Erfahren Sie weitere Details zum Projekt - Gemeinsam für Afrika

gemeinsam.fuer.afrika.de

Erfahren Sie weitere Details zum Projekt - Gemeinsam für Afrika

ISLAMIC RELIEF DEUTSCHLAND E.V.

FRÜHFÖRDERUNG FÜR

KINDER MIT BEHINDERUNGEN

Das Frühförderungs- und Rehabilitationszentrum (EIRC) richtet sich an Kinder

mit einer physischen oder mentalen Behinderung im Alter von 0-12 Jahren.

Mehrfachbehinderungen wie Autismus, Down-Syndrom, Lernstörungen oder

ADS-Syndrom werden gezielt betreut.

Von dem fortlaufenden Projekt profitieren jährlich 800 behinderte Kinder,

1.250 Familienangehörige dieser Kinder und 300 Weiterbildungsteilnehmer

des Pflegepersonals. EIRC wurde als erstes Projekt von Islamic Relief Ägypten

im Jahr 2002 gegründet. In den nun acht Jahren seines Bestehens hat das

Zentrum bereits mehr als 2.500 behinderten Kindern und ihren Familien geholfen,

und dazu eine große Zahl von Fachpersonal aus verschiedenen Bereichen

weitergebildet.

Hintergrund

Nach staatlichen Statistiken gibt es in Ägypten mehr als zwei Millionen Menschen

mit Behinderungen, von denen etwa 45 Prozent Kinder sind. Von diesen sind wiederum

rund 98 Prozent ohne jegliche Unterstützung oder Förderung. Die Zahl der

Betroffenen Kinder nimmt durch das hohe Bevölkerungswachstum noch zu.

LANDINFO

ÄGYPTE

ÄGYPTEN

Fläche

Bevölkerungszahl

Hauptstadt

Regierungsform

Bevölkerung unter

15 Jahre

Bruttonationaleink.

pro Kopf

Lebenserwartung bei

Geburt

Anzahl

untergewichtige Kinder

1.240.000 1.001.450 km²

16 82,3 Mio. Mio.

Bamako Kairo

Republik

47 32 Prozent

1030 6060 US$

51 72 Jahre

27 6 Prozent

Gemeinsam für Afrika Ägypten 1


Hinzu kommt, dass ein Mangel an speziell ausgebildetem

Personal für die Arbeit mit Behinderten besteht, und die

wenigen bestehenden Behandlungsmöglichkeiten für viele

Eltern zu teuer und deren Auswahlkriterien sehr eng gefasst

sind. So werden insbesondere Kinder mit Mehrfachbehinderungen

und Kinder unter vier Jahren von den meisten

Einrichtungen abgelehnt.

Die so wichtige Früherkennung und Frühförderung bei

Kindern unter drei Jahren fehlt oft gänzlich, stattdessen

kommt es häufig zu falschen Behandlungen. Auch in der

Gesellschaft fehlt es an Bewusstsein für den Umgang mit

behinderten Menschen.

Hauptaktivitäten

1. Bereitstellung von umfassenden Begutachtungs- und

Förderungsprogrammen für behinderte Kinder durch spezielle

Bildung, Sprachtherapie, Psychotherapie, Physiotherapie

2. Verbesserung der Fähigkeiten der Kinder (Kommunikation

und zwischenmenschliche Fähigkeiten, individuelle

Leistungsfähigkeit und Selbstständigkeit usw.)

