Rundbrief _29_deutsch_2 - Gesunde Schulen

gesunde.schulen.ch

Rundbrief _29_deutsch_2 - Gesunde Schulen

Rundbrief Nummer

29

September 2004

Schweizerisches Netzwerk

Gesundheitsfördernder Schulen:

Ein Projekt des Bundesamtes für Gesundheit

und Gesundheitsförderung Schweiz

Rundbrief

Netzwerk Gesundheitsfördernder Schulen


2 Editorial

RUNDBRIEF 29

Netzwerk Gesundheitsfördernder Schulen

Was sich bewährt hat, weiter bewahren –

aber dennoch auf zu neuen Ufern!

Liebe Leserin, lieber Leser

Seit 1997 hat Radix Gesundheitsförderung das Schweizerische

Netzwerk Gesundheitsfördernder Schulen aufgebaut und moderiert.

Als normative Referenz gilt das European Network of Healthpromoting

Schools (ENHPS) der Weltgesundheitsorganisation und

die durch sie festgelegten Kriterien und Handlungsprinzipien für die

Gesundheitsfördernde Schule. In der Schweiz ist für die strategische

Ausrichtung des Netzwerkes die Trägerschaft verantwortlich, welche

sich das Bundesamt für Gesundheit, die EDK und Gesundheitsförderung

Schweiz partnerschaftlich teilen.

Anfangs Juli 2004 gehören 305 Schulen mit insgesamt 85’000

SchülerInnen und 10’500 Lehrpersonen dem Netzwerk an. Sie arbeiten

nach einer Standortbestimmung, der Zieldefinition und der

Errichtung einer schulhausinternen Projektstruktur an einem auf ihre

Bedürfnisse zugeschnittenen Massnahmenplan. Zwischen Netzwerkmoderation

und Schule besteht eine schriftliche Vereinbarung,

in der die gegenseitigen Pflichten und Rechte festgehalten sind.

Über die Netzwerkschulen hinaus profitieren weitere 550 Schulen,

670 Lehrpersonen und 400 Fachstellen aus dem Gesundheits- und

Bildungssektor von unseren Angeboten: Beratungen, Informationsversände,

Rundbrief (3’000 Abonnenten) und Tagungen.

Aufgrund des grossen Beteiligung der Schulen hat die Trägerschaft

im August 2001 als strategischen Schwerpunkt die Regionalisierung

des Netzwerkes definiert und Kriterien für die Anerkennung Regionaler

Netzwerke als Teile des SNGS festgelegt. Heute arbeiten 5 Regionale

Netzwerke nach diesem Konzept: Stadt Bern, Kanton Thurgau,

Kanton Basel-Landschaft, Kanton Tessin und das Mittelschulund

Berufsbildungsamt des Kantons Zürich. Ingesamt werden 80

Schulen in Regionalen Netzwerken betreut.

Radix Gesundheitsförderung wurde im Februar 2004 von der Trägerschaft

beauftragt, für die Jahre 2005 – 2007 eine Neukonzeption

für das Netzwerk mit folgenden Eckpfeilern zu erarbeiten:

Vision/strategisches Ziel 2010: Regionalisierung ist selbsttragend.

Anspruch und Rolle der nationalen Netzwerkkoordination

ist definiert.

Einbezug Methodik: Schulentwicklung, Gender, Partizipation

Thematische Schwerpunkte: Grundsätzlich aus Zielen der

Schulen abgeleitet, stärkere Fokussierung auf mentale

Gesundheit sowie Konflikte/Gewalt

Qualitätsentwicklung: Aufzeigen des Mehrwertes einer

Gesundheitsfördernden Schule, der Leistung der Gesundheit

für die Bildungsqualität, der Förderung der Gesundheitskompetenzen,

Wirkungsmodelle, Erfolgsfaktoren und Attraktivität für

Schulen

Zertifizierung als Kompetenzzentrum innerhalb von

bildung+gesundheit Netzwerk Schweiz

Evaluation: Angaben zur Wirkungsprüfung

Fonds für Nicht-Netzwerkschulen: geklärt, ob er weiter eine

Funktion hat.

Kommunikation: Rundbrief wird Organ von bildung+gesundheit,

Internet und Datenbank nutzen Synergien von

bestehenden Datenbanken

Kooperation mit Programmen von BAG und Gesundheitsförderung

Schweiz

Weitere Finanzgeber finden

Wir haben unsere ersten Ideen an einem Hearing am 12. Mai 2004

in Bern einem Kreis von Netzwerkschulen, Fachstellen und der Trägerschaft

vorgestellt und dabei wertvolle Anregungen bekommen.

Die Neukonzeption wurde Mitte Juli der Trägerschaft schriftlich

übergeben und wird im Herbst diskutiert und definitiv festgelegt, so

dass sie per 1.1.2005 umgesetzt werden kann.

Im nächsten Rundbrief – und gleichzeitig dem letzten in dieser Form

– werden wir Sie ausführlich informieren. Bis dahin arbeiten wir in

gewohnter Art und Weise an der Entwicklung der Gesundheitsfördernden

Schule und würden uns freuen, Sie an unserer Impulstagung

«Eine Gesundheitsfördernde Schule – eine gute Schule?» vom

11.12.04 in Luzern begrüssen zu dürfen.

Barbara Zumstein

Nationale Koordinatorin

Impressum

Herausgeberin

Schweizerisches Netzwerk Gesundheitsfördernder Schulen

RADIX Gesundheitsförderung

Habsburgerstrasse 31

6003 Luzern

Tel. 041 210 62 10

Fax 041 210 61 10

info-lu@radix.ch

www.gesunde-schulen.ch

www.radix.ch

Die Schweiz ist seit 1993 Mitglied des Europäischen Netzwerkes Gesundheitsfördernder Schulen (ENGS): Ein Programm der WHO,

der EU und des Europarates. Radix Gesundheitsförderung koordiniert das Schweizerische Netzwerk im Auftrag des Bundesamtes für

Gesundheit, der EDK und Gesundheitsförderung Schweiz.

