert wurde. Der Gesamtbetriebsrat der DFS hat deshalb Mitte des letzen Jahres den Versuch unternommen mit einem eigenen Konzept für die Inbetriebhaltung (IBZ – InBetriebhaltung der Zukunft) der FS-Technik Planungssicherheit und eine optimale Aufstellung für die Zukunft zu geben. Gleichzeitig hat der Aufsichtrat der DFS mit seinem Beschluss zur Geschäftsverteilung und dem in diesem Zusammenhang formulierten Untersuchungsauftrag zu den Serviceleveln 1 und 2 die Chance eröffnet, dauerhaftere Strukturen für die Inbetriebhaltung aufzubauen. Beiden Initiativen hat die DFS Geschäftsführung mit dem Projekt POIS (ProzessOptimierung Instandhaltung Systeme) Rechnung getragen, an dem der GBR mit zwei Vertretern in der Arbeitsgruppe (Uwe Schindler und Archim Richarz) und einem Vertreter im Lenkungskreis (Dirk Wendland) beteiligt war. Der ursprüngliche Ansatz von POIS war es, auf Basis der Beschreibung der IST-Prozesse und einer Analyse der Stärken und Schwächen Vorschläge für eine Optimierung der Prozesse zu erarbeiten. Diese sollten dann die Grundlage für einen oder mehrere Vorschläge für eine Ablauforganisation sein. Doch dazu kam es leider nicht ... Das Projekt stand von Beginn an unter enormen Zeitdruck, denn insbesondere der Bereich CNS befand sich bereits auf dem Weg in Richtung Zentralisierung und GIS. Außerdem stellten die GBR-Mitglieder in der Arbeitsgruppe und im Lenkungskreis erstaunt fest, dass es keinerlei konkrete Beschreibungen für die bereits beschlossene GIS gab. Das Modell einer gemeinsamen Instandhaltung musste von der Arbeitsgruppe erst vollständig entworfen und dokumentiert werden. Der ehrgeizige und zeitraubende Versuch der Arbeitsgruppenleitung, die erfassten IST- Prozesse zusätzlich mit der Methode ITIL abzubilden / zu beschreiben, tat dann das Übrige, um die zeitlichen Vorgaben endgültig zu reißen. In dieser Situation hatte der Lenkungskreis eingegriffen und der Arbeitsgruppe zwei Modelle für eine Ablauforganisation zur weiteren Untersuchung vorgegeben. Ein Modell basierte auf dem GBR Vorschlag (IBZ), das andere auf der bereits beschlossenen GIS. Dieses Vorgehen brachte das Projekt auf der Zeitschiene wieder in den grünen Bereich. Gleichzeitig opferten die Mitglieder des Lenkungskreises aber die Prozessoptimierung, das Kernelement des Projektauftrages. Für die Bewertung der unterschiedlichen Modelle wurden jetzt Kriterien wie Wirtschaftlichkeit, Zukunftsfähigkeit usw. herangezogen. Ein Vergleich der Modelle auf der Ebene der Inbetriebhaltungsprozesse mit dem Ziel diese zu optimieren fand nicht wirklich statt! Nur vor diesem Hintergrund ist das im Intranet kommunizierte vorläufige Ergebnis von POIS nachzuvollziehen. Auf eine einfache Formel gebracht, empfiehlt der Lenkungskreis POIS der DFS-Geschäftsführung im Moment auf weitere Umstrukturierungsvorhaben wie GIS oder IBZ vor dem Hintergrund der mit diesen verbunden Kosten zu verzichten, denn unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten ist die Inbetriebhaltung in der aktuellen Struktur schon gut aufgestellt. Offen blieb nach dieser Empfehlung des Lenkungskreises das Thema der Zuordnung der Sprachvermittlungssysteme wie SVS, ISIS, GSD usw.. Während die GBR Vertreter diese HMI Systeme als Teil der ATS Technik von Tower und Center betrachten, bestehen insbesondere die Vertreter des Bereiches CNS auf dem Gedanken der Servicekette Sprache. Eine gemeinsame Sicht konnte weder im Lenkungskreis, noch innerhalb der betroffenen Bereiche erzielt werden. So wird die DFS-Geschäftsführung bis zur Aufsichtsratssitzung im Dezember darüber entscheiden müssen, ob die Sprachkommunikationssysteme im Tower der ATS Technik Tower zugeordnet werden, oder aber, ob die ATS Technik Tower in den Bereich CNS eingegliedert wird. Ähnliches gilt für die Überwachung dieser Systeme, welche entweder im Rahmen des SL1 der ATS Technik Tower und Center organisiert wird oder aber wie bisher geplant im Arbeitsplatz zentrale Betriebsführung Sprache (zBFS). Quo vadis Technik (und kein Ende) ... von Dirk Wendland 7 der flugleiter 2008/06