3. Erhöhung des Bewusstseins der Kinder für notwendige

soziale Fähigkeiten (Umgang mit Geld, das Auffinden eines

bestimmten Ortes usw.) durch Feldbesuche und Bildungsfahrten

4. Organisation von Erholungsaktivitäten für die Kinder

und ihre Familien

5. Organisation von Elterntreffen zum Austausch von Erfahrungen,

und um sie zu ermutigen, ihr behindertes

Kind zu akzeptieren

6. Umfassende medizinische Versorgung für die Kinder

und deren Familien

7. Vermittlung handwerklicher Fähigkeiten an die Mütter

von behinderten Kindern – etwa wie man Gerätezubehör,

Kleidung, Bettwäsche und einfache Lehrmittel kostengünstig

in familiären Aktivitäten selbst herstellen kann

8. Durchführung von Workshops, wissenschaftlichen Konferenzen

und Seminaren zur Bewusstseinsbildung für Familien

und im Behindertenbereich tätiges Fachpersonal

9. Koordination und Netzwerkarbeit mit NGOs, Unternehmen,

Zentren, Schulen und so weiter durch gemeinsame

Aktivitäten, Veranstaltungen oder Beratung

Was bisher erreicht wurde

• Im Bereich Unterstützung der Familien im technischen

Bereich wurden drei Kurse durchgeführt, beispielsweise

über die Nutzung des Computers für Bildungsmaßnahmen.

• Im Bereich der psychologischen Unterstützung für Eltern

und Familien wurde ein Kurs über den Umgang mit und die

eigene Einstellung zum behinderten Kind durchgeführt, der

sich über mehrere Wochen erstreckte.

• Im Bereich der Integration der Kinder im sozialen Leben

gab es ein Programm, in dem jeweils mehrere Besuche in

drei Schulen und drei Kindergärten unternommen wurden,

um die Integration der behinderten Kinder in diesen Einrichtungen

zu erleichtern und zu begleiten, und die behinderten

Kinder mit nichtbehinderten Kindern beim gegenseitigen

Kennenlernen und sozialen Kontakt zu begleiten.

• Im Bereich von Bildungs- und Rehabilitationsmaßnahmen

fanden bisher 892 Sitzungen mit künstlerischen Aktivitäten

statt, an denen 50 Kinder teilnahmen. Die darin

entstandenen Werke wurden in zwei Ausstellungen an prominenten

Orten ausgestellt.

• Weiterhin wurde ein computergestütztes Bildungsprogramm

für die Kinder durchgeführt. Hier gab es 1.479 Sitzungen

mit insgesamt 80 Kindern.

• An Erholungsaktivitäten wurde Schwimmen, Geburtstagsfeiern

für die Kinder, ein Kurs zur spielerischen Vorbereitung

der Hadsch und eine Theateraufführung durchgeführt. Daneben

fanden sportliche Aktivitäten statt.

• Als neue Aktivität wurde Familienberatung für Mütter, behinderte

Kinder und deren Geschwister eingeführt. Daran

nahmen bisher 376 Personen teil. Neben Beratungstätigkeiten

hilft Islamic Relief dabei unter anderem bei medizinischen

Untersuchungen und Behandlungen und bildet Mütter

und Kinder in handwerklichen Fähigkeiten aus. Es wurden

zwei Basare mit selbst hergestellten Produkten veranstaltet.

Auch gab es ein Ramadan-Iftar für Familien, deren Kinder im

EIRC betreut werden. Daran nahmen 76 Familien teil.

• Das EIRC führte eine Fortbildung für Mitarbeiter des Haraz

Centre, einer Einrichtung für behinderte Kinder, durch.

• Das EIRC unterzeichnete eine Kooperation mit der Psychiatrischen

Klinik Helwan, und mit der Ägyptischen Gesundheitsversicherungsorganisation

(HIO), welche der größte Anbieter

von medizinischen Dienstleistungen in Ägypten ist.

Bei beiden Kooperationen werden von den EIRC-Mitarbeitern

vor allem Fortbildungen und Schulungen insbesondere für

Fachkräfte im psychologischen Bereich durchgeführt.

Gemeinsam für Afrika Ägypten 2


Abschlussbericht

Der nun vorliegende Zwischenbericht des Projekts zur Frühförderung

behinderter Kinder ist zugleich der Abschlussbericht

für den Zeitraum, in dem das Projekt von Islamic Relief

Deutschland unterstützt wurde. Das langfristig angelegte

Projekt wird aber weiterlaufen und zukünftig von Islamic Relief

USA unterstützt werden.

