Download - Gießener Allgemeine

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Sonderveröffentlichung

3. November 2012

Medien

(er)leben

Unser Verlagshaus stellt sich vor


2 Der Verlag

Leitwort der Verlegerfamilie, Editorial und Grußwort des Ministerpräsidenten

Inhalt:

Der Verlag

Die Anfänge waren klein

Das Verlagshaus in Gießen

Unser Verbreitungsgebiet

Zu Hause und in der Welt

2–12

Grußworte

Firmenchronik

Druck und Versand

Der Bau

Die neuen Anlage

Die Drucker

Die Versandmitarbeiter

Die Kommunikationsräume13–24

Die Redaktion

Interview mit Dr. C.Rempel

Chefredaktion

Mantel und Sport

Redaktion Stadt Gießen

Redaktion Kreis Gießen

WZ-Redaktion Bad Nauheim

WZ-Redaktion Bad Vilbel

Redaktion Alsfeld

25–36

Korrektorat

Sekretariate

Neue Medien

Satz/Grafik

Internet/E-Paper/Archiv

Ein Tag mit Racker

Die Gestalter

Leitstand und Setzer

37–48

Anwenderunterstützung

Technische EDV

Chefetage, Anzeigen,

Vertrieb, Verwaltung

Geschäftsführer

Abteilungsleiter

Anzeigenaußendienst

Chefsekretariate

Anzeigeninnendienst

Vertrieb

Personalabteilung

Buchhaltung

Geschäftsstellen

Auszubildende

Betriebstechnik

49–60

Hausverwaltung

Betriebsrat

Rot, Schwarz und Weiß –das sind die Leitfarben unserer Zeitungen. Sozeigt sich bald auch die neue Fassade unserer

Unabhängige Zeitungen waren

In der Mittelhessischen Druck- und Verlagsgesellschaft mbH trägt die dritte Generation

Die Bedeutung einer unabhängigen

Presse offenbart sich vor allem dann,

wenn siefehlt.Als mein Großvater vor

etwas mehr als 64 Jahren die Leitung

der Mittelhessischen Druck- und Verlagsgesellschaft

(damals noch »Verlag

Auf einem Trümmergelände

entstand ein

kleiner Zeitungsverlag

Gießener Freie Presse«) übernahm, lag

DeutschlandinSchuttund Asche.Auf

dem Trümmergelände der Marburger

Straße 20 in Gießen entstand in harter

Arbeit ein kleiner Zeitungsverlag. Papier

war damals Mangelware –wie eigentlich

alles injener Zeit. Alles außer

der Begeisterung der Mitarbeiter,

Deutschland wiederaufbauen zukönnen

und die Chance zuerhalten, die

junge Demokratie zu fördern und zu

prägen.Nie wieder darf es in Deutschland

möglich sein, die Bürger mittels

einer gleichgeschalteten und als Propagandainstrument

missbrauchten

Presse so zu manipulieren, wie es

während der Zeit des Nationalsozialismus

und inder DDR geschehen ist.

Dafür war und ist eine unabhängige

Medienlandschaft unerlässlich.

Der Kalte Krieg war in vollem Gange,

als mein Vater vor mehr als 37 Jahren

in dieses Unternehmen eintrat, dieGesellschaft

hochpolitisiert. Seitdem hat

sich viel verändert. Deutschland ist

seit mittlerweile mehr als 20 Jahren geeint.Selbstden

Euro gibt es schonüber

zehnJahre.Aberdie Probleme in Griechenland

und anderen Teilen Europas

verdeutlichen, wie schnell sich die

Lage ändern kann. Viele in unserem

Land scheinen Demokratie, Frieden

und Wohlstand für etwas Selbstverständliches

zuhalten. Es ist von Poli-

Wettbewerbssituation

hat sich

dramatisch verändert

tikverdrossenheit die Rede, davon

dass »die ja eh machen, was sie wollen«.

Ich halte solche Aussagen für gefährlich.

Für Menschen in Russland,

Iran aber auch Griechenland müssen

sie wie Spott klingen.

Auch Medienverlage haben ihre Stellung

in der Gesellschaft lange Zeit für

selbstverständlich gehalten. Nun befindet

sich die Branche ineinem großen

Umbruch. Durch den technischen

Fortschritt hat sich die Wettbewerbssituation

innerhalb weniger Jahre dramatisch

verändert. Plötzlich konkurriert

man als regionales Unternehmen

mit weltweit operierenden Konzernen

wie Google, Facebook oder auch der

Zeitung heute

und morgen

Alltag in der Redaktion

Die freien Mitarbeiter

Was Leser wünschen

Auswertung Gewinnspiel

Auslandskorrespondenten

Unser Polizeireporter

61–72

Auf Tour mit Austrägern

Wir laden Sie ein

Dr. Max Rempel (l.) und sein Bruder Dr. Jan Eric Rempel haben im Verlag die Verantwortung übernommen.

Beide glauben an die Zukunft der Zeitung und haben deshalb stark in eine neue Technik investiert.


Sonderveröffentlichung

3

3. November 2012

Firmengebäude, wenn man vom Kennedyplatz kommend auf der Marburger Straße stadtauswärts unterwegs ist.

und sind unerlässlich

der Familie Rempel die Verantwortung –»Wir glauben an die Zukunft der Zeitung«

Deutschen Telekom –sowohl umAnzeigenerlöse,

aber auch umdie Aufmerksamkeit

der Leser. Viele Menschen

beschwören deshalb den

Niedergang der Zeitung.

Wir aber glauben an die Zukunft der

Zeitung –sowohl ingedruckter als

auch elektronischer Form. Unsere

Grundaufgabe hat sich in all den Jahren

nicht geändert. Noch immer gilt

es, die Bürger mit unabhängigen Informationen

zu versorgen, komplexe

Themen zu erklären und einzuordnen

sowie als kritischer Beobachter

Wir sind stolz darauf,

die Familientradition

weiterführen zu dürfen

Missständeinder Gesellschaft aufzudecken.

Diesen Herausforderungen

stellen sich seit geraumer Zeit mein

Bruder und ich. Die dritte Generation

Rempel.Esmacht unsstolz,die Familientradition

weiterführen zu dürfen.

Wir sind uns der Verantwortung gegenüber

unseren Mitarbeitern und

denMenscheninder Region bewusst.

Deshalbhaben wirinden letztenJahren

stark investiert und modernisiert

–vor allemdurch denKaufder neuen

Druckmaschine und der Versandanlage.

Wir arbeiten hart und mit viel

Freude daran, das Unternehmen für

die Zukunft aufzustellen und Arbeitsplätze

inder Region zu sichern.

Vorallem aber: umIhnen, liebe Leserinnen

und Leser, ein gutes Produkt

zu liefern.

Dr. Max Rempel

Geschäftsführer

Weg für Zukunft geebnet

Mit ihren Investitionen indie Verfahren der

Zeitungsherstellung zeigt die Mittelhessische

Druck- und Verlagsgesellschaft, dass sie der

gedruckten Zeitung den Weg indie Zukunft

ebnen will. Denn Zeitungen wie die »Gießener

Allgemeine« oder die zahlreichen weiteren

Regionalzeitungen unseres Landes beschreiben

das tägliche Geschehen umfassend, sie

beleuchten die nationale und die internationale

Ebene ebenso wie das lokale Geschehen.

Gerade die lokale Berichterstattung über das

unmittelbare Lebensumfeld der Menschen ist

eine der Stärken dieser Zeitungen.

Verlage müssen wie Unternehmen anderer

Branchen auch auf neue Herausforderungen

reagieren und den Fortschritt etwa im Bereich

der Technik begleiten, wenn sie ihre Stellung im

Markt bewahren oder ausbauen wollen. Doch

Verlage sind nicht nur ein Teil des wirtschaftlichen

Lebens, sie sind auch ein Teil des Fundaments

unserer demokratischen Gesellschaft.

Wer ein Zeitungshaus stärkt und für die Zukunft

rüstet, stärkt damit auch die Demokratie.

Ich danke allen, die für die Mittelhessische

Druck- und Verlagsgesellschaft tätig sind, für

ihre Leistungen und wünsche Ihnen für die

Zukunft alles Gute. Den Leserinnen und Lesern

dieser Beilage gelten meine herzlichen Grüße.

Volker Bouffier

Hessischer Ministerpräsident

Nah amZiel

Die Baumaßnahmen sind weitgehend abgeschlossen –Der Verlag stellt sich vor

Liebe Leserinnen und Leser, vor rund

drei Monaten haben wir in einer

Sonderveröffentlichung unsere neue

Druck- und Versandhalle sowie die

Erweiterung unseres Online-Angebotes

vorgestellt. Die Neu- und Umbaumaßnahmenwaren

damals noch nicht

abgeschlossen. Nun aber sind wir

ganz nah am Ziel. Druckmaschine

und Versandanlage funktionieren so,

wie wir es uns gewünscht haben. Unsere

Zeitungist farbiger geworden,die

Druckqualität deutlich besser als mit

der alten Rotation.

Genutzt werden können nun auch die

Funktionsräume im neuen Betriebsteil:

Der Besucher- und der Vorführraum

sind möbliert, das Besprechungszimmer

auch. Die ersten Gäste

haben die funktionellen, optisch bewusst

schlicht gehaltenen Räume

schon gewürdigt.

DiealteRotation–ein Koloss ausStahl

–wurde mittlerweile abgebaut. Inder

großen, noch leeren Halle werden wir

bald unseren Papiervorrat für die

Druckmaschine lagern können. Hier

und damuss noch ein bisschen Farbe

aufgebracht werden, aber der neue

Bereich ist schön geworden. Im kommenden

Jahr werden wir amSamstag,

25. Mai, einen »Tag der offenen Tür«

veranstalten, zudem wir schon jetzt

einladen.

Mit dieser zweiten Sonderausgabe

wollen wir unser Haus vorstellen: Die

Mitarbeiter, die technischen Anlagen,

die Gebäude, die Räume und unser

wichtigstes Produkt: die Zeitung. Prominente

aus der Region sagen etwas

über denWertder unabhängigen Presse,

beschreiben, was sie am liebsten

Große Resonanz

auf die Verlagsbeilage

im August

lesen. Grußworte haben Ministerpräsident

Bouffier, Regierungspräsident

Witteck,die Landräte unseresVerbreitungsgebietes

und die Gießener Oberbürgermeisterin

geschrieben.

Wirselbsterzählenaus demZeitungsalltag:

Aus der Sicht der Angestellten,

der freien Mitarbeiter, der Auslandskorrespondenten,

unseres Polizeireporters.

Chefreporter Racker von der

Kinderseite führt uns durch einen

ganz normalen Tag in einer Zeitungsredaktion.

WirstellenalleAbteilungen

in unserem Haus vor: VonAwie Akzidenzmitarbeiter

bis Z wie Zeitungsausträger,

wir denken anden Staplerfahrer,

die Mitarbeiter im Bereich

Betriebstechnik, schauen auf die Auszubildendenund

dieFrauenund Männer,

die in den verschiedenen kaufmännischen

und technischen Berufen

arbeiten. Wir haben aber auch unsere

Leser nicht vergessen: Einige unserer

langjährigen Abonnenten kommen zu

Wort.

Wir würden uns freuen, wenn auch

diese zweite Beilage auf Ihr Interesse

stoßen würde. Auf die Ausgabe im

August haben wir viel positive Resonanz

bekommen. Am Gewinnspielhaben

übrigens fast 2000 Leser teilgenommen,

und rund 500 Fragebögen

zum Leseverhalten sind eingegangen.

DiewichtigsteErkenntnisfür uns: Wir

machen es nicht jedem Leser bis ins

letzte Detail recht, aber dieganzgroße

Mehrheit findet unsere Zeitungen –so

wie sie sind –genau richtig.

Auf diesem Lob, das versprechen wir

Ihnen heute, werden wir uns aber

nicht ausruhen.

Und nun wünschen wir Ihnen viel

Freude beim Lesen!

Burkhard Bräuning

Stellvertretender Chefredakteur

Impressum

Sonderveröffentlichung der

Gießener Allgemeinen Zeitung

Alsfelder Allgemeinen Zeitung

Wetterauer Zeitung

Auflage:

60000 Exemplare

Verlag, Druck und Herausgeber:

Mittelhessische Druck- und Verlagsgesellschaft mbH

Marburger Straße 20, 35390 Gießen

E-Mail:

redaktion@giessener-allgemeine.de

redaktion@alsfelder-allgemeine.de

redaktion@wetterauer-zeitung.de

Redaktion:

Burkhard Bräuning, Annette Spiller, Reinhard Südhoff,

Florian Dörr

Fotos:

Oliver Schepp, Alexander Geck, Nici Merz, Archiv, fotolia

Gestaltung:

Nadine Becker, Julia Engel


4 Der Verlag

Stammsitz der MDV inGießen /Grußworte

4 Technik und Redaktion

»

Ein bedeutsamer Schritt

Liebe Leserinnen und Leser, ich freue mich,

dass wir absofort die Zeitungen »Gießener

Allgemeine«, »Alsfelder Allgemeine«, »Wetterauer

Zeitung« sowie die zahlreichen Unterausgaben

der Mittelhessischen Druck- und Verlagsgesellschaft

mbH Gießen als E-Paper abonnieren

können. Mit dieser Umstellung hat die Mittelhessische

Druck- und Verlagsgesellschaft mbH

Gießen einen bedeutsamen Schritt gemacht,

um sich nun als »Zeitung der Zukunft« auf ihrer

Internet-Seite behaupten zukönnen.

Besonders freue ich mich, dass große Investitionen

imBereich des Archivs, bei der Software

und für eine neue Druckmaschine getätigt

werden konnten. Dies zeigt, dass die gedruckten

Zeitungen auch in Zukunft nicht vom Markt

verschwinden werden und nun für die Leser eine

sichtbare optische Qualitätssteigerung eintritt.

Zeitungen haben in Mittelhessen einen sehr

hohen Stellenwert. Mit einem Druck von knapp

31 000 Exemplaren täglich ist die »Gießener

Allgemeine Zeitung« mit ihrer Unterausgabe

»Alsfelder Allgemeine«, die rund 3500 Abonnenten

imVogelsberg zählt, das führende lokale

Printmedium inder Universitätsstadt und im

Landkreis Gießen. Insbesondere der westliche

Wetteraukreis wird mit rund 22500 Exemplaren

der »Wetterauer Zeitung« immer mit den wichtigsten

Nachrichten der Region versorgt.

Durch die Umstellung auf das E-Paper wird die

Mittelhessische Druck- und Verlagsgesellschaft

mbH Gießen wahrscheinlich noch viel mehr

Menschen erreichen können. So werden Sie,

liebe Leserin, lieber Leser, auch unterwegs mit

den elektronischen Zeitungen der Region immer

auf dem neuesten Stand sein und erfahren,

was inMittelhessen aktuell ist. Durch die

großen Investitionen für farbig auf hohem

Niveau gedruckte Zeitungen werden die wichtigsten

Tagesinformationen noch ansprechender

gestaltet werden.

Durch Ihr Abonnement sichern Sie viele hochwertige

Arbeitsplätze: Zudem helfen Sie der

Mittelhessischen Druck- und Verlagsgesellschaft,

weitere neue Investitionen zu tätigen,

um nicht nur den Mitarbeitern exzellente

Arbeitsbedingungen zu schaffen, sondern auch

Ihnen inZukunft solch niveauvolle Lektüren

anzubieten. Ob Sie sich für die klassische

Papierzeitung oder für das E-Paper entscheiden

–injedem Fall wünsche ich Ihnen viel Spaß und

eine interessante Zeitung mit den wichtigsten

Nachrichten aus unserer Region. Der Mittelhessischen

Druck- und Verlagsgesellschaft mbH

Gießen wünsche ich weiterhin viele Leserinnen

und Leser.

Dr. Lars Witteck

Regierungspräsident

»

3 Versand

Vonkleinen Anfängen zu einem

Das Betriebsgelände an der Marburger Straße und die Firmengebäude haben sich in

Umzug von der

Südanlage in

die Marburger Straße

Aus der Vogelperspektive kann man es

ziemlich gut erkennen: Unsere Verlagsgebäude

sind nicht aus einem Guss,

wurden nach und nach erstellt, erweitert,

um-und ausgebaut. Da istdas,nennen

wir es einmal Hauptgebäude

4 ,das 1951 bezogen wurde. Ein Zweckbau

jener Zeit, in dem auch unsere Geschäftsstelle

2 untergebracht ist. Vorher

hatte die »Freie Presse«, wie die »Allgemeine«

damals noch hieß,inder Südanlage

residiert. Eine eigene Druckerei

hatte der junge Verlag damals noch

nicht, aber schon ein Jahr nach dem

Umzug wurde mit dem Bau einer

»

2 Geschäftsstelle

»

»

1 Verwaltung

Druckhalle begonnen. Das war der ausgedient hat und abgebaut wurde.

Start für eine rege Bautätigkeit. Der Das erwähnte Verwaltungsgebäude direkt

Verlag entwickelte sich gut, es wurde

an der Marburger Straße wurde

expandiert, die Zahl der Mitarbeiter

wuchs, die Auflage wurde größer, und

Neue Büros für die

dieUmfänge derZeitungennahmenzu.

Verwaltung in der

Und auch das Firmengelände bekam

andere Dimensionen. Die Familie Rempel

Marburger Straße 18

bewies strategischen Weitblick,

kaufte anliegende Grundstücke, erweiterte

die Produktionsanlagen –und es

wurde gebaut.Unter anderem dasWerk

2ganz rechts imBild 6 ,indem lange

Zeit eine Akzidenzdruckerei untergebracht

war und heute noch unsere Vertriebsabteilung

ihreBüros hat.

lange Zeit als Mehrfamilienhaus genutzt.

Als Bürofläche benötigt wurde,

schuf die Firma ananderer Stelle in der

Stadtneuen Wohnraum.Die frei gewordenen

Räume in der Marburger Straße

wurdenzuBüros umgebaut.

Damitwaren dieNeu-und Umbaumaßnahmen

Hinter dem Verwaltungsgebäude 1

aber noch nicht beendet. Be-

ist die alte Rotationshalle 7 zu sehen,

die inden 1980er Jahren gebaut wurde.

sonders innerhalb der bestehenden Gebäude

wurden manche Räume einer

Zweieinhalb Jahrzehnte hat sie die neuen Nutzung zugeführt. Mitarbeiter,

Druckmaschine beherbergt, die nun die schon länger bei der MDV beschä-


Sonderveröffentlichung

3. November 2012

5

5 Neue Rotationshalle

»

Die Kraft der Zeitung

»

7 Alte Druckhalle,

geplantes Papierlager

großenVerlagshaus

rund 60 Jahren deutlich verändert –Imposanter Neubau für die neue Druckmaschine

figt sind, haben manchen Umbau und

damit verbundene Umzüge ganzer Abteilungenmiterlebt.Die

obere Etageder

Marburger Straße 20teilten sich noch

Mitte der 1980er Jahre die Redaktion

mit der Verwaltung, unter anderem mit

derPersonalabteilung.Heute nimmtdie

Redaktion das gesamte Stockwerk ein.

Räume, die noch in1990er Jahren wichtig

waren, benötigt man heute nicht

Der technische

Fortschritt erfordert mehrere

Umbaumaßnahmen

mehr –die Dunkelkammerfür dieFotografen

zum Beispiel, denn Filme werden

schon lange nicht mehr entwickelt.

Die digitale Fotografie hat die analoge

Anfang des21. Jahrhunderts abgelöst.

»

6 Vertrieb und ehemalige

Akzidenzdruckerei

Dass vieleRäume einerneuen Nutzung

zugeführt wurden, war keine Willkür,

sondern jeweils ein Gebot der Zeit. Bis

Anfang der 1990er Jahre wurden zum

Beispiel große Bereiche für die Mettage

benötigt. Dort wurden fertig gesetzte

Artikel und Überschriften durch die

Metteure in Absprache mit den Redakteuren

zu einem Seitenlayout zusammengefügt.

In den 1980er Jahren

stellten wir–wie alle anderenTageszeitungen

–unseren Produktionsprozess

auf Computer mit Redaktionssystem-

Software um –einekleineRevolutionin

der Presselandschaft. Im Zuge dieser

Neustrukturierung redaktioneller Abläufe

verschwanden ganze Berufe (Setzer),und

derTätigkeitsbereichder Journalisten

veränderte sich. Die Arbeit am

Bildschirm wurde immer wichtiger.

Der Redakteur wurde sozusagen auch

zum Metteur, war also für Aufbau und

Gestaltung seiner Seiten selbst verantwortlich.

Ganze Abteilungen

ziehen innerhalb

der Verlagsgebäude um

Nun haben wir mit der neuen Druckhalle

5 und der Erweiterung des Versands

3 die vorerst letzte große Baumaßnahme

fast abgeschlossen. Die

Druckhalle istweithin sichtbar.Auchin

den lange bestehenden Gebäuden ändert

sich manche Nutzung. Die neue

CTP-Anlage (Herstellung der Druckplatten)

ist jetzt direkt an der Druckmaschine

installiert. Ein Raum imHaus 20

wurde frei.Die Brancheist im Wandel –

wirpassen unsan. Burkhard Bräuning

Liebe Leserinnen und Leser, die Mittelhessische

Druck- und Verlagsgesellschaft (MDV), das

Elternhaus unserer geschätzten »Gießener

Allgemeinen Zeitung«, investiert in nie da

gewesener Größenordnung anihrem Stammsitz

hier in Gießen in die Zukunft der Zeitung. Das

kann, das muss uns freuen und zuversichtlich

stimmen. Diese Investition ist ein wichtiger

Beitrag zur Sicherung vieler Arbeitsplätze in

Gießen. Sie ist aber auch Vertrauensbeweis in

die Wirtschaftskraft unserer Stadt, in die

Zukunftsfähigkeit Gießens und damit eine

Stärkung des ganzen Standortes. Denn Zeitung

braucht Kunden: Leser/innen wie auch Inserenten.

Menschen also, die den Wert der Zeitung

schätzen und die genauso wie die Mannschaft

des Verlagshauses von der Zukunft der Zeitung

überzeugt sind. Dass die MDV diese Zuversicht

mit dieser Investition ausdrückt, ist ein wichtiges

Zeichen für die gesamte Wirtschaft Gießens

und für die Bürgerinnen und Bürger.

Diese Investition ist nämlich auch ein Bekenntnis

zur Medienvielfalt Gießens. Wir sind im

Gegensatz zuvielen anderen Städten hier in der

glücklichen Situation, dass mehrere Tageszeitungen,

Wochenblätter und Rundfunksender

über das Leben in unserer Stadt berichten. Das

ist –auch wenn esuns als jeweils Regierende

mal ärgert –eine Stärkung unserer lokalen

Demokratie. Denn durch die Medien, jene

»vierte Gewalt«, die unabhängig und unparteiisch

begleiten und kommentieren, ist eine

Meinungsbildung durch Information und Vermittlung

überhaupt erst möglich. Demokratie

braucht aufgeklärte Menschen. Nur eine

vielfältige Medienlandschaft hilft, Menschen für

die Gestaltung ihres Umfeldes zu interessieren.

Diese Investition ist aber auch ein Bekenntnis

zur Kraft der Zeitung –jenem Produkt, das uns

morgens schon den nötigen Adrenalinstoß gibt,

um wach in den Tag zu starten. Dies in einer

Zeit, daman meinen könnte, das Wissen der

Welt lasse sich künftig ausschließlich in Form

von Bytes und Kilobytes messen, speichern und

verbreiten; ineiner Zeit, daman denken könnte,

Gutenbergs geniale Erfindung des Drucks sei

überlebt und Papier nur noch Ballast, der jeden

Frühstückstisch und jedes Büro unnötig beschwere;

ineiner Zeit, daman annehmen

könnte, »soziale Netzwerke« ließen sich ausschließlich

elektronisch knüpfen und ersetzten

künftig Marktplätze und Stammtische.

In dieser Zeit der vermeintlich somodernen

Zukunftsvisionen setzt das Verlagshaus auch

weiterhin auf Tradition, auf Papier als Informationsträger,

auf das Medium Zeitung als »vierte

Gewalt« imStaat und als Vermittler von Information

und Aufklärung. Ich bin davon überzeugt,

dass das Verlagshaus die richtige Entscheidung

getroffen hat. Die reale Welt benötigt Zeitungen

–auf Papier und als E-Paper –als Vermittler

und als Dirigent in einem immer größer werdenden

Chor der vielen Einzelstimmen. Wir brauchen

Zeitungen –und danken dafür, dass das

starke Team der MDV uns weiter mit diesem

Angebot der Grundversorgung beliefern wird.

Dietlind Grabe-Bolz

Oberbürgermeisterin


6 Der Verlag

Unser Verbreitungsgebiet /Grußworte

Ein Zeichen gesetzt

Sehr geehrte Leserinnen und Leser, mit der

Investition inein neues Druckhaus macht sich

die Mittelhessische Druck- und Verlagsgesellschaft

Gießen fitfür die Zukunft. Damit setzt

sie auch gleichzeitig ein Zeichen: Die gedruckte

Tageszeitung für das Gießener Land wird es

noch lange geben! Gleichzeitig bedient der

Verlag neue Bedürfnisse. Denn mit einem

breiteren Online-Angebot bleibt die Tageszeitung

für all jene, die lieber imNetz unterwegs sind,

attraktiv.

Mit ihren Investitionen indie Zukunft sichert

die Mittelhessische Druck- und Verlagsgesellschaft

Gießen weiterhin den regionalen und

lokalen Informationsfluss. Mit kritischen

Beiträgen unterstützen die Journalisten die

politische Meinungsbildung und sorgen gleichzeitig

für eine Kontrolle der politischen Institutionen.

Darüber bin ich sehr erfreut. Denn ein breites

lokales Nachrichtenangebot ist für die Menschen

im Gießener Land unerlässlich. Die

Menschen wollen nicht nur wissen, was in

der Welt, in Deutschland und im Land Hessen

passiert. Sie wollen ebenfalls nah anden

Entwicklungen imGießener Land sein. Umfragen

belegen: Die Leserinnen und Leser

haben vor allen Dingen Interesse an lokalen

Nachrichten.

Landrätin Anita Schneider

Biebertal

Wetzlar

Langgöns

Gießen

Allendorf/Lda.

Pohlheim

Grünberg

Lich

Butzbach

Bad Nauheim

Gute Zusammenarbeit

Die Justus-Liebig-Universität Gießen ist in der

Stadt und der Region fest verankert. Für die

Universitätsangehörigen ist es deshalb wichtig,

auch über das lokale Geschehen auf dem

Laufenden zusein. Wie ginge das besser als

mit einer regionalen Tageszeitung? Umgekehrt

unterstützt die Zeitung die JLU bei der Erfüllung

ihres Bildungsauftrags. Wir freuen uns, dass die

regionale Presse die Forschungsergebnisse

unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

allgemeinverständlich aufbereitet und

über unsere zahlreichen Veranstaltungen

berichtet. Sie ist ein wichtiger Akteur, wenn es

darum geht, die Wissenschaft aus dem Elfenbeinturm

herauszuholen.

Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, Präsident der

Justus-Liebig-Universität Gießen

Friedberg

Florstadt

Niddatal

Bad

Vilbel

Büdingen


Sonderveröffentlichung

3. November 2012

7

Kirtorf

Homberg

Laubach

Gemünden

Mücke

Alsfeld

Ulrichstein

Romrod

Zeitungen für Hessens Mitte

Gießener Land, Vogelsberg und Wetterau: Das Einzugsgebiet ist groß

Die Interessenlage der Leser

in einer großen Region

unterscheidet sich stark

Wenn es um unser Verbreitungsgebiet

geht, reden wir meist nicht von Mittelhessen

–das könnte nämlich zuMissverständnissen

führen.Denndie Region

Mittelhessen ist (neben Nord- und

Südhessen) eine von drei Planungsregionen

Hessens. Das Gebiet ist identisch

mit dem Regierungsbezirk Gießen,und

dazu gehörendie Landkreise

Limburg-Weilburg,Lahn-Dill,Gießen,

Marburg-Biedenkopf und der Vogelsbergkreis.

Das entspricht aber nicht

dem Raum, in dem unsere Abonnenten

wohnen. Denn der gesamte Wetteraukreis

fehlt in dieser Aufzählung.

Die Wetterau aber ist auch unser Revier,

der Lahn-Dill-Kreis und Marburg-Biedenkopf

weniger, und im

Kreis Limburg-Weilburg beziehen nur

ganz wenige Menschen eine unserer

Zeitungen. Dennoch: Unser Verbreitungsgebiet

entspricht – geografisch

gesehen – ziemlich genau der Mitte

Hessens. Es mag also etwas Wortklauberei

dabei sein, aber klarer ist diese

Aussage schon: Wir machen Zeitungen

für die Mitte Hessens.

Die räumliche Größe des Gebiets

bringt allerdings auch eine Reihe von

Problemen mit sich, die wir aber gut

im Griff haben. Soist es natürlich für

die Zustellung der Zeitungen leichter,

wenn sich das Verbreitungsgebiet im

Wesentlichen auf ein Stadtgebiet beschränkt.

Die Anfahrtswege sind

dann kurz, was sich besonders bei Eis

und Schnee auszahlt. Unsere Fahrer

haben esimWinter nicht leicht, müssen

siedochauchbis hinaufinden Vogelsberg

–nach Ulrichstein zum Beispiel,

und das ist immerhin die am

höchsten gelegene StadtinHessen (der

Schlossberg ist mit 614 Metern der

höchste Punkt).

Wir müssen aber auch den Blick auf

lokale Besonderheiten richten, die

Randgebiete der Nachbarkreise im

Auge behalten, berücksichtigen, dass

im Ostkreis Gießen die Abonnenten

mehr nach Mücke imVogelsbergkreis

schauen als in den eigenen Westkreis.

Und dass die Leser der »Alsfelder Allgemeine

auch die wichtigsten Informationen

aus Gießen haben möchten.

Manche arbeiten oder studieren inder

Kreisstadt, sie wollen also informiert

sein über das, wasinder Lahnstadtgeschieht.

Fürden WetteraukreisspieltFrankfurt

als nahe Metropole eine größere Rolle

Neue Chancen ausloten und

Präsenz anden Rändern des

Verbreitungsgebietes zeigen

als für die Bürger im Kreis Gießen

oder im Vogelsbergkreis. Deshalb haben

wir in der »Wetterauer Zeitung«

auch eine Frankfurt-Seite fest etabliert.

Für die Leser westlich von Gießen, die

in den Gemeinden Wettenberg, Heuchelheim

und Biebertal wohnen, sind

auch Neuigkeiten aus Wetzlar interessant.

Und wir müssen andererseits

auch die Lahn-Dill-Kreis-Randgemeinden

Lahnau, Dutenhofen und

Hüttenberg redaktionell mitbedienen,

haben wir doch auch dort zahlreiche

Abonnenten.

Die Größe des Verbreitungsgebiets ist

uns aber keine Last, imGegenteil. Wir

stellen uns den Herausforderungen,

loten auch die Chancen aus, die sich

beim Werben neuer Leser ergeben,

und schauen genau hin, damit wir gerade

an den Rändern stark präsent

sind. Denn klar ist auch: Inder Mitte

Hessens gibt eseinen starken Wettbewerb

unter deninder Region vertretenen

Zeitungen. Auch dem stellen wir

uns gerne, denn Konkurrenz belebt

das Geschäft.

(bb)

Klassische Heimatzeitung

Liebe Leserin, lieber Leser, die »Alsfelder

Allgemeine« und ihre Schwesterzeitungen haben

sich vor Kurzem technisch »aufgerüstet«, sowohl

im Print- als auch im digitalen Bereich, um im

hart umkämpften Medienmarkt die Zukunft

meistern zu können. Ich freue mich über die

weitreichenden und mutigen Unternehmensentscheidungen

der MDV, die die Kundenbindungen

sowohl ingedruckten als auch in digital verfügbaren

Versionen sicher verstärken wird.

Die »Alsfelder Allgemeine« ist ein verlässliches,

jeden Werktag neu erscheinendes Medium, das

sowohl im Anzeigenteil als auch in Text und Bild

von hoher Attraktivität für die Leserschaft

unseres Vogelsbergkreises ist. Dabei ist die

AAZ sowohl für große Unternehmen als auch für

die vielen Kleinanzeigen immer wieder ein

interessanter »Marktplatz«. Die Verlagsgesellschaft

MDV hat einen »guten Draht« zuihren

Kunden und zuihren Lesern. Dabei ist die

Heimatzeitung immer auch ein Stück Identitätsstiftung,

sie zeigt das Gesicht der Region, ihre

Traditionen, aber auch ihre Innovationskraft –

und das ist sehr wertvoll.

Die »Alsfelder Allgemeine« ist fest verankert in

unserer Heimat –sie ist eine klassische

Heimatzeitung imallerbesten Sinne. Die AAZ

versteht sich als Interessenvertreter der Bürgerschaft

und der heimischen Wirtschaft, informiert

umfassend, fundiert, detailliert und

überparteilich, sodass sie im demokratischen

Diskurs unserer Region nicht wegzudenken ist.

Darüber hinaus fühlt sich die AAZ dem regen

Vereinsleben in unserer Region sehr eng verbunden,

wofür ich an dieser Stelle herzlich Dank

sagen möchte. Mein Dank gilt auch den stets

fairen und tief recherchierten Berichten und

Kommentaren zum Geschehen in der Kreis- und

Kommunalpolitik.

Dank sage ich an dieser Stelle dem Redaktionsteam,

den vielen freien journalistischen

Mitarbeitern, den Beschäftigten inder Anzeigenverwaltung

sowie den Technikern in der Produktion,

der Chefredaktion inGießen sowie dem

großen Team der Zeitungsausträger, die Tag für

Tag mit hohem persönlichen Einsatz dafür

sorgen, dass die Zeitung auch wirklich jeden

Tag erscheint –und im Briefkasten landet.

Ich freue mich, dass die »Alsfelder Allgemeine«

schon seit längerer Zeit den Fokus auch aufs

Regionale, auf den Landkreis richtet, mit einer

Seite, die auch »Vogelsbergkreis« heißt. Das

lokale, rein örtlich Bezogene hat seinen Stellenwert

und seine klare Berechtigung. Aber esist

gut, den Blick zu weiten. Die Themen, die die

Menschen bewegen, reichen heute in der Regel

über den »Tellerrand« der eigenen Stadt und des

eigenen Dorfes hinaus. Sie orientieren sich

vielmehr regional und auch nicht mehr an den

alten Landkreisgrenzen. Ich wünsche mir, dass

es noch mehr »Vogelsberger Seiten« gibt.

Manfred Görig

Landrat des Vogelsbergkreises


8 Der Verlag

Firmengeschichte /Was die Welt bewegte

1946 –1952

2. Januar 1946

Lizenzerteilung Nr. 26 W. Herausgeber: Adolf

Weller und Julius Hahn (Hahn ab16. 10.

1946)

8. Januar 1946

Es erscheint die erste Ausgabe der »Giessener

Freien Presse«

27. November 1946

Herausgeber: Adolf Weller und Ludwig Levy

3. Juni 1948

Verantwortliche Herausgeber: Dr. Hans

Rempel und Adolf Weller

Mauer, Mond undMachtgefüge

Die zweigeteilte Welt nach 1945 –Und außerdem: Kunst, Musik und Architektur

Das Wunder einer Nacht: Die DDR öffnet 1989 ihre Grenzen, die Menschen feiern auf der Berliner Mauer.

12. Juni 1948

Offizielle Lizenzübergabe an Dr. Hans Rempel

(l.), rechts Adolf Weller

24. Juli 1948

Der Leitartikel »Mitbestimmung« von Dr.

Hans Rempel führt zueiner heftigen Kontroverse

mit der Gewerkschaft, zur Entlassung

eines Redaktionsmitgliedes und schließlich

zum ersten Streik in der Bundesrepublik

6. August 1948

Es erscheint die erste Alsfelder Ausgabe der

»Giessener Freien Presse«

1. September 1948

Die Alsfelder Ausgabe der »Giessener Freien

Presse« erscheint unter dem Titel »Alsfelder

Freie Presse«

24. Dezember 1948

Im Verlag der »Gießener Freien Presse«

erscheint für Stadt und Kreis Friedberg, Bad

Nauheim und Butzbach eine unabhängige

Tageszeitung mit dem Titel »Wetterauer

Nachrichten«

1. Mai 1950

Kauf des »Oberhessischen Anzeigers«. Die

Zeitungen »Oberhessischer Anzeiger« und

»Wetterauer Nachrichten« werden zusammengelegt

und als eine Zeitung unter dem Titel

»Wetterauer Zeitung« mit der Unterzeile

»Oberhessicher Anzeiger« herausgebracht

1951

Im sechsten Jahr ihres Bestehens bezieht

die »Giessener Freie Presse« mit dem

größten Teil des technischen Betriebs und

der Redaktion inder Marburger Straße 20 in

Gießen ein eigenes Domizil

September 1952

Beginn des Hallenbaus für die Rotationsmaschine

mit Packraum und Anzeigenannahme

in der Marburger Straße. Eserfolgt der erste

Druck auf einer eigenen Zeitungsrotationsmaschine

Seit der Gründung unseres Zeitungsverlags

imJahr 1946 hat sich unsere

Erde genauso schnell gedreht wie in

den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg.

Jeder Tag hatte 24Stunden, das

Jahr 365 Tage, die Schaltjahre einen

Tag mehr. Und dennoch: Die Welt hat

sich in denletzten66Jahrensoschnell

und so tief greifend verändert wie

wohl nie zuvor in der Menschheitsgeschichte.

In den ersten Jahren nach

1945 wurden zwei beinahe gleich starke

politische Blöcke sofest zementiert,

dass sie für die Ewigkeit geschaffen

schienen. Wie alle Medien berichteten

auch wirfastvierJahrzehntelangüber

das(atomare) Wettrüsten, über Mauerbau

und Stellvertreterkriege. Dann

zerfiel der Ostblock Ende der 1980er

Jahre innerhalb von wenigen Monaten,

die Fundamente zerbröselten, die

Statuen der kommunistischen Herrscher

wurden abgebaut, die roten Fahnen

eingeholt. Die Sowjetunion brach

auseinander. Einige Ostblockländer

Die Natur hat

uns Grenzen

aufgezeigt

und ehemalige Sowjetstaaten sind

heute Mitglieder der EU. Ach ja, die

gab es 1946 noch gar nicht. Adenauer

und deGaulle schufen die Grundlagen,

aus der Montanunion wurde die

EWG, daraus die EG, und die ging

schließlich inder EU auf. VomKalten

Krieg redet heute niemand mehr, die

Mauer ist Geschichte. Aus der bipolaren

wurde eine multipolare Welt –mit

einer Fülle von Problemen. Es brennt

an vielen Ecken, und der islamische

Fundamentalismus sorgtnicht erst seit

dem 11. September 2001 für Konflikte.

Mancheshat dieMenschenbewegt, ihnen

sogar Angst gemacht. Nach dem

Attentat auf John F.Kennedy hielt die

Welt den Atem an, nach dem Tod von

Lady Di trauerten Menschen auf allen

Kontinenten. Zwei verheerende Tsunami,

dazu Erdbeben, Stürme, Sintfluten,

Hungersnöte –viel Leid war zu

beklagen. Die Natur hat uns Grenzen

aufgezeigt. Zahllose Gewalttaten wie

Amokläufe, auch an deutschen Schulen,

und Morde an Kindern sind uns

in Erinnerung geblieben. Es gab viele

Flugzeugabstürze, wir berichteten

über dasInferno vonKaprun, dasICE-

Unglückvon Eschede, aber es gab auch

diewundersame Rettungvon Bergleuten

inLengede.

Dass 1969 der erste Mensch den Mond

betreten würde, hätte man 1946 nicht

für möglich gehalten. Überhaupt: Der

technische Fortschritt ist rasant, inallen

Bereichen. Krankheiten können

besserbehandelt werden,die Informationstechnik

bringt uns zum Staunen,

Autos können alleine einparken, wir

schauen tief ins Weltall, haben aber

noch nichtalleRätselder Erdeund des

Universums ergründet. Aber wirMenschenarbeitendaran.Weilwir

neugierig

sind, weil der Blick in den Sternenhimmel

Sehnsüchte in unsweckt, weil

wirEroberer undEntdecker sind.Man

darf gespannt sein darauf,was kommt.

Wenn es so weit ist, werden wir darüber

berichten. Und wo bleibt das Gute,

Wahre und Schöne? Vielleicht hat die

Kultur da mehr zu bieten…

Auch in puncto Kultur fahren die vergangenen

sechs Dezennien munter

Achterbahn. Tiefschürfendes wechselt

mitFederleichtem.Großformatigesmit

Filigranem, Kurioses mit Klugem.

In der Kunst hielt die Postmoderne

Einzug. Der Minimalismus begab sich

aufdie SuchenachLogik undKlarheit.

DiePop-Art als Kontrapunktzur intellektuellen

abstrakten Kunst schlug

weltweite Wellen. Videokreationen erschlossenneueMedienebensowie

der

Fotorealismus.Und dieKonzeptkunst,

mit deren Hilfe etwa der Chinese Ai

Weiwei für Aufsehen sorgt, bahnte

sich ihren Weg.

Musikalisch taten sich die Komponisten

schwer, nach Romantik, Imund

Expressionismus, nach Zwölfton-

Die Kultur reicht

von minimal

bis kolossal

Sound und seriellen Techniken Neues

zu erschließen. Dennoch gab es auch

hier Unerhörtes. John Cage ist ein Beispiel.

Die einen lieben ihn, die andern

hassen ihn, wenn er ein Orchesterstück»4.33«betiteltund

dann vier Minuten

und dreiunddreißig Sekunden

lang nicht ein Tonerklingt.

Das Musical löste endgültig die Operette

ab. Und die Oper? Sie ist heute so

jung wieehund je,auchwennauf den

Bühnen immer wieder dieselben drei

Dutzend Standardstücke gespielt werden.

Dabei gibt es noch viel zu entdecken,

wie nicht nur alljährlich das

Stadttheater Gießen mit einer musikalischen

Ausgrabung zeigt.

Leichter hatte es die Unterhaltungsmusik.

IhrgelangFaszinierendes. Pop,

Rock, Jazz inallen Facetten, von Elvis

bis Michael Jackson, von den Beatles

bis Boyzone, von Abba bis Zappa, von

Fusion bis zum Jazz-Rap. Die Populärmusik

erfindet sich jenseits von Hansi

Hinterseer immer wieder neu. Das ist

spannend. Ein Ende nicht absehbar.

Die Literatur bescherte uns die Nobelpreisträger

Hermann Hesse (auch

wenn er Schweizerwar), HeinrichBöll,

Günter Grassund HertaMüller.Politisches

spielte eine Rolle. Zeitgeschichtliches

und der Drang zur individuellen

Freiheit wurden thematisiert. Der

Bildungsroman kehrte zurück. Und

Krimis erlebenseiteinigenJahreneine

nicht gekannte Renaissance.

Die Architektur kam erst spät in

Schwung. Auf der einen Seite standen

dieFunktionsbautender 50er und60er

Jahre, aufder anderendie Formensprache

neuer Kreativität.

Das Kino revolutionierte das Fernsehen

– oder war’s umgekehrt? Blockbuster

in 3-D konkurrieren mit dem

»Tatort«. Dennoch gehen heute die

Menschen wieder zuhauf ins Theater.

Warum? Weil dort Menschen live für

Menschen spielen. Weil dort junge

TheaterautorenaktuelleStoffeaufgreifen.

Weil dort dasgesellschaftlicheLeben

pulsiert. Auch deshalb boomt die

Oper. Boomen Sie mit!

Burkhard Bräuning/Manfred Merz


Sonderveröffentlichung

3. November 2012

9

1954 –1977

Handballer gegenFußballer

Als die Sportberichterstattung laufen lernte –Goldene Zeiten und Tragödien

Dezember 1954

Die Firma wird in »Mittelhessische Druckund

Verlagsgesellschaft« umbenannt

1960

Ein Erweiterungsbau in der Marburger Straße

20 wird bezogen. Verleihung des Bundesverdienstkreuzes

I.Klasse anMitherausgeber

Adolf Weller

22. November 1960

Adolf Weller verstirbt

1965

Ein dritter Erweiterungsbau kann im August

1965 bezogen werden. Nun sind sämtliche

Abteilungen inder Marburger Straße 20

vereint

3. Januar 1966

Die »Gießener Freie Presse« führt jetzt den

Titel »Gießener Allgemeine« mit dem Untertitel

»Zeitung für Mittelhessen«

8. Juli 1966

Attentat auf Verleger Dr. Hans Rempel. Er

überlebt nur knapp einen Mordanschlag

seines ehemaligen Hauptbuchhalters

Aller Anfang ist schwer. Der Sportbetrieb

inDeutschland und damit auch

in Mittelhessen leidet kurz nach dem

Krieg unter dem Mangel innahezu allen

Bereichen des täglichen Lebens.

Dennoch bietet der Sport eine willkommene

Abwechslung im tristen

Alltag der später 40er Jahre des vorigen

Jahrhunderts. Die Begeisterung

für den Sport inallen seinen Facetten

ist da, denn gerade der Sport hilft, die

Sorgen und Nöte vorübergehend zu

vergessen.

Entsprechend gestaltet sich auch die

Berichterstattung inder »Freien Presse«,

deren erste Berichte in der in

dieser Zeit gebotenen Zurückhaltung

verfasst werden. Zu einem Bezirksvergleich

Gießen/Fulda treten Anfang

Januar 1946 Handballer und Fußballer

aus Mittel- und Osthessen gegeneinanderan.

Gießen gewinntbei denFußballern

(vor 1000 Zuschauern) mit 4:2,

unddie heimischen Handballer setzen

sich mit 14:1 durch. Mit Artikeln über

diese beiden Ereignisse wird die

Sportberichterstattung der »Freien

Presse«(später »Gießener Allgemeine«

und »Alsfelder Allgemeine«) eröffnet.

Die Nummer 1der »FP« veröffentlichte

auch folgende Meldung der DENA,

einer der Vorgängeragenturen der

dpa: »ZuBeginn des neuen Jahres fanden

in der Sowjetunion zwei große

Skirennen zwischen Vertretern der

Gewerkschaften und der städtischen

Jugend statt.«EineMeldung diesenInhalts

ist heute undenkbar.

Im Laufe der Jahre werden die Zeitungsartikel

auch im Sport inhaltsschwerer,

und das aus gutem Grund:

Deutschland nimmt wieder am internationalen

Sportbetrieb teil, und auch

aufregionalerEbene wird wieder stärker

Sport getrieben – und entsprechenddarüber

berichtet. Dasbis dahin

größte Ereignis ist sicherlich die Fußballweltmeisterschaft

mit dem für uns

Deutsche kaum erhofften glücklichen

Ende: »Herbergers deutsches Wunderteam

wurde Fußballweltmeister 1954«

titelt die »Freie Presse« seinerzeit. Die

Begeisterung über diesen Triumph

kennt in ganz Deutschland keine

Grenzen.

Auch in Mittelhessen stellen sich für

heimische Sportler Erfolge ein, aber

zunächst nur auf nationaler Ebene. In

Gießen steht Basketball seit jeher hoch

im Kurs. So wird die Frauenmannschaft

des MTV 1846 Gießen im Jahr

1948 Dritte bei den deutschen Meisterschaften.

Und im Jahr 1965 holen die

Männer des MTV erstmals den nationalenTitel.»EinWunschtraum

ging in

Erfüllung«, schreibt die »Freie Presse«

zum 69:68-Erfolg am23. Mai über den

VfL Osnabrück. Auch inden Jahren

1967 und1968gehtder deutscherMeistertitel

nach Gießen. Die Erfolge der

In den 60er und 70er Jahren

war die Glanzzeit der

Basketballer des MTV 1846

heimischen Basketballer reißen auch

in den 70er Jahren nicht ab. 1975 und

1978 heißtder Deutsche Meister erneut

MTV 1846 Gießen.

Ebenfalls 1978 holen Ute und Ruth Jiskra

vom RV Germania Hungen imdänischen

Herning ihren ersten von drei

EM-Titelnim2er-Kunstrad. Diebeiden

Hungenerinnen sichern sich erneut

denTitel 1980 in Rheinfelden(Schweiz)

und 1981 inHeerlen (Niederlande). Im

Jahr 1982 stirbt UteJiskraauf tragische

Weise; sie wird posthum mit dem Silbernen

Lorbeerblatt ausgezeichnet.

Auch im Radball feiern Mittelhessen

große Erfolge. Der Höhepunkt dürfte

derGewinndes WM-Titelsdurch Werner

Wenzel und Günter Bittendorf

vom RV Teutonia Krofdorf-Gleiberg

im Jahre 1967 sein. In den »goldenen«

70er Jahren holt der RVTeutonia nicht

weniger als fünf deutsche Meistertitel

im 5er- bzw. 2er-Radball.

Der Gießener Motorsportler Stefan Bellof

wird imJahre 1984 als erster Deutscher

Langstrecken-Weltmeister, verunglückt

am 1. September 1985 beim

1000-km-Rennen inSpa-Francorchamps

(Belgien) tödlich. Sechs Jahre nach Bellofs

Todbetritt mit dem Kerpener Michael

Schumacher ein Rennfahrer die

Formel-1-Bühne, der bis 2004 sieben

WM-Titel holt unddamit bislangerfolgreichster

Formel-1-Fahrer ist.

GoldeneZeitenerleben auch dieHandballerinnen

des TV Gießen-Lützellinden,

die inden frühen 90er Jahren in

Deutschland unerreicht sind und 1991

sogar den europäischen Handball-

Thron besteigen. Nicht vergessen werdendürfendie

Triumphe desUSC Gießen,der

diedeutscheVolleyball-Szene

zeitweise klar beherrschte und 1982,

1983 sowie 1984 den Gewinn der deutschen

Meisterschaft feierte. Erfolge

heimischer Fußballersinddagegen bescheiden.

Immerhin holt der VfB 1900

Gießen im Jahr 1963 denMeistertitel in

der 1.Amateurliga Hessen, der wegen

der mit der Einführung der Bundesliga

verbundenen Umstrukturierung

keinenAufstiegzur Folgehat.Auchin

den Jahrzehnten danach war für heimische

Mannschaften in der Oberbzw.

Hessenliga Endstation.

Auf internationaler Ebene stellen sich

allerdings weitere Erfolge der Fußballer

ein, die 1974 im eigenen Land und

1990 in Italienden WM-Titel holen. Die

DFB-Frauen werden 2003 Weltmeister;

das »Golden Goal« zum 2:1 im Finale

gegen Schweden erzielt mit der Garbenheimerin

Nia Künzer eine Fußballerin,

dieauchfür denVfB 1900 Gießen

aktiv gewesen ist. Der Bogen vom lokalen

zum »großen« Sport ist damit

gespannt.

Harold Sekatsch

Stefan Bellof

1969

Eine neue 64-seitige Vierrollen-VOMAG-

Rotationsmaschine für den vierfarbigen

Druck wird inBetrieb genommen.

Oktober 1969

Gründung der populärwissenschaftlichen

Geschichtszeitschrift »DAMALS«. Die Zeitschrift

wird Ende 1992 an die Deutsche

Verlags-Anstalt, Stuttgart, verkauft

1971

Die »Gießener Allgemeine Zeitung« begeht ihr

25-jähriges Bestehen.

Das Foto oben zeigt eine Redaktionskonferenz

mit Dr. Hans Rempel (2. v.r.)

1972

Kauf eines Gewerbegrundstückes in

Steinbach

1. Januar 1975

Eintritt von Dr. Christian Rempel indie Firma.

Er wird zum Geschäftsführer bestellt

1975

Erwerb des Hauses Marktplatz 7inGießen

1. März 1976

Dr. Christian Rempel wird stellvertretender

Chefredakteur

1977

Kauf des Wohnhauses sowie der Villa Binzel

in der Marburger Straße 16–18inGießen.

Die Villa wird abgerissen. Auf diesem Grundstück

entsteht eine neue Rotationshalle


10 Der Verlag

Firmengeschichte /Was in der Region geschah

1977 –1982

1. Januar 1977

Zusammenlegung der Städte Gießen und

Wetzlar sowie von 15 Dorfgemeinden zur

»Lahnstadt«. Nach nur 31Monaten wurde

diese am31. Juli 1979 wieder aufgelöst

2. Mai 1977

Dr. Christian Rempel wird, gemeinsam mit

Dr. Hans Rempel, Chefredakteur

15. Dezember 1977

Dr. Christian Rempel wird zum alleinvertretungsberechtigten

Geschäftsführer bestellt

1977

Der Pachtvertrag für die Stadtgeschäftsstelle

Südanlage läuft aus. Die MDV übernimmt 31

Prozent der Anteile ander »Mittelhessischen

Anzeigen-Zeitung« (MAZ). Es erfolgt die

Anschaffung einer Kleinoffsetmaschine GTO,

eines Fotosatzsystems Linotype System 5

und einer gebrauchten Offset-Rotation

Lithoman

1978

Auf dem Gelände Marburger Straße 10und

12 in Gießen wird ein Neubau für den

Akzidenzbereich, die Akzidenzverwaltung und

den Vertrieb errichtet

Juli 1978

Einweihung der erweiterten und modernisierten

Betriebsanlage »Gießen Druck«. Die

Satztechnik der Zeitungsfertigung wird von

Blei- auf Fotosatz umgestellt

1978

Einführung des Redaktionssystems Linotype

System 4/6/8

18. September 1979

Dr. Hans Rempel erhält das Große Verdienstkreuz

der Bundesrepublik Deutschland durch

Ministerpräsident Holger Börner. Außerdem

erfolgt die Verleihung der silbernen Ehrenmedaille

der Stadt Gießen anihn durch Oberbürgermeister

Hans Görnert

November 1979

Einweihung der neuen AZ-Geschäftsstelle am

Marktplatz 7inGießen

1. Januar 1980

Dr. Christian Rempel wird zum alleinigen

Chefredakteur bestellt

1980

Modernisierung von Rotation und Packraum

1981

Beteiligung an der »Mittelhessen Presse«

(MHP). Wegfall von Telekopierer und Fernschreiber

durch das neue Redaktionssystem.

Der zweite Teil des Fotosatzsystems 4von

Linotype wird installiert. Eine neue Lagerhalle

wird errichtet

Februar 1982

Die erste Ferag-Einsteckanlage zum Bestücken

der Zeitung mit Beilagen wird inBetrieb

genommen

»Lahn« und weitere Zäsuren

Stadt und Kreis Gießen: Vom Wiederaufbau bis zu Problemen der Gegenwart

Gießener Innenstadt

etabliert sich als

Einzelhandelszentrum

Die Gründung der »Gießener Freien

Presse« fällt zusammen mit der Wiederaufbauphase

einer Stadt, die

schwer vom Zweiten Weltkrieg getroffen

worden war und ihren historischen

Stadtkern weitgehend verloren

hatte. Geprägt wardiese Zeit vorallem

vom Bemühen, schnell viel Wohnraum

als Ersatz für zerstörte Gebäude

und für die rasch wachsende Bevölkerung

zu schaffen. So konnte in den

Fünfziger- und Sechzigerjahren regelmäßig

berichtet werden über die Planung

und die Errichtung von neuen

Wohnvierteln, etwa Markwaldsiedlung,

Evangelische Siedlung, AnneröderSiedlung,

Eichgärtenviertel,Blumen-

und Südviertel. Vorläufiger Abschluss

war die »neue« Weststadt.

