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birkholznet

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Ein Magazin der Unternehmensgruppe Birkholz

Ausgabe 1 | Mai 2011

Von Zwischenzeiten

und Neuanfängen

Wie wir Veränderungen gestalten

Berichte aus den Häusern

Unser Unternehmen wächst

Tipps für Angehörige


Unternehmensgruppe Birkholz

Berlin – Eisenach

Ein persönliches Wort

Verehrte Leser,

ich freue mich sehr, dass Sie

unseren neuen Heimkurier in

den Händen halten. Seit vielen

Jahren schon geben wir dieses

Heimmagazin heraus. Doch wie

heißt es „Alles neu macht der

Mai!“.

Das nun großzügig bebilderte Magazin

wurde konzeptionell gründlich

überarbeitet und hat eine

gänzlich neue Gestalt angenommen.

In Zukunft bietet unser monatlich

erscheinendes Magazin

für Bewohner, Mitarbeiter, Angehörige,

Mitarbeiter im Ehrenamt

und andere Interessierte aktuelle

und informative Beiträge rund

um unsere Häuser in Berlin und

Eisenach.

Mit dem neuen Heft wollen wir

den Menschen im Unternehmen

eine Plattform bieten, Informationen

und Erfahrungen auszutauschen

und sich kennenzulernen.

Wir wollen aber auch Außenstehenden

Einblicke in unser Unternehmen

gewähren. Wir wollen

informieren, Denkanstöße geben

und unsere Pflege- und Unternehmensphilosophie

kommunizieren.

Neue Rubriken:

7 Unternehmen: Konzepte, Leitbilder,

Philosophie, Neuigkeiten

7 Mitarbeiter: Portrait, Vorstellung

von Arbeitsbereiche

7 Berlin: Geschichten und Berichte

aus dem „Haus Birkholz“

7 Eisenach: Geschichten und

Berichte aus den Häusern

7 Angehörige: Tipps, Ratschläge,

Neuigkeiten

7 Veranstaltungshinweise: Aus den

Veranstaltungskalendern der

Häuser

7 Kopftraining: DENKmal nach!

Außerdem wird in jedem Heft ein

Schwerpunktthema aus dem Bereich

der Seniorenarbeit unter die

Lupe genommen.

In der vorliegenden Ausgabe geht

es ganz allgemein um die wichtige

Phase zwischen zwei Lebensabschnitten.

Es geht Neuanfänge

und Übergänge, es geht darum

dem Neuen behutsam entgegenzutreten

und es anzunehmen,

und das Vergangene nicht einfach

hinter sich zu lassen, sondern

mit Bedacht und Würde zu

verabschieden.

Nehmen wir uns nun ein wenig

Zeit, um uns mit dem neuen Heft

und seinen Inhalten vertraut zu

machen.

Ich wünsche Ihnen viel Freude

und interessante Erkenntnisse.

7 Ihr Martin-Michael Birkholz

Jeder ist aufgefordert, sich an diesem neuen Heft zu beteiligen!

Haben Sie Anregungen, Hinweise, Tipps oder Wünsche?

Wir nehmen diese gerne entgegen.

Schicken Sie eine E-Mail an die Redaktion unter

info@klug-kroegler-journalistik.de

INHALT • Mai 2011

Das Unternehmen

ganz persönlich 4

Mitarbeiter im Porträt 5

Von Zwischenzeiten und

Neuanfängen 6

Nachrichten

aus Berlin 8

Nachrichten

aus Eisenach 9

Tipps für Angehörige 10

Veranstaltungstipps 11

Kopftraining 11

Die Unternehmens-

gruppe Birkholz 12

IMPRESSUM

Herausgeber

Unternehmensgruppe Birkholz

Georgenstraße 64 · 99817 Eisenach

Telefon: 03691 | 716 – 0

E-Mail: info@birkholz-net.de

Redaktion und Anzeigen

Dagmar Klug-Krögler

Karl-Marx-Straße 156 · 12043 Berlin

Telefon: 030 | 1389 7909

E-Mail:

info@klug-kroegler-journalistik.de

Gestaltung

Dagmar Görlitz

E-Mail: goerlitz@versanet.de

Erscheinungsweise monatlich.