Redaktion

Gestaltung

Druck

Auflage

Photos

Barbara Zumstein, Nationale Koordinatorin, zumstein@radix.ch

Grafikatelier Thomas Küng, Luzern

Gegendruck, Luzern

2’400 Exemplare

Titelbild, Seiten 7 und 11: Georg Anderhub · Seite 3: Marc Hansel


«Früherkennung und -intervention in der Schule»

ein innovatives Präventionsprojekt für die Sekundarstufe I und II, unterstützt vom

Bundesamt für Gesundheit

Cannabiskonsum ist bei Jugendlichen verbreitet und kann die gesunde

Entwicklung gefährden. Besonders SchülerInnen, die früh mit

dem regelmässigen Konsum beginnen,sind in ihrer psychischen und

sozialen Entwicklung gefährdet

Die mit der nun gescheiterten Revision des Betäubungsmittelgesetzes

angestrebten Verbesserungen im Jugendschutz und der Verstärkung

der Prävention müssen auf andern Wegen erreicht werden.

Unterricht und Schule allgemein können ihrer Aufgabe nur gerecht

werden, wenn SchülerInnen aufnahmefähig sind. Eine Schule kann

und soll nicht tolerieren, dass SchülerInnen bekifft oder alkoholisiert

den Unterricht besuchen oder auch aus andern Gründen nicht aufnahmefähig

sind. Das Präventionsprojekt «Früherkennung und -intervention

in der Schule» will Lehrpersonen entlasten und einen Beitrag

leisten, dass Gefährdete früh erfasst werden und eine angemessene

(Fach)hilfe erhalten. Es unterstützt Schulen, für diese SchülerInnen

eine angemessene Problembearbeitung zu entwickeln

oder die bestehende weiter auszubauen. Damit diese Ziele erreicht

werden, soll eine tragfähige Zusammenarbeit zwischen den zuständigen

Fachstellen und einer Schule etabliert und auch die Eltern einbezogen

werden.

Schulen, die sich am Projekt beteiligen, erhalten während zwei Jahren

die Unterstützung einer speziell ausgebildeten Fachperson, um

ein effizientes, klares und verbindliches Problemmanagement für

gefährdete und auffällige Jugendliche aufzubauen.

Der Leitfaden «Schule und Cannabis» für

Lehrpersonen als Ausgangspunkt

Der im Frühjahr 2004 vom Bundesamt für Gesundheit und der

Schweizerischen Fachstelle für Alkohol und andere Drogenprobleme

(Kompetenzzentrum des netzwerkes bildung + gesundheit

schweiz) herausgegebene Leitfaden bildet die Grundlage für das

neue Projekt «Früherkennung und -intervention in der Schule». Das

Projekt startet 2005 und will die folgenden Ziele erreichen: Entwicklung

eines nachhaltigen Problemmanagements in einer Schule,

Früherkennung gefährdeter SchülerInnen und nachfolgende verbindliche

Problembearbeitung sowie das Einhalten des Konsumverbotes

auf dem Schulareal, während der Schulzeit und an Schulanlässen.

Ob Cannabiskonsum zum in der Schule sichtbaren Problem wird,

hängt von der Entwicklung und der psychischen Verfassung eines

Schülers/einer Schülerin und der Häufigkeit des Konsums und vom

Umfeld ab. Auffälliges Verhalten tritt zwar in einigen Fällen kombiniert

mit Cannabiskonsum auf, doch darf daraus nicht geschlossen

werden, dass Cannabiskonsum die Hauptursache dieser Probleme

ist. Bei dieser Gruppe handelt es sich oft um in mehrfacher Hinsicht

gefährdete Jugendliche. Psychische Probleme, delinquentes Verhalten

und der Konsum verschiedener psychoaktiver Substanzen treten

kombiniert auf und weisen auf eine Gefährdung der gesamten Entwicklung

hin. Diese Jugendlichen stören teilweise massiv den Schulbetrieb

und belasten in ihrer Not die Umgebung mit ihrem Fehlverhalten.

Gefährdung und Suchtverhalten sind meistens Symptome

einer problematischen oder fehlgeleiteten Entwicklung. Es lohnt

sich daher bei der Problembearbeitung nicht nur auf die sichtbare

und akute Problematik wie Kiffen, Rauchen, Alkoholkonsum, Gewalt,

Delinquenz u.a. einzutreten, sondern auch Massnahmen zu

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RUNDBRIEF 29

Netzwerk Gesundheitsfördernder Schulen


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RUNDBRIEF 29

Netzwerk Gesundheitsfördernder Schulen

treffen, welche längerfristig eine gesunde Entwicklung eines Gefährdeten

ermöglichen. Dies setzt voraus, dass mit verschiedenen

Fachstellen gute Kooperationen bestehen und diese die Schule und

Lehrpersonen bei der Problembearbeitung unterstützen.

Gesundheitsförderung und Prävention im

Schulbereich

Das Engagement von Schulen im Bereich der Gesundheitsförderung

und Prävention kann in die folgenden Aktivitäten eingeteilt werden:

1. Die Schule achtet darauf, dass geeignete Rahmenbedingungen

(Arbeitsplatz, Schutz und Sicherheit, Lernklima, Kompetenzen

und Leistungsanforderungen, altersgemässe Partizipation u.a.)

ein gesundes, effizientes Lernen und Arbeiten sowie eine

gesunde persönliche Entwicklung fördern.

2. Die Schule reflektiert ihre Aktivitäten im Bereich Gesundheitsförderung

und Prävention auf Zweckmässigkeit und Wirkung.

3. Erkranken SchülerInnen, zeigen sie Suchtverhalten, psychische

oder Verhaltensprobleme oder verstossen sie wiederholt gegen

die Schulordnung, muss eine Problembearbeitung erfolgen, die

der individuellen Situation des Erkrankten/Gefährdeten gerecht

wird. Zugleich sind die Interessen und Rahmenbedingungen

der Schule zu berücksichtigen.

Während die erstgenannten Massnahmen traditionellerweise dem

Bereich der Gesundheitsförderung oder Primärprävention zugeordnet

werden, spricht man beim dritten Bereich, dem Problemlöseverfahren,

üblicherweise von Früherkennung oder von sekundärer Prävention.

In der praktischen Arbeit allerdings lassen sich die beiden

Bereiche oft schlecht voneinander abgrenzen: Eine gute Klassenführung

nimmt zum Beispiel die Anliegen der SchülerInnen in Gesprächen

auf, beseitigt oder minimiert allfällige Störfaktoren und

trägt damit den Anliegen der Gesundheitsförderung und der Prävention

Rechnung. Ebenso gehört es zum Berufsauftrag der Lehrperson,

Probleme von einzelnen SchülerInnen frühzeitig zu erkennen,

diese anzusprechen und allenfalls Massnahmen in die Wege zu

leiten.

Im schulischen Alltag stellen sich gerade hier verschiedene Schwierigkeiten

ein: Das Problem wird zwar meistens früh erkannt, aber im

Allgemeinen eher spät angesprochen. Weil eine klare und zugleich

wertschätzende Konfrontation des Schülers oder der Schülerin und

der Eltern mit den Problemen oftmals ziemlich spät erfolgt, wird eine

Problembearbeitung kompliziert, aufwändig und emotional belastend,

so dass eine Remotion oder Klassenversetzung als entlastende

Alternative zur Problembearbeitung attraktiv oder schlichtweg

notwendig wird. Damit ist zwar für die Klasse und die zuständigen

Lehrpersonen das Problem «gelöst», in vielen Fällen aber

nicht für den Schüler oder die Schülerin und die neuen Lehrpersonen.

Oft wagen Lehrpersonen SchülerInnen und ihre Eltern mit den offensichtlichen

Problemen erst zu konfrontieren, wenn die Noten ungenügend

werden, Hausaufgaben kaum gemacht werden, Absenzen

gehäuft auftreten, Sachbeschädigungen oder Gewalteskalationen

vorkommen. Jetzt erst glauben die verantwortlichen Lehrpersonen,

aufgerufen und legitimiert zu sein, etwas zu unternehmen.

Diese Zurückhaltung der Lehrpersonen hat verschiedene Gründe:

1. Schwierige Phasen gibt es bei vielen SchülerInnen im Verlauf

ihrer Schulkarriere. Die Lehrpersonen wollen daher abwarten,

in der Hoffnung, dass Verbesserungen spontan erfolgen. Dieses

Zuwarten wird auch durch die Erfahrung gestützt, dass nicht

jedes Eingreifen zu einer positiven Veränderung führt.


2. Eine Problembearbeitung ist aufwändig und bei den vielen

Belastungen, denen eine Lehrperson ausgesetzt ist, steht eine

wenig akute Situation nicht unbedingt zuoberst auf der

Prioritätenliste.

3. Eine Problembearbeitung birgt Risiken. Die Konfrontation eines

Schülers oder einer Schülerin oder der Eltern mit den

festgestellten Problemen kann heftige Reaktionen zur Folge

haben. So kann es vorkommen, dass eine Lehrperson im

Verlaufe der Problembearbeitung als Person und in ihrer

pädagogischen Kompetenz in Frage gestellt wird. Geniesst sie

nicht die Unterstützung und den Schutz der Schulleitung oder

Schulbehörde, kann es für sie sehr schwierig werden.

4. Positive Verstärker fehlen: Setzt sich eine Lehrperson ein,

arbeitet Stunden für Gespräche und nimmt an Sitzungen teil,

um ein Problem mit einem Schüler oder Schülerin, mit den

Eltern oder mit einem Teil der Klasse konstruktiv zu bearbeiten,

erntet sie in vielen Fällen kaum Dank und noch seltener

anerkennende Worte für das Engagement.

5. Einige Lehrpersonen fühlen sich von Fachstellen zu wenig

unterstützt und können daher die Last der Problembearbeitung

nicht teilen.

6. Ab und zu drohen einzelne Eltern mit dem Anwalt. Einige

Lehrkräfte fühlen sich unsicher, was sie rechtens von den

SchülerInnen und den Eltern verlangen dürfen. Es fehlt

teilweise das Wissen über die rechtliche Situation.

der Früherfassung, gibt den Lehrpersonen Sicherheit und nützt der

Schule als gesamter Organisation. Eine flexible, jedoch klare und

konstruktive Problembearbeitung spricht sich bei der Schülerschaft

wie bei den Eltern und den zukünftigen SchülerInnen schnell herum.

Sie dient der Einhaltung der Regeln in einem Schulhaus und fördert

ein positives Schulklima.

Das Problemmanagement will einer Lehrperson Hilfestellungen bei

der alltäglichen Bearbeitung von Problemsituationen mit einzelnen

SchülernInnen geben. Ein geeignetes Verfahren hilft, für alle Beteiligten

Klarheit zu schaffen. Es definiert, welche Ziele zu erreichen

sind und wer welche Aufgabe bei der Bearbeitung eines Problems

übernimmt und fördert die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen

beteiligten Institutionen, Fachpersonen und der jeweiligen

Schule und den Eltern.

Mit dem Projekt «Früherkennung in der Schule», welches das

Schweizerische Netzwerk Gesundheitsfördernder Schulen (SNGS)

und die Fachhochschule Zentralschweiz im Auftrag des BAG entwickelt

haben, werden Schulen und Lehrpersonen im Umgang mit

gefährdeten SchülerInnen und ihren Eltern unterstützt. Schulleitungen,

Schulbehörden und Lehrpersonen, InspektorInnen und Fachpersonen

können während der Projektdauer von 2 Jahren ein Regelsystem

und ein für ihre Schule angepasstes Problemmanagement

entwickeln und erproben. Sie werden dabei fachlich begleitet

und finanziell vom SNGS unterstützt..

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RUNDBRIEF 29

Netzwerk Gesundheitsfördernder Schulen

Trotzdem und gerade deswegen lohnt sich eine Früherkennung mit

anschliessender Problembearbeitung für alle Beteiligten, weil

damit jungen, in ihrer Entwicklung gefährdeten Menschen

geholfen werden kann.

Probleme und Konflikte in einem frühen Stadium aufgefangen

werden können.

die Lehrpersonen weniger Zeit für die Problembearbeitung

aufbringen müssen.

die Klassen und das Unterrichtsklima davon profitieren, wenn

es zu weniger Störungen kommt.

die Schule als Ganzes profitiert, da die Regeln für alle

Beteiligten klar sind und die Lehrpersonen bei Interventionen

von Eltern wie von SchülerInnen ernst genommen werden.

die grosse Mehrheit der problemlosen SchülerInnen sich in

ihrem Verhalten und in ihren Einstellungen bestätigt und

unterstützt fühlt.

Innovatives Problemmanagement

Die Hauptaufgabe der Lehrperson besteht darin, einen guten Unterricht

zu gewährleisten. Stören SchülerInnen den Unterricht, sind

sie nicht aufnahmefähig, verweigern sich oder übertreten die Hausregeln,

muss eine Problembearbeitung erfolgen. Grundsätzlich unterscheidet

sich eine Problembearbeitung in Zusammenhang mit

Cannabis oder anderen psychoaktiven Substanzen nicht von jener

mit andern Hintergründen. Hier wie da ist eine Situationsdiagnose,

d. h. ein Zusammentragen und Festhalten von Fakten und Beobachtungen,

als erster Schritt bei einer Problemlösung notwendig.

Von dieser Situationsdiagnose leitet sich das weitere Vorgehen ab.

Soll die Früherkennung und Frühintervention in einem Schulhaus

Fuss fassen, ist ein gut abgestütztes Früherfassungskonzept verbunden

mit einer breiten Schulung der Lehrpersonen hilfreich. Eine

Ergänzung zu dieser Schulung stellt das Coaching durch eine externe

Fachperson für die Bearbeitung konkreter, aktueller Problemsituation

dar: Wenn es in einer Schule Usus ist oder wird, sich bei

schwierigen Problemsituationen mit SchülerInnen oder ihrer Eltern

von einer unabhängigen Fachperson coachen zu lassen, dient das

Walter Minder, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Fachstelle Gesundheitsförderung

und Prävention, Bundesamt für Gesundheit,

walter.minder@admin.bag.ch


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RUNDBRIEF 29

Netzwerk Gesundheitsfördernder Schulen

Wie kann sich eine Schule am Projekt «Früherkennung

und -intervention in der Schule» beteiligen?

Teilnahmebedingungen:

Die Schulleitung und das Team entscheiden gemeinsam über

die Beteiligung am Projekt

Die Schule setzt eine Steuergruppe ein und arbeitet mit der

externen Fachperson zusammen.

Sie führt im Verlauf der Projektzeit mind. 2 schulhausinterne

Weiterbildungen und 2 Elternveranstaltungen durch.

Sie reflektiert ihre Arbeit und berichtet auf

www.gesunde-schulen.ch über ihre Projektfortschritte.

Sie nimmt einmal jährlich an einem Erfahrungsaustauschtreffen

der Projektschulen teil.

Nutzen für die einzelne Schule:

Eine ausgewiesene Fachperson begleitet die Schule kostenlos

während 2 Jahren bei der Erarbeitung eines Handlungsmodells

für die Früherkennung und -intervention.

Unterstützt von dieser Fachperson steuert die Schule das

Projekt zugeschnitten auf ihre spezifischen Bedürfnisse.

Innerhalb dieser zwei Jahre erarbeitet die Schule ihr

Handlungsmodell, erprobt und verankert es.

Für ihre Aufwendungen (Sitzungen, Reisekosten u.a.) erhalten

die teilnehmenden Schulen pro Jahr eine Pauschalentschädigung

von Fr. 1'500.–.

Die Schule wird für die Dauer der Projektzeit Mitglied im

Schweizerischen Netzwerk Gesundheitsfördernder Schulen im

Status einer Schwerpunktschule.

Das Schweizerische Netzwerk Gesundheitsfördernder Schulen und

die teilnehmende Schule halten Ziele, Rechte und Pflichten in einer

Vereinbarung schriftlich fest.

Information und Anmeldung:

Schweizerisches Netzwerk Gesundheitsfördernder Schulen, Radix

Gesundheitsförderung, Barbara Zumstein, Habsburgerstrasse 31,

6003 Luzern. Tel. 041 210 62 10, e-mail: zumstein@radix.ch

zum Beispiel die

Gemeindeschule Kriens

Karin Vannay, Schulsozialarbeiterin

Kriens, hat zusammen mit der

Arbeitsgruppe «Cannabis und Schule

Kriens» im Frühjahr 2004 den

«Handlungsleitfaden bei verhaltensauffälligen

SchülerInnen am Beispiel

Kiffen» erarbeitet. Nach einer Schulung

der Lehrpersonen im Herbst 2004 wird

er erprobt. Der Handlungsleitfaden ist

ein Teil eines umfassenden Suchtpräventionskonzeptes

der Schule

Kriens.


9–15Jährige in Europa

Neuer Bericht wirft Licht auf die Risiken für die

Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Europa

Ein vom WHO-Regionalbüro für Europa veröffentlichter Bericht vermittelt

aufschlussreiche neue Einblicke in Lebensaspekte von Kindern

und Jugendlichen, die ihre Gesundheit fördern oder beeinträchtigen

können. Der Bericht Young people’s health in context

(http://www.euro.who.int/eprise/main/WHO/InformationSources/

Publications/Catalogue/20040601_1) gilt der neuesten Erhebung im

Rahmen der Untersuchung des Gesundheitsverhaltens von Schulkindern,

die in 35 Ländern und Regionen der Europäischen Region

der WHO fast 162’000 Kinder und Jugendliche der Altersgruppe 11,

13 und 15 Jahre umfasste.

Der Bericht befasst sich mit der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen

anhand ganz unterschiedlicher, aber wichtiger Gesundheitsindikatoren

wie Alkohol-, Tabak- und Cannabisgebrauch, Verletzungen,

Bewegung, Mobbing und Schlägereien sowie Sexualverhalten.Auch

die sozialen und wirtschaftlichen Lebensumstände der

Kinder und Jugendlichen werden dargestellt: ihre Familiensituation,

ihr Kontakt zu Freunden und ihre schulischen Erfahrungen.

Die für Kinder und Jugendliche typischen Gesundheitsrisiken lassen

sich niemals völlig ausschalten, aber die Untersuchung liefert immerhin

Angaben, die dazu beitragen können, das Gefährdungspotenzial

auf ein akzeptableres Niveau abzusenken.

Wie stufen Jugendliche ihre Gesundheit ein?

Die Erhebung ergab, dass unter den 15-Jährigen 8–32% der Jungen

und 13–63% der Mädchen ihre Gesundheit als einigermaßen

oder schlecht bezeichnen. Mädchen neigen eher als Jungen dazu,

ihren Gesundheitszustand als schlecht oder einigermaßen einzuschätzen.

In Lettland, Litauen, der Russischen Föderation und in der

Ukraine bezeichnen über 42% der Mädchen ihre Gesundheit als

schlecht.

Die Ergebnisse des Berichts zeigen, dass viele Kinder und Jugendliche

ihre Gesundheit durch ihr Verhalten schwächen oder schädigen.

Im Alter von 15 Jahren geben 24% an, dass sie wöchentlich rauchen,

29% trinken auch mindestens einmal pro Woche. Bemerkenswert

ist der Cannabisgebrauch unter den 15-Jährigen:22% haben

die Droge schon einmal ausprobiert, 8% geben an, regelmäßig

zu «kiffen» (in den letzten zwölf Monaten 3–39 Mal). Das Ausmaß

schwankt jedoch unter den Ländern und Regionen erheblich.

Die große Mehrheit der befragten Jugendlichen ist körperlich inaktiv.

Im Durchschnitt entsprechen weniger als zwei Fünftel den Empfehlungen,

sich an mind. fünf Tagen der Woche eine Stunde körperlich

zu betätigen. Etwa ein Viertel der Jugendlichen sitzt täglich vier

oder mehr Stunden vor dem Fernseher, ein Siebtel verbringt über

drei Stunden pro Tag am Computer.

Die Untersuchung zeigt auch, dass etwa ein Drittel der Mädchen

und ein Fünftel der Jungen meinen, sie seien zu dick. Unter den 15-

Jährigen machen 23% der Mädchen und 7% der Jungen eine Abmagerungskur

oder versuchen anderweitig abzunehmen. Die Eigenangaben

der Kinder und Jugendlichen deuten darauf hin, dass

ungefähr 12% der 13- und 15-Jährigen übergewichtig und 2% davon

regelrecht fettsüchtig sind. Viele Befragte essen zu wenig Obst

und Gemüse und dieser Konsum geht mit zunehmendem Alter noch

zurück.

Der Bericht liefert neue Angaben zu einigen bisher noch wenig untersuchten

Bereichen wie Verletzungen, Mobbing und Schlägereien

und zur sexuellen Aktivität von Kindern und Jugendlichen. Über

40% der Befragten erlitten in den vorhergehenden zwölf Monaten

Verletzungen, die ärztliche Behandlung erforderlich machten. Mobbing

ist in den Ländern und Regionen ganz unterschiedlich weit verbreitet,

konsequent niedrige Werte findet man in allen Altersgruppen

in Irland,Malta,Schottland,Schweden,Slowenien,in der Tschechischen

Republik und in Wales.

Die Beantwortung von Fragen zur sexuellen Gesundheit zeigt große

Unterschiede hinsichtlich der Zahl der 15-Jährigen,die angeben,bereits

Geschlechtsverkehr gehabt zu haben; in Griechenland, Israel,

Kroatien, der Ehemaligen Jugoslawischen Republik Mazedonien

und Polen waren es weniger als 10% der Mädchen,in Grönland und

Wales lagen die entsprechenden Eigenangaben bei über 40%. Unter

den Jungen sind die niedrigsten Ziffern (unter 25%) in Estland,

Kroatien, Lettland, Österreich, Polen und Spanien zu finden, am

höchsten liegt die Zahl in Grönland, in der Russischen Föderation

und in der Ukraine (über 40%). Durchschnittlich geben unter den

sexuell aktiven Jugendlichen 70% der Mädchen und 80% der Jungen

an, während ihres letzten Geschlechtsverkehrs ein Kondom benutzt

zu haben. Der Kondomgebrauch ist vor allem in einigen südeuropäischen

Ländern üblich, am wenigsten verbreitet ist er in

Deutschland, in Finnland, in Schweden und im Vereinigten Königreich.

Detaillierte Infos unter:

www.euro.who.int/document/mediacentre/fs0404g.pdf

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RUNDBRIEF 29

Netzwerk Gesundheitsfördernder Schulen


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RUNDBRIEF 29

Netzwerk Gesundheitsfördernder Schulen

15–20Jährige in der Schweiz

SMASH-02

Studie zu Gesundheit und Lebensstil in der Schweiz (2002) 1

In 19 Kantonen der deutschen, französischen und italienischen

Schweiz werden 8700 Jugendliche (4250 Mädchen, 4450 Jungen)

zwischen 15 und 20 Jahren befragt.

Wie schätzen die Befragten ihre Gesundheit ein?

Die Jungen sind etwas optimistischer als die Mädchen:6 von 10 Jungen

und die Hälfte der Mädchen berichteten über eine ausgezeichnete

oder sehr gute Gesundheit. 1 von 20 Personen befand ihre Gesundheit

als mittelmässig bis schlecht.

Jedes 3. Mädchen und jeder 7. Junge berichteten, dass sie zur

Zeit der Befragung oft traurig waren, ohne zu wissen warum.

Jeder 3. Junge und knapp jedes 4. Mädchen erlitt im Jahr vor

der Befragung einen Unfall. Am häufigsten waren Sportunfälle,

gefolgt von Verkehrs- und Arbeitsunfällen.

Fast jedes 3. Mädchen und jeder 7. Junge waren mit ihrem

Körper nicht zufrieden.

Wie geht es in der Schule? Wie geht es

in der Lehre?

8 von 10 Mädchen und 9 von 10 Jungen dachten, dass sich die

meisten wohl in ihrer Klasse fühlen.

8 von 10 Lehrlingen dachten, dass sich in ihrem Arbeitsteam

die meisten wohl fühlen.

Die Hälfte der befragten Lehrlinge stehen häufig unter grossem

Zeitdruck; dies belastet 2 von 10.

Gut ein Viertel der Lehrlinge mussten oft Überstunden leisten,

1 von 10 belastete das.

7 von 10 Befragten erreichten in der Schule gute Noten.

9 von 10 Befragten waren ziemlich sicher, dass sie ihre

Ausbildung abschliessen und später einen Job finden werden.

Wie geht es in der Familie?

Für viele Jugendliche ist die Familie ein Ort, wo sie Vertrauen finden:

Gut die Hälfte der Befragten erzählen ihren Eltern von ihren Problemen

und Schwierigkeiten; 9 von 10 Jugendlichen vertrauen ihren

Eltern, und 9 von 10 spüren das Vertrauen ihrer Eltern.

Die Familie kann für die Befragten auch Anlass zu Sorgen sein:

3 von 10 Befragten haben manchmal Angst, dass die Eltern

sich trennen/scheiden (bei 2 von 10 sind die Eltern bereits

geschieden).

1 von 10 hat manchmal Angst, dass sie/er von einem Elternteil

geschlagen werden könnte.

2 von 10 fühlen sich von den Eltern eher nicht verstanden.

Körperliche Aktivität und Sport...

Mindestens 20 Min. körperliche Aktivität an wenigstens 5 Tagen pro

Woche wäre für die Gesundheit empfohlen. Diese gesunde Dosis an

Bewegung erreichten nach eigenen Angaben nur 1 von 6 Mädchen

und 1 von 4 Jungen. 1 von 3 Mädchen und 1 von 5 Jungen gaben

zudem an, keinen Sport ausserhalb der Schule zu betreiben.

«Dafür hätten die Befragten im Frühjahr

2002 Hilfe nötig gehabt:

Alkohol

Drogen

Sexualität/Verhütung

Sport

Freunde/Freundinnen

Eltern

Rauchen

berufliche Zukunft

Schlaf

Ernährung

Schule/Arbeit

Gefühlsleben/Liebe

Traurigkeit/Deprimiertheit

Nervosität, Stress

0% 20% 40% 60% 80% 100%

Mädchen Jungen

Wo fanden Jugendliche Hilfe?

100%

80%

60%

40%

20%

0%

bestohlen

erpresst

Opfer körperlicher Gewalt

ausgelacht

körperlich angegriffen

aus einer Gruppe ausgeschlossen

0% 20% 40% 60% 80% 100%

Mädchen Jungen

etwas gestohlen

jemandem etwas zerstört

etwas angezündet

Familie Freunde Partner/in

Gesundheitsprobleme

Probleme in der Schule/Lehre

Seelische Probleme

Gewalt: Wer ist Opfer? Wer übt sie aus?

In den letzten 12 Monaten wurden von den befragten

Jugendlichen...

Und in den letzten 12 Monaten haben von den befragten

Jugendlichen...

Detaillierte Infos unter: www.gesunde-schulen.ch

→ weiter klicken zu Tools

eine Waffe benutzt

0% 20% 40% 60% 80% 100%

Mädchen Jungen

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Diese Studie wurde durchgeführt von: Institut für Sozial- & Präventivmedizin Lausanne, Institut für Psychologie der Universität Bern, Sezione Sanitaria Kanton Tessin, Bellinzona und wurde

unterstützt vom Bundesamt für Gesundheit und den teilnehmenden Kantonen.


«Grenzenlos? Aufwachsen in der Konsumgesellschaft»

Ein neuer, alltagsnaher Film, der in dreizehn Sprachen vorliegt, unterstützt Schweizer- und Migranteneltern bei ihrer Erziehungsaufgabe.

Umgang mit Grenzen in der Familie...

Das Leben in der modernen Konsumgesellschaft wirft in allen Familien

Fragen auf, die nicht immer leicht zu beantworten sind.Viele Eltern

haben selber manchmal Mühe sich in der Vielfalt von Angeboten

der Multioptions- und Konsumgesellschaft zurechtzufinden.

Umso schwieriger ist es, die besonderen Anforderungen zu erkennen,

die dieses Umfeld an die Erziehung der Kinder stellt. Weshalb

sind Grenzen wichtig? Wo gilt es, Kindern und Jugendlichen Grenzen

zu setzen? Wo und wie können und müssen sie in ihrer Eigenverantwortung

gefördert werden? Wie die Kinder unterstützen, damit

sie lernen, Prioritäten zu setzen oder Frustrationen zu ertragen?

Wie umgehen mit eigenen Schwierigkeiten und Ängsten in Bezug

auf das Grenzensetzen oder das Gewähren von Freiräumen?

... und in der Schule

Grenzen und Freiräume, Konsum und Konsumdruck – diese Themen

sind auch in der Schule allgegenwärtig. Je besser die Verständigung

zwischen Lehrpersonen und Eltern rund um die damit verbundenen

Fragen ist, desto einfacher ist es für die Kinder und Jugendlichen,

sich in dieser Welt zurechtzufinden und zu orientieren.

Film und Begleitmaterialien

Der von der Suchtpräventionsstelle Zürcher Oberland herausgegebene

und vom schulverlag blmv. Bern vertriebene Film «Grenzenlos?

Aufwachsen in der Konsumgesellschaft» ist von Fachpersonen

aus den Bereichen Elternarbeit und Suchtprävention im interkulturellen

Kontext realisiert worden.Darin fliessen auch die Erfahrungen

und die Kompetenz von Eltern, Kindern und Jugendlichen ein. Die

Interviews mit SchweizerInnen und MigrantInnen bringen lebendig

und unmittelbar gemeinsame Anliegen zum Ausdruck und geben

dem Film eine hohe Integrationswirkung.Mit kurzen Szenen,wie sie

in jeder Familie vorkommen, wird der Bezug zum Alltag hergestellt.

Fachliche Hinweise bilden eine Ergänzung und stellen Zusammenhänge

her.

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RUNDBRIEF 29

Netzwerk Gesundheitsfördernder Schulen

In einer Begleitbroschüre finden sich zahlreiche praxisnahe Hinweise,wie

der Film in der Elternarbeit und Elternbildung eingesetzt werden

kann: an Veranstaltungen in den Schulen mit Schweizer- und

Migranteneltern, in niederschwelligen Elternbildungsprojekten, in

Deutschkursen für MigrantInnen, in der Einzelberatung, an Informationsveranstaltungen

von Migrantenorganisationen und über

die Abgabe an einzelne Familien.

Die Broschüre enthält zudem Kopiervorlagen in Form eines zweiseitigen

Flugblattes, welches den Eltern im Anschluss an die Veranstaltung

zur Vertiefung und Festigung der vermittelten Inhalte abgegeben

werden kann.

Bezug: Schulverlag blmv, Güterstrasse 13, 3008 Bern,

e-mail: info@schulverlag.ch, Internet: www.schulverlag.ch,

Preis Fr. 49.–.


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RUNDBRIEF 29

Netzwerk Gesundheitsfördernder Schulen

Jugend-Extra des Beobachters: Sprung ins Berufsleben

Die Lehrlinge von heute werden zum Teil mit sehr hohen Anforderungen

in ihrem Lehrlingsalltag konfrontiert. Dies setzt eine psychisch

starke Persönlichkeit voraus. Themen zu Partizipation im

Lehrbetrieb, Stress und Entspannung und der Umgang mit Geld hat

die Zeitschrift Beobachter in einem Extra-Heft unter dem Titel

«Sprung ins Berufsleben» verpackt. Da sich das 40-seitige Heft

primär an Jugendliche richtet, kommen in den neun Artikeln auch

vor allem Jugendliche zu Wort – bis hin zu den Tipps. Ebenso jugendgerecht

sind die Formate: Reportagen, Portraits, ein Quiz,

Selbsttests. Gesundheitsförderung Schweiz hat das Jugend-Extra finanziell

unterstützt und zudem fachliche Beratung geleistet. Die

einzelnen Artikel sind auch auf www.beobachter.ch zu finden,ebenso

eine Linksammlung und Buchtipps. Schulen, Jugendvereine und

Lehrbetriebe können das Heft in grösseren Mengen (bis 50 Ex.) kostenlos

unter folgender Adresse bestellen:

Gesundheitsförderung Schweiz, c/o GEWA Büroservice,

Postfach, 3052 Zollikofen oder via Internet:

http://www.gesundheitsfoerderung.ch/de/ser/order.asp#beobachter

Rauchfreie Zukunft – Wie weit ist der Weg?

Nationale Fachtagung 1. – 2. Dezember 2004, Forum Freiburg

Die Schweiz gehört in Europa zu den Ländern mit dem höchsten Zigarettenkonsum

pro Kopf der Bevölkerung.An der nationalen Fachtagung

«Rauchfreie Zukunft – Wie weit ist der Weg?» soll die

Prävention dieser Epidemie ins Zentrum der Gesundheitspolitik gestellt

werden. Veranstaltet wird die Tagung von der Krebsliga

Schweiz, in Zusammenarbeit mit der Lungenliga Schweiz und der

Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz.

Die Zunahme des Lungenkrebses bei den Frauen oder die Gesundheitsrisiken

des Passivrauchens machen erst den vollen Umfang der

Epidemie deutlich.Aber noch mehr als der gesundheitliche Schaden

wird der politische Einfluss der Tabakindustrie unterschätzt. Seit

Jahrzehnten manipuliert die Tabakindustrie Daten über die Tabakepidemie,

um deren Ausmass in Wissenschaft, Politik und der

breiten Öffentlichkeit gezielt zu verharmlosen.

Trotzdem kann eine konsequente Tabakprävention den Zigarettenkonsum

wirksam eindämmen.Dies veranschaulicht der starke Rückgang

der Raucherzahlen in den USA oder der europaweit niedrigste

Raucheranteil unter Jugendlichen in Finnland.

Die nationale Fachtagung «Rauchfreie Zukunft – Wie weit ist der

Weg?» wendet sich an alle Fachpersonen, die mit Tabakprävention

zu tun haben, an Fachleute aus dem Gesundheitswesen, an PolitikerInnen

sowie an Medienschaffende.

Programm und Anmeldetalons erhältlich bei der Krebsliga

Schweiz, Postfach 8219, 3001 Bern, Murielle Mérinat,

Tel. 031 389 91 63, Fax 031 389 91 60,

e-mail: merinat@swisscancer.ch;

Online-Anmeldung unter www.swisscancer.ch.

Anmeldeschluss: 24. September 2004.

«Es ist Zeit für Bubenarbeit!»

6. Impulstagung – 27. November 2004 in Biel

Für männliche und weibliche Lehrpersonen, Schulsozialarbeiter-

Innen, AusbildnerInnen, Schulbehörden und weitere Interessierte.

Referate zu Leitgedanken der Schulischen Bubenarbeit und zu deren

Nutzen und Realität im Rahmen des Schulalltags führen in die

Thematik ein und vermitteln den Teilnehmenden erste Ideen und Impulse.

Diese können dann in zwei Workshops, die aus einem breiten

Spektrum von 12 Workshops gewählt werden können, vertieft werden.

Dabei werden Themen behandelt wie «Heute Buben – morgen

Männer», «Sind Buben lieber gewalttätig als feig?», «Was Frauen

Buben in der Volksschule anzubieten haben» oder «Einheimische

und zugewanderte Männlichkeiten». Diese Workshops werden von

Fachleuten aus dem Kreis des NWSB oder aus der Region angeboten.

Information und Anmeldung:

NWSB, Postfach 101, 8117 Fällanden

Tel. 01 825 62 92

nwsb@gmx.net

www.nwsb.ch


Schule und psychische Störungen

16. Zürcher Kinder- und Jugendpsychiatrisches Symposium · 17. – 18. September 2004, Universität Zürich

Das diesjährige Zürcher Kinder- und Jugendpsychiatrische Symposium

will zu einem interdisziplinären Dialog von Pädagogik, Psychologie

und Kinder- und Jugendpsychiatrie einladen. Zweifellos spielt

die Institution Schule eine wichtige Rolle in der Entwicklung von

Kindern und Jugendlichen, indem sie Lernen und Leistung ebenso

wie Verhalten und Befinden nachhaltig beeinflusst. Die Schule wird

auch ihrerseits durch Bedingungen beeinflusst, die in den Kindern

und Jugendlichen liegen. Diese interaktiven Prozesse sollen in dem

diesjährigen Symposium mit einem speziellen Fokus auf abweichendem

Verhalten und psychischen Störungen dargestellt und diskutiert

werden.

In verschiedenen Beiträgen wird nach der aktiven Rolle gefragt,welche

die Institution Schule für das Befinden und Verhalten von Kindern

und Jugendlichen hat, wobei sehr aktuelle Themen wie Mobbing,

Gewalt, Leistungsängste, Wohlbefinden und Bewältigungsverhalten

von SchülerInnen angesprochen werden.

Anschliessend werden Interventionen und Programme der Gesundheitsförderung,

der Gewaltprävention und der Etablierung einer lösungsorientierten

Konfliktkultur vorgestellt.

Am zweiten Tag des Symposiums wird die Perspektive umgekehrt

und es geht um die grundsätzliche Frage, wie die Schule sich auf

spezielle Kinder und Jugendliche einstellen und mit der Anpassung

ihrer Strukturen für Lernen und Leistung reagieren muss. Für die

zentralen psychischen Störungen des Kindes- und Jugendalters wird

aufgezeigt, welche in der Symptomatik angelegten Bedingungen

bei der Unterrichtung und im Umgang von Lehrpersonal und MitschülerInnen

mit den betroffenen Kindern und Jugendlichen zu

berücksichtigen sind, um die erforderlichen Förderpläne umzusetzen

und zu einer Reduktion von Symptomen und Fehlverhalten beizutragen.

Programm unter:

www.kjpd.unizh.ch/pdf/info/Sympos2004_Programm.pdf

11

RUNDBRIEF 29

Netzwerk Gesundheitsfördernder Schulen

Nachdiplomkurs

«Projektmanagement in der Gesundheitsförderung»

FH Aargau Nordwestschweiz, Soziale Arbeit, Brugg

Der NDK richtet sich an Fachleute aus Gesundheitsförderung und

Prävention, die ihre Kenntnisse vertiefen und systematisieren wollen.

Eingeschlossen ist ein intensives Coaching bei der Durchführung

eines eigenen Projektes.

Dauer: 29. Nov. 2004 bis 6. Sept. 2005 (24 Kurstage)

Anmeldeschluss: 26. Okt. 2004

Auskunft, Unterlagen: FH Aargau Nordwestschweiz,

Soziale Arbeit, Weiterbildung, Stahlrain 2, 5201 Brugg,

Tel. 056 462 88 00,

e-mail: sa-weiterbildung@fh-aargau.ch, www.fh-aargau.ch

Flucht Asyl Integration – Information und Sensibilisierung

An einem abwechslungsreichen Projekttag wird den Teilnehmenden

ermöglicht, sich vertieft mit der Asyl- und Flüchtlingsthematik auseinander

zu setzen: Sie erhalten einen realitätsnahen Einblick und

werden dadurch zu einer differenzierten Meinungsbildung angeregt.

Zentrale Elemente sind das intensive Simulationsspiel, bei dem eine

Fluchtsituation erlebt wird, und die Begegnung mit einer Flüchtlingsperson,

die von den eigenen Erfahrungen berichtet. Zudem

schaffen ein Workshop und ein Film einen vielschichtigen Zugang

zum Thema. So wird das aktive Verständnis geweckt und die Sozialkompetenz

gefördert.Verschiedene Aktivitäten ermöglichen den direkten

Kontakt mit Asylsuchenden und den gegenseitigen Austausch.

Das Gesamtangebot ist für Jugendliche ab Oberstufe und Erwachsene

konzipiert und eignet sich für Volks-, Mittel- und Berufsschulen

wie auch für Kirchgemeinden.

Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH, Bildungsangebote,

Tel. 031 370 75 75, e-mail: bildung@osar.ch / www.osar.ch


12

RUNDBRIEF 29

Netzwerk Gesundheitsfördernder Schulen

Agenda

Eine Gesundheitsfördernde Schule – eine gute Schule?

Miteinander, Nebeneinander, Implikationen, Differenzen

und Mehrwert

Öffentliche Impulstagung des Schweizerischen Netzwerkes Gesundheitsfördernder Schulen

Samstag, 11. Dezember 2004, Luzern

Ziel der Gesundheitsfördernden Schule ist primär die Schaffung eines

guten psychosozialen Schulklimas, welches für alle Beteiligten

mehr Wohlbefinden, mehr Gesundheit und damit mehr Leistungsfähigkeit

ermöglicht. Dieses kann nicht allein durch die Förderung

der individuellen Ressourcen erreicht werden, sondern vor allem

auch durch die Verbesserung der strukturellen Merkmale der Schule.Damit

wird Gesundheitsförderung Teil der Schul- und Unterrichtsentwicklung.

Seit 1997 haben sich gesamtschweizerisch mehr als

300 Schulen gemäss diesem Ansatz auf den Weg gemacht, ihre

Schule als gesundheitsfördernden Arbeits- und Lernort zu gestalten.

Die Impulstagung will mit Erfahrungsberichten, Reflexionen, kritischen

Denkanstössen, Projektpräsentationen und Fallbeispielen einen

Beitrag zur aktuellen Diskussion um die gute Schule leisten. Im

Mittelpunkt stehen dabei Fragen wie:

Fördert eine gute Schule die Gesundheit oder nur die Leistung?

Trägt die Gesundheitsfördernde Schule zur Bildungsqualität bei

oder fördert sie nur das Wohlbefinden?

Gibt es unterschiedliche Qualitätsmerkmale und Interventionsebenen?

Ist die Gesundheitsförderung unabdingbarer Teil der guten

Schule?

Wie können die beiden Ansätze zu einer gewinnbringenden

Synthese verbunden werden?

Die Tagung ist öffentlich und richtet sich an Lehrpersonen, Schulleitungen,

Schulbehörden, Eltern, Fachpersonen aus dem Bildungsund

Gesundheitsbereich sowie an weitere am Thema interessierte

Personen.

Programm und Anmeldung:

www.gesunde-schulen.ch oder:

Schweizerisches Netzwerk Gesundheitsfördernder Schulen,

Radix Gesundheitsförderung, Habsburgerstrasse 31, 6003 Luzern,

Tel. 041 210 62 10, e-mail: info-lu@radix.ch

Die Schweiz ist seit 1993 Mitglied des Europäischen Netzwerkes Gesundheitsfördernder Schulen (ENGS): Ein

Programm der WHO, der EU und des Europarates. Radix koordiniert das Schweizerische Netzwerk seit 1997

im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit und Gesundheitsförderung Schweiz.

A

Ich bin / wir sind interessiert an folgenden Dienstleistungen des Netzwerkes:

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Impulstagungen

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Netzwerk Gesundheitsfördernder Schulen

Radix Gesundheitsförderung

Habsburgerstrasse 31

6003 Luzern

Tel. 041 210 62 10

Fax 041 210 61 10

info-lu@radix.ch

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