Urzeit entdecken: Urzeit entdecken: - Gießener Allgemeine

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Urzeit entdecken: Urzeit entdecken: - Gießener Allgemeine

5. Jahrgang · 5/2012

Urzeit

entdecken:

Ab 17. Mai bevölkern Mammut und Co.

die Gießener Innenstadt

LIKE

Rampenlicht

»Kein Pardon«: Die

Wettenbergerin Julia

Lißel im Musical von

Hape Kerkeling Seite 4

Sportwelt

»Mein erstes Mal«:

Kanga – Eine neue

Sportart für Mutter

und Kind Seite 42

FREUNDE IM THEATER

TREFFEN LIVE

*www.stadttheater-giessen.de


E A S Y

F A S H

I O N

E

A S Y

F A

S H

I O N


Editorial

Ich bin kein großer Fan von T-Rex oder Brontosaurus, meine Lieblingsdinos hießen Klaus Augenthaler, Karl-Heinz Rummenigge,

Sören Lerby und Jean-Marie Pfaff und gehörten damals eher ins Panini-Fußball-Album als in das Stickerheft, das

die Stadtmarketing nun zur Rückkehr der Urzeittiere nach Gießen herausgibt (Seite 8), trotzdem freue ich mich, wenn ich

am Stadttheater an der Ampel stehe und beobachte, wie der Dino gegenüber Männchen macht. Wir vom streifzug können

es kaum erwarten, dass endlich Entelodont, Ursus spelaeus und Chalicotherium, also die Nachfahren der Dinos, am

17. Mai nach Gießen kommen und die Innenstadt bevölkern. Unser Volontär Florian Dörr hat die »Jungs« sogar schon zu

Hause besucht und sich von ihren Schöpfern erklären lassen wie sie entstehen. Besonders gespannt ist Florian auf das

Chalicotherium, denn das hat er bisher nur als Styroporquader kennengelernt. Es wird extra für die Ausstellung in Gießen

angefertigt. Damit Sie wissen, wo Sie in der Stadt nach ihm suchen müssen, haben wir einen »Lageplan« (S. 6/7) erstellt und halten über die

Stars der Urzeit einige spannende Fakten bereit (S. 10/11), damit Sie nicht unvorbereitet durch die Zeitalter spazieren müssen. Bei der Recherche

haben wir wieder mal festgestellt, dass wir Menschen auf dem Meterstab der Evolution nicht mal einen Zentimeter ausmachen. Daran

sollten wir öfter mal denken, allerdings haben wir dafür auch schon ziemlich viel entdeckt, erfunden und erbaut. Marc Schäfer

Inhalt

Foto: ras

Foto: bf

BLICKPUNKT 4

Urzeit entdecken: Ab 17. Mai werden 60 Urzeittiere in der Innenstadt zu sehen sein. Der

streifzug hat dem Mammut und seinen Artgenossen vorher einen Besuch abgestattet.

RAMPENLICHT 14

»Kein Pardon«: Die Wettenbergerin Julia

Lißel über ihr Engagement in Düsseldorf

BRAD SHAWS KOLUMNE 13

Die Disco-DNA – Unser Kolumnist hat sich

mit der Evolution beschäftigt

MEDIATHEK 17

App, Buch und CD im Test

STADTGESPRÄCH 18

Happy Birthday: Das Scarabée wird

50 Jahre alt

BLICK IN DIE REGION 20

Auf dem Hessentag in Wetzlar macht

sogar die Polizei Party

UNTERWEGS 22

Glutenfreie Pasta und Dinkel-Pizza –

Die »Pizza Mouse« in Gießen

AUSLESE 24

VERANSTALTUNGSKALENDER 26

AM MAIN 33

Comedian Bülent Ceylan gastiert in der

Commerzbank-Arena · Norah Jones

singt in der Alten Oper

CAMPUS 36

Von Marienkäfern lernen – Zu Besuch bei

Prof. Vilcinskas · Infotag »Master & Carrer«

an der Justus-Liebig-Universität

KULTUR 40

Viele Trainer, viele Spieler – Comedian

Matze Knop vor seinem Auftritt in Gießen

SPORTWELT 42

Mein erstes Mal: Kanga

VINOTHEK 44

Wein des Monats: Spargeltyp – Sauvignon

blanc von Brancott mag’s quietschfidel

SPERRSITZ 45

Neu im Kino: »Men in Black 3«

streifzug

IMPRESSUM

Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

Herausgeber: Mittelhessische Druck- und Verlagsgesellschaft

mbH

Druck: Dierichs Druck+Media GmbH & Co. KG, Kassel

Redaktion: Marc Schäfer (verantwortlich), Florian Dörr

E-Mail: streifzug@giessener-allgemeine.de

Verlag: Mittelhessische Druck- und Verlagsgesellschaft mbH

Marburger Straße 20, 35390 Gießen (zugleich auch ladungsfähige

Anschrift für alle im Impressum aufgeführten Verantwortlichen)

Erscheinungsweise: Der Streifzug erscheint monatlich in der

»Gießener Allgemeine Zeitung«, »Alsfelder Allgemeine Zeitung«

sowie in über 200 ausgewählten, stark frequentierten

Auslagenstellen. Auflage: 40000 Exemplare

Verantwortlich für Anzeigen:

Anzeigenleitung: Wilfried Kämpf

Anzeigenverkaufsleitung:

Ulrich Brandt, Tel. 0641/3003-224, Anschrift siehe oben

Gültig ist der Anzeigentarif Nr. 3 vom 1. Januar 2012

streifzug – Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

Titelbild: Rainer Schmidt

Sofern Sie Artikel dieser Publikation in Ihren internen elektronischen

Pressespiegel übernehmen wollen, erhalten Sie

die erforderlichen Rechte unter www.presse-monitor.de

oder unter Telefon 030/284930, Presse-Monitor Deutschland

GmbH & Co. KG.

© Streifzug, Gießen

5/2012 streifzug 3


BLICKPUNKT

Fotos: ras

Kabinett der Körperteile

Von außen: Ein paar Lagerhallen am Rande eines Militärgeländes in der norddeutschen

Pampa. Von innen: Irgendetwas zwischen Traumfabrik und Frankensteins Werkstatt. Bei

Wolterdesign im niedersächsischen Rehburg-Loccum entstehen die Modelle der Urzeittiere,

die vom 17. Mai bis zum 15. Juli die Innenstadt Gießens bevölkern werden. Der Blick hinter

die Kulissen einer boomenden Branche.

Hier vier Füße, dort ein Kopf. Dazwischen

ein kompletter Säbelzahntiger und ein halbes

Mammut. Es ist ein Kabinett der Körperteile

mit den Ausmaßen einer Turnhalle. Mittendrin

steht im weißen Hemd und schicken

Schuhen der Geschäftsführer und Kopf von

Wolterdesign. Sven Neumüller sagt: »Im

Winter steht hier alles voll. Da kommen wir

kaum durch.« Doch es ist Frühling, und so

stehen viele der Modelle in den Innenstädten

und Einkaufsgalerien zwischen Belgrad

und Amsterdam. »Es gibt eigentlich keinen

Ort, an dem Dinosaurier und Urzeittiere

nicht interessant sind«, erklärt er. In seinem

großen, aufgeräumten Büro – einmal quer

über den Hof, vorbei an Dinosauriern im

Rohbau und halb montierten Riesenhaien –

hängen gerahmte Plakate, auf denen Ausstellungen

in Litauen, in der Türkei und

natürlich auch in Deutschland angekündigt

werden. Eines der Poster stammt aus

Gießen: Auch die Modelle der Dinosaurier,

die bei uns vor zwei Jahren zu sehen waren,

stammen aus Rehburg-Loccum. Wolterdesign

vermietet, verkauft – und bestückt

den Dinopark im Nachbarort. Der öffnete

vor genau 20 Jahren seine Tore, kurz darauf

kam »Jurassic Park« in die Kinos. Heute verzeichnet

die Dauerausstellung rund 150000

Besucher pro Jahr.

Das Geschäft mit der Urzeit ist ein profitables,

die Modelle sind gefragt wie nie. Das

haben auch kleine Anbieter in Osteuropa

oder China gemerkt und sind auf den Zug

aufgesprungen. Den Entstehungsprozess der

Exponate möchte man bei Wolterdesign daher

auch lieber nur in groben Zügen umreißen.

Die Konkurrenz liest mit.

Am Anfang der Produktion steht ein Buch

und die Frage: Welchen Experten kann ich

für ein bestimmtes Tier ins Boot holen? »Wir

arbeiten eng mit Wissenschaftlern und

Museen zusammen«, sagt Neumüller. Schon

allein das unterscheidet die Modelle aus

Rehburg-Loccum von jenen vieler anderer

Anbieter, macht die Arbeiten auch für Universitätsstädte

interessant und ermöglicht

ein wissenschaftliches Rahmenprogramm.

Kreidezeit

145 Mio. v. Chr. Apatosaurus

135 Mio. v. Chr.


BLICKPUNKT

»Wir sind auch selbst hautnah dabei, wenn

Spuren und Knochen gefunden werden«,

verweist Neumüller auf Funde vor der eigenen

Haustür.

Anhand von wissenschaftlichen Büchern

und Unterlagen wird eine Zeichnung angefertigt,

die per Diaprojektor an einen großen

Styroporblock geworfen wird. »Wenn ich ein

Tier habe, das 50 Meter lang ist, dann brauche

ich entsprechend viel Styropor. Auch

das macht das Modell teuer«, sagt Neumüller.

Einige Urzeittiere, die man ab dem

17. Mai in Gießen sehen wird, hatte Wolterdesign

bereits vorrätig. Andere wurden eigens

für die Ausstellung konzipiert. So etwa

die Kuh aus der Urzeit, das Chalicotherium.

»Dazu haben wir viele Unterlagen von Prof.

Hans-Peter Ziemek bekommen.« Abgeglichen

wurden die Informationen mit Experten

aus dem Niedersächsischen Landesmuseum

in Hannover. »Geschnitzt werden

die Modelle dann natürlich von einem Designer,

nicht von einem Wissenschaftler«, erklärt

der Geschäftsführer von Wolterdesign.

Das stimmt zwar, ist aber trotzdem nur die

halbe Wahrheit.

»Ich bin ein Verrückter«, sagt Yakup Yalcinkaya.

Ein Mann wie ein Bär. Mit breiten

Schultern, Schnurrbart und Kopftuch steht er

in einem Raum, von dem man nicht abschließend

sagen möchte, ob es nun Arbeits-

oder Kinderzimmer ist. Seine Werkstatt

ist das Herz von Wolterdesign. Auf den

Regalen reihen sich kleine Modelle von Dinosauriern

aneinander, dazwischen stehen

Stapel mit wissenschaftlichen Büchern über

Urzeittiere und Evolution. Mitten im Raum

trohnt das lebensgroße Styropormodell

eines Dinosauriers. Der Designer hat es mit

Kettensäge und heißem Draht aus einem

großen Block geschnitzt, mit Feilen nachgezogen

und modelliert nun mit Schleifpapier

die Feinheiten von Kopf und Krallen. »Man

braucht die Liebe zum Detail, aber auch

anatomisches Grundverständnis«, erklärt

Yalcinkaya. Schon im Vorschulalter habe er

angefangen, winzige Figuren aus Alufolie zu

formen, später klaute er das Taschenmesser

vom Papa, um sich kleine Modelle aus Holz

zu schnitzen. Heute wird er dafür bezahlt. Er

steht in seiner Werkstatt, durch die Luft

schwirren Styroporfasern. Jeder, der den

Raum betritt, ist dreckig, wenn er ihn verlässt.

Doch das neue Modell nimmt langsam

Form an. »Irgendwann kommen die Wissenschaftler

und geben ihren Senf dazu«, lächelt

der Designer. Teilweise arbeiten sie vor Ort

einen ganzen Tag mit Yakup Yalcinkaya zusammen.

Wo nach Ansicht der Experten zu

viel abgeschliffen wurde, wird ein frischer

Foto:

Styroporquader angeklebt und die Arbeit

beginnt an diesem Körperteil quasi neu.

Doch nicht nur von den Kollegen aus Museen

und Universitäten bekommt der Designer

wertvolle Ratschläge: »Ich liebe es,

wenn Kinder kommen und mir einen Vortrag

halten wie diese Tiere gelebt haben. Ich

dachte, ich sei verrückt nach Dinosauriern.

Aber die sind oft noch besser.«

Ist die Form abgesegnet, wird das Tier mit

einem Mantel aus Kunststoff umhüllt, der

dann geteilt, ohne den Kern aus Styropor

wieder zusammengesetzt und später mit

mehreren Schichten aus glasfaserverstärktem

Polyester überzogen wird. Auch aufgrund

seiner Widerstandsfähigkeit wird dieses

Material im Auto- und sogar im Flugzeugbau

eingesetzt. Das fertige Modell ist hohl, nur

wenige Zentimeter dick, teilweise aufgrund

der Größe aber tonnenschwer.

»Danach geht es um Hautstrukturen, Haare

und andere Feinheiten«, erklärt Neumüller.

In einem Zelt auf der anderen Seite des

Hofs riecht es nach Farbe und Lack. Ein Riesenkrokodil,

das gerade von einer anderen

Ausstellung zurückkam, wird abgeschliffen

und restauriert. Am 17. Mai soll es in Gießen

stehen. Auch einigen neuen Stücken wird

gerade Leben eingehaucht. Das ist nicht immer

ganz einfach: »Wir wissen viel über die

Bildergalerie und Video:

Yakup Yalcinkaya, Designer bei Wolterdesign,

erinnert sich im Video daran,

wie er im Vorschulalter seine ersten

Modelle baute. Eine rührende

Geschichte über einen Diebstahl, eine

Ohrfeige und ein Geschenk. Dazu

zeigen wir online weitere Bilder aus

dem Kabinett der Körperteile in

Rehburg-Loccum.

www.giessener-allgemeine.de/

streifzug/urzeit

Knochen der Dinosaurier und Urzeittiere,

aber wenig über ihre Haut«, sagt der Geschäftsführer

von Wolterdesign. Daher komme

es auch jedes Jahr vor, das Modelle verschrottet

und komplett neu hergestellt

werden müssen, wenn neue Erkenntnisse

der Wissenschaftler etwa besagen, dass ein

Dinosaurier nun wohl doch ein buntes Federkleid

statt einer Schuppenhaut gehabt

habe. Die Modelle sollen auf dem Stand der

Forschung sein, das ist der Anspruch. Der

Betriebswirt stellt heraus: »Wir machen mehr

als Plastiktierchen.«

Florian Dörr

Yakup Yalcinkaya arbeitet nach wissenschaftlichen Vorgaben.

Klima:

125 Mio. v. Chr. warm, trocken

115 Mio. v. Chr.


BLICKPUNKT

Apatosaurus

Westanlage

Liebigstraße

Alicenstraße

Coelophysis

Selterstor

(Elefanten-Klo)

Compsognathus

Reichensand

Katharinengasse

Dorudon

Bahnhofstra

Bruchstraße

Bleichstraße

Goethestraße

Sarcosuchus

imperator

Spaziergang

durch die Evolution

Vor zwei Jahren waren die Dinosaurier noch weitgehend willkürlich

in Gießen verteilt. Da standen Tiere in unmittelbarer Nachbarschaft,

obwohl tatsächlich Millionen von Jahren zwischen ihnen lagen.

Heute ist der wissenschaftliche Anspruch gestiegen.

Mit Anne Spitzner und Julia Bäuml sorgten nun zwei Gießener

Studentinnen vom Institut für Biologiedidaktik dafür, dass die Innenstadt

zur Ausstellung rund um die Urzeittiere in verschiedene Erdzeitalter

unterteilt wird. Die letzten Vertreter der Dinosaurier aus der

Kreidezeit finden sich am Elefantenklo. Wer sich in Richtung des

Kirchenplatzes bewegt, durchquert nacheinander Eozän, Oligozän,

Miozän, Pliozän sowie Pleistozän und kommt an den entsprechenden

Tieren vorbei. Die Passanten durchlaufen in der Innenstadt die

Lonystraße

Evolution von den letzten Dinosauriern bis zu den ersten Menschen.

Einzige Ausnahme ist eine Sammlung mit Jungtieren aus verschiedenen

Erdzeitaltern in der Galerie Neustädter Tor.

Zwei Stockwerke im Wallenfels’schen Haus sind zudem einer gesonderten

Ausstellung rund um die Frühmenschen gewidmet. Auch

die wurde von Studierenden der JLU konzipiert. Zu finden sind dort

nicht nur die entsprechenden Figuren von Australopithecus oder

Neandertaler, sondern auch eigens aus Kenia und den USA eingeflogene

Schädelrepliken sowie weitreichende wissenschaftliche Informationen

zur Entwicklung des Menschen. Abgerundet wird die Einbindung

der Studenten mit Fortbildungsveranstaltungen für Erzieher

und Lehrer sowie der Urzeit-Patrouille, die wie vor zwei Jahren Führungen

durch die Innenstadt leitet. Mammut und Co. bieten dem

Nachwuchs aus dem Institut für Biologiedidaktik so ein wertvolles

Praxisfeld.

Iguanodon

fd

Bismarckstraße

Seltersweg

Hyracotherium

Stadttheater

Johanneskirche

(e.V.)

Brontotherium

Südanlage

Ambulocetus

Goethestraße

Moeritherium

Paraceratherium

Plockstraße

Johannesstraße

Löwengasse

Hyaenodon

Kongresshalle

Berlin

plat

Erste Nadelbäume

105 Mio. v. Chr. und Farne

95 Mio. v. Chr.


ße

Schanze nstraße

Macrauchenia

Jungtier

Mühlstraße

Smilodonbaby

Elephas falconeri

Jungtier

Neustadt

Oswalds

Garten

Bigfoot

Jungtier

Iguanodon

Jungtier

Deinotherium

Jungtier

Compsognathus

Jungtier

Diatryma

Jungtier

Bootshausstraße

Steinstraße

Pfarrgarten

Homo Erectus

G. Schlosser

Neandertal

Frau

Neandertal

Kind

Neandertal

Mann

Entelodont

Straße

Gomphotherium

Megaloceros

Australopithecus

bosei

Homo Habilis

Homo Sapiens

Australopithecus

afarensis

Carcharocles

megalodon

Purgatorius

Kaplansgasse

Phorusracos

Mäusburg

Marktstraße

Elasmotherium

Marktplatz

Kirchenplatz

Panthera

leo spelaea

Dammstraße

Arsinoitherium

Syndyoceras

Neuenweg

Eobasileus

Deinotherium

Sonnenstraße

Neue Bäue

Smilodon

Macrauchenia

Schulstraße

Doedicurus

Altes

Schloss

Mammut-Ausgrabungsplatte

Brandplatz

Lindenplatz

Mammuthus

primigenius

Elephas

maximus

Ursus

spelaeus

Walltorstraße

Asterweg

Chalicotherium

Megatherium

Manati

Neues

Schloss

Kreidezeit

Eozän

Miozän und Pliozän

Pleistozän

Oligozän

Holozän

erz

Botanischer

Garten

viele und starke

85 Mio. v. Chr. Vulkanausbrüche

75 Mio. v. Chr.


BLICKPUNKT

Mit einem Sammelalbum und 80 dazugehörigen Stickern wollen die Gießen Marketing

GmbH und das Institut für Biologiedidaktik der Justus-Liebig-Universität rund um die Ausstellung

etwas Bleibendes schaffen – und den Einzelhandel stärker einbinden, als das bei den

Dinosauriern vor zwei Jahren der Fall war.

Mammut statt

Mertesacker

Über 250 Millionen Jahre auf 36 Seiten. Mit

einem Sammelalbum soll dieses Kunststück

gelingen. Dabei gilt: Bilder sagen mehr als

tausend Worte. 80 Sticker – jeweils fünf

unterschiedliche in einer Tüte – können gesammelt

und in das Heft eingeklebt werden.

Am ehesten vergleichbar ist die Aktion mit

den traditionsreichen Stickeralben von

Panini rund um die Fußballgroßereignisse.

Doch anstelle der Stars der Nationalmannschaften

gibt es im Gießener Fall die prominenten

Vertreter der verschiedenen Erdzeitalter

zu sammeln. Andrewsarchus statt

Agüero, Paraceratherium statt Pepe, Mammut

statt Mertesacker.

Mit dem Heft – die Auflage liegt bei 5000

Stück – erfüllt sich Prof. Hans-Peter Ziemek

vom Institut für Biologiedidaktik der Justus-

Liebig-Universität einen Lebenstraum: »Ich

war schon als Kind begeistert von diesen

Sammelalben«, sagt er. Nun selbst ein solches

Heft herauszubringen, das sei für ihn

vergleichbar mit dem viel zitierten Baum,

den andere Leute in ihrem Leben unbedingt

gepflanzt haben wollen. Aber auch die Besucher

der Ausstellung in Gießen sollen natürlich

davon profitieren. »Ich wollte etwas

haben, was für die Kinder einen Mehrwert

hat.« Und so gibt es nicht nur etwas zu

gucken, sondern auch viel zu lernen. Zu

jedem Tier findet sich im Heft ein kleiner

Steckbrief, der den jeweiligen Vertreter kurz

und knapp vorstellt: Der Name des Bronthotherium

bedeutet Donnertier. Der Deinotherium

nutzte seine Stoßzähne, um nach Pflanzen

zu graben. Und im Gebiss des Megalodon

hätte ein erwachsener Mensch Platz

gehabt. Allerlei wissenswerte und skurrile

Fakten sind zusammengekommen. Verpackt

wurden die Sticker in die insgesamt 120000

Tüten im Stephanus-Werk in Wetzlar.

Das Sammelalbum soll dazu beitragen,

einen Hype rund um die Ausstellung zu

entfachen. Schaden wird da sicherlich auch

nicht, dass sich einige alte Bekannte im Heft

eingefunden haben: Die ersten Seiten des

Sammelalbums sind nämlich Tyrannosaurus,

Triceratops und den anderen Kollegen ge-

widmet, die bereits aus der Ausstellung rund

um die Dinosaurier vor zwei Jahren bekannt

sein dürften.

Auf den letzten Seiten geht es dann schon

um die ersten Menschen. Dazwischen liegen

über 250 Millionen Jahre und jede Menge

Platz für Mammuts, Säbelzahntiger und

ihre Zeitgenossen.

»Eine Idee hinter dem Sammelalbum war es

auch, die Partizipation des Einzelhandels an

der Ausstellung zu erhöhen«, wie Sadullah

Güleç von der Gießen Marketing GmbH erklärt.

Denn die Dinosaurier zogen die Leute

zwar in die Innenstadt, doch die Geschäftsleute,

welche die Modelle gesponsert hatten,

profitierten nur bedingt davon. Mit dem

Sammelalbum und den Stickern, so die

Hoffnung, soll das in diesem Sommer anders

werden.

Prof. Hans-Peter Ziemek freut sich schon

jetzt über das Produkt: »Der Vorteil für mich

als Mitinitiator ist, dass ich nicht selbst sammeln

muss, sondern schon ein fertiges Heft

mit allen Stickern bekomme.« Florian Dörr

Eozän

Meteoriteneinschlag, möglicher Grund

für Aussterben der Dinosaurier

Klima:

65 Mio. v. Chr. Andrewsarchus

warm, feucht

55 Mio. v. Chr.


BLICKPUNKT

Andere Zeiten,

andere Sitten

Zwischen Elefantenklo, Kirchenplatz und Theaterpark werden die Gießener ab dem 17. Mai

auf allerlei skurrile Gestalten treffen. Dem streifzug stellte Prof. Hans-Peter Ziemek vom Institut

für Biologiedidaktik der Justus-Liebig-Universität schon im Voraus eine Auswahl der tollsten

Typen vor.

Carcharocles megalodon

gr. mega = riesig; donta = Zahn

Einem Weißen Hai möchte man nicht

an einer abgelegenen Ecke im Dunkeln

begegnen. Mit einer Länge von bis zu

20 Metern wurde der Megalodon jedoch

sogar doppelt so lang. Wahrscheinlich

war der Megalodon das

Lebewesen mit der größten Beißkraft

überhaupt – zehnmal mehr als beim

Weißen Hai. Ähnlich wie seine heutigen

Verwandten griff er seine Beute wohl von unten an, um sie an ihren

wichtigsten und ungeschützten Körperteilen zu treffen. Einige Wissenschaftler

mutmaßen sogar, der riesige Hai könnte irgendwo in den unerforschten

Tiefen der Meere noch existieren.

Mammutus primigenius

lat. mammuthus = Erdmaulwurf,

primigenius = ursprünglich

Langer Rüssel, gebogene Stoßzähne

und braunes Fell. Doch nicht alle

Mammuts sahen so aus. Anhand

eingefrorener Exemplare, deren

Haare weitgehend erhalten sind,

konnte inzwischen nachgewiesen

werden, dass es auch blonde

Exemplare gab. Bestätigt wurde

diese Entdeckung durch eine Erbgutanalyse.

Der mögliche Sinn hinter

der Farbgebung: Mammuts lebten

sowohl in relativ warmen, als

auch in kalten Zeiten. Im Schnee

waren die blonden Exemplare von

Feinden womöglich schwerer auszumachen.

Megatherium

gr. mega = riesig; therion = Tier

Faultiere hängen den Großteil ihres Lebens in Bäumen herum. Nicht so ihre Vorgänger.

Das Megatherium gehörte zu den Riesenfaultieren. Es wurde bis zu drei Tonnen schwer

und sechs Meter lang. Man stelle sich ein Tier mit den Ausmaßen eines Elefanten vor,

das in einem Baum sitzt. Entsprechend lebte das Megatherium am Boden.

Benannt nach der Göttin

der Morgendämmerung

45 Mio. v. Chr.

Tropische Wälder und

erste Affen und Fledermäuse


BLICKPUNKT

Phorusracos

gr. phor = Träger; rakos = Lappen

Megaloceros

gr. mega = riesig; ceras = Horn

Man stelle sich vor, überdimensionale

und fleischfressende Verwandte der

Kraniche sprinten mit 50 Stundenkilometern

durch die Straßen und jagen nach

Beute. Für viele Millionen Jahre beherrschten

der Phorusracos und seine

Verwandten die Steppen und Graslandschaften.

Der sogenannte Terrorvogel

stellte seinerzeit wohl den gefährlichsten

Räuber seines Lebensraums dar.

Das Geweih des riesigen Hirsches war wohl das

größte, das jemals von einem Tiere getragen wurde.

Es wurde bis zu vier Meter breit und 50 Kilogramm

schwer. In den gewaltigen Ausmaßen liegt

wohl auch der Grund, dass der Megaloceros nicht

im Wald, sondern eher in der Steppe lebte: Er

kam mit seinem Geweih einfach nicht zwischen den Bäumen durch. Dieses Manko

machten sich wohl auch die ersten Menschen zunutze: Bei der Jagd trieben sie die

riesigen Hirsche wohl in Wälder, wo die Tiere Probleme hatten, zu fliehen.

Elasmotherium

gr. elasmos=Platte;

therion=Tier

Nicht nur der Körper des acht

Tonnen schweren Nashorns

hatte gigantische Ausmaße.

Auch das Horn des Elasmotherium

war sehenswert: Bis

zu zwei Meter war es lang.

Der Sinn dahinter: Mädels

beeindrucken. Allerdings wird

vermutet, dass das riesige

Horn im Alltag eher hinderlich

war, weshalb die heutigen

Nashörner auch nur noch

auf vergleichsweise dezente

Art auf ihre Potenz hinweisen.

Es wird sogar diskutiert, ob

die Legenden von Einhörnern

auf das Elasmotherium und

sein überdimensionales Horn

zurückgehen.

Entelodont

gr. entelo = perfekt; donta = Zahn

Als Vorgänger der heutigen

Schweine sah der Entelodont

eher aus wie eine Kreuzung aus

Bulle und Wolf. Er konnte dicke

Knochen durchbeißen, fraß aber

auch Zweige und Früchte. Wie

die heutigen Schweine suhlte sich auch der Entelodont im Schlamm, um

sich abzukühlen und seine Haut zu reinigen. An seinem Rückgrat hatte er

Dornfortsätze, die vermuten lassen, dass die Tiere in Höckern Fett speicherten,

um in schlechten Zeiten davon zu zehren.

Ursus spelaeus

lat. Ursus = Bär; spelaeum = Höhle

Der Höhlenbär hatte zwar ein respekteinflößendes

Äußeres, war aber als Pflanzenfresser ein

eher gemütlicher Geselle. Zum Jagen fehlte ihm

die Ausdauer, Fettleibigkeit war eine Zierde. Und

überlebenswichtig: Häufig starben junge und unerfahrene

Höhlenbären

nämlich während

des Winterschlafs,

weil

sie sich nicht

genug Reserven

angefressen

hatten.

Oligozän

Miozän und Pliozän

Merklich kühler, Gletscher, Alpen

entstanden, Deutschland war zu

34 Mio. v. Chr. Paraceratherium großen Teilen mit Wasser bedeckt

23 Mio. v. Chr.

Phorusracos


BLICKPUNKT

Veranstaltungsübersicht

Führungen

Ab 17. Mai wird es an allen Samstagen, Sonn- und Feiertagen

öffentliche Führungen geben. Gruppen können zusätzliche

Führungen buchen. Kosten: 3 Euro pro Teilnehmer.

Unter www.urzeit-entdecken.de finden sich mögliche

Termine und ein Anmeldeformular.

Populärwissenschaftliche

Vorlesungsreige

Als »Garten der Evolution« beschäftigt sich der Botanische

Garten längst nicht mehr nur mit Pflanzen. Die Evolution des

Menschen und seiner Kultur ist das Thema der Vortragsreihe.

Montags um 19.30 Uhr findet das Rahmenprogramm im

Großen Hörsaal der Hermann-Hoffmann-Akademie in der

Senckenbergstraße 17 statt.

Die Termine:

Der Mensch wird Mediziner

Die Entstehung der Pflanzenkunde. / 7. Mai

Der Mensch wird Urlauber?

Reisen im alten Ägypten! /14. Mai

Der Mensch wird Bürger

Entwurf und Hinterfragung des Bürgers im griechischen

Drama. / 4. Juni

Der Mensch wird Gießener

Die Besiedlung des Gießener Raums

in der Altsteinzeit / 11. Juni

Wie wird der Mensch?

Ein Blick in eine mögliche Zukunft./ 18. Juni

Weitere Veranstaltungen, die bei Redaktionsschluss noch nicht abschließend

geplant waren – angedacht sind Kinofilme und weitere Aktionstage –, werden

auf www.urzeit-entdecken.de aktuell angekündigt.

Justus’ Kinderuni

Rahmenprogramm speziell für die Kleinen in der Aula

des Uni-Hauptgebäudes. Die Vorlesungen beginnen um

16.15 Uhr.

Die Termine:

Wo wird die Urzeit entdeckt?

Eine Vorstellung der Tiere./8. Mai

Wer war der Neandertaler?

22. Mai

Wo kommen die Zahlen her?

5. Juni

Wie kam der Mensch zum Feuer?

19. Juni 2012

Sonderausstellungen

Im Wallenfels’schen Haus dreht sich in einer Sonderausstellungen

alles um die Frage: Wie ist der Mensch entstanden?

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr.

Führungen werden an allen Samstagen und Sonntagen um

13.30 Uhr angeboten. Kosten: 3 Euro pro Person. Eine

Sonderausstellung im Neustädter Tor beschäftigt sich mit

dem Leben von Jungtieren. Öffentliche Führungen für 3 Euro

pro Person sind an allen Samstagen um 14 Uhr geplant.

Aktionstag

Am Samstag, 16. Juni, ist auf dem Kirchentag ein Aktionstag

in Zusammenarbeit mit der Kreishandwerkerschaft geplant.

Dabei soll mit experimenteller Archäologie und handwerklichen

Aktionen zum Mitmachen das Leben der Urmenschen

erlebbar werden. Los geht es um 10 Uhr.

Computer

Auto

Glühbirne

Telefone

Burgen

Chinesische Mauer

Die Kuh

aus der Urzeit bleibt

Wie die Dinosaurier werden auch

Mammut & Co. die Stadt wieder verlassen.

Doch genauso wie vor zwei

Jahren wird es einen Vertreter geben,

der Gießen wohl erhalten bleibt: das

Chalicotherium. Die Kuh aus der Urzeit

sah aus wie eine Kreuzung aus Gorilla

und Giraffe. Um ihre langen Krallen

beim Laufen zu schützen, klappten die

Tiere ihre Handflächen nach innen und

gingen auf den Knöcheln. Da Forscher

in einer Felsspalte gleich mehrere ihrer

Überreste gefunden hatten, ging man

lange Zeit davon aus, dass das Chalicotherium

in kleinen Gruppen gelebt hatte.

Heute hält man es für wahrscheinlicher,

dass Einzelgänger zufällig

nacheinander in die Spalte gefallen waren.

Das entsprechende Modell wurde

eigens für die Ausstellung in Gießen

hergestellt. Wir freuen uns auf den

Neuen in der Nachbarschaft.

Feuer

Homo neanderthalensis

Pyramiden

Schiffe

Schriftzeichen

Sesshaftigkeit

Holozän

Mammuthus primigenius

Pleistozän

Anfangs wurde es wärmer, Polkappen schmolzen,

erste Laubwälder, am Ende wieder merklich kühler,

13 Mio. v. Chr. die Eiszeit kündigte sich an

2,5 Mio. v. Chr. 10.000 v. Chr. bis heute


BRAD SHAWS KOLUMNE

Brad Shaw schreibt exklusiv Kolumnen

für den streifzug. Normalerweise veröffentlicht

der Journalist sie im Netz auf

www.bradsticks.com. Sein Blog befasst

sich mit Lifestyle, Fashion, Musik, Promis

und Kultur – und immer wieder

mit der Suche nach Mr. und Mrs. Right.

Disco-DNA

Archäologie kommt immer dann in Mode, wenn

die Gegenwart gerade nichts zu bieten hat als

wiederholte Geschichte. Zum Beispiel die ewig gleiche

Story von der großen Liebe, die am Ende in experimentellem

Beziehungsrettungssex endet, der

die Evolution definitiv nicht mehr voranbringt. Nach

meiner letzten Trennung begab auch ich mich endlich

auf den reinigenden Weg zu alten Weisheiten

für ein wohligeres Weiterleben – frei nach dem

Motto: Lieber ein gutes Karma als weitere schlechte

Erfahrungen mit dem Kamasutra.

Die archaisch inspirierte Spiritualität führte mich in

die Bibliothek. Unter anderem, weil Texte auf gedruckten

Seiten zu lesen dieser Tage schon so

ursprünglich daherkommt wie wilde Tiere mit dem

Speer zu erlegen. In der Bibliothek werden

aus iPad-Usern echte Kerle; dort hat

bereits der leiseste Ton den Effekt eines

Urschreis. Genau diese Rahmenbedingungen

braucht, wer sich wieder fortpflanzen

will.

Zwischen Madonnas Sex-Buch, romantischen

Liebesromanen und an ritterlichen

Reglements reichen Ratgebern für alle,

die die Mammutaufgabe der perfekten

Beziehung nicht für unlösbar halten, erlangte

ich schließlich folgende Einsicht:

Singles auf Futtersuche bedienen sich

weniger der Tugenden des aufopfernden

Ritters als ganz egoistisch dem Darwinismus

– egal ob sie im undurchsichtigen

Großstadtdschungel jagen, oder sich

in der ländlichen Prärie als Allesfresser

versuchen.

Wenn die Evolution perfekt angepasste

Singles in unterschiedlichsten Jagdgebieten

entwickelt, hat sie kein Ziel. Sie

arbeitet mit den Rahmenbedingungen

und wartet ab, was passiert. Problem: Bereits

um von Einzellern zu Neandertalern

zu kommen, brauchte sie Jahrmilliarden.

So viel Zeit hat der durchschnittliche Single nicht. Im

fortgeschrittenen Alter spielt sich der ewige Balzkampf

höchstens noch im Spartenprogramm ab.

Selbst Ü30-Partys lassen sich nämlich noch steigern.

Fakt: Die Evolution schwemmt zu schnell zu viele

neue Konkurrenten mit zu ausgefeilten Balzwaffen

an. Siehe Justin Bieber, beziehungsweise seine Frisur.

Wie in Darwins Evolutionstheorie geht es bei der

Entwicklung von der Jungfrau zum evolutionsattraktiven

Single ebenfalls um Veränderung, Selektion

und in den Höhenlagen schließlich um Vererbung

sowie Rekombination. Mit der Einschränkung, dass

Kondome heute praktischerweise erlauben, dass

sich der Akt von Vererbung und Rekombination auf

die Theorie beschränken darf. Die Archäologie führt

ebenfalls nicht zwangsläufig zu vorzeigbaren Ergebnissen,

sondern basiert immer wieder auch auf theoretischen

Mutmaßungen. Single-Sein ist ein Lernprozess.

Zumindest an diesem Punkt hatte Darwin

trotz Schwächen in der Genetik völlig recht: Nur die

Stärksten kommen zum Zug.

Ich vermute übrigens, dass uns archaische Lebensweisen

aus einem ganz bestimmten Grund interessieren:

Zwar sind unsere Urinstinkte gleich geblieben

nicht aber die Rahmenbedingungen, in denen

wir sie ausleben können. Oder nicht. Die frühen

Menschen waren Jäger und Sammler. Sie bedienten

sich schamlos an den Gaben der Natur. Spätestens

seit die Evolution die Luderfraktion hervorbrachte,

ist es aber verpönt, sich schamlos zu bedienen. Siehe

Jenny. Die musste erst von Elvers zu Elbertzhagen

kommen, um ihrer Evolution die Krone aufzusetzen.

Dass die Evolution Fortschritte belohnt, Rückschritte

aber hart bestraft, ist am Schicksal abzulesen, das die

einst unschuldige Britney Spears und die nicht weniger

süße Christina Aguilera auf den Höhepunkten

ihrer Karrieren ereilte: Beide sind klassisch zurückgeludert

– und konnten das Ruder später nicht mehr

rumreißen. Zu viel Feuer, es blieb nur verbrannte Erde.

Der große Siegeszug der Urmenschen rund um

den Globus begann trotzdem mit der Entdeckung

des Feuers. Mit leidenschaftlich lodernder Hitze bewaffnet,

fürchteten bereits die Neandertaler auf Futtersuche

die großen Konkurrenten nicht mehr. Feuer

braucht bis heute noch, wer sich und seine Gene

überleben lassen will. Nur die Heißen kommen

zum Zug: Wer will schon mit Eskimos schlafen –

oder mit Nadja Abd El Farrag?

Dass die Neandertaler letztendlich trotzdem nur ein

Wimpernschlag des wachsamen Auges der Evolution

blieben, lässt sich begründen.

Erstens: Sie kannten zwar standardisierte Werkzeuge,

leider aber kein einziges, um eine ordentliche Intimrasur

durchzuführen, was dem Akt der Vererbung

zweifellos nicht förderlich war. Haarpracht erlebte

in den 70er Jahren down under lediglich

einen Hype, weil die Hippies ausreichend zugedröhnt

waren, um die lange Pracht mit einer Justin-

Bieber-Frisur zu verwechseln.

Zweitens: Wer sich heute die angenommenen

Nachbildungen von Neandertalern anschaut, wird

schnell feststellen, dass sich die Single-Selektion damals

darauf beschränkte, zwischen kleineren Übeln

zu wählen. Neandertaler waren hässlich. »Klein und

robust« hat Danny DeVito im Evolutionswettkampf

lediglich nicht ausgeschaltet, weil er ein Star ist. Das

reicht bereits. Siehe Justin Biebers Frisur. Auch die

hat sich vermehrt.

Drittens: Die Neandertaler waren Spezialisten und

der Veränderung nicht fähig wie der folgende

Homo Sapiens – und Justin Bieber. Justin war just in

time als es darum ging, sich die Haare

abzusäbeln. Er hat sich mit seinem

neuen Look längst völlig neue Jagdgebiete

erschlossen. Zum Beispiel Mariah

Carey. Demnächst auch Demi Moore?

Um Justin als Evolutions-Genie trotzdem

zu entmystifizieren: Den Großteil

seiner Karriere hat er sich zumindest

nicht mit Intimrasuren auseinandersetzen

müssen. Er konnte allen Gehirnschmalz

auf sein Haupthaar verwenden.

Während Normalsterblichen derart

bahnbrechende Entwicklungsschritte

zumeist nur mittels »Trial and error« gelingen,

stehen ausgerechnet den jeweils

begehrtesten Singles ihrer Ära

fähige Imageberater zur Seite, sobald

es um Evolutionskompetenz geht. Da

sich der wirklich große Erfolg aber immer

erst an der Zeit messen lässt, markiert

nicht Justin Bieber die Krone der

Schöpfung, sondern – Madonna.

Madonna ist von der Popp-Hure zur

Pop-Heiligen mutiert. Madonna hat selektiert:

Als junge Frau hatte sie ältere

Liebhaber, als alte Frau hatte sie jüngere Liebhaber.

Jetzt vererbt sie uns mit ihrer neuen Platte MDNA

vielleicht wirklich die unfehlbare Madonna-DNA.

Vielleicht verkauft sie uns aber auch nur eine Droge,

um als noch ältere Frau noch jüngere Liebhaber zu

benebeln. Die sollen natürlich nicht merken, dass

Madonna Darwins Evolutionsfaktoren inzwischen

mit Botox und Photoshop außer Kraft setzt – und

standardisierten Instrumenten für die Intimrasur.

Ich, Homo Erectus de Luxus, bin lernfähig und will

mein Erbgut zumindest in Texten weitergeben. Deshalb

findet ihr mich demnächst wieder mit Notizblock

und Kondom auf der Ü30-Party. Her also mit

der Disco-DNA, denn »Music makes the poeple

come together« – noch so ein Evolutionsfaktor.

Brad Shaw

5/2012 streifzug 13


»Ich habe

den Beruf

nicht gewählt,

um berühmt zu

werden«

Foto: bf

»Jeder Mensch hat einen Traum. Wehe nur, wenn der sich erfüllt. Dann kennt das Schicksal kein

Pardon!« So lautet das Motto des Musicals »Kein Pardon« von Hape Kerkeling, das derzeit am

Capitol-Theater in Düsseldorf gezeigt wird. Peter Schlönzke, Fernsehkind und Schnittchenauslieferer,

wird nach einem wenig erfolgreichen Talentwettbewerb durch glückliche Umstände zum

Star-Moderator. Unter dem Eindruck des unverhofften Erfolges entwickelt er Starallüren und wird

zum unangenehmen Zeitgenossen. Ganz anders verlief die Geschichte von Julia Lißel aus

Wettenberg. Geboren wurde sie 1986 in Gießen, wo sie 2006 ihr Abitur an der Liebigschule

absolvierte. Fernsehen war nie ihre Sache und ins Rampenlicht trat sie nicht über einen Talentwettbewerb,

sondern indem sie zielstrebig das tat, was ihr Spaß macht: singen, tanzen und

spielen. Dies tut sie nun als Darstellerin in »Kein Pardon« an der Seite von Dirk Bach…

14 streifzug 5/2012


RAMPENLICHT

Frau Lißel, Sie haben vier Jahre lang an

der Folkwang-Universität der Künste in

Essen studiert.

JL: Richtig. Ich habe das Fach Musical studiert,

das eine Ausbildung in Tanz, Gesang

und Schauspiel beinhaltet.

Der Abschluss nennt

sich Diplom-Musical-

Darsteller.

Inwiefern unterscheidet

sich diese Ausbildung von einer Schauspielausbildung,

in der man dieselben

Disziplinen belegt?

JL: Die Tanzausbildung umfasst Jazz-

Dance, Ballet und Step. Im Schauspiel erhält

man im ersten Jahr eine Grundausbildung

von Improvisation bis Szenenarbeit.

In den Jahren bis zum Diplom wird das

vertieft, zum Beispiel in Rollenarbeit. Die

musikalische Ausbildung umfasst unter anderem

Klavierunterricht, Musiktheorie oder

Chorarbeit.

Sind Sie nun auf Musical spezialisiert oder

kämen für Sie auch andere Engagements,

etwa als Sängerin, Tänzerin oder Schauspielerin

infrage?

JL: Das hängt von den Eigeninteressen ab.

Grundsätzlich hat man mit dieser Ausbildung

viele Möglichkeiten, zumal man ja

immer den Kontakt zu den anderen Studiengängen

hat. Manche werden dann

Synchron- oder Radiosprecher, andere gehen

ans Theater. Aber natürlich ist man von

der Literatur her erst einmal auf Musical

spezialisiert.

»Cabaret würde ich

auch gerne mal spielen«

Maire La Salle. Und nach dem Studium

spielte ich auf den Gandersheimer Domfestspielen

eine der großen Hauptrollen in

»Aida«.

Was fasziniert Sie am

Musical?

JL: Die Vielseitigkeit.

Wie gesagt habe ich

schon als Kind gerne gesungen

und getanzt,

interessierte mich für Musik von Barock bis

Pop – im Musical kann man das alles unter

einen Hut bringen.

Haben Sie ein Lieblings-Musical?

JL: Ganz toll finde ich »Cabaret« von John

Cander und »My fair Lady«. Das sind Stücke,

die ich selbst auch

gerne mal spielen würde.

Mögen Sie auch Opern?

JL: Ja, sehr gerne. Ich liebe

klassische Musik, aus

der das Musical ja schließlich auch hervorgegangen

ist.

Aktuell spielen Sie in dem von Thomas

Hermanns und Hape Kerkeling produzierten

Musical »Kein Pardon«. Der Spiegel

schrieb über das dem Musical zugrunde

liegende Buch, es illustriere die bitterböse

»Es punktet mit dem

Charme der Ruhrpotts«

Wirklichkeit des TV-Geschäfts als gruselige

Glitzer-Revue. Hat das Musical eine

gesellschaftskritische Dimension oder ist

es – so wie einer der großen Hits – einfach

grenzenlos witzig?

JL: Ich denke schon, dass es den Zuschauer

auch zum Nachdenken bringt. Womit es

punktet ist allerdings dieser Charme des

Ruhrpott-Charakters. Und natürlich auch

mit der Ehrlichkeit, in der es die Fernsehwelt

darstellt, die freilich überzeichnet

wird. Es ist insgesamt einfach eine gute

Showmischung aus sehr lustigen und emotionalen

Szenen.

Welche Rolle spielen Sie in dem Stück?

JL: Ich habe ein First-Cast im Tanz-Ensemble

und ein Cover, eine sogenannte Zweitbesetzung

für die Ulla,

das ist die coole, unabhängige

Frau im Tonstudio,

die sich zu einer

guten Freundin der

Hauptfigur Peter

Schlönzke entwickelt.

Reicht es aus, in einer populären Produktion

mitzuwirken, oder müssen Sie sich

auch nach weiteren Engagements umsehen,

um ihr Auskommen zu finden?

JL: Also bislang reicht das in jedem Fall aus.

Bei einer Acht-Show-Woche ist es auch

Ihr Abschluss erfolgte erst im vergangenen

Jahr. Sie haben dennoch schon einige

praktische Erfahrungen gesammelt?

JL: Ja. Angefangen habe ich eigentlich

schon mit sechs Jahren in einem Kinderchor.

Mit 13 wechselte ich in den Kinderund

Jugendchor des Stadttheaters Gießen,

wo ich erstmals Theaterluft schnupperte.

Parallel dazu war ich im Chor und in der

Big-Band der Liebigschule. Von 2003 bis

2007 war ich auch Mitglied einer A-cappella-Band.

2005 hatte ich – noch vor meiner

Ausbildung – mein erstes Engagement am

Stadttheater Gießen, eine Rolle in »Evita«.

Dabei wurde mir endgültig klar, dass ich

Musical studieren möchte, weil ich gemerkt

habe, dass ich dabei meine vielen

Leidenschaften miteinander verbinden

kann. Auch während des Studiums gab es

noch einige Engagements, beispielsweise

am Theater in Hagen, wo ich die Florinda

in »Into the Woods« gespielt habe. In der

deutschsprachigen Erstaufführung von

»High Fidelity – Das Musical« gab ich die

»Kein Pardon«: Heinz Wäscher und der Glückshase…

Fotos: bf

5/2012 streifzug 15


RAMPENLICHT

schwer, nebenbei an anderen Projekten

teilzunehmen. Das ist schon ein Full-Time-

Job, denn man steht ja nicht nur abends

auf der Bühne, sondern muss sich immer

wieder auf die Auftritte vorbereiten, aufwärmen,

einsingen, trainieren, damit man

so eine Show überhaupt

durchhält. Hinzu kommen

ab und an Proben,

damit die Aufführung

dauerhaft auf dem Niveau

der Premiere bleibt.

Hape Kerkeling und Dirk Bach sind schillernde

Figuren in der Fernseh-Branche.

Spielten die als Künstler in ihrer Jugend

für Sie eine Rolle?

JL: Ich erinnere mich noch an »Hurz«, da

habe ich mich abgerollt, wobei mir nicht

so bewusst war, dass das von Hape Kerkeling

kam, denn eigentlich habe ich das

Fernsehgeschehen nie so genau verfolgt.

Als ich allerdings die Möglichkeit bekam,

mit Kerkeling und Bach zusammenzuarbeiten,

wusste ich schon, mit wem ich es zu

tun habe und was das bedeutet. Das war

anfangs unheimlich aufregend.

Wie sind denn die beiden im professionellen

Umgang beziehungsweise hinter

den Kulissen?

JL: Herr Bach ist ein fantastischer Kollege,

unglaublich witzig und lebensbejahend

und er arbeitet mit seinen Kollegen immer

auf Augenhöhe. Man merkt, dass er enorm

»Das ist ein

Full-Time-Job«

»Kein Pardon«

erfahren ist. Wenn man gerade wie ich von

der Schule kommt, dann guckt man da mit

großen Augen ganz genau hin, wie so jemand

arbeitet. Dirk Bach ist einfach ein

fantastischer Komiker.

Dirk Bach hat die Rolle

des Heinz Wäscher

nicht durchgängig gespielt,

u.a. wegen

seines Einsatzes im

»Dschungelcamp«. Ist

das unter Kollegen ein Thema gewesen,

wenn irgendjemand unter seinen Augen

einen Hirschpenis verspeist hat…

JL (lacht): Klar kam so etwas auch mal zur

Sprache, aber ein großes Thema war das

»Dschungelcamp« nicht. Ich selbst habe

die Sendung zumindest nicht verfolgt, da

ich generell kein Fernseh-Mensch bin. Aber

natürlich habe ich reingeschaut und mich

gefreut, Dirk Bach auf dem Bildschirm zu

sehen. Ich denke, der Erfolg

dieser Show spricht

für sich.

Für Peter Schlönzke, die

Hauptfigur aus »Kein

Pardon«, erweist sich der Ruhm anders, als

er es sich erträumt hat. Wie ist das bei Ihnen:

Hoffen Sie, berühmt zu werden, oder

befürchten Sie es eher?

JL (lacht): Schwer zu sagen. Ich stehe ganz

am Anfang. Ich bin überglücklich, dass ich

an der Schule genommen wurde, diesen

Ein voller Erfolg und bereits jetzt ein Publikumsliebling: Das

Musical »Kein Pardon« erobert seit November 2011 als gefeierte

Welturaufführung die Bühne des Düsseldorfer Capitol-Theaters.

Bereits 150000 verkaufte Tickets und der große

Zuspruch der Zuschauer beweisen: Hape Kerkelings Musical

trifft ins Schwarze. Und darum verlängerte die Show jetzt

ihre Spielzeit: Bis zum 31. Dezember wird »Kein Pardon«zu

sehen sein.

Die charmante Geschichte rund um den jungen Fernsehstar

Peter Schlönzke ist zunächst bis zum 28. Juli in Düsseldorf

zu erleben. Anschließend folgt eine sechswöchige Sommerpause.

Ab 8. September kehrt »Kein Pardon« dann zurück

auf die Bühne, um die Zuschauer erneut mit viel Glamour und einer gehörigen Portion

»Ruhrpott-Charme« zu unterhalten. »Wir freuen uns sehr, dass wir mit Kein Pardon

solch eine positive Resonanz verzeichnen dürfen«, sagt Maik Klokow, Produzent des

Musicals und Geschäftsführer der Theater-Unternehmensgruppe »Mehr! Entertainment«.

»Die amüsant-freche Mischung aus Herz und Humor in diesem brandneuen, temperamentvollen

Musical trifft erfreulicherweise genau den Nerv des Publikums. Wir blicken

optimistisch in die zweite Jahreshälfte.« Bislang wirbelte »Kein Pardon« in rund 140 Vorstellungen

über die Bühne. Hauptdarsteller Enrico De Pieri wechselte in dieser Zeit etwa

1000-mal sein Kostüm in atemberaubender Geschwindigkeit, der »lustige Glückshase«

bewältigte mit seinen plüschigen Pfoten rund 5000 Stufen auf der begehrten Showtreppe.

Karten und Informationen unter 0211/73440 oder unter www.kein-pardon.de.

»Dirk Bach ist ein

fantastischer Komiker«

Beruf erlernen durfte und immer Möglichkeiten

hatte, mich weiterzubilden. Für

mich ist es das Schönste, wenn ich die

Leute berühren kann.Wenn ich merke,

dass sich die harte Arbeit, die dieser Beruf

bedeutet, gelohnt hat. Bislang weiß ich gar

nicht, wie sich Berühmtsein überhaupt anfühlt,

mal davon abgesehen, dass »Kein

Pardon« viel Medienaufmerksamkeit bekommt

und da schon immer viele Kameras

um einen herum sind und berichtet und

kommentiert wird. Momentan bin ich ganz

froh, dass ich mich ausprobieren kann und

nicht als Hauptperson im Vordergrund des

Geschehens stehe.

Aber jedes Kind träumt doch davon,

irgendwann berühmt zu werden?

JL: Das stimmt, aber im Laufe meines Studiums

hat sich mein Verhältnis zum Ruhm

verändert. Vielleicht übe ich einen exotischen

Beruf aus, aber letztlich ist es ein

Beruf wie jeder andere

auch. Und ich habe ihn

nicht gewählt, um berühmt

zu werden, sondern

weil ich gerne

tanze, singe und einfach

gerne auf der Bühne stehe.

Themenwechsel. Haben Sie noch Beziehungen

nach Gießen?

JL: Klar. Ich bin auch regelmäßig dort. Ich

besuche meine Familie und habe dort

auch noch einige Freunde. Ich komme immer

sehr gerne zurück. Vor einigen Monaten

hatte ich ein Konzert am Stadttheater

von meiner alten Schule im Rahmen des

175-jährigen Jubiläums. Das war großartig,

weil ich dort gewissermaßen ja angefangen

habe. Es war schön, sich an diese Zeit zu

erinnern, in der man Träume hatte…

Von was träumen Sie denn jetzt, nachdem

Ihre Jugendträume schon in Erfüllung gegangen

sind. Vielleicht vom Broadway?

JL (lacht): Also, wenn ich bedenke, wie alt

ich bin, dass ich noch nicht einmal ein Jahr

lang von der Schule weg bin, dann bin ich

ganz froh, dass ich schon in zwei tollen

Produktionen mitwirken konnte. Ich bin

sehr gespannt, was da noch kommt und

möchte noch viel auf der Bühne erleben,

aber im Augenblick bin ich mit dem, was

ich erreicht habe, ganz zufrieden. Aber

welcher Künstler im Showgeschäft träumt

nicht auch mal vom Broadway? Aber das

ist eine andere Dimension. Ich konzentriere

mich lieber erst mal auf Deutschland,

und solange ich mich hier nicht etabliert

habe, muss ich auch nicht an den Broadway

denken.

Matthias Luft

16 streifzug 5/2012


MEDIATHEK

Das Kreuz mit dem Knoten

Stehen Abi-Ball, Zeugnisübergabe oder Bewerbungsgespräche

ins Haus, kommen jene Herren leicht ins

Schwitzen, die am liebsten T-Shirt tragen. Denn das Schwierigste an

Binder, Krawatte oder Fliege ist nicht die Farbwahl, sondern der

Knoten. Ist gerade keine kundige Hilfe zur Stelle, solltet ihr vTie

Premium aufs iPhone laden. Nun hat der Mann von Welt die Qual

der Wahl, weil er sich große Namen wie Doppelter Windsor, Prince

Albert oder Onassis um den Hals schlingen kann. Jeder Schritt der

Bindung ist einzeln bebildert, lässt sich swipen oder automatisch

abspielen. Das Design ist wirklich nur auf das Nötigste reduziert,

aber genau das führt beim Knoten zum Erfolg. Einziges Manko ist

die spiegelverkehrte Anzeige der Bilder. Wer auf die Anleitungen

für Einstecktuch und Fliege verzichten kann, ist mit der kostenlosen

Version und ihren sechs Knoten bereits für die

meisten Situationen gerüstet. Wer unbedingt

auch den Diagonal-Rechts-Knoten oder den

Merovinger-Knoten ausprobieren will, der holt

sich die Version für 1,59 im App Store. one

http://itunes.apple.com/de/app/vtie-premiumkrawattenknoten/id304568216

Alles im Zug

»Alles auf eine Karte«

MC Rene – Alles auf eine Karte: Wir sehen uns im

Zug (rororo-Taschenbuch, erscheint am 2. Mai)

› Der Inhalt: 12 Monate. 102 Auftritte. 1 Traum.

MC Rene fährt mit seiner Bahncard 100 und

einem Koffer namens Natascha kreuz und quer

durch Deutschland, um sich selbst zu finden. Er comedyrappt sich

durch Landgasthöfe und Fußgängerzonen, strandet an verlassenen

Provinzbahnhöfen und fragt sich jeden Tag aufs Neue: Ist das

Leben jetzt der Zug oder der Bahnhof? In seinem Buch erzählt er,

was aus dem Urlaubsgefühl wird, wenn man kein Zuhause mehr

hat, wieso man nach einer Woche im ICE anfängt mit seinem

Koffer zu sprechen und wie man sich seine Träume erfüllen kann,

wenn man keine Angst vor ihnen hat, sondern einfach irgendwo

einsteigt, ohne zu wissen wo man ankommt.

› Der Autor: Anfang der 90er galt MC Rene als das größte Talent

der noch jungen deutschen HipHop-Szene. Er ging u.a. mit Torch,

Jan Delay und Fettes Brot auf Tour, hatte Tausende Fans und sein

Debütalbum »Renevolution« von 1995 ist heute ein Klassiker. Er

hatte seine eigene Show bei Viva, ein eigenes Plattenlabel und

nahm legendäre Videos mit Grandmaster Flash und Flavor Flav auf,

doch den richtigen Durchbruch schaffte er nie. Nach einem kurzen

Ausflug ins bürgerliche Leben setzte MC Rene im April 2010 alles

auf eine Karte, kündigte seine Wohnung, verschenkte sein Hab

und Gut – und reist seitdem durch Deutschland – mit dem Ziel,

Stand-up-Comedian zu werden.

› Der Spannungsbogen: Wer von uns wollte nicht schon einmal

alles hinwerfen, um einem Traum zu folgen? MC Rene begann

wieder von vorne und kann 146560 Gleiskilometer, 216 Bahnhöfe

und 2931 200 vorbeirauschende Stromträgermasten später behaupten,

dass…Hehe, selbst lesen! Es lohnt sich.

› Das Niveau: Das Buch ist wie sein Autor: bunt, fröhlich, naiv, an

den richtigen Stellen nachdenklich und ein bisschen wie Peter Pan.

Man muss es mögen.

Straighte Beats

MIA. – Tacheles: Mit der Single »Fallschirm« haben sich

MIA. nach knapp vier Jahren zurückgemeldet. Das Lied

führte die Band mit Leichtigkeit ins Radio, in die Charts

und unsere Köpfe. Die 1997 gegründete Elektropop-Band

um Sängerin Mieze Katz dürfte man spätestens seit den Liedern

»Hungriges Herz« oder »Ökostrom« kennen. Als Gießener

erinnert man sich vielleicht sogar noch an das Konzert

vor zehn Jahren im MuK. Das neue Album »Tacheles« knüpft

an vergangene Erfolge an! Es ist

um einiges poppiger, ohne größere musikalische

Experimente, aber dafür mit

starken Songs bestückt. Die Opener

»Sturm« oder »Aufruhr« sind eingängige

Pop-Rock-Songs, »Brüchiges Eis« hingegen

eine Nummer, bei der man sprachlos

zuhört. Ein gutes Album mit straighten

Beats, klaren Gitarren und

80er-Synthie-Klängen. Ruhig reinhören!

Für den streifzug gehört von …

NEOH. Die junge Band aus Gießen macht ehrliche Rock-

Musik. Seit der Gründung 2009 blicken die fünf Anfang bis

Mitte Zwanzigjährigen auf Konzerte mit Wir sind Helden,

Juli, Culcha Candela, The Hives und vielen mehr zurück. Seit

2010 sind sie Fördermitglied der VW Soundfoundation. Im

Januar erschien ihr erster Tonträger. www.neohonline.de

› Der Gesprächsfaktor: Statistisch betrachtet lässt sich

Renes Reise auch so zusammenfassen: 31 leer gefutterte

Kühlschränke; 12,5 Schockmomente, als er beim Verlassen

der Zugtoilette auf sagenhaft schöne Frauen traf, die

er auf keinen Fall mit dem Geruch konfrontieren wollte, den er

hinterlassen hatte; 54 Wohnungen, die ihm über seinen Blog als

Schlafplatz angeboten wurden; 980 Minuten Verspätung, davon 25

laute Durchsagen wegen Kabelraub; 24 T-Shirts, die er von Freunden

verschlissen hat; 5100 Menschen, die ihn live auf der Bühne

erlebten; 237 Salami-Käse-Sandwiches auf die Hand; 31 Bierkästen,

die er mit anderen Comedians geleert hat; 40 Ladungen Wäsche

in 21 Waschsalons; 14-mal plötzlicher Wegfall des geplanten

Nachtquartiers. Noch Fragen?

› Die Leseprobe: Eine hagere junge Frau läuft auf dem Bahngleis

hin und her und schreit in ihr Telefon: »Hau ab aus meinem Leben!

Hau endlich ab.« Sie hält sich das Telefon direkt vors Gesicht. »Du

sollst abhauen! Ein für alle Mal!« Sie starrt auf das Display. »Hallo?

Bist du noch dran?«

› Must-have zum Buch: Eine Bahncard 100, keine Wohnung,

einen Traum, viel Zeit – oder einfach nur gute Laune. Und falls

nicht, keine Sorge: Die gute Laune kommt beim Lesen.

› Das Buch ist genau richtig für … alle, die mal einen kräftigen

Tritt in den Hintern benötigen. Rock Your Life!

Für den streifzug gelesen von …

Lars Amend (33). Er ist Autor. Sein erstes Buch »Bushido«

landete 2008 auf Platz 1 der SPIEGEL Bestsellerliste und

wurde von Bernd Eichinger verfilmt. 2009 folgte »Rock

Your Life« mit Rudolf Schenker und einem Vorwort von

Paulo Coelho. Sein Buch »Mit einem Bein im Modelbusiness«

mit Mario Galla ist im Herbst 2011 erschienen. Lars

Amend, aufgewachsen in Langgöns, lebt in Berlin.

5/2012 streifzug 17


STADTGESPRÄCH

Das Scarabée wird 50

In den Köpfen einiger Gießener ist es ein dunkler, verruchter Schuppen mit Grufti-Image, in

den sie keinen Fuß setzen möchten. Für die anderen ist es die beste Alternative der Stadt

zum Mainstream und so ein hoch geschätzter Zufluchtsort vor dem Massenbrei. Das »Scarabée«

polarisiert, auch in diesen Tagen noch, an denen es seinen 50. Geburtstag feiert.

Dass das Scarabée polarisiert und jeder seine

eigene Meinung dazu hat, ist das Erfolgsgeheimnis

der Diskothek im Riegelpfad,

denn wie sonst hätte sie sage und schreibe

diese 50 Jahre überdauert, wenn der Kellerklub

am 2. Juni offiziell das halbe Jahrhundert

voll macht. »Der Unterschied zu den

anderen Lokalitäten ist, dass das Scarabée

nie Mainstream war. Es ist keine Diskothek,

es ist keine Kneipe – es ist das Scarabée«,

beschreibt Geschäftsführerin Inge Menges,

dass der Treffpunkt für die alternative Musikszene

ein echtes Original ist und zu Gießen

gehört wie das Elefantenklo oder die drei

Schwätzer. »Seit es das Scarabée gibt, war es

nie richtig geschlossen, lediglich mal für ein

paar Tage«, blickt Menges stolz auf den Lebenslauf

zurück. Seit 1994 leitet sie mit

Christel Brömer-Weber die Geschicke des

Ladens, nachdem sie zuvor schon seit 1980

unter anderem als Kellnerin dort gearbeitet

hatte und entsprechend einen Großteil der

»Scara«-Geschichte persönlich miterlebte.

Sie lernte dort sogar ihren Mann kennen.

Brömer-Weber, die früher ebenfalls ins »Scara«

ausgegangen ist, bringt im Gespräch

einen der Vorzüge auf den Punkt, durch den

sich das Scarabée von Agostea, Alpenmax

und Co. unterscheidet: »Man ist hier nicht

gleich so im Scheinwerferlicht – man kann

Kontakt haben, man muss aber nicht. Man

kann sich auch unbemerkt in die Ecke setzen

und für sich sein«, beschreibt sie das bewusst

gewählte Ambiente.

In der Tat ist der allererste Eindruck, den der

Besucher beim Betreten des Scarabées erhält,

»dunkel«. Die Wände sind größtenteils

schwarz gestrichen, das gilt auch für die Decke

über der Tanzfläche. Die Einrichtung ist

schlicht, allem Anschein nach noch aus den

Gründungstagen. Auch von außen ist der

Laden nicht gerade aufdringlich zurechtgemacht

– auch das völlig bewusst. Zudem

verleihen die Malereien mit den namensgebenden

Scarabäus-Käfern (der erste Pächter

und »Scara«-Gründer kam aus Ägypten) dem

Studentenkeller die gewisse Ausstrahlung.

»Dass es ein Grufti-Laden ist, stimmt aber

nicht«, widerspricht Menges dem Klischee,

das viele vom Scarabée haben. So haben

zwar mittwochs die Dark

People ihren Platz im Programm, aber die

übrigen Tage gehören den anderen alternativen

Musikrichtungen, die ganz und gar nicht

für das Depressive stehen. Wichtige Säulen

sind der Donnerstag, an dem Indie/-electro

gespielt wird, sowie der Samstag, der im

Zeichen von Classic Rock und Metal steht.

Die Freitage bieten Platz für besondere Programmpunkte,

wie beispielsweise die Ärzte

vs. Hosen-Party am 4. Mai oder für 90er

Trash, die übrigen Freitage stehen im Zeichen

von Steamin’ Rock und Funk’n’Soul.

Und damit bleibt das Scarabée seiner Linie

weitgehend treu: Bereits seit seiner Gründung

1962 grenzte es sich bewusst vom

Mainstream ab. »Der Hauptunterschied zu

früher ist, dass damals viele amerikanische

Soldaten kamen, weil nur hier ihre Musik

lief«, erinnert Brömer-Weber an die alte Zeit,

als Gießen noch eine Hochburg der US-Soldaten

war. Anfangs standen zudem viele

Live-Acts auf dem Plan, außerdem gab es

Lesungen, Karaoke oder schwullesbische

Partys. Eben immer ein bisschen anders –

und auch heute noch studentenfreundlich:

Wenn sich ein Mentor mit seiner Ersti-Gruppe

ankündigt, erhält jeder aus der Gruppe

ein Freibier zur Begrüßung. Zum 50-jährigen

Bestehen veranstaltet die Kellerdisco übrigens

keine Geburtstagsfeier, sondern be-

18 streifzug 5/2012


schenkt die Gäste, indem ab Mai einmal im Monat für einen Tag die

Getränke sehr günstig sind.

Natürlich hat das Scarabée auch viel Geschichte und Geschichten zu

erzählen. Legendär und unvergessen ist die dramatisch angelegte Polizei-Razzia

im Jahr 1973: In Güterwaggons versteckt – ganz im Stile

des trojanischen Pferdes – hatten rund 250 Polizisten mit Drogenspürhunden

direkt vor dem »Scara« gelauert, um plötzlich aus den

Waggons vor die Diskothek zu stürmen und die vermutlich dort ansässige

Drogenszene hochzunehmen. Zwar wurden auch Drogen

gefunden und Dealer sowie Konsumenten verhaftet, aber: »Das war

ein ziemlicher Flop«, kommentiert Menges den Polizeieinsatz. Die

Lokalpresse titelte damals: »Das Ende des Gießener Rauschgift-Paradieses«.

Heute seien Drogen nicht mehr in der Nähe des »Scara« zu

finden: »Wir bemerken, dass man heute auf jedem Schulhof mehr

Drogen bekommt als bei uns«, so Brömer-Weber.

Neben all dem Ärger brachte dieser Polizeieinsatz dem Scarabée

aber auch etwas Positives. Nämlich PR. So fanden bereits große Namen

wie Udo Lindenberg ihren Weg in den Riegelpfad. Dieser hatte

den Laden von Otto Waalkes empfohlen bekommen, nachdem der

mal dort gewesen war und Gefallen am Studentenkeller gefunden

hatte. Und Lindenberg schien sich ebenfalls nicht unwohl gefühlt zu

haben, denn er soll das Scarabée an Marius Müller-Westernhagen

weiterempfohlen haben, der ebenfalls ein »Scara«-Gast war. Auch

heutige Prominenz fand in den letzten Jahren den Weg in den Riegelpfad.

So trank bereits Schauspieler Oliver Korittke sein Bierchen

im Scarabée, bevor er seinen Gießen-Abend im Domizil ausklingen

ließ. Auch Musiker Marc Terenzi gab sich im Riegelpfad die Ehre. »Terenzi

hat gesagt: Die Musik, die er macht, hört er selbst gar nicht«,

freut sich Menges über den Geschmack des Pop-Musikers.

Mit dem »Scara« sind viele Geschichten verbunden, der Keller ist ein

fester Bestandteil von Gießens Geschichte und hat gute Aussichten,

dem 50. noch weitere runde Geburtstage folgen zu lassen, denn

einen Besuch ist das »Scarabée« in jedem Fall wert.

lad

US-Star Tyga rappt

Unglaublich, aber wahr. Die

Admiral Music Lounge holt

einen Megastar der US-Hip-

Hop-Szene nach Gießen. Am

8. Mai gastiert Tyga im Oberlachweg.

Der aus Kalifornien

stammende Rapper ist derzeit

im Admiral

mit einigen Tracks in den

Charts. Seine größten Hits

sind Rack City, Make it Nasty

und Lap Dance. Damit ist er

momentan in den Klubs auf

der ganzen Welt präsent. Im

Mai kommt Tyga im Zuge seiner

Welttour erstmals nach

Deutschland. Im Admiral wird

er ein etwa 70-minütiges Konzert

geben. Tickets gibt es unter

www.tyga-admiral.de für

20 Euro. Einlass 19 Uhr. Beginn

20 Uhr. Der Hit Rack City

kletterte zuletzt auf Platz 8

der US-Billboard-Charts und

brachte dem Megastar seinen

ersten Platin-Status ein. Mit

Deuces war er zuvor sogar für

den Grammy nominiert.

Neusehland in Gießen präsentiert:

Ray-Ban-Brillen

mit Kultstatus

Neusehland bietet feinste

Augenoptik, Kontaktlinsen,

Hörgeräte und natürlich auch

Sonnenbrillen. Wer trendig sein

will, setzt in diesem Frühjahr

und Sommer auf Ray-Ban-Sonnenbrillen,

einen absoluten

Klassiker: Wer kennt ihn nicht,

den Kultfilm schlechthin,

»Frühstück bei Tiffany’s« aus

dem Jahr 1961, der Zeit, als

Neusehland in

Gießen als

Ein-Mann-

Geschäft

vom Vater

der heutigen

Inhaberin gegründet

wurde. Audrey Hepburn

trug in der Rolle der Holly

Golightly das Modell Wayfarer

von Ray Ban und ist damit berühmt

geworden. Und mit ihr

das Label Ray-Ban. Durch Filme

wie »Blues Brothers« oder die

Serie »Miami Vice« wurde dieser

Trend in den 80ern fortgesetzt.

Ray-Ban-Brillen fanden

reißenden Absatz. Dabei gibt es

die Marke Ray-Ban, was so viel

wie »Strahlenschutz« heißt,

schon seit 1937. Ray Ban belieferte

zunächst überwiegend das

fliegende Personal des US-Militärs.

Dadurch wurde vor allem

das Modell Aviator populär, also

die allseits bekannte Pilotenbrille.

Aviator wurde vor allem

durch Filme wie »Top Gun« mit

Tom Cruise oder »Pearl Habour«

Kult. Erst in den 90ern wurde es

etwas stiller um die Marke Ray-

Ban und die Modelle Wayfarer

und Aviator. Ende 2007 wurden

streifzug

die Brillen im Rahmen des Retro-

und Vintage-Trends wieder

neu entdeckt. Kate Moss und

Mary-Kate Olsen fingen an, passend

zur Vintage-Mode wieder

alte Originale Wayfarer zu tragen.

Damit lösten die beiden

und andere Trendsetter einen

erneuten Siegeszug der so klassischen

und zeitlosen Brillen

aus. Die Preise für die alten

Brillen stiegen

enorm

an und bei

Ray-Ban entschloss

man

sich 2007 zu

einer Neuauflage

des Accessoireklassikers,

der zwischenzeitlich komplett

vom Markt verschwunden war.

Heute ist die Angebotspalette

erweitert: Neben der original

Wayfarer gibt es inzwischen

eine breite Palette an Formen

und Farbvariationen. Und schon

längst bietet Ray Ban nicht

mehr nur Sonnenbrillen, sondern

ist auch das In-Label für

die trendige Korrektionsfassung.

Die Wayfarer und die

Aviator haben Kultstatus. Mit

ihnen liegt man auch in diesem

Jahr voll im Trend. Wie der

Musiker Heinz-Rudolf Kunze,

der seit mehr als 20 Jahren auf

das Label Ray-Ban steht. Und

selbst Barack Obama wird bei

offiziellen Auftritten mit Ray-

Ban gesehen. Ray-Ban, das ist

die Trendmarke im Jahr 2012.

Die neue Kollektion für Korrektions-

und Sonnenbrillen zeigt

jetzt Neusehland in Gießen.

verlost in Zusammenarbeit

mit Neusehland

unter E-Mail: anzeigenverkaufsleitung@giessener-allgemeine.de

Stichwort: »Ray Ban«. Einsendeschluss: 16. Mai 2012.

– Anzeige –

Mit einem modischen Angebot aus den aktuellsten

Designer-Kollektionen präsentiert sich das Familienunternehmen

Neusehland dem modeorientierten

Publikum in Gießen. Darunter findet sich auch der

Brillen-Trend 2012: Ray-Ban.

drei Ray-Ban (Wayfarer) und zwei Ray-Ban (Aviator) siehe Abb.


BLICK IN DIE REGION

Fotos: bf

Die Polizei macht Party

Wenn vom 1. bis zum 10. Juni in Gießens Nachbarstadt Wetzlar der Hessentag gefeiert

wird und dabei Weltstars wie Elton John und Lenny Kravitz oder Showgrößen wie Silbermond,

Xavier Naidoo, Sunrise Avenue sowie Newcomer Tim Bendzko auftreten werden,

sind auch Menschen am Start, die sonst eher nicht im Rampenlicht stehen. Bereits zum

22. Mal öffnet die hessische Polizei auf dem großen Fest der Hessen ihr »Polizei-Bistro«.

Auf dem Gelände in der Hintergasse hinter dem Freibad »Domblick« wird ein

abwechslungsreiches Programm geboten. Ob Comedy, Rock, Pop oder Klassik, es ist für

jeden Geschmack etwas dabei. Ein Höhepunkt ist sicher »Die Nacht der blauen Sterne«…

Samstagabend. Die Musik wird lauter, die

Bewegungen ausgelassener. Es wird lautstark

diskutiert, gelacht und getrunken.

Plötzlich klingelt es. Einer der Gäste öffnet

die Tür, eine Hand an den Türrahmen gelehnt,

in der anderen Hand eine Sektflasche,

der Partyhut hängt schief. Doch vor

der Tür steht kein Kumpel, der mitfeiern

möchte, kein Bekannter, der Lust auf ein

Bier hat, sondern ein ernst dreinblickender

Mann in blauer Uniform. Zumindest an

diesem Abend ist er weder Freund noch

Helfer, sondern eine meist von den Nachbarn

beauftragte Spaßbremse. Polizisten

sind für viele junge Menschen, ganz entgegen

ihrer Berufung, eher »die Bösen«. Die,

die Partys beenden. Die, die uns nach

einer langen Nacht auf dem Heimweg kontrollieren.

Die, die alles verbieten, was uns

Spaß macht.

Stop! Denn Polizisten können auch anders.

Das beweisen sie seit nunmehr 22 Jahren

auf dem Hessentag. Veranstaltungen wie

»Top of the Cops« oder »Accoustic fun

orchestra – Feiern bis die Polizei kommt«,

die neben Beratungs- und Aufklärungsangeboten

im Hessentags-Programm des

»Polizei-Bistros« stehen, zeigen, dass auch

Polizisten in der Lage sind, Grund zum

Feiern zu liefern, oder sich selbst zu paro-

20 streifzug 5/2012


BLICK IN DIE REGION

dieren, ohne sich danach gegenseitig wegen Beamtenbeleidigung

anzuzeigen.

Die schon legendäre »Nacht der blauen Sterne« bietet beispielsweise

ein Varieté-Programm, das von und mit Polizisten gestaltet

wird. Irische Tänze, Zauberei und Comedy und eine Nun-Chaku-

Show – die mitwirkenden Polizisten präsentieren ihre Talente abseits

des Dienstes und haben kein Problem damit, auch mal über

sich selbst zu lachen. Besucher des »Polizei-Bistros« beschreiben

die Stimmung als ausgelassen und loben zudem die »fabelhaften

Longdrinks«. Wenn die »Glitter-Twins« auftreten, brennt dort die

Hütte. Travestie-Ikone Olga Orange wird diesmal gleich an mehreren

Abenden im »Polizei-Bistro« für gute Laune sorgen und dabei

sicher kein Blatt vor den Mund nehmen: Zweideutige Anspielungen

und schlüpfrige Witze, die sich auch mal auf die Polizei beziehen

können. Comedian Johannes Scherer wird auf seine eigene

Art und Weise über die Gefahren in »asozialen Netzwerken« aufklären.

Und die Bistro-Gala des Hessischen Ministers des Inneren

und für Sport, Boris Rhein, wird für Glamour sorgen.

Doch warum engagiert sich die Polizei so sehr? »Auslöser der Idee,

sich mit einem Begegnungscafé auf dem Hessentag bewusst locker

und ungezwungen zu präsentieren, waren seinerzeit die niedrigen

Bewerberzahlen für den Polizeidienst. Die einst klassische

Fahrzeugschau, mit der sich die Polizei in früheren Jahren präsentiert

hatte, wurde so umgestaltet, dass mehr Bürgernähe entstand

und insbesondere Jugendliche als potenzielle Bewerber für den

Polizeidienst angesprochen werden sollten«, sagt Alexandra Gieser-Schmittmann

von der hessischen Bereitschaftspolizei. Die Idee

erwies sich als überaus erfolgreich. Das »Polizei-Bistro« ist inzwischen

zu einer Kommunikationsplattform für Jung und Alt geworden.

»Hier können Bürger ihre Polizei abseits vom Polizeialltag

kennenlernen. Und die roten T-Shirts des Bistro-Personals – im

realen Leben alles Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte – haben

inzwischen Kultstatus erreicht. Jeder möchte eins haben«, sagt Gieser-Schmittmann,

wohl wissend, dass im »Polizei-Bistro« auf dem

Hessentag kein Polizist die Party beenden wird. Sophia Alt

Akrobatik mit dem Dienstfahrrad?

Die Milchdiät

Am 14. April hatten

Gaby Bindernagel (46),

Melanie Nestor (42)

und Anja Henke (41)

»Bergfest«. Sechs der

zwölf Wochen »Milchdiät«

liegen hinter den

Frauen. Aus diesem Anlass

hat der streifzug die

drei »Diät-Testerinnen«

im Sportstudio »WoF« im

Schiffenberger Tal getroffen,

wo sie von Inhaber

Abdul Mounouar gecoacht

werden. Wir waren

begeistert: Gut gelaunt und absolut zufrieden empfingen

uns die Freundinnen, von Abnehmfrust keine Spur. Ganz im

Gegenteil: »Mir geht es richtig gut. Ich habe mehr Lebensfreude

und schaffe den Alltag besser«, freut sich Melanie. Sie

hat ihr Körpergewicht in den sechs Wochen von 92,3 auf

85,1 kg reduziert und ist vom Sportmuffel zum -fan geworden.

»Kaum zu glauben, aber wenn ich keinen Sport mache,

fehlt mir etwas«, sagt sie und schüttelt den Kopf. Auch ihre

Freundinnen haben mit der »Milchdiät« (siehe streifzug

3/2012), die die Gießener Ernährungsberaterin Franca Mangiameli

erfunden hat, gute Erfolge. Gaby hat zur Hälfte 5 kg

verloren und wiegt jetzt 76 kg, Anja reduzierte von 94,7 auf

88,6. Im Durchschnitt haben die drei Mittvierzigerinnen

10 cm Bauchumfang verloren. »Es klappt, und es ist stressfrei.

Ich würde diese Diät gar nicht als Diät bezeichnen, sondern

eher als langfristige Ernährungsumstellung«, erzählt Gaby. Bei

ihr, aber auch bei den anderen beiden Frauen zieht die komplette

Familie das Programm durch. »Es ist gut, dass wir so

unterstützt werden«, sagt Anja, die für Abnehmwillige ein

paar Tipps auf Lager hat: »Man sollte sich zum Abnehmen

zusammentun. Das unterstützt. Uns hilft auch, dass wir in der

Öffentlichkeit stehen. Wenn ich nach einer deftigen Mahlzeit

Lust auf etwas Süßes habe, greife ich nur noch zum Kaugummi.

Das klappt«, so Anja, die auch das Sporttreiben mit

ihren Freundinnen genießt. »Wir gehen dreimal pro Woche

und machen einen Mix aus Kraft- und Ausdauertraining.«

Blutdruck, Sodbrennen, Blutzuckerspiegel, Rückenschmerzen,

Kopfschmerzen. Alles ist besser geworden. Auch dies

hat die drei Frauen davon überzeugt, die »Milchdiät«nicht

nach drei Monaten zu beenden. »Ich denke, wir machen

weiter«, sagt Gaby, wohl wissend, dass es eine Zeit dauern

wird, ehe die Frauen ihr Wunschgewicht erreichen werden.

»Franca hat gleich gesagt, dass es utopisch ist, zu glauben,

in zwölf Wochen 25 kg abnehmen zu können. Sie

sagte 0,5 kg pro Woche sei realistisch. Da liegen wir drei

aber alle drüber«, freut sich Anja, die erklärt, neuerdings

wesentlich bewusster zu essen. »Ich esse nicht mehr im

Vorbeigehen.« Man denke mehr über das Essen nach und

kaufe auch ganz anders ein. »Die Milchdiät klappt so gut

und macht so einen Spaß, dass ich andere Frauen, die

sich mit einer Diät quälen am liebsten bekehren würde«,

sagt Anja. Und alle lachen zufrieden.

mac

Foto: mac

5/2012 streifzug 21


UNTERWEGS

»Pizza Mouse«

Grünberger Straße 145 · 35394 Gießen · Telefon 0641/78787 · www.pizza-mouse.de

Sie haben nach dem Essen außer Haus nicht

selten Bauchgrummeln, fühlen sich unwohl,

können sogar manchmal nicht richtig schlafen?

Vielleicht sind sie bereits über ihre Unverträglichkeit

oder Allergie informiert, deshalb

stark in der Auswahl eingeschränkt,

wissen aber nicht wohin zum Essen? Dann

möchten wir einen Besuch der »Pizza Mouse«

in der Grünberger Straße in Gießen ans

Herz legen. Wie bitte? Jawohl, die »Pizza

Mouse« in Gießen. Spötter mögen von

einem »klinischen« Ambiente sprechen und

fehlurteilen, dass dort ja nur Fast Food über

die Theke wandere. Wer allerdings dort einmal

Station gemacht hat, kann Zeugnis davon

ablegen, dass Vorurteile auch nicht

mehr das sind, was sie einmal waren.

Brauner Zucker zum Cappucino mit extra

starkem Milchschaum oder Espresso aus Mocambo-Bohnen

zeugen vom hohen Standard.

»Wir wollen keine klassische Pizzeria

sein. Wir legen großen Wert auf Qualität und

22 streifzug 5/2012

Fotos: htr

Frische«, wie auch das »Pizza-Mouse«-Logo

mit dem Zusatz »100 % fresh!« unterstreicht,

verweist Eigentümerin Henrike Schütz auf ihr

besonderes Credo: »Unser Zielpublikum

sind auch Familien, die für wenig Geld mit

richtig guten Sachen verwöhnt werden wollen.«

Aber auch Sonderaktionen für Studenten

(drei Menüs für jeweils 4,95 Euro), diverse

Rabattaktionen oder Lieferservice gehören

zum Angebot der »Pizza Mouse«, die Interessierte

auch in Butzbach finden werden.

Doch erst noch einmal vom Nachtisch zur

Bestellung: Wer herkömmliche Mehlsorten

nicht mag, verträgt oder einfach mal was anderes

ausprobieren möchte, der wählt einen

Teig aus Dinkel. Und wer an Zöliakie, also an

einer Glutenunverträglichkeit leidet und deshalb

den Klebereiweiß meiden sollte wie der

Teufel das Weihwasser, der bestellt sich einfach

eine Pizza aus glutenfreiem Mehl. Einfach?

Einfach in der »Pizza Mouse«, allerdings

alles andere als Standard in der hiesigen Gas-

tronomie-Szene. »Ein bisschen Wartezeit

sollte mitgebracht werden, schließlich wird

auch dieser Teig aus Maismehl frisch zubereitet«,

bittet die Gießenerin im Vorfeld um

Verständnis.

»Auch Dinkel ist im Kommen; nicht nur in

Bioläden werden solche Produkte in immer

reichhaltigerer Anzahl und Variationen angeboten«,

ist sich Schütz sicher, dass die Verbraucher

in Zukunft verstärkt zu »naturbelassenen

Produkten« greifen werden. Apropos:

Darf’s mal Bio-Spirelli sein, oder glutenfreie

Gnocci mit Gorgonzola- oder Champignon-

Creme-Soße, vielleicht ein Bio-Tee? Nur zu.

Die regionale Verwurzelung ist für die »Pizza

Mouse« obligatorisch: Beispielsweise werden

das Putenfleisch vom Marienhof aus Bellersheim

und die Eier aus Grüningen bezogen.

»Von A wie Ananas bis Z wie Zucchini, alles

wird täglich frisch zubereitet, wobei die Gäste

aus 37 Belägen und fünf Pizzagrößen wählen

können«, wie Schütz mit Blick auf die

Speisekarte anmerkt, die zum Beispiel Brokkoli,

Kapern, frisches Basilikum, zertifizierten

Parmaschinken, Putenbrust oder auch Schinken

aus dem Hinter- und nicht aus dem

Formvorderschinken ausweist. Allerlei Salatkreationen

mit Lollo Rosso, grünem und Eisbergsalat

mit den eigen angerichteten Dressings

Honig-Senf, Chilli, Joghurt-Dill oder

Vinaigrette, angereichert mit drei Dinkel-Bällchen,

stehen ebenso zur Auswahl wie Lasagne

und Spaghetti oder auch »Kiddy-Menüs«.

Bei den Soßen, auch bei der Bolognese,

möchte Schütz angemerkt wissen, dass auch

diese selbst angemacht werden und nicht

aus der Dose kommen. Gleiches gelte beispielsweise

für Zutaten wie Ananas oder

Pilze. »Früchte und Gemüse aus der Dose

haben hier Hausverbot!«, so Schütz. Ein

Qualitätsversprechen ist das eine, Transparenz

das andere. Die »Pizza Mouse« will beides

verbinden, denn jeder Interessierte kann

zuschauen, wie seine Pizza, die Nudeln oder

der Salat zubereitet werden. »Wir haben

nichts zu verheimlichen. Unser Fokus liegt

auf Freundlichkeit, Qualität und Frische.«

Ronny Th. Herteux

Im Überblick

Sitzplätze: 60 im Restaurant, 30 auf

der Terrasse

Küche: Pizza, Nudeln, Salat

Spezialitäten: Pizza aus Dinkel- und

glutenfreiem Mehl, glutenfreie Pasta

Öffnungszeiten: Täglich von 11.30

Uhr bis 22.30 Uhr. Fr. und Sa. bis

23.30 Uhr.

Küche ★★✩✩

Ambiente ★✩✩✩

Service ★★✩✩

Preise UUU


UNTERWEGS

…Eine(r) liest

Literatur in schlichtem Design

Ein Tisch, ein Mikro, ein Text – und Eine(r) liest. Das ist das Konzept. Bereits im fünften Jahr präsentiert

die Literaturreihe namhafte oder auch weniger bekannte Autoren und Vorleser mit ihren Texten. Ort des

Geschehens sind die Gießener Marktarkaden, unter deren schützender Kuppel sich zur Matinéezeit neben

der gelesenen Literatur auch ein Büchermarkt etabliert hat. Bemerkenswert: Sowohl Büchermarkt

als auch Leseprogramm gibt es zum Nulltarif, keine Standgebühr und keine Eintrittspreise. Das Leseprogramm

2012 startet mit einem Jungstar der Gegenwartsliteratur: Benjamin Maack (Foto) liest am 6. Mai

aus »Monster«, einem explosiven Mix aus kurzen Geschichten, die kein Tabu kennen – absolut empfehlenswert.

In den folgenden Monaten kommt es zu Lesungen mit Jungautoren des OVAG-Schreibwettbewerbs,

zu einer Wiederbelebung von Horvaths »Ewigem Spießer« durch Schauspieler Harald Pfeiffer, zur

Begegnung mit Autorin Katharina Bendixen, zu einem Dialog zwischen unterschiedlich beheimateten

Bäumen (Waldbaum trifft Stadtbaum) und zu einer Lesung des Berliner Thrillerautor Siegfried Langer,

dessen Krimis subtil inszenierte Angstmechanismen ansprechen. Weitere Infos unter www.einerliest.de.

…in den Küchen der Stadt

»Gießen kocht!«: Der nächste Gang

Die Messer sind gewetzt. Die Gabeln und Löffel sind poliert. Alles ist bereit für den 30. Mai,

wenn es wieder heißt: »Gießen kocht!« Die Idee hinter der fast schon traditionellen Veranstaltung

ist schnell erklärt: Jeder Teilnehmer ist gemeinsam mit einem völlig Fremden entweder für

eine Vorspeise, ein Hauptgericht oder einen Nachtisch zuständig. Die jeweils anderen Gänge

bereiten weitere Teilnehmer zu. Für jedes Gericht geht es zu einem unbekannten Kochpaar in

eine neue Wohnung. Pro Gang lernt man so vier neue Leute kennen. Zum Abschluss gibt es

dann eine große Party. Nach der letzten Runde im vergangenen November feierten knapp

300 Hobbyköche im Ulenspiegel. Weil in den vergangenen Jahren vorwiegend Studentinnen

und Studenten in ihren WG-Küchen mitgemacht haben, verweisen die Organisatoren von

»Gießen kocht!« nun darauf, dass auch ältere Teilnehmer gerne gesehen sind. Im Internet unter

www.giessen-kocht.de finden sich alle Informationen zur Anmeldung.

…die »Straße der Experimente«

Wissenschaftsfest für die ganze Familie

Ein herausragender Tag im Stadtleben Gießens ist die »Straße der Experimente«. 2012 wird dieses Wissenschaftsvolksfest,

das vom Mathematikum durchgeführt wird, am 13. Mai zwischen 10 und 18 Uhr auf dem Universitätsplatz

stattfinden. An 40 Stationen zeigen Schulklassen, Hochschuleinrichtungen, Unternehmen, Vereine

und Privatpersonen eigene Experimente aus unterschiedlichen Disziplinen. Bereits fünfmal hat die »Straße der

Experimente« gezeigt, dass »Hobby- und Profi-Forscher« mit kreativen Einfällen eine »Meile für den Wissensdurst«

erschaffen können. Jedes Mal kamen über 10 000 Besucher zum Sehen, Staunen und Experimentieren.

Das Wissenschaftsvolksfest bietet spannende Experimente für Jung und Alt und ist somit ein Ausflugsziel für die

ganze Familie. An den Ständen können die Besucher zum Beispiel ihrem eigenen Entscheidungsverhalten aus

psychologischer Sicht auf den Grund gehen, ein Urzeitdiorama bauen, erfahren, wie Klebstoff funktioniert

u.v.m. Bereichert wird das Fest durch Performances des Stadttheaters, bei denen die Besucher erleben, wie sie

mit Körpereinsatz ihre Stimme verändern oder welche ungewohnten Klänge entstehen, wenn Technik ins Spiel

kommt. Um 15 Uhr werden Prof. Schindler und Prof. Göttlich vom Institut für Organische Chemie der Justus-

Liebig-Universität mit ihrer Experimentiershow rund ums Thema Wasser folgende Fragen beantworten: Kann

man mit Wasser Feuer machen, wie kann man es am Fließen hindern und wie verwandelt man Wasser in Wein?

5/2012 streifzug 23


AUSLESE

Prominenter Besuch

Einen bekannten Gast erwartet der Ulenspiegel am 12. Mai. Der

Besuch ist sogar so prominent, dass der reguläre Termin für die

»Party on the rockx« vom dritten Samstag im Monat auf den zweiten

vorgezogen wurde. Kein Geringer als Max Rafferty gibt sich

nämlich die Ehre, Ex-Hauptsongschreiber und Bassist der britischen

Indie-Rock-Erfolgsband »The Kooks«. Jetzt wandelt Rafferty auf

Solopfaden. Auf seiner Tour, die ihn eben auch nach Gießen führt,

stellt er die Songs seines ersten Solo-Albums »Spill« vor, das demnächst

erscheinen soll. Pünktlich zur Tour im Mai erscheint die erste

Single. Rafferty präsentiert sich auf seinem Debüt wie gewohnt

rau und ungeschliffen, aber auch unvorhersehbar. Nach seinem

Ausstieg 2008 bei »The Kooks« verließ er eines Abends das Haus,

um Zigaretten zu holen. Er setzte sich in den Flieger und landete

per One-Way-Ticket in Marokko. Dort blieb er drei Monate, kaufte

sich eine Gitarre und begann,

neue Songs zu schreiben. Eine

Begegnung mit Dan Hawkins

ließ sein Album Formen annehmen.

Es ist gewaltiger,

dunkler und heftiger als das

mit »The Kooks« jemals möglich

gewesen wäre, aber dennoch

geprägt von poppigen

Hooks und einprägsamen

Melodien. Beginn: 21 Uhr.

Neues Projekt im Monkeys

Am 5. Mai startet das Monkeys in Gießen wieder einmal ein neues

Projekt. Nach Köpfhörerparty und weiteren erfolgreichen (Motto-)

Events gastiert an diesem Tag der »Phono Pop Club« in dem Kellerclub.

Der »PPC« ist eine Veranstaltung eines DJ-Teams, das sich mit der Ausrichtung

des »Phono Pop Festivals«, einen Namen gemacht hat.

In diesem Jahr findet das Festival am 20. und 21. Juli in Rüsselsheim

statt. Es gilt als »kleines Haldern Pop«. Die Festivalmacher sind seit Jahren

als DJ-Team unterwegs, regelmäßige Phono

Pop Clubs finden u.a. in Wiesbaden,

Frankfurt oder Darmstadt statt. Erstmals sind

die DJs nun bald in Gießen zu Gast. Gespielt

wird eine äußerst tanzbare Mischung aus All

Time Favorites und New Hot Shit aus den

Bereichen Indie, Elektro und Alternative.

CLUB

GLANZ-

LICHTER

DES MONATS

Zum Fall des

US-Imperiums …

… so heißt der Vortrag von

Johan Galtung, den er am 15.

Mai ab 19.30 Uhr im Mathematikum

in Gießen hält. Der

norwegische Mathematiker,

Soziologe und Politologe gilt

als Gründungsvater der Friedens-

und Konfliktforschung.

Neben zahlreichen hohen Ehrungen

hat er 1987 den Alternativen

Nobelpreis verliehen

bekommen. Mit seinem interdisziplinären

Ansatz, der insbesondere

auch mathematische

Methoden verwendet, gelangen ihm große Erfolge. Im Jahre

2000 datierte er den Zusammenbruch des US-Imperiums in

den Zeitraum von 2020 bis 2025. Später kürzte er diese Frist

um fünf Jahre und prognostiziert nun das Ende des US-Imperiums

auf vor 2020. Diese Vorhersage, ihre Begründung

und ihre Konsequenzen sind das Thema seines Vortrags im

Mathematikum. Eintritt 10 Euro (erm. 8 Euro). Beginn

19.30 Uhr.

Pagan Folk in der Pankratiuskapelle

Die Natur, unser Planet Erde und die persönliche Freiheit – das sind die Themen, die den

Pagan Folk, eine Mischung aus Folkrock, keltischen Klängen und Weltmusik prägen. Den

Pagan Folk in seiner schönsten Form bringen die Niederländer von »Omnia« nach Gießen.

Termin ist Freitag, 4. Mai, um 20 Uhr. Als Spielstätte haben sich die Musiker die malerische

Kulisse der Pankratiuskapelle ausgesucht. Dabei bieten »Omnia« nicht nur einen Schmaus

für die Ohren, sondern mit ihren ungewöhnlichen, handgefertigten Akustik-Instrumenten

auch einen ganz besonderen Blickfang. Zum Einsatz kommen Flöten, irische Bouzouki,

Bodhrán, Didgeridoo, Slideridoo, Harfe und verschiedene Percussion-Instrumente. Ihre aktuelle

Tour nennt sich »I don't speak human«. Beginn 20 Uhr. Tickets 20,20 Euro.

24 streifzug 5/2012


AUSLESE

Comedy-Dinner: »LeckerLachen«

Am 18. Mai bietet das Comedy-Dinner »LeckerLachen« im Hotel Steinsgarten in Gießen

Genuss für alle Sinne: Exquisite Küche, einzigartige Künstler und gute Unterhaltung im

Restaurant. Die Gäste werden mit einem Aperitif und von den Künstlern mit einer

Showeinlage begrüßt. Es folgt ein kulinarisch-komödiantischer Wechsel von erstklassigem

Menü und amüsanter Show von drei wunderbaren Komikern, die u.a. aus den

Formaten NightWash und QuatschComedyClub bekannt sind. Am 18. Mai werden Helmut

Sanftenschneider (Comedy), Daphne de Luxe, die mit ihrer Mischung aus amüsanter

Unterhaltung, Selbstironie, Tiefgang, Authentizität und Gesang begeistert, Thorsten

Bär (Stimmparodie) sowie Maria Vollmer (Kabarett) in Gießen dabei sein. Tickets unter

0641/38990. Beginn 19.30 Uhr. Eintritt 59 Euro, inkl. exklusivem Drei-Gänge-Dinner.

Tributefestival

»Stars & Vibes« heißt Gießens erstes Tributefestival,

das am 12. Mai (19 Uhr) auf dem

Schiffenberg stattfindet. Mit dabei sind Die

Erztä, Elvis XP, Goldplay und Valerie. Die

Tributeband-Szene hat sich rasant entwickelt:

Nicht selten aus professionellen Musikern

bestehend, kommen die Liveacts

dem Original erstaunlich nah und werden

gefeiert wie die echten Stars. »Stars &

Vibes« huldigt dem Trend und präsentiert

open air vier führende Tributeacts aus Hessen.

Die Bandbreite reicht von einer furiosen

Bühnenshow im Stil der »besten Band

der Welt« (Die Ärzte) über aktuelle Soulund

Rocknummern bis zum King.

Nicht umsonst eroberte die britische Band

Coldplay mit Songs wie »Clocks«, »Viva la

vida« oder »Yellow« die Herzen der Fans.

Die Tributeshow der Wiesbadener Formation

Goldplay lebt von der gleichlautenden

Stimme des Sängers. Die Erztä aus

Frankfurt gelten als Deutschlands No.1-

Ärzte-Tributeband und zielen optisch sowie

klanglich auf größtmögliche Übereinstimmung

ab. Rae Mary Jane alias Valerie

sammelte zunächst als Backgroundsängerin

Bühnenerfahrung, bis sie im September

2011 beschloss, als Frontsängerin der viel

zu früh verstorbenen Amy Winehouse

musikalischen Tribut zu zollen. Abgerundet

wird das Setup vom King himself.

Denn Elvis lebt – in Mittelhessen! Die

Band aus Gießen und Bad Nauheim lässt

die legendären Las-Vegas-Shows aufleben.

»Speed Dating« – Eine Lesereise

Wie konntest du es wagen, in meinen Koffer zu kotzen? Wie war es eigentlich im

Knast? Wo kam diese teure Halskette von Thees Uhlmann hin, die auf der letzten Tour

verschwand? Und überhaupt: Hast du zugenommen? Diese neugierigen, peinlichen

und intimen Fragen aus dem reichen Fundus erlebter Popkultur stellen sich die Autoren

Nagel (Ex-Muff Potter) und Linus Volkmann (Popjournalist), im Rahmen ihrer Lesereise

»Speed Dating« am Donnerstag, 24. Mai, im MuK in Gießen. Nagel & Linus, die sich

nach ihrer ersten Lesetour vor drei Jahren so

gut kennengelernt haben, dass sie sich nie

wiedersehen wollten, wagen sich erneut zusammen

auf die Bühnen. Vorgelesen werden

die besten Fetzen aus ihren Werken. Mittels

Schmeicheleien, Unterstellungen und anderer

perfider Mittel versuchen sie, den anderen

aus der Reserve zu locken. Lachen, Lesen,

Trinken und nicht zuletzt Philosophieren

steht auf dem Programm – genau, wie man

es von den menschenkritischen, musikbegeisterten

Literaten erwartet. Einlass 20 Uhr.

Beginn 20.30 Uhr. Eintritt 8 Euro im VVK

(zzgl. Gebühren).

KulTour 2000 präsentiert im Mathematikum

Gießen am 31. Mai (20 Uhr) den

Comedian Ingo Börchers mit seinem

aktuellen Programm »Die Welt ist eine Google –

Unser Markplatz heißt ebay, unsere Zukunft Web

2.0 und Offline-sein ist die neue Obdachlosigkeit«.

»Weil die Antworten zunehmend unwichtiger

werden, wird es höchste Zeit, die richtigen

Fragen zu stellen«, sagt Börchers und schießt los:

Ist ein Leben ohne Netz und doppelten Mausklick

noch möglich? Wer sind die Menschen, die

sich auf myspace meine Freunde nennen? Und

was soll ich im Second Life, wenn ich schon mit meinem ersten Leben überfordert

bin? In seinem Soloprogramm begibt sich Börchers auf die Datenautobahn

und präsentiert einen Kabarettabend vom Suchen und Finden und Posten

und Podcasten. Eintritt 13 Euro (VVK).

5/2012 streifzug 25


VERANSTALTUNGEN IM MAI

Ihre Veranstaltungen in der

Kongresshalle Gießen

Veranstaltungen

05.05. | Samstag | 10–16 Uhr

Gesundheits- und Selbsthilfetag 2012

Gesundheitsamt

des Landkreises Gießen

11.05. | Freitag | 19.30 Uhr

Orchesterkonzert

der Liebigschule Gießen

12.05. | Samstag | 20 Uhr

MATZE KNOP on Tour 2012

www.s-promotion.de

13.05. | Sonntag | 19.30 Uhr

Klavierkonzert

der Herderschule Gießen

15.–16.05. | Di./Mi. | 8–15 Uhr

»vocatium« Fachmesse für Ausbildung

und Studium

IfT Institut für Talententwicklung GmbH

www.erfolg-im-beruf.de

21.05. | Montag | 13–19 Uhr

Klinik-Kontakt –

Die Messe für Medizinstudierende

und junge Absolventen

www.klinik-kontakt.de

06.06. | Mittwoch | 14–18 Uhr

Seminar

»Aktuelles Steuerrecht 2012 Teil II«

Arbeitskreis für Wirtschaft- und

Steuerrecht, www.aws-online.de

07.06. | Donnerstag | 13–20 Uhr

1DI

AUSSTELLUNGEN

Gießen

Ti Amo platonicamente

Werkschau von Irène

Gerard und Manuela

Sagona (bis 30. Juni),

Galerie Bahndamm

Grünberg

Finissage

Sehnsucht Brasilien –

15.00 Im Spital

DISCO/PARTY

Gießen

Affenkammer

21.00 Monkeys

La Danse Macabre

21.00 Scarabée

Langgöns

Deutsch-Rock-Party

Mit Maifeuer

21.00 HardRock

FESTE/FESTIVAL

Gießen

Brückenfest

10.00 Lahnufer

UNDERtheGROUND –

Open Air

House, Techno, Drum’-

n’Bass mit DJ Scumdog

12.00 MuK

2 MI

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

Langgöns

Deutsch-Rock-Party

21.00 HardRock

KONZERTE

Gießen

Bakad Kapeleye

20.00 Ulenspiegel

VORTRÄGE

Gießen

Lio-Stimmen –

Texte & Lieder

Preisträger des

Literaturwettbewerbs

19.30 Liebigschule

Radikal

Yassin Musharbash liest

aus seinem Polit-Thriller

19.30 Thalia

3 DO

DISCO/PARTY

Gießen

Land unter

Mit DJ Jimmy

22.00 Scarabée

Langgöns

80er Rock-Party

Mit Vince & Rockit

21.00 HardRock

KONZERTE

Gießen

Echt irre und

Crazy little thing

Chorkonzert

19.00 Vitos-Klinik

9. Sinfoniekonzert

Werke von Carl Maria

von Weber, Béla Bartók

und Johannes Brahms –

Solist: Antoine Tamestit

(Bratsche)

20.00 Stadttheater

Like Trees, Motion of

Confidence, Taking

Advantage

20.30 MuK

SONSTIGES

Gießen

Kulinarische

FAIRverführung

Vegane Küche

18.30 Familienbildungsstätte

Wieseck

Flimmerkiste –

Das Unikino

The Guard – Ein Ire

sieht schwarz (2011,

Komödie, Irland)

20.00 Zeughaus

VORTRÄGE

Gießen

Literarische Spurensuche:

Brüder Grimm

Vortrag von Dr. Ursula

Matthias

15.30 Netanya-Saal

4 FR

BÜHNE

Gießen

Cabaret

Musical

19.30 Stadttheater

Achterbahn –

Kein Weg zurück

Premiere mit dem Jugendclub-Spieltrieb

20.00 TiL

Theater Gegenstand

Produktion

Kommt dein Liebhaber

heute? – Liebes- und

Identitätsdrama von

Harold Pinter

20.00 Kleine Bühne

Madame Gordin

Rouge & Dolly Dornfelder:

»Kessel Buntes«

Travestie-Show und

Stand-up-Comedy

20.30 MuK

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

Salsa Club –

Ritmo Latino

21.00 White Elephant

Ärzte vs Hosen

Mit DJs Domino &

Cel’ardor

22.00 Scarabée

The Old School Factory

Hip-Hop. Specials: Desperado

Promo Night

22.00 Monkeys

Mixtape

22.00 Admiral

Buseck

Kultdiscoparty

20.00 Kulturzentrum

Langgöns

Rock pur, Best of Metal

21.00 HardRock

FESTE/FESTIVAL

Gießen

Maifest

13.00 Kreuzplatz

KONZERTE

Gießen

Omnia –

I Don’t Speak Human

Neo-keltischer Pagan-

Folk-Rock

20.00 Pankratiuskapelle

Grünberg

Jazzfabrik

20.30 Zum Bahnhof

VORTRÄGE

Gießen

Freitag.Vier

Urzeit in Gießen – Wissenswertes

rund um

Mammuts. Für Kinder

ab 4 Jahren mit J.

Bäuml und A. Spitzner

16.00 Stadtbibliothek

Hip-Hop- und Breakdance-Festival

TSG Blau Gold

FESTIVAL

18. bis 20. Mai

2. Gießener WG-Festival

Kunst, Musik, Theater. Drei Tage. Draußen und drinnen. Im öffentlichen Raum und in WGs. In WGs? Ja

in WGs! Wie schon 2011, werden auch in diesen Sommer wieder die studentischen 4-Wände zum

Festivalschauplatz für Kunst aller Art. Dabei ist die Frage: Inwieweit

ist eine Verschmelzung von öffentlichem und privatem

Raum möglich? Existiert sie schon? Will man das überhaupt? Die

Antwort findet man womöglich genau auf dem Weg durch das

Festival. Die Aufgabenstellung heißt: durch die verschiedenen

Räume tingeln und Bilder, Musik und Performances erleben. Das

Festival gibt Gießener Künstlern (öffentlichen) Raum zum Ausstellen,

Musizieren und Performen. Weitere Infos und Lageplan:

wgfestival.wordpress.com.

26 streifzug 5/2012


VERANSTALTUNGEN IM MAI

5 SA

BÜHNE

Gießen

Maria Tudor

Oper

19.30 Stadttheater

Theater Gegenstand

Produktion

Kommt dein Liebhaber

heute?

20.00 Kleine Bühne

Amerika

Stationendrama

20.00 TiL

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.00 Astaire’s

Karaoke mit A. Pfälzer

21.00 Irish Pub

Rhythm and House

22.00 Admiral

Electrified-Party

Ziel 100, Tobi Bolesta,

Adam Small, Dupstep

Floor, Nemo, Peter

Pilotem, K-lone

22.00 MuK

Phono Pop Club

22.00 Monkeys

Rock of Ages

Mit DJ Cel’ardor

22.00 Scarabée

Langgöns

Metal Master Ball Musik

21.00 HardRock

FESTE/FESTIVAL

Gießen

Maifest

13.00 Kreuzplatz

FLOHMÄRKTE

Buseck

Floh- und Trödelmarkt

8.00 Sammler- und

Hobbywelt

Biebertal

Bücherflohmarkt

10.00 Fellingshausen,

Rodheimer Straße 7

FÜHRUNGEN

Gießen

Führung durch das

Mathematikum

11.00 Mathematikum

Kloster Schiffenberg

Mit Dagmar Klein

11.00 Schiffenberg

KONZERTE

Gießen

Kim Aera 07 & Ayers

Rock

20.00 Jokus

Langgöns

Faberhaftguth & Band

20.00 Bürgerhaus

MÄRKTE/MESSEN

Gießen

Gesundheits- und

Selbsthilfetag

10.00 Kongresshalle

Buseck

Faszination Spur 1

10.00 Sammler- und

Hobbywelt

Staufenberg

Kunstkeramik- und

Töpfermarkt

11.00 Burg

SONSTIGES

Gießen

Streetart – Die Stadt

als Leinwand

Kinderatelier. Für Kids

von 11 bis 15 Jahre. Anmeldung/Info:

anmeldungmusehum@

web.de

11.00 Altes Schloss

Wortspiel

Poetry Slam Workshop

mit Lars Ruppel

12.00 Jokus

Familientag

15.30 Lokal International

Tibetischer Abend:

Eine Reise nach Ladakh

17.00 ZiBB

6 SO

AUSSTELLUNGEN

Lich

Bach und die Bibel

Ausstellung von Prof.

M. Petzold (Leipzig).

Vernissage mit Vortrag

von Christof Becker

19.00 Marienstiftskirche

Mücke

Vernissage

Im Rutschen – Werke

von Michael Rösch aus

Tonerde

14.00 Kunstturm

BÜHNE

Gießen

vorgestellt: Lulu

Einführungsmatinee in

die Oper

11.00 Stadttheater

Tinko Kindertheater:

Die kleine Seejungfrau

Für Kinder von 4 bis 11

16.00 Kleine Bühne

Arsen und Spitzenhäubchen

19.30 Stadttheater

Anna Blue – Tanzstück

20.00 TiL

Wetzlar

Schmitzpiepe

Bühnenprogramm von

Ralf Schmitz

19.00 Stadthalle

DISCO/PARTY

Gießen

Mega Zumba Party

14.00 Bürgerhaus

Wieseck

Discofoxparty

20.30 Astaire’s

FESTE/FESTIVAL

Gießen

Bahnhofsfest

150 Jahre Eisenbahn

(Strecke Gießen-Köln)

10.00 Bahnhof

Liebigs Suppenfest:

Supp’Kultur

12.00 Sudetenlandstraße

FÜHRUNGEN

Gießen

Stadtführungen

Nutz- und Kulturpflanzen

11.00 Bot. Garten

Pohlheim

Heilkräfte aus dem

Wald

Führung mit Anja

Böhme und Rainer

Alberding

14.00 Dorf-Güll

(Schießstand)

KONZERTE

Lich

Frühlingskonzert

90 Jahre Blasorchester

Eberstadt

15.00 MZH Eberstadt

MÄRKTE/MESSEN

Gießen

Antik- und Trödelmarkt

8.00 Hessenhallen

Heuchelheim

Dreimärkerfest

11.00 Gewerbegebiet

Nord

Staufenberg

Kunstkeramik- und

Töpfermarkt

11.00 Burg

SONSTIGES

Gießen

Tanzcafé

15.00 Astaire’s

Wortspiel

Poetry Slam Workshop

mit Lars Ruppel

12.00 Jokus

Workshop: Flamenco

für Kinder

www.alma-gitana.de

14.00 MuK

Grünberg

Grünberg auf der Rolle

10.00 Zentrum

VORTRÄGE

Gießen

Eine(r) liest

Mit Benjamin Maack

11.00 Marktlauben

Int. Erzählcafé

Mit Sarah Stefanos

11.00 ZiBB

7 MO

DISCO/PARTY

Gießen

Kroko Party

21.00 Hessenhallen

SONSTIGES

Gießen

Seniorennachmittag

15.00 Mathematikum

Die Kunst erfolgreich

zu kommunizieren

Anmeldung erforderlich

9.00 Jokus

Pub Quiz

21.00 Irish Pub

VORTRÄGE

Gießen

Das Fremde in mir

Constanze Ohms zu

Gewalt in homosexuellen

Beziehungen

19.15 Alte UB

8 DI

DISCO/PARTY

Gießen

Affenkammer

21.00 Monkeys

KONZERTE

Gießen

Jonah Matranga

21.00 MuK

VORTRÄGE

Gießen

»Mein innerer Weg«

Claudia Mörschel liest

aus ihrem Erzählband

19.00 Büchergilde

Gutenberg

9 MI

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

Der Untergrund lebt

21.00 Scarabée

Langgöns

Deutsch-Rock-Party

21.00 HardRock

Tablett € 34,-

Eisenstuhl

filigran € 130,-

Beistelltisch € 290,-

NEU!

Restaurant

Schlosskeller

Peter und Frank Haas GbR

Brandplatz 2 · 35390 Gießen

Telefon 0641/38306

www.schlosskeller-giessen.de

Herzlich willkommen zur großen

Verkaufs- und Informationsausstellung

für Gartenfreunde

Samstag &Sonntag

5./6. Mai 2012

Entdecken Sie vor der malerischen Kulisse

des Freilichtmuseums das beeindruckende

Angebot internationaler Spezialaussteller

Ein Paradies für alle Gartenfreunde

und Pflanzenliebhaber.

Weitere Informationen unter:

Veranstalter: Fördergesellschaft des hessischen Gartenbaus mbH

und Freilichtmuseum Hessenpark GmbH

5/2012 streifzug 27


VERANSTALTUNGEN IM MAI

Mehr Infos unter:

Mamasöhnchen:

»Ich bin endlich

unabhängig.

Danke Wohnbau!«

In Gießen zuhause.

www.wohnbau-giessen.de

www.DIVIICE.de

FÜHRUNGEN

Gießen

Das Klärwerk Gießen

Mit Ulrich Grüger

15.00 Klärwerk

SONSTIGES

Gießen

Poetry Slam

20.00 Jokus

VORTRÄGE

Gießen

Kempowski-Abend

Lesung aus der Kempowski-Chronik

mit

Fritzi Haberlandt

20.30 Ulenspiegel

10 DO

BÜHNE

Gießen

Achterbahn

20.00 TiL

DISCO/PARTY

Gießen

Salsa Night

21.00 Monkeys

Land unter:

Indiepassion

22.00 Scarabée

Langgöns

80er Rock-Party

21.00 HardRock

FÜHRUNGEN

Gießen

Das Gießener Rathaus

Mit Angelika Nailor

15.00 Rathaus

KONZERTE

Gießen

Mittagskonzert

13.00 Rathaus

SONSTIGES

Gießen

Flimmerkiste –

Der Gott des Gemetzels

20.00 Zeughaus

VORTRÄGE

Gießen

150Jahre Henriette

Fürth

15.30 Netanya-Saal

11 FR

BÜHNE

Gießen

Arsen und Spitzenhäubchen

19.30 Stadttheater

Die Wanze

20.00 TiL

Die Unterrichtsstunden

Komisches Drama von

Eugène Ionesco

22.30 Stadttheater

DISCO/PARTY

Gießen

Back to the 50’s

Boogie-Woogie-Party

20.00 MuK

Tanzparty

20.30 Astaire’s

Desaster Disco

22.00 Monkeys

Nachttierhaus

22.00 Scarabée

Mixtape

22.00 Admiral

Langgöns

Rock pur

21.00 HardRock

KONZERTE

Gießen

Trio Jamil –

Raed Khoshaba

19.00 ZiBB

Welch ein Singen

Chor- und Orchesterkonzert

19.30 Kongresshalle

Grünberg

¡Huepa! – Jazzkonzert

20.30 Zum Bahnhof

VORTRÄGE

Lauterbach

Sex & Crime

Balladenprogramm von

Michael Quast

20.00 Sparkasse

Oberhessen

12 SA

BÜHNE

Gießen

Premiere: Lulu

Oper von Alban Berg

19.30 Stadttheater

COMEDY

Matze Knop

Operation Testosteron

20.00 Kongresshalle

Enten Variationen

20.00 TiL

Mit Schirm, Charme

und Cellone

Rebecca Carrington

und Colin Brown parodieren

von Oper bis

Bollywood (Showtanz)

21.00 Astaire’s

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.00 Astaire’s

Pure Club

Mit Bingo Players, Marco

Sönke, Oli Roventa

21.00 Hessenhalle

Straight to your Ears

22.00 Scarabée

Hed Kandi

22.00 Admiral

Rock’n’Roll Queens

22.00 Monkeys

TIPP: Secret Wars-Party

Streetart-Künstler aus

Hamburg und Gießen

treten in einer 90-minütigen

Battle gegeneinander

an. Mit

schwarzem Marker

zeichnen sie auf weiße

Wände und versuchen

sich mit innovativen

Motiven, Witz und Ironie

zu übertreffen. Das

Konzept der Live Battle

kommt aus Metropolen

wie London, New York

City und Amsterdam.

Eingebunden ist das

Ganze in eine Party mit

DJ Luki & Shorty Banks

aus Hamburg.

22.00 MuK

Langgöns

Metal Master Ball Musik

21.00 HardRock

FESTE/FESTIVAL

Gießen

Stars & Vibes

Tributefestival mit den

Erztä, Valerie, Goldplay,

Elvis XP

18.00 Schiffenberg

Buseck

Frühlingsfest

14.30 Schlosspark

FLOHMÄRKTE

Buseck

Floh- und Trödelmarkt

8.00 Sammler- und

Hobbywelt

FÜHRUNGEN

Gießen

Naturschutzwanderung

Insektenhotel auf dem

Schiffenberg mit René

Kristen

16.00 Schiffenberg

KONZERTE

Gießen

Raw Metal Assault

19.00 Jokus

Max Rafferty

21.00 Ulenspiegel

Alsfeld

Liebe & Revolution

Konzertprogramm der

Neuen Philharmonie

Frankfurt von Beethoven

bis Pink Floyd

20.00 Hessenhalle

Langgöns

Fischermansfriends

Rhein-Main-Groove-

Rock-Coverband

20.00 HardRock

28 streifzug 5/2012


VERANSTALTUNGEN IM MAI

Pohlheim

Luxuslärm

20.00 Volkshalle

Watzenborn-Steinberg

MÄRKTE/MESSEN

Laubach

Mittelaltermarkt

11.00 Schlosspark

Lich

Historischer Markt

11.00 Altstadt

SONSTIGES

Gießen

Carrer-Day

10.00 Uni-Hauptgebäude

Erlebnisraum Stadt –

Parkourworkshop

11.00 Jokus

Zack! Boom! Kawumm!

Mit Roy Lichtenstein eigene

Comic-Geschichten

erstellen. Für Kinder

von 8 bis 12 Jahre.

11.00 Altes Schloss

Grünberg

Musicalabend: Tarzan

und NDW

19.15 MZHQueckborn

13 SO

BÜHNE

Gießen

Afrikanisches Puzzle

Musical für alle ab 8 J.

15.00 und 18.00 TiL

Tinko-Kindertheater:

Lucie Lauthals

16.00 Kleine Bühne

Hysterikon

19.30 Stadttheater

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

FESTE/FESTIVAL

Gießen

Straße der Experimente

10.00 Universitätsplatz

FLOHMÄRKTE

Buseck

Antik- und

Sammlermarkt

9.00 Sammler- und

Hobbywelt

FÜHRUNGEN

Gießen

Alles wieder in Butter:

Gießener Wunderjahre

Kostümführung mit

Dr. Jutta Failing und

Dagmar Titsch

15.00 Kirchenplatz

MÄRKTE/MESSEN

Buseck

Antikmarkt

9.00 Sammler- und

Hobbywelt

Laubach

Mittelaltermarkt

11.00 Schlosspark

Lich

Historischer Markt

11.00 Altstadt

Wettenberg

Artenvielfalt – Wie gesund

ist unsere Natur?

Fahrradtour zu Schutzgebieten

14.00 Forstamt

VORTRÄGE

Mücke

Erleuchtung

Lesung mit Anne

Chaplet

19.00 im aquariohm

14 MO

DISCO/PARTY

Gießen

Karaoke mit A. Pfälzer

21.00 Irish Pub

Independent tanzbar

21.30 Ulenspiegel

15 DI

DISCO/PARTY

Gießen

Affenkammer

21.00 Monkeys

VORTRÄGE

Gießen

Zum Fall des

US-Imperiums

Vortrag des Friedensund

Konfliktforschers

Johann Galtung

19.30 Mathematikum

16 MI

BÜHNE

Gießen

kostprobe: Hausrat

Tanzstück

20.00 TiL

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

Der Untergrund lebt

21.00 Scarabée

Ghettoblastin’

US HipHop der letzten

20 Jahre

22.00 MuK

Studio Party

Mit Chris Sharp und

Harry Care (vocals)

22.00 Admiral

Sound of Hessen

Mega-Event auf

2 Floors

21.00 Hessenhalle

SONSTIGES

Alsfeld

2. Alsfelder Kulturtage:

Eröffnung (bis 27. Mai.

Info: www.alsfelder-kulturtage.de)

19.30 Autohaus

Deisenroth

17 DO

BÜHNE

Gießen

Maria Tudor

19.30 Stadttheater

König Ödipus

20.00 TiL

DISCO/PARTY

Gießen

Land unter

22.00 Scarabée

FESTE/FESTIVAL

Gießen

Pestpocken-Festival

Mit Derelyction (Crust-

Gießen Asozial), Obtrusive

(Hardcore/Punk),

SS-Kaliert

(Hardcore/Punk), Restarts

(Anarchopunk)

und Aftershow-Party

mit DJs

19.30 AK44

Staufenberg

Apfelweinfest

10.00 Daubringen

FÜHRUNGEN

Gießen

Friedhof Rodtberg

Mit Dagmar Klein

17.00 Friedhofsallee

KONZERTE

Langgöns

Open Air

Mit The Oldies & Tom

Pfeiffer Band

18.30 Firma Weil

MÄRKTE/MESSEN

Grünberg

Altstadtfest

11.00 Innenstadt

Wettenberg

Krämermarkt und

Märchentag

11.00 Ortsmitte

18 FR

AUSSTELLUNGEN

Grünberg

Vernissage

Fotoausstellung mit

Heinz Gerhard Schütte

19.00 Barfüßerkloster

BÜHNE

Gießen

Arsen und Spitzenhäubchen

19.30 Stadttheater

Nordost

20.00 TiL

Die Unterrichtsstunde

22.30 Stadttheater

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

Electric Island

22.00 Monkeys

Black Beatz

22.00 Admiral

Neue Tanzkultur

Minimal, Electro, Nintendo

& more

22.00 MuK

Nachttierhaus

22.00 Scarabée

Langgöns

Rock pur

21.00 HardRock

FESTE/FESTIVAL

Gießen

Pestpocken-Festival

Mit Lesung – Best of

David Hasselhoff & Daniel

Küblböck. Ungunst

(Deutschpunk), No

White Rag (Anarcho-

Streetpunk, Modena)

Mad Pigs (Punk, Brno

CZ), Sniffing Glue (Old

school Hardcore), Riot

Brigade (Antifa! Punk!

Go!) Wolfbrigade

(Crust, Punk-Legende)

und Aftershow-Party

15.00 Jokus

FÜHRUNGEN

Gießen

Führung durch das

Mathematikum

16.00 Mathematikum

Wettenberg

Stadt- und Museumsführung

14.00 Holz- und

Technikmuseum

KONZERTE

Gießen

foyer um fünf

Operissimo mit den

Mitgliedern des Chores

des Stadttheaters

17.00 Stadttheater

Musik bei Vitos

Mathias Luh – Klavierkonzert

19.00 Vitos-Klinik

Musikalischer Sommer

Eröffnungs mit den

Lahntalern

20.00 Schiffenberg

Grünberg

Red Wings

20.30 Zum Bahnhof

Dirk Großhaus

Maler-und Lackierermeister

Geprüfter

Restaurator

im Maler- und

Lackiererhandwerk

COELAN Balkon- und Terrassenbeschichtung

Raum- und Fassadengestaltung

Qualität hat ihren Preis

Wir bieten Komplettlösungen

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• Renovierungen und

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Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

JUNI-AUSGABE

› Erscheinungstermin: 31. 5. 2012

› Anzeigenschluss: 16. 5. 2012

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VERANSTALTUNGEN IM MAI

Live-Club • Kulturkeller • Tanzbar

Seltersweg 55 · 35390 Gießen

Telefon 0641/71757

www.ulenspiegel-giessen.de

Veranstaltungen:Vorverkauf bis

zum Vorabend im Ulenspiegel

Einlass: 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn

Programm

2. 5 Mi. 20.00 Bakad Kapelye

3. 5. Do. 20.30 Philipp Bölter

4. 5. Fr. 21.30 Party tanzbar

5. 5. Sa. 21.30 Geschrammel & Geschrei Vol.I

7. 5 Mo. 21.30 Independent tanzbar

9. 5. Mi. 20.30 Fritzi Haberlandt liest Walter Kempowski

10. 5. Do. 20.30 RheinMainJazzOrchestra

11. 5. Fr. 21.30 Party tanzbar

12. 5. Sa. 21.00 Max Rafferty (Ex-»Kooks«) @ Party On The Rockx

14. 5. Mo. 21.30 Independent tanzbar

16. 5. Mi. 21.00 Eye Emma Jedi (NOR) & Kandi Kolored Tangerine

18. 5. Fr. 21.30 Party tanzbar

19. 5. Sa. 22.00 WG-Festival Abschlussparty

21. 5. Mo. 21.30 Independent tanzbar

23. 5. Mi. 20.30 Lars und Robert ihr poetisches Wohnzimmer Vol. IV

24. 5. Do. 20.30 Wolke

25. 5. Fr. 21.30 Party tanzbar

26.5. Sa. 21.30 Tanzbar Special

28.5. Mo. 21.30 Independent tanzbar

30. 5. Mi. 22.00 »Gießen kocht« After-Dinner-Party

31. 5. Do. 20.30 Just Oddo & What A Catch

Bei schönem Wetter hat der Ulenspiegel täglich außer sonntags ab 18.00 Uhr geöffnet.

Öffnungszeiten:

Mo.

Di.

Mi.

Do.

Fr.

Sa.

20.00 –3.00 Uhr

geschlossen

20.00 –1.00 Uhr

20.00 –1.00 Uhr

20.00 –3.00 Uhr

20.00 –3.00 Uhr

Fr./Sa. eine Stunde Verlängerung

möglich (Einlass bis

30 Minuten vor Betriebsende)

MÄRKTE/MESSEN

Grünberg

Altstadtfest

11.00 Innenstadt

SONSTIGES

Gießen

Int. Frauencafé

Leben in der Fremde

14.30 ZiBB

LeckerLachen –

Comedy-Dinner

19.30 Hotel Steinsgarten

19 SA

BÜHNE

Gießen

Hysterikon

19.30 Stadttheater

Amerika

20.00 TiL

TanzArt ostwest:

Dirty Cleaning

20.00 Müllers

Waschanlage

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.00 Astaire’s

Electronic Porn No. 60

22.00 MuK

Achterbahn statt

Bällchenbad

22.00 Scarabée

Die große 90er-Party

22.00 Monkeys

House at Admiral

22.00 Admiral

Langgöns

Metal Master Ball Musik

21.00 HardRock

FESTE/FESTIVAL

Gießen

Pestpocken-Festival

14.00 Jokus

Alsfeld

Alsfelder Kulturtage

Festveranstaltung

19.30 Marktplatz

FLOHMÄRKTE

Buseck

Floh- und Trödelmarkt

8.00 Sammler- und

Hobbywelt

Alsfeld

Antikmarkt

9.00 Hessenhalle

FÜHRUNGEN

Gießen

Spaziergang durch den

historischen Stadtkern

Mit Dr. Klemens Kroh

15.00 Kirchenplatz

KONZERTE

Gießen

Chicago Five

15.00 Schiffenberg

Happy Music

20.00 Schiffenberg

MÄRKTE/MESSEN

Grünberg

Altstadtfest

11.00 Innenstadt

20 SO

BÜHNE

Gießen

Spieglein, Spieglein

Kinderstück

11.00 TiL

Tinko-Kindertheater:

Rumpelstilzchen

16.00 Kleine Bühne

Pettersson & Findus –

16.00 Bürgerhaus,

Rödgen

Lulu

19.30 Stadttheater

Die fetten Jahre sind

vorbei

20.00 TiL

TanzArt ostwest:

Dirty Cleaning

20.00 Müllers

Waschanlage

DISCO/PARTY

Gießen

Discofoxparty

20.30 Astaire’s

FLOHMÄRKTE

Alsfeld

Antikmarkt

9.00 Hessenhalle

FÜHRUNGEN

Gießen

Interreligiöser

Stadtrundgang

13.00 Netanya-Saal

Kinderführung

14.00 Mathematikum

KONZERTE

Gießen

4. Kammerkonzert

11.00 Stadttheater

GosPop

20.00 Schiffenberg

Alsfeld

John-Cage-Projekt

1278 Jahre Musikgeschichte

an einem Tag

8.33 Regionalmuseum

Orchester-Sound

Titel großer

Hollywood-Filme

18.00 Marktplatz

Laubach

Eröffnung der

Mühlenkonzerte

Kammerkonzert

18.00 Hessenbrückenmühle,

Münster

MÄRKTE/MESSEN

Gießen

Briefmarken, Ansichtskarten,

Münzen

9.00 Bürgerhaus

Wieseck

Grünberg

Altstadtfest

(verkaufsoffen)

11.00 Innenstadt

SONSTIGES

Gießen

Tanzcafe

15.00 Astaire’s

Buseck

Museumstag

10.00 Sammler- und

Hobbywelt

VORTRÄGE

Gießen

Int. Erzählcafé

Mit Kemal Deniz

11.00 ZiBB

21 MO

DISCO/PARTY

Gießen

Independent tanzbar

21.30 Ulenspiegel

SONSTIGES

Gießen

Pub Quiz

21.00 Irish Pub

VORTRÄGE

Gießen

Queere Ringvorlesung

Dagmar Fink: Missverständnisse

im Kino

19.15 Alte UB

22 DI

DISCO/PARTY

Gießen

Affenkammer

21.00 Monkeys

VORTRÄGE

Gießen

Beutelspacher Sofa

Mit Prof. Rainer Danckwerts

– Ein Meister der

Didaktik

19.30 Mathematikum

23 MI

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

Prof. Dr. DJ Party

Uni-Profs als DJs

21.00 Audimax

30 streifzug 5/2012


VERANSTALTUNGEN IM MAI

La Danse Macabre

21.00 Scarabée

Langgöns

Deutsch-Rock-Party

21.00 HardRock

FÜHRUNGEN

Gießen

»Alt-Gießener«

Bierseminar

18.00 Alt-Gießen

Das Liebig-Museum

18.00 Liebig-Museum

KONZERTE

Gießen

This Town Needs Guns

21.00 MuK

VORTRÄGE

Gießen

Geld regiert die Welt –

Wer regiert das Geld?

