VIVA-Moderator Jan Köppen aus Gießen redet über Vielseitigkeit ...

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VIVA-Moderator Jan Köppen aus Gießen redet über Vielseitigkeit ...

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Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

2. Jahrgang · 12/2009

VIVA-Moderator Jan Köppen aus

Gießen redet über Vielseitigkeit,

das Elefantenklo und erklärt,

warum er Nachrichten rappt…

Blickpunkt

Welt-Aids-Tag:

Ausgrenzung weiter

größtes Problem der

HIV-Positiven Seite 4

Kultur

Der Liedermacher

Konstantin Wecker

gastiert in Garbenteich

Seite 40


• Interviews und

Reportagen

• Kultur

• Sport

• Universität

• Trends

• Veranstaltungskalender

• Kino

• Gastro-Führer

• Frankfurt-Tipps

Inserieren Sie in der

JANUAR-AUSGABE

Sie finden das hochwertige und informative Kultur- und Veranstaltungsmagazin

im handlichen DIN-A4-Format am Donnerstag, dem 31. Dezember 2009, inder Ausgabe

der Gießener/Alsfelder Allgemeinen und an über 250 Auslagestellen in Stadt

und Landkreis. Sichern Sie sich schon heute Ihren Anzeigenplatz in einem informativen

und ansprechenden Umfeld!

Erscheinungstermin Januar-Ausgabe: Donnerstag, 31. Dezember 2009

Anzeigenschluss: Freitag, 11. Dezember 2009

Wir beraten Sie gerne!

Gießener Allgemeine ·Anzeigenverkaufsleitung

Tel. 06 41/30 03-2 23, -2 24 ·Fax 06 41/30 03-3 00

1

In Stadt und Landkreis Gießen

…die Nr.

E-Mail: anzeigenverkauf@giessener-allgemeine.de


Editorial

»Leid, Schwäche und

Krankheit sind Teil unseres

Lebens. Dafür darf es

keine Pfiffe geben«, hat

Landesbischöfin Margot

Käßmann anlässlich der

Trauerfeier nach dem

Freitod von Robert Enke

gesagt. Pfiffe stehen häufig

für Antipathie, Unmut

oder gar Verachtung. In unserer Gesellschaft

müssen sich nicht nur Menschen, die unter

Depressionen leiden, davor hüten – und

schweigen. Fast 30 Jahre nachdem der erste

HIV-Fall in Deutschland bekannt geworden

ist und wir viel über diese Krankheit hätten

lernen können, sind Ausgrenzung und soziale

Isolation immer noch das größte Problem

der HIV-Infizierten. Viele zerbrechen daran.

Die HIV-Positiven und Aidskranken nicht allein

zu lassen, das ist ein wichtiges Anliegen

des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember, dem

wir unser Blickpunkt-Thema gewidmet haben.

Erst danach finden Sie in dieser Ausgabe

Weihnachtliches, Unterhaltsames und Informatives.

Das »You’ll never walk alone«,

das auch Käßmann in ihrer Predigt aufgegriffen

hat, sollte nicht nur für prominente

Fußballer gelten. Marc Schäfer

Inhalt

SEITE

BLICKPUNKT 4

Welt-Aids-Tag: Leben mit HIV · Interview: Experte Dr. Discher · Besuch in der Kondomfabrik

RAMPENLICHT 12

Veni, vidi, VIVA: Der Gießener Jan Köppen begann seine Karriere beim Musiksender

UNTERWEGS 16

Weihnachtliche Genüsse in der »Alten Klostermühle«

BLICK IN DEN LANDKREIS 18

God Jul!: Ein sámisches Nomandenlager in Krofdorf

STADTGESPRÄCH 20

Runde Kalorienbombe: Lebkuchen im Test

AUSLESE 22

Tierisch: »Motte & Co« – das Weihnachtsmärchen im Stadttheater

VERANSTALTUNGSKALENDER DEZEMBER 25

AM MAIN 35

Kicken mal anders: Christoph Biermann stellt sein Buch »Die Fußball Matrix« vor

CAMPUS 38

Studium Bolognese: Sterne-Bildung oder Fast-Food-Pauken

KULTUR 40

Der Romantiker: Konstantin Wecker gastiert in Garbenteich

SPORTWELT 42

Immer am Basketball: Spielerberater Matthias Haufer

SPERRSITZ 45

Fortsetzung: Til Schweigers »Zweiohrküken«

streifzug

Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

IMPRESSUM

Herausgeber: Mittelhessische Druck- und Verlagsgesellschaft

mbH

Druck: Dierichs Druck+Media GmbH & Co. KG, Kassel

Redaktion: Marc Schäfer (verantwortlich), Nora Brökers

E-Mail: streifzug@giessener-allgemeine.de

Verlag: Mittelhessische Druck- und Verlagsgesellschaft

mbH

Marburger Straße 20, 35390 Gießen (zugleich auch ladungsfähige

Anschrift für alle im Impressum aufgeführten

Verantwortlichen)

Erscheinungsweise: Der Streifzug erscheint monatlich

in der »Gießener Allgemeine Zeitung«, »Alsfelder

Allgemeine Zeitung« sowie in über 200 ausgewählten,

stark frequentierten Auslagenstellen.

Auflage: 40000 Exemplare

Verantwortlich für Anzeigen:

Anzeigenleitung: Wilfried Kämpf

Anzeigenverkaufsleitung:

Ulrich Brandt, Tel. 0641/3003-224,

Anschrift siehe oben

Gültig ist der Anzeigentarif Nr. 1 vom 1. August 2008

streifzug – Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

Titelbild: JanKöppen/Foto:VIVA/Jaworek; Montage: AZ

Sofern Sie Artikel dieser Publikation in Ihren internen

elektronischen Pressespiegel übernehmen wollen, erhalten

Sie die erforderlichen Rechte unter www.pressemonitor.de

oder unter Telefon 030/284930, Presse-

Monitor Deutschland GmbH & Co. KG.

© Streifzug, Gießen

Sonntag 3. Januar 2010, Beginn 18.00 Uhr

RITTAL ARENA WETZLAR

Ticket-Hotline 06441-3819222 -www.rittal-arena.de

12/2009 streifzug 3


Foto: zg

Ausgrenzung ist das

größte Problem

Am 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag. 1988 wurde dieser Tag von der Weltgesundheitsorganisation

ausgerufen, um der an Aids Verstorbenen zu gedenken, für Solidarität mit HIV-Infizierten

zu werben und gegen deren Ausgrenzung zu kämpfen. Viele heften sich eine »Rote

Schleife«, das Symbol der Solidarität, ans Revers, doch längst nicht alle haben verstanden:

Auch heute noch ist soziale Isolation und Ausgrenzung das größte Problem der HIV-Positiven.

»Diese Krankheit braucht kein Mensch«, sagt

Martina Münster (Name geändert). Seit vielen

Jahren trägt sie den Feind in sich. Täglich

leidet sie unter den fiesen Nebenwirkungen

der Medikamente, die ihr Immunsystem

beim ständigen Kampf gegen die Vermehrung

des HI-Virus in ihrem Körper unterstützen

sollen. Durchfall, Übelkeit, Erbrechen,

starke Kopfschmerzen, Gewichtsverlust, Leistungseinbußen.

Manche HIV-Patienten vergleichen

die Auswirkungen der Medikamente

mit einer lebenslangen Chemotherapie.

Die 41-Jährige hat in diesen Tagen Probleme

mit dem Herzen, schmerzende Entzündungen

der Nerven und sagt: »Auch die Haut

geht immer mehr kaputt«. Dies aber – fügt

die hübsche Frau sanft lächelnd hinzu – sei

vornehmlich ein Problem ihrer Eitelkeit.

70 000 Menschen sind – nach Schätzungen

von Mitte November – in unserem Land mit

HIV infiziert. Bei etwa 3000 Deutschen ist

die Infektion 2009 erstmals nachgewiesen

worden. Die Ärzte mussten 1100 neue Aids-

Diagnosen stellen. Seit dem niedrigsten Wert

2001 (1443) ist die Zahl der Neuinfektionen

in Deutschland – so epidemiologische Daten

des Robert-Koch-Instituts – ständig gestiegen.

Seit 2007 aber nicht mehr nennenswert.

Den ständigen Zuwachs der Neudiagnosen

erklären Experten unter anderem auch mit

der verbesserten Erkennung von Erstdiagnosen

und einer höheren Inanspruchnahme

von HIV-Tests. Das Schutzverhalten der

Deutschen – gemessen am Kondomabsatz –

sei noch nie so gut gewesen. Dennoch

mussten 2009 bereits 650 Menschen an den

Folgen der Krankheit sterben. »Eine HIV-Infektion,

die nicht behandelt wird«, sagt Klaus

4 streifzug 12/2009


BLICKPUNKT

Weber von der Aids-Hilfe

Gießen, »endet nach wie

vor tödlich«.

Tod. Das war

auch der

erste Gedanke

von Martina

Münster.

»Wir

sind so gut wie tot«. 1994 erhielt

die junge Mutter die

niederschmetternde Diagnose.

Sie hatte sich schlapp gefühlt,

die Ärzte hielten ihre Probleme

aber zunächst für psychosomatisch. Erst nach

einer erneuten Untersuchung kam das böse

Erwachen. Tränenüberstömt lief Martina

Münster nach Hause und offenbarte sich

ihrem Bruder. Verbergen, das gelang ihr zunächst

nicht. Sie stand unter

Schock. »Ich wollte nur

länger leben als meine

dreijährige Tochter«, die,

wie sich ein paar Tage

später herausstellen sollte,

ebenfalls vom HI-Virus befallen war. »Ich war

mir sicher, sie wird höchstens fünf«.

Vor 15 Jahren kam eine HIV-Diagnose in der

Tat beinahe einem Todesurteil gleich. Erst

1996 wurde von den Medizinern eine Therapieform

entwickelt, die kombinierte antivirale

Therapie (cART), die dem Virus nun einiges

mehr entgegensetzen konnte. Durch die

gleichzeitige Gabe mehrerer Wirkstoffe werden

seitdem auch die immer wieder neuen

Mutationen des HI-Virus bekämpft. »Man

kann heute sagen, dass ein HIV-Infizierter

eine nahezu durchschnittliche Lebenserwartung

hat, wenn er den medizinischen Anforderungen

gerecht wird. Dafür benötigen die

Patienten allerdings ein sehr stabiles Umfeld,

denn die Medikamente müssen penibel genau

eingenommen werden, damit Helferzellen

vermehrt und die Viruslast unter die

Nachweisgrenze gesenkt werden können«,

erklärt Weber. Wie schwer es ist, täglich zu

bestimmten Zeiten eine Vielzahl von Tabletten

einzunehmen, dürfte jeder wissen, der

schon einmal alle acht Stunden eine der

vom Hausarzt verordneten Antibiotika-Kapseln

einnehmen musste. »Das klappt doch

meist auch nur zwei Tage lang«, sagt Weber.

Anders als bei anderen chronischen Erkrankungen

droht die Therapie zu scheitern,

wenn sich HIV-Infizierte nicht strikt an die

Einnahmeempfehlungen halten. Die Viren

bilden Resistenzen, vermehren sich ungehindert

weiter und greifen das Immunsystem

an. Wenn – infolgedessen – die Medikation

Penible Therapietreue

für Erfolg unabdingbar

umgestellt werden muss, wird es problematisch.

»Die erste Therapie wirkt am besten.

Alles, was danach kommt, ist qualitativ eine

Stufe schlechter«, berichtet Weber, der daher

mit seinen Mitarbeitern in der HIV-Beratungsstelle

in der Diezstraße großen Wert

darauf legt, seine Klienten, wie er sagt, zu

stabilisieren. »Wenn die

Patienten aus einem geordneten

Umfeld kommen,

haben wir meist kein

Problem. Diese Patienten

sehen wir nach der Beratung

meist eine ganze Zeit lang nicht wieder,

doch wenn sich die HIV-Infektion zu einer

anderen Krisensituation im Leben gesellt,

wird es problematisch«, erklärt der Sozialarbeiter.

Dann sind er und seine sieben Kollegen

der Gießener Aids-Hilfe gefordert.

Rund 800 Kontakte hat das Team pro Jahr,

150 Klienten werden regelmäßig betreut.

»Organe machen das

nicht allzu lange mit«

Martina Münster schaut

nur selten bei Weber

vorbei. Seit 1994 leben

die alleinerziehende

Mutter und ihre heute

18-jährige Tochter mit dem Virus. Dank der

cART haben sie ihn aber im Griff. Während

ihr Kind schon seit 15 Jahren täglich Medikamente

einnehmen muss, hat die 41-Jährige

erst vor eineinhalb Jahren damit begonnen,

als das körpereigene Immunsystem nicht

mehr alleine ankämpfen konnte. »Ich hatte

Leistungseinbußen und dachte, der Körper

hätte mit den Tabletten wieder mehr Kraft,

aber es ist nicht so. Mit den Nebenwirkungen

kommen andere Probleme. Ich war früher

eher hyperaktiv«, lacht die Frau, »jetzt ist

es aber so, als würde mir um 12 Uhr jemand

den Stecker herausziehen. Nach der Arbeit

bin ich abends oft im Sitzen eingeschlafen«.

Die medizinischen Errungenschaften haben

also auch ihre Schattenseiten. Mit Sorge

denkt Martina Münster daher auch an ihre

Tochter. »Wenn ich überlege,

wie lange sie schon

diese starken Medikamente

einnimmt«, sagt

sie und seufzt: »Ich glaube,

an Aids muss heute

niemand mehr sterben, aber die Organe

machen das sicher nicht allzu lange mit…«

»Man ist immer hin- und hergerissen zwischen

dem gut begründbaren Abbau von

Ängsten und der Aussage, dass HIV auch

heute noch eine schwerwiegende chronische

Erkrankung ist«, sagt Weber. Die medizinischen

Fortschritte haben bewirkt, dass viele

Menschen Aids nicht mehr als eine der

gefährlichsten Krankheiten wahrnehmen. Nur

noch 27 Prozent halten diese Krankheit für

eine lebensbedrohliche Gefahr. Als die Epidemie

in den 1980ern ausbrach, glaubten

dies noch 87 Prozent. »Es gibt Erfolge im

Kampf gegen die HIV-Erkrankung, aber der

Virus ist noch nicht besiegt«, warnt auch Elisabeth

Pott, Direktorin der Bundeszentrale

für gesundheitliche Aufklärung.

Wie genau sich Martina Münster infiziert hat,

weiß sie nicht. Über sexuellen Kontakt, sagt

sie, das sei sicher. »Aber wer es war? Keine

Ahnung«. Zunächst habe sie einen Verdacht

gehabt, doch beim ewigen Grübeln seien

Zuhören: Klaus Weber von der Aids-Hilfe Gießen ist für seine Klienten da.

Foto: mac

12/2009 streifzug 5


BLICKPUNKT

immer mehr Risikosituationen aufgetaucht.

Dann habe sie die Suche beendet. »Was

nutzt es. Es nutzt doch nichts, es zu wissen.

Du hast es und musst sehen, dass du damit

zurecht kommst. Schuldzuweisungen kannst

du sowieso nicht machen. Du hast ja eine

Eigenverantwortung. Ich hätte mich ja schützen

können«, sagt sie nachdenklich und fügt

hinzu: »Früher war ich ein Moralapostel und

habe immer allen geraten, sich zu schützen.

Aber ich war auch naiv genug zu denken,

der, mit dem ich ins Bett gehe, der wird es

mir schon sagen. Zu dem Mann habe ich

doch Vertrauen.«

Für Weber ist dies ein wichtiger Punkt in der

Präventionsarbeit. Zwei Menschen lassen

sich auf eine Risikosituation ein und denken

über den anderen, wenn der den Verdacht

hat, dass bei ihm was wäre, wird er es sagen.

»Was nicht stattfindet, ist das Reden über

Sicherheit und Sexualität, mal zu fragen, wie

wollen wir es denn mit der Sicherheit halten«,

erklärt Weber, der bei seiner Aufklärungsarbeit

sehr viel Wert darauf legt, den

Menschen das Selbstbewusstsein zu vermitteln,

ihre Sexualität

selbstbestimmend zu

leben. »Über Sexualität

zu reden, ist offenbar

immer noch eine der

schwersten Aufgaben

für einen Menschen«. Angst sei auch in dieser

Situation ein schlechter Ratgeber. »Wenn

ich Angst habe und nicht selbstbewusst agiere,

komme ich erst in Risikosituationen und

traue mich dann nicht, Nein zu sagen«, weiß

Weber, der in der Prävention rät, jeden Sexualpartner

so zu behandeln, als wüsste der

nicht, ob er HIV-Positiv ist oder nicht. Dabei,

so sagt er, sei es bezogen auf den Übertragunsweg

egal, ob Homo oder Hetero. »Das

HIV-Problem auf Betroffenengruppen wie

Schwule oder Drogengebraucher abzuwälzen

ist falsch. Zwar besteht dort statistisch

ein höheres Ansteckungsrisiko, aber das

Virus fragt auf dem Übertragungsweg nicht

nach der sexuellen Präferenz«, macht

Weber deutlich und spricht damit

ein weiteres Problem der HIV-

Bekämpfung an. Aids als Seuche

der Schwulen oder Drogenabhängigen?

Das ist zu

kurz gedacht. Zwar bilden

homosexuelle Männer weiter

die mit Abstand größte

Gruppe unter den HIV-

Infizierten, längst

aber haben

Heteros

Drogengebraucher

in

»Das Virus fragt nicht

nach sexueller Präferenz«

Bärenstark für die Aids-Hilfe.

der Rangliste der Neuinfektionen vom zweiten

Platz verdrängt. »Der Motor der HIV-Epidemie«,

sagt Weber, »sind Neuinfizierte, die

nichs von ihrer Krankheit

wissen« – und das Virus

so weitergeben.

Im Rahmen der 12. Europäischen

Aids-Konferenz

Mitte November in Köln beschrieb Prof. Jürgen

Rockstroh von der Uniklinik Bonn eine

alarmierende und gefährliche Situation: »In

Deutschland wissen geschätzte 30 Prozent

der Infizierten nicht von ihrer Immunschwäche.

Wir gehen von einer sehr hohen Dunkelziffer

aus. Oft kommt es erst zu einer

Diagnose, wenn sich schon manifest Aids

entwickelt hat, und es mit einer vorteilhaften

Behandlung schwierig

wird. Das Todesrisiko ist

dann hoch«. Es gebe keinen

Grund zu Entwarnung

oder Sorglosigkeit.

»Auch heute stirbt man

noch an Aids«, sagte der Immunologe und

warnte damit vor einer sich einstellenden

Verharmlosung der Infektion.

»Sorgloser Sex, wir haben ja die neuen Medikamente«,

ist demnach kein taugliches

Lebensmotto. Die Statistik zeigt genau, dass

der mächtige Sexualtrieb in über 90 Prozent

der HIV-Übertragungen sowie der psychische

Druck des »Gefallenwollens« eine entscheidende

Rolle spielt, deswegen sei die

Präventionsarbeit gerade in Schulen so wichtig.

»Prävention fängt jedes Jahr neu an.

Wenn Jugendliche ihre Sexualität entdecken,

sind sie für diese Themen empfänglich. Wir

HIV-Motor: Neuinfizierte,

die es nicht wissen

Foto: age

müssen ihnen Handlungskompetenzen an

die Hand geben, damit sie selbstbewusst mit

ihrer Sexualität umgehen können«, erklärt er

und weist darauf hin, dass ein – eigentlich ja

auch gewünschter – Kontrollverlust in einer

Risikosituation – in den meisten Fällen ungeschützter

Vaginal-, Oral- oder Analverkehr –

ein ganzes Leben verändern kann. »Wenn

man abends unterwegs ist, etwas getrunken

hat, Lust bekommt und nicht mit dem Flirt

über Gefahr, Schutz und Vertrauen reden

will, bleibt die einfachste Möglichkeit, den

Abend sorglos zu verleben, die Entscheidung

für das Kondom«, sagt Weber. Da diese

Handlungskompetenzen im Unterricht oder

der Familie oft nur schwer weitergegeben

werden können, hält die Aids-Hilfe ein

besonderes Präventionsprojekt bereit, das

Schulen in Anspruch

nehmen können.

Martina Münsters Botschaft

ist unmissverständlich.

»Schützt euch und

lasst euch testen. Geht verantwortlicher mit

euch und anderen um. Man muss sich für

seine Gesundheit einsetzen«, sagt sie. Auch

in ihrem Bekanntenkreis hat sie Menschen,

die aus Egoismus, Ignoranz und Angst auf

einen HIV-Test verzichten und unter Umständen

mitverantwortlich dafür sind, dass sich

die Krankheit weiterverbreitet. »Auch wenn

es Medikamente gibt, dank denen man halbwegs

mit HIV leben kann, ist es nicht lustig.

Die Krankheit zehrt an den Kräften, am Ego.

Sie ist anstrengend«. In den ersten Jahren habe

sie – auch wegen ihrer Tochter – vorwiegend

in Tarnung gelebt. »Du musst Geschichten

erfinden, lügen, obwohl du eigentlich

6 streifzug 12/2009


BLICKPUNKT

ein ehrlicher Mensch bist. Das ist eine große

psychische Belastung. Und es hört nie auf«,

erzählt die Gießenerin. Ungern erinnert sich

die Frau an Situationen, in denen sie inmitten

vieler Menschen völlig einsam war, in

denen es ihr dreckig ging, sie aber schweigen

musste, während ihre Gesprächspartner

über deren Krankheit klagen

konnten. »Mitleid bekommst

du vielleicht mit

Krebs, mit HIV bekommst

du von der Gesellschaft

nur Schuld und Verachtung.

Die Krankheit hat etwas Schmutziges,

sie macht Angst«, berichtet Martina Münster

aus ihren Erfahrungen. Den Medien gibt die

Gießenerin daran die Hauptschuld. »Durch

die anfänglichen Horrormeldungen und die

Schreckensbilder wurde HIV von Beginn an

in den Dreck gezogen«, sagt sie. So sei die

immer noch anhaltende Ausgrenzung und

Stigmatisierung zu begründen, die auch heute

noch das größte Problem der HIV-Infizierten

ist. Auch die Angst, mit der sie in ihrem

erweiterten Umfeld immer wieder konfrontiert

wird, ist für Martina Münster eine

unglaubliche Belastung. Dabei sollte sich

eigentlich längst herumgesprochen haben,

dass von HIV-Infizierten im Alltag absolut

keine Gefahr ausgeht. Eine Berührung, ein

Händedruck, eine Umarmung oder ein

freundliches Wort mit einem netten Lächeln

sind ganz sicher nicht ansteckend.

»Meine Familie und meine engen Freunde

mögen mich auch mit dem Virus, so dass ich

dort ein stabiles Rückzugsfeld habe«, erzählt

Martina Münster, die in ihrem Bekanntenkreis

FAKTEN

»Aids-Hilfe ist das einzig

Gute am Positivsein«

aber auch viele HIV-Infizierte hat, die durch

die Diagnose sozial völlig entwurzelt wurden

und ihr Schicksal ganz alleine tragen müssen.

Nicht wenige seien daran zerbrochen. »Es

gibt viele Menschen, die haben wirklich nur

die Aids-Hilfe als Anlaufstation. Diese Einrichtung

ist das einzig Gute am Positivsein«, lobt

Martina Münster. »Man

braucht Menschen, wo

man nicht lügen, aufpassen

und sich verstecken

muss«, sagt sie. Schwierigkeiten

hat die Frau – wie

die meisten anderen Patienten auch – im erweiterten

Umfeld. Kindergärten, Schulen, Behörden

und vor allen Dingen Mediziner

machten ihr das Leben schwer. Andere haben

Probleme, sich im täglichen Konkurrenzkampf

im Berufsleben zu behaupten. »Ich

kenne HIV-Infizierte, die beim Frauenarzt

nicht behandelt wurden oder auch beim

Zahnarzt mittlerweile Hepatitis

C als Erkrankung angeben,

weil sie damit wesentlich

weniger Probleme

haben als mit HIV. Hepatitis-

Patienten leiden nicht unter Ausgrenzung,

obwohl die Krankheit noch ansteckender –

und der Übertragungsweg gleich ist«, erzählt

Martina Münster. Manchmal ist sie müde,

den Kampf gegen Vorurteile zu führen. Sofern

sie die Kraft dazu hat, geht sie aber mit

Ruhe und Verständnis dagegen vor. »Die Leute

haben ein Recht auf ihre Angst, auch wenn

sie völlig irrational ist«, wirbt Martina Münster

sogar um Verständnis für die Personen,

wegen deren Reaktionen sie sich manchmal

als »Mensch zweiter Klasse« fühlt.

»Ich dachte, ich darf

nie wieder küssen«

Moralisch verwerflich gelebt zu haben, ist

einer der Vorwürfe, die mit erhobenem

Zeigefinger aus der Gesellschaft an HIV-Infizierte

gerichtet werden. Und, wie war deine

letzte Party, hattest du dich immer unter

Kontrolle?, eine oft schon entwaffnende Antwort.

Auch HIV-Experte Dr. Thomas Discher,

der am Zentrum für Infektiologie des Uni-Klinikums

Gießen über 400 Menschen mit dem

HI-Virus behandelt, hält die Verquickung der

Schuldfrage mit der HIV-Seuche für sehr problematisch.

»Gerade in jungen Jahren, auch

im heterosexuellen Bereich, wer hätte sich

da nicht auch schon HIV holen können.

Angeblich geht in Deutschland jeder zweite

Mann zu Prostituierten. Oft sind es die, die

Glück hatten, die jetzt mit dem Finger auf

die zeigen, die es erwischt hat. Das ist das

Fiese daran«, sagt Dr. Discher. Er bestätigt,

dass eine HIV-Infektion meist mit einem kleinen

Ausrutscher im Leben zusammenhängt.

Da sich die Betroffenen diesen

Fauxpass in vielen Fällen

nicht zugestehen wollten,

würden sie aus reiner Verdrängung

auch darauf verzichten,

sich testen zu lassen – und geben

die Krankheit weiter.

Das Leben von Martina Münster wurde

durch die Diagnose auf den Kopf gestellt.

Auch ihr Liebesleben hatte sich zunächst

schlagartig verändert. »Anfangs dachte ich

wirklich, ich darf nie wieder küssen«, lacht sie

heute über ihre damalige Unwissenheit. Leidenschaftlich

Sex zu haben, war ihr aber

auch nach der gründlichen Aufklärung durch

die Aids-Hilfe viele Jahre lang nicht möglich.

44 Millionen Menschen auf der ganzen

Welt sind mit HIV infiziert. Pro Jahr gibt es

weltweit schätzungsweise 3 Millionen Neuinfektionen.

In jeder Minute stecken sich

fünf Menschen neu an. 2 Millionen Menschen

sterben jährlich an den Folgen der

Krankheit. +++ Weltweit sind Frauen und

Männer gleich betroffen. In den Industrieländern

sind Schwule und Drogengebraucher

die größte Gruppe. Im Vergleich mit

anderen westeuropäischen Ländern gibt es

in Deutschland mit 33,5 pro 1 Million Einwohner

die wenigsten Neudiagnosen. +++

Der HI-Virus ist der Erreger der Krankheit

Aids. Er wird in alltäglichen sozialen Kontakten

nicht übertragen. Auch nicht beim Husten,

beim Trinken aus einem Glas, in der

Sauna oder im Schwimmbad. HIV kann

übertragen werden, wenn eine Körperflüssigkeit

wie Blut, Samen- oder Scheidenflüssigkeit,

in den Körper eines anderen Menschen

gelangt. Eine Übertragung ist vor allem

beim ungeschützten Geschlechtsverkehr

möglich. Ein hohes Risiko besteht beim

Vaginal- und Analverkehr. Geringes Risiko

beim Oralverkehr. Kein Risko beim Küssen

und Hautkontakt. +++ Ein HIV-Test sollte

bei Gesundheitsämtern oder Aids-Hilfen gemacht

werden. Allein wegen der Beratungsmöglichkeiten.

Die Angebote sind kostengünstig

(7,50 bis 10 Euro) und anonym

nutzbar. Erst drei Monate nach der Ansteckungsmöglichkeit

ist ein HIV-Test aussagekräftig.

Empfohlen wird der Test nach Risikosituationen,

spätestens aber in Abständen

von einem Jahr, auch damit die möglichen

Behandlungsmethoden voll greifen. +++

Die Aids-Hilfe Gießen gehört wie 120 andere

regionale Einrichtungen der Deutschen

Aids- Hilfe an, die 1983 in Berlin von

Schwulen und einer Krankenschwester gegründet

wurde. In der Diezstraße 8 arbeiten

derzeit acht Mitarbeiter an Prävention, Beratung

und Betreung. Jede Aids-Hilfe ist ein

eingetragener Verein und regionalen Besonderheiten

angepasst. Entstanden sind sie

durch ehrenamtliches Engagement. Aids-Hilfe

Gießen, Diezstraße 8, 35390 Gießen, Tel.:

0641/ 390226. E-Mail: ah-gi@t-online.de.