Die drei Ziele des Projektes spiegeln sich in dessen drei

Hauptbereichen– Kind, Familie und Gemeinschaft - wider:

• Entwicklung und Förderung der Fähigkeiten behinderter

Kinder und Entwicklung ihres Verhaltens durch qualitativ

hochwertige Rehabilitationsmaßnahmen im Bildungsbereich

und im psychologischen Bereich.

• Unterstützung der Familien behinderter Kinder im technischen

wie auch im psychologischen Bereich und Förderung

ihrer Verantwortlichkeit für das Wachstum und die Entwicklung

ihrer Kinder.

• Befähigung von Kindern mit Behinderungen und das

Schaffen von Möglichkeiten für sie, voll am sozialen Leben

teilzuhaben und sich in dieses zu integrieren.

Nach einer Umstrukturierung während des Projekts entstanden

vier Dienstleistungsabteilungen im Rahmen des Projekts:

Die Abteilung für spezielle Bildung, die Abteilung für

Sprachtherapie, die Abteilung für Physiotherapie und die

Abteilung für psychologische Behandlung.

Erfolgsgeschichten: Hilfe für Ridha

Ridha ist sieben Jahre alt und leidet an zerebraler Kinderlähmung;

er hat verschiedene spastische Muskelkontrollblockaden.

Seine Therapeutin sitzt mit Ridha vor einem

Spiegel und übt verschiedene Bewegungsabläufe. Sie wird

ihn betreuen, bis er das Programm abgeschlossen hat.

Vor fünf Jahren, als Ridha die Therapie im EIRC (Frühförderungs-

und Rehabilitationszentrum) begonnen hat, hatte

er keinerlei Kontrolle über seine Muskelbewegungen, so

die Therapeutin. Er konnte auch die Bewegungen seines

Kopfes nicht kontrollieren. Er brauchte Unterstützung, damit

sein Körpergewicht ihn nicht ins Stocken brachte.

Islamic Relief unterstützt das EIRC im Bezirk Helwan in

Kairo. Durch die Therapie im EIRC lernt Ridha, wie er seine

Körperhaltung kontrolliert und - ganz wichtig - wie er

sich konzentrieren kann. Obwohl die Therapiestunden

begrenzt sind, berichtet Ridhas Mutter Hanan Al-Sayid

über erstaunliche Fortschritte. „Ridha kann jetzt seine

Bewegungen kontrollieren und nimmt am Geschehen um

ihn herum teil“, berichtet Hanan. „Er reagiert jetzt, wenn

ich ihm etwas sage oder ihn frage.“ Hanan hat von dem

Therapiezentrum und von der Unterstützung durch Islamic

Relief durch Mund-zu-Mund-Propaganda erfahren.

Ridha und seine Mutter profitieren auch von einem anderen

Teil des Programms. Von einem der Physiotherapeuten

lernt Hanan, wie sie mit Ridha auch zuhause arbeiten

kann, damit er weiterhin Fortschritte macht. Hanan erzählt

glücklich, dass sie sich bei Fragen jederzeit an das

medizinische Personal im EIRC-Zentrum wenden kann.

Ridhas Mutter ist jedem, der das Frühförderungs- und

Rehabilitationszentrum für behinderte Kinder unterstützt,

dankbar. Sie bittet Allah darum, dass die Großzügigkeit

der Spender andauert und dass ihre guten Taten

von Allah angenommen werden. „Ohne das Frühförderungsprogram

von EIRC gäbe es für Kinder wie meinen

Ridha in der armen Gegend von Helwan keine Hoffnung.

Wir können uns keine teure medizinische Behandlung

leisten“, sagt Hanan Al-Sayid.

Trotz ihrer Freude macht sich Ridhas Mutter Hanan Sorgen

um die Zukunft. In einem Jahr wird die therapeutische

Förderhöchstdauer für Ridha im EIRC auslaufen.

Sie bittet die Spender um ihre großzügige Unterstützung,

damit Islamic Relief weitere Zentren für die langfristige

therapeutische Förderung von behinderten Kindern

bauen kann.

Gemeinsam für Afrika Ägypten 3

Bilder Copyrights: Islamic Relief Deutschland e.V.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine