Sophie Berner - Gießener Allgemeine

giessener.allgemeine.de

Sophie Berner - Gießener Allgemeine

5. Jahrgang · 1/2012

Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

Musical-Darstellerin

Sophie Berner

über die Cabaret-Inszenierung

in Gießen, Castingshows und

die aktuelle Nazi-Diskussion

Blickpunkt

20.11 und 20.12:

Was Gießen bewegt

hat und bewegen

wird. Seite 4

Stadtgespräch

Keine Ausrede:

Hier findet jeder sein

passendes Fitnessstudio.

Seite 18

stets nach rechts schauen

www.stadttheater-giessen.de


Keine Zeit fürs Fitness-

Studio? Wirauch nicht. Deshalb

gehen wir zu Bodystreet.

Die Fitness-Sensation:

Top-Figur ohne wöchentliche

Trainingsdisziplin!

Bodystreet setzt auf eine Methode aus der Astronautik

und Sportmedizin: EMS-Training,eine innovative Muskelstimulierung.

Studien –u.a.der Sporthochschule

Köln –haben ihrehohe Wirksamkeit bewiesen. Und

Bodystreet zeigt, was damit alles möglich ist:

•Bis zu 18-mal höherer Trainingseffekt als bei

herkömmlichem Krafttraining.

•Man kann mit 20 Minuten so viel erreichen wie

sonst mit bis zu 8x 45 Minuten!

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Bodystreet Gießen

Schiffenberger Weg27, 35394 Gießen.

Tel. 0641 /20938827

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Editorial

»Hast du noch einen schwarzen Zweier?« Unser Volontär Florian Dörr konnte diese Frage zunächst nicht beantworten,

weil er sich vor Lachen auf dem Boden kullerte, auf dem er zuvor gekniet und Legosteine zusammengebaut hatte. Ich

hatte ihn mit dieser Frage direkt zurück in seine Kindheit gebeamt. Sofort ist ihm in Erinnerung gekommen, dass es

genau diese Fragen nach schwarzen Zweiern, gelben Vierern und grünen Sechsern gewesen waren, die so manche

Nachmittage in seinem Kinderzimmer bestimmt hatten. Das brachte ihn nun zum Lachen. Und Sie? Sie wundern sich

jetzt bestimmt, dass wir in der Redaktion mit Legosteinen spielen? Dass wir fürs Bauen auch noch bezahlt werden?

Naja, ganz so ist es auch nicht. Blättern Sie einfach eine Seite weiter, dann werden Sie schon sehen, dass die Nachmittage

auf dem Boden der Redaktionsräume durchaus ihren Sinn hatten. Wir hoffen sehr, dass Sie beim Anschauen ebenso

viel Spaß haben werden, wie wir beim Bauen gehabt haben. Und falls nicht, dann erfreuen Sie sich einfach an den

anderen Themen – an Gießen 2012, dem Interview mit Sophie Berner, Gießens Sally Bowles, an der Suche nach dem passenden Fitnessstudio

oder dem chinesischen Neujahrsfest im Lokal International. Uns hat das alles großen Spaß bereitet.

Marc Schäfer

Inhalt

Foto: Geck

Foto: Wegst

BLICKPUNKT I 4

Gießen 20.11: Was hat die Stadt im vergangenen Jahr beschäftigt? Wir haben versucht, es

mit Lego nachzubauen und hoffen, dass unsere Leser so viel Spaß haben wie wir…

RAMPENLICHT 14

Tolle Rolle: Musical-Darstellerin

Sophie Berner im Interview

BLICKPUNKT II 10

Gießen 20.12: Was passiert im neuen Jahr?

Die streifzug-Höhepunkte

BRAD SHAWS KOLUMNE 13

STADTGESPRÄCH 18

Keine Ausreden: In Gießen findet jeder ein

passendes Fitness-Studio

BLICK IN DIE REGION 20

Pariser Geheimnisse: Georg Stefan Troller

liest auf Burg Gleiberg

UNTERWEGS 22

Das Auge isst mit: Die Gaststätte Failing in

Lahnau-Waldgirmes

AUSLESE 24

VERANSTALTUNGSKALENDER 27

MEDIATHEK 33

App, CD und Buch im Test

VINOTHEK 34

Wein des Monats

AM MAIN 35

Spektakuläre Bahnen: Minigolf in der

Zeil-Galerie

CAMPUS 38

Prost Neujahr: Chinesisches Neujahrsfest

im Lokal International

KULTUR 42

Alle Jahre wieder: Das OVAG-Neujahresvarieté

in Gießen

SPORTWELT 44

Mein erstes Mal: Kendo

SPERRSITZ 46

Neu im Kino: »Verblendung«

streifzug

IMPRESSUM

Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

Herausgeber: Mittelhessische Druck- und Verlagsgesellschaft

mbH

Druck: Dierichs Druck+Media GmbH & Co. KG, Kassel

Redaktion: Marc Schäfer (verantwortlich), Florian Dörr

E-Mail: streifzug@giessener-allgemeine.de

Verlag: Mittelhessische Druck- und Verlagsgesellschaft mbH

Marburger Straße 20, 35390 Gießen (zugleich auch ladungsfähige

Anschrift für alle im Impressum aufgeführten Verantwortlichen)

Erscheinungsweise: Der Streifzug erscheint monatlich in der

»Gießener Allgemeine Zeitung«, »Alsfelder Allgemeine Zeitung«

sowie in über 200 ausgewählten, stark frequentierten

Auslagenstellen. Auflage: 40000 Exemplare

Verantwortlich für Anzeigen:

Anzeigenleitung: Wilfried Kämpf

Anzeigenverkaufsleitung:

Ulrich Brandt, Tel. 0641/3003-224, Anschrift siehe oben

Gültig ist der Anzeigentarif Nr. 3 vom 1. Januar 2012

streifzug – Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

Titelbild: Sophie Berner / Foto: Wegst

Mitteilung gemäß § 5, Absatz 2 des Hessischen Pressegesetzes:

An der Finanzierung des Verlages sind beteiligt:

D. Obermann-Weller, Dr. Ch. Rempel, Dr. J. E. Rempel, Dr. M.

Rempel, B. Sälzer.

Sofern Sie Artikel dieser Publikation in Ihren internen elektronischen

Pressespiegel übernehmen wollen, erhalten Sie die

erforderlichen Rechte unter www.presse-monitor.de oder

unter Telefon 030/284930, Presse-Monitor Deutschland

GmbH & Co. KG. © Streifzug, Gießen

1/2012 streifzug 3


BLICKPUNKT

Gießen bleibt bunt vs. NPD, Sanierungsarbeiten am Schwanenteich, die Galerie Kaufhof

gibt die Schließung bekannt, die Dauerbaustelle in der Licher Straße sorgt für Unmut,

Baudezernent Rausch verabschiedet sich mit einem Brunnen, die Gegner der Landesgartenschau

machen mobil und das Gießener Brauhaus meldet Insolvenz an. Der streifzug

wirft einen Blick zurück auf die Themen des Jahres 2011 in Gießen. Zugegeben auf etwas

ungewöhnliche Art und Weise…

4 streifzug 1/2012


BLICKPUNKT

1/2012 streifzug 5


6 streifzug 1/2012

Alle Fotos: Geck


BLICKPUNKT

1/2012 streifzug 7


8 streifzug 1/2012


Gewinnspiel

Wir haben die Idee, den Jahresrückblick

mit Legosteinen nachzubauen,

nicht geklaut. Höchstens

ausgeliehen. Bei Christoph

Niemann und seinem Buch

»I LEGO New York«, das im

Knesebeck Verlag erschienen ist.

Mit nur wenigen Steinen schafft

es der bekannte Designer und

Illustrator, New York und das

Lebensgefühl dieser Stadt zum

Leben zu erwecken. Egal ob

Wahrzeichen, wie das Empire

State Building, oder Szenen des

alltäglichen Lebens im Coffee

Shop, Taxi oder in der Kulturszene

– seine Figuren und

Szenerien sind spielerisch leicht,

voll hintergründigem Humor

und bestechen durch ihren

Minimalismus. Seine Bilder, die

er zuerst in seinem New-York-

Times-Blog veröffentlichte,

haben die Herzen der New

Yorker und von Fans des »Big

Apple« auf der ganzen Welt erobert.

Niemann, Jahrgang 1970,

studierte an der Stuttgarter

Akademie der Bildenden Künste

und zog 1997 nach New York

City. Hier machte er Karriere als

Illustrator, Designer und Autor.

Seine Zeichnungen waren u.a.

auf den Titelseiten des New

Yorker, der Newsweek und des

Wired zu sehen. Seit 2008 lebt

Niemann in Berlin, arbeitet mit

zahlreichen renommierten

Magazinen und Zeitungen

zusammen und gestaltet seine

eigenen Werke. Sein Buch für

Jung und Alt regt zum Spielen

und Weiterbauen an! Und das

müssen auch Sie tun, wenn Sie

eines der Bücher gewinnen

wollen. Bauen Sie ihr »Ereignis

2011« nach und senden Sie ein

Foto davon per Email an streifzug@giessener-allgemeine.de

oder per Post an Gießener

Allgemeine, streifzug, Marburger

Straße 20, 35390 Gießen.

Die drei besten Einsendungen

honorieren wir mit jeweils

einem Buch.


BLICKPUNKT

Gießen 20.12

Eiszeittiere im Seltersweg, Blockbuster im neuen Ambiente, Verschönerungsarbeiten in der

Innenstadt, Weltstars in der Nachbarschaft, Geburtstagsparty im Mathematikum und

Europas längste Seilrutsche auf dem Schiffenberg. Der streifzug wirft einen Blick in die

Zukunft unserer Stadt und stellt dabei fest: Wir freuen uns auf 2012 in Gießen…

Zeichnungen: Wolfgang Schmelz

Am 17. Mai bricht der Kampf der Generationen

aus. Im ganz großen Stil und innerhalb

des Gießener Anlagenrings. Denn zur

neuen Urtier-Ausstellung wird die Innenstadt

unterteilt in verschiedene Epochen der

Erdzeit: Während am Elefantenklo noch die

letzten Dinosaurier ums Überleben kämpfen

werden, richten sich am Kirchenplatz bereits

Urmensch-Superstar »Lucy« und ihre haarigen

Gefährten häuslich ein. Nach der Dinosaurier-Schau

vor zwei Jahren wird den

Gießenern nun ein Spaziergang durch die

halbe Erdgeschichte geboten. Die Ausstellung

stellt die Evolution der Säugetiere vom

Aussterben der Dinosaurier bis zum Auftritt

des Menschen dar. Und bereits jetzt lässt

sich sagen: Gegen die fiesen Gesellen aus

Eozän oder Miozän waren die Dinosaurier

von 2010 regelrechte Schmusekätzchen. So

sah etwa der Andrewsarchus aus wie ein

Wolf, wurde aber zwei Meter hoch und

über fünf Meter lang. Ebenfalls einer, dem

man nur ungern in einer dunklen Ecke

begegnen möchte: Phorusrhacos, ein bis zu

300 Kilogramm schwerer Terrorvogel, der

sich von Säugetieren bis zur Größe einer

Antilope ernährte. Dass es diese Jungs und

ihre meist ebenfalls uncharmanten Zeitgenossen

bisher nicht in die Liga der lieb gewonnenen

Erdgeschicht-Popstars geschafft

haben, wird den Erfolg der Aktion nicht

schmälern. Denn nach der großen Sensation

der Dinosaurier-Schau, will Gießen nun

wissen, was Stadt, Hochschulen und Wirtschaft

in diesem Jahr bereitet haben. T-Rex

und Co. haben Lust gemacht auf mehr. fd

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BLICKPUNKT

Aus und vorbei – vorerst. Am Bahnhofsvorplatz

wird es vorläufig keine Fahrradtiefgarage

geben, wo der radelnde

Mittelschicht-Bahnpendler und Grün-

Wähler sein Alu-Schätzchen trocken und

bewacht gegen Gebühr unterstellen kann.

Der zuletzt auf Kosten von fast 16 Millionen

Euro angestiegene Umbau des Bahnhofsvorplatzes

kann so nämlich nicht mehr

umgesetzt werden. Grund: Ein Veto des

Regierungspräsidenten gegen die Finanzplanung

der Stadt, die bis 2015 eine Neuverschuldung

in Höhe von 33 Millionen

Euro vorsah, um die Landesgartenschau

und Begleitmaßnahmen wie den Bahnhofsvorplatz

bezahlen zu können. Nun müssen

die Stadtmütter kleinere Brötchen backen.

Konkret bedeutet das, dass das Fahrrad-

Parkhaus und das gesamte Treppenbauwerk

inklusive Kopfbau gestorben sind.

Gemacht werden sollen ab 2012 der Busbahnhof

und die Freifläche vor dem

Hauptgebäudes des Bahnhofs. Was aus der

städtebaulichen Kraut-und-Rüben-Meile

links der Bahnhofsstraße sowie der sanierungsbedürftigen

Treppe aus Kaisers Zeiten

werden soll, steht in den Sternen. Ein

Hochglanz-Projekt wird dieser Umbau

jedenfalls nicht mehr.


Die gute Nachricht zuerst: Es wird gebaut.

Die schlechte: Dass ab Herbst 2012 die

ersten Filme in Gießens neuem Kinopalast

laufen werden, wie es geplant war, ist nach

allerlei Verzögerungen eher fraglich. Aber

sei’s drum: Seit vor einigen Wochen die Bagger

am Berliner Platz anrückten und das erste

Baufeld einrichteten ist klar, dass eine lange

Geschichte happyenden wird. Seit 1996

hatten Kinobetreiber, Investoren und Stadt

an Gießens Mulitiplex-Zukunft geplant. Erst

im Flutgraben, als Nachfolgelösung für Sommerlad,

seit 2004 dann am Berliner Platz.

Was dort jetzt entsteht, ist das vermutlich

außergewöhnlichste Kinoprojekt des Landes.

Denn in dem Zwei-Gebäude-Komplex werden

nicht nur Filme gezeigt, auch die THM

wird das vom Darmstädter Unternehmen

Kinopolis/Theile betriebene Lichtspielhaus

für Vorlesungen und Seminare bis in den

Nachmittag mitnutzen. Wie diese Doppelnutzung

im Detail aussehen wird, darf mit

Spannung erwartet werden. Ein Kinositz, der

gleichzeitig den Anforderungen an einen

studentischen Arbeitsplatz genügen muss, ist

eine Herausforderung für jeden Architekten.

In den zwei Gebäuden sind neun Kino- bzw.

Hörsäle mit 1500 Plätze vorgesehen, darin

enthalten die Sitze des Theaterstudios. Der

größte Kinosaal wird über 470 Plätze verfügen.

Auf dem Berliner Platz, wo momentan

gearbeitet wird, entsteht der Südflügel mit

Eingangsbereich, einer auf zwei Stockwerke

verteilten Gastronomie und Seminarräumen

für die THM. Das eigentliche Kinogebäude,

in dem auch ein Theaterstudio vorgesehen

ist, wird dahinter als Nordflügel errichtet. Die

zwischen beiden Häusern gelegene Einfahrt

zur Tiefgarage des Rathauses wird mit einem

gläsernen Übergang überbrückt. Während in

Gießen die Vorfreude auf moderne Kinozeiten

wächst, stellen sich die Betreiber in

Lich (»Traumstern«) und Grünberg die bange

Existenzfrage. Zumal Kinopolis seine bestehenden

Gießener Kinos in der Bahnhofstraße,

am Ludwigsplatz und in der Frankfurter

Straße weiterführen will. 17 Kinosäle in

Gießen könnten für die Lichtspielhäuser im

Kreis einige zu viel sein.


Kinder und Erwachsene erleben Spaß,

Bewegung und Abenteuer. Weder werden

Masten aufgestellt noch Bäume angebohrt,

Vögel brüten gern mitten in den Parcours.

Die Stadtverordneten bleiben außen vor:

Eine schlichte Genehmigung der »Gewerbeansiedlung«

mit erwarteten 20000 bis

25000 Besuchern pro Jahr reicht aus. So

kündigten der Magistrat und die Firma

Forest Adventures im Sommer 2010 den

Kletterwald an, der eigentlich schon im

Frühjahr 2011 am Schiffenberg eröffnen

sollte. Ganz so reibungslos ging es dann

aber nicht: Naturschutzverbände meldeten

Protest an, zusätzliche Ausgleichsmaßnahmen

wurden nötig. Der »Workshop« mit

dem die Stadt die Wogen glätten wollte,

erreichte eher das Gegenteil: Nach stundenlanger

Beratung erfuhren die empörten

Bürger, dass das Vorhaben längst genehmigt

ist. Nun wird am Schiffenberg gebaut,

und aller Voraussicht nach gibt es 2012

grünes Licht für Wipfelstürmer: Vielleicht

schon im Frühjahr, ansonsten nach der

Vogelbrutzeit im Herbst. Ab dann geht es

rund auf »Deutschlands längster Seilrutsche«.

Aber fügt die sich wirklich unauffällig

in die Landschaft ein? Wie laut juchzen

diejenigen, die darauf über die Rodelwiese

sausen? Und werden aus Kritikern vielleicht

begeisterte Nutzer? Wir sind gespannt. kw

1/2012 streifzug 11


BLICKPUNKT

Die Beutelspacher'schen Vorsätze fürs

neue Jahr haben es in sich: Nicht weniger

als die Frischzellenkur für eine Institution

im deutschen Museumszirkus hat der

Leiter des Mathematikums für den Januar

geplant. Bereits nach einer zweiwöchigen

Auszeit möchte er sein Haus am 22. Januar

in neuem Glanz erstrahlen lassen: Geplant

ist ein Facelift mit 100 Neuerungen. Ein

durchaus straffer Zeitplan, den sich Prof.

Albrecht Beutelspacher und seine Kollegen

da gesetzt haben. Doch die Vorsätze

haben ihre Berechtigung: Denn das Haus

soll fit gemacht werden für das zehnte Jahr

seines Bestehens. Zwar sieht man es dem

Mitmachmuseum auf den ersten Blick

nicht an, doch vergnügten sich in den vergangenen

Jahren weit über 1,3 Millionen

Besucher an den Exponaten. Das hat Spuren

hinterlassen. Am Konzept soll sich nach

der Renovierungszeit im Januar jedoch

nichts ändern. Und das ist gut so. Denn die

Ausrichtung – den Besucher dort abholen,

wo er mit seinen Alltagserfahrungen steht,

und ihm aufzeigen, dass sich Mathematik

nicht auf schnöde Formeln beschränkt – ist

richtig und wichtig. Gerade für Kinder. Mit

dem alten Konzept, in der Umsetzung aufgehübscht

durch ein Facelift, ist das Mathematikum

gewappnet fürs mutmaßlich turbulente

Jubiläumsjahr.

fd

Was man von der Landesgartenschau

2014 2012 bereits sehen wird? Gute Frage.

Vermutlich ein paar Baustellen dort, wo die

Studis normalerweise ab Mai ihre abendlichen

Grillpartys feiern oder auf Tore, deren

Pfosten aus zwei Kleiderhaufen bestehen,

Bayern gegen Dortmund nachspielen.

Ein bisschen paradox ist das schon: Da machen

vorwiegend ältere Gießener Front gegen

eine Großveranstaltung, die ein vorwiegend

älteres Publikum anspricht.

Obwohl: Stadt und Gartenschau-Gesellschaft

geben sich allerlei Mühe, junges und

mittelaltes Publikum für die »neue« Wieseckau

zu erwärmen. Ein runderneuerter

Skaterpark, eine Spiellandschaft und ein

»grünes Klassenzimmer« für umweltpädagogische

Aktionen sollen die Kids begeistern.

Am Neuen Teich soll zudem eine

Plattform mit einem Café-Restaurant ins

Wasser gebaut werden, was allerdings die

Naturschützer auf die Palme bringt. Ob es

so weit überhaupt kommen wird, hängt

nicht zuletzt von jenen ab, die momentan

als »Baumschützer« und »Parkbeobachter«

– »Stuttgart 21« lässt grüßen – in den

Kampf gegen die Landesgartenschau ziehen.

Wenn sie ein Bürgerbegehren auf den

Weg bringen sollten, wären rund 57 000

wahlberechtigte Gießener aufgerufen,

noch einmal über die Gartenschau zu entscheiden.

Die Stadtpolitik hat das längst

getan, mehrfach, immer mit breiter Mehrheit

und stets pro Gartenschau. Dass die

Stadt Gießen eigentlich pleite ist, wurde

dabei übersehen. Aber es gibt noch einen

anderen Grund, warum die Landesgartenschau

unbedingt stattfinden muss.

Andernfalls würde die grüne Bürgermeisterin

Gerda Weigel-Greilich ihren neuesten

Spitznamen einbüßen: Lady Laga. mö

Der Hessentag in Wetzlar – das wird

die Großveranstaltung in Mittelhessen im

Jahr 2012, das sind zehn Festtage im Juni

»direkt nebenan«. Mit der Bahn ist es von

Gießen aus nur ein Katzensprung. Und

neben all dem »Landeskram« – Landesausstellung,

Trachtenland, Landesverbände,

Aktionsflächen, Kirchen, Natur und und

und – kommen auch echte Weltstars in die

Stadt an der Lahn. An der Spitze Lenny

Kravitz und Elton John, der amerikanische

Rockstar mit seinem unverwechselbaren

Retro-Stil und der britische Sänger und

Komponist. Sie spielen unter freiem

Himmel in der Hessentagsarena auf dem

Röhrenlager der Firma Buderus. Aber es

kommen noch viel mehr: Deutscher Rock

mit Tim Bendzko und Silbermond,

Badesalz vertreten die Hessen, Jürgen

Drews und Mickie Krause bringen Party-

Stimmung, Sasha macht als »Dick Brave«

auf Rock'n'Roll. Und der Tigerpalast

präsentiert sich mit der größten Varieté-

Show Deutschlands – und stellt für den

Hessentag eine eigene Inszenierung in der

Rittal-Arena auf die Beine. Das alles ist nur

ein kleiner Ausschnitt, insgesamt sind über

1000 Veranstaltungen geplant. Ständig

kommt Neues hinzu: www.hessentag-

2012.de.

süd

12 streifzug 1/2012


BRAD SHAWS KOLUMNE

Star sucht Happy End

Der Hessentag für Wetzlar, ein Kinopalast für

Gießen und meinetwegen auch ein Stadtschloss

für Berlin. I really don't care. Zumindest nicht

was die Arbeit überbezahlter Stadtplaner und

Stadtmarketing-Strategen angeht. Denn was sich

beide Berufsgruppen in einem Studium erarbeitet

haben, hatte ich mir bereits nach meinem

ersten Jahr als professioneller Single draufgeschafft:

nämlich Gestalten und Vermarkten.

Konsequenterweise will auch ich 2012 endlich

Kapital aus meinem Wissen schlagen.