19.30 Jokus

SONSTIGES

Gießen

Tango Argentino

20.00 Lahnterrasse,

Bootshausstraße

24 DO

BÜHNE

Gießen

Arsen und Spitzenhäubchen

19.30 Stadttheater

Premiere: TanzArt

ostwest: Hausrat

Tanzstück von Tarek

Assam

20.00 TiL

TanzArt TiL 1

22.00 TiL

DISCO/PARTY

Gießen

Salsa Night

21.00 Monkeys

Land unter:

Indiepassion

22.00 Scarabée

Langgöns

80er Rock-Party

21.00 HardRock

SONSTIGES

Gießen

Flimmerkiste

Sherlock Holmes

20.00 Zeughaus

25 FR

BÜHNE

Gießen

The Keller Theatre:

Boston Marriage

Komödie

19.30 Kleine Bühne

Cabaret

19.30 Stadttheater

TanzArt TiL 2

20.00 TiL

TanzArt TiL 3

22.00 TiL

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

Hard to Beat

22.00 MuK

Mixtape

22.00 Admiral

Nachttierhaus

22.00 Scarabée

Flescher Party Vol. 2

22.00 Monkeys

Langgöns

Rock pur

21.00 HardRock

KONZERTE

Gießen

Ann-Christine Bromm

20.00 Schiffenberg

Multikulturelles

Orchester

19.00 ZiBB

Grünberg

Peter Glessing & Band

20.30 Zum Bahnhof

26 SA

BÜHNE

Gießen

TanzArt ostwest:

Tanzgala

19.30 STadttheater

Clyde und Bonnie

20.00 TiL

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.00 Astaire’s

Jazz Your Azz

22.00 MuK

Indie Fresse Party

22.00 Monkeys

Dancing Devils

in Angels Way

22.00 Scarabée

Rhythm and House

22.00 Admiral

Langgöns

Metal Master Ball Musik

21.00 HardRock

FESTE/FESTIVAL

Hungen

Brunnenfest

13.00 Marktplatz

FLOHMÄRKTE

Buseck

Floh- und Trödelmarkt

8.00 Sammler- und

Hobbywelt

FÜHRUNGEN

Gießen

Vitos-Klinik

14.00 Vitos-Klinik

KONZERTE

Gießen

Tonart

15.00 Schiffenberg

Wünschen Sie Ihre Veranstaltung in

der Juni-Ausgabe des

streifzug

Schreiben Sie bis zum 14. Mai per

E-Mail an: streifzug@giessener-allgemeine.de

Die Auswahl obliegt der Redaktion. Für die

Richtigkeit der Angaben übernehmen wir

keine Gewähr.

Herzlich willkommen zur großen

Verkaufs- und Informationsausstellung

für Gartenfreunde

Pflanzenmarkt

im Neuen Botanischen Garten

Marburg (Uni-Lahnberge)

KONZERTE

Gießen

Wolke

Deutschsprachiger Pop

20.30 Ulenspiegel

Samstag –Montag

26.-28. Mai 2012

VORTRÄGE

Gießen

Die Legenden der

Väter

Literarische Spurensuche

mit Kolja Mensing

19.00 KiZ

Speed Dating

Leseabend mit Nagel

und Linus Volksmann

20.30 MuK

Öffnungszeiten jeweils von 10-19 Uhr

Ein Paradies für alle Gartenfreunde

und Pflanzenliebhaber.

Informationen erhalten Sie im Internet unter

www.pflanzenmaerkte-hessen.de

Veranstalter: Fördergesellschaft des hessischen Gartenbaus mbH

und Botanischer Garten Marburg

5/2012 streifzug 31


VERANSTALTUNGEN IM MAI

Jetzt für Drachenboot-Rennen anmelden

Gießener RC Hassia 1906 e.V.

AUSSCHREIBUNG für den

8. Gießener Drachenboot-Cup.

bitte ausschneiden

Gefördert

von der

s Sparkasse

Gießen

zum 8. Gießener Drachenboot-Cup

Wir möchten als Team/Firma teilnehmen:

Name des Teams

Name des Ansprechpartners

Straße/PLZ/Ort

Telefon/E-Mail

Mrs. Beasley

20.00 Schiffenberg

Jazz Jam Session

22.00 MuK

Grünberg

Open Air

Mit Daniel Vagant Trio,

Channel#4, Paul-Simpson-Projekt

und dem

Philip-Bölter-Trio

16.00 Arno Meyer’s

Scheune, Göbelnrod

Lauterbach

Giora Feidman Trio

20.00 Stadtkirche

Samstag, 18. August 2012

ab 9.00 Uhr am Bootshaus des

Gießener RC Hassia1906 e.V.

Zu finden imInternet: www.rc-hassia.de

SPORT

Gießen

Pfingstregatta

9.00 Lahnufer

VORTRÄGE

Gießen

Mathematik

bei den Bienen

Kindervorlesung

11.00 Mathematikum

27 SO

DISKO/PARTY

Mixtape

22.00 Admiral

Bitte senden Sie den ausgefüllten Coupon an:

Gießener Ruderclub Hassia 1906 e. V. ·Uferweg 14 ·35396 Gießen

E-Mail: drachenboot@rc-hassia.de ·Internet: www.rc-hassia.de

Trainingstermine auf Anfrage!

1

Training

für Drachenboot

Alle Mannschaften, die beim

Gießener Drachenboot-Cup

starten, haben die Möglichkeit

zu trainieren.

Um abzusprechen, wann eine

Trainingsstunde möglich ist,

bitte Kontakt aufnehmen.

Voraussetzung ist, dass die Teilnehmer

schwimmen können

und mindestens 16 Leute an

dem Training teilnehmen.

Natürlich können auch Mannschaften

trainieren, die nur mal

so fahren wollen.

BÜHNE

Gießen

vorgestellt:

Guglielmo Tell

11.00 Stadttheater

TanzArt ostwest:

Installation und Live-

Performance

11.00 Netanya-Saal

Lulu

19.30 Stadttheater

TanzArt TiL 4

20.00 TiL

TanzArt TiL 5

22.00 TiL

FESTE/FESTIVAL

Hungen

Brunnenfest

13.00 Marktplatz

FÜHRUNGEN

Gießen

Mathematische

Stadtführung

15.00 Mathematikum

KONZERTE

Gießen

Jazz-Big-Band

11.00 Schiffenberg

Dreiklang

15.00 Schiffenberg

Taxmen

20.00 Schiffenberg

Lich

Benefizkonzert

17.00 Kloster Arnsburg

Grünberg

Entenrennen

10.30 Brunnental

SPORT

Gießen

Pfingstregatta

9.00 Lahnufer

VORTRÄGE

Gießen

Fünf

15.00 Mathematikum

28 MO

BÜHNE

Gießen

Macbeth

19.30 Stadttheater

Acis und Galatea

20.00 TiL

DISCO/PARTY

Gießen

Karaoke mit A. Pfälzer

21.00 Irish Pub

Independent tanzbar

21.30 Ulenspiegel

KONZERTE

Gießen

Orchester Steinbach

15.00 Schiffenberg

Soundmix

20.00 Schiffenberg

SPORT

Gießen

Pfingstregatta

9.00 Lahnufer

Lollar

Wäldchestag

11.00 Grillhütte

29 DI

DISCO/PARTY

Gießen

Affenkammer

21.00 Monkeys

30 MI

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

Der Untergrund lebt

21.00 Scarabée

Langgöns

Deutsch-Rock-Party

21.00 HardRock

31 DO

BÜHNE

Gießen

Märchenherz

20.00 TiL

Die Welt ist eine

Google…

20.00 Mathematikum

DISCO/PARTY

Gießen

Land unter

22.00 Scarabée

Langgöns

80er Rock-Party

21.00 HardRock

VORTRÄGE

Gießen

Vom Glück, Bilder

sehen zu dürfen

Lichtbildervortrag von

Dr. Friedhelm Häring

15.30 Netanya-Saal

Zum Todestag von

Hans Keilson

Schauspieler Roman

Kurtz liest aus Texten

des Schriftstellers

19.00 KiZ

32 streifzug 5/2012


Fotos: Sven Stinn

Mannheimer, Türke, Metaler

Es ist der dritte Satz, den Bülent Ceylan an diesem Morgen sagt: »42000 Leute bezahlen,

um ausgerechnet einen Türken auf der Bühne zu sehen.« Damit ist eigentlich alles raus: Eine

Kurzbeschreibung der Veranstaltung sowie der Humor des Protagonisten. Am 2. Juni präsentiert

der Mannheimer mit türkischen Wurzeln sein Comedyprogramm »Wilde Kreatürken«

in der wohl randvollen Frankfurter Commerzbank-Arena.

Etwas Vergleichbares hat vor ihm hier nur

Mario Barth geschafft. In seiner Show wird

Ceylan in bewährter Manier tatsächliche und

vermeintliche Eigenheiten von Deutschen,

Türken und Mannheimern kommentieren.

An diesem Morgen geht es im ehemaligen

Waldstadion auch nach dem treffenden Satz

des Protagonisten weiter. Kurz zuvor hatte

der Comedian bereits das Posing vor dem

gepflegten Rasen hinter sich gebraucht: Die

langen Haare wurden geschüttelt, die Finger

gespreizt, die Kameras klickten. Nun sitzt

der 36-Jährige auf der kleinen Bühne des

Businesscenters im Stadion und wirkt sogar

auf jene Kollegen sympathisch, die eher starke

Vorurteile hegen gegen die Vertreter der

RTL-Comedy-Fraktion. Zu denen gehört

auch Ceylan: Sein Programm ist laut, ein

Witz jagt den nächsten.

Nun sitzt ein überraschend kleiner Mann mit

einer sanften Stimme da und zeigt ehrliche

Freude über das anstehende Großereignis.

»Ich war noch nie in der Arena. Als Mannheimer

ist das schwierig«, lächelt der ehemalige

Student der Philosophie und Politikwissenschaften

fast ein wenig schüchtern.

Comedy trifft Metal. Das ist sein Alleinstellungsmerkmal.

Er trat 2011 sogar als erster

Comedian beim sagenumwobenen Metalfestival

in Wacken auf. Ceylan, der sich früher

selbst als Sänger in mehreren Hardrockbands

versucht hat, möchte mit dieser

Verbindung nicht nur unterhalten, sondern

auch Integration betreiben. »Nicht nur für

Türken und Mannheimer, sondern auch für

Metaler.« Das klingt wie der Satz eines

Comedians, ist aber wohl gar nicht fern der

Realität: Nicht jeder, der gerne harte Musik

hört, beißt auch Tauben den Kopf ab und

Comedian Bülent Ceylan will am 2. Juni die Commerzbank-Arena füllen.

hält danach ein Verdauungsschläfchen in

einem Sarg. Ceylan zum Beispiel ist sogar

ein ausnehmend freundlicher Typ.

Am 2. Juni bilden Edguy und Gotthard das

Rahmenprogramm seiner Show. Immer wieder

erklärt der Comedian an diesem Morgen,

wie froh er sei, diese beiden Rockbands

für den Auftritt gewonnen zu haben.

So häufig beteuert er das, dass er sich dann

auch folgenden, bei näherem Hinhören

nicht ganz so netten Satz erlauben darf: »An

diesem Wochenende ist Rock am Ring. Deswegen

habe ich Metallica nicht bekommen.«

Es ist nicht böse gemeint. Alle Beteiligten

wissen das. Die Journalisten interessieren

sich ohnehin viel mehr dafür, wer nun

der charttaugliche Überraschungsgast sein

könnte, der ebenfalls für den 2. Juni angekündigt

ist. Später beim Schwatz am Buffet

Foto: fd

werden die Söhne Mannheims gehandelt,

doch Ceylan bleibt hart: »Barth hatte DJ

Bobo. Den wollte ich nicht. Mehr wird nicht

verraten.«

Eine andere Besonderheit rund um den Gig

in der Commerzbank-Arena lässt er dann

aber doch noch raus: Jeden Besucher will er

mit einem Autogramm versorgen. »Limitiert,

durchnummeriert und garantiert handsigniert«,

verspricht er. Traditionell hält

Ceylan nach seinen Shows eine Signierstunde

ab. »Aber das wäre diesmal zu chaotisch«,

erklärt er. Klingt nachvollziehbar bei

42000 Gästen. Stattdessen arbeitet er vor:

Seit Dezember unterzeichnet Ceylan jeden

Tag unzählige Autogrammkarten. Demonstrativ

schüttelt er an diesem Morgen die

Hände aus und sagt lachend: »Ich habe keinen

Praktikanten.«

Florian Dörr

5/2012 streifzug 33


AM MAIN

Die Verlockung der Schlichtheit

Geboren wurde sie in Brooklyn, doch längst hat die 33-Jährige die ganze Welt für sich entdeckt.

Die US-amerikanische Soul- und Jazzsängerin Norah Jones begeistet die Menschen

auf dem kompletten Globus. Im Sommer kommt sie mit ihrer wunderbaren Stimme für zwei

Konzerte nach Deutschland, genauer nach Hamburg und Frankfurt. In der Alten Oper stellt

die mehrfache Grammypreisträgerin am 26. Mai ihr Album »Little Broken Hearts« vor.

Norah Jones verdankt ihren weltweiten Erfolg

künstlerischer Integrität, zurückhaltender

Performance und betörenden Songs.

Gegen Marktgesetze und ohne Medienrummel

setzte sich die New Yorkerin mit

subtilen stilistischen Mitteln an die Spitze

der internationalen Charts. Seit Veröffentlichung

ihres Debütalbums »Come Away

With Me« verkaufte sie sensationelle 36

Millionen CDs. Kaum fassbare neun Grammys

sind Ausdruck der Anerkennung für

eine unkonventionelle Künstlerin, deren

feine Nuancen zwischen Jazz und Folk den

Zuhörer überwältigen. Ihre größten Erfolge

und die Songs ihres neuen Albums »Little

Broken Hearts« präsentiert Norah Jones

nun in der Frankfurter Alten Oper und am

17. Juli im Hamburger Stadtpark.

»Little Broken Hearts«, ihr fünftes Album, ist

eine Kollaboration von Norah Jones mit

dem Musiker und Produzenten Danger

Mouse. Sie enthält ausschließlich Kompositionen

beider Künstler, deren individuelle

persönliche Stile sich zu einem völlig innovativen

Sound verbinden. Norah Jones

erweist sich damit erneut als eine der verblüffendsten

Sängerinnen der letzten

Dekade.

Auf der vorherigen CD »The Fall«, die nahtlos

an die vorangegangenen Charterfolge

anknüpfte, standen musikalische Experimente

und Kooperationen mit anderen

Musikern im Vordergrund. Festzustellen

war ein stärkerer Fokus auf Rhythmus und

eine feine, natürliche Balance zwischen

Schönheit und Rauheit.

Mit dem Vorgänger »Not Too Late« hatte

Norah Jones erstmals ein komplettes Werk

selbst komponierter Songs vorgelegt. Beim

Sturz in emotionale Tiefen und beim Ausloten

eines eigenen Weges in einer komplizierter

werdenden Welt zeigte sie eine

erstaunliche Leichtigkeit.

Das zweite Album »Feels Like Home« wurde

von Produzenten-Legende Arif Mardin

betreut. Überraschend ein Duett mit

Country-Legende Dolly Parton. Diese

Country-Affinität unterstrich Norah Jones

auch durch ihre Beteiligung am Patsy-

Cline-Gedächtnis-Album »Remembering

Patsy«. Dies ist dennoch nur eine von vielen

Facetten ihres Stils, der Jazz-, Blues-,

Soul- und Pop-Zitate verwendet. Eine Vielfalt,

die zeigt, wie variabel, versiert und

Veranstaltungen in Frankfurt

Dienstag, 1. Mai

David Garrett

Der deutsch-amerikanische Star-Violinist und

Echo-Gewinner gibt sich die Ehre

➛ 18.00 Alte Oper

Mittwoch, 2. Mai

Indien

Ins Reich der Tiger und Tempel entführt

der Vortrag vom Zoologen und Tierfilmer

Dr. Fritz Jantschke

➛ 18.00 Zoo

Donnerstag, 3. Mai

Morten Harket

Die Stimme der 80er-Jahre-Größe a-ha

begibt sich auf Solo-Pfade

➛ 20.00 Jahrhunderthalle

Donnerstag, 10. Mai

Tom Liwa

Für die linke Spur war der Songwriter schon

immer zu langsam. Der Gründer der Flower-

pornoes präsentiert sein neues Album

»Goldrausch«

➛ 20.00 Das Bett

Samstag, 12. Mai

Zeit des Verschwindens

Grundlage des Stücks ist der Roman von

John von Düffel, bei dem es um die

abenteuerliche Reise ins Innenleben

zweier Menschen geht

➛ 20.00 Titania

Sonntag, 13. Mai

Spiel nicht mit den

Schmuddelkindern

Ein politisches Abendtheater als Hommage

an Franz Josef Degenhardt

➛ 20.00 Katakombe

Dienstag, 15. Mai

Jens Sparschuh

Sparschuhs Held im Roman »Im Kasten«

heißt Hannes Felix. Der Protagonist des

34 streifzug 5/2012


AM MAIN

Norah Jones

Sie hat sich 2007 als Schauspielerin versucht,

aber viel besser ist Norah Jones als Songspielfreudig

diese leidenschaftliche Interpretin

ist.

Ihr Erstling »Come Away With Me«, dieser

Glücksfall von Inspiration und Musikalität,

hatte ein unglaubliches und nachhaltiges

Echo gefunden. »Eindrucksvoll und ungewöhnlich«

urteilte damals der Spiegel,

»schlichtweg großartig« der Stern, während

Norah Jones selbst die CD als »launische

kleine Platte« bezeichnete, mit der sie einfach

Glück gehabt habe, das nicht vielen

beschieden sei. Platin für das Album, Charterfolg

für die Single »Don’t Know Why«

und ein Echo Award waren sichtbare Zeichen

der Zuneigung deutscher Fans.

Norah Jones hatte Ende der 90er als klassisch

geschulte Pianistin in den Jazz-Zirkeln

von Greenwich Village auf sich aufmerksam

gemacht. In der Band von Jazz-Ikone

Charlie Hunter und mit ihrer eigenen Formation,

zu der auch Bassist und Songwriter

Lee Alexander gehörte, unternahm sie die

nächsten behutsamen Karriereschritte. So

entstand ihr kleines Meisterwerk »Come

Away With Me«.

Aufrichtigkeit, Bescheidenheit und Können

sind die Tugenden, die die eindrucksvolle

Norah Jones offensichtlich bereits in die

Wiege gelegt bekam. Die Tochter des genialen

indischen Sitar-Virtuosen Ravi Shankar

verfügt über eine magische Bühnenpräsenz.

An ihrem glänzenden Flügel beschwört

sie harmonisch, weich, schwerelos

die Kraft der Musik, pur und ohne überflüssige

Showeffekte. Und davon können Sie

in der Alten Oper in Frankfurt Zeuge werden.

bf

Norah Jones singt am 26. Mai in der Alten Oper.

Foto: bf

Buches ist verliebt – verliebt in die

Ordnung

➛ 20.30 Romanfabrik

Samstag, 19. Mai

Ingolf Lück

Mit seinem Programm »Lück im Glück«

stellt sich der Komiker dem alltäglichen

Drama des familiären Zusammenlebens

➛ 20.00 Die Käs

Montag, 21. Mai

Mirel Wagner

Wagner heißt sie, weil ihr Großvater Deutscher

gewesen ist. Geboren wurde Mirel in

Äthiopien, aufgewachsen ist sie in Finnland.

Ihre Musik ist da klarer zu definieren:

striktes Songwriting

➛ 20.00 Brotfabrik

Dienstag, 22. Mai

Marc-Uwe Kling

Das Känguru legt sich mit dem Ministerium

für Produktivität an und gründet eine

Anti-Terrorgruppe, die Anti-Terror-Anschläge

begeht. In 3D. So verspricht es jedenfalls Autor

Marc-Uwe Kling, der dazu Gedichte singen

und Lieder erzählen will

➛ 20.00 Die Käs

Mittwoch, 23. Mai

Kidd Pivot Frankfurt RM

In diesem Tanzstück geht es nach Motiven

von Shakespeares »The Tempest« um Rache

und Vergebung, Reailtät und Imagination

➛ 20.00 Mousonturm

Ab Donnerstag, 24. Mai

Das Mädchen am Ende der Straße

Laird Koenigs zweiter Roman wurde als Bestseller

in 15 Sprachen übersetzt und 1976 mit

Jodie Foster in der Hauptrolle verfilmt

➛ 20.00 Fritz-Rémond-Theater

Samstag, 26. Mai

writerin, die sich dem Soul und Jazz verschrieben

hat

➛ 20.00 Alte Oper

Sonntag, 27. Mai

Ivy Quainoo

Die Gewinnerin der Castingshow »The Voice

of Germany« geht auf Tour

➛ 19.30 Jahrhunderthalle

Dienstag, 29. Mai

Nils Frahm

Der Berliner verwöhnt sein Publikum mit

melancholischen Refrains, intimen Passagen

und minimalistischen Improvisationen

➛ 20.00 Brotfabrik

5/2012 streifzug 35


Foto: bf

Von Marienkäfern lernen

Ein spannender Blick in die Spitzenforschung in Gießen, die der Stadt

bald ein Fraunhofer-Institut bringen könnte.

Sinnesorgane, die über mehrere Kilometer hinweg

funktionieren; die Fähigkeit, Nahrungsmittel mit körpereigener

Kraft und ohne weitere Hilfsmittel wie

einen Kühlschrank für lange Zeit zu konservieren; ein

fantastisches Immunsystem, das sogar in extremen

Lebensräumen wie Jauchegruben Überlebensfähigkeit

garantiert und noch vieles mehr – all das klingt für

uns Menschen wie Superkräfte aus einem Science-

Fiction- oder Fantasy-Comic. Für Insekten sind diese

Fähigkeiten hingegen Bestandteil des normalen Lebens.

Wäre es also nicht unglaublich praktisch, wenn

der Mensch diese Eigenschaften seiner kleinen Mitlebewesen

für sich nutzbar machen könnte?

Genau daran arbeitet seit 2009 in Gießen die durch

die LOEWE-Initiative des Landes Hessen unterstützte

Fraunhofer-Projektgruppe »Bio-Ressourcen« um Abteilungsleiter

Prof. Dr. Andreas Vilcinskas. Und das mit

so großem Erfolg, dass Gießen Standort des ersten

Fraunhofer-Instituts in Mittelhessen werden soll.

»Mein Lieblingsspruch lautet: Von Insekten lernen

heißt siegen lernen«, sagt Vilcinskas und begründet:

»Insekten sind mit 1,2 Millionen Arten die erfolgreichste

Tiergruppe auf der Erde. Ihre Diversität manifestiert

sich auf molekularer Ebene, und unser Ziel ist,

diese zum Wohle der Menschheit nutzbar zu machen.

Zum Beispiel, um neue Substanzen zu finden,

aus denen man Antibiotika gewinnen kann«, spricht

der Biologe eines der Forschungsfelder seines Projekts

an. Denn neben dem Pflanzenschutz (im Biologie-

Farbencode auch Grüne Biotechnologie genannt) und

der Industrie (Weiße Biotechnologie) gilt ein Fokus

der Medizin (Rote Biotechnologie).

Der Wissenschaftler erläutert die Vorgehensweise der

Projektgruppe am Beispiel des Asiatischen Marienkäfers

(Foto oben), der in Gießen erfolgreich erforscht

und nutzbar gemacht werden konnte. Zu Beginn

einer jeden Untersuchung steht eine These: »Der Asiatische

Marienkäfer ist eine invasive Art und breitet

sich im Gegensatz zu unserem heimischen Marienkäfer

weltweit aus – er muss also ein Top-Immunsystem

haben.« Diese Hypothese konnte eindrucksvoll bestätigt

werden. In der Hämolymphe (dem Blut) des Asiatischen

Marienkäfers konnte eine extrem starke Wirkung

gegen Bakterien nachgewiesen werden, die bei

heimischen Marienkäferarten nicht vorkommt. Die

dafür verantwortliche Substanz wurde aus dem asiatischen

Insekt isoliert, charakterisiert und synthetisch

hergestellt. Das sogenannte Harmonin zeigte im Labor

eine vielversprechende Wirkung gegen die Erreger

der Tuberkulose und der Malaria. Um aus solchen

Substanzen nun Medikamente entwickeln zu können,

ist es wichtig zu wissen, wie diese hergestellt

werden. Und deshalb erforschen die Gießener

Wissenschaftler jetzt, wie sich die Marienkäfer als


CAMPUS

»Chemiker« betätigen und solche Wirkstoffe

produzieren.

Wenn die Herstellung der Stoffe nun auch

noch zu einem reellen finanziellen Aufwand

möglich ist, kann mit der Entwicklung neuer

Medikamenten begonnen werden. Und

dank der Vernetzung unterschiedlicher Arbeitsgruppen

in Gießen sind hier gleich alle

Schritte möglich. Den Hauptsitz hat die Projektgruppe

im Technologie- und Innovationszentrum

Gießen (TIG), die Isolation der

Moleküle erfolgt per Massenspektrometrie

durch AmbiProbe bei Prof. Dr. Spengler, die

Umprogrammierung der Zellen zur Herstellung

von Wirkstoffen im Großfermenter der

TH Mittelhessen bei Prof. Dr. Czermak, um

nur einige der involvierten Teilschritte aufzulisten.

»Wenn wir eine Subs-tanz entdecken,

haben wir in Gießen die Technologie, sie in

großem Maßstab herzustellen und auf den

Markt zu bringen«, erklärt Vilcinskas. Weitere

medizinische Anwendungsziele sind beispielsweise

Lebensmittelunverträglichkeiten

wie etwa Zöliakie (Glutenunverträglichkeit):

Die Suche gilt Insekten, die sich vornehmlich

von den für die betroffenen Menschen

unverträglichen Stoffen ernähren und diese

verdauen können. Das Ziel ist in dem Fall,

das Enzym zu isolieren und für biotechnologische

Verfahren bereitzustellen, mit denen

Gluten aus Lebensmitteln entfernt werden

kann.

Außer für die Medizin verspricht die Insektenbiotechnologie

natürlich auch für andere

Bereiche großen Nutzen. Zum Beispiel in

der Industrie, um etwa die für Menschen oft

unverträglichen Konservierungsstoffe zu ersetzen.

»Im Bienenstock hat noch nie einer

einen Kühlschrank entdeckt«, weist Vilcinskas

darauf hin, dass etwa die Biene ein sehr

effektives Konservierungssystem hat, das

sich der Mensch zunutze machen könnte.

Gleiches gilt für den Totengräberkäfer, der

ganze Mäusekadaver konservieren kann, obwohl

diese um ein Vielfaches größer als er

selbst sind. »Beim Totengräberkäfer haben

wir 34 Moleküle entdeckt«, so Vilcinskas.

Des Weiteren könnte das Prinzip der feinen

Insektenantennen, die über Kilometer hinweg

funktionieren, in Zukunft etwa an Flughäfen

genutzt werden, um Sprengstoffe

oder Drogen aufzuspüren. Auch die Suche

nach Biokraftstoffen gehört zum Fokus.

»Die Grüne Biotechnologie ist leider sehr

verrufen«, weiß der Wissenschaftler, dass viele

Menschen dem pflanzlichen Einsatzbereich

noch skeptisch gegenüberstehen. Aber

diese Sorge teilt er nicht: »Die Idee ist zum

Beispiel, Pflanzen wie Raps herzustellen, die

ein Gen in Schädlingen ausschalten, ohne

Nichtzielorganismen wie Bienen zu treffen.

Und die trifft man mit Insektiziden immer.«

Um die Pflanzen gegen Schadinsekten resistent

zu machen, kommt das Verfahren RNA-

Interferenz zum Einsatz, das 2006 mit dem

Nobelpreis ausgezeichnet wurde. Ein weiteres

Projekt ist beispielsweise, eine Tabakpflanze

in die Richtung zu verändern, dass

sie im Gewächshaus kostengünstig ein

Medikament produzieren kann.

Neben diesem Nutzen für die weltweite

Wissenschaft hat die Fraunhofer-Projekt-

gruppe aber auch für Gießen als Stadt einen

hohen Wert: »Nach dem, was wir einschätzen

können, liegen wir weit über den Erwartungen.

Wir haben Pionierfunktion auf dem

Gebiet und in Europa keine Konkurrenz.

Und das Gebiet hat eine Riesenwachstumsprognose«,

erklärt der Biologe, dass derzeit

nur in asiatischen Ländern wie China, Japan

und Südkorea auf vergleichbar hohem

Niveau in der Insektenbiotechnologie geforscht

wird. Aus Gießen bzw. aus Vilcinskas’

Feder stammt sogar die Bezeichnung Gelbe

Biotechnologie, mit der die Insektenbiotechnologie

mittlerweile weltweit bezeichnet

wird. Auch das erste veröffentlichte

Buch zu diesem Thema wurde von der Gießener

Projektgruppe verfasst; inzwischen ist

es bereits unter anderem ins Japanische und

Arabische übersetzt worden.

Daraus ergibt sich natürlich auch ein wirtschaftlicher

Nutzen für Gießen. Im Gegensatz

zu unseren Nachbarstädten wie Frankfurt

und Marburg gibt es hier bisher keine

außeruniversitären Forschungseinrichtungen

wie Max-Planck- oder Helmholtz-Institute.

Das geplante Fraunhofer-Institut soll nun die

Innovations- und Wirtschaftskraft Mittelhessens

stärken und neue Arbeitsplätze schaffen.

»Das macht die Stadt als Standort für

Firmen attraktiver, die die Nähe zum Institut

suchen«, hofft Vilcinskas, der als Leiter des

neuen Fraunhofer-Instituts im Gespräch ist,

dass sich das hochangesehene Institut für

Gießen entscheidet – für die Stadt wäre das

in jedem Fall ein Gewinn.

Jan Sommerlad

Prof. Vilcinskas

und seine

Mehlwürmer

Foto: age

5/2012 streifzug 37


Foto: bf

Für die Karriereplanung

»Und was macht man später damit…?«, ist wohl eine der meistgestellten

Fragen, mit denen ein Studierender in Bezug auf sein Studium konfrontiert

wird – zumindest, wenn er nicht Medizin oder Architektur studiert. Nur zu

oft steht bei dem Befragten selbst noch ein großes Fragezeichen, schließlich

handelt es sich dabei um Entscheidungen, die das weitere Leben bestimmen

werden. Um Studierenden zu helfen, solche Fragen künftig leichter

beantworten zu können, gibt es am 12. Mai den Informationstag »Master

& Career«, der im Rahmen der Gießener Wissenschafts- und Karrieretage

im Hauptgebäude der Justus-Liebig-Universität veranstaltet wird.

Zwischen 10.30 Uhr und 17 Uhr werden in den 17

zur Verfügung gestellten Uni-Räumlichkeiten stattliche

60 Vorträge gehalten, die sich an Studierende richten.

Und zwar an all diejenigen, die in Form eines Master-

Studiums oder einer Promotion den nächsten Schritt

ihrer universitären Laufbahn planen, sowie an diejenigen,

die ihr Studium bereits berufsorientiert gestalten

und Kontakte zu Unternehmen knüpfen wollen.

Ebenso angesprochen sind Berufstätige, die sich für

ein weiterführendes Studium bzw. eine wissenschaftliche

Weiterbildung interessieren, und Absolventen,

die auf der Suche nach einer Stelle sind.

Zum vierten Mal gibt es den von der Zentralen Studienberatung

und dem Career Center organisierten

und kostenlosen Informationstag bereits, doch zum

ersten Mal ist er um die Karrieremesse erweitert und

in die Wissenschafts- und Karrieretage integriert; am

darauffolgenden Tag geht die »Straße der Experimente«

an selber Stätte weiter.

»Beim letzten Mal hatten wir etwa 800 Teilnehmer –

durch die Hinzunahme der Karrieremesse hoffen wir,

dass wir das sogar noch deutlich übertreffen«, blickt

Jens Blank vom Zentrum für fremdsprachliche und

berufsfeldorientierte Kompetenzen der Veranstaltung


positiv entgegen. Gemeinsam mit Ulrikka

Richter von der Zentralen Studienberatung

ist er der Organisator des Events. »Grundsätzlich

ist es gut, wenn sich die Leute voranmelden,

aber es kann auch so jeder kommen«,

erklärt Blank, dass auch spontan

Entschlossene willkommen sind. Wer aber

dem Veranstalter entgegenkommen und

sich voranmelden will, kann das auf der Veranstaltungs-Homepage

www.master-andcareer.de

machen, wo auch die detaillierten

Vortragsthemen mit Raum- und Zeitplan

und viele weitere Infos zu finden sind.

Eröffnet wird der Infotag um 10.30 Uhr in

der Aula des Hauptgebäudes durch die offiziellen

Begrüßungsreden der Uni-Vizepräsidentin

Prof. Dr. Burwitz-Melzer, der Stadträtin

Astrid Eibelshäuser und des Regierungspräsidenten

Dr. Lars Witteck. Danach beginnen

die thematisch zweigeteilten Vorträge –

nämlich diejenigen, die sich mit dem Master-Studium

befassen, und diejenigen, die

die Zeit nach dem Studium im Fokus haben.

Die Vorträge durch studierte Experten decken

beinahe alle Fachbereiche ab. Besondere

Schwerpunkte sind der Bereich Journalismus

mit Vertretern des Hessischen Rundfunks,

Spiegel Online und dem Radiosender

Harmony.fm; Vorträge zum Tätigkeitsfeld im

Statistischen Bundesamt und im Bundeskriminalamt

sowie zum Berufseinstieg für

Menschen mit Behinderungen.

Zudem sind auf dem Platz vor dem Hauptgebäude

die Stände der Karrieremesse aufgebaut,

wo unter anderem Fraport, Leica,

Vitos, die AOK und weitere Unternehmen

und Organisationen für die Besucher ansprechbar

sind. Ebenfalls vor dem Hauptgebäude

ist durch das Catering für das leibliche

Wohl gesorgt.

Und eine weitere Besonderheit haben sich

die Veranstalter überlegt: Wer auf Facebook

ein Fan des Career Centers wird, nimmt

automatisch an einer Verlosung für ein iPad

teil. Diese wird direkt nach der offiziellen

Begrüßung vorgenommen. Einzige Gewinnbedingung:

Der Gezogene muss persönlich

anwesend sein, ansonsten wird weitergezogen.

Der Besuch des Infotags kann sich also

gleich doppelt lohnen. Jan Sommerlad

Profs machen Mukke

Am 23. Mai steigt Prof. Dr. DJ Party im Audimax

DREI PFLICHTVER-

ANSTALTUNGEN

von der »Gießen-Seite«

www.wasmachicheigentlichhier.de

Akustische Traumreise in Retroklang

Augen zu, Ohren

auf. Was ihr seht?

Eine Wiese unter

einem Sonnenhimmel,

getaucht

in den bronzenen

Schein einer Retrokamera. Menschen, die über

das Gras springen. Pärchen, die dort liegen. Sie

zupft an ihren Haaren. Er kaut auf einem Grashalm.

Lagerfeuer, Gitarren, Traumtänzer. Wir hören

uns zurück in die frühen 70er. Lust auf solch

eine Flucht aus dem Alltag? Am 23. Mai im Irish

Pub nimmt euch die in Gießen gegründete, junge

Band »The Joy Over the Lost Penny« mit!

Baumkronen & Bembel

Alle Jahre wieder beglückt

uns dieses Fest im beschaulichen

Daubringen mitten

im Wald unter den ersten

grün leuchtenden Baumkronen.

Doch nicht nur die Wipfel strahlen,

sondern auch der güldene Saft in den berühmtberüchtigten

Ton-Bembeln. Beim Apfelweinfest

wird am 17. Mai erneut dem hessischen Gaumenschmaus

– dem Äbbelwoi – alle Ehre erwiesen.

In Strömen fließt der Trunk für Jung und

Alt aus der ganzen Umgebung. Nehmt das Rad

und begebt euch auf eine berauschende Spritztour

in die Provinz!

Studenten sind faul und wollen nur stupide

feiern? Wer weiß? Aber in Gießen feiern sie

wenigstens auch für den guten Zweck. Wie

das geht, zeigt die Benefizparty »Prof. Dr. DJ

– Eure Profs machen Musik« im »Audimax«

der JLU, bei der freiwillige Professoren-DJs

der einzelnen Fachbereiche im DJ-Battle

gegeneinander antreten. Nächster Termin ist

Mittwoch, 23. Mai, ab 21 Uhr. Der Sieger erhält

eine Spende für die Bibliothek seines

Fachbereichs. 3700 Euro sind so schon in die

Bibliotheken geflossen – zuletzt spielten die

Soziologen mit Professor Dr. Thomas Brüsemeister

und Professor Dr. Andreas Langenohl

den Titel ein, den sie nun verteidigen

müssen. Man darf gespannt sein, aus welchem

Fachbereich sich Profs bereit erklären,

gegen die Vorjahressieger anzutreten.

Die Profs werden ihren Studenten richtig

einheizen, so verschieden wie die Lehrkörper,

so individuell wird auch ihr Musikstil

sein. Wer gewinnt, entscheiden die Studenten

durch Applaus. Dabei geht es nicht nur

um den symbolischen Wanderpokal, sondern

auch um die genannte Spende für die

Fachbereichsbibliothek. Aus dem Eintrittsgeld

von 5 Euro fließt mindestens ein Euro

in den Spendentopf. »Wenn wir guten Umsatz

generieren, durchaus auch mehr«, erklärt

Organisator Benjamin Myk, der die

Partyreihe mit Frederik Möller etabliert hat.

Die Resonanz könne bei den Professoren

größer sein, sagt Myk, und ruft auf, dass für

das nächste Event Freiwillige gesucht werden,

die den Gang hinters DJ-Pult wagen.

Ab 21 Uhr findet als »Warm-up« auf dem

Professoren-Main-Floor eine Einweisung in

die Technik mit DJ Ralf Richter statt, der die

Professoren-DJs betreuen wird. Ab 22.30

Uhr treten dann die Professoren an die Turntables.

Nach Abschluss der Battles (gegen

1.30 Uhr) wird DJ Ralf Richter selbst für Stimmung

sorgen. Auf dem zweiten Floor spielt

DJ Chris Sharp. Neben Biertheken ist auch

für Longdrinks, Cocktails, eine Prosecco-Bar

und den Gießener »Goldrausch«-Schnaps

gesorgt, im Außenbereich gibt es Getränke

und Würstchen. Außerdem wird der DJ-Battle

nach draußen übertragen, sodass die

Gäste gleichzeitig Frischluft genießen und

trotzdem am Event teilhaben können.

Tickets gibt es auch im limitierten Vorverkauf

ab zwei Wochen vor der Party. Erhältlich

sind sie bei Flyerverteilern an den Tagen

vor der Feier vor den Mensa (Uni und THM),

erkennbar an gelben Warnwesten. sag

(K)ein Tag für Gesetze

Für Juristen: Zuerst könnt ihr euch informieren

über die Rechte, Pflichten, Möglichkeiten und

Dreistigkeiten des Lebens im Paragraphendschungel.

Danach dürft ihr den WiWi-Campus

mit Professoren, Kommilitonen und anderen

Feierfreudigen bespielen und den ein oder anderen

Paragraphen auch mal außer Kraft setzen.

Für Nicht-Juristen: Im Anschluss an den Infotratsch

gibt’s ein Sommerfest der Juristen. Aus Erfahrung

wissen wir, dass, wenn sie dann mal die

Wälzer beiseite legen und die Krawatte lockern,

unsere lieben Juristen doch auch feiern können.

Probiert’s aus, beim Sommerfest am 31. Mai sind

auch Zeugen gestattet!

2/2011 streifzug 39


Foto: bf

Foto:

Der Comedy-Kaiser

So richtig durch die Decke ging die Karriere von Comedian Matze Knop, als er damit begann,

Kaiser Franz Beckenbauer zu parodieren. Kein Wunder also, dass der Comedy-Kaiser

am 12. Mai in der Gießener Kongresshalle (20 Uhr) auch den Fußball-Kaiser im Gepäck hat,

wenn er sein aktuelles Bühnenprogramm »Operation Testosteron« vorstellt. Im Interview mit

dem streifzug sprach Knop zuvor über die Kunst des Parodierens, seine Fußballbegeisterung

und Supa Richie. Das Interview fand bereits nach dem 7:0 von Bayern München gegen den

FC Basel statt und Beckenbauer war natürlich noch voll des Lobes, Louis van Gaal eher nicht.

Aber das hören Sie besser im Podcast (siehe Link), den Rest lesen Sie hier…

Herr Knop, viele Ihrer Figuren sind Fußballspieler

oder Fußballtrainer. Sind das eher

dankbare »Opfer« zum Parodieren oder

sind Sie einfach nur ein großer Fußballfan?

MK: Ich bin ein großer Fan. Immer schon

gewesen. Ich bin auch immer noch Spieler,

ein echter Kreisligakicker und ich stamme

aus einer Fußballerfamilie. Mein Vater, Onkel

und Bruder sind sogar alle Trainer. Mein Bruder

besitzt sogar die A-Lizenz. Ich bin der

einzige, der kein Trainer ist, aber ich bin

Spieler und Parodist. Aber eigentlich ist das

ja Blödsinn, was ich da jetzt rede. Ich bin ja

auch Trainer. Ich bin sogar alle Trainer. Ehrlich

gesagt warte ich auf den Moment, dass endlich

mal ein Bundesligaverein auf den Trichter

kommt, mich zu verpflichten. Da muss

man dann auch nicht den Otto ausbuddeln.

Dem Verein könnten Sie zumindest

von jedem Trainer die beste Seite bieten.

Eigentlich erfolgsversprechend.

MK: Ich wollte es gerade sagen. Blöderweise

ist da noch keiner draufgekommen. Der

HSVwäre so ein Klub, die könnten das machen.

Wenn Sie auf Tour gehen, haben Sie gleich

eine ganze Menge Menschen im Gepäck.

Wie lebt es sich denn als multiple Persönlichkeit?

MK: Eigentlich ganz gut. Das Problem ist,

man hat wenig Platz im Bus. Man steigt ein

und der ist schon voll, obwohl ich ganz

allein drin sitze (lacht). Aber jetzt mal ohne

Blödsinn. Es ist schön, man kann in andere

40 streifzug 5/2012


KULTUR

Rollen schlüpfen. Auch wenn es Comedy ist,

ist es sehr reizvoll. Ich fühle in dem Moment

den Charakter der Person, die ich verkörpere.

Das macht Spaß.

Wenn Sie als Franz Beckenbauer interviewt

werden, benötigen Sie schon ein gewisses

Maß an Spontanität, um auf die Fragen antworten

zu können.

MK: Ja. Das ist immer spontan. Das meiste

fällt mir in dem Moment so ein. In meinem

Programm ist natürlich einiges überlegt,

denn es gibt Tage, an denen hat man

100000 Ideen, es gibt aber auch Tage, da

brauche ich etwas. Da ich meine Texte aber

zum großen Teil selber schreibe, fällt es mir

nicht schwer zu reagieren.

Wen bringen Sie alles mit nach Gießen?

MK: Mich selber natürlich, den Kaiser Franz,

Supa Richie auch, weil der immer noch sehr

beliebt ist, fast schon Nostalgie. Und Luca

Toni, weil die Frauen den sehr mögen.

Denen ist völlig egal, ob der noch Fußball

spielt. Ansonsten reden wir eigentlich über

alles mögliche. Jürgen Klopp und Niki Lauda

sind auch dabei. Es ist auch ein Programm

für Frauen. Es geht um Schwangerschaft,

Kinder, Urlaub. Fußball ist nur ein kleiner Teil

des Programms.

Also eher Comedy- als Fußballshow?

MK: Klar. Es ist ein vollständiges Comedyprogramm.

Es gibt viel zu lachen, wenn wir

über mein Mau-Mau-Glück, Urlaub in Griechenland

oder Spanien und Testosteron im

Allgemeinen reden. Wir sprechen auch über

Männer und klären, warum wir so sind wie

wir sind. Und, dass wir es nicht leicht haben.

Es ist für jeden etwas dabei.

Wie fing das denn damals bei Ihnen mit

dem Parodieren an?

MK: Als Jugendlicher habe ich anfangs Boris

Becker nachgemacht oder Gerd Rubenbauer.

Mein Vater war mal als Sportreporter

tätig, und ich habe für ihn im Stadion die

Ecken gezählt. Dabei habe ich Rubenbauer

für mich entdeckt. Damals habe ich aber

noch heimlich parodiert, denn ich war noch

zu schüchtern.

Was ist die Kunst des Parodierens?

MK: Man benötigt eine gute Beobachtungsgabe

und Einfühlungsvermögen. Und man

muss seinen Körper im Griff haben. Eigentlich

alles, was man auch als Schauspieler

haben muss. Zudem natürlich auch den

Comedyeffekt. Ich arbeite immer heraus,

wo die Komik der Figur eigentlich liegt. Diesen

Wesenszug muss man herausfinden und

überhöhen. Ich benötige so zwei bis sechs

Wochen, bis eine Figur steht, aber sie verändert

sich ständig weiter. Das ist wie bei

einem Facelift am Auto. Beckenbauer bekommt

mal eine neue Perücke oder eine

neue Brille, aber auch die Stimme und die

Zitate muss man ständig anpassen, denn das

verändert sich in Wirklichkeit ja auch.

Parodieren Sie auch Ihre Bekannten?

MK: Nein. Vor mir muss keiner Angst haben.

Grundsätzlich parodiere ich niemanden, den

ich privat kenne. Ich benutze auch nie etwas

aus einem persönlichen Gepräch mit einem

Prominenten, denn ich kann sowieso nur

mit Eigenschaften arbeiten, die die Zuschauer

schon kennen. Nur bei Loddar muss ich

mehr draufhauen, denn der bietet schon so

viele steile Vorlagen, über die ich noch drübergehen

muss. Die Eigenheiten müssen in

der Öffentlichkeit bekannt sein, damit sie

funktionieren.

Sind Ihnen manche Promis auch böse?

MK: Nee. Bis jetzt nicht (lacht). Sie sind alle

friedlich, wenn wir uns kennenlernen.

Im Sommer steht die EM an. Sind Sie schon

im Trainingslager?

MK: Ich bin gerade dabei mich vorzubereiten.

Entweder wird das ein Riesenfest oder

ein Reinfall. Die Gruppe ist jedenfalls nicht

gerade leicht. Ich bin aber ein Fan der Nationalmannschaft

uns sage: es klappt. Wir sind

die Besten und werden gewinnen.

In der EM-Zeit dürfte es für Sie aber auch

wieder viel zu tun geben…

MK: Mal gucken. Noch spiele ich mein altes

Programm. Mit dem bin ich auch in Gießen.

Das neue Programm kommt im Herbst,

nach der EM. Da wird es aber sicher auch

einige Kicker geben, die bei der EM im Team

waren. Ich werde auch rund um die EM ein

paar TV-Auftritte haben.

Welcher Nationalspieler wird es denn ins

Knop-Team schaffen?

MK: Gomez, Schweinsteiger oder Özil. Den

habe ich schon mal gemacht, aber das mit

seinen Augen ist sehr aufwändig. Das

Schminken dauert zwei Stunden. Deswegen

muss ich mir noch überlegen, ob ich ihn

nehme. Es kommt auch darauf an, wie er

spielt und was er mit Real Madrid reißt. Aber

nach Gießen kommt er jedenfalls nicht. Da

war ich übrigens schon mal. Mit Richie. Das

muss schon sehr lange her gewesen sein…

Marc Schäfer

Podcast:

www.giessener-allgemeine.de/streifzug/

matze-knop

Premieren im

AchterbahnTheater

4. Mai, 20 Uhr, TiL

Der Jugendclub-SPIELTRIEB widmet sich

einem gesellschaftspolitischen Thema:

Was fasziniert Jugendliche an der rechten

Szene? Suchen die Heranwachsenden

nach einer Protestbewegung, um

ihrem Ärger Luft zu machen, oder

steckt eine ideologische Überzeugung

dahinter. Eine theatrale Auseinandersetzung

mit hochaktueller Brisanz, die

Fragen aufwirft.

Lulu

12. Mai, 19.30 Uhr, Großes Haus

Wer ist Lulu? Einen Ehemann nach dem

anderen bringt sie zur Raserei. Einen

nach dem anderen treibt sie in den

Tod. Die Männer schauen ihr hinterher,

sie begehren sie – sind bereit, alles für

sie zu opfern. Wer oder was also ist

diese Lulu? Nichts anderes als ein Produkt

von Männerfantasien? Nur das,

was die Männer in ihr zu sehen glauben?

Dann gibt es Lulu gar nicht? Dann

ist sie nichts und alles – Romantik, Liebe,

Verzweiflung, Tod... Mit kompositorischem

Geschick hat Alban Berg aus

den Dramenvorlagen Wedekinds seine

Lulu destilliert – jedoch nicht vollenden

können. Dem zweiaktigen Werktorso

hat nun Dirigent Eberhard Kloke seine

Version des dritten Aktes hinzugefügt.

Die Unterrichtsstunde

11. Mai, 22.30 Uhr, Großes Haus

Eine aufgeweckte, selbstbewusste junge

Frau erscheint zu ihrer ersten privaten

Unterrichtsstunde. Ihr Professor scheint

ganz dem gängigen Berufsbild zu entsprechen

– ein Trugschluss? Jedenfalls

durchlebt die junge Frau eine Lehrstunde

der besonderen Art. Eine Lektion bis

aufs Blut – denn schließlich hat jeder

seine Leichen im Keller.

Hausrat

24. Mai, 20 Uhr, TiL

Es gibt Menschen, die wegen des sanften

Heulens eines Staubsaugers in Streit

geraten. Andere versetzt das brüllende

Surren in Entspannung. Es gibt Menschen,

die einen erbitterten Streit mit

ihrer Kaffeemaschine austragen, und

die, die von ihrer Esspressomaschine

schwärmen. Und dann gibt es die, die

Unrat mit Hausrat verwechseln. Die

Tanzcompagnie Gießen geht dem

Hausrat auf den Grund.

5/2012 streifzug 41


Foto: nob

Unser erstes Mal: Kanga

Fotos:

Mila schläft, ich schwitze

Die Musik ist laut und peppig, die Trainerin schreit ihre Anweisungen durch den Raum. »Jetzt

vier Schritte nach vorne, Bein hoch und wieder zurück.« Das alles stört Mila nicht im Geringsten.

Sie schläft. Und sie ist nicht die einzige. Fast die Hälfte der Kursteilnehmer befindet sich

nach gut 20 Minuten Bewegung im Land der Träume. Kein Wunder: Sitzen sie doch bequem

in Tragehilfen vor den Bäuchen der Mütter und werden durch den Raum geschaukelt.

Das also ist Kanga?! Die Mütter schwitzen, die Babys kommen schnarchend zum Einsatz.

Mein – nein – unser erstes Mal Kanga.

Mister Muskelkater, wo bist du nur? Dieses

Ziehen in den Oberschenkeln, die Bestätigung

des wohligen »Ich-habe-etwas-für-meinen-Körper-getan-Gefühls«

– ich vermisse

es. 15 Monate lang habe ich keine Turnschuhe

angerührt, kein Sportdress übergezogen.

Dabei bin ich mein Leben lang immer sportlich

gewesen. Doch nun hat meine Herausforderung

einen anderen Namen:

Mila. Sie ist neun Monate alt. Sport? Fehlanzeige.

Wo soll ich meine Tochter denn auch

lassen, während ich Gewichte stemme,

durch den Park renne oder in der Turnhalle

schwitze? Ein Babysitter ist nicht in Sicht, also

gibt es nur eine Lösung: Mila muss mit.

Kanga erscheint da praktisch: Dort ist die

Kleine nicht nur immer bei mir, sondern

wird auch noch in den Sportkurs integriert.

Sie ist sozusagen mein Sportgerät, sorgt für

zusätzliches Gewicht und verstärkt somit

den Trainingseffekt. Achteinhalb Kilo bedeu-

42 streifzug 5/2012


SPORTWELT

ten das in meinem Fall. Mal etwas weniger

Gewicht nehmen – das geht nicht. Im

Gegenteil: Es wird von Woche zu Woche

mehr. Ich habe aber noch Glück: Die Mutter

vor mir muss 13 Kilo tragen.

Diese Kilos merke ich gleich bei den ersten

Übungen. Auf dem Boden sitzend stemme

ich mein Kind nach links, nach rechts, dann

auf dem Rücken liegend auf den angewinkelten

Oberschenkeln nach oben und wieder

runter. Mila strahlt mich an und strampelt

vergnügt mit den Beinen. Ihr gefällt es.

Im Gegensatz zu meiner Tochter ist mir

nicht unbedingt zum Lachen zumute. Ihre

achteinhalb Kilo und meine eingerosteten

Muskeln machen sich langsam bemerkbar.

Warum Gewichte stemmen, wenn man ein

Kind hat? Denke ich und mache weiter. Also

Mila auf den Bauch und hoch in die Brücke

und wieder runter. Und hoch. Dann dürfen

die Kinder auf die Matte, wir Mütter machen

Liegestütze. Eigentlich ohne Gewichte. Doch

das lässt Mila nicht gelten, sie hängt sich an

meine Beine. Ich murre nicht, schließlich

sollen die überflüssigen Schwangerschaftspfunde

purzeln. Noch ein paar kurze Übungen,

dann beginnen die ersten Babys zu

quengeln. Zeit, sie mithilfe der Tragehilfe vor

den Bauch zu schnallen – und endlich, endlich

mit dem Hauptteil der Kangastunde zu

beginnen.

Mit meiner Tochter vorne am Bauch hängend,

hüpfe ich durch die Turnhalle. So also

muss sich eine Känguru-Mama fühlen. Nur,

dass wir noch zusätzlich Aerobicschritte machen.

Side to Side, Leg Curl, Step Touch,

Double Step Touch, Mambo, vier Schritte

nach vorne, Knee lift und zurück, Step lauten

die Anweisungen. Sicherlich nicht

schwierig, trotzdem heißt es erst einmal

durchpusten und nachdenken. Tief in meinem

Gedächtnis schlummern sie irgendwo,

diese Schritte. Doch meine Aerobic-Karriere

liegt schon eine Weile zurück und sie war

kurz, sehr kurz. Ein Blick zur Nachbarin hilft

mir aber schnell auf die Sprünge. Und auch

wenn es ab und an mal hapert, ich den

Doppelschritt vergesse, links statt rechts

starte oder bei einer anderen Übung plötzlich

alle anderen Mütter mit dem Rücken zu

mir und ich damit offensichtlich falsch stehe

– eine verzeiht mir meine Fehler auf jeden

Fall. Meine kleine Tochter. Sie bekommt von

all den Schritten nichts mehr mit, denn sie

ist, ganz entspannt von den Bewegungen,

längst eingeschlafen. Nur ich merke das Gewicht

– und die Wärme, die sie zusätzlich

ausstrahlt und mich noch mehr schwitzen

lässt. Die meisten Kinder schlafen auch

noch, als wir Mütter nach der Choreografie

an der Wand fleißig Waden- und Oberschenkelmuskeln

trainieren, uns danach den

Beckenboden vornehmen und abschließend

zusammen dehnen.

Erst als ich Mila zurück auf die Matte lege,

wacht sie auf. Wie, schon vorbei? scheint sie

sich zu fragen. Das soll er sein, der sagenumwobene

anstrengende und schweißtreibende

Sport? Sie könnte wohl den ganzen

Tag Sport treiben. Ganz anders sieht das bei

mir aus. Mich erwischt es gleich am nächsten

Tag. Doch was für ein schönes Gefühl.

Willkommen zurück in meinem Leben,

Mister Muskelkater.

Nora Brökers

»supermamafitness«: Heike Thierbach aus Lich bietet ähnliche Kurse an.

Foto: Schepp

KANGA, so heißt die Känguru-Mama

aus dem Kinderfilmklassiker »Winnie

the Pooh«. Und nach dem »Känguru-

Prinzip« funktioniert auch die gleichnamige

Sportart, denn die Mütter tragen

ihre Babys während des Workouts zum

großen Teil im Tragetuch oder der

Babytrage vor dem Bauch. Wenn sie

schwerer sind, auch auf dem Rücken.

Bei 18 Kilo ist dann aber Schluss – denn

mehr halten die Tragen (und wahrscheinlich

auch die Mütter) nicht aus.

Sechs bis zehn Wochen nach der Geburt

kann mit dem Training begonnen

werden, wenn der Gynäkologe sein

O.K. gibt.

In dem rund einstündigen Kurs werden

Flexibilität und Ausdauer des Herz-

Kreislaufsystems ebenso trainiert wie

Bauch, Rücken und Beckenbodenmuskeln.

Dazu gibt es Übungen auf der

Matte und mit Tragetuch. Aber nicht

nur für die Mütter ist es ein gutes Training,

auch die Babys profitieren: In der

Trage werde, so sagen Experten, ihr

Gleichgewichtssystem und die sensorische

Wahrnehmung stimuliert, zudem

genießen sie den engen Körperkontakt

zur Mutter und die Bewegungen – Dinge,

die sie bereits aus der Umgebung

im Mutterleib kennen. Kanga hat die

dreifache Mutter und Fitnesstrainerin

Nicole Pascher aus Wien erfunden. Das

Sportprogramm mit Kind kann man in

der danceart-Schule Marburg testen.

Infos unter www.kangatraining.at.

* * *

In Gießen und Lich bietet Heike Thierbach

ihre selbst entwickelten »Mama-

Baby-Kurse« an. Ihr Training mit Tragehilfe

heißt »BauchBeutelPo«. »Mein

Sohn hat mir keinen Freiraum für Sport

gelassen, da habe ich meine Aerobic-

Schritte einfach mit ihm im Tuch ausprobiert

– und es hat funktioniert«, sagt

die ausgebildete Trainerin, die gemeinsam

mit Sportwissenschaftlern und

Hebammen ein spezielles Programm

für Mutter und Kind entwickelte. Ihr

Kurs beinhaltet u.a. auch Pilates-Elemente.

Außerdem bietet die Licherin

u.a. Fitnesskurse mit Kinderwagen

(Foto) unter dem Titel »BauchBuggyGo«

an. Diese finden am Schwanenteich in

Gießen statt. Bei Thierbach können

werdende Mütter auch während der

Schwangerschaft einsteigen. Diese Kurse

nennen sich bei ihr »HappyBauch«.

Weitere Informationen, Preise und Termine

von Thierbach finden sich unter

www.supermamafitness.de. nob

5/2012 streifzug 43


WEIN DES MONATS

Spargeltyp

Ran an den Spargel, fertig, los!

Geht Ihnen das auch so? Jedes

Ran Jahr an mitden demSpargel, Schälmesser fertig, in los!

Geht der Hand Ihnen dieses das auch Warten so? auf Jedes

Jahr die ersten mit dem quietschfidelen

Schälmesser in

der Stangen. HandJetzt dieses aber Warten her damit auf

die understen ab zumquietschfidelen

Garen in den

Stangen. Spargeltopf. Jetzt Dazu aber

her Parmaschinken,

damit und ab

zum gekochte GarenKartof-

feln und Spargeltopf. reich-

in

den

Dazu lich Sauce Parmaschinkenlandaise

oder

hol-

gekochte zerlassene Butter.

Wegenund

der

Kartoffeln

reichlich Kalorien. Sauce Und

hollandaise welcher Wein? oder

zerlassene Na klar: einButter.

Sauvignon

Blanc. derDamit

Kalorien.

Weinautor Manfred Merz

Wegen

Und spülen welcher Sie denWein? Winter Na

klar: runter einund Sauvignon heißen den blanc.

Damit Frühlingspülen willkommen. Sie den

Winter runter und heißen

den Frühling willkommen.

Zum frischen Spargel mundet wie kein

Zweiter der kecke Montana Brancott

Estate Sauvignon blanc, Jahrgang 2010. Die

Sauvignon-Traube bevorzugt kühle Klimazonen

– die Neuseeländer haben’s einfach

drauf dank Wind und Wetter.

Im Glas strohgelb mit grünen Reflexen; in

der Nase typischer Duft nach Stachelbee-

Montana Brancott Estate Sauvignon

blanc, Neuseeland, Jahrgang 2010, 12,5

Prozent Alkohol, knapp 8 Euro; Bezug

über die heimischen Supermärkte oder

den Fachhandel.

ren und Holunder; am Gaumen frisch und

exotisch-fruchtig mit einer betörenden

Stachelbeere-Maracuja-Grapefruit-Assemblage,

guter Würze und kitzelnder Säure,

die elegant ins taffe Finale hinüberführt.

Wäre alles so

eindeutig wie

dieser Sauvignon

blanc –

die Welt erstrahlte

als Ort

des friedlichen

Genusses.

Gäb’s da nicht

die Qual der

Spargelwahl.

Dicke Stangen?

Dünne Stangen? Krumme Stangen? Oder

die wie mit dem Lineal gezogenen?

Wegen des Preises lieber Spargelbruch

ohne Köpfe? Wo gibt’s den leckersten

Spargel? Im Supermarkt oder am Stand

des heimischen Bauern? Und welche Kartoffeln?

Die festkochenden? Die mehligen?

Will einer gebratene? Fragen über Fragen.

Gut, dass ich nur der Weintester bin.

Schreiben Sie an Manfred Merz:

vinothek@mdv-online.de

DIE MUSIK

ZUM WEIN

Wir brauchen Platz für

Lagerräumung:

unsere Sommerweine

2+1-Aktion am Fr. und Sa., dem 4. und 5. Mai 2012

Obwohl Sauvignon blanc ein eher lauter Wein ist, müssen dazu keine Fußballschlachtgesänge

auf den Plattenteller. Auch der Spargel will sein Recht.

Folglich sollte der Sound eine gewisse Milde transportieren. Wie wär’s mit

»Sitting on the dock of the bay«. Melancholiker wählen das Original von Otis

Redding. Freunde des Mainstreams die Version von Michael Bolton. Beiden

ist eines gemein: »Sittin’ in the mornin’ sun« sollte ab heute wieder möglich

sein.

mm

44 streifzug 5/2012


SPERRSITZ

Kinostart: 24. Mai

Die coolsten und bestgekleideten Agenten

des Universums blitzdingsen wieder: Will

Smith und Tommy Lee Jones kehren im

dritten Teil der kultigen Sci-Fi-Action-Komödie

»Men in Black 3« gewohnt lässig als

J und K zurück. Diesmal sogar in 3D. Ebenfalls

dabei sind Josh Brolin, Emma Thompson

und Nicole Scherzinger.

Im dritten Teil kommen die Agenten J (Will

Smith) und K (Tommy Lee Jones) gerade

noch rechtzeitig zurück. Denn in den 15

Jahren, die J bereits bei den Men in Black

war, hat er zwar schon so einige unerklärliche

Dinge gesehen, aber nichts, nicht einmal

die Aliens, macht ihn regelmäßig so

perplex wie sein ironischer und wortkarger

Partner. Doch als Ks Leben und das Schicksal

des ganzen Planeten auf dem Spiel stehen,

muss Agent J eine Zeitreise in die Vergangenheit

unternehmen, um alles wieder

einzurenken.

Dabei findet J heraus, dass es im Universum

Geheimnisse gibt, in die K ihn nie eingeweiht

hat – Geheimnisse, die sich ihm

offenbaren, als er sich mit dem jungen

Agenten K (Josh Brolin) zusammentut, um

das Leben seines Partners, die Agentur und

die Zukunft der ganzen Menschheit zu retten.

Barry Sonnenfeld führte Regie. Das Drehbuch

stammt von Etan Cohen, basierend

auf dem Malibu Comic von Lowell Cunningham.

Walter F. Parkes und Laurie Mac-

Donald fungieren als Produzenten, Steven

Spielberg und G. Mac Brown als Executive

Producers.

GEWINNSPIEL

Der streifzug verlost mit den Gießener

Kinos 3x2 Tickets für die erste Vorstellung

des Films »Men in Black 3« am 24.

Mai. Wer den Film sehen möchte, sollte

bis zum 16. Mai eine Karte mit dem

Kennwort »Kino« an streifzug, Marburger

Straße 20, 35390 Gießen, oder eine

Mail an streifzug@giessenerallgemeine.de

senden.

5/2012 streifzug 45


SPERRSITZ

Neu

im Kino

Gießen

Kinocenter Gießen

Bahnhofstraße 34, Telefon 0641/72108

Heli

Frankfurter Straße 34, Telefon 0641/74511

Roxy

Ludwigsplatz 4, Telefon 0641/32547

www.die-giessener-kinos.de

Kommunales Kino JOKUS

Ostanlage 25 a, Telefon 0641/306-2495

Grünberg

Bismarckstraße 10, Telefon 06401/6869

Lich

Kino »Traumstern«

Gießener Straße 15, Telefon 06404/3810

Weitere Kino-Tipps

finden Sie täglich in der Gießener Allgemeine

Zeitung oder auf unserer Internetseite unter

www.giessener-allgemeine.de/kino.

präsentieren

50/50

Freunde fürs (Über)Leben

Adam ist gerade einmal 27

Jahre alt, als er von seinem

Arzt die vernichtende Diagnose

Krebs erhält. Sofort

teilt er die traurige Nachricht

seiner neuen Freundin

Rachael, seinem besten Freund Kyle

und seiner Mutter mit, die gerade selbst alle

Hände voll zu tun hat mit der Alzheimer-

Krankheit ihres Mannes. Jeder von ihnen

hat seine eigene Art, mit der harten Wirklichkeit

und der bevorstehenden Chemotherapie

klarzukommen. Doch sie lassen

sich nicht unterkriegen.

Darsteller: Joseph Gordon-Levitt, Seth

Rogen, Anna Kendrick

Start: 3. Mai

★★★✩

Wir kaufen einen Zoo

Bestsellerverfilmung

Nach dem Tod seiner Frau

wagt Benjamin Mee einen

Neuanfang, stürzt sich mit

seinen zwei Kindern in ein

großes Abenteuer.Mit dem

Kauf eines geschlossenen

Zoos in Kalifornien übernimmt der Journalist

auch die Verantwortung für die Tiere.

Um nicht ruiniert zu werden, muss Mee

schnellstens wieder öffnen. Ein Wunder ist

also nötig – für Mees traumatisierte Familie

wie auch die Tiere. Tierpflegerin Kelly bleibt

skeptisch, doch mit ihrem kleinen Team

versucht auch sie, es möglich zu machen.

Darsteller: Matt Damon, Scarlett Johansson,

Thomas Haden Church

Start: 3. Mai

★★★✩

The Cold Light of Day

Intensiver Actionthriller

Als Will Shaw in Spanien

zu einem kurzen Segelurlaub

mit seiner Familie eintrifft,

ahnt er nicht, welcher

Sturm in dieser Woche

aufziehen wird. Die Spannungen

mit seinem Vater hat er erwartet,

aber die Entführung der Familie, die spurlos

von ihrer Yacht verschwindet, trifft ihn wie

ein Blitz, setzt ihn unter Strom. Um seine

Familie zu retten, muss er unter enormem

Zeitdruck den geheimnisvollen Aktenkoffer

aufspüren, für den nicht nur die Entführer

bereit sind alle Grenzen zu überschreiten.

Darsteller: Henry Cavill, Sigourney Weaver,

Bruce Willis, Verónica Echegui

Start: 3. Mai

★★✩✩

Väter und andere

Katastrophen

Leichtfüßige Komödie

Die junge Frau möchte mit

ihrem Traummann eine

perfekte Hochzeit feiern.

Was fehlt: der Brautvater.

Statt des dafür engagierten

Mimen stehen plötzlich zwei Herren bereit:

Der Gatte ihrer verstorbenen Mutter, der

sie großgezogen hat, und ein steifer Großindustrieller,

der sich als ihr leiblicher Vater

entpuppt. Nur entsprechen beide nicht

dem Verlobten aufgetischten Märchen vom

treusorgenden Papa. Die Katastrophen lassen

nicht lange auf sich warten.

Darsteller: Gérard Jugnot, Jamie Bamber,

François Berléand, Olivia Ruiz

Start: 3. Mai

★★✩✩

LOL –Laughing Out Loud

Mittwoch, 30.05.2012

um 20:30 Uhr

Eintritt inklusive einem Glas Prosecco!

Männer sind herzlich willkommen!

Kinocenter •Bahnhofstraße 34 •35390 Gießen

Roxy •Ludwigsplatz 4•35390 Gießen

Heli •Frankfurterstraße 34 •35390 Gießen

Mehr Infos im Kino und unter www.die-giessener-kinos.de

21 Jump Street

Überdreht und ironisch

Sie haben ihre Ausbildung

gerade abgeschlossen und

sind bereit für die ersten

harten Fälle. Da wird den

Cops Jenko und Schmidt

eröffnet, dass sie wieder

die Schulbank drücken dürfen – und zwar

als Undercover-Ermittler. Schon bald muss

das ungleiche Duo feststellen, dass es in

der 21 Jump Street alles andere als harmlos

zugeht. Und so finden die beiden sich nicht

nur inmitten von pubertären Teenie-Wirrungen,

sondern auch in kriminellen Machenschaften

wieder.

Darsteller: Jonah Hill, Channing Tatum,

Brie Larson, Dave Franco

Start: 10. Mai

★★★✩

Dark Shadows

Märchenhaft-skurriler Film

Nachdem eine Hexe Barnabas

mit einem Fluch belegt

hat, verbringt er 200

Jahre in einem Sarg, bis er

mitten in den 70er Jahren

aus seiner Gefangenschaft

befreit wird und als Vampir erwacht. Er

staunt nicht schlecht, wie seine Umgebung

sich verändert hat, vor allem aber über seine

neuen Mitbewohner: Barnabas ist in

einer Chaos-Familie samt pubertierendem

Teenager gelandet. Gerade als er dabei ist,

sich in der neuen Welt zu akklimatisieren,

taucht die böse Hexe von einst wieder auf.

Darsteller: Johnny Depp, Michelle Pfeiffer,

Eva Green, Jonny Lee Miller

Start: 10. Mai

★★★✩

46 streifzug 5/2012


SPERRSITZ

Das Hochzeitsvideo

Turbulent und kurzweilig

Eigentlich steht der Traumhochzeit

nichts im Weg –

Pia und Sebastian sind verliebt,

das Ambiente im noblen

Schlosshotel passt,

die Stimmung unter den

Gästen könnte nicht besser sein. Sebastians

Freund Daniel soll den großen Tag mittels

Digicam festhalten. Doch was so rosig beginnt,

läuft aus dem Ruder. Zu viel Alkohol,

eine Stripperin, ein verschlafener Standesamttermin,

verlorene Eheringe… nicht zu

vergessen Pias Ex, der unerwartet auftaucht

– der Pornodarsteller »Carlos, die Keule«.

Darsteller: Lisa Bitter, Marian Kindermann,

Martin Aselmann, Lucie Heinze

Start: 10. Mai

★★✩✩

Lachsfischen im Jemen

Skurrile Tragikomödie

Dr. Alfred Jones, eine internationale

Größe in Sachen

Fischzucht, wird von Harriet

Chetwode-Talbot mit

einem abstrusen Angebot

konfrontiert: Ihr Auftraggeber,

ein jemenitischer Scheich, möchte in

seinem Wüstenstaat Lachse ansiedeln. Geld

spielt dabei keine Rolle. Jones lässt sich ob

des hartnäckigen Charmes von Ms. Chetwode-Talbot

auf das Abenteuer ein. Und

die britische Regierung erkennt in diesem

verwegenen Projekt die Möglichkeit, ihr angeschlagenes

Nahost-Image aufzupolieren.

Darsteller: Ewan McGregor, Emily Blunt,

Kristin Scott Thomas

Start: 17. Mai

★★✩✩

The Yellow Sea

Hochspannender Thriller

Gu-Nam schlägt sich als

Taxifahrer in der Grenzregion

von China zu Korea

und Russland durch. Um

seiner Frau die Ausreise

und Arbeit in Südkorea zu

ermöglichen, stürzt er sich in Schulden, die

er nicht zurückzahlen kann. Der Kontakt zu

seiner Frau ist abgebrochen. Um die Schulden

zu begleichen und nach seiner Frau suchen

zu können, erklärt er sich bereit, in

Südkorea einen Unbekannten zu töten. Vor

Ort muss er feststellen, dass er nicht als Einziger

für den Job angeheuert wurde.

Darsteller: Kim Yun-seok, Ha Jung-woo,

Jo Seong-Ha, Tak Sung-eun

Start: 24. Mai

★★✩✩

Lockout

Eine echte Herausforderung

CIA-Agent Snow hat keine

Wahl: Will er nicht für

einen Mord, den er nicht

begangen hat, einsitzen,

muss er ein Himmelfahrtskommando

annehmen.

Nach blutiger Revolte ist ein um die Erde

kreisendes Hightech-Gefängnis in der Gewalt

von 500 Schwerstverbrechern und damit

die Tochter des Präsidenten, die dort

menschenverachtende Experimente untersucht,

in Lebensgefahr. Im Alleingang soll

Snow die selbstbewusste Politikertochter in

Sicherheit bringen.

Darsteller: Guy Pearce, Maggie Grace,

Peter Stormare, Joseph Gilgun

Start: 10. Mai

★★✩✩

Der Diktator

Komödie – Politisch völlig

unkorrekt

Der machtbesessene Diktator

will die drohende Säkularisierung

seines unterdrückten

Volkes um jeden

Preis verhindern. Um sein

verdächtiges nukleares Atomprogramm zu

rechtfertigen, reist Admiral General Aladeen

nach New York, um einen Vortrag zu halten.

Zu seinem Entsetzen wird der Despot

jedoch vor seinem Auftritt gekidnappt und

durch ein harmloses Double ersetzt. Rücksichtslos

lassen die Entführer den Diktator

auf den Straßen New Yorks zurück.

Darsteller: Sacha Baron Cohen, Anna Faris,

Ben Kingsley, Megan Fox

Start: 17. Mai

★★★✩

Bad Sitter

Derber Humor

Noah ist ein fauler, verantwortungsloser

Student, der

die Ferien gezwungenermaßen

in seinem Elternhaus

verbringen muss. Seine

Mutter überredet ihn

dazu, sich als Babysitter der Nachbarskinder

etwas hinzuzuverdienen. Was ihm sodann

vorgesetzt wird, sind drei Satansbraten, die

es faustdick hinter den Ohren haben. Doch

was noch einigermaßen harmlos beginnt,

endet in einer katastrophalen Nacht, einschließlich

Drogendealern, Waffen und jeder

Menge Obszönitäten.

Darsteller: Jonah Hill, Max Records, Ari

Graynor, J. B. Smoove

Start: 31. Mai

★✩✩✩

Our Idiot Brother

Ein liebenswerter Loser

Ned ist grundanständig,

aber als Mittdreißiger, ohne

richtigen Job und Verantwortung,

ein Kind geblieben.

Unbeirrt glaubt er

an das Gute und die Leichtigkeit

des Lebens, selbst dann noch, als er

wegen Marihuanaverkaufs ein paar Monate

in den Knast wandert. Nach seiner Entlassung

wohnt er bei jeder seiner drei Schwestern,

die ihn lieben, aber nicht respektieren.

Bis er durch seine Art, die höchste Toleranz

erfordert, erst ihr Leben verkompliziert,

dann aber verändert und verbessert.

Darsteller: Paul Rudd, Elizabeth Banks, Zooey

Deschanel, Emily Mortimer

Start: 17. Mai

★★✩✩

Janosch

Komm, wir finden einen

Schatz!

Tiger und Bär ziehen beim

Angeln statt eines Fischs

eine Schatzkarte an Land.

Im Streit mit Kurt wird sie

jedoch auseinandergerissen.

Die eine Hälfte der Karte flattert Detektiv

Gokatz in die Hand, der das Papier

an den einsamen kleinen Hasen Jochen

Gummibär weitergibt. Gokatz behauptet

einfach, dass Jochen damit Freunde findet,

was er tatsächlich auch tut. Denn er trifft

auf Tiger und Bär. Und gemeinsam machen

sie sich auf die Suche nach dem Schatz –

verfolgt von Gokatz und Kurt, die ihrerseits

hinter dem Schatz her sind.

Start:

24. Mai

★★✩✩

Safe – Todsicher

Knallharter Actionreißer

Beide glauben sie, von

allen verlassen worden zu

sein. Mei, die von den Triaden

entführte, wegen ihres

Supergedächtnisses als

lebender Speicher eingesetzte

zehnjährige Chinesin, wie auch Martial-Arts-Fighter

Luke, der sich für die Ermordung

seiner Frau verantwortlich fühlt. Als

Mei ihren Entführern entkommen und in

einen New Yorker U-Bahnhof flüchten kann,

wird sie von Luke entdeckt und fortan mit

Härte und Entschlossenheit vor russischen

und chinesischen Gangstern beschützt.

Darsteller: Jason Statham, Chris Sarandon,

James Hong, Robert John Burke

Start: 31. Mai

★★✩✩

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