Beratungszeiten: Mo, Mi, Fr. von 9 bis

12 Uhr. +++ Aktionen zum Welt-Aids-Tag in

Gießen: Bei einer abendlichen Kneipentour

informiert die Aids-Hilfe am 27. und 28. November,

verteilt rote Schleifen und bittet um

Spenden. Am 1. Dezember betreiben die

Mitarbeiter je einen Infostand am Bahnhof

(10 bis 18 Uhr) und an der Mensa (11.30 bis

14.30 Uhr). Ab 16 Uhr findet in der Diezstraße

ein »Tag der offenen Tür« statt. Um

18 Uhr versammeln sich Menschen in stillem

Gedenken an HIV-Opfer am Mahnmal

»Namen und Steine« vor dem Wallenfels’

schen Haus am Kirchenplatz.

mac

12/2009 streifzug 7


BLICKPUNKT

»Wie soll man sich denn fallen lassen, wenn

man immer nur daran denken kann, dass das

Kondom bleibt, wo es hingehört?«, fragt sie.

Im Laufe der Jahre habe sich diese Angst

aber verloren. »Zum einen lernt man Verantwortung

abzugeben. Nicht nur ich als Infizierte

muss andere vor mir schützen, andere

müssen sich auch selbst schützen. Zum

anderen helfen die Medikamte dabei, sich

nach dem Sex nicht als Verbrecher zu fühlen«,

erzählt sie. Die Medikamente?

»Ja«, bestätigt Weber. »Wenn viele Bedingungen

wie Therapietreue, ständige ärztliche

Überwachung, keine anderen sexuell übertragbaren

Krankheiten und vieles mehr erfüllt

sind, und die Infektion im Körper zudem

über einen längeren Zeitraum unterdrückt

ist, ist es kaum mehr vorstellbar, dass dieser

Mensch die HIV-Infektion weitergibt«, sagt

der Gießener. Man kann aber keinen Automatismus

herstellen nach dem Motto: Wer

Medikamente nimmt, ist nicht mehr ansteckend.

Für den flüchtigen sexuellen Kontakt

spiele diese Erkenntnis natürlich keine Rolle

(»Da muss man sich schützen«), allenfalls für

eine feste Beziehung.

Auch Martina Münster lebt derzeit in einer

Partnerschaft – und sie ist sehr glücklich darüber,

gerade weil der

Weg dorthin für sie besonders

mühsam war.

»Man überlegt immer,

wann ist der richtige Moment,

es zu sagen, bevor

die Gefühle zu stark werden. Ich kann nicht

mal küssen, ohne es vorher besprochen zu

haben. Das habe ich schon immer so gehandhabt«,

erzählt sie und lacht: Diesmal habe

sie Glück gehabt. Der Partner sei geblieben.

Dennoch werden in vielen Situationen

die besonderen Schwierigkeiten offensichtlich.

»Er leidet mit mir«, sagt Martina Münster.

Mehr noch als die Familie und die Freunde,

die wie viele andere auch zuerst den Tod

vor Augen hatten, als sie von ihrer

Diagnose hörten.

Viele haben bei HIV

noch den Tod vor Augen

Ein anderes Problemfeld ist für

die derzeit arbeitslose Verkäuferin

das Erziehen ihrer

Tochter. »Jahrelang haben wir

als erste Maßnahme gesagt,

ihr Blut sei krank. Finger

weg vom Blut. Wir

haben es anfangs

nie beim

Namen

genannt,

irgendwann

war

Der HIV-Test ist nicht selten mit bangen Momenten verbunden.

klar, dass sie wusste, was sie hat«, erzählt die

Mutter. Kindergärten und auch die Schulen

waren immer aufgeklärt, die anderen Eltern

aber nicht. »Sie sollte ein normales Leben

führen können«, erklärt Martina Münster ihre

damalige Angst vor übervorsichtigen Eltern.

Ihre Tochter ist in Tarnung aufgewachsen, hat

lange nicht über ihre

Krankheit gesprochen,

wollte nicht, dass andere

davon wissen. »Sie wusste

schon als kleines Kind,

dass man nicht immer

über alles sprechen konnte. Sie war dadurch

schon immer ein realistisches und verschlosseneres

Kind«, erinnert sich Martina Münster.

Erst als die Sexualität hinzukam, wurde die

Krankheit zum größeren Thema zwischen

Mutter und Tochter, bis igendwann später

die Frage im Raum stand: »Wie sage ich es

meinem Freund?« »Bei den ersten beiden habe

ich es ihr abgenommen. Beim letzten hat

sie es gesagt, weil ich Druck gemacht habe.

Da war der Stress groß und bei den Eltern

viel Aufklärungsarbeit notwendig«, erinnert

sich Martina Münster.

Sozialarbeiter Weber

kann darüber ein Buch

schreiben. Er bestätigt:

»Die Schrecksekunden

sind immer da und 100 Fragen und große

Angst. Es ist oft viel Arbeit, dem durch Aufklärung

entgegenzutreten.«

Martina Münsters Tochter hat vor zwei Jahren

den »Tag der Wahrheit« gemacht. Sie hat

ihre besten Freunde nach Hause eingeladen

und ausgepackt. »Hut ab vor der Jugend«,

»Schleife ist das Symbol,

dass ich nicht ausgrenze«

Foto: mac

sagt ihre Mutter gerührt. »Die Freunde haben

es super aufgenommen, alle Freundschaften

sind geblieben. Sie stehen zu ihr…«

Ein tolles Beispiel, das Nachahmer finden

sollte. Nicht nur am 1. Dezember. »Was

zählt, ist das Handeln. Deshalb gehört die

Aufforderung zu Solidarität neben der Aufforderung

sich zu schützen, zu den Kernbotschaften

unserer Aufklärungsstrategie«, erklärt

Pott, BZgA-Direktorin. Menschen mit HIV

und Aids nicht allein zu lassen, das ist ein

wichtiges Anliegen des Welt-Aids-Tags. Für

Martina Münster hat der Tag besondere Bedeutung.

»Mir ist es wichtig, in der Aids-Hilfe

zu sein und am Kirchenplatz Kerzen aufzustellen

für die Verstorbenen. Einige habe ich

gut gekannt«, erzählt sie. Auch wenn viele

HIV-Infizierte zurückgezogen lebten, wolle

man so zeigen: »Uns gibt es. Man sieht uns

HIV aber nicht an, denn wir sind normale

Menschen mit einem normalen Leben.«

Der Welt-Aids Tag ist der Tag der Solidarität

mit den Betroffenen und deren Umfeld. Die

Rote Schleife sagt, HIV-

Infizierte und aidskranke

Menschen gehören zu

uns und das nicht nur an

diesem einen Tag. »Die

Schleife ist das Symbol

dafür, dass ich nicht ausgrenze. Das ist nach

wie vor das Hauptproblem und entsteht aus

völlig unbegründeter Angst. Nur wenn ich

das verstanden habe, kann ich auch die Rote

Schleife tragen«, sagt Weber, auch auf die

Gefahr hin, dass er dann am 1. Dezember

auf vielen seiner Roten Schleifen sitzen bleiben

würde.

Marc Schäfer

8 streifzug 12/2009


BLICKPUNKT

»Stigmatisierung ist kontraproduktiv«

Wie ist der Stand der HIV-Bekämpfung?

Thomas Discher: Seit Einführung der kombinierten

antiviralen HIV-Therapie (cART) 1996

ist die Lebenserwartung der Patienten deutlich

gestiegen. Betrug sie in der Vor-cART-

Ära für einen 35-Jährigen weniger als zehn

Jahre, so liegt sie in Westeuropa heute bei

37,3 Jahren. Voraussetzung dafür ist eine

konsequente Einnahme der Medikation,

welche in der Regel aus drei Substanzen besteht.

Die medikamentöse Therapie hat sich

im zurückliegenden Jahrzehnt deutlich vereinfacht

und wurde besser verträglich, dennoch

haben auch heute noch 30 Prozent

der Patienten Probleme mit der Einnahme

mit erheblichen negativen Konsequenzen.

In den Ländern der Dritten Welt und auch

in Osteuropa haben nur etwa ein Drittel der

Patienten Zugang zu diesen Medikamenten.

Dies ist fatal, da mehr als zwei Drittel der 40

Millionen HIV-Infizierten in diesen Ländern

wohnen. Anders gelagert ist das Problem in

den Industrienationen. Trotz erfolgreicher

Medikation besteht eine Testmüdigkeit,

sicher bedingt durch Verdrängung des eigenen

Risikoverhaltens und die andauernde

Stigmatisierung. Das Resultat ist, dass in

Deutschland 30 Prozent der HIV-Infizierten

nichts von ihrer Infektion wissen. Dies führt

nicht nur zu einer höheren Übertragungshäufigkeit,

sondern auch zu einer höheren

Erkrankungs- und Sterblichkeitsrate. Das

Wissen in der Bevölkerung um Infektion

und Verlauf unter Therapie scheint auf dem

Stand der Vor-cART-Ära stehen geblieben zu

sein. Angst, Verdrängung und Stigmatisierung

der Betroffenen sind im Kampf gegen

HIV kontraproduktiv. Dies gilt es zu ändern.

Ist eine weitere Verbesserung der derzeitigen

Therapiemöglichkeiten in Sicht?

TD: Wir haben mehr als 20 wirksame Medikamente

aus sechs verschiedenen Substanzgruppen.

In den nächsten drei bis fünf Jahren

sind revolutionäre Neuerungen nicht,

marginale Verbesserungen jedoch schon zu

erwarten. Wir sind mit unseren Therapeutika

in der Lage, erfolgreich die Vermehrung des

HI-Virus zu unterdrücken. Wir haben in den

vergangenen Jahren viel über Wirkung und

Nebenwirkungen unserer Medikamente gelernt,

dies gilt es jetzt im Alltag umzusetzen.

Erforderlich ist eine individuell zugeschnittene

Therapie. Gemeinsam mit dem Patienten,

unter Berücksichtigung der individuellen

Perspektiven, muss die Wahl der

Kombination getroffen werden.

Beschreiben Sie bitte die Besonderheiten

der cART-Therapie.

TD: Das HI-Virus bewirkt im Infizierten eine

Selbstzerstörung des Immunsystems. Gesunde

immunkompetente Zellen vernichten

befallene Zellen, dies ist eigentlich sinnvoll

und führt bei den meisten Erkrankungen

zum Erfolg. Im Unterschied zu den meisten

anderen Infektionen ist bei HIV jedoch die

Zielzelle eine Immunabwehrzelle und das

HI-Virus ist der menschlichen Immunabwehr

immer einen Schritt voraus, was dann

HIV-Experte Dr. Thomas Discher

Foto: mac

kurz- bis langfristig, individuell sehr unterschiedlich,

zur AIDS-Erkrankung führt. Die in

der Regel aus drei Medikamenten bestehende

antiretrovirale Therapie ist in der Lage,

die Virusvermehrung bei konsequenter Einnahme

zu unterdrücken, verhindert dadurch

Neuinfektionen von immunkompetenten

Abwehrzellen und ermöglicht somit eine

Regeneration des Immunsystems. Das Ausmaß

der Regenerationsfähigkeit ist abhängig

vom Immunstatus zu Beginn der Therapie –

nicht alle Infizierten bedürfen sofort einer

cART – und der dauerhaften Unterdrückung

der Virusvermehrung. Das Virus selbst ist

einfach gestrickt und seine Überlebensstrategie

ist eine ungezügelte Vermehrung – etwa

zehn Milliarden Viren entstehen täglich

neu – und hohe Flexibilität. Dies führt dazu,

dass bei unzureichender Medikamenteneinnahme

medikamentenunempfindliche Viren

einen Überlebensvorteil haben und die

Therapie versagt. Die Folge sind meist weniger

gut verträgliche Medikamente, eine höhere

Anzahl von Medikamenten, häufigere

Erkrankungen, eine Einbuße der Lebenserwartung

und deutlich höhere Kosten. Vom

HIV-Infizierten wird eine Therapietreue von

mehr als 95 Prozent erwartet, ansonsten ist

ein Versagen zu erwarten.

Werfen Sie einen Blick in die Zukunft…

TD: Die Probleme der Zukunft sind eine

steigende Prävalenz, »Late Presenter«, Alter,

Begleit- und Folgeerkrankungen sowie der

Umgang der Gesellschaft mit der Erkrankung.

In Deutschland leben etwa 68000

HIV-Infizierte. Jährlich infizieren sich 3000

neu, die Zahl ist steigend seit 2001. Bedingt

durch Neuinfektionen und längere Lebenserwartung

ist ein Prävalenzanstieg von zwei

bis vier Prozent pro Jahr zu erwarten. Dies

bedeutet, dass wir 2029 mit 150000 Infizierten

zu rechnen haben. »Late Presenter«, d.h.

spät oder zu spät als HIV-positiv Diagnostizierte,

führen zu schweren Erkrankungen

mit hohen Folgekosten und Tod. Spezialisierte

Behandlungszentren dafür sind rar.

Zudem hat sich der Anteil von über 60-jährigen

Infizierten in den letzten zehn Jahren

verzehnfacht. Die Gesellschaft hat sich noch

unzureichend mit dieser Problematik beschäftigt.

Bereits heute versterben HIV-Positive

zu zwei Dritteln an nicht AIDS definierenden

Erkrankungen. Die HIV-Infektion ist

eine chronische Multiorganerkrankung und

lässt sich nicht auf eine medikamentöse

Unterdrückung der Virusvermehrung reduzieren.

Wer kann im deutschen Gesundheitswesen

diese komplex Kranken nach

neuesten Leitlinien behandeln? Eigenmotivation

und verantwortungsvoller Umgang

mit der Erkrankung sind von entscheidender

Bedeutung für die Behandlung chronisch

Kranker. Dazu bedarf es Perspektiven. Hat

ein ausgegrenztes Leben Sinn? Kann ich als

Gemeinschaft erwarten, dass ein Infizierter

verantwortungsbewusst mit seiner Infektiosität

umgeht, wenn wir ihm vieles vorenthalten,

ihn stigmatisieren? Nur die Aufnahme in

die Mitte der Gesellschaft mit all ihren Möglichkeiten

schafft Perspektiven. Laut Grundgesetz

sind wir dazu verpflichtet.

Haben Sie Angst vor Aids?

TD: Nein, ansonsten würde ich HIV-Infizierte

nicht schon seit über 20 Jahren behandeln.

Sorgen bereitet mir die unzureichend

aufgeklärte Gesellschaft. Abwehrverhalten

und Verdrängung hindern uns daran, rechtzeitig

Strukturen zu schaffen, um die absehbaren

Probleme ohne weiteren Schaden für

Patienten zu bewältigen.

mac

12/2009 streifzug 9


BLICKPUNKT

Lebensträume platzen schneller

Über 30 Liter Fassungsvermögen, 1 Kilopascal Druck, 73 Newtonmeter Elastizität – das sind

nicht etwa Voraussetzungen für NASA-Raumanzüge, sondern Belastungswerte eines

Kondoms. Der Dillenburger Gummiwarenhersteller Amor bedient derzeit acht Prozent des

Marktes für die kleinen, aber strapazierfähigen Überstülper. Mit Fließbandarbeit ist es dabei

aber nicht getan: Erst im Testlabor werden die Verhüterli auf die härteste Zerreißprobe gestellt.

Foto: Tomizak/Pixelio

Bereits zu Arbeitsbeginn bekommen es die

Angestellten der Gummiwarenfabrik mit

Überstülpern zu tun: Aus Hygienegründen

werden auf dem Kopf und an den Füßen

sterile Hauben getragen, der weiße Kittel tut

sein Übriges. Die Angestellten sitzen an drei

Verpackungsmaschinen, die den übers Fließband

transportierten Präservativen eine individuelle

Ummantelung verpassen. Heute ist

auf viereckigen, karminfarbenen Päckchen

der Schriftzug »Rote Rebellen« zu lesen,

darüber befindet sich ein Stern mit der Aids-

Schleife. Neben politischen Statements

prangen auf den Verpackungen des Kondomfabrikanten

auch Slogans gegen Aids,

der grinsende TV-Comedian Ingo Oschmann

oder Media-Markt-Werbung. »Ich bin

doch nicht blöd?«, denkt sich im internationalen

Vergleich eine Vielzahl an Verbrauchern

in Deutschland, nichtsdestotrotz grassiert

auch hierzulande latente Unterschätzung

der Aids-Gefahr. Nicht zuletzt

deshalb hat sogar Ärzte-Schlagzeuger Bela B

sein Konterfrei für eine Amor-Kondomverpackung

hergegeben. In Dillenburg will man in

Sachen Kampf gegen den HI-Virus von Tatenlosigkeit

nichts wissen. In Zusammenarbeit

mit dem Erotik-Versandhandel »EIS« hat

sich der Betrieb aus dem Lahn-Dill-Kreis europaweit

einen Namen gemacht und war so

in der Lage, die deutsche Aidshilfe im August

mit zwei Millionen Gratis-Exemplaren

auszustatten. »Die Leute hören in den Medien,

dass es neue Medikamente gegen Aids

gibt – vergessen aber, dass das Virus das

Gleiche bleibt«, erklärt Geschäftsführer Michael

Dills. Obwohl der Kondomabsatz im

Jahr 2008 mit 215 Millionen Exemplaren so

hoch wie nie zuvor war, wird Sicherheit

nicht von allen Menschen großgeschrieben.

In der 41 Jahre alten Gummifabrik macht

man bei der Sicherheit des eigenen Produkts

aber keine Kompromisse. 315 Exemplare

werden bei einer Reihe von einer

halben Million Kondome dem Testlauf

unterzogen. Im Labor fühlt man sich trotz

10 streifzug 12/2009


BLICKPUNKT

klinischem Interieur zunächst

wie auf dem Jahrmarkt:

Mit rhythmischer Regelmäßigkeit

knallt

es wie bei Revolversalven,

links und

rechts verteilen

sich bunte

Gummifetzen.

Was einige

schon spaßeshalber auf dem eigenen

Kopf ausprobiert haben, dient

hier der nüchternen Überprüfung

der Qualität. Und die ist immens:

Erst bei über 30 Litern Fassungsvermögen

kapitulieren die über Eisenstäbe gezogenen

Pariser ob der Luftmenge, die jeweils drei

Kondome nach und nach zu zeppelinförmigen

Ballons anwachsen lässt. Erst eins, dann

zwei, dann – peng! – platzt auch der Gummiballon

in der dritten Testmaschine. Einen

Grund zur Verunsicherung gibt es jedoch

trotz der Dezibel-Attacke nicht. Lediglich

18 Liter sind die Minimalbelastung nach EG-

Norm, elf Kondome

215 Millionen: Absatz

so hoch wie nie zuvor

müssten zu früh nachgeben,

damit eine Produktionsreihe

gestoppt wird.

Ein solches Szenario ist

Frau Mernberger-Petri,

die seit neun Jahren im Amor-Labor über die

Qualität der Produkte wacht, noch nicht

untergekommen.

Auch auf noch so kleine Löcher wird getestet.

Zehn in einer Reihe aufgehängte Gummis,

die nachher im Wasser einem Stromfluss

ausgesetzt werden, werden mit Elektrolytflüssigkeit

gefüllt. Ist eine Stelle nicht

dicht, blinkt es auf dem Computer-Bildschirm

rot auf – doch erneut will sich der

Vorführeffekt nicht einstellen. »Und das ist

auch gut so«, lacht Mernberger-Petri. Dann

folgt die letzte Generalprobe für die Testkandidaten

aus Kautschuk: Die Vakuumkammer.

60 Sekunden baden die Tütchen in

rötlich gefärbtem Wasser, ohne dass Blasen

aufsteigen, die auf Risse in der Verpackung

hinweisen. Wie fast jeden Tag kann ein tadelloses

Zeugnis ausgestellt werden. Obwohl:

Neben einem weiteren Computer,

der in Sinuskurven das Druckgefälle nachzeichnet,

steht die eigentliche Zerreißprobe

– eine Vorrichtung zum Test der Dehnfähigkeit.

Die gehört zwar seit einigen Jahren

nicht mehr zu den EG-Kriterien, trotzdem

statuiert Mernberger-Petri ein Exempel. Wie

ein Kaugummi wird ein kleiner Kondom-

Ausschnitt auf der Miniatur-Streckbank immer

länger gezogen, man ahnt es bereits:

Auch hier sind 73 Newtonmeter an Dehnbarkeit

mehr als doppelt so viel, wie ehemals

erforderlich waren. Noch ein Relikt vergangener

Tage ist der Wärmeschrank, in

dem das Fabrikat früher zwei Tage lang eingelagert

wurde, um eine künstliche Alterung

zu simulieren. Heute altern die »Liebesengel«

auf natürliche Weise fünf Jahre – die minimale

Lebensdauer von

der Fertigstellung bis

zum Verfallsdatum – bei

einer jährlichen Stichprobenentnahme.

Doch nicht nur Amor

bekam von der Stiftung Warentest das für

Kondome bestmögliche Ergebnis, die Verbraucherschutzorganisation

testete fast alle

ausgewählten Produkte gleichermaßen »gut«.

Um den Kunden allerdings zu überzeugen,

bedarf es heutzutage auch in der Verhütungsbranche

einer Menge an geschicktem

Marketing. Die Amor-Kondome, obgleich

die klassische »Natur«-Ausführung immer

noch der Bestseller ist, gibt es mittlerweile in

allen erdenklichen Farben, Formen und Aromen.

Der letzte Schrei: Momentan stehen

komplett goldfarbene Überzieher kurz vor

dem Einzug in die Drogerieregale.

Auch hier gilt

das Motto »Der Kunde ist

König«: Sogar eine Testreihe

mit Tequila-Geschmack

wurde auf Kundenwunsch

schon hergestellt – letztendlich

aber nicht verkauft. Cola oder Kirsche sind

Beispiele für Geschmacksrichtungen, die es

auf Anregung der Auftraggeber ins Sortiment

geschafft haben. Sogar Gummis, die nach 20

Minuten Lichtbad im Dunkeln leuchten, erweitern

die Produktpalette. Zwar bestehen

alle Kondome aus Naturkautschuklatex, das

als Rohstoff wie teilweise die Verpackung im

Ausland produziert oder weiterverarbeitet

wird, bei der Beschichtung sind der Fantasie

Der letzte Schrei:

Goldfarbene Überzieher

jedoch keine Grenzen gesetzt. So riecht es

an manchen Tagen im Labor wie in einer gut

sortierten Cocktailbar. Den Aromen aus Silikonöl

können darüber hinaus Stoffe wie das

Anästhetikum Benzocain beigemischt werden,

das als aktverlängernde Substanz gilt.

Die »Hot Moments« sind

mit wärmendem, die

»Cold Moments« mit kühlendem

Gleitmittel versehen.

Und auch Teenagern

sollen mit dem Amor

»Young«, einer besonders schlanken Variante,

die Hemmungen beim Kondomkauf genommen

werden. Bevor eine Innovation

allerdings auf dem Markt landet, vergeht

eine Testphase von guten zwei Jahren mit

abschließender TÜV-Prüfung.

Derzeit boomt der anonyme Versand via

Internet, auch in Drogerien gehen die Verhüterlis

aber mittlerweile ohne Schamesröte

über den Ladentisch. Die Automaten, an

denen man spontan ein Päckchen ziehen

kann, sind eine aussterbende Spezies.

Schon lange im Museum befinden sich die

ersten Verhüterli. Die wurden vor über 100

Jahren aus Schafsdarm gefertigt, bis Charles

Goodyear 1839 erstmals Kautschuk vulkanisierte

und das moderne Zeitalter der Verhütung

einläutete. Ab 1912 gab es das Gummi

dann nahtlos. Ein nahtloser Übergang in der

Gesellschaftsmentalität war aber noch lange

nicht geschaffen, in Irland herrschte bis in

die 90er Jahre mancherorts Verkaufsverbot.

Hier schließt sich der Kreis: So modern Produktion

und Ergonomie der High-End-Gummis

auch sein mag, so fahrlässig verzichten

auch heute noch viele auf die potenziellen

Lebensretter. Ungeachtet der Tatsache, dass

Zukunftsträume manchmal schneller platzen

können als die Testexemplare im Labor der

Amor AG.

Jan Kampmann

Ab ins Wasser: Eine Amor-Mitarbeiterin bereitet den Loch-Test vor.

Foto: kam

12/2009 streifzug 11


Vom Schlammbeiser

zum Showmaster

Foto: Brand

Von Gießen via Köln nach Berlin, vom Vorlesungssaal vor die Kamera: Für viele ein Traum.

Der Gießener Jan Köppen hat ihn nach kurzem Einstieg ins Studi-Leben wahr gemacht.

Mittlerweile informiert der VIVA-Moderator auch für den digitalen ZDFinfokanal über Themen

der Wirtschaft, legt als »DJ Cope« Platten auf, hat ein eigenes Modelabel und gibt wöchentlich

einen Nachrichtenüberblick – in Sprechgesang. Der Ex-Ostschüler weiß aber auch, wie

schnell die Seifenblase seines Erfolgs zerplatzen kann. Im streifzug spricht der 26-Jährige

über einen Imagewandel, das Elefantenklo und den alternden Thomas Gottschalk.

Auf Ihrer Homepage im Internet ist zu lesen:

»Vom Kleinen zum Großen und das mit

Willen.« Ist das ein Sinnbild für Ihr Leben?

Jan Köppen: Gewissermaßen ist das ja das,

aus dem im Leben viel entsteht. Wenn man

klein anfängt, sollte es im Idealfall irgendwann

größer werden. Ob gezielt oder mit

Glück, das bei mir auch dabei war. Geographisch

war der Weg von Gießen über Köln

nach Berlin ein riesiger Schritt. Genauso vom

Volontariat vor die Kamera. Es gibt für diese

Zeilen aber auch einen aktuellen Anlass. Wir

haben mit dem ZDF in Schönau gedreht.

Das 2500-Seelen-Örtchen hat nach Tschernobyl

angefangen, gegen die Stromriesen

und vor allem die Atomkraft zu rebellieren

und selbst Ökostrom produziert. Mittlerweile

haben sie ein eigenes Elektrizitätswerk

und versorgen bis zu 90000 Menschen! Von

dem Willen, mit dem man dort Großes geschaffen

hat, bin ich fasziniert.

Sind es neue Blickwinkel, die Sie bei Ihrer

Arbeit beim ZDF kennenlernen?

JK: Auf jeden Fall. Aber nicht nur beim ZDF.

Der Job lässt mich immer wieder neue Leute

und Situationen kennenlernen. Dadurch eröffnen

sich auch neue Blickwinkel. H.P. Baxxter

von Scooter macht keine Musik, die ich

auf meinem MP3-Player habe, aber er ist ein

Beispiel dafür, wie der Glaube an sich zu etwas

Großem führen kann. Zu etwas, was es

auf diese Art vorher noch nicht gab. Vor so

etwas habe ich extrem viel Respekt.

Gab es noch mehr solcher Personen, die Sie

beeindruckt haben?

JK: Wenn jemand wie US-Musiker Akon in

meine Sendung VIVA Live kommt, geht man

schon etwas anders an die Sache heran.

Nicht, dass ich mich anders vorbereite. Aber

er ist ein Weltstar. Trotzdem ist er auf der

12 streifzug 12/2009


RAMPENLICHT

Couch auch nur ein Mensch, und darum

geht es. Er war cool. Aber mehr beeindruckt

hat mich Jan Delay. Sein Auftritt in Gießen im

»Ausweg« war eines meiner ersten Konzerte.

Als Typ war er einfach nur gelassen, cool und

nett. Man konnte mit

ihm über alles reden.

Sie scheinen sich als

Kreativpole zu ähneln.

Auch Sie haben Vorlieben

für Wortspiele…

JK: (lacht) Ja, das ist teilweise krankhaft. Wir

haben uns einfach außerordentlich gut verstanden.

Die US-Künstler, nehmen wir mal

Lady Gaga, sind mitunter mediale Vollprofis,

an deren Persönlichkeit man kaum noch herankommt.

Das fiel sogar Thomas Gottschalk

bei »Wetten, dass..?« schwer.

Stichwort Thomas Gottschalk: In einem

Interview haben Sie jüngst nassforsch verkündet,

dass auch er nicht jünger werde.

JK: (lacht) Das entspricht nur der Realität.

Aber natürlich war es nur eine Anspielung

darauf, dass ich mich weiterentwickeln will.