Namentlich gekennzeichnete Beiträge

geben nicht unbedingt die Meinung

des Herausgebers und der Redaktion

wieder. Die Redaktion behält sich die

Kürzung und Bearbeitung der Beiträge

vor. Für unverlangt eingesendete Texte,

Fotos und Materalien übernimmt die

Redaktion keine Haftung.

2 HeimKurier | Mai – 2011 Mai – 2011 | HeimKurier 3


Das

Unternehmen

ganz persönlich

Wenn wir in den Kalender schauen,

ist bereits Mai. Der Frühling

in vollem Gang und wir fragen uns

wieder einmal, wo ist nur die Zeit

geblieben?

In Berlin blicken wir in diesem

1. Halbjahr auf große Ereignisse

zurück. Im Februar und März

konnten unsere Bewohner das

neue Domizil in Charlottenburg

beziehen. Dass das möglich war,

ist der großartigen Leistung und

Mitwirkung des gesamten Mitarbeiterstabs

zu verdanken. Mittlerweile

haben unsere Bewohner

und Mitarbeiter das Haus

gänzlich in Beschlag genommen:

Die Kisten sind ausgepackt, die

Wohnetagen mit Leben gefüllt.

Und unser neues Café im Erdgeschoss

entwickelt sich so langsam

zu einem „Treffpunkt“.

Von der ersten Idee bis zum

fertigen Haus war es ein

langer, und ich gestehe, ein

oft mühsamer und von Fragen begleiteter

Weg. Können wir all unsere

Pläne und Wünsche für das

Haus und für die Bewohner realisieren?

Manche Projektabschnitte

verlangten schier endlose Geduld.

Da stand z. B. die Verlegung

eines öffentlichen Stromkastens

an. Niemand macht sich eine

Vorstellung davon, wie viele Genehmigungen

und Einverständniserklärungen

in einem solchen

Fall einzuholen sind. Und dann

die Unwägbarkeiten, die die Natur

uns auferlegte. Die sibiri-

schen Temperaturen im Winter

2008/2009 ließen uns verzweifeln.

Nichts ging mehr. Baustopp!

Dann war da der Bombenalarm

auf dem Baugelände. Granatfunde

aus dem 2. Weltkrieg, die

entfernt werden mussten. Wir

dürfen dankbar sein, dass bei

der Bergung niemand zu schaden

gekommen ist.

Manchmal brauchte es guter

Freunde und Geschäftspartner,

die immer wieder betonten:

„Ihr schafft das!“. Und am Ende

sollten sie Recht behalten: „Wir

haben es geschafft. Schritt für

Schritt!“

Und wie das bei uns Tradition ist,

haben wir ordentlich gefeiert. Von

Anfang an war es uns ein großes

Anliegen, alle Bewohner und

Mitarbeiter, Angehörige und ehrenamtlich

Tätigen, Familien und

Freunde, alle Helfer und am Projekt

Beteiligten mit den neuesten

Fortschritten und Entwicklungen

rund um unser neues Haus vertraut

zu machen.

„Haus Birkholz“, Gervinusstraße 40, 10629 Berlin

Die wunderbare Dachterrasse in

der 6. Etage, die nun fertig gestellt

wurde, wird ein sommerlicher

Treffpunkt werden, da bin

ich sicher. Von dort aus hat man

einen eindrucksvollen Blick über

die Skyline von Berlin-Charlottenburg

mit dem Funkturm auf dem

Messegelände Berlin-West als

Wahrzeichen in der Ferne.

Besondere Freude macht uns

auch unser Kindergartenprojekt

im Haus. Kaum eröffnet, waren

bereits alle Plätze ausgebucht.

Da geht es nun drunter und drüber.

Jede Menge Trubel und „Leben

in der Bude“. So wollten wir

das!

Die Außenanlage rund ums Haus

wird in Bälde fertig gestellt werden

und dann können wir mit

Fug und Recht sagen: „Wir sind

angekommen!“

Doch unsere Unternehmensgruppe

steht nicht still. Sie hat bereits

das nächste Projekt angeschoben.

Das Haus Clemens in Eisenach

wird saniert. Auch da haben

wir uns viel vorgenommen. Sie

finden dazu einen ausführlichen

Bericht auf der Eisenachseite.

7 Ihr Martin-Michael Birkholz

7 Größe: sechs Etagen mit großzügigen Einzel- und Doppelzimmer

7 Plätze: 136

7 Zimmerausstattung: Schwesternrufanlage, TV-Anschluss, Internet,

Telefonanschluss

7 Jeder Wohnbereich mit Speisezimmer und Gemeinschaftsräume

7 moderne Hilfsgeräte in allen Wohnbereichen

7 Pflegebäder mit Hubbadewannen ausgestattet

7 Gemeinschaftsspeiseraum im Erdgeschoss

7 Dachterrasse

7 Kindergarten im Haus

7 direkter Zugang zum S-Bahnhof Charlottenburg

7 Investitionsvolumen: 12,5 Mio Euro

Jeder Thüringer kennt sie

und jeder Thüringer liebt sie

(Vegetarier mal ausgenommen):

Die Rostbratwurst. Jemand, der

sich bestens darauf versteht,

diese Spezialität in Szene

zu setzen, ist Küchenleiter

Johannes Barchfeld von der

Catering St. Annen GmbH

aus Eisenach.

Die Grillfeste im Garten von St.

Annen sind ja schon fast legendär.

Der Geruch von frisch zubereiteten

Gerichten lässt einem

hier das Wasser im Mund zusammenlaufen

und lockt auch schon

mal Passanten von der Straße

an. Und man lässt sich was einfallen

in Eisenach! Frisch zubereitet

gibt es auch mal Speisen, die

es sonst so nicht gibt: z. B. Leber

mit Zwiebeln und Äpfeln. Auf dem

Weg von der Küche in die Häuser

wird die wunderbar zubereitete

Leber zur Schuhsohle. Jeder, der

das schon mal zu Hause zubereitet

hat, weiß wie schnell das geht.

Aber frisch zubereitet im Garten

und direkt auf den Teller. Was

kann es Besseres geben?

Auch die Berliner konnten sich

davon schon überzeugen. Bei

den Festivitäten der verschiedenen

Bauphasen des neuen „Haus

Birkholz“ in Berlin standen die

Original Thüringer Köstlichkeiten

in der Gunst der Besucher ganz

weit oben. Für den Küchenleiter

und sein Team, die extra aus Eisenach

angereist waren, gab es

immer viel Lob.

Exportschlager

aus Thüringen

Johannes Barchfeld hat sein

Handwerk von der „Pike“ auf als

Koch gelernt. Aber Stillstand war

noch nie sein Ding. Mittlerweile

sitzt er im Prüfungsausschuss

für Köche der IHK Erfurt. Er hat

die Berechtigung zum Ausbilder

erworben und sich als geprüfter

Küchenmeister qualifiziert. Als

diätetisch geschulter Koch hat

er sich auf die speziellen Bedarfe

und Bedürfnisse seiner Gäste

eingestellt.

Neue Erkenntnisse im Bereich

Ernährung fordern immer wieder

ein Umdenken und das Anpassen

der gängigen Lehrmeinungen

und Zubereitungsformen. So war

man noch bis vor einigen Jahren

überzeugt davon, dass diätetische

Lebensmittel für Diabetiker

absolut notwendig, ja geradezu

überlebenswichtig seien. Heute

weiß man, das bei einer ausgewogenen

und vollwertigen Ernährung

diätetische Lebensmittel

vollkommen fehl am Platz sind.

Immer auf dem neuesten Stand

sein, immer neue Erkenntnisse in

Mitarbeiter im Porträt

die eigene Arbeit einfließen lassen.

Das macht den Unterschied.

Deshalb gehört Weiterbildung

zum Credo von Johannes Barchfeld.

Zuletzt hat er in Berlin gemeinsam

mit Kollegen aus ganz

Deutschland an einer anderthalb-jährigen

Weiterbildung zum

Fachwirt für Seniorenverpflegung

teilgenommen. Hier wurden die

Teilnehmer in den Bereichen Gerontologie

und Kommunikation,

Diätetik und Ernährung, Betriebswirtschaft

und Management auf

den neuesten Stand gebracht.

Auch die mittlerweile von offizieller

Seite geforderte Implementierung

des Expertenstandard Ernährung

wurde hier geprobt.

Mit einem Simulationsanzug sich

in das Alter und die eingeschränkten

Wahrnehmungen seiner Gäste

einfinden, konnte Johannes

Barchfeld hier buchstäblich am

eigenen Leib erfahren. Solche

Erfahrungen sind wichtig, weil

sie den Blick für das Wesentliche,

nämlich auf die Bewohner

und ständigen Gäste der Küche,

richten.

Mitarbeiterträume

Als Ausbilder würde ich mir

wünschen, dass junge Bewerber

mit mehr Motivation und mehr

schulischer Qualifikation bei uns

antreten. Unser Beruf erfordert

ein großes verantwortliches

Handeln, denn die Zufriedenheit des

Bewohners steht an erster Stelle.

Dafür müssen wir uns täglich mit

Engagement und Interesse einsetzen.

4 HeimKurier | Mai – 2011 Mai – 2011 | HeimKurier 5


Von

Zwischenzeiten

und

Neuanfängen

Wie wir Veränderungen gestalten

Neue Lebenssituationen erfordern unsere ganze Aufmerksamkeit.

Doch mehr noch sollten Menschen sich der Zeit zwischen

alter und neuer Lebensphase zuwenden. Die Gefahr in dieser

„Zwischenzeit“ stecken zu bleiben, wenn man sich ihrer nicht

annimmt, ist groß. Das versperrt den Blick vor den Möglichkeiten

und den Freuden der neuen Lebenssituation.

Frau B. zieht diese Tage um. Die

Zweifel waren erst groß. So lange

schon lebt sie in der Wohnung,

so viele Erinnerungen, die mit

jedem Zimmer, mit jedem Möbelstück

verbunden sind. Und dann

die Nachbarn. Alle sind sie zwar

nicht mehr da, aber das eine

oder andere vertraute Gesicht

kennt sie doch noch. Und nun

soll noch einmal alles anders

werden. Und das in ihrem Alter?

Wird denn auch alles klappen?

Da sind viele Fragen, vor allem

aber Ängste. Und oft kann man

diese Ängste nicht mit Worten

ausdrücken. Traurigkeit und Zweifel

umhüllen den Menschen und

machen sprachlos. Und das obwohl

alles perfekt vorbereitet und

organisiert wird. Die Tochter von

Frau B. hat sich liebevoll gekümmert.

Das neue Zimmer hat Frau

B. schon in Augenschein genommen.

Alles schön hell und die

Wohnküche ist fast wie bei ihr zu

Hause. Den Beschäftigungsplan

hat sie bereits gesehen und diskutiert.

Der „Gymnastikkurs mit

Tüchern“ klang ganz interessant.

Ihre Tochter hat sie ermutigt, das

mal auszuprobieren.

Dennoch ist ein fl ießender

Übergang von der einen in

die andere Wohn- oder Lebenssituation

nicht möglich. Egal,

wie viel Mühe sich alle Außenstehenden

auch geben mögen. Unsere

Seele schafft den Spagat nicht

einfach so von heute auf morgen.

Menschen brauchen Zeit!

Der Mensch braucht eine „neutrale

Zeitzone, in der er Abschiedsrituale

praktiziert“. Von

einigen Naturvölkern z. B. auf Papua-Neuguinea

weiß man, dass

in der Übergangsphase vom Jugendlichen

zum Erwachsenen

der Jugendliche für eine gewisse

Zeit allein auf sich gestellt in der

Wildnis überleben muss. Solche

Rituale können helfen, sich für

das Neue im Leben zu öffnen.

Das gilt übrigens auch, wenn

das Neue eine deutliche Verbesserung

gegenüber dem Alten ist.

Ganz besonders dann, so Stressforscher,

unterschätzen wir die

die Stressbelastung. Auch positive

Veränderungen sind „kritische

Lebensereignisse“, denen wir die

angemessene Aufmerksamkeit

schenken müssen. Für Außenstehende

ist das manchmal schwer

nachzuvollziehen. „Es ist doch

alles so schön hier!“, sagt dann

der eine oder andere ermunternd.

Doch der Betroffene kann das –

noch – nicht annehmen. Diese

Zeit ist besonders kritisch, weil

sie Konfl iktpotential in sich birgt.

Man versteht einander nicht.

Weiß nicht, was der andere hat.

Die Situation „schön zu reden“,

ist da wenig hilfreich und nicht

konstruktiv.

Das Verarbeiten dieser

Phase ist ein sehr

individueller Prozess.

Manchen hilft es, beim

Packen selber Hand

anlegen zu können

und in Erinnerungen zu

schwelgen. Da ist die

ganze Familie gefragt.

Erinnerungen sind

manchmal leicht und

süß, manchmal bitter

und manchmal sind sie

auch nur traurig. Aber

man muss diese Phase

zulassen.

„Übergangsphasen sind Phasen

der Labilität“ schreibt Verena

Kast. „Sie sind mit Selbstzweifeln

und Spannung verbunden.“

Psychologen sprechen von Identitätskrisen,

die die Betroffenen

dann durchleben. „Ich bin doch

nicht so stark, wie ich dachte:“

oder „Jetzt bin ich abhängig. Nie

hätte ich gedacht, dass es so weit

kommt!“ Um für sich selbst herauszufi

nden, dass dies nicht so

ist, muss sich der Mensch in der

Übergangsphase noch einmal be-

gegnen und dabei entdecken, wie

facettenreich das Leben, dass er

bisher geführt hat, war. Er muss

erkennen, dass mit der neuen Lebenssituation

eine neue Facette

hinzukommt, die Chancen und

Möglichkeiten bietet und noch

einmal eine Herausforderung für

das eigene Leben ist.

Manchmal ist der Umzug von der

eigenen Wohnung in ein neues

Heim nicht „planbar“. Dann hat

derjenige keine Möglichkeit, sich

hinreichend mit dem Gedanken

der Veränderung auseinanderzusetzen.

Wut, Ärger, Gefühle der

Hilfl osigkeit schaffen Spannungen

für alle Beteiligten. Deshalb muss

man sich umso intensiver um ein

Ritual des Übergangs bemühen:

Dem Vergangenen respektvoll begegnen,

Erinnerungen zulassen

– und auch die Tränen –, Phasen

der Trauer über das verloren Geglaubte

gemeinsam durchleben.

Es geht darum, die Balance zwischen

Reden und Zuhören, zwischen

Voranschreiten und Innehalten

zu fi nden.

So gelingt ein

freudvoller Neuanfang.

6 HeimKurier | Mai – 2011 Mai – 2011 | HeimKurier 7


Liebe Anita Böse,

nun sind schon einige Wochen vergangen, die wir hier im

neuen „Haus Birkholz“ in Charlottenburg ohne dich zugebracht

haben. Na klar, unser aufreibender Alltag spannt

uns ein ums andere Mal so ein, dass es uns nicht immer

bewusst ist, aber in manch stillen Momenten, da ist es

wieder ganz präsent: Anita ist nicht mehr da und Du fehlst!

Wir Mitarbeiter müssen uns vielen neuen Eindrücken

im Haus stellen. Doch eines steht

immer an erster Stelle: unsere Bewohner.

Das hast Du uns beigebracht. Niemals nur satt, sauber,

sediert. Niemals bei uns! Du hast für das „Haus

Birkholz“, für die Bewohner und Mitarbeiter gelebt.

Du warst der „gute Geist“, Herr Birkholz sprach von

Dir nur als „Mutter Oberin“. Die Leitung des Hauses

war Dein Leben: mit strenger Hand, manchmal dominant,

oft ohne Verständnis für diejenigen, die ein

anderes Pflegeverständnis hatten als Du. So einige

Leute hast Du mitunter gegen Dich aufgebracht.

Portrait

Name: Anita Boese

Sternzeichen: Wassermann

Ehefrau, Mutter, Großmutter

Beruflicher Werdegang:

gelernte Krankenschwester,

später Stationsleiterin

Aber Du warst immer mit dem Herzen dabei. Immer

mittendrin. Das hat es Dir allerdings auch schwer

gemacht, ab und zu eine Grenze zu ziehen.

Ich kann mich gut erinnern, dass Du es Dir nie hast

nehmen lassen, am Weihnachtsabend die bunten

Teller an die Bewohner zu verteilen oder Geburtstaggeschenke

zu besorgen. Delegieren, das steht fest,

war nicht Dein Ding! Selbst wenn ein Bewohner mal

von irgendwoher abgeholt werden musste, Du hast

„den Chauffeur“ gemacht! Doch erinnere ich mich immerhin

an einen sehr geneigten Delegierten: Deinen

Mann. Er wurde als Pflücker rekrutiert und erntete

das Obst im heimischen Garten. Das landete dann

frisch auf den Sonntagskuchen unserer Bewohner.

Aber ansonsten werde ich immer den Satz mit Dir

verbinden: „Ach, das mach ich mal schnell selber“.

Und am liebsten ohne PC, noch ganz die alte Schu-

Nachrichten

aus Berlin

le! Ich vermisse Deine wunderbaren, so trocken und

mit todernstem Gesicht erzählten Geschichten. Wir

haben verdammt viel gelacht. Deine gesellige Natur

haben alle Bewohner so sehr geliebt und genossen.

Du warst Ihr Freund und Anwalt. Auf Deine Kämpfernatur

konnten sich alle verlassen. Mit großer Disziplin

und Gradlinigkeit, manchmal fast ein bisschen

unerbittlich, hast Du die Dinge verfolgt.

Und nun? Ich weiß, Du bist nicht ganz unvorbereitet

in den Ruhestand gegangen. Du hast schon mal ein

wenig geübt: Wellnesswochenende mit der Schwägerin

oder der wöchentliche Sportkurs mit anschließendem

Kaffee und Kuchen. Aktiv bleiben auf jeden

Fall! Und sich engagieren. Soziales Engagement gehört

für Dich zum Leben wie das Atmen.

Ich hätte mir gewünscht -und ich spreche da für viele-,

dass wir dich mit einem rauschenden Fest hät-

ab Januar 1995 als Pflegedienstleiterin

im „Haus Birkholz“

im März 2002 Übernahme

der Heimleitung

ab April 2011 im Ruhestand

Leidenschaften:

Tennisspiele, Kinobesuche und

Jazz

ten verabschieden dürfen. Aber so sehr wolltest Du

nie im Mittelpunkt stehen! Still und leise hast Du

Dich aus dem Staub gemacht. Ein wenig Traurigkeit

und Verunsicherung machte sich bei uns Zurückgebliebenen

breit. Aber vielleicht dürfen wir das Fest ja

mit etwas Abstand nachholen.

Unsere Dachterrasse ist sicher ein angemessener

Ort. Über den Dächern von Berlin gewinnt man einen

Blick auf das große Ganze. Den hast auch Du nie

aus den Augen verloren, jeder einzelne Bewohner

und Mitarbeiter war für Dich Teil einer größeren Gemeinschaft.

Und die war es, die zählte. Wir werden

das in Ehren halten!

7 Deine Aranka Rusch

und das gesamte Team „Haus Birkholz“

Und noch eine

Baustelle …

In Eisenach sind die Sanierungsarbeiten am „Haus

Clemens“ in vollem Gange. Bereits seit mehreren

Jahren gehört die unter Denkmalschutz stehende

Villa zur Unternehmensgruppe Birkholz. Sie liegt in

unmittelbarer Nähe vom Hauptbahnhof und das Zentrum

der Stadt ist fußläufig zu erreichen.

Martin-Michael Birkholz und sein Team haben sich

ehrgeizige Ziele gesetzt. Seit Jahresbeginn wird gebaut,

das komplette Gebäude entkernt und neu aufgezogen.

Bis Herbst (!) soll ein hochmodernes Pflegeheim

entstehen. Hier werden dann alt gewordene

behinderte Menschen ein neues Zuhause finden.

Eine neue Gruppe Senioren

Diese Bewohnergruppe stellt in der deutschen Altenhilfe

aus verschiedenen Gründen eine relativ junge

Herausforderung dar. Seit dem 2. Weltkrieg ist dies

die erste Generation alt gewordener Behinderte.

Man kann also nicht auf gewachsene und optimal

angepasste Versorgungsstrukturen zurückgreifen.

Einrichtungen der Behindertenhilfe sind auf die

Alters probleme ihrer Bewohner nicht eingestellt,

so dass deren Versorgung nicht „seniorengerecht“

gesichert werden kann. Eine seniorengerechte Versorgung

in Altenheimen ist auf Grund der fehlenden

Erfahrung und Fachkompetenz in der Versorgung

mit behinderten Menschen auch keine optimale

Lösung. Deshalb haben nun Martin-Michael Birkholz

und Christian Hoffmann, Verwaltungsleiter der

Eisenacher Einrichtungen, ein neues Konzept für alt

gewordene Behinderte in Thüringen erarbeitet. Im

„Haus Clemens“, das insgesamt 55 Pflegeplätze

bietet, sollen 20 Pflegeplätze bereitstehen und ein

entsprechendes Fachteam bestehend aus Altenpflegern,

Krankenschwester, Heilerzieher und Ergotherapeut

soll für die optimale Versorgung sorgen.

Die innovative Kraft des Konzepts zeigte bereits

Wirkung. Alle behördlichen Hürden konnten relativ

schnell bewältigt werden. Das Konzept wird für Thüringen

richtungweisend sein. Da sind sich die Initiatoren

sicher.

Die weiteren 35 Pflegeplätze werden für die derzeit

im sog. Männerhaus (neben dem Haupthaus von St.

Annen) lebenden Bewohnern bereitgestellt.

Nachrichten

aus Eisenach

Nach der Baustelle ist vor der Baustelle

Und als ob das nicht schon genug der Bauprojekte

der Unternehmensgruppe Birkholz sei, geht es

dann munter weiter. Schließlich hat sich das Team

Birkholz mittlerweile größte Fachkompetenz im Einreichen

von Bauanträgen und bei Fragen der Projektentwicklung

unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen

durch die geltenden Landesheimgesetze

erarbeitet.

So schließen sich also weitere Bauarbeiten

an. Nach Fertigstellung und den Umzug der

Bewohner in das „Haus Clemens“ wird das

Männerhaus auf dem Gelände von St. Annen zur

Baustelle. Hier wird dann ein weiterer dem Haupthaus

zugeordneter Pflegebereich entstehen.

„Haus Clemens“

Clemensstraße 27

99817 Eisenach

7 Pflegeplätze: 55

7 Investitionsvolumen:

2,5 Mio Euro

8 HeimKurier | Mai – 2011 Mai – 2011 | HeimKurier 9


Tipps für Angehörige

Angehörige sind wichtige Partner in der Pflegearbeit:

7 Sie sind vertraute Personen der Bewohner

7 Sie sind Teil des lebenslangen

„Sozialen Netzwerks“

7 Sie sind wichtige Ansprechpartner bei der

Bewohnerbiografie

7 Sie geben wertvolle Anregungen und

Hilfestellungen

7 Sie sind emotionale und praktische Unterstützer

im Heimalltag

Eine vernünftige Kommunikation

und eine gelungene

Begegnung zwischen

Pflegeteam und Angehörigen ist

Grundlage für ein erfolgreiches

Ankommen des Bewohners in

der Einrichtung. Wir sehen in den

Angehörigen eine wertvolle Unterstützung,

damit wir einen guten

Job machen können. Denn eins

verbindet Pflegeteam und Angehörige

auf das Engste: Das Wohl

des Bewohners.

Wir wollen deshalb künftig den

Angehörigen in diesem Heft eine

Plattform bieten, sich auszutauschen,

Fragen zu stellen, Informationen

zu geben.

Wir wollen Ihnen dienliche

Informationen zu den

verschiedensten Themen geben:

7 rechtliche

Rahmenbedingungen

7 Erstkontakt

7 Heimaufnahmeverfahren

7 Beschwerdemanagement

7 offene Angehörigenarbeit

Wir freuen uns

auf Ihre rege Teilnahme.