Ab den Sechzigerjahren entstanden

neue Gewerbe- und Industriestandorte,

imSchiffenberger Tal, ander Rödgener

Straße und am Nordrand Wiesecks

undzuletzt in derWeststadt.Die

Innenstadt etablierte sich als Einzelhandelszentrum,wobei

manchmal die

ordnende städtebauliche Hand fehlte.

Parallel dazu dehnte sich die Justus-

Liebig-Universität ins Schiffenberger

Talund an denLeihgesternerWeg aus.

Später brauchteauchdie einstige Ingenieurschule

(später Fachhochschule

Gießen-Friedberg, heute Technische

Hochschule Mittelhessen) ständig

neue Gebäude. Mit knapp 30000 Studierenden

ist Gießen heute einer der

wichtigsten Hochschulstandorte in

Deutschland.

Ein Einschnitt in der Entwicklung

Gießens war Anfang 1977 die Gründung

der Stadt Lahn. Dieser Zusammenschluss

von Gießen, Wetzlar und

den Gemeinden dazwischen war unter

ökonomischen und ökologischen

Aspekten gut gemeint, aber ein Großteil

der Bevölkerung lehnte die künstliche

Großstadt emotional ab. Aus der

bis dahin stets SPD-regierten Stadt

wurde so plötzlich eine CDU-Hochburg.

Deshalb wurde Lahn nach nur

zweieinhalb Jahren wieder aufgelöst.

Allerdings wurde Gießen bei dieser

Reform der Gebietsreform abgestraft:

Anders als bei fast allen deutschen

Städten wurden die Nachbarkommunen

nicht arrondiert. So entstanden in

der Peripherie des mittelhessischen

Zentrums etliche prosperierene Gewerbestandorte,

deren Steuerzahlungen

heute im Stadtsäckel fehlen.

Eine Herausforderung war der Abzug

der Bundeswehr und dann der US-

Army ab Anfang der Neunzigerjahre,

die mit dem Verlust vieler Arbeitsplätze

einherging. Aber der traditionsreiche

Militärstandort bewältigte die

Konversion relativ glatt: Bergkaserne

und Rivers Barracks wurden Gewerbestandorte,

das Bundeswehrlazarett

istnun Verwaltungszentrum,die amerikanischen

Wohnsiedlungen wurden

und werden für die deutsche Bevölkerung

erschlossen. Auch die ehemalige

Bergkaserne stellt sich gerade auf die

Zukunft um.

Aber nicht nur über die generelle Entwicklung

Gießens werden die GAZ-

Leser permanent und kompetent informiert:

Auch unzählige kleine

Geschehnisse sorgen für Schlagzeilen.

Undnatürlich auch diespektakulären,

die zum Stadtgespräch wurden: etwa

der Abriss des Behördenhochhauses,

Todesstürze bei Zeppelin-Rundflug,

Hessentag, Falschgeld-Einfuhr durch

Gießener Geschäftsmann, Drogenrazzia

der Polizei per Güterzug, Weimar-

Prozess, Großfeuer in den Hessenhallen,

Mord in der Corso-Bar...

Die Dörfer und Kleinstädte sind Mittelpunkte

des Lebens imLandkreis –

und daran richtet sich die Berichterstattung

aus. Damals, Ende der 40er

Jahre ebenso wie heute. Zeitung machen

für die Menschen, dicht dran am

Geschehen, an den handelnden Akteuren.

Wie klappt das inder Fläche?

Neben den Redakteuren mit einem

guten Netz anfreien Mitarbeitern, die

ihrerseits verwurzelt sind in ihren Orten,

in Vereinen, Verbänden, Kirchen.

Und die Themen? Inden ersten Jahren

nach dem Zweiten Weltkrieg waren es

Erschreckendes Ereignis: Absturz der Phantom bei Buseck.

die Vertriebenen, die sich auf dem

Land niederließen. Kräftigen Zuzug

gibt es Ende der 80er und Anfang der

90er Jahre nochmals dank der Aussiedler

aus dem Osten, der Asylsuchenden

und der Wiedervereinigung,

die für Wanderungsbewegungen

sorgt. Jetzt sind mit den Partnerschaften

über Grenzen hinweg ganz neue

Formen des Miteinanders entstanden.

Europa istauf demDorfangekommen.

In den60erund 70er Jahren wurde zugelegt;eswuchsen

dieOrtschaftenum

große Neubaugebiete. Heute sind es

ganz andere Probleme, mit denen die

Menschen zu tun haben: Viele ziehen

wegaus denkleinen Orten–das bleibt

Viele schöne, dramatische

und tragische Ereignisse

auch im Landkreis

nicht folgenlos: Leere Häuser, keine

Geschäfte mehr, Kindergärten schließen,

Grundschulstandorte stehen womöglich

zur Disposition. Was ist mit

dem Vereinsleben? Was wird aus den

Bürgerhäusern? Was aus der örtlichen

Feuerwehr? Diese und weitere Fragen

sind Themen für die Zeitung heute

und morgen. Nie verwirklichte Pläne

für eine Deponie bei Holzheim haben

Anfang 1989/90 Wunden geschlagen

und Narben hinterlassen.

Beim Blick zurück sei hier angroße –

schöne, aber auch tragische und gelegentlich

traurig oder betroffen machende

– Ereignisse im Landkreis

Gießen erinnert. Nicht abschließend,

dafür wären es zu viele. Sondern mit

dem Mut zur Lücke bei der Auswahl –

ganz so, wie es auch das tägliche Zeitungsmachen

erfordert. Hochwasser

suchen die Ortschaften heim; etwa

Heuchelheim amunteren Bieberbach

oder die Dörfer imLumdatal; Unwetter

wie der Tornado über Lumda 2010

sorgen für Aufregung. Zu den Katastrophen

zählen auch Ereignisse wie

der ins alte Wißmarer Forsthaus krachende

Jet 1979 und der Phantom-Absturz

inBuseck 1983 oder der Brand

des Sommerlad-Möbellagers 2009. Auf

der anderen Seite stehen da schöne

Festewie die»Golden Oldies«oderder

traditionsreiche Grünberger Gallusmarkt,

aufsehenerregende Forschungen

und Funde auf den Spuren von

Römern und Kelten bei Waldgirmes

und amDünsberg. All dies und noch

viel mehr gehört in eine Zeitung, die

hohen Ansprüchen gerecht wird, täglich

neu gemacht in dem Wissen, es

nicht jedem recht machen zukönnen.

Guido Tamme/Rüdiger Soßdorf


Sonderveröffentlichung

3. November 2012

11

Kings, Könige,Katastrophen

Blick auf Schlagzeilen der WZ-Lokalberichterstattung in den letzten 60 Jahren

Als die»Wetterauer Zeitung« nach der

Fusion mit dem »Oberhessischen Anzeiger«

am3.Mai 1950 erstmals unter

ihrem heutigen Titel erschien, hatten

Verleger und Chefredaktion den Kurs

in einer Erklärung vorgegeben: Die

Zeitung solle »Sprachrohr dieser gesegneten

Landschaft sein, von ihrer

Gegenwart wie ihrer Geschichte Kunde

geben, für sie eintreten und ihren

Bewohnern dienen«. Bei allen Entwicklungen

imJournalismus und allenÄnderungenimLayoutinden

letzten

62Jahren: Das gilt noch heute.

Wie dies geschieht, soll schlaglichtartig

betrachtet werden. Springen wir

ins Jahr 1958. Am 23. September liest

man auf der Titelseite eine sieben Zeilenlange

Meldungmit derÜberschrift

»Presley kommt nach Friedberg«. Was

die halbe Welt in Atem hielt, der Militärdienst

eines Rock’n’Roll-Sängers,

betrachteten die Kollegen in der Redaktion

mit ein wenig Argwohn. Als

Elvis(»dieserheulendeDerwisch«)am

Als der »heulende

Derwisch« Elvis nach

Bad Nauheim kam

Am 13. Juni 1990 steht das Friedberger Schloss in Flammen.

1. Oktober ankommt, ist es WZ-Fotograf

Horst Schüssler, der die besten

Fotos schießt –erhatte den richtigen

Riecher, wo Elvis aus dem Zug steigt.

Er sei »durchaus kein Halbverrückter«,

beschwichtigt der Reporter etwaige

besorgte Leser. Als genau zehn

Monate nach dem »King« der saudiarabische

König Saud Bad Nauheim

besucht, künden die Schlagzeilen von

einem »triumphalen Einzug«, der auf

einer ganzen Seite inWort und Bild

festgehalten wird.Bis zurAbreise acht

Wochen später erscheinen rund 60 Artikel

über den König.

Viele politische Projekte wurden und

werden über Monate oder auch Jahre

vonder Presse begleitet. So gab es zwischen

Ende 1969 und Mitte 1972 kaum

eine Woche, in der nicht ein Bericht

über die Gebietsreform und die damit

einhergehenden Zusammenlegungen

kleiner Orte zu Großgemeinden erschien.

»Wenn wir uns keinem größeren

Verwaltungsverband anschließen,

dann erleiden wir Schiffbruch«, wird

der Wohnbacher Bürgermeister am 5.

September 1970 zitiert. Inanderen Berichten

ist von »viel Skepsis« die Rede.

Kein anderesThema wird in jenerZeit

so kontrovers diskutiert, und die WZ

liefert hierfür die Plattform.

Wollen Bürger ihren Unmut über eine

politische Entscheidung äußern, steht

ihnen die Zeitung zur Verfügung. Die

Leserbriefe zählen zu denmeistgelesenen

Texten, aber die Leser geben auch

Anregungen zuRecherchen. Wie lebt

es sich direkt an einer Ortsdurchfahrt,

wenn man20Jahre aufdie Umgehung

wartet? Stinkt die neue Biogasanlage

zum Himmel? Wer hilft der Familie,

diebei einemBrand allesverlorenhat?

Braucht die Stadt wirklich noch einen

Supermarkt auf der »grünen Wiese«?

Antwortenfinden dieLeserinder WZ,

in Berichten, Kommentaren, Reportagen

oder Glossen.

Großereignisse müssen groß aufgemacht

werden. Das war nach dem

Brand des Bad Nauheimer Kurhauses

am 19. Juni 1980 der Fall. Sechs große

Fotos füllen die Seite, sie zeigen den

Dachstuhl in Flammen, dieFeuerwehr

beim Löschen, Kurdirektor, Landrat

undKurhaus-Geschäftsführer mitfassungslosem

Blick und darunter die

verkohlten Trümmer, die Zerstörung.

Die Schlagzeile: »Kurtheater in Flammenmeer

untergegangen –Geschätzter

Schaden: rund 10 Millionen DM«.

Auch über den Wiederaufbau wird in

der Folgezeit berichtet. Zehn Jahre

später folgt inFriedberg ein »Jahrhundertbrand«:

Das Schloss in der Burg

steht inFlammen, »40000 Akten vernichtet«

liest man. »Waswird aus dem

Burgfest?«, fragt die WZ tags drauf.

Noch tagelang ist das Thema »heiß«,

werden Baufachleute, Politiker und

Polizei befragt. Das Burgfest musste

übrigens dann doch nicht ausfallen.

»Kaltblütig schossen die Mörder ihren

Opfern in den Kopf«, lautet eine

Schlagzeile am 12. März 1991. Zwei

Ehepaare aus Staden werden ermordet.

Fünf Tage später sind dieTäter gefasst.

Die WZhat den Tathergang recherchiert,

in einem Hintergrundbericht

wird geschildert, wie sich Opfer

und Täter kennenlernten und wie

der Fall aufgeklärt wurde. Eine Zeugin

lieferte den letzten Stein inder Beweiskette:

Im Fernsehen erkennt sie

Geld ist da, Straße wird

gebaut, Bürgermeister

atmet auf

denJeep, siehat ihnbei einemSpaziergang

gesehen, mit drei Jugendlichen.

Am Dienstag, 12. März 1991, meldet

die WZ: »B3a: Heute wird der erste

Spatenstich getan«. Die Umgehungsstraße

von Bad Nauheim und Nieder-

Mörlen ist gemeint, Friedberg muss

noch warten.Erst18Jahre später,am7.

Juli 2009,lautetdie Schlagzeile: »Friedberg

und die Region atmen auf«. Nach

über 50 Jahren Planung. Osttrassen,

Westtrassen und eine Untertunnelung

der Kaiserstraße sorgen für Gesprächsstoff,dannsollder

Hubschrauberplatz

untertunnelt werden und

plötzlich gibt’s kein Geld mehr, aber

viele Feldhamster. Die Umgehungsstraße

landet aufder »Streichliste« des

Bundes, bis die Mittel 2005 doch zugesagt

werden. Bei der Eröffnung der

neuenB3im Juli 2009 darf eindreijähriger

Knirps das Band durchschneiden.

Er kommtaus Ober-Wöllstadt, wo

die Bürger den Verkehr auf der B3

lahmlegen. Sie fordern den Weiterbau.

Am 29.Dezember2011kommt einverspätetes

Weihnachtsgeschenk an:Straße

wird gebaut, Geld ist da, Bürgermeister

Götz atmet auf: »Endlich!«

Karben ist als nächstes dran.

Die WZ will auch unterhalten. Die

Glossen am Wochenende liefern die

kleinen, manchmal schrägen Schlagzeilen.

Vom klappernden Kanaldeckel

bis zum Bürgermeister, dessen Tun

und Treiben spöttisch-ironisch unter

dieLupegenommenwird. Immerwieder

Opfer der Glossisten: Der Bad

Nauheimer Rathauschef, der im November

2010 von der Schlagzeile überrascht

wird: »Die geheimen Tagebücher

des Bernd Witzel«. Unter dem

Datum des 32. März liest man: »Heute

gab’s irgendwelche Probleme in der

Stadt. Ich bin da hin und hab gesagt,

die Probleme hören jetzt sofort auf!«

Über die Glossen hat sich Witzel übrigens

nie beschwert.

Wie hat sich die »Wetterauer Zeitung«

optisch verändert? Sie ist – jüngste

Entwicklung – bunter geworden auf

allen Seiten, eine größere Schrift erleichtert

das Lesen, Fotoseiten dokumentierenGroßereignisse

wieHessentag,

Landesgartenschau oder Märkte.

Inhaltlich ist sich die WZ treu geblieben:

Sie ist noch immer das Sprachrohr

einergesegneten Landschaft,gibt

Kunde von deren Gegenwart und Geschichte,

tritt für sie ein und dient ihren

Bewohnern. Jürgen Wagner

1983 –1998

1983

Einweihung der Geschäftsstelle in Bad

Nauheim, Parkstraße 16. Eine neue Einsteckanlage

der Firma Ferag wird inGießen

installiert. Computerumstellung imkaufmännischen

Bereich auf das EDV-System von

Kienzle

1984

Die »Wetterauer Zeitung« besteht seit 150

Jahren

April 1984

Einweihung einer 96-seitigen MAN-Hochdruckrotation

imneuen Druckgebäude,

Marburger Straße 16, in Gießen

1. Januar 1986

Dr. Christian Rempel wird Mitgesellschafter

1. Juli 1986

Anzeigenkooperation mit der »Butzbacher

Zeitung«

1. Juni 1988

Dr. Hans Rempel ist seit 40 Jahren als

Verleger und Journalist inGießen tätig

Dezember 1988

Erste Ausbaustufe einer neuen Zeitungsrollen-Offsetmaschine

MAN-Uniman 4/2S. Die

Druckwerke für 48Seiten einer neuen

MAN-Offset-Zeitungsrotation werden inder

Marburger Straße 16inBetrieb genommen

1988

Umbau der Rotationshalle in der Marburger

Straße 16 in Gießen

1. November 1989

Dr. Christian Rempel wird Herausgeber

Dezember 1989

Ausbau der MAN-Zeitungsrotation auf

96 Seiten Produktionsumfang. Die Maschine

kann über 100000 Zeitungen inder Stunde

bei einem Umfang von 24Seiten produzieren

31. Dezember 1989

Dr. Hans Rempel scheidet als Geschäftsführer

aus der MDV aus

April 1993

Bezug des neuen Druckhauses in Steinbach

Juli 1994

Erwerb der »Heimat Zeitung« Grünberg

September 1995

Installation eines neuen Redaktionssystems

Quark Publishing Systems mit zirka 100

Bildschirmarbeitsplätzen

Oktober 1995

Die »Wetterauer Wochenpost« erscheint

zweimal wöchentlich

Juli 1998

Neue Heidelberger-Fünffarben-Offsetdruckmaschine

SM74-5 Pfür Gießen


12 Der Verlag

Firmengeschichte /Die Region Alsfeld

2000 –2012

Juli 2000

Produktionsaufnahme des Anzeigensystems

Linopress

2001

Bau einer weiteren Halle inSteinbach

Mai/Juni 2001

Anschaffung einer Rollenoffsetmaschine

Koebau-Compacta 40 C216 für Steinbach

2004

Einführung der filmlosen Druckplattenherstellung

Computer to Plate von Krause Biagosch

Mai 2004

Neue Mitgesellschafter: Jan Eric Rempel,

Max Rempel, Beate Sälzer

Leistungsfähige Windkraftanlagen könnten ein Beitrag zur Wertschöpfung inder Vogelsbergregion sein.

Sichtbarer Strukturwandel

Der westliche Vogelsbergkreis: Viel Raum und dazwischen viel Land(wirtschaft)

7. Mai 2004

Altverleger Dr. Hans Rempel verstirbt im

100. Lebensjahr

2005

Ergänzung des Anzeigensystems alfa MediaStore

Content Management System.

Austausch der CtP-Anlage durch Agfa

2006

Online-Anzeigenerfassung alfa AdCounter

1. April 2007

Eintritt von Dr. Jan Eric Rempel als alleinvertretungsberechtigter

Geschäftsführer

Juli 2007

Redaktionssystem QPS wird eingeführt

Oktober 2008

Neu gestalteter Online-Auftritt für alle

Zeitungsausgaben wird freigeschaltet

2009

175Jahre »Wetterauer Zeitung«. Beteiligung

an MittelhessenTV. Schließung »Gießen

Druck« zum 31. Juli

Januar 2011

Einführung eines neuen Redaktionssystems

von Henke und Partner

1. April 2011

Eintritt von Dr. Max Rempel als alleinvertretungsberechtigter

Geschäftsführer

2011

Bau einer neuen Druck- und Versandhalle in

Gießen

April 2012

Inbetriebnahme der neuen Druckmaschine

Commander Compact von König &Bauer und

der neuen Ferag-Versandanlage

August 2012

Einführung eines neuen Anzeigensystems

von Henke und Partner

Menschen in der

Region stellen sich

den Problemen

Derländliche Raum –das istein fester

Begriff, der jedoch einem inhaltlichen

Wandel unterliegt. Natürlich wird der

Vogelsbergkreis gerne von außen als

ländlicher Raum gesehen –viel Raum

unddazwischenvielLand(wirtschaft).

Dazu hat esinden vergangenen Jahren

starke Veränderungen gegeben,

beispielsweise was den Kreis der in

der Landwirtschaft tätigen Personen

anlangt. Sprach maninden 1980er Jahren

noch davon, dass rund ein Fünftel

der Bevölkerung in der Landwirtschaft

oder in ihrem Umfeld beschäftigt

seien, so ist der Prozentsatz mittlerweile

einstellig geworden. Viele

Flächen wurden zusammengelegt, die

Bewirtschaftung wird von immer weniger

Vollerwerbslandwirten auf immer

größeren Flächen mit immer stärkeren

Maschinen geleistet, teilweise

auch über Gemeindegrenzen hinweg.

Dieser Wandel hat sich natürlich auch

in der Berichterstattung bei der »Alsfelder

Allgemeinen Zeitung« niedergeschlagen.GingesinGesprächenmit

Landwirten früher im Wesentlichen

um Großvieheinheiten und Dezitonnen,

so müssen die Bauern heute

immer breiter aufgestellt sein, um

am Markt bestehen zu können. So

haben sich Ökoprodukte (Milch, Joghurt,

Brot) von einer Nischenware

hin zumwesentlichen Standbeinmancher

Landwirte entwickelt. Die größte

Molkerei im Vogelsberg gehört mittlerweile

zu einem Betrieb, der seine

Produkte bis in das Rhein-Main-Gebiet

vermarktet. Dass diese Molkerei

auf einem Bauernhof angesiedelt ist,

kennzeichnet den Wandel der Landwirtschaft

voneiner anderenSeite her:

Eine Molkerei nach der anderen hat in

den Dörfern geschlossen, in Alsfeld

machte der Schlachthof schon vor

Jahrzehnten als »normale Einrichtung«

zu, jetzt wird dort »Biofleisch«

produziert.

Der Strukturwandel ist heute infast

jedem Dorf augenfällig: Die ehedem

landwirtschaftlich genutztenGebäude

wie Scheunen stehen leer. Wenn die

Besitzer Geld haben, werden Gebäude

und Hof herausgeputzt, wenn nicht

oder wenn der Wille zur Sanierung

nicht daist, reicht die Palette bis hin

zum Zerfall. Kommunen sind, wenn

nicht mal das Geld für den Abriss da

war, bei Gefährdung der Öffentlichkeit

eingesprungen.

Weil die Bevökerungszahlen in den

Dörfern durch den Geburtenrückgang

immer kleiner werden, Berufsanfänger

oftmals in die Ballungsräume abwandern,

bleiben dieSeniorenzurück,

Leerstand auch beim Wohnraum ist

programmiert. Sofinden in den lokalen

Nachrichten mehr und mehr die

Bemühungen Niederschlag, wie man

die Infrastruktur für immer weniger

Menschen aufrechterhalten oder anpassen

kann. Dazu gehört auch der

Ausbau desInternets (Stichwort Heimarbeit)

und die oftmals sehr kontrovers

geführte Diskussion, ob man

Windkraftanlagen nur als Verschandeln

der Landschaft oder auch als Beitrag

zur Wertschöpfung in der Region

verstehen kann.

Diesen und anderen Schwierigkeiten

auch durch die mangelnde finanzielle

Ausstattung der kleinen Kommunen

stemmen sich auf den Dörfern mehr

und mehr Menschen durch Eigenleistung

entgegen. Entweder wird der

Ortsbeirat aktiv, oder es finden sich

Vereine und Seniorenkreise mit rüstigen

Handwerkern: Es werden Grünanlagen

und Friedhöfe gestaltet, Freizeiteinrichtungen

betrieben und Feste

organisiert. Vor diesem Hintergrund

sollte es einem um den Vogelsberg

nicht bange sein.

Die AAZ-Redaktion

und der investigative

Journalismus

DerVogelsbergkreisist einerder wenigen

Landkreise in Deutschland, in

denen sich gleich mehrere Zeitungen

im Wettbewerb finden. Deshalb war

es für die AAZ-Redaktion immer

schon wichtig, eine Neuigkeit als

Erster zu haben. Dies versuchte die

»Alsfelder Allgemeine Zeitung« auch

in den 1980er Jahren, als in einer bedeutendenlokalen

Genossenschaft darüber

gestritten wurde, sich einem

Großen der Branche anzuschließen

oder nicht. Die Schlussdebatte fand in

der einen Hälfte der Alsfelder Stadthalle

statt. Weil die Presse vor die Tür

komplimentiertwurde,blieb derAAZ-

Vertreter zunächst zum Lauschen im

Foyer, aber da warkaumetwas zu verstehen.

War vielleicht die leere Hälfte

der Halle zugänglich? Ein Griff zur

Klinke –die Tür öffnete sich. Weil die

Trennwand nicht ganz geschlossen

war, konnte der Journalist jedes Wort

verstehen. Beim Mitschreiben im

Stuhllager hörte er ein Geräusch: Der

Hausmeister schaute kurz in den

leeren Hallenteil, schloss wieder die

Tür und drehte den Schlüssel um.

Abgeschlossen! So musste der Reporter

das Ende der Debatte abwarten. Er

schlich leise durch den Spalt der

Trennwand, mischte sich mutig unter

die Gehenden und hatte –wenn auch

später als gehofft –die Geschichte im

Block.

Dagobert

gibt eine

Pressekonferenz

Namen werden gerne mal abgewandelt,

sei esliebevoll als Koseform oder

im Hinblick auf eine besondere Eigenschaft

derPerson. Daspassiertauchin

einerRedaktion.Das AAZ-Teamerhält

oft Anfragen wegen Praktikantenstellen.

Wenn die jungen Leute sich

gut machen, können sie sich, wenn sie

einen Redakteur zu einer Pressekonferenz

begleitet haben, auch mal an

dem Thema versuchen. Die Guten

schaffen es mit ihrem Text, ein wenig

von der Redaktion geglättet, ins Blatt.

Wie gut, dass das in einem Fall sehr

gründlich geglättet wurde, denn der

aufmerksame Praktikant hatte beim

Gespräch der Redakteure untereinander

mitbekommen, wie der Bürgermeister

von der Pressekonferenz zuvormit

ganzem Namenhieß. Dashatte

er dann auch flugs in seinen Artikel

eingebaut. Allerdings wurde diese

Praktikanten-Version mit Rathauschef

»Dagobert X«nicht gedruckt. Glücklicherweise!

Rolf Schwickert


Druck und

Versand

Wo große Maschinen im Einsatz sind, wo es laut ist, sich viel bewegt und woesnach Zeitung riecht

Alle Mitarbeiter eines Verlags sind wichtig. Die Arbeit in

allen Abteilungen ist spannend, bringt Herausforderungen

mit sich, trägt zum Erfolg des Hauses bei. Aber zwei

Bereiche heben sich aus einem ganz bestimmten Grund

von allen anderen ab: Druck und Versand. Denn diese

Abteilungen sind für Besucher wie Mitarbeiter unseres

Hauses auch visuell ein Erlebnis. Menschen an einem

Schreibtisch kann man invielen Firmen sehen, aber eine

Rotation unter Volldampf und eine auf Hochtouren laufende

Versandanlage eben nicht. Mehr über unsere modernisierten

technischen Betriebstteile und die Herstellerfirmen

auf den folgenden elf Seiten.


14 Druck und Versand

Die Commander CT hat sich in der Praxis bewährt

3 Drei Drucktürme mit jeacht

Druckstellen (Kompakt-Bauweise)

von der Firma König und

Bauer

»

»

Personenaufzüge für

das Bedienpersonal

»

2 3Zweiarmige Rollenwechsler

Pastomat C50

»

»

Vonder Papierrolle zur fertigen Zeitung

Die Commander CT druckt bis zu50000 Zeitungen inder Stunde –Seit Mai im Einsatz –Drei Drucktürme mit 24 Druckwerken

Vonoben, durch die große Scheibe in

unserem neuen Besucherraum aus gesehen,

wirkt unsere Druckmaschine

schon sehr stattlich. Steht man direkt

vor ihr, fühlt man sich sogar richtig

klein. 11,30 Meter hoch –von der Rollenwechslerebene

bis zum Falzaufbau

–ist die neue Rotation von König und

Bauer mit dem martialischen klingenden

Namen Commander CT–und genau20,62

Meter lang,inklusiveFalzapparat.

Das ist der Teil der Maschine,

der aus Papierbahnen eine fertige Zeitung

herstellt.

Seit Mai ist die Commander CT im

Einsatz – und die Druckergebnisse

können sich sehen lassen. 48Seiten,

alle in Farbe, druckt die CTineinem

Rutsch. Die Qualität der Bilder und

gestalteten Anzeigen ist außergewöhnlich

gut. Besser als das Originalbild

kann die Maschine allerdings

nicht drucken. Insofern müssen die

Fotos hohen Ansprüchen genügen.

NachfolgendErläuterungenzur neuen

Druckmaschine Commander CT und

den einzelnen Maschinenteilen:

1 »Patras« steht für Papiertransport.

Auf dieser Anlage werden die

Papierrollen automatisch dem

»Rollenwechsler« zugeführt. Die

Papierrollen wiegen rund 1200 Kilogramm,

also fast soviel wie ein

Mittelklasse-Pkw. Aus zwölf dieser

Rollen werden jede Nacht

druckfrische Zeitungen. Der Rollenwechsel

erfolgt vollautomatsich,

ohne, dass die Druckmaschine

angehalten werden muss.

Problematisch wird es nur bei

einem Papierriss. Dann gibt escirca

15 Minuten Zwangspause.

2 Die Rollenwechsler dienen dazu,

die Papierrolle für den Druck ab-


Sonderveröffentlichung

3. November 2012

15

»

4 Falzaufbau mit integrierter

Wendestangeneinrichtung

»

5 Falztrichtereinheit

»

»

Bedienebenen

»

6 Falzapparat KF5 (System 2:5:5)

»

»

7 Auslageband

Falzapparat

»

»

1 Papierrollenförderanlage Patras

zuspulen. Zum Einrichten wird

über eine automatische Papiereinziehvorrichtung

die noch unbedruckte

Papierbahn auf vorgegebenem

Weg bis über den

sogenannten »Trichter« der Druckmaschine

eingezogen.

3 In jeder Druckeinheit (Druckturm)

besteht die Möglichkeit, 16 Zeitungsseiten

im »Berliner Format«

(315x470 mm)vierfarbigzubedrucken.

Das Gesamtvolumen umfasst

48 Seiten vierfarbig. In der

Farbfolge Cyan (Blau), Magenta

(Rot), Yellow (Gelb) und Schwarz

werden in jedemDruckgang innerhalb

der einzelnen Druckeinheiten

Vorder- und Rückseite der Papierbahnen

bedruckt. Die Papierbahnen

rauschen dabei mit einer Geschwindigkeitvon

nahezu 13 Meter

pro Sekunde durch die drei Drucktürme.

Einhoher Automationsgrad

der Maschinenanlage sorgt für ein

gutes und schnelles Druckergebnis.

Das bedeutet auch: Es gibt weniger

Makulatur. Mit diesem Fachbegriff

bezeichnet man die zum

jeweiligenDruckstartproduzierten

Zeitungenmit mangelhafter Qualität,

dieaussortiert werden.

4 In dem sogenannten Falzaufbau

werden die Papierbahnen nach

vorgegebener Buchstruktur der

Tageszeitung entsprechend der

Trichtereinrichtung zugeteilt.

5 Über denFalztrichter wird dererste

Falz (der in der Regel nicht bedruckte

Bund der Zeitung) über

die Trichterspitze gebildet. Über

einWalzensystemwirddanachdie

Papierbahn der Schneideinrichtungdes

Falzapparateszugeführt.

6 Im Falzapparat werden die nach

vorgegebenem Format (inunserem

Fall istesdas schongenannte»Berliner

Format«) einlaufenden Papierbahnen

geschnitten, quergefalztundüberdenKlappenzylinder

auf das Auslageband des Falzapparates

transportiert.

7 Einscheinbar unendlicher»Schuppenstrom«

aus Zeitungen verlässt

dabei den Falzapparat. Am Ende

des sogenannten Auslagebandes

übernimmt die Förderanlage der

Herstellerfirma Ferag jede einzelne

Zeitung inein Universaltransportsystem.

Damit werden die

Zeitungen in die im Nachbargebäude

untergebrachte Versandanlage

transportiert.

8 Mit den Personenaufzügen kann

das Bedienungspersonal auch den

oberenBereich derDrucktürmeerreichen

und bequem die Druckplatten

indie entsprechenden Öffnungen

in den Druckwerken

einführen.

Zum System gehört auch eine neue

CTP-Anlage für die Druckplattenherstellung,

die von der Firma Kodak geliefertwurde.Sie

produziert biszu400

Druckplatten in der Stunde. (bb)


16 Druck und Versand

Die Herstellung der Druckplatten und die Peripherie

VomComputer direkt auf die Druckplatte

Zur neuen Technik imDruckbereich gehören auch die moderne Computer-to-Plate-Anlage und die Stanz- und Abkantautomaten

Ohne Druckplatten kein Zeitungsdruck

–das ist nicht schwer zu verstehen.

Aber wie werden denn heutzutage

konkret Druckplatten hergestellt?

Die älteren Leser erinnern sich vielleicht

noch an die schweren Bleiplatten.

Diese Zeiten sind lange vorbei.Die

aus Aluminium bestehenden Platten

von heute sind federleicht, belichtet

werden sie mit einem Laserstrahl im

Plattenbelichter. Mit der neuen Druckmaschien

haben wir CtP-Belichter angeschafft,

die inunmittelbarer Nähe

zur Rotation aufgestellt wurden.

Das Herstellungsprinzip nennt sich

CtP –Comuter to Plate. Dieser Begriff

(deutsch: Digitale Druckplattenbelichtung

–DDB) bezeichnet ein Verfahren

in der Druckvorstufe, bei dem die

Druckplatten vom PCaus direkt im

Plattenbelichter bebildert werden.

Im Gegensatz zur indirekten Bebilderung

über das konventionelle Filmbelichtungsverfahren

Computer to Film

(CtF) erspart CtP erhebliche Montageund

Materialkosten. Gleichzeitig lassen

sich mit direkt bebilderten Platten

hochwertigere Druckergebnisse erzeugen,

dadie Randschärfe der Rasterpunkte

höher ist und kleinere Rasterpunkte

erzeugtwerdenkönnen. Ein

weiterer Vorteil dieses Verfahrens ist

eine Reduzierung von diversen mechanischen

Einflüssen auf die Druckplatte,

wie zum Beispiel Fehlbelichtungen,

Staub und Kratzer.

Die Plattenbelichter verfügen heutzutage

über ein sogenanntes Online-

Entwicklungsverfahren, das eine Entwicklung

der Druckplatte in einer

externen Entwicklungsmaschine überflüssig

macht. Somit werden weitere

qualitätsmindernde Faktoren eingeschränkt.

Wir haben haben uns für ein Produkt

der Firma Kodak entschieden. Das

»Generation News System« wurde

Ein Belichter produziert

bis zu200 Druckplatten

in einer Stunde

als integriertes Komplettsystem konzipiert,

um die anspruchsvollen

Anforderungen im modernen Zeitungsdruck

zu erfüllen. Der Kodak

»Generation News Platsetter gehört

heute zuden führenden Thermo-CtP-

Systemen. Unsere Anlage kann inder

Stunde biszu400 Druckplatten produzieren,was

bedeutet,dasswir weniger

als zwei Stunden Zeit für die Herstellung

aller Druckplatten für unsere

drei Tageszeitungen benötigen.

Die zukunftsweisende Automatisierungsfunktion

des »Generation News

Systems« erspart Zeit und minimiert

zudem das Fehlerrisiko. Die von Kodak

gelieferte Anlage ist nach Herstellerangaben

das derzeit einzige für den

Zeitungsdruck erhältliche Thermo-

CtP-System. Haben die Druckplatten

die Entwicklungsmaschine verlassen,

gibt es noch eine weitere Produktionsstufe

vor dem Einlegen indie Druckmaschine:

dieStanz-und Abkantautomaten.

Wirhaben unsfür einProdukt derFirma

Nela entschieden. Das Unternehmen

schreibt auf seiner Homepage:

Auf dem aktuellen Stand der Technik: Die neuen Druckplattenbelichtungsmaschinen der Firma Kodak haben

sich in der Praxis bewährt.

Drucktechnik der Spitzenklasse

Von der Zylinderdruckmaschine des Friedrich Koenig imJahre 1811 bis zu High-Tech Rotationsanlagen von

heute war es ein langer Weg. Alle Maschinen waren oder sind jeweils neuester Stand der Technik. Darin sehen

wir seit rund 195 Jahren unsere Kernkompetenz. Innovative Drucktechnologie für die Printmedien-Industrie.

Dafür nutzen wir das Know-how des ältesten Druckmaschinenbauers der Welt.

Wir freuen uns, dass auch die Mittelhessische Druck- und Verlagsgesellschaft in Gießen mit modernster

Rollenoffsettechnik von KBA Qualitätszeitungen produziert und wünschen dem Unternehmen und allen

Mitarbeitern wirtschaftlichen Erfolg, zufriedene Leser und treue Anzeigenkunden.

Koenig &Bauer AG, Tel. 0931 909-0, kba-wuerzburg@kba.com, www.kba.com


Sonderveröffentlichung

3. November 2012

17

»Am Anfang war das Wort – doch

vom Wort bis zur fertiggedruckten

Zeitungist es einziemlichweiter Weg.

Nach Text, Satz und der Herstellung

Vollautomatisch wird

die Druckplatte ausgerichtet,

gestanzt und abgekantet

der Druckvorlagen ist die exakte Positionierung

der Druckplatte in der

Druckmaschine ein wesentlicher

Schritt auf diesem Weg. Hier

ist Präzisionsarbeit gefragt, damit

schließlich die Farbe passgenau aufs

Papier kommt.

Mit sogenannten Registerstanz- und

Abkantmaschinen werden die Druckplatten

für die Positionierung entsprechend

aufbereitet.« Besser hätten wir

diesen Produktionsschritt auch nicht

beschreiben können.

Aber sicher nicht deswegen haben wir

uns für eine Nela-Maschine entschieden.

Das Unternehmen aus Lahr ist

der weltweit größte Anbieter dieser

Anlagenund hatsichzum Ziel gesetzt,

eine wirtschaftlicheund vollautomatische

Bearbeitung der Druckplatten

unter höchsten Qualitätsanforderungen

zuerreichen.

Und wir können heute –nach mehreren

Monaten Laufzeit –sagen: Inder

Praxis bestätigt sich dieser hohe Anspruch.

Die vollautomatischen Registerstanz-

und Abkantgeräte von Nela

sind Geräte der neuesten Generation,

diedie Forderungnacheinem Höchstmaß

anGenauigkeit durch den Einsatz

moderner Fertigungsverfahren.

Namhafte Druckmaschinen- und

Druckplattenhersteller wie auch KBA

und Kodak setzen zur Fertigstellung

der Druckplatten am Ende des Produktionsprozesses

auf die Anlagen

von Nela. Diese finden sich inden bedeutendsten

Zeitungs- und Akzidenzdruckhäusern

weltweit.

Damitdie Farbepassgenau aufs Papier

kommt, muss die Druckplatte inder

Druckmaschine vertikal und horizontal

exakt positioniert werden. Zudiesem

Zweck wird sie inunserer neuen

Nela-Anlage aufbereitet, also gestanzt

undabgekantet –das geschiehtvollautomatisch.

Dabei werden die Platten mittels Kamerasund

Positioniereinrichtungenin

eine mit dem Satzspiegel übereinstimmende

und registergenaue Position

gebracht. Diese Anpassung erfordert

eine Genauigkeit von drei Hunderstel

Millimeter. Drucken ist eben Präzisionsarbeit.

(bb)

Palm Zeitungsdruckpapier aus 100% Altpapier

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Zwischen der Freigabe der Seiten zur Belichtung und dem Andruck liegt die Herstellung

der Druckplatten –ein Vorgang, der viel technisches Equipment erfordert.

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18 Druck und Versand

Zwischen Rotation und Verladezone: Eine komplexe Anlage von Ferag

8 MTS 2(Ablage zur Paketierung)

7 SNT 50(Schneidtrommel)

»

10 PKT (Pakettransporteur)

»

»

»

3 8Jet-Feeder

(Beilagenanleger)

»

6 Stream-Stitch (Hefteinrichtung)

9 Paketierbereich

Multi-Stack

»

4 Ros (Roll-Stream)

»

»

5 MSD (Multi-Sert-Drum)

Einstecktrommel

Fördern, (ab)wickeln, einstecken und paketieren

Unsere neue Versandanlage: Der kurvenreiche Weg von der Druckmaschine zur Einstecktrommel und weiter in die Verladezone

Wenn die Zeitungen gedruckt, geschnitten

und gefalzt sind, haben die

Blätter noch einenlangenund kurvenreichen

Weg vor sich. Mit dem Fördersystem

»UTR« der Firma Ferag transportieren

wir die Zeitungen von der

Druck- in die Versandhalle. Greifer an

den Transportbändern packen sich ein

Zeitungsexemplar. Ein unendlicher

Strom von Zeitungen bewegt sich an

der Decke entlang. Kinder, die uns besuchen,

nennen eseine »Zeitungsachterbahn«.

Wie esinder Versandhalle

weitergeht, erklären wir hier:

1 An der Auf- und Abwickelstation

(Disc-Pool) werden die Zeitungen

zunächst auf große Rollen (Discs)

aufgewickelt und zwischengelagert.

Der Grund: Da die Druckmaschine

bis zu 50000 Zeitungen in

der Stunde liefert, im Versandbereichdiese

hoheZahlabernicht im

gleichen Tempo abgenommen und

weiterverarbeitet werden kann –

da etwa Beilagen eingesteckt werden,

ist dieser Puffer nötig.

2 Im sogenannten Lagentakter werden

die Zeitungen wieder dem bereits

erwähnten Ferag-Fördersystem

»UTR« und damit dem

weiteren Produktionsprozess zugeführt.

3 Von jedem der acht Anleger (Jet

Feeder) können bis zu acht unterschiedliche

Beilagen (wie Prospekte

und die wöchentlich verteilte

rtv-Programmzeitschrift) auf ein

Transportband (Roll-Stream) abgelegt

werden.

4 Das Band (Roll-Stream) transportiert

die Beilagen zur Einstecktrommel

(5).

5 Vor der Einstecktrommel werden

die Prospekte gebündelt und jeweils

einer Zeitung zugeordnet.


Sonderveröffentlichung

3. November 2012

19

2 Lagentakter HP/VP

»

1 Disc-Pool 2(Dynamische

Auf- und Abwickelstation)

»

Disc-Lager

»

6 Den Weg zur Hefteinrichtung

(Stream-Stitch) nehmen die Zeitungen

oder Sonderprodukte nur

dann, wenn sie tatsächlich geheftetwerden,

wasbei unserenMagazinen

wie »Drinnen & Draußen«

oder der »Schüler AZ« der Fall ist.

7 Das gilt auch für die Schneidtrommel

(SNT 50), inder Produkte an

drei Seiten beschnitten werden

können.

8 Die normale Tageszeitung zieht

ihre Bahn über die Einstecktrommel

auf direktem Weg zur Paketierung

(in der Grafik als MTS 2

bezeichnet).

9 Im Paketierbereichwerdendie Zeitungen

gezählt, verpackt und mit

einem Deckblatt versehen.

10 Der lange Weg durch Druck- und

Versandhalleist zu Ende:Überdie

Verpackungslinie werden die Zeitungspakete

in die Ladezone geleitet.

Dort warten schon unsere

Spediteure, die für bestimmte

Touren zuständig sind. Sie bringen

die Zeitungen zu den rund

1000 Austrägern, Kiosken, Bahnhöfen

und weiteren Abladestellen.

Nun machen sich die Austräger,

manche schon abdrei Uhr morgens,

auf den Weg. Erst mit der

Zustellung endet –streng genommen

– der Arbeitstag. Wenige

Stunden später nehmen die ersten

Mitarbeiter in den Verlagshäusern

ihre Arbeit wieder auf –ein neuer

Arbeitstag beginnt.

Druckmaschine und Versandanlage

sind –was die visuellen und akustischen

Reize betrifft –die spannendsten

Abteilungen inunserem Verlagshaus.

Die Lautstärke der laufenden

Maschinen ist enorm. Beeindruckend

istder Zeitungsstrom, derüberBänder

und Ketten meist an den Decken entlangläuft.

Besonders inder Versandhalle

muss das Zusammenspiel der

verschiedenen Arbeitsbereiche exakt

funktionieren. Generell müssen sich

alle Abteilungen andie vorgegebenen

Zeiten halten, damit die Zeitung

pünktlich bei den Lesern ankommt.

Denn die Zeitfenster für die einzelen

Produktionsprozesse sind eng, und

schon ein Papierriss in der Druckmaschine

kann den Plan ins Wanken

bringen. Ein kleiner zeitlicher Puffer

ist zwar eingeplant, aber ein Stillstand

der Maschinen von einer Stunde ist

nichtmehraufzuholen. Fürdie Redaktionen

bedeutet das, dass die vorgegebenen

Andruckzeiten eingehalten

werden müssen. Für die »Wetterauer

Zeitung« muss um 22.45Uhr dieletzte

Seite freigegeben werden. Die kommt

meistaus demSport oder ausder Mantelredaktion.

Vor24Uhr ist auch noch

Alsfeld dran, für Gießen liegt der Andruck

nach Mitternacht. Es muss immer

alles schnell gehen. So ist das

eben, wenn das Produkt täglich neu

auf den Markt kommt. Die neue Technik

soll uns helfen, hier auch inZukunft

schnell genug zusein. (bb)


20 Druck und Versand

Neue Gebäude für die modernen Maschinen und Anlagen

Ein großer Schritt in die Zukunft

In wenigen Monaten realisiert: Eine neue Halle für die Druckmaschine und ein Umbau für eine größere Versandanlage

Was das Bauen betrifft, was Erweiterungen

der Betriebsanlagen und Investitionen

indie Zukunft angeht, hat

die Mittelhessische Druck- und VerlagsgesellchaftmbH

immerSchritt gehalten

mit dem Stand der Technik, hat

sich den Herausforderungen der Zeit

stetsgestellt.Die Anfänge aufdem Gelände

inder Marburger Straße waren

klein –sowie auch die Auflage der

Zeitungen und die Zahl der Mitarbeiter.

Beides wuchs, und im Laufe von

rund sechs Jahrzehnten ist eine große

Betriebsanlage entstanden, die sich

auf rund 16000 Quadratmetern Fläche

Die Baugrube imFrühsommer 2011. Als die Aufnahme entstand, wuchs der Rohbau schon langsam nach

oben. ImHerbst war Richtfest.

Die ganz großen

Baumaßnahmen

sind abgeschlossen

ausbreitet. Neue Betriebsteile wurden

dabei geschaffen –wie das »Werk II«

fürden Akzidenzdruck, derabermittlerweile

eingestellt wurde, weil sich

Firmen darauf spezialisiert haben, die

kostengünstiger arbeiten als ein Unternehmen,

das seine Schwerpunkte

immer im Zeitungsdruck hatte und

hat.

Auch wenn man also viel Erfahrung

hat mit dem Bauen: Was in den vergangenen16Monaten

geschaffen wurde,

ist beispiellos in der Firmengeschichte

–und das betrifft eben nicht

nurneueGebäude.Investiertwurde in

eine Druckhalle, eine Druckmaschine,

eine modernisierte Versandanlage mit

neuen Gebäudeteilen. Dazu wurde

neue Soft- und zum Teil auch Hardware

angeschafft und installiert –für

dieRedaktion,die Anzeigenabteilung,

die Druckvorstufe und die Vertriebsabteilung.

Auch der kaufmännische

Bereich ist davon betroffen. Das sind

gewaltige Investitionen für ein mittelständisches

Pressehaus, aber sie sind

unvermeidlich, wenn man mit der

technischen Entwicklung Schritt halten,

die Kosten imGriff behalten und

konkurrenzfähig bleiben möchte. Vorangetrieben

wurden die Maßnahmen

im Wesentlichen vonDr. JanEricRempel

und später auch von seinem Bruder

Dr. Max Rempel. Beide stehen für

die dritte Generation der Verlegerfamilie.

Ihr Vater Dr. Christian Rempel

ist seit fast 40Jahren imVerlag tätig,

führt nun zusammen mit seinen Söhnen

die Geschäfte und leitet auch die

Redaktion. Sein Vater Dr. Hans Rempel

war 1948 indas Unternehmen eingetreten

und hat die Zeitung maßgeblich

geprägt. Seine Enkel haben nun

die Voraussetzungen dafür geschaffen,

dass es weitergeht auf dem Betriebsgelände

inder Marburger Straße

in Gießen, amStammsitz des Unternehmens–und

damitaberauchinden

Außenredaktionen in Alsfeld, Bad

Nauheim und Bad Vilbel.

Dieganzgroßen Baumaßnahmen sind

nun abgeschlossen, aber wir haben

immer noch Bauarbeiter und Handwerker

im Haus. Denn derzeit wird

ferag…

Technik ist Mittel zum

Zweck. Nicht mehr, aber

auch nicht weniger. Die Faszination

innovativer Technik

besteht darin, dass sie sich

immer aus einer Vision heraus

entwickelt. Das Unvorstellbare

wird vorstellbar.

Die erfinderische Idee erzeugt

dynamische Prozesse

und nähert sich Schritt für

Schritt der erfolgreichen

Umsetzung. Als Partner der

grafischen Industrie in aller

Welt entwickeln wir fortschrittliche

Förder- und Verarbeitungstechnik,

die nur

einem Ziel zu dienen hat:

Sie soll unseren Kunden dabei

helfen, sich in einem

wirtschaftlich herausfordernden

Umfeld zu behaupten

und neue Marktsegmente

zu erschliessen.

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Sonderveröffentlichung

3. November 2012

21

das letzte Projekt imZuge dieser Zukunftsoffensive

realisiert: Der Ausbau

der alten Rotationshalle zu einem Papierlager.

Im Spätsommer wurde die

alte Druckmaschine abgebaut. Nun

wird eine Zwischendecke eingezogen,

damit wir eine ebenerdige Zufahrt für

die Stapler haben. Bald wird die Halle

für ihren neuen Zweck genutzt werden

können. Das ist dann der Abschluss

einer Bauphase, die im Mai

2011 mit dem Abriss einiger kleinerer

Gebäude begonnen hatte.

DieEntscheidung, diegrößteInvestition

in der Firmengeschichte zu tätigen,

war inden Monaten zuvor gefallen –

und sie war trotz der bedeutenden

Summen unddes weitverbreiteten Abgesangs

auf die gedruckte Zeitung

eindeutig: Man entschied sich für den

Bau einer 506 Quadratmeter großen

Druckhalle, den Kauf einer neuen Rotation

undschließlich auch fürdie Installationeiner

modernen Versandanlage.

Mit der Realisierung dieser Pläne

haben wir uns für die nächsten Jahre

gerüstet. Der Verlag hat die Grundlagen

geschaffen, umden Herausforderungen

der Zukunft standhalten zu

können. Lesern und Anzeigenkunden

können wir damit eine moderne,

Die Besucher

empfangen wir

nun inneuen Räumen

durchgehend vierfarbige Zeitung bieten

–was ihren Wünschen entspricht.

Mit der Druckhalle wurden auch neue

Kommunikationsräume geschaffen:

Ein repräsentatives Besprechungszimmer

–unter anderem für die Redaktion

–, in dem man auch prominente

Gäste empfangen kann, und ein großer

Raum, in dem wir Besuchergruppen

auf eine Führung durch das Unternehmen

einstimmen und mit ihnen

diskutieren können. Eine feine Besonderheit

inder oberen Etage des Neubaus:

Durch Glasscheiben können unsere

Gäste direkt auf die neue

Druckmaschine schauen. Auch das

eine Investition, die sich gelohnt hat,

denn die Besucher –von der Schülergruppe

bis zum Seniorenclub –sind

begeistert. Und selbst alte erfahrene

Mitarbeiter genießen den Blick von

oben auf die Rotation und sind stolz

darauf. Und sagen dann auch schon

mal im Überschwang der Gefühle:

»Woaah, das ist Zeitung!« (bb)

Die alte Versandhalle wurde deutlich vergrößert. Hier der Blick in den bestehenden Teil, in dem ein neuer

Boden eingezogen wurde.

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22 Druck und Versand

Von der Plattenherstellung bis zum Paketieren

Sie sorgen für gute Druckqualität

Die Männer an der Commander CT bedienen und überwachen die elektronisch gesteuerte Anlage –Wartung und Pflege

Unsere Drucker: Sie bedienen die neue Commander CT von Koenig und Bauer. Zu sehen sind auf den Fotos von links nach rechts: Marek Lach, Jack Rast, Raimund Alles, Gunnar

Leicht und Carsten Ranft. Nicht abgebildet: Stefan Arndt.

Wenn die Redakteure fertig sind mit

ihrer Arbeit, geben sie ihre Seiten »frei

zur Belichtung«. Dieser Terminus ist

allerdings nichtmehrganzzeitgemäß.

Denn die neue Technik imHaus hat

den »Workflow«, also den technischen

Arbeitsablauf, stark verändert. Tatsächlich

ist esso, dass die Redakteure

ihre Seiten zurücktransferieren andie

Blattplanung in unseren CtP-Workflow

weitergeleitet. Hier wird eine

letzte Sichtkontrolle durchgeführt, bevornachder

Freigabedie SeiteinPixel

umgewandelt und diese Pixel durch

einen Belichtungsprozess auf die

Druckplatte gebracht werden. Von

Die Anlage

ist hoch

automatisiert

dort auswerdendie Seiten aufden Belichter

geschoben, das heißt: Die

Druckplatten werden hergestellt. Dieser

Produktionsprozess ist nun auch

räumlich ganz nah andie Druckmaschine

herangerückt. Und genau hier

beginnt auch das Aufgabengebiet der

Drucker. Die fertigen Druckplatten

platzieren sie an den vorgegebenen

Stellen inder Druckmaschine. An der

hoch automatisierten Anlage sind das

die wichtigsten Aufgaben der Drucker:

Sie nehmen die elektronisch gesteuerte

Maschine inBetrieb, überwachen

sie und stellen die Qualität der

Druckerzeugnisse sicher. Hierbei hilft

ihnen auch ein sogenanntes Softproof.

Dies ist eine farbverbindliche Darstellung

der Seite auf einem Monitor.

Zum eingespielten Team rund um den

Leitstand der Anlage in der neuen

Druckhalle gehören: Carsten Ranft,

seit 1984 im Haus.Erhat denMeistertitel

erworben und ist heute Teamleiter

an der Commander CT. Diese Funktion

teilt ersich mit Jack Rast, der seit

1990 bei der »Mittelhessischen« beschäftigt

ist. Gunnar Leicht war nach

seinem Eintritt bei der MDV zunächst

Drucker an der Heatsetmaschine in

der Druckerei in Fernwald. Heute bedient

erdie Zeitungsrotation. Genau

wieMarek Lach,der seit 1989 im Haus

angestellt ist und anfangs im Bereich

Bogendruck beschäftigtwar.Raimund

Alles hat 1986 als Rotationshelfer bei

der MDV angefangen. Seit einer Umschulung

ist erimBereich Zeitungsdruck

beschäftigt. Bleibt noch Stefan

Arndt. Er ist seit 1994 imHaus. Arndt

wurde zum Bogendrucker ausgebildet,

wechselte aber später in den Bereich

Zeitungsdruck.

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Sonderveröffentlichung

3. November 2012

23

In der Versandhalle ist ganz viel Bewegung

Sie arbeiten meist nachts: Die Angestellten an der Ferag-Anlage –Antwort auf die Frage: Wie kommt die Beilage in die Zeitung

Wenn die Versandanlage läuft, dann

ist Bewegung inder Halle. Ein endloser

Strom von Zeitungen bewegt sich

an der Decke entlang. Die Geräuschkulisse

der Förder- und Transportbänderist

zwar enorm, aber nichtunangenehm.

Und vor allem: Esriecht dort

ganz wunderbar nach frisch gedruckter

Zeitung. Was im Versandbereich

passiert, das ist eine Wissenschaft für

sich. Zum Beispiel ist esschwer, den

Laien, und dazu zählen auch wir Redakteure,

inkurzen Worten zu erklären,

warum die Zeitungen, kaum dass

sie gedruckt wurden und in der Versandhalle

angekommen sind, erst einmal

auf große Rollen aufgewickelt

und im sogenannten Disc-Lager geparkt

werden. Nun, das hat damit zu

tun, dass die Druckmaschine bis zu

50000 Zeitungen inder Stunde liefert,

die Versandanlage aber so viele nicht

direkt verarbeiten kann. Denn meist

müssen in die Zeitungen noch Prospekte

und Vordrucke eingelegt werden

–das dauert. Darum also dieses

Pufferlager, das aber schnell wieder

Warum die Zeitungen

zunächst aufgewickelt

werden müssen

vearbeitet wird: Wenn die letzte Zeitung

die Druckmaschine verlassen

hat, werden die großen Wickel ruckzuck

von ihrer Last befreit.

Wenn wir Besuchergruppen im Haus

haben –darunter oft auch Schulklassen

–dann gibt esinder Versandhalle

meist noch mehr staunende »Aaahs«

und »Ooohs« zu hören als an der

Druckmaschine. Erst recht, wenn die

Förderbänder und Maschinen laufen,

denn dann geht in der Halle, die im

Mitarbeiter imVersand

können auf langjährige

Erfahrung zurückblicken

Zuge der Neubaumaßmnahmen und

Modernisierungendeutlichvergrößert

wurde, »die Post ab«. Dass die vielen

Bänder der Firma Ferag die richtigen

Wege nehmen, dass immer genügend

Prospekte auf den Beilagenanlegern

platziert sind, die Aufwickler wieder

zurück an die Abwickelstation befördert

werden –dafür sorgen die Mitarbeiter

des Versandbereichs, die fast

alle auf eine jahrelange Erfahrung zurückblicken

können.

Wenn die Versandmitarbeiter ihre Arbeit

beginnen, schlafen viele Menschen

schon. Wie die Drucker arbeiten

sie meist nachts. Sie stehen am Ende

eines langen Produktionstages, der –

im Verlag –morgens gegen acht Uhr

beginnt und nachts gegen zwei Uhr

endet. Wenn die Versandmitarbeiter

Feierabend machen, dann sind aber

noch unsere Zeitungsfahrer unterwegs

zu den Austrägern und Abladestellen.

Erst wenn die Zustellerinnen

und Zusteller die letzten Zeitungen in

die Briefkästen gesteckt haben, ist der

Arbeitstag wirklich zu Ende –und der

neue beginnt schon kurz darauf wieder

imVerlagsgebäude.

Damit alles rundläuft inder Versandhalle,

darum kümmern sich: Norbert

Backes ist der Teamleiter und schon

seit 1983 im Haus beschäftigt. Stellvertretender

Teamleiter ist Thomas Klug.

Auch der EDV-Spezialist ist seit 1983

Mitarbeiter der MDV. Als Analytiker

in demBereich gilt derstellvertretende

Teamleiter Thomas Otto, der im Mai

1983 in das Unternehmen eingetreten

ist. Bleibt von der Männerriege Christof

Habenicht. Erist seit 1994 im Haus

und wird von den Vorgesetzten als

»Pragmatiker und Realist« geschätzt.

Fehlen die Mitarbeiterinnen, die unter

anderem für Nachschub bei den Beilagen

sorgen. Das sind Anna Diordiew,

Elke Taylor,KristinaMarschund Sabine

Walther.

(bb)

Präsentieren sich gut gelaunt: Die Versandmitarbeiter. Zusehen sind Thomas Otto, Norbert Backes, Thomas

Klug, Christoph Habenicht und vorne Anna Diordiew, Elke Taylor, Kristina Marsch, Sabine Walther.

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Das Besprechungszimmer und ein Raum für Besucher

Möbel für die Kommunikationsräume

Büro-Funk lieferte die Stühle und Tische: Wertbeständig, gradlinig und funktionell –Für gehobenen Sitz- und Arbeitsstil

Der Hersteller dieser Möbel wirbt mit dem Slogan: »Luft für Kopf,

Gedanken und Gespräche.«

Hier wird der Verlag seine Gäste begrüßen: Der Saal, indem unter anderem ein Film über den Alltag ineinem

modernen Verlagshaus gezeigt wird, in dem man aber auch mit Besuchern ins Gespräch kommen will.

Uwe Valentin, Geschäftsführer der

Firma Büro-Funk, bringt es auf den

Punkt: »Wir habenfür dieneuen Kommunikationsräume

Möbel geliefert,

die den heutigen Anforderungen in

Bezugauf Komfort, Wertbeständigkeit

und Design entsprechen.« Dass der

Experte in Sachen Büromöbel nicht

übertrieben hat, davon konnten sich

viele Mitarbeiter der MDV und auch

die ersten Besucher bereits überzeugen:

Die Stühle im Besprechungsraum

Reduziert

auf das

Wesentliche

sind bequem, sehen gut aus –und sie

sind sehr belastbar. Der Tisch wirkt

edel, ist aber durchaus robust und

man traut sich, ihn anzufassen. Die

Anschlüsse für die Strom- und Netzwerkkabel

sind unauffällig angebracht.

Ein harmonisches Gesamtbild,

nichts stört, alles passt.

Neu geschaffen wurde neben dem

kleineren Besprechungszimmer auch

ein größerer Raum, in dem man unter

anderem Besuchergruppen empfangen

kann. Die Besonderheit: Von hier

aus kann man durch Scheiben einen

Blick auf die neue Druckmaschine

werfen. Der Raum ist ansonsten eher

schlicht gehalten.Man könnte auch sagen:

Alles ist reduziert auf das Wesentliche.

Mit diesem Begriff ist auch

die Produktreihe »one« der Firma Stechert

zutreffend beschrieben. Weitere

Eigenschaften der Stühle: Sie bieten

besten Sitzkomfort, zeichnen sich

durch eine enorme Stabilität aus. Und

sie passen optisch inden neuen Besucherraum,der

nach dergleichenPhilosophie

eingerichtet wurde: Reduziert

aufdas Wesentliche. Dazu gehört,dass

die Gäste bequem sitzen können. Und

für den Fall, dass Tische benötigt

werden: Kein Problem, sie warten in

einem Nebenraum auf ihren Einsatz.


Die Redaktion

Recherchieren, schreiben, fotografieren, redigieren, layouten und archivieren

Rund 60 Redakteure, Volontäre und Fotografen kümmern

sich um den redaktionellen Teil unserer Zeitungen. Ihr

Tagwerk wiederholt sich zwar, aber langweilig wird esden

Journalisten nicht. Sie erstarren nicht in der Routine, die

da heißt: über allerlei Veranstaltungen schreiben, recherchieren,

Seiten layouten, freie Mitarbeiter betreuen und

deren Texte redigieren. Das Zeitungsgeschäft bietet täglich

Neues, die Welt im Großen wie im Kleinen liefert uns

immer wieder Überraschungen. Auf den folgenden Seiten

stellen wir uns vor. Sie, liebe Leser, erfahren, was wir

machen und wer sich hinter den ominösen Kürzeln

verbirgt: Wer ist mö? Wer ks? Wer bk? Und wer dpa?


26 Die Redaktion

Verantwortlich für Leitlinien und Inhalte: Verleger und Chefredaktion

»Den Menschen Orientierung ermöglichen«

Das Gefühl fürs Produkt, technische Innovationen zur rechten Zeit und eine Kiste Bier: Verleger Dr. Christian Rempel erzählt

Durchsetzung am Gießener

und Wetterauer Markt größte

sachliche Befriedigung

Wenn es auf dem Flur nach einer guten

Zigarre riecht, dann ist der Chef

gerade gekommenodergegangen. Der

Chef –das ist Dr. Christian Rempel,

leidenschaftlicher Raucher und Zeitungsmann.

Erblickt auf eine lange

Laufbahn als Verleger, Herausgeber

und Chefredakteur der Gießener/Alsfelder

Allgemeinen und Wetterauer

Zeitungzurück:Am1.Januar1975trat

er als Geschäftsführer ins Unternehmen

ein, übernahm nach und nach

die Geschicke der Mittelhessischen

Druck- undVerlagsgesellschaft (MDV)

von seinem Vater Dr. Hans Rempel.

Seit nunmehr über 37Jahren kommt

und geht Dr. Christian Rempel werktäglich

inder Marburger Straße 18bis

20 ein und aus.

Was muss einer mitbringen, um dem

Job als Weichensteller ineinem inhabergeführten

mittelständischen Verlagshaus

über Jahrzehnte gewachsen

zu sein?Die EingangsfragebeimInterviewterminimChefzimmerist

schnell

beantwortet: »Er sollte über einen gewissen

ökonomischen Sachverstand

verfügen, braucht aber vor allen Dingenauchein

Gefühl fürs Blattmachen.

Denn die wichtigste Frage ist schließlich,

wie eine Zeitung aussehen muss,

damit der Kunde, also der Leser, sie

braucht.«

Als Meilensteine seines beruflichen

Lebens und wichtigste Weichenstellungenfür

dieEntwicklung desUnternehmens

führt Dr. Rempel an, alle

notwendigen technischen Veränderungen

zum richtigen Zeitpunkt vorgenommen

zu haben –»etwa die Einführung

des Fotosatzes, die neue

Druckmaschine, später die Umstellung

auf Offsetdruck«. Genauso wichtig

aber sei es gewesen, das Blatt im

Laufe der Zeit immer weiterzuentwickeln

–so, wie esdie Leser zu lesen

wünschen: »Ein Gefühl für das

Produkt zu entwickeln, das ist der

springende Punkt.« Nicht zu vergessenbei

alledem: Dierichtigen Leutean

den richten Stellen zu platzieren:

»Meine Methode war immer, den Mitarbeitern

Freiräume zu geben. Die

Rückkopplung in die verschiedenen

Abteilungen ist wichtig, ebenso wie

Gespräche mit dem Lesepublikum,

auch durch die Mitarbeiter draußen

und im Vertrieb. Entscheidend ist,

dass diese Erkenntnisse ins Haus mitgebrachtwerdenund

manlernt,sie zu

filtern und die passenden Schlüsse

daraus zu ziehen.«

In der Rückschau zufrieden

mit den Weichenstellungen

für das Unternehmen

Als maßgebliches Erlebnis seines Berufslebens

bezeichnet Dr. Rempel die

Tatsache, »dass wir uns am Gießener

und Wetterauer Markt durchgesetzt

haben mit einer heute deutlich höheren

Auflage als die Konkurrenz«. Es

sei die größte sachliche Befriedigung

für ihn, »dass wir hier letztlich richtig

gelegen haben mit unserem Kurs«.

Zudem kann der Verleger für sich verbuchen,

den Seitenumfang der von

ihm herausgegebenen Tageszeitungen

im Laufe seiner Geschäftsführung um

mindestens 50 Prozent gesteigert zu

haben.

Als schwierige Zeiten benennt der

Verleger die Veränderung, als die Anzeigenblätter

unddie Direktverteilung

von Werbeprospekten aufkamen. Und

verschiedene Bedingungen, die den

eigenen Geschäftsbetrieb nachteilig

beeinflusst haben. Trotzdem würde

der Herausgeber in der Rückschau auf

die großen Weichenstellungen nichts

anders entscheiden.

»Das prägendste Erlebnis für

mich? Selbstverständlich

die Wiedervereinigung!«

So richtig gekracht habe esinseinem

Büro nie. »Ich bin immer sehr gut mit

meinen Mitarbeitern ausgekommen,

selbst inschwierigen Situationen wie

den Streikzeiten und auch jetzt inder

Phase der notwendigen Umstrukturierung

des Betriebes.« Spaß und Beruf

– geht das für ihn zusammen?

»Naja, Spaß vielleicht nicht, aber Freude

am Beruf–das aufjeden Fall!« Über

so manche Anekdote kann sich Dr.

Rempel senior, der sich die Geschäftsführung

mittlerweile mit seinen beiden

Söhnen Dr. Jan Eric und Dr. Max

Rempel teilt, noch heute amüsieren.

Ein Beispiel gefällig?

In den 70er Jahren wurde häufig gestreikt,

auch bei der Mittelhessischen

Druck- und Verlagsgesellschaft. Die

außerparlamentarische Opposition

(APO) unter den Studenten sei inder

Universität Marburg recht aktiv gewesen

und habe sich in den Kopf gesetzt,

die Streikenden mit Bier zuversorgen.

»Ich stand gerade vor dem Verlagsgebäude,

als sie mit dem Auto bei uns

vorfuhren.Daich zu jenerZeitoptisch

durchaus der Studentenbewegung

hättezugerechnet werden können,mit

meinen langen Haaren und dem Bart,

haben sie mir den Kasten Bier ausgehändigt,

mit der Bitte, ihn den streikenden

Kollegen zukommen zu las-

Die Chefredaktion führt, organisiert, kontrolliert

Dr. Christian Rempel und seine drei Stellvertreter setzen auf Qualitätsjournalismus –Behutsame Eingriffe –Respekt, aber keine Angst vor den

Dr. Rempel: Nur ein starkes

Europa kann sich im globalen

Wettbewerb behaupten

Rund 60 Redakteure, Volontäre und

festangstellte Fotografen arbeiten bei

den drei Tageszeitungen unseres Verlages.

Sie sind jeweils einer bestimmten

Redaktion zugeordnet, betreuen

Gemeinden aus dem Verbreitungsgebiet

oder haben andere fest umrissene

Aufgaben. Die Lokalredaktionen in

Alsfeld, Bad Vilbel und Bad Nauheim

sowiedie RedaktionenimStammhaus

des Verlags in Gießen werden jeweils

von einem Ressortleiter geleitet. Über

dieserGruppeder leitendenRedakteure

steht die Chefredaktion, die unter

anderem fürden redaktionellen Inhalt

unserer Zeitungen verantwortlich ist.

Seit mehr als 30 Jahren leitet Dr.Christian

Rempel die Redaktion. Ihm zur

SeitestehenseinSohnDr. MaxRempel

und Burkhard Bräuning als Stellvertreter

für alle drei Zeitungstitel der

MDV. Im Bereich der »Wetterauer Zeitung«

istzudemSiegfried Klingelhöfer

Mitglied der Chefredaktion.

Die Aufgaben der Chefredakteure

sind vielfältig. Neben der redaktionellen

Verantwortung legen sie die publizistischen

Leitlinien fest und geben

dieRichtungfür dasErscheinungsbild

vor. Sie organisieren den redaktionellen

Alltag, kontrollieren die journalistischen

Inhalte aller Publikationen,

sind verantwortlich für Volontärsausbildung

und Weiterbildung der

Redakteure. Und schließlich repräsentieren

sie die Redaktion nach innen

und außen. Die Chefredakteure sind

sich einig: Wersich amMarkt behauptenwill,mussseinenLesern

Qualitätsjournalismus

bieten. Man hat zwar

Respekt vor den Herausforderungen

der Zukunft, aber keine Angst.

Dafür hat Dr. Christian Rempel (KürzelC.R.)

auch schonzuvielerlebt. Der

Chefredakteur, von Hause Ökonom,

ist überzeugter Marktwirtschaftler.

Der 70-Jährige hat sich stets für ein

wiedervereinigtes Deutschland ineinem

geeinten Europa eingesetzt. Sein

erster großer Wunsch ist 1990 erfüllt

worden, amzweiten arbeitet er noch.

Da immer mehr Schwellenländer wie

China und Brasilien in die Riege der

führenden Wirtschaftsnationen aufsteigen

und die europäischen Staaten

zurückfallen, ist Dr. Rempel davon

überzeugt, dass nur eine starke EUim

globalen Wettbewerb mithalten kann.

»Veränderungen am

Erscheinungsbild der

Zeitungen geplant«

Auch sein Sohn Dr. Max Rempel (33)

ist Wirtschaftswissenschaftler. Zeitungserfahrung

hat er bei der »Frankfurter

Allgemeinen Zeitung« und der

»OffenbachPost« gesammelt. Seit über

einem Jahr ist er einer von drei

Geschäftsführern der MDV, seit dem

1. Oktober 2012 gehört er der Chefredaktion

an. In dieser Funktion will

er unter anderem das Erscheinungsbild

der Zeitung behutsam erneuern.

Burkhard Bräuning (55, bb) hat seine

ersten journalistischen Erfahrungenin

Lokalredaktionen gesammelt, ist aber

seit mehr als 20 Jahren mit Leib und

Seele Nachrichtenmann. Seit 2002 leiteterdie

Mantelredaktion, seit 2006 ist

er Mitglied der Chefredaktion. Als

Projektleiter hat erzwei neue Redaktionssysteme

mit eingeführt. Der

»ganze Organisationskram« hält ihn

zu oftvon demab, waserals Journalist

am liebsten macht: schreiben.

Siegfried Klingelhöfer (48, sk)hat seine

journalistischen Wurzeln imSport. In

der Gießener Redaktion war er ein

Mann fürs lokale Sportgeschehen. Seit

2007 leitet er die Redaktion der »Wetterauer

Zeitung« (WZ). In Bad Nauheim

führterein gutgemischtesTeam

aus jungen und älteren Redakteuren,

das den Lokalteil der WZ mit Lesegeschichtenund

Kolumnen in denletztenJahrenstark

aufgewertet hat. (bb)

Ohne Johannes Gutenberg keine Zeitung: Um

(zweiter von rechts) und seine Stellvertreter


Sonderveröffentlichung

3. November 2012

27

Zwölf Statements –

kurz notiert

»

Als Jugendlicher habe ich am liebsten…

Handball gespielt.

Interviewtermin imChefbüro: Dr. Christian Rempel (M.) im Gespräch mit den Redakteuren Annette Spiller

und Burkhard Bräuning.

sen. Ich habe mich artig bedankt –das

Bier dann allerdings an dieMitarbeiter

weitergegeben, die gearbeitet haben.«

Nicht nur Herausgeber und Verleger,

sondernauchChefredakteur –ineiner

Zeit mit unzähligen wichtigen lokalen

und überregionalen Themen, mit Aufregern

und Dauerbrennern. Dr. Christian

Rempel nennt als für ihn selbst

immer noch präsente wichtige lokale

und überregionale Ereignisse aus diesen

Jahrzehnten unter anderem die

Gebietsreform mit der Gründung der

StadtLahnund ihrer Wiederauflösung

und die allgemeinen Veränderungen

im ländlichen Bereich. »Da waren wir

ja auch immer gefordert.« Was die

»große« Politik betrifft, kommt die

Antwort ohne jede Verzögerung:

»Natürlich undzuallererst dieWiedervereinigung.«

Aber auch die Nachrüstung

unter US-Präsident Ronald Reagan

beispielsweise und die daraus

resultierenden politischen Folgen in

Deutschland sieht er als ein für ihn

prägendes Geschehen.

Doch zurück ins Haus der MDV. Der

kurzeDienstweg istStandard, schließlich

muss im Zeitungsgeschäft alles

schnell und effektiv gehen: Nicht selten

erscheint die »121« direkt im Telefondisplay,

wenn es aus Sicht des

Chefs etwas zu besprechen oder zu

diskutieren gibt. Mit Dr. Christian

Rempel ins Gespräch zukommen, ist

Leidenschaft für viele

Themen und Raum

für das Gespräch

und repräsentiert

Herausforderungen der Zukunft –Kurzporträts der vier »Blattmacher«

nicht schwer: Seine Interessen sind

breit gefächert, mit Leidenschaft verfolgt

erviele Themen, gerne aus dem

Bereich der Wirtschafts- und Weltpolitik.

Kein Tag, an dem der Spätdienstredakteur

der Politik- und

Nachrichtenredaktion nicht Besuch

bekommt: Auf dem Heimweg bringt

der Chef die NZZ vorbei. Die »Neue

Zürcher Zeitung« ist sein Leib- und

Magenblatt –nach dem eigenen Produkt

natürlich. »Was haben wir morgen?«

Die Themen der Titelseite weiß

Dr. Christian Rempel schon amVorabend.

Wenn er am nächsten Tagwieder

ins Haus kommt, warten dort bereits

neue Herausforderungen. Die er

klar umreißt: »Es gilt, weiter im Markt

zu bestehen, der durch vielfältige Informationsangebote

undstrukturellen

Wandel zulasten des Einzelhandels

heute wesentlich schwieriger geworden

ist. Das ist nur möglich mithilfe

der neuesten Technologien und einem

Produkt, das sich ständig anpasst,

auch dieser neuen Situation.«

Das bedeute, den Bürgern, die mit Informationen

förmlich zugeschüttet

würden, eine Navigationshilfe zusein:

»Wir müssen den Menschen Orientierung

ermöglichen.« Dann lacht er verschmitzt,der

Seniorchef der»Gießener/

Alsfelder Allgemeinen« und »Wetterauer

Zeitung«: »Und wir müssen den

jetzigen und künftigen Lesern begreiflich

machen, dass sie uns in ihrem

Lebenbrauchen!« Annette Spiller

»

Wer mir eine Freude machen will, sollte…

mir einen alten Bierkrug schenken.

»

Außer meiner Zeitung lese ich bevorzugt…

überregionale Blätter, insbesondere die

»Neue Zürcher Zeitung«, die den Blick von

außen auf unser Land richtet. Zudem

interessieren mich Zeitschriften und

ökonomische Fachliteratur.

Wenn ich nicht Verleger geworden wäre,

»

dann…

wäre ich möglicherweise an der Universität

geblieben.

Unter einem gelungenen Samstag verstehe

»

ich…

einen Gang indie Stadt und den Blick auf

die Bundesliga.

»

Mit Wanderschuhen gehe ich…

gerne durch Südtirol.

»

Ein Streitgespräch würde ich gerne mit…

der Bundeskanzlerin führen.

Welche politischen Prominenten

»

bewundern Sie?

Ludwig Erhardt. Helmut Kohl. Helmut

Schmidt. Otto Graf Lambsdorff. Joschka

Fischer.

»

Gründlich ärgern kann ich mich über…

die Unterschlagung von Fakten inder

politischen Diskussion.

Wenn ich andie Zukunft Europas denke,

»

dann...

mache ich mir Sorgen, weil inder Politik

häufig die Notwendigkeit eines geeinten

Europas imglobalen politischen Feld zu

wenig gewürdigt wird.

»

Heimat ist für mich…

ein Ort der Ruhe und der Verbindung zu

vielen Menschen.

die Büste des Erfinders der Buchdruckerkunst und der Druckerpresse versammelt haben sich Dr. Christian Rempel

(v. l.) Siegfried Klingelhöfer, Burkhard Bräuning und Dr. Max Rempel.

In unserer Zeitung würde ich gerne mal

»

folgende Schlagzeile lesen:

»Euro gerettet«.


28 Die Redaktion

Global, überregional und vor Ort: Mantel, Sport und Feuilleton

Mit Block, Bleistift…

…und Schreibmaschine

Ja, diese Zeiten hat es auch noch gegeben.

Man soll’s nicht glauben. Ohne Smartphone

unterwegs, analog und nicht digital fotografiert,

Landkarte und Stadtplan statt Navi benutzt. In

den 70er und 80er Jahren, sogar noch bis indie

90er hinein wurden Berichte zuweilen auf

Schreibmaschine getippt und telefonisch

übermittelt. Internet? E-Mail? Alles Zukunftsvisionen!

Dadurch ergaben sich aber genau jene

kleinen Randgeschichten, die zu Anekdoten

taugten und die das Journalistenleben so

besonders machten, die diesem jenen Charme

verliehen haben, der sich heute leider mehr und

mehr auf den Datenautobahnen verliert:

…dawar die Fahrt inden frühen 80ern mit

einem klapprigen, stets aus der Kurve zu fliegen

drohenden R5zueinem Termin in die hessische

Landeshauptstadt, bei der sich der örtlich

unkundige, schon gestresste und noch blutjunge

Sportvolontär ausgerechnet bei einer »Bordsteinschwalbe«

danach erkundigte, woes

langgeht.

…dagab es den Betreiber der Stadiongaststätte

von Bayer 04 Leverkusen, der dem

Kolumnisten aneinem späten Mittwochabend

die telefonische Durchgabe seines Lützellindener

Berichtes zunächst gestattete, abMinute

30 aber nervös wurde und inMinute 40dann

rigoros die Leitung kappte. Dass man inMittelhessen

auf die Schnapsidee kommen könnte,

von einem Frauenhandball-Bundesligaspiel

aktuell einen Spielbericht, einen Stimmenkasten

und eine Randgeschichte zuverfassen,

wollte dem Rheinländer partout nicht in den

Kopf. Das war imWestdeutschen schon damals

höchstens eine Nachricht wert, aber einen Tag

später.

…dagab es Swetlana, die Telefonistin im

Moskauer 6000-Betten-Hotel »Cosmos«, die

den gehetzten AZ-Redakteur zueiner Zeit, zu

der sich Glasnost und Perestroika noch nicht

durchgesetzt hatten, fast ohnmächtig werden

ließ. Seinerzeit mussten Telefonate in den

Westen von der russischen Hauptstadt aus

noch hochoffiziell angemeldet werden. Der

höflich-flehenden verenglischten Frage, wann

denn mit der Zuteilung des Gesprächs zu

rechnen sei, entgegnete diese junge Dame

ungerührt-regungslos: In 24 Stunden. Schock!

20 US-Dollar, zwei Riegel Schweizer Schokolade,

unzählige Feuerzeuge und Kugelschreiber

und einen Fünferpack halterlose Strümpfe

»Satin sheers« später war das Gespräch da.

Umrechnungskurs: 1Stunde! Der Autor weiß bis

heute nicht, welches der erwähnten Utensilien

die Wartezeit derart verkürzt hatte.

Und heute? Undenkbar. Die Schreibmaschine

steht –wenn überhaupt noch –auf dem Dachboden,

Smartphone-Apps weisen den Weg,

telefonische Aufnahmen gibt es in keinem

Verlagshaus mehr –allenfalls Damen inLandeshauptstädten,

die man nach dem Weg fragen

könnte.

Ralf Waldschmidt

PerSatellitmit derganzen Welt

Die Mantelredaktion: Politik, Wirtschaft, Bundesländer, Meinung, Hintergrund, Aus aller

Jetzt im Herbst, wo es wieder kälter

wird, weiß der Mensch die Vorzüge

einesMantelszuschätzen:Erhältschön

warm, kann einen aber auch schon mal

ins Schwitzen bringen. Er verbirgt all

das Nette, was man drunter trägt –und

lässt damit manche Überraschung zu.

Dass auch dieZeitungeinen Mantel hat,

wollen wir Ihnen an dieser Stelle erklären:

Dieses Kleidungsstück wird über

allen anderen getragen. Und so ist es

auch beiuns:Außen istder Mantel der

Zeitung. Er bestehtabernicht ausWolle

oder Kunstfaser. Unser Mantel ist

ausPapier, zwar auch malbuntwie die

Mäntel der Damen, aber von den Themen

oft grau und ernst.

Meist geht esbei uns umNachrichten

mit großer Sprengkraft, um Krisen,

Konflikte und Kriege. Streit ist sicher

eines der am meisten verwendeten

Wörter in den Schlagzeilen. Nicht, weil

wir streitsüchtige Menschen wären. Es

Die Mantelredaktion inder Mantelabteilung eines Gießener Kaufhauses: (v. l.) Dr. Klaus Dieter Dobat, Gerd

Chmeliczek, Susanne Riess, Markus Becker, Annette Spiller und Burkhard Bräuning.

Dieschönen Dingeund wasdas

Kulturredaktion will das geistige Wohlbehagen fördern –Lokales und überregionales

liegtebenimmer irgendwermit irgendwem

im Clinch. Die Roten mit den

Schwarzen, die USA mit China, die

Bundesbank mitder Europäischen Zentralbank.

UmimBild zubleiben: Durch

Unser Mantel kann wärmen

–und wir selbst kommen

schon mal ins Schwitzen

die Brisanz der Themen kann auch unser

Mantel wärmen, für Schweißperlen

auf der Stirn sorgen. Und wir kommen

manchmal auch ins Schwitzen: Wenn

derRedaktionschlussnaht, wiraberauf

wichtige Entscheidungen warten, die

noch ins Blatt müssen. Mit dem Mantel

liefern wir harte News, beschreiben, erklären,

bewerten und verhüllen erst

einmal alldie spannenden Geschichten,

dieweiter hintenimBlatt stehen.»Mantel«

ist deshalb ein guter Name für das

Nachrichtenressort. Unser Mantel ist

eine Mischung aus Politik und Wirtschaft,

wir machen die Seiten Hessen

und Aus aller Welt, Medizin und Wissenschaft,

Meinung und Hintergrund.

Das sind unsere Pflichtseiten, jeder von

uns kann sie bearbeiten –imTag- und

im Nachtdienst. Wir mischen aber auch

im Wochenendteil mit, liefern den

Kollegen der Kulturredaktion wöchentlich

eine Garten- und alle vier Wochen

eine Medien-, zwölfmal im Jahr die

Buchseite. Wir, das sind:

Markus Becker (be): Ergehört seit acht

Jahren zum Team. Er ist Fachmann für

Europafragen und bereichert den Mantel

mit eigenen Serien. Der Solmser ist

ein eher leiser Mensch, aber privat haut

er schon mal auf die Pauke: Er ist leidenschaftlicher

Schlagzeuger und mag

Rockmusik.

Mit Rock und Pop kann Dr. Klaus Dieter

Dobat (db) nichts anfangen. Er ge-

Alles auf einen Blick: Auch

die Pinnwand-Seiten werden

in der Kulturredaktion erstellt

Es sind die schönen Dinge, die den

Reiz des Lebens ausmachen. Die geistiges

Wohlbehagen fördern. Die Genuss

verschaffen. Essind die schönen

Dinge, die in Erinnerung bleiben. Die

Zwischentöne vermitteln, weil es

mehr gibt als Schwarz und Weiß und

Grau in Grau.Essinddie schönenDinge,

die erheitern und zum Nachdenken

anregen. Die uns motivieren, Tag

für Tag im Leben die interessanteren

Seiten aufzuschlagen.

Willkommen auf den Seiten der Kulturredaktion.

Wir wollen das Leben

unterhaltsamergestalten.Dafür bieten

wirIhnen einKaleidoskop ausOpernundTheaterkritiken,Konzertrezensionen,

Szene-News, Porträts, Interviews,

Ausstellungseröffnungen, Architekturereignissen

und allen Dingen, die

das Dasein bunter machen. Täglich

servieren wir Ihnen für mehr Sinnesfreuden

eine Seite überregionale Kultur,

samstags zwei. Dazu gesellt sich

eine Seite lokale Kultur. Jeden Donnerstagerscheint

dieKinoseitemit den

neuesten Blockbustern und Arthouse-

Filmen. Um der Informationsflut im

Veranstaltungssektor Herr zu werden

undIhnen Freizeittippsebensowie Ticketverlosungen

anzubieten, kanalisieren

wirdas pralle LebenTag fürTag

auf den Pinnwandseiten.

Die Wochenend-Beilage kreieren wir

mit Reiselust und Lesespaß. Wir entführen

Sie in ferne Regionen, präsentieren

Ihnen Bestseller und solche, die

es werden wollen, locken Sie zu neuen

gesellschaftlichen Projekten, laden Sie

ein zueinem Abstecher indie Rhein-

Main-Region, kümmern uns um Gartenglück

und Jugendtrends, präsentieren

Ihnen Medienmoden, gehen mit

Ihnen elegant speisen und verabreden

uns auf ein Gläschen Wein. Damit der

Genuss nicht zukurz kommt. Manchmal

arbeiten wir tatsächlich genüsslich

vor uns hin.

Wir, dasist dasTeamder Kulturredaktion,

das zahlreiche freiberufliche Mitarbeiter

rekrutiert undaus vier festangestellten

Redakteuren besteht. Dieses

Quartett hält innerhalbdes Hauses die

Zügel inder Hand, was das Feuilletonistische

betrifft. Als da sind:

Karola Schepp (gl): zuständigfür alles,

was kulturell in Gießen los ist. Konzerte

auf den diversen Bühnen, Auftritte

in den Kirchen, neue Stücke im

Stadttheater oder TiL und, und, und.

Gabriele Krämer (ik): Kopf des Pinnwand-Teams

mit gut sortiertem Terminkasten

und Archiv. Hin und wie-


Sonderveröffentlichung

3. November 2012

29

verbunden

Welt und Wissenschaft

hört seit 1993 zur Redaktion. Seine

Schwerpunkte liegen in den Bereichen

internationale und Sicherheitspolitik,

Osteuropa, Wirtschaft sowiehistorischpolitisches

Buch. In der Freizeit großes

Faible für Wanderungen – und er ist

passionierter Hörer klassischer Musik.

Susanne Riess (su) macht –wie wir alle

–inder Redaktion »alles, was anfällt«.

Vertretungsweise ist sie auch der Racker.

Sie ist im Team der Schüler-AZ

und engagiert sich für Projekte wie

»Zeitung in der Grundschule«. Ihre

Sechs Redakteure

berichten über Themen von

allen fünf Kontinenten

Freizeit widmet sie dem Ehrenamt: Sie

ist inder Freiwilligen Feuerwehr und

im Musikzug Weidenhausen aktiv.

Gerd Chmeliczek (gäd) hatbei der»Allgemeine

volontiert, war danach Redakteur

inBad Vilbel und ist seit 2004

mehr als der»Hessenmann« in derPolitik-

undNachrichtenredaktion. Er kommentiert

die Landespolitik und ist für

die Seiten Bildung/Beruf und Medien

zuständig. Der Gladbach-Fan tritt auch

selbst gerne gegen die Kugel.

Annette Spiller (pi) leitet das Ressort

Politik, Wirtschaft und Nachrichten gemeinsam

mit Burkhard Bräuning, ist

zudem verantwortlich für die Seiten

Medizin und Wissenschaft. Mit kurzer

Unterbrechung ist sie seit 1988 als Redakteurin

im Haus. Private Vorlieben

unter anderem: Tibetische Hunde, Musik

machen, Schreiben und draußen

sein.

Bleibt noch Ressortleiter Burkhard

Bräuning. Er ist Mitglied der Chefredaktion,

tippt rasend schnell mit nur

vier Fingern, ist Kummerkasten, Volontärausbilder,

Ideengeber, Kinderbuchseitenmacher.

Er fotografiert gerne,

schreibt privat noch richtige Briefe, ist

Heimwerker, Hobbygärtner –und sein

Kürzel ist

(bb).

Dem Sport verschrieben

Acht Redakteure und 250 freie Mitarbeiter/innen und Agenturen berichten aus Hallen und Stadien

Acht Redakteure und 250 freie Mitarbeiter/Agenturen

versuchen imMantelteil

des überregionalen Sports, die

Flut an Welt-und Europameisterschaften,

an OlympischenSpielen undWeltcup-Konkurrenzen,anSpecials

Events

und Gesellschaftsereignissen einzudämmen.

Imnoch weit umfassenderen

Lokalsport gilt es darüber hinaus,

Dutzende von Sportarten bis auf

Kreisebene zu begleiten und für die

Leserschaft zukanalisieren. Dies Tag

für Tag, Woche für Woche mit ungebrochenem

Ehrgeiz, da sich das gesamte

Team im wahrsten Sinne des

Wortes dem Sport verschrieben hat.

Als Teammanager bemüht sich Ressortleiter

Ralf Waldschmidt (ra) darum,den

Lesern dieChampions League

Lebenbunter macht

ebenso schnell und informativ nahezubringen

wie die Kreismeisterschaften

der Bogenschützen. Termine koordinieren,

Touren festlegen und das

Blattplanen sind Aufgaben, die nach

einer entsprechenden Logistik verlangen,

ohne die es unmöglich wäre,

montags bis zu 23 Seiten Sport indie

GAZ zubringen. Sportlich imFußball

und Tischtennis großgeworden, im

Handball in Theorie und Praxis geschult,

lässtessichder 50-Jährige nicht

nehmen,inseine Artikel zuweilen jene

Geschehen wird aufbereitet –Und samstags Unterhaltung in der Wochenend-Beilage

der mit Block, Stift und Kamera

ausgestattet (nicht nur) bei kulturellen

Veranstaltungen anzutreffen.

Marion Schwarzmann (man): seit 23

Jahren in der Kulturredaktion aktiv.

Betreut die Wochenend-Beilage und

die Kinoseite. Sie schreibt über Schauspielpremieren

in Gießen, Marburg

und Frankfurt, berichtet über Lesungen

und neue Filme.

Manfred Merz (mm), Leiter der Kulturredaktion:Bei

ihm laufen dieFäden

zusammen. Erbringt die überregionalen

Feuilletonthemen ins Blatt und hat

für Opern und Konzerte immer ein

offenes Ohr. Als Kolumnist spürt er in

der samstäglichen »Nachlese« federführendund

genüsslich denganznormalen

Wahnsinn auf. Oder wie es

Goethe formuliert: »Kein Genuß ist

vorübergehend; denn der Eindruck,

den er zurückläßt, ist bleibend.« So

machen wir’s für Sie.

(mm)

Konzentriert amStart: Die Sportredakteure (v. l.) Marc Schäfer, Christoph Sommerfeld, Ralf Waldschmidt, Harold Sekatsch, Michael Schüssler,

Markus Konle, Ronny Th. Herteux und Wolfgang Gärtner.

Der Teammanager, seine

Stellvertreter, der »Jupp«

und der Italien-Liebhaber

Hier sind sie (auch) zu Hause –Die Kulturredaktion imGießener

Stadttheater: hinten Manfred Merz und Karola Schepp, vorn Gabriele

Krämer (l.) und Marion Schwarzmann.

Schärfe reinzubringen, die einst seinen

Topspin ausgezeichnet hat.

Ähnlich lange im Geschäft lebt Stellvertreter

Harold Sekatsch (se) seit Jahrenden

Kollegen vor, dass derSportredakteur

neben den zu erfüllenden

Sonntagsdiensten unerlässlicherweise

auch samstags auf den Platz oder in

die Halle muss. Auf heimischen Fußballplätzen

jedenfalls kennt jeder das

Gesicht, das zudem Kürzel »se« gehört.Der

fachkundigeRat desgebürtigen

Westfalen als ehemaliger Jurastudent

ist vor allem dann gefragt, wenn

es trockene Satzungsfragen zuklären

bzw. kritischeArtikel abzusicherngilt.

Ronny Thomas Herteux (htr) hat als

begeisterter Radsportler bereits die

Serpentinen hoch nach L’Alpe d’Huez

sowie den Col du Galibier bewältigt.

Vielleicht behält der Automobil- und

Motorsportexperte inseiner Funktion

als stellvertretender Ressortleiter für

den Mantelteil gerade deshalb sogut

den Überblick über die Vielzahl an

Veranstaltungen. Die Ausdauer, die

ihn bei Touren über 100 und mehr

Kilometer im Sattel auszeichnet, besitzt

»htr« auch im Redaktionsdienst.

Den Fußball- und Basketball-Spielmacher

Wolfgang Gärtner (gae) kannten

und kennen alle nur als »Jupp«. Der

Heuchelheimer hat aufgrund seines

Studiums einen hohen Sportsachverstand,

derihm beider täglichenArbeit

mit Trainern und Spielern zugute

kommt. Seine Kontakte aus der aktiven

Zeit sowie seine spielerische Klasse

lassen ihnauchinder Redaktionals

Playmaker wirken,wennesseinKerngeschäft

am Laufen zu halten gilt. Immer

nahe dran am Geschehen weiß

»gae« vor allem, wie Sportler leben.

Auch wenn es nach außen hin einen

anderen Eindruck erwecken sollte, so

ist Michael Schüssler (ms) keinesfalls

nur unser Fußball-Reporter. Wenn es

im Fußball den klassischen Abräumer

der 60er und 70er Jahre noch geben

würde, wäre der Italien-Liebhaber die

Idealbesetzung. Das trifft aber auch

dann zu, wenn esumMotorradsport,

Ein polyvalenter Spieler,

ein kreativer Linkshänder

und »The voice«

Tischtennis, Badmintonund alldie anderen

Nischensportarten geht. Beim

Wegschaffen ist dem 46-Jährigen der

Begriff »Catenaccio« ein Fremdwort.

FürseinFußball-Erfolgsmodell hatLucien

Favre, der Trainer von Borussia

Mönchengladbach, den Begriff »polyvalenter

Spieler« geprägt; ein Teammitglied,

das flexibel und vielseitig

einsetzbar und ohne das eine modern

strukturierte Mannschaft nur noch

schwer vorstellbar ist. In der GAZ-

Sportredaktion wird Markus Konle

(kus) diesem Anforderungsprofil gerecht.

Der 38-Jährige verantwortet zudem

die Multimedia-Seite und verkörpert

durch sein IT-Verständnis den

Transfer von der Print-Klassik indas

Netzzeitalter.

Ein Nachrichtenmagazin lesend auf

dem Ergometer im Fitnesscenter »entdeckt«,

hatsichMarcSchäfer (mac)seine

Effektivität,die ihnimHandballals

Linkshänderimrechten Rückraum bis

in die Regionalliga hievte, auch inder

Redaktion bewahrt. Sein Ideenreichtum

und seine Kreativität liefern dem

SportteilneueAnsätze undlesenswerte

Geschichten, er findet–gut vernetzt

– Zugang zu Themen, die außergewöhnlich,

jung und zeitgemäß sind.

Mit seinem erfolgreichen »Streifzug«-

Projekt dieser Zeitung begibt sich

»mac« nicht mehr nur auf den sportlichen

Streifzug durch die Region.

»The voice« Christoph Sommerfeld

(cso) hätte mit seiner Rod-Stewart-

Stimme eher hinter ein Mikrofon gehört;

soaber ist das »Küken« nach Beendigung

seines Volontariats zum

festen Bestandteil der Redaktion geworden.

Imcrossmedialen Bereich arbeitet

der Noch-Fußballer aus Grünberg

mit anderen Kollegen an der

Videoproduktion für die Internetpräsenz

unserer Zeitung.

(ra)


30

Die Redaktion

Lokales inStadt und Kreis Gießen

Ein Team für alle Fälle inder City

Mit ihren Fachgebieten bestens vertraut: Die Stadtredaktion kennt ihre »Schlammbeiser« und die relevanten Themen in Gießen

Der Herbststurm hat Bäume in der

Innenstadt entwurzelt. Die Stadtverordnetenversammlung

hat erneut

die Parkgebühren erhöht. Der MTV

1846 ehrt langjährige Mitglieder. Das

Stadtreinigungsamt lädt ein zum »Tag

der offenen Tür«. In Wieseck wurde

schon wieder eine Bankfiliale überfallen.

Das Großkino am Berliner Platz

wird viel später fertig als geplant. Ein

mittelständisches Familienunternehmen

kann sein 100-jähriges Bestehen

feiern. Die Warteschlangen mittags in

der Stadtpost sind unzumutbar. Alle

diese und noch unzählige andere Themen

sind das tägliche Brot der Stadtredaktion.

Sie berichtet über alles, was in

Gießen geschieht und für die Bürger

interessant sein könnte. Nur das sportliche

Geschehen und kulturelle Ereignisse

in der Universitätsstadt bleiben

außen vor –darum kümmern sich die

beiden zuständigenRedaktionen.

Das Team der Stadtredaktion bilden

sechs Redakteure und drei Redakteurinnen,

davon vier mit Teilzeitstellen.

Fast alle wohnen in Gießen,bekommen

also auch privat mit, was sich inder

Stadt tut. Eine weitere Stärke der Redaktion

ist ihre Kontinuität: Seit fast 20

Unterwegs im Dienst der lokalen Nachricht oder Reportage: Florian Dörr, Armin Pfannmüller, Burkhard

Möller, Jens Riedel und Karen Werner (v. l.).

Jahren ist die Besetzung unverändert.

Deshalbkennensichalleinihren jeweiligen

Fachgebieten bestens aus und

sind vertraute Ansprechpartner für

alle, die ein Anliegen haben oder die

Lokalpresse für eine Berichterstattung

gewinnen wollen.

Seit 1993 leitet Guido Tamme (ta) die

Stadtredaktion. Der 60-Jährige ist seit

1979 hauptberuflich bei der Allgemeinen

und war zunächst lange für die

Kommunalpolitik zuständig. Seine

Hauptaufgabe ist die Organisation, vor

allem die Themenauswahl, die Seitenplanungund

derPersonaleinsatz obliegenseinerVerantwortung.

Stellvertretender Ressortleiter ist Armin

Pfannmüller (pd). Der studierte

Gymnasiallehrer(55)kümmert sich vor

allemumdie Gießener Schullandschaft

und um den hiesigen Einzelhandel.

Schonseit1984ist er dabei.

Das größte Arbeitsgebiet hat Burkhard

Möller (mö), der Geschichtswissenschaften

studiert hat. Der 53-Jährige

wechselte 1994 von der Kreis- indie

Stadtredaktion und profilierte sich als

kundiger Beobachter der Stadtpolitik –

auch als kritischer Kommentator.

Vor allem um die beiden Gießener

Hochschulen und deren vielfältige Aktivitäten

kümmert sich Stephan Sippel

(si). Aber auch mit der Arbeitswelt und

den Gießener Geldhäusern kennt der

54-Jährige sich gutaus.

Ulrich Strack (ck) ist vielen Gießenern

noch aus seiner Zeit als Basketball-

Nationalspieler bekannt. Beruflich sind

heute Sportstätten, der Straßenverkehr

und Wohnungsbaugesellschaften die

Arbeitsschwerpunkte des 56-Jährigen.

Ein breites Aufgabenspektrum deckt

dieGermanistin KarenWerner(kw)ab.

Besonders interessiert sich die gebürtige

Stuttgarterin (46), die seit 1994

in Gießen arbeitet, für soziale Belange.

Der Bahnverkehr ist gleichfalls ihr

Metier.

Fast alle Redakteure

wohnen in der Stadt,

über die sie schreiben

Mitdem Gießener Sozialwesenvertraut

ist auch Christine Steines (cg), die sich

außerdem um Tiere kümmert und verantwortlich

für das vierteljährlich erscheinende

Gießener »Senioren-Journal«

ist. Außerdem ist die 50-Jährige

beim »Meinungstreff« mit Leserbriefen

federführend.

Dieses Team wirdergänzt durchChristine

Littau-Rust (cl), die schon seit 1973

bei der GAZ arbeitet, sowie Jens Riedel

(jri), der 2008 hinzugestoßen ist. Beide

sind vorrangigzuständig fürdie lokale

Wirtschaft und Verbraucherthemen,

aber auch für Sonderthemen-Seiten

undVerlagsbeilagen (von »Wegeins Be-

»Wir moderieren das Dorfgespräch«

Chronisten des alltäglichen Lebens: Die Kreisredaktion ist lokal verankert und mit vielen Themen betraut

Die Kreisredaktion, in Anlehnung an

die historische Provinz Oberhessen

auch Provinzredaktion genannt, ist

zuständig für die Berichterstattung

über alles Geschehen im Gießener

Land –mit Ausnahme der kreisangehörigen,

aber mit Sonderstatus versehenen

Stadt Gießen. Zum Gießener

Land zählen wir die eigentlichen

Kreisgemeinden, zudem all jene Anrainer,

die in Struktur und Ausrichtung

dem weiteren Gießen-Umland

zugeordnet werden können,etwaHüttenberg

und Lahnau. Die Redakteurinnen

und Redakteure sind Chronisten

des alltäglichen Lebens, versuchen

dieses zu erklären und zubewerten,

sie moderieren das Ortsgespräch in

Städten und Gemeinden, sind Ansprechpartnerfür

diegroßen undkleinenDinge

des Alltags,für Politikund

Kultur, Wirtschaft und Vereinswesen.

Zwei Redakteurinnen, acht Redakteure

undein Volontär sind »Allrounder«,

lokal verankertund allenThemenund

Genres zugetan. Sie kümmernsichum

dieBerichterstattung, »bauen«die Zeitungsseiten,

recherchieren Geschichten,

fahren raus zu denLeuten. Sie setzen

freie Mitarbeiter ein, halten

Chronisten nicht nur des ländlichen Lebens inder Region: (v.l.) Ulla Sommerlad, Christina Jung, Matthias

Luft, Christoph Agel, Thomas Brückner und Reinhard Südhoff.

Kontakt vor allem zu Multiplikatoren

wie Bürgermeistern und Kommunalpolitikern,

zu Vereinen und Firmen.

Sie befassen sich mit hochwertigen

kulturellen Veranstaltungen ebenso

wie mit kleinen Jubiläen, mit runden

Geburtstagen oder Ehejubiläen. Die

»menschelnden« Geschichten über

den Nachbarn im Dorf sind ihnen

nicht fremd.

Dabei muss die Redaktion täglich den

Spagat schaffen, unter den vielen

Nachrichten die richtige Auswahl zu

treffen. Welche Nachrichten sind

wichtig und dringend, welche müssen

gleich am nächsten Tag ins Blatt, welche

haben einen höheren oder einen

nachrangigen Stellenwert? Welche interessieren

nur vor Ort, welche sind in

der ganzen Region von Bedeutung?

Gleichzeitig bemüht sich die Redaktion

unentwegt darum, den Ansprüchen

der Leser gerecht zu werden –

unddie sind sehr,sehrunterschiedlich.

Wer macht was inder fürs Gießener

Land verantwortlichen Redaktion?

Norbert Schmidt (no) ist seit 17Jahren

Ressortleiter. Der 59-Jährige kümmert

sich vornehmlich um kreispolitische

und überörtlich bedeutsame Themen

und Seiten, pflegt die Notizen aus der

Provinz in der Wochenendausgabe,

kümmert sich um die Leserfotoauswahl

und -kommentierung, hält Kontakteindie

Kultur-, Kunst- und(Rock/

Pop-)Musikszene hinein, greift gern

zur Fotokamera. (no) wohnt inKrofdorf-Gleiberg,

seinem Geburtsort,

spricht mit Vorliebe den ländlichen

Dialekt, also Platt. Reinhard Südhoff

undThomas Brückner sind seineStellvertreter.

Reinhard Südhoff (süd) ist

fürdas Mittelhessen-Geschehensowie

für Organisatorisches und mehr zuständig.

Der49-Jährigehatte zunächst

eine Redakteursstelle in der PolitikredaktiondieserZeitung.

Dann wechselte

er in die Bad Vilbeler Redaktion der

»Wetterauer Zeitung«,seit2011ist er in

der Kreisredaktion.

Thomas Brückner (tb) betreut seit vielen

Jahren Grünberg und Laubach.

Sein Volontariat führte den 53-Jährigen

nach Köln indie Redaktion von

Tagesschau/Tagesthemen des WDR

sowie nach Kassel zur »Hessisch-

Die Redakteure aus der

Provinz sind dicht dran

an den handelnden Akteuren

Niedersächsischen Allgemeinen«. In

Nordhessen wurde das Interesse am

»Lokalen« geweckt, im Gießener »Ostkreis«

erhält es –seit nunmehr 25Jahren

–Tag für Tag neue Nahrung.

Um die Kommunen Biebertal, Heuchelheim

und Wettenberg sowie

Lahnau kümmert sich Rüdiger (so)

Soßdorf. Der46-jährigegelernteHistoriker

und Fachjournalist hat ein Faible

für Kommunalpolitik. Er blickt auf

bald zwei Jahrzehnte journalistischer


Sonderveröffentlichung

3. November 2012

31

In Gießen ist ihnen nichts fremd: Christine Littau-Rust, Steffen Hanak, Stephan Sippel, Guido Tamme, Ulrich

Strack und Christine Steines (v. l.).

Neben den Terminen stehen

Aktionen und Leserservice

ganz oben auf der Agenda

rufsleben« über »Bauen-Renovieren-

Modernisieren« bis »Drinnen & Draußen«).

Am häufigsten in der Stadt

unterwegs ist freilich der ausgebildete

Fotograf Oliver Schepp (ep). Seit 1993

arbeitet der 41-Jährige den schreibenden

Kollegen zuund überrascht diese

oftmit genial ausgewählten Motiven.

Mit der Kreisredaktion teilt sich die

Stadtredaktion den Posten des Polizeiund

Gerichtsreporters. Momentan

nimmt Jungredakteur Steffen Hanak

(sha) diese Aufgabe wahr. Der 32-Jährige

sitzt oft im Gerichtssaal und ist gefordert

bei Unfällen, Großbränden und

schweren Straftaten. Diese hauptberuflichen

Zeitungsmacher werden unterstützt

von rund 20freien Mitarbeitern.

Diese werden zur Entlastung der Redaktion

vor allem an Wochenenden

undabendseingesetztDie meistensind

Studenten – und manche nutzen die

Gelegenheit, später durch ein Volontariat

ihr Hobbyzum Berufzumachen.

Über die Berichterstattung hinaus bemüht

sich dieStadtredaktiondurch Aktivitäten

um den Leserservice. Ein

Schwerpunkt sind dabei Radtouren

(Rallyes, Streckenfahrten, Radlertreff),

doch auch Telefonsprechstunden, der

Dauerbrenner Gießen-Quiz, regelmäßige

Straßenumfragen,Kochkurse,Sudoku-Regionalentscheid

oder die »Aktion

Dreckentdecker« sorgen für einen engen

Kontakt zwischen Redaktion und

Leserschaft.

(ta)

An Tagen wie diesen

Früher, als die Zeitungsseiten noch nicht

komplett am Computer gebaut, sondern aus

einzelnen Artikeln und Bildern zusammengepuzzelt

wurden, passierte das öfter als heute:

Ein Foto landete beim falschen Text. Manchmal

entstanden dabei ziemlich skurrile Kombinationen.

Im Gedächtnis geblieben ist der Besuch

einer Notarztwagenbesatzung ineiner Grundschule

imLandkreis. Der Bericht darüber war

einwandfrei. Das dazugehörige Foto allerdings

zeigte eine Gruppe Reservisten. Schön stramm

standen die Herren, obwohl sie nicht mehr die

Jüngsten waren…

Dem ersten Ärger folgte Erheiterung –als

nämlich ein überschwänglicher Leserbrief

eintraf mit herzlichem Lob andie Redaktion:

»Dank Ihnen wissen wir endlich, dass Deutschland

nicht nur die ältesten Studenten hat,

sondern auch die ältesten Grundschüler!«

Stehen ein für ihren Landkreis: (v. l.) Kays Al-Khanak, Rüdiger Geis, Rüdiger Soßdorf, Alexander Geck und

Norbert Schmidt.

Arbeit an der Basis, dicht dran an den

Menschen –anden Akteuren ebenso

wie andenjenigen, die von Entscheidungen

der Politik betroffen sind.

Buseck, Rabenau und Reiskirchen liegen

in der Hand von (rüg) Rüdiger

Geis. Der 50-Jährige ist seit seinem 17.

Lebensjahr journalistisch tätig, widmet

sich auch inseiner Freizeit gerne

dem Schreiben oder dem Filmen.

Kays Al-Khanak (khn) ist seit Neustem

verantwortlich für Allendorf/

Lumda, Lollar, Staufenberg und Fronhausen.Vorherwar

er dreieinhalbJahre

lang beim Schwesterblatt, der »Wetterauer

Zeitung«, tätig.

Christoph Agel (agl) kümmert sich

um alles inLanggöns, Linden, Pohlheim

sowie Hüttenberg. Bereits zu

Schülerzeitenhat er mitder freien Mitarbeit

bei der Gießener Allgemeinen

begonnen.

Christina Jung und Ulla Sommerlad

teilen sich eine Redakteurinnenstelle

undsindverantwortlichfür Fernwald,

Hungen und Lich. Ulla Sommerlad

(us) hat Mitte der 1980er Jahre bei der

Alles drin imBlatt von der

»menschelnden« Geschichte

bis zur Wirtschaftsnachricht

Gießener Allgemeinenvolontiert.Zum

Studium zog sie’s anschließend andie

Ostsee, nach Kiel. 1991 kehrte sie nach

Gießen zurück und arbeitet seither als

Redakteurin in der Kreisredaktion.

Christina Jung (ti) begann im August

2008 als Gerichts- und Polizeireporterin

ihre Arbeit imVerlag, nachdem sie

ihr journalistisches Handwerk bei einerkleinen

ZeitunginGelnhausengelernthatte.ImFrühjahr2010wechselte

die 38-Jährige indie Kreisredaktion.

Alexander Geck ist seit 1995 mehr als

nur der Fotograf in der Kreisredaktion.

Neben dem Anfertigen von Sonderseiten

oder Berichten aus der heimischen

Wirtschaft kümmert sich der

49-jährige Redakteur (age) um Termine

aller Art im Kreisgebiet. Zudem ist

er neben(agl) fürLanggönszuständig.

Als Volontär vervollständigt seit Juni

2012 Matthias Luft (mlu) die Kreisredaktion,

für die er 2009 zunächst als

freier Mitarbeiter tätig wurde. Daihm

kein festes Gebiet zugeteilt ist, taucht

der32-Jährigeinden unterschiedlichsten

Zusammenhängen auf. (süd)

Im Alltag von Lokaljournalisten gibt es –auch im

Landkreis Gießen –gute und schlechte Tage.

Wenn du zum Beispiel beim Versuch, die

Eröffnung der Hungener Umgehung zufotografieren,

die schlammige Böschung hinabrutschst

und die halbe Stadt zuguckt. Wenn du nach

diesem Missgeschick zudem so dreckig bist,

dass du an der anschließenden Feier inder

Stadthalle samt Festmahl nicht teilnehmen

kannst, weil dudringend deine Kleider wechseln

musst –dann hast du definitiv einen schlechten

Tag erwischt. Schön ist hingegen, wenn Leute

echtes Mitleid mit dir haben und sich Gedanken

darüber machen, wie sie dich vor solchem

Ungemach behüten können. Solch nette Zeitgenossen

sind die Narren vom Damen-Carneval-

Club »Närrische Rutarscher« inNonnenroth. Die

laden dich dann zu ihrer Prunksitzung ein,

geben die Geschichte von der Rutschpartie an

der Böschung vor voll besetztem Bürgerhaus

zum Besten –und schon findest dudich vorn

auf der Bühne wieder. Dort wirst dumit

Geschenken überhäuft. Man überreicht dir

einen »Fresskorb«, damit du daheim das

ausgefallene Festmahl nachkochen kannst. Und

einen Arbeitsschutzanzug, auf dass du in

Zukunft auch anden schlammigsten Abhängen

schön proper bleibst. Den Overall darfst du

übrigens gleich vor versammelter Mannschaft

anprobieren –und der Saal tobt angesichts

deiner Kehrseite vor Heiterkeit. Auf dem Rücken

steht nämlich in großen Lettern: »Achtung!

Böschungsfotografie«!

(us)


32 Die Redaktion

Die Teams der »Wetterauer Zeitung« in Bad Nauheim und Bad Vilbel

Schlüpfriges

Korrektursystem:

Eigentlich sind Rechtschreibprogramme dafür

da, Fehler zu finden und sie zu eliminieren.

Manchmal geht der Schuss allerdings nach

hinten los. Einen besonders pikanten Fall von

»Verschlimmbesserung« erlebte die Redaktion

vor knapp zwei Jahren. Ineiner Sitzung des

parlamentarischen Schul- und Kulturausschusses

war es um das Konzept für ein Militärmuseum

in Gießen gegangen. Inder anschließenden

Berichterstattung kam deshalb auch das Wort

»Militärausstellung« vor. Das Korrekturprogramm

des damaligen GAZ-Redaktionssystems

kannte diesen Begriff nicht und schlug deshalb

eine Alternative vor. Der Autor des Artikels ging

aus Versehen auf das (unmoralische) Angebot

der elektronischen Rechtschreibhilfe ein. Am

nächsten Tag stand folgender Satz inder

Zeitung: »Die Ausschussmitglieder interessierten

sich vor allem für die Frage, ob es noch eine

Chance gibt, den Bestand des früher imUS-

Depot untergebrachten CARE-Museums für eine

Missionarsstellung zusichern.« Von den parlamentarischen

Experten für Schule und Kultur ist

damals übrigens niemand inStellung gegangen,

um sich über die schlüpfrige Alternative zur

Militärausstellung zubeschweren … (pd)

Eine Blume

für jeden Redakteur

Reaktionen aus der Leserschaft (telefonisch,

persönlich oder per E-Mail) auf Beiträge inder

Zeitung gehören zum täglichen Brot der Redaktion.

Die Wortmeldungen sind meistens kritisch,

nämlich immer dann, wenn kleine Fehler

unterlaufen sind. Aber vereinzelt gibt esauch

Lob, wenn ein Bericht besonders gut gelungen

ist oder ein schwieriges Thema anschaulich

dargestellt wurde. Völlig unverhofft kam dagegen

eine ausdrückliche Anerkennung, als vor

zwei Jahrzehnten inder bis dahin konsequent

schwarz-weiß gedruckten »Allgemeinen« die

ersten Farbseiten auftauchten. Ein Gießener

kam damals hocherfreut über den technischen

Fortschritt bei »seiner« Zeitung ins Büro der

Stadtredaktion und überreichte jedem Redakteur

feierlich eine Blume.

(ta)

Zum Flanieren rund um den Teich im Kurpark hat die Redaktion inBad Nauheim zwar keine Zeit, aber zum Fototermin

Siggi Klingelhöfer, Christoph Hoffmann, Astrid Vetter, Michael Wiener, Constanze Cevik und Jürgen Wagner. Das gilt

Teichs niedergelassen hat: (v. l.) Gerald Schütz, Andrea Schnaubelt, Waltraud Brauns, Frauke Ahlers, Dagmar Bertram,

Wenig Zeit für einen Blick auf

Redaktion der »Wetterauer Zeitung« inBad Nauheim bestellt ein weites Feld –Großer

Ja, esstimmt: Wir haben es schön hier

in der Redaktion der »Wetterauer Zeitung«.

Die Räume, in denen unser

20-köpfiges Team jedenTag fleißig und

hoch motiviert ander jeweils aktuellen

WZ-Ausgabe werkelt, liegen zentral

amAliceplatz inBad Nauheim –

mit Blick auf den wunderbaren

Kurpark. Da sind die Kollegen, die in

Gießen den sogenannten Mantel, also

den überregionalen Teil der WZ, erstellen,

deutlich schlechter gestellt:An

der vierspurigen Marburger Straße,

umrahmt von Wohnblocks und viel

Asphalt. Haben wir deshalb Mitleid

mit den »Gießenern«? Natürlich nicht!

Zumal der Blick auf Bäume und Brunnen

bei dem intensiven Arbeitspensum

ohnehin eine rein theoretische

Option ist. Statt sich ander schönen

Aussicht zu erfreuen,konzentriert sich

das Redaktionsteam auf den Job, den

es täglichzuerledigen gilt:Den Lesern

eine attraktive Ausgabe zubauen, die

auf der einen Seite das rege Leben in

Vereinen, Verbänden, Organisationen,

Schulen, Politik oder Sport widerspiegelt,

auf der anderen Seite aber auch

den klassischen lokalen Recherchejournalismus

nicht vernachlässigt:

Qualitätsjournalismus, für den uns

das Grundgesetz besondere Rechte

und Schutz zugestanden hat.

Um diesen Aufgaben gerecht zuwerden,

steht Redaktionsleiter Siggi Klingelhöfer

eine Mannschaft zur Seite,

Das Redaktionsteam ist

eine gesunde Mischung

aus Jung und Alt

die –ummal in die Sportler-Terminologie

zuwechseln –eine gesunde Mischung

aus Jung und Alt darstellt.

»Alterspräsident« und einer von zwei

stellvertretenden Ressortleitern der

WZ-Redaktion ist Gerald Schütz, der

unter dem Kürzel (ütz) für die Friedberg-Berichterstattung

zuständig ist.

Daneben ist er auch Herr über den

»kleinen Friedberger Guckkasten«, die

Samstags-Kolumne, die mit Ironie,

Biss oder auch reinem Humor kleine

Das Einzugsgebiet des Verlages und

seiner Produkte reicht bis unmittelbar

vor die Tore Frankfurts. Dort existiert

seit 1991 eine Außenstelle der »Wetterauer

Zeitung«. Von hier aus werden

Bad Vilbel, Karben, Frankfurt und

Nidderau betreut.

Gewachsen sind die redaktionellen

Aufgaben und damit auch die Redaktion.Waren

es anfangs zwei Redakteure,

sind esheute vier, hinzu kommt

eine Redaktionsassistentin.

Das Team der WZ Bad Vilbel besteht

aus folgenden Mitarbeitern:

Holger Pegelow (pe) ist seit 1984 bei

der»Wetterauer Zeitung«.Anfangs hat

er viele Jahre die Berichterstattung

über BadVilbelübernommen, jetztleiteterdie

Redaktionund kümmertsich

um die gesamte Berichterstattung aus

Karben, woerauch wohnt. Antje Grunenberg-Heuer

(ach) ist seit 1986 bei

der WZ. 1991 ging die Karbenerin mit

Holger Pegelow von Bad Nauheim

nach Bad Vilbel. Seit vielen Jahren redigiertsie

dieFrankfurt-Seite.SeitAugust

ist sie auch für die Bad Vilbeler

Kommunalpolitik zuständig. Janine

Stavenow(jas) istseit1.Augustneu im

Redaktionsteam. Die Karbenerin war

zuvor viele Jahre als freie Mitarbeiterin

für diese Zeitung tätig. Mit zum

Team gehört seit dem Jahr 2007 Sabine

Bornemann (koe); sie wird nach der

Rückkehr aus ihrer Babypause ab August

2013 die Berichterstattung aus

undgroße Ereignisse in derKreisstadt

unter die Lupe nimmt. Ebenfalls stellvertretender

Ressortleiter ist Bernd

Klühs. Der Arbeitsbereich von (bk) ist

Bad Nauheim. Dritter im Bunde der

redaktionsintern als »A-Team« gehandelten

Gruppe ist Jürgen Wagner. Der

ambitionierte Hobby-Musiker unterstützt

dieKollegen(bk)und (ütz), mixt

mit Leidenschaft den samstäglichen

»Kurstadt-Cocktail« und kümmert

sich um die Kreispolitik.

Das »B-Team« ist verantwortlich für

die Berichterstattung aus dem Kreisgebiet,

legt aber verständlicherweise

Wert aufdie Feststellung,dassdas »B«

in der Gruppenbezeichnung keinerlei

Rangfolgeimpliziert. Nun, an Minderwertigkeitskomplexen

leidet die »B-

Gruppe« ohnehin nicht. Walter Engel

beackert unter dem Kürzel (en) die

nördliche Wetterau: Butzbach, Rockenberg,

Ober-Mörlen und Wölfersheim.

Die Berichterstattung über den

»Ostkreis« liegt in den Händen von

Dagmar Bertram. (dab) ist zuständig

für Florstadt, Reichelsheim, Echzell,

Vorden Toren Frankfurts

Seit 1991 gibt es eine Außenstelle inBad Vilbel –Vier Redakteure

Thomas Waechter berät

die Anzeigenkunden in der

südlichen Wetterau

Bad Vilbel übernehmen sowie Reportagen

und Porträts schreiben.

Seit zwölf Jahren unterstützt Anja

Weiske das Redaktionsteam. Die Bad

Vilbelerin ist dabei nicht nur für alle

administrativenDinge zuständig, sondern

ihr obliegt beispielsweise die

Bildbearbeitungund dasErstellenvon

Bilderstrecken fürs Internet.

VonAnfang aninBad Vilbel tätig ist

auch Thomas Waechter, zuständig für

die Betreuung von Anzeigenkunden.

Er fährt zuden Kunden, berät sie vor

Ort über die Gestaltung und Platzierung

von Anzeigen in unseren Verlagsprodukten.

Die Geschäftsstelle

betreuen Heidi Fabel und Silke Jung.

Sie beraten die Kunden –etwa bei der

Aufgabe von Anzeigen, aber sie verkaufen

auch Bücher und Tickets für

Veranstaltungen.

(pe)


Sonderveröffentlichung

3. November 2012

33

findet sich das Team dort gerne ein: (v. l.) Laura Kaufmann, Nici Merz, Gabriele Statt-Rühl, Petra Philipps-Neubert,

auch für die zweite Gruppe des Redaktionsteams der »Wetterauer Zeitung«, die sich hier ganz am Rande des

Michael Humboldt, David Heßler, Walter Engel, Bernd Klühs und Michael Nickolaus.

die Schönheiten des Kurparks

Landkreis und viele Kommunen werden betreut –Drei Michael inder Sportredaktion

Altenstadt, Büdingen, Nidda, Ortenberg

und Ranstadt. Den Südwesten

des WZ-Einzugbereichs hat David

Heßler unter seinen Fittichen. (hed)

berichtet aus Wöllstadt, Rosbach v.d.

H. und Niddatal. Gleichzeitig ist DavidHeßlerauchder

WZ-Internet-Chef:

Er betreut die Internetseite der WZ

(www.wetterauer-zeitung.de). Christoph

Hoffmann (chh) ist überall dort

im Einsatz, wo er wegen Urlaub,

KrankheitoderÜberlastungder Kollegen

gebraucht wird.

Laura Kaufmann (lk) ist aktuell die

einzige Volontärin im Team und unter

anderem mit der anspruchsvollen

Aufgabeder Gerichtsberichterstattung

betraut. Für die Kulturbühne zeichnet

Petra Philipps-Neubert (pp) verantwortlich.

InZusammenarbeit mit der

Kollegin in der Bad Vilbeler Süd-Redaktiongestaltet

siedas lokaleFeuilleton.

Frauke Ahlers ist eine Allrounderin.

Sie unterstützt dieLokalredaktion,

erstellt das »Senioren-Journal« ebenso

wie die Magazin-Beilage »Drinnen &

Draußen«. In Zusammenarbeit mitder

Anzeigenabteilung kümmert sich (fa)

um Sonderveröffentlichungen und

sammeltauf der»Verbraucherseite«interessante

Informationen aus der heimischen

Wirtschaft.

In der WZ-Sportredaktion sind alle irgendwie

gleich. Zum einen haben die

Kollegen eine hierarchische Struktur

gemeinsam abgelehnt, gibt es nicht

einmal einen primus inter pares. Zum

Gute alte WZ will nicht nur

gut und alt, sondern auch

aktuell und spannend sein

anderen haben alle den gleichen Vornamen:

Michael. Natürlich muss ineinem

kleinen Team jeder alles können,

aber es gibt Schwerpunkte: Michael

Nickolaus (mn) ist der absolute Experte

was Eishockey und den EC Bad

Nauheim angeht. Michael Humboldt

(mi) ist Fußballer und kümmert sich

auch um diese Klientel. Daneben verfasst

erregelmäßig Kolumnen für den

»Anstoß«. Die Leichtathletik ist das

Steckenpferd von Michael Wiener

(mw), der als Läufer selbst auch recht

flott unterwegs ist.

Das lokale Geschehen wird von unserer

Fotografin Nici Merz (nic) ins Bild

gesetzt, die auch auf den heimischen

Sportplätzen unterwegs ist.

Wenig bis nichts würde in der Redaktion

freilich ohne dasSekretariat funktionieren.

Für Mails, Telefon, Termine

und viele weitere Dinge (ja, auch für

Kaffee!) sind Gabriele Statt-Rühl, Andrea

Schnaubelt undConstanze Cevik

zuständig. Unabdingbar auch inZeiten

von PC und Internet sind unsere

beiden Termin- und Texterfasserinnen

Waltraud Brauns und Astrid Vetter.

Jederder hier genanntenKollegenund

Kolleginnen trägt dazu bei, dass die

gute alte »Wetterauer Zeitung« eben

nicht nur gut und alt, sondern für ihre

Leser hoffentlich auch täglich interessant,

aktuell, spannend und damit lesenswert

ist. Wenn doch mal etwas

danebengeht, dann gibt es ohnehin

nur einen wirklich Schuldigen –den

Chef:

(sk)

Mutiger Schritt

Nichts ist so langweilig wie die Zeitung von

gestern. Ich will wissen, was in der Welt, in

unserem Land, bei uns vor der Haustür passiert

–nicht irgendwann, sondern jetzt. Schon immer

haben Menschen mit den verfügbaren technischen

Möglichkeiten Nachrichten ausgetauscht,

Gedanken geäußert, Thesen aufgestellt. Martin

Luther hat von Gutenbergs beweglichen Metalllettern

profitiert, die Erfindung des Buchdrucks

war ein Katalysator der Reformation, als für

damalige Verhältnisse in atemberaubender

Geschwindigkeit Texte gedruckt, unter das Volk

gebracht und gelesen wurden.

Es ist nur logisch, dass für die Informationsverbreitung

die jeweils modernsten Medien genutzt

werden. Und dagingen Verleger und Journalisten

stets innovative Wege, sowie Ihr Verlagshaus

jetzt. Ich gratuliere Ihnen zu diesem

mutigen Schritt. Nun erwarte ich mal nicht,

dass der neue technische Standard der Mittelhessischen

Druck- und Verlagsgesellschaft,

dem zuEhren diese Sonderbeilage erscheint,

unser Land sogründlich reformiert wie Luthers

Druckwerke, doch ich schließe mich Ihnen an:

Auch ich glaube andie Zukunft der Zeitung,

denn sie lebt von der Neugier und dem Wunsch,

sich mitzuteilen. Natürlich sind Druckerzeugnisse

im Gegensatz zuOnline-Publikationen an

einen Redaktionsschluss gebunden, aber ob die

Zukunft ausschließlich Online-Medien wie der

»Huffington Post« gehört, vermag ich nicht zu

beurteilen.

Ich wünsche Ihrem Haus und allen Ihren Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern der schreibenden

Zunft eine erfolgreiche Zukunft!

Joachim Arnold

Landrat

Nachgefragt

In meiner Zeitung wünsche

ich mir …

Gut aufgestellt: Heidi Fabel, Holger Pegelow, Thomas Waechter, Anja Weiske, Janine Stavenow und Antje

Grunenberg-Heuer (v. l.) vor dem Alten Rathaus von Bad Vilbel.

»… auch weiterhin eine bunte Mischung aus

regionalen Informationen und interessanten

Berichten mit hoher Aktualität. Die besondere

Nähe zu den Menschen macht diese Zeitung so

attraktiv!«

Frank Müller, Leiter des Kur- und

Servicebetriebs der Stadt Bad Nauheim


34 Die Redaktion

Lokalredaktion der »Alsfelder Allgemeinen«, Fotografen, Repro und Kinderseite

Der neue Sitzungssaal

im Rathaus

75 Millionen Euro kostete das Rathaus am

Berliner Platz. Dafür gab’s unter anderem einen

neuen Sitzungssaal. Und so hat er anfangs

funktioniert: So kennt man das aus Katastrophenfilmen:

Erst flackert das Oberlicht, dann

kollabiert ein technisches System nach dem

anderen. Auf dem Höhepunkt der Krise fallen

dann meist Sätze, wie ihn Tom Hanks im

Hollywood-Streifen »Apollo 13« sagte: »Houston,

wir haben ein Problem.« Magistrat, wir haben

nicht nur ein Problem, lautete amspäten

Donnerstagabend der Notruf der Gießener

Stadtverordneten. Nach gut fünf Stunden

Beratungen ereilte den Sitzungssaal im neuen

Rathaus ein technischer K. o., den Gerhard

Merz und Klaus Peter Möller, die Fraktionsvorsitzenden

von SPD und CDU, in seltener Einmütigkeit

feststellten. Daraufhin brach Stadtverordnetenvorsteher

Dieter Gail (CDU) die Sitzung ab.

Den gegen 23.15 Uhr noch anwesenden beiden

Vertretern der Gießener Tageszeitungen rief der

sichtlich genervte Parlamentschef zu: »Schreiben

Sie ruhig, wie Sie das heute Abend hier

empfunden haben. Sie haben meine volle

Sympathie.« Den Schlusspunkt einer denkwürdigen

Sitzung bildete der komplette Ausfall der

Mikrofonanlage. Zuvor hatte bereits ein Tischmikro

nach dem anderen seinen Geist aufgegeben.

(mö)

Im Flug zur

Sonnenfinsternis

Es sollte ein Jahrhundertereignis werden. Doch

dann lag Gießen amMorgen des 11. August

1999 unter dichten Wolken. Pech, auch für die

Stadtredaktion. Was nun? Die Medien melden,

dass drei Concorde-Flugzeuge im Schlepptau

des Kernschattens fliegen. Moment mal.

Flughafen? Lützellinden! Das ist es! Ein Anruf.

Erich Allendörfer ist schon auf dem Weg zu

seinem Viersitzer, einer »Commander«. Sein

Ziel: Südwest-Deutschland, dort soll das Wetter

besser sein. Ja, erwartet. Mit dem Motorroller

rase ich zur Maschine, sofort heben wir ab. 40

Minuten tut sich nichts. Dann plötzlich –ein

Loch in der Wolkendecke. Erich Allendörfer zieht

steil nach oben, er sieht eszuerst. »Da! da!

–Sagenhaft.« Wir sind überwältigt und genießen

den Blick auf das große, schwarze Ding. Glänzender

Stoff für die Reportage, die am nächsten

Tag erscheint.

(si)

Ausdem Vogelsberggebiet

Seit 1948 gibt es eine eigene Zeitungsausgabe für die Region Alsfeld

Mittendrin im Alsfelder Geschehen und imwestlichen Vogelsberg eine feste Bank: Joachim Legatis, Ute

Eichenauer, Ingeborg Hedrich, Kerstin Schneider und Rolf Schwickert (v. l.).

Das Verbreitungsgebiet der bei der

Mittelhessischen Druck- und Verlagsgesellschaft

erscheinenden Zeitungen

reicht vonden TorenFrankfurtsimSüden

Hessens bis an die Landkreise

Marburg-Biedenkopf und Schwalm-

Eder im Norden. Die »Alsfelder AllgemeineZeitung«

erscheintseit1948(zunächst

als »Alsfelder Freie Presse«) im

In einem kleinen Team

sollte jeder mit allen

Themen vertraut sein

westlichen Teil des Vogelsbergkreises

und hat ihren Hauptstandort mit Sitz

der Lokalredaktion immer in Alsfeld

gehabt.

DasVerbreitungsgebietreichtvon den

Großgemeinden Mücke, Gemünden

und Homberg im Südwesten über Ulrichsteinund

Feldatal im Zentrum des

Kreises bis nach Romrod, Alsfeld, Kirtorf

und Antrifttal.

Waren esinden 50er, 60er und 70er

Jahren des vergangenen Jahrhunderts

regelmäßig Ein-Mann-Besatzungen in

der Redaktion, die sich zunächst um

Nachrichten aus der Region (damals

der Altkreis Alsfeld) und dann mehr

und mehr auch umFotos kümmerten,

so wurde das Personal zuBeginn der

1980er Jahre verdoppelt. Aus dieser

Zeit stammt der heutige Redaktionsleiter

Rolf Schwickert, der vor seiner

Arbeit im Vogelsberg als freier Mitarbeiter

für die Gießener Kreisredaktion

in ganz Mittelhessen unterwegs war.

Stellvertreterin Kerstin Schneider hat

den Einstieg inden Beruf gleichfalls

als freie Mitarbeiterin und über ein

Praktikum gefunden. Sie berichtete

nach dem Volontariat ab1988 als Vogelsbergerin

naturgemäß zunächst

über ihre engere Heimat. Seit 1990 gehört

sieindie Redaktionder »Alsfelder

Allgemeinen Zeitung«. Schließlich

wird das Team der Alsfelder Lokalredaktion

seit 1995 von Redakteur Joachim

Legatis ergänzt.

In einerkleinen Lokalredaktion gibt es

für die einzelnen Mitarbeiter keine

eng abgesteckten Arbeitsbereiche, jeder

sollte mit den sich täglich bietenden

Themen vertraut sein oder sich

zumindest rasch einarbeiten können.

Gleichwohl hat jeder Redakteur einige

Schwerpunkte, bei denen ermit Problemen

und beteiligten Personen vertrautist.

Dasdient auch dazu,dassdie

handelnden Personen – etwa in der

Kommunalpolitik oder aus dem Vereinswesen

– einen vertrauten Ansprechpartner

haben.

Redakteur Joachim Legatis bearbeitet

als Schwerpunkt die Kommunen Alsfeld

und Feldatal, gemeinsam mit

KerstinSchneider kümmertersichum

die Kreispolitik, zu der auch der

Zweckverband Abfallwirtschaft Vogelsbergkreis

gerechnet werden kann.

Kerstin Schneider ist außerdem bei

allen Themen in Homberg präsent,

während Rolf Schwickert das Geschehen

inMücke und Gemünden im

Auge behält. Die hier nicht genannten

Kommunen werden wechselweise von

allen drei Redakteuren betreut. Komplettiert

wird die Außenstelle Alsfeld

Kennen Sie Oliver Schepp? Nein? Vermutlichdoch,

denn gesehenhaben ihn

bestimmt ganz viele Menschen inund

um Gießen schon einmal. Denn unser

Fotograf Oliver Schepp ist täglich mit

der Kamera unterwegs, hält im Bild

fest,was meistdirektamnächstenTag

in derZeitungabgedruckt wird.Ebenso

wieAlexander Geck.SeinRevierist

Statt »Automatik«

spielen mit Blende

und Belichtungszeit

das Kreisgebiet. Beide sind Profis, habenihr

Handwerk gelernt, wissen,wie

man Menschen ins rechte Licht rückt.

Auf »Automatik« stellen sie ihre Kamera

nurselten. Sie spielenmit Belichtungszeit

und Blende. Sie erwischen

die richtige Szene beim Markttag, fangendie

Spiegelungeninder Glasfassade

eines Neubaus ein, wissen, wie

man Bewegung ins Bild bringt, Stimmungen

originalgetreu wiedergibt.

Die Damen von der

Geschäftsstelle sind nah am

Kunden und fitamTelefon

durch die beiden Damen inder Geschäftsstelle

am Ludwigsplatz, Ingeborg

Hedrich (seit 1989) und Ute

Eichenauer (seit2005).Beide kümmern

sich vormittags um Anliegen derKunden,

etwa beim Bücherverkauf, nehmen

Anzeigen entgegen oder sind zuständig

bei Fragen rund um den

Vertrieb. Zudem arbeiten die beiden

Kolleginnen der Redaktion zu, betreuen

dieTermine,die dann aufder Pinnwand

erscheinen und sind immer

auch dann am Telefon, wenn wieder

einmal Eintrittskarten für Konzerte

oder andere Veranstaltungen verlost

werden.

(rs)

Immer auf der Pirsch

Unsere Fotografen setzen Menschen ins rechte Licht, bringen

Das optimale Bild ist ihr bevorzugtes Metier:

Lense, die in der Abteilung Bildbearbeitung


Sonderveröffentlichung

3. November 2012

35

Komplizierte Welt

Auf »Meine Seite« werden komplexe Themen kindgerecht entwirrt

Wie entstehen Wolken? Was macht eigentlich

eine Bundeskanzlerin? Und

warum wollen gerade so viele Menschen

aus Syrien weg? Kinder haben

viele Fragen. Wir wollen diese Fragen

beantworten und den Kindern sohelfen,

die Welt ein bisschen besser zu

verstehen. Racker, der pelzige Chefreporter

von »Meine Seite«, erzählt in

fast jeder Ausgabe der »Gießener/Alsfelder

Allgemeinen« und der »Wetterauer

Zeitung« in einfachen Worten,

was gerade beispielsweise in der Politik

passiert und warum das so ist.

Auch schlimme Katastrophen verschweigt

derkluge Waschbär denKindern

nicht. Er will sie nicht mit den

schrecklichen Bildern aus den Nachrichten

alleine lassen, sondern ihnen

behutsam erklären, was passiert ist

und wie es dazu kommen konnte.

Doch die Welt der Kinder besteht aus

mehr als ausden Themen derErwachsenen.

Spannend finden sie vor allem

Racker will Kindern helfen,

die Welt ein bisschen

besser zu verstehen

Sport und Tiere –ein Heimspiel für

den Waschbären Racker. Hilfe bekommt

er beiseinerArbeitvon Redakteurin

Katrin Nahrgang (kan) –oder

von den Kindernselbst. Dennsie können

»Meine Seite« mitgestalten, beispielsweise

mit ihren Lieblingswitzen

und ihren Bildern.

Im Rahmen der Projekte »Zeitung in

derGrundschule« und»Literacy–Lernen

mit Echtzeug« können die jüngsten

Leser aus nächster Nähe miterleben,

wieihreZeitungproduziertwird.

Sie dürfen mitbestimmen, was am

nächsten Tagauf »Meine Seite« zu entdecken

ist, können die Redakteure mit

Fragen löchern und sehen, wo ihre

Zeitunggedrucktwird. Racker kommt

aber auch mal aus der Redaktion raus.

Bei vielen Märkten und Messen in der

Region können die Kinder auf Tuchfühlung

mit dem Waschbären gehen,

das nächste Mal beim Weihnachtsmarkt

inGießen.

(kan)

Abnehmaktion

für die Schwätzer

Einmal im Jahr dürfen Redakteure, die sonst auf

die nüchterne Nachrichtenübermittlung geeicht

sind, ihrer Fantasie freien Lauf lassen und eine

Veranstaltung oder eine kleine Reportage frei

erfinden. Wenn diese dann auch noch glaubwürdig

dargestellt wird, gelingt es immer wieder, die

Leserschaft inden April zuschicken. Die

Stadtredaktion hat dies in den letzten Jahren

beispielsweise geschafft mit der Gründung einer

Vierziger-Vereinigung, einer Treibjagd gegen die

Entenplage imSchwanenteichgebiet oder einem

Konzert der Drei Stimmen gegen das geplante

Einkaufszentrum amOswaldsgarten: Besonders

verwirrend dürfte die gesundheitsbewusste

Abspeckaktion für »Die drei Schwätzer« in der

Fußgängerzone gewesen sein. Denn am Erscheinungstag

der Zeitung hatte die Redaktion

prompt eine Protestaktion ander beliebten

Figurengruppe inszeniert.

(ta)

Nachrichten aus der Politik und der Welt sind spannend, auf »Meine Seite« sollen die Kinder aber auch

unterhalten werden. Dafür sorgen –wie man sieht mit viel Freude ander Sache –Katrin und Racker.

nach spannenden Motiven

Bewegung ins Bild und fangen Stimmungen ein –Bildbearbeitung gehört dazu

Fotograf Oliver Schepp (r.) mit Manuela

tätig ist.

Zu den Profifotografen im Haus gehört

auch Nici Merz, die für die »Wetterauer

Zeitung« auf Motivjagd geht

(siehe Seite 30-31).

Die Fotografen werden von den Ressortleitern

oder den Redakteuren mit

Aufträgen versorgt, sie nehmen also

vorgegebene Termine wahr. Aber sie

begebensichauchauf eigene Faustauf

Motivsuche, fangen »die« Szene ein,

die amnächsten Tag die erste Lokaloder

Kreisseite schmückt.

Die festen und freien Fotografen liefern

meist Fotos in bester Qualität,

aber manches Bild muss dennoch

nachbearbeitet werden. Das wird in

der Abteilung »Bildbearbeitung« erledigt,

die im allgemeinen Redaktionssprachgebrauch

noch immer »Repro«

oder »Scanner« genannt wird. Nun,

eingescannt wird im Zeitalter derdigitalen

Fotografie fast nichts mehr, und

»Reproduktionen« benötigenwir auch

keine mehr. Dafür, dass die Bilder in

brillanter Qualität in dieZeitungkommen,

sorgt Manuela Lense. (bb)

Auch er ist ein Profifotograf:

Alexander Geck.

Straftäter bedroht

Gerichtsreporter

Durch seinen Bericht über den ersten Verhandlungstag

hatte sich 1980 Gerichtsreporter »ta«

den Zorn eines Angeklagten zugezogen. Nach

der Fortsetzung des Strafprozesses bedrohte

ihn deshalb der Hüne: »Ich schlag dich zusammen,

wenn du heute Abend heimkommst!« Der

verängstigte Jungredakteur petzte das dem

Gerichtsvorsitzenden, der den Verurteilten

daraufhin insein Zimmer beorderte und mit

einem umgehenden Widerruf der Bewährung

drohte, sollte ersich nach Wieseck begeben.

Für den Straftäter war die Sache damit vermutlich

erledigt, aber der Eingeschüchterte näherte

sich nach Feierabend mit einem mulmigen

Gefühl seiner Wohnung amReichelsberg, sehr

zaghaft und sicherheitshalber auf einem

anderen Weg als gewohnt.

(ta)


36 Die Redaktion

Multitalente gefragt: Organisation, Archiv und Korrektorat

Ohne Sekretariat geht esnicht

Fünf Frauen und ein Mann arbeiten den Redakteuren zu, kanalisieren die Flut der Mails, pflegen das Archiv und hüten das Telefon

Im Sekretariat einer

Zeitungsredaktion laufen

viele Fäden zusammen

Für was ein Sekretariat zuständig ist,

muss man nicht groß erklären. Aber

dennoch macht es einen Unterschied,

ob das Unternehmen, das Sekretärinnen

und Sekretäre beschäftigt, Autos

herstellt oder vielleicht Hüte.Jeder Arbeitgeber

hat unterschiedliche Anforderungsprofile

an sein Sekretariat.

Das gilt auch und vor allem für die

Redaktion einer Zeitung. Unsere Sekretärinnen

und unser Sekretär müssen

–dienstlich gesehen –nichts wissen

über die Reifengröße eines

Mittelklassewagens. Auch nichts darüber,obein

Filzhut denMannoderdie

Frau besser vor Regen schützt als eine

Kopfbedeckung aus Wolle. Unser Sekretariat

muss möglichst viel wissen

über Zeitungen, über Herstellung und

Verteilung, über die Redaktionsstrukturen,

das Verbreitungsgebiet, die

Aufgaben der Redakteure. Die Kolleginnen

und der Kollege müssen wissen,

wer für was zuständig ist, müssen

mit Geduld und ehrlichem

Interesse die Anfragen und eventuell

Kollegen kennen den

Tagesablauf inder Redaktion

fast so gut wie ein Redakteur

die Beschwerden der Leser entgegennehmen.

Sie müssen aber auch dabei

helfen, imRedaktionsalltag die Weichen

richtig zustellen, die Post und

die Mails zu kanalisieren. ImSekretariat

laufen vieleFädenzusammen. Damit

eskeine Knoten gibt, müssen die

Sekretärinnen die Enden imAuge behalten,

dürfen nicht hektisch werden.

Unsere Mitarbeiter/innen im Sekretariat

können das. Am längsten dabeiist

Helga Klein. Seit 42Jahren ist sie bei

derMDV beschäftigtund warauch in

anderen Abteilungen des Hauses im

Einsatz. Frau Klein, die inder Freizeit

gerne und auf hohem Niveau Tischtennis

spielt, vertritt auch die Sekretärin

der Geschäftsleitung. Ebenfalls

lange dabei (seit 27 Jahren) ist Anette

Weil, die den Tagesablauf in der

Redaktion sicher sogut kennt wie ein

Redakteur.

Das gilt auch für Sabine Meyer, einst

eine erstklassige Handballerin, und

Sabine Heß, die Druckerin gelernt hat

und über einige andere Stationen den

Sie stellen die Weichen, achten darauf, dass der »Fahrplan« eingehalten wird: Das Redaktionssekretariat, zuständig

auch fürs Archiv: (v. l.) Sabine Meyer, Uwe Degen, Anja Kern, Helga Klein, Anette Weil und Sabine Heß.

Weg ins Sekretariat fand. Anja Kern

war viele Jahre für die Honorarabrechnung

der freien Mitarbeiter zuständig.

Frau Kern verstärkt nun das

Sekretariatsteam. Einziger Mann dabei

ist Uwe Degen. Der passionierte

Chorsänger ist fürs Archiv zuständig,

verschickt Belege und betreut die

»Pohlheimer Nachrichten«. Redakteure

wissen die Arbeit des Sekretariats

zu schätzen.Sie wissen:OhneSekretariat

geht es nicht.

(bb)

Korrektoren sind die ersten Leser der Zeitung

Haben »Duden« und Rotstift immer zur Hand: Petra Pickenhahn und ihr Team verhindern, dass peinliche Fehler ins Blatt kommen

Dem Druckfehler möglichst immer einen Schritt voraus: Wolfgang Schmelz, Manfred Abendroth, Karl-Heinz

Hofmann, Ulrich Krieb und Petra Pickenhahn.

Wir sind die ersten Leser Ihrer Zeitung,

noch bevor sie gedruckt wird.

Sicher kennen Sie das: Sie schreiben

einen Text, zum Beispiel einen Brief.

Sie feilen an denFormulierungen, stellen

Passagen um, grübeln. Wenn Sie

schließlich zufrieden sind, zeigen Sie

das Geschriebene einem Freund, der

noch mal »drüberliest« – zur Sicherheit.

Und der Freund findet dann tatsächlich

ein fehlendes Komma, eine

falsche Wortendung, einen Buch–

stabendreher – und malt mit rotem

Stift inIhrem Text herum.

Genauso geht es unseren Redakteuren.

Oft schreiben sie unter Zeitdruck,

weil eine aktuelle Meldung noch ins

Blatt soll.

Damit inIhrer Zeitung dennoch möglichst

wenig Fehler auftauchen, gibt es

für diese Aufgabe das Korrektorat.

Wir lesen das, was die Redakteure geschrieben

haben, korrektur. Unser

Korrektoren finden, was

das Rechtschreibprogramm

nicht wissen kann

Handwerkszeug ist der Rotstift und

der »Duden«. Wir vergleichen Namen,

überprüfen Datenund Fakten undfinden

akribisch das, was das Korrekturprogramm

des Redaktionssystems

übersehenhat –oderschlichtnicht finden

kann, weil es sich in der Region

nicht auskennt. Die Korrekturen werden

von den Redakteuren und uns in

den Text eingearbeitet, erst danach

geht dieser inden Druck.

Wir sind also die ersten Leser Ihrer

Zeitung, noch bevor sie erscheint. Wir,

das sind Manfred Abendroth, Wolfgang

Schmelz, Ulrich Krieb, Karl-

Heinz Hofmann und Teamleiterin ist

Petra Pickenhahn

Was unsere Leser nicht zusehen bekommen –Fundstücke aus dem Korrektorrat


Neue Medien

und Technik

Was wir außer Zeitung sonst noch machen und wie rasant sich die Technik verändert hat

Wenn es um Nachrichten, um Reportagen und Hintergrundinformationen

geht, sind Tageszeitungen nach wie vor eine

der ammeisten genutzten Informationsquellen. Doch ohne

Online-Angebote, ohne redaktionelle Seiten imInternet,

ohne E-Paper, Fotostrecken, Videoclips und Archivnutzungsmöglichkeiten

geht esnicht. Wir stellen uns diesen

Anforderungen. Auch imPrintbereich haben wir neue

Angebote: Das Magazin »streifzug«, die »Schüler AZ«,

Beilagen wie »Drinnen und Draußen«. Relativ neu imBlatt

ist die Kinderseite. Schon länger imAngebot ist das

»Seniorenjournal«. All das und den Wandel in der Zeitungstechnik

beschreiben wir auf den folgenden Seiten.


38 Neue Medien

Per Mausklick mittendrin: Archivsuche und E-Paper

Gefällt das?

Über eine Milliarde Menschen

weltweit nutzen das

Netzwerk Facebook. Hier

treffen sie Freunde, Gleichgesinnte, ihre Lieblingsband

oder erfahren das Neueste über ihre

Lieblingsmarken. Auch die »Gießener Allgemeine«

und die »Wetterauer Zeitung« teilen lokale

Nachrichten, Terminankündigungen und Ausgehtipps

bereits mit mehreren Hundert Fans.

Werden auch Sie einer davon und geben Sie

uns ein »Daumen hoch«.

facebook.com/GiessenerAllgemeine

facebook.com/WetterauerZeitung

Keine langen Regalreihen, sondern ein kleiner Suchschlitz führt zuden Schätzen unseres Archivs. Die teils

hundert Jahre alten Zeitungsseiten lassen sich dann bequem am Computer aufrufen.

Ab 1809 ohne Staub stöbern

Digitales Zeitungsarchiv umhistorische Bestände aus der Wetterau erweitert

Historisches Geschenk

Als extravagentes Geschenk ist die historische

Zeitung genau richtig, wenn esetwas ganz

Besonderes sein soll. Egal zuwelchem Anlass

– ob Hochzeit, Geburtstag oder Jahrestag –wir

erstellen eine nachgedruckte Zeitung zuIhrem

Wunschdatum. Beachten Sie aber bitte, dass

nicht anjedem Tag des Jahres eine Zeitung

erscheint und dass besonders nach dem Krieg

nur unregelmäßig gedruckt wurde. Gerne

können Sie das digitale Zeitungsarchiv (rechts)

für eine Vorrecherche nutzen. Fragen Sie bitte

vor der Bestellung nach, ob die gewünschte

Ausgabe vorliegt. Telefon: 0641/3003-259.

Was stand am eigenen Geburtstag in

derZeitung? Waswurde über dieFußball-WM

1990 geschrieben? Wie ging

es in der Lokalpolitik inden Siebzigern

zu? Inwelchem Jahr kam Elvis

Presley in Deutschland an?

Zu all diesen Fragen und noch vielen

mehr finden sich mit Sicherheit Antworten

in unserem digitalenZeitungsarchiv.

Traditionell heben Verlage ihre

gedruckten NachrichtenzudickenBüchern

gebunden auf. Aber statt meterlange

Archivregale abzusuchen oder

in staubige Keller zu steigen, müssen

Sie nur zuunserem Internet-Auftritt

»Friedberger Wochenblatt«

aus napoleonischer Zeit

als Faksimile herunterladen

surfen, dort können Sie alle über die

Jahrzehnte, in einigen Fällen auch

Jahrhunderte, gesammelten Nachrichten

der Region bequem aufrufen. Wir

habendafür alle unsere Bändemit den

historischen Zeitungen komplett digitalisieren

lassen, sodass Faksimile der

»Gießener Allgemeinen Zeitung« seit

dem ersten Erscheinen 1946 und alle

Ausgaben der »Wetterauer Zeitung«

seit 1948 im Archiv verfügbar sind.

Hinzugekommen ist das sogenannte

Vorkriegsarchiv, bei dem die älteste

Ausgabeaus einerZeitstammt, als Napoleon

noch Teile Deutschlands besetzthatte,nämlich

ausdem Jahr 1809.

Damals erschien die Zeitung aber

noch nicht wie heute als »WZ«, sondern

als »Allgemeines Friedberger

Wochenblatt«.

Ob Privatperson, Verein, Kommune

oder Universität –für historische Recherchen

ist das digitale Archiv ein

wahrer Schatz. Gesucht werden kann

über eine einfache Stichwortsuche oder

nach einem konkreten Datum mit Jahreszahl.

Ihren Suchtreffer erhalten Sie

in Form einer digitalen Zeitungsseite

als PDF-Datei. Wenn Sie die erste Zeitungsseite

laden wollen, entscheiden

Sie sich für einen 24 Stunden gültigen

Tagespass oder für einen Laufzeitvertrag.

Inbeiden Fällen können mehrere

Seiten aus dem Archiv geladen werden,

sollte sich nicht sofort ein passender

Treffer finden. Als Privatperson

Sofortige Freischaltung

nach Registrierung über

die Internet-Seite

mit Abonnement einer unserer Zeitungen

stöbern Sie bei Laufzeitverträgen

natürlich zum Vorzugspreis. Für

Geschäftskunden gelten Sondervereinbarungen.

Die Registrierung ist leicht über unsere

Internet-Seite möglich. Denn Sie

müssen nur den Anweisungen folgen,

sobald Sie eine Archivseiteherunterladen

möchten. Nach dem Kauf werden

Sie ohne lange Wartezeitsofortfür den

Zugriff freigeschaltet.

(one)

archiv.giessener-allgemeine.de

archiv.wetterauer-zeitung.de

archiv.alsfelder-allgemeine.de

Dem »Gezwitscher« folgen

Schnell, schneller, Twitter

–kein anderer Kanal im

Internet eignet sich so gut

für schnelle Informationen

wie Twitter. In 140 Zeichen

bleiben Sie als unser Follower von

@Allgemeine und @wzonline auf dem Laufenden,

was inder Wetterau und Gießen gerade

passiert oder die Vögel sprichwörtlich von den

Bäumen »zwitschern«. Folgen Sie uns auf

Twitter unter:

www.twitter.com/Allgemeine

www.twitter.com/wzonline


Sonderveröffentlichung

3. November 2012

39

Besonders bei Zeitungslesern beliebt

Abonnenten wählen häufig das E-Paper als zusätzliches Angebot zur gedruckten Zeitung –Einzelkäufe vor allem mit PayPal nehmen zu

DasE-Paper als originalgetreuedigitale

Ausgabe der gedruckten Zeitung

erfreut sich seit dem Verkaufsstart vor

rund drei Monaten immer größerer

Beliebtheit. Täglicherreichen unsneue

Bestellungen, die Abonnentenzahlen

sind seit Juli bereits inden dreistelligen

Bereich geklettert. Die mobile

Nutzbarkeit und die Auslieferung bereits

ab5Uhr früh, unabhängig von

Wind und Wetter, sind nur einige Argumente

für das E-Paper.

Die bisherigen Erfahrungen sind

durchweg positiv: Viele Leser rufen

zuerst die voll funktionsfähige Demo-

Ausgabe auf, die alle Features eines E-

Papers bietet, um sich einen Eindruck

zu verschaffen. Dann entscheiden sich

diemeisten füreineAbo-Variante. Andere

nutzen gelegentlich denEinzelabruf

über den Bezahldienst PayPal oder

zahlen direkt ohne weitere Verpflichtung

per Handy-Rechung – auf

Lesen amDesktop

mit dem Smartphone

oder dem Tablet

Wunsch auch ohne die Eingabe von

persönlichen Daten.

Egal auf welchem Weg Sie lesen wollen,

das E-Paper können Sie bequem

am Schreibtisch-PC und Laptop sowie

auf den gängigen Smartphones und

Tablet-Computernaufrufen. Im Mittelpunkt

steht dabei immer die bewährte

Zeitungsaufmachung, bei der alles am

gewohnten Platz ist. Nachrichten,

Sport, Lokales –auf keinen Inhalt, der

in dergedrucktenAusgabesteht,muss

verzichtet werden. Die digitale Zeitung

wird in einem blätterbaren Katalogdargestellt,

oder aufmobilen Geräten

als verschiebbare Einzelseiten. Ein

Download von Einzelseiten oder der

Gesamtausgabe als PDF-Datei ist jederzeit

möglich, auch dann, wenn die

nötigen Technologien wie Flash oder

Java nicht auf dem Gerät zur Verfügung

stehen.

Zeitungsvollabonnenten lesen jede

E-Paper-Ausgabe zu einem zusätzlichen

monatlichen Vorzugspreis ab

4,50 Euro, reine Online-Leser erhalten

das E-Paper ab 21 Euro im Monat. Im

Einzelverkauf kostet eine Ausgabe

1,30 Euro.Besondersdie Bestandskunden,

diebereits eine gedruckte»Gießener

Allgemeine«, »Alsfelder Allgemeine«

oder »Wetterauer Zeitung« lesen,

begeistern sich für das neue E-Paper-

Angebot. »Wir haben hauptsächlich

Bestellungen von Kunden, die das

E-Paper zusätzlich kaufen«, bestätigt

Rainer Kraemer aus der Vertriebsabteilung

des Verlags. Gerne genutzt

wird nunauchdie Möglichkeit, im Urlaub

die Zeitung zu lesen. Statt das

Mit dem E-Paper aus unserem Verlag lassen sich unsere Zeitungen im gewohnten Layout auf den meisten

mobilen Geräte zu jeder Zeit abrufen und online lesen.

Nur eine Kennung

für Archiv, Kommentare

und das E-Paper

Abonnement während der Ferien zu

unterbrechen, lässt sich auf eine digitale

Zeitung ausweichen. Zwar muss

dafür erst ein Nutzerkonto eingerichtet

werden, aber bereits imnächsten

Urlaub profitiertman vonder einmaligen

Registrierung. Soist man auch im

Ausland –prinzipiell überall, wo Zugang

zum Internet besteht – in bewährter

Weise über das Geschehen in

der Heimat informiert.

DieRegistrierung erfolgtübereineder

Nachrichtenseiten unserer Zeitungen,

dort navigieren sie über den Punkt E-

Paper zu der gewünschten Ausgabe

und wählen eine tagesaktuelle Ausgabe

oder eine der letzten zwölf Tage.

Sobald eine Zeitunggewählt ist, folgen

Sie einfachden Anweisungen, nötigist

nur eine gültige E-Mail-Adresse, mit

der bestätigt wird, dass die Anmeldung

korrekt durchgeführt wurde.

Wollen Sie von den günstigen Preisen

für Bestandskunden profitieren, benötigen

wir zusätzlich noch die Abonnenten-Nummer

der Zeitung. Diese

finden sie in der Regel auf ihrem Abo-

Bestellschein oder der Abrechnung.

Wenn die Abo-Nummer korrekt eingegeben

wurde, wird der Preis des E-

Papers automatisch mit einem Rabatt

belegt und auf einen günstigen Betrag

gesenkt. Bevor die Bestellung dann

ganz abgeschlossen ist, wir dieser Betrag

zur Prüfung noch einmal angezeigt.

Wählen Sie eine Variante mit

Laufzeit, wird noch die Bankverbindung

für die Lastschrift benötigt. Egal

ob Einzelkauf oder Abonnement, das

E-Papersteht sofortnachder Registrierung

zumAbruf bereit.Und zukünftig

können die Anmeldedaten auch sofort

über den Link »Anmeldung« ganz

oben rechts im Kopf derSeite eingetragen

werden, damit das E-Paper sofort

nach der Wahl der Ausgabe aufgerufen

werden kann. Eine einmal angelegte

Nutzerkennung kann dann auch

weiterverwendet werden, um Zugang

zum Archiv zuerhalten (Seite 38) oder

um Online-Artikel auf unseren Nachrichtenseiten

zu kommentieren. Eine

Übersicht über die bisher getätigten

Einkäufe und Abonnements steht außerdem

in der Nutzerverwaltung unter

»Meine Daten« zur Einsicht bereit.

In Zukunft arbeiten wir weiter daran,

das E-Paper noch besser zumachen.

Zumeinen versuchenwir,die Ladezeiten

zu verkürzen, damit gerade die

Keine Lücke bei

digitale Abrufen zwischen

E-Paper und Archiv

Mobilnutzer nicht allzu lange warten

müssen.Zweitensarbeitenwir an weiteren

Verbesserungender E-Paper-Ansicht

für Mobilnutzer, um immer das

bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

Auch werden wir die Grenzen zwischen

gedruckter Ausgabe und den

Nachrichtenseiten imNetz weiter verschieben,

indem etwa Fotostrecken

und Videos, aufdie in derZeitunghingewiesenwird,

direkt online optimiert

aufrufbar gemacht werden.

Zudem muss bereits heute niemand

auf die digitale Version der Zeitung

verzichten, auch dann nicht, wenn

eine Ausgabe gesucht wird, die älter

als zwölf Tage ist. Denn jedes E-Paper

wird zeitnah automatisch ins digitale

Archiv übertragen und kann mit

entsprechender Zugangsberechtigung

auch dort wieder abgerufen werden.

Bei allen Fragen rund um die Bestellung

des E-Paper und die verschiedenenAbovariantenerreichen

Sie unsere

Vertriebsabteilung unter vertrieb@

giessener-allgemeine.de und unter

0641/3003-77. (one)

www.giessener-allgemeine.de/epaper

www.wetterauer-zeitung.de/epaper

www.alsfelder-allgemeine.de/epaper

DMS Office Kompetenz GmbH

Schwimmbadstraße 36

35452 Heuchelheim

Telefon 0641 -96250-0

Fax 0641 -96250-30

info@dms-organisation.de

Sicherheit ist

Vertrauenssache

Deshalb setzt die „Gießener

Allgemeine Zeitung“ auf

Sicherheitstechnik von Kaba

und die Kompetenz von DMS












Walltorstraße 57 • 35390 Gießen

Tel. (0641) 30 11 11 0 • www.aramdruck.de


40 Neue Medien

Das Magazin »streifzug«, unsere Internet-Portale und die Grafikabteilung

Nachgefragt

Was bedeutet die gedruckte

Zeitung für Sie persönlich?

»Eine Zeitung aufschlagen, lesen, gucken, sich

überraschen lassen. Ein Magazin durchblättern,

von vorne nach hinten, von hinten nach vorne,

hängen bleiben, lesen, weiterblättern.

Ein Foto, das man besonders mag, aus der

Zeitung reißen und aufheben. Ein Zeitschriften-

Cover, das einen zum Lachen, zum Weinen oder

einfach nur zum Staunen gebracht hat, andas

Pinnboard im Büro hängen. Mit der Lieblingszeitung

im Zug die Zeit verbringen. Lieblingszeitschriften

sammeln, Jahre später wieder darin

stöbern und sich andamals erinnern. Ist das

nicht alles wunderbar?«

Christoph Amend

ZEITmagazin

Nachgefragt

In der Zeitung

lese ich bevorzugt…

»…alles, was mit Schule und Bildung inder

Region zu tun hat. Zum täglichen Frühstück

gehört aber auch die Lektüre von Hägar dem

Schrecklichen, der mich schon seit Jahren

selbst schwierige Tage mit einem Schmunzeln

beginnen lässt.«

Heinz Kipp, Leiter des Staatlichen Schulamts für

den Landkreis Gießen und den Vogelsbergkreis

»…Informationen über kommunalpolitische

Entwicklungen. Insbesondere interessieren

mich soziale Themen.«

Eva Hofmann,

Direktorin Caritasverband Gießen e.V.

Augenoffen halten

Beim »streifzug« geht nichts raus, was der Redaktion selbst keine Freude macht

Florian Dörr, Michael Wiener und Marc Schäfer (v. l.) halten zusammen

mit ihren Kollegen in Gießen und der Wetterau die Augen offen.

Einfach mal etwas Neues abseits des

täglichen Geschäfts präsentieren: Ob

fünf Seiten voller Zahlen rund um Gießen,

eine Mammutreportage über die

Mammutbaustelle an der Licher Straße,

der Fragebogen »Gießen Bachelor«,

Der »streifzug« steht für

neue Ansätze und

niveauvolle Umsetzung

eine Liebeserklärung an das Samen-

Hahn-Haus auf acht Seiten oder die

eigene Party imwohl außergewöhnlichsten

Club der Stadt: Der »streifzug«

steht für neue Ideen.

Marc Schäfer, Michael Wiener, Florian

Dörr undeineganze Reihejungerund

talentierter Kollegen um Laura Kaufmann,

Christoph Hoffmann, Kays Al-

Ständig imNetz unterwegs: Oliver Neumann sucht immer nach Themen,

Ideen und Möglichkeiten für neue Wege der Berichterstattung.

Khanak und David Hessler sorgen

dafür, dass sowohl die Gießener als

auch die Wetterauer Ausgabe unseres

Freizeit- und Kulturmagazins durch

kreative und ungewöhnliche Ansätze

überzeugt, dabei aber niveauvoll und

verlässlich bleibt.

Neben einem Blickpunktthema bietet

der »streifzug« Monat für Monat in

den Rubriken Kultur, Sport, Campus,

Stadt und Region lesenswerte Geschichten.

Dazu kommen Gastro- und

Kinotipps, Media- und Vinothek sowie

der regelmäßige Blick über den

Tellerrand nach Frankfurt.

Garniertwirdall dasgerne durchdigitale

Häppchen, die unsere Leser im

Internet abrufen können: So gab es

etwa zur Vorstellung des ersten Wetterau-Krimis

von Dietrich Faber eine

kleine Lesung imVideo, ein ausführliches

Interview mit Matze Knop konnte

manüberden »streifzug«hören,vor

der Eröffnung des Kletterwalds auf

dem Schiffenberg filmten wir bei der

Fahrt mit der längsten Seilrutsche

Deutschlands. Auch hier gilt für die

Redaktion stets: Nichts geht raus, was

uns selbst keine Freude bereitet.

Dazu kommen die großen und exklusiven

Interviews mit prominenten Gesichtern,

die sich inMittelhessen die

Ehre geben, oder spannenden Köpfen,

Herzstück ist

der Veranstaltungskalender

als Navigator

die hier zuHause sind: Til Schweiger,

Casper, Katja Riemann oder die Fantastischen

Vier zierten inzwischen genauso

das Cover wie Ina Müller, Axel

Hacke oder Jan Delay.

Zum Blättern im»streifzug« lädt der

Veranstaltungskalender ein. VomStudenten

über den Familienvater bis

zum Kurgast soll in diesem Navigator

des kulturellen, gesellschaftlichen

undsportlichen Lebens in Gießen und

derWetterau jederdie passendenAusgehmöglichkeiten

finden. Die Meinung

der Redaktion: Wir leben vielleicht

nicht inHamburg oder Berlin,

langweilig muss esuns in Mittelhessen

aber trotzdem nicht werden.

Dazu gibt es immer wieder besondere

Gewinnspiele: Die Chippendales im

Büro, ein Konzert im Wohnzimmer

Kostenlos zuhaben

mit den Tageszeitungen

und anAuslagestellen

oder in jederAusgabedreimal zwei Tickets

für den Kinofilm des Monats.

Das alles gibt es kostenlos. Der »streifzug«

liegt den verschiedenen Zeitungen

der Mittelhessischen Druck- und

Verlagsgesellschaft bei und ist außerdem

anüber 200 Stellen inStadt und

Kreis Gießen sowie der Wetterau zu

bekommen. Es gilt also: Augen offen

halten!

(fd)

Nachrichtenaus derRegionfast

Die drei Zeitungsportale bieten mit schnellen Nachrichten, Web-Videos und Multimedia-

Fegt ein Tornado durchs Kreisgebiet,

brennt es im Möbelhaus, marschiert

dieNPD oder hatesauf derA5wieder

einmal schwer gekracht –Leser müssen

längst nicht mehr auf Nachrichten

bis zum nächsten Morgen warten, sie

werden fast in Echtzeit informiert. Das

Internet mit seinen vielen Diensten

macht esmöglich –und die Online-

Redaktion mit zwei Redakteuren arbeitet

täglich mit viel Leidenschaft

fürs Digitale daran, denOnline-Lesern

ein möglichst gutes Angebot zuunterbreiten.

Die schnellen Breaking-News gehören

genauso dazu wie Fotostrecken und

Web-Videos, Grafiken und interaktive

Karten. Wenn es besonders schnell

und direkt sein soll, wird die Compu-


Sonderveröffentlichung

3. November 2012

41

DieKreativabteilung

Unsere Grafiker sorgen für die visuellen Elemente in Zeitungen und Beilagen

Gestaltungen

für alle

Abteilungen

»Schwarz auf weiß, das haftet sehr«

oder »was manschwarz aufweißlesen

kann, bleibt« – mit solchen Slogans

warben Verlage noch vor gar nicht allzu

langer Zeit für ihre Zeitungen. Die

waren damals tatsächlich farblos:

Schwarze Lettern auf weißem Papier,

dazu vielleicht ein Schwarz-Weiß-Foto

–fertig. Heute sieht das ganz anders

aus. Ohne Farbegehtnichtsmehr, und

visuelle Elemente findet man in fast

jedem Blatt. Denn neben Fotos sagen

auch Grafiken mehr als tausend Worte.

Nicht nur, um komplexe Sachverhaltezuerklären,

nutzen wirSchaubilder.

Sind sie gut gemacht, bringen sie

die Dinge auf den Punkt.

Grafik, Design,alsoGestaltung–ohne

Mitarbeiter, die sich in diesem Metier

auskennen, kommt heute keine Zeitung

mehr aus. Sie sind die kreativen

Köpfe des Verlags für die passenden

Illustrationen in den Zeitungen und

für die Internetportale. Auch wir haben

eine Gestaltungsabteilung. Der

Aufgabenbereich der fünf Mitarbeiter

ist groß, reicht vom Erstellen von aufwendigen,

bis zu ganzseitigen Grafiken,

über das Design für die Websites

bis zum Layout des »streifzugs«. Sie

gestalten Prospekte (unter anderem

fürbekannteBaumärkte), großflächige

Anzeigen, entwerfen Titelköpfe für

Sonderseiten und schaffen die plakativen

Grundlagen für alle Produkte, die

wir für die Eigenwerbung einsetzen.

Auch Verlagsbeilagen wie diese sind

das Ergebnis einer konstruktiven Zusammenarbeit

zwischen Redaktion

undGrafik.Teamleiterin undKopfder

Kreativabteilung istJuliaEngel. Sie hat

engenKontakt zu unserenAbteilungsleitern,

profitieren doch alle Bereiche

des Hauses von den Entwürfen. Stellvertreterin

von Julia Engel ist Nadine

Becker, die immer kluge Ideen, gerade

in große Projekte, einbringt und auch

praktischumsetzt.Engel istseit14Jahren,

Becker seit 13 Jahren bei der MDV

beschäftigt. Zur Abteilung gehören

»streifzug«,

Prospekte

und Logos

außerdem Bernd Rühl (seit 41Jahren

im Verlag beschäftigt),der auch fürdie

technischen Auszubildenden zuständig

ist, sowie Heinz Keil (seit 1981 im

Haus) und Ralph Hofmann (seit 1986),

die besonders der Anzeigenabteilung

zuarbeiten.

Das Team spielt gekonnt mit Farben,

mitMotiven,mit Räumen.IhreKreativität

ist gefragt. Alleine was Grafiken

betrifft, häufen sich die Aufträge aus

der Redaktion. Die Journalisten haben

erkannt, dass manche Texte miteinem

visuellen Element eine andere Wirkung

erzielen. Dass esdie Richtige ist,

dafür sorgen unsere Gestalter. (bb)

Nachgefragt

Zeitung hat die Aufgabe…

»… unparteiisch, informativ und objektiv dem

Bürger Bericht zuerstatten.«

Peter Klug, Bürgermeister der Stadt Laubach

»… vor allem die unabhängige, sauber recherchierte

und ausgewogene Berichterstattung.

Gerade bei Gesundheitsthemen kommt der

Zeitung die wichtige Aufgabe der sachgerechten

Betrachtung zu. Sich über Krankheiten, Therapien

und Prävention informieren zu können und

Hintergründe zuerfahren ist ein wichtiger Teil

der Aufklärung der Bevölkerung. Hierfür ist die

Zeitung unersetzlich!«

Ulrich Jung, Kaufmännischer Geschäftsführer

der Kerckhoff-Klinik, Bad Nauheim

Graffitis sprayen sie nicht andie Wände, aber mit Farben arbeiten sie auch: Die Mitarbeiter der Gestaltungsabteilung

(v. l.) Heinz Keil, Ralph Hofmann, Bernd Rühl, Nadine Becker und Julia Engel.

inEchtzeit

Inhalten eine optimale Ergänzung zuden gedruckten Ausgaben der Zeitung

ter-Maus gegen Kamera und Laptop

getauscht und wichtige Ereignisse

werden direkt vor Ort mitgefilmt oder

in einen Liveticker übertragen.

Immer mehr

Menschen

lesen online

In der Online-Abteilung laufen sehr

viele Fäden zusammen, denn für drei

Nachrichtenportale muss ein Gebiet

von den Toren Frankfurts bis zum Vogelsberg

ständig im Auge behalten

werden. Das geht natürlich nicht ohne

die Hilfe der fachkundigen Kolleginnen

und Kollegen der Zeitungsredaktion,

die im entscheidenden Fall ihr

Wissen noch vor dem Druck andie

»Onliner« weitergeben.

Von Jahr zuJahr werden esimNetz

mehr Leser, denn nichtnur dieJungen

schätzen längst die vielen Möglichkeiten,

sich gutimWWW zu informieren.

Auch die Zahl der Internetanschlüsse

steigt stetig –trotzdem ist noch nicht

überall imVerbreitungsgebiet schnelles

Internet verfügbar –, zudem rollt

derzeitdie Welledes mobilenInternets

über Deutschland hinweg. Die Mediennutzung

vieler Menschen ändert

sich gravierend, was für ein Medienhaus

bedeutet, dass man frühzeitig

möglichst viele Kanäle erschließen

und neue Wege beschreiten muss, um

weiterhin viele Menschen mit Informationen

versorgen zu können. Etwa

YouTube gehört genauso dazu wie die

Idee, Nachrichten mit Freunden und

Followern über Netzwerke wie Facebook

oder Dienste wie Twitter zu teilen.

Ziel ist, nicht nur die Geschichten

der Zeitung aufzubereiten, sondern

eigene Impulse zu setzen, wie etwa

Ohne die vielen

Redakteure der Zeitung

ginge esnicht

das viel beachtete Webradio zuden

Auswärtsspielen der Gießener Bundesliga-Basketballer.

Die Online-Redaktion

traut ihren Lesern deshalb

gerne öfter etwas mehr Neues zu –

denn das Netz schläft nicht. (one)

»… dem Bürger inunserer modernen Informationsgesellschaft

eine aktuelle, kompetente und

unabhängige Navigationshilfe zu sein –bei den

globalen und nationalen Themen ebenso wie

auf regionaler und lokaler Ebene.«

Dr. Ulrich Lenz,

Bürgermeister der Stadt Linden

»… Kaminholz zum Anbrennen zu bringen,

Spargel beim Transport schön frisch zu halten,

Farbkleckse beim Streichen aufzufangen –und

(davor) den Menschen die Welt verständlicher

zu machen.«

Dirk Oßwald,

Erster Kreisbeigeordneter, Kreis Gießen


42

Neue Medien

Wer, wie, was, warum?

Ein Tag mit Racker

Mit dem Chefreporter für Kinder einmal durchs Verlagshaus

aus

14:00 Uhr

9:30 Uhr

12:00 Uhr

Der Tag in der Redaktion beginnt mit dem

Blick indie Zeitung von heute: Was ist gut,

washätte besser sein können?Die Aufgaben

fürdie nächsteAusgabe werden besprochen.

Wo im Verbreitungsgebietetwas losist,trifft

man auch unsere Redakteure und Mitarbeiter.

Sie sammeln vor Ort Informationen, machen

Fotos und führen Gespräche.

Zurück in der Redaktion werden noch fehlende

Informationen eintelefoniert. Außerdem

müssen alle Fakten und Eindrücke in

Worte gefasst und getippt werden.

23:30 Uhr

23:00 Uhr

22:45 Uhr

Am Ende der Druckmaschine kommt ein

fertig gedrucktes,inFormgeschnittenesund

gefaltetes Zeitungsbuch heraus –ein Teil der

Zeitung von morgen.

Am Leitstand wird überprüft, ob in der

Druckmaschinealles rundläuft. Sind dieBilder

zublass? Dann kann von hier aus der

Farbton richtig eingestellt werden.

Die Druckplatten werden indie Druckmaschine

eingelegt. Sie sorgen gleich dafür,

dass die noch leeren Papierbahnen mit den

erstellten Zeitungsseiten bedruckt werden.

0:30 Uhr

0:45 Uhr

1:30 Uhr

Ab geht es fürdie Zeitungenauf die»Achterbahn«.

Die Versandlinie bringt die druckfrische

Ausgabe dorthin, wodie Beilagen warten.

Im Anleger können Prospekte oder Hefte in

die Zeitung eingelegt werden. Sie werden

nur per Hand in die Maschine gestapelt, der

Rest passiert automatisch.

Fertig machen zur Auslieferung: Im nächsten

Schritt werden die Zeitungen gut verpackt,

damit sie nicht dreckig werden oder

kaputtgehen.


Sonderveröffentlichung

3. November 2012

43

16:00 Uhr 18:00 Uhr

Im Verlag

Wer zuBesuch ineinen Zeitungsverlag kommt

oder anfängt, dort zu arbeiten, versteht oft erst

einmal nur Bahnhof. Denn die Leute dort reden

von einem Mantel, von einem Aufriss oder

einem Ressort. Nichts kapiert? Macht nichts, in

ein paar Minuten bist Du schlauer. Racker

erklärt Dir einige dieser merkwürdigen Begriffe:

Die Seiten für die nächste Ausgaben werden

fertiggstellt.Welcher Artikelist am wichtigsten?

Er muss oben auf die Seite. Erst am späten

Abend ist die ganze Zeitung fertig.

22:00 Uhr

Nungehtesmit derArbeitinder Druckhalle

los: DieetwaeineTonne schweren Papierrollen

müssen in die Druckmaschine eingehängt

werden.

2:00 Uhr

Die Fahrer bringen die Zeitung dorthin, wo

sie gelesen wird, ob um die Ecke inGießen,

in Bad Vilbel, Lich, Alsfeld oder an einem

anderen Ort im Verbreitungsgebiet.

Die fertigen Seiten werden ins Korrektorat

gebracht. Haben die Redakteure Fehler in

ihren Texten gemacht, werden sie hier verbessert.

21:00 Uhr

Seitenbelichtung: Für jede Seite werden vier

Druckplatten erstellt, je eine für Schwarz,

Gelb, Blau und Magenta. Aus diesen Farben

setzen sich alle anderen zusammen.

6:00 Uhr

Dort sind die Zeitungsausträger ander Reihe.

Sie sorgen dafür, dass Ihr gleich nach

dem Aufstehen entdecken könnt, was bei

Euch zu Hause und in der Welt los ist.

»Ressort«

Ein Ressort (sprich: Ressor) ist so etwas wie

eine Abteilung inder Redaktion. Jedes

Ressort hat seinen Aufgabenbereich. Es gibt

zum Beispiel ein Ressort für den Sport,

eines für die Politik oder eines für den Kreis

Gießen. Manche Themen überschneiden

sich auch. Wenn etwas politisch Wichtiges in

Gießen passiert, müssen die Redaktionen

absprechen, ob es im Ressort Politik oder im

Lokalressort erscheint, also indem Teil, in

dem man alles über die Stadt Gießen findet.

»Mantel«

Frieren Zeitungsleute immer –oder wieso

brauchen sie jeden Tag einen Mantel? Der

Mantel der Zeitung ist nicht aus Stoff und

wärmt auch nicht, aber erummantelt etwas:

nämlich den Rest der Zeitung. Der Mantel

ist bei einer Zeitung der Teil, den man als

erstes sieht, wenn man sie indie Hand

nimmt, also die ersten Seiten. Ist die

Zeitung zusammengefaltet, liegen diese

Seiten ganz oben und ganz unten und hüllen

die übrigen Seiten ein –wie ein Mantel eben.

»Ente«

Wenn bei einer Zeitung von einer Ente die

Rede ist, hat das nichts mit dem Federvieh

zu tun. Hier ist eine Ente eher etwas Unangenehmes.

Denn wenn eine Meldung abgedruckt

wird, die nicht wahr ist, spricht man

von einer Ente. Zum Glück kommt soetwas

nicht sohäufig vor. Warum man zu einer

Falschmeldung Ente sagt, wissen Sprachforscher

nicht genau.

»Buch«

Die Zeitung besteht aus mehreren Teilen,

die insich gebündelt sind. Diese Teile nennt

man Bücher. Ein Buch besteht aus bis zu

zwölf Seiten. Meistens sind in einem Buch

alle Seiten eines Ressorts untergebracht. Im

ersten Buch der Zeitung steht zum Beispiel

immer alles über Politik und Wirtschaft, im

zweiten oft der Sport. Sokann sich jeder

schnell den Teil aus der Zeitung heraussuchen,

den er gerne lesen möchte.

»Aufmacher«

Die Meldung, die man als erstes lesen kann,

wenn man die Zeitung in die Hand nimmt,

nennt man Aufmacher. Der Aufmacher ist

der Artikel, der ganz oben auf der ersten

Seite steht. Er ist durch eine besonders

große Überschrift gekennzeichnet. In ihm

geht es um die wichtigste Nachricht des

Tages. Aber auch jede andere Seite hat

einen Aufmacher, den Seitenaufmacher.

Auch ihn erkennt man anseiner Position

auf der oberen Seitenhälfte und aneiner

großen Überschrift. Meistens gehört dazu

auch ein Bild.


44 Neue Medien

Vom Bleisatz zum Ganzseitenumbruch

Zwölf Punkt sind ein Cicero

…und der Brehm kennt keine Bleilaus.

Mitte der 1970er war es, dass auch im Verlag

dieser Zeitung der Anfang vom Ende der Ära

Gutenberg begann. Die bewegliche Letter und

der maschinell gesetzte Grundtext aus Blei

räumten das Feld, machten Platz für den

Fotosatz, der Buchdruck hatte alsbald dem

Offsetdruck zuweichen. Ja, alles wurde »sauberer«,

niemand musste mehr Bleibuchstaben

anfassen oder sich ander Abziehpresse mit

Druckerschwärze Finger und Klamotten »einsauen«.

Mehr und mehr verschmolzen –bis in die

Gegenwart hinein –ehedem hintereinander

gelagerte Abläufe zusimultan gestalteten

Arbeitsgängen.

Verschwunden die Hand- und Maschinensetzer,

die Seiten bauenden oder (tags darauf) ablegenden

Metteure, die Stereotypeure ander

Maternpresse und inder Druckplattengießerei,

die Lithografen, die im Ätzverfahren aus Fotos

oder Grafiken Druckvorlagen fertigten.

Fotos: Karl-Heinz Brunk

Blick in die Gebrauchsdrucksachen-Setzerei des Verlages, fotografiert im Winter 1970/71. Setzkästen mit

den Buchstabenlettern, die Regale für Stege und Regletten, die Schiffe, auf denen einzelne Seiten produziert

wurden, Winkelhaken als Handwerkszeug –alles Geschichte.

Gott grüß die Kunst

Die Produktion einer Zeitung konnte man früher sehen, hören, riechen, ertasten

Wer mit dem Desktop-Publishing groß geworden

ist, wer also in den vergangenen 20 Jahren den

Beruf eines Mediengestalters erlernte und

damit das Gestalten druckreifer Publikationen

am (elektronischen) Schreibtisch, dem erschloss

sich nicht mehr die große Welt der

ehrbaren Kunst Gutenbergs.

Unabdingbar ehedem als Werkzeug der Winkelhaken,

das Typometer, eine Ahle, Kolumnenschnur

und Lassoband, ein Schiff zum Bauen

der Druckvorlagen, ein Fadenzähler. Alle Schriftgrößen

hatten eigene Namen: Nonpareille

(»Nomprell«) für sechs Punkt Kegel, Petit für

acht, Corus, Cicero, Tertia, Text. Und überhaupt:

Das Metrische spielte keine Rolle. (Allenfalls bei

den Papiergrößen. Eine Postkarte misst eben

10,5 mal 14,8 Zentimeter, ein Briefbogen 21

mal 29,7.)Das buchstäbliche Maß der Dinge

war der Punkt (0,375 mm), die nächst größere

Einheit das Cicero (12 Punkt), die weitere ein

Konkordanz (48 Punkt). Den Zeilenabstand

nannte man Durchschuss, erzielt durch eingefügte

Regletten, andere nicht druckende Teile

hießen Stege.

Nicht genug des »Setzerlateins«, der Begrifflichkeiten

aus der Welt der Schwarzen Kunst.

Spatien waren dazu da, Zeilen haarscharf und

nicht grobschlächtig auf volle Breite zu bringen

immer mit Blick aufs Fleich eines Buchstabens.

Hurenkinder und Schusterjungen hatte man

tunlichst zu vermeiden.

Und wie war das noch mit der Bleilaus, die der

Stift ineiner Setzerei meist schon nach wenigen

Tagen kennenlernte? InBrehms Tierleben

steht darüber kein Wort. Das »Tier« ist ausgestorben

–mit dem Bleisatz, weil niemand mehr

ein Setzerschiff mit etwas Wasser füllt und den

Youngster ermutigt, ganz nahe ranzugehen, um

die vermeintlichen Einzeller sehen zu können…

Es warein TagimSommer1970, als ein

gerade 17-Jähriger vom Land auszog,

um in der großen Stadt ein Jünger der

schwarzen Kunst zuwerden. Schriftsetzer

das Berufsziel, der Verlag der

ehemaligen »Gießener Freien Presse«

derAusbildungsbetrieb. Zu denIdolen

der Gegenwartskultur gesellten sich

bei ihm ganz schnell neue, nunmehr

beruflich motivierte Vordenker und

Vorbilder: Was den Mediengestaltern

von heute die Bill Gates, Steve Jobs

undCosind, daswaren ihm fortanein

Herr namens Johannes Gensfleisch,

genannt Gutenberg, und ein gewisser

Ottmar Mergenthaler. Der eine im 15.

Jahrhundert der Erfinder der beweglichen

Letter, womit er eine Medienrevolutionauslöste(undder

Aufklärung

auf die Sprünge half), der andere 1884

der Erfinder der Linotype-Setzmaschine,

die einen »Quantensprung« in

derProduktionvon Büchernund –sic!

–Zeitungendarstellte. Vordem jungen

Mann tat sich mit dem ersten Tag als

»Stift« eine völlig neue Welt auf, ein

faszinierendes handwerkliches Universum.

Setzer und Drucker –sie hatten

ein hohes Ansehen in der Gesellschaft,

verschafften sie doch erst dem

geschriebenenund demgesprochenen

Wort Geltung, Reichweite, Gehör.

Ohne sie hätten all die gescheiten

Gedanken nicht unter die Leute kommen

können. Setzer und Drucker –

Die spannendsten

Arbeitsplätze waren

jene der Metteure

Die Textmettage –Schnittstelle von Technik und Redaktion.

sie nannten sich Jünger Gutenbergs.

Schwarze Kunst war ihr Metier –und

sie folglich Künstler. Ihr Motto: Gott

grüß die Kunst!

Das ist bis heute nicht zuhoch gegriffen,

nicht überzogen bewertet. Drucksachen-

und Zeitungsgestaltung folgen

einem erlernbaren Regelwerk,

aber dies anzuwenden gelingt nur

dem gut, der die Gene insich trägt:

Der Goldene Schnitt als ein mögliches

Beispiel, den muss man imGefühl haben,

den kann man nicht pauken –

nicht minder die ganz bewussten Ableitungen

davon.

Zur Lehre in der Akzidenz-, der Gebrauchsdrucksachen-Setzerei

gesellte

sich ganz schnelldie Arbeit in derZeitungsproduktion.

Und nicht minder

schnell spürte der Knabe, dass diese

Arbeit viel sinnliches Erleben mit sich

bringt. (VonVergnügen soll nicht die

Rede sein, war’s aber bisweilen auch.)

Das Zeitungmachen konnte man sehen,

hören, riechen, ertasten, fühlen.

Überall imHaus roch esnach Farbe

und Papier. Zum Setzen von Überschriften

–dank Mergenthaler besorgten

die Maschinensetzer die Grundtextproduktion

– bedurfte es des

blinden Zugreifens indie Setzkästen

mit den Buchstaben. Wehe, man hatte

dieZeitungvon gesternliederlich»abgelegt«,

Lettern indie falschen Kästen

geworfen sowie die nicht druckenden

Reglettenund Stegeinnicht zutreffende

Regale. Dasetzte es schnell einen

Anpfiff –und beinächster Gelegenheit

bekam man die Bleilaus zu Gesicht…

Die spannendsten Arbeitsplätze waren

jene der Metteure, die in der

Hierarchie der Setzer weit oben standen:

Sie fügten allabendlich (und oft

bis weit indie Nacht hinein) Textspalten,

Überschriftenund dieFlächen für

Abbildungen zuganzen, nur spiegelbildlich

lesbaren Seiten zusammen.

Mal lief dies reibungslos ab, vielfach

aber war eshektisch –jenach Nachrichtenlage.

Der Umbruch –eine Königsdisziplin.

Die Bleilaus ist tot, Gutenberg Geschichte.

Wer kennt noch Mergenthaler?

Und der Setzerstift von 1970? Er

überlebte –als Redakteur.

Norbert Schmidt


Sonderveröffentlichung

3. November 2012

45

Neue Software für Redaktion und Verlag

Die Firma HUP ist unser Partner für die Zeitungsproduktion, den Vertrieb und den kompletten Anzeigenbereich

Es hat sich viel verändert, seitdem der

KollegeNorbert Schmidt(no)als Lehrling

in derSetzereiseine Laufbahn bei

der »Gießener Allgemeinen Zeitung«

begann (siehe linke Seite). Der junge

Mann von damals ist heute Ressortleiter

der Kreisredaktion –und arbeitet

wie seine Kollegen mit dem Redaktionsystem

der Firma Henke und Partner,

kurz HUP. Diese Software wurde

Anfang 2011 installiert, undsie ermöglicht

esden Redakteuren, mit wenigen

Mausklicks eine Seite zu layouten,

Bild- und Textrahmen aufziehen und

Schlagzeilengrößen auszuwählen. Im

Einheitliche und

intuitiv gestaltete

Bedienoberfläche

Objektbrowser haben die Mitarbeiter

Zugang zu den Agenturtexten, können

im Archiv suchen, Fotos laden

und Seiten aufrufen. Eine einheitliche

und intuitiv gestaltete Bedienoberfläche

inallen Anwendungen erleichtert

den Redakteuren das Arbeiten.

Bleisatz kennen diemeisten Redakteure

des Haues nicht mehr, aber Klebeumbruch

amLeuchttisch ist vielen

von ihnen noch geläufig. Heute haben

dieRedakteuredie Aufgaben derMetteure,

diefür den»Umbruch«,alsoden

Bau der Seiten, übernommen und gestalten

ihre Seite selbst.

Am Bildschirm arbeiten dieRedakteure

schon seit den 1980er Jahren, das

erste umfängliche Redaktionssystem

wurde 1995 installiert. Bis Januar 2011

wurde mit der Software QuarkXPress

gearbeitet, danach auf HUP umgestellt.

Ein Schritt, der sich für unser

Haus gelohnt hat, denn das Henkeund-Partner-Redaktionssystem

bietet

neue Möglichkeiten, unddie Mitarbeiter

des Unternehmens denken absolut

anwenderorientiert.

Die guten Erfahrungen mit dem Software-Haus

imredaktionellen Bereich

haben–unter anderem –dazugeführt,

dass wir auch imVerlags- und im Anzeigenbereich

auf HUP umgestellt haben,

beziehungsweise in der Abteilung

Vertrieb noch umstellen werden.

Damit ist die komplette Zeitungsproduktion

bei der Mittelhessischen

Druck- und Verlagsgesellschaft in einer

Hand, das heißt, auch die kommerziellen

und technischen Prozesse

Alles im Blick: Die Oberfläche des HUP-Redaktionssystems ist übersichtlich.

im Anzeigensystem sowie die Planung

der Zeitung, der Umbruch der

Anzeigen und die Online-Anzeigenannahme

erfolgen nun mit HUP-Software.

Auch die Wartung des Systems

erfolgt durch HUP-Mitarbeiter.

Neben unserer eigenen IT kümmert

sich das Aßlarer Systemhaus »mcon«

um die Pflege und Wartung unserer

Server, rüstet Rechner auf, behebt

Probleme im Netzwerk, sodass wir

stabil arbeiten können.

(bb)

mcon systemhaus

IT-Partner der Mittelhessischen

Alles

Gute!

Druck- und Verlagsgesellschaft

Dieter Quapil, EDV-Organisation MDV:

"Bei der Planung,Beschaffung,Installation und

Betreuung unserer neuen hochverfügbaren

IT-Infrastruktur ist das mcon systemhaus

unser zuverlässiger Partner."

Wenn auch wir Sie unterstützen dürfen,

sprechen Sie uns an:

Die HUP AG, Ihr Partner für Verlagssoftware,

gratuliert herzlich zu den gelungenen

Neuerungen der jüngsten Zeit!

Wir wünschen der Mittelhessischen Druck- und

Verlagsgesellschaft mbH Gießen auch für die

Zukunft stets zufriedene Leser und viel Erfolg!

Auf weiterhin gute Zusammenarbeit!

mcon systemhaus GmbH

MedienConsultingund Service

Loherstraße 4

35614 Asslar

Telefon +496441.96 46-0

Fax+49 64 41.9646-11

info@mcon-systemhaus.de

www.mcon-systemhaus.de

HUP AG

Am Alten Bahnhof 4B D-38122 Braunschweig Tel+4953128181-0 info@hup.de

www.hup.de


46 Neue Medien

»Vorstufe« und Gemeindeblätter

Anzeigensatz und Leitstand

Die »Vorstufe« ist die größte technische Abteilung –Neue Aufgabengebiete

Gautschen

Wenn junge Menschen ihre Ausbildung

abgeschlossen haben, wenn sie ihren Gesellenbrief

oder Kaufmannsgehilfenbrief in der Tasche

haben, dann ist das nach drei Jahren harter

Lehrzeit allemal ein Grund, um zu feiern, sich

zu freuen und frohgemut indie Zukunft zu

schauen. Jenach Berufsstand gibt es allerlei

Zeremonien, die mit der Freisprechung, also

dem feierlichen Abschluss der Ausbildungszeit,

einhergehen. Eine der traditionsreichsten

Veranstaltungen dieser Art ist das Gautschen.

Das ist ein bis ins 16. Jahrhundert rückverfolgbarer

Buchdruckerbrauch, bei dem der Lehrling

nach bestandener Abschlussprüfung in einer

Bütte untergetaucht und/oder auf einen nassen

Schwamm gesetzt wird. Inseiner ursprünglichen

Bedeutung bezeichnet der Begriff

»Gautschen« den ersten Entwässerungsschritt

nach dem Schöpfen des Papiers, das Ablegen

des frisch geschöpften Papierbogens vom Sieb

auf eine Filzunterlage.

Zur Gautschzeremonie eine Beschreibung aus

dem 17. Jahrhundert: »Wolan esmuß das

groben Schwein/Mit sonderm Fleiß behobelt

seyn/Knecht/Hilff mir lustig machen.« Und

nachdem bereits einiger Schabernack getrieben

worden war: »Nun ist er heraus der böse Zahn/

Gib die Pommad her mein Compan/Den Bart

ihn anzustreichen: Auf daß dem schönen

Jungfern-Knecht Ein jeder mög ansehen recht/

Die Hund ihn auch beseichen.«

Zu einem Gautschakt gehören neben dem

Gäutschling (auch »Kornut« genannt) der

Gautschmeister, der erste und zweite Packer

sowie der Schwammhalter. Meist gibt esnoch

eine unterschiedliche Zahl an Zeugen oder

mehrere Packer, die auch auf dem Gautschbrief

ihre Anwesenheit durch Unterschrift bekunden.

Nass geht es auch heute noch zu, wenn gegautscht

wird. Aber nicht nur der Täufling wird

nass, sondern oft auch die Packer, Zuschauer

und Ehrengäutschlinge, welche vorher nichts

von ihrem »Glück« wissen.

Dem Lehrling wird nicht mitgeteilt, wann genau

er gegautscht wird. Gelingt esihm nämlich, den

Packern und somit dem Gautschen zu entfliehen,

muss er das Gautschfest nicht selber

bezahlen. Auf den Ruf des Gautschmeisters

»Packt an!« wird der Jünger gefasst, ineine mit

Wasser gefüllte Bütte oder, wenn die Beteiligten

es weniger drastisch gestalten wollen, auf einen

mit Wasser durchtränkten Schwamm gesetzt.

Bei manchen Druckereien wird zur Taufe ein in

der Nähe des Betriebes liegender Brunnen

herangezogen. Jedenfalls muss zumindest dafür

gesorgt werden, dass das Hinterteil gehörig

angefeuchtet wird. Daaber der Jünger sich oft

tapfer wehrt, um sich schlägt und beißt, gelingt

das Anpacken oft nicht immer auf den ersten

Angriff. Jemehr er sich wehrt, desto mehr wird

er auch noch von oben herab begossen, sodass

der Jünger amganzen Körper pudelnass wird.

Gelegentlich wird das Gautschen als symbolische

Maßnahme betrachtet, um angeblich die

schlechten Gewohnheiten aus der Lehrzeit

abzuwaschen.

Rasanter

Wandel

in der Technik

Im Haus nennt man die Abteilung

»Vorstufe«, dahinter verbergen sich

aber gleich mehrere kleine Produktionsbereiche:

Anzeigenerfassung, der

Anzeigensatz und -umbruch, die

Fremddaten(-Übertragung) und noch

ganz jung als Folge des neuen Anzeigen-

und Vertriebssystems die Abteilung

Leitstand, die für die Blattplanung

– auch Aufriss der Zeitung

genannt – verantwortlich ist. Hier

wird der Umfang der Zeitungen festgelegt,

die Anzeigen werden platziert

und die Produktionsseiten werden

dem Redaktionsystem zugeführt. Am

Leitstand beschäftigt sind drei Mitarbeiter.

Da ist zunächst Jens Conrad,

zugleich Teamleiter der gesamten Abteilung.Erist

alsoauchfür denBereich

Satz zuständig. Seit 1990 ist erMitarbeiter

der MDV. Sein Stellvertreter ist

Michael Schnabel, der seit 1986 bei der

Vom Schriftsetzer

zum modernen

Mediengestalter

MDV beschäftigt ist. Mit zum Team

Leitstand gehört auch Bettina Schneider,

die seit 1988 beim Verlag arbeitet.

In der Abteilung haben fast alle Mitarbeiter

den Beruf des Schriftsetzers erlernt,

der später durch den heutigen

Lehrberuf Mediengestalter abgelöst

wurde. Nicht nur die Berufsbezeichnung

hat sich geändert, auch die Technik,

mit der die Mitarbeiter umgehen

müssen, ist eine ganz andere geworden.

Einige der Mitarbeiter der Abteilung

kennen noch das alte Bleisatzverfahren.

Seit vielen Jahren wird die

Arbeit allerdings am Bildschirm erledigt.

Der rasante Fortschritt in der

Technik erforderte von den Mitarbeitern

die Bereitschaft zur Fort- und

Weiterbildung.

Der Wandel ist auf den beiden Fotos

gut erkennbar, wobei Bettina Schneider

und Carsten Mank, die auf der

oberen Aufnahme zusehen sind, natürlich

nicht mehr mit der alten Bleisetzmaschine

gearbeitet haben.

Zum Team umJens Conrad gehören

die Revisoren (Anzeigenkorrektorat)

Andreas Patsches (seit 1975 im Haus)

undGernotSchmitt (seit1981, o. Abb.).

Carsten Mank (1987) arbeitet im

Bereich Anzeigensatz, er ist außerdem

Schwerbehindertenbeauftragter und

ist Betriebsratsmitglied. Im Bereich

Anzeigensatz arbeiten außerdem:Uwe

Pfeiffer (seit1974bei derMDV,o.Abb.),

Martin Keller (seit 2001, zudem stellvertretender

Schwerbehindertenvertreter,

o.Abb.),Peter Rosenberger (seit

1991), Andreas Wolf (1984) und Sonja

Kirst (seit 1991, o.Abb.), die auch im

Bereich Gemeindeblätter aushilft.

Die früher zahlreichen Berufe in der

Druckvorstufe, vondenen es diemeisten

nicht mehr gibt, sind inDeutschland

seit 2007 wie erwähnt unter der

Bezeichnung Mediengestalter zusammengefasst.

Es gibt drei Fachrichtungen.

Beratung und Planung, Konzeption

und Visualisierung sowie

Gestaltung und Technik. (bb)

Ein Stück Firmengeschichte: Die gute alte Bleisetzmaschine wird von Besuchern als Relikt der Vergangenheit

bestaunt. Carsten Mank und Bettina Schneider haben die Bleisatzzeit nicht mehr kennengelernt.

Die Teamleiter Jens Conrad (l.) und Michael Schnabel (2. v.l.) sowie die Anzeigensatzmitarbeiter Andreas

Wolf, Ulrich Tresnak und Peter Rosenberger.


Sonderveröffentlichung

3. November 2012

47

Nachgefragt

In der Zeitung

lese ich bevorzugt…

Am Brunnenrand auf dem Marktplatz sitzen sie genau richtig, denn unter anderem für Grünberg machen sie

jede Woche das Gemeindeblatt: Holger Faust, Corinna Schnepp, Sabine Mölleken.

»Die ›Gießener Allgemeine Zeitung‹ ist seit mehr

als dreißig Jahren meine erste morgendliche

Tageslektüre. Sehr gerne informiere ich mich

durch diese Zeitung über das aktuelle Weltgeschehen

aber auch über Beiträge aus unserer

Region; immer gut aufbereitet und angenehm

lesbar dargestellt. Besonders montags werfe

ich einen besonderen Blick auf die aktuellen

Sportberichte aus der heimischen Region.«

Wolfgang Hofheinz, Geschäftsführer (CTO)

der Firma Bender GmbH und Co. KG, Grünberg

Rainer Zinnkann (rechts) ist der Mann für die Pohlheimer Nachrichten. Deshalb ist als Hintergrund das

Pohlheimer Rathaus gut gewählt. Auch Liane Nachtigall und Stephan Israel layouten Gemeindeblätter.

Amtliches und mehr

Die frühere Akzidenzabteilung ist heute für die Gemeindeblätter zuständig

»Akzidenzen sind sogenannte Gelegenheitsdrucksachen

wie beispielsweise

Prospekte, Broschüren, Flugblätter,

Visitenkarten, Speisekarten,

Trauer- und Familiendrucksachen,

Eintrittskarten, Fahrpläne, Briefe, Einladungen

sowie amtliche und nicht

amtliche Formulare«, kann man im

Lexikon lesen. Solche Drucksachen

Informationen

aus den

Rathäusern

haben wir bis vor einigen Jahren auch

in unserem Haus hergestellt. Mit dem

wachsenden Volumen an Geschäftsdrucksachen,

der technischen Entwicklung

und Spezialisierung haben

sich allerdings viele Zeitungsverlage

vomGeschäftsbereichAkzidenzdruck

getrennt –auch die MDV hat diesen

Schritt vollzogen. Unsere früheren

Akzidenzmitarbeiter sind heute für

die Erstellung der Gemeindeblätter

zuständig. Sieben Städte und Gemeinden

aus unserem Verbreitungsgebiet

beziehen ihr Blatt für die amtlichen

Eine Fülle von

Lesestoff aus

der Region

Mitteilungen aus unserem Haus. Im

vergangenen Jahr wurden alle sieben

Gemeindeblätter »runderneuert«, moderner

gestaltet, neu strukturiert. Wir

haben den Bekanntmachungsorgannen

durchgehend Farbe verpasst, sie

klarer und damit übersichtlicher gegliedert

und ihnen eine ansprechende

Titelseite gegeben. Die Bürger der Gemeinden

finden in den Blättern das

Wichtigste aus den Rathäusern, sie

werden über Veränderungen bei den

Gebühren und den Gemeindesatzungen

informiert, erfahren, wann der

Müll abgefahren, welche Ärzte und

Apotheken Not- oder Bereitschaftsdienste

haben. Und natürlich sind die

Gemeindeblätter auch eine Plattform

für die Vereine, die zuihren Sitzungen,

Übungsabenden oder Hauptversammlungen

einladen können. Mag

sein, dass viele Bürger sich nicht mehr

in den Vereinen engagieren, aber die

Bekanntmachungsblätter bieten dennoch

eine Fülle von Lesestoff und

wichtigen Informationen.

An den sieben Wochenzeitungen arbeiten

mit: Vom früheren Verlag Robert

in Grünberg zum Gießener Team

gestoßen ist 1994 Holger Faust. Er ist

hauptsächlichzuständig fürdie Grünberger

»Heimat-Zeitung«, kennt aber

auch Aufbau und Inhalt der anderen

Blätter ausdem Ostkreis undder »Mücker

Stimme«. Stephan Israel (seit 1979

im Haus) bearbeitet die »Allendorfer

Mitteilungen« und die »Rabenauer

Zeitung«. Für die »Pohlheimer Nachrichten«

ist Rainer Zinnkann (seit 1974

beider MDV) zuständig, in Vertretung

auch Corinna Schnepp. Sonja Kirst

(1991) layoutet und umbricht meist die

»Mücker Stimme«. Der »Laubacher

Anzeiger« und die Reiskirchener

»Heimat-Zeitung« werden von Corinna

Schnepp (seit 1989 bei der MDV)

bearbeitet. Außerdem gehörenAngelika

Liehr (o. Abb.), Liane Nachtigall

(seit 1977 imVerlag angestellt) sowie

Sabine Mölleken zum Team. Neu dazugestoßen

ist jüngst Alexandra

Stamm-Schüssler (1994, o.Abb.). (bb)

»… den Regionalteil und freue mich besonders

über die eigenständigen Filmbesprechungen.

Die aufmerksame, wie auch oft kritische

Berichterstattung zuKulturveranstaltungen in

der Region möchte ich nicht missen.«

»

Ab

»

Journalisten

»

Zu

»

Tierfreunde

Edgar A. Langer (Kino Traumstern Lich)

Zitate

einem gewissen Alter ist esvorzuziehen,

mit der Abendzeitung in den Händen, anstatt

mit einer Frau im Arm zueinzuschlafen.«

Dino Segre, italienischer Schriftsteller

und Journalist

wissen immer mehr über mein

Leben als ich selbst.« Gérard Depardieu

den Unwissenden gehören auch wir

Journalisten. Unser Vorsprung vor den

Massen drückt sich bloß darin aus, dass

wir halbwegs genau wissen, wie wenig wir

wissen.« Horst Stern (*1922),

dt. Publizist u. Fernsehautor

lesen am liebsten Boulevardzeitungen.

Der vielen Enten wegen.«

Markus M. Ronner, Schweizer Theologe,

Publizist und Journalist


48 Neue Medien

Anwenderunterstützung und EDV

Nachgefragt

Zeitung

bedeutet für mich…

»…höchst unterhaltsames Lesevergnügen sowie

Anregung bei Meinungsbildung und Wertefindung

–wenn Zeitung von wirklichen Journalisten

und Könnern gemacht wird und nicht von

Jobbern und Praktikanten.«

Cathérine Miville,

Intendantin Stadttheater Gießen

Ersthelfer und Feuerlöscher bei allen technischen Fragen im Betrieb: Felicia Fischer-Schlemm, Ellen Nassois

(hinten) und Patrick Hausner.

Sie helfen aus der Patsche

Anwenderunterstützung als erste Anlaufstelle bei technischen Schwierigkeiten

»… ein unverzichtbares Stück Lebensqualität,

Lebensgenuss und Lebensfreude. Zeitung ist

für mich immer noch das wichtigste und wertvollste

Medium, ummich zuinformieren nicht

über das Weltgeschehen, sondern auch über

das, was in meiner unmittelbaren Umgebung

geschieht.«

Andreas Matlé,

Abtl. Öffentlichkeitsarbeit OVAG AG Friedberg

»… Informationsquelle Nr. 1für aktuelle Nachrichten

aus der Region. Schnell und umfassend

informiert, und das schon am frühen Morgen.«

Michael Weitzel,

Bürgermeister Gemeinde Mücke

»… einen guten Start inden Morgen.«

Holger Claes

Leiter Diakonisches Werk Gießen

Zwei Frauen undein Mann –sie bilden

die Anwenderunterstützung im Verlagshaus.

Das hört sich kompliziert an,

ist aber für alle anderen Mitarbeiter im

Von morgens bis

zum späten Abend

immer erreichbar

Haus eine enorm wichtige Abteilung.

Hier sitzen die Fachleute in allen technischen

Fragen des Zeitungssystems.

Sie helfen aus der Patsche, wenn jemand

nicht mehr weiter weiß –von

Die Zeiten, in denen noch Lochstreifenkarten

in Lesegeräte geschoben

werden mussten, sind schon lange

vorbei. Aber Begriffe wie Fernschreiber,

BTX und Magnetbänder sind der

Abteilung Elektronische Datenverarbeitung

(EDV) aus den frühen Tagen

natürlich noch ein Begriff. Die drei

Mitarbeiter Norbert Münch (o. Abb.),

Ulrich Lindenthal und Dieter Quapil

verfügen über langjährige Erfahrung

und Kompetenz im Umgang mit Informationssystemen

und kümmern

sich darum, dass das Verlagshaus mit

der technologischen Entwicklung von

heute Schritt hält.

Herausforderungen der jüngeren Zeit

waren für die Abteilung die Einführung

neuer Computersysteme im

Bereich der Redaktion, Anzeigenabteilung,

Haupt- und Lohnbuchhaltung

sowie der Abonnentenverwaltung,

dieteilweise erst in dennächsten

zwei Jahren endgültig abgeschlossen

sein werden. Dazu gehört die Anpassung

der Systeme an die Online- und

Offline-Weltgleichmaßen,sodassbeispielsweise

Daten für Anzeigen nicht

nur korrekt für Druckerzeugnisse erfasst

werden, sondern auch indigitale

Laufwerk, Netz

und Maus –die EDV

kennt sich aus

Produkte wie die Jobbörse jobs-inmittelhessen.de

und den Wohnungsmarkt

immo-in-mittelhessen.de übernommen

werden können. Zukünftige

Aufgaben für das Team sind unter

morgens früh bis zum späten Abend.

Teamleiterin Felicia Fischer-Schlemm

arbeitet seit September 1995 imVerlag,

Ellen Nassois seit August 1998 und PatrickHausner

seit August 1990.

DieAnwenderunterstützung istBindeglied

zwischen den Mitarbeitern im

Verlag,die an denRechnernsitzen und

an ihnen arbeiten, und den Partnern

für die Hard- und Software. Die drei

Kollegen sind die hauseigene und somiterste

Anlaufstelle füralleProbleme,

Fragen und Fehler, die imtechnischen

Bereich auftreten. Sie sind für die vollständige

Erfassung inklusive aller erforderlichen

Zusatzinformationen der

Probleme zuständig. Ziel ist die möglichst

schnelle Lösung auftretender

Schwierigkeiten. Das geschieht durch

Unterstützung direkt am Arbeitsplatz,

per Telefon, E-Mail oder Fernwartung

in dieAußenredaktionen. Weiterhin erstellenund

pflegen diedreiMitarbeiter

alle Musterlayouts für die Produktion

der Zeitungsseiten und nötige Hilfsmittel.

Und abends überwachen sie die

Produktion und sind somit –zusammen

mit anderen Mitarbeitern –dafür

verantwortlich,dassdie ZeitunginOptimalqualitätgedrucktwird.

(süd)

Computertechnik uptodate

EDV kümmert sich um Rechnersysteme, Datensicherheit und Probleme

anderem die Kopplung der Telefonanlage

mit der vorhandenen Computerlandschaft

sowie die Einbindung mobiler

Endgeräte wie Tablets und

Smartphones in das EDV-Konzept,

wobei in besonderem Maße Sicherheits-

und Datenschutzaspekte berücksichtigt

werden müssen. AußerdemistdieAbteilungAnsprechpartner

fürdie Mitarbeiter beiallen Artenvon

EDV-Problemen.

(one)

Ulrich Lindenthal (l.) und Dieter Quapil im Serverraum des Verlages.


Anzeigen und

Verwaltung

Zuständig für das Personal, die Finanzen, das Anzeigengeschäft, den Leserservice und das Inventar

In einem Unternehmen mit mehr als 250 Angestellten

fallen eine Menge Verwaltungsaufgaben an. Die unterscheiden

sich ineinem Verlag nicht all zusehr von denen

in anderen Branchen. Ein Betrieb dieser Größe hat eine

Personalabteilung, die viel mehr Aufgaben hat als nur die

Gehaltsabrechnung. Eine Buchhaltung hat im Grunde

jedes Unternehmen. Was wir auch zur Verwaltung zählen,

ist die Vertriebsabteilung, die zuständig ist für den Leserservice.

Die Anzeigenabteilung betreut die Anzeigenkunden.

Zur Verwaltung gehören auch Mitarbeiter, die sich um

Haus und Hof kümmern. Sie alle stellen wir vor. Nicht zu

vergessen: Die Chefetage und die Abteilungsleiter.


50 Anzeigen und Verwaltung

Geschäftsführer, Abteilungsleiter und ihre Vorzimmer

Sie führen, planen, motivieren

Im Porträt: Geschäftsführer und Abteilungsleiter ander Spitze unseres Verlagshauses

Ein Lebenselixier

Der stellvertretende Chefredakteur dieser

Zeitung, Burkhard Bräuning, hat mich gebeten,

für diese Beilage einen Beitrag über den Wert

und die Zukunft der Zeitungen zuschreiben.

Eine Feststellung möchte ich gleich zu Beginn

treffen: Weder der Wert noch die Zukunft der

Zeitungen und der journalistischen Arbeit

stehen aus meiner Sicht infrage. Dennoch ist es

wichtig, gerade ineiner sich rasch verändernden

Welt –und Veränderungen finden auch in

der Welt der Medien statt –immer wieder eine

Standortbestimmung vorzunehmen.

Zeitungen sind auch ein Wirtschaftsgut, aber

sie sind mehr als das. Freie und unabhängige,

kompetente und anerkannte, dabei gleichzeitig

auch wirtschaftlich stabile Medien leisten einen

Beitrag zur Sicherung der Existenz der demokratischen

Gesellschaft. Informationen sind ein

Lebenselixier der Demokratie, Informationen

sind neben dem kritischen Urteilsvermögen des

Einzelnen die Grundlage des demokratischen

Diskurses. Die Menschen brauchen Nachrichten,

Berichte und Hintergründe. Sie brauchen

sie, um sich in der immer komplexer werdenden

Welt zu orientieren, umsich ein politisches

Urteil zu bilden, um ihr Leben selbstbestimmt

zu gestalten. Daneben möchten die Menschen

mit Nachrichten auch ihre Neugier befriedigen

und sich unterhalten. Auch das gehört selbstverständlich

zur Lebenswirklichkeit dazu und

macht die Zeitung für viele Leser erst interessant.

Die journalistischen Leistungen, die nach den

Regeln des Berufs erbracht werden, sind

unverzichtbar. Auch künftig müssen relevante

Informationen möglichst objektiv wiedergegeben,

müssen Einschätzungen und Bewertungen

streitbar und redlich dargelegt, müssen überschaubare

Bilder des lokalen und regionalen

wie des nationalen und internationalen Geschehens

gezeichnet werden. Zu den besonderen

Stärken, durch die sich die Regionalzeitungen

unseres Landes auszeichnen, zählt die lokale

Berichterstattung. Hier geht es um die unmittelbare

Umgebung der Menschen, umdie Welt

ihres Alltags. Der Lokaljournalismus, der an

Recherche und Aufbereitung der Informationen

hohe Anforderungen stellt, ist einer der Grundpfeiler

vieler Zeitungen.

Die Zeitung behält auch im 21. Jahrhundert

ihren Stellenwert. Dass neue technische Wege

geöffnet werden, auf denen die journalistischen

Leistungen den Bürgerinnen und Bürgern

übermittelt werden, ist nicht neu. Neben die

Zeitung trat im 20. Jahrhundert zunächst das

Radio, dann das Fernsehen. Zuletzt kam das

Internet hinzu. Doch die Menschen möchten die

Zeitung nach wie vor lesen, möchten sie inder

Hand halten. Die Tageszeitungen, die regionalen

Blätter wie die überregionalen Titel, genießen

bei ihren Leserinnen und Lesern großes Ansehen

und den Ruf der Zuverlässigkeit. Die

Journalistinnen und Journalisten, die inden

Medien in Deutschland tätig sind, leisten

Hervorragendes. Ihre Arbeit muss eine Zukunft

haben –und sie wird eine Zukunft haben.

Volker Bouffier

Hessischer Ministerpräsident

In dieser großen Runde kommen sie

eher selten zusammen, die Geschäftsführer

und Abteilungsleiter der MDV.

Im Büro des Seniorchefs Dr. Christian

Rempel fand vor einigen Wochen der

Fototerminfür dieFührungsebeneder

MDVstatt –inentspannter Atmosphäre,

wie man sieht. Dr. Rempel sitzt

ganz vorne imBild. Mit seinen Abteilungsleiternarbeiteterschon

lange zusammen,

einige –wie Rüdiger Hopf

und Wilfried Kämpf –sind schon seit

vielen Jahren in gehobenerPositiontätig.

Dr.Rempelkannstolz sein aufseinLebenswerk

–und aufseine Mannschaft.

Andere Pressehäuser dieser Größenordnung

haben schon lange ihre

Selbstständigkeit aufgeben müssen.

Dr. Christian Rempel

und seine Söhne

leiten das Unternehmen

Die MDV aber steht wirtschaftlich auf

einem soliden Fundament. Wasvor allem

auch daran liegt, dass Dr. Christian

Rempel undnun auch in derdritten

Generation seine beiden Söhne Dr. Jan

Eric und Dr. Max Rempel stets die

richtigen, weit in die Zukunft weisende

Entscheidungen getroffen haben.

Die drei Dres. Rempel teilen sich die

Geschäftsführung der MDV.Dr. Christian

ist außerdem Chefredakteur, Dr.

Max Rempel seit dem 1. Oktober auch

stellvertretender Chefredakteur. Dr.

Jan Eric Rempel kümmert sich stärker

um den kaufmännischen und den

technischen Bereich (siehe auch Seiten

2und 3sowie Seiten 26 und 27).

Schon für den Seniorchef war es wichtig,

das Unternehmen technisch immerauf

einemhohen Standard zu halten,

in neue Anlagen zuinvestieren.

SeineSöhne habendiesenKursfortgesetzt,

und soist die MDV heute ein

modernes Verlagshaus, in dem alle

Abteilungentechnisch sehr gutausgestattet

sind.

Im vergangenenJahrwurde in derRedaktion

eine neue Software eingeführt,

dazu neue Hardware angeschafft.

Für die Redakteure ist damit

Carsten Kromeier ist

Prokurist und Chef der

kaufmännischen Abteilung

das Layouten und Bauen von Seiten

einfacher geworden. VomRedaktionssystem

aus können sie nun auch unsere

Websites bedienen.

Ganz aktuell haben auch die kaufmännischen

Bereiche – wie Vertrieb

und Anzeigenabteilung – nachgezogen.

Im Anzeigenbereich ist die Umstellung

schon geschehen, im Vertrieb

wird sie gerade vorbereitet.

Vieles wurde stärker automatisiert,zuletzt

der Bereich Zeitungsdruck und

der Versand. Insofern ist der Verlag

gut gerüstet für die Zukunft, die gerade

die Zeitungsverlagevor großeHerausforderungen

stellt.

Mitgegangen sind diesen Weg der

Geschäftsleitung auch immer die

Abteilungsleiter der MDV, darunter

der kaufmännische Leiter Carsten

Kromeier. Er istProkurist,das heißt, er

istmit einerumfangreichen geschäftlichen

Vertretungsmacht ausgestattet.

Kromeier ist seit 1999 beim Verlag angestellt.

Ihm unterstehen die Bereiche

Buchhaltungund Kasse,die Kalkulation,

die kommerzielle EDV, die Personalabteilung

und die Hausverwaltung.

Sind für den technischen

Bereich zuständig: Gernold

Sames und Otmar Buß

Die Leitung der technischen Abteilung

teilensichGernold Sames, derfür

den Bereich Druckvorstufe zuständig

ist, undOtmar Buß, derfür Druckund

Versand dieVerantwortungträgt.Vorstufe

sind inunserem Haus die Abteilungen

Satz und Akzidenz, Fremddaten,

die Bildbearbeitung und die

Druckplattenherstellung. Gernold Sames

unterstehen auch Teile der EDV

sowie die Anwenderunterstützung.

Otmar Buß leitet die Abteilungen Zeitungsrotation,

Versandstraße und die

Betriebtstechnik. Beide haben inden

Ein starkes Team: Die Geschäftsführer und

Stehend v.l.n.r.: Carsten Kromeier, Wilfried

vergangenen Jahren an vorderster

Stelle die Neuerungen im Softwareund

Hardware-Bereich mit geplant

und durchgeführt. Gernold Sames ist

seit 40 Jahren im Haus,Otmar Bußseit

1982. Beide kommen aus der Praxis,

wissen also genau, welche Probleme

die Anwender mit neuen Techniken

haben können. Aber vor allem wissen

sieauch, welche ChancensolcheInvestitionen

bieten.

Wilfried Kämpf ist

Anzeigenchef, Ulrich Brandt

leitet den Anzeigenverkauf

Vielen Lesern und vor allem vielen

Geschäftskunden bekannt sind der

Prokurist Wilfried Kämpf, Chef der

Anzeigenabteilung,und Ulrich Brandt,

Im Alltag müssen sie den Überblick behalten. Insofern sitzen sie oben auf dem Dach­Café genau richtig: Die

Sekretärinnen (v. l.) Katrin Finzel, Nicole Grölz, Michaela Waletzko und Renate Anders.


Sonderveröffentlichung

3. November 2012

51

und treffen Entscheidungen

–Dritte Generation der Familie Rempel inder Verantwortung

Abteilungsleiter der Mittelhessischen Druck­ und Verlagsgesellschaft imBüro von Dr. Christian Rempel (vorne).

Kämpf, Dr. Max Rempel, Ulrich Brandt, Dr. Jan Eric Rempel, Otmar Buß, Rüdiger Hopf und Gernold Sames.

Man ahnt esja, aber was genau macht

eigentlich eine Sekratärin? Renate Anders,

seit 2001 die Frau im Vorzimmer

unsereskaufmännischenLeitersCarsten

Kromeier, bringt es auf den Punkt:

»Wir sind so einbisschenMädchen für

alles.«Sie kenntdas Geschäft –und sie

kennt den Verlag. Seit ihrer Lehre ist

Frau Anders bei der MDV beschäftigt.

Und das ist schon 30 Jahre her. Als Sekretärin

habe manviele Dinge zu erledigen,

auch Kleinigkeiten, die man oft

nicht sehe, »die aber für das Gesamtbild

des Arbeitsplatzes wichtig sind«.

Eine Sekretärin sollte Wegbereiterin

für ihren Chef sein, und sie müsse

nach dem Prinzip handeln: »Nichts ist

unmöglich.« Was sonst noch so zum

Leiter des Anzeigenverkaufs. Sie haltenKontakt

zu unserenGeschäftskunden,

sind oft bei Messen und Märkten

zu sehen, gehen zum Stadtfest und

auch zu den Golden Oldies inWettenberg.

Das klingt nach einem vergnüglichen

Job, ist esaber nicht. Beide haben

zwar Freude an ihrer Arbeit, aber

die erfordert mehr als nur Kundenpflege.

Das Anzeigengeschäft war nie

leicht, inden letzten Jahren aber ist es

enorm schwierig geworden. Tageszeitungen

stehen in einem harten

Wettbewerb. Neue Anzeigenblätter

mischen den Markt auf, das Internet

beansprucht einen Teil des Kuchens.

Discounter gehen neue Wege und setzen

aufBeilagen. Da sind frischeIdeen

gefragt, damit ein für die Zeitungen

überlebenswichtiger Geschäftsbereich

nicht stark schrumpft oder gar wegbricht.

Hier kommen insbesondere die

Leiter derAnzeigenabteilung insSpiel,

die neue Kundenbereiche erschließen

müssen. Wilfried Kämpf und Ulrich

Brandt agieren hier sehr erfolgreich.

Wilfried Kämpf kennt sich aus inder

Branche, er ist seit 36Jahren imHaus,

war die meiste Zeit davon in einer

Führungsfunktion tätig. Und seit immerhin

23 Jahren kümmertsichUlrich

Brandt um unsere Anzeigenkunden.

Verantwortlich

für Vertrieb und Marketing:

Rüdiger Hopf

Die Übersicht behalten

Job gehört? Man sei Arbeitsvorbereiter,

Ablagenhüter, und vor allem müsse

man flexibel sein. Flexibel – das

trifft ganz besonders auf Michaela

Waletzko zu. Sie ist die eigentliche

Chefsekretärin im Haus, arbeitet den

drei Geschäftsführern Dr. Christian,

Dr.Jan Eric,Dr. MaxRempelund auch

denMitgliedern derChefredaktion zu.

Sie ist seit 1993 imHaus, war zunächst

im Redaktionssekretariat beschäftigt.

Seit dem Ausscheiden der langjährigen

Chefsekretärin Hella Elmshäuser

arbeitet sie imVorzimmer des Seniorchefs.

Das Aufgabengebiet ist groß,

reicht von der Verwaltung der Personalakten

der Redakteure bis zum Kaffeekochen,

vomBriefeschreiben biszu

Ein Zeitungshaus hat noch viele andere

Kunden. Denn jeder Abonnent der

»Wetterauer Zeitung« sowie der »Gießener/Alsfelder

Allgemeinen« undunserer

Gemeindeblätter ist ein Empfängerunserer

Leistungen. UntermStrich

haben wir, wenn man alle Verlagsprodukte

zusammenrechnet, mehr als

60000 Abonnenten. Zuständig für den

Bereich Leserservice ist unsere Vertriebsabteilung,

die von Rüdiger Hopf

geleitet wird. In wenigen Monaten

wird er 40 Jahre bei der MDV beschäftigt

sein.Kurzgefasst könnte mansein

Aufgabengebiet sobeschreiben: Erist

verantwortlich für alle Belange der

Abonnenten, für die Zeitungszusteller

und die Tourenfahrer. Zudem umfasst

sein Arbeitsfeld den Bereich Marketing.

Die Leitung der Vetriebsabteilung ist

also eine echteHerausforderung.Aber

viel zu tun gibt es in allen Abteilungen.

Unsere Chefs stellen sich diesen

Aufgaben gerne.

(bb)

Mädchen für alles: Die Sekretärinnen der Geschäftsführer und Abteilungsleiter

Terminabsprachen. Die Chefsekretärin

muss außerdem eine absolute Vertrauensperson

sein.

Im Vorzimmer der technischen Leitungsitzt

Nicole Grölz. Ihre Chefsverwalten

ihre Termine selbst, dafür hat

sie eine Menge anderer Aufgaben wie

etwa die Verwaltung des Papierrollenbestands.

Und sie prüft die Stundenzettel

derMitarbeiter.Statistiken führt

auch Katrin Finzel. Sie ist die Sekretärin

der Anzeigenleitung. Wenn man

wissen will, wie viele Anzeigen wir in

einem Jahr inunseren Zeitungen hatten

–sie weiß es. Als Managerin des

Vorzimmers verwaltet sie noch viel

mehr Daten. Aber nicht jede Zahl ist

für die Öffentlichkeit bestimmt… (bb)

Vom Wert der Zeitung

Wenn wir imGießener Land anZeitung denken,

fällt uns zumeist das gedruckte Blatt im

Rheinischen oder Berliner Format ein, in dem

wir Nachrichten und Hintergrundinformationen

lesen können –die gute alte »Gießener

Allgemeine Zeitung« eben, die tagtäglich

morgens imZeitungsrohr oder amKiosk liegt.

Aber in Zeiten, indenen Nachrichten längst

auch auf anderen Wegen zuuns finden, bekommt

die Tageszeitung einen anderen Stellenwert.

Sie verliert durch den gesteigerten Wettbewerb

aber keinesfalls an Wert. Viel mehr

kann sich eine regionale Tageszeitung wie die

»Gießener Allgemeine« und ihre Schwesterausgaben

indieser Konkurrenzsituation auf ihre

Stärke berufen –nämlich regional vor Ort die

Kompetenz in Sachen Nachrichten, Hintergrundwissen

und kollektives Gedächtnis zusein.

Die »Heimatzeitung« genießt meist nicht nur

einen guten Ruf, sondern die Bürgerinnen und

Bürger vertrauen ihr auch. Eine regionale

Tageszeitung ist eine Art Leitmedium. Sie wird

nicht nur von Lokalpolitikern wie mir aufmerksam

gelesen, sondern vor allem auch von den

Menschen in den Städten und Gemeinden.

Denn wer berichtet sonst vom Feuerwehr­ oder

Kindergartenfest und bringt uns zugleich

unabhängig die Wahlkampfprogramme unserer

Bürgermeisterkandidaten näher?

Aufgrund dieser und anderer Faktoren bin ich

mir sicher, dass die Zeitung noch lange nicht tot

ist, wie manche Kritiker immer wieder behaupten.

Denn wenn es ein Verlagshaus schafft, mit

der Zeit zugehen und seine Stärken auch auf

anderen Kanälen einsetzt, dann hat dieses eine

Zukunft. Die Nachrichtenvermittlung über

Online­Medien folgt ganz sicher anderen

Gesetzen, aber auch hier sind wieder Glaubwürdigkeit

und lokale Kompetenz gefragt –Eigenschaften,

die der »Gießener Allgemeinen

Zeitung« zugesprochen werden.

Der Weg, sich verstärkt auch in den sogenannten

Neuen Medien einzubringen, ist daher in

meinen Augen der Richtige. Fotogalerien,

Video­Beiträge, Umfragen, animierte Grafiken

und auch Archivfunktionen samt Verknüpfungen

sind Erweiterungen der klassischen Zeitung.

Mithilfe dieser neuen Möglichkeiten lassen sich

journalistische Geschichten auf moderne Art

erzählen. ImInternet findet der Leser das

Zusatzwissen, das ihm Hintergründe erläutert,

und ein Angebot, das ihn darüber hinaus

unterhält. Doch, ich sage esganz ehrlich: Auf

die geduckte Tageszeitung als erste Informationsquelle

amMorgen möchte ich nicht verzichten.

Dass die Mittelhessische Druck­ und Verlagsgesellschaft

Gießen soumfangreich investiert und

sich in vielen Bereichen neu aufstellt, begrüße

ich daher außerordentlich. Denn es macht

deutlich: Hier arbeitet ein modernes Medienhaus

im Sinne einer umfassenden Informationspolitik

für die Bürgerinnen und Bürger inunserer

Region.

Landrätin Anita Schneider


52 Anzeigen und Verwaltung

Unsere Berater imAußen­ und Innendienst

Zeitungs-Abc

A

Agenturen: Von ihnen kommt ein Großteil der

Nachrichten. Mitarbeiter der Agenturen sammeln

überall inder Welt Informationen und schicken

sie den Redaktionen. Die größte deutsche

Nachrichtenagentur ist die dpa (Deutsche Presse

Agentur).

Andruck: Andruck heißt zum einen der Moment,

in dem die ersten Seiten der Zeitung gedruckt

werden. Andruck heißen aber auch die ersten

fertigen Zeitungen, in denen noch Fehler

korrigiert werden.

Anzeigen: Werbung inder Zeitung. Je größer

eine Anzeige, desto teurer. Für die Anzeigen ist

eine eigene Abteilung imVerlag zuständig.

Auflage: die Anzahl der gedruckten Zeitungen/

Zeitschriften pro Ausgabe

Aufmacher: die größte Schlagzeile auf Seite 1

B

Bericht: Eine journalistische Darstellungsform,

die einen Sachverhalt oder eine Handlung

schildert, ohne Wertungen des Autors zu

enthalten.

Bruch: Der Knick in der Mitte der Zeitung.

Aufmacher stehen in der Regel über dem Bruch.

Buch: Die einzelnen Teile der Zeitung. In

unseren Zeitungen: Mantel (Politik, Wirtschaft,

Hintergrund, Kultur usw.): Sport, Lokales

C

Chef/in vom Dienst: ist verantwortlich dafür,

dass im Zusammenwirken von Redaktion und

Technik sowohl die einzelnen Seiten als auch

die ganze Zeitung rechtzeitig fertiggestellt

werden.

Chefredakteur/in: trägt die Gesamtverantwortung

über die zu veröffentlichenden Themen in

einer Zeitung, organisiert die redaktionelle

Tätigkeit und trifft personalpolitische Entscheidungen.

D

Druckplatte: Die Vorlage, von der die Zeitung

gedruckt wird. Wird beim Rotationsdruck auf

einen Zylinder gespannt.

Unsere GAZ/AAZ­Anzeigenberater vor der Gießener »Zeil«, dem Seltersweg: Helene Henke, Rainer Mölleken,

Michael Binder, Hans­Joachim Losert, Gernot Brückel, Florian Schalies (v. l.).

Anzeigen sind ihrGeschäft:Die

Ein erfahrenes Team: Unsere Mitarbeiter imAußen­ und Innendienst imGießener Land,

Unsere Anzeigenkunden

erreichen alle

Bevölkerungsgruppen

Anzeigen gehören genauso zu den

Inhalten einer Tageszeitung wie redaktionelle

Texte und Fotos. Warum

Unternehmen für ihre Angebote, für

ihre Produkte und Dienstleistungen

werben, liegt auf der Hand: Rund 45

Millionen Bürger in Deutschlandlesen

täglicheinegedruckte Zeitung. DieTageszeitungen

in Deutschland haben

damit eine Reichweite von 66,6 Prozent,

alle Zeitungsgattungen zusammen

erreichen 71 Prozent, schreibt

jüngst die Zeitungs-Marketing-Gesellschaft

(ZMG). Die Leselust, heißt es

weiter, sei in allen Alters- und Bevölkerungsgruppen

stark ausgeprägt. Leserkommenaus

allensoziodemografischen

Schichten. Mit der Zeitung

können somit praktisch alle Bevölkerungsgruppen

und Verbraucher auf

einen Schlag erreicht werden – und

das Tag für Tag. Das spricht für uns

und für alle anderen Tageszeitungen.

Wirhaben eineingespieltes underfahrenesTeam,

dassichimAußen-wie im

Innendienst umdie Beratung unserer

Kunden kümmert. Neben den Chefs

der Abteilung, Wilfried Kämpf und

Ulrich Brandt,die aufden Seiten 50/51

vorgestellt werden, sind sechs Mitarbeiter

für die »Gießener Allgemeine«

im Außendienst tätig. Alle Außendienstberater

außer Hans-Joachim Losert

habeneinen festen Kundenstamm

in der Stadt. Helene Pietruska-Henke,

seit 15 Jahren im Haus, betreut außerdem

Firmen in Reiskirchen, Fernwald

undGrünberg. Zuständigfür dieStädte

Lollar, Lich, Hungen und Laubach

ist Michael Binder, der auch schon 15

Jahrebei derMDV beschäftigtist. Seit

34 Jahren im Geschäft ist Gernot Brückel.

Sein Gebiet umfasst die Städte

und Gemeinden Wettenberg, Linden,

Langgöns und Pohlheim. Im Westkreis,

konkret in derGemeindeBiebertal

sowie im Lahn-Dill-Kreis in Wetzlar,

Hüttenbergund Lahnau unterwegs

undseit20Jahrenbei derMDV istRainer

Mölleken. Hans-Joachim Losert

betreut die Stadt Grünberg, die Gemeinde

Rabenau und hat Kunden im

gesamten Vogelsbergkreis. Der Grünberger

arbeitet seit 18 Jahren im Verlag.

Jeder Berater

hat sein festes

Gebiet

Bleibt Florian Schalies. Seine Kunden

sind in Allendorf/Lumda, Heuchelheim,

Lollar, Staufenberg und Buseck

zu Hause. Schalies ist noch recht neu

im Team –seit zwei Jahren dabei. Im

Innendienstverkauf tätig sind vier

Mitarbeiter: Jennifer Jenner (24 Jahre

bei der MDV), Dirk Adler (26), Torsten

Peter (22) und Hans-Peter Schreiner

(18). Für die telefonische Anzeigenannahme

zuständig sind: Elisabeth Lich

(34 Jahre im Haus), Gudrun Reit-

E

E-Paper: Die Zeitung ohne Papier. Das »E« steht

für elektronisch: ImInternet kann man die

Zeitung lesen. Die Seiten sehen genauso aus

wie gedruckt.

Eilmeldung: Sehr dringende Nachricht. Passiert

etwas, schicken die Agenturen sofort eine

Meldung, die nur die wichtigste Nachricht

enthält –zum Beispiel »Obama wiedergewählt«

G

Glosse unterhaltender, satirischer, zynischspöttischer

Kommentar

H

Hard news sind sachliche Information

Nicht selten tragen sie bei der Arbeit ein Headset: Die Gießener Anzeigeninnendienstmitarbeiter Ingeborg

Vogel, Gudrun Reitschmidt, Jennifer Jenner, Elisabeth Lich und Hans­Peter Schreiner (v. l.).


Sonderveröffentlichung

3. November 2012

53

Hurenkind: Als Hurenkind wird die letzte Zeile

eines Absatzes bezeichnet, wenn sie zugleich

die erste einer neuen Spalte oder Seite ist.

Hurenkinder gelten inder Typografie als schwere

handwerkliche Fehler, dasie die Ästhetik des

Satzspiegels besonders stark beeinträchtigen.

I

Infografik: Illustriert einen Zeitungsartikel,

stellt einen statistischen Inhalt dar (z. B. als

Diagramm) oder dient der Veranschaulichung

komplizierter Abläufe (z. B. als Landkarte)

Infotainment: Nachrichten, die inunterhaltender

Form aufbereitet und präsentiert werden

Impressum: Vorgeschriebene Angaben über

Verlag, Redaktion, Verleger und Druckerei

K

WZ­Anzeigenverkaufsleiter Robert Borchert (M.) und sein Team haben sich imBad Nauheimer Sprudelhof zur

Gruppenaufnahme versammelt: (v. l.) Sven Junker, Carmen Ott, Verena Esch und Andreas Panhans.

Kundenberater derMDV

in der Wetterau, im Vogelsbergkreis und in den Randgebieten der Nachbarkreise

schmidt (39) und Ingeborg Vogel (28).

Unsere Anzeigenkunden wissen, dass

Werbunginder Zeitungein besonders

hohes Wirkungspotenzial hat. Dazu

schreibt die ZMG: »Die Zeitung wird

primär am Vormittag gelesen –wenn

sich dieLesernochinder aktivenPhase

der Tagesplanung und Entscheidungsvorbereitung

befinden.« Mit anderen

Worten: Anzeigen erzielen

einfach eine gute Wirkung, weil –zumindest

ein Teil der Leserschaft –sicher

auch einen Einkauf auf dem Tagesplan

stehen hat. Und dann kann

ein Impuls aus der Zeitung sehr hilfreich

und willkommen sein. Die ZMG

beschreibt das so: »Durch den günstigenLesezeitpunktwirdder

praktische

Einkaufsnutzen von Werbung in der

Zeitung noch deutlich erhöht, indem

die dort erhaltenen Informationen in

Kaufentscheidungen umgesetzt werden

können.« So ist es. Das wissen

auch unser Berater im Einzugsgebiet

der »Wetterauer Zeitung«. Und sie geben

dieses Wissen an die Kunden weiter.

ImWetteraukreis haben die Berater

kein Gebiet, für das sie zuständig

sind, sondern einen festen Kundenstamm,

den sie betreuen. Gleichwohl

versuchen sie –wie auch die Gießener

Kollegen – neue Kunden zugewinnen.

In derWetterau teilensichfolgen-

Werbung in

Tageszeitungen stößt

auf große Akzeptanz

de Mitarbeiter die Aufgaben bei der

Beratung unserer Anzeigenkunden:

Robert Borchert ist Anzeigenverkaufsleiter

der »Wetterauer Zeitung«. Erist

seit 14 Jahren beim Verlag angestellt.

Im Sekretariat der Anzeigenverkaufsleitung

arbeitet Marita Köhler, die

schon seit 37Jahren für die »Wetterauer

Zeitung« tätig ist.

Außerdem gehören zum Anzeigenaußendienstteam:

Carmen Ott (25 Jahre

Betriebszugehörigkeit), Verena Esch

(31), Andreas Panhans (15) und Sven

Junker (sechs Jahre MDV). In der Abteilung

Anzeigeninnendienstverkauf

arbeiten: Gabi Egerland (28 Jahre beim

Verlag)und Ludwig Scheibel (35).Fehlen

noch die Mitarbeiterinnen inder

telefonischen Anzeigenannahme. Das

sind: Carmen Richter (fünf Jahre im

Verlag angestellt), Lore Häuser (21)

und Sonja diRuberto (15).

Mit ihrer qualifizierten Beratung sorgen

die genannten Mitarbeiter dafür,

dass Werbung inZeitungen auch in

Zukunft auf große Akzeptanz stößt.

Die Mehrzahl der Leser beurteilt übrigens

laut ZMG Zeitungsanzeigen als

eine hilfreiche Verbraucherinformation.

Sie sind damit aufgeschlossen für

Werbebotschaften, die sehr gerne als

Entscheidungshilfe genutzt werden.

Mehr als acht von zehn Lesern sind

der Ansicht, dass Anzeigen inder Tageszeitung

»glaubwürdig und zuverlässig«

sind, 79 Prozent bestätigen den

praktischen Einkaufsnutzen der Zeitungsanzeigen.

Das sind doch gute

Argumente.

(bb)

Kommentar: Bewertender, meinungsbetonter

Artikel

Korrespondent/in ist ein/e Journalist/in im

In­ und Ausland, der/die festangestellt oder als

freie/r Mitarbeiter/in für eine Zeitung außerhalb

der Redaktion arbeitet und von einem Ort oder

Land berichtet.

L

Layout: Aussehen/Erscheinungsbild einer

Zeitung/Zeitschrift

Leitartikel: Kommentar zu einem besonders

wichtigen Thema

Leser-Blatt-Bindung: Verbundenheit eines

Lesers/einer Leserin zueiner Zeitung/Zeitschrift

M

Meldung: eine kurze Nachricht

N

Nachricht: objektive Mitteilung eines Ereignisses,

das für den Leser/die Leserin von

Interesse ist

P

Pressefreiheit: Bezeichnet das Recht von

Rundfunk, Presse und anderen Medien auf freie

Ausübung ihrer Tätigkeit, vor allem das unzensierte

Veröffentlichen von Informationen und

Meinungen. Die Pressefreiheit soll die freie

Meinungsbildung gewährleisten. Details regelt

das Medienrecht, speziell das Presserecht.

Q

Quelle: Informationsquellen (Personen) sind

für Redakteure wichtig, weil sie von ihnen

Auskünfte für Artikel erhalten.

R

Recherche: Nachforschung, Zusammentragung

und Überprüfung von Informationen

Ludwig Scheibel mit den Damen des Anzeigeninnendienstes und der telefonischen Anzeigenannahme: (v. l.)

Lore Häuser, Carmen Richter, Gabi Egerland und Sonja diRuberto.

Redakteur/in: haupt­ oder freiberuflich bei

einem Medium (Zeitung, TV, Radio…) beschäftigter

Journalist mit einem festen Aufgabengebiet

(Ressort).

Redaktionsschluss: Zeitpunkt, zudem der

Inhalt der Zeitung fertig sein muss.


54 Anzeigen und Verwaltung

Geschäftsstellen, Vertrieb und Personalabteilung

Zeitungs-Abc

R

Redaktionssystem: Computerprogramm für die

Produktion einer Zeitung oder Zeitschrift.

Redigieren: Bevor ein Text gedruckt wird, muss

ein Redakteur ihn redigieren –also die Rechtschreibung

prüfen, eine Überschrift finden und

unklare Sätze umschreiben.

Reportage: tatsachenbetonter, persönlicher

Erlebnisbericht, Information und Unterhaltung

zugleich, soll dem Leser/der Leserin das Gefühl

vermitteln, amSchauplatz »dabei gewesen« zu

sein.

Ressortleiter/in: ist für ein bestimmtes Ressort

verantwortlich, leitet die Redakteur/innen eines

Ressorts, stellt bei Redaktionskonferenzen

die Themen des eigenen Ressorts vor und

bespricht den Aufmacher und den benötigten

Seitenumfang für sein/ihr Ressort

Rezension: Besprechung von Ereignissen und

Produkten aus dem Kultur­Bereich

S

Satzspiegel: legt fest, welche Fläche auf der

Seite genutzt und bedruckt wird, definiert die

Position jedes einzelnen Elementes auf einer

Seite

Schusterjunge: Wenn eine Seite oder Spalte

nach der ersten Zeile eines neuen Absatzes

umbrochen wird, sowird diese allein am Ende

der Seite oder Spalte stehende Zeile als

Schusterjunge bezeichnet. Der Schusterjunge

gilt gegenüber dem Hurenkind als weniger

gravierender Fehler und fällt besonders dann

auf, wenn Absätze mit Einzug gesetzt werden.

T

Typografie: Lehre der verschiedenen Schriftarten

und der Schriftgestaltung

U

Umbruch: Optische Gestaltung einer Seite

V

Sie tragen die Zeitungen nicht aus, kümmern sich aber darum, dass sie ankommen: Wilfried Kaiser, Benjamin

Knöß, Carol Jean Piljanovic, Horst Horn, Nadja Lochmann, Rainer Kraemer und Isolde Avemann (v. l.).

Engagiert für unsere Leser

Unsere Vertriebsabteilung kümmert sich umdie Abonnenten und die Zusteller

Rüdiger Hopf, den Chef der Vertriebsabteilung,haben

wirschon aufSeite 51

vorgestellt. Hier nun ein Blick auf die

Mitarbeiter und ihre Aufgaben:

Rainer Kraemer, seit 1987 im Haus, ist

zuständig für die Auslieferung andie

Zusteller und für die Einführung neuer

Technologien im Vertriebsbereich.

Leiter des Vertriebsinnendienstes ist

Wilfried Kaiser. Erist seit 1980 MDV-

Mitarbeiter – und zuständig für die

Auflagenstatistik sowie die Betreuung

der Gießener Stadtzusteller. Petra Frey

ist Mitarbeiterin im Vertriebsinnendienst.

Seit 25 Jahren ist sie bei der

MDV beschäftigt und erste Ansprechpartnerin

imLeserservice.

Die »Postministerin« des Vertriebs ist

Anita Läufer (seit 1976 bei der MDV),

das heißt, sie zeichnet für den reibungslosen

Versand an die Postabonnenten

verantwortlich und sie ist zuständig

für Abbestellungen. Letzteres

istauchdie Aufgabeder jungenMitarbeiterin

Nadja Lochmann, die zudem

Tätigkeiten für die Lohnabrechnung

Weitere Aufgabengebiete:

»Leser werben Leser«

und der Bereich Marketing

der Zeitungszusteller erledigt. Ulrike

Sommer, seit 1977 beim Verlag angestellt,

istunter anderem füralleProbeleser

zuständig. Isolde Avemann –die

im Mai 1997 indas Unternehmen eintrat

–ist fürdas VertriebsgebietGießen

Land zuständig. Zudem ist auch sie

für alle Angelegenheiten imLeserservice

stetsdie netteAnsprechpartnerin.

Dasgiltübrigensfür alle Vertriebsmitarbeiter.

Im Vertriebssekretariat beschäftigt

sind:Carol Jean Piljanovic –seit14Jahren

imHaus –ist für die Betreuung

aller Neukunden zuständig, auch die

»Leser werben Leser«-Verwaltung

liegt inihren Händen. Stefanie Naumann,

seit zwölf Jahren MDV-Mitarbeiterin,

organisiert alles, was den Bereich

Messen und Auftritte in der

Öffentlichkeit betrifft. Das Aufgabengebiet

von Sabine Glock –imHause

seit 1983 –umfasst den gesamten Bereich

der Bücherverwaltung.

Benjamin Knöß leitet den Vertriebsaußendienst.

Er ist für alle Zeitungszusteller

imBereich der GAZ/AAZ und

WZ erster Ansprechpartner.ImHause

seit 1996. Michael LaPorta ist für die

durch die Zeitungszusteller ausgetragene

Post verantwortlich. Und er ist

Ansprechpartner für die Beilagenverteilung.

Bei der MDV seit 1974.Werner

Häuser (Firmeneintritt 1977, nicht abgebildet)ist

Dreh-und Angelpunktfür

alle Probleme derZeitungszustellerim

gesamten WZ-Gebiet. Horst Horn verwaltet

den Buchkeller und übernimmt

zudem diverse Fahrdienste.

Bleiben noch Ruth Schnabel, Tammy

Roppert und Christina Schmidt. Sie

haben eine erfreuliche Gemeinsamkeit:

Alle drei Mitarbeiterinnen befindensichinElternzeit.

Eingutes Signal:

Um den Nachwuchs müssen wir uns

also keine Sorgen machen. (bb)

Volontäre: Die Redakteurs­Lehrlinge. Arbeiten

zwei Jahre inverschiedenen Ressorts mit und

lernen so das Zeitungsmachen.

W

W-Fragen: Darunter versteht man im Journalismus

die Fragen WER hat WAS WANN WOWIE

und WARUM getan. Manchmal tritt zu den

sechs klassischen W­Fragen eine siebte: AUS

WELCHER QUELLE stammt die Information?

Z

Zeitungsente: Falschmeldung ineiner Zeitung

Zeitungskopf: das »Logo« der Zeitung, wichtigstes

Designelement der Seite 1.

Zwiebelfische: So nennen Schriftsetzer und

Buchdrucker einzelne Buchstaben innerhalb

eines Textes aus einer anderen Schrift oder

einem anderen Schriftschnitt, beispielsweise

ein fettes eineinem in normaler Stärke gesetzten

Wort. Der Begriff stammt aus dem Bleisatz

Vor dem Pressevertriebszentrum stehen sie genau richtig: Michael LaPorta, Tim Mayr, Sabine Glock, Anita

Läufer, Rüdiger Hopf, Petra Frey und kniend Julia Isterling und Stefanie Naumann (v. l.).


Sonderveröffentlichung

3. November 2012 55

Beratung, Verkauf, Service

Geschäftsstellen Gießen, Bad Nauheim, Friedberg, Bad Vilbel, Alsfeld, Grünberg

Die verschiedenen Geschäftsstellen

unseres Verlages sind die Anlaufpunkte

für unsere Leser und Kunden.

Wirhaben fünf,die voneigenen Mitarbeiterinnen

geführt werden: Zwei in

Gießen und jeweils eine in Bad Nauheim,

Friedberg, Bad Vilbel und Alsfeld.

Hinzukommt eine Geschäftsstelle

in der Buchhandlung Reinhard in

Grünberg.

Egal,obSie,liebe Leser, Ticketsfür ein

Konzert kaufen wollen, sich für ein

Treuebuch oder für Aktionsartikel interessieren,

ob Sie eine Anzeige schalten

oder eine Zeitung abonnieren wollen:

In unseren Geschäftsstellen sind

Sie richtig. Aktuelle Zeitungenkaufen

können Sie dort auch, und wir halten

Sonderausgaben und Publikationen

Aktionsartikel und

Treuebücher

werden angeboten

wie »Drinnen &Draußen«, die »SchülerAZ«

undden »streifzug«für unsere

Leser vor.

Die Mitarbeiterinnen inunseren Geschäftsstellen

sind geschult in allen

Anzeigen- und Vertriebsangelegenheiten,könnenIhnen

alsobei allIhren

Fragen weiterhelfen. Inunserer Gießener

Geschäftsstelle am Kirchenplatz

teilen sich Edith Breidenbach (seit 16

Jahren beider Mittelhessischen Druckund

Verlagsgesellschaft) und Gabriele

Friedl (33) die Arbeit. Unsere zweite

Geschäftsstelle befindet sich inunserem

Haupthausinder MarburgerStraße.

Dort beraten Hannelore Hahn (34

Jahre bei der MDV) und Astrid Sappert

(20) unsere Kunden. Als Aushilfe

ist dort auch Anja Kern aus dem Redaktionssekretariat

beschäftigt.

Die Geschäftsstellenmitarbeiterinnen

in Alsfeld und Bad Vilbel stellen wir

zusammen mit den Redakteuren der

dortigen Außenredaktionen auf den

Seiten 30, 31und 32 vor. Bleiben noch

die Geschäftsstellen inFriedberg und

Bad Nauheim. Dort arbeiten folgende

Kolleginnen: Michaela Arnold (seit elf

Jahren), Sigrid Nöske (18), Gaby Dietz

(elf), Marion Pötsch-Hofmann (22),

Barbara Paetzel (19), Heidi Fabel (25)

und Silke Jung (12).

(bb)

Kümmern sich umdie Kunden der Friedberger Geschäftsstelle: Barbara

Paetzel, Marion Pötsch­Hofmann und Silke Jung (v. l.).

Die Mitarberinnen unserer Gießener Geschäftsstellen: (v. l.) Astrid Sappert, Hannelore Hahn, Gabriele Friedl

und Edith Breidenbach (r.) sitzen da, wo Gießen schön ist: Auf dem Kirchenplatz.

Das Team der Geschäftsstelle Bad Nauheim: Sigrid Nöske, Michaela

Arnold und Gaby Dietz (v. l.).

Personalabteilung sorgt für die Mitarbeiter

Aufgabengebiet umfasst mehr als nur die monatlichen Lohn­ und Gehaltsabrechnungen –Kontakt mit Ämtern und Krankenkassen

Vier Mitarbeiter kümmern sich um

das gesamte Personal der Mittelhessichen

Druck- und Verlagsgesellschaft.

Teamleiterin ist Christiana Hecht, sie

ist dem kaufmännischen Leiter Carsten

Kromeier unterstellt.

Das Aufgabengebiet von Frau Hecht

ist weit gefasst, und es beschreibt

gleichzeitig sehr gut, wasineiner Personabteilung

zu erledigen ist. Und das

ist eine ganze Menge. Die Mitarbeiter

der Personalabteilung sind zunächst

ganz allgmein die kompetenten Ansprechpartner

für alle Angestellten

Betreut werden

die Praktikanten und die

kaufmännischen Azubis

des Hauses. Einige Aufgaben erledigen

alle Teammitglieder, jeder hat allerdings

auch ein ganz spezielles Arbeitsgebiet.

So ist die Teamleiterin

zuständig für Gehalts- und Pensionsabrechnungen

für alle aktuellen und

ehemaligen Beschäftigten der MDV.

Sie stellt Mitarbeitern Bescheinigungen

aus, korrespondiert mit Ämtern

undKrankenkassen.Zur täglichenArbeit

gehört auch dasFühren vonPersonalstatistiken

und von Personalakten.

Ein wichtiger Bereich ist das Vertragsund

Zeugniswesen. Sehr aufwendig

Die Mitarbeiter der Personalabteilung der MDV wälzen oft dicke Akten:

(v. l.) Carsten Mandler, Marcel Geiger, Martin Cichon und Christiana Hecht.

ist das Bewerbungsmanagement. Die

Betreuung der kaufmännischen Auszubildenden

und die Abwicklung von

Betriebspraktika für Schüler und

Studenten sind ebenfalls immer wiederkehrende

Aufgabenfelder. Hinzu

kommen allerlei Schriftwechsel und

die Verwaltung der Zutrittsberechtigungen

der Mitarbeiter. Die Liste der

Tätigkeiten ist also tatsächlich sehr

lang, dabei ist sie noch nicht einmal

vollständig.

Ähnlich gestaltet sich das Aufgabengebiet

der drei Mitarbeiter der Abteilung.

Carsten Mandler ist unter anderem

für folgende Bereiche zuständig:

Lohnabrechnung und Bescheinigungen

für Mitarbeiter, Führen von Personalakten,

Vertrags- und Zeugniswesen,

Statistiken, Schriftwechsel,

Verwaltung der Zutrittsberechtigung

derMitarbeiter,und –einesehrwichtige

Aufgabe –erkümmert sich auch

um das von den Angestellten benötigte

Büromaterial, vonder Büroklammer

bis zur Hängeregistratur. Herr Mandler

ist seit 20 Jahren Mitarbeiter der

MDV. Noch ein Jahr länger imHaus

beschäftigt ist Martin Cichon. Er ist

unter anderem zuständig für die

Lohnabrechnung der Zeitungsausträger

in der Wetterau, hinzu kommt

auch bei ihm die Ausstellung von

Bescheinigungen, der Kontakt mit Behörden,

Schriftwechsel, das Führen

Die Mitarbeiter

verwalten auch

das Büromaterial

von Statistiken. Bleibt noch der jüngste

Mitarbeiter der Abteilung, Marcel

Geiger. Zuseinen Einzelaufgaben gehörenunter

anderem:die Lohnabrechnung

fürdie ZeitungsausträgerimBereich

Gießen und imVogelsbergkreis

sowie das Führen von Statistiken und

der Schriftwechsel mit Angestellten

und Behörden. Geiger ist Ausbilder

derkaufmännischenAuszubildenden,

er kümmert sich umdie Betriebspraktikanten

(Studenten und Schüler) und

er verwaltet diverses Betriebsinventar.

Geiger ist seit 2005 imVerlag beschäftigt.

(bb)


56 Anzeigen und Verwaltung

Finanz­ und Debitorenbuchhaltung /Kalkulation

Sie sorgendafür,dassamEnde

Mitarbeiter der Buchhaltung: Rechnungen schreiben und prüfen, mahnen, Kontoauszüge

Das Gewürz des Lebens

Ein Morgen ohne Zeitung wäre wie ein Essen

ohne Gewürze. Für mich schlechterdings

unvorstellbar. Natürlich: Es geht. Und sicher

wird man auch satt. Aber eine verlockende

Aussicht wäre esnicht. Denn die Zeitung macht

unsere Welt transparenter und greifbarer. Sie

macht uns zu teilhabenden und aufgeklärten

Menschen, die Schlüsse aus diesen Nachrichten

ziehen. Der Mensch, der Zeitung liest, weiß,

warum eraufstehen muss.

Im direkten Umfeld, aber auch global: Ohne

Zeitung wüssten wir nicht, wie es unseren

Nachbarn geht; was sie bewegt, wie sie denken.

Weder denen in anderen Ländern, die wir noch

nie gesehen haben, noch denen, die imStadtteil

nebenan wohnen. Die Zeitung spiegelt uns

die Welt –macht uns damit manchmal traurig,

manchmal wütend, manchmal aber auch

einfach froh. Die Zeitung transportiert also das

Gewürz des Lebens. Und das ist auch gut so.

Dietlind Grabe­Bolz

Oberbürgermeisterin Gießen

DieBuchhaltungist dieAbteilung unseres

Unternehmens, die die Buchführung

erstellt. Das, liebe Leser, hätten

Sie sicher auch selbst gewusst. Aber

gleich hinter diesem allgemeinen Satz

wird’s komplizierter. Wir unterscheiden

–wie die meisten anderen Unternehmen

auch –zwischenFinanz- und

Debitorenbuchhaltung. Was nun der

Begriff Finanzbuchhaltung genau bedeutet,

das wird in der einschlägigen

Fachliteratur wie folgt beschrieben:

Bei ihnen stimmt die Kasse: Barbara Becker, Diana Haas und Bernhard

Krauskopf (v. l.).

Fünf Mitarbeiter sind

in der Finanzbuchhaltung

beschäftigt

»Alle unternehmensbezogenen Vorgänge,

die sich in Zahlenwerten ausdrücken

lassen, werden hier mit den

Methoden der Buchführung sachlich

und zeitlich geordnet erfasst, auf Konten

gebucht und dokumentiert. Am

Ende einerRechnungsperiode(Monat,

Quartal, Jahr) werden die Konten abgeschlossen.

Eine Bilanz sowie eine

Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)

wird erstellt, welche den Gewinn oder

Verlust des Unternehmens gegenüber

internen und externen Stellen nachweist.

Die Finanzbuchhaltung ist für

gewisse Unternehmensformen gesetzlich

vorgeschrieben.«

In der Finanzbuchhaltung/Kalkulaton

sind in unserem Haus fünf

Mitarbeiter beschäftigt. Teamleiter des

Bereichs »Rechnungswesen«, wie

die Abteilung bei uns heißt, ist Christof

Klar. Er kümmert sich um die

Monats- und Jahresabschlüsse, die

Anlagenbuchhaltung, die Kostenstellen-

und Kostenträgerrechnungen.

Christof Klar ist seit 26Jahren beim

Verlag angestellt. Schon seit 1980 bei

Herzlichen Glückwunsch!

Wir gratulieren unserem ReiseZeit- und

zeitungs kombi hessen-Partner

und freuen uns auf die weitere,

partnerschaftliche Zusammenarbeit.

Mit druckfrischen

Glückwünschen

Die Oberhessische Presse gratuliert zur Eröffnung des neuen Druckzentrums.

Hessische/Niedersächsische Allgemeine

www.HNA.de


Sonderveröffentlichung

3. November 2012

57

die Kasse stimmt

kontrollieren, kalkulieren und Angebote formulieren

Bendel, die seit 2000 bei der MDV

arbeitet. Die Fachliteratur schreibt:

»Als Debitorenbuchhaltungwirdjener

Teil der Aufbauorganisation von Unternehmen

genannt, der sich mit der

Erfassung und Verwaltung der offenen

Forderungen aus Lieferungen

und Leistungen oder sämtlicher Forderungen

befasst.« Bei der MDV han-

der MDV beschäftigt ist Barbara Becker.

Sie bearbeitet die Kontoauszüge

undführt dieHauptkasse–genau wie

Diana Haas, die außerdem noch alle

Eingangsrechnungen prüft und bearbeitet.

Haas ist seit 1993 Mitarbeiterin

derMDV.Mit zumTeamgehörtStefan

Roppert. Auch er bearbeitet eingehende

Rechnungen, und er ist für den

Zahlungsverkehr zuständig. Seit 1997 delt es sich dabei

ist erimVerlag angestellt. Bleibt noch

Bernhard Krauskopf, der imnächsten

Jahr auf eine 40-jährige Betriebszugehörigkeit

zurückschauen kann. Er

ist für die Erstellung von Angeboten

Faktura

Mahnwesen

Inkasso

für Druckerzeugnisse zuständig –das

heißt, er muss die Preise kalkulieren.

Istder Auftragerledigt, istHerrKrauskopf

auch für die Rechnungsstellung

verantwortlich.

Kommen wir zu unserer Debitorenbuchhaltung

–und die ist in unserem

Haus weiblich. Vier Frauen arbeiten in

diesem Bereich. Teamleiterin ist Faina

hauptsächlich um

Rechnungen an Anzeigenkunden –

private wie gewerbliche. Zur Abteilung

gehören neben Faina Bendel:

Waltraud Makhoul, die – wie Bernhard

Krauskopf – kurz vor ihrem

40-jährigen Arbeitsjubiläum steht. Sie

erstellt Rechnungen(Faktura), istauch

zuständig, wenn Kunden ihre Anzeigenrechnungen

reklamieren. Wenn

Kunden nicht zahlen, dann kommt

Bärbel Kreis (seit 1980 bei der MDV)

insSpiel.Sie istfür dasMahnwesenim

Abo-Bereich zuständig. Noch einen

Schritt weiter geht’s bei Heike Mülich

(34 Jahre im Verlag). Auch sie mahnt

Kunden,abersie istauchfür dienächste

Stufezuständig:Inkasso –das heißt,

die Forderungen werden eingezogen.

Schönist dasnicht,abersoweitkommt

es auch nur selten.

(bb)

Vor der Gießener Niederlassung der Landeszentralbank machen sie eine gute Figur: Christof Klar, Heike

Mülich, Faina Bendel, Bärbel Kreis, Waltraud Makhoul und Stefan Roppert (v. l.).

VorDRUCK l TerminDRUCK l HochDRUCK l FußabDRUCK

BuchDRUCK l KonkurrenzDRUCK l AusDRUCK l EinDRUCK

HändeDRUCK l OffsetDRUCK l WasserDRUCK l LuftDRUCK

BlutDRUCK l TiefDRUCK l NachDRUCK l RollenoffsetDRUCK

Der eine wartet

bis die Zeit sich wandelt,

der andere packt es an

und handelt. Dante

Es gibt viele Artenvon DRUCK .

Aber der besteist BUNT!

Wirgratulieren

zur neuen Technik!

Wir gratulieren

unserem

Kooperationspartner

zum neuen

Druck- und

Verlagshaus.

MEDIENGRUPPE OFFENBACH-POST

Waldstraße 226 ·63071 Offenbach ·Tel. 069 85008-0


58 Anzeigen und Verwaltung

Der Betriebsrat /Unsere Auszubildenden

Für die Mitarbeiter da

Betriebsrat als Bindeglied zwischen Geschäftsleitung und Arbeitnehmern

Zukunft sichern und

Die Mittelhessischen Druck­ und Verlagsgesellschaft bildet

Kontakt zueinzelnen

Abteilungen ist für Mitglieder

des Betriebsrats wichtig

Der Betriebsrat der Mittelhessischen

Druck- und Verlagsgesellschaft kümmert

sich –wie auch in anderen Firmen

üblich – um die betrieblichen

Belange und wacht über die arbeitsrechtlichen

Dinge. Erist zudem Ansprechpartner

für die Mitarbeiter bei

allenProblemenimbetrieblichen,aber

auch persönlichen Bereich. Außerdem

ist erBindeglied zwischen Geschäftsleitung

und Arbeitnehmerschaft. So

beschreibt Rainer Mölleken als Betriebsratsvorsitzender

das Aufgabenfeld.

Dem Betriebsrat gehören neun Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter an. Das

sind neben Mölleken noch Andreas

Patsches als sein Stellvertreter sowie

Faina Bendel, Petra Frey, Petra Pickenhahn,

Alexandra Stamm-Schüssler,

Stefan Arndt, Bernd Herold und Carsten

Mank. Frau Pickenhahn fungiert

bei den Sitzungen des Teams auch als

Schriftführerin und hält alles Wesentliche

fest.

Carsten Mank ist reguläres Betriebsratsmitglied,

wurde zudem als

Schwerbehindertenvertreter gewählt,

um deren Interessen zu wahren. Er

sitzt also inDoppelfunktion imRat.

Als Jugendvertreterin vertritt Nadja

Lochmann die Belange der Auszubildenden.

Sie bestimmen außerhalb der

regulären Betriebsratswahl ihren Vertreter.

Die nächste Wahl wird zurzeit

vorbereitet.

Der Vorsitzende wäre aufgrund der

Größe des Betriebs eigentlich freigestellt,

er ist aber weiter im Anzeigenaußendienst

tätig. Das Gremium vertritt

alle Mitarbeiter des Verlages, also

auch die der »Wetterauer Zeitung«

und der »Alsfelder Allgemeinen«.

Die Betriebsratsmitglieder kommen

alle 14 Tage zu ihrer turnusmäßigen

Sitzung zusammen. Hinzu kommen

Treffen, wenn besondereEntscheidungen

anstehen, erklärt der Vorsitzende.

Dem Gremium steht ein eigenes Büro

zur Verfügung, ein Besprechungsraum

befindet sich nebenan.

Der Betriebsrat wird immer für vier

Jahre gewählt. Inseiner jetzigen Zusammensetzung

besteht er seit 2010.

Die nächste Wahl ist imMärz 2014. Er

lädt einmal im Jahr zu einer Betriebsversammlung

ein und informiert dort

über alle wichtigen betrieblichen Belange.

Hinzu kommen Abteilungsversammlungen.

Denn jede Abteilung in

einem Zeitungsverlag hat ihre speziellen

Anliegen, erklärt der Vorsitzende

Mölleken.

(süd)

Zusammen sind sie stark: (v. l.) Stefan Arndt, Petra Pickenhahn, Carsten Mank, Alexandra Stamm­Schüssler,

Rainer Mölleken, Faina Bendel, Bernd Herold und Petra Frey. Esfehlt Andreas Patsches.

Hin und wieder kann es

für die Azubis

auch mal hektisch werden

Nichts ist soalt wie die Zeitung von

gestern. Wer aber auch morgen und

übermorgen noch erfolgreich Nachrichten

und Geschichten anden Mann

bringen will, der muss sich rechtzeitig

um den Nachwuchs kümmern. Auch

jenseits der Redaktionen. Bei der Mittelhessischen

Druck- und Verlagsgesellschaft

gehört dieAusbildungdaher

genauso dazu wie die Recherche der

Beiträge, die Gestaltung der Anzeigen

oder derDruck derBlättchen.

MarcelGeigererklärt:»Währendangehende

Schlosser vielleicht erst einmal

im stillen Kämmerlein ersteWürfelfeilen

müssen, umlangsam an die tatsächliche

Arbeit herangeführt zuwerden,

sind die Azubis bei uns abdem

ersten Tag dabei.« Zusammen mit

Bernd Rühl ist erfür die Ausbildung

des Nachwuchses verantwortlich. Die

hat sich inder jüngeren Vergangenheit

stark gewandelt: »Bis vor zwei Jahren

haben wir Industriekaufleute ausgebildet,

nunaberumgestellt, weil wireben

kein klassischer Industriebetrieb sind.

Inzwischen kommenangehendeMedienkaufleute

und Mediengestalter zu

uns.« Die einen kümmern sich um

Nachsendungen, gebenMaterialbestellungen

auf oder kontrollieren den Wareneingang.

Die anderen unterstützen

mitihren frischen Ideendie etablierten

Gestalter bei ihrer Arbeit, damit Zeitung,

Beilagen und Anzeigen schick

aussehen. Sie alle durchlaufen verschiedene

Stationen, zudenen in der

Regel auch kürzere Ausflüge infachfremde

Abteilungen–wie etwa dieRedaktionen–gehören,umdas

Haus besserkennenzulernen.

In der Regel werden zwei Azubis pro

Ausbildungsjahr eingestellt. Will man

sie alle –zurzeit sind es sechs im kaufmännischen

und vier im gestalterischenBereich

–zum Gespräch an einen

Daniel Thorhauer, Hannah Beck, Silva Bahr

als angehende Mediengestalter darum, dass

Tisch bekommen, wird schnell deutlich,

wie eingespannt sie ins Tagesgeschäft

sind. Ganz kurzfristig muss ein

Termin vereinbart werden, nur schwer

sind die Azubis inihren Abteilungen

zu entbehren.Einer vonihnen bestätigt

lachend: »Man langweiltsichjedenfalls

nicht. Manchmal kann es sogar richtig

hektisch werden.« Vielleicht ist esda

ganz angenehm, weil erholsam, dass

Wir gratulieren

unserem langjährigen

Druckpartner

zur Investition in den

Standort Gießen

und freuen uns über die

neue Qualität

der Produktion unseres

SONNTAG

MORGENMAGAZIN

DANKE

Wir bedanken uns

für die zahlreichen

Glückwünsche

und freuen uns auf

eine weiterhin gute

Zusammenarbeit.

Mittelhessische Druck- und

Verlagsgesellschaft mbH Gießen


Sonderveröffentlichung

3. November 2012

59

Verantwortung übernehmen

derzeit zehn angehende Medienkaufleute und Mediengestalter aus

und Laura Schmitz (v. o.) kümmern sich

Zeitungen und Anzeigen gut aussehen.

der Nachwuchs nur drei Wochentage

im Betriebverbringt.Weiterezweigeht

es während der drei Ausbildungsjahre

in die Schule. Geiger lacht und winkt

mit einem Schmunzeln ab: »Hektik ist

doch besserals Langeweile.Wir trauen

unserenAzubisebenvielzu.«

Die übertragene Verantwortung wissen

die Azubis durchaus zuschätzen:

»Für mich persönlich ist es schön, dass

ich morgens, wenn ich eine Zeitung in

der Hand habe, sagen kann: Zu dieser

Ausgabe habe ich einen Teil beigetragen.

Und hin und wieder kann ich als

Azubi sogar den älteren Kollegen etwas

zeigen«, verrät einer von ihnen.

Aufdas Medium,die Zeitung, sind die

Azubis jedoch nicht festgelegt. Eine

Nach Feierabend

geht es zum Stadtfest oder

auf den Weihnachtsmarkt

Großes Engagement

bringt die Zeitung weiter

und freut den Verlag

von ihnen erklärt: »Auch zuInternet,

Radio oder TVhört man in der Schule

undimBetrieb einiges. In einemdieser

Bereiche möchte ich auf jeden Fall bleiben.«

Und das Verständnis untereinander?

»Das geht gar nicht«, lacht einer der

Azubis und wiegelt gleich wieder ab:

»Nein, im Ernst: Das ist schon prima.

Wir gehen auch zusammen aufs Stadtfest

oder über den Weihnachtsmarkt.

Die Chemie stimmt.« Der Grundstein

für das gute Verständnis wird bereits

am ersten Ausbildungstag gelegt: Die

Führung durchs Haus wird von den

»alten Hasen« unter den Azubis vorbereitet

und durchgeführt. Auch der

Leitfaden, ein Heft mit allen Namen

und Fotos der neuen Kollegen

zum besseren Miteinander, wird von

ihnen inEigenregie angefertigt. »Man

kommt direkt mit den neuen Kollegen

in Kontakt. Das bricht das Eis. Später

kommen dann zum Beispiel die selbst

organisiertenBetriebsausflügedazu. In

diesemJahrwaren dieAzubisetwabei

FFH und im Geldmuseum«, sagt

Marcel Geiger als Ausbildungsleiter

und ergänzt: »Unsere Azubis zeigen

großes Engagement.« Die Mittelhessische

Druck- und Verlagsgesellschaft

kann sich bereitsheute darüberfreuen.

Und für die Zeitung von morgen und

übermorgen kann es nurgut sein.

Medienkaufleute

Voraussetzung:

guter Realschulabschluss oder

Abitur

Ausbildungsdauer:

3Jahre Ausbildung im Betrieb und

in der Berufsschule

Ausbildungsinhalte:

Personalwesen, Technik/Umwelt/

Arbeitssicherheit, Mediengestaltung,

Telefonzentrale, Rechnungswesen/Controlling/Kalkulation/

EDV, Redaktionssekretariat,

Redaktion/Lektorat, Vertrieb,

Anzeigenabteilung

Weiterbildungsmöglichkeiten nach

abgeschlossenerBerufsausbildung:

Fachkaufmann (diverse Fachrichtungen),

geprüfter Medienfachwirt,

geprüfter Betriebswirt,

Bilanzbuchhalter

Mediengestalter

Voraussetzung:

guter Realschulabschluss oder

Abitur

Ausbildungsdauer:

3Jahre Ausbildung im Betrieb und

in der Berufsschule

Ausbildungsinhalte:

Akzidenzsatz, Technik/Umwelt/

Arbeitssicherheit, Fremddatenabteilung,

Scanner/Bildbearbeitung,

Internetabteilung, Grafikabteilung,

Anzeigensatz, EDV-Technik,

Zeitungsredaktion, Produktionssteuerung,

CTP-Druckplattenherstellung

Weiterbildungsmöglichkeiten

nach abgeschlossener Berufsausbildung:

Industrie-/Handwerksmeister,

staatlich geprüfter Drucktechniker,

Druckingenieur

Informationen zur Ausbildung:

Unter www.mdv-online.de gibt es

weitere Informationen für angehende

Medienkaufleute und angehende Mediengestalter.

(fd)

Nachgefragt

Zeitung

bedeutet für mich…

»…die wichtigste Informationsquelle mit

regionalem Bezug.«

Eckart Schäfer,

Vorsitzender der Geschäftsführung

der Agentur für Arbeit Gießen

Die Zeitung bedeutet für mich Unterhaltung,

als Leser ein Stück meiner Tagesgestaltung;

politisch: Bewertung und Information;

als Hesse: das Neueste aus der Region,

als Pfarrer in Ruhe, als der ich auch schreibe,

bedeutet sie, dass ich Verkündigung treibe,

für einen, der selten auf Kanzeln noch spricht,

eine Sache des Herzens von großem Gewicht,

als Dichter schließlich von heit’ren Gedichten,

und damit Erzähler gereimter Geschichten,

bedeutet die Zeitung für meinen Humor

jede Woche erneut zuden Lesern das Tor.

Manfred Günther, Autor und Pfr. i. R.

»… sachlich, faktisch und zeitnah informiert

zu sein.«

Michel Prokop,

General Manager Dolce Bad Nauheim

Marcel Müller, Melanie Schneeberger, Katharina Schlosser, Stefan Langer, Tim Alexander Meyr und Julia

Isterling (v. l.) wissen als angehende Medienkaufleute die übertragene Verantwortung zuschätzen.


60 Anzeigen und Verwaltung

Hausverwaltung und Betriebstechnik

Nachgefragt

In meiner Zeitung wünsche

ich mir …

»... einen guten Überblick über die aktuellen

Nachrichten aus Politik und Kultur inmeiner

Stadt und meiner Region. Ich finde esgut, wenn

zwischen Nachrichten, Kommentaren und

Werbung klar unterschieden wird.«

Hermann Heil, Pfarrer der katholischen

Pfarrgemeinde St. Albertus in Gießen

Be­ und entladen, fegen, Hauspost verteilen, Papierkörbe leeren, Möbel rücken, streichen, tapezieren und noch

viel mehr –Klaus Kunz (2. v.r.) mit seinem Team: (v. l.) Bernd Herold, Gerhard Hartmann und Michael Velke.

Wartung, Pflege, Sauberkeit

Die Mitarbeiter der Hausverwaltung und des Bereichs Betriebstechnik

»… eine seriöse Berichterstattung über Politik

und Wirtschaft auf allen Ebenen (Bund, Land,

Kommune), die umfangreichen Sportberichte

interessieren mich weniger. Begeistert wäre ich,

wenn das Thema Menschen mit Behinderung,

ihr Grundrecht als Bürgerinnen und Bürger

unserer Gesellschaft, einen noch breiteren

Raum inIhrer Presse einnimmt. Dabei geht es

mir umeinfühlsame Berichte, die den Leserinnen

und Leser aufklärt, dass Menschen mit

Behinderung Teil unserer Gesellschaft sind und

nicht als Sondergruppen wahrgenommen

werden.«

Maren Müller­Erichsen,

Aufsichtsratsvorsitzende Lebenshilfe Gießen

Mit dem Stapler

und mit dem Auto

unterwegs

Das Firmengelände des Verlags ander

Marburger Straße inGießen umfasst

rund 16 000 Quadratmeter. Darauf stehen

mehrere große Gebäude mit Tausenden

Quadratmetern Grundfläche.

Es gibt Zufahrtswege, Parkplätze, Verladestationen.

Das alles muss instand

gehalten, muss geflegt und gereinigt

werden.Das machen beiuns dieMitarbeiter

derHausverwaltung, einkleines

Team um Klaus Kunz, den Verantwortlichen

in dem Bereich. Erist zugleich

Umwelt-, Gefahrgut- und Abfallbeauftragter

des Unternehmens

und zuständig für den Firmenfuhrpark.

Seit 26Jahren ist er beim Verlag

beschäftigt. Zu seiner Mannschaft gehört

Gerhard Hartmann, der seit 1985

Mitarbeiter derMDV ist. Ihnsieht man

oft mit seinem Stapler vor dem Hauptgebäude

Papierrollen aus Sattelschleppern

abladen. Der Hof und der Parkplatz

vor dem Haus sind sein Revier.

Ganz allgemein ist er für Be- und Entladearbeiten

zuständig. Deshalb ist er

auch unser »Mann für schwere Sachen«.

Auf dem Stapler sitzt auch

manchmal Bernd Herold, der aber im

Wesentlichen für Hausmeistertätigkeiten

zuständig ist. Streichen, tapezieren,

Glühbirnen auswechseln, Schnee

räumen –seinAufgabengebietist groß,

wie das bei Hausmeistern eben soüblich

ist. Seit 31 Jahren istHerold beider

MDV beschäftigt. Auf den Straßen

Gießens, im Landkreis und besonders

auf den Strecken zu unseren Außenredaktionenund

Geschäftsstellenist Michael

Velke zu Hause. Er ist unser

Mann fürFahr- undBotendienste. Velke

istseit1987indiesemJob tätig, und

wenn Not amMann ist, fährt er auch

denStapler im Hof.

Wir haben aber nicht nur ein großes

Betriebsgelände und viele Gebäude,

dieinSchussgehaltenwerdenmüssen.

Auch diegroßen Maschinen undAnlagen

wie die Rotation und die Versandstraße

müssen gewartet und gepflegt

werden.HansSauer istseit1984Angestellter

derMDV,bis 1993 warerMitarbeiter

an der Rotationsmaschine. Seit

nunmehr 19Jahren ist er für die Betriebstechnik

imHaus mitverantwort-

Auch die Maschinen

müssen instand

gehalten werden

lich, genauer gesagt für die Wartung

und Instandhaltung der Maschine. So

auch Michael Seipp, der seit sechs Jahrenzum

großen MDV-Team gehört.

Im Unternehmen sind viele Tausend

Meter Kabel verlegt, die Maschinen

haben umfangreiche elektronische

Bauteile –dagibteseineMenge Arbeit

fürunserebeiden»Betriebselektriker«.

Reinhard Dietz ist seit fünf Jahren

Elektrofachkraft für den gesamten

Haustechnik- und Maschinenbereich

–genau wie Michael Gorr, der ebenfalls

2007 ins Unternehmen eingetretenist.

(bb)

»… neutrale und objektive Berichterstattung, die

neben dem Blick über den Tellerrand, über

Landes­ und Bundesgrenzen hinweg auch das

politische, wirtschaftliche und kulturelle Geschehen

in der Region angemessen widerspiegelt.

Aus wirtschaftlichem wie persönlichem

Interesse gehört für mich ein vielseitiges und

aufgeschlossenes Spektrum, darunter die

Themen Bildung, Mittelstand und Wirtschaftsförderung

als aktuell und zeitgemäß dazu.«

Frank Rudolf Sommerlad,

Geschäftsführer Firma Sommerlad

Wenn’s um Kabel geht und komplizierte Stromkreise, dann sind Michael Gorr (l.) und Reinhard Dietz (2. v. l.)

die Experten. Michael Seipp und Hans Sauer (r.) halten die Maschinen instand.


Zeitung heute

und morgen

Der Alltag inden Redaktionen, die Austräger, die Leser und wie esmit der Zeitung weitergehen könnte

Bis hierher haben wir über (fast) alle Abteilungen berichtet,

die sich in unserem Haus direkt oder indirekt mit dem

Thema Zeitung und Medien beschäftigen. Eine wichtige

Gruppe fehlt aber noch: Die Austräger. Sie kommen nun zu

Wort. Außerdem stellen wir einige Journalisten »mit

Sonderstatus« vor: Unseren Polizei­ und Justizreporter,

einige freie Mitarbeiter und unsere Auslandskorrespondenten.

Wir beschreiben den Ablauf inden Redaktionen und

wie unsere Journalisten den Alltag organisieren. Wir laden

ein zueinem Tag der offenen Tür im nächsten Jahr. Und

wir riskieren einen Blick in die Zukunft: Wird es auch in

zwanzig Jahren noch eine gedruckte Zeitung geben?


62

Zeitung heute und morgen

Innenansichten journalistischer Arbeit

Ein »ganz normaler« Tag im Leben eines…

Redaktionskonferenz, Terminplanung, Recherchieren, Schreiben, Mitarbeiterorganisation und vieles mehr: Vier Kollegen erzählen

Der typische Arbeitstag des Kreisredakteurs

beginnt relativ spät. Andieser

Stelle muss ich –Christoph Agel

(agl) –den Begriff »typisch« aber sogleich

relativieren, denn der Redakteursberuf

hält jede Menge Abwechslung

bereit. Okay, es gibt eine gewisse

Routine: Zu Hause die Zeitung durchblättern.

Musste der Spätdienst noch

was ändern, weil es einen Unfall gab?

Washaben dieanderen Ressorts veröffentlicht?

Dann in der Redaktion die

Mails und die Post checken –schauen,

was die Konkurrenz und wie sie es

»im Blatt« hat. Bis 9.45 Uhr sollte man

dann up to date sein, fitfür die Tageskonferenz.

Darin besprechen wir die

heutige Ausgabe, planen die nächste,

thematisieren auch mittel- und langfristige

Dinge.Spätdienste müssen vergeben

werden, Sonntagsdienste und

freie Tage ebenso.

Nach derKonferenzwirdrecherchiert.

Wie ist der Stand an der Gesamtschulsporthalle

inLinden? Wasmachen die

Kirchensanierungen im Pohlheimer

Süden? Was tut sich beim DSL inder

Gemeinde Langgöns? Nur einige Beispiele

dafür, dass ich immer Themen

in petto haben möchte, die die Menschen

interessieren und die jenseits

des Terminjournalismus »heiß« sind.

Tastatur, Bildschirm, Konzentration: Christoph Agel an einem typischen

Arbeitsplatz in der Redaktion.

Aber es gibt eben auch jede Menge Termine.

Zuvielen fahre ich selbst hin,

andere werden an freie Mitarbeiter

vergeben. Das Spektrum reicht vom

FerienspielangebotüberChorkonzerte

bishin zurSitzung derStadtverordneten.

Der Arbeitstag spielt sich also

nicht nur am Schreibtisch, sondern

auch »draußen« ab. Dabei entstehen

Kontakte, man lernt Anprechpartner

für weitere Themen kennen, Multiplikatoren

inden Dörfern, Experten.

Am Schreibtisch suche ich aus, was

mein Aufmacher wird. Ich redigiere

Texte von Mitarbeitern und Pressemitteilungen,

wähle Fotos aus, pflege unser

Online-Angebot. Ich vergebe Termine,

lege Bildergalerien im »Netz«

an, bleibe bei Geschichten am Ball,

nehme Anrufe entgegen, aus denen

sich neue Themen ergeben. Nicht jede

Idee,jedeAnfrage wird eine Geschichte.

Aber manchmal können wir einem

Anrufer schon weiterhelfen, wenn die

Zeitung mal nachhört.

Wann der Tag endet, ist relativ offen.

Da gibt es abendliche Sitzungen, mancheStory

dauert auch mallänger. Aber

eines ist klar: Langweilig wird’s nie…

»Die Menschen erzählen mir

oft sehr persönliche Dinge

aus ihrem Leben«

Termine über Termine –und

dabei das Zeitmanagement

nicht aus dem Auge verlieren

Ofteinen sehr direkten Zugang zu unserenLesern

habe auch ich, Alexander

(age) Geck. ImKreis gewissermaßen

als »Redakteur zbV« tätig, übernehme

ich des Öfteren Alters- und Ehejubiläen.

Dann erzählen mir die Menschen

fast ihr ganzes Leben –oft sehr persönliche

Dinge, die nicht alle ihren

Niederschlag im Gedruckten finden.

Aber sie offenbaren immer wieder,

dass ein Vorurteil ganz gewiss nicht

stimmt:Dassdie Oberhessenmürrisch

sind. Ganz imGegenteil: Ihre Offenheit

ist bemerkenswert, sodass esimmer

eine Freude ist, zu solchen Anlässen

»rauszufahren«. Es kann sogar

vorkommen, dass im Laufe der Gespräche

herauskommt, dass die Jubilare

Verwandte oder Bekannte von mir

kennen –die Welt ist jabekanntlich

klein. Aber: Die Verantwortung dagegen

ist groß –schließlich »kommen«

viele Menschen nicht so oft indie Zeitung.

Deshalb achte ich darauf, dass

die Artikel den Leuten gerecht werden

und lege besonders viel Wert auf

Gründlichkeit.

Mein Arbeitstag beginnt inder Regel

mit der Konferenz der Lokalredaktion

für die Stadt Gießen um 9.30 Uhr. Ich

bin Oliver Schepp und als Fotograf

unterwegs. Die zu diesem Zeitpunkt

feststehenden Tagestermine für mich

werden besprochen und anmich weitergegeben

– in Form eines Terminplans.

Dieser Plan enthält meist etwa

zehn Termine, die die Produktion

der Lokalseiten abdecken. Zusätzlich

kommen noch Illustrationen für unsere

diversen Sonderpublikationen hinzu,z.B.»streifzug«,»Seniorenjournal«,

»SchülerAZ«. Auch Anzeigenmotive

werden bei Bedarf fotografiert. Im

Laufe eines normalen Arbeitstages

kommen eine Fülle unterschiedlichster

Motive und Situationen zusammen,

die die ganze Palette menschlichen

Handelns abdecken. Sokommt

es vor, dass ich zunächst einen 100.

Geburtstag im privaten Kreis des Jubilars

fotografiereund kurzeZeitdarauf

die Beisetzung der Körperspender des

Klinikums. ImAnschluss wird ein Interview

mit dem hessischen Ministerpräsidentenillustriert,danneileich

zu

einer Preisverleihung der Universität.

Aber nurkurz, denn es stehtzeitgleich

noch eine öffentliche Baustellenbegehung

der wichtigsten Großbaustelle

Gießens an. Dann ist Mittagspause.

Immer flexibel zu halten. Inzwischen

sind noch weitere Illustrationswünsche

der Kollegen eingegangen, ich

muss mein Zeitmanagement umstellen;

machmaldrei- bisviermal am Tag!

Nach derRastgeheich zu einerAustellungseröffnung

ins RP, um fünfzehn

Minuten später eine Unterschriftenübergabe

andie Oberbürgermeisterin

zu erreichen. Auf dem Weg zum Rathaus

sehe ich durch Zufall, wie zwei

Studenten mit ihren Schuhen inder

Hand jonglieren. Ich mache also ein

»Schmuckfoto« nebenbei.

Am Nachmittag steht ein Zirkus auf

dem Messeplatz. Zur Premiere brauche

ich eine Fotoserie zur Illustration

für die Printausgabe, vielleicht schaffe

ich esauch noch, einige Filmsequenzen

für unseren Web-Auftritt aufzunehmen.

Mein Zeitbudget: etwa 30

Minuten. Noch zwei Termine stehen

an: Zuerst die Spendenübergabe. Ich

sammle Informationen dazu und mache

einige Aufnahmen. Als Letztes

VonKleintierzüchtern und Fußballweltmeistern –

Eine große Anzahl von freien Mitarbeitern unterstützt die Redakteure bei deren täglicher Arbeit –Werner Eifert ist seit 67(!) Jahren dabei –

Bis heute arbeitet

Werner Eifert mit

seiner Schreibmaschine

Die Jüngeren sammeln Berufserfahrung

währenddes Studiums.Die Älteren

bessern sich nach Feierabend das

Gehalt oder auch die Rente auf. Und:

Sie alle machen es den Redakteuren

überhaupt erst möglich, den täglichen

Ausnahmezustand zumeistern. Denn

auch der beste Journalist kann nicht

an mehreren Orten gleichzeitig sein.

Über 1500 freieMitarbeiter sind in den

Adressbüchern der Mittelhessischen

Druck- und Verlagsgesellschaft gelistet,

von denen aber nicht mehr alle aktiv

recherchieren, interviewen, schreiben.

Manche sind alte Hasen, andere

erst seit einigen Monaten dabei.

Am Anfang stehen oft kleinere Termine.

Doch auch der sprichwörtliche Besuch

beim Kleintierzüchterverein, der

demVorurteilnachlangweiligwerden

kann, hat seinen Charme, wie einige

der »Freien« berichten. Später, vor allem

anden Wochenenden, wenn auch

die alteingesessenen Redakteure einmal

ruhen müssen, übernehmen sie

größere Termine: Mit der Bürgermeisterin

hat man sich bald angefreundet,

vor Gesprächen mit dem Ministerpräsidenten

hat man immerhin keine

Angst mehr. Nie in aller Gänze gewöhnen,soberichten

einige,wirdman

sich jedoch an die Polizeibereitschaft,

welche regelmäßig voneiner Handvoll

der»Freien«übernommenwird: Dann

klingelt mitunter auch einmal mitten

in der Nacht das Handy, und man

muss raus zu einem Brand oder einem

Unfall.

Ob ganz frisch im Geschäft oder seit

über einem halben Jahrhundert dabei:

Keine der persönlichen Geschichten

derfreienMitarbeiter gleichtder anderen.

Einer von ihnen ist Werner Eifert. Seit

67 Jahren ist erals freier Mitarbeiter

für die Sport- und Lokalredaktion der

»Wetterauer Zeitung« im Einsatz. Und

»ich schreibe immer noch gerne«, sagt

der 82-Jährige, der im Friedberger

Stadtteil Dorheim lebt. Seine Heimat

ist auch das Gebiet, über das er bis

heute überwiegend berichtet –früher

unter dem Kürzel (eif), heute unter

(wei). Vorallem die Vereine hat Eifert

dabei fest imBlick. Spielberichte waren

es, die der passionierte Kicker in

Werner Eifert ist ein alter Hase.

seiner Jugend gleich nach dem Zweiten

Weltkrieg auf einer Adler-Schreibmaschine

verfasste und zuFuß oder

per Rad zur Redaktion brachte. Später

schrieb erüber Politisches und Kulturelles.

Ums Geld sei es ihm dabei nie gegangen,

sagt der 82-Jährige, der hauptberuflich

in der öffentlichen Verwaltung

tätigwar.Bis heuteverfasstEifert–der

dienstälteste »Freie« der »Wetterauer

Zeitung« –seine Texte aufder Schreibmaschine.

»Gabriele« heißt sie und

steht zumeist auf einem Tisch inEiferts

Garten. »Zwischen März und

September schreibe ich draußen«, sagt

der Dorheimer, der sich vor einigen

Jahren kurzzeitig an einer elektronischen

Schreibmaschine versuchte.

Golden-Retriever-Rüde Lucky war das

Verlängerungskabel, das zur nächsten

Steckdose führte, allerdings schnuppe,

und das sorgte für das Ende der

Elektronik. Seither ist »Gabriele« wieder

imEinsatz –mit einer kurzen Unterbrechung:

2011 schien es, als wolle

die kleine Reiseschreibmaschine nicht

mehr. »Es war gar nicht soeinfach, jemanden

zu finden, dersichmit derReparaturauskennt«,

erinnert sich Eifert.

Ein Mitarbeiter eines Bürotechnik-Unternehmens

wusste, welche Schräubchen

zu drehen sind, um»Gabriele«

wieder zum Laufen zubringen.

In puncto Fotos ist Eifert inzwischen

auf die Digitalkamera umgestiegen,

Enkelsohn Bastian sendet die Bilder

per E-Mail an die Redaktion. Der

82-Jährige erinnert sich noch an seinen

Vom Ehrenamt über

die freie Mitarbeit

zur neuen Festanstellung

ersten Einsatzfür die»Wetterauer Zeitung«.

»Jugendfußball, FSV Dorheim«,

weiß er. Auch die Höhepunkte seiner

Berichterstattung sind ihm noch gut

im Gedächtnis: 1994 beschreibt erseine

Reise nach Amerika zur Fußball-

Weltmeisterschaft, wo er das Finale

zwischen Brasilien und Italien erlebt.

Auch trifft der Fan der Frankfurter

Eintracht auf einem Termin Anthony

Yeboah. Ein anderes Mal schreibt der

ehemalige Chef der Verkehrsbehörde

des Altkreises Friedberg über die »Silberpfeile«

von Mercedes Benz. Einsätze,

andie er sich gerne erinnert: »Das

warenEreignisse derbesonderenArt.«

Die Geschichte von Siglinde Wagner

zeigt, wieehrenamtlichesEngagement

über eine freie Mitarbeit zu einer Festanstellung

in einemganzanderen Metier

führen kann. Seit fast zehn Jahren

schreibtsie inzwischenals freieMitarbeiterin

für die Kreisredaktion der

»Gießener Allgemeinen Zeitung«. Der

Busecker Raum ist ihr Revier. »Den


Sonderveröffentlichung

3. November 2012

63

Der »Hauptkampftag«

in der Sportredaktion ist

zweifelsohne der Sonntag

ersten Bericht habe ich aufgehoben«,

sagt die 56-Jährige. Es dauert keine

Minute, bis er gefunden ist. Auch

die Erinnerung an den entsprechenden

Termin, eine Podiumsdiskussion,

wirkt fast noch frisch: »Ich war sehr

Hintergrund wählen, Personen sinnvoll platzieren, zum Lächeln animieren:

Alexander Geck weiß, wie’s geht.

stellt ein großes Gießener Krankenhaus

noch seine neue chirurgische

Ambulanz vor. Hier gilt es, genügend

Bildmaterial für Sonderseiten zu fertigen,

auch treffe ich auf sensible Bereiche

mit Patienten, die ich um ihr Einverständnis

fragen muss, wenn sie mit

aufgenommen werden sollen.

Dann fahre ich zurück in die Redaktion,

gebe meine gesammelten Informationen

weiter und fange mit der Bildbearbeitung

an. Anschließend werde

ich noch Bildgalerien inunseren Web-

Auftritt hochladen, manchmal auch

Videosequenzen. Gegen 18.30 Uhr

neigt sich der Arbeitstag dem Ende.

Halt, der Ressortleiter hat noch einen

Termin für den »Nachhauseweg« …

Vonder Bundesliga biszur B-Liga.Das

ist fast exakt das Arbeitsspektrum einesRedakteursinder

WZ-Sportredaktion,

woich, Michael Wiener (mw) arbeite.

Unddas istgenau dieFaszination

des Berufes, der den Alltag in Bad

Nauheim nicht zum Alltag werden

lässt. Aufder einenSeite dieBerichterstattung

über Eintracht Frankfurt, den

hessischen Fußball-Bundesligistenmit

großer Strahlkraftindie Wetterau und

auch den Gießener Raum. Auf der anderen

Seite die ganze Palette der von

Amateuren ausgeübten Sportarten,

die esauf den heimischen Sportgeländendas

ganzeJahrübergibt–von Eishockey

und Eisstockschießen über

Schach, Tischtennis, Dart bis hin zum

Fußball, der auch imlokalen Bereich

aufgrund der Vielzahl von Ligen und

Vereinen großen Spielraumeinnimmt.

»Hauptkampftag« in derSportredaktion

istdabei zweifelsohne derSonntag,

denn am Wochenende findet logischerweise

der meiste Sportbetrieb

statt. So richtig zur Sache geht esetwa

ab 17 Uhr, wenn die Fußballspiele auf

den heimischen Plätzen zu Ende sind,

die letzten Handball-Begegnungen

abgepfiffen werden und die Spieler

des prominentesten Vereins der Wetterau

zum Schläger greifen. Bis die

Kufencracks des EC Bad Nauheim fertig

sind, naht der Redaktionsschluss.

Manchmal kommt es auf jede Minute

an, sodass wir unseren Text live aus

dem Stadion schreiben und kurz nach

Spielende fertig haben müssen.

Da auch unter der Woche vereinzelt

der Ball inverschiedenen Sportarten

rollt, sind wir anvielen Werktagen im

Jahr ebenfalls bis in die Nacht hinein

in derRedaktion,umamnächstenTag

die aktuellen Ergebnisse mitsamt

Spielberichten im Blatt zuhaben. Ansonsten

ist auch ein Sportredakteur

nervös und habe unglaublich viel mitgeschrieben«,

lacht Wagner heute. Inzwischen

istsie einalter Hase.Damals

sei anSchlaf nach dem abendlichen

Termin nicht zudenken gewesen. Sie

setzte sich direkt hin,prügeltebis fünf

Uhr morgens in die Tastatur und

schickte vier Seiten an die Redaktion.

Deren Antwort: »Schön geschrieben.

Saubere Arbeit. Aber leider drei Seiten

zu viel.«

Vier Tage zuvor hatte Siglinde Wagner

noch nicht aneine freie Mitarbeit gedacht.

Als Mutter zweier Töchter war

sie damals ehrenamtlich an einer der

Kindertagesstätten sowie der Grundschule

in Großen-Buseck aktiv. Das

Schreiben und der Versand von Pressemitteilungengehörtenzuihren

Aufgaben.

»Eines Tages bekam ich einen

Anruf von einer Redakteurin«, erinnert

sich Wagner. Die Texte seien im

Haus stets gut angekommen, ob sie

nicht Lust habe, auch hin und wieder

Pressetermine im Auftrag der Redaktion

wahrzunehmen.

Zeitweise wurde ein Ganztagsjob daraus.

Mit einem Schmunzeln erinnert

sich (siw) etwa andie Verabschiedung

nicht nur –etwas salopp gesagt –ein

Seitenbauer und Schreiberling, sondern

ein Organisator. Insbesondere

fürdie TermineamWochenendemüssen

zahlreiche freie Mitarbeiter eingeteilt,

effiziente Routen für die Fotografen

von Sportplatz zu Sportplatz

ausgetüftelt und die nächsten Sonderseiten

vorbereitet werden. Prominente

Produkte abseits der normalen Tagesarbeit

sind dabei unsere Eishockey-,

Handball- und Fußball-Beilagen, die

im Halbformatvor demjeweiligenSaisonbeginnihrem

NamenalleEhremachen

und der Tageszeitung »beiliegen«.

Aufgrund der vielen Sportarten

und der erwähnten Vorbereitung von

Sonderseiten gibt es bei uns kein Sommerloch.

Nach der Saison ist vor der

Saison.Von derB-Ligabis zurBundesliga.

Oder von der Vereinsmeisterschaft

bis zur Weltmeisterschaft.

und drei Seiten Text zuviel

Siglinde Wagner hat ihren ersten Bericht aufgehoben –Viele interessante Eindrücke

Berührungsängste

sind bei »Freien«

schnell überwunden

Siglinde Wagner agiert inBuseck.

von Bürgermeister Dieter Howe in der

voll besetzten Fernwaldhalle Anfang

2004: »Ich stehe vor dem Tisch der lokalen

Politprominenz und will ein

Foto schießen, habe aber nur das leere

Stativ in der Hand. Nachdem ich zurück

zum Pressetisch amRande des

Saals geeilt war, um meinekleineDigitalkamera

zuholen, wusste auch der

letzte Gast,was zu derErheiterung am

Bürgermeistertischbeigetragen hatte.«

Oder die große Nervosität und die

schlaflose Nacht vor dem ersten Treffen

mit einem Minister. Heute weiß

sie: »Es sind alles nur Menschen. Berührungsängste

habe ich nicht mehr.«

Vor fünf Jahren hat die Pressearbeit

Siglinde Wagner zu einer ersehnten

Festanstellung nach der Kindererziehungspause

verholfen. »Ich wurde von

der Musikschule Busecker Talangerufen,

ob ich Interesse an dem Job hätte.

DieChefin hattemichals Pressevertreterin

mehrfach erlebt, und sie wollte

noch nichteinmal meineBewerbungsunterlagen

sehen«, berichtet Wagner.

Glücklichsei sieinihrem neuenJob als

Sekretärin. Als »Freie« für die »Gießener

Allgemeine Zeitung« arbeitet sie

weiterhin.

Laura Kaufmann, Florian Dörr

Journalistensprache

Abgefeiert

Abkupfern

Arie

Aufblasen

Bauen

Beerdigt

Beine

Bleiwüste

Briefmarke

Dummy

Doublette

Edelfeder

Freischlagen

Griffecke

Im Sack

Kanone

Kill

Kochen

»

»

»

»

»

»

»

»

»

»

»

»

»

»

»

Ein Thema ist »durch«,

kommt nicht mehr ins

Blatt, weil esschon

ausreichend behandelt

wurde.

Bei anderen Autoren

abschreiben.

Wenig schmeichelhaftes

Wort für einen Pflichtartikel.

Fotos besonders stark

vergrößern oder einen

Artikel strecken.

Artikel, Bilder, Grafiken zu

einer Seite zusammen

fügen.

Der Artikel erscheint

nicht

Spalten eines Artikels

textlastige Seiten

Zu kleines Foto

Nullnummer einer neuen

Publikation

Zwei inhaltlich gleiche

Meldungen ineiner

Ausgabe

Top­Autoren –will jeder

Journalist gerne sein

Platz für einen Artikel auf

einer Seite einrichten

Anzeige rechts unten

Alle für einen Artikel

notwendigen Informationen

gesammelt

» Teleobjektiv

»

»

Konfirmationsbild»

Maulkorb

Ortsmarke

Springer

Tischredakteur

Zumachen

Zurückziehen einer

Meldung einer Nachrichtenagentur

Thema immer wieder

aufgreifen

Foto von dunkel gekleideten

Menschen, die steif

nebeneinander stehen,

etwa bei Ehrungen

» Zensur

»

»

»

»

Ort der Handlung, steht

meist ganz vorne im Text

Informant amTelefon

Redakteur, der ausschließlich

in der

Redaktion sitzt und

Texte umarbeitet

Redaktionelle Arbeit an

einer Seite beenden


64

Zeitung heute und morgen

Was unsere Leser sagen –Das Gewinnspiel

Mehr Reportagen und Kolumnen

Viele Leser haben sich ander Fragebogenaktion im August beteiligt –Fast 2000 Einsendungen beim Gewinnspiel –Preisverleihung

»Guten Morgen« –dieser Wunsch für

einen geglückten Start in den Tag findet

sich in jeder Ausgabe. In dieser

Kolumne präsentieren wir Ihnen, unseren

Lesern, seit vielen Jahren Geschichten

zum Schmunzeln und zum

Nachdenken, geschrieben von Redakteuren

oder freien Mitarbeitern. Jeder

Leser kennt diese kleinen Texte. Und

Fast alle Teilnehmer

wünschten einen

»Guten Morgen«

deshalb lag es nahe, bei unsererem

Preisrätsel inder Verlagsbeilage vom

August als Lösungswort »Guten Morgen«

vorzugeben. Knapp 2000 Einsendungen

haben uns inden Wochen danach

erreicht. Nahezu alle Teilnehmer

haben die Fragen richtig beantwortet

und aus den Lösungsbuchstaben das

gesuchte Wort, genauer die zwei Worte,zusammengemixt.

Aus vielen Zuschriften war herauszulesen,

dass nicht unbedingt die Preise

der Grund waren, sich zu beteiligen.

Manche Familien habensichandiesem

Augustsamstag mit großem Vergnügen

zunächst anden elf Fragen, die

zumTeilwirklichschwerzubeantworten

waren, abgemüht, um dann –wie

bei Scrabble –das Lösungswort zuermitteln.

Dass es Spaß gemachthat, war

vielen Zuschriften zuentnehmen. Leser

Marco Benecke zum Beispiel

schrieb: »... undich muss sagen: Gratulation

an denoderdie Erstellerdes Rätsels.Espasstesehrgut

zurÜberschrift

›Genau lesen und gewinnen‹, durch

die kreativ formulierten Fragen. Ein

ganz anderes Niveau als viele andere

Gewinnspiele und damit auch der

Grund, warum ich teilnehme.« Zum

SchlusswollteLeser Beneckenochwissen,

wie viele korrekte Einsendungen

wir erhalten haben. Nun, von den fast

2000 Mails und Postkarten, die uns erreichten,

war nur auf 20 (also ein Prozent

der Teilnehmer) nicht das richtige

Lösungswortnotiert.

Mittlerweile haben wir die Preise an

die Gewinner überreicht, die Bildbände

und USB-Sticks wurden bei einem

Empfang im Verlagshaus in Gießen

übergeben. Über die drei Hauptpreise

(Tablet, Digitalkamera und iPod) freuten

sich Heinz-Ludwig Henss, Kerstin

Stroh und Tanja Franz. Bei der Preisverleihung

wurden die Gäste von Geschäftsführer

Dr. Max Rempel, vom

stellvertretenden Chefredakteur Burkhard

Bräuning und von der Ressortleiterin

Politik und Nachrichten, Annette

Spiller,begrüßt.Die Besucherbestaunten

unter anderem die neue Druckmaschine

und waren sehr interessiert an

derArbeitineinem Verlagshaus. In der

Sonderausgabe hatten wir die Leser

wie auch Nichtabonnenten dazu aufgerufen,

ihreMeinung zu unserenZeitungen

zuäußern. Auch dazu haben

wirzahlreicheEinsendungenerhalten.

Wichtigste Erkenntnis: Unsere Abonnenten

sind mit der Mischung insgesamt

sehr zufrieden, aber es sind wie

immer die Nuancen, die uns zum

Nachdenken gebracht haben. Esgibt

zum Beipsiel sehr große Unterschiede

bei den Interessen: Manche Leser mö-

Einige Gewinner unseres Rätsels waren imOktober zu Gast in unserem Verlagshaus. Nach einer Führung

haben sie ihre Preise in Empfang genommen.

Unsere Kanzlei befasst sich seit Jahrzehnten im hiesigen Wirtschaftsraum zentral

mit allen Fragen des Arbeits-, Wirtschafts-, Handels-, Gesellschafts- und

Bankrechts, Familien- und Erbrechts, Medizinrechts, Bau- und Architektenrecht,

Steuerrechts sowie des allgemeinen Zivilrechts. Gerne stehen wir Ihnen außerprozessual

beratend und verhandlungsbegleitend, wie auch im Rahmen einer

erfahrenen Prozessführung zur Verfügung.

Wir erzeugen nicht nur Strom

und Wärme. Sondern auch Zukunft.

Knuth Sascha Petri

Rechtsanwalt

Fachanwalt für Arbeitsrecht

Fachanwalt für Bau- und

Architektenrecht

Fachanwalt für Handels- und

Gesellschaftsrecht

Raphaela Rostenburg

Rechtsanwältin

Henning Puvogel

Rechtsanwalt

Fachanwalt für Familienrecht

Fachanwalt für Medizinrecht

Elke Dietrich

Rechtsanwältin

Fachanwältin für Arbeitsrecht

Fachanwältin für Steuerrecht

Hans-Hendrik Beyl

Rechtsanwalt

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In Stadt und Landkreis Gießen...

Übersicht

...die Nr.

Inhalt

Im Kernverbreitungsgebiet...

Lesezeichen

Mo. –Do. 1,30 EUR, Fr.u.Sa. 1,50 EUR

Berlin (AFP). Mit einem Festakt

ist gestern in Berlin das

Denkmal für die von den Nazis

ermordeten Sinti und Roma eingeweiht

worden (Foto: dpa).

»Der Völkermord an Sinti und

Roma hat tiefe Spuren hinterlassen

und noch tiefere Wunden«,

sagte Bundeskanzlerin

Angela Merkel (CDU) in ihrer

Ansprache. Das Denkmal halte

dem Betrachter einen »Spiegel

unendlicher Trauer« vor. Es

mahne auch an die Verpflichtung,

die Würde des Menschen

zu achten. (Bericht auf Seite 2)

...die Nr.

In Stadt und Landkreis Gießen...

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Im Kernverbreitungsgebiet...

Mo. –Do. 1,30 EUR, Fr.u.Sa. 1,50 EUR

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WZ-Verlag · 61217 Bad Nauheim · Postf. 1723

Telefon 06032/9420 ·Fax 06032/94218 (Anz.),

06032/9 42 39 (Red.) ·Friedberg, Tel. 06031/9 42 00

Fax 942079 · http://www.wetterauer-zeitung.de

In Stadt und Landkreis Gießen...

Im Kernverbreitungsgebiet...

...die Nr.

...die Nr.

Nummer 249 – 67. Jahrgang

Mo. –Do. 1,30 EUR, Fr. u. Sa. 1,50 EUR

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Prozess gegen Serienräuber

Thomas Feldhofer

zu 14 Jahren

Haft verurteilt

Hessen –Seite 3

Denkmal

eingeweiht

Nahost-Besuch Ashtons

von Gewalt überschattet

R. Williamson

Leugnung des Holocaust einen Skandal in

der katholischen Kirche ausgelöst. (Seite 5)

AUS DEM INHALT


WETTER

Wechselhaft, bis 14 Grad

Kultur 8

Kino 10

Fernsehen 11

Aus der Stadt Gießen 29

Pinnwand mit Gießen-Info 30–31

Wetter ·Roman ·Unterhaltung 40

MEINE SEITE

Sinti und Roma 32

MITTAGSTISCH 26

FAMILIENANZEIGEN 19–20, 28

IHR DRAHT ZU UNS

Zentrale 06 41/300 30

Leserservice 06 41/3003 77

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40143

4194354 501309

ZEITUNG FÜR STADT UND ALTKREIS ALSFELD

Amtliches Verkündigungsblatt für den Vogelsbergkreis

Neues Album

Neil Young

liefertüppiges

Meisterwerk ab

Kultur –Seite 8

Handball /DHB-Pokal

Hüttenberg unterliegt

Balingen, Wetzlar beim

VfL BadSchwartau

Sport –Seite 16

Annäherung in Koalition

Brüderle: Bei Betreuungsgeld und Praxisgebühr ist Lösung in Sicht

G1126 A

MDV-GmbH, 35334 Gießen, Postf. 100462

Ludwigsplatz 8·36304 Alsfeld

Tel. (06631) 96730·Fax (06631) 9673–33

http://www.alsfelder-allgemeine.de

Vogelsbergkreis

Homberg

Einzelhändler sehen Zum Kalten Markt

Klima extrem kamen Besucher

verschlechtert dick eingepackt

Lokales –Seite 21

Lokales –Seite 23

Endgültiger Durchbruch

bei neuem Wahlrecht

Geheimnis um deutsche

Goldbestände gelüftet

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MDV-GmbH · Telefon (0641) 3003-0

Marburger Straße 20 · 35390 Gießen

Postfach 100462 · 35334 Gießen

Fax(06 41) 30 03-3 05 (Red.), 30 03-3 00 (Anz.)

http://www.giessener-allgemeine.de

Sonderveröffentlichung

3. November 2012

65

gen keinen Sport, andere hätten gerne

noch ein paar Seiten mehr davon. Kultur

ist für viele Leser ein wichtiger Bestandteil

der Zeitung, andere winken

müde ab. Soverhält es sich auch mit

den politischen Nachrichten. Und es

Nachgefragt wird,

was zuder

Lebenswirklichkeit passt

Berichte über Klatsch

und Tratsch sind unseren

Lesern nicht sowichtig

Ausschnitte aus den Fragebögen: Die Interessen der Leser sind verschieden, aber fast alle loben das breite Angebot inunseren drei Tageszeitungen.

Die Mischung imBlatt findet breite Zustimmung.

gibt sogar Leser, die den Lokalteil ignorieren.

Sehr gut bewertet wurden

Seiten wieMeinung/Hintergrund, Medizin

sowie Umwelt, Technik, Wissenschaft.

Gelobt wurde von unseren Lesern die

Vielfalt in der Zeitung –darunter auch

dieWochenend-Beilage mitihrem großen

Unterhaltungsangebot. Im Lokalteilwirdnachgefragt,

waszuder jeweiligen

Lebenswirklichkeit passt: Leser

zwischen 25 und 45fragen besonders

nach Informationen über Schulen und

Kindergärten, Ältere wollen mehr

lesenüberÄrzte unddas Gesundheitswesen

ganz allgemein. Das Vereinsgeschehenhat

an Wichtigkeitverloren, ist

aber immer noch eine tragende Säule

der Berichterstattung. Fast alle Abonnenten

lesenihreZeitungübrigensauf

Papier –und wollen das auch inZukunft

tun. Was aber nicht bedeutet,

dass Angebote wie das E-Paper überflüssig

sind, denn die jüngeren Leser

schauenzunehmend insInternet, während

die älteren auch in Zukunft der

Printausgabe treu bleiben wollen. Was

unsere Abonnenten gerne lesen: Reportagen

(auch aus der Region), Glossen/Kolumnen,

und sie beteiligen sich

gerne an Leseraktionen. Von alldem

habenwir schonjetzt viel zu bieten.

Gefragt hatten wir auch danach, was

Sie an einerTageszeitungschätzen und

dabei verschiedene Antwortmöglichkeiten

vorgegeben. Am häufigsten angekreuzt

wurden »Mich ganz allgemein

gut informiert«, »Mir möglichst

viele Hintergrundinformationen bietet«,

»Glaubwürdigist«und »Die Leser

mit einbezieht«. Weniger wichtig war

den Teilnehmern, dass ihre Zeitung

ȟber Prominente berichtet/mich mit

demneuestenKlatsch undTratsch versorgt«.Und

noch einBlick aufden Wochenendteil

unserer Zeitungen. Das

breite Angebot wird durchweg gerne

genutzt, alle Seiten bekamen gute

Durchschnittsbewertungen. Da trifft

es sich vielleicht gut, dass die Beilage

derzeit etwas moderner aufbereitet

wird und auch neue Themen wie die

Seite»Kostprobe« bietet. (bb)

Neu: Unsere Tageszeitungen

auch digital lesen

Übersicht

Inhalt

Lesezeichen

Drucken Speichern Suche Suchbegriff

G3266 A

Nummer 249 – 67. Jahrgang

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Prozess gegen Serienräuber

Thomas Feldhofer

zu 14 Jahren

Haft verurteilt

Hessen –Seite 3

MITTELHESSISCHE ALLGEMEINE ZEITUNG

Neues Album

Neil Young

liefert üppiges

Meisterwerk ab

Kultur –Seite 8

Handball /DHB-Pokal

Hüttenberg unterliegt

Balingen,Wetzlar beim

VfL Bad Schwartau

Sport –Seite 16

In der Nordanlage

46-Jähriger erleidet bei

Unfall schwersteBeinund

Brustverletzungen

Stadt Gießen –Seite 21

Bewährungsstrafe

24-Jähriger entleerte

einen Aschenbecher

im Mund der Freundin

Kreis Gießen –Seite 33

„DasWichtigste

Denkmal

eingeweiht

Berlin (AFP). Mit einem Festakt

ist gestern in Berlin das

Denkmal für die von den Nazis

ermordeten Sinti und Roma eingeweiht

worden (Foto: dpa).

»Der Völkermord an Sinti und

Roma hat tiefe Spuren hinterlassen

und noch tiefere Wunden«,

sagte Bundeskanzlerin

Angela Merkel (CDU) in ihrer

Ansprache. Das Denkmal halte

dem Betrachter einen »Spiegel

unendlicher Trauer« vor. Es

mahne auch an die Verpflichtung,

die Würde des Menschen

zu achten. (Bericht auf Seite 2)

Nahost-Besuch Ashtons

G7307 A

Draghi verteidigt

Endgültiger Durchbruch

1/40 OK

amMorgen.“

Nummer 249 –179. Jahrgang

Donnerstag, 25. Oktober 2012

OBERHESSISCHER ANZEIGER

Amtliches Bekanntmachungsorgan der Städte Friedberg, Bad Nauheim und Karben

sowie der Gemeinden Rockenberg, Wöllstadt und des Amtsgerichts Friedberg

Prozess gegen Serienräuber

Thomas Feldhofer

zu 14 Jahren

Haft verurteilt

Hessen –Seite 3

Neues Album

Neil Young

liefert üppiges

Meisterwerk ab

Kultur –Seite 8

Zwei Männer mit Ausdauer

Jörg Jung glänzt auf

Hawaii, Steffen Gewehr

greift Marathon an

Lokalsport –Seite 16

Friedberg

18 Sozialwohnungen:

»Eigener Herd«baut

in der Housing Area

Lokales –Seite 21

Niddatal

Gewerbegebiet an B45:

Aldi und Lidl sagen ab,

Nettozeigt Interesse

Lokales –Seite 34

Jeder Mensch hat etwas,das ihn antreibt.

Denkmal

eingeweiht

Wir machen den Wegfrei.

Auch für Tablet und Smartphone optimiert.

Gaza (dpa). Bei neuen israelischen Luftangriffen

im Gazastreifen sind mindestens

vier Palästinenser getötet und zehn weitere

verletzt worden. Die neue Gewalt überschattete

den Nahost-Besuch der EU-Außenbeauftragten

Catherine Ashton, die sich in Jerusalem

mit der israelischen Führung traf.

Am heutigen Donnerstag spricht sie mit dem

Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas

über die Lage in der Region. Israel drohte am

Mittwoch mit einer Bodenoffensive im Gazastreifen,

sollten die Raketenangriffe militanter

Palästinenser andauern. »Wir sind zu einer

viel breiteren und viel tiefer reichenden

Aktion bereit«, sagte Ministerpräsident Benjamin

Netanjahu.

Piusbruderschaft schließt

Bischof Williamson aus

Genf (AFP). Der wegen

seiner Holocaust-Leugnung

heftig umstrittene

Bischof Richard Williamson

ist aus der Piusbruderschaft

ausgeschlossen

worden. Wie die erzkonservative

Priesterbruderschaft

am Mittwoch in

Genf mitteilte, erfolgte

der Ausschluss wegen

fehlenden »Gehorsams«.

Der britische Geistliche hatte 2008 mit der

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www.wetterauer-zeitung.de/epaper

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Berlin (AFP). Mit einem Festakt

ist gestern in Berlin das

Denkmal für die von den Nazis

ermordeten Sinti und Roma eingeweiht

worden (Foto: dpa).

»Der Völkermord an Sinti und

Roma hat tiefe Spuren hinterlassen

und noch tiefere Wunden«,

sagte Bundeskanzlerin

Angela Merkel (CDU) in ihrer

Ansprache. Das Denkmal halte

dem Betrachter einen »Spiegel

unendlicher Trauer« vor. Es

mahne auch an die Verpflichtung,

die Würde des Menschen

zu achten. (Bericht auf Seite 2)

Draghi verteidigt

Strategie der EZB

Rede im Bundestag –Zwei Jahre Aufschub für Griechenland wahrscheinlich

Berlin/Athen (dpa). EZB-Präsident Mario Draghi hat seinen umstrittenen Kurs in der

Euro-Krise im Bundestag vehement verteidigt. In einer Sitzung des Haushalts-, Finanz- und

Europa-Ausschusses wies der Chef der Europäischen Zentralbank am Mittwoch inBerlin

Befürchtungen vor eine stärkeren Inflation zurück. Übermäßige Risiken für die Steuerzahler

gebe es nicht. Auch die Unabhängigkeit der Notenbank sei nicht gefährdet. Griechenland

rechnet unterdessen fest mit zwei Jahren Aufschub für die Sanierung seiner Staatsfinanzen.

Bundestagspräsident Norbert Lammert ber angekündigt, die EZB werde notfalls unbegrenzt

Staatsanleihen von Krisenländern

(CDU) zeigte sich nach dem gut zweistündigen

Auftritt Draghis vor etwa 150 Parlamentariern

zufrieden. Er sprach wie der EZB- greift aber nur ein, wenn das Land unter den

an den Börsen ankaufen. Die Notenbank

Chef von einem vertrauensbildenden Schritt. Euro-Rettungsschirm schlüpft und damit

Draghi betonte: »Drei Elemente sind für das Auflagen erfüllt. Seit der Ankündigung sind

Verständnis unserer Maßnahmen von wesentlicher

Bedeutung: der unbeirrbare Fokus Schuldtitel zahlen, gesunken.

die Zinsen, die Problemländer für neue

auf Preisstabilität, die Einhaltung unseres Für Griechenland öffnet sich derweil die

Mandats sowie unsere vollständige Unabhängigkeit.«

Die jüngsten Maßnahmen der langem Gezerre zwischen der zerstrittenen

Tür zu neuen Hilfsmilliarden –nach monate-

EZB dienten dazu, Preisstabilität im gesamten

Euroraum zu gewährleisten.

bern. Nach Angaben aus Athener Regie-

Regierung und den internationalen Geldge-

Vertreter von Union und FDP äußerten sich rungskreisen vom Mittwoch kann sich das

überwiegend positiv zuDraghis Erläuterungen.

»Seine Antworten waren sehr überzeu-

die vereinbarten Sparziele zu erreichen. Fi-

Land auf zwei weitere Jahre einstellen, um

gend«, sagte CDU-Haushaltsexperte Norbert nanzminister Ioannis Stournaras sagte nach

Barthle. Der FDP-Politiker und Euro-Kritiker

Frank Schäffler warf dem EZB-Chef datern

der »Troika« aus EU, EZB und Interna-

stundenlangen Videokonferenzen mit Vertregegen

erneut vor: »Er schleift die Stabilitätsregeln.«

Aus Sicht von Carsten Schneider, paket ist abgeschlossen.« Weitere Details

tionalem Währungsfonds (IWF): »Das Spar-

dem haushaltspolitischer Sprecher der SPD- wollte er nicht nennen. Eine zeitliche Streckung

der Sparziele ist bereits seit Längerem

Fraktion, hat Draghi die Kritik an der fehlenden

Legitimation der EZB-Strategie nicht im Kreise der Euro-Finanzminister im Gespräch.

(Seiten 4und ausräumen können. Draghi hatte im Septem-

5)

Berlin (AFP). Im Koalitionsstreit um das dem geplanten Betreuungsgeld eine Komponente

zur Förderung von Bildung hinzuzufü-

Betreuungsgeld und die Praxisgebühr zeichnet

sich nach Worten von FDP-Fraktionschef gen.

Rainer Brüderle eine Lösung ab. Union und Die FDP betonte, dass es bei den von Brüderle

angesprochenen Themen noch keine Ei-

FDP wollten sich bei ihrem bevorstehenden

Spitzentreffen auf eine Entlastung der Krankenversicherten

verständigen, sagte Brüderle »weiterhin offene Fragen« zu beantworten,

nigung der Koalitionspartner gebe. Es seien

gestern in Berlin. Er bekräftigte, dass die erklärte Parteisprecher Wulf Oehme. »Wir

FDP dem im Koalitionsvertrag vereinbarten sind optimistisch, dass eine Verständigung

Betreuungsgeld zustimmen werde. Die Versicherten

in Deutschland sollten entweder beiden Themen wie auch über andere jeweils

zwischen den Koalitionsspitzen über diese

über eine Abschaffung der Praxisgebühr für sich in den nächsten Tagen gelingen

oder eine Senkung der Beiträge entlastet wird.« Die Spitzen von Union und FDP wollen

sich nach Angaben aus Koalitionskreisen

werden, sagte Brüderle. Die FDP bevorzuge

nach wie vor ein Ende der Praxisgebühr, um am 4. November treffen, um die offenen Fragen

zu klären. Regierungssprecher Steffen

damit einen Beitrag zum Bürokratieabbau

im Gesundheitswesen zu leisten. Die Union Seibert wollte sich zum aktuellen Stand der

hält bislang an der Praxisgebühr fest, zeigte Einigungsbemühungen nicht äußern.

sich zuletzt aber kompromissbereit.

Einem Zeitungsbericht zufolge will die

Brüderle bekräftigte, dass seine Partei Union ihr Vorhaben aufgeben, das Betreuungsgeld

zum Jahresbeginn 2013 einzufüh-

trotz inhaltlicher Bedenken dem von der

Union geforderten Betreuungsgeld zustimmen

werde. Dies sei im Koalitionsvertrag mentarischen Verfahren werde inzwischen

ren. Aufgrund der Verzögerungen im parla-

vereinbart worden. »Wir sind vertragstreu«, der 1. April als Starttermin angepeilt, berichteten

die Dortmunder »Ruhr Nachrich-

sagte Brüderle. Die FDP wolle in den anstehenden

Koalitionsberatungen versuchen, ten«.

Berlin (dpa). Die Spitzen der Bundestagsfraktionen

haben sich endgültig auf die Eckpunkte

für ein neues Wahlrecht verständigt.

Die Einigung sieht einen vollständigen Ausgleich

von Überhangmandaten vor. Damit

sollen die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts

erfüllt werden. Der Gesetzentwurf

wird jetzt von Experten im Bundesinnenministerium

vorbereitet und soll im Dezember

erstmals im Parlament beraten werden. Die

Verabschiedung ist für Anfang 2013 geplant.

Die Neuregelung dürfte dazu führen, dass

der nächste Bundestag durch die Ausgleichssitze

größer wird. Sollte es zu einer »moderaten

Vergrößerung« kommen, sei dies den verfassungsrechtlichen

Vorgaben geschuldet, erklärte

der Parlamentarische Geschäftsführer

der Unions-Fraktion, Michael Grosse-Brömer,

nach der Verständigung am Mittwoch.

Frankfurt/Main (dpa). Die Bundesbank

lüftet das Geheimnis um das deutsche Gold:

Fast die Hälfte der 3396 Tonnen lagert inden

USA. In den nächsten drei Jahren sollen

150 Tonnen davon nach Deutschland geholt

werden. Forderungen, den gesamten Milliardenschatz

in heimischen Tresoren zu lagern,

erteilte Bundesbankvorstand Carl-Ludwig

Thiele in einem Interview mit der Nachrichtenagentur

dpa am Mittwoch in Frankfurt

eine Absage: »Auch in Zukunft wollen wir

Gold an internationalen Goldhandelsplätzen

halten, um es im Fall der Fälle binnen kürzester

Zeit als Währungsreserve verfügbar zu

haben.« Den aktuellen Marktwert des gesamten

Goldschatzes beziffert die Bundesbank

auf 144 Milliarden Euro.

Ab 4,50 € monatlich

für Abonnenten.

Abopreise:

Monatsabo: 23,00 €

Jahresabo: 21,00 €/Monat

Für Bezieher der gedruckten

Zeitung mit Vollabonnement:

Monatsabo: 5,00 €

Jahresabo: 4,50 €/Monat

Eine Welt ohne Tageszeitung? Kaum vorstellbar, auch wenn uns in immer

schnelllebigeren Zeiten digitale Medien mit Informationen geradezu überfluten.

In ihrer langjährigen Firmengeschichte haben die Gießener Allgemeine, die Alsfelder

Allgemeine und die Wetterauer Zeitung bewiesen, dass Gespür für den Wandel der Zeit,

Anpassung an Trends und gute Redaktionsarbeit sich auszahlen. Ein überzeugendes

Konzept, das auf Altbewährtes genauso setzt wie auf den Mut, neue Wege zu

beschreiten.

Wir gratulieren der Mittelhessischen Druck- und Verlagsgesellschaft mbH Gießen

zur Präsentation Ihrer neuen Verlagssysteme und -Gebäude und freuen uns auf

viele weitere Jahre der guten Zusammenarbeit -gemeinsam für die Region.


66 Zeitung heute und morgen

Journalisten imbesonderen Einsatz

(Fast) überall mittendrin

Bombay, Amazonasdelta, Kapstadt, Kairo, St.

Petersburg, Sahelzone, Irak, Malediven –wer an

weltweit agierende Journalisten denkt, hat

vielleicht zunächst die entlegendsten Gebiete

oder touristisch interessantesten Städte dieser

Erde als Einsatzorte imKopf, das Abenteuer,

die Gefahr, möglicherweise gar den Nervenkitzel.

Richtig ist: Das Netz aus Auslandskorrespondenten

ist weit über den ganzen Globus

gespannt, bis hinein indie Krisen­ und Kriegsgebiete

–und das Risiko ist oft der einzige Arbeitskollege,

der nie freihat. Die berufliche Bandbreite

für die im Ausland arbeitenden Journalisten

ist jedoch weiter gefasst, und für viele Kollegen

sind die Hauptstädte der verschiedenen Staaten

Dreh­ und Angelpunkt ihrer Arbeit, von wo

aus sie ihre Aufgaben koordinieren oder kreuz

und quer durchs Land reisen. Sie arbeiten fest

oder als freie Korrespondenten für Nachrichtenagenturen,

Sender, Magazine oder Tages­ wie

Wochenzeitungen in aller Welt. Manche bleiben

jahrelang fest vor Ort, andere wechseln je nach

Bedarf ihres Arbeitgebers von Land zu Land,

von Kontinent zuKontinent.

New York, London, Washington: Von den Brennpunkten und Schaltstellen in aller Welt berichtet ein Heer von

Journalisten für die Nachrichtenredaktionen der Medienhäuser –auch für uns.

Zeitungen sind für mich…

Der Welt den Puls fühlen

»Unser Mann« inLondon und anderswo: Die Auslandskorrespondenten

»...absolut unverzichtbar –und nicht nur für

mich, sondern für das Funktionieren einer

zivilen Gesellschaft überhaupt.«

Jochen Wittmann, London

»...Lebensgefühl, Unabhängigkeit und Freiheit.«

Stefan Riecher, früher New York

»...ein informativer Ruhepol ineiner viel zu

hektisch vernetzten, internetverklickten,

atemlosen Nachrichtenwelt.«

Andreas Geldner, Washington

In unserer Zeitung kann man nicht

nur die Berichte und Reportagen von

Auslandskorrespondenten der Nachrichtenagenturen

lesen, die wir beziehen.

Wirhaben auch einige eigene Mitarbeiter.Dreidavon

habenein bisschen

aus dem Nähkästchen geplaudert. Jochen

Wittmann ist schon lange im Geschäft.

Seit 1994 arbeitet erals freier

»Verstehen. Erklären.

Und dann Schreiben.

Das reicht völlig«

Korrespondent aus Großbritannien –

für mehrere deutsche Regionalzeitungen,

seit Februar 1995 auch für uns.

Für die Politik- und Nachrichtenredaktion

ist er »unser Mann« inLondon,

und wenn es etwas Relevantes

aus dem Königreich gibt, das auch LeserinDeutschland

interessierenkönnte,

dann werden wir von »jwi« schnell

und kompetent versorgt. Unsere Fragen

für diese Beilage beantwortet er

gerne. Was ein Auslandskorrespondent

können sollte? »Verstehen. Erklären.

Schreiben«, sagt Wittmann. Das

reicht.

Für den Wahlbriten beginnt der Tag

üblicherweise mit der morgendlichen

Lektüre von mindestens zwei Tageszeitungen:

»Eineist immerdie ›Times‹,

dieanderewechselt.«Dazukommt die

SucheimInternet. »Dannhabeich hoffentlich

eine Idee für eine gute Geschichte.

Bis die recherchiert und geschrieben

ist, vergehen ein paar

Stunden. Den Rest desTages verbringe

ich damit, zu hoffen und zuschauen,

dass man auch janichts verpasst hat.«

Ein typischer Tag für einen Kollegen

in New York sieht im Grunde ähnlich

aus, mit ein paar Besonderheiten. Davon

kann Stefan Riecher erzählen, der

von 2007 bis 2012 als Auslandskorrespondent

tätig war –nicht nur inden

»Die deutsche Brille und

gleichzeitig die Perspektive

des Gastlandes«

Vereinigten Staaten, sondern auch in

Wien und als Krisenreporter in Haiti,

Japan und Pakistan. Erarbeitete für

die österreichische Tageszeitung »Die

Presse« und zwischen 2009 und 2012

auch fürdie Politikredaktion der»Gießener/Allgemeine

und »Wetterauer

Zeitung«. Ererinnert sich gut an seine

Arbeit in New York: »Wegen der Zeitverschiebung

fiel ich normalerweise

gegen 5.30 Uhr aus dem Bett, ummit

der Redaktion zu koordinieren, welche

Geschichten aktuell bis spätestens

11 Uhr New Yorker Zeit zu schicken

sind.Der Nachmittag gehörteder Aufgabe,

kreative Ideen für Reportagen

oder Interviews zu entwickeln. Die

Abendgestaltung: Evening news verfolgen

und früh ins Bett gehen.« Und

dann wieder alles von vorn.

Das kann auch Andreas Geldner bestätigen,

Auslandskorrespondent der

»Stuttgarter Zeitung« und der angeschlossenen

Pressehäuser der Verlagsgesellschaft

in Süddeutschland. Unser

US-Korrespondent ist der Journalist,

der seit 2008 inden Vereinigten Staaten

arbeitet und auch kurzfristig in

Frankreich tätig war, seit Herbst letzten

Jahres. Gegenwärtig ist er vollauf

mit dem Präsidentschaftswahlkampf

beschäftigt. Sein Berufsverständnis:

»Ein Auslandskorrespondent sollte die

Fähigkeit haben, gleichzeitig die deutsche

Brilleaufzusetzen undsichindie

Perspektive seines Gastlandes hineinzuversetzen.«

Bis 10 Uhr vormittags

US-Zeit brauchen manche deutschen

Blätter schon das »möglichst perfekt

geschriebene Stück«. Und danach?

»Anrufe, Termine, Recherchen, Planungen

–oft bis inden Abend.«

Das hört sich nicht immer aufregend

an –aber natürlich gibt es auch jede

Menge spannende Begegnungen im

Leben eines Auslandskorrespondenten.

Jochen Wittmann erinnert sich an

ein Zusammentreffen mit der Queen

beieiner GartenpartyimBuckingham-

Palast –»aber spannender wares, 1999

(den damaligenPremier) Tony Blairzu

interviewen.« Andreas Geldner (»gel«)

»Das Erdbeben inHaiti –

das war für mich

am dramatischsten«

steuert ein etwas anderes Rendezvous

bei, mit einem Bison inMontana, »der

sich lange überlegte, ob er mein Auto

aufspießen sollte oder nicht.« Ansonsten

denkt unser US-Korrespondent an

Dinge wie die Spur am nächtlichen

Grenzzaun in Arizona, diezeigte, dass

Menschen- oder Drogenschmuggler

ganz in der Nähe waren –oder auch

die Dutzenden von gesprächigen,

schrulligen Zufallsbekanntschaften

bei Zugreisen quer über den Kontinent.

Bei Stefan Riecher zählt eine Begegnung

mit Mahmud Achmadinedschadzuden

besonderen Momenten.

Er nennt aber auch das Zusammentreffen

mit Erdbebenopfern in Haiti

oder mit einem Einsatzleiter nach der

Atomkatastrophe von Fukushima sowiedie

Lehman-Pleiteund ihreFolgen

fürihn als Journalisten prägend: »Haiti

– das war am dramatischsten.«

Schwer zu sagen, was das bisher absolute

berufliche Highlight für Wittmann

war: »Richtig gefreut habe ich

mich, als ich eine Reportage über den

Nordirland-Konflikt schrieb und das

Gefühl hatte, dasThema nichtnur verstanden,

sondern auch angemessen

beschriebenzuhaben.« Getreuseinem

Eingangsstatement: »Verstehen. Erklären.

Schreiben.« Annette Spiller


Sonderveröffentlichung

3. November 2012

67

Der Mann mit der Tasche

Polizeireporter zwischen Unfällen und Gericht: Unser »Kommissar« berichtet

Es stinkt nach verbranntem Gummi,

um zwei Uhrmorgens aufeiner Wiese

nahe Rechtenbach. Ich habe das Gefühl,

dass sich meine Augen mittlerweilebesser

an dienächtlicheDunkelheit

gewöhnt haben als mein

Fotoapparat. Jedes Mal, wenn ich auf

den Auslöser drücke, vergeht eine

kleine Ewigkeit, bis das Foto tatsächlich

geschossen wird. Nach einer Weile

kommt mir dann der Flutlichtscheinwerfer

der Feuerwehr zu Hilfe

und erhellt die Szene: Ein Kleintransporter

ist fast bis zur Unkenntlichkeit

verbrannt. Zum Glück bestätigt die

Kriminalpolizei bald, was andere Einsatzkräfte

vor Ort schon vermutet haben

–esbefand sich niemand mehr in

diesem Fahrzeug. Es gibt es also keine

Verletzten. Die Brandursache war vermutlich

ein technischer Defekt. Der

Fahrer hatteden Kleinlaster abgestellt,

nachdem er den Motor nicht mehr

starten konnte.

Leider wird man als Polizeireporter

aber auch oft zuUnfällen gerufen, die

einen weniger glimpflichen Ausgang

genommen haben. Immer wieder gibt

es Verletzte, manchmal auch Tote. Wie

geht man mit solchen Situationen um?

Wieverhält mansichvor Ort, während

man seine Arbeit für die Zeitung erledigt?

Ich versuche, mich dann vollständig

auf meine Tätigkeit zukonzentrieren.

Mache Fotos von den unfallbeteiligten

»Die Tätigkeit vor Ort

verändert mich als

Menschen unweigerlich«

Fahrzeugen, Trümmerteilen, Krankenwagen

und Rettungskräften sowie

vonVerkehrsstauungen. Danach erfrage

ich bei der Polizei und den anderen

Einsatzkräften dienotwendigen Informationen

zum Unfallhergang, zum

Grad der Verletzungen der Betroffenensowie

zurHöhedes Sachschadens

und der Dauer von Straßensperrungen.

Diese Automatismen schützen.

Gedanken daran, welche verwandte

oder befreundete Person indem Alter

derVerunglückten istoderauchsoein

Auto fährtwie das, dasgerade im Straßengraben

liegt, lasse ichgar nichterst

aufkommen. Tutman das, prägen sich

die Bilder ein und man nimmt sie unweigerlich

mit zurück ins Bett oder an

den Schreibtisch. Das wäre auf Dauer

zermürbend.

Als Pressevertreter darf

man sich imEinsatz nicht

aufdringlich verhalten

Trotzdem verändert einen diese Tätigkeit.

Wenn ich etwa jetzt Menschen,

die mir etwas bedeuten, eine gute

Fahrtwünsche,sageich dies nichtbeiläufig,

sondern hoffe es tatsächlich.

Die Zusammenarbeit mit den Einsatzkräften

vor Ort klappt hervorragend.

Die eine oder den anderen hat man

schon bei mehreren Unfällen gesehen

–zumal es Streckenabschnitte gibt, an

denen eseinfach häufiger zuKollisionen

kommt als an anderen Stellen.

Umgekehrt ist man mittlerweile selbst

füreinige Mitarbeiter vonPolizei,Feuerwehr

und Rettungsdienst zueinem

bekannten Gesicht geworden. Ich bin

etwa »der mit der Tasche«. –Gemeint

ist damit mein alter Lederranzen, den

ich immer mit mir herumtrage.

Manchmal ist ermir vor Ort zwar ein

wenighinderlich, aber da ichbei unserer

Zeitung auch für die Prozessberichterstattung

aus den Gießener Gerichten

zuständig bin, kommt es vor,

dass ichdirektaus demVerhandlungssaal

zu einem Unfall gerufen werde.

Ergo kommt der Ranzen –sprich »die

Tasche« –inklusive sämtlicher Unterlagen,

Schreibblöckeund Stifte einfach

mit.

Zu meiner Freude kann ichsagen,dass

viele Einsatzkräfte ausgesprochen

sorgfältig mit meinem ledernen Begleiter

umgehen. Meist stelle ich den

nämlich erst einmal am Straßenrand

ab,umbeide Händefür denFotoapparat

frei zuhaben. Kürzlich kam es allerdings

vor, dass Feuerwehrleute infolge

eines Unfalls die Fahrbahn mit

ihrem Wasserschlauch von allerhand

Schlamm befreien mussten. Kurzerhand

wurde mein Ranzen gepackt

und immer an die Stellen weitergetragen,

an denen gerade kein Wasser

floss. Ist das Gelände an einem Unfallort

besonders unwegsam, wird mir

auch manchmal angeboten, »die Tasche«

direkt im Fußraum eines Einsatzfahrzeugs

abzustellen.

Besondersnettfandich es,als einPolizist

mich nach Einbruch der Dunkelheit

zu meinem Dienstwagen zurückgefahren

hat, den ich zuvor etliche

HundertMeter vorder Unfallstelle am

Straßenrand hatte abstellen müssen.

Seinerzeit waren zwei Pkw in der

Nähe von Annerod zusammengestoßen

undich hätteimDunkelnander B

49 entlanglaufen müssen. Das wäre

wahrscheinlich trotz Warnweste nicht

ungefährlich gewesen.

Das gute Miteinander setzt natürlich

auch voraus, dass man sich als Pressevertreter

nichtzuaufdringlichverhält.

Originalzitat: »Na, dich sehe

ich dann für heute

hoffentlich nicht mehr!«

Dass man Einsatzkräfte, die gerade

mit Rettungsarbeiten befasst sind,

nicht mit seinen Fragen belästigt, versteht

sich von selbst. Aber auch diejenigen,

die sich nicht unmittelbar um

Verletzte kümmern, haben oft alle

Hände voll zutun, etwa, weil sie die

Unfallstelle absichern und den nachfolgenden

Verkehr regeln müssen.

Man muss also Geduld mitbringen

und sich sukzessive zum Einsatzleiter

durchfragen. Dann bekommt man alle

Informationen, die man braucht.

Wenn man sich dann mit der nie böse,

aber durchaus ernstgemeinten Bemerkung

»Dich sehe ich dann für heute

hoffentlichnicht mehr!« noch vondem

Kollegen der lokalen Konkurrenz verabschiedet

hat, ist der Einsatz vorbei

und esgeht zurück in die Redaktion –

oder ins Bett. Steffen Hanak

Nächtliche Anrufe

Wenn nachts das Handy des Polizeireporters

klingelt, ist keine Zeit, sich rumzudrehen und

noch mal für fünf Minuten die Augen zuzumachen.

Dann heißt es: Schnell indie Kleidung

und abins Auto. Denn während Rettungskräfte

zum Glück kurze Wege zur Einsatzstelle haben,

hat der Polizeireporter unter Umständen über

30 Kilometer vor sich –schließlich ist erfür den

ganzen Landkreis Gießen zuständig.

Das Wichtigste für die Berichterstattung über

Unglücke –wie Brände oder Verkehrsunfälle –

ist die Zusammenarbeit mit Polizei und Feuerwehr,

nicht nur amEinsatzort. Denn nur so

erfahren wir schnell, woetwas passiert ist. Da

ist man dann auch für Anrufe der Leitstelle

dankbar, die einen aus dem Tiefschlaf reißen.

Vor allem, wenn nette Leute ander anderen

Seite der Leitung sitzen, die merken, dass man

gerade noch etwas schlaftrunken ist, und

anbieten: »Wenn Sie nicht alles aufnehmen

konnten, rufen Sie gleich noch mal an!«

Ohne Öffentlichkeit

»Die Sitzung ist nicht öffentlich.« Wenn dieser

Satz im Gericht fällt, sind Angeklagte oft

erleichtert, Reporter eher genervt. Denn »nicht

öffentlich« bedeutet auch –und gerade –für

sie: Außer dem Gericht, dem Staatsanwalt, dem

Angeklagten und seinem Verteidiger, möglicherweise

auch noch einem Nebenkläger, müssen

alle den Verhandlungssaal verlassen. Prinzipiell

gilt im Gerichtsverfahren der Öffentlichkeitsgrundsatz.

Doch manchmal wird davon eine

Ausnahme gemacht, etwa imJugendstrafverfahren

oder wenn in der Sitzung intime Details der

Beteiligten zur Sprache kommen. Meistens

haben Journalisten dafür Verständnis, insbesondere

wenn ein mutmaßliches Opfer einer

Sexualtat befragt wird. Ärgerlich ist es für den

Gerichtsreporter dann, wenn nicht öffentlich

über einen Vorfall verhandelt wird, der großes

Aufsehen erregt hat. Denn dann können sie ihre

Leser nicht über die Hintergründe informieren.

Wieso hat die 16­Jährige jemandem ein Messer

in den Bauch gerammt? Welche Geschichten

stecken dahinter? Auf diese Fragen müssen die

Journalisten dann die Antwort schuldig bleiben.

Übrigens läuft die Auswahl der Verhandlungen

nicht über geheime Quellen: Einmal wöchentlich

informiert die Staatsanwaltschaft die Presse

über interessante Termine. Katrin Nahrgang

Hat einen guten Draht zu den Einsatzkräften: Steffen Hanak unterwegs.


68

Zeitung für heute und morgen

Für sie geben wir alles: Unsere Abonnenten /Zukunftsgedanken

Die Zeitung als Begleiter durch das ganze Leben

Bei vielen Abonnenten eine enge Verbundenheit –Morgens mit Hägar und Dennis das erste Schmunzeln aufs Gesicht gezaubert

Unsere Zeitungen werden täglich von

rund 180000 Menschen gelesen. Die

meisten davon wohnen in der Region

–und bleiben uns über viele Jahre, ja

oft ein ganzes Leben lang treu. Bei anderen

hält die Verbundenheit an, obwohl

sie schon lange Zeit nicht mehr

im Verbreitungsgebiet wohnen. Wir

haben Leser unter anderem in Berlin,

in Hamburg, in Nürnberg, inFilderstadt,

in Garmisch-Partenkirchen und

Lieselotte Boller,

Herbert Dörner und

Karl Trechsler erzählen

in Locarno inder Schweiz. Wir würdenabertrotzdemnie

behaupten, dass

wir eine überregionale Tageszeitung

sind und unser Verbreitunsgebiet sich

auf ganz Deutschland und das benachbarteAusland

erstreckt. Diesogenannten

Postbezieher sind fast durchweg

Menschen, die früher im Kreis

Gießen, im Vogelsbergkeis oder im

Wetteraukreis gewohnt haben, die es

dann irgenwannindie Ferneverschlagen

hat. Sie sind der Region aber immer

noch stark verbunden, sodass sie

Karl­Heinz Theiß aus Gemünden

mag die Kolumne »Guten Morgen«.

sich darüber informieren möchten,

was inder alten Heimat geschieht. So

wie zum Beispiel Herbert Dörner, ein

ehemaliger Homberger. Aufgrund gesundheitlicher

Probleme hielt ersich

im Jahr 1948 zu einerKur in St. Blasien

auf. Der Schwarzwald hat ihm gefallen,

undsohaben er undseine Frau im

Rentenalter die Ortschaft Höchenschwandbei

St. Blasienzuihrer neuen

Heimat gemacht. In Homberg war er

25 Jahre lang Gemeindevertreter und

auch sonst ein sehr engagierter

Mensch. Sowundert es nicht, dass er

immer noch die »Alsfelder Allgemeine«liest

–»weil siemichhierimSüden

gutinformiertüberdas,was im westlichen

Vogelsbergkreissopassiert«, sagt

er im Telefongespräch.

Ähnlichliegendie Dinge beiLieselotte

Boller, die einst inGießen wohnte und

nun wie Herbert Dörner imSchwarzwald

zu Hause ist. Allerdings etwas

weiter nördlich–inKönigsfeld. Sie hat

gute Erinnerungen anihre Gießener

Zeit und erzählt dem Journalisten, der

sie befragt, dass sie einmal Sekretärin

unseres früheren Prokuristen Karl

Eduard Bauer war. So klein ist die

Welt. Lieselotte Boller informiert sich

täglich vor allem über das, was im

Raum Gießen geschieht. Aber sie liest

und lobt auch unsere Kinderseite, auf

der komplexe Themen verständlich

dargestellt seien. Frau Boller freute

sich über denüberraschenden Kontakt

zu ihrer früheren Firma–und wünscht

dem Verlag alles Gute.

Das tut auch Karl Trechsler, ein bekannter

Gießener,großerSportsmann,

Tennis-Regionalliga-Spieler,Rot-Weiß-

Vorsitzender und früherer Chef einer

Firma, die mit Brennstoffen handelte.

Er freut sich über den Anruf aus Gießen.

Trechsler hat inFarchant bei Garmisch

sein»privates Glück« undseine

zweite Heimat gefunden. Ermag die

Menschen und die Region, aber im

Herzen isterimmer auch noch einGießener.

Und deshalb lässt er sich die

»Allgemeine« tief in den Süden

Deutschlands schicken. Was ihn vor

allem interessiert? Sport natürlich –

und davor allem der TC Rot-Weiß.

In Gießen ist erein bekanntes Gesicht: Karl Trechsler (rotes Shirt), Sportler mit Leib und Seele, war Vorsitzender

des Tennisclubs Rot­Weiß, wohnt jetzt in Bayern und liest immer noch die »Allgemeine«.

Einbesonders treuer Leser(undMitarbeiter)

aus der Region ist Karl-Heinz

Theißaus Gemünden.Erhat selbstzur

Feder gegriffen und schreibt: »Ich lese

seit rund 40 Jahren regelmäßig die

AAZ. Die großen Weltnachrichten eilen

den Zeitungsmeldungen meist per

Internet, Radio und Fernsehen voraus.

Interessante Randbemerkungen dazu

finde ich aber inmeiner Tageszeitung,

Karl­Heinz Theiß liest nicht

nur die AAZ, er schreibt auch

für die Alsfelder Redaktion

und dort kann ich sie inRuhe lesen,

wenn ich Zeit dafür habe; ich bin auf

keine Sendezeit angewiesen und sie

verschwinden auch nicht von den einschlägigen

Internet-Seiten. Intensiv

lese ich den Lokalteil – sowohl was

den Vogelsbergkreis betrifft als auch

die Meldungen aus den anderen Regionen.

Ich bekomme Hinweise auf Veranstaltungen,

finde Namen mir bekannter

Personen wieder, bekomme

Angebote für den nächsten Einkauf.

Auch in der vergleichsweise überschaubaren

Welt Mittelhessens gibt es

viele kleine Begebenheiten, die ich als

Randnotizen zur Kenntnis nehme.

Tja und dann –›Guten Morgen, liebe

Leser!‹, Hägar, Wurzel und Dennis

sind absolute Pflichtlektüre. Letztere

zaubern gleich nach dem Frühstück

ein erstes Schmunzeln auf mein Gesicht.

Übrigens –selbst inder Zeit, als

ich berufsbedingt spätestens um

7Uhr das Haus verlassen musste, bin

ich sofrüh aufgestanden, dass ich erst

noch in Ruhe die AAZ lesen konnte.

Eine so lange Zeit einer regionalen Tageszeitung

als Leser treu zu bleiben

bedeutet im Ergebnis, dass ich mit der

Gestaltung und dem Inhalt zufrieden

binund mein Bedarf an Information in

vollem Umfang gedeckt wird.

Selbst wenn ich mehrere Tage nicht zu

Hause bin, müssen die Zeitungen aufgehoben

werden –nach der Rückkehr

blättere ich sie zumindest noch mal

durch, und esfindet sich dabei immer

noch etwas, was mich interessiert.«

Lieselotte Boller, Herbert Dörner, Karl

Trechsler und Karl-Heinz Theiß –sie

alle sind im Rentenalter, haben sich

Auch wir möchten

mehr als nur ein

Sommerflirt sein

aber von Jugend anüber die Zeitung

informiert. Die Sorge in den Verlagen

(auch inunserem Haus) wächst, dass

es diese langlebige Beziehung künftig

nicht mehr geben könnte.

Mag sein, dass es eines Tages so

kommt, aber wir haben auch immer

noch ganz viele jüngere Abonnenten,

die überzeugte Leser unserer Blätter

sind, für die der Start inden Tag, für

die das Frühstück ohne die Lektüre

»ihrer« Zeitung nicht denkbar ist.

Nicht nur Ihnen versichern wir: Auch

wir möchten mehr als nur ein Sommerflirt

sein. Burkhard Bräuning

Heinrich Schön ist seit 40 Jahren dabei

Leser aus Ruttershausen laminiert sich wichtige Nachrichten ein –Erinnerung anviele »Geschichten, die man nicht vergisst«

Verständnis für

Anfangsprobleme mit der

neuen Druckmaschine

Heinrich Schön aus Ruttershausen

liest die »Gießener Allgemeine Zeitung«

schon lange. Der 64-Jährige ist

durch sein Elternhaus zum Zeitungsleser

geworden. Und nach seiner

Hochzeit und einem Umzug nach

Staufenberg hat er die Zeitung selbst

abonniert–das war1972. »Die Zeitung

hat sich immer gut weiterentwickelt«,

ist ervoll des Lobes. »Ich finde immer

alles und muss nicht suchen.« Schön

istseit40Jahren»seiner«Zeitungtreu,

weil sie ihm so gut gefällt. Hinzu

kommt, dass ereinige Menschen persönlich

kennt, die bei dieser Zeitung

gearbeitet haben.

Im Gespräch erinnert er sich an viele

Geschichten, »die man nicht vergisst«.

Noch vorAugen hateraus eigenemErlebenden

FlugzeugabsturzinWißmar,

er erinnert sich an das Unglück mit

dem Tanklastzug in Herborn, an Reportagen

über die»berühmten« Gießener

Politiker wie Albert Oßwald oder

Volker Bouffier, an viele Berichte über

die Hessentage oder –inder überregionalen

Berichterstattung –anSchlagzeilen

aus der Zeit der RAF –und an

vieles mehr.

Geschichten, mit denen er persönliche

Erinnerungen verbindet, schneidet

sich Heinrich Schön, den viele Henry

nennen, aus und laminiert sie. Da sei

inzwischen »ein ganzer Haufen« zusammengekommen.

Die Gaststätte

»Zum Alten Fritz« in Ruttershausen

fällt ihm da ein, dort ist eraufgewachsen,

hat selbst mitgeholfen. Als das

Gasthaus Mitteder 1960er Jahreumgebaut

wurde, berichtete die Zeitung im

Lokalteil darüber. Klar, dass Schön

den Ausschnitt noch hat.

Er werde der Zeitung immer treu bleiben,

sagt der 64-jährige Witwer, der

mit Tochter und Schwiegersohn auch

zwei Mitleser hat. Immer mit der

Zeitung zutun hatte erauch als »Vereinsmensch«.

Zwölf Jahre lang war

er Vorsitzender der Natur- und Vogelschutzgruppe

Ruttershausen, als leidenschaftlicher

Angler gehört er

gleich zwei Angelvereinenan, Ruttershausen

und Lollar. Außerdem ist er

Mitglied im Dartclub Linden.

Keine Probleme hatte Schön damit, als

der Verlag der »Gießener Allgemeinen

Zeitung« im Frühsommer mit der Inbetriebnahme

einer neuen Druckmaschine

mit technischen Problemen zu

kämpfen hatte. »Das ist doch klar, so

einRiesendingmussman erst maleinfahren«,

sagte der 64-Jährige, der ähnliches

selbst erlebt hat.

Immerhin hat er49Jahre lang bei Buderus

gearbeitet, dort Schlosser gelernt

und zuletzt inder technischen

Qualitätskontrolle gearbeitet. »Wenn

wir neue Straßen eingerichtet haben,

dauerte esauch seine Zeit, bis die einwandfrei

liefen.« Reinhard Südhoff

Heinrich Schön


Sonderveröffentlichung

3. November 2012

69

»Zeitung lesen ist eine Lebenseinstellung«

Gedanken über Wert und Zukunft der Zeitungen –Ein Beitrag von Regierungspräsident Dr. Lars Witteck

Gefragt sind die mutigen

Verleger, die in die

Zukunft investieren

Immer wieder ist zu lesen, Zeitungen

seien die »Dinosaurier der Medienlandschaft«

und würden die nächsten

zehn oder zwanzig Jahre nicht überleben.

Aber das vielfach bereits tot geglaubte

Medium wehrt sich gegen die

Konkurrenz aus dem Internet. Und

das zuRecht, wie ich finde.

Bereits inden ersten Morgenstunden

versorgen dieZeitungenden noch ausgeruhten

undaufnahmebereitenLeser

mitlokalen NeuigkeitenoderInformationen

aus aller Welt. Die Texte sind

meist mit großem Aufwand recherchiert,

zeugen von Können, Erfahrung

und regionaler Verwurzelung des

Schreibers. Noch vor Beginn der täglichen

Alltagsroutine gestattet die Zeitung

eine Auseinandersetzung mit

bedeutsamen Ereignissen und der

Meinung des Herausgebers. Sie gewährt

Zeit, eine eigene Position zu unzählbaren

Themen zuentwickeln. Alles

Wissenswerte findet sich gut

sortiert und übersichtlich immer an

derselben Stelle wieder.Ohnegroßsuchen

zu müssen, weiß der Leser stets,

wo er Lokales, Sport, Aktienkurse,

Wetter oder die Kolumne findet. Es

steht ihm frei, auszusortieren, mehrfach

zu lesen, Bilder zu betrachten.

Eine lieb gewonnene und vertraute

Routinelässt Zeit, dieDinge herauszulesen,

die persönlich interessieren –

ohne Popups, die währenddessen unentwegt

versuchen, einen Handy-Vertrag

oder eine Reise zubewerben.

Durch diese Entschleunigung entsteht

eine Bindung des Lesers an seine Tageszeitung.

Das frisch gedruckte Medium

in der Hand zuhalten, darin zu

blätternund zu lesenwirdzur Lebenseinstellung,

die sich abkehrt von einer

Informationsüberflutung mit kurzer

Halbwertzeitund hinwendet zu exzellenter

Recherche mit ausführlicher

Hintergrundinformation. Ich wagezu

behaupten, dass der »Genussleser« in

der Lage ist, die aufgenommenen Informationen

länger abzuspeichern.

Denn die schnelle Nachricht – zwischen

zwei Bushaltestellen auf dem

Handy aufgeschnappt –ist postwendend

wieder aus dem Kurzzeitgedächtnis

verschwunden. Hintergrundgeschichten,

Bilder zum Text,

Emotionen und Erinnerungen hingegen

haften beim Leser dauerhaft.

Daher glaube ich an die Zukunft der

Zeitungen – wenn sie sich auf ihre

Regierungspräsident Dr. Lars Witteck ist überzeugt, dass Zeitungen mit

gut recherchierten Inhalten und regionaler Verwurzelung punkten.

eigene Stärke besinnen und esschaffen,

als analoges Medium neben dem

Internet einherzugehen. Einzigartige

und gut recherchierte Berichte wie

auch eigene InhaltesindbeimKonkurrenten

Internet nicht zu finden. Punkten

kann die Tageszeitung mit dem

hohen Wahrheitsgehalt, den ihr die

meisten Bürger zusprechen. Die Journalisten

vor Ort sind dabei nicht nur

Sammler von Informationen, sondern

auch emsige Bearbeiter, die das Weltgeschehen

bis auf die lokale Ebene herunterbrechen.

Aber sie sind auch

Meinungs- und Stimmungsmacher,

die inder Region verwurzelt sind und

über einen hohen Erfahrungsschatz

verfügen. Sie sorgen dafür, dass der

Leser seinen Horizont erweitert und

Hintergrundinformationen auf fachlicher

oder regionaler Ebene bekommt.

Dazu gehört auch, dass ein Leser erfährt,

was inder Nachbarschaft passiert,

wo und warum die Feuerwehr

zum Einsatz kam, wer geboren oder

begraben wurde, welche Kinder im

Fußballverein oder mit der Schulklasse

einen Preis gewonnen haben. Und

auf diese Weise erfüllt die Zeitung

auch eine soziale Komponente. Denn

die Kommunikation untereinander,

unter Nachbarn, Bekannten, Eltern

und Vereinsmitgliedern wird angestoßen

und bietet Raum für den späteren

Austausch über das Gelesene. Das

kann kein Internet der Welt bieten.

Deshalb bin ich überzeugt, dass die

Zeitungen immer einen Platz haben

werden, solange es Menschen gibt, die

fundiert und objektiv darüber informiert

werden wollen, was inihrer unmittelbaren

Heimat geschieht. Auch

das Radio und eine Fülle anFernsehsendern

haben die Zeitungen als

Nachrichtenübermittler nicht ablösen

können.Und so werden immerwieder

auch alle Unkenrufe über ein Aussterben

der Zeitungen wie Schall und

Rauchverhallen.Dafür braucht es mutige

Verleger, die beim Blick auf das

scheinbar mächtige Internet nicht zur

Salzsäuleerstarren,sondern in dieZukunft

investieren und Schlupflöcher

suchen, die ein Bestehen neben den

Online-Medien sichern.




















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Hessen-Thüringen

Auch Ihre Mutter würde eswollen.

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zwei eins wird.

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70 Zeitung heute und morgen

Im Dienst für den Leser –Praxis und Perspektiven

Nachts, wenn alles schläft, sind sie hellwach

Im gesamten Verbreitungsgebiet sind mehr als 800 Austräger für Sie und uns auf Achse –Jede Menge spannender Begegnungen

Emmi Theiß kennt in Merlau jeden Briefkasten. Nach für Nacht ist sie für die »Allgemeine« unterwegs.

Die Glocke der Merlauer Kirche hat

einen warmen Klang: Vier Uhr muss

es jetzt sein. Die meisten Menschen

in dem 1200-Seelen-Ort werden den

Glockenschlag nichtgehörthaben.Als

der Klang verhallt ist, dreht Emmi

Theiß den Schlüssel inihrer Haustür

um, schaltet die Außenbeleuchtung

ein und tritt heraus auf die Treppe.

»Guten Morgen, Sie sind ja früh da«,

ruft sie mir munter zu. »Guten Morgen!

Ja, hatte Bedenken, dass ich Sie

verpasse.« Frau Theiß und ich sind

verabredet. Ich möchte sie bei ihrer

Tour durch Merlau begleiten. Es ist

eine milde Nacht. Zeit, uns die Sterne

anzuschauen, haben wir aber nicht.

Emmi Theiß, –mit Kugelschreiber und

Schere bewaffnet – legt sofort los,

greift sich den Zeitungspacken, der

auf der Bank vor ihr liegt. »Muss erst

noch schnell zählen und sortieren.«

»Ja, klar.« Neben der Bank steht eine

bemalte Mülltonne. Sie ist meinem

Blick gefolgt. »Darin deponiert der

Fahrer die Zeitungen, wenn es regnet.«

Hier wird nichts dem Zufall

überlassen,denke ichnoch, da istFrau

Theißschon aufdem Wegzum Nebengebäue.

Betätigt den Schalter für den

Antrieb des Garagentores, legt ihrem

»Im Winter

ist esschwer

für mich«

Schwiegersohn,der diezweiteMerlau-

Tour fährt, Hinweiszettel und Zeitungen

parat, startet ihren Kleinwagen,

und schon geht es los. »Sitzen Sie vorne?«

»Ja, würde ich schon gerne.« Ich

darf neben ihr Platz nehmen und die

Zeitungenhalten. Rund 80 Stückträgt,

besser fährt Emmi Theiß jede Nacht

aus. Bei Wind und Wetter, Eis und

Schnee,imSommerwie im Winter.Sie

ist74Jahre alt. Bald möchte siekürzertreten

mit dem Job, der ihre Rente aufbessert,

der ihr aber auch –trotz aller

Strapazen – viel Freude macht. Die

Strecke kennt sie imSchlaf, und ihre

Kunden auch, weiß, dass einige davon

sich früh auf den Weg zur Arbeit machen.

Die müssen zuerst beliefert werden,

damit sie im Zug die »Allgemeine«

lesen können.

Noch haben wir die Straße ganz für

uns alleine. »Manche haben ihre Zeitungsbox

soweit weg von der Straße

angebracht. Jetzt imSommer geht es,

aber im Winter ...« Ich ahne, was sie

noch sagen wollte, aber erst eimmal

muss sie weit ineinen Hof hinein. Sekunden

später kehrt sie aus der Dunkelheit

zurück. »Im Winter ist es

schwer für mich. Der lange Weg ist

nicht das Schlimmste, aber die Glätte,

der Schnee.« Sie ist wieder ineinem

Hof verschwunden. Irgendwo in der

Ferne bellt ein Hund. Und Katzen gibt

es in Merlau offenbar eine ganze Menge.

Zwölf habe ich schon gezählt.

»Manchmal treffe ich Spätheimkehrer,

vorallem in derKarnevalszeit,«erzählt

Emmi Theiß und lacht. Ich weiß, was

sie damit sagen will. Heute treffen wir

nur den Träger des Konkurrenzblattes.

Weiter geht’s. Die Unterhaltung ist

kurzweilig. Wir verstehen uns, stellen

fest, dass wir gemeinsame Bekannte

haben. Auch aus meinem Dorf kennt

sieeineMenge Leute.

»Wenn ich jetzt nach Hause komme,

schau ich erst mal indie Zeitung. Die

Allgemeine‹ ist eine sehr gute Zeitung.«Ich

stimme ihr freudigzu. »Und

wenn ich den ersten Teil gelesen habe,

lege ich mich noch für ein Stündchen

hin.« Das kann ich gut verstehen. Ertappe

mich zum wiederholten Mal dabei,

dass ichgähne.Was soll Frau Theiß

von mir denken. Was es auch immer

ist, sie lässt sich nichts anmerken. Gegähnt

hat sie noch nicht. Wieder steigt

sie aus dem Auto, zieht sich ander Tür

hoch.Der Zeitungspackenauf meinem

Schoß ist deutlich kleiner geworden.

Wir sind auf der Hauptstraße angekommen.

»Hierwohnt unserVertriebschef«,

sage ich. »Weiß ich doch«, sagt

sei. Natürlich weiß sie das, wie peinlich.

Der Schwiegersohn werde nun

bald einenTeilihrer Tour mitübernehmen,

erwähnt sie noch beiläufig. Gut,

denke ich, sehr gut, esbleibt inder Familie,

besser können wir es nicht haben.

»Gut,sehrgut«, sage ich.

Meine verstorbene Cousine habe früher

auch Zeitungen ausgetragen –in

Lardenbach, erzähle ich noch. Dass

Frau Theiß meine Cousine kannte,

wundert mich nicht. Die Tour ist zu

Ende, 80Zeitungen inknapp 60 Minuten.

Viel gehört, viel gesehen. Einen

Menschen kennengelernt, der seinen

Job ernst nimmt, der zuverlässig ist,

der mitdenkt. »Das Geld allein ist es

nicht«, sagt sie ganz unvermittelt. Ich

weiß. »Glaube ich Ihnen, und danke,

dass ich mitfahren durfte.« Sie lächelt.

Habe Respekt vor dieser Frau, die

sechs Tage in der Woche um vier Uhr

das Haus verlässt und sich auf den

Wegmacht.Weilich schonmal aufden

Beinen bin, fahre ich auf einen Hügel

in der Nähe und warte auf den Sonnenaufgang.Schön,sofrühauf

zu sein.

Wenn ich bloß nicht so müde wäre...

Was Frau Theiß wohl zu unserer Zeitungvon

heutesagen wird?

Eine zweite langjährige

Partnerschaft: Mit der

»Wetterauer Zeitung«

Blutüberströmt öffnet der Nachtpor–

tier die Pforte des Parkhotels. »Wärst

du doch fünf Minuten früher gekommen,

dann hättest dumir helfen können«,sagtder

Mann zu Peter Riehl, der

wiejeden Morgen in demHotel Zeitungenabliefernwill.Der

Hotelangestellte

ist gerade überfallen worden, mit einem

Baseballschläger haben Unbekannte

auf ihn eingeschlagen. »Um

ehrlich zusein: Ich war froh, dass ich

nicht fünf Minuten früher da war.

Sonst hätte ich auch noch etwas abbekommen«,

erzählt der 53-jährige Riehl

über dieNacht,die sich vorzehnJahren

am Kurpark abgespielt hat. Bei seinen

morgendlichen Touren hat der Austräger

der »Wetterauer Zeitung« schon

viel erlebt, genauso wie seine Frau

Gudrun. Auch sie verlässt jede Nacht

das Haus, damit die Bad Nauheimer

rechtzeitig zum Frühstück ihre Zeitung

lesen können. Die heute 50-Jährige

war 14, als sie den drei Jahre älteren

Peter kennenlernte. »Mein Vater war

zur Kur in Bad Nauheim, über die Kirchengemeinde

habe ich Peter kennengelernt«,

erinnert sich dieWZ-Mitarbeiterin.Das

Mädchenaus derLüneburger

Heide kam häufiger indie Kurstadt, irgendwann

funkte es. Vier Jahre später

warendie beiden einEhepaar.

Einige Zeit danach gingen die beiden

ihre zweite langjährige Partnerschaft

ein: mit der »Wetterauer Zeitung«.

»Mein Mann hatte sich gerade selbstständig

gemacht, da dachte ich mir,

eine Absicherungkannnicht schaden.«

Daswar 1986,imvergangenenJahrfeierte

Gudrun Riehl ihr 25-jähriges

Dienstjubiläum. Ihr Mann fing etwa

zur gleichen Zeit mit dem Austragen

an,zuerstinVertretung, 1996 erhielter

seinen eigenenBezirk. Undsomit begeben

sich die Riehls stets gemeinsam

auf Austrägertour. »Ich stehe um halb

drei auf, packe die Zeitungen ein und

bringe mit dem Fahrrad den ersten

Schwungweg.Das istmeinFitnessprogramm«,

erzählt Gudrun. »Ich bleibe

noch ein bisschen liegen, stehe erst so

gegenhalbvierauf«, ergänztihr Mann.

Nach dem Kaffee setzen sich die beiden

ins Auto und liefern täglich rund

250 Exemplareder WZ aus.

BiszudreiStundensinddie Riehls Tag

für Tag unterwegs. Und erleben viel:

»Einmal habe ich einen verwirrten alten

Mann eingefangen, der nur in Unterhose

vor der ehemaligen Parkinsonklinik

umherirrte.« Die 50-Jährige

schnapptesichden Senior,wickelte ihn

in eine Decke und brachte ihn zurück

in die Klinik. Da Gudruns Schicht beginnt,

wenn die Kneipen schließen,

kommt es unweigerlich zu Zusammenstößen

mit Betrunkenen. Und so zieht

die Bad Nauheimerin schon mal eine

Alkoholleiche aus den Hecken. Für die

taffeFraukeinProblem. An dieNieren

ging ihr hingegen ein Ereignis vor

zehn Jahren. Wie jede Nacht wollte

Gudrun auch am 7. Juni 2002 ihre Zeitungen

austragen. Als sie gegen 3Uhr

in die Franz-Groedel-Straße einbog,

traf sie auf ein riesiges Polizeiaufgebot

samt LKA-Ermittler und Sprengstoffexperten.»WasmachenSie

hier?«,fragte

einer der Beamten die Austrägerin.

»Wonachsieht es denn aus?«, entgegnete

sie und zeigte auf ihre Tasche voller

Zeitungen. Der Beamte sagte ihr, sie

»Man bekommt nachts

Sachen zu sehen,

die sonst keiner sieht«

solle die Zeitung einwerfen und verschwinden.

Später erfuhr sie, was sich

in demHausabgespielthat:Ein 50-Jährigerhatte

seineLebensgefährtin erstochen

und danach versucht, sich das

Lebenzunehmen.

Trotz dieser Erlebnisse lieben die

Riehls ihre Jobs. Das liegt vor allem an

den Abonnenten, zudenen die beiden

ein gutes Verhältnis pflegen. »Alle haben

unsere Telefonnummer, falls mal

was ist«, erzählt Peter. Und so kommt

es schon mal vor, dass sich die WZ-Leser

bei dem Austräger-Duo melden,

wenn etwasvermeintlichnicht in Ordnung

ist. »Herr Riehl, woist denn meine

Zeitung?«, fragte beispielsweise

jüngst ein Abonnent. Der 53-Jährige

klärte auf: »Heute ist doch Feiertag.«

Doch derBad Nauheimergenießt nicht

nurden Kontaktmit denMenschen. Es

ist auch die Atmosphäre, die herrscht,

wenn dieNacht zumTagewird. »Dann

istesunglaublich ruhig, manbekommt

Sachen zu sehen, die sonst keiner

sieht«, schwärmt er. Rehe, Marder,

Waschbären und Füchse begegnen

ihm regelmäßig aufseinenTouren. Ein

Höhepunkt sei der alljährliche Meteoritenschauer

derPerseiden.»Lichtspektakel

am Himmel«, titelte dieWZbeim

jüngsten Sternschnuppenregen. Peter

Riehl war hautnah dabei, viele Bad

Nauheimer erfuhren davon aus der

Zeitung. Nicht zuletzt dank dem täglichen

Einsatz von Gudrun und Peter

Riehl.

Burkhard Bräuning

ChristophHoffmann

Privat und als Austräger­Duo ein Team: Das Ehepaar Gudrun und Peter Riehl ist jede Nacht für die Leser der

»Wetterauer Zeitung« auf Tour.


Sonderveröffentlichung

3. November 2012

71

Argumente

fürdie Zeitung

Sie lesen gerade ein Buch

Unsere Tageszeitung

ergibt auseinander

geschnitten und

taschenbuchgroß

zusammengeklebt ein

mehrere Hundert Seiten

starken Schmöker.

So lesen Sie ganz

nebenbei jedes Jahr

über 300 Wirtschaftskrimis, Sachbücher,

Biografien, Kunstbände, Reiseführer und Bücher

über neuere und neueste Geschichte.

Helmut Heinen, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger.

Gedruckt, online und mobil

Wandel als Herausforderung –Ein Beitrag von BDZV­Chef Helmut Heinen

Deutschland ist ein Zeitungsland.

Sechsvon zehnDeutschen über 14 Jahren(66,6

Prozent) lesenregelmäßig die

gedruckte Tageszeitung. Das sind 47

Millionen Männer und Frauen. Sie haben

die Wahl zwischen 333 verschiedenen

Titeln täglich mit 1532 lokalen

Ausgaben in einer Auflage von gut 18

Millionen verkauften Exemplaren.

Hinzu kommen fünf Millionen Wochen-

und Sonntagszeitungen. Der

deutsche Zeitungsmarkt ist damit der

größte Europas und der fünftgrößte

weltweit –hinter Indien, China, Japan

und den USA.

Das ist die gute Nachricht. Zugleich

müssen sich die Zeitungen nun schon

zum zweiten Mal binnen eines Jahrzehnts

gegen rückläufige Anzeigenmärkte

und darüber hinaus gegen

langfristigsinkende Abonnenten-und

Käuferzahlen behaupten. Sie sind dabei,

wie alle anderen klassischen Medien

auch,Teilder globalen undnationalenökonomischenEntwicklung,die

sich im Anzeigengeschäft ebenso niederschlägt

wie inden Medienbudgets

der Haushalte.

Hinzu kam in den zurückliegenden

Jahren jedoch auch ein tief greifender

Strukturwandel, unter anderem ausgelöst

durch die fortschreitende Digitalisierung

und das Internet. So sind

die für die gedruckten Zeitungen bis

dahin besonders wichtigen Rubrikenmärkte

ins Internet gewandert. Nicht

ganz so schnell wie ursprünglich erwartet

undauchnicht ganz so radikal,

aber doch deutlich spürbar: Wer ein

gebrauchtes Auto, einen neuen Job

oder eine größere Wohnung an einem

bestimmten Ort zueinem bestimmten

Preis sucht, kann dies dank immer

ausgefeilterer Mechanismen online

weit schneller und bequemer tun als

im gedruckten Blatt.

Diese Strukturveränderungen muss

niemand beklagen, sie bildeten jedoch

–und bilden noch –eine enorme Herausforderung

für unsere Branche, sowohl

was den Werbemarkt betrifft als

auch was die Seite unserer Leser und

Nutzer angeht. Für alle diejenigen, die

Zeitung lesen und lieben, lautet die

Aufgabe damit, nicht nur unsere Verlagsunternehmen

oder die Zeitungsbranche

fit fürdie Zukunftzumachen,

sondernauchdie Idee vonder Zeitung

zu bewahren: Also von der glaubwürdigen

Nachricht, der geprüften Information,

der seriösen Quelle – ganz

egal auf welchem Ausgabekanal –gedruckt,

online oder mobil.

Im Grunde genommen war das Geschäftsmodell

der Zeitungen über

Hunderte von Jahren sehr simpel: Die

Verleger druckten Inhalte, diesie ihren

Lesern verkauften –und diese Leser

Es zählen Glaubwürdigkeit,

journalistische Qualität und

die »Wächterfunktion«

wiederum verkauften sieder Werbung

treibenden Wirtschaft. Im Zeitalter

vonInternetund Digitalisierungfunktioniert

das allerdings nicht mehr

ganz so. Eine besondere Herausforderung

bildet dabei die Haltung vieler

Nutzer, dass »Online« nichts oder

doch jedenfalls so gut wie nichts kosten

darf. Für alle privatwirtschaftlich

agierenden Produzenten von Inhalten

ist dies naturgemäß unendlich frustrierend.

All dies geschieht obendrein vor dem

Hintergrund einer alternden Gesellschaft

und wachsender Mobilität der

Bürger. Information wird zum Alltagsartikel.

Information wird überall

verfügbar. Und Information wird damit

auch –scheinbar –immer weniger

wert. Immer öfter steuern die Leser/

Nutzer – Stichwort Web 2.0 – auch

selbst Inhalte zu »ihren« Medien bei

oder beeinflussen doch zumindest deren

Wertigkeit im Konzert unterschiedlicher

Nachrichten.

Man mag Twitter, Chats, Weblogs, Online-Communityswenig

journalistisch

finden. Manmag mitRecht darauf hinweisen,

dass die Schnelligkeit einer

Nachricht noch lange nicht für ihre

Qualität birgt. Gleichwohl zeigt uns

diehoheBeteiligungder Bürger an diesen

Formen des Gedankenaustauschs

im Netz, dass sie Wert auf einen Rückkanal

legen, dass sie gehört werden

möchten, und nicht zuletzt, dass unsere

Medien Wege finden müssen, auf

individuelle Wünsche unseres Publikums

stärker noch als bisher einzugehen.

Erfreulicherweisegelingt denZeitungen

die digitale Partnerschaft mit

denLesern immerbesser:Aktuell zählen

wir 27 Millionen Unique User auf

denWebsites derVerlage.

Natürlich geht esbei der Zeitung der

Zukunft aber auch um Inhalte, um

Form und Funktion. Was also könnte

dieZeitungfür künftige Generationen

unverzichtbar machen, sei esnun gedruckt,

online oder mobil? Ein wichtiges

Stichwort lautet hier »Glaubwürdigkeit«,

ein weiteres »journalistische

Qualität der Inhalte«, ein drittes die

»Wächterfunktion« der freien Presse

in der Demokratie. Hehre Begriffe,

fürwahr. Den Anspruch darauf muss

unsere Branche, müssen dieZeitungen

sich Tagfür Tagneu erarbeiten!

Ich habe keine Zweifel, dass sich die

MittelhessischeDruck-und Verlagsgesellschaft

mit ihren Titeln »Gießener

Allgemeine«, »Alsfelder Allgemeine«

und»Wetterauer Zeitung« dieserHerausforderung

auch in Zukunft erfolgreich

stellen wird. Die Investition in

neue Drucktechnik dokumentiert

gleichsam das durch Stahl und Stein

verbriefte Vertrauen in die Zukunft

des gedruckten Wortes. Es ist ein Signal

dafür, dass unsere Zeitungen in

einer zunehmend komplexer werdenden

Welt als unverzichtbare Mittler

deslokalen,nationalenund internationalen

Geschehens auch morgen und

übermorgen zuverlässig für unsere

Leser berichten werden. Und dies täglich,

rund umdie Uhr, auf allen Kanälen,

online, mobil, vor allem aber gedruckt.

Zur Erweiterung des Druckzentrums

der Mittelhessischen Druck- und Verlagsgesellschaft

übermittle ichpersönlich

und im Namen des Bundesverbands

Deutscher Zeitungsverleger

herzliche Grüße. Der Verlegerfamilie

Rempel wie den Mitarbeitern inRedaktion

und Verlag wünsche ich, dass

der Erfolg ihres publizistischen Engagementsweiterhin

durchdie Treueder

LeserinGießen undUmgebung bestätigt

wird.

Kein Anfang, kein Ende

Die Zeitung liest jeder so, wie er gerade will.

Was zuerst? Feuilleton, Finanzen, Sport oder

Lokales? Von hinten nach vorn? Zuerst die

Leserbriefe, dann den Leitartikel? Wie Sie das

Blatt drehen und wenden: Hinterher wissen Sie

immer etwas mehr.

An die Vorstände von

Familienunternehmen

Nun ist es erforscht: Die Lesekultur inFamilien

beeinflusst den Schulabschluss. Denn sie

vermittelt unter anderem sprachliche und

gedankliche Fähigkeiten. Daist ein Zeitungsabonnement

betriebswirtschaftlich und volkswirtschaftlich

viel effizienter als ein Kurztrip

nach Pisa.

Dürfen wir vorstellen?

Manche Personen der Zeitgeschichte werden

durch die Zeitung zuMitmenschen. Denn

Porträts, Interviews, Hintergründe oder auch

Nachrufe beschäftigen sich ausführlich mit dem

Menschen hinter dem Namen und stellen ihn

auf eine besonders persönliche und private

Weise dem Leser vor –wenn Sie gestatten.

Gedruckter Blick zurück

und nach vorn

Ein gelebtes Leben. Die Amtszeit des Präsidenten.

Die Bilanz eines Krieges. Bilder der Katastrophe.

Von der Entführung. Der Hintergrund der

Affäre. Die Erde dreht sich weiter –und die

Zeitung hält Tag für Tag die Geschichte für einen

Moment fest. Auch der Blick zurück öffnet den

Blick nach vorn.

Quelle: BDZV


72 Zeitung für heute und morgen

Wir laden Sie ein /Tag der offenen Tür imMai 2013

Schauen Sie uns doch mal über die Schulter

Wenn Sie hautnah erleben möchten, wie Zeitung gemacht wird: Melden Sie eine Besuchergruppe inunserer Vertriebsabteilung an

Eine Besuchergruppe bestaunt die neue Versandanlage.

LiebeLeserinnen,liebe Leser, 72 Seiten

weitgehend in eigenerSache –das machen

wirnur sehr selten.Zuletzt in der

»Wetterauer Zeitung«, als wir unser

175-jähriges WZ-Jubiläum feierten.

Aber es war nun an der Zeit, sich einmalandie

Leserzuwenden, vorallem,

um zu zeigen, dass wir uns gerüstet

haben für die Zukunft, dass wir bereit

sind, uns den Herausforderungen zu

stellen, vor denen Verlage heute stehen.

SolcheineFüllevon Investitionen

tätigt man nicht in jedem Jahrzehnt.

Wir haben nun innerhalb von zwei

Jahren die Weichen gestellt, um konkurrenzfähig

zu bleiben, umuns auf

dem Markt zu behaupten, haben uns

auch im Bereich Internet und Video

Auch im Bereich Internet

und Video stellen wir uns

dem Wettbewerb

zukunftsfähiggemacht.Gleichwohlist

in diesemschnelllebigen Bereichpraktisch

immer der Wille nötig, sich dem

ständigen Wandel zu stellen. Aber

noch –und vermutlich für eine lange

Zeit –liegt unserHauptaugenmerkauf

der gedruckten Zeitung. Auf Papier

können Sie deshalb auch lesen, was

wir verändert, wowir investiert haben.

In der ersten Sonderbeilage im

August wurden Sie gebeten, sich zum

Erscheinungsbild undzuden Inhalten

Sanfte Veränderungen

in der Zeitung

sind ab und zunötig

unserer Zeitungen zu äußern. Viele

habenden ausgefülltenFragebogenan

unszurückgeschickt. DieAuswertung

haben wir an anderer Stelle in dieser

Beilage vorgestellt. Wir können nicht