Wenn es gut läuft, wird es eben größer.

Was bedeutet größer für Sie?

JK: In allem, was ich mache, will ich mich

weiterentwickeln und neue Herausforderungen

annehmen.

Sollen Sie diese Herausforderungen kreativ

fordern oder Einschaltquoten bringen?

JK: Es geht um etwas eigenes, um Kreativität,

etwas womit ich Spaß habe und mich wohlfühle.

Stefan Raab und Oliver Pocher haben

es geschafft, etwas eigenes zu kreieren und

die Quote stimmt auch noch. Natürlich sind

das nur die ganz Großen, die aber eben oft

in Zusammenhang mit VIVA und der Karriere

genannt werden. Aber das gelingt nur den

wenigsten.

Werden Sie in ein Korsett gepresst?

JK: Ich fühle mich wohl und nicht in etwas

hineingepresst. So etwas kann aber natürlich

auch einmal passieren, vielleicht wenn man

sich zu schnell von etwas blenden lässt. Da

sollte man auf sich hören.

Viele Ihrer Vorgänger als VJ sind in einer

der Daily Soaps oder Ähnlichem gelandet?

JK: Das ist zumindest ein Risiko. Aber wenn

man aufpasst, nicht in dieser Schublade zu

landen, muss das nicht sein. Vorsicht und

Bedacht sind auch da die Mutter der Porzellankiste.

Die ständige Präsenz in der Öffentlichkeit

hat Sie selbst doch sicher auch verändert?

»Meine Vorliebe für

Wortspiele ist krankhaft«

JK: Dank meines Jobs beschäftige ich mich

viel mehr mit mir selbst, allein durch Moderationscoachings.

Ich reflektiere mich anders.

Anfangs war ich vor Sendungen verkrampfter

und habe mir zu viele Gedanken gemacht.

Man lernt aber, immer

mehr an- und abzuschalten

Gefällt Ihnen Ihr Bild, das

Sie als VIVA-Moderator

transportieren?

JK: Ja, sonst würde ich es nicht tun (lacht).

Ich glaube schon, dass ich verkörpere, was

zu VIVA passt. Wobei ich mir darüber auch

nicht unendlich viele Gedanken mache. Ich

bin immer noch ich. Das, was sich verändert

hat, ist vielleicht die Tatsache, dass man in

der Öffentlichkeit erkannt wird.

Ist das Belastung oder Routine? Groupies

werden nicht ausbleiben…

JK: Es gehört dazu. Aber

ich bin verwundert,

wenn jemand von der

anderen Straßenseite

brüllt: »Ey, VIVA, ey!«;

oder ein Mädchen aufschreit

und Schnapp-Atmung bekommt. Ich

gehe dann aber nicht hin und sage: Du willst

es doch auch? (lacht)

Arbeiten Sie mit dem ZDF-Engagement an

einem Imagewandel? Mit 26 droht bei VIVA

ja das Abstellgleis…

JK: Natürlich kann ich nicht der Berufsjugendliche

bleiben. Ich arbeite aber nicht an

einer gewollten Veränderung. Heike Makatsch

und Jessica Schwarz haben ja auch

VITA

»Ich war zur richtigen

Zeit am richtigen Ort«

Jan Köppen wurde am 4. März 1983 in

Gießen geboren und wuchs mit seinen

Geschwistern Lea und Nele dort auf. Nach

dem Abitur, das er 2002 an der Gesamtschule

Gießen Ost absolvierte, leistete er

bis Ende 2003 seinen Zivildienst ab und

begann danach zu studieren. An der Justus-Liebig-Universität

war er ein Semester

lang für Rechtswissenschaften eingeschrieben,

ehe er auf BWL umsattelte. Nach

weiteren zwei Semestern hatte er genug

und begann im April 2005 ein Praktikum

bei VIVA Plus in Köln. Im November 2005

zog er mit dem Sender nach Berlin um,

wo er bis Oktober 2007 ein Volontariat

bei MTV Germany machte. Seit Dezember

2006 arbeitet Köppen als VJ und Moderator

bei VIVA in den Sendungen VIVA

Live!, Liederladen Top20 und NEU. Seit

bei VIVA angefangen und die Schauspielerei

ist nichts, wozu ich nein sagen würde.

Können Sie sich derzeit im Job entfalten?

JK: Es gibt noch sehr viel Luft nach oben.

Man wird schnell reduziert auf Moderation

und Aussehen. Wenn Leute dann erfahren,

dass ich noch Platten auflege, Homepages

oder Klamotten entwerfe, reagieren viele

überrascht. Die Hobbys helfen zur Entfaltung

und kommen gleichzeitig dem Beruf zugute.

Man kann sich in diesem Geschäft nicht ausruhen.

Dessen bin ich mir bewusst.

Ein Beispiel wäre Ihr Internet-Blog »breitside«,

auf dem Sie wöchentlich Nachrichten

in Rap-Form darbieten. Eine Initiative gegen

jugendliche Politikverdrossenheit?

JK: Auch, aber vor allem beschäftige ich mich

selbst so auch mehr mit tagespolitischen

Themen. Ich wäre damals froh gewesen,

wenn es so etwas gegeben hätte – deswegen

mache ich es heute.

Die Selbstvermarktung gedeiht

also?

JK: Selbstvermarktung

klingt so negativ. Aber klar ist das auch ein

Geschäft. Man sollte sich aber nicht um jeden

Preis verkaufen. Nur so kann man zu einer

Marke werden. Gewissermaßen hat das

ja sogar Gina-Lisa von den Topmodels geschafft.

Natürlich nicht alleine. Sie hatte bis

jetzt gute Berater – hoffe ich (lacht).

Haben Sie gute Berater?

JK: Ja, ich habe ein Management, das sich

gut kümmert und mir von einem Freund

November 2008 moderiert er die Verbrauchersendung

»Wirtschaftswunder«, ein

Servicemagazin rund ums Geld für 20- bis

45-Jährige im ZDFinfokanal. Auf Cartoon

Network führt er zudem durch die Sendung

»Staraoke«, eine Karaoke-Show für

Kinder. Als »DJ Cope aka Ottfried Jackson«

legt Köppen zudem in Clubs auf. Auf

breitside.de rappt Köppen als »Jan DMC

Newsrap« einmal in der Woche die Nachrichten.

Und da ihn das alles nicht auslastet,

hat er mit »snatch« sein eigenes Modelabel

gegründet. Im Internet zu sehen

auf www.snatch-clothing.de. Als zusätzliche

Hobbys gibt er Gestaltung (Homepage,

Klamotten, Flyer), Gitarre spielen lernen,

Videos drehen, Drehbuch schreiben,

Snowboarden, Skaten, Fußball und Tauchen

an.

kam

12/2009 streifzug 13


RAMPENLICHT

empfohlen wurde. Auch wenn ich BWL studiert

habe, muss der Geschäftsmann in mir

unterstützt werden, denn der bin ich nicht

wirklich. Ich habe ja auch das Studium abgebrochen

(lacht). Und es

schützt mich davor, dass

zu viele auf mich zurückgreifen.

Eine Metapher

gefällig? Ich bin

zwar der Seemann,

brauche aber ein gutes

Schiff, um mich auf dem stürmischen Meer

zurechtzufinden.

Sie moderieren mit »Staraoke«, eine Karaoke-Show

für Kinder. Liegen die Ihnen?

JK: Ja. In meiner Gießener Zeit war ich als

Leitung des Kinderzeltlagers der St. Bonifatius

Gemeinde tätig. Ein solches Lager voller

»Woschtfetts« und »Nabelos« und den vielen

Kindern macht unendlich viel Spaß. Und

liefert eine Menge Energie und Kreativität. Es

kam alles zusammen: Kinder, die mit einer

neugierigen Naivität alles entdecken, und

Mitarbeiter, mit denen aus viel Fantasie und

noch mehr Schwachsinn schöne Momente

entstanden sind, die einem viel geben. Daher

war der Schritt, eine solche Sendung zu

moderieren, nicht groß. Nur muss man aufpassen,

nicht zur Ulknudel zu werden.

In Verbindung mit »Wirtschaftswunder« hört

sich das so an, als ob wir bald einen neuen

Peter Lustig hätten?

JK: Wer weiß! Das Experimentelle liegt mir.

Den Bauwagen muss ich aber noch kaufen.

Thema Experimente: Sie sind unheimlich

vielfältig interessiert – als DJ, mit Ihrem

»Manchmal habe ich

zu viele Baustellen«

Modelabel und mit der Homepage-

Bastelei…

JK: Ja, manchmal hab ich sogar zu viele Baustellen.

Ich bin in allen Bereichen autodidaktisch

vorgegangen, von

Musik bis Moderation.

Man muss dabei aufpassen,

dass man sich bei den

vielen Interessen nicht verläuft.

Deshalb haben Sie nach dem Abi zunächst

in Gießen Jura studiert – ein Semester?

JK: Eine »Wie finde ich den richtigen Weg

nach der Schule«-Entscheidung. Ich habe

schnell bemerkt, dass ich der kreative Typ

bin und nicht interessiert genug, um die Sache

strikt durchzuziehen.

…aber dann mit BWL weitergemacht?

JK: (lacht) Ich hatte schon eine gewisse Unsicherheit,

was es sein soll. Der Job vor der

Kamera war damals nicht wirklich in meinem

Kopf. Gestaltung war damals

mein Steckenpferd.

Ein Bedürfnis nach Sicherheit

hat die Abenteuerlust

überwogen?

JK: Ja, in diesem Moment damals schon. Ich

bin eher ein Sicherheitsmensch und brauche

feste Strukturen. Mittlerweile habe ich aber

gelernt, ohne festen Wochenrhythmus zu leben

und viel unterwegs zu sein.

»Das E-Klo wird nie

zum Weltkulturerbe«

Ab und zu auch in der Heimat. Wie ist Ihr

Verhältnis zu Gießen?

JK: Das Elefantenklo wird nie zum Weltkulturerbe

gehören und allen, die dort hinziehen,

spreche ich auch spaßeshalber Beileid

aus. Hier habe ich aber meine Familie, meine

Freunde und meine Ecken. Die Ostschule

hat mir viel soziale Kompetenz und Freiheit

gegeben, Karrieredruck genommen. Die

Theater-AG hat mir sehr viel gebracht. Gießen

wird immer Heimat bleiben.

Im April 2005 haben Sie das zukunftsweisende

Praktikum bei VIVA angetreten…

JK: Da habe ich mich aufwändig beworben.

Ein Filmchen gedreht, eine Mappe gestaltet.

Ich wollte ursprünglich zur Grafik-Abteilung.

Dann kam der Anruf, ich bin hin, hab »Tach«

gesagt und hatte das Praktikum. Angefangen

habe ich mit Videoschnitt und grafischen Sachen.

Später haben wir zu dritt den Großteil

des VIVA-Plus-Programms gemacht.

Wie haben Sie die Identitätskrise des Musikfernsehens

in den letzten Jahren miterlebt?

JK: Seit das Internet allen die Möglichkeit

gibt, jedes Musikvideo zu jeder Zeit zu sehen,

sitzt keiner mehr vor

der Glotze und wartet auf

sein Video. Das zur Krise.

Trotzdem sind Sie einer

der »Last Men Standing«

vor der Kamera. Wie kam es dazu?

JK: Ich habe lange überlegt, ob ich ein VJ-

Casting mitmachen soll, als es bei VIVA

einen Aufruf gab. Ich wollte als Mitarbeiter

keinen Vorteil haben – aber dann doch wissen,

ob ich es kann. Obwohl ich früher eher

zurückhaltender war, habe ich mich irgendwie

gegen die circa 3000 Mitbewerber

durchgesetzt.

Ist die Arbeit als Moderator auf den Job vor

der Kamera beschränkt?

JK: Nein, ich bereite mich vor den Sendungen

vor. Sei es eine Chart- oder eine Livesendung.

Ich schreibe Texte, informiere

mich über Themen und Gäste und bespreche

mich mit den Redaktionen. Fernsehen

besteht aus mehr als Kamera und Moderator.

Bleibt da Platz für eigene Ideen?

JK: Ja, auf jeden Fall. Ich versuche mich immer

mit eigenen Ideen einzubringen. Sei es

Texte schreiben oder mit Gästen Musik zu

machen. Da geht schon viel von mir aus.

Und umso mehr man einbringt, desto freier

ist man.

Lässiger Blick: Der Gießener Jan Köppen peilt eine große Karriere an.

Foto: Brand

Ein Blick in Ihre persönliche Glaskugel…

JK: Ich arbeite daran, mich im Schauspiel zu

engagieren. Was passiert, wird sich zeigen.

Offen bin ich für vieles… und wenn es größer

wird: Prost!

Jan Kampmann

14 streifzug 12/2009


WEIN DES MONATS

Blindverkoster findet Korn

Bei Blindverkostungen scheidet

sich die Spreu vom Weizen. Bei

dieser Art von Weinprobe muss

sich der Tester, der nicht weiß,

welchen Stoff er im Glas hat,

allein auf seinen Geruchsund

Geschmackssinn verlassen,

er kann nicht von

berühmten Namen und bekannten

Etiketten beeindruckt

und in seiner Beurteilung

beeinflusst werden.

Dennoch rückt der Verkoster

– jenseits der Fragen

nach Reinheit und Sortentypizität

– die

eigenen Vorlieben

ins Zentrum

der Betrachtung.

Das hören Experten

nicht gern, weil Objektivität

die Maxime sein soll.

Manchmal kommt es allerdings

zu kuriosen Überraschungen,

wie unser Wein des Monats

zeigt.

Nach der Vorauswahl von einem

knappen Dutzend Roten aus Süditalien

galt es, einen Top-Winterwein zu finden.

Spitzenreiter nach dem Tasting war

der Primitivo di Manduria »Sud« vom Weingut

Feudi di San Marzano aus Apulien.

Beim Blick aufs Etikett kamen Zweifel auf:

Feudi di San Marzano?

Kurzes Stöbern im Archiv verschaffte

Durchblick: Vor einem Jahr bereits war die

Vorzeigecuvee »Sessantanni« aus jenem

Hause Wein des Monats. Jetzt also der

»Sud«, ein reinsortiger Primitivo – gewisser-

maßen der kleine Bruder des üppigeren

und doppelt so teuren »Sessantanni«. Was

tun? Innerhalb von zwölf Monaten dasselbe

Weingut zweimal vorstellen? Klare Antwort:

Ja, weil der »Sud« weit und breit der

beste Primitivo ist, der sich zum bezahlbaren

Preis finden lässt.

Die Trauben für diesen Gaumenschmeichler

stammen von Rebzeilen aus der Gemeinde

San Marzano. Nach der Gärung

reift der Wein für rund vier Monate in französischen

Barriques.

Im Glas rubinrot. In der Nase weihnachtlich

anmutende Würznoten, Orangenschale,

Beerenfrucht und Süßholz; am Gaumen

weich und

warm, mit viel

Würze, reifer

dunkler Frucht,

schmeichelnder

Vanille und seidigen,

strukturgebenden

Tanninen; würzig-feines

Finish

mit guter Länge.

Fazit: Der Blindverkoster

findet

das Korn – vor allem dann, wenn es so

ähnlich schmeckt wie jenes, das er schon

kennt und für sehr gut befunden hat.

Weinautor Manfred Merz

Meinungen zur Vinothek:

vinothek@mdv-online.de

Weingut Feudi di San Marzano,Primitivo

di Manduria »Sud«, Apulien, Jahrgang

2007, 14 Prozent Alkohol, 10,90 Euro;

Bezug über Weincontor Pfeffermann,

Telefon 0641/37660.

Glatteisgefahr

Selbst für Sommeliers halten Blindverkostungen

Überraschungen parat. Erkannt werden sollen

bei diesem Prozedere neben der Qualität des

Weins auch Rebsorte, Region und Alter. Schon

die vermeintlich einfachste Übung, die richtige

Rebsorte herauszufinden, wird zur Glückssache.

Riesling oder Grüner Veltliner? Beide Gewächse

können über kernige Säure und Zitrusnoten

verfügen. Schnell gerät der Tester aufs Glatteis

und spätestens dann ins Schlingern, wenn er

einen Chenin Blanc im Glas hat. Das fand die

Universität von Kalifornien heraus. Nur 15 Prozent

der an einer Blindverkostung teilnehmenden

Profis konnten diesen Weißwein richtig

benennen. Vollends den Halt verlieren die

Experten, wenn es um Rotweine geht. Einen

Merlot erkannten lediglich 14 Prozent der

Testpersonen.

12/2009 streifzug 15


UNTERWEGS

»Alte Klostermühle«

35423 Lich-Kloster Arnsburg · Telefon 06404/9190 · www.alte-klostermuehle.de

16 streifzug 12/2009

Fotos: Friedrich

Zu den traditionellen Ausflugszielen im

Gießener Land zählt das Kloster Arnsburg

bei Lich. Dort kreuzen nicht nur Fahrradund

Wanderwege die gut erhaltene Zisterzienseranlage

von 1174, die für Konzerte,

Ausstellungen und Hochzeiten (eigene Kapelle)

besonders beliebt ist. Hat man erst

einmal das barocke Portalhaus durchquert,

werden auch schon mal die Parkplätze

knapp. Denn seit 1972 sorgt hier die Familie

Gütlich in der »Alten Klostermühle« –

das 1772 errichtete Fachwerkhaus wurde

sorgfältig renoviert – und im benachbarten

»Alten Brauhaus« für gepflegte Gastlichkeit,

die sich längst bis nach Frankfurt und in

den Taunus herumgesprochen hat. Auch

Bundestagsvizepräsident Dr. Hermann Otto

Solms schätzt nach einem Spaziergang

dort die Einkehr. Patron Klaus Gütlich engagiert

sich seit Jahren für den Ausbildungsnachwuchs,

und selbstverständlich gehört

er seit der ersten Stunde der »Hessen à la

carte«-Kooperation an, was sich natürlich in

der Speisekarte widerspiegelt. So ist die

Variation vom hessischen Weidelamm

(17 Euro) – das Lamm wird vom Tannenhof

in Reiskirchen bezogen – bei den Gästen

ebenso beliebt wie die halbe, knusprig gebratene

Bauernente für 16,80 Euro oder

die Variation von Wild und Ente für 23 Euro.

Das Wild stammt aus heimischer Jagd

in einem Umkreis von 50 Kilometern.

Pünktlich zum Martinstag wurde in den gemütlichen

Fachwerkstuben die Gansbraten-Saison

eingeläutet. Allein am 11. November

schmorten über 50 Gänse unter

fachkundiger Leitung von Küchenmeister

Bruno Sewenig und Stephan Gütlich im

Backofen. Eine eigene Karte offeriert spezielle

Gänsemenüs ab vier Personen. Im-

mer empfehlenswert ist die reichliche Portion

von einer jungen Freilandgans mit glacierten

Maronen, einem köstlich gefüllten

Bratapfel, Rotkohl und Kartoffelklößen

(19,50 Euro). Dazu passt hervorragend die

junge Wintercuvée aus Dornfelder und

Spätburgunder der pfälzischen Winzergenossenschaft

Kallstadt (0,2 l für 4,80 Euro).

Ihrem Ruf als Restaurant mit Anspruch wird

die »Alte Klostermühle« im Dezember ganz

besonders gerecht. An den ersten drei Adventssonntagen

steht im »Alten Brauhaus«

ab 11.30 Uhr das »Hessen à la carte«-Büfett

für 23,50 Euro pro Person bereit. Am

Abend des Nikolaustags serviert dort das

aufmerksame Service-Personal zum Preis

von 39,50 Euro ein festliches Vier-Gänge-

Dinner, das von musikalischen Darbietungen

der Opern- und Musical-Sängerinnen

Beate Ottilie Doliwa und Bettina Skottke,

begleitet am Piano von Irina Mints, umrahmt

wird. Klaus Waldschmidt wird dazu

hessische Weihnachtsgeschichten erzählen.

An den eigentlichen Feiertagen überraschen

– wie jedes Jahr – spezielle Weihnachtsmenüs

die ganze Familie. Eine rechtzeitige

Tischreservierung ist unbedingt

empfehlenswert. Und zu Silvester kann

man zwischen einem gepflegten Jahresausklang-Menü

im Kaminzimmer und Stube

oder der großen Silvesterfeier mit Live-Musik

und Büfett im »Alten Brauhaus« wählen.

Pünktlich um Mitternacht wird dann das

neue Jahr mit einem Glas Winzersekt und

dem großen Feuerwerk im Hof begrüßt.

Marion Schwarzmann

Im Überblick

Sitzplätze: 100 in den Restaurantstuben

der »Alten Klostermühle«,

100 im »Alten Brauhaus«

Küche: Bodenständige Küche mit

Anspruch

Spezialitäten: Gerichte vom

heimischen Lamm und Wild,

knusprig gebratene Bauernente

Öffnungszeiten: Täglich von 7 bis

24 Uhr

Küche ★★★✩

Ambiente ★★★✩

Service ★★★✩

Preise UUU


UNTERWEGS

…in der »Chocolaterie«:

Trüffelherstellung wie vor 100 Jahren

Trüffelherstellung wie vor 100 Jahren werden Linda Gahn-Becker und ihr Team in der »Chocolaterie«

(Mühlstraße) in Gießen an den drei Dezember-Samstagen präsentieren. Am 5., 12. und 19.

wird Gahn-Becker in ihrem Café einen Blick hinter die Kulissen ihrer Schokoladen- und Trüffelmanufaktur

erlauben – natürlich mit Verkostung der soeben fertiggestellten Köstlichkeiten, die die

Mitarbeiter in historischen Gewändern anbieten werden. Die Vorführungen beginnen um 11 und

um 15 Uhr. Dabei wird Gahn-Becker vor den Augen der Gäste in einem Kupferkessel Sahne aufkochen

und später mit der Schokolade vermischen. Nach dem Erkalten veredelt sie ihre Trüffel –

je nach Sorte und Geschmack mit Gewürzen, Pulvern oder Glasur. Das Ergebnis kann man sich

dann genüsslich auf der Zunge zergehen lassen. »Die Faszination der Schokolade ist ungebrochen«,

sagt Gahn-Becker, die auch bei ihren kulturellen Events tolle Resonanz spürt. Dies hat sie

ermutigt, das geplante »Mischkonzept aus Kultur und Schokolade« auszubauen und in der »Chocolaterie«

alle Sinne anzusprechen. Mit Trüffel-Seminaren, Verkostungen und der wunderbaren

szenischen Lesung »Les enfants de chocolat« mit Theater, Chansons, ausgesuchten Weinen und

exquisiter Schokolade, die sich zu ungeahnten Erlebnissen vereinen, hat sie einen guten Weg eingeschlagen.

Den Geschmackssinn trifft sie mit Sorten wie »1001 Nacht« aus einer geheimen Gewürzmischung,

»Vollmilch-Salz« oder einer sortenreinen Tafel aus der Creolo-Bohne, der Königin

der Kakaobohnen, ohnehin. Bis Weihnachten werden Gahn-Becker aber sicher noch andere

Überraschungen gelingen. Die nächste Lesung findet am 30. Januar im Netanya-Saal statt. mac

…auf Geschenkesuche:

Ein besonderes Präsent aus Stadt und Land

Erst seit einigen Tagen erhältlich ist der erstmals von der Kreisverwaltung und Gießen Marketing

aufgelegte Wand-Kunstkalender für 2010 mit Motiven aus Stadt und Landkreis, gemalt

von Josef Krahforst aus Laubach. Stadt-Gießener sollten den Meister unter anderem

durch seine Freilicht-Ateliers kennen, die er auf den Baustellen am Marktplatz und im Seltersweg

eingerichtet hatte. Das Produkt im Format DIN A3 enthält 13 Bilder (hier zu sehen

das Stadttheater in Gießen), von denen sechs – quasi als Zugabe – auch als Ansichtskarte

angeheftet sind. Auf den Rückseiten der Monatsblätter sind die jeweils zu erwartenden

(Groß-)Veranstaltungen des kommenden Jahres aufgelistet, die erwartungsgemäß über

einen lokalen Rahmen hinaus auf Publikumsinteresse stoßen. Erhältlich ist das schmucke

Teil im Büro der Gießen Marketing an der Kongresshalle und im Buchhandel sowie in einzelnen

Rathäusern und Bürgermeistereien im Landkreis. Der Preis beträgt 8 Euro. no

12/2009 streifzug 17


BLICK IN DEN LANDKREIS

God Jul!

und Frohe

Weihnacht!

Vettern und Basen von Rudolf Rotnase, des bei

vielen Kindern rund um den Erdball bekannten

Rentiers, kommen ins Gleiberger Land – zum

»Nordischen Winter« am 19. und 20. Dezember

auf dem Sorguesplatz in Krofdorf-Gleiberg.

»Renrajd Vualka« präsentiert erstmals zu Beginn der Winterferien, wenn ringsum die klassischen

Weihnachtsmärkte längst alle gehalten sind, ein kleines sámisches Nomadenlager, wie es noch

heute während der Begleitung der Rentierherden in Gebrauch ist.

Rudolfs Vettern und Basen weiden in Krofdorf.

Neben dem Lavvo, dem Sámizelt, zählen

Rentierschlitten, Lagergestelle, Felle, Hausrat

und Gegenstände aus der Rentierhaltung zu

den überlebenswichtigen Dingen in der winterlichen

Tundra. Die Besucher erhalten Einblick

in das Leben der Rentierleute – und sie

können Produkte aus dem hohen Norden

Europas erwerben.

»Renrajd Vualka« ist in Schweden zu Hause.

Dort führt Sohn Reto den Rentierbetrieb Flatruet-Rajd,

gehört mit seinen Rentieren zu

dem Sámi-Dorf Mittådalen. Die 48 Bewohner

der abgeschiedenen Gemeinde leben

ausschließlich von und mit dem Rentier. Seit

geraumer Zeit kann man die Kultur der Sámi

auch in Mitteleuropa erleben. Wenn sie

nicht gerade in Nordschweden (oder Krofdorf-Gleiberg)

sind, halten sich Brigitte und

»Renrajd« Uwe Kunze in ihrem Lapplandlager

»Björkträsk« nahe der Sababurg im nordhessischen

Reinhardswald auf. Dort werden

Übernachtungen im Lavvo, Touren mit Rentieren

und unterschiedliche Lappland-Veranstaltungen

geboten.

Traditionelles sámisches Kunsthandwerk,

Slöjd genannt, ist eines der wichtigsten Medien

traditioneller samischer Kultur. Sámi

Slöjd besteht aus zwei Kategorien – hartem

und weichem Kunsthandwerk. Das Erstgenannte

steht für das traditionell männliche

Kunsthandwerk, betrifft in erster Linie Messer

und Trinkbecher, aus Rentierhorn geschnitzt

und kunstvoll verziert. Das eher

AUSGEWÄHLTE WEIHNACHTSMÄRKTE IN DER REGION

27. November bis 22. Dezember

Weihnachtsmarkt Gießen: Innenstadt.

Veranstalter: Gießen Marketing GmbH.

Info: 0641/306-1008. Siehe Seite 19

27. November bis 30. Dezember

Weihnachtsmarkt Wetzlar: Weihnachtliche

Atmosphäre in der Fußgängerzone

27. November bis 3. Januar

Adventsmarkt Wetzlar: Auf dem Schillerplatz.

Mit Adventsdorf

28. November

»Busecker Samstag«: Großen-Buseck, Anger

am Thal’schen Rathaus. Weihnachtliches

Markttreiben mit Gesangsdarbietungen.

Veranstalter: Gemeinde Buseck. Info:

06408/911142

28. und 29. November

Nikolausmarkt Leihgestern: Rund um

die Kirche. Samstag ab 16 Uhr, Sonntag

weibliche Kunsthandwerk meint Stoffe, Armbänder

aus Zinn und anderen Schmuck, Taschen

sowie traditionelle Korbwaren, die aus

Birkenwurzeln gefertigt werden, das sogenannte

Wurzelhandwerk.

»Mehr als ein Weihnachtsmarkt« soll es werden

am genannten Wochenende in Krofdorf-Gleiberg,

zudem ein letzter Treff der

Bevölkerung vor den Feiertagen. Zum Rahmenprogramm

zählt ein »Wichtel-Lampionzug«

am Samstag (16 Uhr), der in der Hauptstraße

startet und zum Sorguesplatz führt.

Was die Freunde der oberhessischen

Weihnachtsmärkte bis dahin landauf, landab

erwartet, hat Heike Bader von der Stabsstelle

Wirtschaftsförderung und Tourismus in

der Kreisverwaltung am Riversplatz zusammengetragen

(siehe Kasten unten).

ab 13 Uhr. Veranstalter: Gewerbeverein

Linden

Christnikelsmarkt Waldgirmes: Alter

Ortskern. Ab 11 Uhr. Veranstalter: Gem.

der Ortsvereine

28. November bis 30. Dezember

Weihnachtsmarkt Marburg: Marktplatz

und rund um die Elisabethenkirche

29. November

Weihnachtsmarkt Krofdorf-Gleiberg: Im

alten Ortskern. Vorweihnachtlicher Krämermarkt

mit Musik. Veranstalter: Gemeinde

Wettenberg. Info: 0641/80446

4. bis 6. Dezember

Grünberger Weihnachtsmarkt: Auf dem

historischen Marktplatz. »Nightshopping«,

Nikolaus für Kinder, verkaufsoffener Sonntag.

Veranstalter: GWG Grünberg. Info:

06401/903430

18 streifzug 12/2009


STADTGESPRÄCH

Mit Glühwein auf die Eisbahn

Als erste Groß-Veranstaltung nach dem Umbau der Fußgängerzone zwischen Marktplatz und

den »Drei Schwätzern« wird der Weihnachtsmarkt in Gießen mit 50 Ständen abgehalten.

Vom 27. November bis zum 22. Dezember können die Besucher täglich in der Innenstadt

flanieren, Leckereien kosten und sich den heißen Glühwein schmecken lassen.

Neben den bewährten Imbissständen werden

auch Kunsthandwerk, Schmuck, Kerzen

und Baumschmuck angeboten. Natürlich

fehlen auch zwei Kinderkarussells nicht. Aufgrund

des durch den Umbau reduzierten

Platzangebotes werden auch die Plockstraße

und die Katharinengasse eingebunden. Bereichert

wird alles durch eine Bühne mit

Krippe und weihnachtlichem Programm zwischen

16.30 bis 17.30 Uhr. Am Adventskalender

am Wallenfels’schen Haus wird an jedem

Adventstag um 16 Uhr ein weiteres

Fenster zugeschaltet. Anschließend hören

die Kleinen eine Weihnachtsgeschichte im

Stadtkirchenturm. Um 18 Uhr schließt sich

das Turmgebet an. Der größte Anziehungspunkt

auf dem Kirchenplatz dürfte wieder

die Eisbahn sein, die bis zum 24. Januar 2010

betrieben und bis 20 Uhr geöffnet wird. Für

einen feinen »Weihnachtsbummel« durch

die Geschäfte öffnet der Einzelhandel am

11. Dezember bis 22 Uhr. Markt-Öffnungszeiten:

Mo. bis Do.: 11 bis 21 Uhr. / Fr. und

Sa.: 11 bis 22 Uhr. / So.: 14 bis 21 Uhr. zg

Die Atmosphäre macht den Weihnachtsmarkt zum besonderen Ereignis.

Foto: Schepp

5. Dezember

Wintermarkt Freienseen: Veranstalter:

Vereinsgemeinschaft. Info: 01 70/52816 15

5. Dezember

Weihnachtsmarkt Reiskirchen: Oberdorfstraße/Pfarrhof.

Von 11 bis 20 Uhr. Mit

Unterhaltungsprogramm. Veranstalter:

Gem. Reiskirchen. Info: 06408/959042

Weihnachtsmarkt Geilshausen: An der

Nikolauskirche. Beginn 11 Uhr. Mit Live-

Musik am frühen Abend. Veranstalter: Ev.

Kirchengemeinde. Info: 06407/13 66

5. und 6. Dezember

Weihnachtsmarkt Lich: Historische Altstadt.

Veranstalter: Gewerbeverein Lich.

Info: 06404/2338

Weihnachtsmarkt Langgöns: Amtshausstraße

und am Mühlberg. Mit über 100

Ständen einer der größeren Landmärkte

der Region. Mit Rahmenprogramm und

Weihnachts-Kunstausstellung. Veranstalter:

Gem. Langgöns. Info: 06403/902016

Weihnachtsmarkt Lahnau: Historischer

Ortskern im Unterdorf Atzbachs

8. Dezember

Laubacher Weihnachtsmarkt: Innenstadt.

Von 10 bis 18 Uhr. Ältester Weihnachtsmarkt

in Oberhessen. Mit Rahmenprogramm.

Veranstalter: Stadt Laubach. Info:

06405/9213 51

11. bis 20. Dezember

Weihnachtsmarkt Alsfeld: Marktplatz.

Täglich von 12 bis 19 Uhr. Glühweinabend

am 17. (20 bis 23 Uhr). Mit Lesungen

im Märchenhaus (14 bis 17 Uhr).

12. und 13. Dezember

Weihnachtsmarkt Hungen: Kernstadt.

Samstag von 14 Uhr bis 22 Uhr, Sonntag

von 14 Uhr bis 18 Uhr. Gewerbeverein

Hungen. Info: 06402/5051 31

12. Dezember

Weihnachtsmarkt Lollar: Schwimmbadstraße.

Mit Musik. Info: 06406/15 83

13. Dezember

Weihnachtsmarkt Rodheim-Bieber:

Rodheim-Bieber, am Bürgerhaus. Markt

mit der größten hölzernen Weihnachtspyramide

aus dem Erzgebirge; für die

Biebertaler gefertigt von deren Freunden

aus der Partnergemeinde Eibenstock.

Veranstalter: Gemeinde Biebertal.

Info: 06409/690

Tipp für den Jahreswechsel: Silvesterwürfeln

in Laubach (15 Uhr, in Altstadt-

Kneipen) und der Silvesterball (20 Uhr)

in der Kongresshalle Gießen.

12/2009 streifzug 19


STADTGESPRÄCH

Foto: mac

Nora Hendgen und Franca Mangiameli testen für den streifzug neun Lebkuchen unterschiedlicher Hersteller.

Lebkuchen im Test:

Nussig muss er sein

Honig, Eier, Mehl, Mandeln, Nüsse und Gewürze wie Pfeffer, Zimt, Ingwer, Anis und Kardamom:

Und schon duftet es nach Weihnachten – und es schmeckt vor allem danach. Lebkuchen

haben im Dezember Hochkonjunktur und sind in aller Munde. Doch welche der

süßen Sünden schmecken am besten? Franca Mangiameli vom Kompetenzzentrum für Ernährungsberatung

in Gießen, die zu den führenden Ökotrophologinnen in Deutschland gehört,

und ihre Mitarbeiterin Nora Hendgen haben für den streifzug neun Lebkuchen verschiedener

Hersteller getestet und dabei ihren Favoriten gekürt – ganz subjektiv natürlich.

Ein Biss in den saftigen Teig mit dem ganz

eigenen Geschmack – und schon stellen

sich bei vielen Menschen Weihnachtsgefühle

ein, selbst wenn es erst Oktober sein

mag. Denn spätestens dann liegen die so

unterschiedlichen Lebkuchensorten, die

doch so viele Gemeinsamkeiten besitzen,

bereits in den Geschäften. Es gibt sie in rund

und in eckig, aber auch in Herzform, mit

und ohne Oblate, mit und ohne Schokoladenüberzug,

mit Mandeln oder Nüssen.

Was in welchen Mengen hinzugefügt werden

sollte, daran scheiden sich die Geschmäcker.

Auch Mangiameli und ihre Kollegin

haben im Vorfeld ganz unterschiedliche

Vorstellungen – liegen aber in ihrer Bewertung

am Ende gar nicht so weit auseinander,

und dass, obwohl nur eine der beiden eine

»wahre Süßschnute« ist. »Ich bin gar nicht so

ein Lebkuchenfan«, gibt Mangiameli, die seit

1999 ein Studio für Ernährungsberatung in

Gießen leitet, zu – probiert aber dennoch

ohne Murren alle neun Sorten. Darunter

sind sowohl Lebkuchen vom Discounter,

von bekannten Marken, aber auch Exemplare

kleiner Hersteller und eine Sorte aus dem

Bio-Laden. Zunächst bewerten die beiden

Jurorinnen, ohne den Hersteller zu kennen,

Aussehen und Konsistenz, dann kommt der

Geschmackstest.

20 streifzug 12/2009


STADTGESPRÄCH

Lebkuchen von

Rosner: Sieger

im redaktionsinternen

Test

Aber was ist überhaupt ein Lebkuchen? Etymologen

streiten noch, ob der Name aus

dem Lateinischen von libum (Fladen) kommt

oder aus dem germanischen laib (Brot).

Sicher ist jedoch, dass es honiggetränkte

Teigfladen bereits zu Zeiten der Pharaonen

gab, diese wurden ihnen als Proviant für die

Reise ins Jenseits mit ins Grab gelegt. Zudem

sollten sie Dämonen vertreiben. Später,

ab dem 12. Jahrhundert, wurde der Lebkuchen

in seiner heutigen Form als Heilmittel

in Klosterapotheken verkauft. Seitdem hat

sich einiges verändert. Doch noch immer

wird der Teig mit Honig und orientalischen

Gewürzen auf eine Oblate gestrichen und

erhitzt. Allerdings verläuft die Herstellung

mittlerweile industriell und zum Süßen werden

heute häufig Sirup, Frucht-, Milch- und

Malzzucker verwendet.

Mit bis zu 43,2 Prozent Zucker und bis zu

21 Prozent Fett sind Lebkuchen nicht gerade

gesunde Lebensmittel. Das betonen auch

die beiden Ernährungsberaterinnen. Um die

Kalorien eines Lebkuchens abzutraineren,

muss man ungefähr eine halbe Stunde joggen.

»Allerdings sind Lebkuchen kalorisch

gesehen besser als Kekse, die mehr Kalorien

auf einem kleineren Volumen haben. Zudem

erreichen Lebkuchen durch die Nüsse

eine schnellere Sättigung. Meist kann man ja

nur einen essen«, sagte Mangiameli. Nüsse

sollten in der Nährwerttabelle mindestens

an zweiter Stelle stehen, zudem sollte man

darauf achten, dass der Zucker möglichst

weit nach hinten rückt und auch nicht außer

Acht lassen, dass sich viele versteckte Zucker

wie Sirup, Frucht-, Milch- und Malzzucker

in Lebkuchen befinden. Den höchsten

Nussanteil findet man bei Elisenlebkuchen,

der 25 Prozent Mandeln oder andere Nüsse

enthalten muss. Wer auf seine Figur achten

will und dennoch nicht auf den süßen Nachtisch

verzichten möchte, sollte zu kleinen

Lebkuchen greifen – und würde so automatisch

weniger essen, sagt Mangiameli. Dies

habe eine Studie mit sogenannten »Weiter-

Essern« bewiesen.

Am Tag des Lebkuchentests denken die beiden

Gießenerinnen allerdings nicht an Kalorien,

sondern lassen sich die runden Gebäcke

schmecken, die ohne Hefe gebacken

werden und deswegen so platt sind. Beide

haben schnell ihre Favoriten gefunden: Nussig,

nicht allzu süß, locker und mit Schokolade

überzogen sollte der Lebkuchen nach

Geschmack der Ernährungswissenschaftlerinnen

sein. »Wer es nicht ganz so süß mag,

sollte zu Lebkuchen mit Schokolade greifen.

Die Bitterschokolade nimmt die Süße und

gibt den herben Geschmack«, erklärt Hendgen,

die gemeinsam mit ihrer Kollegin den

Nürnberger Elisen-Lebkuchen der Firma

Haeberlein-Metzger (in Gießen u.a. erhältlich

bei Karstadt) zum Sieger kürt, der sie vor

allem durch die groben Nüsse, die verschiedenen

Trockenfrüchte und Marzipan im Teig

überzeugt hat. »Davon kann man auch mal

einen mehr essen«, sagt Mangiameli und

lacht. Ganz knapp dahinter landet im Ranking

der gesundheitsbewussten Expertinnen

der Nürnberger Lebkuchen der Firma

Schmidt (erhältlich u.a. am Marktplatz), der

besonders mit der herben Schokolade und

dem saftigen Teig punktet. Bei unserem Test

wird aber auch schnell klar, dass es nicht immer

der exklusive und teure Lebkuchen sein

muss, denn auch die Marke Favorina (»Nicht

so süß, allerdings weniger Nüsse.«) des Discounters

Lidl sowie die Contessa-Lebkuchen

der Firma Bahlsen schneiden sehr gut ab.

Gefallen findet Mangimali auch am Bio-Lebkuchen

der Firma dennree, der bei Optik

und Konsistenz Punkte sammelt, allerdings

wegen der großen Süße nicht völlig überzeugen

kann, genau wie die der Firma Feyler

und der Marke Wintertraum (Aldi Süd).

Durchgefallen ist hingegen der »Pulsnitzer«

Lebkuchen, dessen Schokoladenüberzug geschmacklich

die ohnehin wenigen Gewürze

zu sehr übertüncht habe.

Den redaktionsinternen Test, der sich auf das

reine Geschmackserlebnis beschränkte,

haben die Lebkuchen der Firma Rosner

(www.lebkuchen-rosner.de) gewonnen. Obwohl

die Expertinnen diese Gebäcke nicht

nach ganz vorne werteten, gingen die Taler

aus Waldsassen an der tschechischen Grenze

in der Redaktion weg wie warme Semmeln

und sind unser Geheimtipp: Süß und

saftig. Es ist eben doch alles eine Frage des

Geschmacks – und der ist nunmal verschieden.

nob

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12/2009 streifzug 21


AUSLESE

»Motte & Co«

Weihnachtsmärchen im Stadttheater

Über den Wert der Freundschaft

Lotte, die Motte aus dem Kleiderschrank,

ist nicht gerade das schönste, das größte

oder das stärkste Tier. Sie ist auch sonst

nicht sonderlich beliebt, eher grau und unscheinbar

und bisher höchstens für Löcher

in Kleidungsstücken verantwortlich gewesen.

Aber gerade Lotte träumt davon, den

Titel »Tier des Jahres« zu erringen. Und

endlich scheint diese Chance tatsächlich in

greifbare Nähe gerückt zu sein, denn in

diesem Jahr sind nur die allerkleinsten Tiere

zum Wettbewerb zugelassen, alles »was im

Verborgenen kriecht und krabbelt, kreucht

und fleucht«. Ohne ihren Freunden, den

Holzwürmern Tim und Tom, davon zu erzählen

bewirbt sich Lotte klammheimlich

als Teilnehmerin. Doch dann verplappert

sich Herbert die Postschnecke – und schon

bricht das Wettkampffieber aus. Doch am

Ende wird ausgerechnet der arrogante Marienkäfer

Annemarie Marianne zum Sieger

gekürt. Die Träume von Motte Lotte und

ihren Freunden zerplatzen. Als die eitle

Gewinnerin dann aber im Kleiderschrank

auftaucht und die Freunde in große Gefahr

bringt, sind Ruhm und Konkurrenz schnell

vergessen. Nun heißt es zusammenhalten,

denn gemeinsam gelingt alles immer besser

als alleine.

Das diesjährige »Weihnachtsstück« für die

ganze Familie, »Motte & Co.« ist eine Geschichte

über den Wert von Freundschaft,

über falsche Vorbilder, über den Trug des

schönen Scheins und darüber, dass jede

Eigenart ihre Berechtigung und ihren Platz

hat. Charmante Charaktere, witzige Dialoge

und mitreißende Musik machen das Bühnenstück

zum Erlebnis. Mit Humor, Spielfreude

und viel Fantasie hat Abdul-M. Kunze,

Regisseur und Leiter des Kinder- und

Jugendtheaters, zusammen mit Thomas

Döll (Bühne) und Bernhard Niechotz (Kostüme)

den Lebensraum der kleinen Tiere

liebevoll ausgestaltet: Mit gigantischen

Kleiderbügeln, meterhohen Schuhcremedosen

und zentnerschweren Garnrollen

wird aus dem Kleiderschrank ein Abenteuerspielplatz,

in dem die kunterbunten Insektenfreunde

zeigen, dass sie den Titel

»Team des Jahres« wirklich verdienen.

»Motte & Co.« ist ein Familienstück für alle

ab 6 Jahren von Gertrud Pigor. Die Musik

kommt von Jan Fritsch. Premiere war bereits

am 19. November im Stadttheater.

Weitere Vorstellungen: 29. November,

15 Uhr; 6. Dezember, 11 und 15 Uhr;

13. Dezember, 11 Uhr; 16. Dezember,

15 Uhr; 20. Dezember, 11 Uhr; 26. Dezember,

15 und 18 Uhr.

Mit: Christin Heim, Kyra Lippler, Petra

Soltau, Carolin Weber; Frerk Brockmeyer,

Rainer Hustedt, Milan Pesl, Harald Pfeiffer,

Christian Lugerth, Gunnar Seidel.

22 streifzug 12/2009


AUSLESE

KONZERT

Liebe und Hass

3. Dezember: Jochen Distelmeyer

präsentiert neues Album »Heavy«

Liebe und Hass – gegensätzlicher können die

Gefühle nicht sein, die Jochen Distelmeyer

seinen Fans am Donnerstag, 3. Dezember,

um 20 Uhr im Musik- und Kunstverein Gießen

(MuK) mit seinem neuen Album »Heavy«

näherbringen wird. Es ist das erste Solo-Projekt

des intellektuellen Ausnahmekünstlers,

der mit seiner Popband »Blumfeld« die deutsche

Musiklandschaft über 17 Jahre lang maßgeblich

geprägt hat. Mit eindringlicher Klarheit

und emotionaler Intensität behandelt Distelmeyer

in seinem neusten Werk Gefühle wie

Glück, Verlust und Trauer, Freude und Wut in

einer Welt im Wandel. Dabei bleibt er seinem

über die Jahre gepflegten »Blumfeld-Stil«

auch als Solo-Künstler weitgehend treu. Distelmeyer

gilt als Mitbegründer der Hamburger

Schule, eine freie Musikbewegung, die

Ende der 80er Jahre entstand. Sie schloss an

die »Neue Deutsche Welle« an und verknüpfte

sie mit Elementen von Punk, Grunge und

Pop. Auch »Tocotronic« und »Die Sterne« erlebten

in dieser Zeit ihre ersten Erfolge. Die

vor allem deutschsprachigen Texte sind anspruchsvoll,

gesellschaftskritisch und linkspolitisch.

Distelmeyers Gesang und seine Musik

galten seinerzeit als radikaler Neuanfang in

der deutschen Musikszene. Er selbst reißt seine

Anhänger und Kritiker oft zu kontroversen

Diskussionen hin. Co-Produzent von Distelmeyer

ist Andreas Herbig, der schon Udo Lindenberg

nach mehrjähriger Musik-Abstinenz

2008 zu dessen Anschlusserfolg verhalf. Die

Tickets für diesen Abend kosten 15 Euro

(zzgl. Gebühren) und sind im Internet unter

www.muk-giessen.de erhältlich. An der

Abendkasse gibt es Karten für 18 Euro. Einlass:

19 Uhr.

zg

Rapante, Rapante

12. Dezember: Puppenspieler

Marik und der blinde Maulwurf

Lange war er einer der Spitzenreiter auf »you-

Tube«: René Mariks cholerischer Maulwurf

mit dem fatalen Sprachfehler. Gemeinsam

mit dem Puppenspieler Marik kommt der

nun mit dem aktuellen Bühnenprogramm für

Erwachsene »Autschn! Ein Abend über die

Liebe« nach Gießen ins Audimax. Mithilfe seiner

schrägen Protagonisten wird Marik am

12. Dezember ab 20 Uhr das Publikum zum

Toben bringen. Dazwischen trägt er traurigschöne

Lovesongs und schräge Gedichte vor,

und glänzt in einer Standup-Nummer als Berliner

Hartz-IV-Empfänger Kalle. Der heimliche

Star aber ist der blinde Maulwurf mit Gehstock

und Sprachfehler. Wer dieses Szenario

BÜHNE

live erlebt, wird Tränen lachen. Marik, den die

»TAZ« einen »Romantiker, der an der Realität

verzweifelt« nennt, ist einer jener Künstler, die

ihre Karriere im Internet begonnen haben.

Die Mischung aus Puppenspiel, Bardengesang

und investigativer Blödsinnsforschung des diplomierten

Puppenspielers wurde schlagartig

bekannt, als man auf »youTube« einige Clips

von ihm platzierte. Diese erlangten in kürzester

Zeit Kultstatus. Es folgten Auszeichnungen

wie der Cabinet-Preis und der Prix Pantheon

sowie eine enorme Medienresonanz. Nun

kommt Marik mit dem blasierten aber gescheiterten

Schauspieler-Frosch Herr Falkenhorst,

mit Plüscheisbär Kalle, einem bodenständigen

Genießertypen mit Berliner

Schnauze, und natürlich seiner anrührend-tragischen

Kultfigur, dem Maulwurf mit Sprachfehler,

der Rapunzel leidenschaftlich den Hof

macht, nach Gießen. Sein Ausspruch: »Rapante,

Rapante, lass’n Haate daate! Manno!« ist

längst ebenso zum Kult geworden wie Mariks

Witz zu seinen überraschenden Themen. zg

DISKO/PARTY

Feier-Tage

Rund um Weihnachten: Rhythmusgymnastik

am Boxing Day

Die Feiertage in Gießen zu verbringen, ist in

diesem Jahr kein Grund, sich unterm Weihnachtsbaum

zu verstecken. Während es

beim »Winterstadl« der Möbelstadt Sommerlad

an allen Dezember-Wochenenden heiß

her geht, haben sich auch die Clubs der Uni-

Stadt etwas einfallen lassen. Bei Sommerlad

in der Pistorstraße finden in einem Partyzelt

mit 1200 Sitzplätzen und Skihütten-Flair anlässlich

des 80. Geburtstags gleich mehrere

Höhepunkte statt. Am 27. November beginnen

dort die Partymacher Antonia und Mickie

Krause mit dem starken Programm. Peter

Wackel kommt am 18. Dezember vorbei

und am Heiligen Abend steigt ab 22 Uhr

dort die »X-Mas-Party«. Aber auch im Ulenspiegel

geht es nicht besinnlich zu. Am

23. Dezember steigt ab 21 Uhr die »Coming

Home For Christmas Party«, wo sich Gießener

mit alten Kumpels treffen, die der Uni-

Stadt mittlerweile den Rücken gekehrt haben,

für die Feiertage aber wieder nach

Hause kommen. Am ersten Feiertag geht es

dort weiter mit der xmas-tanzbar, ehe am

26. die Weihnachtsfeier des Greenhill Skateshops

folgt. Inhaber Frank Loth hat dazu das

»Team Rhythmusgymnastik« (Foto) eingeladen.

Die beiden DJs Sebastian Mortan und

Nils Gabsa, beide gebürtig aus Gießen, bieten

eine sehenswerte Live-Performance und

werden ihr Publikum zum Schwitzen bringen.

Traditionsreich ist auch die »Traditional

Boxing Day Show« von Mark Gillespie am

26. im Irish Pub. Aber auch im MuK (25./26.),

im Scarabee (24. bis 26.) oder im Kunstkeller

(25./26.) darf getanzt werden. Weitere

Events des »Winterstadls« und weitere Partys

im Veranstaltungskalender.

zg

12/2009 streifzug 23


27.11. –22.12.2009

Rund 60 Marktstände in der Fußgängerzone

Öffnungszeiten

Montag –Donnerstag: 11:00 –21:00 Uhr

Freitag &Samstag: 11:00 –22:00 Uhr

Sonntag: 14:00 –21:00 Uhr

11.12.09 |bis 22:00 Uhr

Weihnachtsbummel durch die

Gießener Geschäfte mit

vielen Überraschungen

Eisbahn auf dem Kirchenplatz

Mit Beginn des Weihnachtsmarktes

bis zum 24. Januar 2010



Neu

Gießen Entdecken –Bilder einer lebendigen Stadt

Der

neue Gießen-Bildband bietet

auf

über

130 Seiten

Einblickeindie Facetten der Stadt.Mit Fotografien von

Gießener

Bildjournalisten und zweisprachigen Texten

(deutsch,englisch) englisch)

Gießener

Textjournalisten.

Herausgeber:Gießen Marketing GmbH

Preis: 22,50 ₠


Neu

Kalender 2010

Impressionen Stadt

und Landkreis

Gießen

Kalender

mit

Bildern des

Malers

Josef

Krahforst (Laubach).

Impressionen vonSehenswürdigkeiten und

Naturlandschaften aus

Gießen und aus

dem Gießener

Land

Herausgeber:Gießen Marketing GmbH

und Wirtschaftsförderung des

Landkreises

Gießen

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Tourist-Information Gießen

Berliner Platz2(Kongresshalle)

Tel: 0641 975 11 60

E-Mail: tourist@giessen.de

2010

Impressionen Stadt und

Landkreis Gießen

Bilder vonJosef Krahforst

Öffnungszeiten

Montag –Freitag 9:00 –18:00 Uhr

Samstag 10:00 –14:00 Uhr

www.giessen-marketing.de

24 streifzug 12/2009


VERANSTALTUNGEN IM DEZEMBER

Veranstaltungen

der Region

1 DIENSTAG

BÜHNE

Gießen

Die Zauberflöte

Oper von W. A. Mozart mit der Prager

Kammeroper. Eintritt 13 bis 30 Euro

➛ 17.00 Kongresshalle

KONZERTE

Gießen

Horse Feathers + Arlito

Indie-Folk-Band aus den USA. »Curse in the

weeds« sollte eigentlich jeder Folk-Liebhaber

kennen. Ruhige Musik mit dem Zusatz von

Streichinstrumenten versehen. Als Support wird

Arlito mit seiner Gitarre dabei sein.

Eintritt 8 bis 10 Euro. Einlass 20 Uhr

➛ 20.30 MuK

LESUNGEN/VORTRÄGE

Gießen

Warum werden Kinder erzogen?

Kindervorlesung mit Prof. Dr. Vera Moser

(Heil- und Sonderpädagogin).

Für Kinder von 8 bis 12 Jahren

➛ 16.15 Uni-Hauptgebäude

Lich

Rechtsextremismus:

Eine neue Herausforderung für den Sport

Vortrag von Jürgen Tolksdorf.

Infos: www.kultur.lich.de

➛ 19.00 Rathaus

2 MITTWOCH

BÜHNE

Gießen

Woyzeck

Dramenfragment von Georg Büchner

➛ 19.30 Stadttheater

1. Dezember

Die andere Seite

Präventionstheaterstück zum Amoklauf an

Schulen. Eintritt 6 bis 9 Euro

➛ 19.30 Kleine Bühne

Sigurd, der Drachentöter

Öffentliche Probe und Einführung in die Oper

für junge Menschen von Andy Pape mit

Leitungsteam und Mitgliedern des Ensembles.

Ab 12 Jahren

➛ 20.00 TiL

Gießen

DISKO/PARTY

Der Untergrund lebt

Electro, EBM, Metal, Gothic, Dark Wave.

Mit DJ Nachtschwester

➛ 22.00 Scarabee

Gießen

KONZERTE

Burkhard Mayer Quintett

Elektrojazzgitarrengroove mit Burhard Mayer,

Ben Schäfer, Hans Kreuzinger, Jojo Eichenauer

und Chistoph Jilo

➛ 20.00 Ulenspiegel

Trio Saphiro

Klassik-Winterkonzert

➛ 20.00 Rathaus

Keith Coles

Rock and Blues

➛ 21.00 Irish Pub

Gießen

LESUNGEN/VORTRÄGE

Aids-Waisen in Namibia

Studierende informieren über ihr Engagement

für ein Waisenhaus

➛ 19.30 Institut für Soziologie der JLU,

Karl-Glöckner-Straße 21 E, Raum 207

Gießen

rätsel!

Bis zum 20. Februar 2010 ist die Sonderausstellung »rätsel« mit

über 20 neuen Experimenten zum Knobeln im Mathematikum

zu sehen. Spannende Kopfnüsse warten darauf, gelöst zu werden.

Bewährte und neue Rätsel »zum Anfassen« fordern das

Gehirn heraus. Die Besucher können Zahlenreihen fortsetzen,

magische Quadrate lösen oder binäre Schlösser knacken. Ein

Höhepunkt ist das Diamantenlotto, bei dem man sechs echte

Diamanten gewinnen kann. Die Sonderausstellung ist im Eintrittspreis

enthalten und zu den bekannten Zeiten geöffnet. Das Mathematikum ist auch

zwischen den Jahren vom 26. bis 30. Dezember geöffnet. An diesen Tagen erhält jeder Besucher

ein speziell entwickeltes weihnachtliches Knobelspiel. Am 24., 25. und 31. Dezember

bleibt das Museum geschlossen.

➛ Mathematikum

Ausstellung

Ihre Veranstaltungen in der

Kongresshalle Gießen

01.12. | Dienstag | 17 Uhr

»Die Zauberflöte«

Oper von W.A. Mozart für die ganze

Familie

www.reservix.de

04. + 05.12. | Fr./Sa. | 20 Uhr

Schlussbälle Tanzschule Bäulke

www.tanzschule-baeulke.de

08.12. | Dienstag | 19 Uhr

Nicolai Friedrich »Magie mit Stil,

Charme & Methode«

www.konzertbuero-emmert.com

12.12. | Samstag | 14 Uhr

Weihnachts-Seniorennachmittag

Magistrat der Stadt Gießen

13.12. | Sonntag | 10–16 Uhr

Modellbahn-Auto-Tauschbörse

Sylvia Berndt, Waldkappel

16.12. | Mittwoch | 17 Uhr

Kindermusical »Ritter Rost feiert

Weihnachten«

www.reservix.de

19.12. | Samstag | 19 Uhr

Russ. Kabarettist Sergey Drobotenko

www.okei.de oder www.germany.ru

20.12. | Sonntag | 19.30 Uhr

Weihnachtskonzert mit dem

Blasorchester Reiskirchen

Förderkreis Musikjugendpflege

30.12. | Mittwoch | 20 Uhr

The Golden Gospel Singers

www.konzertbuero-emmert.com

31.12. | Donnerstag | 18.30 Uhr

Silvesterball

Gießener

Gesamtfünfziger-Vereinigung

03.01. | Sonntag | 10–16 Uhr

Modellbahn-Auto-Tauschbörse

Sylvia Berndt, Waldkappel

05.01. | Dienstag | 20 Uhr

Musical Starlights »Best of Musicals«

www.joko.de

12/2009 streifzug 25


VERANSTALTUNGEN IM DEZEMBER

3 DONNERSTAG

AUSSTELLUNGEN

Gießen

Künstler, Tod und Königsklopfen

Ausstellungseröffnung mit Einführung von

Dr. Friedhelm Häring (Museumsdirektor) und

Vorstellung des Buches von Birgit Klös

➛ 17.00 Altes Schloss

BÜHNE

Gießen

Der geheime Garten

Musical von Lucy Simon und Marsha Norman

➛ 19.30 Stadttheater

Wetzlar

Peter Pan

Kinderstück von James Matthew Barrie

➛ 10.00 Stadthalle (auch um 15.00)

DISKO/PARTY

Gießen

Land unter

Indietronics, Newrave, Discopunk, Elektro,

House

➛ 22.00 Scarabee

KONZERTE

Gießen

Jochen Distelmeyer

Der Ex-Blumfeld-Sänger präsentiert sein

Solo-Album. Siehe Seite 23

➛ 20.00 MuK

Jack Beauregard – Pop, Indie, Electronica

➛ 20.30 Ulenspiegel

Keith Coles – Rock and Blues

➛ 21.00 Irish Pub

SONSTIGES

Grünberg

4. Grünberger Nachtgedanken

Pfarrer Wiskemann liest adventliche Texte

➛ 21.00 Stadtkirche

4 FREITAG

Gießen

Die Zauberflöte

➛ 19.30 Stadttheater

BÜHNE

The secret lives of Henry & Alice

Englischsprachige Komödie. Eintritt 9 bis 12 Euro

➛ 19.30 Kleine Bühne

Alsfeld

Mirja Boes

Die bekannte Comedy-Frau (»Die dreisten Drei«)

präsentiert ihr neues Programm »Erwachsen

werd ich nächste Woche«. Tickets 21,50 Euro.

Vorverkauf: 06631/70 5440

➛ 20.00 Stadthalle

DISKO/PARTY

Gießen

Roy Hammer & die Pralinés

Party und Live-Konzert im Winterstadl-Zelt zum

80. Geburtstag von Möbelstadt Sommerlad.

Eintritt 7 Euro

➛ 19.00 Möbelstadt Sommerlad

Romania Klezmania

Die Musiker der Bakad Kapelye und die Tänzerinnen

des Duos Noaem, bekannt als Klezmerbzw.

Balkanband und indisch-orientalische Tanzgruppe,

wollen beide Elemente vereinen. Im Anschluss

Balkan Beats mit DJ Don Cayetano und

DJ Pilotem. Eintritt 7 bis 9 Euro

➛ 20.30 MuK

Campusnight – Winter Edition

Mit DJ-Team von Planetradio mit Party Classix,

Charts und R’n’B. Infos: campusnightdeluxe.de

➛ 21.00 Hessenhallen

Party tanzbar feat. Captain Disco

➛ 21.30 Ulenspiegel

More Than A Depeche Mode Party

80’s, Wave, Electro, Classics and more.

Mit DJ Cel’ardor

➛ 22.00 Scarabee

FÜHRUNGEN

Gießen

Führung durch das Mathematikum

➛ 16.00 Mathematikum

KONZERTE

Gießen

Springfield

Rock-Indie-Musik

➛ 21.00 Irish Pub

Grünberg

Berry Blue + Band

➛ 20.30 Jazz-Club

MÄRKTE

Grünberg

Weihnachtsmarkt

Einkaufsnacht bis 23.00 mit Livemusik

➛ 20.00 Innenstadt

SONSTIGES

Hoherodskopf

Dem Nikolaus begegnen (auch am 5.)

Während einer kleinen Wanderung werden

Symbole, Bräuche und Legenden lebendig, und

plötzlich erscheint Nikolaus mit Knecht Ruprecht

und seinem Esel, schwer beladen mit Geschenken,

während die Teilnehmer am Lagerfeuer

einem Märchen lauschen. Treffpunkt wird bei

Anmeldung bekannt gegeben. Teilnahme 8 Euro

(incl. Getränk). Infos unter 06644/7529

➛ 16.30 Hoherodskopf

5 SAMSTAG

Gießen

BÜHNE

Adventskalendertürchen

Der Juniorclub erzählt Märchen

➛ 15.00 Stadttheater

Baumeister Solness

Schauspiel von Henrik Ibsen

➛ 19.30 Stadttheater

The secret lives of Henry & Alice

Englischsprachige Komödie. Eintritt 9 bis 12 Euro

➛ 19.30 Kleine Bühne

Die 39 Stufen

Kriminalkomödie von John Buchan und Alfred

Hitchcock. Bearbeitet von Patrick Barlow

➛ 20.00 TiL

Alsfeld

8. Dezember

Mundstuhl

Die »Echo«-Preisträger Mundstuhl präsentieren

mit »Sonderschüler« ein fulminantes Feuerwerk

deutscher Comedy und ihr nach eigenen Angaben

bisher lustigstes Programm.

Vorverkauf: 06631/70 5440

➛ 20.00 Stadthalle

Wettenberg

Rumpelstilzchen

Mit dem Wettenberger Sammelsurium.

Infos: www.wettenberger-sammelsurium.de

➛ 15.00 Mehrzweckhalle Krofdorf-Gleiberg

Gießen

DISKO/PARTY

Karaoke Deluxe mit Andy Pfälzer

➛ 21.00 Ulenspiegel

Alternative Dance Party mit Snow in August

Der Partyklassiker mit Rock, Indie, Electro, Emo

& Hardcore zum Tanzen & Feiern vom Robo DJ-

Team. Im »1022« live on stage: Die Indie Rockband

Snow in August. Eintritt 4 Euro

➛ 22.00 MuK

Insideout – To Really Rock It Up

Mit DJ Loki

➛ 22.00 Scarabee

Houseparty

Benefizparty zugunsten Space Party Crew.

Mit Ziel 100, Marco Gorek und Alex D.I.O.R

➛ 22.00 Kunstkeller

Gießen

Nicolai Friedrich

Nicolai Friedrich zaubert nicht nur, er verzaubert. Er fesselt

mit seiner Ausstrahlung, seinem Charme und seinem komödiantischen

Talent. Die Lust und Freude an seiner Arbeit ist jederzeit

spürbar und überträgt sich auf sein Publikum. In den

letzten Jahren hat sich der »magische Unterhaltungskünstler,

intensiv mit der Kunst der Mentalmagie beschäftigt. Seine

Interpretation der Magie geht weit über die herkömmliche

Zauberkunst hinaus und lässt die Zuschauer an die Existenz

übersinnlicher Fähigkeiten glauben. Seine Darbietung überzeugte

auch die Jury der »Weltmeisterschaft der Magier« in Peking. Sie kürte Friedrich zum

Weltmeister in der Königsdisziplin Mentalmagie. Im Fernsehen verlieh der Mentalmagier

bei »The next Uri Geller« zauberhafte Momente.

➛ 19.00 Kongresshalle

Bühne

26 streifzug 12/2009


VERANSTALTUNGEN IM DEZEMBER

FLOHMÄRKTE

Gießen

Trödelmarkt

➛ 7.00 Rodheimer Straße

Buseck

Floh- und Trödelmarkt

➛ 8.00 Sammler- und Hobbywelt

KONZERTE

Gießen

Solid Boogie Blaster

➛ 21.00 Irish Pub

Laubach

Benefizkonzert

Mit Karin Pagmar

➛ 18.00 Schloss

Wetzlar

Tom Astor

➛ 19.30 Bürgerhaus Münchholzhausen

MÄRKTE

Biebertal

Adventsmarkt

➛ 15.30 Burgplatz Vetzberg

Grünberg

Weihnachtsmarkt (bis 6. 12.)

➛ 11.00 Innenstadt

Hungen

Weihnachtsmarkt

➛ 14.00 Mehrzweckhalle Inheiden

Lahnau

Adventsmarkt (bis 6. 12.)

➛ 10.00 Ortskern Atzbach

Langgöns

Weihnachtsmarkt (bis 6. 12.)

➛ 16.00 Am Mühlberg

Laubach

Weihnachtsmarkt Freienseen

➛ 11.00 Stadtkern

Lich

Weihnachtsmarkt (bis 6. 12.)

➛ 11.00 Altstadt

Rabenau

Weihnachtsmarkt (bis 6. 12.)

➛ 11.00 Kirche Geilshausen

Reiskirchen

Weihnachtsmarkt

➛ 11.00 Oberdorfstraße/Alter Pfarrhof

SONSTIGES

Gießen

Auerochse oder Amöbe?

Expedition in Kandinskys phantastisches

Tierreich. Für Kinder von 6 bis 9 Jahren.

Anmeldung: 0641/3062477

➛ 11.00 Altes Schloss

6 SONNTAG

BÜHNE

Gießen

Motte & Co

➛ 11.00 Stadttheater (auch um 15.00)

Poetry Slam

Workshop und Abschlussveranstaltung

➛ 13.00 Jokus

Jauchzet, frohlocket …

Adventliche Chormusik

➛ 18.00 Stadttheater

Norway today

➛ 20.00 TiL

Wettenberg

Rumpelstilzchen

Mit dem Wettenberger Sammelsurium.

Infos: www.wettenberger-sammelsurium.de

➛ 15.00 Mehrzweckhalle Krofdorf-Gleiberg

DISKO/PARTY

Gießen

Discofox-Party

Tanzparty für Paare und Singles. Eintritt 3,50 Euro

➛ 20.30 Astaire’s

FLOHMÄRKTE

Gießen

Antik & Trödel

➛ 8.00 Hessenhallen

Buseck

Modellbaubörse

➛ 10.00 Sammler- und Hobbywelt

KONZERTE

Gießen

Benefizkonzert

Mit Fredrik Vahle, Beate Lambert & Band

➛ 15.00 Petruskirche

Die drei Stimmen – Ausverkauft

➛ 17.00 Pankratiuskapelle

Buseck

Nicolaus-Matineekonzert

Mit der IGS Busecker Tal

➛ 11.00 Aula der GS Großen-Buseck

Lich

Orgelvesper zum Weihnachtsmarkt

Mit Kantor Christoph Becker

➛ 17.00 Marienstiftkirche

Musik der Welten

Basem Darwisch ist der Botschafter der ägyptischen

Musik in Deutschland. Seine Kompositionen

verbinden Jazz und arabisch-nubische Melodien

mit traditionellen Rhythmen

➛ 20.00 Bezalel-Synagoge

SONSTIGES

Gießen

Festgottesdienst zum Jahrestag

der Bombardierung Gießens und der

Zerstörung der Stadtkirche

Anschl. Gedenken an die Bombennacht 1944

mit dem Oberbürgermeister und Eröffnung der

Ausstellung über Otto Bartning

➛ 10.00 Pankratiuskapelle

7 MONTAG

DISKO/PARTY

Gießen

Pub Quiz mit Susi und Maddin

➛ 21.00 Irish Pub

Independent tanzbar feat. Harry Kane

➛ 21.30 Ulenspiegel

8 DIENSTAG

KONZERTE

Gießen

Dirk Darmstädter

Der Hamburger spielt einen klaren Gitarrensound

und bringt seine Texte auf den Punkt.

Längst kein Geheimtipp mehr.

➛ 20.30 Ulenspiegel

Juwelier

25% Rabatt

auf alle Longines-Uhren

wegen Kollektionswechsel

Schauen Sie sich um–sprechen Sie uns an!

Juwelier

Bahnhofstraße 6·35390 Gießen · Tel. (06 41) 76408

–exklusiv in Gießen

GIESSENER WOCHENMARKT

Immer mittwochs und samstags

herrscht in Gießen auf dem Brandplatz,

dem Lindenplatz und in der Marktlaubenstraße

von 7 bis 14 Uhr beim

größten traditionellen Wochenmarkt

der Region mit frischen Produkten ein

buntes Treiben.

12/2009 streifzug 27


VERANSTALTUNGEN IM DEZEMBER

GEWINNSPIEL

Anrufen* und

3x2 Eintrittskarten gewinnen!

Pasión De

Buena Vista

Sonntag, 3. Januar 2010

Beginn: 18.00 Uhr

Rittal Arena Wetzlar

Wenn es etwas gibt, das die kubanische

Mentalität am besten widerspiegelt, so ist

es die Musik. Nicht umsonst haben die

heute in aller Welt bekannten Musikstile

wie Rumba, Mambo, Cha-Cha-Cha und

Salsa ihren Ursprung auf Kuba. Heiße

Rhythmen, mitreißende Tänze, exotische

Schönheiten und traumhafte Melodien

führen Sie durch das aufregende Nachtleben

Kubas. PASIÓN DE BUENA VISTA

entführt Sie auf die Straßen der karibischen

Insel und vermittelt Ihnen puren

kubanischen Rhythmus.

Eine zehnköpfige Live Band von alteingesessenen

kubanischen Unikaten, in

Kuba umschwärmte Sänger, Tänzer aus

der legendären TROPICANA SHOW

Havanna sowie einzigartige Bühnenkulissen

mit atemberaubenden Projektionen

werden Sie mit dem Humor und dem

Temperament Kubas anstecken.

*Termin:

Dienstag, 1. Dezember 2009,

10 –11 Uhr, Tel. 06 41/30 03-2 23

(Abgabe nach Anrufeingang solange

Vorrat reicht)

streifzug

Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

JANUAR-AUSGABE

Erscheinungstermin: 31. Dezember 2009

Anzeigenschluss: 11. Dezember 2009

Buseck

Wohltätigkeitskonzert

Mit dem Heeresmusikkorps 2 Kassel zugunsten

der Aktion für Menschen mit Behinderung.

Eintritt 8 bis 10 Euro

➛ 19.30 Kulturzentrum Schlosspark

LESUNGEN/VORTRÄGE

Gießen

Beutelspachers Sofa

Mathematikunterricht für die Kleinen bedarf

einer ganz besonderen Einfühlung. Frau Prof.

Dr. Lengnink erklärt, welche Chancen sich dabei

bieten und wie man diese nutzen kann

➛ 19.30 Mathematikum

MÄRKTE

Laubach

Weihnachtsmarkt

➛ 10.00 Altstadt

9 MITTWOCH

DISKO/PARTY

Gießen

Der Untergrund lebt

Electro, EBM, Metal, Gothic, Dark Wave.

Mit DJ Lecur

➛ 22.00 Scarabee

KONZERTE

Gießen

Chicago Five + One

➛ 20.00 Lahnterrassen

Jördis Tielsch Band

Ein 13-jähriges Mädchen mit einer umwerfenden

Stimme und feinem Geigenspiel

➛ 20.30 Ulenspiegel

Gelon – Solo Electric, Acoustic, Rock

➛ 21.00 Irish Pub

LESUNGEN/VORTRÄGE

Gießen

Bergbau in Gießen?

Gießener Braunsteinwerke 1843–1976.

Vortrag von Dr. Philipp Bockenheimer.

Infos: www.ohg-giessen.de

➛ 20.00 Netanya-Saal

10 DONNERSTAG

BÜHNE

Gießen

Woyzeck

Dramenfragment von Georg Büchner

➛ 19.30 Stadttheater

Die drei Stimmen – Ausverkauft

➛ 19.30 Pankratiuskapelle

DISKO/PARTY

Gießen

Land unter

New Rave, Electropunk, Indie, Riotdisco.

Mit DJ Jimmy

➛ 22.00 Scarabee

KONZERTE

Gießen

Lechouga

Die Marburger spielen einen bunten Crossover

aus Ska, Rock, Reggae, Balkan und Tango, unterlegt

mit lateinamerikanischen und afro-cubanischen

Rhythmen

➛ 21.00 Ulenspiegel

Louis Fitz – Irish Folk Music

➛ 21.00 Irish Pub

11 FREITAG

BÜHNE

Gießen

Clandestino (UA)

Tanzstück von Tarek Assam

➛ 19.30 Stadttheater

The secret lives of Henry & Alice

Englischsprachige Komödie. Eintritt 9 bis 12 Euro

➛ 19.30 Kleine Bühne

Premiere:Sigurd, der Drachentöter

Oper für junge Menschen von Andy Pape

➛ 20.00 TiL

DISKO/PARTY

Gießen

Redsdepartment XXL-Party mit Live-Performance

Im Winterstadl-Zelt. Eintritt 7 Euro

➛ 19.00 Möbelstadt Sommerlad

NightWax – Releaseparty

Mega-Event zur neuen Nightwax-CD. Houseund

Electrobeats. Mit Female Deejays, Dirk

Dreyer, Lutz Markwirth

➛ 20.00 Hessenhallen

Party tanzbar feat. Captain Disco

➛ 21.30 Ulenspiegel

90er Eurodance Party Vol. 7 + 90er Rock Floor

Eine Party für alle, die in den 90ern großgeworden

sind und diese Zeit vermissen. Mit DJ Shorty

Lex im »1022«: Rock Floor von »Fear Factory«

bis »Oasis«, von »Nirvana« bis »Dog Eat Dog«.

Eintritt 4 Euro

➛ 22.00 MuK

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8. Dezember

Gießen

K.I.Z.

Schwarzer Humor, Ironie und Sarkasmus sind die

Markenzeichen der deutschen HipHop-Formation

K.I.Z., die ihr neustes Album »Sexismus gegen

Rechts« in Gießen vorstellen. Mit Songs wie

»Selbstjustiz«, »Preisschild« und »Töten« greifen Tarek,

Maxim, Nico und DJ Craft Missstände in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft auf und

lassen kein Tabu unerwähnt. K.I.Z. rufen ihr Publikum zur Revolution auf. Dass das gelingt,

zeigt der Ansturm auf die Karten. Die Tickets für das im MuK geplante Konzert waren so

schnell weg, dass es in die Hessenhalle verlegt wurde. K.I.Z. landete 2008 mit »Hahnenkampf«

auf Platz 9 der Albumcharts. Die Band bezeichnet ihre Tourneen auf unverwechselbar

sarkastische Art als Siegeszug der besten deutschen HipHop-Band seit den 70ern.

VVK: 22 Euro unter www.giessen-tickets.de. AK: 23 Euro.

➛ 20.00 Hessenhalle

Konzert

28 streifzug 12/2009


VERANSTALTUNGEN IM DEZEMBER

Sonic Attack

Indie, Alternative, Emo, NuMetal, Electronics,

Balkanbeats, Punk und diverse Extravaganzas.

Mit DJenny

➛ 22.00 Scarabee

FÜHRUNGEN

Gießen

Die Pankratiuskapelle

Führung durch die Kapelle mit Dagmar Klein

➛ 17.00 Pankratiuskapelle

KONZERTE

Gießen

Acht-Cappella

Gospel, Pop, Rock und Folk. Eintritt 7 Euro

➛ 19.00 ZiBB

Cubano Auge

Salsa-Konzert

➛ 21.00 Jet-Set

Connemara Blue – Irish Folk, Rock

➛ 21.00 Irish Pub

Grünberg

Tiefenrausch-Klangkombinat

➛ 20.30 Jazz-Club

Wettenberg

Adventskonzert »Nun singet und seid froh…«

➛ 19.30 Margaretenkirche Krofdorf

SONSTIGES

Gießen

Weihnachtsbummel

Ladenöffnung bis 22.00

➛ Innenstadt

12 SAMSTAG

AUSSTELLUNGEN

Langgöns

Rot Blau Gelb

Von Sigrid Böhmer

➛ 15.00 Rottweg 23

BÜHNE

Gießen

Adventskalendertürchen

Der Juniorclub erzählt Märchen

➛ 15.00 Stadttheater

Der geheime Garten

➛ 19.30 Stadttheater

The secret lives of Henry & Alice

Englischsprachige Komödie

➛ 19.30 Kleine Bühne

Aussetzer

Schauspiel von Lutz Hübner

➛ 20.00 TiL

Crazy Broadway

Die bekanntesten Musical- und Revueszenen

des Jahrhunderts

➛ 20.00 Astaire’s

René Marik

Der Puppenspieler kommt mit dem blinden

Maulwurf und weiteren grotesken Gesellen.

Siehe Seite 23

➛ 20.00 Audimax

Lich

Wundersame Weihnachtszeit

Weihnachtsmusical mit dem Schulchor

der Erich-Kästner-Schule

➛ 15.00 Kino Traumstern

Wettenberg

Rumpelstilzchen

Mit dem Wettenberger Sammelsurium.

Infos: www.wettenberger-sammelsurium.de

➛ 14.00 Mehrzweckhalle Krofdorf (auch 19.00)

DISKO/PARTY

Gießen

Wodka, Polka, Vollgas Vol. III

Legendäre Balkanfete

➛ 21.30 Ulenspiegel

»Break The Rules« meets »Under The Ground«

Die beiden DJs »Ratz« und »Rübe« rocken bis die

Hütte raucht. Dazu sorgt »MC Plumbaquatsch«

mit mitreißenden Entertain- und Beatboxeinlagen

für gute Laune. Fun-Tunes, House-Music und

Funk-Hip-Hop. Eintritt 8 Euro

➛ 22.00 MuK

Rock Of Ages

Rock, Metal und Classics. Mit DJ Cel’ardor

➛ 22.00 Scarabee

Houseparty

Mit Tom Wax und Franksen

➛ 22.00 Kunstkeller

Wetzlar

Santa Space IX

Kleiner gemütlicher Weihnachtsumtrunk für

die ganze Familie

➛ 14.30 Gambrinus

FLOHMÄRKTE

Gießen

Trödelmarkt

➛ 7.00 Rodheimer Straße

Buseck

Floh- und Trödelmarkt

➛ 8.00 Sammler- und Hobbywelt

KONZERTE

Gießen

Wolpertinger und Hüttenberger Maderln

➛ 19.00 Möbelstadt Sommerlad

Weihnachtsoratorium I–III

Konzert mit Solisten, Orchester und Chören.

Eintritt 10 bis 15 Euro

➛ 20.00 St. Bonifatius-Kirche

Diy Mini Festival III

Mit Farewell, Chaos is, Alpinist und Chuck

Damage

➛ 21.00 Infoladen AK 44

Bernd Begemann

Der Sänger präsentiert sein neues Album »Ich

erkläre diese Krise für beendet«. Eintritt 12 Euro

➛ 21.00 Jokus

Lich

Captain Overdrive

Die Band aus Gießen überzeugt mit einer explosiven

Mischung aus Funk und Rock. Eintritt 6 Euro

➛ 21.30 Statt Gießen

Pohlheim

Konstantin Wecker & Jo Barnickel

»Leben im Leben«-Tour

➛ 20.00 Sport- und Kulturhalle Garbenteich

LESUNGEN/VORTRÄGE

Gießen

Mathematik am Weihnachtsbaum

Kindervorlesung für Kinder von 8 bis 12 Jahren.

Wie viele Nadeln hat ein Weihnachtsbaum, wie

viele Nüsse sind im Sack? Diese und andere Fragen

löst Prof. Beutelspacher mit den Kindern.

Eintritt 4 Euro

➛ 11.00 Mathematikum

Kartenvorverkauf

in unserer Geschäftsstelle

am Marktplatz Gießen und

über Internet

www.giessener-allgemeine.de

In Stadt und Landkreis Gießen

Frankfurter Straße 23/

Ecke Wilhelmstraße

in Gießen

Tel. 06 41/9 83 89 93

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Öffnungszeiten:

Mo.–Fr. 10–18 Uhr · Sa. 10–13 Uhr

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12/2009 streifzug 29


VERANSTALTUNGEN IM DEZEMBER

MÄRKTE

Buseck

Adventsmarkt

➛ 14.00 Kirche Beuern

Fernwald

Weihnachtsmarkt

➛ 14.00 Bürgerhaus Albach

Hungen

9. Kunst- und Kunsthandwerkermarkt (bis 13. 12.)

➛ 14.00 Kulturzentrum

Lollar

Weihnachtsmarkt

➛ 14.30 Waldschwimmbad

SPORT

Gießen

LTi Gießen 46ers – ratiopharm Ulm

Basketball-Bundesliga

➛ 20.00 Sporthalle Ost

SONSTIGES

Gießen

Was soll das denn sein?

Abstrakte Malerei braucht keine Menschen oder

Gegenstände. Für Kinder von 8 bis 12 Jahren.

Anmeldung: 0641/3062477

➛ 11.00 Altes Schloss

Weihnachtsbaum und Räucherwerk

Sinnliche Reise durch Traditionen und Bräuche

um Weihnachten und den Jahreswechsel im

akad. Forstgarten. Im Anschluss kann ein Weihnachtsbaum

gefällt werden. Teilnahme 4 Euro

➛ 14.00 Parkplatz Schiffenberger Tal

Weihnachtsnachmittag für Senioren

Mit der Sängervereinigung Wieseck

➛ 14.00 Kongresshalle

13 SONNTAG

AUSSTELLUNGEN

Mücke

Getürmt

Vernissage. Zehn Künstler präsentieren ihre

Werke

➛ 14.00 Kunstturm

BÜHNE

Gießen

Rumpelstilzchen

Mit dem Tinko Kindertheater. Für Kinder von

4 bis 11 Jahren. Eintritt 6,50 Euro)

➛ 16.00 Kleine Bühne

18. Dezember

Motte & Co

Familienstück von Gertrud Pigor

➛ 19.30 Stadttheater

Die Zauberflöte

Singspiel in zwei Aufzügen von W. A. Mozart

➛ 19.30 Stadtbibliothek

C’est la vie

Chansons im Wandel der Zeit. Tanzstück

➛ 20.00 TiL

Laubach

Engelrauschen

Martin Wagner und Hanns Höhn interpretieren

Weihnachtslieder auf ungewöhnliche Art

➛ 19.00 Rühls Blauer Löwe

Wettenberg

Rumpelstilzchen

Wettenberger Sammelsurium. Vorverkauf:

www.karten-wettenberger-sammelsurium.de

➛ 15.00 Mehrzweckhalle Krofdorf-Gleiberg

DISKO/PARTY

Gießen

Weihnachts-Salsa-Party

➛ 20.00 Bootshaus

FLOHMÄRKTE

Gießen

Reptilienbörse

➛ 10.00 Hessenhallen

Buseck

Antik- und Sammlermarkt

➛ 9.00 Sammler- und Hobbywelt

FÜHRUNGEN

Gießen

Führung durch das Mathematikum

➛ 11.00 Mathematikum

KONZERTE

Gießen

Weihnachtsoratorium IV–VI

Konzert mit Solisten, Kantorei und Gießener

Kammerorchester unter der Leitung von

Christoph Koerber. Eintritt 3 bis 15 Euro

➛ 16.00 Johanneskirche

Die drei Stimmen – Ausverkauft

➛ 17.00 Pankratiuskapelle

Grünberg

Orgelkonzert

Mit Kantor Michael Harry Poths

➛ 17.00 Ev. Stadtkirche

Gießen

Subway to Sally

Wer dachte, es würde ruhiger um die Potsdamer Band, muss

sich belehren lassen. Still zu sitzen, scheint den Musikern nicht

zu liegen. Zwar waren sie nach der »Kreuzfeuer«-Tour nur auf

wenigen Festivals zu sehen, diese waren aber mit Wacken und

dem Mera Luna hochkarätig besetzt. Vom »Metal Hammer«,

ein Magazin für härtere Rockmusik, bekam die Band den

Award für die »Beste deutsche Band 2009«. Eine Ehre, die der

Band auch eine Einladung nach China bescherte. In Gießen

stellt die Band ihre Show zum Album Kreuzfeuer vor, bevor

sie im nächsten Jahr mit einer Fortsetzung ihrer Akustikkonzerte die Republik bereisen

wollen. Als Vorband fungieren die kroatischen Goth-Metal-Shootingstars von Omega

Lithium. VVK unter www.giessen-ticket.de. Eintritt 28,50 Euro ➛ 20.00 Hessenhalle

Konzert

Laubach

Adventskonzert

➛ 16.00 Kirche Wetterfeld

Lich

Simba-Benefizkonzert

Mit dem Theater Traumstern, dem Jugendchor

Songlines und dem Chor Takt-A-Capella

➛ 17.00 Bezalel-Synagoge

Lollar

Weihnachtskonzert

Mit der IGS Busecker Tal

➛ 17.00 Ev. Kirchengemeinde

LESUNGEN/VORTRÄGE

Gießen

Georg Edward zum 140. Geburtstag

Eine Gestalt der Gießener Geschichte. Vortrag

von Prof. Dr. Hans-Joachim Weimann und Dr.

Brigitte Hauschild

➛ 16.00 Gemeindehaus, Georg-Schlosser-Str. 9

MÄRKTE

Biebertal

Weihnachtsmarkt

➛ 10.00 Bürgerhaus Rodheim

14 MONTAG

DISKO/PARTY

Gießen

Karaoke mit Andy Pfälzer

➛ 21.00 Irish Pub

Independent tanzbar feat. Harry Kane

➛ 21.30 Ulenspiegel

LESUNGEN/VORTRÄGE

Gießen

Neue Finanzmarktordnung im Spannungsfeld

von Krisenmanagement und Krisenprävention

Vortrag von Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen (Professor

für Kreditwirtschaft und Finanzierung an der

Goethe-Universität Frankfurt)

➛ 19.00 Uni-Hauptgebäude

15 DIENSTAG

Grünberg

Aschenputtel

➛ 15.00 Gallushalle

BÜHNE

LESUNGEN/VORTRÄGE

Gießen

Welchen Weg nimmt ein Pixel?

Kindervorlesung mit Andreas Fuchs (Hochschulrechenzentrum)

für Kinder von 8 bis 12 Jahren

➛ 16.15 Uni-Hauptgebäude

Mäzenatentum und Bürokratie

Ringvorlesung »Universitäre Sammlungen« mit

Prof. Dr. Bénédicte Savoy

➛ 19.00 Botanisches Institut

16 MITTWOCH

BÜHNE

Gießen

Motte & Co

Familienstück von Gertrud Pigor

➛ 15.00 Stadttheater

Ritter Rost feiert Weihnachten

Kindermusical. Eintritt 11,80 bis 23,50 Euro

➛ 17.00 Kongresshalle

30 streifzug 12/2009


VERANSTALTUNGEN IM DEZEMBER

Aussetzer

Schauspiel von Lutz Hübner

➛ 20.00 TiL

DISKO/PARTY

Gießen

Caribbean Nights Party

21.00 Audimax

Der Untergrund lebt

Electro, EBM, Metal, Gothic, Dark Wave. Mit DJ

Nachtschwester

➛ 22.00 Scarabee

KONZERTE

Gießen

Kevin Devine

Hörenswertes Akustik-Konzert in der MuK-

Kneipe. Eintritt 8 bis 10 Euro

➛ 20.30 MuK

Dreadnut & Bahooga

Reggae & Ska Galore

➛ 20.30 Ulenspiegel

Die Schröders –

20-Jahre-und-Tschüss-Abschiedstour

Eintritt: 14,20 Euro

➛ 21.00 Jokus

Joe Ginnane – Rockfolkbluesrock

➛ 21.00 Irish Pub

17 DONNERSTAG

BÜHNE

Gießen

Das Hessische Weihnachtsspiel

Weihnachtliches Spiel aus dem Spätmittelalter

von Germanistik-Studenten der JLU

➛ 18.00 Kirchenplatz

DISKO/PARTY

Gießen

Land unter/Indiepassion

Indie, Rock, Pop, Tronics. Mit DJ Jimmy

➛ 22.00 Scarabee

KONZERTE

Gießen

Die drei Stimmen – Ausverkauft

➛ 19.30 Pankratiuskapelle

5. Sinfoniekonzert

Konzertreihe des Stadttheaters

➛ 19.30 Stadttheater

The Baseballs

Drei ausgemachte Rock’n’Roll-Sänger mit Brief,

Siegel und Tolle

20.00 Jokus

Rod Mason’s Hot Five & Brenda Boykin

Europas Trompeter Nr. 1 und seine großartige

Band treten zusammen mit der Sängerin Brenda

Boykin aus Oakland auf. Sie hat den Blues und

Soul in sich und passt wie keine Sängerin vorher

zum Stil der Band und Rod Mason’s »Armstrong-

Stimme«. Eintritt 20 bis 24 Euro.

Vorverkauf: Karstadt Service-Center im 2. OG

oder Telefon 0641/7004224

➛ 20.15 Karstadt Kultur-Café

Toxi Kiss

Die Pop-Band aus Frankreich präsentiert das

dritte Album

➛ 20.30 Ulenspiegel

Heuchelheim

Adventskonzert

➛ 19.00 Ev. Kirche Kinzenbach

Miller & Heath

Rock, Pop, Hessendrecks

➛ 21.00 Irish Pub

LESUNGEN/VORTRÄGE

Gießen

Vater gibt seinen Weinhandel auf

Buchpräsentation von Christian Fries

➛ 20.00 TiL

18 FREITAG

BÜHNE

Gießen

Die Reise einer Wolke

Kinderstück von Roberto Frabetti

➛ 10.00 TiL

Väter!

Ein verspielter Abend mit den »Schmachtigallen«

und den »Swingphonics«

➛ 19.30 Stadttheater

Bartsch, Kindermörder

Im Anschluss Publikumsgespräch

➛ 20.00 TiL

Männerschlussverkauf

Theaterstück mit Minke Bach und Bettina Kimpfbeck.

Infos: www.kleine-buehne-giessen.de

➛ 20.00 Kleine Bühne

DISKO/PARTY

Gießen

Party tanzbar feat. Captain Disco

➛ 21.30 Ulenspiegel

Knock Off Factor

Grunge, Alternative, NuMetal, Hardcore.

Mit DJ Kole

➛ 22.00 Scarabee

KONZERTE

Gießen

Peter Wackel & Chris Tuxi

➛ 19.00 Möbelstadt Sommerlad

The Rigbys – Original Rock Beat

➛ 21.00 Irish Pub

Livercheese Booth Corporation

Inspirierte und inspirierende Coverversionen mit

eigenem Funksoulrockpop. Eintritt 5 Euro

➛ 21.00 Bootshaus

Grünberg

The Joyful Sound

➛ 20.30 Jazz-Club

19 SAMSTAG

BÜHNE

Gießen

Märchen aus einer anderen Welt

Mit Gustav Klimt im Goldrausch. Für Kinder von

6 bis 9 Jahren. Anmeldung: 0641/3062477

➛ 11.00 Altes Schloss

Motte & Co

Familienstück von Gertrud Pigor

➛ 15.00 Stadttheater (auch um 18.00)

Adventskalendertürchen

Der Juniorclub erzählt Märchen

➛ 15.00 Stadttheater

Baumeister Solness

Schauspiel von Henrik Ibsen

➛ 19.30 Stadttheater

Crazy Broadway

Die bekanntesten Musical- und Revueszenen

des Jahrhunderts

➛ 20.00 Astaire’s

Sigurd, der Drachentöter

Oper für junge Menschen von Andy Pape

➛ 20.00 TiL

Neues Programm:

Bindannda!

Nicolai Friedrich

Nicolai Friedrich

18.05.10 Wetzlar Stadthalle

09.+10.12.10 GieSSen Kongresshalle

magische uNterhaltuNgskuNst

der Weltmeister VerzauBert

08.12.09

GieSSen Kongresshalle

30.12.09 GieSSen Kongresshalle

St. Petersburger

Staatsballett

tanzt Schwanensee

14.01.10 MarburG Stadthalle

marleNe Jaschke, mr -03.02.10

JaN garBarek grouP, mr -20.03.10

heiNz gröNiNg, gi -26.03.10

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Tickets: www.konzertbuero-emmert.com

Gießener Allgemeine, Marktplatz

und an den bekannten Vorverkaufsstellen

Spiel mit Vernunft

Wenn Spielen zum Problem

wird, sind wir für Sie da:

Informationen über Spielsucht

finden Sie unter www.skl.de

oder 0800 -2468135(kostenlos

für alle Anrufe aus dem Inland).

SKL-Spieler müssen mindestens

18 Jahre alt sein.

Staatliche Lotterie-Einnahme

Stefanie Terberl

Gießen, Seltersweg 3

Telefon und Fax (06 41) 72260

www.skl-terberl.de

12/2009 streifzug 31


VERANSTALTUNGEN IM DEZEMBER

✗✗✗ IM KALENDER

Buena-Vista

Grandfathers

Audimax, Gießen

➛ 17. Januar

Atze Schröder

Rittal-Arena, Wetzlar

➛ 20. Januar

Neujahrs-Varieté

Kongresshalle, Gießen

➛ 21.–23. Januar

David Garrett

Rittal-Arena, Wetzlar

➛ 21. Januar

Poetry Slam Workshop

Abschlussveranstaltung mit Präsentation

➛ 20.00 Jokus

Männerschlussverkauf

Theaterstück mit Minke Bach und Bettina Kimpfbeck.

Infos: www.kleine-buehne-giessen.de

➛ 20.00 Kleine Bühne

Wetzlar

Nuhr die Ruhe

Comedy mit Dieter Nuhr. Eintritt 27 Euro

➛ 20.00 Rittal Arena

DISKO/PARTY

Gießen

Tollhaus-Party

➛ 19.00 Möbelstadt Sommerlad

Party on The Rockx feat. DJ Matt

➛ 21.30 Ulenspiegel

Studio Party

Funk, Retro & Discogrooves mit den Resident-

DJs Robcut und Chris Sharp. Eintritt 5 Euro

➛ 22.00 MuK

Rock Of Ages

Rock, Metal, Classics

➛ 22.00 Scarabee

2 Jahre Kunstkeller

Mit DJ Sonic, Jeff O. und Taner-Klangreisender

Live Percussions

➛ 22.00 Kunstkeller

FLOHMÄRKTE

Gießen

Trödelmarkt

➛ 7.00 Rodheimer Straße

Buseck

Floh- und Trödelmarkt

➛ 8.00 Sammler- und Hobbywelt

FÜHRUNGEN

Gießen

Führung durch das Mathematikum

➛ 11.00 Mathematikum

Die Pankratiuskapelle

Mit Dagmar Klein

➛ 15.00 Pankratiuskapelle

KONZERTE

Gießen

Bushido – CCN2-Tour

Bushido und Fler werden Gießen in Gangster-

Rap-Manier zum Rocken bringen

➛ 20.00 Hessenhallen

2nd Generation – Beatles, Hollies, Searchers

➛ 21.00 Irish Pub

Fernwald

Peep Durple

Special Guest: Crosswise. Eintritt 10 bis 12 Euro

➛ 20.00 Hessischer Hof Steinbach

Staufenberg

Festliches Weihnachtskonzert

Mit Ural Kosaken Chor Andrej Scholuch und

Sängervereinigung Treis/Lumda.

Eintritt 16 bis 18 Euro

➛ 18.00 Sport- und Kulturhalle Treis/Lumda

Wettenberg

S(w)inging X-mas«

Vorweihnachtliches Konzert zum 130-jährigen

Vereinsjubiläum der Sängervereinigung

➛ 18.30 Kath. Kirche Krofdorf-Gleiberg

MÄRKTE

Wettenberg

Nordischer Winter (bis 20. 12.)

Mehr als ein Weihnachtsmarkt. Siehe Seite 18

➛ 14.00 Rund um das Rathaus

SONSTIGES

Gießen

Hessenmob DVD Premiere

Die Skateboard-Firma aus Gießen stellt ihre

neue DVD »Jestes Pieknac« vor. Dabei handelt

es sich um eine Art Tour-Tagebuch von acht Skatern,

die eine Reise nach Polen unternommen

haben. Neben den besten Tricks der Jungs sind

unterhaltsame Sequenzen eingepackt. Nicht nur

für Skateboard-Fans

➛ 21.00 Kümmerei

Gemütlich geniessen

Weihnachtsfeiern

bis 70 Personen

àlacarte •Buffet •Tellergerichte

Gänsekeule

mit Apfelrotkohl und Klößen

wünschen allen Lesern und Inserenten des

Ihre

Redaktion und Anzeigenabteilung

32 streifzug 12/2009


VERANSTALTUNGEN IM DEZEMBER

20 SONNTAG

Gießen

BÜHNE

Die große Erzählung

Die Odyssee in einer Stunde von Bruno Stori

➛ 11.00 TiL

Der geheime Garten

Musical von Lucy Simon und Marsha Norman

nach dem Roman von Frances Hodgson Burnett

➛ 19.30 Stadttheater

Der Gott des Gemetzels

Komödie von Yasmina Reza

➛ 20.00 TiL

Buseck

FLOHMÄRKTE

Kinderflohmarkt

➛ 10.00 Sammler- und Hobbywelt

Gießen

KONZERTE

Die drei Stimmen – Ausverkauft

➛ 17.00 Pankratiuskapelle

Schöne alte Weihnachtslieder

➛ 18.00 Petruskirche

Weihnachtskonzert

Benefizveranstaltung mit dem Blasorchester

Reiskirchen zugunsten der Aktion »Hilf Deinem

Nachbarn«. Eintritt 9 bis 15 Euro

➛ 19.30 Kongresshalle

Biebertal

Adventskonzert

➛ 15.00 Bürgerhaus Rodheim

Fernwald

Int. Weihnachtskonzert

Zugunsten Behindertenseelsorge Gießen.

U.a. mit Songgröße Rebecca Sol

➛ 16.00 Kirche Steinbach

Hungen

MÄRKTE

Weihnachtsmarkt

➛ 11.00 Hofgut Familie Müller

Hoherodskopf

SONSTIGES

Single-Dating

Infos und Anmeldung unter www.doris.natpa.de

➛ 14.00 Hoherodskopf

21 MONTAG

Gießen

DISKO/PARTY

Pub Quiz mit Susi und Maddin

➛ 21.00 Irish Pub

Independent tanzbar feat. Harry Kane

➛ 21.30 Ulenspiegel

22 DIENSTAG

Gießen

KONZERTE

Ensemble Lavender

Drei Schwestern bewegen sich im von Pop über

Folk bis Blues. Unterstützt werden die drei verwobenen

Stimmen von Gitarre und Percussions

➛ 20.30 Ulenspiegel

SONSTIGES

Gießen

Bastelworkshop

30-minütige Workshops für Kinder von 8 bis

12 Jahren. Das Material stellt das Mathematikum.

Anmeldung nicht erforderlich.

Neben dem Eintritt entstehen keine weiteren

Kosten. Jeweils Di., Mi. und Do. während der

Weihnachstferien

➛ 14.00 Mathematikum

23 MITTWOCH

Gießen

Weihnachts-Karaoke

Mit Andy Pfälzer

➛ 21.00 Irish Pub

DISKO/PARTY

Der Untergrund lebt

Elektro, EBM, Metal, Gothic, Dark Wave.

Mit DJ Warg

➛ 22.00 Scarabee

Coming Home for X-mas Party feat.

Tobi Wahn

➛ 21.00 Ulenspiegel

KONZERTE

Gießen

Die drei Stimmen – Ausverkauft

➛ 22.00 Pankratiuskapelle

Die erfolgreichste Musicalgala mit Stars der Musicalszene!

05.02. Wetzlar Rittal-Arena

20.02. Alsfeld Stadthalle

24.02. Marburg Stadthalle

TARZAN DIRTY DANCING MAMMA MIA WICKED

KÖNIG DER LÖWEN GREASE WE WILL ROCK YOU CATS

PHANTOM DER OPER EVITA TANZ DER VAMPIRE HAIR USW.

Broadway Dance Company &Dublin Dance Factory

DieNEUE

Showsna

estion!

Die schönsten Tanz- und Akrobatikszenen im Stile von:

RIVERDANCE AFRIKA AFRIKA SWAN LAKE LORD OF THE DANCE GREASE

SATURDAY NIGHT FEVER STOMP DIRTY DANCING CIRQUE DU SOLEIL U.V.M.

10.03.2010 20 Uhr Gießen Kongresshalle

VVK: Wetzlar: Rittal-Arena 0644138 19 222 +Alsfeld: Buch 2000 Buchladen GmbH 06631-

2319 +Marburg: Theaterkasse Stadthalle 06421-169 510 +Gießen: Gi Marketing 0641-

975110 +Alle: Ticket Online Hotline 01805-44 70* (außer Marburg) +Eventim Ticket Hotline

01805-570 000* +alle bek. VVK-Stellen +www.asa-event.de (*€ 0,14/min. Mobil kann abweichen)

LUDWIG GÜTTLER

& FRIEDRICH KIRCHEIS

MEISTERKONZERT

für Trompete und Orgel

... mit Werken von J.S. Bach,

G.A. Homilius, J.B. Loeillet,

J. Pachelbel,G.Ph. Telemann u.a

Samstag,

16. Januar 2010

Alsfeld

Dreifaltigkeitskirche

Karten in Alsfeld: Buch 2000 (Tel.06631-

2319), Tabak Moeser (Tel.06631-3616), Beginn: 20 Uhr

in Gießen: Geschäftsstelle Gießener

Allgemeine Zeitung sowie bei allen anderenbekannten

Vorverkaufsstellen.

Ticketsevice: 0212 -383 66 88 www.bubu-concerts.de

DIE GESCHENKIDEE

12/2009 streifzug 33


VERANSTALTUNGEN IM DEZEMBER

24 DONNERSTAG

DISKO/PARTY

Gießen

Xmas-Party

➛ 22.00 Möbelstadt Sommerlad

Land unterm Tannenbaum

New Rave, Electropunk, Indie, Riotdisco.

Mit DJ Jimmy

➛ 22.00 Scarabee

25 FREITAG

BÜHNE

Gießen

Die Zauberflöte

Singspiel in zwei Aufzügen von W. A. Mozart

➛ 19.30 Stadttheater

DISKO/PARTY

Gießen

Christmas-tanzbar feat. Captain Disco

➛ 21.30 Ulenspiegel

Jazz Your Azz-Mas Weihnachtsspecial

Die MuK-Weihnachtsparty steht im Zeichen klassischer

Grooves. Mit Santa u.n.c.l.a.u.s.e. und

Ruprecht Paschulke und Soul, Funk und Jazz

➛ 22.00 MuK

Sergant Pepper’s Lonely Hearts Club

A Tribute To The Beatles And The Swinging

Sixties. Mit DJ Jimmy

➛ 22.00 Scarabee

Houseparty

Mit DJ Dag und SM Kerim

➛ 22.00 Kunstkeller

KONZERTE

Gießen

Laundry – Rockcovers

➛ 21.00 Irish Pub

26 SAMSTAG

BÜHNE

Gießen

Das kunstseidene Mädchen

➛ 20.00 TiL

DISKO/PARTY

Gießen

Dorfrocker

➛ 19.00 Möbelstadt Sommerlad

Greenhill Weihnachtsfeier feat.

Team Rhythmusgymnastik

➛ 21.00 Ulenspiegel

Weihnachts-Alternative Dance Party

Der Partyklassiker mit Rock, Indie, Electro, Emo

& Hardcore Weihnachtsspecial. Eintritt 4 Euro

➛ 22.00 MuK

Rock Of Ages

Rock, Metal, Classics

➛ 22.00 Scarabee

Houseparty

Mit Mike Väth und Mario Mark

➛ 22.00 Kunstkeller

KONZERTE

Gießen

Festliche Weihnacht

Mit dem Bläserquintett des Gewandhausorchesters

Leipzig und Solisten. Eintritt 10 bis 20 Euro

➛ 17.00 St. Bonifatius Kirche

Mark Gillespie

Traditionell Boxing Day Show. Der Straßenmusiker

mit Klassikern und neuen Stücken

➛ 21.00 Irish Pub

27 SONNTAG

BÜHNE

Gießen

Sigurd, der Drachentöter

Oper für junge Menschen von Andy Pape

➛ 18.00 TiL

Clandestino (UA)

Tanzstück

➛ 19.30 Stadttheater

DISKO/PARTY

Wetzlar

Grenzgänger (bis 30.)

Party für alle Grenzgänger

➛ 11.00 Dutenhofener See

28 MONTAG

BÜHNE

Alsfeld

Sissi – Die wahre Geschichte

➛ 20.00 Stadthalle

DISKO/PARTY

Gießen

Karaoke mit Andy Pfälzer

➛ 21.00 Irish Pub

Independent tanzbar feat. Harry Kane

➛ 21.30 Ulenspiegel

30 MITTWOCH

DISKO/PARTY

Gießen

Der Untergrund lebt

➛ 22.00 Scarabee

30. Dezember

Gießen

The Golden Gospel Singers

Markante Veränderungen charakterisieren die

Tournee der Golden Gospel Singers, bei denen

Charles Creath nach fünfjähriger Pause

wieder den Ton angibt. Er beherrscht die Vielseitigkeit

der Stile, ob Gospel, Blues, Soul,

Jazz oder R&B und zaubert als Musical Director wahre Wunder auf die Bühne. Das Ergebnis

ist eine völlig neue Show, mit neuem Bühnenbild, neuen Show- und Video-Elementen,

vielen neuen Songs und neuen »Stars«. Highlights ist der neue Frontmann

Kingsley Leggs, der 15 Jahre lang am Broadway (»Miss Saigon«) spielte. Ebenso spektakulär

ist Power-Lady Willena Vaughn, Gänsehaut inklusive. Trotz Veränderungen bleibt die

Gruppe der Message des Evangeliums treu und bietet »Black Gospel Church« pur. VVK

AZ-Geschäftsstelle (Marktplatz). Eintritt 30 Euro.

➛ 20.00 Kongresshalle

Gießen

KONZERTE

Tobias Wessel – Rockcovers

➛ 21.00 Irish Pub

Konzert

31 DONNERSTAG

Gießen

Der geheime Garten

➛ 18.00 Stadttheater

Die 39 Stufen

➛ 20.00 TiL

Gießen

BÜHNE

DISKO/PARTY

Open Doors, All Reset und Popsucht

➛ 20.00 Möbelstadt Sommerlad

Silvester-Party

House, R’n’B, Salsa und Classics

➛ 20.00 Jet Set

Sylvester-Party mit der Andy Pfälzer-Band

Rock, Pop, Rockabilly

21.00 Irish Pub

Land unter – zum Jahreswechsel

Mit DJ Jimmy

➛ 22.00 Scarabee

Houseparty

Mit Timo Baldoa, SM Kerim, Boris Ochs vs.

Mario Mark, Dan Yell und Marco Gorek

➛ 22.00 Kunstkeller

Butzbach

Abspann 2009

➛ 21.00 Kino Capitol

Wetzlar

Silvesterparty

➛ 19.00 Dutenhofener See

Gießen

Große Silvestergala

Infos: www.astaires.de

➛ 18.30 Astaire’s

Gießener Silvesterball

➛ 18.30 Kongresshalle

Laubach

FESTE

SONSTIGES

Silvesterwürfeln

➛ 15.00 Gaststätten und Cafés

34 streifzug 12/2009


Foto: Frankfurt-Tourismus

Eine völlig neue Sichtweise

In keiner Sportart gibt es so viele heimliche Bundestrainer, Propheten und

Besserwisser wie im Fußball. Doch unter die Oberfläche des Sports dringen

nur die wenigsten. Denn die Partien werden schon längst nicht mehr

einzig und alleine auf dem Rasen entschieden, Fußball ist ein Spiel der

Zahlen, der Wissenschaft geworden. Der renommierte Sportjournalist

Christoph Biermann ist den Veränderungen nachgegangen und hat sich

auf die Suche nach dem perfekten Spiel begeben. Aus seinem Werk »Die Fußball-Matrix«

liest der Autor am 15. Dezember, um 20 Uhr in der Frankfurter Brotfabrik.

Der »Spiegel«-Journalist Biermann hat für

sein Werk hinter die Kulissen geschaut, hat

bei seinen Recherchen das geheimnisvolle

Laboratorium des AC Mailand besucht, die

modernen Trainingszentren in Hoffenheim,

Wolfsburg, London und Barcelona; er hat

mit Trainern, Spielern, Spielanalytikern,

Wissenschaftlern und Mitarbeitern von Datenbanken

gesprochen – und erklärt seinen

Zuhörern nun, wie das Spiel in immer

kleinere Einzelteile zerlegt wird. In der

»Fußball-Matrix« kommen dabei Philosophen

ebenso zu Wort wie Wissenschaftler,

Theoretiker und Praktiker. So vergleicht

Biermann mit Meistertrainer Felix Magath

Fußball und Schach, mit dem Argentinier

Lionel Messi spricht er über Computerspiele

und erfährt, dass der Supertechniker sich

am liebsten selbst spielt – und der Playstation-Messi

dem realen Fußballer überlegen

ist. Zudem findet der Sportjournalist einen

Ökonom, der die Sportart berechenbar

machen will und erklärt den Lesern, warum

die Drei-Punkte-Regel den Fußball defensiver

gemacht hat und wie Klubs grobe Fehler

bei Spielertransfers vermeiden können.

Weiter fragt sich Biermann, ob es den

psychologisch wichtigen Moment, um ein

Tor zu erzielen, wirklich gibt, von dem viele

Reporter bei Fußballübertragungen sprechen?

Viele Dinge, die auf dem Platz als

ewige Wahrheiten anerkannt worden sind,

erscheinen nun in einem anderen Licht,

Christoph Biermann recherchierte in Mailand, Barcelona und London.

viele Meinungen können nach der Lesung

über Bord geworfen werden. So ist es auch

kein Wunder, dass die »Süddeutsche« von

einem Buch spricht, dass »radikaler und zugleich

zugänglicher, eleganter für eine vollkommen

neue Sichtweise des populärsten

Foto: Fürst-Fastré

Sports der Welt plädiert« und es so noch

nicht gegeben habe. Die »Frankfurter Rundschau«

bezeichnet es gar als das »wahrscheinlich

aufregendste deutschsprachige

Fußballbuch des bald zu Ende gehenden

Jahrzehnts«.

nob

12/2009 streifzug 35


AM MAIN

Märchen aus 1001 Nacht

André Hellers Bühnenspektakel »Afrika! Afrika!« sorgte bereits für Begeisterungsstürme – und

3,5 Millionen Besucher dafür, dass die Darbietung von überschäumender Lebensfreude die

weltweit erfolgreichste Zirkusshow überhaupt wurde. Nun soll es Indien dem schwarzen

Kontinent gleichtun: »India« heißt die neue Show, die auch in Frankfurt mit Feuertänzern,

Affenmenschen, Magiern und Fakiren aufwartet. Am 17. Dezember findet in der Metropole

am Main die Weltpremiere statt – in einer Palastlandschaft aus Zelten.

Seit Anfang Oktober proben

70

Künstler,

die zum

großen

Teil aus

Indien

kommen,

in

einer leeren Werkshalle

in Mainz-Kostheim

für die Inszenierung der Märchen

aus 1001 Nacht. Es sind

die geheimnisvollen mystischen

Schätze, die Rituale Indiens,

die gezeigt werden

sollen; eine Mischung aus Tanz, Akrobatik

und indischen Kulturelementen, die die

fremde Kultur nach Europa bringt. Feuertänzer,

Magiere und Fakire, Affenmenschen,

Jogi-Kontorsionisten, andere Akrobaten

und Musiker werden auf der Bühne ein

Fest zelebrieren, welches früher häufig von

den Maharadschas gefeiert wurde. Mit

Licht-, Ton- und Bühnen-Hightech, mit farbenprächtigen

Dekorationen und orientalischer

Ausstattung verwandeln die Macher

von »India« die transportable Zeltlandschaft

in ausgedehnte Paläste indischer Fürsten

und Großmogule – die perfekte Illusion.

So wird es – genau wie bei »Afrika! Afrika!«

– auch vor der Bühne wieder farbenfroh.

Bereits von Weitem ist in Frankfurt die

bunte märchenhafte Palastlandschaft zu sehen.

Kunstvoll verzierte Räume, bunte Diwane

und Möbel aus edlen Hölzern laden

genauso zum Verweilen ein wie ein belebter

Basar und ein Restaurant, in dem indische

Speisen serviert werden.

Zwei Stunden lang soll die Show die Besucher

betören, eingebettet in eine Musik,

die traditionelle Eigenarten mit modernem

Soundtrack verbindet, gestaltet sich das

Programm zum faszinierenden Panorama

einer Weltkultur, die wie keine andere von

ästhetischem Glanz und erotischem Reiz

sowie von philosophischer Vertiefung und

sozialer Verwerfung geprägt ist. Auch diese

Veranstaltungen in Frankfurt

Dienstag, 1. Dezember

Gymmotion

»Time« ist eine atemberaubende Show mit

packenden Rhythmen und turnerischer

Perfektion. Absolutes Highlight ist der Auftritt

des Welt- und Europameisters Fabian Hambüchen.

Tickets ab 18,80 bis 29,70 Euro

➛ 19.30 Ballsporthalle

Mittwoch, 2. Dezember

Silbermond & Gäste

Eine der beliebtesten und erfolgreichsten

Bands aus Deutschland geht nach zweijähriger

Bühnenabstinenz wieder auf Tournee.

Tickets 31,80 Euro

➛ 20.00 Jahrhunderthalle

Patricia Kaas

Frankreichs populärste Sängerin präsentiert

ihr neues Tourneeprogramm. Kaas hat etwa

20 Millionen Tonträger weltweit verkauft.

Tickets 49,20 bis 83,70 Euro

➛ 20.00 Alte Oper

Donnerstag, 3. Dezember

Konstantin Wecker

Seit 40 Jahren vereint der Sänger in seinen

Konzerten romantische Poesie mit purer

Kraft und Ausdauer. Tickets 29 bis 44 Euro

➛ 20.00 Alte Oper

Deichkind

Die Hamburger HipHop Formation ist in

ganz Deutschland bekannt und mit jedem

ihrer Songs in den Charts zu finden. Tickets

30,60 bis 37,20 Euro

➛ 20.00 Jahrhunderthalle

Adoro

Die Pop-Klassik-Sensation: die größten deutschen

Popsongs, vereint mit den schönsten

Opernstimmen. Tickets 55,95 bis 67,45 Euro

➛ 20.00 Festhalle

Samstag, 5. Dezember

Botticelli-Nacht

Bis nach Mitternacht können die Werke des

großen Meisters der italienischen Renaissan-

ce, seine Werkstatt und Zeitgenossen erlebt

werden. Tickets 10 bis 12 Euro

➛ 19.00 Städel

Montag, 7. Dezember

Pur

Nach langer Live-Pause will Pur gemeinsam

mit den Fans wieder so richtig aufdrehen.

Tickets 45,10 bis 57,75 Euro

➛ 20.00 Jahrhunderthalle

Emil Mangelsdorff Quartett

Seit Jahrzehnten ein Qualitätssiegel für »Jazz

aus Frankfurt«. 2008 wurde das Album mit

dem Preis der deutschen Schallplattenkritik

ausgezeichnet. Tickets 15 bis 20 Euro

➛ 19.30 Holzhausenschlösschen

Dienstag, 8. Dezember

Oliver Pocher

Der Prototyp des vorlauten, aber liebenswerten

Rotzlöffels ist wieder da – jetzt mit »Gefährliches

Halbwissen«! Tickets 29,90 Euro

➛ 20.00 Jahrhunderthalle

36 streifzug 12/2009


AM MAIN

Lebenswirklichkeit des historischen Kastensystems

und der politischen vielschichtigen

Gegenwart wird in der Inszenierung erkennbar

– bis hin zu den »Bollywood«-Träumen

der Slumdog-Millionäre. Als Schirmherr

der Veranstaltung konnte Hoffmann

den Maharadscha

Gaj Singh II Marwar

von Jodhpur gewinnen.

Mit Bollywood habe

»India« aber nichts

zu tun, betonte

Matthias Hoffman,

Vorstandschef von

Prime-Time-Entertainment

und Produzent,

in einem

»Spiegel«-Interview und versprach ein

»Spektakel für alle Sinne«.

Aber auch unter den Künstlern befinden

sich namhafte Stars: Shiamak Davar gilt in

seiner Heimat als einer der bekanntesten

Choreografen und Tanzkünstler und hat

einen eigenen Sendeplatz im Fernsehen.

Andere kommen aus Amerika, sind Musiker

oder Co-Produzenten wie Franco

Dragone, die in Las Vegas erfolgreiche

Shows im »Cirque du Soleil« inszeniert haben.

Das Gesamtkunstwerk ist auf drei Jahre

Spielzeit angelegt und tourt 2010 durch

Deutschland und Europa.

Previews: 25. November bis 16. Dezember,

17. Dezember Premiere, Vorstellungen:

18. Dezember bis 24. Januar. Tickets 18,90

bis 83,65 Euro.

zg

Farbenprächtig gekleidete Tänzerinnen bringen Indien an den Main.

Foto: pm

Freitag, 11. Dezember

Kathrin Schmidt

Die Buchpreisträgerin liest aus ihrem Werk

»Du stirbst nicht«. Anmeldung: 069/2418 2224

➛ 20.00 1822-Kundenzentrum

Rammstein

➛ 20.00 Festhalle

Samstag, 12. Dezember

Malakhov & Friends – Staatsballett

Berlin auf Tournee

Ausnahmetänzer Vladimir Malakhov tritt

weltweit zu den wichtigsten Ballettereignissen

mit den führenden Compagnien auf.

Tickets 51,50 bis 105 Euro

➛ 20.00 Jahrhunderthalle

Montag, 14. Dezember

Pet Shop Boys

Das erfolgreiche Pop-Duo wurde für sein

aktuelles Album »Yes« und die Deutschland-

Tournee hochgelobt. Tickets ab 45 Euro

➛ 20.00 Jahrhunderthalle

Dienstag, 15. Dezember

Christoph Biermann

Der Autor liest aus seinem Buch »Die Fußball-Matrix«.

Tickets 9 bis 11 Euro

➛ 20.00 Brotfabrik

Mittwoch, 16. Dezember

Auletta

Indie/Rock‘n’Roll mit deutschen Texten.

Tickets 8,80 Euro

➛ 20.00 Nachtleben

Donnerstag, 17. Dezember

Internationales Festhallen Reitturnier

Reitsport vom Feinsten. Bis 20. Dezember.

Tickets 8 bis 80 Euro

➛ 8.30 Festhalle

Freitag, 18. Dezember

Elisabeth – Das Musical

Das Schicksal von »Sissi« hat Generationen

berührt und fasziniert. Fast täglich bis 14. Januar.

Auch an Silvester. Tickets ab 23 Euro

➛ 16.30 Alte Oper

Pasión de Buena Vista

Wenn es etwas gibt, das die kubanische

Mentalität widerspiegelt, ist es die Musik.

Weitere Termine: 19./20. Tickets ab 35 Euro

➛ 20.00 Jahrhunderthalle

Sonntag, 20. Dezember

Rodgau Monotones: »Leben für Lärm«

15 neue Songs. Eintritt 20 Euro

➛ 21.00 Batschkapp

Samstag, 26. Dezember

The Jackson Singers

Black Gospel, Emotionen und perfekte Stimmbeherrschung

bilden seit mehr als 15 Jahren

das Erfolgsrezept. Tickets ab 29 Euro

➛ 20.00 Alte Oper

Donnerstag, 31. Dezember

La Traviata

Regisseur Corti transferiert Verdis Melodram

ins Paris der 40er Jahre. Tickets ab 10 Euro

➛ 19.00 Oper, Städtische Bühne

12/2009 streifzug 37


Studium Bolognese

»Schlau trotz Studium«, wettern die einen – »Wettbewerbsfähigkeit, Mobilität, Praxisnähe!«,

propagieren die anderen: Bologna ist längst nicht mehr nur die quirlige Universitätsstadt am

Fuße des Apennin, sondern auch das zentrale Schlagwort einer der größten Bildungsdebatten

der europäischen Geschichte. Bis zum Jahr 2010, so einigten sich 29 europäische Bildungsminister

1999, sollten die Hochschulen demnach in einen einheitlichen europäischen

Rahmen gepresst werden. Der streifzug zieht ein Zwischenfazit an den Geisteswissenschaften

– dort, wo der Widerstand gegen die Reformen zunächst am Größten war.

Für deutsche Universitäten bedeutete der

Bologna-Prozess die tief greifendste Reform

seit 1945. Das Ziel des Großumbaus: Ein effizientes,

schnelles und praxisnahes Studium.

Durch straffe Studienpläne wollte man den

Bummelstudenten zur aussterbenden Spezies

erklären. Und weil das alles europaweit

geplant war, glaubte man, gleichzeitig die

internationale Mobilität fördern zu können –

schließlich machen sich Auslandsaufenthalte

ja so gut im Lebenslauf. Ziele also, die für

große Teile der Studis eher den Geist von

McKinsey und nicht den von Humboldt tragen.

In mehreren Bildungsstreiks machten sie

ihrem Ärger Luft.

Doch gerade in Deutschland wurde ein Prozess

angestoßen, der zunächst auch insbesondere

Professoren und Prüfungsämter vor

große Herausforderungen stellte: Denn während

in Ländern wie Großbritannien die

BA/MA-Struktur bereits eine lange Tradition

hat oder Russland schon in den 90er Jahren

das alte sowjetische System auf die neuen

Abschlüsse umgestellt hatte, musste sich

Deutschland von Magister und Diplom verabschieden

und völlig neue Studiengänge

konzipieren. »Viele Dozenten wussten am

Anfang nicht, was die Modulhandbücher

vorschreiben und hatten keinen Plan von

ETCS-Punkten«, erinnert sich Johanna Rühle,

die im Winter 2006/07 zum ersten Bachelor-

Jahrgang Pädagogik gehörte. Während einige

Professoren vor den Umstellungen jahrzehntelang

nach Gutsherrenart Anforderungen für

einen Scheinerwerb in ihren Seminaren festgelegt

hatten, wurden sie plötzlich von ihren

Studierenden belehrt, welche Leistungen die

Nachwuchswissenschaftler im europäischen

Hochschulrahmen von nun an zu erbringen

haben. Auch ein Generationenwechsel unter

den Dozenten hat mittlerweile geholfen, die

neue Praxis zu etablieren: »Inzwischen läuft

es besser, aber am Anfang war es sehr chaotisch«,

erklärt Rühle.

Eine Meinung, mit der sie nicht alleine steht:

Deniz Koch studiert ebenfalls Pädagogik,

allerdings ist sein Ziel noch ein Diplomzeugnis

– und das mittlerweile seit 15 Semestern.

»Wir Altstudenten wurden gelegentlich aus

überfüllten Veranstaltungen herausgeworfen,

weil die angehenden Bachelors plötzlich

Vorrang hatten«, erinnert er sich. »Und eine

Anmeldung via Flex-Now kam für uns ja sowieso

nicht infrage. Wir mussten zusehen,

dass wir nicht untergehen.« Bei Flex-Now

handelt es sich um ein elektronisches Verwaltungssystem

für Seminare und Prüfungen,

das im Zuge der Bologna-Umstellungen eingeführt

wurde. Während Studierende der alten

Garde diesem System nicht angemeldet

waren, konnten sich die »Modularisierten«

online für eine Veranstaltung anmelden – zumindest

solange die maximal zugelassene

Teilnehmerzahl nicht überschritten wird. Michael

Hoffmann, Koordinator für Lehr- und

Studienangelegenheiten am Fachbereich 03,

berichtet von anfänglichen Schwierigkeiten,

die das »Einflexen« zeitweise unmöglich

machten und für Chaos und Panik sorgten.

»Mittlerweile läuft das System recht gut«, erklärt

er, verweist aber weiter auf die Gefahr

des »gläsernen Studenten« durch die zentrale

Speicherung aller relevanter Prüfungsdaten.

Der Kampf um Sitzplätze in Lehrveranstaltungen

sei weniger hart, ergänzt Studentin Rühle:

»Das Angebot ist größer geworden.« Hatte

man die Anmeldung zu einem Seminar

Für Johanna Rühle gehen die Startschwierigkeiten weiter.

Foto: fd

38 streifzug 12/2009


CAMPUS

erfolgreich bewältigt, ging es darum, den

Leistungsanforderungen gerecht zu werden.

»Da hat sich die Anforderungsspanne enorm

erweitert«, so Alt-Student Koch: Während

früher die meisten Dozenten auf das bewährte

Duo aus Referat und Hausarbeit setzten,

schreiben die Modulhandbücher heute

kreativere Werkzeuge der Wissensüberprüfung

vor: Portfolios, Wiki-Einträge, kleine Forschungsprojekte

– der Gedanke eines praxisbezogeneren

Studiums scheint sich bei den

Leistungsanforderungen niederzuschlagen.

Doch im Gegenzug erlebt auch die Klausur

mit den Bologna-Umstellungen eine Renaissance:

»Man arbeitet sich neuerdings wieder

mit Gewalt ganze Bücher in den Kopf, um

sie eine Woche später sinnlos in zwei Stunden

auf Papier zu bringen«, beschwert sich

Koch. Die Halbwertzeit des Gelernten sei

entsprechend.

Doch mal eben mit einem »Ausreichend« zu

bestehen und weiterziehen zum nächsten

spannenden Kleinprojekt, das können sich

die »Modularisierten« nicht leisten: Während

bei den alten Studiengängen einzig die Abschlussprüfung

über die Endnote entschied,

wird nach dem neuen System jede Leistung

angerechnet – ein System mit Vor- und

Nachteilen, findet die leidtragende Johanna

Rühle: »Einerseits wird man so zum Lernen

gezungen, was einigen Charakteren ganz gut

tut«. Andererseits zeugen hohe Abbrecherquoten

von Überlastung. »Und nun zählen

auch Module, die gar nichts mit dem von

mir angestrebten Beruf zu tun haben«, ergänzt

die Studierende. Während sie später in

der Jugendarbeit tätig sein wird, muss sie zunächst

Seminare der Erwachsenenbildung

belegen – das Prüfungsamt ist stets dabei.

Sollte es jedenfalls. Weil die Mehrbelastung

der Verwaltung für Prüfungsleistungen durch

die Umstellungen im Zuge des Bologna-Prozesses

enorm war, musste zunächst strukturell

aufgestockt werden. »Anfangs hatten wir

kein Prüfungsamt und haben mehr oder weniger

auf Verdacht gearbeitet«, erinnert sich

Rühle. Mit den Semestern kamen dann die

personellen Verstärkungen im Prüfungsamt,

die zwar zunächst stapelweise ungeordnete

Unterlagen auf ihren Tischen vorfanden, das

System mittlerweile aber im Griff haben.

Die Jagd auf ETCS-Punkte war also im Gang,

von Konstanz bis Kiel wie in ganz Europa –

schließlich sollte die Mobilität durch die einheitlichen

Bewertungssysteme in einem einheitlichen

europäischen Hochschulrahmen

gefördert werden. Die Praxis sieht bisher

aber anders aus: Mehr-semestrige Module

und straffe Studienordnungen schränken die

Möglichkeit eines Auslandsaufenthalts ein.

Auch die Anerkennungspraxis habe sich

nicht sonderlich verändert, so Hoffmann:

»Man schaut sich Module und Veranstaltungen

der anderen Hochschulen an und erkennt

diese entweder an oder lässt es.«

Trotz aller Hindernisse der Umstellungsjahre

darf sich Rühle mittlerweile stolz »Bachelor

of Arts« nennen. Ein Grund zum Feiern? Nun

ja, weil sie als erster Jahrgang in die neuen

Bachelor-Studiengänge ging und nun aufgrund

besserer Chancen auf dem Arbeitsmarkt

ein Master-Studium draufsetzen will,

wiederholt sich das Versuchskaninchen-

Schicksal nun für sie: Als Teil des ersten Jahrgangs

im neu geschaffenen Master »Außerschulische

Jugendbildung« muss sie erneut

die Kinderkrankheiten der Umstrukturierung

ausbaden: Im Master-Bereich hat der Bologna-Prozess

erst begonnen. Ein zweifelhafter

Genuss für die Studierenden, in den schon

im nächsten Wintersemester nicht mehr alle

Bachelor-Absolventen kommen dürften:

Während der erste Jahrgang um Rühle

wegen des zwischenzeitlichen Chaos’ sowie

der hohen Anforderungen noch schnell in

sich zusammengeschrumpft war, kommt

2010 insbesondere auf die Geisteswissenschaften

ein weitaus größerer Jahrgang zu.

Hoffmann: »Wenn wir den Anspruch haben

alle unsere Bachelor-Absolventen wieder

aufzunehmen, haben wir im Master-Bereich

bald ein großes Problem«. Eine starke Selektion

ist also zu erwarten. Florian Dörr

FERNUNI

Zu Besuch aus

Warwick

April Lord mag Gießen. Das kann die 20-jährige Engländerin

schon nach wenigen Wochen an der Lahn

sagen. Im Zuge eines Erasmus-Studiums ist die junge

Frau nach Deutschland gekommen, um vor allen Dingen

ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. In ihrer Heimat

studiert sie an der University of Warwick Jura. Die

Universität befindet sich allerdings nicht in Warwick,

sondern am Stadtrand von Coventry (Foto). Die verwirrende

Namensgebung lässt sich dadurch erklären, dass

bei der Gründung der Universität in den 1960er Jahren

versucht wurde, der jungen Universität durch einen in

England mit einer langen

Tradition verbundenen

Namen mehr Prestige

zu verleihen. Doch

auch im in den West

Midlands gelegenen Coventry

lässt sich gut leben,

weiß Lord. Ihre Uni

zählt zu den größten in

Großbritannien und gilt

dort als Uni der Zukunft.

Hello,

ich bin seit fünf Wochen in Gießen, und es gefällt mir gut. Die

Stadt ist klein genug, so dass ich innerhalb weniger Tage bereits

sehr viel kennengelernt habe. Es hat schon begonnen, sich ein

bisschen wie Heimat anzufühlen. Mittlerweile genieße ich, was

mir Gießen bietet. Ich gehe abends mit Freunden aus, im Irish

Pub gefällt es mir besonders gut. Ich war auch schon mit zwei

Freundinnen im Kino. Das Studium ist hier ein bisschen schwerer

als in meiner Heimat, was auch an der Sprache liegt. Aber

nach ein paar Wochen werde ich mich daran gewöhnt haben,

dass ich nicht alles verstehen kann. Hauptsache ich verstehe die

Zusammenhänge. Natürlich vermisse ich meine Heimat und

meine Familie, Freunde und meinen Freund, aber ich glaube,

dass der Aufenthalt in Gießen ein wunderbares Erlebnis wird,

bei dem ich viel lernen und erleben werde.

See you later!

April Lord

University of Warwick

United Kingdom


Erinnerungen…

Fotos: BR/Wilschewski / no (2/1988, Heidelberg)

»Ich sing für alle, die wie ich nicht frei von Fehlern sind, für jeden, der zu seinem Scheitern gerne

steht, der sich nicht zügeln lassen will von diesem kalten Wind, der uns zurzeit so rücksichtslos

entgegenweht. Den seitlich Umgeknickten wollen wir zur Seite stehn, den niemals Angepassten

sing ich dieses Lied, die ohne Mehrheit bleiben, anders sind und unbequem, und die auch

helfen, wenn es keiner sieht.« Konstantin Wecker hat dem Ohrwurm »Paradies« aus der 1996er

»Gamsig«-Produktion mit dem Chor »Les Voies d’Espérance« aus Kamerun einen neuen Text verpasst,

der Programm ist: »Leben im Leben« heißt das Lied jetzt. Und diesen Titel tragen auch die

Konzerte, die er mit Wegbegleiter Jo Barnikel bestreitet, seinem pianistischen Alter Ego und

Klangteppichleger. Sie spielen am 12. Dezember in der Sport- und Kulturhalle Garbenteich.

Wecker und Barnikel – das ist ein ganz besonderes

Duo. Garbenteich werde zwei ausgesprochen

spielbegeisterte Musiker erleben,

kündigte Wecker unlängst im Gespräch

mit dem streifzug an. »Wir sind ein eingespieltes

Team, für das es Momente gibt, in

denen wir jeden weiteren Musiker als störend

empfinden würden.« Das »Leben im

Leben«-Programm sei geprägt von der Improvisation.

»Wir werfen uns die Bälle zu. Da

passiert vieles sehr spontan – auch bei den

älteren Liedern.« Geboten werde »eine Auswahl

aus den letzten 40 Jahren, wie ich es

immer wieder mache, mit neuen Varianten.«

Mit dem auch in engen Passagen seines Lebens

treuen Wegbegleiter zu musizieren,

das sei »Heilkraft für die Seele«.

Wecker und Mittelhessen – schon oft war er

hier im Lauf seiner langen Karriere. In der

Marburger Stadthalle und – an einem heißen

Sommertag, mit Dauner & Co. – in der

Uni-Mensa, in der Kongresshalle Gießen, auf

Burg Münzenberg. Zudem ein paar Kilometer

weiter: bei den Hersfelder Festspielen, in

Friedberg, im Vilbeler Kulturforum, mit den

Afrikanern in Aschaffenburg, im Mainzer

Unterhaus. Selbst in der Erinnerung noch

überwältigend das Gastspiel vor zigtausend

Besuchern im Juli 1993 in Lich – in großer

Besetzung, mit Rockband und Bläsersatz,

mit dem Sänger Pippo Polina und dem Altsaxofonisten

Charlie Mariano, mit »Uferlos«

und »Questa nuova realtá«.

Apropos Mariano, der Weltstar, der diesen

Sommer 85-jährig in Köln gestorben ist. Der

war später noch einmal nach Lich gekommen,

hatte 1999 im »Traumstern«-Kinosaal

ein »artist’s view«-Konzert bestritten. Bei ihm

war Wecker »zum ersten Mal in meinem Le-

40 streifzug 12/2009


KULTUR

ben aufgefallen, was es wirklich heißt, einen

Ton zu haben. Es gibt bessere und schlechtere

Saxofonisten: Aber der Ton bestimmt –

unabhängig von aller Technik – die Meisterschaft

eines Blasinstruments.« Und der Charly

sei eben auch ein großer Techniker gewesen.

»Charly hat (…)

…an Lich im Sommer 1993

»Ich höre nicht auf, ein

liebender Anarchist zu sein«

Zeichnung: no

ter anderem auf der Thingstätte bei Heidelberg.

Bei »youTube« kann man sich davon

überzeugen: »Ich singe, weil ich ein Lied

hab« wurde mit Sosa und Baez zu »Yo canto

porque tengo vida«.

»Wen Mercedes umarmt hatte, der wird das

nie vergessen. Sie

konnte umarmen wie

niemand auf der Welt,

und immer hatte man

das Gefühl, von Mutter

Erde selbst umarmt zu

werden«, schrieb Wecker am 5. Oktober in

seinem Nachruf auf die Freundin. »Uns alle

hat sie mit ihrer Stimme in den Arm genommen,

mit dieser unvergleichlichen Belcanto-

Stimme, die immer reiner Ausdruck ihrer

Seele war.« Nie sei etwas gekünstelt gewesen

»an der wunderbaren

Frau, dieser tapferen

Frau, dieser Ikone

mutigen Widerstands

gegen die Militärdiktatur«.

Wecker betrachtet

es als Ehre, dass er mit ihr zusammen singen

und musizieren konnte, dass sie sogar Lieder

von ihm gesungen hat.

Ob er den knapp 700 Zuhörern in Garbenteich

von diesen Begegnungen erzählen

wird – denen mit den geliebten Wegbegleitern?

Davon, dass er sich mit Sosa kaum

umfänglicher habe unterhalten können: »Sie

sprach kein Englisch, ich nur Italienisch. (…)

Oft hat es mir genügt, neben ihr zu sitzen.

Keine Worte. Nur Schwingungen.«

Ganz sicher wird er den portugiesischen Lyriker

Fernando Pessoa rezitieren: »Als ich

heute die Rua Nova do Almada hinunterging,

fiel mir auf einmal der Rücken eines

Mannes auf, der sie vor mir herunterging…«

Und diese zärtliche Liebeserklärung an die

Menschheit wird überfließen in Musik: »Einfach

wieder schlendern, / über Wolken gehen

/ und im totgesagten Park / am Flussufer

stehn. // Mit den Wiesen schnuppern, / mit

den Winden drehn, / nirgendwohin denken,

/ in die Himmel sehn.«

Bestimmt wird er von Rainer Maria Rilke erzählen,

seinem Idol, dem Dichter und Rodin-Sekretär,

auf dessen mittelhessischen

Pfaden er vorhat, am Tag nach dem Konzert

ein paar Meter zu gehen: Rilke-Pavillon in

Londorf, Schloss Friedelhausen.

Liebe wird Thema sein. Unbedingte Liebe.

Zuneigung. Klar, auch die politische Passion.

Darüber hinaus die Visionen, die Träume.

»Ich bin Romantiker. Linksromantiker, sicherlich,

aber Romantiker. Das Gerade und Geordnete

in allen Ehren, aber ich will nicht

marschieren, sondern schlendern, lustwandeln,

wandern und schwärmen.« Wecker

wird einmal mehr für eine wirkliche Neu-

»Ich will nicht marschieren,

sondern schlendern«

mir manchmal auf

dem Recorder seine

einfachen Kompositionen

vorgespielt

und dann zu mir diesen

wunderbaren Satz gesagt: Ich habe in

meinem Leben schon viel zu viel Töne gespielt.«

Es liege, so Wecker, in den wenigen

Tönen die Kraft – und zudem komme es

darauf an, wie man sie spiele. »Charly war

ein Weiser. Das Angenehme an seiner Weisheit:

Man spürte seine Seele durchs Saxofon.

Und er wusste gar nichts davon. Nicht

zu vergessen, dass er ihm, dem singenden

Komponisten und Lyriker »die Angst vor der

Arroganz der Jazzer« genommen habe. »Der

Charly war das überhaupt nicht. Er hat mich

musikalisch in sein Herz geschlossen und

mein Leben aufgewertet.«

Noch einen Abschied hatte Wecker in diesem

Jahr zu verkraften – den von Mercedes

Sosa, der »Stimme Lateinamerikas«, mit der

er viele Male gemeinsam auf der Bühne gestanden

hatte. Unvergessen die »Drei Stimmen«-Tour

1988 mit ihr und Joan Baez, mit

unter anderem den Bläser Felice Civitareale,

Johannes Faber, Christof Lauer und Mariano,

den Rock-Gitarristen Stefan und Frank Diez,

mit Wolfgang Dauner am Piano, Colin

Hodgkinson am Bass, mit dem »Modern

String Quartet«. Das waren musikalisch wie

emotional ganz dichte Angelegenheiten; unschöpfung

des Geistes plädieren, für mehr

Menschlichkeit. »Ich höre nicht auf, ein liebender

Anarchist zu sein!«

Nicht äußern muss er sich über jene Kapitel

in seinem Leben, die er in seinen Büchern

»Uferlos« und »Die Kunst des Scheiterns«

ausführlich erörtert hat, die ihn mehrfach in

den Knast brachten und die von seinen nimmermüden

Widersachern und denen, die

ihn halt nicht verstehen (wollen), immer wieder

genüsslich ausgebreitet werden, um ihn

zu diffamieren, zu verletzen.

Lieber singen und plaudern – für und über

die, wie er es selbst aufzählte, die mit ihm

noch auf der Suche sind nach einer Welt,

die es vielleicht nie geben kann. Die kein

Gemälde sein wollen, die immer Skizze sind

und unvollendet enden, irgendwann. Für die

Verrückten und für alle,

die daneben stehen.

Auch für die Leisen,

die man meistens

übersieht, die ohne

Mehrheit bleiben, ausgegrenzt

und unbequem. Singen, weil er ein

Lied hat – und weil der Sommer nicht mehr

weit ist.

Norbert Schmidt

GEWINNSPIEL

Das Konzert in Garbenteich ist ausverkauft.

Restkartennachfrage unter 06404/ 950977.

Für unsere Leser haben wir 3x2 Tickets gesichert,

die wir verlosen. Schreiben Sie bis 6.

Dezember eine Karte an streifzug, Marburger

Straße 20, 35390 Gießen oder eine Mail an

streifzug@giessener-allgemeine.de. Kennwort:

Wecker. Ein ausführliches Interview mit

dem Sänger finden Sie im Internet unter

www.giessener-allgemeine.de/wecker.

WIR PRÄSENTIEREN: JAN DELAY

Mit Herzberg-

Concerts präsentieren

die Gießener

Allgemeine

und ihr Magazin

streifzug Sänger

Jan Delay. Der

Song-Chartstürmer

wird am

16. März 2010

um 20 Uhr in

der Hessenhalle

Gießen gemeinsam

mit der Funk-Band »Disko No.1«

sein aktuelles Album »Wir Kinder vom

Bahnhof Soul« vorstellen. Tickets sind

für 30 Euro demnächst in der AZ-Geschäftsstelle

am Marktplatz erhältlich.