Senden Sie

Ihre Fragen an:

info@klug-kroegler-journalistik.de

oder

Seniorenpflege Haus Birkholz

Redaktion Heimkurier

Dahlmannstraße 31

10629 Berlin

Veranstaltungstipps

Aus dem Beschäftigungsplan Berlin:

(Veranstaltungsräume bitte erfragen)

Einzeltherapie mit der Logopädin

Montag 8.00 – 12.00 Uhr

Dienstag 10.00 – 12.00 Uhr

Mobilitätsgruppe „Locker vom Hocker“

Dienstag 8.30 – 9.00 Uhr

Mittwoch 8.30 – 9.00 Uhr

Freitag 8.30 – 9.00 Uhr

Musiknachmittage

Freitag 15.30 – 16.30 Klavier mit Frau Firmer

Sonntag 15.00 – 16.00 Uhr

Kaffeetafel mit Kuchen und Musik

Aus dem Veranstaltungskalender Eisenach:

Ende Mai je nach Witterung Textilverkauf im Garten

des Haupthauses St. Annen

(Bitte beachten Sie die Aushänge)

SUDOKU

Der japanische Rätselspaß für Fans der Zahlenlogik und die,

die es noch werden möchten. Füllen Sie die leeren Felder

so aus, dass in jeder Zeile, in jeder Spalte und in jedem

3–x–3–Kästchen alle Zahlen von 1 bis 9 nur jeweils einmal

vorkommen.

1. SUDOKU

(leicht)

2. SUDOKU

(mittel)

Rätselauflösung

SUDOKU

Kopftraining

6 1

2 7 5 3

4 8 2 6 1 7

8 7 6 9 1

5 8 2 9

9 7 6 5 8

2 4 6 3 5 1

6 1 7 3

4 8

3 6 7 1 4 9 8 2 5

9

4

8

1

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2

8

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7

2

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6 1 7

52 261 3

9

74

1 4 5 8 6 2 9 3 7

2 9 3 4 7 1 6 5 8

7 2 4 6 8 3 5 9 1

6 8 9 5 1 7 3 4 2

5 3 1 9 2 4 7 8 6

9 8 4 5 3

3 7 1 4 2

6 4 2 9 3

8

4

7 6

7 3 1 4 5

1 7 9 8 4 5 2 6 3

5 6 2 1 3 7 9 8 4

4 8 3 9 2 6 7 5 1

9 3 5 6 7 1 8 4 2

8 2 1 4 5 3 6 9 7

6 4 7 2 9 8 1 3 5

3 5 8 7 6 2 4 1 9

2 1 4 5 8 9 3 7 6

7 9 6 3 1 4 5 2 8

6 8 9 5 1 7 3 4 2

5 3 1 9 2 4 7 8 6

2 9 3 4 7 1 6 5 8

7 2 4 6 8 3 5 9 1

8 7 6 3 9 5 2 1 4

1 4 5 8 6 2 9 3 7

9 1 2 7 5 8 4 6 3

4 5 8 2 3 6 1 7 9

3 6 7 1 4 9 8 2 5

8 7 6 9 1

5 8 2 9

9 7 6 5 8

2 4 6 3 5 1

6 1 7 3

4 8

2 1 4 5 8 9 3 7 6

7 9 6 3 1 4 5 2 8

6 4 7 2 9 8 1 3 5

3 5 8 7 6 2 4 1 9

9 3 5 6 7 1 8 4 2

8 2 1 4 5 3 6 9 7

5 6 2 1 3 7 9 8 4

4 8 3 9 2 6 7 5 1

1 7 9 8 4 5 2 6 3

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4

7 3 1 4 5

10 HeimKurier | Mai – 2011 Mai – 2011 | HeimKurier 11

3 7 1 4 2


Die

Unternehmensgruppe

Birkholz

Unternehmensgruppe

Birkholz Inhaber: Martin-Michael Birkholz

Georgenstraße 64

99817 Eisenach

Telefon 03691 | 716 – 0

Fax 03691 | 716 – 220

E-Mail info@birkholz-net.de

Internet www.birkholz-net.de

Seniorenpflege

„Haus Birkholz“ Gervinusstraße 40

10629 Berlin

Telefon 030 | 38 39 58 – 011

Verwaltung:

Seniorenpflege Dahlmannstraße 31

„Haus Birkholz“ 10629 Berlin

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