Was die Gestaltung des Alltäglichen betrifft,

halte ich es mehr mit Pippi Langstrumpf als mit

Wirtschaftsgeografie: Ich mach mir die Welt, wie

sie mir gefällt. Was das Marketing betrifft, gehe

ich mit der Strategie des amerikanischen Modelabels

Abercrombie & Fitch: Manchmal muss

man sich ausziehen, um die PR-Maschine ins

Rollen zu bringen. Inzwischen bin ich meiner

Welt mein eigenes Event, ein Star! Jetzt will ich

auch da draußen berühmt werden. Ich könnte

sofort auf Tournee gehen oder sieben Jahre in

Tibet drehen. Denn das, liebe Leute, ist der große

Vorteil am alltäglichen Single-Dasein: Zu

Hause wartet niemand! Vor allem kein unverhofftes

Happy End.

Es ist genau die richtige Zeit, um berühmt zu

werden. In Europa tobt die Krise, in Asien ist

gerade ein Sack Reis umgefallen und »Miss

American Dream«, Britney Spears, ist 30 Jahre alt

geworden. Sie zieht sich glücklicherweise nicht

mehr aus. Die Menschen brauchen wieder

etwas, an das sie glauben können. Vor allem

jemanden, zu dem sie aufschauen. Und könnte

ich mit 174 Zentimetern Körpergröße dieser

eine werden, wäre das echt dufte. Seit Napoleon

wissen wir ja, dass kleine Menschen ganze

Weltreiche beherrschen können. Ich habe

zumindest das Ego eines Stars.

Viele berühmte Menschen sind klein und besitzen

ein übergroßes Ego. Die meisten davon

haben sich irgendwann mal ausgezogen. So wie

Madonna. Doch gelten für Schreiber die gleichen

Regeln wie für Showstars? Beide verbindet

zumindest die unausweichliche Notwendigkeit

des Exhibitionismus. Schreiber müssen allerdings

mehr leisten, als in St. Tropez gekonnt ohne

Bikinioberteil herumzulaufen, um Schlagzeilen

zu machen. Sie müssen nicht nur ihre erogenen

Zonen, sondern gleich ihr Innerstes nach Außen

kehren. Seelenstriptease also.

Publizieren ist im größeren Stil ein wenig wie

Online-Dating. Die Distanz zwischen Sender

und Empfänger ist weitläufig genug, dass sich

der Sender traut, Sachen zu erzählen, die er

an einer Bar selbst nach vier Cosmopolitans

und einem Jägermeister niemals loslassen

würde. Zumindest in meiner Welt ist das völlig

cool. Seit ich in meiner Homezone vermehrt

als Brad identifiziert werde, laufe ich aber mit

dem Wunsch durch andere Welten, die Hosen

doch lieber angelassen zu haben. Denn eine

Steigerung der Leserzahl bedeutet immer,

dass die Zahl der Mitwisser gewachsen ist. Will

ich wirklich, dass meine Frisörin weiß, dass

ich im Winter lange Unterhosen trage, und dass

ich auf die Missionarsstellung stehe? Und auf

Lukas Podolski?

»Ich glaube, Schriftsteller äußern sich zum Beispiel

ständig über Fußball, weil sie in der Schule

immer als letzte in die Mannschaft gewählt worden

sind«, verriet Autor Daniel Kehlmann 2009

der WAZ. Kehlmann – neben Umberto Eco und

Carrie Bradshaw einer meiner großen Vorbilder,

schrieb gleich einen ganzen Epsiodenroman

über das Thema »Ruhm«. In einer der neun

Geschichten, die sich zum Buch zusammensetzen,

geht es um einen verwirrten Internetblogger,

der sich nichts sehnlicher wünscht, als

einmal Romanfigur zu sein.

Nicht, dass ich mein Wort über das von Kehlmann

stellen würde – doch Folgendes sollte

klargestellt werden: Ich schreibe über Fußball,

weil ich Lukas Podolski wirklich von Herzen liebe,

ja! Und ich sehe mich eher in einer romantischen

Liebeskomödie als in einem Roman. Einfach,

weil Hollywood den Anspruch auf ein

Happy End hat, der den großen Schriftstellern

dieser Welt meistens genauso abgeht wie mir

die Abseitsregel.

Zumindest in Kombination betrachtet, birgt

Kehlmanns Output trotzdem entlarvende

Wahrhaftigkeit, die dem Waterloo meines Star-

Egos gleichkommt. Vermessen wir doch mal

meine Welt: Ich bin 31, Single und frustriert.

Konsequenterweise dreht sich bradsticks.com

um Beziehungen; und in meinen verzweifelten

Momenten wünsche ich mir, wie Arwen

Abendstern im »Herr der Ringe« für die unendliche

Liebe und einen Königssohn/Prinz

Poldi meine Alleinstellungsmerkmale aufzugeben

– und, als positiven Nebeneffekt, gewisse

Verwandte nie wieder sehen zu müssen. So

wie meine unverheiratete Tante Gerlinde. Ein

denkbar schlechtes Rollenvorbild!

In meinem Fall ist das Alleinstellungsmerkmal

übrigens, der coolste Single zu sein, den ich

kenne. In meiner Welt. Und ich habe im letzten

Jahr SEHR viele andere Singles in selbige gelassen.

Just saying… Genau in diesem Zustand

liegt das Problem. Denn wie Single-Ikone

Carrie Bradshaw richtig erkannt hat, ist es am

schwierigsten keine Beziehung zu haben, wenn

deine Arbeit darin besteht, zu schreiben wie

es ist, eine Beziehung zu haben. Und Überhaupt:

Was ist Ruhm in einer Welt, in der lediglich

ein verwirrter Internetblogger lebt? Es geht

nicht um eine Position. Es geht um Perfektion.

Wie im Fußball.

Deshalb im Namen der Rose: Ein weiteres Jahr

als Single halte ich NICHT aus. Also heiratet

mich von der Stelle weg, bevor ich doch noch

als Held einer never ending Tragikomödie

berühmt werde – und mit der Zahl der Mitwisser

gleich die Höhe meiner Mitgift steigt.

Bisher liegt sie bei 40000 Euro als Gegenwert –

für meine Schuhsammlung.

Ich bau ‘ne Stadt für dich und meinetwegen

auch ein Stadtschloss – mit begehbarem Schuhschrank

für mich.

Brad Shaw

Brad Shaw schreibt exklusiv Kolumnen

für den streifzug. Normalerweise veröffentlicht

der Journalist sie im Netz auf

www.bradsticks.com. Sein Blog befasst

sich mit Lifestyle, Fashion, Musik, Promis

und Kultur – und immer wieder

mit der Suche nach Mr. und Mrs. Right.

1/2012 streifzug 13


RAMPENLICHT

Sophie Berner:

Künstlerin durch und durch

Über 200 Mal hat Sophie Berner die Rolle der Sally Bowles im Musical Cabaret gesungen.

Auch am Stadttheater Gießen sorgt die als Gast engagierte Münchnerin dafür, dass die von

Cathérine Miville inszenierten Vorstellungen meist ausverkauft sind. Im streifzug spricht die

vielseitige Künstlerin über ihre Rolle, erklärt, warum sie niemals an einer Castingsshow

teilnehmen würde und bedauert, dass kein Mann ihr mehr die Tür aufhält.

Foto: Leis


RAMPENLICHT

Die ersten Aufführungen sind geschafft.

Was ist Ihr Eindruck von der Inszenierung?

SB: Es ist eine wunderbare Inszenierung.

Cabaret kann man auf viele unterschiedliche

Weisen inszenieren. In Gießen wurde die

große Variante mit Opernensemble und

Ballet gewählt. Ich finde diese Zusammenarbeit

mit dem ganzen Ensemble schön und

spannend. Gießen ist pompös, hat aber

nicht die Verruchtheit der 20er Jahre. Aber

das finde ich gut so.

Was gefällt Ihnen besonders?

SB: Ich mag, dass ich mehr Dialoge habe

und die Rolle der Sally dadurch tiefer geht.

Oft wird auf die Liebesbeziehung zwischen

Cliff und ihr nicht so viel Wert gelegt. Aber

hier hat meine Figur eine größere Dreidimensionalität.

Sally ist manchmal fast eine

Karikatur ihrer selbst. Und sie ist nicht greifbar,

wenn man ihr zu viel von den ruhigen

Momenten nimmt, in denen sie auch verbal,

also nicht nur im Gesang, zeigt, dass sie Cliff

liebt, dass etwas passiert ist in ihr, und dass

sie einen Zwiespalt hat zwischen dem Leben

im Club und dem Familienleben. Ich finde es

schön, dass sie hier greifbarer ist.

Warum entscheidet sich Sally am Ende

für den Kit-Kat-Club?

SB: Ich glaube, dass sie beides vereinen will,

wie eine moderne Frau auch. Job, Mann und

Kind. Sie denkt: Wieso geht das nicht? Und

dann fängt sie eine Revolution an und sagt:

Dann mach ich weiter. Die Hoffnung stirbt

bei ihr zuletzt. Sie will ein Star werden. Das

ist ihr größter Traum; der Grund für alles, was

sie bisher getan hat. Sei es mit ihren Chefs

zu schlafen oder auf der Straße zu leben, um

sich das Kleid für das Vorsingen kaufen zu

können. Singen, tanzen, Star werden. Das

ist Sally.

Die Rolle der modernen Frau in der

Gesellschaft wird also in Cabaret auch

schon thematisiert?

SB: Wir Frauen haben uns heute ja schon

ziemlich durchgesetzt (lacht). Ich bin so aufgewachsen,

dass ich als Frau in Deutschland

alles machen kann, auch wenn Männer teilweise

in verschiedenen Berufszweigen noch

mehr verdienen. Aber trotzdem:Ich kann

machen, was ich will. Im Gegenteil: Ich finde

sogar, dass es mit der Emanzipation zu weit

gegangen ist. Ich finde es sehr traurig, dass

sich eine Frau fast schämen muss, wenn sie

sagt: Ich will einfach nur Kinder kriegen und

zu Hause sein. Da sagt jede andere: Was?

Das kann wohl nicht dein Ernst sein? Diese

Frauen sind abgeschrieben. Ich fände es

schön, wenn es weiterhin möglich wäre,

dass Frauen Hausfrauen sein können, ohne

komisch angeschaut zu werden. Ich fände es

auch schön, wenn Männer ihre Höflichkeit

der Frau gegenüber nicht verlieren. Türen

aufhalten, Feuer geben. Das ist doch wahnsinnig

charmant. Ich kenne keine Frau, die

das nicht schön findet. Oder beim Gepäck

helfen im Zug. Da steht doch kein Mann

mehr auf. Das ist teilweise schockierend.

Nein. Das ist die Schattenseite der

Emanzipation…

SB: Ja. Das stimmt. Trauen sich die Männer

nicht, weil sie denken, dass ich sie anschreie?

Nein, das kann ich selbst. Der Mann hat womöglich

wirklich einfach Angst bekommen.

Das ist sehr schade.

Sie haben Sally Bowles schon so oft verkörpert.

Wie unterscheidet sich die Gießener

Inszenierung von den vielen anderen?

SB: In Berlin hat Vincent Petersen, ein Choreograf,

der mit Madonna und Michael Jackson

gearbeitet hat, das wahnsinnig toll durchgestaltet.

Das Bühnenbild bestand aus Bett,

Stuhl und Tisch – und alle Akteure waren in

den Umbau eingebunden. Das Stück war

richtig dreckig. Damals saß aber mal eine ältere

Frau im Publikum, die früher so eine Art

Kit-Kat-Girl war. Sie hat dann gesagt:Bei uns

war es noch viel dreckiger. Auch in Berlin

wurde mit der modernen Form der Sexualität

gespielt: Sado-Maso, Peitsche, Leder.

St. Gallen war dramaturgisch ähnlich wie in

Gießen aufgebaut. Allerdings gab es da kein

Fräulein Kost, die ja der Träger der Komik ist.

Der Conférencier hatte mehr Lieder. Mit

dem Song »Das alte Jahr, das neue Jahr« wurde

der Nationalsozialismus viel stärker angedeutet.

Am Schluss fielen 20 große Hakenkreuzfahnen

von der Decke. Das Stück fing

an in einem Haufen voller Menschen und

endete in einem Haufen voller verbrannter

Menschen. Ich stand oben und war zu den

Nazis gegangen. Auch die Kostüme waren

sehr modern. Ich weiß noch, dass die damals

extra auf einer Sexmesse eingekauft wurden.

Die Premiere in Gießen wurde vom Publikum

gefeiert…

SB: Das stimmt. Ich war auch sehr zufrieden

damit. Ich kann es zwar nicht beurteilen,

weil ich nicht weiß, wie in Gießen sonst der

Applaus ausfällt, aber das Stück hat das Publikum

mitgerissen. Ich kann mir aber ehrlich

gesagt auch nicht vorstellen, dass Cabaret

nicht ankommt beim allgemeinen Publikum.

Kritiker mal ausgeschlossen. Ich habe mich

jedenfalls sehr gefreut, dass es so gut ankam.

Erhöht eine so erfolgreiche Premiere

denn bei den kommenden Aufführungen

nochmals den Druck?

Foto: Wegst

Die Sängerin, Schauspielerin und Tänzerin

Sophie Berner (Foto/gemeinsam mit

Andrea Matthias Pagani) gilt als eine der

vielseitigsten Bühnenkünstlerinnen der

jungen Generation. Sie überzeugt nicht

nur mit darstellerischem Talent, der Fähigkeit,

witzig, sexy, burschikos, komödiantisch

und im nächsten Moment ernsthaft

zu sein, sondern auch als Interpretin von

anspruchsvollen Chanson- und Songklassikern.

Weil Sie nicht nur interpretiert, sondern

mit warmer, variabler und facettenreicher

Stimme fantasievoll irritiert und

gängige Erwartungen mit unerwarteten

Phrasierungen und spielerischer Leichtigkeit

originell unterläuft. Bereits mit 17 Jahren

bestand sie die Aufnahmeprüfung an

der Bayerischen Theaterakademie August

Everding in München und trat schon

während des Studiums in diversen Musical-Produktionen

auf, so u.a. 2005 in Der

kleine Horroladen. Beim renommierten

Bundesgesangswettbewerb Berlin gewann

sie nicht nur den 1. Preis in der Kategorie

Musical, sondern auch den Gisela-May-

Stiftungspreis für Chanson. Nach dem großen

Abschlusskonzert des Wettbewerbs

im Friedrichstadtpalast wurde sie von der

Berliner »Bar jeder Vernunft« als Sally Bowles

in Cabaret engagiert. Mittlerweile hat

sie diese Rolle über 200 Mal gesungen

und gespielt – u.a. am Deutschen Theater

München, der Staatsoper Hannover und

am Tipi am Kanzleramt. Die Bild titelte

2010: »Berlin hat seine Minelli wieder!«.

2009 sang Berner die Mercedes aus Der

Graf von Monte Christo. Mit Soloprogrammen

wie Sophies Welten – einer

witzig-spritzigen Revue mit unsterblichen

Chansons und Liedern von Greco, Aznavour

oder Streisand – gastierte sie in ganz

Deutschland. Kürzlich gab sie ein Benefizkonzert

für und mit John Malkovich und

trat als Kulturrepräsentantin von Berlin in

New York, Moskau und Tel Aviv auf.

Für die Cabaret-Vorstellungen am Stadttheater

gibt es am 15. und 22. Januar nur

noch Restkarten. Am 1. Januar gehen die

Karten für weitere Termine in den VVK.

1/2012 streifzug 15


RAMPENLICHT

SB: Nein. Ich hatte keinen Druck. Seit ich auf

der Bühne stehe, spüre ich furchtbare Aufregung

und eine Art Ehrfurcht, aber ich habe

gelernt, zu akzeptieren, dass es Dinge gibt,

die ich nicht beeinflussen kann. Jeder im

Team hat seine Aufgabe, man arbeitet sechs

Wochen zusammen daran und schaut, dass

man auf einen Nenner

kommt. Und dabei muss

man Dinge einfach abgeben.

Ich bin unglaublich

glücklich mit meinem

Cliff. Wir sind ein super

Team, was wahnsinnig wichtig ist. Alle, der

Musikalische Leiter, die Regisseurin Cathérine

Miville, der Conférencier, Cliff und die anderen,

alle ziehen an einem Strang. Es war

schon eine wunderschöne Probenzeit.

Sie reisen zu den Aufführungen aus München

an. Was außer Gießen steht noch in

ihrem Terminkalender?

SB: Im Moment nicht viel (lacht). Zum ersten

Mal seit sechs Jahren habe ich ein bisschen

Zeit. Ich habe im Dezember ein Musikvideo

gedreht für ein eigenes Lied. Das mache ich

nebenbei. Seit zwei Jahren arbeite ich an

diesem »Geschäftszweig«. Es soll demnächst

so richtig anlaufen.

Welche Richtung schlagen sie da ein?

SB: Das ist schwer zu sagen, weil es so vielseitig

ist und ich mich nicht einschränken

will. Ich schreibe deutsche Texte. Es geht in

Richtung Soul, Singer-Songwriter, Chanson.

Im Moment stehen keine Termine an, weil

ich an einem neuen Programm arbeite.

»Castingshows sind für

mich keine Option«

Streben Sie also eine Solokarriere an?

SB: Warum nicht? Ich werde es zunächst

über Youtube versuchen. Es kommen

zwar auch immer Leute auf mich zu und

sagen, ich solle es bei einer dieser Castingshows

versuchen, aber das ist für mich keine

Option.

Warum nicht?

SB: Weil ich glaube,

dass dieser Markt in

Deutschland noch sehr

kurzlebig ist. Außerdem

möchte ich nicht, dass mein ganzes Leben

in der Öffentlichkeit breitgetreten wird und

ich keine Kontrolle mehr darüber habe, was

ich erzählen möchte und was nicht. Wissen

Sie, ich habe gestern bis um drei Uhr morgens

die Wiederholung von »The Voice of

Germany« gesehen, weil es mich schon

interessiert und auch Kollegen und wirklich

sehr gute Leute dabei sind, aber ich wollte

da nicht auf der Bühne stehen. Obwohl:

Man soll ja niemals nie sagen. Mal sehen,

wie sich das Format in Deutschland noch

entwickelt.

Was muss ein Star denn haben?

SB: Schwer zu sagen.

Zum Beispiel Sting,

der macht seine Musik,

immer neu, immer

innovativ, aber der

steht nie in irgendwelchen

Blättern. Wissen Sie, wenn jemand so

unbedingt ein Star sein will, nur um des Starseins

willen, dann ist das abturnend. Zum

»Die glücklichsten Momente

sind nicht, wenn alle jubeln«

Beispiel die Sängerin von »Mr. Vain«, die war

schon an der Spitze, hat es aber nie zur Solokarriere

geschafft. Die kommt zum Casting

und sagt, sie will Star sein. Das finde ich seltsam.

Meine glücklichsten Momente sind

nicht die, in der mir alle zujubeln, sondern

zum Beispiel die, wenn ich ein Musikvideo

gedreht habe, und ich es so richtig gut finde.

Dann ist Sting für Sie ein Star, nicht weil er

unbedingt Star sein will, sondern weil er

seine große Leidenschaft für die Musik

auslebt?

SB: Genau. Ich bin auch Musical-Darstellerin

geworden, weil ich nicht anders kann. Natürlich

wünsche ich mir, dass andere gerne

hören und sehen, was ich tue. Nur für mich

aufzutreten, wäre ja auch unsinnig. Als ich

kürzlich einmal längere Zeit krank war und

nicht auftreten konnte, habe ich wieder gespürt,

wie tief meine Leidenschaft für diesen

Beruf ist. Ich bin durch und durch Künstlerin.

Ich kann einfach nicht anders.

Was hat Ihre Leidenschaft für das Musical

entfacht?

SB: Ich würde das nicht auf das Musical

beschränken, denn ich bin auch allgemein

der Kunst gegenüber

offen. Ich war furchtbar

schlecht in der

Schule, nur in Musik

und Kunst war ich

super. Ich habe mit

17 Jahren die Realschule abgeschlossen und

kam dann nebenbei durchs Singen zu einer

Gesangslehrerin, die gesagt hat: Du musst

zum Musical. Sie hat mich zu einer Schauspiellehrerin

geschickt. Dort habe ich mich

ein halbes Jahr lang auf die Castings für

Musicals vorbereitet und habe Tanzunterricht

genommen. Sechs Monate Vollgas. Ich hatte

vorher mit Musicals überhaupt nichts zu tun.

Ich komme nicht einmal aus einer Familie,

die ins Musical geht. Eine ganze andere

Welt. Aber ich habe es geschafft. In München.

Das war ideal, denn ich konnte

zu Hause wohnen bleiben. Erst nach der

Aufnahmeprüfung habe ich verstanden,

was Musical wirklich ist. Es hat sich dann

schnell eine unglaubliche Freude am

Spielen und am Interpretieren von Liedern

entwickelt. Nach zweieinhalb Jahren stand

ich schon auf der Bühne. Das ging alles

so schnell.

Cliff Bradshaw (P. Thomas) und Ernst Ludwig (L. Goldbach) im Streit.

Foto: Wegst

Sehr schnell und ohne Pause…

SB: Ja, ohne Pause. Zum Glück. Pausen halte

ich nicht aus. Aber ich spiele auch nicht alles.

Ich gehe nur zu ausgewählten Auditions.

Wenn ich gehe, will ich die Rolle haben. Unbedingt.

Ich will mir treu bleiben.Wenn ich

16 streifzug 1/2012


RAMPENLICHT

etwas mache, dann auf jeden Fall nur mit

ganzem Herzen.

Nach welchen Kriterien wählen Sie aus?

SB: Ist es ein Thema, das mich interessiert?

Ist es die Musik, die mir gefällt? Würde ich

mich selbst besetzen? Bin ich im richtigen

Alter dafür? Ich habe zwar auch schon eine

50-Jährige gespielt, die Mercedes in Der Graf

von Montechristo, aber ich bin nicht für

diese Rolle hingegangen, sondern für die

Piratenbraut. Der Komponist Frank Wildhorn

selbst hat aber gesagt, du bist meine Mercedes.

Und ich habe die auch mit großer Freude

gespielt. Ich selbst hätte mir diese Rolle

nicht angedacht.

Zurück nach Gießen. Neben dem großen

Lob gab es auch Kritik, dass Intendatin

Cathérine Millville, die aktuelle Nazi-Diskussion

in Deutschland nicht aufgegriffen hat…

SB: Es ist ihre Entscheidung, wie stark sie das

NS-Thema behandelt. Es ist mir auch aufgefallen,

dass es nicht so vordergründig ist.

Unabhängig, ob es gerade in der Diskussion

ist oder nicht. Ich hätte das Thema wahrscheinlich

stärker behandelt, weil ich finde,

dass es ein wichtiger Teil des Stückes ist. Ja,

ich hätte es eventuell etwas stärker betont.

Foto: Wegst

Was hätten Sie anders gemacht?

SB: Da möchte ich mich fast nicht einmischen.

Das ist nicht mein Bereich. Ich habe

aber auch schon mal gedacht, ich müsste

das Stück mal inszenieren, weil ich es schon

so oft gespielt habe. Ich habe so viel Inspiration

bekommen (lacht). Aber was ich sagen

kann, den Bruch zwischen

unglaublicher Leichtigkeit

und der aufkommenden

Angst, den finde ich spannend.

Ein Bezug zur Aktualität hätte sich in der

Tat angeboten, häufig wird das aber auch

übertrieben.

SB: Stimmt. Aber sie haben recht. Ich war

neulich in einer grausamen Oper. Die Darsteller

fingen plötzlich an zu koksen. Riesige

Lines, damit man es auch hinten sieht. So

was kann ich nicht mehr sehen. Die Opernleute

können jetzt auch koksen. Toll.

Wie schätzen Sie denn die Bedrohung

durch den Nationalsozialismus heute, verglichen

mit damals, ein?

SB: Ich sehe das heute nicht als Bedrohung.

Ich bin überzeugt, dass so ein extremer Rassismus

bei uns in Deutschland heute keine

Chance mehr hat. Das ist unvorstellbar. Kriege

wird es immer weiter geben. Klar. Wenn

das aufhören sollte, müssten wir alle zu

»Ich hätte das NS-Thema

stärker behandelt«

Beeindruckende Präsenz: Sophie Berner als Sally Bowles.

irgendeiner Sache »Ja« sagen. Menschen

werden heute immer aufstehen, wenn ihnen

etwas nicht passt. Hoffentlich.

Sally hat die Ausmaße

damals nicht erkannt.

Sie sieht nur ihre Karriere

und ordnet dem

Traum vom Starsein

alles unter. Sie auch?

SB: (lacht) Nein. Dazu bin ich zu wenig Träumerin.

Klar, ich höre auf mein Herz und

schaue, dass ich richtige Entscheidungen treffe,

aber ich tue nicht alles dafür. Ich habe

drei Plattenverträge abgelehnt, weil ich nicht

in eine Schublade gesteckt werden wollte.

Vielleicht wird das mal der Grund sein,

warum mich nie viele Leute hören werden.

Aber es gibt Kompromisse, die ich nie eingehen

würde.

Zum Beispiel?

SB: Etwas machen, das

mir nicht gefällt. Ich

weiß, dass ich dann

nicht funktioniere. Ich arbeite gerne und viel,

aber ich werde sehr schnell müde, wenn ich

keinen Spaß habe. Dann höre ich auf zu

brennen.

»So ein extremer Rassismus

hat keine Chance mehr«

Wie muss Ihr Leben inszeniert sein, damit

Sie weiter brennen?

SB: Es muss spannend sein. Mein Leben war

bis jetzt immer eine Wellenbewegung. Ich

hatte tolle Momente, bin auf Wolke sieben

geschwebt; ich habe aber auch schon ganz

unten herumgegraben. Aber so muss es sein.

Ich will ein durchwachsenes Leben. Ich bin

süchtig danach, ich liebe die Aufregung, ich

mag die Liebe und die Herausforderung.

Welche Rolle fehlt Ihnen noch dazu?

SB: Es gab zuletzt zwei Rollen, die ich gerne

gespielt hätte, die ich aber nicht bekommen

habe. Das hat mich sehr traurig gemacht. Die

Fosca in Passion. Es handelt von einer Frau,

die Schwindsucht hat. Sie ist hässlich, alleine

und traurig, aber sie verliebt sich in einen

schönen Mann. Ihre Liebe ist so überirdisch,

dass sie solch eine Kraft

entwickelt, dass er sich

in sie verliebt. Ich mag

Rollen, die einen Kampf

mit sich selbst beinhalten.

Das ist sehr erfüllend.

Die zweite Rolle war die Roxie in dem

Musical Chicago. Da war ich leider nur zweite

Wahl. Aber kommen Sie, reden wir nicht

darüber (lacht).

Marc Schäfer

1/2012 streifzug 17


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Keine Ausreden

Neujahr hat eine konzeptionelle

Schwäche: den Winter. Nicht nur ließe

sich das Feuerwerk viel leichter ertragen,

wenn die Füße nicht frieren würden.

Auch hätten die traditionellen Vorsätze

zum Jahresbeginn im Sommer

eine höhere Lebenserwartung. Denn

wer, der sich für 2012 mehr Bewegung

verordnet hat, joggt schon gerne über

verschneite Wege oder fährt Rad bei eisigem

Wind? Weil selbst der streifzug die mangelhafte

Terminierung des Jahresumbruchs nicht

beheben konnte, haben wir uns auf die Suche

nach anderen Lösungen gemacht. Zwölf

konnten wir in Gießen finden: Fitnessstudios

sind ein Segen für jeden Vorsatz, der mit Bewegung

zu tun hat. Denn dort lässt es sich

wohltemperiert, trocken und windstill trai-

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Mo.–So. 0–24 Uhr

nieren. Und dennoch gibt es Unterschiede:

Manchmal kann sich der Sportfreund nach

dem Pumpen in einer Sauna entspannen.

Nebenan muss er 50 Cent für die Dusche

zahlen. Hier wird er stets von einem Trainer

beobachtet. Und dort kann er sich nach der

Körperertüchtigung an der Bar einen Krafttrunk

gönnen. Mit jedem potenziellen Argument

gegen die sofortige Umsetzung sinkt

die Lebenserwartung eines guten Vorsatzes.

Wer sich für das neue Jahr ein

Mehr an Sport verordnet hat, wird vom

streifzug unterstützt: Wir haben die heimischen

Fitnessstudios nach sechs zentralen

Kriterien bewertet. Grün bedeutet

vorhanden. Rot heißt: gibt es in

diesem Studio nicht. Also los! Und

keine Ausreden!

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Sportstudio drei F. S.

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1/2012 streifzug 19


Pariser

Geheimnisse

Georg Stefan Troller liest am 25. Januar auf Burg Gleiberg

Fotos: no

Nein, er lässt es nicht zu, dass man ihn »Frankreichs Kulturbotschafter in Deutschland« nennt

oder einen »Filmfeuilletonisten«. Nein, er sei nicht das Pariser Kind, so sehr man ihm auch die

Rolle des Gutmenschen aus der Seine-Metropole zuordne. Nein, Paris sei auch nicht seine

Heimat, sagte er jüngst während eines Besuches des streifzugs in seiner Wohnung im siebten

Arrondissement, unweit des Eiffelturms – obwohl er seit über 60 Jahren dort lebt. Er sei nur zu

Gast. Wie Heine oder Hemingway es waren, Joseph Roth und unzählige Namenlose. Am

25. Januar kommt Georg Stefan Troller auf die Burg Gleiberg. Dort liest der 90-jährige Schriftsteller,

Fernsehjournalist, Drehbuchautor, Regisseur und Dokumentarfilmer aus seinen Büchern.

»Das bisschen Heimat, das ich brauche,

nehm ich an den Schuhsohlen mit«, zitierte

Troller bei einer Schale Kaffee und frischer

Tarte aux pommes den Kollegen Rainer

Werner Fassbinder. Wenn er denn – eher

ungern – seine Heimat definieren solle,

dann sei das da, wo man als Kind seine

ersten Erlebnisse macht. Das war bei Troller

Wien. Aber lassen wir Österreich für den

Moment, notieren hierzu nur noch die

Äußerung, er sei »Weltbürger«.

Wir mussten über Paris reden, weil er uns

diese Stadt gelehrt hat. Uns und unseren

Eltern. Zunächst in lebhaften Radioreportagen,

dann – von 1962 an – in rund

50 Ausgaben der ARD-Sendereihe »Pariser

Journal«. Deutschland war im Wirtschaftswundertaumel,

da delektierte sich zumindest

das aufgeweckte Bürgertum an diesen

Bildern und Szenen aus einer scheinbar

vollkommen anderen Welt. Troller weiß:

»Paris stellte zu jener Zeit ungefähr das

dar, was Rom zur Goethe-Zeit gewesen

sein muss: ein geträumter Ort der Lebensqualität,

eine romantische Projektion der

eigenen Sehnsüchte nach intensiverem

Dasein und mehr Lässigkeit.«

Und er wusste, wie man diesem Affen

Zucker gibt, hatte die Rezeptur, selbst

wenn die oft nicht im Einklang stand mit

den Vorstellungen der Redaktion. Eines der

Vorbilder: Die Buchreihe »Was nicht im

Baedeker steht« mit, unter anderem, einem

20 streifzug 1/2012


BLICK IN DIE REGION

Riviera-Bummel, voller Zuneigung beschrieben

von Erika und Klaus Mann. »Absolut

treffend« sei der Vergleich. »Das hat

mir gefallen, das wollte ich: Auf diese Art

zu berichten, ein schräges Seitenlicht werfen

auf die Dinge.«

Er holte sich die Existenzialisten vor die

Kamera, die ganz besonderen Köpfe und

Gesichter: Chevalier und Piaf und Aznavour,

Barbara (»Göttingen«), die Gréco und

Jacques Brel. Die Modezaren von Dior bis

Chanel und Cardin. Er streifte durch verschwindende

Viertel, nachgerade durch

den Osten: Belleville, Ménilmontant, über

die Place des Fêtes. Er zeigte die Passagen,

die Hinterhöfe, die Galerien. Bei ihm

kamen die Schrägen zu Wort, die Ausgegrenzten.

Unvergessen (und in »Mein

Paris«/1970 dokumentiert) die Reportage

von der Clochard-Weihnacht unter der

Tournelle-Brücke.

Selbstredend ist das Troller-Buch »Pariser

Journal« aus 1966 nichts anderes als eine –

damals sensationelle – Fortschreibung der

»Was nicht im Baedeker steht«-Reihe:

Voller hintergründiger Erzählungen und,

mehr noch, präziser Anregungen, wie man

halbwegs abseits ausgetretener Pfade Paris

entdecken kann. Ein bibliophiles Juwel!

Troller faszinierte immer schon dieses alltägliche

Paris, dessen Spuren aber, wie er

in seiner »Selbstschreibung« festhielt, »so

versessen getilgt werden wie Falten bei

einer Schönheitschirurgie«. Er war dauernd

unterwegs in dieser unbändig mutierenden

Stadt, sog alles in sich auf, blieb Beobachter.

Und er blieb der subjektiv fragende,

der nachsetzende Journalist: Seine Interviews

sollten nie »das kriecherische

Gefälligkeitsgespräch sein, in dem man

Leuten untertänigst ihre längst bekannten

Standpunkte abfragt, ohne nachzuhaken«.

Er sprach und spricht auf Augenhöhe, die

er im Verlauf eines Interviews fragend

erlangt.

Zeitensprung: Drei Jahre ist es her, da legte

der Verlag Artemis & Winkler Trollers »Paris

geheim« auf: Fast 300 Seiten voll mit »unbekanntesten,

aufregendsten und verlockendsten

Orten und Adressen in Paris«.

Mit diesem Buch knüpfte er nahtlos an die

»Journal«-Jahre an. Herzerfrischende Sprache,

voller Witz die vermittelten Gedanken.

Geschickt gewählt die Wege durch

den sich dauernd verändernden Großstadtdschungel

(Ideale Ergänzungsliteratur: Eric

Hazan »Die Erfindung von Paris. Kein Schritt

ist vergebens.«)

Dieses »Paris geheim« steht auf dem Plan,

wenn Troller im Januar in Wettenberg zu

Gast ist in einer Veranstaltung der dortigen

Deutsch-Französischen Gesellschaft in

Kooperation mit dem Literarischen Zentrum

Gießen. Daneben »Vogelzug zu

anderen Planeten«; eine Wiederbegegnung

mit Antoine de Saint-Exupéry und dessen

»Der Kleine Prinz«. Vor allem aber auch

»Selbstbeschreibung« – das unbedingt

Muss für all jene, die den gebürtigen

Österreicher mit der US-amerikanischen

Staatsangehörigkeit bislang eben nur übers

»Pariser Journal« definierten.

Darin geht es dann tatsächlich um Heimat

und Herkunft, um die jüdische Identität

und die Emigration, um die Angst im von

Deutschen besetzten Paris, die Flucht nach

Amerika via Marseille und Casablanca, die

Rückkehr als US-Soldat und später als Student,

das journalistische und mehr noch

das filmische Schaffen, um Begegnungen

rund um den Erdball, um ein spannendes

Leben. Um Selbstentdeckung und Selbstrettung,

ums Lernen am Exempel. »Es

scheint mir – aber vielleicht ist das nur ein

Selbsttrost –, dass ich ziemlich genau das

gemacht habe, wozu ich geschaffen bin.

Der lebende Beweis dafür, dass innere

Form sich zu äußerer Form auswächst.

Was in dir unbewusst angelegt war, wird

bei genügend günstigem Wind und viel

Standhaftigkeit zu dem, was du bist.«

Norbert Schmidt

GEWINNSPIEL

Gemeinsam mit der Deutsch-Französischen

Gesellschaft Wettenberg und

dem Literarischen Zentrum Gießen

verlost der streifzug 3x2 Karten für die

Lesung von und mit Georg Stefan

Troller am 25. Januar auf der Burg

Gleiberg. Beginn der Veranstaltung mit

dem vielfach ausgezeichneten Journalisten

und Schriftsteller ist um 19 Uhr.

Der Eintritt beträgt 10 Euro im Vorverkauf;

12 Euro (AK).

Wer jeweils zwei Karten für diesen

vielversprechenden Abend gewinnen

möchte, sollte folgende Frage beantworten:

In welchem Pariser Arrondissement

lebt Troller?

Die Lösung sollten Sie bis zum 20.

Januar per Postkarte an streifzug, Marburger

Straße 20, 35390 Gießen oder

per E-Mail an streifzug@giessenerallgemeine

senden. Bitte vergessen Sie

das Kennwort »Troller« nicht. Der

Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel

Glück und schon jetzt einen schönen

Abend wünscht das streifzug-Team.

Georg Stefan Troller in seiner Pariser Mansardenwohnung.

1/2012 streifzug 21


UNTERWEGS

»Failing«

Rodheimer Straße 5 · 35633 Lahnau-Waldgirmes · Telefon 06441/63333

Das Auge isst mit!? Das Auge? Ich habe noch

nie ein Auge essen sehen. Allerdings können

visuelle Reize, die über die Netzhaut in das

Gehirn transportiert werden, zum Essen anregen.

Erst recht, wenn es sehr liebevoll und

geschmackvoll angerichtet ist. Wie beim Failing,

dem Restaurant in Waldgirmes.

Inzwischen als Geheimtipp etabliert, freut

sich Inhaber Zeki Kazan über ein »Stammpublikum,

das einen Radius von etwa 30 km«

abdeckt. Zwar ist es etwas unscheinbar in

der Rodheimer Straße gelegen, und auch die

Inneneinrichtung sucht bewusst nicht die

Nähe zur elitären Staffage (»Wir wollen nicht

künstlich modern wirken«), allerdings das,

was aus der Küche auf dem fein dekorierten

Tisch landet, hat schon einen überdurchschnittlichen

Anstrich. »Mir ist egal, ob ein

Gast zehn oder 100 Euro ausgibt. Mir ist

wichtig, dass die Gäste zufrieden sind und

wiederkommen wollen.«

22 streifzug 1/2012

Fotos: htr

Kazan und sein Team aus zwei Köchen, zwei

Küchenhilfen und vier Servicekräften wird

2012 Zehnjähriges feiern können. Der familiäre

Betrieb wurde dazu erst vor vier Monaten

einer grundlegenden Renovierung unterzogen.

Doch mehr oder weniger alles

Makulatur im Vergleich zu dem, was die

Küche zu bieten hat.

Wer vor dem Hauptgang schon einmal seine

Geschmacksnerven in Wallung bringen

möchte, dem sei ein mediterraner Teller (7,50

Euro) mit luftgetrocknetem Schinken, italienischer

Salami, mariniertem Gemüse und

Mozzarellatomaten ans Herz gelegt – oder

Carpaccio Classico (10,90) mit Trüffelöl,

Rucola und Parmesanspalten, verfeinert

mit Limonen-Basilikum. Besonders sei Zweierlei

empfohlen. Salat in allen möglichen Variationen

und Hähnchenbrustfilet.

Was neben dem vorzüglichen Geschmack

immer wieder Gefallen findet, ist das Arran-

gement auf dem Teller. Hier wird nicht nur

eine Salatsorte in die Schüssel und Sauce

darübergekippt, von wegen! Feldsalat,

Rucola, Lollo Rosso, Radicchio und Batavia

kommen genauso zum Einsatz wie Melone,

Mandelsplitter, Granatäpfel, Pilze, Dill, Spaghettistangen,

Gurken und Tomaten – alles

zusammen wird mit langen Karotten- und

Rettichstreifen als Salatnest präsentiert. Das

Hähnchenbrustfilet vom Grill wird als Exotikvariante

(14,20) mit Ananas und Aprikose

überbacken und mit Gemüse und Kartoffelrösti

in Curry-Pfeffer-Sauce serviert.

Nach seinen Spezialitäten befragt, empfiehlt

Kazan Argentinisches Rumpsteak vom Grill

(ab 16,40) und Fisch, zum Beispiel Dorade,

Seeteufel oder Seezunge. »Ganz wichtig ist

mir, dass jeder Gast das Beste bekommt.«

Auch deshalb lässt es sich der vor 22 Jahren

aus der Türkei nach Deutschland gekommene

inzwischen 38-jährige Kazan nicht nehmen,

selbst die Einkäufe vorzunehmen.

In diesen Tagen wird jahreszeitgemäß u.a.

mit rosa gebratenem Entenbrustfilet in Granatapfelsauce

mit hausgemachten Bandnudeln

(18,90 Euro) oder Rehgulasch und Gänsekeule

(je 15,90) oder Lammfilet in Granatapfelsauce

mit Marktgemüse und Rosmarinkartoffeln

(20,90) geworben.

In der Karte entdeckt der Gast ebenso Pastagerichte

wie Schnitzelvariationen und Pizzen,

als »süßes Finale« dürfen auch die Nachspeisen

nicht fehlen wie gefüllter Palatschinken,

Panna Cotta oder Zabaione.

Kazan, der stets um die 150 Flaschen »anspruchsvollen

Wein« vorrätig hat, legt Wert

auf die gastronomischen Tugenden »Freundlichkeit,

Sauberkeit, Qualität«. Auf der Hand

liegt, dass dies alles nicht zum Schnäppchenpreis

zu haben ist. Aber der eine oder auch

die zwei Euro, die manches Gericht als »Aufschlag«

erfordert, sind es wert. Denn Wert

hat seinen Preis. Und, wenn ich so auf meinen

Salat mit Hähnchenbruststreifen schaue:

Das Auge isst doch mit. Ronny Th. Herteux

Im Überblick

Sitzplätze: 120 im Restaurant, 50 in

einem separaten Raum, 75 auf der

Terrasse

Küche: Internationale Küche

Spezialitäten: Arg. Rumpsteak, Seeteufel,

Salate, Hähnchenbrustfilet

Öffnungszeiten: Täglich von 11.30

bis 14 Uhr und von 17 bis 23 Uhr.

Sa.: 17 bis 23 Uhr. Kein Ruhetag

Küche ★★★✩

Ambiente ★★✩✩

Service ★★★✩

Preise UUU


UNTERWEGS

…auf der Bühne des »Jokus«

The Pusher – Vier sexy Jungs aus Schweden

Bei ihrem Gastspiel in Gießen als Support-Act von Sunrise Avenue ließen die Schweden

von The Pusher die Herzen höher schlagen und wussten mit energiegeladenem und eingängigem

Poprock zu begeistern. Den Mädchen im Publikum dürften es vor allem Schlagzeuger

Pontus Karlsson mit seinen Engelslocken und der an Robert Pattinson erinnernde

Keyboarder John Hårleman angetan haben. Entsprechend lang war die Schlange, als sich

die sympathischen Jungs nach dem Konzert am Merchandising-Stand zeigten. Grund genug

für DTT-Konzerte, die Schweden zurückzuholen. Am 11. Januar (20 Uhr) gastieren

Frontmann Jakke Erixson und seine Kollegen im »Jokus«. Dabei bieten The Pusher keinen

x-beliebigen Pop-Rock, sondern schaffen sich auf der Bühne Spielraum für verrückte Sachen,

Exzentrizität und Dumme-Jungen-Streiche. Es ist die raue Live-Energie, die die Band

zu einem Erlebnis macht. Mal ein Popsong, eine Ballade, eine Rock-Hymne, ein bisschen

Electronica, ein pulsierender, grooviger Track – oder alles zusammen. Beginn 20 Uhr.

…in die Bar

Goldrausch – Der Schnaps aus Gießen

Ein bisschen Selbstzweck war schon dabei, als Benjamin Myk und Frederik Möller auf die

Idee kamen, ihren eigenen Schnaps zu brennen. »Irgendwie haben alle immer Jägermeister

getrunken, obwohl der nicht geschmeckt hat«, sagt Myk. Kurzerhand entschieden die Gießener,

sich selbst am Destilieren zu versuchen. Mit Erfolg. Seit September ist ihr Schnaps

»Goldrausch« auf dem Markt. Vertrieben wird der auf Wodka basierende goldene Kurze

mit leichtem Pfirsich-, Nelken- und Orangenaroma im Internet und der Metzgerei Zach am

Landgraf-Philipp-Platz in Gießen. Ausgeschenkt wird das leicht süßliche Stöffche mit 40 Prozent

aber auch in der Gießener Gastronomie und in Clubs wie Ulenspiegel und Monkeys,

aber auch auf Uni-Feten sind Myk und Möller, die gemeinsam auch angesagte Feten in der

Stadt organisieren, häufig mit einem Stand zu Gast. Gerne tummeln sich auch Frauen

davor. Denn auch denen schmeckt, der Schnaps, den die beiden in einer Schnapsbrennerei im Rheingau

produzieren und abfüllen und von Gießen aus in die Bars bringen. Tipp: Unbedingt versuchen.

…auf dem Weg ins Radio

AND.I singt Songs voller Gefühl

Es gibt Dinge, die man tun oder sagen muss. Aus tiefem Gefühl und innerem Antrieb. Dieses Gefühl hat

auch Songschreiber Andreas Jung dazu bewogen, unter dem Namen AND.I eine EP zu veröffentlichen.

