HILFE FÜR FRAUEN UND IHRE FAMILIEN - Gemeinsam für Afrika

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HILFE FÜR FRAUEN UND IHRE FAMILIEN - Gemeinsam für Afrika

QUÄKER-HILFE-STIFTUNG

HILFE FÜR FRAUEN UND

IHRE FAMILIEN

Ausgelöst durch den Bürgerkrieg in Ruanda kam es 1993 auch in Burundi zu

blutigen Kämpfen und Massakern zwischen den beiden Ethnien Hutu und

Tutsi, die über zehn Jahre andauerten. Zehntausende Menschen flohen nach

Tansania und in andere benachbarte Länder. Inzwischen hat sich die Lage in

Burundi stabilisiert. Alle politischen Kräfte bemühen sich um eine dauerhafte

Friedenslösung. Sie ist die Voraussetzung für die Hilfe der Quäker und ihrer

Partnerorganisationen - Sicherung der Ernährung, Schaffung von Einkommen,

Förderung der Gesundheit und aktive Konfliktbewältigung.

Die Hilfe ist notwendig, denn noch zählt Burundi zu den ärmsten Ländern der

Welt. Der größte Teil der Familien versucht mühsam, sich von Land- und Viehwirtschaft

zu ernähren. 90 Prozent der Bevölkerung muss sich die Felder des

kleinen Landes teilen. Zweidrittel der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze.

40 Prozent der Kinder im Schulalter haben noch nie eine Schule besucht.Dazu

kommt, dass in den letzten Jahren zehntausende Flüchtlinge aus

den umliegenden Ländern heimgekehrt sind, die die begrenzten Ressourcen

des Landes schwer belasten.

LANDINFO

BURUNDI

Fläche 390.759 27.834 km²

Bevölkerungszahl 12,6 7,1 Mio Mio.

Hauptstadt Harare Bujumbura

Regierungsform

Republik

Bevölkerung unter 43 46 Prozent

15 Jahre

Bruttonationaleink. 355 400 US$

pro Kopf

Lebenserwartung bei 48 58 Jahre

Geburt

Anzahl 10 29 Prozent

untergewichtige Kinder

Gemeinsam für Afrika Burundi 1


"Bitte vergesst uns nicht"

Consile Ciza ist Witwe. Der Krieg hat ihr viel genommen:

ihren Mann, ihr Haus und drei ihrer Kinder. Als die Quäker-Mitarbeiterin

sie das erste Mal besuchte, lebte sie

völlig verarmt und isoliert in einem Barackenlager am

Rande der Stadt Kamenge. Ihre verbleibenden Kinder

trieben sich als Bettler auf den Straßen herum, um wenigstens

etwas zu essen zu bekommen.

Durch die Teilnahme am Quäkerprojekt hat Consile Ciza

neue Hoffnung gefasst: zusammen mit anderen Frauen

lernte sie, ihre furchtbaren Erfahrungen zu bewältigen.

Aber auch für den Lebensunterhalt kann sie jetzt selber

sorgen: gemeinsam bewirtschaften die Frauen ein Feld,

auf dem sie Mais und Bohnen anbauen, zum eigenen Verbrauch

und zum Verkauf auf dem Markt.

„Wir könne unsere Kinder jetzt ernähren und zur Schule

schicken", sagt Frau Ciza. „Doch es gibt noch so viel Armut

und Hunger in unserem Land. Betet für uns und helft

uns, damit wir eine bessere Zukunft für uns und unsere

Kinder schaffen können!"

Ziegen züchten und Vertrauen lernen

Voller Stolz erzählt Jacob Eben vom sogenannten „Ziegen-

Projekt": „Da haben die Frauen in Mutaho eine tolle Idee

gehabt. Eine Hutu- und eine Tutsi-Frau erhalten gemeinsam

von uns eine trächtige Ziege. Der Nachwuchs geht erst

an die eine, der weitere Nachwuchs an die andere Frau. Die

Milch und später auch das Fleisch werden geteilt. So entsteht

in den Dörfern eine neue Form von Gemeinschaft zwischen

den Ethnien." Fast alle Frauen in dem Projekt verdienen

inzwischen genug, um sich und ihre Kinder gesund zu

ernähren und ihre Kinder in die Schule zu schicken.

Mit dem Projekt wächst langsam auch neues Vertrauen untereinander

und damit auch die Bereitschaft, sich gemeinsam

für bessere Lebensumstände einzusetzen. Ein großer

Erfolg! Der Erfolg ist so groß, dass die Frauen dieses Projektes

inzwischen in andere Dörfer eingeladen werden, um

Concile Ciza und ihre Familie schaffte es mit Hilfe des Quäkerprojekts aus

der Armut in ein neues Leben.

von ihren Erfahrungen zu berichten. Sie sind die besten

Botschafterinnen für Frieden und Versöhnung und für die

wirksame Hilfe zur Selbsthilfe.

Joseph Manirakiza verlor während des Krieges seine Frau

und drei Kinder. Bereitwillig folgte er der Einladung zum

Versöhnungskurs der Quäker, doch das erste Treffen war

für ihn ein Schock: „Einer der Teilnehmer war der Soldat,

der meine Familie ermordet hatte! Irgendwie schaffte ich

es, ihm immer aus dem Weg zu gehen und den Kurs zu

beenden." Aber schließlich traf er sich mit dem anderen

Mann doch zu einem Gespräch: „Er gab all das Schreckliche

zu und bat mich weinend um Verzeihung. Auch wenn

es für mich sehr schwierig war - ich habe ihm vergeben

können! Ich hätte das am Anfang nie für möglich gehalten,

aber heute bestellen wir sogar unsere Felder gemeinsam.

Dieser Mann ist ein Freund geworden."

Gemeinsam für Afrika Burundi 2

Bilder Copyrights: Quäker-Hilfe-Stiftung

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