Til Schweiger Til Schweiger - Gießener Allgemeine

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Til Schweiger Til Schweiger - Gießener Allgemeine

4. Jahrgang · 2/2011

Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

Til Schweiger

im Exklusiv-Interview:

Der Superstar aus Gießen spricht

über den Ulenspiegel, Kritiker und

seinen neuen Film »Kokowääh«

FANTASTISCH

Blickpunkt

Im Trend: Eine neue

Liebe für die alten

Schlager – nicht nur

an Fasching Seite 4

Sportwelt

Manager: Harald

Gärtner aus Heuchelheim

»baut« am

FC Ingolstadt Seite 42

STADTTHEATER

GIESSEN


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Gießen UKW 102,0 ++ Wetterau UKW100,4

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.

ailers

Editorial

Inhalt

Wir sind schon ein bisschen stolz auf unseren »Titelhelden«. Zumal Til Schweigers Auftritte in der Öffentlichkeit eher

rar gesät sind und sich PR-Termine auf auflagenstarke Medien wie »Bild«, »Gala« oder »Wetten, dass…« verteilen.

Trotzdem hat sich der Gießener – unser Heimvorteil – 45 Minuten lang Zeit genommen, um mit uns zu plaudern.

Über seinen neuen Film »Kokowääh« und seine Tochter Emma natürlich, aber auch über seine Zeit in Gießen, über

die »Lindenstraße«, über seine Kritiker und eine mögliche Rückkehr nach Heuchelheim. Dabei hat sich herausgestellt,

dass Schweiger noch immer einen Draht zu seiner Heimatstadt an der Lahn hat und die Kontakte zu einigen

Freunden nicht abgebrochen sind, obwohl er derzeit wohl einer der populärsten und erfolgreichsten Schauspieler

ist, den Deutschland zu bieten hat. Dass Schweiger einmal zu einem solchen Superstar werden würde, hätte er

wohl selbst nicht für möglich gehalten, als er seinerzeit als Kind in einem Hasenkostüm über die Bühne des Gießener

Stadttheaters gehoppelt ist oder später im Ulenspiegel seine Rollen geprobt hat. Acht Seiten haben wir dem

»Gießener Bub« gewidmet. Wir denken, er hat’s verdient.

Marc Schäfer

Foto: ras

Foto: Warner Bros.

arwater Revival

urner

ys

BLICKPUNKT 4

Faschingszeit – Schlagerzeit: Neue Beliebtheit für deutsche Gassenhauer · Steffen »Hugo«

Mehl von »THE Immerechtscheiße« im Interview · Top 5: Hansis Hitparade

CDS VOR GERICHT 9

Neue Alben im Test: Motörhead · Black

Eyed Peas · Bruno Mars

STADTGESPRÄCH 18

Sabotage am Schlagloch: Eine Bildergeschichte

· Mein Gießen: Das Prinzenpaar

stellt seine Lieblingsplätze vor

BLICK IN DIE REGION 20

Von wegen: Keine Nachwuchssorgen im

Karneval – Die »Mollynchen« aus Watzenborn-Steinberg

UNTERWEGS 22

Heißer Tipp: »Schöne Aussicht« in Launsbach

· Spieleabend in der Stadtbibliothek ·

Einzigartige Illusionen von Farid · Promikon

– Tolle Bands in Gießen

AUSLESE 24

VERANSTALTUNGSKALENDER 27

AM MAIN 35

3D-Premiere: »The Australian Pink Floyd

Show« · Das MMK – Ein Porträt

CAMPUS 38

Globale Tierzucht: Zu Besuch in der Klinik

für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie

der Groß- und Kleintiere der JLU

KULTUR 40

»Alfons«: Der Comedian aus Paris hält den

Deutschen einen Spiegel vor

SPORTWELT 42

Der Macher: Der Heuchelheimer Harald

Gärtner baut am FC Ingolstadt

VINOTHEK 44

Rheingau-Cuvée sorgt für Kapriolen vor

dem Zäpfchen

SPERRSITZ 45

Neu im Kino: »Dschungelkind«

RAMPENLICHT 10

Exklusiv-Interview: Superstar Til Schweiger

spricht über »Kokowääh« und Gießen

streifzug

IMPRESSUM

Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

Herausgeber: Mittelhessische Druck- und Verlagsgesellschaft

mbH

Druck: Dierichs Druck+Media GmbH & Co. KG, Kassel

Redaktion: Marc Schäfer (verantwortlich), Nora Brökers

E-Mail: streifzug@giessener-allgemeine.de

Verlag: Mittelhessische Druck- und Verlagsgesellschaft mbH

Marburger Straße 20, 35390 Gießen (zugleich auch ladungsfähige

Anschrift für alle im Impressum aufgeführten Verantwortlichen)

Erscheinungsweise: Der Streifzug erscheint monatlich in der

»Gießener Allgemeine Zeitung«, »Alsfelder Allgemeine Zeitung«

sowie in über 200 ausgewählten, stark frequentierten

Auslagenstellen. Auflage: 40000 Exemplare

Verantwortlich für Anzeigen:

Anzeigenleitung: Wilfried Kämpf

Anzeigenverkaufsleitung:

Ulrich Brandt, Tel. 0641/3003-224, Anschrift siehe oben

Gültig ist der Anzeigentarif Nr. 2 vom 1. Januar 2011

streifzug – Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

Titelbild: Til Schweiger/Foto: Roba Presse

Sofern Sie Artikel dieser Publikation in Ihren internen elektronischen

Pressespiegel übernehmen wollen, erhalten Sie

die erforderlichen Rechte unter www.presse-monitor.de

oder unter Telefon 030/284930, Presse-Monitor Deutschland

GmbH & Co. KG.

© Streifzug, Gießen

2/2011 streifzug 3


BLICKPUNKT

»Verborgene Liebe«

Feiern, Tanzen, Flirten, Spaß haben. Der deutsche Schlager lockt und rockt. Nicht nur in der

bevorstehenden fünften Jahreszeit. Die Party-, Mallorca- und Skihütten-Hits sorgen im Sommer

für Stimmung am Ballermann und im Winter beim Moserwirt. Die gleiche Faszination üben

sie ganzjährig auch im Ritzis in Gießen und im Anker am Dutenhofener See aus. Was macht

die Anziehungskraft der einhellig als verpönt geltenden Hits aus, die nicht selten zum kollektiven

Rausch verführen und selbst im Chat-Zeitalter noch Flirt-Meilen entstehen lassen?

Als kommerzielles Massenprodukt ist der

Schlager im neuen Jahrtausend Teil einer

immer einfallsreicher werdenden Unterhaltungsindustrie

geworden. Die Talstation im

Agostea im Industriegebiet West und auch

die »Schlagerpartys« mit Kultcharakter von

DJ Hansi freitags und samstags im Ritzis

nutzen diese Entwicklung. Der eine, im

Ruhrpott einst vergötterte Wolfgang Petry

(Weiß der Geier); die eine, sentimentale

Marianne Rosenberg (Marleen) sind von

einer ganzen Armada an Party- und Fetensängern

abgelöst worden, die die Massen

vereinen und zum Mitmachen anregen.

»Amsterdam von Axel Fischer geht derzeit

am besten«, verrät Hans Ahlborn, »mit Ich

bau dir ein Schloss von Jürgen Drews und

Schenk mir dein Herz von Antonia kann

man die Stimmung aber auch mächtig anheizen.«

Die heutigen Schlager-Protagonisten

wie Mickie Krause, Olaf Henning (Cowboy

und Indianer) und Markus Becker lösen

zuweilen eine kollektive Ekstase aus

und erhöhen – wie gewünscht – Schlagzahl

und Umsatz; derweil bedienen eine

Andrea Berg (Du hast mich tausendmal

belogen) oder DJ Ötzi (Ein Stern) auch die

Tanzbegeisterten und damit eine weitere

emotionale Schiene. »Dazu komme ich

aber erst so gegen 3 Uhr in der Früh, weil

4 streifzug 2/2011


BLICKPUNKT

Foto: ras

es vorher viel zu eng ist«, gesteht DJ Hansi

ein, da das Ritzis mehr Musikkneipe denn

Tanzlokal ist, »dann gibt es aber eine ganze

Serie Discofox von mir«, sagt er. Sein Publikum

hat sich gegenüber den Anfängen im

Apfelbaum verjüngt. »Früher kam die

Generation 35+, heute kommen schon

die 20-Jährigen und gehen beim Schlager

ab.«

1,5 Milliarden Euro werden nach Angaben

des Internet-Portals »oljo.de« jährlich auf

dem deutschen Musikmarkt umgesetzt.

36 Prozent beträgt der Anteil inländischer

Künstler am CD-Verkauf. Schlagerbegeisterte

gibt es also nicht nur in der angesagten

Gastronomie und zu bestimmten (närrischen)

Zeiten, die Radiocharts und Internet-Downloads

belegen dies. Ob beim legendären

»Zwibbel«-Fasching in der

Ludwigstraße oder der Pisten-Party im

Goaßstall in Hinterglemm – ohne Tim Toupet

(So ein schöner Tag) und Peter Wackel

(Es gibt nur ein Gas – Vollgas) geht es

nicht.

Für Musikwissenschaftler Dr. André Doehring

von der JLU Gießen, der sich eingehend

mit populärer Musik befasst, ist der

Schlager eng an den Wandel der Gesellschaft

gebunden. »Er hat immer eine Funktion«,

sagt Doehring, »in den 50er Jahren

als Reiseschlager, bei Caterina Valente mit

Italien als Land der Sehnsucht. Heute ist er

Teil einer hoch kommerzialisierten Unterhaltungsindustrie.«

Unterstützt wird diese

These Doehrings vom chilenischen Musikethnologen

Julio Mendívil in dessen Buch

»Ein musikalisches Stück Heimat« und dem

Hinweis auf die Friedensbewegung in den

80ern. Zur Erinnerung: Nicole gewann

1982 mit Ein bißchen Frieden für Deutschland

den Grand Prix.

Wenn der Schlager Massen bewegt und

bewegt, weshalb fällt es den Freunden

dann so schwer, sich zu ihm zu bekennen?

Als »verborgene Liebe« bezeichnet Musikwissenschaftler

Doehring das Phänomen,

dass eine Vielzahl von Menschen ihre Vorliebe

für den Schlager verleugnet. »Der

Schlager ist als soziale Kennzeichnung der

Musiksoziologie negativ besetzt. Man darf

es also nicht sagen, wenn man ihn mag.

Kennzeichen eines guten Musikgeschmacks

sind vielmehr Klassik und Rock.«

Keine Erklärung für diese Selbstlüge hat Johannes

Möllering, der Manager der erfolgreichsten

Schlagersängerin der Gegenwart

im deutschprachigen Raum, Andrea Berg,

die am 25. Februar in Wetzlar auftritt. »Die

Hallen sind voll, ihre Konzerte ausverkauft.

Das ist so wie früher bei Wolfgang Petry.

Da wurden auch die, die sich zu ihm und

seiner Musik bekannten, belächelt. Wenn

man aber auf seine Konzerte kam, waren

Tausende da und die Stimmung bombastisch.«

Dazu passt, dass Schlagerkönigin

Andrea Berg nun mit Dieter Bohlen als Produzenten

mit ihrer neuen CD »Schwerelos«

im Dezember auf Anhieb auf Platz eins

der deutschen Charts gestürmt ist – vor

Robbie Williams, Shakira und Linkin Park!

Hans Ahlborn, Kult-DJ aus dem Ritzis, hat

seine eigenen Sensoren dafür, was seine

Gäste wollen. »Ich spiele auch Techno,

House oder Rock. Aber erst beim Schlager

entsteht die beste, diese einzigartige

Atmosphäre und ausgelassene Stimmung.«

Das habe zwar auch etwas mit dem Alkoholkonsum

zu tun, wie er einräumt, weshalb

er stets erst kurz vor Mitternacht zu

Jürgen Drews (Ich bau dir ein Schloss) oder

Axel Fischer & Cora (Amsterdam) greift,

»denn der Schlager weckt am ehesten Gefühle

und Emotionen, weil die Texte berühren

und in der Gruppe ansprechen«,

begründet er. Musikwissenschaftler Doehring

nennt das »sozialitätsschaffend«.

Der Schlager wird geliebt, gehasst und verleugnet.

Nicht verleugnen lässt sich aber,

dass er Millionen Anhänger hat, die sich

mit ihm aus dem Alltag stehlen wollen.

Nicht nur an den närrischen Tagen von Altweiber

bis Faschingsdienstag gehört er in

Gießen und anderswo zum unverzichtbaren

Repertoire in den einschlägigen Szenelokalen.

Ralf Waldschmidt

TERMINE

Schlagerkönigin

Andrea Berg

(Foto) kommt im

Februar nach

Mittelhessen. Mit

ihrem Konzertprogramm

»1001

Nacht« gastiert

sie am 25. Februar

um 20 Uhr in

der Rittal-Arena

Wetzlar. Dort

wird am. 5. Mai Ilja Richter mit »40 Jahre

Disco« eine Premiere feiern. Ordentlich

zu verschiedenen Schlagern feiern kann

man auch vom 7. bis zum 15. Mai in

Pohlheim. Auf der Mockswiese gastieren

in diesem Jahr (u.a.) Peter Wackel,

Antonia, Mickie Krause, Andy Borg,

Stefanie Hertel und Nicki.

Foto: pm

2/2011 streifzug 5


BLICKPUNKT

Foto: pm

»Schlager kommen

aus dem Rückenmark«

Sie ist immer noch angesagt, die 1995 gegründete mittelhessische Boygroup »THE Immerechtscheiße«,

wenn sie einmal im Jahr ihren Kult-Auftritt im Ulenspiegel hat. Mittlerweile sind die

Bandmitglieder Steffen Mehl, Till Kötter, Dirk Stamer, Jens Hildebrand und Ingmar Süberkrüb um

die 40, interpretieren den alten deutschen Schlager aber immer noch auf unnachahmliche Art

und Weise. Mehl, der aus Linden stammende Sänger der Combo, kann sich das eigene irrwitzige

Phänomen sowie das des deutschen Schlagers auch heute noch nicht richtig erklären.

»THE Immerechtscheiße« – wie ging’s los?

SM: Wir kommen hier aus der Ecke. Mit Till

habe ich lange zusammengewohnt und mit

ihm die Band-Gründung in die Wege geleitet.

1995 haben wir das erste Mal in einer

Pause von »Mr. Stringer« im Ulenspiegel

zwei Liedchen gespielt, das Publikum ist abgegangen

wie verrückt.

Die Idee wurde im Ulenspiegel geboren?

SM: Es war eigentlich ein Pausengag. Aus

der Laune heraus. Mit »Am Tag als Conny

Kramer starb« und »Toastbrotbaby« von den

Doofen haben wir die Sau rausgelassen. Das

war alles andere als musikalisch ausgefeilt.

Sie beschreiben die Band als »Rolling

Stones von Mittelhessen« oder »Schlager-

Chippendales«…

SM: (lacht). Ja, unsere PR-Texte sind so wahnwitzig

wie wir. Das transportieren wir bewusst

so nach außen. Das ist Spaß, kompletter

Unsinn. Die Leute ticken aus und

schreien die ersten fünf Lieder der Konzerte

nur »Scheiße, scheiße, scheiße«. Da ist der

Name Programm.

Die Auftritte wirken wie eine Persiflage auf

den deutschen Schlager der 70er Jahre. War

dies von Beginn an so geplant oder hat sich

das langsam in diese Richtung entwickelt?

SM: Irgendwann ist das, warum auch immer,

stimmig geworden. Es war keine Kopfgeburt,

dass wir gesagt haben, wir müssen jetzt so

auftreten. Es hat sich – mit den Fans – so

entwickelt. Das war in den 90ern, in der

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BLICKPUNKT

Hochphase des Schlager-Revivals. Angefangen

hat es auf Geburtstagen und ist geendet

in Marburg auf der Schlossparkbühne vor

3000 Zuschauern. So geplant

war das aber nie. Es

ist auch keine Persiflage.

Umgetextet haben wir

nie. Wir haben uns auf

die Schlager der 60er und

70er Jahre beschränkt

und diese mehr oder weniger originalgetreu

nachgespielt. Klar ist aber, dass das nicht

ernst zu nehmen ist. Es heißt oft, wir

verarschen den deutschen Schlager. Das

mag so rüberkommen, ist aber nicht der Fall.

Wir verschmelzen mithilfe von »So bist du«,

»Mendocino« und anderen Hits mit dem

Publikum und transportieren gute Stimmung.

Ihre Auftritte haben sich mittlerweile auf

das eine jährliche Revival im Ulenspiegel

reduziert. Das Programm bleibt gleich,

trotz vieler neuer Hits, die Auftritte nehmen

nicht wieder zu?

SM: Es ist nichts in diese Richtung geplant.

Das liegt auch daran, dass wir nicht mit dem

Schlager leben. Deshalb scheiden aktuelle

Lieder sowieso aus. Aber es kommt schon

vor, dass wir andere Hits dazunehmen. Die

Klassiker aber bleiben. Mehr Auftritte wird es

wohl auch nicht geben. Ulenspiegel ist seit

2004 jedes Jahr wie ein Klassentreffen. Man

sieht sich das ganze Jahr nicht – aber dann.

Natürlich kommt es auch noch vor, dass

man uns für Geburtstage oder Fasching verpflichten

will. Aber das lässt sich meist nicht

realisieren. Auch weil wir mittlerweile in alle

Himmelsrichtungen verstreut sind. München,

Gran Canaria, Hamburg oder Würzburg.

Da ist es organisatorisch nicht möglich,

»Immerechtscheiße« weiterzuentwickeln.

Zudem hat jeder eigene musikalische Projekte.

Bei mir ist das die »Livercheese Booth

Corporation« mit heißem Funksoulrockpop.

»Prinzipiell sind Schlager

nicht mein Ding«

Auch Andrea Berg oder DJ Ötzi brauche ich

nicht. Die anderen von uns auch nicht.

Es gibt nur wenige Leute,

die zugeben, Schlager zu

hören. Die Verkaufszahlen

und Partymeilen von

Ischgl bis zum Ballermann

sagen aber etwas

anderes aus.

SM: Das ist schon komisch. Ich war 1993 in

einem kleinen Laden in Köln, wo Guildo

Horn gespielt hat, weil ein Freund gesagt

hat, geh da mal hin, da spielt der Meister

und der geht ab wie die Hölle. Ich hab geantwortet,

du hast sie wohl nicht alle, bin

aber doch hin und stand nach zwei Liedern

auf dem Tisch und habe mitgegrölt. Der hat

das seinerzeit alles losgetreten.

Was aber ist das

Besondere?

SM: Grundsätzlich sind es

zwei Sachen: Meine Generation – Ende 60,

Anfang 70 geboren – ist mit diesen Liedern

aufgewachsen. Wir sagen immer, wenn wir

Schlager spielen, läuft wenig bewusst ab, das

kommt viel mehr aus dem Rückenmark. Das

hat sich eingebrannt. Die zweite Sache ist,

dass Mitte der 90er eben viele auf Horn eingestiegen

sind.

Da tritt wohl auch das Gemeinschaftsgefühl

in den Vordergrund…

SM: Wenn 200 Leute fünf Minuten nach

dem Song noch immer Ti amo weitergrölen,

ist das natürlich emotional für alle. Was die

Popularität ausmacht, bin ich aber kein Experte.

Das ist auch mir ein Rätsel. Was den

»Wir veräppeln das

Publikum und uns selbst«

Schlager auszeichnet, sind eingängige Melodien

und Texte, die auf Emotionen abzielen,

wo jeder sich wiederfindet. Mit Liebe, Sehnsucht,

Einsamkeit, Herzschmerz. Es zeichnet

den Schlager aus, dass sich viele Leute angesprochen

fühlen. Das sind musikalisch ganz

einfache Sachen, bei denen jeder mitgehen

kann.

Gab es für die Scheiße von Ihnen jemals

Honorar?

SM: Im Vordergrund steht der Spaß. Ob wir

gut oder schlecht sind, die Leute brüllen immer

Scheiße. In so eine komfortable Situation

kommt man selten. Natürlich haben wir

auch etwas Geld bekommen. Obwohl: Wir

haben mal auf einer Hochzeit gespielt und

es uns anschließend am Büfett gut gehen

lassen, da kam einer und

meinte im Brustton der

Überzeugung, dass wir

dafür wohl doch kein

Geld bekommen würden…

Naja, wenn man

es von außen betrachtet, muss man wohl

mit dem Kopf schütteln (lacht).

Sind Sie Schlager-Comedians?

SM: Wir wollen den Schlager nicht auf die

Schippe nehmen. Wir machen unsere

Scherze und veräppeln das Publikum und

uns selbst. Aber Comedian wäre wohl zu

weit gegriffen.

Wie lange geht es denn noch so weiter?

SM: Wir wollen die »Rolling Stones« aus

Mittelhessen werden. (lacht). Im Ernst: Wir

planen nicht. Wenn alle Lust haben, wird es

immer so weitergehen, einmal im Jahr.

Ralf Waldschmidt

Dennoch haben Sie in Gießen Kult-Status.

Was sind Ihre Reißer?

SM: Griechischer Wein von Udo Jürgens

geht immer, Moskau von Dschingis Khan

auch. Tränen lügen nicht von Michael Holm

ist eine klasse Nummer – und ganz klar Udo

Jürgens mit 17 Jahr, blondes Haar.

Wie ist Ihre Haltung zum Schlager? Vor

allem dem der Neuzeit…

SM: Ich kann gerade mit aktuellen Sachen

wenig anfangen. Mit dieser Party- und Malle-

Richtung schon gar nicht. Klar, wenn ich im

Skiurlaub bin und drei Bier getrunken habe,

singe ich auch mit und ziehe keine Schnute.

Aber prinzipiell ist das nicht mein Ding.

Leidenschaftlich:

Sänger Steffen

»Hugo« Mehl

intoniert aus

ganzem Herzen

Foto: Friese

2/2011 streifzug 7


BLICKPUNKT

»Es gibt keinen deutschen Schlager, dessen Text ich nicht kenne und mitsingen kann«, sagt

Hans Ahlborn und grinst. Kein Wunder also, dass seine Kneipe Ritzis über Fasching zu den

angesagtesten Treffpunkten zählt. Die Gassenhauer zum Mitgröhlen sind aber nicht nur an den

närrischen Tagen zu hören. Am Wochenende legt der DJ sie ebenfalls auf – aber nicht vor

22.30 Uhr, denn: »Der Pegel muss schon stimmen«. Im streifzug stellt er seine Top Fünf vor

und hat sogar noch einen Geheimtipp für die anstehende Kampagne parat…

Amsterdam von Axel Fischer: »Das

Lied mit Cora ist in der schnelleren

Variante ein Klassiker. Wenn ich

diesen Song spiele, lockt

es auch die Leute aus der

Reserve, die sich bis dahin

noch zurückgehalten

haben. Außerdem ist der

Text eingängig, und die Leute

können schnell mitsingen. Da kommt sehr

schnell ein Gemeinschaftsgefühl auf.«

Ich bau dir ein

Schloss von Jürgen

Drews: »Jürgen ist

der König von Mallorca.Sein

Gassenhauer

aus dem vorletzten

Jahr ist ein

absolutes Gutelaunelied. Der

flotte Rhythmus und der einfache

Text machen den Erfolg

aus.«

Tausend Träume weit von Antonia aus Tirol: »Das

ist ein typisches Lied, bei dem die Feuerzeuge

und Leuchtsticks herausgeholt werden und die

Hände und Arme nach oben gehen. Antonia ist

von den Après-Ski-Partys bekannt und beliebt.

Viele verbinden den Song deshalb auch mit ihrem

Urlaub und haben positive Erinnerungen.

Auch bei uns können sie dann mal für ein paar Stunden

ihre privaten Sorgen vergessen.«

Hansis Geheimtipp

für die neue Kampagne

Schatzi, schenk mir ein Foto von Mickie Krause: »Das

wird der absolute Knaller der Faschingskampagne 2011.

Das kann ich jetzt schon sagen. Dieses

Lied hat Riesenpotenzial. Es

kommt bei uns jetzt schon super an.

Den Text sollte man kennen, wenn

man bei uns Fasching feiern will.

Obwohl: Nach dem zweiten Mal ist

auch dieser Text problemlos mitzusingen.«

Schenk mir dein Herz von den

Höhnern: »Mein Lieblingslied aus

der Kampange 2010. Es ist bei uns

super angenommen worden und

wird daher im Ritzis ganzjährig gespielt.

Ich habe eine enge Verbindung

zum Kölner Karneval, da

ich früher häufig auf Sitzungen

war. Ich spiele zu Fasching

gerne viel Musik aus Kölle.«

Ein Stern, der deinen

Namen trägt von DJ

Ötzi: »Das ist ein absoluter

Klassiker. Bereits

das Original hatte 2007 großes

Potenztial für einen Gassenhauer

gezeigt, aber in der Version

von DJ Ötzi ist es ein Selbstläufer.

Ich spiele den Titel aber nicht so häufig, damit es nicht

langweilig wird. Man muss eben eine gute Balance finden.

Aber der Song wird bei uns sehr häufig angefragt.«

8 streifzug 2/2011


CDS VOR GERICHT

The Wörld Is Yours

»We are Motörhead and we play Rock’n’Roll« – mit dieser Ankündigung

beginnt und endet jedes Motörhead-Konzert seit

35 Jahren. Wenn man sich sonst schon in diesem Leben auf

nichts mehr verlassen kann, so bleibt die Band die einzige Konstante.