»Ich musste diese Platte machen, genau jetzt«, erklärt der 21-jährige Langgönser. Der Titel des Werkes

spricht Bände: »Falls es Liebe ist«, fasst den Inhalt treffsicher zusammen. Jung, den man bislang als Songschreiber

und Gitarrist der Gruppe »What a Catch« kennt, singt dabei ausschließlich auf Deutsch. Mit

den sechs Titeln in bester Singer-Songwritermanier begeistert Jung nicht nur mit filigranem Gitarrenspiel,

sondern auch als Songschreiber und Sänger. Es sind die leisen Töne, die er anschlägt, und es geht immer

um eins: Um die Liebe, um Freundschaft, um das ganz große Gefühl. Es gelingt ihm, Emotionen

glaubhaft zu transportieren. Mit dem Titel »Flugzeug« jagt er dem Hörer eine Gänsehaut über den

Rücken, während er sich auf »Lauf« mit dem Loslassen auseinandersetzt. Das flotte »Lachen« ist eine

lebensbejahende Hymne an die Freundschaft – oder die Liebe? Die Texte sind zugänglich, hat doch jeder die besungenen Gefühle

schon mal durchlebt. So transportiert der sympathische, aufgeweckte Typ seine Sicht auf die Welt. Darüber hinaus überzeugt er mit

seiner warmen, sanften Stimme. Jung hat nicht nur Sinn für gefühlvolle Texte, sondern auch für eingängige Melodien. Der Song »Da«

könnte zu einem Radiohit werden. Neugierig? Die CD ist bei Downtown und im Musikhaus Schönau erhältlich.

sag

1/2012 streifzug 23


AUSLESE

Zauberhafte Klänge

Die niederländische Kombo I Am Oak versteht es, ihr Publikum mit

ruhigen, entspannten und zauberhaften Klängen in Wohlfühlatmosphäre

zu versetzen. Am Dienstag, 31. Januar, werden die fünf Indie-

Musiker im Musik- und Kunstverein Gießen (MuK) auftreten.

Die Band spannt einen musikalischen Bogen von Easy Listening über

Folk bis hin zum elektrifizierten Ambient Pop. Sänger Thijs Kuijken

aus Utrecht ist der kreative Kopf der Formation, der seine Songs

wahlweise an der Gitarre oder am Keyboard komponiert. Ehrlich und

gefühlvoll soll seine Musik sein, wenige Instrumente und minimalistische

Beats lassen seine Songs zu einem Hörerlebnis werden. Dabei

erfindet er sich immer wieder neu. Erst im Mai 2011 veröffentlichten

I Am Oak ihre Vorgänger-CD »Oasem«, die 2011 als bestes holländisches

Album ausgezeichnet worden ist. In Deutschland haben sie ihr

Publikum im September

2011 auf der Berliner Popkomm

begeistert. Die

Band besteht seit vier Jahren

und hat seitdem eine

EP und vier Alben auf den

Markt gebracht. Als Support

spielt die Gießener

Indie-Band Motion of

Confidence. Einlass

20 Uhr. Beginn 21 Uhr.

Zirkus der Sinne

Am Mittwoch, 18. Januar, gastiert »Mother Africa« in der Rittal-Arena

in Wetzlar. Seinen besonderen Charakter erhält der »Zirkus der

Sinne« durch die Mischung aus traditionell afrikanischen und modernen

Zirkus- und Show-elementen,

aus großartiger Akrobatik,

mitreißender Live-Musik

und in der afrikanischen Kultur

verwurzelten Tanz-Choreografien,

gepaart mit der unglaublichen

Energie und Lebenslust

eines Kontingents, der als

Wiege der Menschheit gilt.

Beginn 20 Uhr.

GLANZ-

LICHTER

DES MONATS

Die Frage der Fragen

Bodo Bach kommt mit

seinem Programm »…und

…wie war ich?« am 27. Januar

ins Bürgerhaus Lich

(Beginn 20 Uhr). Die Frage,

die zum Titel seiner

Auftritte geworden ist, ist

eigentlich zu gut, um sie

nur in den intimen Momenten

des Lebens zu

stellen. Warum nicht auch

einmal auf der Comedy-

Bühne – dachte sich Bodo und bekam prompt eine Antwort:

»Saukomisch und echte Klasse!« Bachs bisher persönlichstes

Programm begeisterte bislang nicht nur sein Premieren-Publikum

in der Frankfurter Alten Oper. Während seiner inzwischen

vierten Comedy-Tour vollführt Bach einen wahren Seelenstriptease.

Wenn er ins Plaudern gerät, öffnet er sein privates Nähkästchen

und erlaubt Einblicke, die doch eigentlich niemanden

etwas angehen. Er erinnert sich an seine Jugend, beschreibt

Szenen seiner Ehe und gewährt Zutritt in sein Zuhause. Und

eines ist sicher: Der Alltag des glücklich verheirateten Familienvaters

ist für gewöhnlich recht ungewöhnlich.

Für Gothics und Vampirliebhaber

Gothicfans und Vampirliebhaber aufgepasst: Die Welt sieht schwarz! Das saarländische

Gesangsduo Xanyo & Zoe kommt am Freitag, 6. Januar, in den Musik- und Kunstverein

Gießen (MuK) und präsentiert Highlights aus bekannten Musicals wie »Dracula«, »Tanz

der Vampire«, »Der Glöckner von Notre Dame« und »Rocky Horror Picture Show«.

Dabei verbindet Xanyo & Zoe auch die Leidenschaft für klassische Musicals. Die

schrill-schwarzen Erscheinungen nehmen ihre Zuschauer in wechselnden Outfits mit

auf eine musikalische Reise durch die Zeit, auf der sie nicht nur singen, sondern die

Szenen auf der Bühne im eigenen Stil nachspielen. Bekannte Klassiker der Filmmusik,

gefühlvolle Balladen und mitreißender Rock runden das Show-Programm ab. Einlass

20 Uhr. Beginn 21 Uhr.

24 streifzug 1/2012


AUSLESE

1001 Nacht

Vor langer Zeit in Persien, im Hause des mächtigen Sultans: Des Sultans

Gattin hat ihn betrogen und seine Wut kennt keine Grenzen. Seine Frau und

ihr Geliebter müssen mit dem Tod büßen. In seiner Bitterkeit beschließt der

Sultan, sich nie wieder betrügen zu lassen. Jeden Tag heiratet er eine neue

junge Adelige, um sie prompt am nächsten Tag hinrichten zu lassen. Die

junge Scheherazade, die am Hofe des Sultans lebt, ist entsetzt von den

Geschehnissen und schmiedet gemeinsam mit ihrer Schwester Daniazade

einen Plan, um den Zyklus der Gewalt zu unterbrechen. 1001 Nacht ist eine

Produktion des Jugendclub-Tanz des Stadttheaters. Die Premiere steigt am

27. Januar um 20 Uhr im TiL. Weitere Vorstellung am 28. Januar.

Das Pack

Die Liedermacher Pensen (»Monsters of

Liedermaching«) und Flozze aus Hamburg

sind Das Pack – ein Rockduo mit Schubkraft.

Die textlichen Grenzgänger balancieren

souverän zwischen Poesie und

Polemik. Am Samstag, 21. Januar, um

21 Uhr sind die beiden zum wiederholten

Male im Kulturzentrum »Jokus« in

Gießen zu Gast. Schon beim Stadtfest

2011 konnten sie mit ihrer mitreißenden

Show und ihrem skurrilen Humor das

Publikum vereinnahmen. Deutsche Texte

ja, aber kein Deutschrock. Groovende,

tanzbare Melodien wechseln mit aggressiver

Punkattitüde. Keinem gelingt es so

wie diesen beiden, das gute alte Liedermachertum

aufrechtzuerhalten und

gleichzeitig Stilen wie Metal, Garagerock,

Punk und HipHop zu huldigen. Dabei

sind die Hamburger zu laut für jedes

Schlager-Revival, zu subtil für Mallorca,

doch wenn Pensen und Flozze richtig

durchdrehen, wird das Publikum von der

Sturzflut ihres Rockgewitters mitgerissen.

Mit dabei hat das Duo das zweite Album

»Macht doch was ihr wollt«, das einen

Tag vor dem Gießener Konzert erscheint.

Beginn 21 Uhr. Einlass 20 Uhr.

Z

Boxhamsters feiern Jubiläum

1987 war das Gründungsjahr der Boxhamsters, die damit 2012 ihr 25-jähriges Band- und

Bühnenjubiläum feiern. In den ganzen Jahren haben die Musiker aus Gießen acht

reguläre Alben herausgebracht, zuletzt 2009 das Album »Brut Imperial«. In den vergangenen

beiden Jahren haben es die Musiker aus familiären Gründen etwas ruhiger

angehen lassen. Doch die selbst auferlegte Schonzeit ist nun vorbei. Aktuell sind die

Boxhamsters in Bochum im Studio und arbeiten an einer Jubiläumssingle und anderen

Projekten. 2012 soll das erste

Album aus 1988 »Wir Kinder aus

Bullerbü« neu veröffentlicht

werden. Doch zunächst werden

die Bühnen gerockt. Am 14. Januar

geben sich die Boxhamsters anlässlich

ihres Jubiläums die Ehre in

ihrer Heimatstadt. Ab 21 Uhr sind

die Jungs zu Gast im Ulenspiegel.

Dabei handelt es sich um ein

exklusives Konzert, denn die Band

wird in der Region nur ein einziges

Mal spielen.

u Gast im »Club der jungen Dichter«

des Literarischen Zentrums

Gießen ist am Montag, 16. Januar,

um 19 Uhr im »Jokus« in der Ostanlage 25a in

Gießen Benedict Wells. Der junge Autor liest aus

seinem dritten Roman »Fast genial«. Es ist die

unglaubliche, aber wahre Geschichte über einen

mittellosen Jungen aus dem Trailerpark New

Jersey, der erfährt, dass sein ihm unbekannter

Vater ein Genie ist, und sich auf die Suche nach

ihm begibt. Ein dramatischer Erkundungstrip mit

Wendungen und einem atemberaubenden

Showdown. Wells wurde 1984 in München geboren. Nach dem Abitur 2003

zog er nach Berlin und wurde Autor. Sein viel beachtetes Debüt »Becks letzter

Sommer« erschien 2008 und wurde mit dem bayerischen Kunstförderpreis

ausgezeichnet.

1/2012 streifzug 25


Neujahrsshopping

Verkaufsoffener Sonntag am 8. Januar 2012

Bummeln &Shoppen von13.00 bis 18.00 Uhr

Mit großem Neujahrsspringen für jedermann und

Après-Ski-Party am Samstag ab 17.00 Uhr

Die Gießener Einzelhändler begrüßen ihreKunden im neuen

Jahr!

Frühlingserwachen

3. –4.März 2012

Sportlicher Startschuss für den Frühling.

Olympia in der Stadt.

+SPORT IN DER CITY

Frühjahrsmesse

In Gießen gehtesrund…

31. März –15. April 2012

...auf dem Messeplatz an der Ringallee.

Wirfreuen uns auf Ihren Besuch.

Highlights 2012

Entdeckedie vielen Gesichter der Stadt!

SO 13.5.2012 |Wissenschaftswochenende/Straße der Experimente

DO 17.5.2012 –MO16.7.2012 |Von der Urzeit bis zur Eiszeit

SO 24.6.2012 |Fluss mit Flair

FR 17.8.2012 –SO19.8.2012 |Stadtfest

SA 1.9.2012 +SO2.9.2012 |Lahnlust

SA 22.9.2012 –SO7.10.2012 |Herbstmesse

SA 6.10.2012 +SO7.10.2012 |Krämermarkt mit französischem Markt

SO 4.11.2012 |Liebigs Suppenfest

SO 4.11.2012 |Gießen tanzt

FR 30.11.2012 –SO23.12.2012 |Weihnachtsmarkt

Ausführliche Infos und Jahresprogramm unter:

www.giessen-tourismus.de

Tourist-Information Gießen

Berliner Platz 2(Kongresshalle), 35390 Gießen

Tel.: 06 41/3 06-1890, E-Mail: tourist@giessen.de

Montag –Freitag: 9.00–18.00 Uhr, Samstag: 10.00–14.00 Uhr


5. Jahrgang ·1/2012

www.stadttheater-giessen.de

VERANSTALTUNGEN IM JANUAR

Veranstaltungen Ihre

Veranstaltungen in der

Kongresshalle Gießen

1SO

BÜHNE

Gießen

The Kraut

Ein Marlene-Dietrich-

Abend

20.00 TiL

KONZERTE

Gießen

Neujahrskonzert

Mit dem Philharmonischen

Orchester

18.00 Stadttheater

2 MO

DISCO/PARTY

Gießen

Independent tanzbar

21.30 Ulenspiegel

SPORT

Gießen

Basketball-Bundesliga

LTi Gießen 46ers –

Fraport Skyliners

20.00 Sporthalle Ost

SONSTIGES

Gießen

Pub Quiz

21.00 Irish Pub

3 DI

DISCO/PARTY

Gießen

Affenkammer

Der partydienstag mit

DJ Matt O

21.00 Monkeys

Blickpunkt

Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

20.11 und 20.12:

Was Gießen bewegt

hat und bewegen

wird. Seite 4

Stadtgespräch

Keine Ausrede:

Hier findet jeder sein

passendes Fitnessstudio.

Seite 18

Musical-Darstellerin

Sophie Berner

über die Cabaret-Inszenierung

in Gießen, Castingshows und

die aktuelle Nazi-Diskussion

stets nach rechts schauen

4 MI

BÜHNE

Gießen

Der Nussknacker

Ballett mit Erzähler für

die ganze Familie

(ab 4 Jahre)

17.00 Kongresshalle

DISCO/PARTY

Gießen

Salsa Night

21.00 CentralBar

La Danse Macabre

Gothrock, Darkwave,

EBM, 80s, Industrial mit

DJ Domino

22.00 Scarabée

5 DO

DISCO/PARTY

Gießen

Land unter

Electronische Tanzmusik

mit DJ Jimmy

22.00 Scarabée

6 FR

BÜHNE

Gießen

Xanyo & Zoe:

Die Welt sieht schwarz

Musik für Gothicfans

und Vampirliebhaber

21.00 MuK

Mann-o-Money

Musikalischer Krimi mit

den Schmachtigallen

19.30 Stadttheater

Clyde und Bonnie

Premiere. Schauspiel

von Holger Schober

20.00 TiL

Grünberg

Schneewittchen

Musical mit Christian

Becker und Christoph

Kloppenburg von der

erfolgreichen Nu’Jazz-

Band »MOCA«

15.00 Gallushalle

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

Salsa Club

Ritmo Latino mit Top

DJs aus der Karibik (vor

der Party Salsakurs für

Anfänger)

21.00 White Elephant

tanzbar

21.30 Ulenspiegel

Awesometown

Ponypop & Cowboyrock

vom A-Team

22.00 Monkeys

Die 90er waren zum

Recyceln da

90s Rock-Trash Pop-

Eurodance mit

DJ Domino

22.00 Scarabée

Mixtape

22.00 Admiral

VORTRÄGE

Gießen

Pippi Langstrumpf

Mit Manuela Weichenrieder.

Eintritt frei

16.00 Stadtbibliothek

Wem gehört die Westsahara?

Von Judit Smajdli

18.15 Zeughaus,

Hörsaal

VORTRAG

Einwände?

Gießen

Neuer Veranstaltungskalender

Der streifzug trägt ein neues Kleid. Zumindest

innerhalb des Veranstaltungskalenders. Nach

über 50 Ausgaben haben wir uns gedacht,

dass ein Facelift guttun würde. Was meinen

Sie? Wie steht uns das neue Outfit? Aber vor allen Dingen: Wie gefällt Ihnen

das neue Kleid? Denn wir tragen es nur für Sie …

7 SA

BÜHNE

Gießen

Tinko-Theater:

Die kleine Seejungfrau

Märchen für Kinder von

4 bis 11 Jahren

16.00 Kleine Bühne

Hotel Savoy

Premiere. Schauspiel

von Joseph Roth

19.30 Stadttheater

Acis und Galatea

Oper von G. F. Händel

20.00 TiL

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.00 Astaire’s

All Area Access

1 Jahr DJ Matt O im

Monkeys

22.00 Monkeys

Rock of Ages

Rock-Metal-Classics mit

DJ Cel’ardor

22.00 Scarabée

FÜHRUNGEN

Gießen

Führung durchs

Mathematikum

11.00 Mathematikum

FLOHMÄRKTE

Gießen

Trödelmarkt

6.00 Rodheimer

Straße 116

Buseck

Trödelflohmarkt

8.00 Sammlerund

Hobbywelt

KONZERTE

Lich

Neujahrskonzert

20.00 Kulturhalle

Muschenheim

LESUNGEN

Gießen

Engel des Vergessens

Maja Haderlap stellt

ihren Roman vor

19.00 KiZ (Alte Stadtbibliothek)

SONSTIGES

Gießen

Inthronisation des

Prinzenpaares der GFV

20.00 Kongresshalle

04.01. | Mittwoch | 17 Uhr

Ballet Classique de Paris präsentiert

»Der Nussknacker«

für die ganze Familie

Knight-Events, Freital

07.01. | Samstag | 20 Uhr

Inthronisation des Prinzenpaares

der GFV

www.gfv-helau.de

08.01. | Sonntag | 16 Uhr

Melodien fürs Herz

mit Patrick Lindner, Lena Valaitis u.a.

www.pilz-veranstaltungen.de

15.01. | Sonntag | 11–17 Uhr

18. Puppen- und Bärenmarkt

www.albrecht-kreativ.de

19.–21.01. | Do.–Sa. | 15 u. 20 Uhr

5. Internationales Neujahrsvarieté

(ausverkauft), www.ovag.de

22.01. | Sonntag | 11–18 Uhr

9. Gießener Hochzeitsmesse

www.juwelier-munk.de

23.01. | Montag | 19.30 Uhr

Musical-Moments

PS-Los-Veranstaltung der Sparkasse

Gießen, www.sparkasse-giessen.de

27.01. | Freitag | 20 Uhr

HURTIGRUTEN–Traumtour entlang

Norwegens Küste

Panorama-Multimediashow mit

Michael Fleck, www.michael-fleck.de

28.01. | Samstag | 20 Uhr

Gießener Ballnacht der GFV

www.gfv-helau.de

05.02. | Sonntag | 20 Uhr

Orchester der Justus-Liebig-Universität

Semesterabschlusskonzert

www.uni-giessen.de/uniorchester

1/2012 streifzug 27


VERANSTALTUNGEN IM JANUAR

8 SO

AUSSTELLUNGEN

Grünberg

Bare Kunst

Griechische und Römische

Münzen der

Gießener Antikensammlung.

Infos:

museum-im-spital@

gruenberg.de

15.00 Museum im

Spital

BÜHNE

Gießen

Galileo meets

Kopernikus

Tanzstück

15.00 Stadttheater

Tinko-Theater:

Die kleine Seejungfrau

Märchen für Kinder von

4 bis 11 Jahren

16.00 Kleine Bühne

Die fetten Jahre sind

vorbei

Nach dem gleichnamigen

Film von

Hans Weingartner

20.00 TiL

Buseck

Alberto, der Rammler

Komödie der Theatergruppe

»spät dran«

14.00 Kulturzentrum

»Am Schlosspark«

Großen-Buseck

DISCO/PARTY

Gießen

Discofoxparty

20.30 Astaire’s

FLOHMÄRKTE

Gießen

Antik & Trödelmarkt

8.00 Hessenhalle

KONZERTE

Gießen

Melodien fürs Herz

Schlagerkonzert mit

Patrick Lindner, Lena

Valaitis, Tom Mandl,

Alexandra Lexer und

Frank David

16.00 Kongresshalle

Orgelvesper zum

Neuen Jahr

16.00 St.-Thomas-

Morus-Kirche

Wettenberg

Winterkonzerte: Mit

festlichen Klängen ins

neue Jahr

Klassikkonzert mit

Ariane Köster (Violine),

Sebastian Krystek

(Trompete), Jens

Amend (Orgel)

17.00 Ev. Kirche

Wißmar

MÄRKTE/MESSEN

Buseck

Antikmarkt

9.00 Sammler- und

Hobbywelt

SONSTIGES

Gießen

Neujahrsshopping

Verkaufsoffener

Sonntag

13.00 Innenstadt

9 MO

DISCO/PARTY

Gießen

Independent tanzbar

21.30 Ulenspiegel

SONSTIGES

Gießen

Karaoke

Mit Andy Pfälzer

21.00 Irish Pub

10 DI

DISCO/PARTY

Gießen

Affenkammer

Mit DJ Matt O

21.00 Monkeys

FÜHRUNGEN

Gießen

Sonderausstellung:

Franz Frank

Maler der verschollenen

Generation

14.00 Altes Schloss

KONZERTE

Gießen

5. Sinfoniekonzert

Werke von Sergej Prokofjew,

Bela Bartok, Peter

I. Tschaikowsky

20.00 Stadttheater

VORTRÄGE

Gießen

Wenn Arbeit krank

macht

Medizin-Senioren-Vorlesung

von Prof. Dr.

Joachim Schneider

17.00 Großer

Hörsaal des Instituts

für Anatomie und

Zellbiologie

Defizite in der

Emotionsregulation

Ein störungsübergreifender

Ansatzpunkt in

der Therapie psychischer

Störungen von

Prof. M. Berking

18.00 Philosophikum

I, Raum F5

SONSTIGES

Gießen

Burn! (1969)

Filmreihe (Anti-)Kolonialismus

18.30 Georg-Büchner-Saal

Speed Dating

19.00 Lokal International

11 MI

BÜHNE

Butzbach

Den Schal enger

schnallen und in die

Ohren spucken

BÜHNE

12. Januar

Gießen

Ein Volksfeind

Die Wut der Bürger wächst.

Das Heilwasser, auf dem der

Wohlstand des Kurstädtchens gründet, soll vergiftet werden sein. Ausgerechnet

der Badearzt hat das herausgefunden. Was tun? Die Gefahr vertuschen

oder die Prosperität aufs Spiel setzen? Der Arzt fühlt sich der

Wahrheit verpflichtet, der Bürgermeister, sein Bruder, natürlich nicht. Das

Stück zeigt, wie ein regionaler Konflikt eskalieren kann. Für eine Schlichtung

ist es bald zu spät.

19.30 Stadttheater

SONSTIGES

10. Januar

Gießen

Speed Dating

Immer noch nicht die bessere Hälfte gefunden?

Keine Ahnung, wo und wie das in Zukunft klappen

soll? Im Lokal International im Eichendorffring

findet am 10. Januar um 19 Uhr ein Speed

Dating statt. Sieben Frauen, sieben Männer, je

eine Minute Zeit sich kennenzulernen. Wenn das mal keine Alternative ist?

Also los, allen Mut zusammennehmen und flirten, was das Zeug hält.

19.00 Lokal International

ACHTUNG! VERSCHO-

BENAUF 25. Mai.

Stand-Up-Comedy

rund um Fußball

20.00 Capitol-Kino

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

Der Untergrund lebt

Electro-EBM-Metal-

Gothic-Darkwave mit

DJ Lecur

22.00 Scarabée

KONZERTE

Gießen

The Pusher

Schwedische Songwriting-Newcomer

20.00 Jokus

VORTRÄGE

Gießen

Bevor Neurone laufen

lernten: Non-neuronales

Acetylcholin

Vortrag von Prof. Dr.

Markus Weigand

18.15 Ernst-Leitz-

Hörsaal des Biochemischen

Instituts

SONSTIGES

Gießen

Runder Tisch für Internationale

Doktoranden

20.00 Lokal

International

12 DO

BÜHNE

Gießen

Ein Volksfeind

Schauspiel von

Henrik Ibsen

19.30 Stadttheater

Märchenherz

Jugendstück von Philip

Ridley für alle ab 12 J.