12/2009 streifzug 41


Foto: ras

Ein Agent für alle Fälle

Sie sind die Schatten der Stars, nicht selten von Vereinen gefürchtet und verhasst. Und doch

kommen die Klubs nicht ohne sie aus, die Spielerberater. Im Fußball geht es auch für die

Agenten manchmal um Millionen. Beim Basketball sieht es anders aus – auch wenn sich

selbst in Deutschland mittlerweile nahezu jeder Profi in die Hände eines Vermittlers begibt.

Der Gießener Matthias Haufer ist einer von zwölf Agenten, die hierzulande im Besitz einer

Lizenz des Weltbasketballverbands FIBA sind.

Von Millionentransfers kann der 29-Jährige

allerdings – genau wie die anderen Basketball-Agenten

– nur träumen. Nicht einmal

ein Jahr ist seine Agentur »Profibasketball.de«

alt, vor elf Monaten hat Haufer den Schritt

in die Selbstständigkeit gewagt – und

kämpft noch mit den Anfangsschwierigkeiten.

Leben kann der Agent von seinem Job

bisher nur mit Mühe, seine Wohnung ist

auch sein Arbeitsplatz. Seine wichtigsten

Utensilien: Laptop und Internet. »Ohne das

Netz wäre ich nie an den Job gekommen«,

sagt Haufer. Denn das »World Wide Web« ist

seine Kontaktbörse Nummer eins: Mithilfe

von einschlägigen Portalen wie »facebook«

und »myspace« oder über die E-Mail-Adressen

der College-Trainer knüpft der gebürtige

Aßlarer Kontakte zu potenziellen Kandidaten.

Nicht selten schlägt sich Haufer, der als

Student beim Basketball-Bundesligisten Gießen

46ers unter Trainer Stefan Koch als

Scout begann und danach eineinhalb Jahre

für den Pro-A-Ligisten Cuxhaven BasCats

Spieler verpflichtete, so die Nächte um die

Ohren, verfolgt College-Spiele, sichtet Akteure,

erstellt Statistiken und Leistungsprofile

– und plaudert mit den Kandidaten. Man

lernt sich kennen und wenn es passt, stellen

sie gemeinsam Zukunftsvisionen auf. Der

Vertragspoker und der Aufbau eines Netz-

42 streifzug 12/2009


SPORTWELT

werkes sowie die Pflege der zahlreichen Beziehungen zu den Vereinen

sind Haufers wichtigste Aufgabengebiete. Aber auch nach einem

erfolgreich abgeschlossenen Vertrag bleibt er erster Ansprechpartner

für Spieler und Klub.

Vertrauen ist dabei das kostbarste Gut des Spielerberaters. Auch im

Kampf gegen die Abwerbeversuche von anderen Agenten. Deswegen

kommt für Haufer kein Anruf zu spät, kein Problem seiner

Spieler ist ihm unwichtig. »Viele US-Boys kennen das System hier

nicht und unterschätzen die Umstellung.« Nicht nur einmal hat der

29-Jährige einen genialen Basketballer scheitern sehen, weil er abseits

des Feldes nicht mit der fremden Kultur, der anderen Mentalität

zurechtkam. »Viele sind zudem für den Alltag als Profi nicht geeignet«,

sagt er. Das im Vorfeld bereits abzuklären, auch das gehört zu

den Aufgaben des Agenten. Und so kann Haufer einige Geschichten

erzählen, von schwarzen Schafen wie die eines Basketballers, der in

seiner Heimat wegen Mordes angeklagt war und sich seiner Hilfe so

schnell wie möglich ins Ausland absetzten wollte, aber auch von ungewöhnlichen

Verträgen, wie einer Garantie für drei warme Mahlzeiten

am Tag oder tägliche Gewichtskontrollen sowie von ganz alltäglichen

Fragen und Problemen der US-amerikanischen Profis, wie das

Kochen eines Frühstückseis. »Ich komme mir manchmal schon vor

wie ein Babysitter. Aber ich mache es ja gerne«, sagt er und fügt an:

»Der Job muss so viel Spaß machen, dass du gar nicht merkst, dass

du arbeitest. Sonst kannst du ihn einfach nicht ausführen, dazu wäre

die Belastung viel zu hoch.«

46 Basketballer hat der Gießener, der vor drei Jahren an der Justus-

Liebig-Universität sein Lehramtsstudium beendet hat, momentan in

seinem Portfolio stehen, viele von ihnen – wie die beiden Hertener

Ahmad Smith und Cory Abercrombie (Foto) – sind in der Pro B und

der Regionalliga aktiv, ein paar gehen in der Pro A auf Korbjagd. »Ich

erstelle für meine Spieler einen Zweijahresplan. Sie nutzen die unteren

Ligen als Sprungbrett. Ich will dabei lieber mit den Amis zusammenarbeiten,

die das Spiel lieben und nicht nur zum Geldverdienen

nach Europa wollen«, sagt Haufer, der nicht nur in

Deutschland aktiv ist, sondern auch bereits Spieler nach Neuseeland,

Island, Frankreich, Saudi-Arabien, Marokko oder Portugal vermittelt

hat. »Wenn man erst einmal einen guten Spieler in einer Liga hat,

dann rufen die Vereine immer wieder an«, sagt er. Momentan steht

mit dem Paderborner Kevin Langford ein Bundesliga-Akteur bei Haufer

unter Vertrag, zudem hat der Agent aber einige Talente entdeckt,

die es in der BBL geschafft haben. So wie der Ex-Nördlinger Osmari

Westley, der 2008/2009 »Topscorer der Hauptrunde« wurde, oder

auch Roderick Trice, Leistungsträger bei MEG Göttingen.

»Patrick King hat mir ein gutes Auge für Talent bestätigt. Ich habe zudem

ein gutes Gedächtnis und kann mir Statistiken gut einprägen, so

dass ich sie nicht nachschlagen muss. Was mir aber noch fehlt, ist

der Business-Aspekt. Ich bin bei den Vertragsverhandlungen oft zu

gutmütig. Aber dafür vermittele ich meinen Jungs wenigstens einen

Job«, sagt Haufer. Der Ex-Gießener Bundesliga-Basketballer King zählt

zu den Großen der Branche, bei ihm stehen etliche Stars der BBL

unter Vertrag. »Es klingt absurd, aber ich nehme die Spieler, die bei

King herunterfallen, wenn er zu viele hat und sie nicht gut genug für

ihn sind. Daher sehe ich ihn auch nicht als Konkurrenten. Er agiert

auf einem ganz anderen Level. Mein Ziel ist nicht die Bundesliga, ich

möchte das mittlere Level, also die Pro A, dominieren«, sagt Haufer.

Als ärgster Mitbewerber steht da die Agentur »Courtside« in den

Startlöchern – allerdings ist die Zahl der Mitbewerber in der Szene

überschaubar und nicht zu vergleichen mit dem Fußball. »Ich habe

zuerst überlegt, als Scout im Fußballbereich zu arbeiten. Aber da hat

man keine Chancen, hineinzukommen.« Bereits als Teenager träumte

Haufer von einer Karriere als Manager, als er sich die Nächte mit

dem Computerspiel »Fußball-Manager« um die Ohren schlug. nob

❄Eislaufvergnügen

auf dem Kirchenplatz


Öffnungszeiten der Eisbahn

27. November 2009 bis 24. Januar 2010

Montag bis Samstag

10.00 bis 21.00 Uhr

Sonntag

14.00 bis 20.00 Uhr

12/2009 streifzug 43


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MEDIATHEK

PC-SPIEL PS3-/Wii-Spiel

»Tony Hawk Ride«: Sprung in ein neues Skater-Zeitalter

Tony Hawk macht einen Sprung nach vorne. Denn »Tony Hawk Ride« wird das Genre mit einem innovativen

Skateboard-Controller, der eine dynamische, »freihändige« Spielerfahrung ermöglicht, verändern.

Zum ersten Mal haben User die Möglichkeit, das Spiel mit vollem Körpereinsatz zu steuern.

Die neueste Edition der erfolgreichsten Action-Sport-Serie aller Zeiten wird durch die Kombination aus

bewegungsorientiertem Spielspaß und technischer Innovation Sportspiel-Fans aller Altersstufen begeistern.

»Tony Hawk: Ride« erscheint mit einem kabellosen Skateboard-Controller, der gemeinsam mit

dem Spiel entwickelt wurde, um eine völlig neue, dynamische Spielerfahrung zu bieten. Der intuitive

Controller nutzt eine Kombination aus Beschleunigungsmessern und Bewegungssensoren und ermöglicht

so die Steuerung über Bewegungen und Gesten auf dem Skateboard, die dann im Spiel in aufregende

Tricks umgesetzt werden können. Spieler aller Erfahrungsstufen können so ohne komplizierte

Tastenkombinationen oder Analog-Sticks auf das Skateboard steigen, losfahren und Tricks probieren.

Erscheinungsdatum: 4. Dezember für PS3 und Wii. Preis: 120 Euro.

Holt die Straße ins Wohnzimmer ★★★✩

DVD

Junggesellenparty

geht in die Hose

Zwei Tage vor der Hochzeit

feiert Doug (Justin Bartha) in Vegas

mit seinen Freunden Stu (Ed

Helms) und Phil (Bradley Cooper)

und dem künftigen Schwager

Alan (Zach Galifianakis) Abschied

vom Singledasein. Doch

am Morgen danach ist Doug

verschwunden und mit ihm jede

Erinnerung an die Nacht der

Nächte. Unter Kopf- und Zeitdruck

muss das verbliebene Trio

klären, was mit Doug und ihnen

passiert ist. Warum ein Baby im

Schrank und ein Tiger im Bad

lag. Wieso eine Stripperin ehetauglich und ein Gangster gewalttätig

wurden. »Hangover« ist ein unvergessliches Abenteuer, an

dessen Ende nicht nur für Doug ein neues Leben beginnt.

Erscheinungsdatum: 4. Dezember. 97 Minuten. FSK: 12 Jahre.

Preis: 14,99 Euro.

Launige Komödie ★★✩✩

Von liebende Vampiren

in Herzen Budapests

BUCH

Ein Jahr als Au-pair in Budapest –

das klingt für die junge Deutsche

Hanna nach einer schönen und

aufregenden Zeit. Wie aufregend

ihr Aufenthalt in der ungarischen

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CD

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Gibt’s bei uns.

Hauptstadt tatsächlich werden soll, ahnt sie allerdings erst, als sie eines Nachts Mattim begegnet. Der rätselhafte

junge Mann erzählt ihr eine unglaubliche Geschichte – von Schatten, von einem geheimnisvollen Tor

und von einer Stadt, die parallel zu Budapest existiert. Und von Kunun, seinem Bruder, der wie er selbst ein

Schatten – ein Vampir – ist, der sich jedoch im Gegensatz zu Mattim ganz in den Dienst der Finsternis gestellt

hat. Mattim hingegen versucht, das Gute in sich zu bewahren. Um aber nicht von der Dunkelheit in seinem

Inneren überwältigt zu werden, braucht er einen starken Halt auf der lichten Seite – den nur Hanna ihm geben

kann. Doch Kununs Pläne sind weitreichender und bösartiger, als die beiden es sich hätten vorstellen

können. Und schon bald muss Hanna sich fragen, ob sie bereit ist, für ihre Liebe zu Mattim alles aufzugeben.

Sogar ihre Menschlichkeit. Lena Klassens Roman »Magyria – Das Herz des Schattens« ist eine packende Vampir-Liebesgeschichte.

Gebundene Ausgabe: 560 Seiten. ISBN-Nr.: 978-3764530440. Preis: 18,95 Euro.

Romantisch, gruselig und absolut im Trend ★★✩✩

X

Popspektrum erweitert

Rund viereinhalb Jahre nach ihrem

Debütalbum setzt das Berliner Duo

»Ich+Ich« eine nächste Zäsur in ihrem

kontinuierlichen Produktionsprozess.

Trotz stetiger Live-Präsenz lief die

Sound- und Songarbeit seit der letzten

Platte »Vom Selben Stern« im Sommer

2007 ohne Kunstpausen weiter. Die

einzigartige Band-Konstellation machte

es möglich, das am 13. November das dritte Studioalbum »Gute

Reise« erschien. Als Annette Humpe und Adel Tawil seinerzeit

noch namen- und masterplanlos ihr musikalisches Projekt starteten,

hätte wohl niemand damit gerechnet, welche außerordentlichen

Erfolge ihre »odd-couple-Formation« erzielen würde. Mit

über 1,25 Millionen verkauften Tonträgern und drei Gold- bzw.

Platin-Singles in direkter Folge haben »Ich+Ich« das erfolgreichste

deutsche Popalbum der Jetztzeit produziert. Und dass ohne großen

Rummel oder medienträchtige Skandale. Sie sind einfach nur

Musik. Die erste Singleauskopplung »Pflaster« ist bereits ein großer

Erfolg und schaffte den Sprung von Null auf Eins in den Single-

Charts. Man darf also erwarten, dass »Ich+Ich« trotz »Gute(r) Reise«

noch lange nicht am Ende sind. Die Reise führt bergauf. ★★★✩

44 streifzug 12/2009


SPERRSITZ

Kinostart: 3. Dezember

Stoffhasen mit lustig verdrehten Augen –

aber ohne Ohren – begeisterten über

6,3 Millionen Zuschauer auf der Leinwand.

Nach dem Erfolg von Til Schweigers »Keinohrhasen«

kommt nun Teil zwei in die

Kinos: »Zweiohrküken«. Kindergärtnerin Anna

(Nora Tschirner) und der ehemalige

Boulevardreporter Ludo (Til Schweiger) sind

mittlerweile in eine gemeinsame Wohnung

gezogen, arbeiten jeden Tag zusammen im

Kindergarten, und statt jeden Tag wild übereinander

herzufallen, streiten sie sich regelmäßig

über nicht entsorgte Leergutflaschen

und unerledigte Toilettenpapiereinkäufe. Mit

anderen Worten: Der Alltag ist eingekehrt

und lastet tonnenschwer auf der ersten Verliebtheit.

Die ohnehin bereits wacklige Harmonie gerät

endgültig in die Schieflage, als plötzlich

Ludos Ex-Affäre Marie (Edita Malovcic) wieder

auftaucht. Geschickt versucht diese an

alte Zeiten anzuknüpfen.

Ludo hat zwar keinerlei Ambitionen, mit seiner

alten Liebe anzubandeln, doch Anna

reagiert eifersüchtig und begeht den ersten

schweren Fehler: Sie macht ihm Vorwürfe,

zettelt sinnlose Streitgespräche an und

schaut in fremde Handys. Ludo fällt aus allen

Wolken, als er diesen Vertrauensbruch bemerkt.

In einem heftigen Streit fordert er vehement

Vertrauen, keine Kontrollen, keine

Hinterherschnüffelei – stattdessen großen

persönlichen Freiraum für beide Partner!

Doch da ahnt er noch nicht, dass bereits am

nächsten Abend Annas junger, attraktiver

Ex-Freund Ralf (Ken Duken) auftauchen wird.

Als Ludo nach Hause kommt, trägt Ralf Ludos

Kochschürze, bereitet das Abendessen

vor und möchte »ein paar Tage bleiben«. Die

neue Situation schmeckt Ludo nicht. So hatte

er sich die erkämpfte Toleranz in der Beziehung

nicht vorgestellt. Wie ein eifersüchtiger

Platzhirsch wacht er über Konkurrent

Ralf, der sich vor Anna mächtig ins Zeug

legt. Von Alterspanik und Verlustängsten gebeutelt

nimmt Ludo den erbitterten Kampf

auf – aber leider mit falschen Mitteln. zg

GEWINNSPIEL

Ludo (Til Schweiger) ist stolz auf sein »Zweiohrküken«.

Passend zum Nikolaustag: Der streifzug

verlost mit den Gießener Kinos 5x2

Tickets für die Vorstellung des Films

»Zweiohrküken« am 6. Dezember. Wer

den Film sehen möchte, sollte bis zum

2. Dezember eine Karte mit dem Kennwort

»Kino« an streifzug, Marburger

Straße 20, 35390 Gießen oder eine Mail

an streifzug@giessener-allgemeine.de

senden. Viel Glück!

12/2009 streifzug 45


SPERRSITZ

Neu

im Kino

Gießen

Kinocenter Gießen

Bahnhofstraße 34, Telefon 0641/72108

Heli

Frankfurter Straße 34, Telefon 0641/74511

Roxy

Ludwigsplatz 4, Telefon 0641/32547

www.die-giessener-kinos.de

Kommunales Kino JOKUS

Ostanlage 25 a, Telefon 0641/306-2495

Grünberg

Bismarckstraße 10, Telefon 06401/6869

Lich

Kino »Traumstern«

Gießener Straße 15, Telefon 06404/3810

Weitere Kino-Tipps

finden Sie täglich in der Gießener Allgemeine

Zeitung oder auf unserer Internetseite unter

www.giessener-allgemeine.de/kino.

Saw VI

Strotzt vor perversen Ideen

und perfiden Todesspielen

Detective Hoffman ist immer

noch als Nachfolger

des sadistischen und erfindungsreichen

Mörders Jigsaw

unterwegs, ohne bisher

entlarvt worden zu sein. Und ganz im

Sinne seines Mentors startet er eine neue

Spielrunde auf Leben und Tod. Doch dabei

scheint er sich nicht mehr an die alten Jigsaw-Regeln

zu halten. Zudem merken auch

Hoffmans Kollegen, dass da etwas nicht

stimmt. Und im Hintergrund zieht immer

noch Jigsaw die Fäden.

Darsteller: Tobin Bell, Costas Mandylor,

Mark Rolston, Betsy Russell

Start: 3. Dezember

★★✩✩

12 Meter ohne Kopf

Norddeutscher Piratenfilm

Die berüchtigten Seeräuber

Klaus Störtebeker und

Gödeke Michels entern

auf der Ostsee eine vollbeladene

Kogge. Störtebeker

überlebt das Gefecht

um Haaresbreite. Den Tod vor Augen, beginnt

er am Piratenleben zu zweifeln. Als

Störtebeker und Michels allerdings auf eine

geheimnisvolle Waffe stoßen, beginnt eine

neue goldene Ära mit reichen Beutezügen.

Doch dann rüstet die Hamburger Hanse

auf, und die Piraten müssen sich entscheiden:

Leben als Bauer oder der Tod als Pirat!

Darsteller: Ronald Zehrfeld, Matthias

Schweighöfer, Jana Pallaske

Start: 10. Dezember

★★✩✩

Der Solist

Nach wahren Ereignissen

Steve Lopez, Zeitungskolumnist

der »L.A. Times«,

trifft in den Straßen

von Los Angeles zufällig

das ehemalige Wunderkind

der klassischen Musik

Nathaniel Anthony Ayers. Mit viel Verständnis,

Geduld und durch die Kraft der Musik

versucht Lopez, dem schizophrenen und

obdachlosen Cellisten eine Perspektive zu

geben und ihn auf den richtigen Weg zurückzubringen.

Dabei entwickelt sich eine

einzigartige Freundschaft, die das Leben der

beiden Männer vollkommen verändert.

Darsteller: Jamie Foxx, Robert Downey Jr.,

Catherine Keener

Start: 10. Dezember

★★★✩

Lila, Lila

Wer hat’s geschrieben?

David Kerns Erstlingsroman

»Lila, Lila« stürmt die Bestsellerlisten.

Dumm nur:

David ist nicht der Autor

dieser tragischen, in den

50er Jahren angesiedelten

Liebesgeschichte. Der unscheinbare Kellner

hat das Manuskript beim Trödler gefunden

und gibt den Text, um Marie zu erobern, als

seinen aus. Die zwei werden ein Paar, die

Medien reißen sich um David. Doch das

Unheil nimmt seinen Lauf, als bei einer

Autogrammstunde plötzlich Jacky, ein abgehalfterter

Herumtreiber, vor ihm steht.

Darsteller: Daniel Brühl, Hannah Herzsprung,

Henry Hübchen

Start: 17. Dezember

★★✩✩

19,90€

Eine Geschenkfilmdose mit zwei Kinogutscheinen,

einem Popcorn Maxi Package Gutschein und einer

Tüte Gummibärchen.

9,90€

Eine Geschenkfilmdose mit

einem Kinogutschein,

einem Kids Package Gutschein und einer Tüte

Gummibärchen. Nur für Kinder bis einschließlich 11 Jahren.

Mehr Infos im Kino und unter www.die-giessener-kinos.de

Wo die wilden Kerle

wohnen

Verfilmung des berühmten

Kinderbuches

Max ist ein Kind voller unkontrollierter

Impulse und

doch eine sensible Seele.

Nach einem Streit mit seiner

gutmütigen aber überforderten Mutter,

flüchtet er in eine Traumwelt mit monströs

wirkenden, im Grunde aber kindlichen Kreaturen,

die den Jungen als König akzeptieren.

Einige Tage lebt und tollt Max mit den

neuen Freunden, bis es auch hier zu Enttäuschungen

kommt. Doch Max weiß, dass

jemand auf ihn wartet, der ihn immer liebt.

Darsteller: Benicio Del Toro, Del Toro,

Michael Berry Jr., Tom Noonan

Start: 17. Dezember

★★✩✩

Fame

Denn ihre Träume kennen

keine Grenzen!

An der New Yorker School

of Performing Arts werden

nur die besten Studenten

angenommen. Für Malik,

Jenny, Denis, Alice und

Kevin ist es die große Chance, ihren Traum

von einer Profikarriere zu verwirklichen. In

fieberhaftem Eifer kämpfen die jungen Tänzer,

Musiker und Schauspieler darum, ihr

Talent unter Beweis zu stellen. Trotz starker

Konkurrenz teilen sie ihre Sorgen und Nöte,

erleben die erste große Liebe und stellen

sich gemeinsam den Herausforderungen.

Darsteller: Megan Mullally, Kay Panabaker,

Kelsey Grammer,Bebe Neuwirth

Start: 24. Dezember

★★★✩

46 streifzug 12/2009


Außerhalb Gießens gilt als manisch, wer eine Manie hat, besessen von fixen Ideen ist,

kurz: Wer im Wortsinn »ver-rückt« ist. In Gießen ist beziehungsweise war manisch

eine Unterschichts- und Geheimsprache, gesprochen vorwiegend in sozialen Brennpunkten

am Rande der Stadt. In meiner manischen Welt gehen beide Varianten des

Manischen eine Symbiose ein.

Weihnachtsmanie ist dem echten Manischen

fremd. So fremd, dass er nicht mal Worte dafür

hat. Advent, Weihnachten, Englein, Nikolaus,

Christkind, Weihnachtsbaum – Entsprechungen

dafür finden sich weder im

manischen Wörterbuch noch in der eigenen

Kindheits-Erinnerung.

*

Auch kannten die Schmuddelkinder aus der

Vorstadt keine manischen Weihnachtslieder

– oder haben wir sie jemals singen hören

»Advent, Advent, ein Mumli (*) brennt«?

Und »Stigum (*) Rattepin (*) klingt ja auch

nicht annähernd so andächtig wie »Stille

Nacht«.

*

Keine Worte für Weihnachten, aber viele für

die real wichtigsten Dinge und Tätigkeiten

des Lebens (na, Sie wissen schon!). Der Manische

stand mit beiden Beinen fest auf dem

Boden bzw. im Schlamm, nach christkindlichem

Getue stand ihm nicht der Sinn.

*

Im Schlamm? War ein Manischer zwangsläufig

ein Schlammbeißer? In meiner Kindheits-

Welt waren es Synonyme, doch auch diese

Welt drehte sich weiter, und mit ihr wandelte

sich der »Schlammbeißer« vom Schimpfwort

für Asoziale zum Ehrentitel für echte

Gießener. Und offiziell schreibt sich mein

Schlammbeißer ja auch Schlammbeiser,

doch »offiziell« ist für echte Manische ein

Unwort und das weiche lahme »s« eine Beleidigung

für harte Gießener Jungs. Außerdem

habe ich bei Walter Kempowski, dem

manischen Sammler von Zeitzeugnissen, einen

Beweis (aus dem Jahr 1910!) für meine

soziale Bedeutung und Schreibweise des

Schlammbeißers gefunden: »Links von uns

war eine Straße mit Einzelhäusern, da wohnten

Professoren, und rechts war eine Straße,

da wohnten die Schlammbeißer. Da mein

Vater Kaufmann war, war ich für die Professorenkinder

nicht fein genug, für die

Schlammbeißer hingegen zu fein« (»Aus großer

Zeit«).

Alles ladscho?

Nicht nur der Schlammbeißer unterliegt

einem Bedeutungswandel, vielen Worten

widerfährt dieses semantische Schicksal,

man denke nur an »geil«, heute ein Synonym

für »gut«, früher als eine Art frivoler

Steigerung von »sexy« ein Tabu-Wort. Aber

Manische kannten kein Tabu, ihr »geil« hieß

»lubnikano« (*), aparterweise abgeleitet von

einem Substantiv (»lubni«), das »Hure« bedeutet.

*

Es geht aber auch umgekehrt: Die Bedeutung

bleibt, nur das Wort ändert sich. Aus

reiner Sprachfaulheit wurde aus dem Zungen-Holperer

Wepse im Lauf der Jahrhunderte

die Wespe und aus dem Molt(=Erd)-warp

der Maulwurf, weil schon in alten deutschen

Zeiten die Regel galt, die noch heute Grundlage

der Mediengesellschaft ist: Man muss

nur lange und oft genug das Falsche sagen,

damit es als richtig anerkannt wird. Alles ladscho

(*) oder was?

Das zustimmende »ladscho« kommt dem

»okay« sehr nahe, dessen sprachliche Herkunft

unbekannt ist, obwohl die Griechen

glauben, dass »okay« ihre Erfindung ist: Ein

griechischer Hafenarbeiter soll einst in New

York »ola kala« (alles gut) gesagt haben, was

die Yankees abkürzten (»o.k.«) und als »okay«

eingemeindeten. Na ja, dafür kommt das

griechische Wort »endaxi«, das dem »okay«

entspricht, als Lehnsübersetzung für »in Ordnung«

aus dem Deutschen. Alles ladscho?

*

Im Manischen gibt es eine besondere Form

des Bedeutungswandels: Wörter, die wir

auch im Hochdeutschen kennen, wo sie

aber völlig andere Begriffe bezeichnen.

Wenn Manische eine »Lawine« (*) »schwächen«

(*), nuckeln sie an einer Flasche Bier

und machen keine Skipisten lawinensicherer.

*

Obwohl – das wäre doch eine echt manische

Idee: Lawinen schwächen, indem an

gefährlichen Stellen der Schnee-Überhang

abgesaugt wird. Vielleicht gibt’s dafür mal ein

manisches Weltpatent, im Umkehrschluss

zur Methode von Tick, Trick und Track, die in

Entenhausen ein gesunkenes Schiff hoben,

indem sie Tausende von Tischtennisbällen in

das Wrack pumpten. Woran man sich 1964

erinnerte, als ein vor Kuwait gesunkenes

Schiff schnell aus der Tiefe geholt werden

musste, da es Schafe geladen hatte, deren

Kadaver eine daneben liegende Trinkwasseranlage

gefährdeten. Flugs wurden nach dem

– mittlerweile patentierten – Beispiel von

Donald Ducks Neffen 70 Tonnen Styropor

(aus 97 Prozent Luft) in das Schiff gepumpt,

und schon ploppte es nach oben. Alles ladscho!

*

Und nun singen wir: Stigum Rattepin,

schwendo (*) Rattepin…aber da lacht ja

nicht nur Owi!

(gw)

(*) Mumli: Wachs, Kerze, Licht / Lawine: Bier (aus dem Rotwelsch-Wort »lovina« für

Bier), meist Flaschenbier gemeint / ladscho: gut, richtig, in Ordnung, okay / lubnikano:

unzüchtig, erregend, geil / Rattepin: Dunkelheit, Nacht / schwächen: trinken /

schwendo: heilig (auch: katholisch) / stigum: still, ruhig (alle Definitionen mit Hilfe

von »Tschü lowi«, Manisch-Standardwerk von Hans-Günter Lerch; Variationen basieren

auf eigenempirischen Erfahrungen).

Der Autor, stellvertr. Chefredakteur der Gießener Allgemeinen, schreibt

seit vielen Jahren unter dem Kürzel »gw« im Sportteil seiner Zeitungen

Beiträge für deren »Anstoß«-Kolumnen. Von »gw« (Gerhard Steines) liegt

der Roman »Seemannsköpper« (Prolibris-Verlag Kassel) vor, der unter

dem Etikett des Krimis von einer Gießener Kindheit ausgeht und in

einer »manischen« Welt endet, in der sich manche scheinbare Gewissheit

als Manie entpuppt.

gw@anstoss-gw.de

12/2009 streifzug 47


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