Seit nunmehr 35 Jahren veröffentlichen Lemmy Kilmister,

Philip Campbell und Mikkey Dee Musikalben. Das neue Album

ist das 20. einer unvergleichlichen Karriere zwischen Livetouren,

MOTÖRHEAD

Musikaufnahmen und Alkohol- und

Drogenexzessen. Insofern ist es ein

Wunder, dass der mittlerweile 65-jährige

Kilmister noch immer am Leben

ist und uns seine Lebensphilosophie

»Rock’n’Roll music is my religion,

I'll do it till the day I die« entgegenröcheln

kann. Als Singen kann man

das, was er macht, nämlich nicht mehr

bezeichnen. Auch die neue Platte hält

sich nicht mit pseudointellektuellen

Texten auf, sondern kommt mit einfühlsamen

Titeln wie »Bye bye bitch« und »Born to loose« direkt

zur Sache. Die Musik steht dabei nicht nach. Harter, direkter

Gitarrensound, der zwischen Metal und Punk angesiedelt ist –

Motörhead-Stil eben. Es gibt keine langsamen Songs, keine

»Powerballaden«, stattdessen: Voll auf die Zwölf. Über Kritiker, die

behaupten, dass Motörhead immer den gleichen Song spielen,

kann Kilmister nur lächeln. Auch in 20 Jahren wird es noch heißen:

»We are Motörhead and we play Rock’n’Roll.« §§§

BLACK EYED PEAS

The Beginning

Mit »The Beginning« legt die Hitfabrik

Black Eyed Peas nur ein Jahr nach dem

Megaseller »The E.N.D.« bereits ihr

sechstes Album vor. Man könnte meinen,

dass die Band vor Kreativität überschäumt

und deswegen bereits nach so

kurzer Zeit die Musikwelt mit 15 weiteren

»Perlen« beglücken will, doch es

sieht eher so aus, als wolle man die Kuh – ja, Sie liebe Käufer – bestmöglich

melken. Ermutigt von dem Erfolg auf den Dancefloors dieser

Welt, legen die Black Eyed Peas eine Platte vor, die offensichtlich aus

Ausschussware der letzten Studiosessions besteht. Grauenhafte Kirmes-Disco-Songs

der ganz üblen Sorte, die schon an der Grenze zur

Körperverletzung wandeln. Die eintönigen, kalten, metallischen Discostampfer

nerven bereits nach kurzer Zeit. Insbesondere der exzessive

Einsatz von Vocoder- und Auto-Tune, der über 70 Prozent der

Platte zur Verfremdung der Gesangsstimmen verwendet wird, macht

dieses Album einfach unerträglich. Meist wird eine eingängige, allseits

bekannte Melodie oder ein Refrainsample mit einem Beat unterlegt

und schon ist die Hitsingle fertig. Dummerweise ist das mit der ersten

Single »The Time« sogar gelungen, die unaufhaltsam an die Spitze der

deutschen Singlecharts schoss. Hier wurde ein Sample aus dem 80er-

Jahre-Hit »Dirty Dancing« genommen, mit Beats unterlegt und fertig.

Traurig ist, dass die Black Eyed Peas damit auch noch Erfolg haben,

denn jetzt ist wohl damit zu rechnen, dass sie uns in kurzer Zeit mit

einem weiteren unsäglichen Album quälen. §

BRUNO MARS

Doo-Wops & Hooligans

Bruno wer? Ein Name, mit dem man bis vor Kurzem nichts anfangen konnte, ist nach zwei Top-Ten-Singles sowie

einem Album, das von null auf Position eins der Charts schoss, aktuell jedoch in aller Munde. Bruno Mars. Dabei

ist der 25-jährige aus Hawaii stammende Singer und Songwriter kein Unbekannter in der Szene. Allerdings trat er

bisher eher als Songwriter für andere Künstler in Erscheinung. So stammt sowohl »Waving Flag« (K’Naan) als auch

»Billionaire« (Travic Mc Coy) aus seiner Feder. Eine Reihe weiterer Songs, z.B. der Top-Ten-Hit »Fuck You« von Cee Lo

Green, sind ebenfalls von Mars produziert oder geschrieben. Mit »Doo-Wops & Hooligans« legt er nun ein eigenes

Debütalbum vor, das der Nummer-eins-Single »Just the way you are« folgt. Die durch diese unglaublich eingängige

Soul-Pop-Nummer geweckten Erwartungen an den Longplayer werden nicht enttäuscht. Das Album ist sehr abwechslungsreich und spannend

geworden und besticht durch die unglaublich warme Stimme von Mars. Diese erinnert zuweilen an Michael Jackson, um dann den Stil und die

Eleganz der Soulgrößen der 60er wiederzubeleben. Die Musik wechselt zwischen Soul-Pop, Funk und Reggae und nimmt uns mit nach Hawaii.

Die Stimmung ist so positiv, dass man schon an den Sommer denken muss. Beim Hören dieses Albums geht die Sonne auf. §§§

Er ist Rechtsanwalt – Schwerpunkt Insolvenzrecht – und geübt im Einschätzen

unterschiedlicher Sachverhalte. In seiner Freizeit legt er seit über 20 Jahren als

DJ auf und sorgt bei Veranstaltungen aller Art für musikalische Unterhaltung.

Seine Leidenschaft für die Musik ist groß, der CD-Kauf- und -Sammel-Zwang

stark ausgeprägt. Wer also könnte CDs vor Gericht besser vertreten als der

42-jährige Tim Schneider aus Gießen. Unser Musik- und Paragraphen-Experte.

Bewertung:

§: Verurteilung (Wegsperren oder gleich in die Schrottpresse)

§§: Freispruch aus Mangel an Beweisen (Ins Regal damit, in die hinterste Ecke)

§§§: Einstellung des Verfahrens (Kaufen und bei Gelegenheit hören)

§§§§: Freispruch (Ab in den CD-Player und abspielen lassen)

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Til Schweiger:

»Ich hatte in Gießen

eine super Zeit«

München. Hotel Charles. Suite 705. Til Schweiger trägt einen dunkelblauen Wollpullover

und eine hellbraune Chinohose. Am Abend zuvor hat der Weltstar vor

900 Kinobetreibern an der Isar seinen neuen Film »Kokowääh« vorgestellt. Heute

empfängt er uns zum Gespräch – aus Verbundenheit zu seiner Heimat Gießen.

Der erfolgreiche Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor hat Spaß und

erinnert sich gern an die gute alte Zeit an der Lahn. Er erzählt vom Ulenspiegel,

den TSF Heuchelheim und spricht sogar manisch. Irgendwie

wird man das Gefühl nicht los, dass man einem Kumpel

gegenübersitzt, der auf dem Sofa liegt. Ist es Ludo aus

»Keinohrhasen«? Oder Henry aus »Kokowääh«?

Oder Til? Keine Ahnung! Aber eins ist klar:

Schweiger ist authentisch – vor, hinter und ganz

ohne Kamera.

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Foto: Thomas Leidig

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RAMPENLICHT

Herr Schweiger, wie gehts?

TS: Ehrlich gesagt nicht so gut. Ich habe gerade

noch eine Kopfschmerztablette genommen.

Und ich bin ziemlich

müde, denn wir sind sehr spät

ins Bett. Wir haben die großartigen

Reaktionen der Kinobetreiber

von gestern ein

bisschen gefeiert. Der erste

Feldversuch, das Test-

Screening mit 500 Leuten,

die auf der Straße angesprochen

und ausgesucht

wurden und die den Film

bewertet haben, war schon

toll, aber die wisssen

auch,

dass sie etwas bewerten sollen. Kinobetreiber

sind dagegen eher sehr kritisch, weil sie

überlegen, ob sie mit dem Film Geld verdienen

können oder nicht. Ja, und

die waren gestern extrem euphorisch;

und das haben wir gefeiert.

Ich bin echt kaputt.

Kann ich Ihnen mit einem

Schoko-Bon weiterhelfen?

TS: Schoko-Bons sind richtig

geil. Die esse ich gern, aber

danke. Nein. Die passen nicht in

meinen Diätplan (lacht). Die sind

brutal. Die kann ich mir gleich auf

die Rippe schmieren. Aber sie sind

meine liebste Schokolade.

Aber woher wissen Sie

das?

Foto: Roba Presse

Ach, das ist nur eine von vielen Geschichten,

die in Gießen über Sie kursieren. Zugegeben,

eine der harmlosen.

TS: (lacht)

Können Sie sich vorstellen, was man noch

so über Sie erzählt?

TS: Nee (lacht). Ach, Gießen. Eine der hässlichsten

Städte überhaupt, weil im Krieg alles

komplett plattgebombt wurde. Das fällt

einem aber gar nicht auf, wenn man da lebt.

Mir ist es lange nicht aufgefallen. Später

auch nicht, weil ich direkt nach Köln gezogen

bin. Und das ist genauso hässlich, nur

größer. Allein das Elefantenklo. Überall Beton.

Aber trotzdem hatten wir eine super

Zeit in Gießen, meine Freunde und ich.

Sie haben im Seltersweg gewohnt und im

Ulenspiegel gearbeitet…

TS: Ja. Im Ulenspiegel habe ich mit 17 Jahren

gekellnert. Mein erster Job. Spätabends

kamen immer die Schauspieler vom

Stadttheater. Nicht alle, aber sehr viele

haben herumgepoltert. Denen war so

wichtig, dass jeder wusste, dass sie

Schaupieler sind, wenn sie an der Bar saßen.

Ich dachte immer, oh Gott, Schauspieler

sind so verkrachte Existenzen. Ich

hätte nie gedacht, dass ich auch mal einer

werde. Ich wollte immer Lehrer werden.

Später habe ich im Ulenspiegel dann meine

Rollen einstudiert.

»Meine zwei besten Freunde

wohnen noch in Gießen«

Sind Sie denn noch ab und zu in Gießen?

TS: Nicht oft. Meine Eltern und meine zwei

besten Freunde wohnen ja noch da, aber

die kommen eher nach Berlin als ich nach

Gießen. Wir sehen uns nicht oft, aber das ist

ja das Geile an besten Freunden. Du musst

dich nicht jeden Tag melden und fragen,

sorry, dass ich mich gestern nicht gemeldet

habe, bist du noch mein Freund? Ich bin mit

den beiden super eng, und ich weiß, dass

sie für mich da sind. Da ist auch mal einen

Monat oder zwei Funkstille, und das ist

überhaupt kein Problem.

Aufgewachsen sind Sie ja in »Heuchelheim,

das ist so ein Kaff bei Gießen«. Das haben

Sie dem deutschen Kinopublikum in

»Männerherzen« erzählt. Wie kam es dazu?

TS: Das war nicht meine Idee, sondern die

von Simon Verhoeven, der das Drehbuch

geschrieben hat. Er wusste, dass ich aus

Heuchelheim komme und suchte für den

Film noch ein Dorf. Dass er es dann Heuchelheim

genannt hat, fand ich natürlich

super. Im zweiten Teil von »Männerherzen«

12 streifzug 2/2011


RAMPENLICHT

komme ich übrigens wieder nach Heuchelheim

zurück und laufe an einem Ortsschild

vorbei.

Können Sie sich auch im realen Leben eine

Rückkehr nach Gießen oder sogar nach

Heuchelheim vorstellen?

TS: Theoretisch ja. Aber dann nicht nach

Gießen, sondern auf irgendeinen Bauernhof

in der Nähe. Wichtig ist mir, dass ich sehr

nah bei meinen Kindern bin. Wenn die sagen,

wir wollen nach Heuchelheim, dann

ziehe ich nach Heuchelheim.

Mir ist gerade neulich wieder aufgefallen,

dass es in Heuchelheim oder Gießen

eigentlich keinen Menschen gibt, der

früher nicht irgendetwas mit Til Schweiger

zu tun gehabt hat. Fußball gespielt, Abi

gemacht, was auch immer …

TS: (lacht) Ja, so ist das. Aber ein Abi-Jahrgang

ist ja auch recht groß, eine Fußball-

Mannschaft hat elf Spieler und ein paar

Ersatzleute. Was denken Sie, wie viele Leute

es gibt, die behaupten, mich entdeckt zu

haben. Hans W. Geißendörfer behauptet

zum Beispiel, ich hätte mein Handwerk bei

der »Lindenstraße« gelernt, dabei habe ich

da nur gelernt, wie man es nicht macht.

Aber die Rolle als Jo Zenker war

Ihr Sprungbrett…

TS: Die Rolle war super wichtig. Als ich den

Job bekommen habe, war ich so glücklich

wie nie wieder über eine andere Rolle. Das

war mein erster Job nach der Schauspielschule.

Auf der Schule hatte ich große Träume,

doch wenn der Abschluss kommt,

merkst du, dass der keine Garantie dafür ist,

dass du einen Job bekommst. Es gibt viel

mehr Schauspieler, die arbeitslos sind, als

welche, die arbeiten können. Und dann

kam die »Lindenstraße«. Vorher hätte ich

gesagt: Ich zur »Lindenstraße«? Bist du bekloppt?

Aber dann habe ich mich so gefreut,

mehr als über den Castinggewinn bei »Manta

Manta« und »Der bewegte Mann«, weil

ich wusste, dass ich jetzt von der Schauspielerei

leben kann. Zwar konnte ich keine großen

Sprünge machen, weil es eine kleine

Rolle war und die auch nicht gut bezahlen,

aber ich konnte meine Miete zahlen und

Essen kaufen. Ein unendlich geiles Gefühl.

Müssen Sie heute eigentlich noch zu

Castings gehen?

TS: Ab und zu in den USA, aber ich versuche,

das zu vermeiden, denn ich kann diese

Prüfungssituation nicht ausstehen. In

Deutschland muss ich keine Castings mehr

machen. Schon seit »Der bewegte Mann«

nicht mehr.

Der Film war Ihr Durchbruch. Seitdem haben

Sie auch in Gießen viele Fans. Bei dem

vorhin beschriebenen Satz in »Männerherzen«

kam es in und um Gießen in den

Kinos regelmäßig zu Jubelstürmen…

TS: Das freut mich sehr. Aber es ist doch logisch

und dürfte bei »Juli« aus Gießen auch

nicht anders sein. Wenn ein Fußballer aus

Gießen mal Nationalspieler wird, würde ich

mich auch total darüber freuen. Das ist doch

normal.

»Tschü lowi, tschü buijen,

tschü rackelo«

Sie stehen also zu Ihrer Heimat?

TS: Klar. Ich sage immer und überall, dass

ich aus Gießen komme. Ein paar Leute kennen

es sogar (lacht). Nicht wenige haben in

Gießen studiert. Auch Heuchelheim habe

ich noch nie verschwiegen. Warum auch?

Nur Köln. Das muss nicht mehr sein. Als ich

1997 aus Köln weg bin, habe ich gesagt, in

diese Stadt gehe ich nicht mehr zurück.

Nie mehr?

TS: Tschü (lacht).

Sie sprechen sogar noch manisch?

TS: Klar. Tschü lowi, tschü buijen, tschü rackelo

(lacht). Ich habe es nie richtig gesprochen,

aber wir kannten diverse Ausdrücke,

Tilman Valentin Schweiger

und die weiß ich heute noch. Wir hatten bei

den TSF Heuchelheim in der Mannschaft

einen Libero. Michael… den Nachnamen

weiß ich nicht mehr. Aber sein Vater konnte

lupenreines manisch. Der Einzige, den ich

jemals getroffen habe. Ist das lange her…

Lassen Sie uns über Ihren neuen Film reden.

Eigentlich müssten Sie nach den tollen

Reaktionen doch fast vor Stolz platzen?

TS: Dazu bin ich gerade noch zu müde

(lacht). Eigentlich bin ich auf alle meine Filme

stolz, aber ich laufe nicht mit geschwellter

Brust herum. Auch »Kokowääh« macht mich

stolz wegen verschiedenen Sachen.

Welche denn?

TS: Besonders stolz bin ich auf meine Tochter

Emma, weil sie die Hauptrolle so toll

gespielt und alles toll gemacht hat. Ich bin

auch stolz, weil es so eine Art von Film noch

nicht gab. Das Thema Kuckuckskind wurde

in Deutschland noch nicht behandelt, auch

nicht in den USA. Dass wir uns dieses Thema

zur Brust genommen haben, dass der

Film funktioniert, dass er Menschen berührt

und zum Lachen bringt, macht mich stolz.

Und dass Sie mit diesem Film wieder eine

Menge Geld verdienen werden…

TS: Das ist der positive Nebeneffekt. Geld

verlieren will ich natürlich nicht. Aber zu-

…wurde am 19. Dezember 1963 in Freiburg geboren. Er wuchs in Heuchelheim auf und

machte 1983 an der Herderschule Gießen Abitur. Sein erstes Geld verdiente er als Kellner

im Ulenspiegel. Später studierte er Germanistik und wollte Lehrer werden, besuchte dann

aber die Schauspielschule in Köln, sammelte erste Bühnenerfahrungen und übernahm

1991 die Rolle des Jo Zenker in der Lindenstraße. Es folgten weitere TV-Rollen u.a. in Die

Kommissarin. Manta Manta machte ihn beim Kinopublikum bekannt, Ebbies Bluff brachte

ihm den Max-Ophüls-Preis. Mit dem Riesenerfolg Der bewegte Mann stieg Schweiger

zum Star auf. Es folgten (u.a): Männerpension, Das Superweib und Knockin’ on Heaven’s

Door. Auch in Hollywood hat der Superstar Fuß gefasst: Nach seinem Einstand mit The

Replacement Killers folgten u.a. Judas Kiss mit Emma Thompson und Driven mit Sylvester

Stallone und Burt Reynolds, Lara Croft Tomb Raider, King Arthur, Far Cry und Quentin

Tarantinos Inglourious Basterds. 2011 wird Schweiger neben Reese Witherspoon in der

Action-Komödie This Means War sowie im Thriller The Courier mit Mickey Rourke zu

sehen sein. In Deutschland verbuchte er unterdessen einen Riesenerfolg in Bully Herbigs

(T)Raumschiff Surprise, der ihm einen weiteren Bambi und den deutschen Comedy Award

einbrachte. Weitere Filme (u.a.): Wo ist Fred?, Phantomschmerz und Männerherzen. 2011

folgt das Sequel von Männerherzen. 1998 inszenierte Schweiger sich selbst in Der Eisbär.

Ein Hit war auch seine zweite Regiearbeit Barfuss, in der er die Hauptrolle übernahm. Dafür

erhielt Schweiger einen weiteren Bambi. 2007 verbuchte er als Co-Autor, Regisseur

und Hauptdarsteller einen gigantischen Erfolg mit Keinohrhasen, den über sechs Millionen

Zuschauer gesehen haben und der ihm weitere Preise einbrachte. Nach 1 1 ⁄2 Ritter produzierte,

inszenierte und spielte er 2009 den Nachfolger von Keinohrhasen mit dem Titel

Zweiohrküken. Das Sequel konnte über vier Millionen Zuschauer verbuchen. Derzeit

denkt Schweiger über eine weitere Fortsetzung nach. Am 3. Februar kommt sein neuer

Film Kokowää in die Kinos. Schweiger lebt in Berlin. Seine vier Kinder und seine Frau

Dana, von der er getrennt ist, wohnen in Hamburg.

2/2011 streifzug 13


RAMPENLICHT

nächst will ich, dass mein Film gefällt. Wenn

er gefällt, gehen viele Leute rein, und ich

verdiene Geld. Klar. Aber wenn ich einen

Film selber mache, ist Geld nicht die erste

Motivation. Ich bin zufrieden, wenn ein Film

erfolgreich ist, nie wegen des Geldes.

Wie fühlt es sich an, in Ihrem eigenen Film

zu sitzen, wenn die Zuschauer so lachen?

TS: Man weiß ja schon vorher, ob man

einen guten oder einen weniger guten Film

gemacht hat. Bei einer Komödie kann man

die Reaktion an den Lachern messen. Beim

Drama merkt man nur, dass die Leute unruhig

werden und mit Popcorn rascheln. Das

ist kein gutes Zeichen. Wenn Leute lachen,

ist das eine sehr direkte Reaktion. Wenn ich

im Kino sitze und 800 Leute lachen bei einer

Szene, die ich geschrieben und inszeniert

habe und die ich selber lustig finde… Dieses

Gefühl ist nicht zu toppen.

An welchen Stellen lachen Sie denn

am lautesten?

TS: Ich lache an ein paar Stellen, an denen

andere nicht lachen. Es gibt eine Szene, in

der ich mich bei dem vermeintlichen Vater

entschuldige. Diese Szene finde ich sauwitzig,

aber sie ist im Kino kein großer Lacher.

Da gibt es andere. Zum Beispiel in der

Zahnarztpraxis. Da wird eine Patientin mit

einer Kieferklemme gezeigt. Da lachen sich

alle schlapp. Ich finde das gar nicht so lustig.

Aber diese Szene ist klasse, weil sie so gebrochen

ist. Magdalena fragt: »Papa, wann

kommst du nach Hause?« Das ist so emotional

– und trotzdem muss man über diese

Patientin im Hintergrund lachen.

Stimmt, man weiß nicht, ob man lachen

oder weinen soll…

TS: Genau. Und solche Szenen mag ich total.

Das ist eine besondere Kunst. Es gibt

aber noch eine Szene, über die nur ich lache.

Wenn Henry ins Taxi einsteigt, es eilig

hat, der Taxifahrer aber keine Ahnung hat,

wie er fahren muss. Echt. Das habe ich

schon 100-mal in Großstädten erlebt. Heute

weiß fast kein Taxifahrer mehr den Weg.

Aber sie geben es einfach nicht zu.

»Es ist ein Vorteil, mit der eigenen

Tochter zu spielen«

Das hatte ich neulich in Frankfurt. Nach

einer Rundfahrt hat der Taxifahrer dann

völlig ratlos einen Kumpel angerufen…

TS: Das ist ja noch o.k.; wenn sie anrufen

und fragen. Aber sie machen es ja nicht.

Man spürt doch gleich, ob die wissen, wo

ich hin will oder nicht. Dann sag ich, ruf

doch die Zentrale an. Aber das machen die

nicht, weil sie dann dumm dastehen. Das

Navi können sie meist auch nicht bedienen.

Und wenn ich frage, ob ich im Stadtplan

gucken soll, sagen sie: Nee, nee, ich weiß

schon. Ja, ja klar (lacht).

Sie haben Emma angesprochen. Wie ist

das, mit der eigenen Tochter zu drehen?

Foto: Warner Bros

TS: Emma war super professionell. Wenn sie

Lust hatte, hing sie zwar die ganze Zeit an

meinem Rockzipfel, aber sonst war es so

wie mit anderen Schauspielern auch. Ich

nehme zum Beispiel auch mal einen Schauspieler

in den Arm, wenn er etwas toll gespielt

hat.

Ist es ein Vorteil, mit der eigenen Tochter

zu spielen, weil beispielsweise emotionale

Szenen einfach echt sind?

TS: Ich glaube schon, dass es von Vorteil ist,

denn die Nähe, die zwischen Henry und ihr

entsteht, mussten wir nicht herstellen. Das

Schlimmste für einen Schauspieler ist, wenn

er spielen muss, dass er eine Frau liebt, die

er in der Realität total kacke findet. Im Idealfall

sollte das nicht passieren. Es ist immer

besser, wenn man sich auch im richtigen

Leben mag.

Es gibt aber auch Probleme mit Kindern am

Set. Die gesetzlichen Auflagen sind nicht

ohne…

TS: Wir haben die Probleme gelöst. Aber in

der Tat: Auf der einen Seite sind diese Gesetze

zum Schutz von Kindern natürlich gut,

aber auf der anderen Seite vollkommen unrealistisch.

Man muss einen riesen Aufwand

betreiben, um sie einzuhalten. Die wurden

von Leuten gemacht, die keine Ahnung vom

Film haben. Eigentlich kann man so eine

große Rolle nicht mit einem Kind besetzen.

Was waren die Schwierigkeiten?

TS: Es ist ein großer organisatorischer Aufwand.

Emma durfte immer nur drei Stunden

pro Tag am Set sein. Man kann also nicht

chronologisch drehen, sondern muss zuerst

alle Szenen, in denen sie von vorne oder im

Halbprofil zu sehen ist, abdrehen, und sie

dann bei den anderen Szenen mit Doubles

ersetzen. Wir hatten vier Doubles. Außerdem

dürfen Kinder auch nicht nachts drehen.

Ursprünglich war eine Szene geplant, in

der Emma nachts draußen auf mich wartet,

aber das ging einfach nicht, und wir mussten

das Buch umschreiben. Kinder dürfen nicht

drehen, wenn es dunkel ist.

Haben Sie keine Bedenken, dass Sie Emma

mit acht Jahren so ins Rampenlicht stellen?

TS: Nee, denn wir stellen sie nicht ins Rampenlicht.

Sie macht keine Presse, gibt keine

Interviews, sie wird noch nicht einmal über

den roten Teppich gehen. Emma wird zwar

bei der Premiere sein und auch auf die Bühne

kommen, denn das will ich ihr nicht vorenthalten,

aber ansonsten steht sie nicht im

Rampenlicht. Natürlich ist die Aufmerksamkeit

da, weil sie spielt. Aber sie wollte es unbedingt.

Ich habe es mit ihr ausprobiert, und

14 streifzug 2/2011


RAMPENLICHT

sie hat es so toll gemacht. Ich wollte ihr das

nicht verbieten. Und ich habe überhaupt

keine Bedenken, denn sie hat diese Zeit so

genossen. Ich habe die Zeit genossen. Es

war sehr schön. Sie redet heute noch davon

und kann es kaum abwarten, wieder zu drehen.

Es war eine toll Zeit für sie.

Es scheint, als hätten Sie seit »Keinohrhasen«

eine Story gefunden, die die Deutschen

im Kino gerne sehen. Man kann ja

auch in »Kokowääh« einige Parallelen sehen.

Mich hat auch die Wohnung an Ludos

Loft erinnert …

TS: Also, die Wohnung ist massiv anders.

Die Wohnung in »Kokowääh« hat mit der in

»Keinohrhasen« nichts gemeinsam. Das ist

eigentlich ein wahnsinniges Chaos dort, alles

nur gebrauchte Sachen. In »Keinohrhasen«

hatte er dieses flashy Loft.

»Habe den Anspruch, Bilder zu erschaffen,

die man nicht immer sieht«

Aber ein Loft ist es ja wieder …

TS: Ja, aber das hat auch mit visuellen Aspekten

zu tun. Ich hätte auch in einer Dreizimmerwohnung

drehen können, aber da

hat man a) keinen Platz, Bilder zu erzeugen

und b) ist es visuell total langweilig. Ich habe

den Anspruch – wenn ich einen Kinofilm

mache –, dass ich Bilder erschaffe, die man

nicht jeden Tag im Fernsehen für lau sieht.

Ich habe mich schon als Kind immer geärgert,

wenn ich einen Kinofilm angesehen habe,

und der sah aus wie ein Fernsehfilm. Das

gibt es oft. Gerade in Hollywood, gerade

Komödien. Die sehen oft so aus, als hätte

sie meine Mutter mit der Videokamera gedreht.