20.00 TiL

Marburg

Pasiòn de Buena Vista

Musik- und Tanzshow

19.30 Stadthalle

DISCO/PARTY

Gießen

Physikumsparty der

Mediziner

21.00 Audimax

Salsa Cocktail Night

22.00 Monkeys

Land unter:

Indiepassion

Indie-Rock-Pop-Tronics

mit DJ Jimmy

22.00 Scarabée

KONZERTE

Gießen

Mittagskonzert

Mit Musikern des

Stadttheaters. Eintritt

frei

13.00 Rathaus,

Konzertsaal

Alsfeld

Die Kastelruther

Spatzen

www.depro-concert.de

19.30 Hessenhalle

SONSTIGES

Gießen

Flimmerkiste: Pirates of

the Carribean

20.00 Zeughaus

Internationaler Spieleabend

WoTuPro

20.00 Lokal

International

13 FR

BÜHNE

Gießen

Galileo meets

Kopernikus

Tanzstück

19.30 Stadttheater

Clyde und Bonnie

Schauspiel von

Holger Schober

20.00 TiL

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

Party tanzbar

21.30 Ulenspiegel

Awesometown

Ponypop & Cowboyrock

vom A-Team

22.00 Monkeys

Pornbeat

Sleaze Factory Party

Service mit DJ fantomas/Contenance

22.00 Scarabée

Woodland Crew

Best of Woodland Club

Black Beats mit DJ Errol

22.00 White Elephant

Mixtape

22.00 Admiral

Music Lounge

KONZERTE

Gießen

Multikulturelles

Orchester

Stücke von Georgi

Kalaidjiev

17.00 ZiBB

Grünberg

Berry Blue Band

Jazzstandards

20.30 Gaststätte

Zum Bahnhof

Wetzlar

Elvis Birthday Party

Die Band Elvis XP spielt

zum 77. Geburtstag

des King

20.00 Franzis

14 SA

BÜHNE

Gießen

Tinko-Theater:

Der Froschkönig

Märchen für Kinder von

4 bis 11 Jahren

16.00 Kleine Bühne

La Bohème

Oper in italienischer

Sprache, aber mit

28 streifzug 1/2012


VERANSTALTUNGEN IM JANUAR

deutschen Übertiteln

19.30 Stadttheater

Anna Blue

Tanzstück

20.00 TiL

Staufenberg

Jesus Christ Superstar

Musical (Rockoper) von

Andrew Lloyd Webber

19.30 Sport- und

Kulturhalle, Staufenberg-Treis

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

Big Bang Party Nerd

Alert

Eintritt frei im Nerd-

Outfit bis 23 Uhr, DJ

Demian

22.00 Monkeys

Achterbahn statt

Bällchenbad

Old-School-New

Metal-Rock’n’Roll-

Industrial mit DJ Nightnoize

22.00 Scarabée

Electrified!

Deep, Tech, Electro,

Minimal, Dubstep auf

zwei Floors

22.00 MuK

FLOHMÄRKTE

Gießen

Trödelmarkt

6.00 Rodheimer

Straße 116

KONZERTE

Gießen

Boxhamsters

21.00 Ulenspiegel

Marburg

Giora Feidman &

Gitanes Blondes

Balkan-, Celtic-, Gypsyund

Latinoklänge

20.00 Elisabethkirche

SONSTIGES

Gießen

Richtig lernen

Lerntipps und Strategien

für Jugendliche

von 12 bis 15 Jahren

Anmeldung unter

www.jbw-giessen.de

erforderlich

10.00 Jokus

SPORT

Gießen

Basketball-Bundesliga

LTi Gießen 46ers –

Walter Tigers Tübingen

20.00 Sporthalle Ost

15 SO

BÜHNE

Gießen

Cabaret

Musical

15.00 Stadttheater

Tinko-Theater:

Der Froschkönig

Märchen für Kinder von

4 bis 11 Jahren

16.00 Kleine Bühne

König Ödipus

Neudichtung von Bodo

Wartke nach dem antiken

Drama des Sophokles

– Ein Soloabend

mit Martin Gärtner

20.00 TiL

Lich

Toter geht’s nicht

Die Show zum Buch

von Dietrich Faber

20.00 Kulturzentrum

Bezalel-Synagoge

Staufenberg

Jesus Christ Superstar

Musical (Rockoper) von

Andrew Lloyd Webber

18.00 Sport- und

Kulturhalle, Staufenberg-Treis

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

MÄRKTE/MESSEN

Gießen

Chance – Zukunft

selbst gestalten

Messe für Aus- und

Weiterbildung, Studium

und Gründung

10.00 Hessenhallen

18. Puppen- und

Bärenmarkt

11.00 Kongresshalle

SONSTIGES

Gießen

Tanzcafé

15.00 Astaire’s

Richtig lernen

Lerntipps und Strategien

für Jugendliche

von 12 bis 15 Jahren

Anmeldung unter

www.jbw-giessen.de

erforderlich

10.00 Jokus

16 MO

DISCO/PARTY

Gießen

Independent tanzbar

21.30 Ulenspiegel

VORTRÄGE

Gießen

Verletzende Worte.

Sprachliche Gewalt

und sozialer Tod

Die queere Ringvorlesung

im Wintersemester

2011/2012 – Vortrag

von Steffen Kitty Herrmann

19.00 Margarete-

Bieber-Saal, Ludwigstraße

34

Club der junge Dichter

Benedict Wells liest aus

seinem dritten Roman

»Fast genial«

19.00 Jokus

Stehen wir an der

Schwelle einer neuen

Weltwirtschaftsordnung?

Ringvorlesung »Schwellenländer

– Supermächte

– Risiken und

Chancen in einer globalisierten

Welt« – Vortrag

von Prof. Ulrich

Hiemenz

19.00 Uni-Hauptgebäude,

Aula

Der Vulkan lebt

Ein ungewöhnlicher

Film über den Vogelsberg

mit Naturfilmer

Rudolf Dietrich

19.15 Uni-Hauptgebäude,

Seminarraum

3. Stock, Ludwigstraße

23

MÄRKTE/MESSEN

Gießen

Chance – Zukunft

selbst gestalten

Messe für Aus- und

Weiterbildung, Studium

und Gründung

9.00 Hessenhallen

SONSTIGES

Gießen

Pub Quiz

21.00 Irish Pub

17 DI

DISCO/PARTY

Gießen

Affenkammer

Der Partydienstag mit

DJ Matt O

21.00 Monkeys

VORTRÄGE

Gießen

Strahlentherapie heute

Medizin-Senioren-Vorlesung

von Prof. Dr.

Rita Engenhard-Cabillic

17.00 Großer Hörsaal

des Instituts für

Anatomie und Zellbiologie

Mo. 30. Januar 2012

20 HStadthalle

Erwin Piscator Haus, Marburg

VVK ab sofort an den bekannten

VVK Stellen in Marburg, Wetzlar,

Gießen, Kassel, Fulda etc.,

und der gesamten Region!

Ticketinfo05253 /9740589

www.adticket.de

www.owl-konzerte.de

BÜHNE

15. Januar

Lich

Dietrich Faber:

Toter geht’s nicht

Diese Lesung ist keine Lesung, sondern ein

vollwertiges Comedy-Programm vom Feinsten.

Der Gießener Dietrich Faber, eine Hälfte

des Duos Faberhaft Guth, ist unter die Autoren

gegangen und stellt ab 20 Uhr in Lich

sein Buch, aber vor allen Dingen einige der

Protagonisten vor.

20.00 Kulturzentrum Bezalel-Synagoge

1/2012 streifzug 29


VERANSTALTUNGEN IM JANUAR

Flechten als Indikatoren

der Luftgüte und

des Klimawandels

Vortrag von Prof. Ute

Windisch

19.30 Botanisches

Institut

18 MI

BÜHNE

Wetzlar

Mother Afrika

Zirkus der Sinne Infos:

www.mmkonzerte.de

oder 0561/70 9550

20.00 Rittal-Arena

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

Salsa Night

21.00 CentralBar

La Danse Macabre

Gothrock-Darkwave-

EBM-80s-Industrial mit

DJ Domino

22.00 Scarabée

VORTRÄGE

Gießen

Die ersten Menschen

im Raum Gießen

Eine Bewertung der

altsteinzeitlichen Funde

Vortrag mit Norbert

Gissel

20.00 Altes Schloss,

Netanya-Saal, Brandplatz

2

SONSTIGES

Gießen

Poetry Slam

20.00 Jokus

19 DO

BÜHNE

Gießen

Hotel Savoy

19.30 Stadttheater

5. Internationales

Neujahrs-Varieté

Mit 40 Artisten aus

zehn Nationen

20.00 Kongresshalle

König Ödipus

Neudichtung von Bodo

Wartke nach dem antiken

Drama des Sophokles.

Ein Soloabend mit

Martin Gärtner

20.00 TiL-Studiobühne

Wetzlar

Atze Schröder mit seiner

Tour Schmerzfrei

www.mmkonzerte.de

oder 0561/ 70 9550

20.00 Rittal-Arena

DISCO/PARTY

Gießen

Land unter

Electronische Tanzmusik

mit DJ Jimmy

22.00 Scarabée

VORTRÄGE

Gießen

Die klimatischen Höhenstufen

Kolumbiens

Von tropischen Küsten

bis zu den Eisgipfeln

der Anden. Lichtbildervortrag

von Dr. Reinhard

Kaufmann

15.30 Altes Schloss,

Netanya-Saal

Großtrappen in

Deutschland

Steppenvögel in der

Agrarlandschaft, Vortrag

von Dr. Sabine Schwarz

18.15 Hörsaal der

Veterinäranatomie

der JLU

SONSTIGES

Gießen

Flimmerkiste:

Last Night

Drama-Romanze

20.00 Zeughaus

International Quiznight

20.00 Lokal International

20 FR

BÜHNE

Gießen

Keller Theatre: The

Shape of Things

Drama von Neil LaBute

als Gastspiel des White

Horse Theatre

19.30 ZiBB

5. Internationales

Neujahrs-Varieté

40 Artisten aus zehn

Nationen

20.00 Kongresshalle

Die fetten Jahre sind

vorbei

Nach dem gleichnamigen

Film von

Hans Weingartner

20.00 TiL-Studiobühne

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

Party tanzbar

21.30 Ulenspiegel

Awesometown

Ponypop & Cowboyrock

vom A-Team

22.00 Monkeys

Pornbeat

Sleaze Factory Party

Service mit DJs fantomas/Contenance

22.00 Scarabée

Electro Party

Minimal, Elektro,

Nintendo

22.00 MuK

Mixtape

22.00 Admiral Music

Lounge

KONZERTE

Grünberg

Heiko Ommert

Quartett

Jazzstandards

20.30 Gaststätte

Zum Bahnhof

SONSTIGES

22./23. Januar

Gießen

Tag der offenen Tür im Mathematikum

Seit zehn Jahren hält die Erfolgsgeschichte des

Mathematikums an. Mit mittlerweile über

1,3 Millionen Besuchern hat sich das Museum

unter den ganz großen Museen Deutschlands

etabliert. Nach einer kurzen Renovierungsphase

eröffnet das Museum am 22. Januar wieder und

will in neuem Glanz erstrahlen. Ab 11 Uhr heißt

es Eintritt frei. Am 23. Januar hält dann Peter Ullrich um 19.30 Uhr einen

Vortrag über David Hilbert, einen der bedeutendsten Mathematiker des

20. Jahrhunderts. Mathematikum

BÜHNE

20. Januar

Gießen

Die fetten Jahre sind vorbei

Schlechte Zeiten für Rebellen. »Was

früher subversiv war, kannst du

heute im Laden kaufen«, sagt Jule.

Ihre Freunde Jan und Peter nehmen den Kampf trotzdem auf. Unter dem

Gruppennamen »Die Erziehungsberechtigten« brechen sie in Häuser reicher

Leute ein und richten dort Chaos an. Einmal werden sie auf frischer

Tat ertappt. Aus Spaß wird Ernst. Sie entführen den Manager…

20.00 TiL-Studiobühne

VORTRÄGE

Gießen

Nachtschattengewächs:

Wir fahren Gen’Italien

Diashow-Lesung

mit viel Musik

22.00 TiL

SONSTIGES

Gießen

Marokkanischer

Abend

Ausstellung des Bildjournalisten

Georg

Kronenberg und Buffet

20.00 Lokal International

21 SA

BÜHNE

Gießen

5. Internationales

Neujahrs-Varieté

40 Artisten aus zehn

Nationen

15.00 und 20.00

Kongresshalle

Hänsel und Gretel

Märchen für Kinder von

4 bis 11 Jahren

16.00 Kleine Bühne

Die Hochzeit

des Figaro

Komische Oper in italienischer

Sprache mit

deutschen Übertiteln

19.30 Stadttheater

Crazy Broadway

Hommage an die

großen Musicals

20.00 Astaire’s

Enten Variationen

Schauspiel von

David Mamet

20.00 TiL-Studiobühne

Fernwald

Jesus Christ Superstar

Musical (Rockoper) von

Andrew Lloyd Webber –

die letzten sieben Tage

von Jesu

19.30 Bürgerhaus,

Annerod

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.00 Astaire’s

Jukebox Party

Wunschmusik

22.00 Monkeys

Rock of Ages

Rock-Metal-Classics mit

DJ Cel’ardor

22.00 Scarabée

Hard to Beat

Indie, Electro, Hardcore,

Metalcore

22.00 MuK

Hungen

Rapunzelparty

19.11 Mehrzweckhalle

Inheiden

FLOHMÄRKTE

Gießen

Trödelmarkt

6.00 Rodheimer

Straße 116

KONZERTE

Gießen

Moments of Brass

Benefizkonzert zugunsten

der Stiftung

»Lebendige Steine«

18.30 Johanneskirche

Das Pack

Pensen und Flozze aus

Hamburg, ein Rockduo

mit Schubkraft

21.00 Jokus

MÄRKTE/MESSEN

Gießen

Motorradmesse

Infos: www.joko.de

10.00 Hessenhalle

22 SO

BÜHNE

Gießen

Alessandro Stradella

Vorgestellt

Romantische Oper

11.00 Stadttheater

Hänsel und Gretel

Märchen für Kinder von

4 bis 11 Jahren

16.00 Kleine Bühne

Cabaret

Musical

19.30 Stadttheater

Die Wanze

Insektenkrimi

20.00 TiL-Studiobühne

Fernwald

Jesus Christ Superstar

Musical (Rockoper) von

Andrew Lloyd Webber

18.00 Bürgerhaus,

Annerod

DISCO/PARTY

Gießen

Discofoxparty

20.30 Astaire’s

MÄRKTE/MESSEN

Gießen

Vogelbörse

6.00 Ausstellungszentrum

Hessenhallen

9. Hochzeitsmesse

11.00 Kongresshalle

Motorradmesse

Infos: www.joko.de

10.00 Hessenhalle

SONSTIGES

Gießen

10 Jahre

Mathematikum

Tag der offenen Tür

11.00 Mathematikum

Tanzcafé

15.00 Astaire’s

Wettenberg

Kinderfasching

»Kinder für Kinder«

15.00 Mehrzweckhalle

Krofdorf-Gleiberg

23 MO

DISCO/PARTY

Gießen

Independent tanzbar

21.30 Ulenspiegel

30 streifzug 1/2012


VERANSTALTUNGEN IM JANUAR

KONZERTE

Gießen

Musical Moments

Die schönsten Musical-

Hits mit Jan Ammann,

Carin Filipcic, Andreas

Bieber und Katja Berg

19.30 Kongresshalle

4. Winterkonzert Minguet

Steichquartett &

Sarah Maria Sun

Ulrich Isfort, Annette

Reisinger (Violine), Aroa

Sorin (Viola), Matthias

Diener (Violoncello)

20.00 Rathaus,

Konzertsaal

VORTRÄGE

Gießen

150 Jahre David Hilbert

Von Prof. Peter Ullrich

19.30 Mathematikum

24 DI

DISCO/PARTY

Gießen

Affenkammer

Der Partydienstag mit

DJ Matt O

21.00 Monkeys

VORTRÄGE

Gießen

Notruf 112

Ein Blick hinter die

Kulissen des Rettungsdienstes,

Medizin-

Senioren-Vorlesung von

Dr. med. Gabor Szalay

17.00 Großer Hörsaal

des Instituts für

Anatomie und Zellbiologie

SONSTIGES

Gießen

Bloody Sunday (2002)

Filmreihe (Anti-)Kolonialismus

18.30 Georg-

Büchner-Saal

Der Groove der Kapverdischen

Inseln

Musikalischer Vortrag

von und mit Markus

Leukel

19.30 ZiBB

25 MI

BÜHNE

Wetzlar

Hund – Deutsch /

Deutsch – Hund

Mit Martin Rütter

20.00 Rittal-Arena

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire‘s

Der Untergrund lebt

Electro-EBM-Metal-

Gothic-Darkwave mit

DJ Lecur

22.00 Scarabée

KONZERTE

Gießen

Anakronic Electro

Orkestra (F)

20.30 Ulenspiegel

VORTRÄGE

Gießen

Hochschulinformationstage

Einblick in ein vielfältiges

Studienangebot.

Online-Anmeldung:

www.thm.de/hit.

Programm: www.unigiessen.de/studium/hit

Uni Gießen und

TH Mittelhessen

8 Wochen verrückt

Von Eva Lohmann

19.15 Hörsaal

Psychiatrie

Wettenberg

Georg Stefan Troller

Lesung aus seinen

aktuellen Büchern

19.00 Burg Gleiberg

26 DO

BÜHNE

Gießen

Unter einer Decke

Sorgen und Nöte der

modernen Beziehungswelt

mit dem Improvisationstheater

Springmaus

– Comedy

20.15 Karstadt,

Restaurant, 2. Etage

DISCO/PARTY

Gießen

Salsa Cocktail Night

22.00 Monkeys

Land unter:

Indiepassion

Indie-Rock-Pop-Tronics

mit DJ Jimmy

22.00 Scarabée

VORTRÄGE

Gießen

Hochschulinformationstage

Einblick in ein vielfältiges

Studienangebot.

Online-Anmeldung:

www.thm.de/hit. Programm

unter www.unigiessen.de/studium/hit

Uni Gießen und

TH Mittelhessen

Der Ausbau des Flughafens

Frankfurt/M.

Ein Praxisbericht in

Zeiten von Stuttgart 21,

Vortrag von Christine

Knebel

18.00 Hörsaal 1

oder 021 der Rechtswissenschaften

Die Zahl 1

Die Grundlage aller

Zahlen von Prof.

Albrecht Beutelspacher

19.30 Mathematikum

Hell & Schnell

Studierende der JLU

stellen Gedichte von

Robert Gernhardt vor

19.30 Margarete-

Bieber-Saal

BÜHNE

27. Januar

Gießen

The Shape of Things

Literaturstudent Adam jobbt als Museumswächter.

Dabei lernt er Kunststudentin Evelyn Ann

kennen, mit der er eine Beziehung eingeht. Evelyn beeinflusst stark das Leben

Adams. Sie will u.a. dass er seine Freunde vernachlässigt. Bald erfährt

er, dass er für seine neue Freundin ein Objekt einer Projektstudie wurde, in

der es darum geht, einen Menschen zu manipulieren. Englischsprachige

Aufführung.

19.30 ZiBB

SONSTIGES

Gießen

Flimmerkiste:

The Bang Bang Club

(2010, Drama/Kriegsfilm)

20.00 Zeughaus

27 FR

BÜHNE

Gießen

Keller Theatre:

The Shape of things

Drama von Neil LaBute

als Gastspiel des White

Horse Theatre

19.30 ZiBB

1001 Nacht

Premiere. Eine Produktion

des Jugendclub-

Tanz des Stadttheaters

20.00 TiL-Studiobühne

Lich

Bodo Bach –

…und…wie war ich?

Infos: www.s-promotion.de

oder 06102/

77665

20.00 Bürgerhaus

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire‘s

Party tanzbar

21.30 Ulenspiegel

Awesometown

Ponypop & Cowboyrock

vom A-Team

22.00 Monkeys

Pornbeat

Sleaze Factory Party

Service mit den DJs

fantomas/Contenance

22.00 Scarabée

Electronic Porn Party

No. 58

EBM, Futurepop, Industrial,

Live mit 32 Cash

22.00 MuK

Woodland Crew

Best of Woodland Club

Black Beats mit DJ Errol

22.00 White Elephant,

Bahnhofstraße 80

Mixtape

22.00 Admiral Music

Lounge

KONZERTE

Gießen

Benefzikonzert:

Festival der Tiere

Von Klassik bis Musical

mit ehemaligen Liebigschülern

im Rahmen

von »175 Jahre Liebigschule«

19.30 Stadttheater

Grünberg

Xfour – Jazzstandards

20.30 Gaststätte

Zum Bahnhof

streifzug

Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

FEBRUAR-AUSGABE

Erscheinungstermin: 26. Januar 2012

Anzeigenschluss: 13. Januar 2012

Sichern Sie sich schon heute Ihren

Anzeigenplatz in einem informativen

und ansprechenden Umfeld!

Wir beraten Sie gerne!

Telefon 0641/3003-223, -224

Fax 0641/3003-300 ·

anzeigenverkauf@giessener-allgemeine.de

1/2012 streifzug 31


VERANSTALTUNGEN IM JANUAR

Marburg

Veronika Todorova

20.00 KFZ

VORTRÄGE

Gießen

Hurtigruten –

Traumtour entlang

Norwegens Küste

Multimediashow mit

Michael Fleck

20.00 Kongresshalle

SONSTIGES

Gießen

Jam-Session

21.00 Lokal International

28 SA

BÜHNE

Gießen

Rotkäppchen

16.00 Kleine Bühne

Alessandro Stradella

Premiere.

Romantische Oper

19.30 Stadttheater

Keller Theatre:

The Shape of things

Drama von Neil LaBute

19.30 ZiBB

1001 Nacht

Eine Produktion des

Jugendclub Tanz

20.00 TiL

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.00 Astaire‘s

Indie Fresse Party

Indie, Alternative,

Electroclash

22.00 Monkeys

Dancing Devils in

Angels Way

Alles vom himmlischen

Rock bis zu teuflisch

gutem Metal mit

DJ Dead Jes7er

22.00 Scarabée

FLOHMÄRKTE

Gießen

Trödelmarkt

6.00 Rodheimer

Straße 116

KONZERTE

Stadtallendorf

Familie Malentes

12 Punkte für ein

bisschen Frieden – Die

neue Comedy-Show

mit den größten Hits

aus 50 Jahren Eurovision

20.00 Stadthalle

SONSTIGES

Gießen

Tag der offenen Tür

Im Institut für Psychoanalyse

und Psychotherapie.

Vorträge: Das

Unbewusste ist immer

und überall von Dipl.

Ulrike A. Runzheimer-

Dietzsch /Die Liebe

kommt, die Liebe geht

„Wir sind Warmduscher ...”

weil wir es uns leisten können!