Vorstand Bericht aus dem Vorstand von Marek Kluzniak Liebe Kolleginnen und Kollegen, im letzten flugleiter des Jahres 2008 möchte auch ich mich in die beinahe inflationäre Zahl an Jahresrückblicken einreihen. Denn 2008 war erneut ein gutes Jahr für die GdF und ihre Mitglieder. Insbesondere unsere Tarifabteilung hat wieder einmal bis über beide Ohren in Arbeit gesteckt. Dabei kam es zum Abschluß einer völlig neuen Systematik beim Belastungsausgleich sowie bei der Vergütungsrunde. Im Bereich der Regionallotsen erzielten wir weitere Fortschritte hin zu einer in sich stringenten Vergütungs- und Sozialstruktur. Von der Öffentlichkeit nahezu unbemerkt wurde – zur Durchsetzung unserer Forderungen – in Braunschweig der erste legale Fluglotsenstreik in Deutschland durchgeführt. Und auch bei den Vorfeldlotsen geht es nach den Abschlüssen in Frankfurt und München im vergangenen Jahr weiter, nun an den mittelgroßen deutschen Flughäfen. Mit den nunmehr am Anfang stehenden Verhandlungen zur Altersversorgung bei der DFS beginnt für das nächste Jahr ein weiteres Mammutthema, sowohl was die Komplexität der Materie betrifft, aber natürlich vor allem hinsichtlich der Tragweite eines Abschlusses für die 5300 Angestellten der Deutschen Flugsicherung. Im internationalen Bereich stehen die Entwicklungen ebenfalls nicht still. Sowohl der Functional Airspace Block Europe Central (FAB EC) als auch das MOSAIC Projekt schreiten weiter voran und verlangen – insbesondere angesichts der multinationalen Dimensionen – einen enormen Arbeitsaufwand der zuständigen GdF- Vorstände. Dieses Thema wird uns in den kommenden Jahren mit zunehmender Intensität begleiten, auch wenn die ehrgeizigen Zeitpläne der EU-Kommission sicherlich unrealistisch sein mögen. Dass der Single European Sky kommen wird, ist mittlerweile ziemlich sicher, die Frage ist nur, wann und in welcher Form. Und genau hier gilt es für die GdF, zusammen mit den Kollegen im europäischen Umfeld, sicherzustellen, dass unsere Vorstellungen von einer guten, weil sicheren und gleichzeitig effektiven Flugsicherung in Europa möglichst vollumfänglich berücksichtigt werden. Dass auf der Bundesdelegiertenkonferenz der GdF im September in Darmstadt erstmals in der noch jungen Geschichte unserer Gewerkschaft zwei Kandidaten für das Amt der Bundesvorsitzenden kandidierten, mag für den einen oder anderen ungewöhnlich gewesen sein. Wer jedoch die Präsentation der beiden Bewerber, die ausführliche Diskussion mit den Delegierten sowie das Ergebnis der Wahl beobachtet hat, merkte schnell, dass hier keine zwei grundverschiedenen Richtungen zur Wahl standen und sich keineswegs zwei unversöhnliche Flügel gegenüber standen. Vielmehr waren zwei Kandidaten zu sehen, die sich eher in Nuancen und der Mentalität voneinander unterschieden als in der generellen Zielrichtung. Und wer den persönlichen und fairen Umgang zwischen Klaus Berchtold-Nicholls und Michael Schäfer erlebt hat, sah zwei langjährige Weggefährten, ohne die es die GdF heute wohl nicht geben würde – freundschaftlich miteinander verbunden und sachlich um den zukünftigen Weg ringend. Auch das Wahlergebnis fiel so aus, dass beide Beteiligten erhobenen Hauptes den Saal verlassen konnten und weder Personen noch die GdF beschädigt wurden. An dieser Stelle nochmals besten Dank an Klaus Berchtold-Nicholls für das gezeigte Engagement, die hervorragende Arbeit und den großen Mut der vergangenen Jahre. Die Entstehung der GdF wird stets untrennbar mit deinem Namen verbunden sein. Im Bereich der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit war das Jahr 2008 erfreulicherweise eher ruhig zu nennen. Erfreulich insofern, als erstmals wieder seit längerem Tarifverhandlungen ohne öffentliches Aufsehen und gegenseitige Anfeindungen erfolgreich zu Ende geführt werden konnten. Daher konnte sich die GdF zumeist auf Sachthemen beschränken und hierbei in der üblichen zurückhaltenden Art mit unserer Expertise zur unaufgeregten Berichterstattung in den Medien beitragen. Dass der geplante Wechsel an der Spitze des Kommunikationsresorts der GdF relativ kurzfristig vor der Übergabe scheiterte, war zwar unglücklich, jedoch sicherlich keine Katastrophe. Angesichts der Umstände werde ich das Ressort nun bis auf weiteres fortführen, eine mittel- bis langfristige Lösung wird hoffentlich in Kürze gefunden werden. Um die vielen nervigen kleinen Details, insbesondere administrativer Art hat sich auch im vergangenen Jahr wieder unser Geschäftsführer Norbert Meyer zusammen mit dem Personal in unserer Geschäftsstelle, vornehmlich Veronika Gebhart und Marina Daffner, gekümmert. Auch wenn die meisten dieser Angelegenheiten nicht nach aussen dringen, ist ihre Anzahl doch erheblich, sehr vielfältig und meist recht zeitaufwendig. Dafür, dass diese Aufgaben stets korrekt, pünktlich und ohne Aufsehen erledigt werden, möchte ich dem Team der Geschäftsstelle danken. Und zu guter Letzt möchte ich mich natürlich auch bei den vielen ehrenamtlichen Helfern in unseren Reihen sowie unseren 3000 Mitgliedern für ihre Treue, ihr Engagement und ihre kritische Begleitung bedanken. Ich wünsche allen ein ruhiges Weihnachtsfest und einen guten Start in ein hoffentlich genauso erfolgreiches Jahr 2009. Mit kollegialen Grüßen, Marek Kluzniak der flugleiter 2008/06 12