Immer schön hell. Alles clean.

DieStory – wie Sie sagen – habe ich aber

nicht gefunden, denn es sind unterschiedliche

Filme. Eigentlich fing es mit »Barfuss« an.

Und jetzt schließt sich der Kreis, denn »Kokowääh«

geht wieder eher in die Richtung

von »Barfuss«. Ein bisschen ernster und noch

emotionaler als »Keinohrhasen« und »Zweiohrküken«.

Stimmt es eigentlich, dass Sie Kritiker nur

handverlesen zu Ihren Premieren einladen?

TS: Nicht handverlesen. Ich lade keine Feuilletonjournalisten

mehr ein. Seit »Keinohrhasen«,

weil ich festgestellt habe, dass die

deutsche Hochkultur in Anführungsstrichen

– FAZ, Tagesspiegel, Süddeutsche – alle

meine Filme scheiße findet. Schon

»Knockin’ on Heaven’s Door« haben die in

die Tonne geschrieben. Warum soll ich denen

meine Filme umsonst zeigen, nur damit

die schon vor dem Filmstart schreiben

können, dass das der letzte Scheiß ist? Die

Eigentlich könnte sich Til Schweiger in den

nächsten Tagen bis zum deutschlandweiten

Kinostart seines neuen Films »Kokowääh«

am 3. Februar genüsslich zurücklehnen. Die

ersten Reaktionen auf die Beziehungskomödie

mit seiner Tochter Emma in der

Hauptrolle waren überschwänglich. Der

Drehbuchautor, Produzent, Regisseur und

Schauspieler aus Gießen hat einmal mehr

Großartiges geleistet und präsentiert einen

unterhaltsamen, gefühlvollen und packenden

Film, an dessen Ende

man nicht weiß, ob man

lieber Tochter, Vater oder

Freundin sein möchte,

wenn man es sich aussuchen

könnte.

Drehbuchautor Henry (Til

Schweiger) hangelt sich

von einer glücklosen

Liebschaft zur nächsten,

und auch beruflich dümpelt

sein Leben vor sich

hin. Sein unsteter Lebenswandel

und seine

chaotische Arbeitsweise

treiben seine Agentin an

den Rand des Nervenzusammenbruchs.

Umso

mehr wird er von einem sensationellen Angebot

überrascht: Er soll als Co-Autor an

der Verfilmung eines Bestsellers mitarbeiten.

Diesen Auftrag verdankt er der Autorin

der Romanvorlage. Doch Katharina Meese

(Jasmin Gerat) ist nicht nur Henrys Ex-

Freundin, sondern auch seine große Liebe.

Katharinas Kinderwunsch hatte damals zur

Trennung geführt.

Die Arbeit mit Katharina lenkt Henrys Leben

in geregelte Bahnen – bis eines Tages

die achtjährige Magdalena (Emma Schweiger)

vor seiner Tür sitzt und erklärt, dass sie

von nun an bei ihm wohnen soll. Henry

weiß nicht, wie ihm geschieht. Eine Nachricht

von Magdalenas Mutter Charlotte

(Meret Becker) klärt auf, dass Magdalena

Henrys Tochter sein soll. Henry ist wie vor

den Kopf geschlagen. Ähnlich ergeht es

Charlottes Ehemann Tristan (Samuel Finzi),

der sich acht Jahre lang für den Vater des

Mädchens gehalten hat.

Von jetzt auf gleich Vater werden ist nicht

einfach – erst recht nicht, wenn man

nebenher das Buch seines Lebens schreiben

und die große Liebe zurückgewinnen

muss. Doch Henry findet Gefallen an seiner

Vaterrolle und entschließt sich, Magdalena

zu sagen, wer ihr leiblicher Vater ist. Dennoch

droht Henry das Mädchen an Charlotte

und Tristan zu verlieren. Zudem erfährt

Katharina, dass die Kleine nicht die

Tochter eines Nachbarn ist und kommt hinter

Henrys Schwindel, der nun um Zeit mit

seiner Tochter, aber auch um Katharina

kämpfen muss.

Til Schweiger ist es nach

»Keinohrhasen« und

»Zweiohrküken« wieder

gelungen, eine romantische

Komödie zu entwerfen,

bei der die Zuschauer

nicht wissen werden, ob

sie weinen oder lachen

sollen. Er versteht es meisterhaft,

gebrochene Szenen

zu kreieren, und die

Beobachter dabei immer

wieder mit ins Boot zu

holen, indem er sie an ihr

eigenes Leben erinnert.

Ein Erfolgsgarant für diesen

Film dürfte Schweigers

süße Tochter Emma sein, die mit ihrem

leichten Spiel beeindruckt und mit ihrer

Rolle als Kuckuckskind Magdalena zum

Publikumsliebling avancieren wird – versprochen!

Auch Jasmin Gerat, die eine

Kurzhaarfrisur verpasst bekommen hat, ist

glänzend ausgesucht. Sie spielt den Part

der Katharina authentisch. »Jasmin hat sich

die Rolle erarbeitet«, sagt Schweiger, der

viel Wert auf Harmonie im Cast legt.

Neben dem spannenden Thema Kuckuckskind,

der rührenden Geschichte, der starken

Besetzung und dem einzigartigen Humor

zeigt Schweiger auch in »Kokowääh«

wieder wunderbare Bilder. Der Superstar

findet in seiner Wahlheimat Berlin immer

wieder Orte, die vor ihm noch niemand als

Kulisse entdeckt hat. Ob Tristans Villa, Henrys

Loft, Bars und Restaurants oder ein Park

an der Spree. Schweiger holt aus Berlin

noch mehr heraus, als diese Stadt ohnehin

zu bieten hat. Auch darin ist der Gießener

ein Meister – nicht nur im Schaffen von

Beziehungskomödien.

mac

2/2011 streifzug 15


RAMPENLICHT

haben dann ein bisschen rebelliert und gesagt,

dass sei ein Angriff auf die Pressefreiheit.

So ein Bullshit. Das ist überhaupt kein

Angriff auf die Pressefreiheit.Es gibt kein

Gesetz, das vorsieht, dass ich meine Filme

für lau zeigen muss. Die können den Film

besprechen, die können den auch schlecht

besprechen, aber sie müssen ins Kino gehen

und dafür bezahlen. Davon habe ich

dann wenigstens etwas.

Apropos Kritiker. Heute beim Frühstück:

Ein Pärchen, das den Film gestern gesehen

hat. Sie war von »Kokowääh« begeistert, er

sagte, schon wieder so ein »Keinohrhase«.

TS: Ich weiß aus Screenings, in denen nach

Alter, Geschlecht, Bildungsgrad und so aufgeschlüsselt

wird, dass meine Filme bei Frauen

besser ankommen. Aber es ist nicht so

wie bei »Sex and the City«. Den finden ausschließlich

Frauen gut. Alle Männer sagen:

no. Ich weiß natürlich, dass es Männer gibt,

die meinen Film scheiße finden. Es gibt auch

Frauen, die ihn scheiße finden, aber wenn,

sind es eher Männer. Vier Millionen Zuschauer

wie bei »Zweiohrküken« machst du

aber nicht nur mit Frauen. Es gibt auch Männer,

die das ganz toll finden.

Apropos »Zweiohrküken«. Geht es eigentlich

mit Ludo und Co. weiter?

TS: Wir planen einen dritten Teil. Ich weiß

aber nicht, ob es uns gelingt. Wenn wir ein

Drehbuch haben, das gut genug ist, machen

wir den Film. Wenn nicht, dann nicht. Wir

arbeiten am Buch, aber sind noch nicht so

weit, dass wir sagen, wir drehen im Sommer.

Ich denke, das wird eher nächstes Jahr. Aber

wenn es nicht gelingt, ist das auch kein

Scheitern. Man sieht ja, wie wenig Filme im

Kino funktionieren. Im letzten Jahr gerade

mal zwei. »Friendship« mit 1,5 Millionen und

»Vincent will meer« mit 900000. Das waren

die größten Erfolge des deutschen Kinos.

»Kaffee, Zigarette und bababababab.

Da kam der Flow«

Dann kann man die 6 Millionen von »Keinohrhasen«

nicht hoch genug einschätzen…

TS: Ja. »Zweiohrküken« auch nicht. Damit

hatten wir 4,3 Millionen. Und dann gibt es

immer noch so überhöhte Regisseure, die

sagen, meine Zuschauer zählen doppelt,

weil ich anspruchsvolles Kino mache. Es ist

mir eine Freude, so etwas szenisch zu verarbeiten.

Darüber mache ich mich gerne lustig.

Im Presseheft zum Film heißt es, Sie hätten

dem Drehbuch letztlich den »Schweiger-

Touch« verliehen…

TS: »Schweiger-Touch«. Das Wort finde ich

doof. Aber klar, die Filme, die ich mache, haben

schon eine eigene Handschrift und sind

zu erkennen. Das finde ich auch ganz gut.

Der »Schweiger-Touch« ist, dass ich keine

Angst habe vor Emotionen, dass man bei

meinen Filmen lachen und weinen kann.

Foto: Warner Bros

Das ist eine riesen Kunst. Das ist sauschwer.

Eine gute Komödie zu schreiben, ist viel

schwerer als ein Drama. Leute zum Lachen

zu bringen, ist das Schwierigste, was es gibt.

Sie haben das Drehbuch nach dem 4:1 der

DFB-Mannschaft bei der Fußball-WM in

Südafrika über England fertiggeschrieben.

Hat Sie der Sieg inspiriert?

TS: Das Spiel war klasse, aber kreativ stimuliert

hat es mich nicht. Ich bin in der Nacht

aus den USAgekommen und konnte nicht

schlafen. Ich bin um 3 Uhr aufgestanden und

habe mich in den Garten eines Hotels gesetzt,

eine Kanne Kaffee bestellt und über

zehn Stunden durchgeschrieben. Bis nachmittags.

An einem Stück. Kaffee, Zigarette

und bababababab (Schweiger haut virtuell in

die Tasten). Da kam der Flow. Den kennt jeder,

der schreibt. Es gibt ja auch die berühmte

Schreibblockade. Du sitzt da, und dir fällt

nichts ein. Das ist so frustrierend. Und dann

gibt es den Moment, da fließt alles aus dir

raus. Ich wusste in dieser Nacht: Ich weiß

jetzt, wie es geht. Bababababab. Dann mache

ich den Laptop zu und weiß, das ist es

jetzt. Man fühlt sich super, wenn man weiß,

dass man etwas Gutes gemacht hat. Mit dem

Spiel hatte das aber nichts zu tun.

Ihnen wird ein Hang zum Perfektionismus

nachgesagt. Ist das Teil Ihres Erfolgsrezepts?

TS: Es gibt kein Erfolgsrezept. Wenn es das

gäbe, hätte jeder Erfolg und es gäbe nur

noch erfolgreiche Filme. Ich werde immer

gefragt, was ist dein Erfolgsgeheimnis? Woher

weißt du, was die Leute sehen wollen? Ich

weiß nicht, was die Leute sehen wollen. Ich

weiß, was ich sehen will und hoffe, dass die

Zuschauer das mit mir teilen. Wenn dann

einer sagt – wie bei Ihrem Frühstück – das ist

schon wieder so ein »Keinohrhasen«-Film,

kann ich mich total drüber aufregen, denn es

ist ein ganz anderer Film. Aber, weil ihn derselbe

Mann gemacht hat, hat er natürlich

ähnliche Elemente, er ist zärtlich, liebevoll,

und er hat ein positives Ende. Das sind

Sachen, die mir wichtig sind. Aber das ist

kein Rezept. Ich sage nicht, ich nehme ein

bisschen Liebe, ein bisschen Zuneigung und

noch einen Lacher und so mache ich einen

geilen Film. Wenn es so einfach wäre, gäbe

es nur noch geile Filme. Aber Perfektionismus?

Nee. Du kannst auch was ganz perfektionistisch

scheiße machen. Aber ich bin

perfektionistisch in der Hinsicht, dass ich

mich hinter das klemme, was ich mache. Ich

will alles so gut wie möglich machen. Andere

machen ihre Filme auch so gut wie möglich,

und die sind auch noch echt gut, aber

trotzdem geht keiner rein. Da frage ich mich,

warum guckt sich das keiner an?

16 streifzug 2/2011


RAMPENLICHT

Ich glaube, dass sich viele Menschen in Ihren Filmen wiederfinden.

Ist das der Schlüssel?

TS: Das ist sicherlich ein Grund. Das habe ich auch schon öfter gehört:

Deine Filme sind so als wäre ich dabei. Das finde ich geil. Als ich

16 Jahre alt war und wusste, dass ich mal in der Branche arbeiten will,

habe ich mein ganzes Geld ins Kino getragen. Ich war totaler Kinofan.

Es gab damals so ein paar Filme, da habe ich gedacht, ej, das ist ja wie

bei meinen Jungs. Als wäre ich dabei. Mit 20 habe ich »The Pope of

Greenwich Village« gesehen mit Mickey Rourke. Die stehen den ganzen

Tag in New York rum und reden über Mozzarella und so ’n Zeug.

Das war so geil. So natürlich. Das ist sicherlich einer der Gründe für

den Erfolg. Es muss authentisch sein.

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Bereiten Sie sich auf Ihre Rollen vor oder sind Sie so?

TS: Ich bereite mich nicht so vor wie Robert de Niro, der angeblich

drei Wochen als Taxifahrer durch New York gefahren ist. Das brauche

ich nicht, denn es steckt viel von mir in meinen Rollen. Ich lerne auch

Text nur nach Sinn, damit ich mir Spontanität bewahre. Aber ich überlege

schon, wie ich reagieren würde, wenn plötzlich ein Kind vor meiner

Tür sitzt.

Sie spielen in »Kokowääh« einen coolen Vater. Sind Sie mit Ihren

eigenen Kindern auch so locker?

TS: Ich bin mit meinen Kindern immer locker gewesen und habe sie

immer ernst genommen. Nie von oben herab. Ich habe immer normal

mit ihnen geredet und bin auch nicht der strengste Vater, obwohl man

auch mal streng sein muss. Da muss ich mir aber echt Mühe geben.

Das schiebe ich gerne der Mutter zu (lacht).

Was macht denn einen guten Vater aus?

TS: Er muss seinen Kindern viel Liebe und Vertrauen schenken, so dass

sie selbstbewusst durch die Welt gehen können und das Herz am

rechten Fleck haben.

Sie leben von Ihrer Frau und den vier Kindern getrennt. Haben Sie

Angst, dass – wie im Film – plötzlich ein zweiter Vater auftaucht?

TS: Nee. Es wird keinen zweiten Vater geben. Ich bin der Vater. Wenn

ein neuer Mann auftaucht, würde ich mich freuen – in der Hoffnung,

dass er kein Arschloch ist. Aber die Mutter würde sich nie mit einem

Arschloch zusammentun.

Sängerin Duffy hat einmal gesagt, dass der Ruhm sie sehr einsam

gemacht hat. Können Sie das bestätigen?

TS: Nein. Ich bin nicht einsam. Ich habe vier Kinder, die ich über alles

liebe, ich habe eine Freundin und Freunde. Das heißt aber nicht, dass

ich mich nicht manchmal einsam fühle. Gerade, wenn ich irgendwo

auf der Welt nachts allein im Hotelzimmer liege. Da fühle ich mich

schon manchmal einsam. Aber dass ich durch den Ruhm einsam geworden

wäre, nein. Da muss ich sagen: Arme Duffy.

Würden Sie mir empfehlen, mit Til Schweiger zu tauschen?

TS: Es kommt darauf an, was Sie wollen. Ich würde es nicht per se

empfehlen, aber sicher auch nicht ausschließen. Wenn Sie in angesagte

Locations gehen wollen, tauschen Sie mit mir (lacht). Im Ernst: Ich

habe einen super Beruf, der mir Spaß macht und der mich erfüllt. Es

ist ein geiles Gefühl, wenn ich im Kino sitze, und die Leute lachen bei

meinen Filmen. Dann ist die Mission erfüllt. Aber es hat auch Schattenseiten.

Wenn ich noch einmal anfangen könnte, würde ich direkt

hinter die Kamera gehen und nicht mehr spielen. Ein berühmter Regisseur

ist nicht so in der Schusslinie. Schauspieler sein macht zwar Spaß,

aber es ist verknüpft mit einem großen Verlust von Privatsphäre.

Marc Schäfer

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2/2011 streifzug 17


STADTGESPRÄCH

Unfall am Schlagloch

Das Tauwetter hat zum Vorschein gebracht, dass kaum eine Straße in Gießen unversehrt

geblieben ist. Überall klaffen Löcher im Asphalt, die ausgebessert werden müssen. Baufirmen

reißen sich um Aufträge, das lukrative Geschäft mit den Schlaglöchern boomt und weckt

Begehrlichkeiten. Doch auf den Baustellen der Stadt kommt es immer wieder zu rätselhaften

Unfällen, die die Ausbesserungsarbeiten aufhalten. Polizei und Baudezernent sind machtlos…

Hej,

was habt ihr da verloren?

Macht, dass ihr

Land gewinnt!

DIE BAUARBEITER HABEN IHRE ARBEIT AN EINEM DER SCHLAGLÖCHER AUFGENOMMEN, ALS VORARBEITER RALF S. VER-

DÄCHTIGES BEMERKT. WENIGE MINUTEN SPÄTER BIETET SICH EIN SELTSAMES BILD. DIE DREI BAUARBEITER SIND AUF

DEM GLATTEIS AUSGERUTSCHT UND LIEGEN VERLETZT AUF DER BAUSTELLE. SABOTAGE, RUFT S. MIT LETZTER KRAFT.

Wo

waren Sie denn überhaupt

zur Tatzeit? Haben

Sie ein Alibi?

Ja.

Wir standen im Stau,

weil die Philosophenstraße ja

immer noch gesperrt ist. Das

hat uns aber wohl das Leben

gerettet.

Das gibt es

doch nicht, irgendeine

Spur muss es

doch geben.

DIE UNTERSUCHUNG DES TATORTS BRINGT KEINERLEI ERKENNTNISSE ANS TAGESLICHT. DIE KOLLEGEN DER AUSGE-

RUTSCHTEN BAUARBEITER SIND ALLE ERST NACH DEM SABOTAGEAKT EINGETROFFEN. ZEUGEN GIBT ES KEINE. ES FINDEN

SICH KEINE SPUREN, OBWOHL DIE POLIZEI SOGAR BOOTE EINSETZT UND DIE SCHLAGLÖCHER UNTER DIE LUPE NIMMT.

18 streifzug 2/2011


STADTGESPRÄCH

DIE BAUTRUPPS SIND ABGEZOGEN.

FRÜHESTE RÜCKKEHR NACH DER

FROSTPERIODE …

BIS HEUTE SIND DIE ERMITTLER IN DIESEM RÄTSELHAFTEN FALL NICHT WEITERGEKOMMEN. GEMEINSAM MIT DEM GIES-

SENER BAUDEZERNENTEN, DER AUCH KEINEN RAT WEISS, STOPPEN SIE DIE AUSBESSERUNGSARBEITEN IM GESAMTEN

STADTGEBIET, WO ES IMMER WIEDER ZU ÄHNLICHEN ZWISCHENFÄLLEN GEKOMMEN WAR. ÜBERALL TAUCHEN DERWEIL

AUF MYSTERIÖSE WEISE IMMER NEUE UND GRÖSSERE SCHLAGLÖCHER AUF, DIE NICHT NUR DEN VERKEHR BEHINDERN.

MITTLERWEILE SIND GANZE STRASSEN GESPERRT. DIE STADT WIRD NICHT MEHR HERR ÜBER DIE »OFFENEN WUNDEN«,

DIE SICH MITTLERWEILE IN DER GANZEN STADT AUSBREITEN. DER BAUDEZERNENT HOFFT AUF DEN FRÜHLING. IMMERHIN

HAT DIE POLIZEI NUN EINE SPUR UND SO SICKERTE AUS ERMITTLERKREISEN DURCH: DER WINTER WAR´S. (FOTOS: SCHEPP)

MEIN GIESSEN

Närrische

Zeiten

Sandra und Sascha Reitz

Sie sind das neue Paar am Gießener Prinzenhimmel

– und haben die besten Voraussetzungen,

die Narrenkappe auch mit

Würde zu tragen. Schließlich haben sich

Sandra und Sascha Reitz, wie das Prinzenpaar

im bürgerlichen Leben heißt, an

einem Rosenmontag kennen- und lieben

gelernt, zudem kam ihr Sohn 2007 an

einem Rosenmontag zur Welt. Und so

konnten die Großen-Lindener auch nicht

Nein sagen, als sie auf der Mockswiese

angesprochen wurden – und kurzerhand

zum neuen GFV-Prinzenpaar erwählt

wurden. Nun

erfahren sie den

organisierten

Karneval gleich

aus einer ganz

besonderen

Perspektive –

und freuen sich

schon, es mit

den Narren

Fotos: Schepp

richtig krachen

zu lassen. nob

1 Knossos in der Pulvermühle

Das Restaurant bietet besondere

Gaumenfreuden und lädt

uns besonders im Sommer dazu

ein, auf der Terrasse direkt

an der Lahn zu sitzen und die

Hektik des Alltags zu vergessen.

Eines der besten Häuser

in der Stadt.

Rodheimer Str. 11, Tel. 0641/63827

lachthofstr.

Lahn

Gabelsberger

Straße

raße

adtwerke

Oberes

Wehr

Rodheimer Str.

Lahnstr.

Friedrichstr.

Hi

Südhang

Flutgraben

Hammstr.

nt

Bahnhofstraße

Liebigstraße

Zu den

Mühlen

Westanlage

er

Balserischer

Stift

Westanlage

Westanlage

d.

Alicenstraße

Bootshauss

Frankfurter Str.

Mühlstr.

Schanzenstr.

Bahnhofstraße

Wilhelmstraße

Nordanlage

Neustadt

Selterstor

(Elefantenklo)

hohl

Lein-G.

BfA

Wieseck

Pfarrgarten

Alicenstraße

Liebigstraße

Katharinengasse

Seltersweg

dwigstraße

Goethestr.

Johanneskirche

(ev.)

Bleichstraße

straße

Kirchenplatz

Mark

Kap an

2 Dach-Café

In diesem neuen Lokal verwöhnen wir gerne

Gaumen und Augen. Wir genießen es

sehr, den Trubel in den Straßen aus diesem

Blickwinkel zu beobachten. Man hat einfach

einen herrlichen Blick auf Gießen.

Ludwigsplatz 11, Tel. 0641/686910 00

3 Die Innenstadt

Das pochende Herz. Wo sonst findet

man in Mittelhessen eine funktionierende

Innenstadt, in der man immer

wieder Freunden über den Weg läuft.

Und es gibt hier die besten Crêpes der

Welt.

1

Reichensand

str.

Johan-

nette-

Löwen-

gasse

Wetzste

3

l

instr.

Marktplatz

tstr.

sg.

Mäausburg

Riegelpfad

Südanlage

Aste

Lindenplatz

Schulstr.

IHK

Lonystraße

Ludwigstraße

Löberstraße

Bruchstraße

Gn

St.-Josephs-

Krankenhs.

Bonifatiuskirche

(kath.)

Oswaldsgarten

Versorgungsamt

Reg.-

Präsidium

Landgraf-

Phillipp-Platz

Walltorstr

Brandplatz

Neuenweg

Johannesstr.

Am

Brennofen

Sonnen-

Neuen Bäue

au

Berliner

Platz

Rathaus

Kongresshalle

allee

Stein-

Plockstraße

Bonifatiusweg

Lessingstr.

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Sencken

h

Diezstr.

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straße

Stephan- straße

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He

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Ostanlage

bergstraße

4

2

l-

str.

behörden

Standesamt/

Ortsgericht

Ostanlage

Bismarckstr.

Gutfleisch

Am alten

Gaswerk

Gartenstraße

Keplerstr.

Hinter der

Ostanlage

Ringallee

Wiesenstr.

Moltkestraße

Roonstraße

Großer

Steinweg

Gutenbergstr.

Hein-Heck- roth-Str.

H

Nahrungsberg

An Steins

Garten

Wieseck

Wolfstraße

straß

Eichgärten-

Grünberger Straße

Hessenstr.

Eichgärten

Am alten Friedhof

Licher Str

Alter F

Südhan

Alfred-Bock-Straße

Uni–Hauptgebäude

Platz d. Dt.

Einheit Fachhochschule

Bismarck-

Goethestraße

Ludwigsplatz

Akad. Auslandsamt

Pestalozzi-

Am

Altenfeld

4 Ihring’s

Wir haben das Ex-Miljö wieder für

uns entdeckt. Ein Stockwerk tiefer

zwar, aber mit Wirt Klaus und

Koch Lars herzlicher und besser

als je zuvor. Die geschmackvolle

Einrichtung, das gute Essen und

die tolle Atmosphäre geben die

Garantie für große Fröhlichkeit.

Ludwigstraße 10, Tel. 0641/97269519

2/2011 streifzug 19


Foto: ras

Nachwuchssorgen?

Von wegen …

Narrhalla-Marsch und Schunkel-Marathon: Der Februar läutet die tollen Tage ein. Alle Jahre

wieder. Doch von Nachwuchssorgen in der Bütt keine Spur. Wenn in der »närrischen Gesellschaft«

die Alten so langsam von der Bühne abtreten, ist eben der Nachwuchs gefragt. Und

der lässt sich nicht lumpen. Beispiel gefällig? Gerne. Die »Mollynchen« aus Watzenborn-

Steinberg geben so richtig Gas – und das nicht nur in der fünften Jahreszeit…

Eine Mischung aus technoähnlichen Klängen

der 90er, gediegener Musik, die auch

beim Wiener Opernball gespielt werden

könnte, und Akkordeon-Tönen mit einem

Hauch russischer Folklore strömt aus dem

CD-Spieler. Dieses akustische Wechselspiel

ist ungewohnt für die Ohren. Die Bewegungen

der jungen Tänzerinnen, die in der

Volkshalle dazu auf die Bühne gekommen

sind, lassen den Zuschauer mit den Ohren

schlackern. Die »Mollynchen« geben alles.

Sie tanzen, machen Spagat, strecken die Arme

in die Luft, gehen wieder in die Hocke,

hüpfen und drehen sich – und das alles synchron

und nach striktem System.

Dreimal pro Woche treffen sich die Tänzerinnen

zum Training. Nur im April – nach

der Faschingssaison – ist eine Pause angesagt.

Das Training kann schon mal über drei

Stunden dauern, Muskelkater ist in der

Hochphase ein ständiger Begleiter. Die roten

Gesichter der jungen Tänzerinnen belegen

die große Anstrengung, der sie sich aussetzen.

Derzeit sind die Gruppenmitglieder zwischen

15 und 27 Jahre alt und Teil einer großen

Karnevalsfamilie in Watzenborn-Steinberg.

Die »Mollys 96«, die einst Auftritte in

den USA und im HR-Fernsehen hatten, beendeten

mit der Kampagne 2010 ihre Bühnenkarriere,

doch längst setzt der Nachwuchs

eigene Akzente. Wer schon früh mit

dem karnevalistischen Tanz beginnen

möchte, braucht nur seinen dritten Geburtstag

abzuwarten, dann kann es losgehen in

der »Purzelgarde«. In der »Turniergarde« sind

die Sechs- bis Zehnjährigen aktiv, die Junioren

sind zwischen elf und 14 Jahre alt. In jeder

Altersklasse gibt es den Gardetanz und

den Schautanz. »Wir betreiben den Sport

als Leistungssport, aber wir freuen uns auch

sehr auf Karneval«, erklärt Annika Rinn – in

einer Ballsportart würde man sie Spielertrainerin

nennen – die eigenen Ansprüche, um

gleich hinterherzuschieben: »Wir wollen

nicht als die Hupfdolen gelten, die an Fasching

auf die Bühne gehen und sich lächerlich

machen.«

Kein Wunder, zählen die »Mollynchen«

doch zu den 30 Top-Teams in Deutschland,

haben sich in Hannover fürs Halbfinale der

Deutschen Meisterschaft qualifiziert und

holten den Hessenmeistertitel im Schautanz.

Die »Tanz-Stars« aus Watzenborn-

Steinberg gehören dem Bund Deutscher

Karneval (BDK) an und bestreiten dort auch

die Turniere.

20 streifzug 2/2011


BLICK IN DIE REGION

Um auf diesem Niveau mithalten zu können,

bedarf es einer ordentlichen Portion

Disziplin, und es geht um Kraft und Kondition.

Schon die kleinen Mädchen, denen

die »Mollynchen«-Karriere noch bevorsteht,

trainieren fleißig.

Einen Spagat zwischen dem Leistungsgedanken,

der im ganzen Jahr Begleiter ist, und

dem Auftritt vor heimischem Publikum in

Pohlheim an Fasching scheint es aber nicht

zu geben. Ein Höhepunkt sei der »Mollynchen«-Beitrag

zum Watzenborn-Steinberger

Karneval, sagt Annika Rinn, denn alles sei so

ungezwungen, ganz ohne Noten. »Und die

Menschen jubeln schon beim ersten Spagat«,

sagt sie. Das wäre bei einem Turnier

undenkbar. Dort herrscht während der Aufführung

strenge »Schweigepflicht«.

Umgekehrt findet es auch Jörg Buß, Vorsitzender

des »Mollys«-Gesamtvereins, klasse,

dass bei den Tänzerinnen aus dem Faschings-Act

ein Ganzjahresprogramm geworden

ist. »Viele Gruppen kommen nicht aus

dem Fasching, aber wir hängen eng am Kar-

neval«, erzählt die Trainerin. Wichtig ist ihr

auch, dass man bei dem Pohlheimer Verein

»durchwächst«, dass die Aktiven unterschiedlichen

Alters zusammenhalten, dass der Satz

»Ich möchte einmal ein ›Mollynchen‹ sein«

nicht bloß eine Floskel ist. Die heute 24-jährige

Annika Rinn hat mit sechs Jahren angefangen.

Die Großen kümmern sich um die

Kleinen und bekommen Unterstützung von

den noch Größeren. Etwa beim Nähen der

Kostüme; auch ein Schminkteam ist bei den

Auftritten dabei. »Es läuft ganz viel Hand in

Hand«, freut sich die »Mollynchen«-Chefin.

Bei allem Fleiß sind dann auch die Belohnungen

verdient: bei den Turnieren, beim Auftritt

mit Jürgen Drews auf der Mockswiese

2010 – und auch im Fernsehen. »Es ist ein

Ausgleich zur Schule, es macht Spaß, und

hier habe ich meinen Freundeskreis. Das

Gruppenfeeling ist super«, sagt die 18-jährige

Patricia Kartak aus Holzheim begeistert. Und

beim Fasching? »Da kann man mal die Sau

rauslasssen und zeigen, dass man Spaß am

Tanzen hat«, erklärt sie. Joana Then (18) aus

Watzenborn-Steinberg pflichtet ihr bei: »Ich

freu mich drauf. Da ist immer Party.« Bleibt

noch eine Antwort der Trainerin auf eine

wichtige Frage: »Ja, Jungs würden wir auch

nehmen, wenn sie zu uns kommen würden«

– aber auch ohne die »Kerle« muss man sich

um den Faschingsnachwuchs keine Sorgen

machen.

Dies gilt nicht nur für Watzenborn-Steinberg.

Auch andere Vereine im Landkreis, so

beispielsweise der Karnevalverein »Harmonien«

(KVH) Großen-Linden mit den »Lollipopps«,

den »Dancing Girls«, den »Crazy

Girls«, der Jugendgarde und auch dem

Nachwuchs für die Büttenreden haben keine

Zukunftsängste. In Krofdorf-Gleiberg hat

der »NC 70«, bis dato für den Faschingszug

verantwortlich, die Narrenkappen an die

Nägel gehängt. Die Krofdorfer Fastnachtsfreunde

(KFF) haben umgehend reagiert:

Traditionell für die Sitzungen zuständig,

stellen sie ab 2011 die Weichen für den

Zug, der am Fastnachtsdienstag wieder

durch Krofdorf rollen wird… Christoph Agel

AUSGEWÄHLTE TERMINE / FASCHING IN STADT UND LAND

Samstag, 5. Februar

Lollar

20.11 Uhr Prunksitzung, Bürgerhaus

Oberkleen

19.33 Uhr Fremdensitzung, TSV-Turnhalle

Freitag, 11. Februar und

Samstag, 12. Februar

Ruttershausen

19.11 Uhr Fremdensitzung, DGH

Samstag, 12. Februar

Bellersheim

19.31 Uhr Prunksitzung, Bürgerhaus

Laubach

19.33 Uhr Prunksitzung, Kulturhalle

Reiskirchen

19.33 Uhr Prunksitzung, Bürgerhaus

Samstag, 19. Februar

Bellersheim

19.31 Uhr 2. Prunksitzung, Bürgerhaus

Biebertal-Rodheim

19.31 Uhr Fremdensitzung, Bürgerhaus

Staufenberg

19.33 Uhr Prunksitzung, Stadthalle

Freitag, 25. Februar

Kleinlinden

19.33 Uhr Fastnacht Club 68, Bürgerhaus

Nonnenroth

20.11 Uhr 1. Fremdensitzung, DGH

Weitershain

20.11 Uhr Prunksitzung, DGH

Samstag, 26. Februar

Biebertal-Rodheim

19.31 Uhr 2. Fremdensitzung, Bürgerhaus

Hungen

19.33 Uhr Faschingssitzung, Stadthalle

Krofdorf-Gleiberg

19.30 Uhr Prunksitzung, Mehrzweckhalle

Leihgestern

19.31 Uhr Prunksitzung, Volkshalle

Londorf

19.11 Uhr Prunksitzung, Lumdatalhalle

Nonnenroth

20.11 Uhr 2. Fremdensitzung, DGH

Ruttershausen

20.00 Uhr Fastnacht, DGH

Steinbach

19.31 Uhr Prunksitzung, Kulturhalle

Treis

19.31 Uhr Prunksitzung, Kulturhalle

Sonntag, 27. Februar

Biebertal-Rodheim

19.31 Uhr Fremdensitzung, Bürgerhaus

Mittwoch, 2. März

Bellersheim

20.11 Uhr Weiberfastnacht, Bürgerhaus

Donnerstag, 3. März

Gießen

20.11 Uhr Weiberfastnacht, Kongresshalle

Harbach

20.11 Uhr Weiberfastnacht, Herzberger

Krofdorf-Gleiberg

20.11 Uhr Altweiberfastnacht, MZH

Reiskirchen

20.11 Uhr Altweiberfastnacht, Bürgerhaus

Freitag, 4. März

Laubach

20.33 Uhr Fastnachtsparty, Schloss

Londorf

21.00 Uhr Fastnachtsdisco, Lumdatalhalle

Samstag, 5. März

Gießen

13.30 Uhr Senioren-Fassenacht, Kongresshalle

20.00 Uhr Prunksitzung, Kongresshalle

Cleeberg

20.11 Uhr Fastnachtssitzung, Bürgerhaus

Garbenteich

19.33 Uhr Fastnachtssitzung, DGH

Laubach

14.33 Uhr Fastnachtsumzug, Altstadt

Launsbach

20.11 Uhr Fremdensitzung, Bürgerhaus

Sonntag, 6. März

Gießen

13.33 Uhr Fastnachtsumzug, Ringallee

Montag, 7. März

Krofdorf-Gleiberg

20.11 Uhr Rosenmontagsball, MZH

Dienstag, 8. März

Bellersheim

14.11 Uhr Fastnachtsumzug

Freienseen

14.11 Uhr Fastnachtsumzug

Heuchelheim

14.11 Uhr Fastnachtsumzug

Krofdorf-Gleiberg

14.11 Uhr Fastnachtsumzug

Lollar

14.11 Uhr Fastnachtsumzug

Foto: Schepp

2/2011 streifzug 21


UNTERWEGS

»Schöne Aussicht«

Gießener Straße 3 · 35435 Wettenberg · Telefon 0641/982370 · www.schoene-aussicht-hotel.de

40 Jahre ist es genau her, dass die Eltern im

Januar 1971 die alteingesessene Gaststätte

»Schöne Aussicht« im Wettenberger Ortsteil

Launsbach übernommen haben. Seit 1989

wird der Betrieb nun von der Tochter Karin

Bechthold-Humm geführt, ihr Bruder Dirk

Bechthold hat als Chefkoch die Regie in der

Küche. Seitdem hat das traditionelle Gasthaus,

das urkundlich zum ersten Mal 1888

erwähnt wurde und durch die wechselvolle

Geschichte der zwei Weltkriege die unterschiedlichsten

Pächter hatte, zahlreiche Erweiterungen

und Umbauten erfahren. Die

alte Gaststube wurde 1996 durch einen

Wintergarten mit hübscher Aussichtsterrasse

ansprechend ergänzt, in zwei Neubauten

stehen heute insgesamt 67 Betten zur Übernachtung

zur Verfügung.

Von jeher war die Wirtschaft beliebt bei Einheimischen

und Ausflüglern. Sieht man mal

22 streifzug 2/2011

Fotos: Schepp

von den Hotelgästen ab, kommt die Kundschaft

nun vornehmlich aus Gießen und

dem gesamten Landkreis. Und die schätzt

die »Schöne Aussicht« nicht nur bei Familienfeiern

aller Art, sondern nimmt gern auch

die attraktiven Angebote wahr. So erfreut

sich das Schlachtfestbüfett – in diesem Monat

am 11. und 23. Februar – besonderer Beliebtheit,

liefert die Metzgerei Mandler aus

Kinzenbach mit ihrer Hausmacher Bratwurst,

Blut- und Leberwürstchen, Well- und Solperfleisch

doch 1A-Qualität. Für 10,90 Euro

kann jeder so viel essen, wie er mag.

Da die dynamische Chefin vor einiger Zeit

einen Holzbackofen angeschafft hat, gibt es

auch noch weitere Aktionen mit frisch gebackenem

Flammkuchen (2. und 18. Februar),

selbst belegter Pizza (16. Februar), gegrillten

Spareribs, Hähnchen oder Bauernente. »Ich

bin stolz darauf, eine deutsche Küche zu ha-

ben. Das wird heutzutage immer seltener«,

sagt Karin Bechthold-Humm und ihr Bruder

ergänzt: »Wir bemühen uns, Gerichte anzubieten,

die es nicht überall gibt.«

So fallen auf der umfangreichen Speisekarte,

auf der auch Vegetarier fündig werden, zwei

Kreationen mit Ziegenfleisch ins Auge. »Meine

Schwester wohnt auf dem Lande und

hält eine Herde deutscher Edelziegen aus

dem Vogelsberg«, erzählt der 48-Jährige. Er

hat sich – wie so einige Kollegen aus der Region

– von der keltischen Küche inspirieren

lassen, und deshalb serviert er zum Ziegenbraten

Hirseplätzchen und Marktgemüse

(14,90 Euro).

Ansonsten sind Wildgerichte gefragt, aber

auch das Zanderfilet mit Safransauce auf

Blattspinat und Salzkartoffeln (16,70 Euro)

wird gern bestellt. Dass Dirk Bechthold, der

nach der Metzgerlehre seinen heutigen Beruf

im einstigen Restaurant »Guldner« am

Brandplatz in Gießen lernte, mal in Paris gearbeitet

hat, merkt man seinem »Erotischen

Menü« an, das er am Valentinstag nicht nur

für frisch Verliebte kredenzt. Eine Kostprobe

gefällig? Die »Betörende Bouillabaisse« wird

umrahmt von einem »Tête-à-tête von edlen

Garnelen, feiner Entenbrust, Vitello tonnato

und gekrönten Champignons« sowie von

einer »Leidenschaftlichen Romanze von

Feldsalat in einem leichten Kleid von Speckdressing

und sündhaften Wachtelbrüstchen«.

Insgesamt fünf Gänge umfasst dieses verführerische

Menü zum adäquaten Preis von

36 Euro, für das man sich rechtzeitig zum

14. Februar einen Tisch sichern sollte.

Marion Schwarzmann

Im Überblick

Sitzplätze: 240, davon 100 im

Festsaal, der Rest verteilt sich auf

drei Stuben und die Orangerie

Küche: Deutsche Küche, die ein

wenig aus dem Rahmen fällt.

Spezialitäten: Gerichte aus dem

Holzbackofen, Ziegenbraten und

Wild

Öffnungszeiten: Sonntag bis Freitag

von 10 bis 1 Uhr. Samstag von

17 bis 1 Uhr

Küche ★★★✩

Ambiente ★★★✩

Service ★★★✩

Preise UUU


UNTERWEGS

…in der Stadtbibliothek:

Spielen zwischen Bücherwänden

Am 21. Februar rollen in der Stadtbibliothek die Würfel. Dann nämlich hat das »Haus der

Bücher« die passionierten Brettspieler und interessierten Anfänger der Stadt zu einem

Spieleabend eingeladen. Von 16 bis 21 Uhr kann zwischen den Bücherwänden gewürfelt,

gezogen, geknobelt, gelitten und gefeiert werden. Ein breites Spektrum an Brettspielen

stellt dafür das Spielwarenhaus Fuhr zur Verfügung. »Bei uns wird immer wieder nachgefragt,

ob wir auch Spiele verleihen. Das tun wir nicht, aber so kamen wir auf die Idee«, erklärt

Guido Krell, der Leiter der Stadtbibliothek. Der Spieleabend soll auch genutzt werden,

um den Kontakt zwischen den Generationen zu verbessern. »Deswegen möchten

wir nicht trennen zwischen Kindern und Erwachsenen«, sagt Krell, der folglich alle Generationen

willkommen heißen will. Ein Rahmenprogramm wird es nicht geben, der Spaß am

Spiel soll im Mittelpunkt stehen. Anmeldungen sind nicht erforderlich.

fd

Foto: fd

…in der Admiral Music Lounge:

»Inside Magic« – Einzigartige Illusionen von Farid

Foto: pm

Die Moderatoren Barbara Schöneberger und Hubertus Meyer-Burckhardt staunten nicht

schlecht als Magier Farid im Januar in der »NDR Talk Show« Gäste und Zuschauer gleichermaßen

faszinierte. Als erster Zauberer weltweit wurde Farid 2007 von Sony-BMG unter Vertrag

genommen. Zuvor begeisterte er in »The Next Uri Geller Show« sowie in seiner MTV-Special-

Show »MTV-Mystified«, mit der er sogar die Quoten des US-Magiers Chris Angel übertraf.

Magie und Mystik, faszinierende visuelle Effekte vor den Augen der Zuschauer: Farid bewegt

sich sicher auf dem Terrain des unerklärlichen Minimal-Kunststücks. Aber auch große Illusionen

und Bühnenshows gehören zu seinen Spezialitäten, das bewies er 2009 in Las Vegas. Seit

20. Januar (Premiere) steht Farid nun mit seiner neuen Magic-Show »Farid – Inside Magic« immer

donnerstags ab 20 Uhr in der Admiral Music Lounge im Oberlachweg in Gießen auf der

Bühne, die für seine Show maßgeschneidert wurde. »Wir haben die Halle für Farids Show angepasst,

damit er alle beeindruckenden Illusionen zeigen kann«, erklärt Jochen Weinel von der

Admiral Music Lounge. Der Magier des Jahres 2009 und 2010 bietet in Gießen einzigartige

Magie und Illusionen – zum Anfassen und Mitmachen. Sein Blick scheint Gedanken lesen zu

können, darüber staunten nicht nur die beiden NDR-Moderatoren.

mac

…auf der christlichen Musikmesse:

»Promikon« – Über 30 Bands im Audimax

Es wird laut im Audimax. Am Samstag, 5. Februar, lädt der Greifensteiner Gemeindepädagoge

Christoph Buskies bereits zum 17. Mal zur christlichen Musikmesse »Promikon« ein.

Zwischen 12 und 20 Uhr werden über 30 Künstler und Bands dem Fachpublikum aus

Veranstaltern und Liebhabern ihre Musik präsentieren. Das Spektrum reicht dabei von

Hip-Hop über Pop und Rock bis hin zum klassischen Gospel. Dabei ist unter anderem

Samuel Harfst (Foto) aus Hüttenberg. Auch Kulturschaffende aus Schweden, Belgien, Holland,

England, Spanien, Italien, Österreich und Polen werden ihre Projekte vorstellen.

Den Höhepunkt der »Promikon« soll das Abschlusskonzert bilden, eine Retro-Show unter

dem Titel »Forever Young – 50 Jahre christliche Popmusik«. Der Eintritt zur Messe und zur

Retro-Show kostet 22 Euro. Beides kann auch einzeln gebucht werden. Weitere Informationen

gibt es im Internet unter www.promikon.de.

fd

Foto: pm

2/2011 streifzug 23


AUSLESE

8. Februar: »Das Pack« spielt

im Gießener Jokus

Harter Rock mit deutschen Texten – das

war gestern. Wer sich auf das vieräugige

Tentakel »Das

Pack« einlässt,

bekommt das

tanzfuchsmäßige

Mixtape fürs

Leben. Sie öffnen

drei Genre-

Schubladen

gleichzeitig, um zu sehen, welche Socken

gerade passen. Humoristische Unterhaltung:

Laut, leuchtend, unterhaltsam. Beginn

21 Uhr. Tickets 13 Euro.

8. Februar: Der chinesische

Nationalcircus in Alsfeld

Seit 1989 tourt der chinesische Nationalcircus

mit innovativen, außergewöhnlichen

und immer neuen Programmen durch Europa.

Die Ausnahmeakrobaten haben bereits

über 9 Millionen Menschen begeistert

und präsentieren neben spektakulärer

chinesischer Akrobatik

auch poetische Einblicke

in die Mythologie

Chinas und zudem

Wissenswertes über

den Pandabären. Beginn

20 Uhr. Eintritt

32 Euro bis 45 Euro.

25. Februar: Gerd Knebel –

Solo in der Hessenhalle

Mit seinem ersten Soloprogramm kommt

Gerd Knebel – ein Teil des Kult-Duos Badesalz

– in die Hessenhalle Gießen. »Um was

geht es hier eigentlich« heißt das Stück, bei

dem es laut Knebel sogar um Allerhand

geht. Um Haustiere, Mütter, überflüssige

Wahrheiten, Frauentypen,

hessische Richter,

Handygespräche, aber

nicht um Schuhe kaufen.

Knebel wird alles

erzählen, auch wenn

Sie es nicht hören

wollen. Beginn 20 Uhr.

1. Februar: »Nagel« liest aus

»Was kostet die Welt« im MuK

Ex-Muff-Potter-Sänger Thorsten Nagelschmidt

liest aus seinem Roman. Die Geschichte

handelt von einem Taugenichts,

der sich – als sein Vater stirbt – mit dem Erbe

auf Reisen begibt.

Ausgeben statt horten.

Ganz anders als sein

Vater. Auf der letzten

Reise mit 1000 Euro in

der Tasche kommt es

zum Showdown. Tragisch,

komisch, präzise.

Beginn 21 Uhr. Eintritt

(AK) 10 Euro.

24 streifzug 2/2011


AUSLESE

17. Februar: »Calamity

Jane« stellen erste CD vor

Zur Release-Party am 17. Februar im Ulenspiegel

laden die drei Frauen von »Calamity

Jane« mit ihrem Schlagzeuger ein.

Dort stellt die Rockband ihre EP »Burn The

City« vor. Griffige Riffs. Die Soli aus der Feder

von Gitarristin Nadja erinnern an Stoner-Rock.

Das fette Fundament besorgen

Bassistin Kyra und

Drummer Dirk.

Darauf baut die

charakteristische

Stimme von Oana

auf. Eintritt 5 Euro.

Beginn 21 Uhr.

28. Februar: Die »Puhdys«

gastieren in der Kongresshalle

Sie sind die Stimme des Ostens. Die Kult-

Musiker der Band »Puhdys« kommen am

28. Februar nach Gießen in die Kongresshalle.

Die Ost-Rocker gehören mit über

40 Millionen verkauften CDs zu den Allergrößten

in Deutschland.

In Gießen

spielen die Legenden

nun »unplugged«

und haben

vom »Baum«

bis zum »Eisbär«

alle Hits dabei.

Beginn 20 Uhr.

18. Februar: »Defeater«

melodisch und hart im MuK

Die Musiker aus Boston sind der neue

Stern am Himmel des melodischen Hardcore.

Ihre CD »Travels« ist ein Konzeptalbum,

das den Leidensweg eines jungen

modernen Menschen aus zerrütteten Familienverhältnissen

erzählt. Begleitet werden

»Defeater« von »Carpathian« aus Australien,

die um einiges

dunkler sind. Mit

dabei: »Business

as usual« aus

Wetzlar. Beginn

21 Uhr. Eintritt

10 Euro.

10. Februar: »Dota &

der Stadtpirat« im Jokus

Die Berliner Sängerin Dota Kehr ist auch

bekannt als die »Kleingeldprinzessin«. Diesen

Namen hat sie von ihren Weltreisen

mitgebracht, auf denen sie als Straßenmusikerin

durch die

Lande zog. Mit dieser

Erfahrung machte

sie sich auf die

Suche nach musikalischer

Verstärkung

und fand die Stadtpiraten.

Die Songs klingen nach Bossa Nova

und Taschen-Swing, die Texte klingen

nach Gefühlen des Alltags. Beginn 21 Uhr.

2/2011 streifzug 25


Gießen entdecken 2011

12./13.März|Messeplatz

GINA –GießenerNeuwagenausstellung

26.März–10.April|Messeplatz

Frühjahrsmesse

2.–3.April | VerkaufsoffenerSonntag 13–18Uhr

Frühlingserwachen &Sport in derCity

15.–19.April | Messeplatz

Circus CharlesKnie

1. Mai|Lahnufer

Brückenfest

22.Mai | Mathematikum

Straße der Experimente

26.–28.Mai

Weinfest im Katharinenviertel

19.Juni

Flussmit Flair

19.–21.August

Stadtfest

27.–28. August

Lahnlust

24.September–3.Oktober | Messeplatz

Herbstmesse

8./9.Oktober | VerkaufsoffenerSonntag 13–18Uhr

Krämermarkt&Französischer Markt

30.Oktober | Kongresshalle

Gießen tanzt

5.–6.November|VerkaufsoffenerSonntag 13–18Uhr

Liebigs Suppenfest

8.–13. November | Messeplatz

Circus Krone

25.November–22.Dezember

Weihnachtsmarkt

GIESSEN-ENTDECKEN.DE

Datum

Veranstaltung

22.01.11 (Sa) Atze Schröder –Revolution

29.01.11 (Sa) Urban Priol –Wie im Film.

04.02.11 (Fr) Night Of The Dance

11.02.11 (Fr) Cindy aus Marzahn

Nicht jeder Prinz kommt uff’m Pferd

16.02.11 (Mi) Die Flippers –Die Abschiedstournee

19.02.11 (Sa) ABBA MANIA

21.02.11 (Mo) Die Nacht der Musicals

22.02.11 (Di) Martin Rütter

Hund–Deutsch/Deutsch–Hund

25.02.11 (Fr) Andrea Berg –1001 Nacht

27.02.11 (So) Internat. Militär- u. Blasmusikparade

20.03.11 (So) PUR –Live und Akustisch 2011

23.03.11 (Mi) Harlem Globetrotters –Basketball

26.03.11 (Sa) Kaya Yanar –All inclusive!

06.04.11 (Mi) Michael Mittermeier –Achtung Baby!

10.04.11 (So) Otto –Live Tour 2011

04.05.11 (Mi) Das Frühlingsfest der Volksmusik ’11

08.05.11 (So) 40 Jahre DISCO –Die Jubiläumstour

17.05.11 (Di) Max Raabe &Palast Orchester

Küssen kann man nicht alleine

01.10.11 (Sa) Reinhard Mey –Mairegen, Tour 2011

15.11.11 (Di) Lord of the Dance

02.12.11 (Fr) The Wise Guys

09.12.11 (Fr) Kastelruther Spatzen

Kastelruther Weihnacht 2011

25.01.12 (Mi) Martin Rütter

Hund–Deutsch/Deutsch–Hund

26.01.12 (Do) Bülent Ceylan –Wilde Kreatürken

27.01.12 (Fr) Ina Müller

Handball-Bundesliga: HSG Wetzlar vs. …

15.02.11 (Di) VfL Gummersbach

18.03.11 (Fr) HBW Balingen-Weilstetten

02.04.11 (Sa) HSG Ahlen-Hamm

09.04.11 (Sa) THW Kiel

30.04.11 (Sa) TSV Hannover-Burgdorf

21.05.11 (Sa) DHC Rheinland

04.06.11 (Sa) MT Melsungen

Tickets online: www.rittal-arena.de

Ticket-Hotline: 06441 3819-222

Die Arena in

Mittelhessen!

www.rittal-arena.de

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Ticketkasse: Wolfgang-Kühle-Straße 1

35576 Wetzlar (Mo–Fr 10–18 Uhr)

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26 streifzug 2/2011


VERANSTALTUNGEN IM FEBRUAR

Veranstaltungen

Ihre

der Region

Veranstaltungen in der

Kongresshalle Gießen

05.02. | Samstag | 20 Uhr

Semesterabschlusskonzert des

Orchesters der JLU

www.uni-giessen.de/uniorchester

1 DIENSTAG

Gießen

AUSSTELLUNGEN

Eine Frage der Selbstbestimmung (bis 28.)

Kunstausstellung von Pedro Hafermann

➛ Café de Paris

Gießen

LESUNGEN/VORTRÄGE

Medizin-Senioren-Vorlesung

➛ 17.00 Großer Hörsaal des Instituts für

Anatomie und Zellbiologie

Zur Bedeutung einer gelungenen Eingewöhnung

von Kindern unter drei Jahren in den

Betreuungsalltag

Von Beate Andres

➛ 18.00 Philosophikum II

Nagel – Was kostet die Welt…

Ex-Muff-Podder-Sänger Thorsten Nagelschmidt

liest aus seinem Buch. Schwarzer Humor präsentiert

von Taz, Intro und Opak

➛ 21.00 MuK

Grünberg

Pflanzenschutz-, Düngungs- und Sortenempfehlungen

Vortrag von Herbert Becker

➛ 20.00 Gallushalle

2 MITTWOCH

Gießen

DISKO/PARTY

La Danse Macabre

EBM – Dark Wave – 80’s – Industrial – Batcave

mit DJ Domino

➛ 22.00 Scarabée

Gießen

Joe Ginnane

➛ 21.00 Irish Pub

Gießen

KONZERTE

LESUNGEN/VORTRÄGE

»The Ware Game«

Der Atomkrieg im Film: Film- und Vortragsreihe

des Graduiertenkollegs »Transnationale Medienereignisse«.

Einführung: Dr. Johannes Pause

➛ 18.15 Alte Universitätsbibliothek

Chemie im Rausch der Farben

Die Erfindung der Farben von 1600 bis heute.

Vortrag von Prof. Dr. Siegfried Schindler

➛ 19.00 Margarete-Bieber-Saal

Reise in die Karibik

Lichtbildervortrag von Heidrun Kanter (Wetzlar)

➛ 19.30 Hotel Köhler

Sterben die Deutschen aus?

Ursachen und Folgen des demografischen Wandels

von 1900 bis 2060. Von Dr. Jürgen Leib

➛ 20.00 Altes Schloss

3 DONNERSTAG

BÜHNE

Gießen

The Picture of Dorian Gray

Drama von Oscar Wilde in einer englischsprachigen

Produktion des White Horse Theatre

➛ 19.30 Margarete-Bieber-Saal

DISKO/PARTY

Gießen

Land unter macht’s electronisch

Indietronics – Discopunk – Elektro & House

mit DJ Jimmy

➛ 22.00 Scarabée

FILM

Gießen

Soul Kitchen

Infos: www.flimmerkiste-giessen.de

➛ 20.00 Zeughaus

KONZERTE

Gießen

The Baron and the Tank

➛ 21.00 Irish Pub

LESUNGEN/VORTRÄGE

Gießen

Zeitgeschichte ganz privat: Als erste Professorin

nach 1945 an der Gießener Universität

Vortrag von Prof. Dr. Lore Steubing

➛ 15.30 Netanya-Saal

Norwegens schönste Seereise mit Hurtigruten

Infoveranstaltung »DER Reisebüro« in Verbindung

mit Hurtigruten

➛ 19.00 Kongresshalle

4 FREITAG

BÜHNE

Gießen

»Oskar und der sehr hungrige Drache«

Von Ute Krause. Bilderbuchkino mit Hanne

Reuther für Kinder von 4 bis 8 Jahren

➛ 16.00 Stadtbibliothek

Graf Öderland

Ein Moritat von Max Frisch

➛ 19.30 Stadttheater

The Picture of Dorian Gray

Englischsprachiges Drama von Oscar Wilde

➛ 19.30 Margarete-Bieber-Saal

Die Durstigen

Schauspiel für Jugendliche und Erwachsene

➛ 20.00 TiL-Studiobühne

06.02. | Sonntag | 14 /17/20 Uhr

5. Gießener Abenteuer-Tag

Diavorträge über Island/Afghanistan/

Südafrika

www.planetview.de

13.02. | Sonntag | 10–16 Uhr

Modellbahn-Auto-Tauschbörse

Sylvia Berndt, Waldkappel

19.02. | Samstag | 10–16 Uhr

Gesundheitstag

Gesundheitsamt des Landkreises Gießen

21.02. | Montag | 20 Uhr

Dr. Eckart von Hirschhausen

(AUSVERKAUFT)

www.s-promotion.de

22.02. | Dienstag | 19 Uhr

Vortrag »Moderne Buchführung«

www.steuerzahler-hessen.de

23.02. | Mittwoch | 20 Uhr

Alfons »Mein Deutschland«

www.konzertbuero-emmert.com

24.02. | Donnerstag | 19.30 Uhr

Orchesterkonzert der Liebigschule

Gießen

25.02. | Freitag | 20 Uhr

Gerd Knebel »Um was geht’s hier

eigentlich?«

www.konzertbuero-emmert.com

01.03. | Dienstag | 9–15 Uhr

Zeitarbeitsbörse

Agentur für Arbeit Gießen

2/2011 streifzug 27


VERANSTALTUNGEN IM FEBRUAR

DISKO/PARTY

Gießen

Houseparty

Mit A.N.A.L., Toni Gajdecki & Niklas Beyer

➛ 21.00 Kunstkeller

Heavy Metal Breakdown

World-Metal. Mit DJ Lecur

➛ 22.00 Scarabée

KONZERTE

Gießen

Fire

➛ 21.00 Irish Pub

Fühler & Friends

Kulturfreitag. Akustikkonzert mit Schall

➛ 21.00 MuK

Buseck

No Label live event contest

➛ 19.00 Kulturzentrum »Am Schlosspark«

Pohlheim

Orgel +

Konzertreihe mit Alexander Lang, Dekanatskantor

in Kirchberg

➛ 19.00 Ev. Christuskirche, W.-Steinberg

5 SAMSTAG

BÜHNE

Gießen

The Picture of Dorian Gray

Englischsprachiges Drama von Oscar Wilde

➛ 19.30 Margarete-Bieber-Saal

Amadeus

Schauspiel von Peter Shaffer

➛ 19.30 Stadttheater

Trouble in Tahiti

Oper von Leonard Bernstein

➛ 20.00 TiL

DISKO/PARTY

Gießen

Karaoke

Mit Andy Pfälzer

➛ 21.00 Irish Pub

Houseparty

Mit Matthias Vogt, Wojtek Kutschke & live vocal

by Lukas Love

➛ 21.00 Kunstkeller

Alternative Dance Party mit Create, Use, Shatter

➛ 22.00 MuK

Rock of Ages

Mit DJ Cel’ardor

➛ 22.00 Scarabée

FLOHMÄRKTE

Gießen

Trödelmarkt

➛ 7.00 Rodheimer Straße

FÜHRUNGEN

Gießen

Führung durch das Mathematikum

Führung durch die Ausstellung und Erklärung der

mathematischen Hintergründe der Exponate

➛ 11.00 Mathematikum

KONZERTE

Gießen

Bands in Concert

Konzert mit »no nahme«, »Ungefair«, »everytime

messed up« u.a. Eintritt 2 Euro

➛ 19.30 Ev. Michaelsgemeinde

Semesterabschlusskonzert

des Orchesters der Justus-Liebig-Universität

Mit Werken von Sibelius, Strauss und Wagner.

Eintritt 13,20 Euro (erm. 6,60 Euro).

Infos: www.uni-giessen.de/uniorchester

➛ 20.00 Kongresshalle

LESUNGEN/VORTRÄGE

Gießen

Welche Therapie hilft bei

entzündlich-rheumatischen Erkrankungen?

Informationsveranstaltung für Betroffene und

Angehörige mit Arztvortrag

➛ 9.00 Balserische Stift, 3. Stock

Riechen – Kann man Gerüche messen?

Physik im Blick. Vortrag mit Experimenten und

Diskussion für Schülerinnen und Schüler der

Klassen 10 bis 13 und Interessierte. Mit Dr. Tilman

Sauerwald

➛ 10.00 Physikalisches Institut

MESSE

Gießen

World of Bike motoTrade

Fachmesse für den Zweiradhandel.

➛ 10.00 Hessenhalle

Internationale Promikon-Messe

Christliche Musikmesse mit Konzerten, Workshops

und Seminaren. Infos: www.promikonmesse-2011

➛ 12.00 Audimax

5. Februar

Gießen

LTi Gießen 46ers – EWE Baskets

Oldenburg

Der Saisonstart ließ die Fans des heimischen

Basketball-Bundesligisten träumen

– mittlerweile sind sie wieder in der

Realität gelandet. Und die heißt: Abstiegskampf

statt Playoffs. Mit Neu-Trainer

Steven Key und Rückkehrer Maurice Jeffers soll es nun aufwärts gehen. Beide geben am

5. Februar in der Sporthalle Ost gegen die EWE Baskets Oldenburg ihr Heimdebüt.

➛ 20.00 Sporthalle Ost

Sport

SPORT

Gießen

LTi Gießen 46ers – EWE Baskets Oldenburg

Basketball-Bundesligaspiel

➛ 20.00 Sporthalle Ost

SONSTIGES

Gießen

Zack! Bumm! Peng!

Comics selbst gemacht. Für Kinder von 8 bis

12 Jahren

➛ 11.00 Oberhessisches Museum

6 SONNTAG

AUSSTELLUNGEN

Mücke

ERZ3 – Die Wäsch – Erzwäsche warum?

Historische Fotografien & Dokumente, Apparate

& Techniken der Aufbereitung, Zeitgenössische

Pressetexte (bis 27. 2.). Jeweils sonntags

Infos: www.kunstturmmuecke.de

➛ 14.00 Kunstturm

BÜHNE

Gießen

Ein Sommernachtstraum

Tanzstück von David Williams und Tarek Assam.

Einführungsmatinee mit Leitungsteam und

Ensemblemitgliedern

➛ 11.00 Stadttheater

Die lustige Witwe

Operette von Victor Léon und Leo Stein

➛ 19.30 Stadttheater

Das kunstseidene Mädchen

➛ 20.00 TiL

DISKO/PARTY

Gießen

Tanzparty

➛ 20.00 Astaire’s

FLOHMÄRKTE

Gießen

Antik & Trödelmarkt

➛ 8.00 Hessenhalle

Pohlheim

Kinderflohmarkt

➛ 14.00 Volkshalle Watzenborn-Steinberg

FÜHRUNGEN

Gießen

Heimische Gehölze an ihren Knospen

erkennen

Führung mit Dr. Martin de Jong. Teilnahme:

2Euro (erm. 1 Euro)

➛ 11.15 Botanischer Garten

KONZERTE

Gießen

Orgelkonzert »Glückwunsch!«

Gratulationskantaten von Johann Sebastian Bach

➛ 16.00 Johanneskirche

LESUNGEN/VORTRÄGE

Allendorf

Die Insel Texel

Filmvortrag von Robert Buining

➛ 15.00 Vereinsheim am Erlen

MESSE

Gießen

World of Bike motoTrade

➛ 10.00 Hessenhalle

28 streifzug 2/2011


VERANSTALTUNGEN IM FEBRUAR

Alten-Buseck

Modellbaubörse

➛ 10.00 Sammler- und Hobbywelt

SONSTIGES

Gießen

5. Gießener Abenteuer-Tag

Diashows: »Island« mit Peter Gebhard, »Afghanistan«

mit Monika Koch und Heiner Tettenborn,

»Südafrika« mit Dirk Bleyer

➛ 14.00 Kongresshalle

7 MONTAG

AUSSTELLUNGEN

Gießen

Internationales Senioren Professionals Institut

Skulpturen, Grafik & Gemälde von Mitgliedern.

Vernissage mit Musik. Ausstellung bis 8. 3.

➛ 16.30 Volksbank Mittelhessen, Goethestraße

DISKO/PARTY

Gießen

Pub Quiz

➛ 21.00 Irish Pub

KONZERTE

Gießen

5. Winterkonzert:

Duo Brillaner und Quatuor Terpsycordes

Mit Werken von Prokofiev, Achron und Brahms

➛ 20.00 Konzertsaal im Rathaus

LESUNGEN/VORTRÄGE

Gießen

Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung,

gesetzliche Betreuung

➛ 17.00 DGB-Haus

8 DIENSTAG

Gießen

Das Pack

➛ 20.00 Jokus

KONZERTE

SONSTIGES

Alsfeld

Im Zeichen des Panda –

Der Chinesische Nationalcircus

Infos: www.Paulis.de

➛ 20.00 Stadthalle

6. Februar

Gießen

5. Gießener Abenteuer-Tag

Zum Auftakt begibt sich »Geo«-Fotograf

Peter Gebhard nach Island. Gletscher

und Geysire, Wüsten und Vulkane – auf

Island ist die ganze Kraft der Erde sichtbar.

Daraufhin zeigen Monika Koch und

Heiner Tettenborn um 17 Uhr »Afghanistan von innen«. Um 20 Uhr reist Dirk Bleyer mit

dem Publikum nach Südafrika – Bilder grandioser tierreicher Landschaften und interessanter

Menschen. Ab 9.30 Uhr wird zudem ein Foto-Workshop über Outdoor-Fotografie

angeboten.

➛ 14.00 Kongresshalle

9 MITTWOCH

Gießen

Mac Fraymann

➛ 21.00 Irish Pub

Der Untergrund lebt

Mit DJ Lecur

➛ 22.00 Scarabée

Gießen

Chicago Five & One

Jazz zum Wohlfühlen

➛ 19.00 Bootshaus

Garbenteich

DISCO/PARTY

KONZERTE

»Stürmische Zeiten, mein Schatz«

Konstantin-Wecker-Gastspiel mit Barnickel und

dem »Spring String Quartett«. Infos: www.kulturin-mittelhessen.de

➛ 20.00 Sport- und Kulturhalle

Gießen

LESUNGEN/VORTRÄGE

»Double Feature La Jetee« Chris Marker

Der Atomkrieg im Film: Film- und Vortragsreihe

des Graduiertenkollegs »Transnationale Medienereignisse«.

Einführung: Dr. Lars Nowak

➛ 18.15 Alte Universitätsbibliothek, Hörsaal 1

Club der jungen Dichter

»Man kann sich auch wortlos aneinander gewöhnen,

das muss gar nicht lange dauern«

Lesung mit Annette Pehnt. Eintritt: 5Euro

(erm. 3Euro, LZG-Mitglieder frei)

➛ 19.00 KiZ

Hungen

Schultererkrankungen –

Umarmen darf nicht schmerzen

Von Dr. Breithaupt

➛ 19.30 Bürgerhaus, Rodheim

Hala Sultan Tekke

Archäologische Ausgrabungen. In einer internationalen

Hafenstadt der Spätbronzezeit auf

Zypern. Vortrag von Prof. Dr. Karin Nys

➛ 20.15 Margarete-Bieber-Saal

Weickartshain

SONSTIGES

Finger Food und andere Köstlichkeiten

➛ 19.30 Dorfgemeinschaftshaus

Sonstiges

61231 Bad Nauheim, Ludwigstraße 21

Telefon 06032-925 25 30

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Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

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Erscheinungstermin: 24. Februar 2011

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Immer mittwochs und samstags

herrscht in Gießen auf dem Brandplatz,

dem Lindenplatz und in der Marktlaubenstraße

von 7 bis 14 Uhr beim

größten traditionellen Wochenmarkt

der Region mit frischen Produkten ein

buntes Treiben.

2/2011 streifzug 29


VERANSTALTUNGEN IM FEBRUAR

10 DONNERSTAG

BÜHNE

Gießen

Der Schnitter

Atmosphärisches Live-Hörspiel mit zwei Schauspielern

und zwei Musikern von Claudia Weber

und Milan Pesl: Ein mysteriöser Kriminalfall in

Berlin soll gelöst werden

➛ 20.00 TiL

DISCO/PARTY

Gießen

Land unter

Mit DJ Jimmy

➛ 22.00 Scarabée

FILM

Gießen

Ein russischer Sommer

Filmdrama über Leo Tolstoi. Infos: www.flimmerkiste-giessen.de

➛ 20.00 Zeughaus

KONZERTE

Gießen

Dota & der Stadtpirat –

Die Kleingeldprinzessin Tour

Bossa Nova und Taschen Swing, Reggae und

Surfrock

➛ 20.00 Jokus

Mac Fraymann

➛ 21.00 Irish Pub

Lich

Hattler & Neander

➛ 20.00 Traumstern

LESUNGEN/VORTRÄGE

Gießen

Sicherheit für zu Hause und unterwegs

Die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle informiert

– Vortrag mit Lichtbild- und Filmmaterial

von Dietmar Kromm

➛ 15.30 Netanya-Saal

Staufenberg

Das Salz auf dem Ei

Ernährungsvortrag

➛ 19.45 Stadthalle

11 FREITAG

Gießen

BÜHNE

Der Gott des Gemetzels

Komödie von Yasmina Reza

➛ 20.00 TiL

Gießen

Mutti und seine Gäste

➛ 22.00 MuK

DISKO/PARTY

Panic on the Dancefloor

➛ 22.00 MuK (blauer Saal)

Ärzte vs Hosen-Party

➛ 22.00 Scarabée

Gießen

KONZERTE

»Sven Panne & Rüdiger Bierhorst«

(Mühlleitners Liedermacher)

➛ 20.00 Café Amelie

Livemusik

➛ 21.00 Irish Pub

Lo Schiavo (Der Sklave)

Antônio Carlos Gomes. Oper in italienischer

Sprache mit deutschen Übertiteln

➛ 19.30 Stadttheater

12 SAMSTAG

Gießen

BÜHNE

Ruf 113 Kalaschnikow

Kabarett-Soloprogramm mit Bernd Barbe

(Liedermacher, Musik, Kabarett). Eintritt 5 Euro

➛ 19.00 ZiBB

Ein Sommernachtstraum (Premiere)

Tanzstück

➛ 19.30 Stadttheater

Alice im Wunderland

Eine Produktion des Jugendclub-Tanz des Stadttheaters

➛ 20.00 TiL

DISKO/PARTY

Gießen

Houseparty

Mit Nils Wittig B-Day Bash, Franksen You FM,

Marce Farnung

➛ 21.00 Kunstkeller

Straight to your Ears

➛ 22.00 Scarabée

FLOHMÄRKTE

Gießen

Trödelmarkt

➛ 7.00 Rodheimer Straße

KONZERTE

Gießen

The Prime Time

➛ 21.00 Irish Pub

Queckborn

Die Liebe – Sag es mit Musik

Ein Abend mit Gesang und Musik

➛ 19.30 Dorfzentrum

LESUNGEN/VORTRÄGE

Gießen

Hören – Was macht die Physik im Ohr?

Vortrag mit Experimenten und Diskussion.

Mit Prof. Dr. Jürgen Kießling

➛ 10.00 Physikalisches Institut Wilhelm-Hanle-

Hörsaal

SONSTIGES

Gießen

Was verbirgt sich hinter der

traurigen Lustigkeit?

Wir entdecken Harlekine in der Kunst. Für Kinder

von 6 bis 9 Jahren

➛ 11.00 Oberhessisches Museum

13 SONNTAG

BÜHNE

Gießen

Die lustige Witwe

Operette von Victor Léon und Leo Stein. In

einer Inszenierung von Henry Arnold

➛ 15.00 Stadttheater

30 streifzug 2/2011


VERANSTALTUNGEN IM FEBRUAR

Die Wanze

Insektenkrimi von Paul Shipton

➛ 20.00 TiL

Frl. Wommy Wonder

Kabarett auf Travestie-Basis mit dem Stuttgarter

Kultfräulein

➛ 20.00 Admiral Music Lounge

Alten-Buseck

FLOHMÄRKTE

Antik- und Sammlermarkt

➛ 9.00 Sammler- und Hobbywelt

Gießen

FÜHRUNGEN

Führung durch das Mathematikum

Führung durch die Ausstellung und Erklärung der

mathematischen Hintergründe der Exponate

➛ 11.00 Mathematikum

Buseck

Moderne Forstmaschinen – Waldverwüstung

oder schonende Holzernte?

Mit Paul Esch

➛ 14.00 Treffpunkt: Busecker Schloss

Wißmar

KONZERTE

Klassische und romantische Streichquartette

Konzert mit Werken von Wolfgang Amadeus

Mozart und Felix Mendelssohn Bartholdy

➛ 17.00 Ev. Kirche Wettenberg-Wißmar

Kleinlinden

Jubiläumskonzert

Gesangverein »Harmonie«

➛ 16.00 Bürgerhaus

Lich

Sonatenabend

Mit Viola Katrin Anja Krauße, Christof Becker.

Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, Franz

Schubert u.a.

➛ 17.00 Marienstiftskirche

Gießen

SONSTIGES

Modellbahn-Auto-Tauschbörse

Ca. 5000 Modelle aus aller Welt zum Kauf oder

Tausch

➛ 10.00 Kongresshalle

14 MONTAG

Gießen

Karaoke

Mit Andy Pfälzer

➛ 21.00 Irish Pub

Gießen

DISKO/PARTY

FILM

Belle de Jour – Schöne des Tages

Film – F 1967, Regie: Luis Bunuel, mit Catherine

Deneuve, Michel Piccoli u.a. Moderiert von Dr.

rer. soc. Marianne Jarka in der Reihe »Psychoanalyse

und Film«

➛ 20.00 Kino Heli

SONSTIGES

Laubach

Märchenseminar (für Erwachsene)

Mit Renate Fellner

➛ 16.30 Café Göbel-Eggebrecht

15 DIENSTAG

Gießen

BÜHNE

Die Geschichte von Babar,

dem kleinen Elefanten

Konzert für alle ab 5 Jahren

➛ 10.00 Stadttheater (auch um 11.30)

Gießen

LESUNGEN/VORTRÄGE

Beutelspachers Sofa: Prof. Silke Ruwisch

Talk auf dem roten Sofa mit der Mathematikund

Didaktik-Professorin aus Lüneburg. Dauer:

ca. 1 Std. Eintritt 4 Euro (Schüler und Studenten

frei)

➛ 19.30 Mathematikum

Wetzlar

SPORT

HSG Wetzlar – VfL Gummersbach

➛ 19.30 Rittal-Arena

16 MITTWOCH

Gießen

BÜHNE

Die Geschichte von Babar,

dem kleinen Elefanten

Konzert für alle ab 5 Jahren

➛ 10.00 Stadttheater (auch um 11.30)

Ohne Netz (UA)

Schauspiel von Anne Rabe. Öffentliche Probe

und Einführung

➛ 20.00 TiL

Gießen

La Danse Macabre

Mit DJ Domino

➛ 22.00 Scarabée

Gießen

Seán óg

➛ 21.00 Irish Pub

Gießen

DISKO/PARTY

KONZERTE

LESUNGEN/VORTRÄGE

In Geschichten verstrickt – Hirnforschung und

Philosophie der Geschichten

Vorlesungsreihe »Und der Wille ist doch frei«

von Prof. Jan Schapp

➛ 19.00 Antiquariat Dichtung und Kunst

(neben Ulenspiegel)

Aus den Augen, aus dem Sinn?

Vortrag von Dr. Carsten Lind über Gießen und

seine militärische Vergangenheit nach dem

Abzug der letzten Soldaten

➛ 20.00 Netanya-Saal

Kinder psychisch kranker Eltern – Wie kann

den Kindern, wie der Familie geholfen werden?

Öffentliche Vorträge zum Semesterthema »Belastete

Familien – Resignation oder Entwicklung«

➛ 20.15 Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie,

Ludwigstraße 73

Grünberg

Vergessene und neue Gemüsearten

im Nutzgarten

Von Dipl.-Ing. Joachim Schnabel

➛ 20.00 Gallushalle

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Die Auswahl obliegt der Redaktion. Für die

Richtigkeit der Angaben übernehmen wir

keine Gewähr.

2/2011 streifzug 31


VERANSTALTUNGEN IM FEBRUAR

Londorf

Wirbelsäulen- und Rückenerkrankungen

Von André Violka von der Esculap-Klinik Gießen

➛ 19.30 Bürgersaal am Bahnhof

MÄRKTE

Gießen

17. Puppen- und Bärenmarkt

➛ 11.00 Kongresshalle

SONSTIGES

Gießen

Haus der kleinen Forscher

Aufbau- bzw. Basis-Workshop

➛ 9.00 Mathematikum

Indischer Kochkurs des Weltladens

➛ 18.30 Ev. Familienbildungsstätte

17 DONNERSTAG

BÜHNE

Gießen

Graf Öderland

Ein Moritat von Max Frisch

➛ 19.30 Stadttheater

DISKO/PARTY

Gießen

Land unter

Mit DJ Jimmy

➛ 22.00 Scarabée

FILM

Gießen

Die Eleganz der Madame Michel

Komödie/Drama

➛ 20.00 Zeughaus

KONZERTE

Gießen

Mittagskonzert

Klassikkonzert mit Musikern des Philharmonischen

Orchesters des Stadttheaters. Eintritt: frei

➛ 13.00 Konzertsaal im Rathaus

Miller & Heath

➛ 21.00 Irish Pub

Calamity Jane

CD-Release der Rockband

➛ 21.00 Ulenspiegel

LESUNGEN/VORTRÄGE

Gießen

St. Petersburg – gestern und heute

Lichtbildervortrag von Hans-Reinhard Schäfer

➛ 15.30 Netanya-Saal

Gold in der Kunstgeschichte

V. Buhmann (Kunsthistorikerin) stellt Werke –

von mittelalterlichen Goldgründen bis zu

modernen monochromen Bildkompositionen

Yves Kleins – aus mehreren Jahrhunderten vor

➛ 19.15 Generationen Zentrum

Gießen

MESSE

BAUExpo

Hessens größte Baumesse. Eintritt 8 Euro

(erm. 6 Euro, Kinder bis 10 Jahre frei).

Infos: www.bauexpo.messe-giessen.de

➛ 10.00 Hessenhalle

18 FREITAG

Gießen

BÜHNE

Mann – O – Money

Musikalischer Krimi mit den Schmachtigallen

um schwarze Zahlen, schwarze Kassen und

schwarze Schafe

➛ 19.30 Stadttheater

Die 39 Stufen

Kriminalkomödie von John Buchan/Alfred

Hitchcock

➛ 20.00 TiL

Gießen

KONZERTE

Defeater

Support: Carpathian, Patsy O’Hara, Business As

Usual

➛ 21.00 MuK

Joshua

➛ 21.00 Irish Pub

Gießen

LESUNGEN/VORTRÄGE

Warum und wie nutzen Kinder und Jugendliche

die neuen Medien?

Informationsabend für Eltern

➛ 18.00 Jokus

Gießen

14. Februar

MESSE

BAUExpo

Hessens größte Baumesse. Eintritt 8 Euro

(erm. 6 Euro, Kinder bis 10 Jahre frei).

Infos: www.bauexpo.messe-giessen.de

➛ 10.00 Hessenhalle

Gießen und Umgebung

Valentinstag

Die Freundin hat morgens so komisch geschaut –

und wortlos das Haus verlassen? Oje, da hat wohl

wieder jemand den Valentinstag vergessen – den

Tag der Verliebten. Auch wenn so manch einer es

glauben mag, schlaue Blumenverkäufer haben ihn

nicht erfunden. Eine der Legenden erzählt von

Bischof Valentin von Terni. Er soll Liebespaare vor

mehr als 1500 Jahren heimlich getraut und ihnen

Blumen geschenkt haben – obwohl der römische

Kaiser das damals verboten hatte. Am 14. Februar

im Jahr 269 wurde er deshalb getötet, so heißt es. Später wurde Valentin dann zum

Schutzheiligen der Verliebten. Also, gegen Blumen ist nichts mehr einzuwenden – und

die Freundin wird so bestimmt auch besänftigt.

Sonstiges

19 SAMSTAG

Gießen

BÜHNE

Die lustige Witwe

Operette von Victor Léon und Leo Stein

➛ 19.30 Stadttheater

The Kraut

Ein Marlene-Dietrich-Abend von Dirk Heidicke

➛ 20.00 TiL

Crazy Broadway

Ein Abend voller Tanz und Magie

Infos: www.astaires.de

➛ 20.00 Astaire’s

Reiskirchen

Hagen Rether: Liebe

Kabarett am Klavier. Eintritt 20 Euro

➛ 20.00 Bürgerhaus

Gießen

Houseparty

Mit Mike Väth, D-Part

➛ 22.00 Kunstkeller

Studio Party

➛ 22.00 MuK

DISKO/PARTY

Rock of Ages mit DJ Cel’ardor

➛ 22.00 Scarabée

Gießen

FLOHMÄRKTE

Trödelmarkt

➛ 7.00 Rodheimer Straße

Gießen

Blue Tales

➛ 21.00 Irish Pub

Grünberg

KONZERTE

Duo Parthenon – Klassisches Konzert

➛ 20.00 Barfüßerkloster

Gießen

LESUNGEN/VORTRÄGE

Brunch mit Thema »Rosenstraße«

Brunch ab 10.30 Uhr ab 4 Euro; ab 12.00 Uhr

Informationen zum Thema »Häusliche Gewalt«

von Frau Kirschmann (Ev. Dekanat).

Nur für Frauen

➛ 10.30 FrauenKulturZentrum

Eine Reise in die Unendlichkeit

Kindervorlesung mit Prof. Beutelspacher

➛ 11.00 Mathematikum

Gießen

MESSE

BAUExpo

Hessens größte Baumesse.

Infos: www.bauexpo.messe-giessen.de

➛ 10.00 Hessenhalle

Gießen

SPORT

LTi Gießen 46ers – Gloria Giants Düsseldorf

Basketball-Bundesligaspiel

➛ 20.00 Sporthalle Ost

Langgöns

16. EVG-Volkswandertage

Es werden zwei Strecken angeboten von 5 und

13 Kilometern. Startgeld: 1 Euro

➛ 11.00 Start am Bürgerhaus Niederkleen

32 streifzug 2/2011


VERANSTALTUNGEN IM FEBRUAR

SONSTIGES

Gießen

Rasier dich mal Mona Lisa!

Dadaismus mit Duchamp und Co.

Für Kinder von 6 bis 9 Jahren

➛ 11.00 Oberhessisches Museum

20 SONNTAG

BÜHNE

Gießen

Die Geschichte von Babar,

dem kleinen Elefanten

Konzert für alle ab 5 Jahren

➛ 11.00 Stadttheater

Amadeus

Schauspiel von Peter Shaffer

➛ 19.30 Stadttheater

Dickhäuter – Ein Elefantentreffen

Tanzstück von Mirko Hecktor und Tarek Assam

➛ 20.00 TiL

FLOHMÄRKTE

Pohlheim

Rund ums Kind

➛ 11.00 Volkshalle Watzenborn-Steinberg

KONZERTE

Gießen

Konzert des russischen

Vokalensembles »Harmonie«

Mit den sechs Sängern vom Konservatorium

St. Petersburg. Leitung Alexander Andrianov.

Mit alten und modernen Liedern russischer

Komponisten. Eintritt 8 Euro (erm. 5 Euro)

➛ 18.00 St.-Bonifatius-Kirche

LESUNGEN/VORTRÄGE

Gießen

Internationales Erzählcafé

Gast: Thorsten Schäfer-Gümbel – Der hessische

SPD-Vorsitzende erzählt aus seinem Leben

➛ 11.00 ZiBB

Heuchelheim

Einzigartiges St. Petersburg

Von Erich Hohn

➛ 17.00 Ev. Gemeindehaus

MESSE

Gießen

BAUExpo

Hessens größte Baumesse.

Infos: www.bauexpo.messe-giessen.de

➛ 10.00 Hessenhalle

SPORT

Langgöns

16. EVG-Volkswandertage

Es werden zwei Strecken angeboten von 5 und

13 Kilometern. Startgeld: 1 Euro

➛ 8.00 Start am Bürgerhaus Niederkleen

21 MONTAG

BÜHNE

Gießen

Dr. Eckart von Hirschhausen: »Liebesbeweise«

»Medizinische« Comedy

➛ 20.00 Kongresshalle

DISKO/PARTY

Gießen

Pub Quiz

➛ 21.00 Irish Pub

SONSTIGES

Gießen

Offener Spieleabend

➛ 16.00 Stadtbibliothek

22 DIENSTAG

KONZERTE

Gießen

6. Sinfoniekonzert

Werke von Claude Debussy, Jean Francaix und

Hecktor Berlioz

➛ 20.00 Stadttheater

LESUNGEN/VORTRÄGE

Gießen

Trauer – Traurigkeit – Trost

Hospiz-Gespräche

➛ 19.30 Kongresshalle

23 MITTWOCH

BÜHNE

Gießen

Alfons: Mein Deutschland

Comedy. Eintritt 23 Euro

➛ 20.00 Kongresshalle

DISKO/PARTY

Gießen

Der Untergrund lebt

Mit DJ Lecur

➛ 22.00 Scarabée

Gießen

Mark Benett

➛ 21.00 Irish Pub

KONZERTE

SONSTIGES

Gießen

Poetry Slam

➛ 20.00 Jokus

24 DONNERSTAG

BÜHNE

Gießen

Erich Kästner – Die Welt ist rund

Musikkabarett mit Hans Georgi

➛ 19.30 Literarisches Zentrum, Lonystraße 2

Ben Redelings: Halbzeitpause. Der fröhliche

Fußballabend

Schmankerl-Sammlung der humorigsten,

skurrilsten und amüsantesten Geschichten, die

der Fußball je zu bieten hatte. Eintritt 4 Euro

➛ 20.00 Jokus

Springmaus: Neustart – Nur mit Euch

Improvisationstheater

➛ 20.15 Karstadt Kultur-Café

DISKO/PARTY

Gießen

Land unter

Mit DJ Jimmy

➛ 22.00 Scarabée

KONZERTE

Gießen

Orchesterkonzert der Liebigschule

Eintritt 5 Euro (erm. 2,50 Euro)

➛ 19.30 Kongresshalle

Tobias Wessel

➛ 21.00 Irish Pub

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Sofortinfo ☎ 0641/9718192

LESUNGEN/VORTRÄGE

Gießen

Einer Kinderbuchautorin

über die Schulter geschaut

Ein Werkstattbericht von Antje Damm

➛ 15.30 Netanya-Saal

Kunst ist mehr als das Bild an der Wand

Vortrag von Dr. Susanne Ließegang.

Eintritt 5Euro. Nur für Frauen

➛ 19.00 FrauenKulturZentrum

Staufenberg

Gärten in Nordwestfrankreich –

Blick über den Zaun

Von Jutta Seifert

➛ 19.45 Stadthalle

SONSTIGES

Gießen

Haus der kleinen Forscher

➛ 9.00 Mathematikum

Die japanische

Trommelsensation


07.02.11 MarburG Stadthalle

09.02.11 Wetzlar Stadthalle

ALFONS

„Mein Deutschland!“

23.02.2011

GI-Kongresshalle

Gerd Knebel

...um was geht‘s hier eigentlich?

25.02.11 GI-Kongresshalle

Neues Programm:

„Ohne Scheiß: Schoko-Eis!“

13.05.2011 GIeSSen Kongresshalle

Tickets: Gießener Allgemeine u. bek.

Vorverkaufsstellen •www.kbemmert.de

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2/2011 streifzug 33


VERANSTALTUNGEN IM FEBRUAR

25 FREITAG

BÜHNE

Gießen

Lo Schiavo (Der Sklave)

Oper von Antônio Carlos Gomes in italienischer

Sprache mit deutschen Übertiteln

➛ 19.30 Stadttheater

Gerd Knebel: »Um was geht’s hier eigentlich?«

Comedy. Eintritt 19,70 Euro.

Infos: www.konzertbuero-emmert.de

➛ 20.00 Kongresshalle

DISKO/PARTY

Gießen

RandGruppenBeschallung +

LoBoToM Tapes-Release-Party

Eintritt 3 Euro

➛ 22.00 MuK

Houseparty

Mit Ziel 100, Crazy Erg, La Rez, Frank Kusserow,

Timo Baldoa

➛ 22.00 Kunstkeller

A Tribute to Quentin Tarantino

Mit DJ Jimmy

➛ 22.00 Scarabée

FÜHRUNGEN

Gießen

Führung durch das Mathematikum

➛ 16.00 Mathematikum

KONZERTE

Gießen

Bonnie Dracula & Josh and Steve

➛ 21.00 Irish Pub

LESUNGEN/VORTRÄGE

27. Februar

Gießen

Die Durstigen

Der Gerichtsanthropologe Boon ist mit einem mysteriösen

Kriminalfall beschäftigt: Er soll zwei Leichen

identifizieren, die in einem Fluss gefunden wurden. In

dem einen Toten erkennt er seinen Schulfreund Murdoch wieder, der vor 15 Jahren einfach

verschwand. Nur wer ist das junge Mädchen, das all die Jahre fest umschlungen

mit ihm in der Tiefe lag?

➛ 20.00 TiL

Gießen

Rund ums Brennholz

Vortrag von Rita Kotschenreuther

➛ 19.00 Liebigschule

26 SAMSTAG

BÜHNE

Gießen

Ein Sommernachtstraum

Tanzstück von David Williams und Tarek Assam

➛ 19.30 Stadttheater

Ohne Netz (UA)

Schauspiel (Premiere)

➛ 20.00 TiL

Gießen

Houseparty

Mit Ibiza Brothers

➛ 21.00 Kunstkeller

DISKO/PARTY

90er Eurodance Party Vol. 13 + 90er Rock Floor

➛ 22.00 MuK

Straight to your Ears

➛ 22.00 Scarabée

Gießen

FLOHMÄRKTE

Trödelmarkt

➛ 7.00 Rodheimer Straße 116

Gießen

KONZERTE

Winterfire Festival

Mit Noctalis, Dawn of Disease, Imperium Dekadenz,

Skyforger, Varg, Alestorm, Napalm Death,

Die Apokalyptischen Reiter. Eintritt 27,50 Euro

➛ 13.30 Hessenhalle

Frozen Kilt

➛ 21.00 Irish Pub

Gießen

LESUNGEN/VORTRÄGE

Träumst du noch oder flirtest du schon?

Von 14 bis 17 Jahren. Teilnahme 8 Euro. Anmeldungen

unter www.jbw-giessen.de

➛ 10.00 Jokus

Autorenlesung mit Waltraud Grampp

Aus der Romantrilogie »Leben in Waaseby«,

»Rund um Waaseby« und »Neues aus Waaseby«

➛ 17.00 Generationen-Zentrum

Gießen

SONSTIGES

Menschen, die in den Himmel wachsen

Alberto Giacomettis stehende Figuren.

Für Kinder von 8 bis 12 Jahren

➛ 11.00 Oberhessisches Museum

27 SONNTAG

Gießen

BÜHNE

Bühne

Hänsel und Gretel

Kindertheater. Infos: www.maerchenpalast.info

➛ 10.30 Bürgerhaus Wieseck (auch um 15.00)

Endstation Sehnsucht

Schauspiel von Tennessee Williams.

Einführungsmatinee

➛ 11.00 Stadttheater

Graf Öderland

Ein Moritat von Max Frisch

➛ 19.30 Stadttheater

Die Durstigen

Schauspiel für Jugendliche und Erwachsene

➛ 20.00 TiL

FLOHMÄRKTE

Alten-Buseck

Kinderflohmarkt

➛ 10.00 Sammler- und Hobbywelt

KONZERTE

Lich

Oliver Steller spricht

und singt Gedichte für Kinder

➛ 15.00 Kino Traumstern

LESUNGEN/VORTRÄGE

Gießen

Träumst du noch oder flirtest du schon?

Anmeldungen unter www.jbw-giessen.de

➛ 10.00 Jokus

SONSTIGES

Gießen

Vogelbörse

➛ 6.00 Hessenhalle

28 MONTAG

DISKO/PARTY

Gießen

Karaoke

Mit Andy Pfälzer

➛ 21.00 Irish Pub

KONZERTE

Gießen

Puhdys Akustik-Tour

Konzert mit der legendären Ost-Band

➛ 20.00 Kongresshalle

LESUNGEN/VORTRÄGE

Gießen

Büchersalon

Diskussion zum Thema »Frauen und Macht in

der Literatur«. Nur für Frauen

➛ 20.00 FrauenKulturZentrum

✗✗✗ IM KALENDER

Dieter Thomas Kuhn

Schiffenberg, Gießen

➛ 17. Juni, 20.00 Uhr

Reinhard Mey

Rittal Arena, Wetzlar

➛ 1. Oktober, 20.00 Uhr

David Garrett

Alte Oper, Frankfurt

➛ 8. Mai, 18.00 Uhr

Herbert Grönemeyer

Commerzbank-Arena,

Frankfurt

➛ 11. Juni, 19.00 Uhr

34 streifzug 2/2011


Foto: Frankfurt-Tourismus

Spektakuläre Fälschung

»Wenn schon Fälschung, dann gern diese«, schrieb die »Hannoversche Allgemeine Zeitung«

nach einem Auftritt der Pink-Floyd-Tribute-Band »The Australian Pink Floyd Show«, die neben

den altbekannten Ohrwürmern der Gruppe mit einer opulenten Licht- und Lasershow beeindruckte.

Nun warten die Australier mit noch mehr Technik auf – und verwenden als erste

Band überhaupt 3D-Effekte auf der Bühne. Die Tournee startet am 15. Februar in Frankfurt.

Es ist ganz einfach: »Pink Floyds Greatest

Hits« lautet das Motto der anstehenden

Tournee durch Deutschland und Österreich,

die in der Jahrhunderthalle in Frankfurt

beginnt. Damit ist eigentlich auch

schon fast alles gesagt: Die größten Hits

der populären britischen Rockband, live

gespielt von der weltweit erfolgreichsten

Pink-Floyd-Tribute-Band. Ton für Ton, Note

für Note, Pink Floyd in Reinform.

Doch die Band aus »Down Under« kann

noch viel mehr: Denn für die kommende

Tour trägt sie nicht nur eine neue Setlist

und die bekannte Licht- und Lasershow im

Gepäck, sondern greift noch einmal ganz

tief in die Techniktrickkiste: Quadrophonie

und 3D-Effekte in Kinoqualität sind die

Zauberworte. Kein Wunder also, dass die

»Greatest-Hits-Tour« mit über zwei Stunden

der größten Pink-Floyd-Klassiker nach Aussagen

der Band nicht nur der bislang teuerste,

sondern auch »the most spectacular

Floyd tribute of all time« wird.

Bei so viel modernster Technik könnte man

fast befürchten, dass die Musik in den

Hintergrund gerät. Aber keine Angst: »The

Australian Pink Floyd Show« wäre nicht die

einzige Pink-Floyd-Tribute-Band, die den

offiziellen Segen ihrer Vorbilder hat, deren

Namen im eigenen zu verwenden, wenn

sie musikalisch nicht mindestens ebenso

gut wäre wie ihre Show – wie auch David

Gilmour befand, nachdem er die Australier

live in der Londoner Royal Albert Hall erlebt

hatte. Sogar am 50. Geburstag des

Gitarristen, Sängers und Songwriters von

Pink Floyd durfte die Band als Liveact auftreten.

Gewaltige Effekte vor Millionenpublikum: »The Australian Pink Floyd Show«.

Das Erfolgsrezept der Australier: So nah am

Original wie nur möglich, aber dennoch

mit einer persönlichen Note. Mit der Erfahrung

aus über 20 Jahren, in denen sich die

Band zu einer der international bekanntesten

und erfolgreichsten Rockshows entwickelte,

gelingt den Australiern die livehaftige

Auferstehung der großartigsten Rockmusik,

die jemals geschrieben wurde.

Dass sie ihr Handwerk perfekt beherrschen,

haben sie auf ihren weltweiten

Tourneen bereits einem Millionenpublikum

Foto: Veranstalter

bewiesen. So waren auch die Hallen im

vergangenen Jahr komplett ausverkauft.

Und auch die neue Show mit dem brandneuen

quadrophonischen Soundsystem

und dreidimensionalen Videoanimationen

soll wieder zu einem musikalischen und

visuellen Gesamtwerk und einem einzigartigen

Live-Erlebnis führen – quer durch die

musikalische Welt der Herren Gilmour,

Waters, Barrett, Wright und Mason.

Tickets gibt es im Internet (u.a.) unter

www.jahrhunderthalle.de.

2/2011 streifzug 35


AM MAIN

Frankfurts »Tortenstück« –

sieht lecker aus und schmeckt

Seit 20 Jahren präsentiert das Frankfurter Museum für Moderne Kunst (MMK) in der Metropole

am Main Werke der Gegenwart. Jetzt startet eine neue Ausstellung mit Arbeiten des

US-amerikanischen Künstlers Felix Gonzales-Torres, die bis zum 25. April zu sehen ist.

Was macht ein Museum interessant? Das

MMK, das seine Pforten erstmals 1991 öffnete

und damit heuer 20-jähriges Jubiläum

feiert, hat eine Antwort darauf gefunden. Mit

seinen Ausstellungen bewegt sich das von

Dr. Susanne Gaensheimer geleitete Haus

stets am Puls der Zeit.

Aktuelles Beispiel ist die Schau »Specific

Objects without Specific Form«, bei der das

MMK vom 29. Januar bis zum 25. April Werke

des 1957 auf Kuba geborenen und 1996

verstorbenen US-amerikanischen Künstlers

Felix Gonzalez-Torres zeigt. Neben Fotos

und Skulpturen sind auch ungewöhnliche

Installationen des Künstlers zu sehen:

Lichterketten schlängeln sich durch Räume,

Bonbon- und Posterstapel laden den Besucher

zur Selbstbedienung ein und Disharmonie

nimmt in ungleich tickenden

Uhren Gestalt an.

Auf den ersten Blick ist das Minimalismus in

Reinkultur, doch die Installationen, die oftmals

Gegenstände des alltäglichen Lebens

einbeziehen, sind weit mehr. Man könnte

sie als stetig fließenden Prozess begreifen,

der sich auf unterschiedlichen Ebenen realisiert.

Zunächst – und das wird am Beispiel

des durch Besucherhand schrumpfenden

Bonbonstapels offensichtlich – verändern

sich die Werke des Künstlers. Sie widersetzen

sich damit gängigen Vorstellungen von

der Endgültigkeit des geschaffenen Werks.

Konventionen des Kunstbetriebs werden

aufgebrochen, auch dadurch, dass die Arbeiten

in der Ausstellung ab dem 18. März von

Künstler Tino Sehgal täglich neu arrangiert

werden. Die Botschaft ist klar: Kunst ist

nichts Starres, Statisches, sondern lebendig

und dabei durchaus politisch und gesellschaftskritisch.

Gonzalez-Torres bewegt sich

so nicht nur in der Gegenwart. Multiperspektivisch

bindet er den Betrachter als

Akteur in seine Kunst ein.

Und genau das ist auch im auf Gegenwartskunst

spezialisierten MMK Programm. Auf

einen einfachen Nenner gebracht, könnte

man das MMK, das der Frankfurter Volksmund

wegen seiner Architektur gern als

»Tortenstück« bezeichnet, als lebendigen Ort

der Begegnung mit moderner Kunst bezeichnen

– als »Tortenstück« zum Abbeißen

sozusagen.

Das Haus selbst, das sich dem Gast als komplexes

Labyrinth verschachtelter Räume und

Veranstaltungen in Frankfurt

Dienstag, 1. Februar

Katharina Hacker

Die Autorin erinnert in ihrer Novelle

»Die Erdbeeren von Antons Mutter« an das

Vergessen. Tickets 6 Euro

➛ 20.30 Romanfabrik

Dianne Reeves und Raul Midon

Die Grammy-Preisträgerin gilt als vielseitige

Sängerinnen des zeitgenössischen Jazz.

Midon besticht mit virtuosem Gitarrenspiel

und gefühlvoller Stimme. Tickets ab 45 Euro

➛ 20.00 Alte Oper

Donnerstag, 3. Februar

Wise Guys

Mal wahnsinnig komisch, mal ergreifend

melancholisch – Deutschlands erfolgreichste

A-cappella-Band spricht mit eigenen Songs

und meist deutschsprachigen Texten Herz,

Hirn und Lachmuskeln einer riesigen Fangemeinde

an. Tickets 19 bis 36 Euro

➛ 20.00 Alte Oper

Freitag, 4. Februar

Alive and Swingin

Singen, swingen und steppen mit Rea Garvey,

Xavier Naidoo, Sasha und Michael Mittermeier

und Big Band. Tribute an das legendäre

Rat Pack. Tickets ab 63 Euro

➛ 21.00 Alte Oper

Sonntag, 6. Februar

Heinz Strunk in Afrika

Der Erfolgsautor liest aus seinem

neuen Werk. Tickets ab 14 Euro

➛ 20.00 Mousonturm

La Wally: Premiere

Eine emanzipierte Außenseiterin steht im

Mittelpunkt des spannenden Psychodramas

➛ 19.00 Alte Oper

Dienstag, 8. Februar

Alina Bronsky

Die Autorin liest aus »Die schärfsten Gerichte

der tatarischen Küche«. Tickets 6Euro

➛ 20.30 Romanfabrik

Freitag, 11. Februar

Surreale Dinge

Die Ausstellung konzentriert sich mit rund

150 Werken nur auf die dreidimensionalen

Arbeiten der Surrealisten und deren Epoche

von 1925 bis 1945 und zeigt Duchamp, Magritte,

Dalí, Picasso und Miró. Bis 29. Mai

➛ 10.00 Schirn

Samstag, 12. Februar

Element of Crime

Sie haben legendäre Songs veröffentlicht

und albumweise deutsche Rockgeschichte

geschrieben. Tickets 32 Euro

➛ 20.00 Capitol Mannheim

Dienstag, 15. Februar

Primavera Festival

Die Batschkapp läutet den Frühling mit

einem Indoor-Festival der besonderen Sorte

ein. Trippin’ Rock Reggae trifft auf Latin-

World-Punk. Tickets 13 Euro

➛ 21.00 Batschkapp

36 streifzug 2/2011


AM MAIN

zahlreicher Aussichtsbalkone präsentiert,

forciert diese Begegnung. »Viele Besucher

kommen wegen des Bauwerks«, weiß Peter

Gorschlüter, Stellvertretender Direktor des

Museums in der Domstraße, der dem Gebäude

»Ikonencharakter für postmoderne

Architektur« zuschreibt. Das Haus, das jährlich

zwischen 100000 und 150000 Gäste

zählt, ist mit seiner verschachtelten Innenarchitektur

für Gorschlüter eine Art steinernes

Kunstwerk, das die Komplexität des

postmodernen Lebens unserer Tage spiegelt.

Immer wieder wird die Architektur des

Museums, dessen Sammlung 4500 Werke

umfasst, von Künstlern in ihre Arbeit einbezogen.

Doch auch das MMK hat sich im

Verlauf seiner Geschichte den räumlichen

Anforderungen von künstlerischen Arbeiten

angepasst. Prominentes Beispiel dafür ist

Joseph Beuys üppig dimensioniertes Werk

»Blitzschlag mit Lichtschein auf Hirsch«.

»Der Museumsraum wurde eigens für diese

Arbeit eingerichtet. Es gibt viele Werke, die

eine enge Symbiose mit dem Haus eingehen«,

sagt Gorschlüter. Im Fall der Installation

von Beuys, die zum Teil mit massiven

Stahlträgern befestigt ist, bedeutete dies:

Das Dach des Hauses konnte erst aufgesetzt

werden, nachdem das Werk untergebracht

war.

Dieser Gegenwartsbezug ist einer der programmatischen

Eckpfeiler des Hauses. Ein

anderer ist das vielfältige Engagement des

MMK, das mit heimischen Schulen kooperiert

und Besucher nah an die Kunst heranführt.

Ein Beispiel dafür ist die Sonderausstellung

»Not in Fashion«, die Anfang Januar zu

Ende ging. Präsentiert wurden Fotografien,

mit denen sich Künstler gegen die glamouröse

Modefotografie der Zeit wendeten.

Im Rahmen dieser Präsentation, die laut

Gorschlüter von vielen jungen Leuten besucht

wurde, hatten Schüler die Möglichkeit,

mithilfe von Profis ein eigenes Modemagazin

zu entwerfen und zu produzieren. Nach

fünf Tagen Arbeit lag das gut 140 Seiten starke

Heft vor.

Auch Erwachsenen bietet das MMK, das bis

zum 25. April unter dem Titel »The Lucid

Das »Tortenstück« ist und bietet moderne Kunst.

Evidence« Fotografien aus der Sammlung zu

den Themen Körperlichkeit sowie Jugendund

Straßenkultur zeigt, Möglichkeiten, moderner

Kunst zu begegnen. Regelmäßig veranstaltet

das Haus die Reihe »MMK Talks«,

bei der Referenten über museumsrelevante

Themen sprechen. Zudem findet an jedem

zweiten Mittwoch im Monat von 19 bis

24 Uhr das »MMK After Work« statt. Zusätzlich

zu den dabei angebotenen Abendführungen

gibt es im Foyer eine Bar, und

auch für Musik ist gesorgt. Stephan Scholz

Foto: Axel Schneider

The Australian Pink Floyd Show

Die Jungs aus Down Under heben die Musik

und Ästhetik von Pink Floyd auf das nächste

Level und verwenden als erste Band bei

einem Rockkonzert 3D-Effekte. Tickets

42 bis 55 Euro

➛ 20.00 Jahrhunderthalle

Mittwoch, 16. Februar

Jesper Juul: Elterncoaching

Der weltweit renommierte dänische Erziehungsberater

bestärkt Eltern auf unnachahmliche

Art, einen respektvollen und gelassenen

Umgang mit den Kindern zu finden. Juul

stellt sein neues Buch »Elterncoaching« vor.

Tickets 9 bis 11 Euro

➛ 20.00 Alte Oper

Dead Confederate und The Whigs

Zwei amerikanische Bands, die die Zuhörer

mitnehmen in den Grunge, in den Swamp,

in die Tiefen des Schlagzeugbassgitarrensumpfs.

Tickets 14 Euro

➛ 21.00 Nachtleben

Freitag, 18. Februar

Vince Ebert

Der Wissenschaftskabarettist begibt sich auf

die Suche nach Freiheit. Tickets ab 35 Euro

➛ 20.00 Alte Oper

René Marik

Neues Programm. Tickets 31 Euro

➛ 20.00 Jahrhunderthalle

Samstag, 19. Februar

Das Phantom der Oper

Nach zehn umjubelten Spielzeiten kommt

die große Originalproduktion zurück auf die

großen Bühnen. Tickets 40 bis 72 Euro

➛ 20.00 Jahrhunderthalle

Montag, 21. Februar

Nick Howard

Vor fünf Jahren ist er mit seiner Gitarre und

einem Traum nach Amerika gezogen. Sein

Debüt-Album »Something To Talk About«

war ein voller Erfolg. Tickets 11 Euro

➛ 21.00 Nachtleben

Katja Riemann & Arne Jansen:

»Doitschlandabend«

Was ist los in Gärten und Boutiquen? Riemann

liest Sibylle Berg und singt Rammstein.

Jansen spielt Gitarre. Tickets 16 bis 19 Euro

➛ 20.00 Mousonturm

Dienstag, 22. Februar

Kim Wilde

Die Legende ist zurück. Tickets ab 37 Euro

➛ 20.00 Alte Oper

Frank Bungarten

Als Solist spielt er regelmäßig alle großen

Konzerte für Gitarre und Orchester.

Tickets 12 bis 14 Euro

➛ 20.00 Brotfabrik

Sonntag, 27. Februar

Bela B.: Exit Mundi – die besten Weltuntergänge

von Maarten Keulemanns

Unzählige Weltuntergänge wollen uns an

den Kragen. Bela B. klärt auf. Tickets 19 Euro

➛ 20.00 Mousonturm

2/2011 streifzug 37


»Tierzucht ist global«

Visite. Gegen 8.30 Uhr beginnt Prof. Axel Wehrend seinen Rundgang. Mit dabei sind seine

akademischen Mitarbeiter sowie eine Reihe von Studierenden. Die Patienten: Vor allem Hausund

Nutztiere. Der Ort: Frankfurter Straße 106 in Gießen, die Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie

und Andrologie der Groß- und Kleintiere im Fachbereich 10, Veterinärmedizin, der JLU.

Prof. Wehrend hört sich in Ruhe die Berichte

der Studierenden, die Nachtdienst geschoben

haben, an, greift zuweilen ein, stellt Fragen

und korrigiert ungenaue Antworten. Die

Visite verläuft unspektakulär, die Atmosphäre

ist ruhig. Auch die Patienten, Groß- und

Kleintiere, wirken an diesem Morgen entspannt.

Die Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie

und Andrologie der Groß- und Kleintiere,

zu der auch eine tierärztliche Ambulanz gehört,

ist eine Einrichtung, auf die die JLU aus

mehreren Gründen stolz sein kann.

Bereits 1868 wurde ein Lehrstuhl für Tiergynäkologie

und Poliklinik eingerichtet, seit

1929 besteht die ordentliche Professur für

Geburtshilfe, Gynäkologie und Ambulanz.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Klinik zerstört

und in den 1950er Jahren wieder aufgebaut.

Zur Klinik, die Mitte der 90er Jahre erweitert

und zwischen 1999 und 2003 noch

einmal saniert wurde, gehört heute ein Hörsaal,

ein Kursraum mit 50 Arbeitsplätzen sowie

ein ausgedehnter Labortrakt und zwei

Demonstrationsräume. Ein Untersuchungsund

Operationsbereich sowie Stallungen für

Groß- und Kleintiere vervollständigen das Ensemble.

Damit wird die Klinik den Anforderungen

in Forschung, Lehre, aber auch im alltäglichen

Betrieb gerecht.

An der morgendlichen Visite nehmen Studentinnen

und Studenten teil, die sich auf

das Examen vorbereiten. Der Anteil junger

Männer ist gering und liegt fast noch im einstelligen

Prozentbereich. Tiermedizin ist heute

offenbar eine Domäne der Frauen.

Später im Hörsaal: Eine Demonstration von

Tierarzt Dr. Peter Richterich, der mit einem

13 Monate alten Jungbullen dem Tierarztnachwuchs

Theorie und Praxis näherbringt.

Der Bulle lässt alles über sich ergehen. Den

Hinweis Dr. Richterichs auf entsprechende

Harmonisierungsverordnungen der EU, die

Erläuterung einer »Impotentia generandi« sowie

über mögliche finanzielle Auswirkungen

bei Fehlern zur Identifikation der Tiere kann

er ja nicht verstehen. Aber auch bei der anschließenden

Untersuchung behält das Tier

seine stoische Ruhe bei. Alltag in der Klinik.

Im Hörsaal: Tierarzt Dr. Peter Richterich spricht vor den Studierenden.

Foto: se

Einen breiten Raum in der Arbeit nimmt

die Forschung ein. Ein Forschungsschwerpunkt:

Fortpflanzungsstörungen, denen klinisch

und mit modernen molekularbiologischen

Methoden nachgegangen wird, ein

weiterer: die hormonelle Steuerung von

Trächtigkeit und Geburt. Samenzellen diverser

Tiere werden in der Klinik gelagert. In

Behältern mit flüssigem Stickstoff werden die

Spermien der Tiere bei -196 Grad Celsius

aufbewahrt.

Eine Besonderheit ist die der Klinik angeschlossene

Besamungsstation für Pferde mit

europäischer Zulassung. Hier kann Sperma

von Hengsten gewonnen werden, das weltweit

vermarktet wird. »Tierzucht«, sagt Professor

Wehrend, »ist global. Bei der Gewinnung

und dem Vertrieb von Samenzellen

müssen strengste seuchenhygienische Vorschriften

beachtet werden.« Professor Wehrend

ist besonders darauf stolz, dass die Klinik

die Zulassung zur Embryonengewinnung

und -übertragung beim Pferd hat.

»Eine hochmodern ausgestattete Spezialabteilung«

ist die Kleintierabteilung der Klinik.

Fortpflanzungen und ihre Störungen, züchterische

Aspekte, Samengewinnung, instrumentelle

Besamung, Erkrankung des Gesäuges

bei Kleintieren (Hund, Katze und weitere

Heimtiere) sind die Bereiche, mit denen es

Mitarbeiter dieser Einrichtung zu tun haben.

»Die Bündelung dieser Gebiete in einer Klinik

gewährleistet eine umfassende Sichtweise

auf den Bereich der Kleintiergynäkologie,

-andrologie, -geburtshilfe und -neonatologie«,

heißt es. Ziel ist eine Forschung

und Lehre mit einem engen Bezug zur Praxis.

Die Pferdeabteilung, die sich mit allen Aspekten

der Fortpflanzung und Fohlenerkrankungen

beschäftigt, arbeitet eng mit dem

Hessischen Landgestüt in Dillenburg und

38 streifzug 2/2011


CAMPUS

dem Direktorium für Vollblutzucht und Rennen

zusammen. Bei den Tierarten Rind,

Schaf, Ziege und Schwein liegt der Schwerpunkt

in der Nutztierabteilung. Neben der

Einzeltierbehandlung spielt die Bestandsbetreuung

eine große Rolle. Dabei kommt es

darauf an, Erkrankungen in Tierherden zu

vermeiden bzw. rechtzeitig zu erkennen. Im

diesem Zusammenhang arbeitet die Klinik

mit dem Hessischen Schaf- und Ziegenzuchtverband

zusammen.

»Das Besondere an der Klinik ist«, so berichtet

Prof. Wehrend, »dass es sich um eine sogenannte

Disziplinenklinik handelt. Hier wird

das Fachgebiet der Fortpflanzung und die

Neonatologie behandelt, unabhängig von

der Tierart. Die anderen Kliniken im Fachbereich

Veterinärmedizin sind Tierartenkliniken,

das heißt, Pferde gehen in die Pferdeklinik,

Hunde in die Kleintierklinik usw.; weiterhin

sind wir nicht nur mit erkrankten Tieren befasst,

sondern beschäftigen uns auch mit

Fortpflanzung und Biotechnologie gesunder

Tiere, dazu gehört die künstliche Besamung,

Embryonentransfer, Spermakonservierung.«

Die Reproduktion heimischer Wildtiere steht

ebenfalls auf dem Aufgabenplan der Klinik.

Prof. Wehrend erläutert deren Notwendigkeit:

»Es gibt Tierarten, die sich aufgrund der

Umweltveränderungen schlechter fortpflanzen

als früher – hier besteht im Sinne der

Arterhaltung erheblicher Forschungsbedarf.

Andere Tierarten vermehren sich explosionsartig.

Beispiel: Wildschweine – auch hier

muss etwas getan werden.«

In der Tierärztlichen Ambulanz können sich

die Studierenden mithilfe erfahrener Tierärzte

mit der »Arbeitsweise der Tierärzte unter

Praxisbedingungen« vertraut machen. Die

Ambulanz betreut die Tierhaltung landwirtschaftliche

Betriebe in der Umgebung und

hat dafür ganzjährig einen 24-Stunden-Service

eingerichtet.

Die JLU ist neben Leipzig, Berlin, Hannover

und München eine von fünf Universitäten in

Deutschland, die ein Studium der Veterinärmedizin

anbieten. Harold Sekatsch

So geht es: Professor Axel Wehrend an einem Gebärmuttermodell.

Foto: se

FERNUNI

Mit ganz viel

Körpereinsatz

Eis, Pasta, Pizza, schöne Strände und unglaublich viel

Kultur. Italien ist für viele Deutsche ein Ort, dem die

Sehnsucht gilt. Johanna Moormann hat die Chance genutzt,

das Urlaubsland genauer kennenzulernen. Sie

verbrachte ein Semester in Bologna – und hat »La dolce

vita« in vollen Zügen genossen. Das Flair der historischen

Stadt, das Essen und die Mentalität der Italiener

haben es der 21-Jährigen angetan – aber auch die Sprache.

»Italienisch ist sehr leidenschaftlich. Teilweise fordert

es sogar ganzen Körpereinsatz«, sagt die JLU-Studentin.

Bereut hat sie ihren Schritt, in eine fremde Stadt zu

gehen, nicht. »Ich bin offener und selbstbewusster

geworden und schrecke nicht mehr davor zurück, Dinge

zu organisieren.« Und Italien vermisst sie – wenige Tage

nach ihrem Abschied – jetzt schon…

Ciao,

für mich ist in meinem Auslandssemester »La dolce vita« wahr

geworden. Italien war schon immer eines meiner Traumländer. Das

Wetter ist auch im Winter noch angenehm, überall locken kulinarische

Genüsse, und besonders kulturell hat Bologna als älteste Universitätsstadt

eine Menge zu bieten. Fast die ganze Stadt ist ein riesiger

Campus. Die Fakultäten sind über das ganze Zentrum verteilt, so

dass die fast 100000 Studenten ihr ein dynamisches und junges Bild

verleihen. Auch an Erasmusstudenten mangelt es keineswegs. Man

trifft täglich auf neue junge Menschen aus der ganzen Welt. Auch

die Italiener habe ich als ein sehr offenes und kontaktfreudiges Volk

kennengelernt. Durch meine zwei italienischen Mitbewohnerinnen

wurde ich in die Geheimnisse der italienischen Küche eingeweiht,

und wir haben viele gemeinsame lustige Abende bei einigen Gläsern

»Vini rossi« verbracht. Durch den täglichen Umgang miteinander

auf engem Raum habe ich viele Eindrücke über die italienische

Mentalität und Tradition gewonnen und dabei natürlich mein Italienisch

stark verbessert. Für mich steht fest: Ich komme wieder! Das

war bestimmt nicht mein letzter Aufenthalt in dieser schönen

Stadt.

Arrividerci

Johanna Moormann

Universita di Bologna

Bologna, Italien


Foto: pm

Wer wissen will, wie Deutschland tickt, der hat drei Möglichkeiten: Er verfolgt die Debatten

im Parlament. Er liest die Texte in den Feuilletons. Oder er sucht den Kontakt zu den Deutschen

in deren natürlichem Habitat. Als rasender Reporter mit schmierigen Haaren, orangefarbener

Trainingsjacke und Puschelmikrofon sucht Emmanuel Peterfalvi alias »Alfons« auf

Wochenmärkten oder in Kleingartenvereinen nach den großen Wahrheiten und den riesigen

Vorurteilen der Deutschen. Am 23. Februar präsentiert der in Paris geborene Comedian

in der Kongresshalle Gießen die Ergebnisse seiner skurrilen, teils erhellenden Recherchen.

40 streifzug 2/2011


KULTUR

Die Rentnerin fragt sich mit Sorge, ob

Deutschland in wirtschaftlichen Krisenzeiten

tatsächlich von einer Frau regiert werden

darf. Der Vorsitzende eines Kleingartenvereins

berichtet mit Hochgenuss vom vorgeschriebenen

Mischverhältnis zwischen Gemüse-

und Zierholzanbau in den Parzellen.

Es sind diese Sorgen und Meinungen des

kleinen Mannes, jene, die es selten in Parlament

und Feuilleton schaffen, für die sich

»Alfons« in seinen Umfragen interessiert.

Denn er weiß: »Das gehört alles dazu. Auch

das ist Deutschland.«

Emmanuel Peterfalvi, der den Bürgern mit

seiner Kunstfigur »Alfons« ehrliche und damit

häufig überraschende Aussagen entlockt,

kam vor 19 Jahren aus Frankreich nach

Deutschland und durfte erst einmal für

»Zapping« und »Kalkofes Mattscheibe« die

deutsche Fernsehlandschaft sichten. »Ich habe

zusammen mit einer Bande von Studenten

parallel vier Sender gesehen. Da lernt

man nicht nur die deutsche Sprache, sondern

auch die Deutschen kennen«, weiß er

die Erfahrungen von damals inzwischen zu

schätzen. Später reiste er als »Alfons« für verschiedene

Fernsehformate durchs Land und

hält den Deutschen seither den Spiegel vor.

Er sollte demnach wissen, wie sich die Deutschen

charakterisieren lassen. Also? »Das ist

nicht einfach. Sie sind die Weltmeister der

Selbstkritik und achten immer auf Verhältnismäßigkeit.

Wenn die Deutschen die Französische

Revolution geplant hätten, wäre sie sicher

in einem Desaster geendet. Guillotine?

Okay, aber nur ein bisschen.«

Der 43-Jährige weiß, wovon er spricht, weil

er es schafft, seinen Interviewpartnern in

den Fußgängerzonen oder an den Bahnsteigen

ehrliche Antworten auf seine teils skurrilen

Fragen zu entlocken: »Authentizität. Das

war von Anfang an mein Ziel. Um die deutsche

Sprache zu lernen, habe ich früher

auch sehr viele interessante Stammtischdiskussionen

verfolgt. Dieses Deutschland findet

man heute aber leider nur noch selten

im Fernsehen. Wenn Leute versuchen, intelligent

rüberzukommen, wird es schnell langweilig.

Ich will die Authentizität der Deutschen

einfangen«, erklärt er. Die Ergebnisse

tun manchmal weh, aber dieses Risiko besteht

bei einem Blick in den Spiegel eben:

Was ist der größte Kostenfaktor im Haushalt?

»Meine Frau.« Wer hat die schönsten Rundungen

des Landes? »Ein Bierfass.« Was

könnte der Staat in Krisenzeiten noch verkaufen?

»Mecklenburg-Vorpommern.«

Solch kleine Perlen sind allerdings nicht immer

leicht zu bekommen. Für einen Spot

von knapp fünf Minuten verbringt Peterfalvi

schon mal zehn Stunden bei einer Nacktwanderung,

beim Lach-Yoga oder in einem

Tabakverein. Dass der passionierte Nichtraucher

dort letztlich sogar zum Ehrenmitglied

berufen wurde, verrät etwas von seinem Erfolgsgeheimnis:

Die Leute auf der Straße

fühlen sich mit der vermeintlich unbeholfenen

Kunstfigur »Alfons« verbunden, haben

vielleicht sogar Mitleid und nehmen ihn in

ihrer Mitte auf.

Der rasende Reporter mit dem französischen

Akzent, dem Hundeblick, dem zerfledderten

Block mit seinen Fragen wird so

zum Katalysator für authentische Aussagen

zur Lage der Nation und den persönlichen

Lebenswelten der Deutschen: Da wägt eine

Passantin in der Fußgängerzone schon einmal

ab, ob man mit der Einführung der Sklaverei

nicht vielleicht doch die Arbeitslosenzahlen

senken könnte. Ein Marktbesucher

verrät der Kamera, dass er den Valentinstag

lieber mit Heidi Klum als mit seiner Gattin

verbringen würde. Bloßstellen möchte Peterfalvi

mit seinen Umfragen aber letztlich niemanden:

»Darum geht es nicht. Ich führe

keine Menschen vor wie etwa bei einer Castingshow.

Mein Ansatz ist das Offenlegen

von Meinungen«, sagt Peterfalvi.

Und entsprechend muss sich auch bei seinem

Besuch in der Kongresshalle am 23. Februar

niemand vor »Alfons« fürchten: »Das

Puschelmikrofon bringe ich nur zur Ansicht

mit. Versprochen. Auch in der ersten Reihe

wird niemand interviewt«, beruhigt er. Stattdessen

erwartet die Gießener eine Mischung

aus seinen berüchtigten Einspielfilmen

und seinen erhellenden Erklärungen

über das Leben in Deutschland. Es gilt, die

großen Wahrheiten und die großen Vorurteile

aufzudecken.

Und auch wenn Peterfalvi den Deutschen

mit seiner Kunstfigur »Alfons« den Spiegel

vorhält: Richtigen Ärger bekam er bei seinen

Recherchen bisher nur ein einziges Mal: »Ich

wurde bei einer Umfrage in einem Käseladen

mit wüsten Beschimpfungen aus dem

Geschäft geworfen«, erinnert sich Peterfalvi

an die schwärzeste Stunde von »Alfons«.

Über deutschen Unmut und deutsche Humorlosigkeit

sagt die unschöne Szene allerdings

nichts aus: Die Besitzerin des Käseladens

war eine Französin. Florian Dörr

GEWINNSPIEL

Der streifzug verlost 3x 2 Tickets für den

Auftritt von »Alfons« am 23. Februar um

20 Uhr in der Kongresshalle Gießen.

Wer den Franzosen live erleben möchte,

sollte bis zum 15. Februar eine Karte

mit dem Kennwort »Alfons« an streifzug,

Marburger Straße 20, 35390 Gießen

oder eine Mail senden an streifzug@

giessener-allgemeine.de. Viel Glück!

NEU

IM THEATER

Ein Sommernachtstraum

12. Februar, 19.30 Uhr, Stadttheater

Liebe, Verwirrung und Eifersucht. Die

Choreografen David Williams und Tarek

Assam verlegen Oberons fantastisches

Verwirrspiel mit diesem Tanzstück zur

Musik von Felix Mendelssohn Bartholdy

u.a. in die Halbwelt einer modernen

Großstadt – der verwunschene Wald

wird zum südamerikanischen Dschungel.

Jeder will und darf mal mit jedem.

Unweigerlich wird man an die Ideale

der 68er Bewegung erinnert. Am Ende

stellt Oberon die Ordnung wieder her,

doch ein bitterer Nachgeschmack

bleibt: die Erkenntnis, dass alle alles

übereinander wissen, und die eigene

Blöße sich daher nicht mehr verdecken

lässt. Weitere Vorstellungen: 26. Februar.

Musikalische Leitung: Carlos Spierer,

Bühne: Fred Pommerehn, Kostüme: Gabriele

Kortmann.

Ohne Netz (UA)

26. Februar, 20 Uhr, TiL-Studiobühne

Während des Studiums war die Lage

noch ziemlich übersichtlich: Peter liebte

Silvia, Silvia liebte Karla und Karla liebte

Johann. Nach einiger Zeit ordneten sich

die Verhältnisse und man gründete seine

Kleinfamilie. Der Plan, nach zehn

Jahren ohne Kontakt in den gemeinsamen

Urlaub zu fahren, entwickelt sich

zum Desaster – alte Konflikte brechen

auf, akute Probleme kommen hinzu

und keiner nimmt mehr ein Blatt vor

den Mund. Mit bösem Humor zeichnet

die junge Autorin Anne Rabe in diesem

Schauspiel das Wiedersehen zweier

Paare, und mit voller Wucht bringt Regisseurin

Ragna Kirk die Uraufführung

auf die TiL-Studiobühne. Weitere Vorstellungen:

3. und 19. März. Bühne und

Kostüme: Udo Herbster.

2/2011 streifzug 41


Fotos: Bösel

Ständig unter Strom

Harald Gärtner steht auf dem Trainingsplatz. »Ich will nur noch schnell einen kurzen Blick auf

die neuen Spieler werfen«, sagt der Manager des Fußball-Zweitligisten FC Ingolstadt.

Wenige Minuten reichen dem Ex-Profi, um seine Entscheidung zu bestätigen. Im Kampf um

den Klassenerhalt hat Gärtner in der Winterpause im Sturm personell nachgelegt. »Wir

müssen durchschlagskräftiger werden«, erklärt der Heuchelheimer im Laufschritt auf dem Weg

in sein Büro, wohl wissend, dass seine Verdienste im Umfeld des jungen Klubs, der erst

2004 gegründet wurde, keinen Pfifferling wert sind, wenn der sportliche Erfolg ausbleibt.

»Leider«, sagt Gärtner. »Wenn man das Gesamte

hier sieht, haben wir in den vergangenen

Jahren super Arbeit geleistet. Aber wenn

wir am Wochenende verlieren, interessiert

das nicht«, beschreibt der Geschäftsführer

der Fußball GmbH sowie der Stadionbetreiber

GmbH der Ingolstädter das Tagesgeschäft.

»Uns ist 2010 der direkte Wiederaufstieg

in die 2. Liga gelungen, wir hatten zwei

Relegationsspiele, ganz nebenbei haben wir

für 25 Millionen Euro ein Stadion gebaut und

das mit einem großen Event eröffnet. Wir haben

in 2010 mehr geschafft, als manch anderer

Verein in seiner ganzen Geschichte, trotzdem

holen uns Niederlagen immer wieder

ein und bestimmen die Gesamtsituation«,

erklärt der 42-Jährige, der seit April 2007 als

Manager beim FCI fungiert und in dieser Zeit

– bei einem Abstieg aus dem Unterhaus –

zweimal in die 2. Liga aufgestiegen ist.

Nachhaltiger sind die Erfolge Gärtners im

Umfeld des Vereins, der 2004 aus einer Fusion

des ESV und des MTV Ingolstadt hervorgegangen

ist. Die Strukturen sind professioneller

geworden, der Jugendbereich ist

dem Breitensport entwachsen und orientiert

sich in Richtung Leistungsspitze. Längst laufen

Planungen für ein Jugendinternat, die

Fußballcamps des FCIsind mittlerweile mit

3000 Teilnehmern die größten in Bayern.

42 streifzug 2/2011


SPORTWELT

»Der wichtigste Meilenstein war aber die Eröffnung

des Audi-Sportparks im Sommer.

Dieses neue Stadion war wichtig, damit wir

uns in den Profiligen etablieren können«, erklärt

Gärtner, unter dessen Regie das feine

»Schmuckkästchen« mit Fanshop und Geschäftsstelle

in nur elf Monaten errichtet

wurde. Alle 19 Logen sind ausgebucht.

Eigentlich sollten die Lobeshymnen der

»Schanzer« auf den bodenständigen Familienvater

aus Mittelhessen gar nicht verstummen,

doch nach einer auch für Gärtner unbefriedigenden

Vorrunde rangierte der FCI

zum Jahreswechsel nur auf Tabellenplatz 17.

Zwar war nach dem Trainerwechsel – Benno

Möhlmann kam für Michael Wiesinger – in

den letzten Spielen 2010 ein Aufwärtstrend

erkennbar, Zufriedenheit stellte sich dadurch

im Umfeld aber nicht ein. »Wir haben die

Winterpause genutzt, um unsere Schwachstellen

zu reparieren«, erklärt Gärtner mit

Blick auf den Transfer von Stürmer Edson

Buddle, in seiner Heimat USAein Fußballheld,

aktueller US-Nationalspieler und vor

seinen Ex-Mannschaftskollegen David Beckham,

Gregg Berhalter und Landon Donovan

in der Major League Soccer bei L.A. Galaxy

zum MVP gewählt. Auch Artur Wichniarek,

mit 240 Bundesligaspielen ein gestandener

Profi, und Ex-Wunderkind Freddy Addu wollten

sich dem FCI anschließen.

Dass der mittlerweile auch für solche Spieler

eine gute Adresse ist, zeigt sich im Gespräch

mit Gärtner schnell. Ständig klingelt sein

Handy. Am anderen Ende: Spielerberater, die

dem Manager vor dem Ende der Wechselperiode

noch einen Transfer ans Herz legen

möchten. »Vielleicht tut sich bei uns noch etwas«,

sagt Gärtner. »Wir haben im Winter

einen Vorgriff auf die Transfers im Sommer

gemacht, denn wir wollen mit aller Macht

die Klasse halten«, erklärt der Geschäftsführer,

der mit Audi einen starken und verlässlichen

Partner im Rücken hat.

Ein 14-Stunden-Tag ist für Gärtner normal. »In

diesem Job gibt es keine Pause«, sagt er. Er

ist froh, dass er in der Geschäftsführung mit

Franz Spitzauer mittlerweile einen Partner

hat, der ihn im kaufmännischen Bereich entlastet.

»Alleine sind diese vielen Aufgaben

gar nicht mehr zu stemmen gewesen«, sagt

Gärtner. »Der Verein ist so schnell gewachsen.

Aber wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen.

Das erste Spiel unter Gärtner verfolgten

seinerzeit 375 Zuschauer »auf einem

Sportplatz«, wie Gärtner sagt, heute hat der

Verein in der 15 000 Zuschauer fassenden

Anlage einen Schnitt von 7500 Besuchern.

»Damit sind wir in der Liga zwar noch im unteren

Bereich, aber man muss dem Verein

Zeit geben. Wir sind ja gerade erst dem

Kleinkindalter entwachsen und wollen uns

Harald Gärtner, geboren am 30. November

1968 in Gießen, wuchs in Heuchelheim

auf. Sein Abitur machte er an der

Herderschule. Später absolvierte er eine

Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten.

Seine ersten fußballerischen

Schritte machte er als Kind bei den TSF

Heuchelheim. Weitere Stationen: JSG W.-

Steinberg/MTV 1846 Gießen, VfB 1900

Gießen, Eintracht Frankfurt. Als Aktiver

spielte er für: VfB 1900 Gießen, VfR Limburg,

SC Freiburg und Spvgg. Bad Homburg.

Gärtner absolvierte 64 Zweitligaspiele

für Fortuna Düsseldorf, SV Meppen

und Hannover 96. Zum Abschluss seiner

Profi-Karriere wechselte er in die österreichische

Bundesliga zu Admira/Wacker

Mödling, wo er unter Hans Krankl kickte.

Es folgten Stationen in Regensburg,

Darmstadt und Waldgirmes, ehr er Co-

Trainer beim FC St. Pauli und Manager der

Sportfreunde Siegen wurde. Dann kam

das verlockende Angebot des FCI. Gärtner

lebt in Manching bei Ingolstadt. Er ist

mit Melanie verheiratet und hat zwei

Söhne (Maximilian, 11, und Benjamin, 7).

jetzt in der Grundschule etablieren«, sagt

Gärtner und lacht.

Wieder klingelt sein Telefon. Ein Spielerberater.

»Mein Netzwerk ist groß«, sagt Gärtner.

Das hilft ihm bei den Transfers. Wir können

uns nicht jeden Spieler leisten, deshalb müssen

wir bei Transfers ein bisschen schneller

sein. Es kommt trotzdem vor, dass sechs, sieben

Wochen Arbeit über Nacht dahin sind,

wenn sich ein Spieler dann doch anders entscheidet.

Ich recherchiere, telefoniere und

beobachte viele Spiele. So kommen schnell

die 14 Stunden zusammen«, sagt Gärtner,

der mit seiner Familie in Manching lebt, nur

fünf Minuten von seinem Büro im Stadion

entfernt. »Wir fühlen uns heimisch, trotzdem

wären wir gerne häufiger in der Heimat bei

Eltern und Geschwistern.«

Der aktuelle Abstiegskampf geht an dem erfahrenen

Fußballfachmann nicht spurlos vorüber.

»Früher habe ich drei Tage gebraucht,

um Niederlagen wegzustecken. Heute geht

es schneller. In zwei Tagen etwa«, sagt Gärtner

und lacht. Er weiß, dass er manchmal

einfach loslassen müsste. Auch um mehr

Zeit mit den Kindern zu verbringen. »In dieser

Phase ist das nur schwer möglich. Für uns

beginnen jetzt mit der Rückrunde die Wochen

der Wahrheit. In der Winterpause habe

ich fast rund um die Uhr an den Transfers gearbeitet.

Da bleibt keine Zeit«, sagt Gärtner,

der von seiner Familie aufgefangen und

unterstützt wird. Ein neuerlicher Abstieg wäre

für seinen Klub ein Nackenschlag, »trotzdem

sind wir stabil genug, um uns auch davon

zu erholen. Hier geht es trotz

sportlichen Tiefs kontinuierlich nach oben.

Ich bin sicher, dass wir auf lange Sicht ein guter

Zweitligist werden – mit Blick nach

oben«, sagt der Macher, der nun im vierten

Jahr am Verein aus Bayern baut, und fügt hinzu:

»Wir werden die Kurve bekommen.«

Dass Erfolg nur bis zu einem gewissen Maße

planbar ist, weiß Gärtner, dennoch nimmt er

Niederlagen persönlich. »Wir können das

beste Stadion haben, gute Spieler und einen

erfahrenen Trainer, wenn wir am Wochenende

nicht gewinnen, ist alles schlecht. Das ist

die Schattenseite meines tollen Jobs«, sagt

Gärtner, ehe er wieder vom Klingeln seines

Handys unterbrochen wird. Er ist ständig auf

Empfang, ständig unter Strom und hat ständig

ein Funkeln in den Augen, wenn er über

Fußball redet.

Marc Schäfer

Harald Gärtner begrüßt Trainer Benno Möhlmann im Audi-Sportpark.

2/2011 streifzug 43


WEIN DES MONATS

Kostenlose Kapriolen

Von manchen Weinen gibt es

nicht eben viele Flaschen. Wenn

einer gerade mal 1000 Stück abfüllt,

handelt es sich entweder

um eine Rarität oder um den

Versuch, Neues zu kreieren.

Auf die Gewächse von Stefan

Breuer trifft beides zu. Der

Winzer aus dem Rheingau

geht seit seinen Auslandsaufenthalten

in Kalifornien

eigene Wege. Ergebnis sind

innovative Cuvees, die das

Versuchsstadium

längst hinter sich

gelassen haben,

aber noch auf ihren

Durchbruch warten.

Breuers »10/90« ist

so ein Fall. Der Stoff

setzt sich aus

90 Prozent barriquegereiftem

Weißburgunder

und 10 Prozent Riesling (»Erstes

Gewächs«) aus dem Stahltank zusammen

– ein Mischsatz mit Seltenheitswert.

Der Stoff schmeichelt dem Gaumen

und beginnt erst kurz vor dem Zäpfchen,

Kapriolen zu schlagen.

Klassischer Duft nach getoastetem Holz:

Vanille, unterlegt von Mineralität, zarter

Würze mit etwas Birne und Aprikose. Am

Gaumen zunächst alles, wie es sein soll:

frischer Antrunk, nicht knochentrocken,

reife Frucht (wieder Birne und Aprikose),

zarter Schmelz und solide Würze, drumherum

ein wärmendes Mäntelchen aus

Vanille; hintenraus dann die Überraschung:

kitzelnde Zitrusnoten.

Die spürbare Säure ist dem Riesling geschuldet.

Sie macht aus dem ursprünglich

weichen Burgunder einen verwegenen

Usurpator, der den Gaumen nicht mehr

loslässt. Der »10/90« harmoniert mit allen

Speisen, die nicht zu würzig sind, ist aber

auch solo eine Wucht. Das Problem: Weil

Breuer vom Jahrgang 2009 nur rund

1000 Flaschen abgefüllt hat, gibt’s davon

nichts mehr im Handel.

Einziger Anbieter in der Region ist das Restaurant

Johannisberg in Bad Nauheim. Dort

verlangt der Maitre stolze 38 Euro für die

Flasche. Bei

diesem Preis

gilt: Sich in

die roten

Sessel vor

den lodernden

Kamin

lümmeln und

dem »10/90«

die Zeit geben,

die er

braucht; den

Wein nicht eiskalt trinken, sonst ist sein

Aroma verschenkt.

Der Maitre serviert allen, die diesen Artikel

vorlegen, zum Wein würzigen Hartkäse

und frisches Baguette. Die Kapriolen gibt’s

kostenlos dazu.

Weinautor Manfred Merz

Meinungen zur Vinothek:

vinothek@mdv-online.de

Weingut Stefan Breuer »10/90«, QbA,

Rheingau, 12,5 Prozent Alkohol, 38 Euro,

Bezug über Café-Restaurant-Hotel

Johannisberg, Telefon 06032/14 42

Die Musik zum Wein

Relaxt am Kaminfeuer Weißwein

schlürfen, das verlangt nach Ganzkörperkontemplation.

Die richtige Akustik

zum »10/90« liefert die Band Naked

Raven. Zum 14-jährigen Bestehen hat

die australische Formation den Silberling

»Sunday Best« vorgelegt mit einer

Auswahl feiner Ohrenschmeichler.

Entspannung garantiert die Naked-

Raven-Version des alten Eurythmics-

Hits »Who’s that girl« – eine gefühlvolle,

spannungsreiche Ballade, die es

knistern lässt. Wie ein Abend vor dem

Kaminfeuer.

mm

44 streifzug 2/2011


SPERRSITZ

Kinostart: 17. Februar

Andere Mädchen in ihrem Alter haben

Kuscheltiere. Die achtjährige Sabine (Stella

Kunkat) hat die dicke haarige Spinne Bo. Die

kommt, sicher in einem Einmachglas verstaut,

natürlich mit, als Sabine sich mit ihrer

Mutter Doris (Nadja Uhl) und ihren Geschwistern

Judith (Milena Tscharntke) und

Christian (Tom Hoßbach) Anfang der 80er

Jahre auf die Reise nach West-Papua macht.

Dort, im äußersten Osten Indonesiens, hat

ihr Vater Klaus (Thomas Kretschmann), ein

Linguist, einen von jeglicher westlicher Zivilisation

unberührten Stamm aufgespürt, der

noch wie in der Steinzeit lebt.

In der Tat sehen die Krieger furchterregend

aus: fast nackt, die Körper mit ritueller Bemalung

aus Lehm bedeckt, mit Vogelfedern

in den Haaren und Tierknochen durch die

Nasen gesteckt. Wie, fragt sich Doris, soll sie

hier drei Kinder aufziehen? Doch für die Kinder

ist das Leben im Dschungeldorf zunächst

wie ein langer großer Abenteuerurlaub.

Schnell lernen sie die Sprache der Fayu

und leben wie die anderen Kinder im Dorf.

Nur einige der Sitten und Rituale sind für die

Familie schwer zu verstehen und zu tolerieren.

Als die Eltern einen halb toten kleinen

Jungen vom Nachbarstamm im Urwald finden,

den die Krieger beim Raub einer Frau

zurückgelassen haben, nehmen sie das Kind

auf und pflegen es gesund – eigentlich ein

Verstoß gegen die Gesetze und Riten der

Fayu, der die Familie in ernste Gefahr bringen

kann. Doch der Junge Auri (Emmanuel

Simeon) wird zum neuen Familienmitglied –

und zu Sabines bestem Freund.

Sechs Jahre später: Sabine, inzwischen

16 Jahre alt, ist zu einer jungen Frau herangewachsen

und

im Dschungel zu

Hause. Doch als

Auri ihr deutlich

macht, dass er

für sie mehr

empfindet als nur Freundschaft,

ist sie verwirrt. Soll sie den Rest ihres

Lebens im Dschungel verbringen? Doch

noch bevor sie eine Entscheidung treffen

kann, hält das Schicksal andere Pläne

bereit…

Eine autobiografische Geschichte. Sabine

Kuegler ist das Dschungelkind und schrieb

die Geschichte ihre Kindheit und Jugend bei

den Fayu in West-Papua auf. Bereits zwei

Wochen nach Erscheinen schoss ihre bewegende

Lebensgeschichte auf die Bestsellerlisten.

Ihr Erlebnisbericht hat sich bis jetzt allein

im deutschsprachigen Raum 1,1 Million

Mal verkauft und sorgt auch auf dem internationalen

Markt für Furore. Das Buch ist an

27 Länder verkauft – nun kommt die Geschichte

in die Kinos.

Vater Klaus (Thomas Kretschmann) inmitten der kampfbereiten Fayu.

GEWINNSPIEL

Der streifzug verlost gemeinsam mit den

Gießener Kinos 3x 2 Tickets für die erste

Vorstellung des Films »Dschungelkind«

am 17. Februar. Wer den Film sehen

möchte, sollte bis zum 6. Februar eine

Karte mit dem Kennwort »Kino« an

streifzug, Marburger Straße 20, 35390

Gießen oder eine Mail an streifzug@

giessener-allgemeine.de senden.

2/2011 streifzug 45


SPERRSITZ

Neu

im Kino

Gießen

Kinocenter Gießen

Bahnhofstraße 34, Telefon 0641/72108

Heli

Frankfurter Straße 34, Telefon 0641/74511

Roxy

Ludwigsplatz 4, Telefon 0641/32547

www.die-giessener-kinos.de

Kommunales Kino JOKUS

Ostanlage 25 a, Telefon 0641/306-2495

Grünberg

Bismarckstraße 10, Telefon 06401/6869

Lich

Kino »Traumstern«

Gießener Straße 15, Telefon 06404/3810

Weitere Kino-Tipps

finden Sie täglich in der Gießener Allgemeine

Zeitung oder auf unserer Internetseite unter

www.giessener-allgemeine.de/kino.

präsentieren

Ab 03.02.2011 im Kino

„Kokowääh“

Mittwoch, 02.02.2011 zur Abendvorstellung

Eintritt inklusive einem Glas Prosecco!

Männer sind herzlich willkommen!

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Änderungen möglich aber nicht beabsichtigt

Picco

Kompromissloser Blick auf

den Jugendstrafvollzug

Im Jugendknast: Vier Jungs

teilen sich die Zelle – als

letzter stößt Kevin dazu.

Als »Picco«, Neuling, muss

er erst einmal den anderen

zu Diensten sein und sich seine Position erkämpfen.

Anfänglich will er sich noch einmischen,

als ein anderer vergewaltigt wird.

Kevin geht dann aber den Weg des geringsten

Widerstandes, nur nicht auffallen. Das

geht so weit, dass er schließlich selbst zu

den Tätern gehört, die einen schwächeren

Mithäftling foltern und in den Tod treiben.

Darsteller: Constantin von Jascheroff,

Joel Basman, Frederick Lau

Start: 3. Februar

★★★✩

Serengeti

Naturdokumentation mit

berührenden Bildern

Die Serengeti beeindruckt

nicht nur durch eine schier

endlose Savanne oder die

Vulkanwelt – hier findet

auch jährlich eine der letzten

großen Tierwanderungen statt.Hunderttausende

von Gnus, Zebras und Antilopen

unternehmen ihren Zug durch die Serengeti,

Massai Mara und Ngorongoro. Ihnen

stets dicht auf der Spur sind ihre natürlichen

Feinde: Löwen, Leoparden, Geparden und

Hyänen. Kaum anderswo auf der Welt bietet

der Kampf ums Überleben ein so grandioses,

eindrucksvolles Schauspiel wie im

Massenzug der Tiere in der Serengeti.

Start:

3. Februar

★★✩✩

Gullivers Reisen

Großes kommt auf uns zu

Von wahrer Größe kann

Bürobote Gulliver, verliebt

in die Redakteurin Darcy,

nur träumen. Bis er Darcy

durch Betrug überzeugt,

ihn für einen Reisebericht

auf die Bermudas zu schicken. Allerdings

strandet er auf der geheimnisvollen Insel

Liliput, deren Einwohner winzig sind und

den Riesen zunächst gefangen nehmen,

bevor er zum Kuppler für die unglücklich

verlobte Prinzessin wird. Das jedoch erregt

den Zorn des schmierigen Verlobten, der

den riesigen Helden zu Fall bringen möchte.

Darsteller: Jack Black, Emily Blunt,

Jason Segel, Amanda Peet

Start: 10. Februar

★★✩✩

Poll

Ungewöhnliche Comingof-age-Geschichte

Die junge Deutsche Oda

kommt zu ihrem Vater auf

sein abgelegenes, ins Meer

auf Stelzen gebautes Gut

an der estnischen Küste.

Sie teilt mit ihm das morbide Interesse für

Anatomie. Die blutige Jagd der zaristischen

Armee auf estnische Anarchisten wird

direkt vor ihrer Haustüre ausgetragen. Als

Oda einen verletzten Anarchisten entdeckt,

lässt er sich widerwillig von ihr helfen und

auf dem Dachstuhl verstecken. Allmählich

freunden sich die beiden an.

Darsteller: Edgar Selge, Paula Beer, Tambet

Tuisk, Jeanette Hain, Susi Stach

Start: 3. Februar

★★✩✩

Die Kinder von Paris

Und plötzlich zerbricht ihr

fragiles Glück

Paris 1942: Joseph ist elf

Jahre alt und freut sich auf

die Sommerferien – auch

wenn an diesem Junimorgen

vieles anders ist. Verwundert

registriert er, dass er von einem

Tag auf den anderen keinen Zutritt mehr zu

Kinos, Jahrmärkten und öffentlichen Parks

hat. Dennoch genießen er, seine Familie

und Freunde die bescheidene Idylle im

Schatten des Sacré Coeur. Sie wähnen sich

trotz deutscher Besatzung in Sicherheit –

bis zum Morgen des 16. Juli 1942.

Darsteller: Mélanie Laurent, Jean Reno,

Gad Elmaleh, Sylvie Testud

Start: 10. Februar

★★✩✩

Tucker & Dale vs. Evil

Geniale Persiflage auf das

einseitige Splatter-Genre

Tucker und Dale, die besten

aber nicht schlauesten

Kumpels der Welt, haben

gerade eine kleine Waldhütte

gekauft und wollen

dort das Wochenende verbringen: Fischen,

Holz hacken, entspannen und die Ruhe genießen.

Aus der idyllischen Erholung wird

jedoch nichts, denn eine Gruppe feierwütiger

College-Kids hält die friedlichen Wald-

Ludolfs für wahnsinnige Massenmörder. Dabei

tragen sie an den überaus blutrünstigen

Todesarten meist selbst die Schuld.

Darsteller: Tyler Labine, Katrina Bowden,

Alan Tudyk, Jesse Moss

Start: 10. Februar

★★★★

46 streifzug 2/2011


SPERRSITZ

Freundschaft plus

Der Traum jedes Mannes!?

Emma und Adam kennen

sich, seit sie als Teenager

erste unschuldige Küsse

ausgetauscht haben. Die

beiden treffen sich Jahre

später zufällig wieder und

landen kurzerhand miteinander im Bett.

Weil Emma als angehende Ärztin keine Zeit

für tiefer gehende Beziehungen hat, bevorzugt

sie einfach nur Sex – ohne Frühstück!

Für Adam scheint ein Traum in Erfüllung zu

gehen. Bis er feststellt, dass er Emma liebt:

Nicht einfach, ihr das beizubringen, ohne

ihre Freundschaft aufs Spiel zu setzen.

Darsteller: Natalie Portman, Cary Elwes,

Ashton Kutcher, Kevin Kline

Start: 17. Februar

★★✩✩

127 Hours

Explosion aus Bewegung,

Farben und Bildern

Aron Ralston bricht zu

einer Klettertour im Blue

John Canyon auf. Bei

einem Manöver stürzt er

in eine Felsspalte und sein

Arm wird eingequetscht. Alle Versuche, sich

zu befreien, scheitern. Am fünften Tag sammelt

er seine letzten Energiereserven und

schafft es, sich selbst den eingeklemmten

Arm zu brechen, ihn mit einem stumpfen

Taschenmesser abzutrennen und sich abzuseilen.

Nach weiterer Kletterei trifft er auf

eine Familie, die ihn versorgt.

Darsteller: James Franco, Amber Tamblyn,

Lizzy Caplan, Kate Mara

Start: 17. Februar

★★★✩

True Grit

Der wilde Westen in denkwürdige

Bilder gebannt

Mattie Ross engagiert den

trunksüchtigen und rauhbeinigen

U.S.-Marshall

Rooster Cogburn, um Tom

Chaney, den feigen Mörder

ihres Vaters, seiner gerechten Strafe zuzuführen.

Doch sie sind nicht alleine, auch

Texas-Ranger LaBoeuf will den Flüchtigen

stellen, um eine Kopfprämie zu kassieren,

die auf Chaney wegen eines weiteren Mordes

ausgesetzt ist. Unfreiwillig ziehen sie zu

dritt weiter und schon bald kommt Mattie

dem Mörder ihres Vaters gefährlich nah.

Darsteller: Jeff Bridges, Josh Brolin,

Matt Damon, Hailee Steinfeld

Start: 24. Februar

★★★✩

Hexe Lilli

Die Reise nach Mandolan

Im Königreich Mandolan

geht es drunter und drüber.

Auf dem Königsthron

lastet ein Fluch und Großwesir

Guliman, den der

Fluch immer wieder in

hohem Bogen vom Thron befördert, ruft in

seiner Verzweiflung Hexe Lilli zu Hilfe. Sie

soll mit einem Zauber dafür sorgen, dass

Guliman Thron und Herrschaft übernehmen

kann. Doch kaum ist Lilli mit ihrem

treuen Drachen Hektor angekommen, da

findet sie schnell heraus, dass der machtgierige

Großwesir mit falschen Karten spielt.

Darsteller: Alina Freund, Sami Herzog,

Anja Kling, Jürgen Tarrach

Start: 17. Februar

★★✩✩

Mein Kampf

Der junge Hitler will als

Maler die Welt erobern

Hitler kommt aus tiefer österreichischer

Provinz nach

Wien, um in die Akademie

der bildenden Künste aufgenommen

zu werden. Im

Männerheim in der Blutgasse teilt er das

Zimmer mit zwei Juden: dem Buchhändler

Herzl und dem Koch Lobkowitz. Herzl will

ein Buch schreiben: »Mein Leben«. Schlechter

Titel, findet sein Freund Lobkowitz, der

sich für Gott hält und tatsächlich Wunder

bewirkt. Gemeinsam verständigen sie sich

auf »Mein Kampf«. Hitler ist begeistert.

Darsteller: Tom Schilling, Simon Schwarz,

Götz George, Ernst Stankovski

Start: 24. Februar

★★★✩

Drive Angry

Bestes Oberflächenreizkino

Milton kehrt aus der Hölle

zurück und hat drei Tage,

um das Baby seiner ermordeten

Tochter vor einem

satanischen Opferkult zu

retten. Mithilfe der attraktiven

Piper macht er sich auf die Suche nach

dem Sektenführer Jonah King, der die Hölle

auf Erden entfesseln will. Schnell heftet sich

nicht nur die Polizei an die Fersen Miltons,

der eine Schneise der Zerstörung schlägt,

sondern auch die rechte Hand des Teufels,

der Buchhalter, der das schwarze Schäfchen

in den Hades zurückholen soll.

Darsteller: Nicolas Cage, Amber Heard,

Billy Burke, David Morse

Start: 24. Februar

★★✩✩

The King’s Speech

Bewegendes, pointiertes

Drama über King George VI

Prinz Albert, Sohn des

Patriarchen King George V

stottert. Reden sind für ihn

öffentliche Erniedrigungen.

Auf Anraten seiner Frau

Elizabeth sucht er den australischen Sprachtherapeuten

Lionel Logue auf. Als Alberts

Vater stirbt und sein leichtlebiger Bruder

Edward VIII überraschend abdankt, wird er

zum König gekrönt – er sucht Lionels Hilfe,

um am Vorabend des Zweiten Weltkrieges

das Volk in einer stotterfreien Rede auf den

Kampf gegen Hitler einschwören zu können.

Darsteller: Colin Firth, Geoffrey Rush, Guy

Pearce, Helena Bonham Carter

Start: 17. Februar

★★✩✩

Der ganz große Traum

des Konrad Koch

Nach einer unglaublichen

wahren Begebenheit

Der junge Lehrer Konrad

Koch soll in einem altehrwürdigen

deutschen Gymnasium

im Jahr 1874 Englisch

unterrichten. Um die Schüler für die

fremde Sprache zu begeistern, greift er zu

ungewöhnlichen Mitteln und bringt ihnen

einen seltsamen englischen Sport nahe:

Fußball. Bald bekommt er Schwierigkeiten

an der kaiserlich-strengen Schule und ihm

wird gekündigt. Doch jetzt ergreifen die

Schüler die Initiative.

Darsteller: Daniel Brühl, Burghart Klaußner,

Justus Von Dohnanyi, Axel Prahl

Start: 24. Februar

★★✩✩

Meine erfundene Frau

Typisch komische Masche

Danny hat eine todsichere

Methode, um Frauen rumzukriegen:

Er gibt sich als

misshandelter Ehemann

aus. All das will er hinter

sich lassen, als er sich in

die umwerfende Palmer verliebt. Doch als

sie Dannys falschen Ehering entdeckt, überredet

er – um Palmer nicht zu verlieren –

seine langjährige Freundin Katherine, sich

als seine Frau auszugeben, die die sofortige

Scheidung will. Als auch noch deren beiden

Kinder ins Spiel kommen, entdeckt Danny,

für wen sein Herz wirklich schlägt.

Darsteller: Jennifer Aniston, Adam Sandler,

Nicole Kidman, Bailee Madison

Start: 24. Februar

★★✩✩

2/2011 streifzug 47


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10,-

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