– wann bleibt sie? von

Dr. Terje Neraal / Von

Hiroshima über Tschernobyl

bis Fukushima –

was bedeutet die kriegerische,

was die friedliche

Nutzung der

Atomkraft für unsere

seelische Befindlichkeit?

von Prof. Hans-Jürgen

Wirth – anschließend

Diskussionen,

Kunstwerke, Informationen

über Aus- und

Weiterbildungsgänge,

Probeliegen auf der

Couch, Büchertisch, Filmische

Darstellung von

Psychoanalyse, gemütlicher

Ausklang mit Fingerfood

und Getränken

13.00 Institut für

Psychoanalyse und

Psychotherapie

Gießener Ballnacht

der GFV

20.00 Kongresshalle

Damit unsere Mieterinnen und Mieter zu Hause nicht kalt duschen und zum

Wollpullover greifen müssen, investieren wir umfassend in die energetische

Sanierung unserer Wohnungen und den Einsatz regenerativer Energien.

Für ein warmes Zuhause zu bezahlbaren Preisen.

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Wohnbau Gießen GmbH |Ludwigstraße 4|35390 Gießen |Tel.: (0641) 9777-0 |info@wohnbau-giessen.de

29 SO

BÜHNE

Gießen

Spieglein, Spieglein…

Kinderstück für alle

ab 4 Jahren

11.00 TiL Studiobühne

Rotkäppchen

Märchen für Kinder von

4 bis 11 Jahren

16.00 Kleine Bühne

Hotel Savoy

19.30 Stadttheater

Clyde und Bonnie

20.00 TiL-Studiobühne

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire‘s

FLOHMÄRKTE

Gießen

Antik & Trödelmarkt

8.00 Hessenhalle

FÜHRUNGEN

Führung durchs Mathematikum

11.00 Mathematikum

KONZERTE

Buseck

Neujahrskonzert

Mit Spielleuten der

Busecker Schlossremise

und dem Blasorchester

der TSG Steinbach

14.00 Kulturzentrum

»Am Schlosspark«

Großen-Buseck

SONSTIGES

Gießen

Tanzcafé

15.00 Astaire’s

30 MO

BÜHNE

Marburg

Hans Liberg

Holländischer Kabarettist

20.00 Stadthalle

DISCO/PARTY

Gießen

Independent tanzbar

21.30 Ulenspiegel

VORTRÄGE

Gießen

Queer Explorations

in Language and

Linguistics

Die queere Ringvorlesung.

– Vortrag von Dr.

Heiko Motschenbacher

19.00 Margarete-

Bieber-Saal

Tektonische Machtverschiebungen

in

Weltwirtschaft und

Weltpolitik

Ringvorlesung »Schwellenländer

– Supermächte

– Risiken und

Chancen in einer globalisierten

Welt«, Vortrag

von Prof. Dirk Messner

19.00 Uni-Hauptgebäude,

Aula

Der Lahnpark

Segen oder Fluch für

die Naturlandschaft

zwischen Gießen und

Wetzlar, Vortrag von

Rudolf Fippl

19.15 Uni-Hauptgebäude,

Seminarraum,

3. Stock

SONSTIGES

Gießen

Karaoke

Mit Andy Pfälzer

21.00 Irish Pub

31 DI

DISCO/PARTY

Gießen

Affenkammer

Der Partydienstag mit

DJ Matt O

21.00 Monkeys

KONZERTE

Gießen

I Am Oak

Indie-Musiker mit Folk

bis hin zum elektrifizierten

Ambient Pop,

Support: Gießener

Indie-Band Motion of

Confidence

21.00 MuK

VORTRÄGE

Gießen

Beutelspachers Sofa

Zu Gast: Prof. Dr. Bärbel

Barzel. Die Didaktik-

Expertin spricht auf Beutelspachers

Sofa über

Mathematikunterricht,

der Spaß macht – auch

den Schülerinnen und

Schülern

19.30 Mathematikum

SONSTIGES

Gießen

Arbeiterkind goes

International

Workshop des in Gießen

entstandenen Projekts,

das Arbeiterkinder

an der Universität

unterstützen und sie

ermutigen soll, den

Weg an eine Hochschule

überhaupt erst

einzuschlagen.

18.00 Lokal International

32 streifzug 1/2012


MEDIATHEK

Die App des Jahres: Flipboard

Diese App steht auf der Innovationsliste des »Time-Magazins«, ist

iPad-App des Jahres 2011 bei Apple, wurde Millionen Mal heruntergeladen

und tausendfach mit Lob überhäuft. Flipboard, eine Lese-

App im Magazin-Style, ist bereits zwei Jahre auf dem Markt; seit Dezember

2011 läuft sie endlich auch auf dem iPhone. Magazin

bedeutet in diesem Fall, dass sich Seiten und Artikel swipen und

scrollen lassen, wie bei einer Magazin-App aus einem Guss. Welche

Inhalte drinstehen, hat der Nutzer selbst in der Hand. Sehr clever ist

die Unterstützung des beliebten Google-Readers für RSS-Feeds; wer

die Artikel später lesen will, kann Apps wie Read-It-Later integrieren.

Automatisch stellt Flipboard Texte aus vorher gewählten Rubriken wie

Fashion, Computer oder Sport zusammen. Deutsche Seiten lassen

sich über die Suchfunktion leicht hinzufügen. Zudem kann aus Twitter,

Facebook, Flickr, Instagram und einigen weiteren ein Gesamt-

Stream erzeugt werden, der bequem

blätterbar ist. Dass man Artikel über beliebigen

Kanäle weiterempfehlen kann,

gehört zum guten Ton; ungeliebte Nutzer

oder Publisher, von denen man

nichts mehr lesen möchte, lassen sich

aussperren. Fazit: Richtig nützliche App

mit toller Oberfläche. Kostenlos, aber

leider nur für Apple verfügbar.

http://flipboard.com

one

Bettlektüre und Rezeptsammlung

»Der Geschmacksthesaurus«

Ideen, Rezepte und Kombinationen für die kreative Küche

(Bloomsbury Berlin, Niki Segnit, Hardcover, Kochbuch)

› Der Inhalt: Warum schmeckt Ziegenkäse und

Himbeere so gut zusammen, Wassermelone und

Schwein oder Sardelle und Ei? Die Antwort liefert

Hobbyköchin Niki Segnit: Sie teilt 99 Lebensmittel in

Kategorien (senfig, erdig, fruchtig), kombiniert sie und beschreibt

die Ergebnisse in unterhaltsamen Texten. Da wird Limette und Chili

zu Diego Rivera und Frida Kahlo, jenem stürmischen Gespann, das

etlichen mexikanischen Gerichten Glut und Leidenschaft verleiht,

oder Kardamom und Zimt, die mit Krishna und seiner sterblichen

Gefährtin Radha verglichen werden und als legendäres Liebespaar

indischen und pakistanischen Milchdesserts eine süße Note verleiht.

Mit historischen Anekdoten, leckeren Rezepten und persönlichen

Präferenzen ist der »Geschmacksthesaurus« ein toller Mix aus

Aromalexikon, Kochbuch und Reisebericht. Ein Geheimtipp!

› Die Autorin: Segnit hat maximal ein paar Kartoffeln geschält, bis

sie mit Anfang 20 ihre Leidenschaft fürs Kochen entdeckte. Seitdem

experimentiert sie mit unterschiedlichsten Zutaten und kocht auch

mal einen Monat lang Nationalgerichte eines Landes. Sie schreibt

eine Kolumne für die »Times« und lebt mit ihrem Mann in London.

› Der Spannungsbogen: »Heute gibt es Rhabarber und Lamm!«,

rief ich meinen Gästen zu, kontrollierte zum fünften Mal jeden

Schritt des Rezeptes und wusste: Jetzt haben die hungrigen Mäuler

erst mal ein Thema zum Reden. P. S.: Es schmeckte göttlich.

› Das Niveau: Das Buch, das sich in England fast 100000-mal verkaufte,

wurde mit dem renommierten André Simon Food Book

Award ausgezeichnet. Und wenn die »Sunday Times« schreibt, »Ein

überzeugendes kleines Meisterwerk«, dann lohnt sich ein Blick in

die 540 Seiten allemal. Ein ganz großer Schatz.

› Der Gesprächsfaktor: Über Essen kann man immer reden. Mit

Fachwissen jedoch kann man nachhaltig punkten – bei Mädchen.

Ein phänomenales Werk

Gotye – Making Mirrors: Seit einiger Zeit geht auf Facebook

ein Video herum: »Somebody that I used to know«

von Gotye mit der neuseeländischen Sängerin Kimbra.

Was für ein Song! Man merkt sofort: Das ist etwas Großes!

Ein Lied, das ein Streitgespräch über das Ende einer

Beziehung darstellt, umgesetzt als Duett. Dazu eine gesampelte

Akustik-Gitarre und ein perfektes Glockenspiel. In

Australien und Belgien erreichte der Song Platz 1, hierzulande

mittlerweile die Top Ten. Im November kam das Album

des in Australien lebenden Belgiers Wouter DeBacker heraus.

Was die Single versprochen hat, hält die Platte. Ein phänomenales

Werk Pop-Musik, das man so noch nie gehört hat. Besonders ist

Gotyes Stil mit Samples aus unterschiedlichen

Genres zu arbeiten. Was dabei herauskommt

zeugt von großer Musikalität

und Experimentierfreudigkeit. Von Swing,

Disko, Pop bis hin zu Dubstep-Elementen.

Alles klingt homogen, wie eine Art Elektro-

Folk. Was DeBacker dazu gesanglich liefert,

ist atemberaubend. Es erinnert irgendwie

an eine moderne Version von Sting.

Für den streifzug gehört von …

NEOH. Die junge Band aus Gießen macht ehrliche Rock-

Musik. Seit Gründung 2009 blicken die fünf 20-Jährigen

auf Konzerte mit Wir sind Helden, Juli, ChulchaCandela,

The Hives und vielen mehr zurück. Seit 2010 sind sie Fördermitglied

der VW Soundfoundation. Im Januar 2012

erscheint ihr erster Tonträger. ww.neohonline.de

Denn mal ehrlich, was mögen die, außer Diamanten

vielleicht, am liebsten? Genau, Rosen und

Schokolade! Auf Seite 479 erfährst du das Geheimnis

über diese köstliche Geschmacksverbindung

(inklusive Rezept). Bingo! Nur einladen

musst du das Mädchen selbst.

› Die Leseprobe: Avocado und Speck: So reich wie Jonathan und

Jennifer Hart aus »Hart aber herzlich« und genauso umwerfend.

Wenn die zwei sich begegnen, muss es zwar nicht immer gleich

Tote geben, aber es wäre schon gut, seinen Kardiologen in Bereitschaft

zu wissen. Der grüne Geschmack der Avocado bildet zwar

einen frischen Kontrapunkt zur schweren salzigen Fleischigkeit des

Specks, ist aber mindestens genauso fett. Mit einem Salat aus jungem

Spinat oder mit einem deftigen Vollkornsandwich mit Mayonese

lässt sich das Optimum aus den beiden herausholen.

› Must-have zum Buch: Einen sehr, sehr, sehr, sehr, sehr langen

Einkaufszettel.

› Das Buch ist genau richtig für … alle, die vom Weihnachtsmann

enttäuscht wurden und von ihrem Umtauschrecht Gebrauch

machen. Ansonsten auch für das restliche Jahr eine spitzenmäßige

Geschenkidee, denn Kochbücher von Jamie Oliver

und Tim Mälzer kann schließlich jeder verschenken.

Für den streifzug gelesen von …

Lars Amend (33). Er ist Autor. Sein erstes Buch »Bushido«

landete 2008 auf Platz 1 der SPIEGEL Bestsellerliste und

wurde von Bernd Eichinger verfilmt. 2009 folgte »Rock

Your Life« mit Rudolf Schenker und einem Vorwort von

Paulo Coelho. Sein neues Buch »Mit einem Bein im Modelbusiness«

mit Mario Galla ist gerade erschienen. Lars

Amend, aufgewachsen in Langgöns, lebt in Berlin.

1/2012 streifzug 33


WEIN DES MONATS

Regelbrecher

Rotwein im Winter. Weißwein

im Sommer. Alte Regel.

Kennt man. Sie kennen diese

Regel nicht? Können Sie

auch nicht. Ich habe sie

eben erfunden. Um sie im

nächsten Absatz zu brechen.

Doch Sie wollen lieber

traditionell Rotwein zu

Fleisch und Weißwein zu

Fisch servieren – egal, ob

gerade Sommer oder Winter

ist? Alte Regel. Also nehmen

wir diese

und erweitern

sie um jene:

Im Winter vor dem

Kamin in trauter Runde

edlen Rotwein trinken.

Uralte Regel. Ich besitze

keinen Kamin. Pech

gehabt.

Brechen wir die Regeln:

Nach den kulinarisch

Weinautor Manfred Merz

üppigen Festtagen mit

ihren schweren Gerichten und den rubensartigen

Weinen darf im Januar ein

kecker Schoppen ins Glas, der das Gemüt

erheitert und all jene Lügen straft, die den

Jahrgang 2010 längst abgeschrieben haben.

Der Hattenheimer Riesling Kabinett

trocken vom Kloster Eberbach steht in den

heimischen Supermärkten verschämt weit

unten in den Regalen.

Die Marktleiter täten gut daran, den

Spross der Staatsweingüter ins Rampenlicht

zu stellen. Vielleicht haben sie Vor-

behalte, weil das Kabinettschlückchen als

Gutsabfüllung eigens für Supermärkte auf

die Flasche gezogen wurde. Ein bisschen

mehr Selbstvertrauen könnte nicht schaden.

Zumal dieser Riesling Trinkvergnügen bereitet.

Für rund sieben Euro hat der Wein

alles, was einen spritzigen Rheingauer auszeichnet:

Im Glas glanzhell; typischer Duft

nach Mineralität, Pfirsich und Limone; am

Gaumen frisch, mit knackiger Frucht

(grüner Apfel, Limone), deutlicher Würze,

gut eingebundener Säure und feiner

Mineralität; das frischwürzige

Finish macht

Lust auf mehr.

Der Hattenheimer ist

ein Tropfen, der sich

das Prädikat Kabinett

redlich verdient:

schlanker Auftritt, gute

Balance, saubere Struktur,

keine Sperenzchen.

Eine ehrliche Haut.

Sogar im Winter. Und

zum kalten Braten mit Chili-Limonen-Honig-Dressing.

Und vor dem Kamin (habe

ich mir sagen lassen).

Schreiben Sie an Manfred Merz:

vinothek@mdv-online.de

Kloster Eberbach, Hattenheimer Riesling

Kabinett trocken, Rheingau, 2010,

12,5 Prozent Alkohol, rund sieben Euro;

Bezug über den Toom-Markt in Bad

Nauheim, den Edeka-Markt in Gießen-

Wieseck und weitere Rewe-Märkte.

Die Musik zum Wein

Zum schlanken Riesling etwas Groove.

Die Dire Straits liefern das richtige

Stück: »Money for nothing«. Mark

Knopfler singt seine Hymne für sich

und alle Gitarristen, die mit ein paar

faulen Riffs Geld verdienen und obendrein

die Mädels abbekommen.

Schwere Arbeit, nein danke. Riesling

trinken statt Gitarre spielen. Auch das

geht.

mm

34 streifzug 1/2012


Fotos: Sven Stinn

Melodie der Ringe

Was haben Hobbits, Elfen, Zwerge und Orks in einem ehrwürdigen Haus wie der Alten Oper

zu suchen? Na, was wohl: Sie wollen den Kampf Gut gegen Böse austragen. Und weil’s

die Alte Oper ist, kann das Duell nur musikalisch sein. Fast 100 Akteure aus Tolkien-Ensemble,

Ring-Philharmonie und Auenland-Chor bringen dort am 23. Januar (20 Uhr) den »Herrn der

Ringe« auf die Bühne. Der Kopf des dänischen Tolkien-Ensembles Casper Reiff sprach mit dem

streifzug über sein Fantasy-Erweckungserlebnis, Rock’n’Roll und Christopher Lee.

Herr Reiff, wann haben Sie den »Herrn der

Ringe« zum ersten Mal gelesen?

CR: Ich war ein junger Mann, als ich das

Buch zum ersten Mal in der Hand hatte.

Zuerst las ich es auf Dänisch, aber dann auf

englisch. Da war ich Anfang 20 und fand das

Buch in dieser Version einfach atemberaubend.

Ich wusste sofort: Das ist mein Buch.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, die

darin enthaltenen Gedichte und Lieder zu

vertonen?

CR: Ich fand die Gedichte und Strophen,

die im »Herrn der Ringe« vorkommen, wunderschön.

Aber nirgendwo war beschrieben,

wie die Melodie dazu klingt. Also ging ich in

einen Plattenladen und fragte nach, ob es

eine musikalische Umsetzung gebe. Als der

Verkäufer ungläubig mit dem Kopf schüttelte,

entschloss ich mich einfach, es eben

selbst zu machen.

Und dann?

CR: Ich habe zuerst versucht, alleine zu

komponieren. Aber ich habe schnell gemerkt,

dass das zu kompliziert war. Es gibt

immerhin 70 Gedichte im »Herrn der Ringe«.

Das alleine zu stemmen, wäre zu kompliziert

gewesen. Also habe ich mir zur Unterstützung

meinen ehemaligen Gitarrenlehrer

Peter Hall ins Boot geholt. Er ist bis heute

mit dabei.

Hunderte von Seiten, drei Bücher, 70 Gedichte:

Das Konzert in der Alten Oper in

Frankfurt dauert also bestimmt ewig, oder?

Das Tolkien-Ensemble wird auch die Alte Oper verzaubern.

CR (lacht): Keine Sorge, in zweieinhalb Stunden

haben wir die Geschichte erzählt. Obwohl

wir auch ein Lied haben, das zehn

Minuten dauert. Das spielen wir auch noch

sehr schnell. Die Musik kommt von unserem

Ensemble, einem symphonischen Orchester

und einem Chor. Außerdem zeigen

Tänzer eine Art Lord-of-the-dance-Nummer.

Sie haben für ihre Konzertreihe auch mit

Christopher Lee zusammengearbeitet, dem

Schauspieler, der den bösen Magier Sauron

gemimt hat. Das war sicher ein Erlebnis?

CR: Die Arbeit mit Christopher Lee war

wunderbar. Er ist ein großartiger Schauspieler,

ein Gigant. Und das Beste: Er war sehr

interessiert an der Musik, die wir machen.

Foto: Agentur

Haben Sie auch schon Reaktion aus Tolkiens

Familie bezüglich Ihrer Arbeit?

CR: Ich habe Kinder von Tolkien getroffen;

schon alleine deshalb, um ihre Erlaubnis für

das Projekt zu bekommen. Sie mögen

unsere Arbeit, und das ist die beste Rückmeldung,

die ich je bekommen kann.

Sie vertonen die Gedichte vor allem mit

Folk- und Klassik-Sounds. Wäre nicht auch

mal eine Prise Rock’n’Roll passend?

CR: Privat höre ich gerne Rock’n’Roll. Aber

Tolkien würde diese Umsetzung sicher nicht

mögen. Rock’n’Roll und Mittelerde? Das

passt nicht. Oder können Sie sich einen

Rock’n’Roll-Hobbit vorstellen? (lacht).

Kays Al-Khanak

1/2012 streifzug 35


AM MAIN

Minds on Minigolf

Ob es regnet oder schneit: Frankfurts Minigolfer sind versorgt. Denn im fünften Stock der

Zeilgalerie öffnete nun die erste Indoor-Anlage der Stadt ihre Pforten. Inmitten von Konsum,

Hektik und Stress ist eine Insel der Glückseligkeit entstanden.

Michael Scharff, Ideengeber für das erste Indoor-Minigolf Frankfurts.

Fotos: fd

Da steht er nun auf seinem Tisch. Den

Schläger schwingt der junge Mann locker in

den Händen, der Ball liegt zwischen edlem

Porzellan auf der reich gedeckten Tafel.

»Es hat fast etwas Erotisches, über einen gedeckten

Tisch zu laufen«, sagt er. Nun steht

der 27-Jährige mit leicht federnden Knien

zwischen geschliffenen Gläsern und manövriert

den Ball in das Loch am anderen Ende

der Tafel. Miserable sieben Schläge. »Der

Vorführeffekt«, zuckt er entschuldigend mit

den Schultern und lächelt.

Michael Scharff hat etwas geschaffen, was

der kindlichen Vorstellung einer Oase

inmitten des Wahnsinns der Frankfurter

Innenstadt sehr nahekommt: Minigolf bei

wohligen Temperaturen, im Hintergrund

großartige Musik, die Kaffeemaschine und

ein eingesessenes Sofa in unmittelbarer

Reichweite. Eine Mischung aus Spielplatz,

Veranstaltungen in Frankfurt

Mittwoch, 4. Januar

Thriller

Der King of Pop, Michael Jackson, wird mit

einer Reihe von Shows gewürdigt.

➛ 20.00 Alte Oper

Donnerstag, 5. Januar

Die Fledermaus

Die Komische Operette von Johann Strauß

um die Rivalität von Gabriel von Eisenstein

und Dr. Falke ist wieder da.

➛ Frankfurter Oper

Freitag, 6. Januar

Pfui Spinne!

Der Biologe Rudolf Wicker berichtet aus

dem Leben der Krabbeltiere.

➛ 19.30 Zoo

Dienstag, 10. Januar

Baskery

Die schwedische Alternative-Countryband

besteht aus drei Schwestern und beschreibt

ihren Stil als Country-Punk, Mud-Country

und Killbilly.

➛ 20.00 Brotfabrik

Feridun Zaimoglu

In seinem Roman gibt sich der Schriftsteller

einem hochliterarischen Blues hin.

➛ 20.30 Romanfabrik

Freitag, 13. Januar

Anna Aaron

Düster bis dramatisch wird es bei der

schweizerischen Singer-Songwriterin

und Pianistin.

➛ 20.00 Brotfabrik

Monostars, Jens Friebe und Band

Schlechte-Laune-Pop in Moll

➛ 20.30 Das Bett

Dieter Thomas Kuhn

Der berühmt-berüchtigte Schlagerbarde

(Foto) fährt einmal mehr in Frankfurt die

Kitsch-Geschütze auf.

➛ 20.00 Jahrhunderthalle

36 streifzug 1/2012


AM MAIN

Kunstausstellung und Kaffeebar im fünften

Stock der Zeilgalerie. Der Laden ist ein kleines

Paradies, nicht nur für Minigolfer. »Ich

bin ein Spieler, aber ich gehe auch sehr gerne

in Galerien und Museen. Was mich dort

am meisten stört: Man darf die Kunst nicht

anfassen. Hier kann man mit Bällen auf die

Kunst schießen. Das ist voll super.« Mal muss

der Minigolfer den Ball im Maul eines fiesen

Monsters versenken. Dann ersetzt eine Toilettenschüssel

das klassische Loch. Hier führt

die Bahn an einem Bild der golfenden

Beatles vorbei. Und dort muss man einen

riesigen Looping meistern.

Die Höhen des gedeckten Tisches hat der

27-jährige Initiator von »Minds on Minigolf«

inzwischen verlassen und steht kaum zehn

Meter von der edlen Tafel entfernt inmitten

einer wüsten Studentenbude: Die Klamotten

liegen auf dem Fußboden, ein Bücherstapel

ist umgefallen, die leeren Kaffeebecher

könnte man mal wieder wegräumen.

Es ist ein weiteres Highlight der 430 Quadratmeter

großen Anlage. »Diese Bahn wurde

von einem meiner besten Freunde entworfen«,

erklärt Scharff und lässt den Ball

dann gekonnt laufen: durch ein gestärktes

Hosenbein in eine Kommode, von dort über

einige Bücherrücken und unter dem Sofa

hindurch. Vier Schläge bis ins Loch.

Und mit jenem Freund begann 2010 auch

die Geschichte von »Minds on Minigolf«.

Damals, im düsteren Herbst des vorvergangenen

Jahres, vertrieben sich die beiden

Kumpels mit Internet-Spielen die Zeit. Minigolf

mit Tastatur und Maus war auch dabei.

»Er hat einige Male hintereinander gewonnen.

Aber ich war mir sicher, dass ich im

wahren Leben gewinnen würde«, erinnert

sich Scharff. Aber beweisen ließ sich diese

Überzeugung nicht, denn in ganz Frankfurt

war seinerzeit keine Indoor-Anlage aufzufinden.

Und Minigolf unter freiem Himmel

erlaubte die Jahreszeit nicht. Also sagte der

ehemalige Psychologiestudent zu seinem

Kumpel: »Wenn es keine Minigolfanlage

gibt, auf der ich dich schlagen kann, dann

baue ich eben eine.«

Auf eben jener steht er nun, hat das chaotische

Wohnzimmer hinter sich gelassen und

tritt vor die Halfpipe. Aufgepeppt mit Lichteffekten

und verfeinert mit dem obligatorischen

Loch ist sie eine weitere Herausforderung

für den Minigolfer. Sechs Schläge benötigt

Scharff. »Na ja«, knurrt er.

Wie die anderen acht Bahnen auch entstand

das Konzept dieses Parcours im Rahmen

eines Internet-Wettbewerbs. »Allein traute

ich mir nicht zu, eine Indoor-Anlage auf die

Beine zu stellen«, erklärt Scharff. Über eine

Website wurden Ideen von Künstlern gesammelt,

die Auserwählten bekamen eine

Einladung zur Umsetzung vor Ort. »Ich wollte

Qualität. Es ist zwar mein Bausparvertrag,

der dafür aufgelöst wurde, aber es ist nicht

allein mein Projekt.« Auf das Geld scheint es

dem 27-Jährigen ohnehin nicht anzukommen:

»Ich habe längere Zeit in einem buddhistischen

Kloster in Asien gelebt. Wenn

die Kohle nicht zurückkommt, gehe ich

eben wieder dorthin«, sagt er. Doch bisher

sieht es gut aus: Die Passanten lächeln,

wenn sie durch die Schaufenster der Zeilgalerie

auf die Bahnen schauen. Die Spieler

strahlen, wenn sie mit schwingenden Schlägern

auf der gedeckten Tafel stehen. Und

selbst jene, die eine Runde verloren haben,

schauen zufrieden drein, wenn sie die

Indoor-Anlage verlassen. »Minds on Minigolf«

ist eine kleine Insel der Glückseligkeit

inmitten von Konsum, Hektik und Stress.

Das hat Frankfurt gebraucht. Florian Dörr

***

Öffnungszeiten: Mo. – Mi.: 10 bis 20 Uhr.

Do. – Sa.: 10 bis 23 Uhr. So.: 13 bis 21 Uhr.

Vormittags soll die Indoor-Anlage zukünftig

für Firmenevents zu mieten sein. An

Wochenenden sind auch Latenight-Minigolf

und Turniere geplant.

Putten im Schaufenster…

Samstag, 14. Januar

Frank Lüdecke

Der Polit-Kabarettist präsentiert sein

Programm »Die Kunst des Nehmens«.

➛ 20.00 Die Käs

1 x Kästner und zurück

Die bejubelte Erich-Kästner-Revue wird

wieder aufgenommen ins Programm.

➛ 20.00 Katakombe

Donnerstag, 19. Januar

Vier linke Hände

Ein missglückter Suizidversuch, und schon

lernt Single Sophie den konservativen und

eigenbrötlerischen Bertrand kennen.

➛ 20.00 Die Komödie

Freitag, 20. Januar

Montez

Einer der diesjährigen Hip-Hop-Newcomer

geht auf Deutschlandtour und macht in der

Mainmetropole halt.

➛ 20.00 Das Bett

Krokodile, Warane, Riesenschlangen

Tierpfleger Thomas Hüge erzählt über die

Haltung der Tiere und füttert sie vor den

Augen der Besucher, die aus dem Staunen

nicht mehr herauskommen werden. Das ist

sicher.

➛ 19.30 Zoo

Samstag, 21. Januar

Friede den Hütten!

Krieg den Palästen!

Das Projekt nach Georg Büchner feiert

Premiere.

➛ 19.30 Titania

Montag, 23. Januar

Herr der Ringe

100 Musiker und Tänzer bringen die

Gedichte des Fantasy-Werks in Form von

Folk- und Klassiksongs auf die Bühne. Siehe

das Interview mit Komponist Casper Reiff

(Seite 35).

➛ 20.00 Alte Oper

Dienstag, 24. Januar

Ulrich Tukur & Die Rhythmus Boys

Der Schauspieler bietet mit seiner

Combo »Musik für schwache Stunden«.

➛ 20.00 Alte Oper

Jochen Schimmang

Putschende Generäle, Einmarsch von Friedenstruppen

und Ruinen. Das findet sich im

Roman »Neue Mitte« im Berlin der 2016er.

➛ 20.30 Romanfabrik

Mittwoch, 25. Januar

Nette Rabenväter

Gerd Knebel (Badesalz) und Olaf Mill

(Türzueszieht) spielen »doofe, kleine,

schwarze Lieder«.

➛ 20.00 Die Käs

Donnerstag, 26. Januar

The Walkabouts

Die Band aus Seattle gilt als Begründer

des Americana.

➛ 20.00 Brotfabrik

1/2012 streifzug 37


Foto: Friedrich

Prost Neujahr

auf Chinesisch

In China ticken die Uhren anders. Das ist nicht etwa eine phrasenhafte

Umschreibung kultureller Unterschiede zwischen dem Reich der Mitte und

Deutschland, sondern eine Tatsache im wörtlichen Sinn. Während bei

uns jährlich in der Nacht zum 1. Januar in das neue Jahr hineingefeiert

wird, dauert es in China noch einige Wochen länger, ehe dort die

Neujahrsfeste anstehen. 2012 wird am 21. Januar gefeiert, in Gießen

traditionell im Lokal International im Eichendorffring.

Um sich diesen nicht unbedeutenden Teil seiner Heimat

und Kultur nach Deutschland zu holen, organisiert

der Verein der chinesischen Studierenden und

Wissenschaftler in Gießen jährlich ein chinesisches

Neujahrsfest, das an keinem passenderen Ort als

eben im Lokal International im Eichendorffring ausgerichtet

werden könnte.

Da sich das chinesische Neujahr am Neumond zwischen

dem 21. Januar und dem 21. Februar orientiert,

ändert sich das Neujahrsdatum jährlich. Im Jahr 2012

fällt dieser Neumond auf den 23. Januar, aber weil es

sich an einem Wochenende besser feiern lässt, begehen

die in Gießen lebenden Chinesen ihr nun beginnendes

Jahr des Drachen bereits Samstagnacht vom


CAMPUS

Auf einen

chinesischen

Löwen muss

auch Gießen

nicht verzichten

21. auf den 22. Januar mit einem bunten

und liebevoll zusammengestellten

Programm, das um 19 Uhr im Lokal International

beginnt (Einlass 18 Uhr).

»Unsere Ziele der Feier sind, den kulturellen

Austausch zwischen Deutschland und China

zu fördern und das Heimweh der chinesischen

Leute in Gießen zu mindern«, erklärt

Xiaofeng Sun vom organisierenden Verein.

Die BWL-Studentin selbst lebt bereits seit

drei Jahren in Gießen und weiß deshalb aus

eigener Erfahrung, wie schwer es ist, Fuß in

einer fremden Kultur zu fassen, aber auch,

wie schön es sein kann, Kultur mit Menschen

aus anderen Ländern zu teilen.

»In Deutschland feiern Familien oft für sich

zu Hause; in China feiert man größer, mit

mindestens 20 bis 30 Leuten«, erklärt die

Chinesin einen der Hauptunterschiede zwischen

dem deutschen und dem chinesischen

Neujahr; außerdem dürfen in China

unterhaltende Programmpunkte nicht

fehlen. So bietet auch die groß angelegte

16. Neujahrsfeier der Gießener Chinesen ein

bunt gemischtes traditionelles Programm, in

das aber auch Menschen aus anderen Kulturen

eingebunden sind.

Nicht fehlen werden im Lokal International

die klassische chinesische Oper sowie weitere

Gesangseinlagen, Schauspiel und Tänze,

Band-Auftritte, der »tanzende Löwe« und

eine Kung-Fu-Einlage; auch traditionelle

chinesische Kleidung darf bestaunt werden.

Als Verpflegung gibt es ein Büffet aus mehr

als 20 traditionellen Speisen, die teils in

China-Restaurants bestellt und teils von den

Gießener Chinesen selbst zubereitet werden

– für einen Eintritt von zehn Euro (ermäßigt

5 Euro) ein wahres Schnäppchen. Und

selbstverständlich bekommen die erwarteten

300 Gäste um Mitternacht ein chinesisches

Feuerwerk geboten.

Den Ort für das Fest hätte der Verein der

chinesischen Studierenden und Wissenschaftler

mit dem Lokal International kaum

besser wählen können. Schließlich wurde

die Einrichtung, die im Jahr 2009 Einzug in

die Räume des ehemaligen Lokals Study

Affairs in der Wohnheimanlage Eichendorffring

hielt, unlängst mit dem »Preis des Auswärtigen

Amtes für exzellente Betreuung

ausländischer Studierender an deutschen

Hochschulen« ausgezeichnet. »Ich bin sehr

glücklich, dass wir diesen Preis für Initiativen

erhalten haben, die sich besonders darum

bemühen, ausländische Studierende zu integrieren«,

erklärt Julia Dinslage, Leiterin des

»LI«. »Unser Ziel war und ist es, einen Ort

der Begegnung zwischen deutschen und

ausländischen Studierenden zu schaffen. Wir

wollen das Potenzial der internationalen

Studierenden nutzen und ihnen helfen, sich

zu engagieren und ihre Kultur näherzubringen«,

lautet die Grundidee des Kooperationsprojektes

von Universität Gießen und

den Studentenwerken. So bietet das »LI« ein

breit aufgestelltes Angebot, das regelmäßig

Programmpunkte wie Quiz Night, Speed

Dating, Jam-Session, Filmabende, Karaoke,

Pokerabend, Familientag oder den Runden

Tisch für den internationalen Doktorandenaustausch

bereitstellt. Monatliche Höhe-

punkte sind mit Sicherheit aber die Länderabende.

So wird der 20. Januar dank eines

Kooperationsprojektes mit dem ZiBB (Zentrum

für interkulturelle Bildung und Begegnung)

ganz im Zeichen Marokkos stehen:

Eine Ausstellung des Bildjournalisten Georg

Kronenberg über Marrakesch sowie ein

Büffet von marokkanischen Studierenden

werden den Gästen aus Deutschland und

anderen Ländern die nahe an Europa grenzende

Maghreb-Nation näherbringen. Und

wer durch diese Veranstaltung Geschmack

auf internationale Begegnung bekommen

sollte, der kann an gleicher Stelle bereits am

nächsten Tag mit chinesischen Bräuchen in

das neue Jahr hineinfeiern. Jan Sommerlad

Programm

im Lokal International

10. 1. Speed Dating

11. 1. Runder Tisch für Internationale

Doktoranden

12. 1. Internationaler Spielaabend

WOTUPRO

19. 1. Quiz Night

20. 1. Marokkanischer Abend

20. 1. Seminar Fit für Deutschland

27. 1. Jam-Session

31. 1. Seminar Arbeitskind

goes International

Foto: Fotolia

1/2012 streifzug 39


Foto: lad

Eine Idee aus Gießen

Einer der modernsten und mit Sicherheit zukunftsträchtigsten Studiengänge

in Gießen ist derzeit der mit dem Titel »Technische Redaktion und

Multimediale Dokumentation« an der TH Mittelhessen, kurz TRMD. Die

Verantwortlichen haben sich zum Ziel gesetzt, innovative technische

Ideen zu konzipieren und nutzbar zu machen. Ein solches Konzept wurde

kürzlich vom Studenten Michael Prinzler als Prototyp fertiggestellt, der für

das iPad nutzbar ist und zeigt, auf welch vielfältige Weise man sich

die Tablet-Eigenschaften zunutze machen kann.

Was der 27-jährige Medieninformatiker, der aktuell

seinen TRMD-Master macht, entwickelt hat, ist

eine digitale Bedienungsanleitung, die die Tablet-

Funktionen und -Vorteile des iPad nutzt wie noch

keine andere Anleitung zuvor. Hierfür arbeitete er

zu Semesterbeginn mit der Frankfurter Agentur Razorfish

zusammen, in der Gießener TRMD-Absolventen

sitzen, und zu denen der Studiengang um

Professor Rainer Bernd Voges regen Kontakt pflegt.

Der erste Clou, der Prinzler einfiel, war die Nutzung

der Kippfunktion des iPad aus der horizontalen in

die vertikale Haltung und umgekehrt: Statt dass beide

Haltungen dieselbe Anzeige in unterschiedlichen

Formaten darstellen, erhält der User durch das Drehen

des Geräts nun zwei unterschiedliche Anzeigen,

die einander ergänzen. Die zweite Idee, die

der aus Burg in Sachsen-Anhalt stammende TH-Student

umsetzte, war die Nutzung des »Wäscheleine-

Prinzips«; sprich dass es auf dem Display nicht nur

nach oben/unten oder nach rechts/links weitergeht,


sondern beides kombiniert. So kann man

zum einen in einer Übersicht die gewünschte

Seite direkt antippen, ohne lange

zu suchen, zudem aber auch relativ

schnell durch die Oberpunkte blättern,

und nur in diejenigen Unterpunkte hineingehen,

die man entsprechend einzusehen

wünscht.

Um das Ganze sogar noch kompakter für

den Nutzer zu machen, verwendete Prinzler

außer der x- und der y-Achse noch eine

z-Achse, sodass man sich auf den einzelnen

Seiten auch noch in die Tiefe klicken

kann.

Auf diese Weise komprimierte der 27-Jährige

möglichst viele Informationen auf sehr

übersichtliche Weise. »Ziel war es, auf

einem Bildschirm mehrschichtig Inhalt

unterzubringen – ein Touch, und ich habe

das, was ich haben will«, erklärt Prinzler.

Das in seiner Anleitung beschriebene Produkt

Behringer Eurorack (Audio-Mischpult),

das bei Prinzlers Arbeit nur algebraisch für

jedes andere Produkt steht und aufgrund

der guten Demonstrationsfähigkeit des

entwickelten Anleitungskonzepts ausgewählt

wurde, wird dem Nutzer auch durch

andere clevere Einfälle nähergebracht.

Und das ganz ohne den Aufwand des Programmierens,

dank der Programme

InDesign, Photoshop, HTML5-Editor. So

machte sich Prinzler die InDesign-Overlays

zur besseren Illustration zunutze. Zum Verständnis:

Ein Overlay ist ein interaktives

multimediales Element, das als dynamischer

Teil (»das, wo man drauf rumtippen

kann«; z.B. Video, Slideshows, 3D, Pan &

Zoom etc.) auf die statischen Elemente

einer Ansicht gelegt wird und diese somit

mit Leben füllt. Prinzler richtete in der Anleitung

unter anderem eine um 360 Grad

drehbare 3-D-Ansicht des Geräts, drehbare

Ansichten der Regler mit sich verschiebenden

Graphen, einen Schaltplan für Hardcore-Audiofans

und als »Oberhammer«, so

Prinzler, einen Instruktionsfilm ein; den

Feinschliff erhielten diese durch die Bearbeitung

mit Photoshop und Co.

»Das Projekt soll Studenten und künftigen

Projektpartnern die Möglichkeit bieten, anhand

des neuen Mediums iPad neue Bedienkonzepte

auszuprobieren. Schließlich

führt kein Weg daran vorbei, dass Anleitungen

irgendwann gänzlich das statische Medium

Papier verlassen werden«, sagt Prinzler

zu seinem Prototypen, der eine Idee

aus Gießen möglicherweise in ganz

Deutschland oder vielleicht sogar in der

ganzen Welt verbreiten wird.

Jan Sommerlad

Kino mal anders!

Flimmerkiste heißt die Reihe, die den Gießener Studenten

Kinofilme zum Sonderpreis bietet. Auch das Ambiente

stimmt, denn die Blockbuster werden dort ausgestrahlt, wo

sonst Overheadfolien an die Wände geworfen werden.

Ein Vorlesungssaal wird zum Filmtheater,

und das für nur 1,99 Euro pro Filmvorführung.

Seit Anfang des Semesters flimmert

die Uni-Kino-Kiste wieder. Und im Januar

gibt es gleich drei besondere Augenschmäuse.

Zuerst schippert der verwirrte Captain Jack

Sparrow über die karibischen Meere und

trifft dort auf allerlei »Fremde Gezeiten« (12.

Januar). Kurz darauf versinkt in »Last Night«

die scheinbare Bilderbuch-Ehe von Keira

Knightely und Sam Worthington im Gefühlschaos

(19. Januar), bevor »The Bang

Bang Club« (26. Januar) über die wahre

Geschichte von vier Journalisten und ihren

Erlebnissen samt moralischer Gewissenskonflikte

während der letzten Züge des

afrikanischen Apartheitskriegs der 1990er

Jahre berichten wird. Alle drei Filme sind

ein Augen- und Ohrenschmaus und dürften

zahlreiche Studentinnen und Studenten

in den Hörsaal locken.

Jeweils um 20 Uhr beginnt sich die Filmspule

im Vorlesungssaal am Seiteneingang

des Zeughauses zu drehen.

Unser Tipp für einen gemütlichen Filmabend

dabei: Selbst Verpflegung mitnehmen

und ein entspanntes Kino-Picknick

genießen! So macht Kino auch mal

Spaß.

bf

PFLICHT-

VERANSTALTUNG

Sein eigener Chef sein

In den letzten Zügen des Studiums? Was

nun? Sein eigener Chef sein wäre nett! Ist das

machbar? Ja, sagt das Entrepreneurship

Cluster Mittelhessen und fördert Gründungen

aus der Hochschule. Wie es funktioniert zeigen

sie in Vorträgen. Wer neue Wege beschreiten

möchte, hat am 24. und 31. Januar

Gelegenheit, an zwei Workshops (Existenz

gründen – Fehler vermeiden) und (Praxisbeispiel:

Gründung aus der Hochschule) ins

Jungunternehmertum hineinzuschnuppern.

Mehr Infos: www.ecm-gruenderzentrum.de.

Gedichte im

Wohnzimmer

Anhänger des

Poetry Slams

kommen nicht

an ihm vorbei.

Der mittelhessische Starexport Lars Ruppel

gehört zur Stammbesetzung des Gedichteum-die-Ohren-hauen-Wettbewerbs.

Nun

hat er sich zu einem neuen Projekt mit dem

Gießener Tausendsassa Robert Groos zusammengetan.

Gemeinsam mit Gästen und

einem Wasserfall von Wortwitzen befüllen

sie am 12. Januar (20.30 Uhr) die Ulenspiegel-Bühne

in »Lars und Robert ihr poetisches

Wohnzimmer Vol.II«.

Die Bühne ist eröffnet

Ob eine Solo-Arie, ein projiziertes Faust-

Projekt oder kurze Theaterinszenierungen im

flackernden Schein von Wunderkerzen.

»Parole will Stand-up-Comedy, Performances,

Szenenentwürfe, Probestände, Monologe

und Publikums- beschimpfungen unter einen

Hut bringen«, sagen die Veranstalter. Zum

zweiten Mal findet die von Gießener

Theaterwissenschaftlern initiierte Parole im

Exkurs Zwischenraum, dem ehemaligen

Bettenhaus Röhr in der Bahnhofstraße in

Gießen, statt. Die offene Bühne steht für alle

bereit: Musiker, Schauspieler, Tänzer oder

Zuschauer. Die Vorhänge öffnen sich am

21. Januar um 21 Uhr. Eintritt frei. bf

1/2012 streifzug 41


Fotos: Burke

Champions League

des Varieté-Theaters

Vom 19. bis 21. Januar hebt sich in der Kongresshalle Gießen für fünf spektakuläre

Shows der Vorhang. 44 Artisten aus zehn Nationen gastieren im Rahmen des OVAG-

Neujahrsvarietés in der Stadt und werden mit atemberaubenden Einlagen begeistern.

»Mit dieser Veranstaltung hat Gießen Anschluss

an die Weltklasse des Varietés gefunden«,

schrieb vor fünf Jahren die Presse

nach der Premiere des ersten Internationalen

Neujahrs-Varietés der OVAG in der

Gießener Kongresshalle. Die Entwicklung

der Veranstaltung beweist, dass diese Einschätzung

keineswegs in die Schublade

schnell vergebener Superlative einzuordnen

ist. Jahr für Jahr ist inzwischen eine

Veranstaltung hinzugekommen, wobei

Gießen gut Schritt mit Bad Nauheim hält,

wo die OVAG das Varieté bereits seit zehn

Jahren anbietet und inzwischen jährlich 20

Shows über die Bühne gehen.

Diesmal gibt es zwei Jubiläen zu feiern:

100 Jahre OVAG, fünf Jahre Varieté in Gießen,

wenn sich vom 19. bis 21. Januar der

rote Vorhang der Kongresshalle für fünf

Shows hebt, die 44 Artisten aus zehn Nationen

bestreiten.

Darunter sind – wie gewohnt – zahlreiche

Träger der renommiertesten Preise der

Zirkus- und Varieté-Welt. Etwa das Duo

»Flight of Passion« aus der Ukraine,

dekoriert mit dem Goldenen Clown des

Internationalen Zirkus-Festivals von Monte

Carlo. Ihre Requisiten sind zwei Gummibänder,

genannt Strapaten. An diesen

fliegen Dmitriy und Olesya über die Köpfe

der Besucher. Höhepunkt ihrer Darbietung:

Wenn er sie kopfüber hält – wobei

beide nur durch eine kurze Metallstange

von Mund zu Mund verbunden sind. Das

ist ganz sicher nichts für allzu schwache

Nerven.

Gold in Paris bei den Weltzirkus-Spielen

und den Silbernen Clown von Monte

Carlo gewonnen haben die Brüder Iroshnikov,

die derzeit als weltbeste Hand-in-

Hand-Akrobaten gelten. Panthergleich bewegen

sie sich über das Parkett und

schleudern sich gegenseitig durch die Luft,

fangen sich auf, rollen ab – und dann beginnt

das furiose Spiel wieder von vorn.

Neben bekannten klassischen Disziplinen

bietet das Neujahrs-Varieté aber auch immer

wieder neue Genres. So ist beispielsweise

Katrin Weißensee aus Berlin, eine

der ersten europäischen Sandmalerinnen.

Fließend zeichnet sie eine Geschichte in

42 streifzug 1/2012


KULTUR

den Sand, die über eine Kamera für alle

Besucher sichtbar auf einer Leinwand übertragen

wird. Das ist poetisch, botanisch,

handelt von Erotik und Liebe.

Kaum zu sehen ist auch die Hochleistung,

welche das Trio Ballerina aus Peking weltweit

zu einer der gefragtesten Zirkusnummern

gemacht hat. Ihr Pas des trois ist eine

Mischung aus Ballett und Akrobatik, wobei

die beiden Tänzerinnen das atemberaubende

Kunststück fertigbringen, Spitzentanz

auf seinen Schultern und auf seinem

Kopf zu zelebrieren.

Tierisches auf die Bühne bringt John Burke

aus England mit seinen beiden Seelöwen.

Das Duo Vilja aus Schweden verbiegt sich

ästhetisch bis zur Schmerzgrenze. Die Catwall

Acrobats aus Montreal laufen – sich

abfedernd von einem Trampolin – die

Wand hoch und wieder hinab. Das Magie-

Trio Magic Unlimited aus den Niederlanden

macht das Unvorstellbare sichtbar.

Und die Collins-Brothers unterhalten

bestens mit ihrer Version des genial-komischen

Versagens.

Als Moderator konnte die OVAG Jeton

verpflichten. Jeton führt nicht nur mit

seinen Conférencen durch das Programm,

sondern begeistert überdies als Gentleman-Jongleur.

Wandspiegel, Billard-Queues

und Kaffeetassen fliegen in die Höhe…

und landen wieder in den Händen des

Meisters.

Restkarten für 28, 30 oder 32 Euro sind in

der Geschäftsstelle der Gießener Allgemeinen

(Marktplatz), bei der VGO (Neuenweg),

der Tourist-Information (Berliner

Platz), der OVAG (06031/ 8211 13) oder im

Internet unter www.adticket.de erhältlich.

Im Vorverkauf sind bereits auch die Karten

für das 6. Internationale Neujahrs-Varieté

vom 23. bis 26. Januar 2013.

bf

Premieren im

Theater

Clyde und Bonnie

6. Januar, 20 Uhr im TiL

Für die einen waren sie in den 1930ern

Staatsfeinde, für andere ein Vorbild für

Freiheit und Liebe: Bonnie und Clyde.

Nach einem Raubzug durch die USA

wurde das Paar von Polizisten getötet

und ging in die Geschichte ein. Nun

sind sie wieder da! Bonnie trifft ihre

große Liebe Werner und tauft ihn

Clyde. Beide sind jung und haben ihre

Probleme. Als die finanzielle Not ihr

Zusammensein trübt, eifern sie ihren

Vorgängern nach und überfallen eine

Bank. Gibt es diesmal ein Happy End? –

Auch am 13. und 29. Januar.

Hotel Savoy

7. Januar, 19.30 Uhr im Großen Haus

Von einer Zeitenwende erzählt Joseph

Roths Hotel Savoy. Die einst prunkvolle

Herberge ist zu einer Anlaufstelle für

Heimatlose geworden. Was den

Menschen Halt gab, ist durch den

1. Weltkrieg verloren. Soldat, Portier,

Devisenschieber, Künstler, Arzt und

Glücksspieler: Alle sind auf der Suche

nach dem Nötigsten. Wer nichts hat,

träumt von einer Revolution. Doch der

Wechsel in die Zukunft misslingt. –

Auch am 19. und 29. Januar.

Foto: Wegst

Spitzentanz auf den Schultern: Das Trio Ballerina aus Peking.

Alessandro Stradella

28. Januar, 19.30 Uhr im Großen Haus

Alessandro Stradella ist ein Künstler.

Gefeiert, geliebt, umschwärmt. Er ist ein

musikalisches Genie, ein Märchenprinz,

ein Selbstdarsteller! Seine Stimme ist so

schön, dass es nicht viel braucht, um

die liebliche Leonore um die Finger zu

wickeln. Aber er hat auch Feinde, zum

Beispiel den Vormund Leonores, der

den Sänger gerne um die Ecke bringen

will. Den zwei dafür angeheuerten

Auftragskillern geht es dabei allerdings

genau wie allen anderen: Sie erliegen

dem Charme Stradellas unnachahmlichen

Tenors…

1/2012 streifzug 43


Fotos:

Mein erstes Mal: Kendo

»Nimm die Ferse hoch«

Wir stehen im Kreis und üben Hiebe mit dem Bokuto, einem Holzschwert. Zehn Stück pro

Nase. Nicht auf die Nase. Die anderen Kursteilnehmer zählen dabei auf Japanisch mit. Ich

kann kein Japanisch. Auch nicht bis zehn zählen. Cheftrainer Erhard Goertz hat offenbar

meinen skeptischen Blick gesehen: »Wer das nicht kann, zählt auf Deutsch!«, sagt er. Puh.

Glück gehabt. Aber das Zählen ist beileibe nicht mein einziges Problem, wie sich bald

herausstellt. Ich versuche mich in Kendo. Es ist mein erstes Mal.

Zugegeben: Ich bin ein Sportmuffel und

mäßig bis gar nicht fit. Schon die auflockernden

Gymnastikübungen und das

Warmlaufen bringen mich völlig aus der

Puste. Und noch mal zugegeben: Ich hatte

schon als Kind Probleme mit Übungen, die

eine gute Motorik erfordern. Braucht man

am Schreibtisch zum Glück nicht. Dass ich

dieses Problem über Jahre einfach ausgeblendet

habe, rächt sich jetzt: Eigentlich

alles, was man für Kendo können muss,

überfordert mich gerade gewaltig, egal ob

Schrittfolge oder Schlagtechnik. Beides

alleine und voneinander unabhängig. Ja,

das kriege ich hin, aber zusammen in

größtmöglicher Geschwindigkeit? Gleiten

soll ich mit dem Fuß, diesen nicht abheben,

erklärt mir Jörg Schleher, den man mir

44 streifzug 1/2012


SPORTWELT

Auf den

Durchblick

kommt es an…

netterweise als persönlichen Betreuer an

diesem Abend zugeteilt hat, mit einer Engelsgeduld.

Wichtig beim Kendo-Schritt ist,

dass Bewegungen stets mit dem führenden

Fuß angeführt werden – man gleitet mit

dem vorderen Fuß vor und zieht den hinteren

zügig nach. Beim Rückwärtsschritt ist

es genau umgekehrt: Erst muss ich mit

dem hinteren Fuß, dessen Ferse nie den

Boden berühren soll, nach hinten, dann

den vorderen nachziehen. Ausgangsstellung

ist immer: Ferse des führenden Fußes

parallel zu den Zehen des hinteren. Trainiert

wird in der Regel barfuß, damit man

besser gleiten kann. Aber ich habe mich

gedrückt und Socken anbehalten – der

Boden der Turnhalle in der Garbenteicher

Limeswerkstatt ist mir eindeutig zu kalt.

Jörg Schleher hilft mir mit einem einfachen

Trick: Das Bokuto zwischen die Beine zu

klemmen sorgt dafür, dass man die Schritte

nicht zu lang macht und nach ein paar Versuchen

habe auch ich den richtigen Kendo-Schritt

raus. Trainer Goertz ist mit meiner

Ausführung allerdings weitaus weniger

zufrieden: »Ferse hoch!« ruft er mir zu,

»Nimmst du wohl die Ferse hoch!«

Das nächste Problem ist die richtige Haltung

des Schwertes: So locker, dass man es

nach oben aus der Hand ziehen kann und

doch fest genug, dass es der Gegner einem

nicht wegschlagen kann. Die Stellung der

Finger ist das Geheimnis. Und auch die

verschiedenen Hiebe – zuerst übt man

den Hieb auf den Kopf, den »Men« – werden

ohne Kraft aus dem Handgelenk heraus

ausgeführt. Mit der linken Hand, was

für einen Rechtshänder erst mal irritierend

ist. Links ist die Schlaghand, rechts die

Führhand. Nun ja, meine ersten Hiebe

sehen aus, als würde ich versuchen, das

Schwert von mir wegzuwerfen, es aber

nicht schaffen. Im 45-Grad-Winkel soll man

es halten, die Faust einen Finger breit von

der Stirn entfernt. Leider sehe ich selbst

nicht, wann das Schwert einen 45-Grad-

Winkel hat, und das Gefühl für den

Schwerpunkt fehlt mir völlig. »Ohne Kraft,

einfach nach vorne fallen lassen«, erklärt

mir die Vereinsvorsitzende Claudia Khan.

»Stellen Sie sich vor, dass oben auf der

Spitze eine Fliege sitzt, die sie wegschnicken

wollen.« Häh? Das Ganze in Kombination

mit dem Kendo-Schritt bitte. Und

dann soll ich beim Angriff auch noch

»Men« schreien. Ich schreie doch jetzt

nicht durch die ganze Halle? »Men« nuschele

ich vorsichtig und komme mir reichlich

bescheuert vor.

Die Partnerübungen gefallen mir besser, da

kann ich mal so richtig draufhauen. »Langsam,

langsam«, mahnt mein Gegenüber,

schließlich geht es beim Kendo nicht um

rohe Gewalt. Nun ja, ich muss noch viel

lernen. Auch, dass im »Dojo«, also in der

Halle, an der Längsseite die Gottheit sitzt.

Und die grüßt man mit einer Verbeugung,

wenn man die Halle betritt. War ja klar,

dass ich in die Halle getrampelt bin, ohne

überhaupt jemanden zu grüßen. Ich hoffe,

Buddha sieht das mit Milde, denn schließlich

ist es mein erstes Mal. Sabine Glinke

Kendo

Die Kampfsportart Kendo (von japanisch

ken = Schwert und do = Weg, Weise) ist

eine moderne Form des ursprünglichen

japanischen Schwertkampfes. Kendo verfolgt

dabei nicht nur die Taktiken und

Techniken des Schwertkampfes, sondern

auch die »Formung« des Geistes eines

Menschen. Die Kendoka sollen vor allem

Charakterfestigkeit, Entschlossenheit und

moralische Stärke erlangen. Kendo-

Sportler tragen traditionelle Kleidung und

Rüstungen, Bogu genannt, und kämpfen

mit einem Shinai, einem Schwert aus

Bambusstreben, das dem ursprünglichen

Katana nachempfunden, aber ungefährlich

ist. Die Rüstung erhalten die Übenden

jedoch erst nach einem Trainingsfortschritt,

in der Regel nach etwa einem

Jahr. In Graduierungsprüfungen ist es

möglich, verschiedene Grade zu erreichen.

Diese gliedern sich in sechs

Schülerstufen – Kyu – (absteigend vom

sechsten bis zum 1. Kyu) und acht Dan-

Grade, wobei die höheren Dan-Grade

nur selten vorkommen. Trainiert wird

darüber hinaus auch mit dem Bokuto,

einem Trainingsschwert aus Holz. Die

Kendoka messen sich darin, entscheidende

Ziele am Körper des Gegners zu

treffen: Kopf, Kehle, Handgelenke und

Oberkörper. Dabei kommt es jedoch

nicht nur aufs Treffen an, sondern auch

auf einen harmonischen und technisch

korrekten Bewegungsablauf.

Im Training übt man paarweise das Kata

– ein simulierter Zweikampf, bei dem es

nach einheitlichem Muster darum geht,

besondere Methoden für Angriff und

Verteidigung einzustudieren. Der Ursprung

des Kendos liegt über 500 Jahre

zurück und basiert auf dem Schwertkampftraining

der japanischen Samurai.

Obwohl der Sport zunehmend an

Popularität gewinnt, gibt es in Deutschland

nur rund 5000 Kendoka.

Im Landkreis Gießen kann man ihn beim

Kendo Lich erlernen und trainieren. Dort

hat auch unsere Mitarbeiterin Sabine

Glinke ihr Probetraining absolviert.

Kendo Lich hat rund 40 Mitglieder, von

denen nur ein Teil aktiv am Training teilnimmt.

Trainiert wird immer dienstags

(19.30 bis 22 Uhr) in der Turnhalle der

Limeswerkstatt der Lebenshilfe in Garbenteich,

jeden zweiten und vierten

Donnerstag im Monat (19.30 bis 21 Uhr)

in der Halle der Bereitschaftspolizei Lich.

Kontakt: info@kendo-lich.de. Internet:

www.kendo-lich.de.

bf

1/2012 streifzug 45


SPERRSITZ

Kinostart: 12. Januar

In »Verblendung« breitet Regisseur David

Fincher (»The Social Network«) die Welt des

Blockbuster-Thrillers von Stieg Larsson auf

der großen Leinwand aus. Im Labyrinth der

Geschichte versteckt finden sich Mord,

Korruption, Familiengeheimnisse und persönliche

Dämonen der zwei unerwarteten

Partner, die die Wahrheit in einem 40 Jahre

zurückliegenden Verbrechen aufdecken wollen.

Mikael Blomkvist (Daniel Craig) ist ein

investigativer Wirtschaftsjournalist, der entschlossen

ist, seine Ehre wiederherzustellen,

nachdem er wegen übler Nachrede verurteilt

wurde. Er wird von einem der reichsten

Industriellen Schwedens angeheuert, Henrik

Vanger (Christopher Plummer): Blomkvist soll

herausfinden, was hinter dem Verschwinden

von Vangers geliebter Nichte Harriet steckt –

Vanger vermutet, dass sie von einem Familienmitglied

ermordet wurde.

Der Journalist reist zum Familiensitz auf einer

unwegsamen Insel an der in Eis getauchten

schwedischen Küste, unsicher, was ihn dort

erwarten wird. Gleichzeitig wird Lisbeth

Salander (Rooney Mara), eine ungewöhnliche

aber geniale Detektivin der Sicherheitsfirma

Milton Security, angeheuert, in Blomkvists

Leben herumzuschnüffeln, was letztlich

dazu führt, dass sie Blomkvist dabei hilft

herauszufinden, wer verantwortlich für den

Mord an Harriet Vanger ist. Obwohl Lisbeth

ein Schutzschild vor der Welt, die sie immer

und immer wieder verraten hat, aufgebaut

hat, erweisen sich ihre Fähigkeiten als Hackerin

und ihre radikale Entschlossenheit als

unbezahlbar. Während Mikael die verschlossenen

Vangers direkt ins Visier nimmt, zieht

Lisbeth ihre Fäden im Schatten. Gemeinsam

stoßen sie auf eine Mordserie, die sich von

der Vergangenheit in die Gegenwart zieht.

Und schließlich haben sie nur ihre zarten

Bande aufkeimenden Vertrauens, um sich

vor einem Verbrechen absolut monströsen

Ausmaßes zu schützen.

»Verblendung« ist die erste von drei Verfilmungen

von Stieg Larssons Mega-Bestseller

»Die Millennium Trilogie«, die Columbia

Pictures ins Kino bringt.

Mikael Blomkvist (D. Craig) und Erika Berger (R. Wright) recherchieren.

GEWINNSPIEL

Der streifzug verlost mit den Gießener

Kinos 3x2 Tickets für die erste Vorstellung

des Films »Verblendung« am

12. Januar. Wer den Film sehen möchte,

sollte bis zum 6. Januar eine Karte mit

dem Kennwort »Kino« an streifzug,

Marburger Straße 20, 35390 Gießen

oder eine Mail an streifzug@giessenerallgemeine.de

senden. Viel Glück!

46 streifzug 1/2012


SPERRSITZ

Neu

im Kino

Gießen

Kinocenter Gießen

Bahnhofstraße 34, Telefon 0641/72108

Heli

Frankfurter Straße 34, Telefon 0641/74511

Roxy

Ludwigsplatz 4, Telefon 0641/32547

www.die-giessener-kinos.de

Kommunales Kino JOKUS

Ostanlage 25 a, Telefon 0641/306-2495

Grünberg

Bismarckstraße 10, Telefon 06401/6869

Lich

Kino »Traumstern«

Gießener Straße 15, Telefon 06404/3810

Weitere Kino-Tipps

finden Sie täglich in der Gießener Allgemeine

Zeitung oder auf unserer Internetseite unter

www.giessener-allgemeine.de/kino.

präsentieren

Jonas

Ein milder PISA-Schock

Der 18-jährige Jonas (Christian

Ulmen) erhält von der

Paul-Dessau-Gesamtschule

in Brandenburg die letzte

Chance, seinen bislang

verpatzten Schulabschluss

nachzuholen. So besucht er sechs Wochen

lang eine echte Schule mit ebenso echten

Schülern und Lehrern. Plötzlich sieht er sich

wieder in jene traumatische Situationen

versetzt, in denen er sich früher angsterfüllt

die Blöße beim Lösen von Matheaufgaben

an der Tafel geben musste. Hinzu kommen

die ganz normalen Probleme der Pubertät

in ihren vielseitigen Erscheinungsformen.

Darsteller: Christian Ulmen

Start: 5. Januar

★★✩✩

Offroad

Wie das Leben so spielt

Meike Pelzer hat ihr BWL-

Studium abgeschlossen,

die Übernahme des väterlichen

Betriebs in Aussicht

und die Hochzeit vor der

Tür. Einmal will sie noch

etwas Verrücktes tun und erwirbt einen

protzigen, vom Zoll beschlagnahmten Jeep.

Da passiert das Unerwartete: Sie erwischt

ihren Verlobten mit ihrer besten Freundin

im Bett, ihr Lebensplan scheint gescheitert.

Das Chaos setzt sich fort, als sie Kokain im

Jeep findet. Der ideale Zeitpunkt, um ein

neues Geschäftsmodell zu starten.

Darsteller: Nora Tschirner, Elyas M‘Barek,

Max von Pufendorf

Start: 12. Januar

★★✩✩

Das System

Alles verstehen heißt

alles verzeihen

Mit Kumpel Dustin lebt

Mike im Rostocker Plattenbau

in den Tag. Der vaterlos

aufwachsende Herumtreiber

zeigt kleinkriminelle

Ambitionen, wird beim Einbruch in einen

Luxus-Bungalow allerdings von dessen

Eigentümer Konrad gestellt. Der reiche Baulöwe

nimmt sich des Jungen an, indem er

ihn in sein Klüngel-Business einspannt. Nach

einem Schnellkurs in Bestechung und Erpressung

gerät der gelehrigeSchüler in noch

aktive Agentenzirkel der ehemaligen DDR.

Darsteller: Jacob Matschenz, Bernhard

Schütz, Jenny Schily

Start: 12. Januar

★★✩✩

Drive

Existenzialistischer Actionkrimi

über einen Stuntman

Driver ist der Beste seines

Fachs. Tagsüber arbeitet er

unauffällig als Stuntfahrer

in Hollywood, abends holt

er sich seinen Kick, indem

er Aufträge für die Mafia erledigt und sein

Können als halsbrecherischer Fahrer von

Fluchtautos unter Beweis stellt. Als einer

der Raubzüge schiefgeht, gerät er unter

Verdacht seiner Auftraggeber, die ein Kopfgeld

auf ihn aussetzen. Fortan muss er beweisen,

wie viel ihm an seinem Überleben

und dem seiner Freundin Irene gelegen ist.

Darsteller: Ryan Gosling, Carey Mulligan,

Bryan Cranston, Albert Brooks

Start: 26. Januar

★★✩✩

The Descendants

Mittwoch, 18.01.2012 um 20:30 Uhr

Eintritt inklusive einem Glas Prosecco!

Männer sind herzlich willkommen!

Kinocenter •Bahnhofstraße 34 •35390 Gießen

Roxy •Ludwigsplatz 4•35390 Gießen

Heli •Frankfurterstraße 34 •35390 Gießen

Mehr Infos im Kino und unter www.die-giessener-kinos.de

Fünf Freunde

Klassisches Jugendabenteuer

Julian, Dick, Anne, George

und ihr Hund Timmy verbringen

ihre gemeinsamen

Ferien am Meer. Ein Funkspruch,

den sie in einer

alten Schmugglerhöhle

auffangen, gibt einen Hinweis auf die Entführung

von Georges Vater. Ein Unbekannter

hat es auf dessen neuartige Energiegewinnungsmethode

abgesehen. Doch leider

glaubt den Kindern niemand. Weder die

Polizei noch Mutter Fanny. So sind die

jungen Ermittler auf sich alleingestellt.

Darsteller: Valeria Eisenbart, Nele Marie

Nickel, Quirin Oettl, Justus

Schlingensiepen

Start: 26. Januar

★★✩✩

Jack und Jill

Ausgelassene Komödie

Jack Sadelstein führt ein

friedliches Leben in gehobener

Gegend von Los

Angeles mit gut bezahltem

Job, liebender Frau und

reizenden Kindern. Diese

ruhevolle Harmonie wird lediglich einmal

im Jahr auf die Probe gestellt, wenn wieder

der Besuch von Jacks Zwillingsschwester Jill

aus der New Yorker Bronx ansteht. Diese ist

nämlich das genaue Gegenteil ihres Bruders:

laut, alleinstehend, schrill und völlig

verschroben. Hat sie sich einmal eingenistet,

wird man sie nicht mehr so leicht los.

Darsteller: Adam Sandler, Katie Holmes,

Al Pacino, Eugenio Derbez

Start: 26. Januar 2012

★★★✩

1/2012 streifzug 47


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Natürliches

Lächeln

dank künstlicher

Zahnwurzel

• Implantate sehen aus und fühlen

sich an wie echte Zähne

• Behandlung seit Jahrzehnten

bewährt

• Die Zähne neben und

gegenüber der bisherigen Lücke

bleiben gesund und gerade

Implantate bewahren den Kieferknochen,

sind von echten Zähnen nicht zu unterscheiden –

und implantieren Lebensqualität

Jeder Zahn hat seine Geschichte. Der Verlust eines Zahnes wiegt schwer – eine Lücke nagt zudem am

Selbstvertrauen. Eine ideale Lösung sind Implantate aus biologisch verträglichem Titan: Im Rahmen

einer seit Jahrzehnten bewährten Behandlung setzt auch die Gießener Zahnarztpraxis Uwe Gebhardt

im Seltersweg diese Techniken ein – und

implantiert so Lebensqualität.

Wenn Zähne fehlen, beginnt sich der Knochen

allmählich abzubauen, oftmals ändert sich

die Gesichtsform. Künstliche Zahnwurzeln –

weit mehr als nur Lückenfüller – verhindern

dies. Ein Implantat wird anstelle der

fehlenden natürlichen Zahnwurzel in den

Kiefer eingesetzt – in der Regel ambulant

unter örtlicher Betäubung, auf Wunsch unter

Vollnarkose.

Wir freuen uns auf Sie!

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35390 Gießen

Telefon 0641/7910 55

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